Aggressive Kollegen, die einem frech über den Mund fahren? Die Kollegin, die irgendwie immer früher an Infos kommt, weil sie das Spiel der Teeküche beherrscht? Oder die Beförderung, die man nicht erhält, weil man laut Chef nicht bissig genug ist? Die Ideen der New-Work-Bewegung versprechen eigentlich, dass solche Situationen, Machtspiele und Rhetoriken der Vergangenheit angehören. Tun sie aber nicht.

„So manch jüngere Führungskraft ist überrascht, dass nicht alle die warmherzigen und emphatischen Spielregeln der New Work befolgen, sondern sich austricksen, gegen Wände laufen oder gegen die gläserne Decke stoßen lassen“, so Jens Weidner. Um hier mithalten zu können, hat der Managementtrainer und Aggressionsexperte die Strategie der positiven Aggression entwickelt.

In seinem Praxisbuch „Die Peperoni-Strategie to go“ zeigt er, wie wir Vorgesetzten unsere Grenzen aufzeigen, einen respektvollen Umgang kultivieren, ohne als zu schwach zu gelten, und wie wir uns gegen versteckte Machtspiele oder Hinterhältigkeiten wehren können – und das, wenn möglich, mit einem Lächeln im Gesicht. Damit liefert der Experte einen praktischen Ratgeber zu seinem Bestseller „Die Peperoni-Strategie“, der unabhängig davon zu lesen ist.

Mit positiven Aggressionen Haltung zeigen 

Jens Weidner hat in seinem Studium der Erziehungs- und Sozialarbeitswissenschaften eine Vorliebe für Kriminologie entwickelt. Das führte dazu, dass er sich irgendwann in einem US-amerikanischen Gefängnis wiederfand. Dort konnte er in einer einmaligen 24/7- Erfahrung die Spielregeln des Gefängnislebens erforschen. Zurück in Deutschland entwickelte er ein Behandlungsprogramm für Straftäter, in dem diese ihre destruktive Gewalt behandeln konnten. 

Noch einen Moment später wurde der Aggressionsexperte darum gebeten, auf dieser Grundlage eine Strategie zu entwickeln, mit der Führungskräfte eine positive – konstruktive – Aggression für ihre Ziele einsetzen können. Das war die Geburtsstunde der Peperoni-Strategie. Heute lehrt Prof. Dr. Jens Weidner Kriminologie und Sozialisationstheorie an der Fakultät für Wirtschaft und Soziales der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Knifflige Situationen taktvoll angehen

„Die Peperoni-Strategie lehrt, wie man seine natürliche Aggression konstruktiv zur Erreichung beruflicher Ziele einsetzt“, sagt er. „Sie liefert ein kraftvolles Mindset für Wettbewerbssituationen und favorisiert ein Verhalten zwischen Charme und Vulkan.“ Dabei geht es nicht darum, die Ellenbogen auszufahren, sondern darum, schlagfertig zu kontern, seinen Standpunkt klarzumachen und einmal mehr zu überlegen, wie man auf Situationen reagiert.

Was mache ich, wenn meine Chefin sich Verbesserungsvorschläge wünscht – aber sich persönlich angegriffen fühlt, wenn sie tatsächlich kommen? Wie führe ich die gewünschten Veränderungen durch, wenn mir die Befugnisse fehlen? Was mache ich mit dem netten Kollegen, der mit mir Sushi essen geht, aber mir in brenzligen Situationen nicht den Rücken stärkt? Jens Weidner analysiert die Fälle und gibt praktische Empfehlungen, wie die jeweilige Situation entschärft werden kann.

Roter-Reiter-Fazit

Mittelscharf, scharf und superscharf: Jens Weidner hat für jeden delikaten Fall von Mobbing, Machtspiel oder Fettnäpfchen die richtige Strategie. Dabei kann jeder und jede selbst entscheiden, wie „scharf“ das Echo ausfallen soll.

Jens Weidner: Die Peperoni-Strategie to go
Positive Aggression im Alltag gewinnbringend einsetzen – Das Praxisbuch zum Bestseller
Campus, 2024
232 Seiten, 25 Euro

ISBN 9783593518244

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