# Roter Reiter Magazin > Das Erfolgsmagazin ## Beiträge ### Joyful exhaustion: Wider die Gratifikationskrise „Für mich war es ein riesiges Abenteuer, beim Füttern der Tiere mithelfen zu können, mit meiner Schwester und meinem Patenonkel auf den Heuböden herumzutollen oder mit einem Opa Traktor fahren zu dürfen“, erinnert sich Christina Guthier. In ihrem Ratgeber „Das war die Anstrengung wert! Was Menschen brauchen, um von ihrer Arbeit nicht auszubrennen“ beschreibt sie das anstrengende Leben ihrer Familie mit einem Landwirtschaftsbetrieb im Odenwald. Über Jahrzehnte hinweg arbeiteten ihre Großeltern dort Tag für Tag – von der Stallarbeit über den Obstanbau bis hin zum Verkauf der eigenen Produkte. Mit der Zeit änderte sich etwas. Die Arbeit wurde nicht weniger, aber die Erträge schrumpften, die körperliche Belastung stieg und die Anerkennung blieb aus. Die Familie und der Betrieb gerieten in ein Ungleichgewicht: viel Aufwand, wenig Lohn. Genau hier setzt die Autorin an und erklärt, dass dieses Ungleichgewicht kein Einzelfall ist, sondern in der Wissenschaft einen Namen hat: Gratifikationskrise. „Im Arbeitskontext werden Gratifikationskrisen besonders deutlich, da erbrachten Anstrengungen und den daraus resultierenden Leistungen festgelegte Belohnungen gegenüberstehen“, erklärt sie. Und mit einem Blick in die heutige Arbeitswelt finden wir weitere Beispiele: medizinische Angestellte, Altenpflegerinnen und Altenpfleger oder auch Lehrkräfte – sie arbeiten viel und leisten einen enormen gesellschaftlichen Beitrag, aber die (finanzielle) Anerkennung fehlt oft. Balance zwischen Sinn, Anstrengung und Anerkennung Ein solches Missverhältnis kann auf Dauer krank machen, körperlich wie seelisch. In ihrem Ratgeber zeigt die promovierte Arbeits- und Organisationspsychologin Wege auf, wie Arbeit wieder erfüllend und gesund sein kann. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und vieler praktischer Beispiele zeigt sie, was Menschen brauchen, um langfristig motiviert zu bleiben: Erholung, passende Aufgaben und ein sicheres, wertschätzendes Arbeitsumfeld. Ihr Zauberwort: joyful exhaustion. Das ist das Gefühl, zwar müde, aber zufrieden zu sein, weil die eigene Anstrengung sinnvoll und belohnend war. Und sie kennt das Gefühl von früher: „Nach einem Tag auf dem Guldenklinger Hof fiel ich erschöpft (exhausted) und gleichzeitig freudig (joyful) ins Bett.“  Wie dieser Zustand erreichbar ist, erklärt sie in ihrem Buchund gibt Antworten auf die Fragen: Wie gelingt echte Erholung im Alltag? Wie finde ich Aufgaben, die zu mir passen und mich nicht ausbrennen lassen? Und wie könnengute Führung und ein sicheres Organisationsklima dafür sorgen, dass Menschen sich in ihrer Arbeit wohlfühlen und entfalten können? Auch ihre Großeltern fanden dieses Gefühl wieder, als sie das Vieh verkauften und die Ländereien verpachteten. „Und wenn ich meinen Großvater nun beim gemeinsamen Abendbrot am Tisch sitzen sah, wirkte er von seiner Arbeit mit den geliebten Äpfeln nicht mehr ausgelaugt erschöpft, sondern joyfully exhausted.“ Roter-Reiter-Fazit Christina Guthier hat ein kluges, alltagsnahes Buch über Balance, Sinn und Selbstfürsorge im Berufsleben geschrieben, das eine klare Botschaft hat: Arbeit darf anstrengend sein, solange sie uns nicht auszehrt, sondern erfüllt. Jetzt auf managementbuch.de bestellen Christina Guthier: Das war die Anstrengung wert! Was Menschen brauchen, um von ihrer Arbeit nicht auszubrennen  Campus, 2025 208 Seiten, 26 Euro ISBN 9783593520230 ### Mehr Freiheit, mehr Wir: Die Zukunft der Arbeit ist remote Musk hat es bei X getan. Google tat es, Amazon sowieso – und sogar Zoom: Nach einer längeren Hochphase des Homeoffice und Remote-Arbeitens heißt es  „RTO – Return to Office“. Ingo Hamm merkt in seinem Buch „Kettensprenger“ an: „Ausgerechnet Zoom, das Symbol für Remote Work während der Pandemie,kommandiert seine Belegschaft jetzt zurück ins Büro und verlangt zumindest eine zeitweise Büropräsenz von seinen Mitarbeitenden – ein fast schon tragikomischer Backlash.“  Kampf um den Arbeitsplatz Aber wer hat recht? Das Management, das seine Talente wieder im Büro wissen will? Oder die Mitarbeitenden, die sich an die Freiheiten des Homeoffice gewöhnt haben? Ingo Hamm setzt in seinem Buch anders an, für ihn ist es kein Entweder-oder. Für ihn geht es nicht mehr nur darum, dass jeder möglichst selbstbestimmt vor sich hin arbeitet oder von überall aus tätig ist. Freiheit bedeutet aus seiner Sicht, dass Menschen Verantwortung übernehmen, selbst entscheiden dürfen – und trotzdem gemeinsam wirken. „Mehr Freiheit, mehr Wir“ heißt es bei ihm: Individuelle Selbstbestimmung und gemeinschaftliches Handeln schließen sich nicht aus, sie gehören sogar zusammen. Anhand von Beispielen und wissenschaftlichen Erkenntnissen der vergangenen Jahre zeigt Ingo Hamm, dass es beides braucht: Nähe zur Organisation und Freiheit. Und ja, viele wollen heute möglichst viel Flexibilität – etwa durch Homeoffice oder freie Zeiteinteilung. Doch echte Freiheit entsteht laut dem Autor nicht allein durch Ort und Zeit, sondern durch Sinn, Vertrauen und klare gemeinsame Ziele. Es geht darum, bewusster zu entscheiden, wann man wirklich alleine arbeiten sollte und wann Nähe, Austausch und gemeinsames Denken im Team wichtig sind. Arbeit neu denken Hybride Modelle – also eine Mischung aus Präsenz und Remote – sind für Hamm kein fauler Kompromiss, sondern ein bewusster Weg. Der Wirtschaftspsychologe gibt als Beispiel: „Ich arbeite am Montag an meinem Küchentisch zu Hause, Dienstag und Mittwoch bin ich auf einem Kurz-Retreat im Kloster mit Notebook und Mönchskutte, Donnerstag bin ich in der Kreativzelle im Großraumbüro.“  Es geht darum, das Beste aus beiden Welten zu verbinden: konzentriertes Arbeiten dort, wo es Sinn ergibt, und echte Begegnungen, wenn Zusammenarbeit und Kreativität gefragt sind. „Oder ich bin mit 45 Kolleginnen und Kollegen in einem ehemaligen Urlaubsressort an der Ostsee und arbeite konzentriert von 10 bis 16 Uhr, während ab 16 Uhr der Bär am Ostsee-Strand steppt – jeden Tag die ganze Woche.“ Er fragt: „Ist das Urlaub? Ist das Arbeit? Wen juckt’s, solange Leistung und Ergebnis stimmen!“ Roter-Reiter-Fazit Ingo Hamm liefert mit seinem Buch „Kettensprenger“ aktuelle Impulse, wie man Arbeit sinnvoller, selbstbestimmter und gemeinschaftlicher gestalten kann. Er zeigt, dass Freiheit kein Gegensatz zu Zusammenarbeit ist, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Menschen sich einbringen und wirklich Verantwortung übernehmen. Jetzt auf managementbuch.de bestellen Ingo Hamm: Kettensprenger. Mehr Freiheit, mehr Wir –Der Weg zur selbstbestimmten und erfolgreichen Arbeit Vahlen 2025 280 Seiten, 16,90 Euro ISBN 978-3-8006-7772-6 ### Karriereplanung: Es ist nie zu spät Jochen Mai wollte Schauspieler werden. Heute ist er Journalist, Grafikdesigner, Uni-Dozent, Blogger, Unternehmer und vieles mehr. Er arbeitete viele Jahre als Wirtschafts- und Karrierejournalist, zuletzt als Ressortleiter „Beruf + Erfolg“ bei der WirtschaftsWoche. 2007 gründete er den Blog „Karrierebibel.de“, den er bis heute betreibt und zu einem der größten deutschsprachigen Karriereportale ausbaute. Parallel dazu veröffentlichte er mehrere Bestseller-Ratgeber zu den Themen Bewerbung, Erfolg und Persönlichkeitsentwicklung, ist als Speaker und Social-Media-Experte tätig und unterrichtet an der Technischen Hochschule Köln. Seit 2023 tritt er außerdem als Jobcoach in der VOX-TV-Sendung „Job Switch – zum Glück gekündigt“ auf. Und der Traum von der Schauspielerei? „Ein paar Statistenrollen in der Lindenstraße hatte ich früher auch schon“, erzählt er. „Vielleicht klappt es mit der Schauspielkarriere in meinen Silberjahren ja doch noch.“ Was ist der Kern unseres Könnens? Jochen Mais Karriereweg war nicht schnurgerade, sondern durch viele Zufälle, Bauchentscheidungen und äußere Umstände geprägt. In Stephen Coveys Buch „Dein Beruf – Deine Leidenschaft“ beschreibt er als Gastautor diesen Weg, der ihn über viele Stationen und verschiedenste Berufsbilder führte. Was sie alle eint: Begeisterung.  Eine Leidenschaft für ein Thema ist der Kern für gute Arbeitsergebnisse. „Das ‚Warum‘ macht unsere Werte, den Werdegang und unsere Visionen greifbarer und führt uns letztlich zu unserer wahren Berufung und zum beruflichen Erfolg“, so Covey. Und, das ist die Überzeugung des Karriereexperten Covey, jede Person kann dieses Warum finden, unabhängig von der persönlichen Ausgangsposition, dem Alter oder der Branche. Wer sich neu orientieren möchte oder unzufrieden mit dem aktuellen Job ist, findet in dem Ratgeber wertvolle Tipps und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um für sich selbst Antworten auf Fragen wie diese zu finden: Was begeistert mich? Was kann ich tun, um einen Unterschied zu machen? Warum ist meine Arbeit sinnvoll – für mich und andere? Jochen Mai hat seine Antworten auf diese Fragen bereits gefunden und lebt sie in verschiedenen Tätigkeiten aus. Sein Tipp: lebenslanges Lernen. „Niemand ist mit seinem Beruf dauerhaft festgelegt“, sagt er. „Die Kommunikation ist meine Profession und die Selbstständigkeit meine Berufung – in all ihren zahlreichen Facetten.“ Roter-Reiter-Fazit Stephen R. Covey bietet einen inspirierenden Einstieg für alle, die ihre Fähigkeiten und Talente noch einmal neu entdecken möchten. Dazu bietet der Ratgeber spannende Fragen und Geschichten von Menschen, die ihre Berufung gefunden haben. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Stephen R. Covey: Dein Beruf – Deine Leidenschaft. Wie du den Job findest, der dich glücklich macht. Mit Tipps von Jochen Mai (Karrierebibel)GABAL, 2025192 Seiten, 22,90 Euro ISBN 978-3-96739-252-4 ### Mehr Fokus: Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst Wer kennt es nicht: Man sitzt im Büro, versucht, konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten – und plötzlich springen die Gedanken wie wild durcheinander. Der Kopf ist voller To-do-Listen, Sorgen und Ideen, während die eigentliche Arbeit liegen bleibt. Genau dieses Phänomen, den sogenannten „Affenzirkus im Kopf“, nimmt Paul Johannes Baumgartner in seinem Buch „Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst“ treffend ins Visier. 20 Mind Hacks der Positiven Psychologie  Nachrichten, Mails, Social Media, Termine, Werbung: In unserem Alltag sind wir ständig Reizen, Informationen und Veränderungen ausgesetzt, unser Kopf kommt kaum hinterher. Wir wollen alles gleichzeitig erledigen, immer erreichbar sein und bloß nichts verpassen. Und wenn wir dann auf Instagram sehen, wie scheinbar alle anderen produktiver, fitter oder glücklicher sind, drehen die Gedanken noch mehr Kreise. Die Frage lautet: Gibt es Menschen, die keine zappeligen Affen im Kopf haben? Die Antwort des Experten für Positive Leadership: Nein. „Doch es gibt Menschen, die ihre Affen erstaunlich gut im Griff haben“, erklärt Paul Johannes Baumgartner. Das Erfolgsrezept: Sie nutzen – bewusst oder unbewusst – die Methoden der Positiven Psychologie.  Von allem etwas weniger und positiver In seinem Buch stellt Paul Johannes Baumgartner 20 praktische Mind Hacks vor, mit denen sich die mentalen Affen beruhigen lassen, die den Fokus schärfen und die für mehr Gelassenheit im Berufsalltag sorgen. So kann es eine Erstmaßnahme sein, sich „No Brainfuck“-Zonen einzurichten, die Push-Mitteilungen auszustellen, bewusstes Digital Detox am Wochenende zu betreiben oder positive Nachrichten zu konsumieren „Indem du bewusst entscheidest, welche Informationen du konsumierst, schaffst du dir Freiräume für eine gesündere, positivere Perspektive“, so der Autor. „Du kannst aktiv gestalten, statt dich von Negativität überwältigen zu lassen.“ Die vorgestellten Hacks sind auch im Berufsleben hilfreich, so wie etwa die „10-Sekunden-Wertschätzung im Führungskräfteumfeld“. Denn, so Paul Johannes Baumgartner, „allein zehn Sekunden mit den Mitarbeitern zu reden (…) hat bereits einen Impact auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter“. Klingt gar nicht so schwer, oder? Roter-Reiter-Fazit Paul Johannes Baumgartner stellt 20 Mind Hacks der Positiven Psychologie vor, die für sich einzeln genommen banal klingen. Aber in der Kombination schaffen sie ein positiveres und aufgeräumteres Lebens- und Arbeitsumfeld, das die Affen im Kopf zähmt. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Paul Johannes Baumgartner: Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst20 Monkey-Mind-Hacks für mehr Stärke, Positivität und LebensfreudeGABAL, 2025192 Seiten, 22,90 Euro ISBN 978-3-96739-250-0 ### Scanner-Persönlichkeit: Bist du Viele? Stell dir vor, du sitzt in einem Bewerbungsgespräch und wirst gefragt, welchen Karriereweg du dir für die nächsten zehn Jahre vorstellst. Während andere vielleicht eine klare Linie vor Augen haben, spürst du sofort, dass eine einzige Antwort deiner Vielfalt nicht gerecht wird. Du interessierst dich für vieles, hast unterschiedliche Talente, möchtest dich nicht festlegen – und genau das sorgt bei dir für Verunsicherung. Doch was, wenn diese Vielseitigkeit kein Makel, sondern deine größte Stärke ist? Genau hier setzt das Buch „Feiere deine Vielseitigkeit!“ von Sarah Gierhan und Eva Henseler an. Die Autorinnen zeigen, dass Menschen mit breiten Interessen und multiplen Begabungen, die oft als „Tausendsassa“ bezeichnet werden, ein enormes Potenzial mitbringen.  Vielbegabung als Zukunftskompetenz Während unser Arbeitsmarkt noch häufig Spezialisierung fordert, öffnet dieses Buch die Tür zu einer anderen Sichtweise: Vielseitigkeit als Ressource, die Klarheit, Erfüllung und beruflichen Erfolg ermöglichen kann. „Als Tausendsassa sind wir gute Beobachter und hervorragende Autodidakten, die dank Begeisterungsfähigkeit und überdurchschnittlich schneller Auffassungsgabe in kurzer Zeit neue Kompetenzen aufbauen und sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden können.“ Hochbegabt sind Scanner-Persönlichkeiten nicht unbedingt. Im Bild gesprochen lässt sich sagen: Hochbegabung geht oftmals in die Tiefe, Vielbegabungen in die Breite. Anhand von praxisnahen Methoden, Reflexionsübungen und konkreten Beispielen aus dem Coaching-Alltag laden die Autorinnen dazu ein, bestehende Stärken neu zu entdecken. Dabei sprechen Sarah Gierhan und Eva Henseler aus Erfahrung, denn sie sind selbst sogenannte Tausendsassa.  Multitalente im Unternehmen einsetzen Selbsttests helfen dabei, herauszufinden, ob man sich selbst als Tausendsassa versteht und welche Arbeitsmodelle oder Tätigkeitsformen dazu passen könnten. Checklisten und herunterladbare Vorlagen unterstützen anschließend dabei, die gewonnenen Erkenntnisse im Alltag umzusetzen. Besonders wertvoll sind die Strategien, mit denen unterschiedliche Leidenschaften so kombiniert werden können, dass sie nicht als Belastung, sondern als Ergänzung wahrgenommen werden – eine der größten Herausforderungen im Leben von Vielbegabten. Sarah Gierhan und Eva Henseler zeigen Menschen Wege, wie sie ihre Talente und Interessen besser kanalisieren können. Aber auch für Führungskräfte, Beschäftigte in HR und Coaches ist es interessant, wie sie vielseitige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser verstehen und fördern können. Denn wer die Stärken solcher Persönlichkeiten erkennt, kann ihre Vielfalt im Unternehmen zu einem Vorteil machen. Roter-Reiter-Fazit „Feiere deine Vielseitigkeit“ ist kein klassisches Karriereratgeberbuch, das feste Rezepte liefert, sondern ein Impulsgeber für alle, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen wollen. Es ermutigt dazu, Vielfalt nicht länger zu verstecken, sondern sichtbar zu leben – und daraus berufliche wie persönliche Stärke zu entwickeln. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Sarah Gierhan, Eva Henseler: Feiere deine Vielseitigkeit! Das Tausendsassa-Prinzip für Klarheit, Erfüllung und Erfolg im JobCampus, 2025214 Seiten, 28 Euro ISBN 9783593521077 ### Simply the Best: ein Ratgeber für die zweite Lebenshälfte  Neben den turbulenten 20er-Jahren ist die 50+-Zeit eine der spannendsten Phasen eines beruflichen Lebensweges. Während nach der Ausbildung oder dem Studium erst einmal das gefunden werden musste, für das man brennt, ist das mit 50 schon klar. Frauen können in diesem Alter auf vielfältige berufliche Erfahrungen zurückblicken und stehen in dieser Phase des Lebens vor der Frage: Kommt da noch was? Was da noch kommen könnte, darüber sprechen Carola Kupfer und Christine Weiner in ihrem Ratgeber „Simply the Best“. Die Karriere ist aufgebaut, vielleicht sind die Kinder nun aus dem Haus, das abbezahlt ist. Freundschaften sind gefestigt, Beziehungen werden womöglich beendet. „Für Frauen bedeutet 50 plus neben dem Eintritt in die Wechseljahre und vielleicht ersten körperlichen Altersbeschwerden häufig auch eine Veränderung der Lebensumstände“, so die beiden Autorinnen. Während mit den flügge gewordenen Kindern vermeintlich wieder mehr Zeit für eigene Interessen da ist, werden in dieser Lebensphase nicht selten die eigenen Eltern pflegebedürftig. Es ist eine Zeit des Umbruchs, in der Frauen noch einmal neu entscheiden können: Ist mein Arbeitszeitmodell noch passend? Finde ich berufliche Herausforderungen – und suche ich sie?  Jetzt ist die Zeit zum Aufbruch „Die eigene Identität zu reflektieren, zieht bei Frauen, die schon ein reiches Leben an Erfahrungen und Erfolgen hinter sich haben, seltener eine Neuerfindung nach sich, sondern eher eine bewusste und mutige Ausweitung dessen, was bereits in ihnen angelegt und vorhanden ist“, so Carola Kupfer und Christine Weiner. In ihrem Buch spüren sie den Möglichkeiten dieser Ausweitung nach. Sie zeigen Wege auf, wie Frauen 50+ ihren Berufsjahren durch Eigen-PR einen neuen Glanz geben können oder wie neue Berufsbilder durch KI und Social Media entstehen. Sie machen aber auch deutlich, dass für Frauen 50+ genau der richtige Zeitpunkt gekommen sein kann, um zu gründen oder sich als Mentorin oder Coach ein neues, reifes Profil aufzubauen. Klar wird in dem impulsgebenden Ratgeber mit vielen Best-Practice-Beispielen: Es ist nie zu spät. Roter-Reiter-Fazit Carola Kupfer und Christine Weiner zeigen in einer unterhaltsamen Weise, wie spannend und vielseitig die zweite Lebenshälfte sein kann, und geben tolle Tipps und Best Practices für Frauen 50+, die immer noch mehr wollen. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Carola Kupfer, Christine Weiner: Simply the Best. Wenn Frauen 50 plus beruflich noch einmal durchstartenCampus, 2025222 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593520711 ### Erfolg kennt keine Herkunft In Deutschland gibt es den sogenannten Bildungstrichter: Wenn Eltern studiert haben, dann absolvieren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch die Kinder ein Studium. Sind die Eltern hingegen keine Akademiker, dann haben auch die Kinder seltener einen Zugang zur akademischen Welt. Einen noch geringeren Anteil verzeichnen Studierende mit Migrationshintergrund. Lediglich 17,3 Prozent der Studierenden sind migrantisch. Bilal Gökce war ein Teil dieser Gruppe. Der Sohn türkischer Gastarbeiter schaffte den sozialen Aufstieg und ist heute Professor für Materialwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal. Er kennt die Hindernisse aus eigener Erfahrung und möchte jungen Menschen mit seiner Geschichte Mut machen. In seinem Buch„Erfolg kennt keine Herkunft“ erzählt er, wie er sich trotz schwieriger Startbedingungen durch das Bildungssystem bis in die Wissenschaftsspitze kämpfte – und macht damit Mut, auch gegen Widerstände den eigenen Weg zu gehen. Denn was er immer wieder betont, ist, dass für migrantische Erfolgsgeschichten Vorbilder fehlen.  Wir sind nicht allein Er zeigt anhand seiner Geschichte und vieler Beispiele aus seinem Lehralltag an einer Universität, wie Menschen trotz schwieriger Startbedingungen ihren eigenen Weg finden können. „Besonders für Migrantenfamilien, die alles dafür geben, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, ist der Beruf oft der Schlüssel zu sozialem Aufstieg“, weiß Bilal Gökce. „Der Druck, diese Erwartungen zu erfüllen, kann enorm sein – ein Druck, den ich aus eigener Erfahrung kenne.“ In seinem Ratgeber gibt er vor allem lebenspraktische Tipps und Denkanstöße, wie junge Menschen mit Migrationshintergrund oder sogenannte Arbeiterkinder in eine Haltung kommen, die ihnen Mut und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gibt. Und er zeigt auf, wie sie sich ein (Hilfs-)Netzwerk aufbauen können, um ihren Weg in die akademische Welt zu schaffen. Roter-Reiter-Fazit Bilal Gökce zeigt mit seiner Geschichte, dass Herkunft kein Hindernis für Erfolg sein muss. Sein Buch macht Mut, eigene Stärken zu erkennen, Netzwerke aufzubauen und trotz Widerständen den Weg in die akademische Welt zu gehen. Ein tolles Mutmacher-Buch für Arbeiterkinder und junge Menschen mit Migrationshintergrund. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Bilal Gökce: Erfolg kennt keine Herkunft. Wie du deinen Weg gehst, auch wenn die Welt dagegen ist.GABAL Verlag GmbH, 2025176 Seiten, 18 Euro ISBN 978-3-96739-249-4 ### Status vor Macht: Wie Frauen als Likeable Badasses weiterkommen Mehr Frauen in Führungspositionen. Mehr Frauen in Vollzeit. Mehr Frauen in die Politik. Die Statistiken zeigen immer wieder, dass Frauen in vielen wichtigen Branchen unterrepräsentiert sind. Das ist dann auch der Moment, in dem der Ruf nach einer noch strengeren Quote lauter wird. Das ist eine gute, erste Idee, wenn es nach Alison Fragale geht. Sie unterrichtet Organizational Behavior an der Kenan-Flagler Business School der University of North Carolina in Chapel Hill und forscht unter anderem zu Themen wie Status, Macht und Verhandlung.  Sie sagt: „Obwohl es sich oft so anfühlt, als ob Frauen im Gegensatz zu Männern aus unzähligen verschiedenen Gründen Nachteile erwachsen, haben diese im Grunde nur zwei Ursachen: ein Mangel an Macht und ein Mangel an Status.“  In ihrem Buch „Likeable Badass. So bekommen Frauen den Erfolg, den sie verdienen“ zeigt sie, warum die Quote jedoch nicht der wichtigste Schritt ist. Was trauen wir Frauen zu? Warum denn nicht qua strenger Quote Frauen in Machtpositionen setzen? In Organisationen, im Bundestag oder in Verbänden? Ganz einfach: Weil es in einer patriarchal geprägten Gesellschaft nicht wirkt. Frauen können in Führungspositionen eigentlich nur alles falsch machen. Mal wird ihnen vorgeworfen, sie seien zu bossy. Mal greifen sie nicht hart genug durch. Wie sie sich auch drehen und wenden: Sie machen es nie so, wie „Mann“ es machen würde – nämlich gut. Nicht wenige Karrieren zerbrechen an diesem Druck, den besonderen Ansprüchen, die an Frauen gestellt werden. Diese Frauen gehen nicht, weil sie einen schlechten Job gemacht und keine Macht gehabt hätten. Sie gehen, weil sie nicht anerkannt werden.  Wie will ich gesehen werden? „Frauen scheitern in ihrem Streben nach mehr Macht nicht etwa, weil sie nicht gut verhandeln könnten oder weil ihnen die Qualifikationen fehlten“, fasst es Alison Fragale zusammen, „sondern weil ihr Gegenüber ihre Leistungen entweder nicht anerkennt oder nicht ausreichend wertschätzt.“ Ihnen wird nicht der Status als Managerin, als Führungskraft, als schlauer Kopf oder Strategin gegeben. Ein Bild dafür wäre der Polizist, der von Amts wegen Macht hat. Aber hätte er nicht auch den Status, den wir ihm als Gesellschaft zuschreiben, könnten wir ihn auch ignorieren. Genau so ergeht es vielen Frauen. In ihrem Buch zeigt Alison Fragale, wie Frauen nicht nur faktisch Macht ausüben können, sondern auch zum Likeable Badass werden, „eine Frau, die wirksame, authentische Strategien gefunden hat, um zu beeinflussen, wie ihre Kunden sie sehen“. Die Organisationspsychologin zeigt, wie Frauen mit kleinen Kniffen, den richtigen Worten und strategischen Überlegungen den Status erreichen, in dem auch Männer sie ernst nehmen. Roter-Reiter-Fazit Macht oder Status – was kommt zuerst? Diese Frage beantwortet die Organisationspsychologin Alison Fragale in ihrem Buch. Sie zeigt, wie Frauen das Spiel um Macht und Status spielen und mit einer gut zurechtgelegten Taktik dahin kommen, wo bisher nur Männer hingelangten. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Alison Fragale: Likeable Badass. So bekommen Frauen den Erfolg, den sie verdienenCampus, 2025256 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593520940 ### 99 Rezepte für attraktive Arbeitsorte Wenn die Mitarbeitenden des TÜV Rheinland mal durchatmen möchten, dann gehen sie in den 18. Stock der Konzernzentrale in Köln. Dort gibt es einen Wald aus Bäumen, Steinen und Moos und damit die perfekte Umgebung für Entspannung und freie Gedanken. „Die Natur lässt uns zur Ruhe kommen, pustet den Kopf frei, hilft gegen Stress und beim Fokussieren auf das Wesentliche“, fassen es Jørn Rings, Sabine Rings und Anna Röttgers zusammen. Deshalb ist der „Wald fürs Büro“ auch eines ihrer 99 Rezepte für mehr Teamwork, innovative Ideen und Zufriedenheit im Büro, die sie in dem Ratgeber „Gruß aus der Teeküche“ vorstellen. Reverse Mentoring, der DenkTisch oder das Stillarbeitsbüro – Ideen für besseres Arbeiten gibt es viele. Zutaten für bessere Zusammenarbeit entdecken „Transformation ist wie das Kochen für Freunde: Es kann ein Käseteller mit Oliven und Brot sein oder ein Acht-Gänge-Menü“, so die Autorinnen und Autoren. Was bedeutet das? Transformation ist eine Black Box, denn darunter lässt sich alles und nichts verstehen. Je nachdem, wo das Unternehmen in seiner Entwicklung aktuell steht, wie hoch die Erwartungen der Mitarbeitenden und die Ambitionen der Führungskräfte sind, kann ein Transformationsprojekt sehr groß sein – oder ein erstes, kleines Projekt zum Rantasten.  In ihrem Ratgeber stellen die New -Work-Expertinnen und der New-Work-Speaker 99 Rezepte in Kategorien wie „Teamwork“, „Kommunikation“, „Raum und Umgebung“ oder auch „Produktivität“ vor. Passend zu jedem Rezept gibt es Infos zum Schwierigkeitsgrad, der Vorbereitungszeit und der Transformationsrelevanz. Das ermöglicht es Führungskräften und Teams, sich in einem spielerischen Prozess je nach Ausgangslage das passende Rezept herauszusuchen, es auszuprobieren und in die eigene Rezeptebox zu übernehmen oder zu verwerfen.  Roter-Reiter-Fazit Wie startet eine Transformation? Jørn Rings, Sabine Rings und Anna Röttgers geben mit ihren 99 Rezepten kleine und größere Anstöße zu Veränderungen in Organisationen, ohne dass der Transformationsprozess wie ein nie endendes, unüberwindbares Hindernis zu guter Arbeit wirkt. Dazu ist der Ratgeber ansprechend und unterhaltsam gestaltet. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Jørn Rings, Sabine Rings, Anna Röttgers: Gruß aus der Teeküche: So machst du aus deiner Organisation einen attraktiven Arbeitsort. 99 Rezepte für mehr Teamwork, innovative Ideen und Zufriedenheit im BüroVahlen, 2025334 Seiten, 36,90 Euro  ISBN 978-3-8006-7630-9 ### Co-Active Coaching: Als Führungskraft mehr erreichen Top-down-Kommunikation war gestern. Teamleiter sind nicht länger nur Anweiser oder Problemlöserinnen, sondern sie befähigen ihre Mitarbeitenden, eigene Lösungen zu entwickeln. Dafür braucht es co-aktive Fähigkeiten wie tiefes Zuhören, gemeinsames Engagement und eigenverantwortliches Lernen.  So wird es immer seltener werden, dass Führungskräfte in Mitarbeitendengesprächen bloße Fakten abfragen und dann Anweisungen geben. Vielmehr geht es darum, den Kontext zu erfassen und gemeinsam und partnerschaftlich Handlungsschritte zu erarbeiten. Auf diese Weise verändert sich das Gespräch von reiner Analyse und klassischer Problemlösung hin zu einer kooperativen Interaktion, in der Potenziale entfaltet und tragfähige Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.  „Das Gespräch wandelt sich von der bloßen Analyse und Problemlösung zu einer effektiveren Zusammenarbeit“, fassen es die Autorinnen und Autoren des Ratgebers „Co-Active Coaching“, der von Stephen R. Covey als „Bibel der Coaching-Ratgeber“ beschrieben wurde, zusammen. Teams befähigen Coaching – auch im Führungskontext – bedeutet nicht (mehr), Ratschläge zu geben oder Probleme zu lösen. Vielmehr geht es darum, Mitarbeitende dabei zu unterstützen, ihre eigenen Antworten zu finden und ihr volles Potenzial zu entfalten. In ihrem Erfolgsratgeber stellen die Expertinnen und Experten zentrale Fähigkeiten des Co-Active Coachings wie etwa aktives, tiefes Zuhören, das Stellen kraftvoller, offener Fragen sowie die Fähigkeit, Intuition und Präsenz im Gespräch zu nutzen, vor. Dabei liefern sie zahlreiche Werkzeuge, Gesprächsleitfäden und Strukturmodelle für Coaching-Sitzungen oder auch Mitarbeitendengespräche. Führungskräfte erhalten mit diesem Ratgeber ein wertvolles Werkzeug, um ihre Rolle als Coach aktiv zu gestalten. Denn neben dem Delegieren von Aufgaben ist das Befähigen von Menschen eine der wichtigsten Aufgaben von modernen Führungskräften.  Roter-Reiter-Fazit Den Raum für Leistung und Kreativität halten: Co-Active Coaching ist ein wertvolles Werkzeug für Führungskräfte, die ihre Rolle als Enabler aktiv gestalten möchten. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Henry Kimsey-House, Karen Kimsey-House, Phillip Sandahl, Laura Whitworth: Co-Active Coaching. Der bewährte Rahmen für transformative Gespräche im Beruf und im PrivatlebenVahlen, 2025261 Seiten, 34,90 Euro ISBN 978-3-8006-7581-4 ### Fühlen: Uns selbst und die Welt besser verstehen Mit dem Buch „Fühlen“ führt Martin Permantier gemeinsam mit Susanne M. Zaninelli und Christoph Jan Kramer seine Überlegungen aus den vorausgehenden Sachbüchern „Haltung entscheidet“ und „Haltung erweitern“ fort. Es geht noch immer um die Frage: Wie schaue ich in die Welt und wie agiere ich (in meinem Unternehmenskontext)?  Warum fühle ich das? Dieses Mal richtet sich das Buch nicht nur an Führungskräfte und Menschen aus der Organisationsentwicklung – „Fühlen“ ist ein umfassendes Werk, das das Thema aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet und das Ziel hat, zu zeigen, wie wichtig Gefühle für unsere Persönlichkeitsentwicklung und letztlich für unser Handeln sind. „Gefühle sind bewusste, reflektierte Interpretationen von Emotionen“, so das Autorenteam. „Sie sind subjektiver, dauerhafter als Emotionen und eng mit unseren inneren Bewertungen und unserer Haltung verbunden.“ Unsere Gefühle zu verstehen, einzuordnen und mit ihnen zu arbeiten ist auch in einem Arbeitskontext essenziell: Warum reagiere ich auf diese Person so misstrauisch? Warum habe ich Angst für Mitarbeitendengesprächen? Was hält mich davon ab, die Beförderung anzunehmen? Die Stufen der 6 Haltungen entdecken Martin Permantier, Susanne M. Zaninelli und Christoph Jan Kramer stellen ihren Überlegungen das Modell der sechs Haltungen voran, das davon ausgeht, dass sich in jedem Entwicklungsstadium und Alter die Komplexitätsfähigkeit im Umgang mit der Wahrnehmung von Emotionen und der Versprachlichung von Gefühlen erhöht. Der Kern des Buches sind die Portraits der grundlegendsten Emotionen wie etwa Wut, Angst, Eifersucht oder Langeweile.  Wer möchte, wagt den Deep Dive und erkundet seinen eigenen Umgang mit solchen Gefühlen und welchen Einfluss sie in der eigenen Biografie hatten oder haben. Zu jedem Gefühl gibt es einen Impuls, um mit den Eindrücken und Erkenntnissen weiterzuarbeiten. „Es geht darum, das Selbst-Fühlen als Akt der Selbst-Befreiung zu erleben – eine Freiheit, die zunächst von den Erwartungen anderer und schließlich auch von den eigenen inneren Fesseln befreit.“ Roter-Reiter-Fazit Ein großes, sehr ansprechend illustriertes Buch, das zum Entdecken der eigenen Gefühlsbiografie einlädt und ein Werkzeug zum besseren Umgang mit Emotionen und Gefühlen sein kann – für eine bessere Beziehung zu uns selbst und anderen. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Martin Permantier, Susanne M. Zaninelli, Christoph Jan Kramer: Fühlen. Mit Emotionen arbeiten. Erstaunliche Einsichten in unsere Gefühlswelten und wie wir sie verwirklichen2025, Vahlen407 Seiten, 29,80 Euro ISBN 978-3-8006-7548-7 ### Social Selling: LinkedIn richtig nutzen Menschen folgen Menschen – das ist das Grundprinzip eines erfolgreichen LinkedIn-Profils. Wer sich auf der Plattform bewegt, weiß, dass Unternehmensprofile eine nette Visitenkarte sind, aber die Reichweite und Leads über die Personen hinter den Profilen gemacht werden. Wie Unternehmen und Selbstständige dieses Potenzial nutzen, zeigt die Kommunikationsexpertin Sonja Rösch in ihrem Ratgeber „Von Social Media zu Social Selling. Guide für erfolgreiches Personal Branding auf LinkedIn“. Personal Branding auf LinkedIn „Wenn man einen Text schreibt, muss man sich an die Tonalität des Mediums halten. Bei LinkedIn gilt genau das nicht. Da muss ich so schreiben, wie die Person ist und wie sie sich in den Texten wiederfindet“, fasst die Autorin die Idee von Personal Branding zusammen. Cawa Younosi, Patrick Abrar oder Tina Müller – sie alle sind enorm erfolgreich auf LinkedIn und stehen online für ihr Thema ein. Dabei geht es nicht allein um den Inhalt ihrer Postings. Fakten und Infos finden sich vielleicht auch in Unternehmensberichten oder Studien. Es geht um ihr authentisches Auftreten und ihr vertrauenswürdiges Auftreten, mit dem sie ihre Zielgruppe überzeugen – von einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Haltung. In ihrem Ratgeber gibt Sonja Rösch einen fundierten Einblick in die Idee des Markenaufbaus auf LinkedIn, die sowohl Vorteile für die Person selbst, aber auch für Organisationen dahinter haben. Was möglich ist, zeigt sie in Interviews mit LinkedIn-Größen wie Anastasia Barner und Andreas Schulten.  Roter-Reiter-Fazit Sonja Rösch liefert nicht nur die Best Practices, sondern auch einen fundierten Leitfaden für erfolgreiches Personal Branding auf LinkedIn. Sie zeigt: Mit einer Idee, einer Strategie und etwas Geduld ist vieles möglich. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Sonja Rösch: Von Social Media zu Social Selling. Guide für erfolgreiches Personal Branding auf LinkedInVahlen, 2025168 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7665-1 ### Effektive Entscheidungen treffen Wenn wir eine Entscheidung für etwas treffen, entscheiden wir uns immer auch gegen etwas. Das macht vor allem bei schnell zu treffenden Entscheidungen Druck und Stress. Führungskräfte müssen viel entscheiden und dafür vor ihrem Team und dem Vorstand geradestehen. Mit Menschen entscheiden Ein emeritierter Senior Partner bei McKinsey & Company, eine Professorin für Strategisches Management, ein Senior Scientist in der Technology and Innovation Management Group der ETH Zürich und ein Professor für Technologie- und Innovationsmanagement stellen in ihrem Buch „Super-Entscheider: Effektive Entscheidungsfindung in dynamischen und unsicheren Zeiten“ eine Strategie vor, mit denen Führungskräfte gute Entscheidungen treffen und langfristig planen können. Das Gute: Statt viel Theorie geht es in diesem Ratgeber direkt in die Praxis.  Wir begleiten als Leserinnen und Leser Isabelle Dubois, CEO des internationalen Reiseveranstalters ATG. Die fiktive Geschichte begleitet die neue Führungskraft auf ihrem Weg, den angeschlagenen Konzern durch gute Entscheidungen aus den roten Zahlen zu holen. Dabei sieht sie sich nicht nur einer zunehmend komplexen Dynamik gegenüber, sondern auch neuen Kolleginnen und Kollegen, die gern ihren Job gehabt hätten, Alphamenschen, die ihre Ideen durchdrücken möchten, und phlegmatischen Führungskräften.  Mit System Entscheidungen treffen Wie lassen sich in dieser Gemengelage gute Entscheidungen treffen? „Es gibt keine allgemein gültige Regel oder mathematische Formel, die Ihnen genau sagt, wie Sie zu absolut perfekten Entscheidungen gelangen“, sagt das Autorenteam. „Doch zu verstehen, was Entscheidungen unter Unsicherheit antreibt, kann Führungskräften helfen, bessere Entscheidungen zu treffen.“ Und genau dafür bieten die Expertinnen und Experten mit diesem Ratgeber die Grundlage.  Das vorgestellte Entscheidungsnavigator-Modell fördert eine experimentelle, lernorientierte und adaptive Herangehensweise an die Entscheidungsfindung. Erlebbar wird es anhand von sechs Fallbeispielen, die die fiktive Führungskraft Isabelle Dubois durchlebt. Im wahren Leben werden diese Cases in den Executive-MBA-Programmen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und an der Universität St. Gallen eingesetzt.  Roter-Reiter-Fazit Wir begleiten die fiktive CEO Isabelle Dubois dabei, wie sie mit guten Entscheidungen einen angeschlagenen Konzern retten möchte. Sechs Fallbeispiele zeigen an sechs Situationen, wie man das Beste aus einer Situation machen kann, wenn man die hier aktuellen neurowissenschaftlichen Grundlagen von Entscheidungsfindung kennt.  Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Claudio Feser, Daniella Laureiro-Martinez, Karolin Frankenberger, Stefano Brusoni: Super-Entscheider: Effektive Entscheidungsfindung in dynamischen und unsicheren ZeitenWiley-VCH, 2025 256 Seiten, 39,99 Euro ISBN: 978-3-527-51212-6 ### One-on-Ones: Als Führungskraft wissen, was bewegt Als Alexander Kerkow-Nugent mit seiner Familie ins Hamburger Umland zog, erlebte er Erstaunliches: Während die Erwachsenen etwas mehr Zeit brauchten, um sich in der neuen Umgebung einzuleben, Kontakte zu knüpfen und das neue Umfeld zu verstehen, ging das den Kindern leicht von der Hand.  Seine Kinder stellten nämlich Fragen – und das allen. Die ganze Nachbarschaft wurde durch einfache Fragen erfahrbar und die Atmosphäre spürbar. In seinem Ratgeber „One-on-One“ zeigt der Leadership-Experte, wie Führungskräfte Gespräche mit den Direct Reports nutzen können, um besser führen zu können.  One-on-One: das Vieraugengespräch am Arbeitsplatz „Durch die vielen Erfahrungen, die wir als Erwachsene im Laufe der Jahre machen, sind wir nicht mehr so neugierig wie früher“, sagt Alexander Kerkow-Nugent. „Wir glauben, die Antworten zu kennen, wie wir ähnliche Situationen in unserem Leben schon erlebt haben.“ Und deshalb fragen wir die Team-Mitglieder auch nicht einfach so, wie sie mit ihren Entwicklungszielen vorankommen. Oder was sie brauchen, um gut zu arbeiten. Oder ob sie gerade etwas an guten Ergebnissen hindert. Das geschieht maximal in halbjährlichen Mitarbeitergesprächen. Aber was passiert zwischen diesen fixen Terminen? Zu oft nichts, stellte auch der heutige Coach und Berater für Führungskräfte und Unternehmen fest. Und so wurde er mehr als einmal Zeuge von Kündigungen, die scheinbar aus dem Nichts kamen. „Damals hatte ich gehofft, dass meine Mitarbeitenden schon auf mich zukommen würden, wenn sie etwas beschäftigen würde. Das aber war viele Male eben nicht der Fall“, resümiert Alexander Kerkow-Nugent. „Deshalb braucht es eine Einladung zum Dialog.“ Als Führungskraft Wirksamkeit bewirken Und diese Einladung zum Dialog ist ein One-on-One, ein kontinuierliches Gespräch mit den direkten Mitarbeitenden, in dem es einen kurzen, aber intensiven Austausch gibt: „Was beschäftigt dich? Wo läuft es gut? Welche Unterstützung benötigst du von mit als Führungskraft, um deine Aufgaben gut erledigen zu können?“  „Der entscheidende Unterschied zu fast allen anderen Meetings in deinem Alltag als Führungskraft ist der Fokus“, fasst es der Autor zusammen, „denn One-on-Ones stellen den Menschen in den Mittelpunkt – nicht den Job.“ So fühlt sich der Mitarbeiter gesehen und hat die Möglichkeit, wöchentlich oder alle zwei Wochen, Feedback und Einblicke in seine aktuelle Entwicklung zu geben. So verhindern Führungskräfte im besten Fall plötzliche Kündigungen. Aber sie erhalten auch das notwendige Wissen, um möglichst gute Voraussetzungen für gute Arbeit zu schaffen – denn nun wissen sie ja, was ihre Mitarbeitenden benötigen. Alexander Kerkow-Nugent stellt in seinem Buch das One-on-One als Tool vor und teilt seine zehn Prinzipien für effektive One-on-Ones sowie Best Practices. Roter-Reiter-Fazit Alexander Kerkow-Nugent zeigt, wie Führungskräfte durch Mini-Mitarbeitergespräche – One-on-Ones – immer wissen, was ihre Mitarbeitenden für gute Arbeit und gute Ergebnisse benötigen.  Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Alexander Kerkow-Nugent: One-on-One. Die Leadership-Toolbox für motivierende VieraugengesprächeCampus Verlag, 2025200 Seiten, 26 Euro ISBN 9783593520414 ### Der neue Mitarbeitende: KI im Marketing Eine Marketingabteilung ohne KI gibt es praktisch nicht mehr. Unabhängig davon, wie groß die Organisation ist: Alle unternehmen erste Versuche mit Social-Media-Posts von ChatGPT, der durch KI verbesserten Ad-Kampagne oder dem Chatbot für den Onlineshop. Und wirklich: KI-Tools erleichtern viele Prozesse und erledigen analytische Aufgaben besser und korrekter als jeder Mensch – warum also dieses Potenzial nicht nutzen? Marketing-Experte Shiv Singh stellt in seinem Buch „KI im Marketing für Dummies“ die komplette Bandbreite an Möglichkeiten vor, Künstliche Intelligenz im Marketing einzusetzen. Und das nicht nur punktuell, sondern strategisch. Denn „jeder Bereich, jede Aufgabe im Marketing – Jahresplanung, Strategie, Forschung, Kampagnenentwicklung, Anzeigenproduktion, Medienplanung, Analytik, CRM – steht mit dem Aufkommen der KI vor einer Transformation“, fasst er es zusammen. „Marketingfachleute werden jede Aktivität mithilfe von KI steuern, was zu einem kreativeren, personalisierteren und wirkungsvolleren Marketing als je zuvor führen wird.