13 Okt. Schluss, Aus, Anfang: Loslassen für Neues
Die Transformationsbegleiterin Susanne Westphal traf eine schwerwiegende Entscheidung: Sie kündigte ihrer Mitarbeiterin. Die junge Quereinsteigerin war freundlich, aber mit den Aufgaben überfordert. Susanne Westphal hatte Entlastung gesucht und sich in einer Art betreutem Arbeiten wiedergefunden. Das Gespräch war kurz, aber intensiv. Was blieb, war Erleichterung. Denn jetzt war wieder Zeit für Neues, für Veränderung. In ihrem Ratgeber „Loslassen. So schaffst du Platz für das wirklich Wichtige im Arbeitsleben“ zeigt die Autorin, warum wir Dinge viel öfter beenden müssen, um uns weiterentwickeln zu können.
Wie schaffe ich Platz für das wirklich Wichtige?
Beziehungen, Jobs, Gewohnheiten: Das Beenden fällt uns gewohnheitsmäßig schwer, weil Veränderung anstrengend ist, weil an jeder Entscheidung ein Rattenschwanz von Folgen hängt und weil wir fürchten, dass danach alles noch schlimmer werden könnte. In ihrem Buch zeigt Susanne Westphal die Kehrseite der Medaille: Wer nichts (dagegen) entscheidet, entscheidet sich trotzdem, nur eben für das schleichende Verschlechtern.
Sie lädt ihre Leserinnen und Leser dazu ein, Arbeitsverhältnisse, Projekte und Arbeitsroutinen infrage zu stellen. Es wird aufgeräumt, und zwar gründlich: bei E-Mail-Fluten, sinnlosen Meetings und Zeitfressern, aber auch bei dem, was wir selbst mitbringen. Die Sehnsucht nach Applaus, die Rechthaberei, der Perfektionismus und die Angst, es nicht allen recht zu machen. Die Trainerin ermutigt zum „Nein“, zur Pause und dazu, Fehler und Niederlagen zu verzeihen, auch sich selbst. Sie zeigt, wie man Vorurteile und belastete Beziehungen hinter sich lässt und was wir loslassen müssen, weil es sich ohnehin nicht ändern lässt. Dabei belässt es die Autorin nicht nur bei Tipps, sondern gibt auch konkrete Empfehlungen für die Umsetzung: Wie formuliert man eine Absage sauber? Wie kündigt man schön? Und wie geht man damit um, gefeuert zu werden?
Wie lerne ich Loslassen?
Nicht zuletzt widmet sich Susanne Westphal auch Gefühlen wie Angst, Wut und Trauer, die mit dem Loslassen einhergehen und es so verdammt schwer machen. „Wenn wir uns von einem Job, einer Rolle, einem Menschen oder einer Gewohnheit trennen, verlieren wir nicht nur etwas Äußeres. Ein Teil unserer Identität gerät ins Wanken.“ Aber am Ende des inneren Prozesses wartet Neues – und deshalb, so die Autorin, lohne sich der Weg.
Roter-Reiter-Fazit
Susanne Westphal verbindet in ihrem Ratgeber „Loslassen. So schaffst du Platz für das wirklich Wichtige im Arbeitsleben“ Psychologie, Werkzeuge und persönliche Geschichten zu einem Plädoyer für den Mut zum Ende und zeigt, dass aus einem guten Abschied Raum für Klarheit, Energie und Kreativität entsteht.
Susanne Westphal: Loslassen. So schaffst du Platz für das wirklich Wichtige im Arbeitsleben
Campus Verlag, 2026
224 Seiten, 25 Euro
ISBN 978-3-593-52239-5