29 Sep. Von ADHS bis Legasthenie: Neurodivergenz im Berufsalltag
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – kurz ADHS – hat in den vergangenen Jahren eine beachtliche Karriere hingelegt: Vom Zappelphilipp-Syndrom, das von unerzogenen Kindern auf schlechte Eltern schließen lässt, ist es zur scheinbaren Modediagnose geworden. Das Motto: ADHS hat heute jeder. Wer sich einmal eindringlicher mit der Lebensrealität von Menschen mit Neurodivergenzen wie ADHS beschäftigt, der erkennt: Die Perspektive auf die Welt, die Hürden, aber auch die Potenziale sind hier andere.
In ihrem Ratgeber „30 Minuten Neurodivergenz im Berufsalltag“ zeigt Kristin Kluck die Herausforderungen von Menschen mit Epilepsie, Legasthenie, Dyskalkulie oder im Autismus-Spektrum auf. Zugleich bietet sie Betroffenen Empfehlungen, wie sie ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag besser einfordern und kommunizieren können. In einem weiteren Teil schaut sie auf die andere Seite: Wie profitieren Arbeitgebende von den Inselbegabungen, Interessen und besonderen Perspektiven neurodivergenter Menschen? „Neuroinklusion bringt Unternehmen große Vorteile. Zum Beispiel verbessert sich die Produktivität, das Arbeitsklima im Unternehmen wird angenehmer und Innovation kann vorangetrieben werden. Des Weiteren sind die Potenziale neurodivergenter Menschen auch gerade in Zeiten von KI extrem gefragt.“
Roter-Reiter-Fazit
Kristin Kluck gibt einen profunden Einblick in die allgemeinen Herausforderungen von neurodivergenten Menschen und bietet damit auch Führungskräften die Gelegenheit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ADHS oder Hochsensibilität besser zu verstehen.
Kristin Kluck: 30 Minuten Neurodivergenz im Berufsalltag
GABAL Verlag GmbH, 2026
96 Seiten, 10,90 Euro
ISBN: 978-3-96739-280-7