“ Die Bibel für KI-Marketing Sein Ratgeber bietet eine umfassende Einführung in den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Marketing und es wird deutlich, wie vielseitig die KI einsetzbar ist: der automatisierte Kundenservice, Produkttests, Content-Erstellung, SEO, A/B-Tests, Lead Scoring, Segmentierung, Personalisierung, Kampagnenoptimierung und, und, und. Jedoch vergisst der Marketing-Experte auch nicht, die Grenzen der KI aufzeigen und die Human­in­the-Loop-Maxime zu stärken. „Betrachten Sie KI-generierte Ideen als Ausgangspunkt für Kreativität und nichtals das Endergebnis“, sagt er etwa. Zwar ist KI aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken; die menschliche Kreativität und der „Human Touch“ sind es aber auch nicht. Roter-Reiter-Fazit Von Content-Erstellung und SEO über A/B-Tests und Lead Scoring bis hin zu Segmentierung und Kampagnenoptimierung: Shiv Singh bietet Marketing-Expert*innen und Praktiker*innen einen umfassenden Überblick über den strategischen Einsatz von KI im Marketing – besser geht es nicht.Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Shiv Singh: KI im Marketing für DummiesWiley-VCH, 2025384 Seiten, 25 Euro ISBN: 978-3-527-72261-7 ### Team Care: Wie halte ich mein Team gesund und resilient? Teams sind komplexe Systeme: Ist nur eine Person in der Abteilung krank und fällt aus, wirkt sich das auf die Arbeitsbelastung der anderen Mitarbeitenden aus. Das ist auch der Fall, wenn Teile des Teams unzufrieden sind, es personelle Engpässe oder ineffiziente Prozesse gibt. Führungskräfte sind dafür verantwortlich, das System in Balance zu halten – aber mit welchen Mitteln? Reicht das Mitarbeitergespräch mit Einzelnen und die Überwachung von Prozessen im Ganzen? Nein, es kommt auch auf das Dazwischen und auf das Miteinander an.  Damit ein Team ein resilientes System ist, das auch in Krisen Bestand hat, braucht es eine neue Form der Selbstfürsorge, die es bisher noch nicht gibt. „Auf institutioneller Ebene sind in vielen Organisationen das betriebliche Gesundheitsmanagement und das betriebliche Eingliederungsmanagement präventiv installiert, auf individueller Ebene gibt es Gesundheitsangebote in den Fortbildungsprogrammen“, weiß Andrea Länger. „Doch auf der Teamebene besteht eine Lücke.“ Workhacks für mehr Leichtigkeit In ihrem Buch „Team Care“ stellt die Sozialwissenschaftlerin Andrea Länger ihr gleichnamiges Konzept vor, mit dem Führungskräfte resiliente Teams führen können. Dabei unterteilt sie die Tools und Strategien in die vier Bereiche „Teamklima“, „Teamentwicklung“, „Teamkommunikation“ und „Teamgeist“. Die Maßnahmen sind niedrigschwellig und können in der Praxis leicht ausprobiert werden. Oft ermuntert die Autorin zur Reflexion: Was tust du als Führungskraft dafür, damit neue Mitarbeitende sich gut ins neue Team integrieren? Bemerkst du in deinem Team erste Frühwarnzeichen von Überlastung? Wie muntert ihr eure Mitarbeitenden in stressigen Zeiten auf? Wie wäre es mit einem Gute-Laune-Fach, in das Mitarbeitende positive Sprüche, eine Süßigkeit oder andere Nettigkeiten hineinlegen und sich zur Aufmunterung auch herausnehmen dürfen? Wie wäre es, jedes Meeting mit dem TOP 1 „Was läuft gut?“ zu beginnen?  Oder es wird der oder die Auszubildende entlastet, indem über den Stapel Arbeit auf seinem bzw. ihrem Schreibtisch ein Tuch geworfen wird. So wurde es Andrea Länger in einem Workshop mit einem Team erzählt, das enorm überlastet ist und in nächster Zeit zudem wachsen wird. Als die Trainerin in den Workshop startete, rechnete sie mit einem zerknirschten Team und einer eher angespannten Lage. „Zu meinem Erstaunen kamen fröhliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Seminarraum“, berichtet sie. Hier nimmt die Führungskraft das Thema Team Care nämlich sehr ernst. „Ich hörte sehr aufmerksam zu, wie mir dieses Team mit jedem Satz eine praktische Anleitung dafür gab, wie sich durch Teamfürsorge eine Teamresilienz entwickeln kann. Ein Geschenk für alle, auch für mich.“ Roter-Reiter-Fazit Ein Praxisbuch für Führungskräfte, die fernab von Theorie mit einfachen Workhacks die Resilienz ihres Teams fördern möchten. Sehr erfrischend! Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Andrea Länger: Team Care. Know-how für FührungskräfteCampus Verlag, 2025200 Seiten, 34 EuroISBN 9783593520568 ### Wie du mit 50 Plus nicht zum alten Eisen gehörst Es ist verwirrend: In nahezu allen Branchen gibt es einen eklatanten Fachkräftemangel, und gleichzeitig beklagen viele Menschen 50 Plus, dass sie auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr hätten. Wie passt das zusammen? Das erklärt der Karrierecoach Vincent G.A. Zeylmans van Emmichoven in seinem Ratgeber „50+, erfahren, sucht“.  Wie läuft ein Bewerbungsprozess heute?  Ein großes Problem ist die Sichtbarkeit von älteren Arbeitnehmenden. Der Coach erzählt von ausgeschriebenen Stellen, auf die sich Tausende von Menschen bewerben. Größere Unternehmen sieben die Bewerbungen mit Filtersystemen nach geeigneten Kandidat:innen – entsprechen die Formulare nicht den Vorstellungen der Organisation, werden sie gar nicht gesehen. Die Ansprüche an Bewerbungsunterlagen haben sich verändert, reine Aufzählungen von Positionen sind nichtssagend, Bewerber:innen müssen mit Ergebnissen punkten.  „Gerade in der heutigen Zeit hat die Arbeitsverdichtung überall zugenommen, daher verringert sich auch die verfügbare Zeit, die Entscheider bereit sind, zu investieren“, so Vincent G.A. Zeylmans van Emmichoven. Es braucht also vor allem ein verändertes Mindset und moderne Skills der 50 Plus , um heute auf dem Arbeitsmarkt gesehen zu werden.  Neue Perspektiven auf den eigenen Karriereweg zulassen In seinem Ratgeber gibt der Coach Einblicke in heutige Wege auf den Arbeitsmarkt. Neben dem Aufbau einer Social-Media-Präsenz und der klassischen Initiativbewerbung ermutigt er Menschen dazu, auch im fortgeschrittenen Alter Neues auszuprobieren. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Headhuntern, der Ausbau eines Netzwerks und vielleicht sogar die Selbstständigkeit. Vincent G.A. Zeylmans van Emmichoven kennt selbst die verschiedenen Chancen zum beruflichen Glück: Der gebürtige Niederländer war Abteilungsleiter bei Yves Rocher, Bereichsleiter bei Cardinal Health und Geschäftsführer bei der Gillette-Tochter Jafra Cosmetics sowie der mittelständischen BUTTING Akademie.  Seit vielen Jahren ist er aber auch als freiberuflicher Trainer, Outplacementberater und Unternehmer unterwegs. In seinem Buch zeigt er, mit welcher Haltung und praktischen Tipps Menschen 50 Plus nicht zum alten Eisen gehören und neue Perspektiven entwickeln, denn auf den Blickwinkel kommt es an: „Umarmen Sie diese schwierige Zeit in Ihrem Leben“, rät er zuletzt. „Schauen Sie, dass Sie diese besondere Zeit als Persönlichkeitsentwicklung verbuchen können.“ Roter-Reiter-Fazit Ein vielseitiger Ratgeber, der Menschen 50 Plus neue Karrierepfade und Perspektiven auf ein erfülltes Berufsleben ermöglicht. Jetzt auf managementbuch.de bestellen. Vincent G.A. Zeylmans van Emmichoven: 50+, erfahren, sucht. Die besten Bewerbungsstrategien aus der PraxisMetropolitan, 2025276 Seiten, 24,95 Euro ISBN 978-3-96186-080-7 ### Von der Identitätsentwicklung als berufstätige Mutter Als Dr. Susanne Dietz noch nicht Mutter war, hatte sie eine Vision vom Muttersein: Wenn sie entspannt ist, wird es auch ihr Kind sein. Sie wird vom Muttersein völlig erfüllt sein. Aber ansonsten wird sich nichts verändern. Ja, und dann kam die Realität. Drei Kinder später ist die damalige Personalentwicklerin und heutige selbstständige Keynote-Speakerin, Trainerin und Business Coach im wahrsten Sinne des Wortes ent-täuscht. In ihrem Ratgeber „No MOM is perfect!“ deckt sie die gängigsten Täuschungen, die über das Mutterwerden existieren, auf. Wer bin ich und was will ich? Mutterwerden ist eine Identitätskrise – eine persönliche und eine berufliche. Du als High Performerin kannst plötzlich nicht mehr performen, weil Babys nicht auf Anweisungen und Zeitpläne achten. Die Umgebung erwartet von dir, dass du in deinem Muttersein aufgehst. Und irgendwie erwartest du es auch von dir selbst. So fand sich auch Susanne Dietz im Kreise von Müttern wieder, die sich in einem PEKiP-Kurs versammelten. Scheinbar beherrschten alle das Muttersein-Spiel perfekt und sprachen angeregt über Breie, Windeln und Perzentilkurven – nur Susanne nicht.  Die fühlte sich etwas fehl am Platz und vermisste schon bald ihren Job. Aber durfte sie das? War sie jetzt nicht Mutter? „Die größte Herausforderung für ein Mamaleben in Balance und damit echte Vereinbarkeit besteht darin, dass alle diese Identitäten in deinem Leben nicht gegeneinander konkurrieren, sondern wertungsfrei, respektvoll und wertschätzend nebeneinanderstehen dürfen“, fasst die buSINNess® MOM-Podcasterin zusammen.   Die neue Wirklichkeit annehmen und sich zu eigen machen In ihrem Ratgeber macht sie fühlbar, welche Lügen und Annahmen über das Mutterwerden und Muttersein untrüglich zu Enttäuschungen führen und welche plötzlichen Veränderungen dazu führen, dass Frauen sich in Bezug auf sich selbst, die Gesellschaft und ihre Arbeit neu positionieren und definieren müssen. Denn plötzlich werden auch Frauen, die zuvor als Leistungsträgerinnen angesehen wurden, unsichtbar. „Da sitzen sie, die gut ausgebildeten Frauen, Frauen, die berufliche Träume hatten und nun einfach vergessen wurden“, sagt sie. „Statt dieses Potenzial zu Zeiten des Fachkräftemangels zu nutzen, werden diese oftmals ganz hässlich vergrault.“ Nach der Elternzeit werden Mütter in Teilzeitstellen geschoben, ihnen wird Verantwortung genommen und nichts mehr zugetraut – zu unberechenbar sind diese Mütter, deren Kinder jederzeit krank werden könnten. Dumme Unternehmen seien hier die Hebammen selbstständiger Frauen, sagte Coach Sabine Asgodom im buSINNess® MOM ganz treffend. In dieser neuen Realität muss jede Mutter ihren Platz und eine neue Haltung finden. Das Buch von Susanne Dietz hilft dabei. Roter-Reiter-Fazit Von der Happy-Family-Lüge bis zur fehlenden Vereinbarkeit: Susanne Dietz macht die Identitätsentwicklung einer berufstätigen Mutter sichtbar und zeigt an den verschiedenen Phasen und Lebensbereichen: Wir sitzen alle im selben Boot. Dr. Susanne Dietz: No MOM is perfect!Metropolitan, 2025280 Seiten, 19,95 Euro ISBN 978-3-96186-075-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Radical Self-Leadership Führungskräfte stehen heute unter enormem Druck: durch die hohe Fluktuation an Mitarbeitenden, den Fachkräftemangel, das Führen von Remote-Teams und eine angespannte wirtschaftliche Lage. Und dann gibt es auch noch eine Welt außerhalb des Jobs: Familie, Gesundheit, Hobbys und nicht zuletzt die persönlichen Bedürfnisse wollen unter einen Hut gebracht werden. André Häusling, Pionier für agiles Personalmanagement, und Thorsten Reitz, Führungskräftecoach, kennen die Herausforderungen des Alltags: das Nachts-Wachliegen , weil die Präsentation für den nächsten Tag noch nicht final steht, Kinder, die sich Aufmerksamkeit vom Vater wünschen, und das Gefühl, die To-dos niemals abarbeiten zu können. In ihrem gemeinsamen Ratgeber „Radical Self-Leadership“ stellen sie ihre Lösung für dieses Problem vor, das rADAR-Modell. Wer führen will, muss zuerst sich selbst führen „Um dich in dieser dynamischen Welt wirkungsvoll führen zu können, brauchst du Klarheit. Diese entsteht durch Reflexion über dein eigenes Leben“, so die beiden Autoren. Ganz klar: Wer seine eigenen Prioritäten und die Werte, nach denen er handeln will, nicht kennt, ist ein Schiff ohne Kompass. rADAR – das steht für radical Auswählen, Durchführen, Anpassen und Reflektieren. Genau dabei soll das rADAR-Modell mit dem dazugehörigen Canvas Führungskräften und anderen Menschen mit hohem Leistungsdruck helfen. „Es geht darum, für einen kurzen Zeitraum zu planen und dann zu handeln, um zu lernen und Erfahrungen zu sammeln“, erklären sie. „Das Ergebnis wird regelmäßig überprüft, um die Pläne den zwischenzeitlichen Veränderungen entsprechend anzupassen und wiederum den nächsten Schritt zu planen.“  Durch das Nutzen des Modells gehen Führungskräfte tatsächlich in Selbstführung: Sie bestimmen ihre aktuelle Situation, analysieren, was sie anders machen möchten, und tun dies dann auch. Und das strukturiert und fokussiert. Es wird aussortiert, neue Rituale werden ausprobiert und neue Routinen entwickelt, die sich den aktuellen Lebensphasen anpassen. Abgeschlossen ist dieses Ausprobieren und Neuentdecken nie. Das rADAR-Modell ist zirkulär, denn auch das Leben ist ein „neverending process“. Roter-Reiter-Fazit André Häusling und Thorsten Reitz bringen berufliche und persönliche Herausforderungen zusammen und zeigen mit ihrem rADAR-Modell, wie Leistungsträger einen ganzheitlichen Lebensstil entwickeln können.  André Häusling, Thorsten Reitz: Radical Self-LeadershipIn 4 Schritten zu mehr Klarheit und Selbstbestimmung im FührungsalltagCampus Verlag, 2025240 Seiten, 30 Euro ISBN 9783593520490 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### 30 Fragen zum Weiterkommen Wir treffen zwischen 20.000 und 35.000 Entscheidungen pro Tag – als Führungskraft sind es sicher noch ein paar mehr. Dabei geht es zumeist um ganz praktische Fragen, die eine sofortige Entscheidung benötigen: Wer leitet das Projektteam? Wer ruft den Kunden an? Was esse ich heute zum Mittag? Hänge ich heute noch eine Stunde ran? Das ist effizient, aber ist es auch effektiv? Die Entscheidung ist getroffen – aber bringt sie mich meinen Zielen auch wirklich näher?  Diese letzte Frage stellte sich auch Brigitte Dyck, Wirtschaftspsychologin, Performance Coach, Speakerin, Autorin und Podcasterin: „In all den Jahren als Kommunikationstrainerin und Coach habe ich genau das beobachtet: Es sind nicht die komplexen Fragen, die uns weiterbringen – es sind die einfachen, die naheliegenden Fragen, die wir so oft übersehen.“ In ihrem Buch „30 Fragen, die dein Leben bereichern“ stellt sie Menschen und Situationen vor, in denen die richtigen Fragen neue Perspektiven eröffneten. In was investiere ich Zeit? So fragte sich die selbstständige Kommunikationstrainerin irgendwann: Was ist eigentlich mein Return on Time Invest (RoTI)? Sie beobachtete nämlich, dass ihr Terminkalender sehr voll ist und sie alle Möglichkeiten des Netzwerkens nutzte – aber der Return war nicht zufriedenstellend. „Statt mich auf hochwirksame Aufgaben zu konzentrieren […], hatte ich viel Zeit in allgemeine Netzwerktreffen und kleinere Aufgaben investiert, die wenig zur Entwicklung meines Geschäfts beitrugen“, erzählt sie. So ist sie immer geschäftig, auch im Kopf, und verliert den Fokus auf das Wesentliche. „Ohne die Frage nach dem RoTI verlierst du leicht den Überblick über die wirklich wertvollen Aktivitäten und riskierst, deine Zeit ineffizient zu nutzen, was zu geringerem Erfolg und weniger Zufriedenheit führt“, fasst Brigitte Dyck zusammen. Deshalb empfiehlt die Wirtschaftspsychologin, sich immer wieder bewusst die Frage zu stellen: Was bekomme ich für meine investierte Zeit? Gut investiert ist die Zeit, die es benötigt, um sich die weiteren 29 Fragen anzuschauen und durchzudenken. Darunter sind solche wie „Wer ist dieser Man(n) eigentlich, von dem du da redest?“, „Was genau hast du verstanden?“ oder „Steckt da eigentlich ein Arbeitsauftrag für mich drin?“. Wer sich die Zeit nimmt, findet gute Antworten. Roter-Reiter-Fazit Was ist eigentlich mein Return on Time Invest (RoTI)? Was erwartet mein Vorgesetzter eigentlich von mir? Ist das, was ich will, auch das, was ich benötige? Wann nehmen wir uns (als Führungskräfte) die Zeit, um uns den großen Fragen zu widmen? Wirtschaftspsychologin Brigitte Dyck bietet Leserinnen und Leser mit ihren „30 Fragen, die dein Leben bereichern“ genau diese Chance, sich einmal mit wichtigen Fragen der Lebens- und Arbeitsführung zu beschäftigen.  Brigitte Dyck: 30 Fragen, die dein Leben bereichern. Dein Turbo für mehr Klarheit, Wachstum und außergewöhnlichen ErfolgWiley-VCH, 2025256 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-51228-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Weniger ist mehr: Kosten senken, clever sparen Es ist eine essenzielle Frage: Wie komme ich an mehr Geld – für das Studium, den Urlaub, den Kauf der Immobilie oder das kostenintensive Hobby? „Es gibt genau zwei Wege, wie jeden Monat mehr Geld auf deinem Konto verbleibt“, erklärt Tobias Nagels: „Du kannst deine Einnahmen erhöhen oder deine Ausgaben senken.“ In seinem Ratgeber „Dein Geld, Deine Zukunft“ zeigt der Experte für finanzielle Bildung, warum es oftmals cleverer ist, den zweiten Weg zu gehen. Die großen Investments … Noch einmal studieren, das Führungskräftetraining absolvieren oder nach einem lukrativeren Job Ausschau halten – all das ist natürlich sehr gut. Denn lebenslanges Lernen und der Mut, etwas Neues auszuprobieren, sind positive Eigenschaften. Es ist jedoch immer die Frage, ob sich der persönliche Einsatz auch finanziell auszahlt. Die Branche, die bisherige Ausbildung und die Nachfrage nach Arbeitskräften in dem jeweiligen Bereich sind mit ausschlaggebend dafür, ob nach einer Weiterbildung oder dem Jobwechsel wirklich mehr Geld in der Kasse ist. Und, so erklärt der Autor: „Viel gravierender ist aber, dass die Erhöhung deiner Arbeitszeit nicht proportional zu einer Erhöhung deiner Einnahmen führt.“ Stichwort „Progressives Steuersystem“. Nicht zuletzt sind wir zeitlich begrenzt, denn wir möchten neben den wöchentlichen Arbeitsstunden auch noch Zeit für Familie, Freunde und Hobbys haben. … und die kleinen Investments mit sofortiger Wirkung In seinem Ratgeber stellt Tobias Nagels deshalb den zweiten Weg vor. In drei Abschnitten zeigt er, wie wir im Alltag mit Preisvergleichen, Cashback, Bonussystemen und anderem sparen und wie wir unsere Fixkosten senken können. Im dritten Abschnitt geht es um langfristige Investitionsmöglichkeiten, mit denen das gesparte Geld sinnvoll angelegt werden kann. Der Vertragswechsel oder die Abo-Kündigung – was im ersten Moment nicht sehr wirksam erscheint, ist einer der wichtigsten Hebel. Denn aus vielen kleinen Einsparungen kann schnell eine beträchtliche Summe werden.  Roter-Reiter-Fazit Tobias Nagels bietet in seinem praktischen Ratgeber einen kompakten Überblick über die Wege, Geld einzusparen und langfristig anzulegen. Der Berufsschullehrer für Wirtschaftswissenschaften schafft es, dass sich sowohl junge Menschen im Studium oder in der Ausbildung als auch ältere Generationen die besten Tipps für den eigenen Alltag herauspicken können.  Tobias Nagels: Dein Geld, Deine Zukunft. Kosten senken, clever sparen und erfolgreich in ETFs investierenGABAL GmbH Verlag, 2025192 Seiten, 19,90 Euro ISBN 978-3-96739-226-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Das passende Investment für jede Lebensphase  Soll ich oder soll ich nicht? Ob die kleine Summe, die monatlich eingespart werden kann, oder das sechsstellige Erbe: Oft ist die Frage da, was mit dem Geld getan werden soll. Ganz klassisch auf das Sparkonto oder investieren? Und an dieser Stelle hören bei vielen die Überlegungen auch schon wieder auf, denn das Thema Investment, ETFs und Geldanlagen klingt nach Raketenwissenschaft. Zu groß ist die Angst, mit der falschen Anlage viel Geld zu verlieren, auf das falsche Pferd zu setzen und leer auszugehen. Dann doch lieber Sparbuch, oder?   Edda Vogt und Fabienne Lindner nehmen Menschen mit ihrem Ratgeber „Investieren mit Weitblick“ diese Furcht vor dem Unbekannten. Sie führen unterhaltsam durch die verschiedenen Phasen der eigenen Finanzreise, in denen sich viele Menschen dieselben Fragen stellen. Das sind zum Beispiel solche: Was ist besser: Sparen oder anlegen? Wie und wo fange ich mit dem Investieren an? Worin liegt denn der Unterschied zwischen Fonds und ETFs? Welche ETFs soll ich auswählen – und warum? Welche Kosten kommen mit Investments auf mich zu? Die Finanzredakteurin Edda Vogt und die Börsenhändlerin und Portfoliomanagerin Fabienne Lindner beantworten die Fragen verständlich und führen so auch Anfängerinnen und Anfänger geduldig in die neue Materie ein. Und je mehr Begriffe und Prozesse sie erläutern, desto sicherer fühlt man sich als Leserin oder Leser auf dem neuen Feld. So wird das Thema Investieren begreifbar und beherrschbar.  „Die Chance von Investments gegenüber dem Sparen sind potenziell höhere Gewinne“, wissen die beiden. „Andererseits gehen damit auch Risiken einher, die du aber kontrollieren kannst. Die Risiken im Griff zu haben, ist der zentrale Erfolgsfaktor beim Vermögensaufbau.“ Mit ihrem Ratgeber geben sie alles an die Hand, um Risiken und Erfolgsfaktoren zu erkennen. Roter-Reiter-Fazit Edda Vogt und Fabienne Lindner schaffen es, ein scheinbar komplexes Thema lebensnah und verständlich darzustellen. Investieren mit Weitblick. Und wem das Thema immer noch zu trocken ist, freut sich über die Gastbeiträge und das Videomaterial.  Edda Vogt, Fabienne Lindner: Investieren mit Weitblick. Der praktische Finanz- und Börsenratgeber für jede LebensphaseGABAL, 2025256 Seiten, 25 Euro ISBN: 978-3-96739-228-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### 11 Gebote gelungener Businesskommunikation Es ist dem Menschen in die Gene gelegt: Wir lieben Heldengeschichten – und noch mehr lieben wir es, uns mit ihnen zu identifizieren. Das ist auch im Marketing sichtbar, wenn große Autos besser ankommen als kleine Straßenflitzer und der sportliche Proteinriegel mehr Umsatz macht als der langweilige Müsliriegel. „Konsumenten fühlen sich eher zu einem Unternehmen hingezogen, dessen Werte und Botschaften den eigenen Überzeugungen und Lebensstilen entsprechen“, weiß Harald Kopeter. Und wer sieht sich nicht gern als erfolgreichen, schönen und intelligenten Menschen?  Sag mir, wer du sein möchtest. Die deutsche Marke True Fruits hat genau hier einen Fehler gemacht, indem sie sich moralisch nicht ganz integer zeigte. Der für seine provokanten Sprüche bekannte Smoothie-Hersteller schrieb auf eines seiner Produkte: „Schafft es selten über die Grenze“ und spielte damit darauf an, dass der Smoothie oft vergriffen ist. Aber: Dies lässt sich in Zeiten von Flüchtlingskrisen auch als fremdenfeindlicher Slogan lesen. Das ging nach hinten los: Mit einer solchen Botschaft möchte sich niemand identifizieren. In seinem Buch „Die 11 Gebote gelungener Businesskommunikation. Menschen begeistern – Kunden gewinnen“ versammelt der österreichische Kommunikationsexperte solche Worst-Case-Szenarios, um zu zeigen, wie es nicht geht. Und er beleuchtet auf eine unterhaltsame Art die Regeln gelungener Unternehmenskommunikation wie etwa ein durchdachtes Framing, Relevanz oder eine gelungene visuelle Unterstützung. Da er Beispiele aus der Praxis nimmt, wird immer schnell klar, was die Erfolgsgeheimnisse sind und was Menschen in Arbeitsbereichen, in denen es auf Kommunikation ankommt, unbedingt unterlassen sollten.  Kommunikationsfallen entdecken Und während diese Fehler  teilweise offensichtlich sind, muss man an anderer Stelle manchmal zweimal hinschauen. So scheiterte Pepsi in den 90er-Jahren grandios, als sie mit dem Slogan „Come alive with the Pepsi Generation“ den asiatischen Markt erobern wollten. Was in westlichen Ländern fantastisch funktionierte, schlug in Asien fehl. Interkulturelles Feingefühl ist nämlich auch ein Kommunikations-Skill. Der Slogan heißt in asiatischen Ländern frei übersetzt: „Pepsi bringt deine Vorfahren zurück von den Toten“. Diese Nachricht sei nicht nur kulturell irrelevant gewesen, so der Autor, sondern auch zutiefst verstörend für die Zielgruppe, die einen starken Respekt für ihre Ahnen hegt und solche Aussagen als höchst unangemessen einstuft. Roter-Reiter-Fazit Harald Kopeter schöpft aus 30 Jahren Berufserfahrung und zeigt, auf was Menschen in Sachen Kommunikation achten müssen. Neben klaren Regeln geht es auch um die Botschaften zwischen den Zeilen, die manchmal den Erfolg von Kampagnen, Gesprächen oder der Mail ausmachen. Ein gutes Buch voller Best Practices und Fallen, die Marketing-Fachkräfte, Mitarbeitende im Vertrieb oder Service vermeiden sollten und können. Harald Kopeter: Die 11 Gebote gelungener Businesskommunikation. Menschen begeistern – Kunden gewinnenGABAL, 2025192 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96739-233-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Female Business: Anders erfolgreich sein Als sich Cornelia und Jessica kennenlernten, arbeitete Cornelia in einem Start-up, das Jessica als Investorin gewinnen wollte. Das funktionierte nicht, und Cornelia machte sich selbstständig. Sie hatte nun ihrerseits ein Start-up als Kunden, das eine App entwickelte. Auch dieses Unternehmen war auf der Suche nach Investoren und Cornelia empfahl Jessica die Investition. Das Ende der Geschichte: Jessica und Cornelia verloren Geld und Nerven. Heute können sie darüber lachen, Cornelia ist freiberufliche Designerin und Mutter, Jessica ist international tätige Unternehmerin, die auch in Start­ups investiert. In ihrem Arbeitsbuch „Sie gründet“ geben sie Frauen die Tipps, die sie auch selbst als Gründerinnen gebraucht hätten.  Sie gründet anders Der Ratgeber schließt eine Lücke, denn er bringt verschiedene Perspektiven auf das Thema „Gründen“ zusammen. Dieser entscheidende und mutige Schritt bedeutet eben nicht nur finanzielle Risiken und den Beginn einer hoffentlich erfolgreichen Partnerschaft mit Buchhaltung und Finanzamt. Es geht auch um Haltung, um strategische Überlegungen und um eine Balance zwischen dem Beruf und dem Privatleben. Es ist eben noch immer etwas anders, ob „sie“ gründet, oder „er“. Frauen müssen viel eher überlegen, wie Themen wie Familiengründung und Kinderbetreuung zu den Karriereplänen passen, hinterfragen ihre Gründungsideen und beschäftigen sich mit Persönlichkeitsentwicklung. Das Arbeitsbuch deckt diese Bereiche ab. Ganzheitlich gründen Jessica Turner und Cornelia Biegler ermutigen ihre Leserinnen aber auch dazu, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die von Frauen noch zu oft vernachlässigt werden. Geld ist ein solches Beispiel: Frauen gründen häufiger als Männer mit dem Hintergedanken, mit ihrer Unternehmensidee die Welt positiv zu verändern; in Start-ups stehen ökologische und gesellschaftliche Werte für rund 90 Prozent der Frauen im Fokus. Aber, so die Autorinnen: „Geld ist kein nötiges Übel, sondern das zentrale Werkzeug für dich und dein Unternehmen. Es gibt dir die Möglichkeit, deine Träume zu verwirklichen. Wenn du eine bewusste, strategische und positive Einstellung zu Geld hast, wird es dir leichter fallen, deine Finanzen im Griff zu haben –­ sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Kontext.“ In dem Arbeitsbuch finden Leserinnen 22 Interviews mit erfolgreichen Frauen, die von ihrem Weg, ihren Fails und ihren Durchbrüchen erzählen. Sie zeigen: Wir sind viele – und mit dem richtigen Paket an Infos und der entscheidenden Idee kann es jede von uns schaffen. Roter-Reiter-Fazit Jessica Turner und Cornelia Biegler bieten ein umfassendes Arbeitsbuch, mit dem Gründerinnen die verschiedenen Bereiche einer erfolgreichen Gründung – ob als Solounternehmen oder Start-up – beleuchten können. Neben klassischen Themen wie Finanzierung und Netzwerken schauen sie auch auf soziale Themen wie die persönliche Entwicklung, Motivations- und Werteanalyse und mentale Gesundheit. Jessica Turner, Cornelia Biegler: Sie gründet. Dein Arbeitsbuch von der ersten Idee zum erfolgreichen BusinessWiley-VCH, 2025352 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51219-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Let’s flow: In 9 Minuten am Tag Stress senken Martin-Niels Däfler ist Professor an der FOM Hochschule in Frankfurt am Main und Experte für Stress, Gelassenheit und Resilienz. Da könnte man meinen, dass er einer der entspanntesten Menschen der Welt sein müsste – stimmt so aber nicht. Gleich zu Beginn seines Ratgebers „Gelassenheit für Eilige“ nimmt er uns mit in einen Tag seines Lebens, der zeigt, dass er genauso unter Zeitdruck, Kindern in der Autonomiephase und fehlenden Pausen leidet wie alle anderen. Aber: Er hat eine Methode entwickelt, um wieder zur Ruhe zu kommen. In seinem Buch stellt er diese Methode, den 3x3-Flow, vor. Dem Hamsterrad entkommen Nur noch schnell die Mails beantworten: Das passiert auch Martin-Niels Däfler immer wieder. Und ehe er sichs versieht, ist es abends und es bleibt keine Zeit mehr für die Familie. Wenn er dann mal Zeit hat, hätte er aber auch gern Me-time und ist zerrissen zwischen seinen Ansprüchen als Ehemann, Vater und Freund und den eigenen Bedürfnissen. Das kennen sicher viele von uns. Dann schmieden wir gern lebensverändernde Pläne, wie auch der Autor: „Wir haben vielleicht die Absicht, unser Leben grundlegend umzustellen“, sagt er. „Wir wollen regelmäßig joggen gehen, unsere Zeit klüger verplanen und öfter meditieren. Doch dann ist wieder Montagmorgen und der ganz normale Wahnsinn überrennt uns.“  3x3-Flow gegen Stress Weil solche großen Veränderungen oft schwer sind, hat sich der Stress-Experte auf die Suche nach einer praktischen Alltagslösung gemacht. Herausgekommen ist eine flexible Methode, die jeder und jede auf die eigenen Bedürfnisse und Stresssituationen im Leben anpassen kann. In seinem Buch stellt er 22 thematische Bausteine vor, die sich jeweils einem Thema wie etwa „Zeit gewinnen, um Entscheidungen treffen zu können“, „Erwartungen realistischer gestalten“ oder „Selbstverantwortung übernehmen“ widmen. „Der 3x3-Flow ist eine individuell von dir festgelegte Folge bestimmter Bewegungen und Leitsätze, die dir zukünftig helfen wird, deutlich weniger Stress zu empfinden und dafür mehr innere Ruhe zu verspüren.“ Jeder und jede kann sich drei Themen und damit drei Bewegungen zusammenstellen, die zusammen eine Übung ergeben, ähnlich wie der Flow im Yoga, der aus mehreren Asanas besteht. Diese Übung aus drei Bewegungen wird drei Mal am Tag wiederholt, der Autor sieht sie als „Mikropausen“ im Alltag. Hier gilt sicher das Sprichwort „Übung macht den Meister“ – oder sorgt für mehr Entspannung. Roter-Reiter-Fazit Martin-Niels Däfler stellt mit dem 3x3-Flow eine Methode vor, die, regelmäßig angewendet, gegen die größten Stressmacher hilft. Eine spannende Idee, für die es wenig Zeit und keine großen Veränderungen im Alltag benötigt – also die perfekte Methode für Menschen mit einem vollen Terminkalender. Martin-Niels Däfler: Gelassenheit für Eilige. Stress senken und innere Ruhe finden in weniger als 10 Minuten – Mit dem 3x3-Flow entspannenGABAL, 2025208 Seiten, 19 Euro ISBN 978-3-96739-230-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Jetzt aber wirklich! Veränderungen umsetzen Nur noch schnell Instagram checken – und schon schauen wir uns mitten in der Nacht eine halbe Stunde lang Katzenvideos an. Dieses Spiel des süchtig machenden Doom-Scrollings wiederholt sich jeden Abend – obwohl wir es besser wissen. Das abendliche Handy-Schauen ist nur eine von vielen Angewohnheiten, die wir nur allzu gern loswerden möchten. Wir möchten auch gesünder essen, nicht mehr rauchen und statt am Handy zu sitzen ein Buch lesen. Aber es ist wie verhext: „Es ist bedrückend, wenn blitzschnell das volle Programm abläuft. Du bist wie ferngesteuert, obwohl du weißt, dass ein anderes Verhalten besser wäre“, beschreibt es Axel Koch. Der Psychologe möchte eigentlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, erwischt sich dann aber immer wieder bei Überstunden am Schreibtisch.  Keine Frage des „Was“ In seinem Buch „Morgen fang ich aber wirklich an!“ beschreibt er die Schwierigkeit, das eigene Verhalten zu verändern. Und dabei scheint das ganze Internet voll von Menschen zu sein, die sich verändern möchten – und solchen, die uns scheinbar dabei unterstützen. „Ganze Heerscharen von Trainerinnen und Trainern sind unterwegs, um Menschen fit für die Arbeit zu machen und Verhaltensweisen auszubügeln, die sich nachteilig auf die Leistung und die Zusammenarbeit auswirken“, sagt Axel Koch.  Eine Frage des „Wie“ Ob Fitnesscoach, Beraterin oder der Influencer, der uns von seiner gesunden Morgenroutine überzeugen möchte: Sie alle wissen, was wir verändern können. Aber das „Wie“ steht auf einer ganz anderen Karte. Und genau hier setzt der Autor an. In seiner Forschung beschäftigt sich der Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning nämlich mit dem Lerntransfer: Wie übertrage ich mein Wissen in die Praxis? In dem Ratgeber zeigt er, warum es so schwierig ist, das eigene Verhalten zu ändern, und warum der Mensch von Natur aus eher veränderungsresistent ist. In einem weiteren Schritt stellt er seine Transferstärke-Methode® vor, mit der nachhaltige Veränderungen umsetzbar sind. Hier geht es darum, sich selbst und die eigenen Mechanismen besser kennenzulernen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wann das eigene Gehirn in den Standby-Modus wechseln möchte. Und für hartnäckige Fälle gibt es eine Rückfallmanagement-Technik. Roter-Reiter-Fazit Axel Koch geht der Frage auf den Grund, warum es so schwer ist, das eigene Verhalten langfristig zu verändern. Wir wissen, was wir ändern möchten, stolpern aber über das „Wie“. In diesem Ratgeber stellt der Psychologe die Transferstärke-Methode® vor, mit der nachhaltige Veränderungen möglich sind. Neben vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum menschlichen Verhalten bietet das Buch einen Leitfaden und viele Reflexionen sowie Übungen, um endlich in die Veränderung zu kommen. Axel Koch: Morgen fang ich aber wirklich an! Wie wir endlich Veränderung umsetzenCampus Verlag, 2025240 Seiten, 26 Euro ISBN 9783593520001 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Mit Gelassenheit arbeiten Je schneller der Arbeitsrhythmus, je diffuser die Umgebung und je weniger wir unsere eigenen Emotionen managen können, desto schneller geraten wir in Streitigkeiten und Auseinandersetzungen. Dabei gilt: Egal, wie schlimm der Angriff ist – wir stehen immer (mit) als Verlierer da. Gudrun Fey zeigt in ihrem Ratgeber „Gelassenheit siegt! Mit Fragen, Vorwürfen, Ärger und Angriffen souverän umgehen“, wie wir in eine entspanntere, selbstbewusste Haltung kommen, um mit Kritik und rhetorischen Angriffen konstruktiver umgehen zu können. Worauf reagieren wir? In jedem Arbeitsbereich lauern Situationen, die dazu einladen, aus der Haut zu fahren. Das kann der aggressive Vorgesetzte sein, der dem Mitarbeiter in einer Besprechung rüde über den Mund fährt. Oder der unzufriedene Kunde am Telefon, der die Service-Center-Mitarbeiterin persönlich angreift. Oder auch die Kollegin, die auf alle Nachfragen genervt reagiert.  Oft spüren wir, dass solche Momente sprichwörtlich unser Blut zum Kochen bringen. Der Nerv in unserem Auge zuckt, uns wird warm und unser Atem geht schneller. Der nächste Impuls ist dann in der Regel, die schnippische Nachfrage oder die Beleidigung zu erwidern oder dem eigenen Ärger freien Lauf zu lassen.  Wer bestimmt die Dynamik? Die Expertin für Rhetorik und Kommunikation zeigt in ihrem Ratgeber, dass genau das der falsche Weg ist. Denn in diesem Moment hat die angreifende Person die Oberhand: Sie agiert dann und bestimmt die Dynamik – wir als die angegriffene Person reagieren nur. „Ob Sie überhaupt auf eine solche Attacke eingehen und wie, sollten nur Sie bestimmen“, sagt Gudrun Fey. In ihrem Buch zeigt sie verschiedene Methoden, um den Druck aus solchen Situationen zu nehmen. So wird der Raum frei, um sich eine angemessene Reaktion zu überlegen.  „Reagieren Sie erst dann, wenn Sie es für angebracht halten, und nicht, wenn es andere von Ihnen verlangen. Genau das ist Gelassenheit und Souveränität.“ Die Rhetorik-Expertin erklärt an Beispielen, wie sich Situationen entschärfen anstatt verschärfen lassen und wie die Stressspirale durchbrochen wird. Und sie zeigt, wie wir aus der Opfer-Haltung à la „Das passiert immer mir“ herauskommen, indem wir die Kontrolle über die Handlung übernehmen. Roter-Reiter-Fazit Ob im Büro, im Call-Center oder in der Familie: Gudrun Fey zeigt in „Gelassenheit siegt!“, wie wir lernen, auf Druck gelassener zu reagieren und die Situation selbstbestimmt zu steuern. Gudrun Fey: Gelassenheit siegt! Mit Fragen, Vorwürfen, Ärger und Angriffen souverän umgehenMetropolitan Verlag, 17. Auflage 2025192 Seiten, 17,95 Euro ISBN 978-3-96186-082-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Culture Clash: Strategien für multikulturelle Teams Es ist eher die Regel als die Ausnahme: In vielen Organisationen treffen in Teams unterschiedliche Kulturen aufeinander. Das schafft enorme Chancen, aber auch Herausforderungen. Wie Unternehmen und Führungskräfte multikulturelle Teams organisieren und führen und welche Resilienzstrategien es gibt, zeigt Büsra Bakar in ihrem Ratgeber „Vom Culture Clash zur Culture Harmony“. Multikulturelle Teams als Erfolgsfaktor Sie selbst ist in einer türkischen Familie in Österreich groß geworden und kennt den täglichen Spagat: Wer bin ich heute? Welche ihrer kulturellen Identitäten steht heute im Fokus? Diese Fragen stellt sie sich auch im beruflichen Kontext, aktuell ist Büsra Bakar Head of Human Resources Österreich und Deutschland bei der Hotelgruppe Arcotel. In ihrem Buch geht sie der Frage nach, was die Chancen und Herausforderungen von multikulturellen Teams und Organisationen sind. Ob es überhaupt Multikulturalität geben sollte, braucht in einer zunehmend international geprägten Arbeitswelt nicht diskutiert zu werden. „Unternehmen expandieren über traditionelle Grenzen hinweg und suchen nach neuen Märkten, Talenten und Ressourcen“, erklärt sie. „In diesem Streben nach Vielfalt und Innovation stellen wir HR­-Beauftragten im Rahmen unserer strategischen Entscheidungen unsere Teams heute sehr oft bewusst divers zusammen, um das oft gigantische Potenzial dieser Vielfalt proaktiv zu entfachen.“ Als Beispiel nennt sie Vertriebsstrukturen: Hier braucht es multikulturelle Teams, denn die einzelnen Mitarbeitenden müssen den jeweiligen kulturellen Kontext und die hiesigen Wertesysteme einordnen und nicht zuletzt die Sprache sprechen können.  Strategien für ein harmonisches Miteinander entwickeln In ihrem Ratgeber stellt sie genau solche Entwicklungen heraus und erklärt die Auswirkungen auf die gesamte Organisation. Zudem gibt die HR-Managerin anhand von Beispielen Tipps aus ihrer Praxis. So erklärt sie anhand des fiktiven weltweit operierenden Technologieunternehmen GlobalTech das Follow-the-Sun-Modell: „Es basiert auf der Idee, dass das Unternehmen rund um die Uhr arbeitet, indem es die Arbeitszeiten innerhalb EINES Teams auf verschiedene Zeitzonen verteilt“, so Büsra Bakar. „Die Mitarbeiter in Asien beginnen ihren Arbeitstag, während ihre Kollegen in Europa und den USA noch schlafen.“ Solche flexiblen Arbeitszeit-Modelle erleichtern die Zusammenarbeit in globalen Kontexten und schaffen Vertrauen in die Organisation. Als HR-Expertin gibt sie Führungskräften auch wertvolle Strategien an die Hand, wenn es zu Kommunikationshindernissen, kulturellen Clashes oder Unterschieden in Verhaltensweisen kommt – und zeigt, wie Diversität zu einem echten Erfolgsfaktor werden kann. Roter-Reiter-Fazit Büsra Bakar zeigt in ihrem Ratgeber „Vom Culture Clash zur Culture Harmony“, wie bereichernd multikulturelle Strukturen in Unternehmen sein können. Sie schaffen eine anregende Vielfalt und fördern den Blick über den Tellerrand. Was es bei der Gestaltung von diversen Teams zu beachten gibt, zeigt sie sehr praxisnah und unterhaltsam. Büsra Bakar: Vom Culture Clash zur Culture Harmony. Resilienzstrategien für Unternehmen in einer multikulturellen ArbeitsweltWiley-VCH, Weinheim240 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-51201-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Dos and Don'ts: Investieren in und mit KI KI hat einen einfachen Vorteil: Sie funktioniert ohne Emotionen. Und da diese beim Investieren möglichst wenig Platz einnehmen sollten, ist es kein Wunder, dass KI-Tools wie ChatGPT hier eine große Entscheidungshilfe sein können. Sie sind bis zu einem gewissen Grad unparteiisch und entscheiden rein datenbasiert. In seinem Ratgeber „Investieren mit KI-Tools für Dummies“ zeigt Paul Mladjenovic, wie Künstliche Intelligenz bei Investitionsentscheidungen clever genutzt werden kann.  Mit KI investieren Anleger können ChatGPT mit Informationen zu geplanten Invests füttern, um diese auf ihre Stärken und Schwächen prüfen zu lassen. Da die KI einen „kühlen Kopf“ bewahrt, birgt dieses Vorgehen enorme Chancen. Sei es eine Grafik als Foto oder der umfangreiche Unternehmensbericht eines DAX-Unternehmens: ChatGPT wertet Dateien und Medien aus und erstellt daraus Handlungsempfehlungen – was für ein Service. Wie wir diesen möglichst effektiv nutzen, zeigt Paul Mladjenovic in praxisorientierten Kapiteln. Gleichzeitig zeigt der Finanzberater die Risiken dabei auf. So muss immer klar sein, dass die Künstliche Intelligenz nur so weit analysieren kann, wie es ihre Trainingsdaten hergeben. Also: In die Zukunft schauen kann auch die KI nicht.  In KI investieren KI lässt sich nicht nur zur Recherche und Analyse nutzen. Es macht auch Sinn, in KI zu investieren. „KI ist kein kurzlebiger Trend“, so Mladjenovic, „sie hat Hand und Fuß und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig ein wachsender und zunehmend wichtiger Teil der Finanz- und Wirtschaftswelt sein.“ Und dabei, so der Experte, „gelten die altbewährten Anlageprinzipien auch im heutigen Markt und werden wohl auch in absehbarer Zukunft Bestand haben“. Um einen besseren Überblick über die Anlagemöglichkeiten zu erhalten, stellt er in seinem Ratgeber die führenden KI-Unternehmen vor und schaut auch über den Tellerrand: Welche Branchen und Unternehmen profitieren indirekt von der KI-Entwicklung? Wo ergeben sich daraus Investitions-Chancen? Heraus kommt ein umfangreiches Praxis-Handbuch, mit dem sowohl Anfänger wie auch Fortgeschrittene das neue Spielfeld „KI“ testen können. Roter-Reiter-Fazit KI ist gekommen, um zu bleiben. Paul Mladjenovic zeigt in seinem Ratgeber eindrücklich, wo wir beim Investieren die Vorteile von ChatGPT und Co. sinnvoll einsetzen können und wo die Grenzen der Technologie sind. Paul Mladjenovic: Investieren mit KI-Tools für DummiesWiley-VCH, 2025285 Seiten, 24 Euro ISBN: 978-3-527-72275-4Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Sind Eltern die besseren Führungskräfte? Menschen, die nicht das tun, was wir ihnen als Aufgabe aufgegeben haben. Menschen, die ihre eigenen Bedürfnisse als oberste Priorität betrachten. Menschen, die jede Timeline sprengen. Solche Menschen bedürfen einer Führungskraft, die Grenzen ziehen kann und über sehr gute Kommunikation-Skills verfügt.  Elternschaft als härtestes Leadership-Training der Welt Ist es aus dieser Perspektive heraus nicht absolut verständlich, dass Eltern zu den besten Führungskräften der Welt gehören? Tagtäglich managen sie einen nie endenden Berg von Aufgaben, machen sich strategische Gedanken zur Zukunft der Belegschaft und üben sich mehrmals täglich in Krisenkommunikation. Spaß beiseite: Es ist schade, dass Eltern – insbesondere Müttern – Führungsposten versagt bleiben, gerade weil sie Kinder haben. Oft der Grund: Sie haben ja keine Zeit. Eingeschränkte Betreuungszeiten und kranke Kinder? Das ist in den Köpfen vieler Unternehmen nicht mit einer Führungsposition vereinbar.  „Immer noch wird die Eignung für eine Führungskraft oft an der Zeit gemessen, die jemand für den Führungs-Job aufbringen kann“, sagt auch Sabine Hanke. „Eine große Präsenz am Arbeitsplatz und eine durchgängige Erreichbarkeit scheinen für viele Unternehmen entscheidende Checkboxen – also Auswahlkriterien – zu sein, wenn es darum geht, ob jemand Manager:in werden kann oder nicht.“  7 Skillsets für gute Elternschaft und Führung Der Denkfehler: Die Entscheiderinnen und Entscheider denken quantitativ. Gute Führung hat wenig damit zu tun, wie viel Zeit eine Führungskraft für das Team aufbringt. Diese Einsicht macht es schließlich möglich, dass immer mehr Führungskräfte in Teilzeit oder in einer Tandem-Leadership-Konstellation arbeiten können. Eltern schaffen in unglaublich wenig Zeit unfassbar viele Aufgaben.  Die Soziologin und erfahrene HR-Führungskraft Sabine Hanke hat genau dazu ein Buch geschrieben. In „Eltern führen besser!“ versammelt sie sieben Skillsets, die Eltern zu hervorragenden Führungskräften machen.  Unter Zeitdruck möglichst gut performen Sie sagt: „Die Elternschaft ist das wohl härteste Leadership-Training, das wir uns vorstellen können.“ Das Kind, das Angst vor dem Fahrradfahren hat, fördert alle unsere psychologischen Kompetenzen. Jugendliche mit Lernstörungen trainieren unsere Empathie und unser Empowerment, streitende Geschwister müssen gemeinsam mit den Eltern lernen, Konflikte beizulegen. Wenn das Baby zum zehnten Mal den Hund mit den Maiswaffeln füttern will, braucht es Geduld. Und nicht zuletzt lernen Mütter und Väter, zwischen Familie, Job und Haushalt auch Prioritäten zu setzen. Und für all diese Aufgaben haben Eltern nur begrenzt viel Zeit.  Zeitdruck und Performance-Druck: Sabine Hanke zeigt, warum wir Eltern viel stärker als hervorragende Leader schätzen und fördern sollten – denn sie wissen, wie es geht. Roter-Reiter-Fazit Ein inspirierendes Buch, das Eltern ermutigt, ihre Care-Arbeit ernster zu nehmen. Und ein Ratgeber, der vielleicht auch auf den Schreibtischen von Entscheiderinnen und Entscheidern liegen sollte, um unvoreingenommener bei der Besetzung von Positionen sein zu können. Sabine Hanke: Eltern führen besser! 7 Skillsets, die aus Müttern und Vätern Top-Führungskräfte machen.176 Seiten, 25 EuroGABAL Verlag, 2025 ISBN 978-3-96739-231-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Chef-Coaching: Wer coacht die Führungskraft? Der Workload und die Ansprüche an Führungskräfte sind enorm: Sie organisieren, sie delegieren. Sie kommunizieren und coachen. Dabei dürfen sie das große Ganze nicht aus den Augen verlieren, aber auch das oftmals hektische Tagesgeschäft nicht vernachlässigen. Hans-Jürgen Kratz gibt Führungskräften 2 x 25 Führung Tools an die Hand, die sie schnell und effektiv umsetzen können. 50 Tools für bessere Führung In herausfordernden Phasen haben Führungskräfte zumeist weder Zeit noch die psychischen Ressourcen, um sich mit aktueller Führungsliteratur zu beschäftigen. Leider wären oftmals genau dann die darin enthaltenen Tipps und Methoden relevant. Mit seinem Praxis-Handbuch „Chef-Coaching“ bietet der Personaltrainer Hans-Jürgen Kratz eine passende Lösung: Dort finden Führungskräfte insgesamt 50 kurz erläuterte Tipps und Führung Tools, mit denen sie sich auf ihre Aufgaben fokussieren können und einen klaren Kopf behalten.  Kleine Veränderungen – große Wirkung  Dabei unterteilen sich die Kapitel in 25 Führung Tools zum Selbstmanagement und in 25 Führung Tools zur Selbstfürsorge. Organisation und Resilienz – beides sind die Schlüssel zum Führungserfolg. Nur: Während Mitarbeitende geführt werden und wertvolle Unterstützung durch ihre Vorgesetzten erhalten, fehlt Führungskräften diese Instanz. Das ist insbesondere in der Selbstfürsorge sichtbar. Nur die Person selbst weiß, wo sie noch eine persönliche Entwicklung braucht, um als Leader zu wachsen. „Hier heißt es für das Individuum, selbst die Initiative zu ergreifen und für die eigene Person Selbstfürsorge zu betreiben“, so der Autor. Ob Powernaps, die Kraft des Nein-Sagens oder Kommunikationstricks – in seinem Buch finden Leserinnen und Leser leicht umzusetzende Tipps.  Das gilt genauso für die 25 Empfehlungen für die Selbstorganisation, eine Fähigkeit, die enorm wichtig für das Priorisieren ist: „Nur wer sich selbst und seinen Tag organisieren kann, wer sich nicht verzettelt, sich nicht ablenken lässt und Wichtiges nicht aufschiebt, bleibt auf Kurs zu seinen Zielen.“ Hans-Jürgen Kratz lädt dazu ein, mit kleinen Veränderungen Stück für Stück und Tag für Tag eine bessere Führungskraft zu werden. Roter-Reiter-Fazit Hans-Jürgen Kratz gibt Führungskräften einfache, aber wirksame Methoden und Denkanstöße an die Hand. Mit ihnen können sie in kleinen Schritten nachhaltige Veränderungen im Selbstmanagement und in der Selbstfürsorge erwirken. Hans-Jürgen Kratz: Chef-Coaching. Steigern Sie Ihr Erfolgspotenzial. 50 praktische Tools für mehr Erfolg, Energie und ResilienzMetropolitan, 2025216 Seiten, 19,95 Euro ISBN 978-3-96186-078-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Routinen etablieren! Zeigarnik-Effekt nutzen Üblicherweise fangen am 1. Januar viele Menschen an zu joggen und weniger zu essen – und sie hören mit dem Rauchen auf. Anlässe wie Neujahr oder runde Geburtstag sind oft der äußere Impuls, um endlich neue Routinen zu entwickeln, ungesunde Angewohnheiten abzulegen oder etwas Neues zu lernen. Nur hält der anfängliche Enthusiasmus selten lange an. Der Mensch ist ein und bleibt ein Gewohnheitstier, das seine eingetretenen Pfade nur ungern verlässt. Der Persönlichkeitscoach Ardeschyr Hagmaier bietet mit seinem Bessermacher-Journal eine Lösung.  Immer der Reihe nach Ardeschyr Hagmaier macht sich mit seinem Journal den sogenannten Zeigarnik-Effekt zunutze. Dieser besagt, dass Menschen sich besser an unterbrochene oder unvollendete Aufgaben erinnern als an abgeschlossene. Dieses psychologische Phänomen wurde von der sowjetischen Psychologin Bluma Zeigarnik in den 1920er-Jahren entdeckt, als sie beobachtete, dass Kellner sich besser an offene Rechnungen erinnerten als an bereits bezahlte. Der Coach und Trainer ermutigt seine Leserinnen und Leser, sich wöchentlich eine Challenge vorzunehmen – nur eine – und sich auf diese zu fokussieren. Erst wenn sie abgeschlossen ist, kommt die nächste dran.  So soll verhindert werden, dass zwischen Nichtrauchen, Fitnessstudio und Journaling der Fokus verloren geht oder sich sogar eine Überforderung einstellt. „Du entwickelst Dich zeitnah zum Bessermacher, wenn Du nach und nach jede Woche eine Challenge meisterst, die Aufgabe als ,erledigt‘ abhakst und Dich an die nächste machst“, erklärt der Autor. „Und das am besten ein Jahr lang.“ In seinem „Bessermacher-Journal. Der 52-Wochen-Begleiter für Deine Bestleistung“ stellt er 52 Herausforderungen für das ganze Jahr vor. Eine davon nennt sich „Handschriftlichkeit“.  Den Stift in die Hand nehmen Als Legastheniker wurde Ardeschyr Hagmaier oft abgestempelt, aber er fing früh an, sich schriftlich auszudrücken. „Seit meinem siebzehnten Lebensjahr schrieb ich immer wieder meine Ziele, Wünsche, Erfolge und Träume auf“, erzählt er, „seit vielen Jahren führe ich ein Erfolgstagebuch und reflektiere so meine Erfahrungen.“ In dieser Challenge ermutigt er auch die Leserinnen und Leser, ihre Wünsche, Ziele und Gedanken schriftlich festzuhalten. Denn: Das handschriftliche Schreiben verbessert nachweislich das Verständnis von dem, was wir schreiben – und im besten Fall ermöglicht es tiefere Einblicke in die eigenen Gedanken und Gefühle. Neben dieser Challenge warten 51 weitere, die Leserinnen und Leser in der persönlichen Weiterentwicklung unterstützen.  Roter-Reiter-Fazit Wer in puncto Persönlichkeitsentwicklung bisher an der tatsächlichen Umsetzung scheiterte, bekommt mit dem Bessermacher-Journal eine praktische Hilfe an die Hand. Und wer die 52 Challenges gemeistert hat, ist in Übung und kann anschließend allein weitermachen – Ziel erreicht! Ardeschyr Hagmaier: Bessermacher-Journal. Der 52-Wochen-Begleiter für Deine BestleistungGABAL Verlag GmbH240 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-96739-229-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Krisenkommunikation: Die richtigen Worte finden Konzerne können gut kommunizieren, wenn die PR-Abteilung ihre Arbeit macht. Aber wenn die Krise da ist, zeigt sich, wie ein Unternehmen wirklich tickt.  Worauf es bei einer profunden Krisenkommunikation ankommt, zeigen Marco Cortesi, ehemaliger Pressesprecher der Stadtpolizei Zürich, und Kommunikationsberater Stefan Häseli in ihrem „Praxisbuch Krisenkommunikation“.  Schweigen ist nicht Gold Bestes Beispiel für eine misslungene Krisenkommunikation ist das Dieselgate im Jahr 2015. Was war passiert? Volkswagen hatte über Jahre hinweg in Millionen von Diesel-Fahrzeugen eine Software eingesetzt, die Abgastests manipulierte. Die Autos stießen im realen Fahrbetrieb viel mehr Stickoxide aus als erlaubt. Als die US-Umweltbehörde den Betrug aufdeckte, geriet VW massiv unter Druck. Was tut man nun in dieser Situation? Das Unternehmen entschied sich für die Lösung, zunächst gar nicht zu reagieren. VW reagierte erst, nachdem die Behörden den Skandal öffentlich gemacht hatten. Die ersten Statements waren vage und unklar. Der damalige CEO Martin Winterkorn sprach zunächst von „einigen wenigen Unregelmäßigkeiten". Der Konzern versuchte, die Schuld auf einzelne Ingenieure abzuwälzen, statt Verantwortung zu übernehmen. Zudem wurden Informationen nur häppchenweise veröffentlicht, Kunden, Investoren und Behörden wurden lange im Unklaren gelassen. Erst als der öffentliche Druck zu groß wurde, trat Winterkorn zurück und entschuldigte sich öffentlich. Trotzdem blieb das Unternehmen lange defensiv und versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen. Die Folgen waren verheerend, es kam zu einem massiven Vertrauensverlust.  Authentische Kommunikation wagen Marco Cortesi und Stefan Häseli benennen mögliche Ursachen für solche Krisen in der Kommunikation: „Früher war Kommunikation im Wesentlichen die Aufgabe der Kommunikationsabteilung, heute redet besonders bei börsennotierten Unternehmen ganz entscheidend die Legal- sowie die Compliance-Abteilung mit – ganze Heerscharen von Juristen sind beteiligt“, erklären sie. „Das Resultat ist eine langweilige und juristisch gesteuerte Information, die wenig glaubwürdig ist und nicht authentisch wirkt.“ Und wenn die Legal-Abteilung beschließt, gar nichts zu sagen, dann wird diesem Rat oftmals gefolgt.  Diese Entscheidungen gab es auch früher, aber sie sind heute nicht mehr umsetzbar. „Tempo und Erwartungen der Öffentlichkeit nehmen zu, die sozialen Medien setzen offizielle Kommunikationskanäle unter Druck, Menschen sind dünnhäutiger geworden und zeigen weniger Loyalität gegenüber einem Unternehmen, einer Partei, einer Organisation“, so die beiden Autoren. Klar: Wer nicht mitredet, über den wird trotzdem geredet.  Marco Cortesi und Stefan Häseli zeigen in ihrem Handbuch, wie Unternehmen die Krise proben, bevor sie eintritt – denn dann ist zumeist alles zu spät. Sie machen deutlich, wie wichtig Ehrlichkeit und Transparenz sind und wo strategische Überlegungen keine Rolle mehr spielen. Ob anberaumter Pressetermin, die besondere Kommunikation bei menschlichen Tragödien, die passende Bildsprache oder das psychologische Spiel von Frage und Antwort: Die Kommunikationsexperten geben praktische Tipps und Strategien an die Hand, um sich auf genau solche Situationen vorzubereiten oder in der akuten Krise ad hoc Hilfe zu erhalten. Roter-Reiter-Fazit Ob vor, in oder nach der Krise: Marco Cortesi und Stefan Häseli geben wertvolle Tipps für die strategische, strukturelle und psychologische Vorbereitung auf den Ernstfall. Sie zeigen, dass Krisenkommunikation kein Sprint, sondern ein Marathon ist – und auf jeden Fall möglich. Marco Cortesi, Stefan Häseli: Praxisbuch Krisenkommunikation. Strategien für mehr Glaubwürdigkeit, Transparenz und VertrauenWiley-VCH, 2025320 Seiten, 32,99 Euro ISBN: 978-3-527-51208-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Playing to Win: Was Strategie wirklich ist Es gibt unzählige Trainings, Weiterbildungen und Workshops für Menschen in Führung, die sich mit dem Geheimrezept für Erfolg beschäftigen – doch so geheimnisvoll ist das Rezept gar nicht. Das zeigen Alan G. Lafley und Roger L. Martin in ihrem Ratgeber „Playing to Win. Wie Strategie wirklich funktioniert“. Angenehm unprätentiös zeigen sie, welche Spielregeln Organisationen befolgen müssen, um das Spiel richtig zu spielen. How to play: Das Spiel folgt klaren Regeln Dabei verfolgen sie die Idee, dass Strategie weniger ein abstraktes Konzept ist, sondern eher eine praxisorientierte, strukturierte Herangehensweise, die dann zum Erfolg führt. „Strategie bedeutet, dass man sich ausdrücklich dafür entscheidet, bestimmte Dinge zu tun und andere zu lassen, und dass man ein Unternehmen auf diesen Entscheidungen aufbaut“, erklären sie.  Alan G. Lafley war Chief Executive Officer, Präsident und Vorsitzender von Procter & Gamble (P & G). Unter seiner Führung vervierfachte sich der Gewinn des Unternehmens. Roger L. Martin ist emeritierter Professor für strategisches Management an der Rotman School of Management der Universität Toronto und arbeitete intensiv mit Alan G. Lafley an der strategischen Ausrichtung von P & G. In ihrem Buch geben sie einen klaren, handlungsorientierten Rahmen für die Entwicklung und Umsetzung von Unternehmensstrategie und bieten Entscheiderinnen und Entscheidern für ihre Organisation fünf Fragen an, von denen „Wo spielen wir?" und „Wie gewinnen wir?" die wichtigsten sind. How to win: Das Spielfeld nach den eigenen Bedingungen verändern Indem Unternehmen diese Fragen für sich beantworten, treffen sie bewusste Entscheidungen und fokussieren sich auf klare strategische Ziele. Anhand von praktischen Beispielen aus der P & G-Welt wird klar, was Alan G. Lafley und Roger L. Martin damit meinen. So beschreiben sie beispielsweise den Prozess, in dem die P & G-Marke Olaz – früher auch bekannt unter dem Namen Olay und Oil of Olaz – neu definiert wurde, um wieder einen höheren Marktanteil zu erhalten. Die Marke gibt es seit 1952; sie gehört seit 1985 zu P & G. In einem intensiven Prozess wurde nicht nur das Spielfeld neu bestimmt, sondern auch der Impact verändert: Was hebt uns von Mitbewerbern ab? Das Unternehmen entschied, der traditionellen Hautpflege durch eine komplexe Formel, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, ein neues Image zu geben. Dadurch veränderte sich das Spielfeld: Die Zielgruppe und der Markt veränderten sich. Aber so gewann das Unternehmen das Spiel – vorerst. Denn was die beiden Autoren auch klarmachen: Die Strategie passt sich ständig den Bedingungen an und ist damit ein endloses Vorhaben.  Roter-Reiter-Fazit Keine Magie, keine Masterclass: Auffallend unprätentiös beschreiben die Autoren den Prozess einer fokussierten Unternehmensstrategie. Sehr klar und hilfreich in der täglichen Arbeit.  Alan G. Lafley, Roger L. Martin: Playing to Win. Wie Strategie wirklich funktioniertVahlen, 2024278 Seiten, 29,80 Euro ISBN 978-3-8006-7531-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Wo steckt die Seegurke? Superkräfte-Entwicklung in Teams Als Software-Entwicklerin konnte Katharina Wirtz das Wirken ihrer Arbeit direkt sehen. Sie sattelte um und wirkt heute als agile Transformationsberaterin und Coachin – aber die Perspektive hat sich verändert. „In der ersten Zeit plagten mich immer wieder mal Zweifel, ob meine Arbeit wirklich Mehrwert brächte oder ob ich nicht vielmehr überflüssig wäre.“ Ihre Lösung: Sie setzte sich hin und schrieb morgens auf, was sie an diesem Tag im Team bewirken könnte – und abends, was sie tatsächlich bewegen konnte. „Über die Zeit hinweg merkte ich, dass ich die Stärken des Teams aktivierte und befeuerte. Meine Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass das Team eine gute Version seines Selbst entwickelte und lebte.“ Dieses Team-Coaching-Tagebuch war die Grundlage für ihre weiteren Überlegungen und ihr Buch „Die 10 Superkräfte erfolgreicher Teams. Und was du als Team-Coach dazu beitragen kannst“, das sie mit Unterstützung von Claudia Odesser realisierte.  Prinzipien spielerisch entdecken und umsetzen In dem Ratgeber stellen die beiden Autorinnen Fähigkeiten vor, die es in erfolgreichen Teams braucht. „Die 10 Superkräfte beschreiben Stärken, die Führungskräfte, Coaches und auch Teammitglieder aufbauen und fördern können“, so Katharina Wirtz und Claudia Odesser. Um diese Fähigkeiten anschaulicher darzustellen, nutzen sie Analogien. „Alle Seegurken haben einen Eingang und einen Ausgang – und so geht alles seinen Gang: rein oder raus“, erklären sie. „Die perfekte Metapher für einfache Systeme wie 0/1, schwarz/weiß, plus/minus.“ Damit ist die Seegurke das perfekte Tier, um die Superkraft „Einfachheit“ zu symbolisieren.  Katharina Wirtz und Claudia Odesser spielen durch, wie Teams das KISS-Prinzip – einfache Sprache, klare Rollen und Verantwortlichkeiten und einfache Prozesse – nutzen, um der Komplexität in Organisationen entgegenzuwirken und handlungsfähig zu bleiben. Zusätzlich zu den Methoden zur Umsetzung gibt es zu jeder Superkraft ein Interview mit einem Experten oder einer Expertin zum Nachhören. Neben Seegurken gibt es die Superpower von Tieren wie der Ameise, dem Falken oder dem Kaiserpinguin zu entdecken.  Roter-Reiter-Fazit Entdecke die Seegurke in deinem Team! Katharina Wirtz und Claudia Odesser zeigen in einprägsamen Analogien, welche Superkräfte Führungskräfte und Coaches in Teams freisetzen können. Die tierischen Vorbilder machen Prinzipien, Methoden und Techniken anschaulicher, was die Lust am Umsetzen weckt.  Katharina Wirtz, Claudia Odesser: Die 10 Superkräfte erfolgreicher Teams. Und was du als Team-Coach dazu beitragen kannstVahlen, 2025199 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7455-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Text-KI in der Organisation nutzen: Mein Helfer, die KI Astrid Brüggemann war eine der Ersten, die es verstanden: Mit ChatGPT endet ihr Geschäftsmodell. Sie schaute sich an, was die KI kann, und „eines war mir schnell klar: Meinen Beruf als Schnell-Lese-Trainerin konnte ich an den Nagel hängen. Ich befand mich in einer Schockstarre.“ Aber sind ChatGPT und die anderen Text-KI das Ende von allem – oder doch der Anfang von etwas Neuem? Sie entschied sich für Zweiteres und orientierte sich neu. In ihrem Ratgeber „Keine Panik, es ist nur KI!“ zeigt die Expertin für effizientes Arbeiten und Lernen, wie Selbstständige und auch Organisationen die Text-KI sinnvoll nutzen – und sogar ihre Freude am Arbeiten steigern können. Endlich Zeit fürs Arbeiten Ein Best Practice bietet das Unternehmen Otto. Das hat im Gegensatz zur Konkurrenz schnell gehandelt und eine eigene KI-Assistenz entwickelt und im Herbst 2023 eingeführt. Nach drei Monaten wurden die Mitarbeitenden befragt. Das Ergebnis: „20 Prozent der Belegschaft nutzte die KI-Assistenz, zum Beispiel für Kundenkommunikation, im Marketing, für die automatisierte Generierung von Stellenanzeigen und Texten für unterschiedliche globale Märkte“, fasst es Astrid Brüggemann zusammen. Die Teams sparen zwischen einer halben bis zu drei Stunden Arbeit pro Woche. Was wegfällt, sind zumeist die trivialen To-dos wie die Zusammenstellung des Newsletters oder Produktbeschreibungen in mehreren Sprachen. So wird Zeit für die herausfordernden und kreativen Aufgaben frei. Es verwundert nicht, dass die Befragten auch angaben, dass es Spaß macht, mit der KI zu arbeiten.  Was KI besser kann als Menschen In ihrem Ratgeber zeigt Astrid Brüggemann, wie Text-KI im Alltag und Job als Hilfe, zur Inspiration und als Suchmaschine eingesetzt werden kann. Und genau das bleibt die Text-KI – ein Helfer: „Der Mensch steht im Mittelpunkt, und Technologie unterstützt zwar, trifft jedoch keine Entscheidungen“, so Brüggemann.  Sie geht aber einen Schritt weiter und macht deutlich, wie Text-KI im Marketing, der Geschäftsentwicklung und in der Führung dabei helfen kann, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen, Analysen durchzuführen und Strategien zu entwickeln. Dabei nimmt die Text-KI keine Arbeitsplätze weg, sondern übernimmt in rasend schneller Zeit analytische Aufgaben, für die wir Menschen schlicht mehr Zeit einplanen müssten. Welche Schlüsse wir aus den Ergebnissen ziehen und wie wir sie nutzen, bleibt aber noch immer Sache des Einzelnen. Roter-Reiter-Fazit Endlich Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben: Astrid Brüggemann bietet einen profunden Einblick in das Potenzial von Text-KI und wie Selbstständige, Mitarbeitende und Führungskräfte diese für verschiedene Geschäftsfelder nutzen können. Astrid Brüggemann: Keine Panik, es ist nur KI! Grundprinzipien zur professionellen Nutzung von Text-KI für Neulinge und FortgeschritteneMit digitaler Prompt-SammlungGABAL Verlag GmbH200 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-224-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Erst handeln, dann lernen: Leadership neu denken Die Arbeit einer Führungskraft war lange Zeit wie Schach: Es gab klar definierte Hierarchien und feste Regeln, Führung war oft stark reglementiert und orientierte sich an festen Strukturen. Hier plante der Leader voraus, kontrollierte das „Spielfeld“, während er die Züge der anderen Seite überwachte und darauf reagierte – und hin und wieder gab es ein Bauernopfer.  Führung ist Sudoku Heute ist Führung eher wie Sudoku: Alles hat auf alles Einfluss und es gibt viele Unbekannte. Unsere Welt ist komplex geworden, was sich auch in Organisationen zeigt. Unternehmen, die noch immer ausschließlich Top-down denken und Befehle nur vom König annehmen, geraten zunehmend ins Hintertreffen. Das sieht auch Herminia Ibarra so. Die Professorin für Organizational Behavior an der London Business School fordert: Erst handeln, dann lernen! Führungskräfte müssen mit Neuem experimentieren, ihren Horizont erweitern. „Doch immer wieder erlebe ich, dass sich aufstrebende Führungskräfte mit der iterativen Methode nicht anfreunden können“, sagt sie. Der Grund: Wenn wir jetzt etwas anders machen, war dann nicht alles, was wir bis hierhin getan haben, falsch?  Raus aus alten Denkmustern In ihrem Ratgeber „Act Like a Leader, Think Like a Leader“ lädt sie Führungskräfte dazu ein, diese Annahme hinter sich zu lassen. Dazu stellt sie das Outsight-Prinzip vor. „Das Prinzip besagt, dass die einzige Möglichkeit, wie eine Führungskraft zu denken, darin besteht, zuerst zu handeln: sich in neue Projekte und Aktivitäten zu stürzen, mit ganz unterschiedlichen Menschen zu interagieren und mit ungewohnten Wegen zu experimentieren“, so die Expertin.  Denn was passiert, wenn wir nicht rausgehen und Neues lernen? Genau: Wir bleiben in unseren Erfahrungen und Annahmen stecken. Nur leider werden wir mit unseren Erfahrungen aus einem tradierten Führungsverständnis nicht die Probleme von heute und morgen lösen. In ihrem Ratgeber zeigt sie, wie Führungskräfte durch den Aufbau eines Netzwerkes, durch die Neu-Definition ihrer Rolle und durch den spielerischen Umgang mit dem Selbst der Lösung jedes Sudoku auf die Schliche kommen.  Roter-Reiter-Fazit Rausgehen, ausprobieren: Herminia Ibarra stellt mit ihrem Outsight-Prinzip eine gute Möglichkeit dar, wie Führungskräfte ein neues Führungsverständnis erlangen, mit dem sie die komplexen Herausforderungen in Teams und Organisationen angehen können. Herminia Ibarra: Act Like a Leader, Think Like a Leader. Führung neu denkenVahlen, 2024224 Seiten, 26,90 Euro ISBN 978-3-8006-7408-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Zusammenarbeit in Teams: Kommt in den Flow! Es gibt diese Phasen, in denen im Job alles super läuft: In den Teams herrscht tolle Stimmung, jeder weiß, was zu tun ist. Es gibt eine Frage? Dann greift man zum Hörer und fragt den Kollegen oder die Kollegin. Es gibt eine Schwierigkeit? Jeder wirft sein Wissen und seine Erfahrung in den Topf und heraus kommt eine gute und praktikable Lösung. Das ist keine Magie, das ist ein Flow-Zustand. Wie Organisationen die Grundlage für solch eine gelungene Zusammenarbeit schaffen, zeigen die Coaches Nadja Schnetzler und Laurent Burst in ihrem Ratgeber „Zusammenarbeit im Flow“.  Bürokratie in Reinkultur Sie stellen zehn Werkzeuge vor, mit denen Mitarbeitende und Führungskräfte sofort starten können. Mal ist es das Stellen der richtigen Frage, mal ist es der Mut, eine unpopuläre Entscheidung zu treffen: Mit dem richtigen Hebel lassen sich klassische Hürden und Barrieren schnell überwinden. „Flow bedeutet: Dinge werden fertig, Vorhaben gehen voran und MitarbeiterInnen erleben in ihrer Arbeit und Zusammenarbeit Motivation, Sinn und Freude“, erklären die Autorin und der Autor. Zu den häufigsten Gründen für fehlenden Flow gehört laut den beiden Coaches das Szenario des „Firma-Spielens“. So können beispielsweise ganze Projekte stocken, weil es für die Umsetzung eine Software braucht, für die die IT-Abteilung keine Freigabe gibt: zu teuer, noch nicht getestet usw. Oder eine Mitarbeiterin hat die notwendige Qualifikation, die in einer anderen Abteilung dringend benötigt wird – sie darf diese aber nicht unterstützen, weil es nicht ihrem Aufgabengebiet entspricht.  Sofort die beste Lösung finden „,Firma spielen‘ bedeutet, dass wir Dinge tun oder limitieren, weil wir denken, dass ,man‘ das halt so tun muss in einer bestimmten Position in der Organisation, ohne sich zu überlegen, ob dies auch tatsächlich sinnvoll ist“, so Nadja Schnetzler und Laurent Burst. Die beiden geben in ihrem Ratgeber für die verschiedensten Situationen die richtigen Werkzeuge an die Hand, um genau solche Situationen aufzulösen. Ob in Teamsitzungen, bei Spannungen, in Kulturfragen oder bei Zuständigkeiten: Müssen wir das wirklich so machen – oder geht es auch einfacher? Die Praxisbeispiele der Coaches zeigen, dass es einfacher geht. Roter-Reiter-Fazit Da ist der Flow vorprogrammiert: Nadja Schnetzler und Laurent Burst geben Führungskräften und Teams einfache Werkzeuge an die Hand, die sie ohne viel Vorwissen und Expertise direkt im Alltag einsetzen können. Sie zeigen, dass Zusammenarbeit ganz leicht sein kann, wenn man Vorannahmen einfach mal mutig beiseitelässt. Nadja Schnetzler, Laurent Burst: Zusammenarbeit im Flow. Wie du mit 10 praxiserprobten Werkzeugen erfolgreich Flow ins Team, in Projekte und ins Unternehmen bringst.GABAL Verlag GmbH, 2024216 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-201-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Gesund führen: Selfcare für Führungskräfte Wenn Kara Pientka mit Führungskräften spricht, trifft sie immer häufiger auf dieses Bild: Führungskräfte sind wie Hamsterrad-Park-Direktoren. In dem Park gibt es viele Hamsterräder, „die alle miteinander verzahnt sind. Als Direktor bin ich dafür verantwortlich, dass alle Hamster in ihren Rädern möglichst effizient laufen.“ Als Führungskraft läuft man zwischen den Rädern, um zu reparieren, zu motivieren und zu besänftigen. Die Chance, dass dieses Konstrukt erfolgreich ist, ist niedrig. Vom Hamsterrad-Park-Direktoren … Kara Pientka ist diplomierte Sozialwissenschaftlerin und Gründerin des INHESA Instituts für Health & Selfcare. Mit ihrer Arbeit unterstützt sie insbesondere Führungskräfte dabei, einen gesunden Lebensstil und Leadership (wieder) zusammenzubringen. Damit trifft sie einen Nerv der Zeit, denn Führungskräfte sehen sich immer öfter als „Hamsterrad-Park-Direktoren“, deren Bemühungen und Strategien durch Krisen, plötzliche Herausforderungen und Veränderungen verhindert werden. Die Anforderungen bleiben dabei ungleich hoch oder steigen.  Das Resultat: Personen mit Führungsverantwortung fühlen sich zunehmend ausgelaugt. „Als ich vor über fünfundzwanzig Jahren mit meiner Arbeit begann, kamen solche Gespräche nicht vor“, erinnert sich Kara Pientka. „Führungskräfte formulierten Stress- und Konfliktthemen, allerdings ohne den Aspekt der persönlichen Erschöpfung.“  … zum Gärtner für gesundes Wachstum In ihrem Ratgeber „Selfcare Next Level“ stellt sie sieben praxiserprobte Strategien vor, mit denen Führungskräfte aus dem Hamsterrad-Geschäft herauskommen und wieder die Führung übernehmen. Dabei geht es vor allem um einen Perspektivwechsel zwischen alter und neuer Führungskultur. In einem Bild lässt es sich so erklären: Während Führungskräfte tatsächlich Dompteure waren, die Prozesse überwachten, eingriffen und regelten, sind Leader heute Gärtner.  Sie sorgen für möglichst gute Wachstumsbedingungen ihrer Pflänzchen, düngen, wo es gebraucht wird, und überlassen den Rest mit Vertrauen den Umständen. Ob Kommunikation, Haltung oder der flexible Perspektivenwechsel: Kara Pientka zeigt, wie Führungskräfte durch das Loslassen, Anerkennen von Gegebenem und Befähigung von anderen Mitarbeitenden wieder durchatmen können und Entscheidungsräume schaffen.  Perfect Match: Produktivität und persönliches Wachstum Eine der Selfcare Next Level-Strategien ist die projektorientierte Individuation. Sie ist ein Ansatz, um aus dem Gefühl herauszukommen, dass man als Führungskraft all die Herausforderungen der Transformation selbst und allein angehen muss. Allein der Gedanke daran macht Stress und kann zu einer Haltungsstarre führen. „Wir sollten unbedingt aufpassen, nicht in die Superhelden-Falle zu tappen und anzunehmen, wir müssten jetzt alles allein schultern und von uns Unmögliches verlangen – auf unsere eigenen gesundheitlichen Kosten“, appelliert die Expertin. In der projektorientierten Individuation geht es im Kern darum, sich Projekte vorzunehmen, in denen wir „inhaltliches und persönliches Wachstum gleichermaßen in den Blick nehmen“.  Indem wir Führungsthemen angehen, die uns persönlich reizen, kommen wir in die Selbstwirkung und sind motiviert. Das tut uns persönlich gut. Wenn das Projekt zudem der Organisation einen Vorteil schafft, ist es ein Perfect Match: Produktivität und persönliches Wachstum stehen in einem gesunden Verhältnis zueinander.  Roter-Reiter-Fazit Kara Pientka gibt Führungskräften keine Selbstoptimierungstipps, um im Hamsterrad noch besser funktionieren zu können. Sie gibt ihnen vielmehr nachhaltige Strategien an die Hand, wie sie Führung und ihre Rolle darin neu – und gesünder – denken können.  Kara Pientka: Selfcare Next Level. 7 Strategien für krisenfeste FührungskräfteCampus, 2024240 Seiten, 28 Euro ISBN 9783593519524 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Wie finanzieren wir das 100-Jahre-Leben? Noch vor wenigen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahren, war die Sache klar: Wir gehen in die Schule und absolvieren anschließend eine Ausbildung. Dann arbeiten wir bis zur Rente – la fin. Dieser traditionelle Lebenslauf ist heute nicht mehr die Regel. Die einen probieren sich nach einer Arbeitnehmerkarriere in der Selbstständigkeit, die anderen steigen wegen der Familienplanung mehrere Jahre aus dem Job aus. Heute ist es auch noch im hohen Alter möglich, sich beruflich komplett neu zu orientieren. Hinzu kommen vermehrt längere Ausfälle wegen psychischer Erkrankungen oder der Pflege von Familienangehörigen.  Der Verhaltensökonom Thomas Mathar nennt das ein Multi-Stufen-Leben. „Im Gegensatz zum traditionellen 3-Stufen-Leben – Ausbildung, Arbeit, Ruhestand – gibt es im Multi-Stufen-Leben mehr Übergänge, Zwischenphasen und Neuanfänge.“ Hinzu kommt, dass wir immer älter werden: Wir planen in vielen Fällen nicht mehr die 20 Jahre im Ruhestand – es können je nach Renteneintrittsalter auch 40 werden. In seinem Ratgeber „Der Weg zu Glück und Wohlstand im 100-Jahre-Leben“ zeigt Thomas Mathar, wie wir unsere Finanzen für ein langes Leben planen und worauf es dabei ankommt. Financial Wellbeing ist mehr als Geld Dabei macht der Verhaltensforscher klar, wie wichtig in der Finanzplanung der Faktor des Selbstwissens ist: Wir benötigen eine klare Vorstellung davon, was für uns zu einem gelungenen Leben dazugehört. Welche Ziele haben wir und welche Faktoren tragen zu unserer Zufriedenheit bei? So erzählt er von einem Mann, der im Hier und Jetzt bewusst nur einen sehr geringen Lebensstandard hatte und auf Luxus verzichtete. Er sparte auf den Ruhestand mit 40. Als er Vater wurde, änderte sich seine Einstellung von Grund auf, womit sich auch seine Finanzplanung änderte. Für den Verhaltensforscher ist klar, dass Finanzplanung immer etwas mit der Haltung zum Leben zu tun hat, was weit über klassische Anlagestrategien und die Pension hinausgeht.  „Geld allein reicht nicht aus“, sagt er. „Eine enge Verbindung zum zukünftigen Selbst ist ein wichtiger Teil des Money-Mindsets.“ Wo sehe ich mich in 30 Jahren? Was wird mir wichtig sein? Wie viel Geld werde ich voraussichtlich zur Verfügung haben? Mathar fordert uns dazu auf, die Antworten auf solche Fragen einem Realitätscheck zu unterziehen, denn wenn wir alle könnten, wie wir wollten, gäbe es gar kein Problem. Bringen wir unser Mindset jedoch in eine gute Balance mit unseren Möglichkeiten, können wir auch 100 Jahre gut leben – oder sogar länger. Roter-Reiter-Fazit Thomas Mathar bringt Finanz- und Lebensplanung intelligent zusammen: Das Leben ist und unsere Entscheidungen sind komplex, mit der passenden und flexiblen Einstellung zum Thema Geld können wir aber gut leben. Wie das gelingt, erklärt er anschaulich. Thomas Mathar: Der Weg zu Glück und Wohlstand im 100-Jahre-Leben. Ein Leitfaden für Finanz- und LebensplanungGABAL Verlag GmbH, 2024200 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-209-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Komplexität meistern: Super Skills für den Wandel „Wie übernehmen wir Selbstverantwortung, wenn uns die App erklärt, wann wir schlafen, joggen oder eine Pause machen sollen?“, fragt sich Nicole Thurn. Damit trifft sie einen neuralgischen Punkt. Denn: Es ist alles da. Wir haben Apps, Projektmanagement-Tools, die schönsten Anweisungen und Anleitungen für Rituale und Routinen – und ein ganzes YouTube voller Yoga-Kurse für Kontemplation. Und trotzdem hadern wir täglich mit unserem Alltag, dem Job und der Frage: Warum das alles? Verschüttete Super-Power Mit ihrem neuen Ratgeber „Wie du mit 13 Super Skills dein (Arbeits-)Leben für immer veränderst“ bietet Nicole Thurn den Lesenden verschiedene Antworten auf diese Frage an. Alle Tools, Anleitungen und Theorien, die wir uns zum Thema Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung konzipiert haben, zielen immer nur auf die eine Sache: Sinn ins Leben bringen. Aber unter all diesen Konzepten ist uns das Gespür verloren gegangen. „Wir alle haben grundlegende, uns innewohnende Superkräfte, die im bisherigen System, einer fehlerfokussierten Bildungslandschaft, eines unter Druck stehenden Arbeitsmarktes und einer mangelorientierten Gesellschaft verschüttet wurden und wieder freigelegt werden dürfen“, fasst es Nicole Thurn zusammen.  Mehr Super Skills für weniger Anstrengung In ihrem Buch versammelt sie 13 Super Skills, die uns diesen Zugang wieder freilegen. Sie stellt ihre Freundin vor, die mit dem Camper durch die Welt fährt. Nicht der gesponsorte Super-Van, sondern der selbst umgebaute Van, der etwas weniger fancy ist. Aber die Freundin ist glücklich, ist das denn die Möglichkeit? Die Kommunikationsberaterin nennt den passenden Skill „Enoughism“ – „Genug-Tuung“. „Enoughism ist die Antithese zur grenzenlosen Selbstoptimierung, zum grenzenlosen Konsum und Besitzdenken“, sagt sie, „und damit zur ständigen Kompensation von Selbstzweifeln.“ Die Autorin fordert Lesende also nicht zur nächsten Praktik oder dem Einüben der nächsten Routine auf – sondern zum Innehalten. Auch die weiteren zwölf Super Skills, zu denen „Abundance und Growth Mindset“ und emotionale Veränderungsintelligenz gehören, laden eher zum Verschieben des Fokus ein, anstatt etwas draufzusetzen. Denn: Es ist schon alles da; wir müssen nur lernen, es zu erkennen.  Roter-Reiter-Fazit Nicole Thurn schafft es, kleine und größere Perspektivwechsel im Kopf anzustoßen, die nicht der Selbstoptimierung dienen und damit noch mehr Arbeit bedeuten. Die vorgestellten 13 Super Skills sind in jedem von uns bereits da, und die Autorin hilft bei der Wiederentdeckung. Nicole Thurn: Wie du mit 13 Super Skills dein (Arbeits-)Leben für immer veränderst … und dich selbst findest, ohne dich zu Tode zu optimieren.GABAL Verlag GmbH, 2024200 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-205-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Business-Manga für die Unternehmensstrategie „Eine Unternehmensstrategie, die nicht umsetzbar ist, ist nichts als ein Luftschloss“ – dieses vernichtende Urteil fällt Takeda. In dem Manga „Manga for Success – Problemlösung und Strategie im Business“ ist er stellvertretender Leiter der Geschäftsplanung des Lebensmittelherstellers Kikutani. Seine ehemalige Kollegin Kazumi bittet ihn um eine Einschätzung ihres Strategiepapiers, das sie als Leiterin der Geschäftsplanung des Unternehmens Matsui-ya erstellen sollte. Das Feedback der Geschäftsleitung war niederschmetternd, weshalb die Managerin Zuspruch bei ihrem ehemaligen Kollegen sucht. Der zeigt ihr aber schnell auf, dass ihre Unternehmensstrategie gar keine ist. In dem unterhaltsamen Business-Manga begleiten Lesende die beiden bei der Ausarbeitung einer erfolgreichen Unternehmensstrategie – durch die künstlerische Umsetzung kommen die emotionalen Höhen und Tiefen nicht zu kurz.  Prozesse kreativ sichtbar machen Die beiden Autoren Takayuki Kito und Keisuke Yamabe haben beide bei einem weltweit führenden Beratungsunternehmen gearbeitet und kennen das Rezept für eine gut durchdachte und stringente Unternehmensstrategie. Ihre Erfahrung und ihr Wissen ließen sie in diesen besonderen Ratgeber einfließen. „Dieses Buch nutzt das Manga-Format, um das Thema der Ausarbeitung von Strategien, das in Sachbüchern oft sehr trocken und schwer verständlich sein kann, so realistisch wie möglich darzustellen“, erklären sie. „So zeigt es zahlreiche Probleme und alltägliche Situationen aus unserem Blickwinkel als Strategieberater, die einen Klienten in seinem Prozess der Strategieentwicklung unterstützen.“ Ob OT-Analyse, SWOT oder das Erkennen von Wachstumspotenzialen: In dem Business-Manga wechseln sich hilfreiche Grafiken und Manga-Elemente, die Einblicke in die Ideen und Gedanken von Takeda und Kazumi geben, ab. So können Lesende sich in den komplexen Prozess sehr gut einfühlen. „Der Prozess, in dem Kazumi mit Takedas Hilfe mühsam durch Versuch und Irrtum eine Unternehmensstrategie für Matsui-ya ausarbeitet, ist genau so dargestellt, wie unsere Klienten gemeinsam mit uns als Beratern ihre Strategie entwickeln“, erklärt Takayuki Kito.  Roter-Reiter-Fazit Ein bisschen Theorie und ganz viel Praxis: Wer Einblicke in die Konzeption einer Unternehmensstrategie und der aktiven Problemlösung haben möchte, dem sei dieser Business-Manga empfohlen. Takayuki Kito, Keisuke Yamabe: Manga for Success – Problemlösung und Strategie im BusinessWiley VCH, 2024304 Seiten, 21,99 Euro ISBN: 978-3-527-51175-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Fight oder Flight? Gelassenheit! Die Deadline für die Projektabgabe, die offene Zahnpastatube oder das schlechte Wetter im Urlaub: Es gibt Situationen, in denen wir aus der Haut fahren möchten. Dann stürzen wir uns entweder in Diskussionen, die schnell in echte Streitigkeiten umschlagen, werden hektisch oder verfallen in eine Starre. Oder wir verlassen mit viel Wut im Bauch den Ort des Geschehens. Das Resultat: Selbstgemachter Stress, der selten zu etwas Produktivem führt.  Loslassen für mehr Ruhe Eva Kalbheim ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Kommunikationsexpertin. In ihrem Buch „Gelassenheit lernen für Dummies“ zeigt sie, wie wir stressige Situationen, wiederkehrende Spannungen und schwierige Momente besser managen. Der Schlüssel liegt in einer veränderten Perspektive und Haltung, die uns Situationen anders bewerten lassen. Der heruntergefallene Teller? Er ist kaputt, also was nützt das Aufregen? Die Partnerin, die zu unserem Missfallen Langschläferin ist? Es kann helfen, den Biorhythmus als gegeben hinzunehmen, denn er lässt sich quasi nicht ändern. „Gelassene Menschen lösen sich von lähmenden Glaubenssätzen, von unreflektierten Annahmen, von negativen Einflüssen“, so Eva Kalbheim. „Sie schauen mit ruhigem Blick auf Menschen und Situationen, sammeln Informationen, um den Überblick behalten zu können, und verlieren das innere Gleichgewicht nicht.“  Love it or leave it In ihrem Ratgeber gibt die Expertin wertvolle Tipps für die verschiedensten Lebensbereiche. Wie gehe ich mit Kindern in der berühmt-berüchtigten Autonomiephase um? Sicher nicht, in dem ich selbst wütend mit dem Fuß aufstampfe. Wie gehe ich mit meiner Unzufriedenheit über meine berufliche Situation um? Sauer auf den Chef sein? Bringt auch nicht viel. „Halten Sie sich nicht daran fest, wie Sie sich Ihre Mitmenschen vorstellen. Lassen Sie los – und lassen Sie die Menschen so sein, wie sie eben sind. Genauso wie Sie das Wetter so hinnehmen müssen, wie es eben ist“, so Eva Kalbheim. Denn: Wir können nur uns selbst verändern, aber niemand anders. Wie solche wichtigen Erkenntnisse zu mehr Gelassenheit im Leben führen, zeigt die Expertin anhand praktischer Beispiele und gibt wertvolle Methoden an die Hand, um das eigene Handeln und Denken zu hinterfragen.  Roter-Reiter-Fazit Eva Kalbheim gibt einen breiten Überblick über Lebensbereiche, in denen es immer wieder zu Stress und Anspannung kommt. Sie zeigt, wie man Gelassenheit als Haltung einübt und wie wir das Leben von Grund auf ruhiger und stressfreier betrachten können.  Eva Kalbheim: Gelassenheit lernen für Dummies – SONDERAUSGABEWiley VCH, 2024 352 Seiten, 10 Euro ISBN: 978-3-527-72336-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Selbstständigkeit: Bei diesen 7 Kundentypen sagen wir nein Wer sich ein eigenes Business aufbaut, lernt ständig dazu. Zu einem der wichtigsten Learnings gehört es, sich eine gewisse Menschenkenntnis zu erarbeiten. Nach dem x-ten Akquisegespräch, der netten Plauderei am Netzwerkabend oder dem Anbahnen eines Pitchs wissen erfahrene Selbstständige sehr schnell, wann der Zeitpunkt gekommen ist, den Rückzug anzutreten. Dann sagt die Erfahrung oder das Bauchgefühl, dass die Person keine gute Kundeschaft sein wird. Die selbstständige PR-Beraterin Jennifer Delano möchte anderen schmerzhafte Erfahrungen, Mahnbescheide und finanzielle Verluste ersparen und stellt in ihrem Buch „Nein sagen lohnt sich“ sieben Kundentypen vor, auf die jede selbstständige Person verzichten kann. Dabei kann sie aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Mit dieser Kundschaft gibt es kein Happy End Da gibt es die Unentschlossenen, die sich gar nicht sicher sind, was sie eigentlich wollen – und deshalb auch gar keinen klaren Auftrag erteilen können. Und da gibt es diejenigen, die es eigentlich selbst viel besser können und eine klare Vision haben – nur dass jeder Experte und jede Expertin genauso klar sagen kann, dass diese Vision nicht umsetzbar ist. Und dann gibt es natürlich noch die kleinen und großen Betrügerinnen und Betrüger: Während die einen die Arbeit erledigen lassen und dann schlicht und einfach nicht zahlen, gehen die anderen perfider vor. Sie wünschen sich endlose Telefonate und Vorbesprechungen. Und dabei ist die Zeit „schnell weg: chancenlose und viel zu ausführliche E-Mail-Wechsel, bevor man sich einmal trifft, Online-Termine und (noch schlimmer) Offline-Begegnungen, die Stunden dauern und aus denen kein unterschriebenes Angebot hervorgeht, Pläne und Angebote schreiben, ohne eine Rechnung schicken zu können“, fasst es Jennifer Delano zusammen.  So setzen Selbstständige ein schnelles Ende In ihrem Ratgeber macht Jennifer Delano deutlich, wie man solche Szenarien möglichst rechtzeitig wahrnimmt und richtig bewertet. Und sie zeigt, wie man aus solchen Situationen wieder herauskommt. Dabei lässt sie auch andere Unternehmerinnen und Unternehmer von ihren Erfahrungen erzählen, sodass Selbstständige ein breites Spektrum an Worst Cases und guten Lösungen erhalten. Roter-Reiter-Fazit Ein unterhaltsames und lösungsorientiertes Fachbuch für Selbstständige, die sich in professionellem Projekt- und Erwartungsmanagement üben wollen.  Jennifer Delano: Nein sagen lohnt sich. 7 Kundentypen erkennen, die Ihnen Zeit, Geld und Energie stehlenCampus, 2024176 Seiten, 24 Euro ISBN 9783593519562 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Wo will ich hin: Endlich leichter entscheiden Die Wissenschaft geht davon aus, dass wir zwischen 20.000 und 30.000 Entscheidungen am Tag treffen. Einige fallen uns relativ leicht („Der rote oder der blaue Pullover“), andere fallen uns schwer. Allein die Frage, ob wir den Kaffee mit Kuh- oder Sojamilch trinken, kann an speziellen Tagen zu mittelschweren Krisen führen. Wir haben die Bilder von Massentierhaltung im Kopf, von armen Kälbchen, die von ihren Müttern getrennt werden. Also Sojamilch, sagt uns unser Gewissen. Aber war da nicht auch etwas mit dem Regenwald, der für die Sojaproduktion abgeholzt wird? Und so startet der Tag mit einem schlechten Gefühl und schwarzem Kaffee. Komplexe Entscheidungswege Dieses Bild macht deutlich, dass „selbst kleinste Entscheidungen eine immer größere Tragweite haben, zugleich wird das Abwägen aller relevanten Umstände immer aussichtsloser, die Entscheidungsfolgen sind immer weniger abschätzbar“, so Johanna Dahm. Mit einem schnell getippten Kommentar in den sozialen Medien können wir einen Hype oder einen Shitstorm auslösen. Aber auch wenn wir uns mehr Zeit zum Nachdenken nehmen, ist das Outcome unserer Entscheidungen immer schwerer einzuschätzen. Was passiert, wenn ich mich gegen den Job im Ausland entscheide? Was geschieht, wenn ich mein Kreuz bei dieser Partei setze? Welche Auswirkungen hat es, wenn ich als Führungskraft diese strategische Entscheidung treffe?  Wie treffen wir Entscheidungen? Die Entscheidungsexpertin zeigt in ihrem Buch „Die 7 Pfade zu guten Entscheidungen“, wie wir als Privatpersonen, als Führungskräfte und wortwörtlich als Entscheidungsträgerinnen und -träger in einer zunehmend komplexen Welt gute Entscheidungen treffen können. Der Kern ihrer Botschaft ist, dass wir Entscheidungen mit Haltung treffen müssen, ganz nach dem Motto: Kenne deine Werte und Ziele, dann weißt du auch, wo du hinmöchtest. Ein wertebasiertes Zukunftsbild gibt uns eine klare Empfehlung ab, mit der wir alternative Entscheidungen ausschließen können und so den möglichen Entscheidungsraum verringern. Das wertebasierte Zukunftsbild „ermöglicht uns, uns auf das zu konzentrieren, was wir wirklich erreichen möchten, anstatt uns von momentanen Schwierigkeiten oder Herausforderungen überwältigen zu lassen“, so die Managementberaterin. In ihrem Praxisbuch deckt sie Entscheidungsmotive auf, stellt mögliche Einflussfaktoren und Hemmnisse vor und zeigt, wie wir diese emotionalen und erlernten Muster verstehen und hinterfragen. Damit schaffen wir eine gute Basis, um in bewusste Entscheidungsprozesse zu gehen, mit deren Resultaten wir zufrieden sein können. Roter-Reiter-Fazit Ein spannender Ratgeber, der zeigt, wie komplex Entscheidungsprozesse sind. Johanna Dahm schafft es, Ordnung und Struktur in unsere Entscheidungswege zu bringen und zu zeigen, dass uns ein wertebasiertes Zukunftsbild wie ein Kompass dienen kann. Dazu gibt es viele Tools und Methoden, die Führungskräfte für sich selbst und in ihren Teams einsetzen können. Johanna Dahm: Die 7 Pfade zu guten Entscheidungen. Das Praxisbuch für mehr Klarheit in einer komplexen Welt (mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch)GABAL Verlag GmbH, 2024176 Seiten, 32,90 EuroISBN 978-3-96739-211-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Motivations-Coaching: Dem Ansporn auf der Spur Es gibt eine nicht geringe Anzahl von erfolgreichen Menschen, die nicht glücklich sind. Sie wurden jahrelang von dem Wunsch getrieben, die Besten ihres Faches zu sein, und waren dann stolz darauf, es geschafft zu haben. Und dann kam die Leere. Plötzlich fehlt die Motivation, morgens aufzustehen, es fehlt der Antrieb und das Ziel. Und wiederum nicht wenige erkennen in einem psychologischen Prozess, dass ihre bisherige Motivation auf den falschen Vorstellungen fußte. Dann hilft es oftmals, in einem Coaching den eigenen Werten nachzuspüren, die der Kompass für das eigene motivierte Tun sind.  Und wenn es an der Motivation hapert oder wir trotz Motivation unsere Ziele nicht erreichen oder mit dem Erreichten nicht zufrieden sind, müssen wir genauer hinschauen. An welcher Stelle passen Bedürfnisse, Emotionen, Werte, Sehnsüchte, Träume, Glaubensmuster und Gewohnheiten nicht zusammen? „Deine Motivation entwickelte sich im Laufe deiner persönlichen Geschichte“, weiß Thomas Rückerl, „ihre Struktur entspricht der psychischen DNA deines Verhaltens.“ Den V.I.E.L-Spirit erleben Warum wir motiviert in den Tag starten, warum die Motivation von einem Tag auf den nächsten verschwunden sein kann und was ihre Basis ist, dem geht Thomas Rückerl in seinem Buch „Motivations-Coaching mit V.I.E.L Spirit“ nach. Der Psychologe beschäftigt sich seit den 1980er-Jahren mit den Grundlagen der humanistischen Psychologie. Damals gründete er gemeinsam mit Kommilitonen an der Universität Hamburg den „Verein für Intelligente Entwicklungen + Lösungen“ (V.I.E.L.), der noch namensgebend für den sogenannten V.I.E.L-Spirit ist. Dieser fußt auf den Erkenntnissen von wissenschaftlichen Größen wie Abraham Maslow, Carl Rogers und Friedemann Schulz von Thun. Heute bietet Rückerl mit seinem Team Training- und Coaching-Ausbildungen an.  In seinem Ratgeber bietet er einen Zugang zu den komplexen Zusammenhängen der Motivations-Psychologie, die sowohl für die eigene Persönlichkeitsentwicklung, für Führungskräfte und Management als auch für Coaches interessant ist. Neben den Einblicken in die wissenschaftlichen Grundlagen und in die praktischen Erfahrungen des Autors zieht sich in einer zweiten Ebene ein Motivations-Krimi durch das Buch, in dem ein Coaching-Prozess im Business-Kontext beispielhaft und sehr anschaulich beschrieben wird. Zudem legt Rückerl sehr viel Wert auf die ethische Grundhaltung, die hinter dem V.I.E.L-Spirit steht, und bietet mehrere Toolboxen an, mit denen Lesende weiterarbeiten können. Roter-Reiter-Fazit Ein umfassendes Sachbuch zur Motivations-Psychologie, in dem jeder und jede einen passenden Zugang zu dem Thema findet. Rückerl zeigt eingehend, wie Motivation entsteht, wie man sie bei Mitarbeitenden fördert und wie man sie optimal einsetzt.   Thomas Rückerl: Motivations-Coaching mit V.I.E.L Spirit. Deine psychologische GebrauchsanweisungWiley-VCH, 2024480 Seiten, 29,90 Euro ISBN: 978-3-527-51196-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Alles mitdenken: Onboarding nachhaltig gestalten Jeder von uns hat schon einmal eine neue Stelle angenommen. Wie war da die Begrüßung am ersten Arbeitstag? Der Klassiker: Als neuer Arbeitnehmer muss man sich in der Personalstelle oder direkt bei der neuen Führungskraft melden. Der erste Tag ist vom bürokratischen Prozedere geprägt, und nach und nach lernt man das neue Team beim Smalltalk in der Teeküche kennen. Aber wie Prozesse funktionieren und was die Erwartungshaltung der Führungskraft ist, solches elementare Wissen müssen sich neue Mitarbeitende noch viel zu oft selbstständig erarbeiten. Schade, denn es gibt bereits bewährte ganzheitliche Onboarding-Prozesse, die dem neuen Mitarbeitenden von Beginn an zeigen: Hier bist du richtig.  Vom Pre-Boarding bis zum Feedback Wie das gelingt, zeigt Elke Müller in ihrem praxisorientierten Ratgeber „Professionelles Onboarding“. Die Unternehmensberaterin weiß, dass Onboarding heute, auf einem Arbeitnehmermarkt, mehr leisten muss, als die Personalkarte auszustellen und das Passwort für den Rechner zu überreichen. Und es beginnt auch früher. Unternehmen können die mitunter langen Zeiträume zwischen Vertragsabschluss und erstem Arbeitstag für ein Pre-Boarding nutzen, um die Person bereits mit der Organisationskultur vertraut zu machen und ein erstes Kennenlernen mit den neuen Kollegen und Kolleginnen zu arrangieren. „Die kulturelle, soziale und emotionale Integration gelingt nicht über die beste fachliche Einarbeitung der Welt“, sagt die Organisationsentwicklerin, „sie gelingt nur über eine gelebte, vielfältige Willkommenskultur, und diese ist Ausdruck einer Haltung im Unternehmen.“  Onboarding rollenspezifisch planen In ihrem Ratgeber zeigt sie, wie ein ganzheitlicher Onboarding-Prozess in den verschiedenen zeitlichen Etappen gestaltet werden kann und worauf es ankommt. Dabei stellt sie auch heraus, in welchen Punkten sich das Onboarding in Bezug auf die Rollen unterscheidet. Eine Führungskraft benötigt einen anderen Input als Auszubildende, und internationale Mitarbeitende haben wieder andere formale und auch kulturelle Hürden zu nehmen. Hier kann ein Arbeitgeber von Beginn an unterstützend zur Seite stehen und den neuen Mitarbeitenden alles an die Hand geben, damit nicht nur die Einarbeitung funktioniert, sondern die Grundlage für eine loyale Zusammenarbeit gelegt ist. Roter-Reiter-Fazit In dem praxisorientierten Ratgeber zeigt Elke Müller, worauf es in einem nachhaltig konzipierten Onboarding-Prozess ankommt. Mit den digitalen Zusatzangeboten können Fachkräfte direkt selbst ins Machen kommen. Elke Müller: Professionelles Onboarding. Neue Mitarbeitende finden und erfolgreich integrieren (mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch)GABAL Verlag GmbH, 2024192 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-212-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Einfach atmen: Ohne Druck führen Für den jungen Christoph Glaser war klar, dass er Profifußballer werden würde. In dem erfolgsorientierten, schnellen Sport hatte er endlich etwas gefunden, das ihm Freude bereitete. Ganz im Gegensatz zum Stillsitzen in der Schule. Und dann verletzte er sich während des Trainings so schwer an der Wirbelsäule, dass der Traum von der Profikarriere wie eine Seifenblase zerplatzte. Und dieses Ereignis nahm ihm für viele Jahre den Atem. Zu gesundheitlichen Problemen kam eine handfeste Depression. Seit 1994 beschäftigte sich Christoph Glaser mit Yoga, Meditation und der damit verbundenen Rolle des Atmens, seine Reise führte ihn bis nach Indien. „Und da geschah es, völlig unbeabsichtigt und unerwartet nahm ich ein überwältigendes Gefühl wahr, als würde mein Inneres weit, als wäre in Geist und Körper die Unendlichkeit“, erinnert er sich. „In den Monaten danach haben sich meine Jahre währenden Blockaden gelöst.“  Der Raum zwischen Reiz und Reaktion Auf dieser prägenden persönlichen Erfahrung fußt Christoph Glasers 12-Minuten-Training, mit dem insbesondere Führungskräfte wieder durchatmen und sich selbst spüren können. Als Management-Coach und Achtsamkeits-Experte ist er weltweit unterwegs, um Menschen zu zeigen, wie sie mit bewusstem Atmen den Druck rausnehmen, Ruhe in ihre Köpfe bekommen und Energie sammeln. „Zwölf Minuten, 21 Tage lang, das ist Ihr Einsatz, um potenziell viel, sehr viel zurückzubekommen“, sagt er. „Sie werden weniger Stress und mehr Lust aufs Leben verspüren. Sie werden manches klarer sehen und Sie werden empathischer, wacher, neugieriger sein auf all das, was Sie umgibt.“ In seinem Buch stellt er sein Training erstmals in umfassender Form dar. Dabei betrachtet er das Atmen aus verschiedenen Perspektiven: Was macht flaches und tiefes Atmen mit unserem Körper? Wie wirkt es auf unser Denken, Fühlen und Handeln? Wie setzen wir den Atem bewusst ein? Wie schaffen wir uns mit bewusstem Atmen einen Raum zwischen Reiz und Reaktion? Der Grundsatz: „Atmen Sie. Versorgen Sie jede Zelle mit Sauerstoff. Öffnen Sie sich Räume.“ Als Business-Coach zeigt Christoph Glaser insbesondere Führungskräften neue Wege auf, wie sie mit ruhigem Atem gute Entscheidungen treffen können, Konflikte entschärfen und in Drucksituationen besonnen reagieren können. Roter-Reiter-Fazit Täglich 12 Minuten bewusst atmen und die Welt neu wahrnehmen: Christoph Glaser zeigt, wie Führungskräfte und Manager in einer zunehmend komplexen Welt Ruhe in ihren Körper und in ihr Denken bekommen. Die Botschaft: einfach atmen. Eine tolle Botschaft in einer schnelllebigen Zeit. Christoph Glaser: Atmen. Der Schlüssel zur erfolgreichen und gesunden Führung – Nur 12 Minuten täglich für mehr Energie und Gelassenheit / Mit einem Vorwort von Roland Liebscher-BrachtCampus, 2024274 Seiten, 28 Euro ISBN 9783593519654 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### No limit: Hybride Teams führen Für einen Großteil von uns dürfte das Thema „hybrides Arbeiten“ mit der Corona-Krise verbunden sein. Plötzlich mussten viele Arbeitnehmende von zu Hause aus arbeiten und es ergaben sich ganz neue Möglichkeiten: zwischen den Meetings die Spülmaschine anstellen, mehr Schlaf wegen wegfallender Arbeitswege und grundsätzlich mehr Selbstbestimmung. Denn nicht jeder Mensch braucht das Großraumbüro, um gut und effizient arbeiten zu können. Ganz im Gegenteil, stellten so manche fest. Mit den Ausgangssperren kam das hybride Arbeiten in unser Leben und es lässt sich sagen: Es ist gekommen, um zu bleiben. Hybrides Arbeiten als globales Experiment „So schnell und so stark haben sich die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem noch nie verschoben“, stellt Alexandra Altmann fest. „So grundlegend und in so kurzer Zeit haben sich die Ansprüche der Arbeitnehmenden noch nie verändert. Und so stark war die Auswirkung auf das Selbstverständnis von Führung noch nie.“ Die Wirtschaftspsychologin kennt das hybride Modell schon etwas länger. Sie selbst lebt seit mehr als 30 Jahren erfolgreich hybride Führung, beispielsweise in ihrer Rolle als Leadership-Beraterin und Geschäftsführerin bei den internationalen Unternehmen Accenture und dem FranklinCovey Leadership Institut. Auch als sie 2017 Microsoft bei der Einführung von MS Teams unterstützte, war das Thema der hybriden Führung in Deutschland noch immer ein Nischenthema.  Nun beobachtet die Expertin mit Neugier und Spannung, wie Organisationen und Führungskräfte mit der neuen Realität umgehen. „Denn wie man am besten für Ordnung und Bindung in hybriden Teams sorgt, dafür gibt es bisher relativ wenige gut funktionierende Vorbilder und nur vereinzelte wissenschaftliche Erkenntnisse“, erklärt sie. „Es ist eher ein großes globales Experiment, das seit ein paar wenigen Jahren läuft.“  Und es bringt viele Vorteile für beide Seiten: Arbeitskräfte profitieren von mehr Selbstbestimmung und besserer Vereinbarkeit. Organisationen sparen an physischen Arbeitsplätzen und haben durch wegfallende Standortgebundenheit ein größeres Bewerberfeld. „Hybrides Arbeiten ist die neue Realität, die viele Chancen für Effizienz, Ökologie und persönliches Wohlbefinden bietet –­ deshalb wird sich das Rad sicher nicht mehr zur intensiven Präsenzarbeit zurückdrehen“, so die Unternehmerin. Büro ist nicht mehr der Mittelpunkt der Arbeitswelt Um aber alle Vorteile des hybriden Arbeitens nutzen zu können, ist die Führungskraft gefragt. Denn sie muss die beiden Welten von ortsgebundenen und ortsflexiblen Mitarbeitenden miteinander verbinden. Die Frage ist oft: Wie schaffe ich in hybriden Teams ein Wir-Gefühl? In ihrem Ratgeber „Hybride Teams erfolgreich führen“ stellt sie ihr Modell für hybrides Arbeiten vor, das aus den drei Komponenten Mindset, Skillset und Toolset besteht. Die Führungskraft ist dabei die entscheidende Rolle, die das Band zwischen allen Mitarbeitenden stärkt. „Beim hybriden Arbeiten geht die Bedeutung des Büros als Brennpunkt und Symbol für die Organisationskultur zurück“, erklärt Alexandra Altmann. „Demgegenüber gewinnt die Mikrokultur, die eine Führungskraft mit ihrem Team schafft, viel mehr an Gewicht. Sie als Führungsperson werden dabei zum primären Ankerpunkt für Ihr Team.“ Deshalb ist die Haltung der Führungskraft und die Kommunikationskultur in Teams der Ausgangspunkt für erfolgreiche hybride Teams. Darauf abgestimmte Skills und Tools sorgen für den richtigen Workflow, sodass sich alle Mitarbeitenden abgeholt und gesehen fühlen.  Roter-Reiter-Fazit Alexandra Altmann schöpft aus ihrer langjährigen Erfahrung mit hybriden Arbeitsrollen und zeigt, wie wir mit dem richtigen Mindset und passenden Skills und Tools den passenden Rahmen für erfolgreiche hybride Teams schaffen.  Alexandra Altmann: Hybride Teams erfolgreich führen. So stärken Sie Teamspirit und Produktivität beim Arbeiten zwischen Office und HomeofficeWiley-VCH, 2024272 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51192-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### ManagerMama: Übernimm die Führung 2016 erhielt Andrea Hartmair die Nachricht: Es werden Zwillinge. Mit dieser Überraschung veränderte sich das Leben der Marketing- und Kommunikationsexpertin von jetzt auf gleich. „Zwei Babys, die eigenen Eltern 250 Kilometer entfernt, erst ein halbes Jahr vorher von Bonn nach Tübingen umgezogen, soziales Netzwerk somit gen null. Wie sollte das gehen?“ In den kommenden Monaten und Jahren finden sich die junge Mutter und ihr Partner Schritt für Schritt in die neue Rolle ein. Von Beginn an war Andrea Hartmair klar, dass sie nicht aus ihrem Job in einem mittelständischen Unternehmen aussteigen möchte. Sie will beides: Karriere und Familie. Es geht ihr und ihrem Partner wie vielen jungen Eltern: Manche Dinge sieht man nur, wenn man sie selbst durchlebt hat. Gesellschaftliche Erwartungen. Überalterte Steuersysteme. Mom Shaming. Und aus diesen Herausforderungen und Erfahrungen formt sich Stück für Stück eine Haltung. Andrea Hartmair setzte 2021 den Blog „ManagerMama“ auf, um über gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sprechen. Daraus entstand das gleichnamige Buch, in dem sie zeigt, was es noch braucht.  USP: Mutter und Führungskraft sein  Wichtig ist Andrea Hartmair, dass Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht nur schauen, wie arbeitende Mütter in bestehende Systeme integriert werden. „Es ist entscheidend, dass wir die Doppelbelastung, die Frauen tragen, nicht nur anerkennen, sondern als ein echtes Asset betrachten, das zur Resilienz und Innovationskraft von Unternehmen beiträgt. Essenzielle Voraussetzung ist dafür ein tragfähiges Unterstützungswerk in der Gesellschaft.“ Dass dieses Support-System in Deutschland noch ausbaufähig ist, steht außer Frage.  Was es braucht, wo Deutschland im internationalen Durchschnitt schlecht abschneidet und was Studien sagen – hier kommt alles aufs Tapet. Dabei gibt Andrea Hartmair aber auch immer wieder Einblicke in ihren eigenen Alltag als Mutter und mittlerweile selbstständige Managerin. Sie stellt ihre Reise von einer frischgebackenen Mutter zur Managermama vor und verrät ihre Hacks. Zudem lässt sie andere erfolgreiche Mütter wie Dr. Julia Freudenberg von der Hacker School zu Wort kommen. Roter-Reiter-Fazit „ManagerMama“ zeigt anhand von Fakten und eindrücklichen Interviews, dass Mütter in Führungsrollen ein absoluter Gewinn für Unternehmen sind. Andrea Hartmair zeigt, wie Mütter ihre enormen Kompetenzen bestmöglich nutzen und eine gute Balance zwischen Job und Familie finden. Andrea Hartmair: ManagerMama. Familie und Karriere erfolgreich in Einklang bringen.GABAL Verlag GmbH, 2024176 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96739-204-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Female Finance: Frauen investieren nachhaltig Studien zeigen immer wieder, dass Frauen anders investieren als Männer. Zum einen möchten sie mehr über das Thema Investition wissen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Zum anderen investieren sie ihr Geld vor allem in Anlagen, die einen positiven Impact auf die Welt und die Gesellschaft versprechen. Dabei stoßen sie noch immer auf Barrieren: Sie haben durchschnittlich weniger finanzielle Mittel und auch einen weniger direkten Zugang zu wichtigem Wissen. Female Finance? Noch immer ein neues Feld. Janine Firpo bietet mit ihrem Ratgeber „Nachhaltiges Investieren für Frauen“ einen direkten Zugang zu diesem Thema und schließt damit eine Wissenslücke. Wertebasiert investieren Janine Firpo ist selbst eine an Werten orientierte Investorin, Angel-Investorin und soziale Innovatorin. 2017 beendete sie ihre 35-jährige Karriere im Bereich Technologie und internationale Entwicklung, um sich darauf zu konzentrieren, wie Frauen durch ihre Finanzinvestitionen eine gerechtere und ausgewogenere Gesellschaft schaffen können. „Es ist an der Zeit, dass Frauen ihr Vermögen selbst in die Hand nehmen, selbstbewusste Anlegerinnen werden und mit ihrem Geld eine Welt schaffen, die ihren Werten entspricht“, fasst sie ihre Mission zusammen.  Passend dazu hat sie einen Ratgeber geschrieben, der Frauen eine Grundlage für eigene, wertebasierte Finanzierungsentscheidungen bietet. Ihr selbst hat eine solche Basis gefehlt, als sie erste Investitionen tätigen wollte. Sie setzte auf Finanzberater, die ihr aber nicht die Antworten gaben, die ihr Entscheidungssicherheit gegeben hätten. Die Lösung aus ihrer Sicht: „Die einzige Möglichkeit, etwas zu lernen, schien darin zu bestehen, die Details selbst herauszufinden“, erinnert sie sich. „Also bat ich meine Berater, mit den Investitionen zu warten, bis ich die Zeit hatte, mehr zu lernen.“ Das Resultat: Sie investierte nie, denn es fehlte immer die Zeit – und vielleicht das passende Buch.  Jetzt ist die richtige Zeit Bei der Entwicklung ihres Ratgebers setzte Janine Firpo jedoch nicht allein auf ihre Erfahrungen. Sie arbeitete mit verschiedenen europäischen Organisationen zusammen, die Inhalte wurden von der NGO „Better Finance – The European Federation of Investors and Financial Services Users“ speziell auf den deutschen Markt angepasst. Frauen erhalten im ersten Teil einen profunden Überblick über wichtige Buzzwords der Finanzwelt. Darauf aufbauend stellt Firpo Anlagestrategien vor und vermittelt das notwendige Wissen, um ethische Anlageentscheidungen zu treffen. Und so geht es im zweiten Teil des Ratgebers darum, ein nachhaltiges Portfolio aufzustellen, das den eigenen Werten entspricht. Was der Autorin zudem wichtig ist: Banden bilden. Im letzten Teil des Buches zeigt sie, wie wichtig und wertvoll der Aufbau einer Community ist. Gemeinsam mit werteorientierten Finanzberatungen und in Female Finance Clubs können Frauen ihr Wissen mehren und teilen, um mit nachhaltigen Investitionen die Zukunft mitzugestalten.  Roter-Reiter-Fazit Ein umfassender Ratgeber, der einen praktischen Female-Finance-Leitfaden bildet und die Buzzwords der Finanzwelt und das maximale Kapitalstreben durch nachhaltige Investitionsstrategien ersetzt.   Janine Firpo: Nachhaltiges Investieren für Frauen. Ihr Geld, Ihre EntscheidungWiley-VCH, 2024288 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-51193-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Meetings effizient gestalten Meetings braucht es – aber das „Wie“ entscheidet über den Erfolg von Besprechungen. Die Meetingkultur in vielen Organisationen setzt hierbei auf ein „Mehr ist mehr“, was fatale Folgen hat. Laut einer Studie nehmen 80 Prozent der Befragten ihre Meetings als wenig zielführend wahr. So bleiben 71 Prozent der Meetings scheinbar ergebnislos, sodass ein Nachfolgetermin notwendig ist. Dabei geht in sinnlosen Meetings vor allem bezahlte Arbeitszeit verloren: 78 Prozent geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzugehen, wenn sie an allen Meetings teilnehmen.  Weniger ist mehr Hubertus Kuhnt hat als Prokurist in KMU und Konzernen selbst an vielen Meetings teilgenommen. Seit 2018 ist er selbstständiger Unternehmer und berät unter anderem Organisationen zu einer effizienten Meetingkultur. In seinem praxisorientierten Ratgeber „Meetings produktiv gestalten“ geht er direkt in medias res und zeigt, wie Führungskräfte und Management eine zielführende Meetingkultur etablieren.  Und dieses Vorhaben beginnt nicht bei der Planung von Meetings, sondern bei der Frage: Brauchen wir dieses Meeting eigentlich? Mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt vieles. So können unnötige Meetings Mitarbeitende demotivieren. Statt in ihrem Arbeitsumfeld wirksam zu sein, sitzen sie in zähen Meetings, die thematisch vielleicht nicht einmal in ihrem Wirkungsbereich liegen. Und sie kosten Unternehmen Geld. In einer Studie aus 2018 gaben 44,6 Prozent der Befragten an, dass sie 26 bis 50 Prozent ihrer Arbeitszeit in Meetings verbringen.  Meetings mit Ergebnissen  Hubertus Kuhnt gibt Führungskräften Entscheidungshilfen an die Hand, um eine effiziente Meetingkultur zu etablieren, die zielführend ist und die richtigen Personen im Unternehmen adressiert. Von der Planung über die Durchführung bis zum Audit bietet er viele praktische Hilfen wie Checklisten, Methoden-Vorschläge und praktische Tipps an. Zusatzdokumente können direkt heruntergeladen und in der Praxis ausprobiert werden. Damit lassen sich in Zukunft Meetings nach dem Motto „Weniger ist mehr“ gestalten. Roter-Reiter-Fazit Hubertus Kuhnt bietet eine vollumfängliche Arbeitshilfe für Führungskräfte, die eine effiziente und zeitsparende Meetingkultur etablieren möchten.  Hubertus Kuhnt: Meetings produktiv gestalten. So nutzen Sie Ihre Zeit und Ressourcen optimal (Mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch)GABAL Verlag, 2024168 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-188-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Zukunftsmodell Führung in Teilzeit Nie war die Bereitschaft, Führungsverantwortung zu übernehmen, geringer als heute. Mit einer Karriere als Führungskraft werden Überstunden und ein enormer Arbeitsdruck verbunden angesichts der schier nicht zu meisternden Herausforderungen der komplexen Arbeitswelt. Hinzu kommt: Viele Menschen der Gen Z und die Millennials möchten weniger arbeiten und mehr Raum für Familie und Selbstentfaltung außerhalb des Büros.  Dieses neue Arbeitsethos und der Fachkräftemangel stellen Unternehmen vor ein Problem – für das es aber eine einfache Lösung gibt: Führen in Teilzeit. Noch sind die Vorbehalte in einigen Organisationen groß. Aber was in so manchen Unternehmen als Notlösung eingeführt wurde, ist jetzt eine Erfolgsgeschichte. Wie Führung in Teilzeit gelingt und wie man für sich als Teilzeitführungskraft wirbt, zeigt Johanna Fink in ihrem Ratgeber „So wird Führung in Teilzeit zum Erfolg!“. Trust and Inspire statt Command and Control Die heutige Coach und Beraterin weiß aus eigener Erfahrung, dass Führen in Teilzeit funktionieren kann. Sie war 2015 eine der Vorreiter*innen dieses Arbeitsmodells. Ihr wurde damals die Stelle der Leiterin einer IT-Abteilung angeboten, nur war sie gerade mit ihrem ersten Kind schwanger. Sie erhielt die Stelle in vollzeitnaher Teilzeit. „Mir war klar, dass ich dafür sorgen musste, dass das Team auch ohne meine ständige Anwesenheit funktionieren kann“, erzählt sie. „Mich in alle Aufgabengebiete einzuarbeiten und dort zur Fachexpertin zu werden, erschien mir in 30 Wochenstunden relativ aussichtslos.“ Ohne bestehende Role Models erarbeitete Johanna Fink sich ihr Führungssystem, das ihrem Team jederzeit die Sicherheit schenkte, dass dort jemand ist, der führt – aber eben nicht rund um die Uhr vor Ort ist. „Trust and Inspire statt Command and Control war die Devise“, erinnert sie sich.  Was ist dein Operating Model? Sharing Leadership, 4-Tage-Woche und Wechselmodell: In ihrem Ratgeber für Teilzeitführungskräfte stellt die Unternehmerin die verschiedenen Arbeitszeitmodelle vor. „Was in der einen Organisation gut funktioniert, muss nicht unbedingt für eine andere passend sein.“ Sie ermutigt Lesende dazu, das eigene, individuelle Operating Model zu gestalten.  Wie unterschiedlich Führen in Teilzeit aussehen kann, wird in den kurzen Interviews mit erfolgreichen Teilzeitführungskräften deutlich. Sie zeigen, dass gutes Arbeiten und sichtbare Erfolge nichts mit Vollzeit und Präsenzkultur zu tun haben. Es geht – wie so oft – um Haltung und eine gute Kommunikation.  Roter-Reiter-Fazit Einer der besten Ratgeber zum Thema Teilzeitführung, in dem Interessierte gute Argumente, Strukturen und Role Models für gelingendes Führen in Teilzeit finden. Johanna Fink: So wird Führung in Teilzeit zum Erfolg! Das Praxisbuch für TeilzeitführungskräfteGABAL, 2024208 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96739-203-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Die Treppe hinauf? So gestalten wir Karriereübergänge Manchmal spürt man es einfach. Dann heißt es in der Abschiedsmail für die Kolleg:innen: Ich brauche eine neue Herausforderung. Manchmal flüchtet man auch in einen neuen Job, weil die Verhältnisse beim alten Arbeitgeber unerträglich sind. Aber egal aus welchem Grund man in das Abenteuer Jobwechsel startet, es bleibt immer eine große Veränderung. „Ein beruflicher Übergang ist mehr als eine kurzfristige Veränderung, er ist ein tiefgreifender psychologischer und fast immer disruptiver Prozess“, sagen die Transformationsarchitektin Sabine Gromer und die Personalberaterin Stephanie Schorp. In ihrem Buch „Ready for Success“ beleuchten sie den besonderen Prozess des Karriereübergangs aus den verschiedensten Perspektiven. Dabei beginnt dieser Prozess weit bevor der Vertrag für die neue Stelle unterschrieben wird. Denn bevor der nächste Karriereschritt angegangen wird, sollte die Motivation klar sein: Warum will ich den Job wechseln? Und worin sehe ich meine neue Herausforderung?  Mit der richtigen Haltung in die neue Herausforderung Die beiden Autorinnen machen deutlich, dass hinter dem Jobwechsel ein ganzer Transformationsprozess steckt, denn selten knüpft man in der neuen Tätigkeit an die bisherige Arbeitsweise an. Vielleicht trifft man auf ein schwieriges Team, eine schlechte Budgetierung, einen Hitzkopf als Vorstand oder internes Kompetenzgerangel. Solche Szenarien sind nicht vorherzusehen, aber man sollte sich auf sie vorbereiten. Denn die ersten 100 Tage sind entscheidend, wie wir in dem neuen Job ankommen.  „Haben Sie in den ersten Wochen noch ein Zeitfenster, in dem Sie gestalten oder Akzente setzen können, werden die Möglichkeiten mit der Zeit immer geringer, bis Sie auf einem Pfad feststecken, auf den Sie vielleicht gar nicht wollten“, so Sabine Gromer und Stephanie Schorp. Der Ratgeber begleitet Interessierte von den ersten Überlegungen eines Jobwechsels über strategische Überlegungen bis hin zum Ankommen in der neuen Wirklichkeit.  Roter-Reiter-Fazit Endlich ein toller Ratgeber, der sich der spannenden Lebensphase des Karriereübergangs widmet. Wo und wie wir arbeiten, hat Einfluss auf unser ganzes Leben. Deshalb sollten wir solche sensiblen Phasen sorgsam und bedacht angehen. Sabine Gromer, Stephanie Schorp: Ready for Success. Das Praxisbuch für den erfolgreichen KarriereübergangCampus, 2024255 Seiten, 28 Euro ISBN 9783593519531 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Frauen in Führung: Perfektion ist Quatsch In dieser Familie existiert ein Erfolgsgen: Regine Büttner ist seit über 25 Jahren Expertin im Human Resources Management. Sie war HR-Chefin und Mitglied des globalen Boards bei DHL Express und dort für mehr als 100.000 Mitarbeitende in über 220 Ländern verantwortlich. Ihre Tochter, Dr. Miriam von Loewenfeld, war als Deutschlandchefin von Sephora eine der jüngsten Geschäftsführer*innen im LVMH-Konzern. Sie beide sind das, was man gemeinhin Powerfrauen nennt. Sie sind aber auch Partnerinnen und Mütter. In ihrem gemeinsamen Buch „Perfektion ist Quatsch“ erzählen die beiden, wie sie Familie, Karriere und ihre eigene psychische und physische Gesundheit unter einen Hut bekommen. Bis dahin war es aber ein langer Weg, denn beide spürten den gesellschaftlichen Druck, in allen Lebensbereichen perfekt sein zu müssen. 100 Prozent Karriere, Vollblut-Ehefrau und Vollzeitmutter, bitte schön. Diesen Druck spürte Regine Büttner bereits als junge Frau. „Mich plagte, während ich im Büro oft bis spät in die Nacht an Restrukturierungen und neuen Recruiting-Strategien arbeitete, das schlechte Gewissen, nicht meinen eigenen Ansprüchen als Partnerin und Mutter gerecht zu werden“, erinnert sie sich.  Nix Neues Seither hat sich vieles verändert, aber die Umstände nicht. Denn auch ihre Tochter Miriam von Loewenfeld spürt den „gefühlten, aber auch tatsächlichen Druck von Gesellschaft und Umfeld, möglichst viel Zeit nicht nur mit den Kindern zu verbringen, sondern auch mit meinem Mann, dem Rest der Familie und unseren Freund:innen.“ Die Managerin wollte aber arbeiten. Also schaffte sie sich ein soziales Umfeld, das sich ihren und den Bedürfnissen ihrer Familie anpasste. So suchte sie neben der privaten Kita eine Tagesmutter, denn sie „kam abends oft erst gegen 20 Uhr nach Hause und mein Mann war ebenfalls trotz Homeoffice sehr eingespannt“. Die Lösung war schließlich das Au-pair, das quasi zur Familie gehörte.  Baue dir dein Umfeld, wie es dir gefällt In ihrem Buch ermuntern die Autorinnen Frauen dazu, sich genau zu überlegen, wo sie hinmöchten. Denn: „Kinder werden groß und nach einigen Jahren sollen und müssen sie ihre eigenen Wege gehen.“ Dann ist endlich Zeit für Karriere – aber vielleicht ist dann die Zeit für Karriere vorbei. Deshalb empfehlen sie, die Kinderbetreuung als „Investment in die Zukunft“ zu sehen. So nähern sich Miriam von Loewenfeld und Regine Büttner Stück für Stück an Themen wie Mindset, Personal Branding, das eigene Business und Auszeiten an. Zu jedem Thema gibt es Interviews von Personen wie Sylvie Meis, Judith Williams, Annahita Esmailzadeh und Lena Gercke: Jede von ihnen hat ihren Weg gefunden, wobei jeder davon so unterschiedlich wie die Frauen selbst ist.  Roter-Reiter-Fazit Wie ist frau erfolgreich, ohne am Druck der Gesellschaft zu zerspringen? Ein facettenreiches Empowerment-Buch mit Einblicken in viele verschiedene Lebensentwürfe von spannenden Frauen wie Sylvie Meis, Judith Williams, Annahita Esmailzadeh und Lena Gercke. Miriam von Loewenfeld, Regine Büttner: Perfektion ist Quatsch. Unser Erfolgsrezept für Karriere, Familie und GesundheitCampus, 2024246 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593519241 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Haka: Von gestern für morgen lernen Man kennt es: Auf einer privaten Party oder bei einem beruflichen Netzwerktreffen lernen wir neue Menschen kennen. Und das Erste, was wir in aller Regel fragen, ist: „Was machst du so beruflich?“ Es ist eine sehr deutsche Eigenschaft, dem Beruf eines Menschen eine große Bedeutung beizumessen. Aber, so resümiert Nicolas Korte: „Nach dieser Vorstellung kennen Sie die Position und das Unternehmen Ihres Gegenübers, wissen aber nicht, wer der Mensch neben Ihnen ist.“ Das wurde ihm spätestens bewusst, als er das erste Mal auf Rebecca Burke traf. Sie ist Historikerin und deutsche Expertin für Maori-Kultur. In Beziehung gehen Im Gespräch stellte sie ihm die Idee des whakapapa und pepeha vor. Bei Letzterem handelt es sich um einen Auszug aus dem whakapapa, einer Art Genealogie. Wenn sich Maori neu kennenlernen, kommt pepeha zum Einsatz. „Man steht auf, erzählt den Anwesenden ein Stück seiner Lebensgeschichte und seines Stammbaumes mit dem Ziel, Anknüpfungspunkte mit dem Gegenüber zu finden.“ Die Reihenfolge dieses Rituals ist festgelegt, von größeren Angaben wie dem Berg, in dessen Nähe man geboren wurde, werden die Angaben immer spezifischer. Seinen Namen nennt man erst ganz zum Schluss. Als Nicolas Korte, selbst Coach für Organisationsentwicklung, von diesem Vorgehen hörte, war er fasziniert. „In der praktischen Anwendung kann der Austausch des pepeha mit ,unsichtbarer Hand‘ zum Beispiel Vorstellungsgespräche, Präsentationen und Mitarbeitergespräche neu gestalten und steuern, indem Anknüpfungspunkte sichtbar und Beziehungen möglich werden“, erklärt er. Wir würden in Organisationen, die von sich behaupten, menschenzentriert zu funktionieren, endlich wirklich etwas über unser Gegenüber erfahren.  Traditionen in einen neuen Kontext setzen Im Austausch fanden Rebecca Burke und Nicolas Korte immer mehr spannende Aspekte der Maori-Kultur, die in Organisationen Großes bewirken können. „Die vermeintlich ,neuen‘ Konzepte der Zusammenarbeit sind auf einen Schlag gar nicht mehr neu, sondern Tausende Jahre alt“, stellt er fest. „Müssen wir, während die Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft um die große Transformation ringen, wirklich nur über den Ozean oder in den Rückspiegel der Zeit blicken, um zu erkennen, dass das alles schon lange da ist?“ Es scheint so. In jedem Fall stellen die Historikerin und der Unternehmensberater in ihrem Buch „Haka“ viele Konzepte und Traditionen der Maori-Kultur vor, die Unternehmen auf ihrem Weg zu einer zukunftsfähigen Organisation helfen können – und den Menschen, den Sinn und Zweck von Unternehmungen, wieder in den Mittelpunkt stellen. Roter-Reiter-Fazit Mit „Haka“ bieten Rebecca Burke und Nicolas Korte das erste Buch an, in dem die Traditionen und Konzepte der neuseeländischen Maori-Kultur mit der Weiterentwicklung von Organisationen in Verbindung gebracht werden. Es zeigt: Wir können aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen. Rebecca Burke, Nicolas Korte: Haka. Was die Menschen in Organisationen von der Maori-Kultur lernen könnenVahlen, 2024147 Seiten, 19,80 Euro  ISBN 978-3-8006-7311-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Kreativität fällt nicht vom Himmel – oder doch? Gehörst du zum 5-Uhr-Club? Aufstehen, Meditation, Journaling und dann eine Runde joggen – für manche Menschen bilden diese täglichen festen Routinen den perfekten Rahmen, um kreativ zu werden. Andere sind da weniger festgelegt, der Gedankenblitz kommt unter der Dusche oder im Auto, das Notizbuch muss jederzeit bereitliegen. Und wieder andere brauchen die Atmosphäre der Co-Creation, in der sich im regen Austausch mit anderen Ideen formen.  „Wir neigen dazu, Kreativität als etwas Mystisches zu betrachten, das nur den Jahrhundert-Talenten in inspirierenden Umgebungen oder mit den richtigen Werkzeugen zur Verfügung steht“, so Josef Brunner und Christian Sellmann. John Nash, dessen Leben im Hollywood-Film „A beautiful mind“ nachgezeichnet wurde, war ein Ausnahme-Mathematiker – der aber auch schizophren war und glaubte, die Kommunisten seien hinter ihm her. Und Vincent van Gogh schnitt sich das Ohr ab. Ein Gegenentwurf ist Immanuel Kant, der seine Heimatstadt nie verließ. Er wäre heute im 5-Uhr-Club: Er stand immer um 5 Uhr auf, Vorlesungen von sieben bis elf, dann Mittagessen, Spaziergang, abends Gespräche, um zehn ging er ins Bett. Was eint alle diese Ausnahmetalente? Die Antwort: Wahrscheinlich nichts. Denn es gibt nicht die eine Kreativität, das eine Genie. „Wenn wir näher hinsehen, entdecken wir, dass Kreativität in den verschiedensten Formen und unter den ungewöhnlichsten Umständen auftritt. Und sie folgt bestimmten Mustern“, so die beiden Autoren des Buches „Der Kreativitätscode – 25 Erfolgsregeln für Ihre Kreativität“.  Den eigenen Weg zur Kreativität finden In ihrem Ratgeber lösen sie den Mythos auf, indem sie fünf Kreativitätstypen vorstellen, deren Voraussetzungen für kreatives Denken und Handeln sehr unterschiedlich sind. Die Typen sind das Ergebnis von Befragungen und Tiefeninterviews mit Menschen aus den verschiedensten Branchen. Passend dazu gibt es Interviews mit Persönlichkeiten wie dem OMR-Gründer Philipp Westermeyer, der Civey-Gründerin Janina Mütze oder auch dem Baden-Württembergischen Finanzminister Danyal Bayaz. Die Frage bei allen Kreativitätstypen ist: Wie passt der Rahmen, das Spielfeld, in dem es kreativ zugehen soll, mit dem eigenen Mindset und den Fähigkeiten zusammen?  Daraus ergeben sich die Voraussetzungen, um gut in kreative Prozesse zu starten – und sie dann auch zu Ergebnissen zu bringen. Und so wie Kant seine äußerst festen Strukturen brauchte, fand der zauberhafte Prozess des Schaffens bei Nash vor allem im Kopf statt. In dem Ratgeber lernen die Leserinnen und Leser 25 Erfolgsregeln kennen, die sie, angepasst an ihren Kreativitätstypen, nutzen können, um selbst in den Flow zu kommen – wo, unter der Dusche oder am Schreibtisch, das bleibt jedem selbst überlassen. Roter-Reiter-Fazit Ein spannendes Buch, das praktische und authentische Einblicke in die Kreativitätsprozesse von erfolgreichen Menschen gibt. Nach dem Lesen hat man direkt Lust, den eigenen, perfekten Rahmen für kreative Prozesse zu erkunden. Josef Brunner, Christian Sellmann: Der Kreativitätscode. 25 Erfolgsregeln für Ihre KreativitätVahlen Verlag, 2024362 Seiten, 29,80 Euro ISBN 978-3-8006-7475-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Mitarbeitergespräche führen Stell dir vor, du hast als Führungskraft ein Mitarbeitergespräch zu führen. So weit kein Problem, denkst du. Es ist ein Entwicklungsgespräch mit einer Mitarbeiterin, die schon viele Jahre im Unternehmen ist. Du selbst bist erst seit kurzer Zeit in der Organisation und hast aktuell die Aufgabe, dein Team mit selbstverantwortlichen Arbeiten vertraut zu machen. Im Gespräch beginnst du mit den Dingen, die gut laufen, und fragst sie schließlich nach Dingen, die aus ihrer Sicht nicht gut laufen. Du selbst erlebst die Kollegin als unauffällig und zurückhaltend, es fallen dir keine herausragenden Konflikte auf.  Da platzt es aus ihr heraus: Die Mitarbeiterin fühlt sich aktuell völlig verloren. Sie wartet auf delegierte Aufgaben, nur kommen keine. Sie tut sich schwer damit, sich To-dos selbst herauszugreifen und zu bearbeiten, wenn es keine konkrete Aufgabenbeschreibung gibt. Ups. Und dann erst wird dir bewusst: Die Kollegin ist ein gutes Stück älter als du und gehört einer anderen (Arbeits-)Generation an.  In seinem „Handbuch Mitarbeitergespräche“ bietet der Organisationsberater Thomas Sajdak auch für solche kniffeligen Fälle der Generationskonflikte Leitfäden für eine konstruktive Kommunikation an. Den Rahmen für jedes Thema schaffen „Mitarbeitergespräche sind der Ort, an dem Vertrauen aufgebaut, Feedback gegeben und Empathie gezeigt werden kann“, sagt Sajdak, „der Ort, an dem sich also Menschen und damit das Unternehmen entwickeln können.“ Wie man das Beste aus Entwicklungsgesprächen oder auch Gesprächen zu Gehaltserhöhungen, zur Rückkehr nach Krankheit oder zu einem ausstehenden Konflikt herausholt, zeigt er an anhand von Leitfäden.  Damit ist Sajdaks Handbuch ein praktischer Ratgeber, den Führungskräfte passend zum Gesprächsanlass als Vorbereitung hinzuziehen können. Zu den gängigsten Formen von Mitarbeitergesprächen stellt er Varianten vor und führt dann stringent durch die Vorbereitung und Durchführung; zum Schluss jeder Vorstellung gibt es eine Checkliste.  Einen besonderen Teil widmet Thomas Sajdak den Konfliktgesprächen. Hier gibt er Empfehlungen, wie ein gelungenes Mitarbeitergespräch einem drohenden Konflikt vorbeugen oder wie eine bereits eskalierte Situation entschärft werden kann. Sajdak sieht Mitarbeitergespräche als „eines der wichtigsten Instrumente für uns Führungskräfte überhaupt, weil wir allein durch Gespräche Mitarbeiter zum Handeln bewegen können“. Deshalb plädiert er auch dafür, „so oft wie möglich die Gelegenheit zu suchen, mit Mitarbeitern zu reden, auch informell“. Denn nur so können Konflikte, Unstimmigkeiten und Themen wie mit einem Seismografen aufgenommen und dem Ausbruch entgegengewirkt werden.  Roter-Reiter-Fazit Das „Handbuch Mitarbeitergespräche“ enthält einen Überblick über alle erdenklichen Formen von Gesprächen, die Führungskräfte mit Mitarbeitenden führen können. Dabei macht Thomas Sajdak die feinen Unterschiede in der Vorbereitung und Durchführung sichtbar, die die Gesprächstypen und ihre Ziele voneinander unterscheiden.  Thomas Sajdak: Handbuch Mitarbeitergespräche. Ein Leitfaden für konstruktive und erfolgreiche Kommunikationsführung in Zeiten von Generation Z und Quiet QuittingWiley-VCH, 2024256 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51177-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Das Team der Besten Derek Brandt kennt sie alle: sehr große Unternehmen, eher kleine Unternehmen, Stiftungen und Start-ups. Als CEO, Unternehmer und Investor hat er in den vergangenen 25 Jahren die unterschiedlichsten Unternehmungen geführt und ein Gefühl dafür bekommen, was die Voraussetzungen für eine erfolgsversprechende Zusammenarbeit sind – denn die haben sich gewandelt. In seinem Buch „Das Team der Besten“ teilt er seine Learnings und gibt praxisorientierte Impulse für ein gutes Miteinander.  Wert oder Wertung? 2018 verkauften Derek Brandt und seine Partner ihr Unternehmen, das in einem Hinterhof startete, an einen Großkonzern. War die Komplexität in Abstimmungs- und Entscheidungsprozessen bis dahin schon enorm gewesen, wurde es jetzt noch zusätzlich kompliziert. Denn statt einer sinnvollen Neuausrichtung mit den neuen Partnern, angepasst an die neuen Voraussetzungen, fand ein Clash of Cultures statt. „Mir wurde das ,Buch‘ Car Policy überreicht, in dem bis ins letzte Detail beschrieben war, welches Auto mit welcher Ausstattung man in der jeweiligen Funktionsstufe fahren durfte“, erzählt Brandt. „Sogar das Nummernschild, respektive was darauf stehen durfte und was nicht, war vorgeschrieben.“  Ähnlich schockiert war er, als ihm in einer Anstellung der Jahresbonus gekürzt wurde – weil er zu erfolgreich war. Er hatte mit seinem Team alle Jahresziele erreicht und Budget eingespart. Sein Vorgesetzter kürzte ihm daraufhin die Boni. „Er meinte, dass jetzt mein Budget für das nächste Jahr entsprechend vom Controlling reduziert würde“, erinnert sich Brandt. „Dann stünde ihm im nächsten Jahr weniger Gesamtbudget zur Verfügung, was ihn wiederum schlecht dastehen lassen und seine Position in der Leitung schwächen würde.“ Brandt hatte ein Erweckungserlebnis: „In diesem Moment erkannte ich, dass die ganze Diskussion über Ziele und Budgets nichts weiter war als eine Diskussion über das Erreichen eines persönlichen Status und weniger darüber, was diese Zielerreichung der Firma brachte.“ Es anders machen In seinem Buch gibt er immer wieder solche Einblicke in seine eigenen Erfahrungen und erklärt, welche Schlüsse er daraus zog. So stellte er in seinen späteren Anstellungen klassische Organigramme infrage und testete neue Formen der Zusammenarbeit. „Warum sollte ein Manager bessere Entscheidungen treffen als ein Team von Spezialisten, die sich schon lange mit den jeweiligen Themen beschäftigen und auch die Details dazu kennen?“, fragte er sich beispielsweise und etablierte die Task & Teams-Methode, die Heinz-Walter Große und Bernadette Tillmanns-Estorf in ihrem gleichnamigen Buch vorstellten. Seither finden sich in seinen Teams genau die Mitarbeitenden wieder, die das Ziel des jeweiligen Teamprojekts unterstützen und erreichen wollen. Manchmal beginnt etwas Großes eben auch im Kleinen.  Roter-Reiter-Fazit Derek Brandt zeigt an Anekdoten aus seinem 25-jährigen Führungsalltag, wie sich Mindset, Methoden und Haltung in den vergangenen Jahren verändert haben. Aus den neuen Voraussetzungen leitet er seine persönlichen Erfolgsrezepte ab. Derek Brandt: Das Team der Besten. Statt Generationskonflikte gemeinsam Teamerfolg schaffenWiley-VCH, 2024176 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51190-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Funky Flywheels: Go-to-Market-Strategien für nachhaltigen Erfolg Man kann in einem Thema neu, fortgeschritten oder ein Experte sein. Was kommt danach? Man hinterfragt die gängigen Methoden, Standards und Modelle und kommt im besten Fall auf eigene Ideen.   Björn W. Schäfer ist so einer, der bereits über den Dingen steht. Er hat mehr als 100 B2B-Start-ups bei der Skalierung von Pre-Seed bis Series B unterstützt. In seiner Arbeit als Gründer, Vertriebsleiter, Berater, Advisor, Angel-Investor und Podcast-Host ist er in ständigem Austausch mit Kolleg*innen, Pionieren ihres Faches und den „Neuen“ auf dem Markt.  Wissen, Erfahrungen und Learnings: Björn W. Schäfer destilliert daraus seine eigene Herangehensweise und bringt wohl kuratierte Theorien, Frameworks und Best Practices in seinem Buch „Funky Flywheels“ zusammen. „Go-to-Market ist geprägt von Komplexität und ständigem Wandel“, erklärt er. „Es besteht aus Tausenden beweglichen Teilen, die nicht nur fachlich passen, sondern auch im richtigen Moment zusammenwirken müssen.“ Wie in einem Orchester müssen das Tempo, der Takt und das Gefühl stimmen. Wie das gelingt, gibt der Experte in seinem Buch wieder, in dem er eine spannend zu lesende Musik-Analogie nutzt. Für Start-ups in frühen Phasen hält der Ratgeber konkrete Tipps und strategische Anweisungen in Bereichen wie Segmentierung, Pipeline Generation & Management und Segmentdurchdringung bereit.  Roter-Reiter-Fazit Ein Muss für frühphasige Start-ups: Weniger Ratgeber und mehr Arbeitsbuch, gibt Björn W. Schäfer in „Funky Flywheels“ ganz praktische strategische Tipps für einen nachhaltigen Erfolg.  Björn W. Schäfer: Funky Flywheels. Go-to-Market-Strategien für Start-ups mit sich selbst beschleunigendem WachstumWiley-VCH, 2024240 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51194-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Employee Assistance Program: Alles, nur kein Obstkorb Spätestens als Mitarbeitende während der Corona-Krise die Obstkörbe nach Hause geschickt bekamen, wurde es abstrus. Aber schon vorher konnte man fragen: Auf was zielen solche scheinbaren Benefits ab? Soll ich mich durch das Geschenk von Apfel, Banane und Co. wertgeschätzt fühlen? Oder traut mir mein Arbeitgeber keine gesunde Ernährung zu? Mitarbeitende wirklich unterstützen Tatsächlich sind Benefits wie der Tischkicker oder das unternehmenseigene Fitnessstudio in ihrer Wirkung fragwürdig. Karin Esch, Sozialwissenschaftlerin und Geschäftsführerin der awo lifebalance, fragt: „Wozu ein leeres Fitnessstudio heizen und Leasingraten für teure Trainingsgeräte zahlen, wenn Mitarbeitende ein vergleichbares Angebot in ihrer Wohnumgebung für 19,99 Euro im Monat vorfinden?“ In ihrem Buch „Engagierte Mitarbeitende mit EAP“ zeigt sie, wie Mitarbeitende wirkungsvoll und nachhaltig unterstützt werden.  Sie stellt das Konzept der Employee Assistance Programs (EAP) vor, die in den vergangenen Jahren auch in Deutschland immer bekannter geworden sind. Dabei handelt es sich um externe soziale Assistenzprogramme für Mitarbeitende, die ihnen in den verschiedensten Lebenslagen helfen. Denn was sicher ist: Unsere aktuelle Lebenssituation hat Auswirkungen auf unsere Leistung. Wenn wir uns mit der Pflege der Eltern beschäftigen, keinen Kita-Platz bekommen oder ein Suchtproblem haben, können wir uns weniger gut auf unsere Arbeit konzentrieren. Oder wie es Karin Esch sagt: „Ein Obstkorb betreut keine Kinder und mit Yoga lässt sich nicht jede Lebenskrise bewältigen.“ Verstärkt wird das Problem, wenn der Arbeitgeber jeglichen Support verweigert oder sogar noch Druck ausübt.  Zufriedene Menschen sind gute Mitarbeitende Viele Arbeitgeber haben bereits erkannt, dass eine andere Herangehensweise zielführender ist. Sie bieten ein individuelles Employee Assistance Program an. Dabei handelt sich um externe Anbieter, die eng mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. So haben die Mitarbeitenden einer Supermarkt-Kette – unabhängig von ihrer Position – die Möglichkeit, jederzeit ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Gibt es beispielsweise Schwierigkeiten im Team, bietet das EAP dafür ein Coaching an, die Kosten übernimmt das Unternehmen.  Andere EAP unterstützen Arbeitnehmende bei der Suche nach einer Kinderbetreuung. „Gerade in den Ballungszentren wird es nicht immer möglich sein, auf Anhieb eine längerfristig ideale Lösung zu finden“, stellt Esch klar. „Umso wichtiger sind dann Gespräche zwischen den betroffenen Mitarbeitenden, der HR-Abteilung und den EAP-Profis, welche Lösungen sich eventuell zur Überbrückung umsetzen lassen.“  Esch zeigt in ihrem Ratgeber, wie enorm wichtig solche Unterstützungsangebote für die psychologische Sicherheit der Arbeitnehmenden sind: Sie müssen ihre alltäglichen Probleme nicht verstecken – was noch mehr Kraft kostet –, sie haben Ansprechpartner. Wie Unternehmen durch Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden passgenaue EAP-Programme initiieren, zeigt Karin Esch anhand der vier Praxisfelder „Eltern und Kinder“, „Pflege“, „Lebenslagen“ und „Emotionales“; Best Practices zeigen, was bereits jetzt ohne Obstkörbe möglich ist. Roter-Reiter-Fazit Nie wieder Obstkörbe? Mit Employee Assistance Programs unterstützen Organisationen ihre Mitarbeitenden in den verschiedensten Lebenslagen. Wie Unternehmen davon profitieren und wie sie passgenaue Employee Assistance Programs erstellen, erklärt Karin Esch an vielen praktischen Beispielen.  Karin Esch: Engagierte Mitarbeitende mit EAP. Wie Employee Assistance Programs Beschäftigte effektiv bindenWiley-VCH, 2024256 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-51186-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Organisationaler Diskurs: Veränderungen bei der Wurzel packen Wir wissen schon, was kommt. Wie immer wir das Meeting nennen – Retro, Brainstorming, Kick-off oder Besprechung –, es ist im Endeffekt immer dasselbe: Die Finanzleitung fordert mehr Geld, der Marketer zeigt seine Projekte her, die Personalabteilung wünscht sich mehr Freiraum und der Rest schaut zu, teilt seine Perspektive je nach Situation mit oder schweigt. Zum Schluss gehen alle mit einem To-do aus der Runde – bevor das Spiel bald wieder von vorne beginnt. „Es wird in Bewertungen gesprochen, ohne die Beobachtung zu benennen, es gibt keine Momente des Schweigens und Probleme werden nicht in der Tiefe betrachtet“, beobachtet Stephanie Borgert, die als Komplexitätsforscherin Organisationen und Teams bei Veränderungen begleitet.  Warum sind Menschen Change-müde? In ihrem Buch „Gemeinsam denken, wirksam verändern“ zeigt sie auf, wie Change-Prozesse von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind: mit dem Menschen als Feindbild. Mit dem Mitarbeiter, der sich im Transformationsprozess nicht abgeholt fühlte. Der Change-müden Mitarbeiterin. Also der störrischen Belegschaft. Die Ursache sieht sie in der Herangehensweise, die in einem Großteil der Organisationen zu beobachten ist. Transformation wird als Projekt aufgefasst, für das sich alle Bestandteile zusammenkaufen lassen. „Je nachdem, welches Thema die ,Selbstdiagnostik‘ ergeben hat, wird dann etwas zu Changemanagement gebucht“, konstatiert Stephanie Borgert, „Wenn die Leute lernen, wie sie Menschen mitnehmen, Widerständen vorbeugen und mit Kreativität zum Erfolg gelangen, sollte alles in Ordnung sein.“ Die Komplexitätsforscherin fordert: „Lasst die Leute in Ruhe!“ Anstatt zu versuchen, Menschen hinzubiegen, sollten sie dazu eingeladen werden, an der Organisation zu arbeiten, eine veränderte Organisation zu denken. Und dazu stellt Stephanie Borgert das Konzept des Organisationalen Diskurses vor: „Im Organisationalen Diskurs, der in Kleingruppen stattfindet, denken die Teilnehmenden über ihr Denken nach“, erklärt sie, „über Struktur und geltende Normen in der eigenen Organisation, die Routinen ihres Handelns und die kollektiven Bewertungsmuster.“ Dabei ist jeder Teilnehmende dazu ermuntert, seine eigene Perspektive zu verlassen, über scheinbar festzementierte Strukturen nachzudenken: Was wäre, wenn …?  Gemeinsam denken – weniger agieren So erzählt die Autorin von einem agilen Team, das sie in einer Retro begleitete. Über einige Punkte ging das Team einfach hinweg: Wichtige Projekte ziehen sich über mehrere Wochen? Die Antwort: Das ist immer so, wir müssen einfach die Aufgaben reduzieren. Klappte nur leider bisher nie. Die Anforderungen des Vorstands sind eine Hürde, die immer zusätzliche Arbeit mit sich bringt? Die Antwort: Ja, das ist immer so. Und schon will das Team weitergehen. Aber warum hier nicht einmal anhalten. Eine Pause machen und auf einer höheren Ebene über die Situation, ihre Systematik und die Ursachen nachdenken? „Sie erzählen von einigen Mustern und Routinen, die stören und trotzdem in jeder Retro wieder Thema sind“, erzählt Stephanie Borgert. „Das Team gesteht sich ein, nicht wirklich gelernt zu haben aus den Rückbetrachtungen.“ In ihrem Ratgeber stellt die Beraterin den vierstufigen Prozess des Organisationalen Diskurses vor, der solchen tiefergehenden Denkprozessen einen Rahmen gibt. So wird echte Veränderung möglich: indem gemeinsam an der Organisation gearbeitet wird, anstatt an vielen verschiedenen Orten neue Baustellen aufzureißen, die dann nie beendet werden.  Roter-Reiter-Fazit Change ist kein Projekt, das sich mit Blick auf den Timetable abarbeiten lässt. Echte Veränderung geht tief und Stephanie Borgert zeigt in ihrem Buch, wie Organisationen mit dem Organisationalen Diskurs diesem Prozess einen professionellen Rahmen geben. Stephanie Borgert: Gemeinsam denken, wirksam verändern. Organisationaler Diskurs als Schlüssel zum ChangeVahlen, 2024200 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7295-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Transaktionales Coaching: In ständiger Wechselwirkung Nach seiner Studienzeit in den USA und Asien ließ sich Werner Katzengruber in Deutschland nieder und arbeitete als Business Coach für eine internationale Unternehmensberatung. Bei seiner Arbeit mit Führungskräften und Top-Manager*innen konnte er etwas beobachten: Nach einiger Zeit wird es immer persönlich. Selbst Top-Performende kommen vom beruflichen Leistungsdruck, dem Führungsverständnis oder Ärger mit dem Team immer auf persönliche Themen wie Kindheitserinnerungen, persönliche Ängste oder Beziehungsprobleme.  „Wenn die Kuppe des Eisbergs geschmolzen ist, dann drängen neue Schichten an die Oberfläche und diese wollen auch bearbeitet werden“, erklärt Werner Katzengruber. „Dann werden aus mehr oder weniger einfachen Aufträgen plötzlich komplexe Herausforderungen, die mit dem ursprünglichen Verständnis von Coaching nicht mehr viel zu tun haben.“ In den vergangenen 30 Jahren entwickelte Werner Katzengruber einen eigenen Ansatz, der dieser Beobachtung Rechnung trägt. In den Austausch gehen In seinem gleichnamigen Buch stellt er das „Transaktionale Coaching“ als einen ganzheitlichen Ansatz vor, in dem sowohl intrapsychische als auch interpersonelle Wechselbeziehungen betrachtet und ihre wechselseitigen Auswirkungen auf die unterschiedlichen Lebensbereiche ergründet werden. Das bedeutet in der Praxis: Coach und Klient*in sind sich ebenbürtig und gehen in einen offenen Austausch, in den innere Gedanken und Gefühle wie auch Beziehungen zu anderen Menschen einbezogen werden. Dabei setzen sich Coach und Klient*in kein konkretes Ziel, was das Transaktionale Coaching von vielen anderen Coaching-Ansätzen unterscheidet. Es geht nicht darum, ein aktuelles Problem mithilfe von Tools zu lösen, sondern vielmehr darum, den Ursachen auf den Grund zu gehen.  Das Transaktionale Coaching verbindet dazu unterschiedliche Disziplinen und nutzt das breite psychologische Wissen unterschiedlicher Therapieformen und Erkenntnisse aus der Hirnforschung und beispielsweise der Neurobiologie. Diese Offenheit für Einflüsse aus verschiedenen Disziplinen macht die klare definitorische Abgrenzung schwer. Hilfreich sind dabei die Grundsätze des Transaktionalen Coachings, die Katzengruber in seinem Fachbuch vorstellt und anhand von Beispieldialogen erlebbar macht. Wer noch tiefer einsteigen möchte, findet mit dem Meta-Modell des Transaktionalen Coachings, einem Exkurs in die Trancearbeit und Einblicken in typische Abwehrmechanismen weiterführende Informationen für die eigene Coaching-Praxis. Roter-Reiter-Fazit In den Austausch gehen und tief eintauchen: Werner Katzengruber zeigt eindrucksvoll, wie im Transaktionalen Coaching verschiedenste Disziplinen, Perspektiven und Therapieformen zusammenspielen. Ein umfassendes Kompendium für Coaches und Interessierte, die sich eingehend mit dem Ansatz beschäftigen möchten. Werner Katzengruber: Transaktionales Coaching. Ein Handbuch für die PraxisWiley-VCH, 2024400 Seiten, 34,99 Euro ISBN: 978-3-527-51165-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Hopp oder top: Gut verhandeln Stell dir vor, du hast eine harte Nacht hinter dir. Du hast schlecht geschlafen, es bahnt sich eine Erkältung an. Für das Frühstück bleibt keine Zeit mehr. Auf dem Weg ins Büro bist du in einen Stau geraten und kommst gerade noch rechtzeitig zu einem anstrengenden Mitarbeitergespräch, in dem der Vertriebsleiter eine Gehaltserhöhung fordert.  Und nun stell dir einen anderen Morgen vor. Du hast die Nacht zuvor exzellent geschlafen und zum Frühstück gab es fluffige Pancakes mit Ahornsirup. Du bist rechtzeitig von zu Hause losgefahren und hast in Ruhe einen guten Kaffee im Büro getrunken. Auch an diesem Morgen sitzt der Vertriebsleiter vor dir und fordert eine Gehaltserhöhung.  Nun die Frage: Glaubst du, dass das Resultat der folgenden Verhandlung in beiden Situationen das gleiche wäre? Sicher nicht. Auch wenn die reinen Fakten immer die gleichen sind, so hängen die Resultate von Verhandlungen doch immer von anderen Faktoren ab. Wenn du den Kopf nicht frei hast, dich nicht gut fühlst – und dich noch über den Stau ärgerst, – hast du wahrscheinlich nicht die Kraft, dich auf dein Gegenüber einzustellen. Du bist nicht voll dabei. Dabei ist das „Verhandeln Gefühlssache“, sagt Martin Heß. „Was den exzellenten Verhandler vom Amateur unterscheidet, ist sein Gespür für die Situation und nicht nur sein explizites Wissen.“  Was passiert während Verhandlungen im Kopf?  In seinem Buch „Gut verhandelt“ zeigt der Diplom-Psychologe und Verhandlungsexperte, wie du inhaltlich und psychologisch gut vorbereitet in eine Verhandlung gehst und im heißen Tanz um Ergebnisse nicht den Kopf verlierst. Denn das ist das Wichtigste: die jeweilige Situation in Echtzeit bestmöglich erfassen, bewerten und darauf reagieren. Mehr geht nicht; „niemand kann in einer echten Verhandlungssituation wirklich wissen, was tatsächlich das Beste wäre, denn die Akteure beeinflussen sich gegenseitig und keiner hat das Geschehen allein unter Kontrolle.“  Für eine gute Basis bereitet Heß im ersten Teil seines Ratgebers die wissenschaftlichen Fakten auf: Wie funktioniert unser Gehirn unter Stress? Was ist ein Kommunikationsmodell? Wie baue ich mir schlüssige Argumente auf? Wie setze ich Emotionen richtig ein, um meinen Standpunkt zu verdeutlichen? Im zweiten Teil geht es dann in die Praxis, der Psychologe stellt das bekannte Harvard-Konzept für Verhandlungen vor. Aber er legt noch eine Schippe drauf und erläutert auch sein eigenes Phasenmodell des Verhandelns, das Ideen und Tipps zur Vorbereitung bis zur finalen Vereinbarung bereithält. „Eine Verhandlung erzeugt Komplexität, wird häufig eigendynamisch und oft auch chaotisch“, sagt Heß. „Zu jedem Tipp, zu jedem taktischen oder strategischen Vorschlag im Bereich menschlicher Interaktionen, Wechselwirkungen und Spiele, wie es Verhandlungen sind, lassen sich deshalb in der Praxis beliebig viele Gegenbeispiele für Situationen finden, in denen eben auch das Gegenteil dessen wahr ist, was ein Ratschlag propagiert.“  Situationen richtig erfassen So hatte sich der Vertriebsleiter vor seinem Mitarbeitergespräch vielleicht Horrorszenarien ausgemalt, wie eine Führungskraft, die ihn zu seinen Gehaltsvorstellungen auslacht oder vor Ärger sogar einen roten Kopf bekommt. Die Realität war dann aber ein sehr müde wirkender Vorgesetzter, der ebenso müde abwinkte. Oder eine äußerst gut gelaunte Chefin, die ihn zu seinen Beweggründen befragte und ernst nahm. Deshalb schult Martin Heß die Lesenden dazu, die Situation richtig einzuschätzen und in dem Moment taktisch zu nutzen. Wenn du es fühlst, ist das Spiel schon halb gewonnen.  Roter-Reiter-Fazit Martin Heß lässt die Leserinnen und Leser „fühlen“, wie erfolgreiches Verhandeln funktioniert. Denn auf eine schnelle Auffassungsgabe und ein empathisches Zugehen auf das Gegenüber kommt es hauptsächlich an. Wie das funktioniert, zeigt der Diplom-Psychologe und Verhandlungsexperte anhand von wissenschaftlichen Fakten und cleveren Taktiken.  Martin Heß: Gut verhandelt. Strategien, Taktiken und Methoden für erfolgreiche VerhandlungsführungWiley-VCH, 2024288 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-51184-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Nachhaltig wirtschaften: Wir brauchen die Nettonull Klimaneutral, klimapositiv, klimafreundlich: Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind die Themen, die Organisationen aktuell am stärksten beschäftigen. Schon bald gilt die Green Claims Directive, sodass Unternehmen ihre Produkte nicht mehr ohne Weiteres als „klimaneutral“ oder „klimapositiv“ bewerben dürfen. Bereits jetzt gibt es bei Konsumenten ein stärkeres Bewusstsein für diese Begriffe und sie fragen zu Recht: Wie klimafreundlich ist das Produkt wirklich? Das Thema Klimaschutz ist jedoch mehr als ein Marketing-Buzzword. Aktuell werden Leitlinien und Gesetze auf den Weg gebracht, um die europäische Wirtschaft nachhaltig zu gestalten. Denn das ist ein Muss, um das Erreichen der Klimaziele überhaupt in greifbare Nähe zu bringen. Aber was bedeutet es, die Wirtschaft nachhaltig zu gestalten? Was bedeutet es für ein Unternehmen, klimaneutral zu produzieren? Benedict Probst und Marian Krüger stellen in ihrem Buch „Race to Zero“ Optionen zu mehr Klimaneutralität in Organisationen vor und bieten einen guten Ein- und Überblick in den Begriffsdschungel. Ausgleichen reicht nicht aus In den vergangenen Jahren hat sich ein lukrativer Kompensationsmarkt etabliert. Zu oft war und ist dabei immer noch die Idee: Wenn du unser Produkt kaufst, forsten wir irgendwo einen Wald auf oder pflanzen einen Baum. Einigen Anbietern solcher Kompensationsprodukte konnte Zertifikatsschwindel nachgewiesen werden, denn wer überprüft schon, ob der Baum im Regenwald wirklich gepflanzt wurde? Und auch bei vertrauenswürdigen Zertifikaten bleibt ein Fakt: Die CO2-Emmissionen sind beim Produzieren des Produkts bereits angefallen. Punkt – und dort bleiben sie viele, viele Menschenleben lang. Denn um diese Emissionen durch Aufforstung ausgleichen zu können, bräuchte es eine Menge Holz. Trotzdem gilt heute: Wenn in einem Unternehmen CO2-Emmissionen entstehen und durch Maßnahmen wie Aufforstung rein rechnerisch komplett ausgeglichen werden, ist das Unternehmen klimaneutral. Aber das reicht eben nicht.  Wie erreichen wir Nettonull? Es sind bereits heute zu viele Emissionen in der Atmosphäre. Und auch wenn wir noch so gut wirtschaften, produzieren wir immer CO2., so dass Rest-Emissionen unvermeidbar sind. Klimaneutralität ist also ein wichtiger Zwischenschritt, aber das Ziel sollte die Nettonull sein. Diese erreichen Unternehmen durch das Einsparen aller vermeidbaren Emissionen und durch das aktive Entnehmen von CO2 aus der Atmosphäre. Wie Organisationen jetzt loslaufen, um dieses Ziel zu erreichen, zeigen Benedict Probst, Umweltökonom an der ETH Zürich und Universität Cambridge, und Marian Krüger, Gründer und Leiter von remove, einer Organisation zur Unterstützung europäischer Carbon Removal Start-ups.  „Wir stehen an der Schwelle zur nächsten industriellen Revolution. Dafür wird es nicht nur ein paar ,grüne‘ Firmen geben müssen, sondern die gesamte Volkswirtschaft muss neu ausgerichtet werden“, so die beiden Autoren. In ihrem Ratgeber zeigen sie, wie wichtig natürliche Entfernungsmethoden wie die regenerative Landwirtschaft, das Reaktivieren von Mooren oder die Aufforstung sind. Da wir zu spät losgelaufen sind, fehlt uns aber die Zeit, die die Natur zur Regenerierung und dem Abbau der Emissionen benötigen würde. Deshalb sind aktuell technische Lösungen zur Speicherung und Abscheidung von Kohlenstoff in der Entwicklung. Benedict Probst und Marian Krüger stellen verschiedene Lösungen vor und zeigen, welches Potenzial sie haben – wenn sie klug eingesetzt werden.  Roter-Reiter-Fazit Ein spannender Einblick in die technischen Innovationen zur CO2-Speicherung, die aktuell in der Entwicklung sind. Benedict Probst und Marian Krüger schaffen es, diese Technologien verständlich darzustellen, und geben Organisationen wichtige Informationen für nachhaltige Entscheidungen mit auf den Weg.  Benedict Probst, Marian Krüger: Race to ZeroWie Unternehmen den Wettlauf zur Klimaneutralität gewinnenCampus, 2024200 Seiten, 38 Euro ISBN 9783593518695 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Ist mein Job sinnvoll? Kurz vor dem herbeigesehnten Urlaub drehst du noch einmal richtig auf. Du machst Überstunden, um dieses eine Ziel zu erreichen: den leeren Schreibtisch. Du möchtest wortwörtlich reinen Tisch machen, um optimal und bestens gelaunt in die Ferien zu starten. Nicht immer erreichst du dieses Ziel. Aber eines ist sicher: Wenn du wieder zurück am Arbeitsplatz bist, dann wird es neue Aufgaben geben. Es nimmt nie ein Ende. Kennst du diesen Moment? Dann fühlst du dich manchmal vielleicht wie Sisyphos, der einen schweren Felsbrocken auf ewig einen Berg hinaufrollen muss – um kurz vorm Ende zu scheitern und wieder von vorne beginnen zu müssen.  Studien und Umfragen zeigen immer wieder, dass Menschen in ihrem Leben und Arbeiten Sinn suchen. Und sie zeigen auch, dass viele Arbeitnehmende resigniert haben, Dienst nach Vorschrift machen und sich darüber hinaus nicht engagieren. Sie sehen sich in der ewigen Tretmühle gefangen, die Arbeit ist quasi sinnentleert. Wenn es dir im Beruf oder auch Privatleben genauso geht, dann ist es vielleicht Zeit für einen Perspektivwechsel. Martin Schwemmle und Klaudia Thal führen in ihrem Buch „Sinnovate Your Life“ durch einen fünfteiligen Prozess, mit dem wir (wieder) Sinn in unser Leben und Arbeiten bringen können. Das Leben neu ausrichten Dabei ist Sinn nicht mit Glück zu verwechseln. Während Glück oft nur ein kurzes, aufputschendes Gefühl ist, ziehen sich Haltung und Handeln mit Sinn durch unser Leben. Dann ist es nicht immer einfach, aber alle unsere Entscheidungen basieren auf unseren Werten und Glaubenssätzen. Die Ordensschwester Mutter Teresa widmete ihr Leben den Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden – das war kein leichtes Leben, aber ein enorm erfüllendes und sinnvolles.   „Ein Leben mit mehr Sinn ist eine Entscheidung und eine lebenslange Aufgabe“, fassen es die beiden Autoren zusammen. Und manchmal geht uns eben dieser Sinn verloren, sei es durch persönliche Krisen oder wenn wir in eine neue Lebensphase gehen. Vielleicht erfüllte uns unser Job früher mit Sinn, denn er finanzierte das Leben einer jungen Familie. Sind die Kinder aus dem Haus, kann dieser Grund wegfallen und wir fragen uns: War es das jetzt oder kommt da noch etwas?  Oder wir gehören zur Gruppe der „People Pleaser“, also zu Menschen, die es immer erst den anderen recht machen möchten. Dann haben wir uns vielleicht für den klassischen Ausbildungsberuf entschieden, weil die Familie ein sicheres Einkommen für uns vorgesehen hat. Mit steigendem Alter und mehr Lebenserfahrung hinterfragen wir solche Entscheidungen oftmals und gehen auf die Suche nach unserem eigenen Sinn. Und genau dabei hilft die Sinnovation®-Methode von Martin Schwemmle und Klaudia Thal.  Sinnsuche mit System In fünf Schritten erkunden wir anhand von Übungen unseren persönlichen Wertekompass und unser Sinnerleben, um dann schnell ins Machen zu kommen. Dabei verknüpfen der Innovationsforscher und die systemische Coachin Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, der Positiven Psychologie und der empirischen Sinnforschung mit systemischem Coaching und agilen und kreativen Innovationsmethoden wie Design Thinking und Prototyping. Die Leserinnen und Leser bestimmen dabei das Tempo selbst: Niemand erwartet von ihnen, dass sie den Job hinschmeißen, um im Ausland Pandas zu retten. Vielmehr geht es darum, das konkrete Erleben im Alltag abzuklopfen, um herauszufinden, wo wir mehr und wo wir weniger tiefe, sinnvolle Erfahrungen machen. Oftmals lässt sich dann bereits mit feinsten Justierungen viel erreichen – oder man wagt doch die große Veränderung. Erlaubt ist alles, was Sinn macht.  Roter-Reiter-Fazit In einem spannenden Mix aus wissenschaftlichen Fakten und Innovationsmethoden wie Design Thinking und Prototyping geht die Leserin oder der Leser auf Sinnsuche: Was treibt mich wirklich an und erfüllt mich? Martin Schwemmle und Klaudia Thal kommen hier ohne einen spirituellen Überbau oder eine Fokussierung auf Innovation-Business-Sprech aus, was dieses Buch zu einem lehrreichen und angenehm leichten Praxisratgeber macht.  Martin Schwemmle, Klaudia Thal: Sinnovate Your Life. Mit Methode zu mehr Sinn im LebenCampus, 2024288 Seiten, 30 Euro ISBN 9783593518305 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Leadership/t – Führen, auch wenn Mitarbeitende nerven New Work fußt auf der Annahme, dass wir uns alle offen und emphatisch begegnen. Die Vision: Endlich mit dem ganzen Wesen, der authentischen Persönlichkeit wirken. New Work – eine Bubble, wie eine große, liebevolle Familie. Und dann kommt die Realität. Der Nörgler hat keine New-Work-Vision! Nicht alle Arbeitnehmenden finden Scrum fantastisch und begrüßen die anstehenden Trainings. Für nicht für jede Unternehmerin ist das Glas halb voll, und sie findet immer etwas zum Kritisieren. Und dann ist da noch die Person, die so reizoffen für Optionen ist, dass sie praktisch keine geradlinige Entscheidung treffen kann, denn: Hätte, hätte, Fahrradkette.  Nun kommt die Führungskraft als Visionär um die Ecke und beherzigt alle Ratschläge, die es für Leader als Changemaker gibt: auf die Menschen zugehen, authentisch und emphatisch sein, als Vorbild inspirieren. Aber: Nicht jede Person möchte sich inspirieren lassen. Es gibt die Pessimistinnen, die Arbeitsverweigerer, die „Ab 1 macht jeder seins“-Arbeitgeber. Und hier enden viele Leadership-Visionen. Was also tun? Wie lassen sich Menschen führen, die man nicht mag?  Mit Visionen lässt sich nicht immer führen In seinem Ratgeber „Leadership/t – Menschen führen, die Sie (noch) nicht mögen“ räumt Matthias Nöllke zunächst mit einem Mythos auf: „Eines können Sie sich schon mal aus dem Kopf schlagen: Dass Sie die Mitarbeitenden, die Sie nicht mögen, ändern, ja, dass Sie sie ,steuern können‘.“  Denn: Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, dass Unternehmen eben nicht wie technische Uhrenwerke funktionieren, in denen Mitarbeitende mit Werkzeugen – Tools – exakt geführt, getaktet und angeleitet werden. Schon Menschen, die sich gern ins Unternehmen einbringen wollen, lassen sich nicht gern steuern. Wie sieht es da wohl mit Menschen aus, die auch Sie als Führungskraft nicht mögen?“  Matthias Nöllke erklärt in seinem Buch, wie wir überhaupt dahin gekommen sind, die Frage nach der Führung von nicht gemochten Arbeitnehmenden zu stellen. Die Ursache liegt seiner Meinung nach in dem neuen Rollenverständnis des Leaders, der mit einer Vision die Organisation und das Team voranbringen soll. Und dabei soll er bitte seine Persönlichkeit einbringen, emphatisch und authentisch sein. Der Kommunikations- und Managementberater zeigt auf, wo dieses Leadership-Verständnis sehr schnell an seine Grenzen kommt – nämlich spätestens dann, wenn es zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden eben keinen Vibe gibt.  Back to Führungsrolle Nöllke beruft sich hier auf das Bild des Spielens einer (Führungs-)Rolle: So wie Mitarbeitende nicht mit ihrer vollen Persönlichkeit – Beziehungsproblemen, der Urlaubs- und Familienplanung und dem Streit mit der Schwiegermutter – im Job erscheinen, machen das auch Führungskräfte nicht. Wir alle spielen unsere Rolle als IT-Servicekraft, als Assistenz oder als Personalmitarbeiterin. Dasselbe gilt für Leader. „Die Führungsrolle ermöglicht es Ihnen, Ihre Vorbehalte und Abneigungen beiseite zu lassen und Ihre Aufgabe zu erfüllen.“ Es ist also gar nicht so wichtig, ob ich jemanden mag. „Menschen zu führen, die man nicht mag, erfordert geradezu die gegenteilige Einstellung“, sagt Nöllke: „Statt Authentizität professionelle Distanz. Wir müssen von unseren persönlichen Sympathien und Abneigungen absehen.“  Wie das gelingt und wie man im Speziellen mit Querulanten, Mimosen oder auch „Erklärbären“umgeht, zeigt Matthias Nöllke in seinem unterhaltsamen Ratgeber. Er lädt aber auch zur Reflexion ein: Wann werde ich als Führungskraft auch umgekehrt nicht von meinen Mitarbeitenden gemocht? Und wann sollte ich mein Verhalten korrigieren und wann sollte ich aber auch über der fehlenden Sympathie drüberstehen und mich auf meine Rolle als Führungskraft besinnen? Roter-Reiter-Fazit Ein spannendes Buch, das den Fokus auf die großen Herausforderungen des Führens legt: Menschen führen, die man gar nicht mag oder nicht versteht. Matthias Nöllke zeigt, dass Sympathien beim Führen keine Rolle spielen müssen, wenn man sich auf seine Kernaufgaben konzentriert. Wie das gelingt, stellt er unterhaltsam dar.  Matthias Nöllke: Leadership/t – Menschen führen, die Sie (noch) nicht mögenVahlen, 2024162 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7354-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Kunden kennenlernen: 7 Ausreden und 7 Lösungen Es ist immer schön, wenn Kunden mit einem Produkt zufrieden sind. Nur was Führungskräfte und das obere Management aus der Kundenzufriedenheit folgern, kann verheerend sein. Existenziell bedrohlich kann es nämlich werden, wenn aus einer positiven Kundenmeinung der Schluss gezogen wird, das Produkt könne in Serie gehen.  Dieses Szenario ist ein Fallbeispiel, das uns Ingrid Gerstbach in ihrem Buch „Die 7 Ausreden der Unternehmen“ vorstellt. Sie berichtet von einem IT-Unternehmen, das für einen Kunden eine Software entwickelte und darauf ein positives Feedback erhielt. Plötzlich hatten alle Verantwortlichen Dollarzeichen in den Augen und setzten sich das Ziel, die Software offensiv zu vertreiben. Ein paar Anpassungen und einen intensiven Marketingprozess später das Resultat: „Der Erfolg blieb aus“, resümiert sie. Das Unternehmen zweifelte aber nicht am Produkt, sondern war der Meinung, es brauche nur noch die passende Strategie. Und dafür sollte Ingrid Gerstbach in einem Design-Thinking-Workshop die passenden Lösungen erarbeiten. Doch das Problem, so die Expertin, lag ganz woanders.  Was will eigentlich der Kunde? Das Unternehmen hatte nämlich an keiner Stelle seinen Kundenstamm befragt: Benötigt ihr das Produkt? Was muss es bieten? Wo setzt ihr es ein? „Nicht mit dem Kunden zu reden, ist der größte Fehler, den ein Unternehmen überhaupt machen kann“, weiß Ingrid Gerstbach. „Viele Unternehmen sind so verstrickt in ihre eigenen Annahmen und ihr Wissen, dass sie aufhören zu kommunizieren, weil sie davon ausgehen, dass der Kunde bereits weiß, was gemeint ist. Die Kluft weitet sich aus, sodass es den Unternehmen mit der Zeit immer schwerer fällt, sich in die Lage des Kunden hineinzuversetzen.“ Sie nennt dieses Phänomen den „Fluch des Wissens“. In ihrem Buch stellt sie sieben Ausreden vor, die Unternehmen hervorbringen, wenn es darum geht, bloß nicht in Kontakt mit dem Kunden treten zu müssen.  Der Kunde? Wer ist das eigentlich? In der Tat – und das ist ein Paradox – scheuen sich viele Unternehmen vor der direkten Kommunikation mit Kunden, obwohl sie doch das Herzstück einer jeden Organisation sind. Nur wer weiß, was Kunden sich wünschen und was sie benötigen, kann passgenaue Angebote entwickeln. Ingrid Gerstbach analysiert die sieben häufigsten Ausreden, die sie aus ihrer eigenen Beratungspraxis kennt, und bietet Tipps, wie Führungskräfte in Organisationen sich selbst prüfen: Nutzen wir diese Ausrede? Wissen wir wirklich alles über unsere Kunden? Haben wir tatsächlich keine Zeit für Kundenbefragungen? Reichen uns die Ergebnisse der Marktforschung? Dazu gibt es Techniken und Impulse, wie Organisationen in eine andere Haltung kommen und den Kunden als das wertschätzen, was er ist: als Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Unternehmens.  Roter-Reiter-Fazit Die Design-Thinking-Expertin Ingrid Gerstbach gibt spannende Einblicke in Unternehmen, die sich davor scheuen, ihre Kunden wirklich kennenzulernen. Anhand ihrer Ausreden und Vorbehalte arbeitet sie heraus, wie auch solche Organisationen ins Machen kommen und den wirklichen Schatz heben: ihre Kunden.  Ingrid Gerstbach: Die 7 Ausreden der Unternehmen. Kunden wirklich verstehen und erfolgreich bleibenCampus, 2024287 Seiten, 38 Euro ISBN 9783593518602 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Fußball ist Führungsarbeit: Leadertalk unter Profis Im Mai 2024 stand Jürgen Klopp ein letztes Mal als Trainer des FC Liverpool am Spielfeldrand. Sein Abschied ist bereits jetzt Fußballgeschichte, denn er wurde wie ein Nationalheld verabschiedet. Dabei ist er ein Wiederholungstäter, ähnliche Szenen kennt man von seinen Abschieden in Mainz und Borussia Dortmund. Wie er das immer wieder schafft, dazu geben seine Abschiedsworte einen Hinweis. Mehrfach unterbrochen vom Fanjubel sagte er: „Die Leute haben mir zuletzt gesagt, ich hätte sie von Zweiflern zu Glaubenden gemacht. Aber das stimmt nicht. Glauben ist eine aktive Tat. Ich habe nur gesagt, wir müssen es tun. Ihr habt es gemacht!" Die Betonung lag auf dem Wörtchen „ihr“. Er sieht den Erfolg als Gesamtleistung, stellt sich nicht in den Mittelpunkt. Führung als Spiel verstehen  Jürgen Klopp schafft es wie kein zweiter Fußballtrainer, Menschen zu motivieren, sie zu begeistern und zu überzeugen. Das sieht auch Mounir Zitouni so, der sagt, dass Jürgen Klopp auch bei Beobachtern als „,Menschenfänger‘ unter den Trainern“ gelte. „Er versteht es, Menschen für sich einzunehmen, sie zu begeistern, gleichzeitig interessiert er sich für seine Spieler, ja, er liebt sie“, so Mounir Zitouni.  Der Business-Coach hatte die Möglichkeit, diese Wirkung am eigenen Leib zu spüren. In seinem Podcast Leadertalk spricht er regelmäßig mit Fußballpersönlichkeiten über ihr Leadership-Verständnis. Er selbst spielte in der Jugend von Eintracht Frankfurt, wechselte dann nach Tunesien, wo er bei Espérance Tunis Meister, Pokalsieger und Nationalspieler wurde. Zurück in Deutschland spielte er als Profi unter anderem bei Kickers Offenbach, dem SV Wehen und dem FSV Frankfurt. Auch nach seiner aktiven Karriere blieb er dem Fußball treu und arbeitete 14 Jahre lang für das kicker-Sportmagazin. In seinem Buch „Teams erfolgreich führen – Die besten Strategien von Klopp, Rangnick & Co. für dein Leadership“ bietet er nun die Quintessenz aus vier Jahren Podcast. Er kristallisiert zwölf Führungseigenschaften heraus, die erfolgreiche Fußballtrainer und -trainerinnen in einer einzigartigen Mischung mit sich bringen und die auch Führungskräfte haben sollten.  Mit Herz und Verstand führen So sieht er auch, dass Klopps authentische Herzlichkeit und Empathie zwei seiner wichtigsten Stärken sind. Aber „der Wechsel zwischen dem ,Menschenversteher‘ und dem ,Ansager‘ ist fließend“, so Zitouni. „Ich glaube, es ist das größte Erfolgsgeheimnis seines Tuns.“ In seinem Podcast zeigte Jürgen Klopp nämlich auch, dass dieses Menschen-Verstehen nur die eine Seite ist.  Er erzählte: „Wenn wir eine Mannschaftssitzung haben, dann gibt es einen, der spricht, und das bin ich. Dort wird nicht diskutiert. Das funktioniert so nicht. (…) Wenn elf Mann das Gleiche falsch machen, hast du immer noch eine Chance zu gewinnen. Wenn bei elf Spielern jeder das macht, was er will, dann bist du verloren.“  Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Ralf Rangnick oder Silvia Neid: In seinem Buch spürt Zitouni den Stärken und Erfolgskonzepten von 55 der erfolgreichsten Fußballtrainer und Fußballtrainerinnen nach. Dabei unterteilt er die Eigenschaften in die drei Kernkompetenzen Autorität, Liebe und Persönlichkeit. Und er stellt klar: Die perfekte Mischung gibt es nicht, jeder und jede ist in Persönlichkeit und Herangehensweise unvergleichlich. Und genauso ist es bei Führungskräften: Sie müssen ihre Strategie, ihre Mannschaft und die Aufstellung aufeinander abstimmen und dann hoffen, dass der Plan aufgeht.  Roter-Reiter-Fazit Ottmar Hitzfeld, Felix Magath, Ralf Rangnick oder Silvia Neid: Mounir Zitouni hat in seinem Podcast die besten Fußballtrainer und -trainerinnen zu ihrer Führungsphilosophie befragt. Heraus kam ein toller Ratgeber, der sehr viele Impulse und strategische Überlegungen für Führungskräfte bereithält.  Mounir Zitouni: Teams erfolgreich führen – Die besten Strategien von Klopp, Rangnick & Co. für dein LeadershipMetropolitan, 2024232 Seiten, 24,95 Euro ISBN 978-3-96186-074-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### KI im Job einsetzen: Jetzt! Bereits jetzt ist Künstliche Intelligenz ein elementarer Bestandteil unseres Arbeitsalltags – und jeden Tag wird dieser Teil größer. Im Vertrieb werden Bestellprozesse automatisiert und optimiert. Es werden autonome Fahrzeuge getestet, die den Logistiksektor revolutionieren sollen. Vor etwas über einem Jahr überraschte uns alle ChatGPT, und seither kommen nahezu täglich neue Anwendungen hinzu. Protokolle schreiben sich praktisch selbst und Chatbots informieren Kunden ohne menschliches Zutun.  Die KI verändert nicht nur das Arbeiten in Unternehmen, sie verändert auch das Anforderungsprofil an Arbeitnehmende und Selbstständige: Schon heute werden in Stellenbeschreibungen grundlegende KI-Kenntnisse vorausgesetzt, um beispielsweise Texte und Bilder zu generieren. Da ist die Überforderung manchmal groß. Der Zukunftsforscher Kai Gondlach und die IT-Führungskraft Mark Brinkmann ziehen in ihrem Ratgeber „KI jetzt! Wie Künstliche Intelligenz Ihren Arbeitsalltag erleichtern kann“ den Vergleich zur Erfindung des Stroms. Dieser wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den einen gelobt, von den anderen verteufelt – zum Schluss setzte er sich durch und führte zu disruptiven Veränderungen in unserem Leben und Arbeiten. Und heute, so die Autoren, stehen wir vor einer ähnlichen Situation: „Das Überleben einer Volkswirtschaft hängt vom erfolgreichen Einsatz dieser mächtigen Schlüsseltechnologie ab. So wie elektrischer Strom vor 120 Jahren.“  KI-Kompetenzen entwickeln In ihrem Buch zeigen Kai Gondlach und Mark Brinkmann, wo Künstliche Intelligenz bereits heute in Branchen wie der Gastronomie, dem Vertrieb, der Verwaltung oder der Bildung eingesetzt wird. Der Wandel ist also schon längst da. „So wie heute kaum jemand ohne Grundlagenwissen über die Bedienung von Computern eigenständig Zugticktes kaufen, Banküberweisungen tätigen oder eine Steuererklärung anfertigen kann, kommt nun schlagartig das KI-Wissen hinzu“, sagen sie.  Das Buch verstehen die Autoren als Praxisbuch, mit dem sich sowohl Mitarbeitende wie auch Führungskräfte und das Management langsam dem Thema KI in Unternehmen nähern können.  In sieben Schritten begleiten Kai Gondlach und Mark Brinkmann durch die ersten praktischen Versuche mit KI bis hin zur erfolgreichen Implementierung in Arbeitsprozesse. Für zukünftige KI-Profis zeigen die Autoren außerdem, wie sich in fünf Phasen eigene KI-Produkte entwickeln lassen.  Unser Leben mit KI in 2050 Aber dabei belassen es die Autoren nicht, denn KI überfordert momentan noch viele Menschen. Deshalb ist es besonders spannend, mithilfe der Zukunftsforschung einen Blick in die Zukunft von 2050 zu werfen: Sowohl für unseren Lebensalltag als auch für das Arbeitsleben entwerfen Kai Gondlach und Mark Brinkmann eine Vision, in der KI uns begleitet, aber nicht dystopisch wirkt. „Lehrkräfte und pädagogisches Personal werden mehr denn je beschäftigt sein, denn nicht alle Probleme der Welt wurden durch KI gelöst“, so die Autoren. Und aus Sicht von 2050: „Es kam in den letzten Jahren zu einer wahren Renaissance von Handwerk, Kunst und manuellen Therapien.“ So lädt das Buch dazu ein, KI als Bereicherung zu verstehen, mit einem neuen Raum für die Dinge, die KI nicht übernehmen kann. Roter-Reiter-Fazit Wie sieht unser Leben und Arbeiten in 2050 aus – und welche KI-Skills kann ich mir schon heute aneignen, um gut in die Zukunft zu kommen? Kai Gondlach und Mark Brinkmann machen die Bestandsaufnahme und laden dazu ein, die Vorteile von KI im eigenen Arbeitsalltag zu entdecken.  Kai Gondlach, Mark Brinkmann: KI jetzt! Wie Künstliche Intelligenz Ihren Arbeitsalltag erleichtern kannGABAL Verlag GmbH, 2024208 Seiten, 29,90 Euro ISBN 978-3-96739-179-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### ETF-Portfolio zusammenstellen in 5 Schritten Die Deutschen möchten sparen, und etwa 70 Prozent tun dies auch. Eine konkrete Strategie verfolgt aber nur ein Viertel davon. Außerdem erweisen sich die Deutschen als konservative Sparerinnen und Sparer: Die Mehrheit setzt immer noch auf Tagesgeldkonto, Festgeldkonto oder das klassische Sparbuch. Demgegenüber spielen renditestärkere Anlageformen, etwa Wertpapiere, nach wie vor für viele Menschen hierzulande eine nachgelagerte Rolle. Aber warum ist das so? Einer der wichtigsten Gründe ist die mangelnde Finanzbildung. Das ist eine Erkenntnis der repräsentativen Anlagestudie „So investiert Deutschland“ im Auftrag der Commerzbank. Wenig Wissen – viel Unsicherheit Bei  Finanz- und Anlageprodukten kennt sich laut Umfrage maximal jeder Zehnte sehr gut mit dem jeweiligen Produkt aus: 31 Prozent der Befragten sagen hingegen, dass sie keine Kenntnisse über Aktien als mögliches Anlageprodukt haben. 33 Prozent haben keine Kenntnisse über Fonds und ganze 50 Prozent sagen, dass sie nichts über ETFs/ETCs wissen. Dabei sind vor allem ETFs eine gute Möglichkeit, ohne maximales Risiko und Expertenwissen Geld gewinnbringend anzulegen. Und das macht auch Sinn, denn renditeschwache und renditelose Anlageformen wie das Tagesgeldkonto, Festgeldkonto oder ein klassisches Sparbuch gleichen kaum die Inflationsrate aus. Wer sein Geld also gewinnbringend anlegen möchte, sollte neue Wege gehen.  Vom Laien für Laien Vor der Frage: Wie investiere ich mein Geld?, stand auch einmal Max Niebling.  Der studierte Politik-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler arbeitet in der hessischen Landesverwaltung, und trotz seiner fachlichen Fähigkeiten tat er sich schwer damit, im Anlagedschungel das richtige Produkt zu finden und eine Strategie zu entwickeln. Die bisherigen ETF-Finanzratgeber brachten ihn nicht weiter und er arbeitete sich selbst in das Thema ETFs ein – mit Erfolg. Sein praxisorientiertes Wissen und seine Erfahrungen gibt er in dem kompakten Ratgeber „Investieren ohne Umwege. Der kürzeste Weg zum eigenen ETF-Portfolio“ weiter. Dabei wurde das Buch ausdrücklich von einem ETF-Privatanleger für andere Laien geschrieben, die es besser wissen möchten. Das 1 x 1 des ETF-Portfolios Im ersten Teil des Buches bekommen Leserinnen und Leser einen Überblick über die wichtigsten Anlage-Begriffe und Mechaniken der Börse: Was sind Wertpapiere und was ist eine Rendite? Was verstehen wir beim Anlegen als Diversifikation? Was sind aktiv gemanagte Fonds und warum lohnen sie sich weniger als ETFs? Und was ist eigentlich die 72er-Formel? Und dann geht es los und Max Niebling führt in fünf Schritten durch den Prozess des ETF-Portfolioaufbaus. Ist das geschafft, zeigt er in Teil drei, wie einfach das Managen des ETF-Portfolios ist. Das Gute ist, dass der Autor selbst Privatanleger ist und deshalb sehr genau weiß, an welchen Stellen seine Leserinnen und Leser Fragen haben oder sicherlich Hilfestellung benötigen. Das macht das schmale Büchlein zu einem echten Helfer für die erstmalige Zusammenstellung des ETF-Portfolios und für das erste Jahr als Anlegerin oder Anleger.  Roter-Reiter-Fazit Max Niebling erklärt einfach und gut strukturiert, welche Schritte es zum eigenen ETF-Portfolio braucht. Bei der Lektüre ist jederzeit spürbar, dass hier ein Privatanleger für andere Privatpersonen schreibt: Max Niebling gibt exakt so viele Informationen, wie es braucht – nicht zu viel und nicht zu wenig. Max Niebling: Investieren ohne Umwege. Der kürzeste Weg zum eigenen ETF-PortfolioGABAL VERLAG GmbH, 2024144 Seiten, 14,90 Euro ISBN 978-3-96739-197-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Making the Pace: Immer einen Schritt voraus Es fehlt eine Schraube für das Do-it-yourself-Projekt? Dann geht’s ab in den nächsten Baumarkt. Nicht anders machen es noch allzu oft Handwerker und Handwerkerinnen, wenn ihnen Materialien oder Baustoffe auf einer Baustelle ausgehen. Das klappt nicht immer reibungslos und kann die Arbeitsabläufe empfindlich stören. Hier können sich Hersteller und Lieferanten von Profi- Werkzeugen und -Zubehör einklinken. Warum nicht Bohrköpfe, Akkus oder andere Verschleißteile im Abo anbieten? „Ist ein Bohrer erfahrungsgemäß alle vier Wochen verschlissen, wird diese Zustellfrequenz abonniert und dann alle vier Wochen ein neuer Bohrer direkt geliefert“, erklärt Fiona Liebehenz. Das macht Kunden und Kundinnen glücklich, sichert unter Umständen das Einhalten von Zeitplänen und stärkt die Kundenbindung. „Heute muss das Unternehmen neben dem Außendienst und den Tool-Spezialisten sicherstellen, dass es als Marke alle weiteren relevanten Touchpoints bedient und spezielle, differenzierte Kaufoptionen unterstützt“, so Liebehenz. Das ist nur ein Beispiel, wie Unternehmen in einer zunehmend komplexen (Wirtschafts-)Welt den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz machen können. Wie Führungskräfte jetzt ins Machen kommen können Fiona Liebehenz hat Vertrieb, Marketing und Handel von der Pike auf gelernt. In den vergangenen Jahren hatte sie verschiedene leitende Positionen bei Unilever, Amazon und Bosch inne, aktuell ist sie für Tetra Pak in Schweden als Vice President Key Components & Plant Solutions & Channel Management im Einsatz. Ihre Erfahrungen und Learnings gibt sie nun in ihrem Buch „Making the Pace. 15 Prinzipien erfolgreicher Unternehmensführung in einer komplexen Welt“ weiter. Das Großartige: Fiona Liebehenz hat in unterschiedlichen Branchen gearbeitet und kann die individuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu allgemeinen Prinzipien umformulieren. Die insgesamt 15 Prinzipien unterteilen sich in die drei Bereiche Strategie, Struktur und Führung und wirken auch aufeinander ein. Denn „für die Transformation genügt es nicht, dass Sie Einzelteile des Systems herausgreifen und daran arbeiten“, so die Leaderin, „Sie müssen immer im Auge haben, wie diese Einzelteile miteinander zusammenhängen und wie sie zusammenzuspielen haben, um eine Entwicklung zu ermöglichen, anstatt sich gegenseitig zu blockieren.“ Und genauso sind die Prinzipien nur eine Blaupause: Jede Führungskraft kann sich davon inspirieren lassen und eigene, passgenaue Lösungen entwickeln.  Roter-Reiter-Fazit Ein wahrer Erfahrungsschatz aus 18 Jahren internationaler Karriere in Vertrieb, Marketing und Handel: Fiona Liebehenz gibt ihre Learnings und Efahrungen direkt aus der Praxis als erprobte Best Practices weiter, die sich in jeder Branche individuell umsetzen lassen.  Fiona Liebehenz: Making the Pace. 15 Prinzipien erfolgreicher Unternehmensführung in einer komplexen WeltVahlen Verlag, 2024179 Seiten, 26,90 Euro ISBN 978-3-8006-7334-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Manifest für menschliche Führung Führungskräfte sind wie Gärtner*innen : Im Frühling säen sie hoffnungsvoll Samen aus, beobachten wohlwollend das Wachstum, wenn es an Nährstoffen mangelt, geben sie das passende Stärkungsmittel hinzu – und im besten Fall entsteht eine starke Pflanze, von der Gärtner*innen Ergebnisse erwarten kann.  „Ein Gärtner weiß, dass er selbst keine Tomaten und Gurken hervorbringen kann. Er kann nur eine Umgebung schaffen und aufrechterhalten, in der Tomaten gut gedeihen“, sagt Dr. Marcus Raitner. Und der Rest liegt an der Pflanze selbst. Der Agile Coach übersetzt dieses Bild so: „Führung bedeutet heute mehr denn je, andere erfolgreich zu machen. Führung ist keine Frage der Position, sondern eine Frage der Haltung.“  Und diese Haltung brachte Marcus Raitner in die BMW Group IT, in der er unter anderem mit dem Working out loud-Format die agile Transformation begleitete. In diesem Rahmen entstand zwischen 2018 und 2019 das „Manifest für menschliche Führung“, angelehnt an das Manifest für Agile Softwareentwicklung. Das schmale Büchlein erschien auf seinem Blog und im Selbstverlag und wurde schnell zu einer kleinen, aber feinen Empfehlung für Führungskräfte. Es war damals wie heute weniger Ratgeber und mehr niedergeschriebene Überlegungen mit Essenz. Jetzt ist das Buch – ergänzt um 14 Prinzipien für eine neue Führung im Zeitalter der Digitalisierung  – im Vahlen Verlag erschienen.  Mit der Zeit gehen Aktuell leitet Marcus Raitner bei der Allianz Consulting den Bereich „Agile“, wo er mit seinem Team von Agile Coaches die globale agile Transformation der Allianz Gruppe vorantreibt. Er ist also heute wie damals mittendrin in den Veränderungen. In seinem Buch geht er zurück zu den Anfängen der Industrialisierung und des Taylorismus und macht dann große Schritte hin zum Zeitalter der Wissensarbeit. Sehr fein untersucht er die Voraussetzungen, unter denen Unternehmen damals wie heute Erfolg haben.  So arbeitet er Stück für Stück und Satz für Satz heraus, was heute (und in Zukunft) anders laufen muss, er spricht von einer „artgerechteren Haltung" von Wissensarbeitenden, denn die „Sehnsucht nach einer neuen Form der wertschätzenden und eben dadurch wertschöpfenden Zusammenarbeit von Menschen ist größer denn je“. Die Grundlage für diese Vision ist eine neue Form der Führungskultur, die immer noch in den Kinderschuhen steckt – und die unter anderem auch er mit seiner Arbeit fördert und fordert. Marcus Raitner bietet nicht die eine Anleitung, das eine How-to, sondern setzt Anreize, Impulse und macht die Vision einer menschlichen Führung sichtbar – und lässt sie greifbar erscheinen. Roter-Reiter-Fazit Ein Buch für den Lesesessel, nicht für den Schreibtisch: Marcus Raitner spannt den Bogen von der Industrialisierung hin zu einer neuen Führungskultur für Wissensarbeitende. Eine Lesegenuss, nicht nur für Führungskräfte, sondern für alle Menschen, die sich fragen, wie die Zukunft der Arbeit wohl aussehen mag. Marcus Raitner: Manifest für menschliche Führung. 6 Thesen und 14 Prinzipien für eine neue Führung im Zeitalter der DigitalisierungVahlen, 2024155 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7292-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Peperoni-Strategie: Positive Aggression für den Job nutzen Aggressive Kollegen, die einem frech über den Mund fahren? Die Kollegin, die irgendwie immer früher an Infos kommt, weil sie das Spiel der Teeküche beherrscht? Oder die Beförderung, die man nicht erhält, weil man laut Chef nicht bissig genug ist? Die Ideen der New-Work-Bewegung versprechen eigentlich, dass solche Situationen, Machtspiele und Rhetoriken der Vergangenheit angehören. Tun sie aber nicht. „So manch jüngere Führungskraft ist überrascht, dass nicht alle die warmherzigen und emphatischen Spielregeln der New Work befolgen, sondern sich austricksen, gegen Wände laufen oder gegen die gläserne Decke stoßen lassen“, so Jens Weidner. Um hier mithalten zu können, hat der Managementtrainer und Aggressionsexperte die Strategie der positiven Aggression entwickelt. In seinem Praxisbuch „Die Peperoni-Strategie to go“ zeigt er, wie wir Vorgesetzten unsere Grenzen aufzeigen, einen respektvollen Umgang kultivieren, ohne als zu schwach zu gelten, und wie wir uns gegen versteckte Machtspiele oder Hinterhältigkeiten wehren können – und das, wenn möglich, mit einem Lächeln im Gesicht. Damit liefert der Experte einen praktischen Ratgeber zu seinem Bestseller „Die Peperoni-Strategie“, der unabhängig davon zu lesen ist. Mit positiven Aggressionen Haltung zeigen  Jens Weidner hat in seinem Studium der Erziehungs- und Sozialarbeitswissenschaften eine Vorliebe für Kriminologie entwickelt. Das führte dazu, dass er sich irgendwann in einem US-amerikanischen Gefängnis wiederfand. Dort konnte er in einer einmaligen 24/7- Erfahrung die Spielregeln des Gefängnislebens erforschen. Zurück in Deutschland entwickelte er ein Behandlungsprogramm für Straftäter, in dem diese ihre destruktive Gewalt behandeln konnten.  Noch einen Moment später wurde der Aggressionsexperte darum gebeten, auf dieser Grundlage eine Strategie zu entwickeln, mit der Führungskräfte eine positive – konstruktive – Aggression für ihre Ziele einsetzen können. Das war die Geburtsstunde der Peperoni-Strategie. Heute lehrt Prof. Dr. Jens Weidner Kriminologie und Sozialisationstheorie an der Fakultät für Wirtschaft und Soziales der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Knifflige Situationen taktvoll angehen „Die Peperoni-Strategie lehrt, wie man seine natürliche Aggression konstruktiv zur Erreichung beruflicher Ziele einsetzt“, sagt er. „Sie liefert ein kraftvolles Mindset für Wettbewerbssituationen und favorisiert ein Verhalten zwischen Charme und Vulkan.“ Dabei geht es nicht darum, die Ellenbogen auszufahren, sondern darum, schlagfertig zu kontern, seinen Standpunkt klarzumachen und einmal mehr zu überlegen, wie man auf Situationen reagiert. Was mache ich, wenn meine Chefin sich Verbesserungsvorschläge wünscht – aber sich persönlich angegriffen fühlt, wenn sie tatsächlich kommen? Wie führe ich die gewünschten Veränderungen durch, wenn mir die Befugnisse fehlen? Was mache ich mit dem netten Kollegen, der mit mir Sushi essen geht, aber mir in brenzligen Situationen nicht den Rücken stärkt? Jens Weidner analysiert die Fälle und gibt praktische Empfehlungen, wie die jeweilige Situation entschärft werden kann. Roter-Reiter-Fazit Mittelscharf, scharf und superscharf: Jens Weidner hat für jeden delikaten Fall von Mobbing, Machtspiel oder Fettnäpfchen die richtige Strategie. Dabei kann jeder und jede selbst entscheiden, wie „scharf“ das Echo ausfallen soll. Jens Weidner: Die Peperoni-Strategie to goPositive Aggression im Alltag gewinnbringend einsetzen – Das Praxisbuch zum BestsellerCampus, 2024232 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593518244 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Corporate Podcast: Direkt ins Ohr Die Idee ist ganz einfach: Podcast ist wie Radio – nur dass Hörende selbst bestimmen, wann sie Inhalte konsumieren. 2023 haben sechs Prozent der Deutschen (fast) täglich Podcasts gehört. Der Anteil der wöchentlichen Podcast-Nutzer*innen lag 2023 bei 13 Prozent – Tendenz steigend (statista). Und mit steigender Beliebtheit gibt es auch immer mehr Menschen, die mit einem Podcast durchstarten möchten.  Mit Storytelling Botschaften senden Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Man muss sein Gesicht nicht in eine Kamera halten und es braucht nur eine Stimme, eine gute Idee und gutes Equipment. Doch genau hier liegt auch schon die große Herausforderung. Mal hapert es am Popschutz des Mikros, mal an den sprachlichen Fähigkeiten der Podcast-Hosts – und manchmal auch an der Idee. Eine gute Vorbereitung und auch langfristig stringente Vorbereitung sind also das A und O. Das gilt auch für Unternehmen, die immer größeres Potenzial in einem hauseigenen Podcast sehen. In Corporate Podcasts können Organisationen Themen besetzen, mit Expertise glänzen, fachliche Themen leicht verständlich erklären und neue Zielgruppen erreichen. Damit das Projekt Corporate Podcast nicht von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist, bietet Oliver Schwartz mit seinem Ratgeber „Corporate Podcasts“ eine Anleitung in fünf Schritten, wie erfolgreiche Unternehmens-Podcasts geplant und produziert werden. Jedes Thema lässt sich spannend erzählen „Das wahre Potenzial von Storytelling entfaltet sich oft erst über einen längeren Zeitraum, in dem das Publikum eine tiefere Bindung zur Marke, zu Ihrem Unternehmen entwickelt“, so Oliver Schwartz. Und deshalb sollte ein Podcast auch immer nachhaltig geplant werden: Welche Ressourcen benötigen wir? Wie oft möchten wir eine Folge veröffentlichen? Wer spricht den Podcast ein? Wer plant die Themen – und wie groß spannen wir die Themenwelt des Podcasts eigentlich?  Der Experte für strategische Kommunikation führt Stück für Stück durch die Planung und Durchführung eines Podcast-Projekts bis zum Mastering der Aufnahme. Besonders spannend und inspirierend sind die Best Practices, die einen Einblick in die Themen- und Branchenvielfalt von Corporate Podcasts geben. So bietet der Podcast „MS & ich – der Nurse Podcast“ von Novartis kurzweilige (Fach-)Impulse, die Fachkräften in ihrer Zusammenarbeit mit Multiple-Sklerose-Patient*innen und deren Angehörigen helfen. Die DATEV eG bereitet in ihrem Corporate Podcast  „Steuern. Mit Recht!“ aktuelle Informationen für Steuerberatungen, Wirtschaftsprüfungen, Rechtsanwält*innen und an Steuerthemen interessierte Unternehmen auf. Also: Jedes Thema lässt sich spannend erzählen, es braucht nur einen Plan und gute Vorbereitung. Wie das geht, zeigt Oliver Schwartz. Und dann heißt es: Ab auf Sendung! Roter-Reiter-Fazit Ein praktischer Ratgeber für Unternehmen, die einen Corporate Podcast starten möchten und eine praktische Anleitung suchen. Neben den Best Practices überzeugen auch die Technik-Tipps und digitalen Zusatzinhalte zum Buch. Oliver Schwartz: Corporate Podcasts. In 5 Schritten erfolgreiche Unternehmens-Podcasts planen und produzierenGABAL Verlag GmbH, 2024176 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-189-3 Auf managementbuch.de bestellen. ### Workshift: Anders arbeiten ist möglich In sozialen Netzwerken ist die ganze Bandbreite an Glaubenssätzen zum Thema „Arbeit“ zu finden: Es gibt Menschen, die mit den Achseln zucken und sagen „Muss ja“, um wöchentlich anderthalb Mindestlohnjobs abzuleisten. Andere predigen, dass jede*r alles erreichen kann, wenn man nur alles gibt. Demnach ist jede*r seines oder ihres eigenen Glückes Schmied. Doch vor allem junge Mütter stecken in der Teilzeitfalle, stagnieren in ihren Karrieren und geben auf. Sie resignieren zum einen, weil sie in keine Vollzeiteinstellung mehr kommen. Sie resignieren aber auch, weil sie wissen: Das kann nicht das Ziel sein. Das Konstrukt von Vollzeitarbeit kann noch gut laufen, wenn keine Kinder da sind. Aber sobald aus einer Beziehung eine junge Familie wird, bricht es zuverlässig regelmäßig zusammen.  Die 35-Stunden-Woche: Der Niedergang des Wirtschaftsstandortes Deutschland? Denn dann kommt oft die Frage: Wofür das alles? Arbeiten, arbeiten, arbeiten, um das Bruttosozialprodukt zu steigern? Für das Arbeitsethos? Aber wo bleibe ich? Wo bleibt meine junge Familie? Ist Arbeit nicht anders möglich? Mit Antworten tut sich insbesondere Deutschland schwer. Mit der hart erkämpften 35-Stunden-Woche für Lokführende ging eine Eruption durch Deutschland. Und auch hier wurde und wird wieder in mindestens zwei Lagern gekämpft: Die einen freuen sich, dass eine Gewerkschaft eine Senkung der Wochenarbeitszeit erreichen konnte. Die anderen sehen darin den Beweis der sinkenden Arbeitsmoral, der absoluten Verlotterung und einer arbeitsfaulen Gesellschaft. Warum ist es so schwer denkbar, weniger zu arbeiten? Geht der Wirtschaftsstandort Deutschland unter, wenn wir weniger arbeiten?  Wir sind mehr als Arbeitnehmende „Nein“, sagt Elly Oldenbourg. Sie war mehr als zwölf Jahre Managerin bei Google, bevor sie das Vollzeit-Modell hinter sich ließ. Auch bei ihr war die Geburt ihres ersten Kindes einer der ausschlaggebenden Knackpunkte. Sie ging in Teilzeit und nutzte das Jobsharing-Modell, um ihren Beruf weiterhin ausüben zu können, aber auch Zeit für andere Lebensbereiche zu haben. Denn wir sind mehr als unsere Arbeit: „Beziehungen pflegen, sich gesellschaftlich engagieren, an sich selber arbeiten: Das alles braucht viel Zeit, das alles aber sehen wir nicht als Arbeit“, sagt sie. „Damit reduzieren wir uns zu Schrumpfversionen unserer selbst, nur um besser in die Arbeitswelt zu passen.“ In ihrer nun freigewordenen Zeit baute sich Elly Oldenbourg eine Neben-Selbstständigkeit auf und engagierte sich karitativ. So wurde sie Gastgeberin eines philosophischen Salons in Hamburg, der am frühen Morgen zu anregenden Gesprächen einlädt. Außerdem wurde sie Wertebotschafterin bei der Bildungsinitiative #GermanDream und ist heute Aufsichtsrätin beim World Future Council.  Mindshift für Workshift In ihrem Buch „Workshift“ zeigt Elly Oldenbourg, dass dieser Traum von echter Vereinbarkeit – der Vereinbarkeit von allen Lebensbereichen – nicht nur für Führungskräfte, Manager*innen und Work-Life-Coaches möglich ist. Aus ihrer ganz persönlichen Geschichte heraus entwickelt sie 22 Ideen, wie wir als Individuen, aber vor allem als Unternehmen, eine zukunftsgerechtere Arbeitswelt schaffen können. Denn es braucht etwas Arbeit von beiden Seiten.  Wir alle sollten überdenken, welchen Stellenwert Arbeit in unserem Leben hat. Denn wenn Arbeitnehmende das Gegebene hinnehmen und keine Veränderungen fordern, werden sie auch nicht kommen. Auf einer individuellen Ebene braucht es für einen Workshift einen Mindshift. Elly Oldenbourg fragt: „Sollte es nicht gerade bei Gutverdienenden eher eine ,Vollzeitscham‘ geben, weil sie ihr Leben so strukturiert haben, dass sie möglichst viel Karriere machen, möglichst viel privat outsourcen können und sich ansonsten für sehr wenig anderes gesellschaftlich aktiv (also auch zeitlich) engagieren?“  Organisationen sind in der Bringschuld In ihrem Buch hält sie zu den Themenbereichen „Zeit“, „Kollaboration“, „Vielfalt“ und „Kennzahlen“ aber nicht nur tolle Impulse für Arbeitnehmende bereit. Sie widmet sich als Managementexpertin auch immer der unternehmerischen Perspektive. Und sie räumt mit einer großen Zahl an Bedenken und Kontra-Argumenten auf, die auf falschen Fakten und veralteten Rollenmodellen beruhen. So sollte es mittlerweile allgemein klar sein, dass niemand – wirklich niemand – 40 Stunden pro Woche effizient arbeitet. Und es ist ein Fakt, dass einige Mitarbeitende Projekte in Teilzeit stemmen, für die andere eine Vollzeitstelle benötigen. Es ist also dringend an der Zeit, den Zusammenhang von Arbeitszeit und Leistung zu hinterfragen.  Elly Oldenbourg dröselt Stück für Stück auf, warum der Workshift (auch) für Organisationen dringend notwendig ist, um zukunftsfähig zu bleiben, Talente zu binden und krisenfest zu werden. Dafür müssen die notwendigen Maßnahmen – Jobsharing ist der Autorin ein besonders dringendes Anliegen – aber höchste Priorität haben. „Ich möchte dazu anregen, nicht mehr zu sagen: Wir müssen zuerst den unternehmerisch gesetzten Normen gerecht werden. Um dann, wenn wir es schaffen, irgendwann in die dafür erforderlichen Positionen zu kommen, das System von innen heraus zu verändern“, so Elly Oldenbourg. Wir sehen nämlich an Themen wie Nachhaltigkeit und Diversität, wie gut das funktioniert. Nicht. Demokratische Teilhabe braucht Zeit Sie macht aber auch die gesellschaftliche Perspektive auf: „Wenn Menschen keine Zeit haben, bringen sie sich in vorpolitischen und politischen Räumen nicht mehr ein.“ Niemand will sich mehr in den Elternbeirat der Kita und Grundschule wählen lassen, von Engagement in Sekundärschulen wollen wir gar nicht reden. Der Kuchen für das Sommerfest wird nur gekauft, nicht selbst gebacken. Feuerwehren fehlt der Nachwuchs, Erwachsene wollen sich in Vereinen als Trainer*innen, Leiter*innen oder einfache Unterstützung nicht mehr zeitlich binden. Weil: Keine Zeit. In einer Demokratie, die von Teilhabe lebt, ist das tödlich.  Elly Oldenbourg verknüpft diese Entwicklung wiederum mit der Verantwortung von Unternehmen und der Wirtschaft. Sie macht sichtbar: Alles hängt mit allem zusammen. Wir brauchen selbstbestimmte, starke Individuen, die Lust und die notwendige Energie haben, um sich als Arbeitnehmende, Eltern, Ehrenamtliche und in so vielen anderen Rollen einzubringen. Elly Oldenbourg bringt diese Bedingung für eine zukunftsgerechte (Arbeits-)Welt wunderbar auf den Punkt.  Roter-Reiter-Fazit Ist dieses Buch der Tipping Point? Zumindest ist es nahe dran. Elly Oldenbourg zeigt uns allen, als Individuen, Führungskräfte und Arbeitnehmende, wie eine zukunftsgerechte (Arbeits-)Welt aussehen muss. Denn der Workshift ist kein Traum einer arbeitsmüden Generation: Wenn wir gut aufgestellt in die Zukunft gehen wollen, müssen wir unser Mindset und die wirtschaftlichen Systeme verändern. Elly Oldenbourg zeigt das faktenbasiert und mit Eloquenz. Elly Oldenbourg: Workshift. Warum wir heute anders arbeiten müssen, um unser Morgen zu retten.Campus, 2024239 Seiten, 30 Euro ISBN 9783593518237 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Die Heldenreise einer Führungskraft Der klassische Karriereweg führt vom Mitarbeitenden zur Führungskraft. Der Job als Teamleiter*in oder Projektleiter*in wird vor allem mit einem höheren Gehalt verbunden. Und endlich muss man nicht mehr die fragwürdigen Entscheidungen der Führungskraft mittragen. Endlich kann man mal die Urlaubsplanung strategischer und nachvollziehbarer angehen. Und überhaupt: Freiheit! Aber ist es so einfach, von der Mitarbeit in die Führung zu gehen?  Vom Spezi zum Allrounder „Bei der Beförderung von Mitarbeitenden zu Führungskräften stelle ich oft fest, dass viele nicht ausreichend über die Tragweite ihrer neuen Verantwortlichkeiten nachdenken“, gibt Patrick Freudiger zu bedenken. Denn plötzlich kann man nicht mehr (ausschließlich) mit Fachwissen glänzen. Jetzt zählen Führungskompetenzen und Soft Skills, die bisher vielleicht gar nicht gefragt waren.  „Anstatt dich auf die Details deiner eigenen Arbeit zu konzentrieren, musst du nun das Verhalten und die Bedürfnisse mehrerer Individuen ver­stehen und als Förderer, Unterstützer, Veränderer und Visionär agieren“, so der ausgezeichnete CIO und Coach. In seinem Ratgeber „Die Heldenreise einer Führungskraft“ zeichnet er die Transformation vom Mitarbeitenden zur Führungskraft nach und zeigt, welche Kompetenzen und Führungstugenden es braucht, um eine gute Führungskraft zu werden.  Mehr Verantwortung bei weniger Kontrolle Als Mitarbeiter*in haben wir einen sehr begrenzten persönlichen Blick auf die Arbeit als Führungskraft. Wir diskutieren mit Vorgesetzten unsere Urlaubsplanung, führen Entwicklungsgespräche und sprechen anstehende Aufgaben durch. Das machen wir immer aus unserer Sicht und denken uns vielleicht das eine oder andere Mal: Das will ich auch – und das kann ich auch! Und dann ist es so weit, wir sind selbst Führungskraft, und plötzlich steht nicht nur ein*e Mitarbeiter*in vor der Tür. Als Führungskraft diskutiere ich nicht nur eine Urlaubsplanung: Alle Mitarbeitenden haben ihre Wünsche, ihre Ansprüche und ihre guten Gründe.  Projekte, Aufgaben und Prozesse müssen angeschoben werden, wobei jede*r Mitarbeiter*in eine andere Herangehensweise, Arbeitseinteilung und Strategie hat. Als Führungskraft zählt also nicht mehr unbedingt, wie man selbst eine Aufgabe angeht. Vielmehr geht es darum, den Mitarbeitenden den Raum zu geben, um selbst wirksam zu werden. Aber wie sie wirksam werden und Ziele erreichen, kann – und sollte – der Führungskraft nahezu egal sein. „Paradoxerweise erhöht sich mit deiner Position auch deine Verantwortung, während du gleichzeitig weniger direkte Kontrolle über die Aktivitäten hast“, so Patrick Freudiger.  Führungskraft mit Prinzipien werden: So geht‘s In seinem Buch stellt Freudiger die sechs Führungskompetenzen vor, die eine souveräne Führungskraft haben sollte. Sie sind die Basis, um die Transformation vom Mitarbeitenden zur Führungskraft bestehen zu können. Aber Freudiger geht einen Schritt weiter: Wer Führungskompetenzen optimal nutzen will, der muss auch spezielle Tugenden entwickeln. So ist es als Führungskraft eine absolute Basiskompetenz, Entscheidungen treffen zu können. Aber eine Tugend ist es, als Führungskraft Mut zu beweisen, also zum Beispiel, „entschlossen Entscheidungen zu treffen, selbst wenn sie unpopulär sein könnten, aber zum langfristigen Wohl deines Teams oder deiner Organisation notwendig sind“, so Freudiger.  Genauso ist es eine wichtige Führungskompetenz, den Fokus auf die Wertschöpfung zu legen. Raus aus dem Mikromanagement, rein in die Selbstwirksamkeit – ein hehres Ziel, aber machbar. Prioritäten setzen, Prozesse neu denken und den Mut zur Lücke haben: Um Führung nach den eigenen Vorstellungen stringent anzugehen, braucht es auch die Tugend des Selbstvertrauens, „das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Qualitäten und das eigene Urteilsvermögen“. Wer nämlich immer nur nach oben schielt, was die obere Führungsebene sagt, und sich reinreden lässt, kann ganz schnell den Fokus verlieren. Schade. Wer hingegen seinen eigenen Führungsstil findet und Tugenden als unantastbaren Wertepfad nutzt, der hat einen sicheren Stand. Wie man sich als angehende Führungskraft diese Basis erarbeitet, zeigt Patrick Freudiger in seinem Ratgeber heldenhaft. Roter-Reiter-Fazit Hilfe, ich bin Führungskraft! Vom Mitarbeitenden zur souveränen Führungskraft ist es ein spannender Weg und eine wahre Transformationsreise, denn: Plötzlich zählen ganz andere Kompetenzen und Führungstugenden. Patrick Freudiger nimmt angehende Führungskräfte an die Hand und begleitet sie mit wertvollen Praxistipps, Methoden und Kompetenzbildern auf ihrer Heldenreise.  Patrick Freudiger: Die Heldenreise einer Führungskraft. Wie du als Leader*in die beste Version deiner selbst wirstWiley-VCH, 2024304 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51127-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### It’s a match! Customer Experience für Selbstständige Es sind die kleinen Dinge: die individuelle und persönliche Ansprache in einer Mail. Die handgeschriebene Karte, die dem Paket beigelegt ist. Oder die familienfreundlichen Öffnungszeiten im stationären Handel.  Andrea Yildiz schickt jeder Person, die an ihrem Online-Kurs teilnimmt, einen Tischkalender. Auf dem Kalender sehen die Teilnehmenden anstehende Aufgaben und werden so ständig an ihren Fortschritt erinnert. Wer ein Modul beendet, kann einen Stern auf das dafür vorgesehene Feld kleben– was für ein tolles (haptisches) Gefühl! Wie Soloselbstständige und kleine Unternehmen ihre Kund*innen mit einer nachhaltigen Customer Experience binden, zeigt die CX Professional in ihrem Praxisbuch „Customer Experience leicht gemacht“.  „Erfolgreiche Soloselbstständige und Kleinunternehmen liefern oft unbewusst und völlig intuitiv eine richtig gute CX, ohne überhaupt zu wissen, dass das Kind einen Namen hat.“ - Andrea Yildiz Mit nachhaltiger Customer Experience den Unterschied machen Das Herausarbeiten einer Customer Experience ist nicht nur die Sache der großen Unternehmen. Ganz im Gegenteil: Die verheddern sich sehr oft in Zuständigkeitsfragen und endlosen Abstimmungsprozessen. Soloselbstständige und kleine Unternehmen können hingegen schnell und unkompliziert kleine Neuerungen einführen und Dinge ausprobieren.  „Wir Kleinen? Wir müssen weder die Geschäftsführung überzeugen (sind wir ja selbst, jippie!), noch ecken wir im Bereich Compliance an oder müssen erst einmal aufwendig viele Meetings mit allen möglichen Abteilungen abhalten, um die Vorteile einer CX-Strategie zu predigen“, erklärt Andrea Yildiz.  Und so können Selbstständige schnell in die Veränderung gehen und der Konkurrenz mit einer wertschätzenden Customer Journey immer einen Schritt voraus sein. Denn es ist doch so: Ob als Copywriter*in, Inhaber*in eines kleinen Cafés oder Online-Sidepreneur*in – dieselbe Leistung und nicht selten dasselbe Produkt gibt es auf dem Markt in derselben Qualität zuhauf. Wo macht man als Selbstständige*r also den Unterschied? Ganz klar: in der Kundenbeziehung.  Als Soloselbstständige*r nahe am Kunden sein Wer als Soloselbstständige*r 1 zu 1 mit Kund*innen zusammenarbeitet, hat einen direkten Einblick in die Pain Points und die Wünsche der Person. „Die Bedürfnisse unserer Kunden zu antizipieren und dann proaktiv zu handeln, ist eine unfassbar große Chance für Unternehmen“, so Yildiz.  In ihrem Ratgeber zeigt die Markenstrategin sehr unterhaltsam, wie Soloselbstständige diese Chance nutzen. Dinge einfach mal anders machen als die Konkurrenz. Kundschaft über einen weiteren Sinn ansprechen (Stichwort Duftmarketing). Oder Prozesse aus Kundensicht vereinfachen. Wie Selbstständige Lücken in der Customer Experience entdecken, neue Perspektiven einnehmen und emotionale CX-Höhepunkte schaffen können, zeigen auch die Best Practices des Buches. Dabei sind diese oftmals so einfach und quasi kostenfrei, dass sie praktisch sofort umsetzbar sind. Wer die Customer Experience zu einer nachhaltigen Strategie ausbauen will, der bekommt im zweiten Teil alles an die Hand – und das so wohlproportioniert, dass es auch für Soloselbstständige umsetzbar ist. Customer Journey Mapping, Persona-Fragebogen und auch Empathy Map stehen zum Download bereit – die Autorin hat auch hier die Bedürfnisse der Leser*innen mitgedacht.  Roter-Reiter-Fazit Nicht zu viel, nicht zu wenig: Andrea Yildiz gibt spannende und passgenaue Impulse für alle Professionals, die mit einer durchdachten Customer Experience für Soloselbstständige ihr Business stärken wollen.  Andrea Yildiz: Customer Experience leicht gemacht. So wird die Kundenreise zum Erfolgserlebnis. Das Praxisbuch für Soloselbstständige und KMUGABAL Verlag GmbH, 2024176 Seiten, 28 Euro ISBN: 978-3-96739-182-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Digitale Sicherheit: Safe im Netz bewegen In den nächsten Wochen werden wieder viele Menschen ihren langersehnten Jahresurlaub buchen. Dabei können sie sehr leicht Opfer von Cyberangriffen werden und viel Geld verlieren. Erst im vergangenen Jahr verschafften sich Angreifer Zugriff auf die Kundendaten eines Buchungsportals, um dessen Kundinnen und Kunden zu kontaktieren. In WhatsApp-Nachrichten täuschten sie vor, dass es Schwierigkeiten bei der Zahlung gebe. Mit einem Klick wurden die Opfer auf eine täuschend echte Website weitergeleitet, auf der sie ihre Zahlungsdaten hinterlegen sollten. Das Perfide: Die Täter kannten viele persönliche Daten der Opfer, sodass diese sich sicher fühlten.  Betrug sicher erkennen Dieses Beispiel zeigt, dass es heute ein erhöhtes Bewusstsein für die Mechanismen und Methoden von digitalen Betrügereien braucht. Aber tatsächlich ziehen auch heute noch die Evergreens des Internetbetrugs: Phishing-Mails und Menschen, die über das Netz scheinbar die große Liebe suchen – aber eigentlich nur das Geld ihrer Opfer im Auge haben. In ihrem Ratgeber „Meine digitale Sicherheit für Dummies“ stellen die Autoren Matteo Große-Kampmann und Chris Wojzechowski die komplette Bandbreite an Datenlecks, Betrugsversuchen und Scamming-Methoden vor. Gleichzeitig geben sie praktische Tipps, wie Nutzerinnen und Nutzer ihre digitale Sicherheit im Alltag erhöhen können. Das beginnt damit, nicht des Deutschen liebste Passwörter zu nutzen: hallo 1234567890 1234567 Password Die beiden Experten für digitale Sicherheit geben auch wertvolle Tipps, wie digitale Bestellungen, Buchungsvorgänge und die digitale Kommunikation möglichst sicher gestaltet werden können. Zugleich schaffen sie ein Bewusstsein für Hinweise auf Cyberattacken und betrügerische Absichten von Absendern.  Roter-Reiter-Fazit Ein umfassendes Handbuch für alle, die sich im Netz sicher bewegen und die digitale Sicherheit aktiv in die Hand nehmen möchten.  Matteo Große-Kampmann, Chris Wojzechowski: Meine digitale Sicherheit für DummiesWiley-VCH, 2024288 Seiten, 20 Euro ISBN: 978-3-527-72036-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Alle meine Farben: Business Culture Design Wir schreiben das Jahr 2004. Simon Sagmeister tritt eine Stellung in der Organisationsentwicklung eines Familienbetriebes an, um im Rahmen seiner Dissertation theoretisch zu erklären, wie Organisationskultur praktisch gehandhabt wird. Und das so, dass für Unternehmen praktische Tipps zur Umsetzung abfallen. Die Schwierigkeit: Während eine Strategie ziemlich genau vorgibt, wann und wo etwas zu tun ist, bleibt die Kultur eines Unternehmens doch ein sehr schwammiger Begriff. Es ist nämlich eine Sache, was wir sehen. Eine andere ist es, wie es wirklich gelebt wird. Der Tischkicker im Pausenraum, das lässige T-Shirt statt der Krawatte oder die Yogastunde für das Team – ist das Unternehmenskultur? Es sind sichtbare Manifestierungen, die aber wenig darüber aussagen, was unter der Oberfläche passiert. Auch ein Vorgesetzter im Jogger kann ein Virtuose im Mikromanagement sein und zu cholerischen Ausfällen neigen. „In meiner Arbeit mit Unternehmen wurde mir schnell bewusst, dass sichtbare Manifestierungen nicht immer für bare Münze genommen werden können“, schließt Sagmeister. In seiner Dissertation bringt er wissenschaftliche Erkenntnisse und seine praktischen Erfahrungen zusammen. Sein leitendes Motiv: der Eisberg. Wie wir auch von diesem nur einen Bruchteil sehen, erkennen wir auch von der Organisationskultur nur ein Minimum. Der Großteil, und damit die wesentlichen Eigenschaften, liegt unterhalb der Oberfläche. Aufbauend auf diesem visuellen Bild entwickelte er die Culture Map. Das Konzept erschien erstmals 2016 als „Business Culture Design“.  Nun erscheint die überarbeitete Auflage des Standardwerkes – ihre Gültigkeit hat die Culture Map bis heute nicht verloren. „Sie visualisiert den Eisberg, sie erklärt die sichtbaren Manifestationen und auf welche Grundlagen diese zurückzuführen sind“, so Sagmeister.  ©The Culture Institute Sieben Farben, die für sieben Kulturausprägungen stehen, bilden die Werte einer Organisation ab. Der Aufbau orientiert sich an den sieben Etappen der Evolutionsgeschichte, in der sich verschiedene kulturelle Wertesysteme entwickelt haben. Mit jeder (Weiter-)Entwicklung haben Menschen mehr Möglichkeiten gefunden, Lösungen für zunehmend komplexe Lösungen zu entwickeln.  Während Violett für Sicherheit, Sippschaft, Patriarchale Führung, Loyalität zur eigenen Gruppe und Identität steht – und damit klassische Werte von traditionellen Unternehmen vertritt –, folgen Menschen, die in stark Aqua-geprägten Unternehmen arbeiten, einer Mission, die die Welt verbessern soll und sinnstiftend ist. Letztere Werte lassen sich häufig in jungen Unternehmungen wie Start-ups finden.  Neben dieser Lesart bietet die Culture Map auch eine weitere an: Jeweils drei der farbigen Sechsecke liegen eher links oder rechts der y-Achse. Auf der linken Seite finden sich eher Ich-bezogene Wertesysteme, auf der rechten Seite eher Wir-bezogene Wertesysteme. Denn „gleichzeitig zeigt die Culture Map ein Wechselspiel zwischen gruppenorientierten, stabilisierend wirkenden Werten auf der rechten Seite und individualistischen, dynamisierend wirkenden Werten links“, erklärt Sagmeister. Dabei bedient ein Unternehmen nie nur eine Farbe, denn Kulturen sind immer vielfältig. Aber „Organisationen entwickeln Gewohnheitsmuster, in manchen Organisationen werden Konflikte typischerweise grün – weil harmoniesüchtig – vermieden oder pragmatisch orange umgangen, in anderen rot ausgetragen (Kulturen, in denen Autorität auf Macht basiert) oder auf violette Weise vom Patriarchen gelöst.“ ©The Culture Institute Mit der Culture Map erhalten Organisationen ein Werkzeug an die Hand, um die eigene Kultur – die unterhalb der Oberfläche – besser zu verstehen. Erst wenn dieser Schritt getan ist, können Teams nachvollziehen, wie bisher Entscheidungen getroffen, Potenzial genutzt oder auch verschenkt wurde. Diese Erkenntnisse, die die ganz individuelle Culture Map bietet, bilden die Grundlage, um an der eigenen Kultur zu arbeiten. Stark verkürzt und heruntergebrochen: Wer ein zukunftsfähiges Unternehmen in Selbstorganisation sein möchte, kann nicht im unteren roten und violetten Bereich herumdümpeln.  In seinem Buch stellt Simon Sagmeister das stark visuell angelegte Konzept der Culture Map vor, um anschließend den Brand Culture Design-Prozess in kompakter Art und Weise zu vermitteln. Die starke Visualität ermöglicht es Unternehmen tatsächlich, ihre Kultur, ihre Schwerpunkte und vielleicht auch Achillessehnen sichtbar zu machen. Das ist ein enormer Vorteil des Konzepts: weniger Worte und mehr Sichtbarkeit.  Roter-Reiter-Fazit Ein in seiner Visualität sehr reizvolles Konzept, das Teams und Organisationen dazu einlädt, die eigene Kultur sichtbar zu machen – um sie dann Stück für Stück weiterzuentwickeln.  Simon Sagmeister: Business Culture Design. Unternehmenskultur gestalten mit der Culture MapCampus, 2024264 Seiten, 44 Euro ISBN 9783593515519 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### It’s Inner Work! So entsteht eine natürliche Durchsetzungskraft  Es gibt sie immer: Die eine Kollegin – es sind quasi ausnahmslos Frauen–, die die gute Fee des Büros ist. Es ist die, die morgens schon einmal für alle Kaffee kocht. Es ist die, die das Protokoll in jeder Versammlung führt. Und es ist die, die Aufgaben übernimmt, wenn es mal eng wird. Leider steht hinter diesem Verhalten oftmals ein fehlendes Selbstbewusstsein. Zu schnell lassen sich die Betroffenen von anderen den Mund verbieten, zu schnell sagen sie „Ja“, obwohl sie „Nein“ meinen. Und insbesondere Frauen reden sich ihren Wert auch noch allzu oft klein.  Sie wollen nicht auffallen, die „Zicke“ sein. Aber es gibt auch Männer, die sich in Meetings, in Teamentscheidungen oder richtungsweisenden Gesprächen die Butter vom Brot nehmen lassen. Man(n) will schließlich nicht negativ hervorstechen. Diese Angst, durch eine vermeintlich aggressive Rhetorik aufzufallen, möchte Florian Pressler den Betroffenen nehmen. In seinem Ratgeber „Sich durchsetzen ohne Ellenbogen“ zeigt der Kommunikationstrainer, wie man seine Meinung durch ein selbstbewusstes Mindset, eine selbstbewusste Haltung und rhetorisches Handwerk kommuniziert.  Durchsetzungskraft: Den eigenen Standpunkt vertreten Dabei gehe es aber nicht darum, immer und überall die eigene Position durchzusetzen, betont er. Es gehe vielmehr darum, ein „Gleichgewicht in den Beziehungen zwischen Menschen“ zu erhalten: Deutlich zu machen, was mir besonders wichtig ist, und meinem Gegenüber die Möglichkeit zu geben, seine Bedürfnisse und Prioritäten zu äußern. Und dann wird austariert, wer den stärkeren Standpunkt hat – und das Ganze, ohne zu schreien, auf den Tisch zu schlagen und rhetorische Kniffe aus der Trickkiste zu holen.  „Durchsetzungsfähigkeit ist für mich die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt selbstbewusst zu vertreten und bei anderen Respekt dafür zu gewinnen“, sagt Florian Pressler. „Das hat nichts mit Ellenbogen- oder Dampfwalzenmentalität zu tun.“ Wie das in der Realität aussehen kann, zeigt er in seinem Buch eindrücklich. Dort begleiten wir die Büroangestellte Tina, die Überstunden macht, weil sie ihrem Kollegen keine Bitte abschlagen kann. Während sie noch im Büro arbeitet, sitzt der auf der heimischen Couch: Tina macht das schon. Wenn sie aber einen guten Vorschlag zur Verbesserung der Arbeitsprozesse hat, hört keiner hin. Wir begleiten Tina bei ihrem Versuch, dem Team den Kauf einer Scanner-Station schmackhaft zu machen. Sie scheitert grandios, lernt aber dazu.  Florian Pressler zeigt uns an diesem Beispiel, dass Durchsetzungsfähigkeit im Inneren beginnt. Sie braucht eine innere Haltung. Und sie zeigt sich in unserer Körperhaltung und einer starken Sprache. Als ihr Kollege sie das nächste Mal fragt, ob sie Freitagabend noch schnell ein Projekt für Montag vorbereiten kann, ist auch Tina vorbereitet. Sie sagt nicht einfach „Nein“ – sie fühlt es auch. „Tina trifft diesmal bewusst die Entscheidung, Nein zu sagen – und zwar bevor sie redet.“ Und so nimmt sie eine ganz klare Position ein, macht sich groß und setzt sich durch. Einmal eingeübt, fällt das auch gar nicht mehr schwer.  Roter-Reiter-Fazit It’s Inner Work! Wer wissen möchte, wie man von innen heraus in eine starke Haltung kommt, der findet in Florian Presslers Ratgeber sowohl praktische Tipps für eine starke (Körper-)Sprache als auch Tipps für ein durchsetzungsfähiges Mindset.   Florian Pressler: Sich durchsetzen ohne Ellenbogen. Wie Sie von anderen bekommen, was Sie wollen, ohne Porzellan zu zerschlagenGABAL Verlag GmbH176 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-96739-185-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Future is now Es scheint wie ein Trick der Natur zu sein: So wie wir uns in der Jugend „forever young“ fühlen, denken wir auch in einem größeren Kontext: Zukunft? Die ist später. Als ob wir eines Morgens aufwachen würden und sie sei plötzlich da, mit allen ihren Veränderungen. So ist es eben nicht. Wir stellen im Jetzt und Hier die Weichen für die Zukunft. Deshalb sollten wir eigentlich gestern damit begonnen haben, zu überlegen, was wir in unserem Alltag und in unserer Organisation für eine positive Gestaltung unserer Zukunft tun können. Und dafür benötigen wir als Basis vor allem eines: Fakten als Entscheidungsgrundlage.  Echter Fortschritt: Faktenbasiert entscheiden „Wer die Zukunft gestalten will, muss diese zunächst ergründen, muss Zukunftsverständnis entwickeln, muss Szenarien erstellen und panikfrei mit ihrer Hilfe erkunden, wie die Welt in fünf, in zehn oder in zwanzig Jahren aussehen könnte“, stellt Anne M. Schüller fest. Dafür bietet sie in ihrem Ratgeber „Zukunft meistern“ einen optimalen Überblick über die drei Schlüsselfaktoren, die uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten beschäftigen werden: Nachhaltigkeit, Transformation und Innovation.Die regenerative Nachhaltigkeit geht Hand in Hand mit der strukturellen Transformation, wobei die Innovationskompetenz eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Zu jedem der drei Zukunftsfelder gibt die „Übermorgendenkerin“ einen profunden Über- und Einblick: Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit? Welche Bereiche umfasst eine Transformation und wie gehen wir sie in Organisationen an? Und um beides, Nachhaltigkeit und Transformation, angehen zu können, müssen wir innovativ denken – denn für neue Probleme brauchen wir auch neue Lösungen. Aber wie bringen wir Innovationskompetenz in die Unternehmen und wie schaffen wir einen Raum, in dem Innovationen auch wirken können? Ideen gibt es nämlich viele, zum Leben erweckt werden aber die wenigsten.  Mit einem Plan in die Zukunft gehen In allen drei Zukunftsfeldern – das macht Anne M. Schüller deutlich – geht es auch um Haltung und ein zukunftspositives Mindset. Und deshalb, so sagt sie, dürfe man den Innovationsgeist auch nicht isolieren, in eine Abteilung sperren und eng kontrollieren. „Der Innovationsgeist muss fliegen. In jedem Bereich. Fortwährende iterative Wandlungsprozesse müssen aus der Mitte der Unternehmen heraus entstehen: interdisziplinär, crosshierarchisch, generationsübergreifend, kollaborativ und im ‚Wir‘.“  Um in diese Haltung zu kommen, bietet sich ihr Ratgeber als guter Starter an.  Roter-Reiter-Fazit Anne M. Schüller bietet mit ihrem Ratgeber „Zukunft meistern“ einen perfekten Einstieg in die Megatrends Nachhaltigkeit, Transformation und Innovation.  Anne M. Schüller: Zukunft meistern. Das Trend- und Toolbook für Übermorgengestalter. Nachhaltigkeit – Transformation – InnovationGABAL Verlag GmbH, 2024232 Seiten, 29,90 EuroISBN: 978-3-96739-181-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Unternehmer*in werden: Was ist dein „Why“? Als Bernd Trappmaier sich mit seiner eigenen Anwaltskanzlei selbstständig machte, ging er es genauso an, wie er es sich bei seinem vorherigen Chef abgeschaut hatte. Er stellte einen Konzipienten ein, der die Arbeit machen sollte, die auch er früher als Rechtsanwaltsanwärter bewältigen musste. „Endlich war ich frei, so zu arbeiten, wie ich wollte. Ich konnte mich um meine eigenen Dinge kümmern“, stellte er fest. Die Arbeit seines Konzipienten gefiel ihm jedoch gar nicht – deshalb machte er sie einfach selbst. „Und so kam ich immer früher in die Kanzlei, verkürzte meine Mittagspause bis auf fünf Minuten und ging abends immer später nach Hause.“ Seinen Konzipienten beneidete er aber verwundert um seine „38-Stunden-Woche und eine völlig ausgeglichene Work-Life- Balance“. In seinem Buch „Entfessle deinen Unternehmergeist“ stellt er dann auch fest, was für viele Unternehmer*innen der wahre Grund des Gründens ist: „Sie gründen ein Unternehmen, das sie sich so gestalten, dass sie ihre Arbeit – Fachkraftarbeit – in Freiheit und ohne Chef machen können. Aber so etwas nennt man eben kein Unternehmen. So etwas nennt man einen Arbeitsplatz.“ Touché.  Klartext: Money matters Unternehmer*innen haben selten eine Ausbildung in Führung. Diese Lücke möchte Bernd Trappmaier mit seinem Buch schließen. Sein Buch versteht er weniger als Ratgeber und mehr als „Quelle der Inspiration für Gründer, Selbstständige und etablierte Unternehmer, die die Leidenschaft in ihrem Leben wieder entfachen wollen“, sagt er. Und so gibt es keine Grafiken, Strategien und Prozessplanungen, sondern vielmehr eine spannende Reise durch die Anfänge, Höhen und Tiefen der Unternehmensgründung und -führung.  Dabei geht Bernd Trappmaier auch der Frage nach dem „Warum“ nach: Was sind gute Gründe, um sich mit einem Unternehmen selbstständig zu machen? Das sollte eben nicht die fixe Idee sein, dass man einfach keinen Chef mehr über sich haben und weisungsungebunden arbeiten möchte. Bernd Trappmaier zeigt in seinem Buch, dass Unternehmer*innen im besten Fall vor der Gründung eine Lebensvision haben: Eine Idee davon, was sie in ihrem Leben erreichen und erleben möchten. Mit der Unternehmung verfolgen sie dann das Ziel, genügend Geld zu verdienen, um eben diese Vision realisieren zu können. „Dein Unternehmen ist fertig, wenn es so viel wert ist, dass du es zu einem Preis verkaufen kannst, den du brauchst, um deine Lebensvision zu erfüllen.“  Roter-Reiter-Fazit Bernd Trappmaier bietet mit seinem Ratgeber eine Entscheidungsgrundlage: Was braucht es, um ein*e Unternehmer*in mit Erfolg zu werden? Was braucht es dafür – und habe ich das? Mit dem Buch finden Interessierte ihre persönlichen Antworten. Bernd Trappmaier: Entfessle deinen Unternehmergeist: Praxisnahe Strategien für den Aufbau und die Skalierung deines TraumunternehmensWiley VCH Verlag, 2024224 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51183-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Trust the process – Kreativität fördern Nur du, ein Blatt Papier und ein Stift: Wann hast du dir das letzte Mal Zeit dafür genommen, frei von To Dos kreativ zu sein? Wann hast du das letzte Mal etwas ohne ersichtlichen Nutzen gemacht und warst ergebnisoffen? Wann hast du dich ganz dem Erleben hingegeben und mit Neugierde geschaut, wohin die Reise geht? Absolute Expert*innen für einen solchen Prozess sind Kinder. Ohne einen Plan holen sie die Bausteine aus der Kiste und bauen los. Sie schnappen sich den Pappkarton, eine Schere und Paketband und sind dann selbst ganz erstaunt darüber, was sie geschaffen haben. Kreativität wird zum Alleinstellungsmerkmal für Arbeitskräfte  Kreativität ist eine der wichtigsten Future Skills. KI und Robotik übernehmen die Routine- und Fließbandaufgaben, viele Prozesse laufen automatisiert ab. Unternehmen, aber auch Selbstständige, können sich deshalb ab einem bestimmten Punkt nur noch durch Innovation von der Konkurrenz abheben. Dafür braucht es Kreativität, die KI – die (bisher) nur so weit “denken“ kann, wie sie mit Daten gefüttert wurde – nicht bieten kann. In ihrem Ratgeber „Von der kreativen Idee zur Innovation“ zeigt Kreativcoachin Annett Schaper, was es braucht, damit wir als Angestellte oder auch Selbstständige unsere Kreativität entfesseln können und wie wir unsere Ideen dann auch praktisch umsetzen. Einen Schwerpunkt legt sie dabei auf die kreative Arbeit in Unternehmen. Dort werden gern Innovation Labs gegründet, in denen doch bitte kreativ gearbeitet werden soll. Das Problem: Kreativität lässt sich schlecht zwischen 9 und 17 Uhr erzwingen – vor allem nicht, wenn es bereits eine Zielvorgabe gibt.  Kreativität braucht psychologische Sicherheit „Kreativität wird offiziell gewünscht und insgeheim abgelehnt. Ursache ist, dass kreative Vorschläge Unsicherheit auslösen und Menschen Risiken vermeiden wollen“, fasst es Schaper zusammen. Sie zeigt in ihrem Buch Wege auf, wie Unternehmen echte Freiräume schaffen und ihren Mitarbeitenden auch eine psychologische Sicherheit geben können, aus der heraus sie den Kopf frei haben, um echt kreativ zu denken. Denn das sehen wir bei Kindern: Sie gehen zumeist ohne Intention und Vorannahmen in das Spiel. Das macht kreative Prozesse ergebnisoffen – und damit müssen auch Unternehmen zurechtkommen.  Als Steven J. Sasson im Jahr 1975 die Digitalkamera erfand, war sein Arbeitgeber Kodak nicht begeistert. Der verdiente damals sein Geld mit Filmrollen und Filmentwicklung und ließ die Innovation in der Schublade verschwinden. Wäre das Unternehmen offener für die Idee gewesen, hätte das die Unternehmensgeschichte in eine ganz andere Bahn lenken können. Annett Schaper bewegt sich seit mehr als 30 Jahren in der Kreativbranche und weiß, an welchen Punkten kreative Prozesse absterben, im Sande verlaufen oder einfach an Kraft verlieren. Aus ihrer Erfahrung gibt sie in ihrem Ratgeber sowohl Kreativen als auch Unternehmensführungen wertvolle Tipps, wie sie einen Raum und eine psychologische Sicherheit schaffen, in der wirklich Neues die Welt erblicken kann. Roter-Reiter-Fazit Kreative, Vorgesetzte und Unternehmensführung: Annett Schaper zeigt in ihrem Ratgeber, wie alle Beteiligten an einem kreativen Prozess dazu beitragen können, dass aus einer Idee eine echte Innovation wird.   Annett Schaper: Von der kreativen Idee zur Innovation. Wie Ideen entstehen und wie man sie im Unternehmen durchsetzt. GABAL Verlag GmbH, 2023200 Seiten, 25 Euro ISBN: 978-3-96739-162-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Mental Health: Diese Zukunftskompetenz rettet Organisationen  Wie wurde der Diesel-Skandal möglich? Wie war die Wirecard-Affäre möglich? Durch das Schweigen. „Die meisten Skandale, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, lassen sich auf Schweigen zurückführen“, konstatiert Werner Katzengruber. Wenn Mitarbeitende aus Angst um den Arbeitsplatz, aus Furcht vor dem Verzicht auf das eigene Wissensmonopol oder zum Schutz von Kolleg*innen schweigen, ist dies immer ein Anzeichen für eine toxische Unternehmenskultur – und die macht Mitarbeiter*innen krank.  Eine genauso große Wirkung hat Misstrauen, das vor allem in der Corona-Krise eine wichtige Rolle einnahm: Kaum waren die Teams nicht mehr vor Ort, weil sie von zu Hause arbeiteten, war das Misstrauen groß: Arbeiten die Mitarbeiter*innen wirklich oder gönnen sie sich eine Auszeit? Die Gegenmaßnahmen waren vielerorts eine dichte Meeting-Taktung und Protokoll-Exzesse. In seinem Ratgeber „Mental Health: Die Schlüsselkompetenz resilienter Organisationen“ beleuchtet Werner Katzengruber diese und weitere Faktoren, die eine toxische Organisationskultur ausmachen.  Nur resiliente Mitarbeitende sind Hilfen in der Krise All diese Faktoren haben eine Auswirkung auf die psychische Konstitution der Mitarbeitenden – und ob ein*e Mitarbeiter*in belastbar, emphatisch und engagiert ist, macht heute mehr denn je den Unterschied. „In dieser von Krisen und Veränderungen gekennzeichneten Zeit benötigen Führungskräfte Ideen und Konzepte, um die mentale Stabilität und Widerstandsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden zu unterstützen“, sagt Katzengruber. Viele Studien zeigen, dass ein erschreckend hoher Anteil der Arbeitnehmerschaft innerlich abgeschaltet hat. Nur eine Minderheit ist mit dem Job zufrieden, es besteht oft keine starke Bindung an das Unternehmen und die wenigsten sind in ihrem Job so engagiert, dass sie Mehrarbeit auf sich nehmen würden. Und wenn ein Unternehmen in der Krise steckt, sollen diese Mitarbeiter*innen den Laden retten? Schwierig.  Das kennt auch der Transformationsexperte aus seiner Erfahrung, denn „speziell in Krisen und Transformationsprozessen, in denen die Leidensfähigkeit, der Innovationsgeist und die Loyalität der Mitarbeiter auf die Probe gestellt wurden, war die Kultur der Organisationen und die mentale Fitness der Menschen das ausschlaggebende Kriterium für Erfolg oder Misserfolg“. Deshalb widmet er sich in seinem Buch der enormen Bedeutung der mentalen Gesundheit im Unternehmenskontext. Denn der Mensch ist weiterhin das wichtigste Element im Organismus „Organisation“. Wenn Mitarbeiter*innen zufrieden sind, sich wahrgenommen und geschätzt fühlen, dann bringen sie zum einen die Leistung, die von ihnen erwartet wird. Zum anderen werden diese Arbeitnehmer*innen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit treibende Kräfte in einer Krise sein.  Appell für ein neues Handeln in der Führung Nicht zuletzt ist die mentale Gesundheit ein gesellschaftliches Thema, für das auch Unternehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung tragen. „Der erschreckende Anstieg der psychischen Erkrankungen, die sich durch Überlastung und Ängste entwickeln, summiert sich nicht nur zu einem volkswirtschaftlichen Schaden von gigantischem Ausmaß. Er ist auch ein Appell für ein neues Handeln in der Führung allgemein.“ Welche Voraussetzungen es für eine resiliente Organisation gibt und was Führungskräfte konkret tun können, zeigt Werner Katzengruber mit wissenschaftlich fundiertem Wissen zu Themen wie kontextorientiertem Führen, Selbstregulierung und Führung, Stressmanagement oder der psychologischen Faktoren der Kommunikation und greift auf seine Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren in der Unternehmenswelt zurück. Roter-Reiter-Fazit Werner Katzengruber widmet sich in „Mental Health“ einem der wichtigsten Zukunftsskills überhaupt: Nur wenn wir lernen, mit Komplexität zurechtzukommen und Menschen in Organisationen den Raum und die Zeit zum Lernen und Handeln zu geben, werden ebendiese Unternehmen eine Zukunft haben.  Werner Katzengruber: Mental Health: Die Schlüsselkompetenz resilienter OrganisationenWiley-VCH, 2023304 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51171-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Mangas für Resilienz: Zähme den Annahmenhund Es gibt Situationen, in denen fühlen wir eine ganz irrationale Angst in uns. Vielleicht hat die Führungskraft um eine Überarbeitung von Projektunterlagen gebeten und wir denken uns, dass wir wieder einmal versagt haben. Oder wir geben direkt auf und gehen in jedes Meeting und an jede neue Aufgabe nur mit halber Kraft, weil wir es sowieso niemals richtig machen können. Durch verstärkende Umstände kann aus solchen Gedanken schnell eine Negativspirale an Glaubenssätzen werden, die sich auch auf unsere psychische Gesundheit auswirkt. Koji Kuze kennt das: „Vor einigen Jahren steckte ich in einer toxischen Arbeitsbeziehung, mit der ich nur sehr schwer zurechtkam. Ich wurde in ein unvorhergesehenes Problem hineingezogen und bemühte mich verzweifelt, es zu lösen“, erzählt er. Fast wäre er daran zerbrochen, dann fand er die Kraft der Resilienz.  Widerstandskraft lässt sich lernen Er fing an, sich mit der psychischen Widerstandsfähigkeit zu beschäftigen, und konnte zu alter Stärke zurückfinden. Geholfen hat ihn das SPARK-Resilienztraining von der Psychologin Dr. Ilona Boniwell, das er in seinem Ratgeber „Manga for Success – Resilienz, Selbstvertrauen und positives Denken“ vorstellt. Koji Kuze ist heute selbst zertifizierter Resilienz-Master-Trainer und Gründer einer Schule für berufstätige Erwachsene, Personalverantwortliche und Ausbilder für Resilienz.  Dem Buch liegt die einmalige Idee zugrunde, Business-Themen mit Mangas zu kombinieren. So begleiten wir in dem abwechslungsreichen Ratgeber die junge Frau Reina, die einen neuen Job in einer Werbeagentur antritt. Dort trifft sie auf ihren alten Bekannten Tsuyoshi, den sie immer für sein enormes Selbstvertrauen bewundert hat. Sie selbst leidet sehr unter dem Stress der Einarbeitungsphase und der Kritik ihrer Vorgesetzten. Tsuyoshi wird zu ihrem Mentor und bringt ihr Resilienz-Techniken bei. Katharsis mit Manga Die ausdrucksstarken Manga-Zeichnungen lassen uns als Leser*in ganz nahe an die Protagonistin rücken: Wir spüren die Wut, die sie spürt, wenn ihre Chefin sie ignoriert. Wir fühlen mit, wenn sie der „Annahmenhund“ packt, wie es Kuze nennt, wenn wir eine Situation durch eine spezielle Brille betrachten, die uns zu Verlierer*innen, Rechthaber*innen oder Angsthasen macht. Wir gehen als Leser*in Schritt für Schritt mit Reina mit und erlernen dabei die Prinzipien der positiven Psychologie und Resilienz oder auch die Selbstwirksamkeitstheorie von Bandura. So werden wir dazu eingeladen, immer wieder zu reflektieren und zu überlegen, wie wir an Reinas Stelle reagieren würden, und finden nach und nach auch Lösungen für die eigenen Herausforderungen.  Roter-Reiter-Fazit Manga und Business – dass das funktionieren kann, zeigt Koji Kuze mit seinem „Manga for Success“. Das Manga lädt dazu ein, sich näher mit der Protagonistin zu beschäftigen und in sich selbst hineinzufühlen: Was hätte ich getan? So beginnt der Lernprozess bereits während des Lesens. Koji Kuze: Manga for Success – Resilienz, Selbstvertrauen und positives DenkenWiley VCH, 2023240 Seiten, 21,99 Euro ISBN: 978-3-527-51159-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Digitale Tools: Fluch oder Segen?  Als Thorsten Jekel in den späten 80er-Jahren seine Berufstätigkeit startete, gab es noch Umlaufmappen aus Papier und keine E-Mails. „Als Werkstudent bei Nixdorf hieß es, wenn ich eine interne Nachrichte versenden wolle, müsse ich zwei Stockwerke höher zum Kopierer laufen.“ Ob die Nachricht wirklich wichtig war, musste also gut überlegt sein. Heute geht das viel einfacher. An manchen Tagen treffen die E-Mails im Sekundentakt ein, es gibt rege Diskussionen im Slack-Kanal und zwischendurch meldet sich die Chefin über WhatsApp.  „Digitale Tools machen es einem zu einfach, Nachrichten zu versenden“, weiß auch Jekel. „Das Problem verlagert sich zunehmend auf die Empfängerseite.“ Aber sollten digitale Tools wie Chats, Videokonferenz-Tools und Online-Magazine das Arbeiten nicht erleichtern? „Statt die Produktivität zu steigern, erhöhen sie sogar die Komplexität“, so der Digital-Working-Experte. Anstatt dass wir Nachrichten über nur einen Kanal erhalten, bekommen wir sie aus vielen verschiedenen Channels zugeschickt – und haben die komplexe Aufgabe, den Überblick zu behalten und manchmal auch, die verschiedenen Kommunikationsfäden zusammenzuführen. In seinem Ratgeber „Digitale Tools effektiv einsetzen“ zeigt Thorsten Jekel, wie wir das Beste aus digitalen Tools herausholen und sie so managen, dass sie unsere Arbeit wirklich erleichtern. Raus aus der Tool-Falle Wie organisieren wir unsere Nachrichten sinnvoll? Wie führe ich Laptop, Rechner und Smartphone zusammen? Wie finde ich mich in meiner Zettelwirtschaft zurecht? Thorsten Jekel zeigt erst einmal, wie es nicht geht: Digitale Tools bringen nicht automatisch mehr Ordnung ins Arbeiten. Ganz im Gegenteil: Wer sich Notizen im Notizbuch macht und Post-its nutzt, bringt mit einem digitalen Notizsystem noch mehr Unordnung ins System. Jekel kennt aber auch die Vorteile von digitalen Tools und zeigt, wie wir sie wirklich effizient einsetzen.  Genauso effizient wie seine Lösungsvorschläge ist auch sein Ratgeber: Für jeden Arbeits- und Einsatzbereich – Kommunikation, Videokonferenz, digitale Ablage oder auch Social Media – zeigt er, was die drei Hauptprobleme in der Nutzung sind, gibt Tricks sowie die Top-10-Tipps pro Einsatzbereich an die Hand.  Und wie verhindert man nun die Nachrichten-Flut? Top-Tipp des Experten: „Erst Hirn einschalten, dann Technik“ – wer keine Nachricht schreibt, bekommt auch nicht so schnell eine zurück.  Roter-Reiter-Fazit Eine sehr praktischer Ratgeber, der klassische Probleme an der digital-analogen Schnittstelle aufzeigt und Tools und Techniken als Lösungen vorstellt.  Thorsten Jekel: Digitale Tools effektiv einsetzen. Wechseln Sie mit den neuen Technologien auf die Überholspur.GABAL Verlag GmbH200 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-166-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### 151 x Storytelling aus 30 Jahren Harald Kopeter hat seine Karriere in der Verlags- und Kommunikationsbranche begonnen, als Eilmeldungen noch per Fax kamen. Seither hat sich einiges verändert und vieles hat einen neuen Namen bekommen. So hat das Storytelling seinen Weg ins Marketing gefunden, als findige Expert*innen die Kraft des Geschichtenerzählens wiederentdeckt haben. Zuvor verortete Kopeter diese Kompetenz vor allem im Verkauf. Da kam es nicht immer darauf an, ob das Produkt wirklich das beste seiner Art ist, sondern welches Gefühl wir mit dem Produkt kaufen. Verkäufer*innen erzählten Geschichten um ihre Produkte, und „dabei waren jene die Besten, die es verstanden, Storytelling, Einwandbehandlung und den Abschluss in die richtige Balance zu bringen“, schließt Kopeter. „Diese drei Punkte gelten immer noch für alle Produkte und Dienstleistungen über alle Medienformate hinweg – analog wie digital.“ Kenne die Regeln guten Storytellings In seinem Buch „Was du nicht verkaufst, verkaufen die anderen“ nutzt der Marketing-Experte selbst die Kraft des Storytellings und gibt in 151 kurzen Storys seine Tipps, Erfahrungen und seine Wissensschätze aus fast 30 Jahren Karriere preis. Was in allen Storys klar wird: Trotz aller Algorithmen, Karrieretrainings und Benchmarks haben immer (noch) nur die Erfolg, die eine Geschichte zu erzählen haben. „Alle Unternehmerpersönlichkeiten und Leader konnten gute Geschichten erzählen, konnten mit Begeisterung von ihrer Vision berichten“, sagt er. Und was soll man sagen, Kopeter hat auch viele Geschichten. Er erklärt, warum Marketer:innen die Bikini-Strategie fahren sollten, Menschen Regeln wie 18/6-Fasten oder „10.000 Schritte am Tag“ brauchen und warum der Preis in der Mitte immer die beste Wahl ist. Damit zeigt Kopeter, dass eine gute theoretische Grundlage zwar hilft – aber der wirkliche Erfolg im Verkauf und Werben immer von der Person abhängt, die den Werbetext schreibt, die Community betreut oder die Waschmaschine an den Mann oder die Frau bringt. Manche Dinge ändern sich nie.  Roter-Reiter-Fazit Eine unterhaltsame Mischung aus Verhaltenspsychologie, Marketingstrategie und Geplaudere aus dem Nähkästchen. Mit „Was du nicht verkaufst, verkaufen die anderen“ zeigt Harald Kopeter, dass Marketing und Vertrieb noch immer am besten von Mensch zu Mensch gelingt.  Harald Kopeter: Was du nicht verkaufst, verkaufen die anderen. 151 Storys für deinen Erfolg im Business. GABAL Verlag GmbH, 2023208 Seiten, 28 Seiten ISBN 978-3-96739-156-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Gewusst wie: Goldstandard Kommunikation 3.0 Wer sich in den Kommentarspalten von Facebook und Co. umschaut, der weiß: Der Ton ist rauer geworden. Es reicht ein nicht optimal gesetztes Wort, eine falsche Annahme oder nicht verstandene Ironie, und ein wahrer Mob versammelt sich in eben jenen Kommentarspalten. Aber auch in der analogen Welt kommt es immer häufiger zu öffentlichen Auseinandersetzungen, weil ein Kinderwagen zu viel Platz auf dem Bürgersteig einnimmt, jemand im Gedränge aus Versehen angerempelt wird oder man sich uneinig über die Auslegung der StVO ist. „Offensichtlich stehen viele von uns unter einem derartigen emotionalen Druck, dass es regelmäßig aus ihnen herausbricht“, sagt Peter Brandl. „Nun ist es völlig müßig zu diskutieren, ob wir das gut finden oder nicht – die Welt hat sich verändert, so etwas passiert immer häufiger, und wir müssen uns anpassen.“ Wie das gelingt, zeigt uns der Kommunikations-Experte in seinem Buch „Kommunikation 3.0“. Gute Kommunikation wird zum Alleinstellungsmerkmal Wir müssen unsere Kommunikation den heutigen Voraussetzungen anpassen, um eine Konfliktsituation gut zu managen – oder um erst gar nicht in eine solche Situation zu geraten. Der Managementberater zeigt auch auf, dass Kommunikation eines der wichtigsten Skills der nahen Zukunft sein wird. Denn was sollte es sonst sein? „Expertise fällt schon einmal weg, um die Nase vorn zu haben. Da ist der Wissenspool des Internets einfach schon zu groß“, statuiert er. In selbstorganisierten Unternehmen und inklusiv organisierten Business-Netzwerken wie LinkedIn kann es auch nicht Macht sein. Nein, es ist unsere Kommunikationskompetenz, die zählt. Denn wenn keine Macht zählt und auch keine Expertise, dann ist es die Art, wie wir kommunizieren. Tragfähige Beziehungen aufbauen, Missverständnisse und sogenannte kognitive Verzerrungen rechtzeitig erkennen und Menschen von Ideen begeistern und überzeugen: Wie das mit Worten geht, zeigt Peter Brandl in seinem Buch.  Roter-Reiter-Fazit Peter Brandl macht deutlich, dass das gesprochene Wort auch im digitalen Zeitalter noch immer komplex, aber auch enorm wirkungsvoll ist. Wie wir es richtig einsetzen, zeigt er in diesem Buch, zu dem viele digitale Materialien wie Videos, Podcasts und Poster gehören. Peter Brandl: Kommunikation 3.0. Die wichtigste Kompetenz unserer Zeit erfolgreich nutzen GABAL Verlag GmbH, 2023192 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-165-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Real New Work: Organisationen zukunftsfähig machen Der Vorstand tritt ans Mikro und alle halten gespannt den Atem an: Wie werden die Vorstandsmitglieder auf das zurückliegende Jahr blicken? Sind sie zufrieden? Und dann kommt es ganz dicke: Die Ziele konnten nicht erreicht werden, die Transformation hin zum zukunftsfähigen Global Player stockt. Und woran liegt es? Nicht an fehlendem Geld. Nicht an zu wenig Personal oder Machtkämpfen in der Führungsetage. Nein. Es ist das Mindset, schlussfolgert der Vorstand in seiner Ansprache.  Der Arbeitgeber geht den Mitarbeitenden ans Mindset Tatsächlich ist es zum Trend geworden, die Verantwortung für den Unternehmenserfolg und eine gelungene Organisationskultur auf die Belegschaft abzuschieben. Wer nicht performt, der hat die falschen Glaubenssätze; funktionieren Projekte nicht, ist es der mangelnde Einsatz, das fehlende Engagement der Mitarbeitenden. Damit stehlen sich die Organisationen selbst aus der Verantwortung. Die sagenumwobene Rolle des Mindsets in Unternehmen ist ein Mythos, den Christina Grubendorfer und Christina Ackermann in ihrem Ratgeber „The Real Book of Work“ aufdecken und bis ins Detail analysieren.  Verhalten ist kontextbezogen Sie nutzen dafür als Analogie ein Fußballspiel. Wenn wir als Zuschauende nur den Schiedsrichter sehen und die Spielenden selbst sind unsichtbar, macht für uns das Handeln des Schiedsrichters gar keinen Sinn. Erst wenn wir den Kontext – die Spielenden – betrachten, verstehen wir ihn. Und so, schließen die beiden Organisationsberaterinnen, ist auch das Verhalten von Mitarbeitenden extrem kontextabhängig. „Sie spielen E-Commerce, Handel, Logistik oder Finanzdienstleistungen und sie spielen Arbeiter-Samariter-Bund, Bundesbank oder Zalando“, so die Autorinnen. „Dort spielen sie dann Marketing, Vertrieb, Produktion, HR oder Finanzen und manchmal auch Weekly, Daily oder Jahrestagung.“  Niemand käme in Entscheidungsprozessen oder in Projektplanungen ernsthaft auf die Idee, sein Verhalten daraufhin abzuklopfen, ob es zu den persönlichen Wertvorstellungen und Glaubenssätzen passt. Ja, du kannst dich persönlich einem nachhaltigen Lebensstil verschrieben haben, aber trotzdem wird die Abteilung den Kaffeevollautomaten kaufen. Es wäre interessant, aber nicht zielführend, das Team von der Anschaffung einer Siebstempelkanne überzeugen zu wollen. Du denkst in diesem Moment wie auch deine Kolleg*innen im unternehmerischen Kontext. Mitarbeiter*innen „zeigen das Verhalten, von dem sie meinen, dass es von ihnen erwartet wird, ein Verhalten, das sie in ihrer Rolle als passend empfinden, ein Verhalten, das ihnen einen guten Stand bei den Kollegen beschert“, fassen es Christina Grubendorfer und Christina Ackermann zusammen.  Das Buzzword „New Work“, agile Organisationen, raus aus den Silos und mehr Eigenverantwortung bitte: Insgesamt neun Mythen durchleuchten die Autorinnen, auf deren Entmystifizierung folgen dann acht Short Dives. Die zeigen, wo Organisationen wirklich Veränderungen bewirken können und was die eigentlichen Spielfelder von Führungskräften und Mitarbeitenden sind.   Roter-Reiter-Fazit Erfrischend! Christina Grubendorfer und Christina Ackermann kommen in diesem Ratgeber schnell auf den Punkt, und vor allem kommen sie ohne einen großen Überbau an Methoden und Trendbegriffen aus. Ein spannendes Buch für Führungskräfte und alle, die an der Gestaltung von Organisationen mitwirken. Christina Grubendorfer, Christina Ackermann: The Real Book of Work. Organisationen in Not. Warum wir umdenken müssen, um sie in die Zukunft zu führenVahlen, 2023368 Seiten, 29,80 Euro ISBN 978-3-8006-7154-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Eine Beförderung, bitte. Ein Mitarbeitergespräch ist so ziemlich das Angsteinflößendste, was einem als Arbeitnehmer*in passieren kann. Face to Face sitzen sich Führungskraft und Mitarbeiter*in gegenüber und es geht um alles. Und manchmal steht sogar eine Beförderung im Raum.  Vielleicht wartet man im Stillen schon Jahre auf die Beförderung und ist richtig wütend, dass noch niemand das eigene Talent entdeckt hat. Womöglich ist das letzte Projekt ziemlich gut gelaufen und man hat Lust, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ob man als Mitarbeiter*in dann auch tatsächlich befördert wird, hängt vor allem vom eigenen Verhalten ab. Mit nur einer unbedachten Äußerung kann alles dahin sein. In ihrem Ratgeber „3, 2, 1 Beförderung“ nennt Frederike Wanstrath solche Fettnäpfchen. Als Geschäftsführerin hat sie schon viele Bewerber*innen kennen gelernt und kann so aus eigener Erfahrung sagen, was sie überzeugt und wann sie müde abwinkt.  Nicht mit dem Finger auf andere zeigen Zu den Fettnäpfchen gehört der Verweis auf Kolleg*innen und deren Arbeit. Die eigene Arbeit zu überhöhen, indem wir über die Ergebnisse von Kolleg*innen lästern, ist in vielerlei Hinsicht unangemessen. Zudem ist Lästern einfach keine schöne Eigenschaft. Außerdem kann es sein, dass die Führungskraft die Arbeit dieses einen Kollegen oder dieser einen Kollegin tatsächlich ganz gut findet. Ein klassisches Eigentor.  Vielleicht hat man die Führungskraft aber sogar selbst über diesen Kollegen oder diese Kollegin lästern hören und will sich jetzt bei ihr gutstellen. Aber selbst dann ist Lästern nicht schlau. Denn eine Führungskraft wird hinterfragen, warum man mit dem Finger plötzlich auf die fehlerhafte Arbeit eines bzw. einer anderen zeigt. „Wenn er bzw. sie bemerkt, dass du aus Angst oder Neid handelst, zeigst du, dass du keine Führungspersönlichkeit bist und besser auf einer unteren Position bleibst“, so Frederike Wanstrath. Und schon rückt die Beförderung wieder in weite Ferne.  Mit Haltung überzeugen In ihrem Ratgeber zeigt die Geschäftsführerin der Berliner Spirituosenmarke Brandstifter, wie man sich strategisch auf ein Beförderungsgespräch vorbereitet, aber auch, welche Haltung es benötigt. Denn ein Beförderungsprozess ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Frederike Wanstrath empfiehlt, alle paar Jahre die Position zu wechseln und die Karriereleiter emporzuklettern. Damit das klappt, müssen Leistungen ständig reflektiert und festgehalten werden. Außerdem empfiehlt die Expertin, ein gutes Netzwerk aus wichtigen Kontakten aufzubauen. Denn zum Schluss überzeugt man in jedem Bewerbungsgespräch als Mensch. Roter-Reiter-Fazit Mindset, Strategie und durchdachte Durchführung: „3, 2, 1 Beförderung“ beleuchtet den Prozess einer Beförderung aus vielen Perspektiven. Ein guter Ratgeber für alle, die ihre nächsten Karriereschritte strategisch planen möchten. Frederike Wanstrath: 3, 2, 1 Beförderung. Dein Power-Guide zu Gehalt und Karriere.GABAL GmbH, 2023208 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-163-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Reframe your Business: Innovationen einen Rahmen geben In seinem Ratgeber „Reframe“ zeigt Felix Hofmann, wie Unternehmen die Methode des Reframings nutzen können, um einen Rahmen für Innovationen zu schaffen. Innovation scheitert an Menschen – nicht an der Organisationskultur In seinem Buch bringt er erstmals die spannenden Themen Reframing und Innovationsarbeit in Unternehmen zusammen. Seine These: Menschen sind fehlbar. Sie unterliegen tagtäglich den Folgen von kognitiven Verzerrungen, die Entscheidungen und Handlungen rational, kreativ oder folgerichtig erscheinen lassen – obwohl sie es nicht sind. Unter „kognitiven Fehlern“ versteht man systematische Muster von Abweichungen von der objektiven Realität in der menschlichen Wahrnehmung, Erinnerung oder Informationsverarbeitung. Diese Verzerrungen können zu fehlerhaften Schlussfolgerungen und irrationalen Interpretationen führen.  Und genau hier liegt das Problem vieler Unternehmen, die eigentlich innovationsbereit sind: Die Menschen bewegen sich mit jedem innovatorischen Ansatz, jeder Idee in einem Spannungsfeld an Vorannahmen, Erfahrungen, (unbewussten) Gefühlen und Glaubenssätzen. Keine ihrer Entscheidungen ist frei von solchen Vorannahmen und Abhängigkeiten, sie befinden sich immer in einem vorbedingten Rahmen. Und tatsächlich nehmen wir unsere Umgebung ja nie objektiv, sondern immer durch unsere ganz persönliche Brille wahr. Woran scheitern also Innovationen in Unternehmen? An den Menschen, die eine bestimmte Wahrnehmung haben, die ein „Aus-dem-Rahmen-Fallen“, ein Denken „out of the box“ verhindern. Ein neuer Rahmen für Entscheidungen Felix Hofmann fordert deshalb: Verändert den Rahmen, in dem ihr in Organisationen Entscheidungen trefft. Dazu stellt er verschiedene Reframing-Techniken vor, die alle darauf abzielen, die Wahrnehmung einer Situation zu verändern, indem man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet oder in einem anderen Kontext interpretiert.  Ein Beispiel: Der Gründer Mike Cassedy reframed den Rahmen für Investitionsprozesse. Anstatt sich mit seinem Start-up als Verkäufer zu betrachten und bei mächtigen Investor*innen Geld zu erfragen, reframt er die Situation. „Um sein jeweiliges Start-up zu pitchen, lud er alle Investoren am gleichen Tag ein und gab ihnen genau bis 17 Uhr Zeit, sich zu überlegen, ob sie ihm ein Angebot unterbreiten wollen“, erklärt Felix Hofmann. So weckte der Gründer Begehrlichkeiten und die Investor*innen wurden zu Bewerber*innen. Der Innovationsexperte zeigt an diesem Beispiel, wie Status-Framing aussehen kann. „Cassedy hat die klassische Rollenverteilung umgeframt, macht sich selbst damit zum begehrten Preis, um den die Investoren buhlen.“ In seinem Ratgeber stellt Hofmann weitere Techniken und Strategien vor, mit denen Organisationen mittels psychologischen Wissens die optimalen Rahmenbedingungen für Innovationen schaffen können. Roter-Reiter-Fazit Innovationen sind nie Heureka-Momente, sie benötigen ihren Rahmen. Innovationsexperte Felix Hofmann zeigt, wie Organisationen genau diesen Rahmen mittels Reframing-Techniken schaffen. Felix Hofmann: Reframe – Die Psychologie der Innovation. Mutiger handeln, klüger entscheiden und andere zum Umdenken bewegen. Psychologie der Innovation im UnternehmenMetropolitan, 2023224 Seiten, 24,95 Euro ISBN 978-3-96186-070-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Projektmanagement-Tools: Weniger ist mehr Ihr sitzt in einem Meeting, gerade wird das anstehende Projekt mit einem Blick auf die Timeline durchgesprochen. Dabei kommt die Frage auf, ob die Programmierung in den nächsten zwei Wochen abgeschlossen werden kann. Das zuständige Team rechnet kurz durch, überschlägt und sagt „ja“.  Projektmanagement in a nutshell „Wenn du etwas Projekterfahrung mitbringst, hast du jetzt Bauchweh bekommen“, sagt Patrick Schmid. „Hier hat ein Projektteam eben einen katastrophalen Fehler begangen.“ Warum wohl? In seinem Ratgeber „Erfolgreiches Projektmanagement“ unterscheidet der Trainer und Berater zwischen Aufwand und Dauer. Dieser kleine Unterschied, das weiß er, macht in der Praxis einen großen Unterschied.  Viele Teams überschlagen in solchen Situationen nämlich den Aufwand. Der kann beispielsweise bei vier Tagen liegen – einem Projektabschluss in maximal zwei Wochen sollte also nichts im Wege stehen, oder? Sehr wohl gibt es ein Problem, denn das Projektteam hat in diesem Fall keinen Blick auf den zeitlichen Ablauf und in die Terminkalender geworfen. Dann wäre ihnen aufgefallen, dass zwei Mitarbeiter*innen, die für die Umsetzung essenziell sind, in der kommenden Woche auf der Messe sind. Außerdem gibt es ein anderes Projekt, für das in dieser Woche eine Präsentation der Zwischenergebnisse erstellt werden muss.  Es folgt die Ernüchterung. „Die Dauer einer Tätigkeit ist meist viel größer, als der bloße Aufwand es suggeriert – es sei denn, du hättest gerade nichts anderes zu tun und könntest ohne jede Ablenkung ausschließlich an dieser einen Aufgabe arbeiten“, so Patrick Schmid.  Kleine Workhacks mit großer Wirkung In seinem Ratgeber bietet der Projektleiter einen Überblick über viele weitere Fehlbarkeiten, die auf den ersten Blick kein Projekt ins Wanken bringen. In der Summe sind aber genau diese Denkfehler und schlechten Einschätzungen die Ursache für schlechtes Projektmanagement. Er zeigt aber auch: Professionelle Projektmanagement-Tools sind nicht immer die Alternative, denn diese wurden oft für Großprojekte entwickelt, etwa „für Projekte wie Mondlandungen, Autobahnbauten oder milliardenschwere Ölraffinerien im saudischen Sand“, fasst es der Autor zusammen. „Die meisten Projektmanagement-Techniken kosten zu viel Zeit, die man nicht hat, und bringen dafür viel zu wenig Ergebnis, das man dringend benötigt.“ Was für es für ein erfolgreiches Projektmanagement im kleineren Rahmen eher braucht: messbare Ziele, eine konkrete Auftragsklärung und die realistische Einschätzung von Aufwand und Dauer. Wie das gelingt und wie Projektmanager*innen in zehn kleinen Schritten ihr Projektmanagement verbessern, erklärt er in seinem Ratgeber, der 2023 bereits in der achten Auflage erscheint.  Roter-Reiter-Fazit Down to earth: Patrick Schmid zeigt in „Erfolgreiches Projektmanagement“, wie Projektleitungen ohne eine Erhöhung des Budgets und ohne Investitionen in professionelle Projektmanagement-Tools ihre Projekte zu einem glücklichen Ende bringen können.  Patrick Schmid: Erfolgreiches Projektmanagement: einfach – praktisch – agil. Nützliche Methoden für kleine und mittlere ProjekteMetropolitan, 2023180 Seiten, 17,95 Euro ISBN 978-3-96186-068-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Co-Leadership: Gemeinsam führen Einsame Spitzenklasse? Das muss nicht sein. Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von Doppelspitzen, die sich die Verantwortung und die Führungsarbeit teilen. Stefanie Junghans und Janina Schönitz arbeiten selbst in Tandems und zeigen in ihrem Buch „Co-Leadership“, wie Co-Leadership eine Antwort auf sich verändernde Realitäten in der (Arbeits-)Welt sein kann. Vereinbarkeit ermöglichen Die beiden Autorinnen können in ihrem Ratgeber aus dem Vollen schöpfen: Janina Schönitz ist Tandem-Führungskraft im Deutsche Bahn Konzern, Stefanie Junghans ein Teil der Head-of-Talent-Rolle bei dem nachhaltigen Portfolioinvestor Haniel. Sie können aus eigener Erfahrung und aus dem intensiven Austausch über Plattformen wie LinkedIn erzählen, wie man den optimalen Co-Leader oder die optimale Co-Leaderin findet, wie sich Tandems auf eine Stelle bewerben und wie man gemeinsam in die geteilte Führung findet. Dazu gibt es in dem Ratgeber viele Interviews mit Doppelspitzen. Darunter auch Janina Messerschmidt und Mathias Püschel, die beide als Personalreferenten-Tandem bei der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung tätig sind. Die beiden teilen sich die Arbeitszeit 50 zu 50 und arbeiten vormittags, sodass genügend Zeit für andere Prioritäten und Projekte bleibt. Damit ist Co-Leadership eine Möglichkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktisch umzusetzen. So wird es auch Eltern, Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen und Arbeitnehmenden mit eingeschränkter Gesundheit ermöglicht, verantwortungsvolle Posten in Unternehmen zu besetzen. Einen weiteren Vorteil nennen die Geschwister Anna Weber und Jan-Willem Weischer, die gemeinsam das Familienunternehmen Baby One führen: „Eine Person zu haben, mit der man sich abstimmen kann, und zwar genau mit den gleichen Möglichkeiten. Man kann sich austauschen, kann sich gegenseitig challengen und gemeinsam Dinge entwickeln.“  Mit Vision führen Stefanie Junghans und Janina Schönitz geben einen optimistisch stimmenden Ausblick in die Zukunft der Arbeitswelt, in der Arbeitszeit flexibler gestaltet werden kann. Die Möglichkeit, sich Verantwortung zu teilen, einmal zurücktreten zu dürfen, in die Elternzeit gehen zu können, ohne Angst vor der Kündigung haben zu müssen, ist ein Weg, die Gesundheit und Resilienz von Mitarbeiter*innen zu stärken. „Aus zwei Individuen wird im Co-Leadership ein Tandem. Dabei bleiben beide jeweils einzeln als Person sichtbar. In der Tandemarbeit geht es nicht darum, seine Individualität aufzugeben. Gleichwohl ist es wichtig, die gemeinsame Rolle zusammen auszufüllen und das Optimum für beide zu finden“, so die Autorinnen. Es braucht eine gemeinsame Vision der Zusammenarbeit, damit der wahre Zauber des Co-Leadership entstehen kann. Oder wie es Janina Messerschmidt ausdrückt: „Eins plus eins ist mehr als zwei.“ Wie Tandems sich ihre gemeinsame Vision erarbeiten, zeigen Stefanie Junghans und Janina Schönitz in ihrem Ratgeber. Roter-Reiter-Fazit Co-Leadership als Führungsmodell in einer modernen Arbeitswelt: Stefanie Junghans und Janina Schönitz geben einen optimistisch stimmenden Ausblick in die Zukunft der Arbeitswelt, in der Arbeitszeit flexibler gestaltet werden kann.  Stefanie Junghans, Janina Schönitz: Co-Leadership. Jobsharing als Antwort auf eine veränderte ArbeitsweltVahlen, 2023222 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-7176-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Recht haben – und bekommen „Die Deadline MUSS gehalten werden!“, brüllt der Projektleiter quer über den Tisch. Wir befinden uns in einem Teammeeting, in dem der Fortschritt eines wichtigen Projekts besprochen wird. Alle Beteiligten merken, dass die Leitung unter Druck steht. Das Projekt ist wichtig, aber viele Krankheitsfälle, eine plötzliche Kündigung und Lieferschwierigkeiten führen unweigerlich zu Verzögerungen. Die Deadline kann nicht gehalten werden, was der Projektleiter aber nicht akzeptiert. Die Koordinatorin fasst es ihm gegenüber noch einmal zusammen: „Sie möchten, dass die Deadline gehalten wird, auch wenn dies eine minderwertige Qualität bedeutet und einige Komponenten ausgelassen werden müssen?“ Nein, das könne es nicht bedeuten, entgegnet der Projektleiter. „Das heißt, Sie möchten die angedachte Qualität und alle angedachten Elemente, obwohl nicht ausreichend Arbeitskräfte vor Ort sind, wir im Rückstand sind und Materialien fehlen?“ Der Projektleiter überlegt kurz, schaut auf und sagt, selbst etwas verblüfft: „Ja.“ „Das bedeutet, dass wir auf externe Unterstützung zurückgreifen müssen und das Budget überschritten wird. Dann können wir die Deadline halten.“ Alle Möglichkeiten liegen nun auf den Tisch, der Kopf des Projektleiters ist nicht mehr hochrot. Kontrolle gewinnen Marie-Theres Braun nennt diese Gesprächstechnik den „kontrollierten Dialog“. In ihren Trainings lässt sie Teilnehmende zunächst unkontrolliert über Themen sprechen, die fast immer zu hitzigen Diskussionen führen: Tempolimit auf Autobahnen, Klimawandel, Frauenquote. Auch da sieht sie öfter rote Köpfe. Anschließend lässt sie die Teilnehmenden in einen kontrollierten Dialog gehen. Der Unterschied: „Jeder muss das, was sein Gegenüber gesagt hat, paraphrasieren, also mit eigenen Worten wiedergeben“, so die Rhetorik-Trainerin. Weil sich die Teilnehmenden nun wirklich zuhören müssen, wird die Situation umgehend ruhiger. „Es reduziert Missverständnisse, es nimmt Spannungen und es zeigt Respekt, denn Sie gehen nicht einfach über das Gesagte hinweg.“ Gleichzeitig kann ein Wiederholen von Aussagen in anderen Worten auch Widersprüche sichtbar machen. So ist unserem Projektleiter aufgegangen, dass die Quadratur des Kreises nicht möglich ist und er an der einen oder der anderen Stelle Abstriche machen muss.  Mit 28 Gesprächstechniken überzeugen  Marie-Theres Braun schult und trainiert Menschen, die andere Menschen überzeugen möchten. Ob Interviews, Verhandlungen oder Diskussionsrunden: Sie kennt Techniken, mit denen wir in Gesprächen jederzeit die Zügel in der Hand halten und den Dialog in die richtige Richtung drehen können. „Dabei geht es nicht darum, anderen mit schlagfertigen Sprüchen zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat, sondern darum, ein zugewandtes Gespräch zu führen und andere für den eigenen Standpunkt zu gewinnen, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen.“ Damit das gelingt, stellt die Trainerin uns in ihrem Buch „Menschen überzeugen, die Recht haben wollen“ 28 kooperative Gesprächstechniken vor.  Roter-Reiter-Fazit Das Buch „Menschen überzeugen“ von Marie-Theres Braun ist ein großer Gewinn: Anstatt den theoretischen Überbau der Gesprächstechniken vorzustellen, zeigt sie anhand von praktischen Beispielen, wie diese wirken – und das überzeugt.  Marie-Theres Braun: Menschen überzeugen, die Recht haben wollen. 28 kooperative TechnikenCampus Verlag, 2023247 Seiten, 24 Euro ISBN 9783593517575 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Kill your Company – Workshops wirksam machen „Du bist eine neue Wettbewerberin, die dein Unternehmen sehr gut kennt und die Absicht hat, dich aus dem Markt zu drängen. Was machst du, um das zu erreichen?“ Das klingt erst einmal komisch, aber so könnte die Aufgabe eines Workshops lauten, in dem es darum geht, Maßnahmen zu entwickeln, die das eigene Unternehmen wirklich nach vorne bringen. Was ist dein Killer-Produkt? Katja Paar stellt dieses Workshop-Format in ihrem Buch „Workshops machen: Für inspirierte Teams, mehr Kreativität & weniger Blabla“ vor. Die Wettbewerbsidee zielt darauf ab, eigene Schwachstellen zu erkennen, die konkurrierende Unternehmen und Start-ups nutzen könnten, um den Platz streitig zu machen. Es ist ein spielerischer Ansatz, der quasi über Bande geht. Denn im zweiten Schritt, wenn Schwachstellen ausgemacht sind, schauen alle gemeinsam mit der Frage darauf: Was sind die größten Schwachstellen und mit welchen „Killer-Produkten“ könnte die Konkurrenz diese angreifen? Erst im Anschluss geht es wieder in das eigentliche strategische Arbeiten. Die Workshop-Teilnehmenden können nun überlegen, wie sie die potenzielle Konkurrenz daran hindern, mit diesem Killer-Produkt anzugreifen – vielleicht mit einem Kontra-Killer-Produkt?  Kollaboration üben „Kill your Company“ ist eines von mehreren Formaten, die die Workshop-Moderatorin und Organisationsberaterin vorstellt. Für sie sind Workshops eine Möglichkeit, „in kleinen Schritten wirkungsvolle Kollaborationsmethoden zu erproben, statt sich in langatmigen und unproduktiven Meetings zu langweilen“. Anstatt also darüber nachzudenken, was eine gute Strategie für das Unternehmen sein kann, bietet ein Workshop die Chance, durch kreative Fragestellungen oder auch Rollenspiele neue Perspektiven einzunehmen und so zu neuen Einsichten und Ideen zu kommen. Und: Mitarbeiter*innen aus hierarchischen Strukturen können in Workshops erste Erfahrungen mit kollaborativem Arbeiten und Selbstführung sammeln.  „Workshops bauen Brücken zwischen der alten und der neuen Welt“, sagt Katja Paar. „Die Mitglieder der neuen Welt lernen aus den Erfahrungen der alten, und die Mitglieder der alten Welt kommen aus ihrem Kokon und erfahren, wie viel besser und einfacher es ist, Mitarbeitern echtes Vertrauen entgegenzubringen.“ Roter-Reiter-Fazit „Workshops machen“ ist eine tolle Ideensammlung an Workshops, die in den verschiedensten Situationen eingesetzt werden können. Auch die Gestaltung des Buches macht große Lust, direkt zu starten.  Katja Paar: Workshops machen: Für inspirierte Teams, mehr Kreativität & weniger BlablaCampus Verlag, 2023275 Seiten, 30 Euro ISBN 9783593517711 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Auf der Suche nach dem Hier + Jetzt „In diesem Moment, vor mittlerweile fünf Jahren, auf dem Flug von New York nach Berlin wusste ich, dass ich meinen Job kündigen werde.“ Daniel Rieber hatte wenige Stunden zuvor auf der Bühne des Soho House in New York  gestanden, um in einer Konferenz den Startschuss seines Berliner Start-ups auf dem US-amerikanischen Markt zu feiern. Danach, im Flieger, fühlte er sich weder beflügelt noch energetisiert. Er fühlte sich leer. Auch körperlich merkte der Unternehmer, dass er gerade den falschen Weg eingeschlagen hatte. Eines Abends kam er nach einem normalen Arbeitstag nach Hause, als ihn von einem Moment auf den anderen ein dumpfer Schlag auf der rechten Seites seines Kopfes traf. „Mit einem dumpfen Knall verschwand mein Hörsinn und auf einmal war es still“, erzählt er, „bis ein schriller, wahnsinnig unangenehmer Piepton erklang.“ Rieber hatte einen stressbedingten Hörsturz.  Von 100 auf null Seit diesen Situationen ist viel Zeit vergangen. Heute nimmt Daniel Rieber die Signale seines Körpers wahr. Der heutige Coach und Berater hat einen neuen Weg gefunden, indem er in Selbstführung gegangen ist: Was gehört für mich zum guten Leben? Welche Ziele sind mir wichtig? Wann fühle ich mich gut? Nach den jeweiligen Antworten hat er sein Leben neu ausgerichtet. Heute ist er Co-Gründer eines Unternehmens und gibt in seinem Podcast „Auf der Suche nach dem Hier + Jetzt“ seine Erkenntnisse weiter. Nun erschien passend zum Podcast das gleichnamige Buch. Hier begleitet uns Daniel Rieber durch die drei Themenbereiche „Achtsamkeit“, „Selbstführung“ und „innerer Kompass“ und erzählt davon, wie er zu diesen Themen fand. „Die Welt schien auf einmal so einfach und der Erfolg durch Kennzahlen und die Stationen im Lebenslauf messbar“, erzählt er. „Mein Karrierekompass war einfach zu lesen: Die Nadel zeigte immer nach oben.“ Was er aber irgendwann begriff: Nur weil die Nadel immer nach oben zeigt, muss es nicht der richtige Weg sein. Leser*innen können Daniel Rieber nicht nur auf seinem Weg zur Selbstführung begleiten. Er gibt an den passenden Stellen auch Tool-Empfehlungen, stellt Übungen vor und verweist auf Podcast-Folgen, in denen er einzelne Themen noch tiefer behandelt. So lässt sich das Buch als Praxisbuch nutzen, um einen ersten Eindruck von achtsamkeitsbasiertem Arbeiten und Leben zu erhalten – der Weg lohnt sich. Roter-Reiter-Fazit „Auf der Suche nach dem Hier + Jetzt“ ist ein sehr persönliches Buch, in dem Daniel Rieber die Leser*innen dazu einlädt, selbst auf die Suche nach dem passenden Weg zu gehen. Daniel Rieber: Auf der Suche nach dem Hier + Jetzt. Achtsamkeit, Selbstführung und der innere KompassMetropolitan, 2023232 Seiten, 24,95 EuroISBN 978-3-96186-069-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Frau in Führung – aber anders Gerade einmal 25 Prozent der Führungspositionen in deutschen Unternehmen sind mit Frauen besetzt. Das zeigt eine Befragung des ifo Instituts, die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen durchgeführt wurde. Einige der befragten Organisationen sind durchaus bereit, diesen Anteil zu erhöhen. Eine Maßnahme soll die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter sein. Aber reicht das? Weniger Stunden, flexible Arbeitszeitmodelle und dann ist das Problem gelöst? Lilian Gehrke-Vetterkind setzt in ihrem Ratgeber „Frau kann Chef“ an einer anderen Stelle an: Frauen müssen die maskulin-geprägte Führungskultur verstehen – um sie dann für sich selbst umzudeuten.  Frauen würfeln nicht Frauen wird oft unterstellt, dass sie gar nicht führen möchten. Im Hinblick auf die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das gar nicht so undenkbar, denn eine Führungsrolle bringt viel Verantwortung mit sich und oft genug hängt der Mental Load an den Frauen, weniger an den Männern. Dem entgegen gibt es immer mehr Doppelspitzen, in denen zwei Personen besagte Verantwortung, Aufgaben und Zeitkonto teilen – und sogar von Synergieeffekten profitieren. Aber ein viel wichtigerer Grund dafür ist, dass Frauen anders führen und sich auch im Vorhinein anders geben. „Ellenbogen-Methoden, Buddy-Netzwerke, 70-Stunden-Wochen, 100 Prozent Aufopferung für die Karriere, Führungsstile, die sich an ,command and control‘ ausrichten, Misstrauenskultur etc. sind nicht der Rahmen, in dem Frauen wirken, ihr volles Potenzial entfalten und führen wollen“, erklärt die systemische Beraterin für Organisationsentwicklung Lilian Gehrke-Vetterkind. Und so werden sie für Führungsjobs viel eher übersehen. Wenn gilt, dass der, der am lautesten schreit, den Job bekommt, haben Frauen oft das Nachsehen. „Machtspielchen untereinander oder sich vor dem Management zu profilieren ist weniger das, was Frauen interessiert“, fasst es Lilian Gehrke-Vetterkind zusammen. „Sie setzen auf Zusammenarbeit und weniger auf ein ,sich nach oben durchboxen‘.“ Frauen gehen in Selbstführung Anstatt darauf zu warten, dass Entscheider*innen in Organisationen von sich aus ihre männlich-geprägte Führungskultur hinterfragen und aufarbeiten, gibt Lilian Gehrke-Vetterkind Frauen mit ihrem Ratgeber einen Leitfaden an die Hand, um selbstständig in eine authentische Führungsrolle zu wachsen und für sich selbst zu definieren, was gute Führung ist. Dabei spiegelt sie auch immer, auf welche Hindernisse Frauen in Führung treffen. Dem „Kommunikationsverhalten von Männern“ widmet sie gleich ein eigenes Kapitel. Machtspielchen verstehen, Sichtbarkeit ohne Profilieren und die bereits angesprochene Vereinbarkeit sind wichtige Themen, die Frauen für sich reflektieren müssen, um eine Haltung dazu zu entwickeln. Frauen führen anders, aber sicher nicht minder gut. Roter-Reiter-Fazit Endlich ein Ratgeber, der anerkennt, dass Frauen anders führen. Lilian Gehrke-Vetterkind zeigt, warum Frauen für eine gute Führung weder Sprache noch Haltung von Männern annehmen, sondern nur ihren eigenen Weg finden müssen. Lilian Gehrke-Vetterkind: Frau kann Chef. Mit Freude und Gelassenheit in Führung gehenGABAL Verlag GmbH, 2023192 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96739-160-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### 50 Quick Wins für mehr Leichtigkeit im Leben Business Coaching, Mental Coaching oder Life Coaching: Es muss nicht immer der große Selbstoptimierungs-Prozess sein, um Veränderungen im eigenen Leben und Arbeiten anzutreiben. Katrin Busch-Holfelder stellt in ihrem Ratgeber „Für Coaching habe ich keine Zeit!“ 50 knackige Work Hacks vor, die jede*r ausprobieren kann, ohne das Rad neu zu erfinden. „Statt um Selbstoptimierung geht es um liebvolles Annehmen und lustvolles Umsetzen mit einem positiven Blick auf uns selbst und einem optimistischen Fokus auf die Zukunft“, sagt sie. Neue Perspektiven auf bekannte Situationen Einer dieser Quick Wins ist die Arsch-Engel-Galerie. Was zunächst etwas unseriös klingt, hat einen bedeutenden psychologischen Hintergrund. Es gibt Menschen, die uns aufregen, unsere Nerven kitzeln. Das kann die Kollegin sein, die extrem beliebt ist. Oder der Kollege, der in Meetings immer noch einen Vorschlag mehr zum Besten geben muss. Wie mit einem solchen „Arsch“ umgehen?  „Wenn wir uns über Seiten von anderen Menschen aufregen, ist dies ein Indiz für eigene Anteile in uns, die tief im Unterbewusstsein vergraben sind und die wir nicht wahrhaben wollen“, erklärt Katrin Busch-Holfelder. Anstatt den Arsch Arsch sein zu lassen, können wir also überlegen, was uns genau an dessen Verhalten triggert. Und so machen wir aus dem Arsch einen Engel: „Wenn ich jemand anderen ablehne und er für mich im ersten Augenblick ein Arsch ist, schenkt er mir etwas: die Möglichkeit zur Selbstreflexion und zur Erkenntnis meiner eigenen Themen.“ Weg mit dem Ballast Ein paar Quick Wins weiter lädt uns die Autorin dazu ein, auszumisten. Das gilt für den Kleiderschrank, aber auch für das Leben. „Nicht loszulassen, bedeutet, das Alte zu behalten, Ballast zu sammeln und sich dran zu klammern“, so Katrin Busch-Holfelder. Hin und wieder können wir Bekanntschaften, Freundschaften, aber auch Verhaltensweisen und Energiesauger wie unbeliebte Freizeitbeschäftigungen auf den Prüfstand stellen, denn: „Dein Leben ist schon voll. Da ist kein Platz mehr und Zeit schon gar nicht.“  Roter-Reiter-Fazit Kein Muss, keine Selbstoptimierung, aber ganz viele Möglichkeiten. Katrin Busch-Holfelder stellt 50 Quick Wins für mehr Leichtigkeit vor, die zum Ausprobieren einladen.  Katrin Busch-Holfelder: Für Coaching habe ich keine Zeit! 50 Quick Wins für mehr Leichtigkeit und Energie im LebenCampus Verlag, 2023253 Seiten, 19 Euro ISBN 9783593517599 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Impact First statt Profit First Wir haben ein Problem. Das haben bereits viele Menschen erkannt. Unsere Art zu wirtschaften passt nicht mehr zu den tatsächlichen Möglichkeiten und den Ansprüchen von Konsument*innen, die einen nachhaltigen Lebensstil präferieren.  „Wir haben kein Erkenntnisproblem, dass wir unsere Wirtschaft und Gesellschaft regenerativ entwickeln müssen, sondern ein Umsetzungsproblem“, sagen Stephan Grabmeier und Stephan Petzolt in ihrem Handbuch „Impact Business Design“. Auf die Frage der Umsetzung haben sie mit ihrem Buch eine Antwort gefunden. Sie geben Organisationen eine systemische Anleitung in die Hand, wie sie in drei Phasen und 13 Schritten zu einem Impact First Unternehmen werden können. Impact First auf allen Entscheidungsebenen Impact First – das ist längst kein Marketing-Sprech mehr, der eine spezielle Zielgruppe ansprechen soll. Petzolt und Grabmeier setzen es als gegeben voraus, dass wir unser Wirtschaftssystem dringend auf die nächste Ebene heben müssen. Unsere planetaren Grenzen haben einen irreversiblen Kipppunkt erreicht, der uns zum Um- und Neudenken zwingt. Politische und gesellschaftliche Krisen führen zu veränderten ökonomischen Modellen, und gesetzliche Leitlinien wie die EU Green Deal-Strategie und gesetzliche Regulierungen für Nachhaltigkeit machen ein Umdenken notwendig.  Wie anfangen? „Es ist an der Zeit, dass sich Unternehmen, Organisationen und Verbände auf die Chancen konzentrieren, die vor uns liegen. Die Märkte der Zukunft sind umweltneutral, Ressourcendenken findet in Kreisläufen statt“, sagen Petzolt und Grabmeier. Aber auch wenn die Erkenntnis da ist, kommt schnell die Frage auf, wie der Weg zum Impact First-Unternehmen aussieht. Wo fängt man an? Welche Schritte müssen gegangen, welche Phasen durchlaufen werden? Das Impact Business Design ist ein spielerischer Ansatz, den Entscheider*innen und Führungskräfte so nutzen können, dass er zu den eigenen Rahmenbedingungen passt. Dabei durchlaufen sie die drei Phasen der Transparenz, Transzendenz und Immanenz.  Im ersten Schritt gehen Organisationen auf die Reise, um erst einmal zu entdecken, was aktuell nicht geht und was der Ist-Zustand ist. Von einer unbewussten Inkompetenz gelangen Organisationen in eine bewusste Kompetenz, die die Voraussetzung für den Aufbau von Kompetenzen ist – das Ziel der Transzendenz-Phase. Mit dem Abschluss der Immanenz-Phase ist die Organisation keine fertige Impact First-Organisation – vielmehr ist sie in einem wertschöpfenden Zyklus angekommen, in dem sie immer wieder dazu aufgerufen ist, unbewusste Kompetenzen zu entdecken und sich den Anforderungen und Veränderungen der Umwelt anzupassen. Impact First ist eine Haltung, kein Ziel. Roter-Reiter-Fazit Das Impact Business Design lädt Entscheider*innen und Führungskräfte dazu ein, den Weg zum nachhaltigen Unternehmen wirklich zu gehen. Das Handbuch bietet dafür die passende systemische Anleitung, die auch noch Spaß macht.  Stephan Grabmeier, Stephan Petzolt: Impact Business Design. Der Guide zur Modellierung enkelfähiger OrganisationenVahlen Verlag, 2023295 Seiten, 34,90 Euro ISBN 978-3-8006-7152-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Den Spagat wagen: Hybride Trainings gestalten Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass hybride Formate ein Überbleibsel aus der Pandemie sind. Vor der Zwangs-Digitalisierung vieler Arbeitsbereiche waren Präsenzveranstaltungen ein Muss. Zum einen signalisierten Unternehmen damit, dass ihnen ihre Mitarbeitenden den Aufwand wert sind: Kosten für die Coaches, eventuell Raummiete und Catering – da kommt einiges zusammen. Ein Online-Training wurde als weniger wertig wahrgenommen, deshalb warf man auch immer nur einen halben Blick auf die einschläfernde Präsentation, die wie im Real Life heruntergebetet wurde. Und dann kam die Pandemie und es setzte ein Lernprozess ein, denn viele Trainer*innen und Coaches, aber auch Verantwortliche in Organisationen erkannten: Online-Trainings funktionieren anders als Präsenzveranstaltungen – müssen anders funktionieren.  Hybrid? Nie wieder ohne Es entstanden viele neue Ideen und Techniken, um Online-Trainings ansprechend und lebendig zu gestalten, denn es ist eine neue Herausforderung, Menschen hinter den Bildschirmen zu erreichen, anzusprechen und miteinander in Kontakt zu bringen. Und nach der Pandemie? Viele Menschen freuten sich darüber, endlich wieder „in echt“ in Kontakt zu kommen. Was aber blieb, ist der Anspruch, Menschen auch online abzuholen. Denn ein Vorteil von digitalen Events liegt auf der Hand: Es lassen sich unabhängig vom Ort mehr Menschen zusammenbringen. So wurde das Format der hybriden Trainings zu einer festen Größe im Weiterbildungssektor. Für eine erfolgreiche Durchführung gibt es aber einige Voraussetzungen. „Du hast die Aufgabe, zwei räumlich voneinander getrennte Gruppen zu einer Gruppe zusammenführen und den Austausch zu gewährleisten. Entscheidend dabei ist, dass sich beide Gruppen als ,gleichwertig‘ wahrgenommen und integriert fühlen“, sagen Inga Geisler und Sandra Dundler. In ihrem umfangreichen Ratgeber „Hybride Trainings und Workshops gestalten“ führen die Expertinnen für Live-Online-Training durch die Konzeptionierung und Vorbereitung eines hybriden Events, das alle Teilnehmenden mitnimmt.  Aus Training wird Lernbegleitung Besonders bedeutend ist dabei das neue Selbstverständnis von Trainer*innen und Coaches. „Wenn du für dich erkennst, dass Lernen kein Event, sondern ein Prozess ist, und du deine Teilnehmenden bei diesem Prozess begleiten darfst, bedeutet das ein Mehr für alle Beteiligten.“ Denn was in den vergangenen Jahren auch deutlich geworden ist: Von vortragsartigen Trainings, in denen der Coach von der PowerPoint-Präsentation abliest, behalten die Teilnehmenden quasi nichts, der Lerneffekt geht gegen null. Digitale Tools und Inhalte bieten hierbei eine neue Art der Wissens- und Kompetenzvermittlung, die in hybriden Events optimal eingesetzt werden kann. Durch eine spannende Verzahnung von Formaten wie Online-Umfragen, der Zusammenarbeit über Online-Whiteboards und dem Austausch über analoge Grenzen hinaus begegnen sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe und lernen in einem kollaborativen Prozess miteinander – und voneinander. Roter-Reiter-Fazit Inga Geisler und Sandra Dundler geben ein klares Bild davon, wie Lernbegleitung in hybriden Formaten funktioniert und wie digitale Tools sinnvoll in Trainingskonzepte eingebaut werden können. Inga Geisler und Sandra Dundler: Hybride Trainings und Workshops gestalten Erfolgsmodelle und Konzepte. Mit E-Book inside und Online-MaterialienBeltz Verlag, 2023275 Seiten, 36 Euro ISBN: 978-3-407-36839-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Mentale Modelle: Sieh die Arbeitswelt durch eine neue Brille „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ – diesen Spruch haben schon viele von uns zu hören bekommen, wenn es um die Berufswahl ging. Was dahintersteckt: Wähle dir einen Beruf aus, spezialisiere dich in diesem und dann bleib dabei. Gehe keine Abwege, denn da verschwimmt deine Expertise. Eng damit verbunden sind Denkmodelle wie „Such dir etwas Sicheres“ und „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Das bedeutet: Wir wählen uns nach unserer Schullaufbahn einen Beruf, dann erlernen wir diesen und dann beherrschen wir ihn. Der Prozess des Lernens ist damit in frühen Jahren abgeschlossen, wir haben uns unseren Platz auf dem Arbeitsmarkt gesichert und können uns zurücklehnen. Wirklich? Wir müssen neue Perspektiven einnehmen War diese Art der Arbeits- und Lebensgestaltung jemals Realität? Was sich auf jeden Fall sagen lässt: Heute gehen wir mit solchen Denkweisen sang- und klanglos unter. Mit einer Berufsausbildung oder einem Studium, die wir nach unseren Kompetenzen und Interessen auswählen, legen wir den Grundstein für Erfolg und ein erfülltes (Berufs-)Leben, aber dann geht es unentwegt weiter. Schon längst gehört lebenslanges Leben zu wichtigen Konzepten, denn niemand kann sich sicher sein, dass der heutige Job in 20 Jahren noch existiert. Die zunehmende Komplexität und Gleichzeitigkeit unserer Lebenswelt fordern auch von uns ein ständiges Anpassen, ein Hinterfragen des Status quo, die Bereitschaft zur Veränderung. Und diesen neuen Herausforderungen müssen wir auch unser Denken anpassen.  Karriere anders denken In ihrem Ratgeber „Mach dich frei! 100 mentale Modelle für klares Denken und bessere Lösungen“ stellt Svenja Hofert mentale Modelle vor, die uns dabei helfen, die Komplexität in der Arbeitswelt unter neuen Voraussetzungen besser zu händeln. „Solche mentalen Modelle bilden die Wirklichkeit nach, wie sie sich gerade zeigt. Sie liefern uns die Grammatik für den Umgang mit einer veränderten Wirklichkeit.“ Für das oben genannte Beispiel der Berufslaufbahn bietet die New-Work-Expertin ein neues Denkmodell an, das dem Vorplanen einer kompletten Karriere entgegensteht. Denn während es früher fast ausschließlich klassische Projekt-, Experten- und Führungskarrieren gab, ist heute viel mehr möglich: Es gibt Berufungs- und Sinnkarrieren, Mosaikkarrieren und sogar Pilzkarrieren. Was genau man selbst zustande gebracht hat, erkennt man aber zumeist erst im Nachhinein. „Der Schuster bleibt sicher nicht mehr bei seinen Leisten“, sagt Svenja Hofert. „Karriereplanung wie früher sollte sich heute nur noch auf den Berufseinstieg beziehen.“ Ihr Motto: „Starte gut und plane wenig.“ Roter-Reiter-Fazit Ein inspirierendes Buch, mit dem sich Probleme, Herausforderungen und unbekannte Situationen (nicht nur) in der Arbeitswelt aus einer neuen Perspektive betrachten lassen.  Svenja Hofert: Mach dich frei! 100 mentale Modelle für klares Denken und bessere LösungenCampus, 2023312 Seiten, 24 Euro ISBN 9783593517759 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Job Crafting: Schraub an deinem Traumjob Welche Studie man auch herauszieht, sie sagen immer dasselbe: Die Deutschen sind unzufrieden mit ihren Jobs. Schlechtes Arbeitsklima, keine Bestätigung, wenig Möglichkeiten, sich einzubringen, oder unfaire Vergütung – die Gründe sind vielfältig. Deshalb sind auch viele Arbeitnehmer*innen grundsätzlich bereit, den Job zu wechseln. Aber kann das die Lösung sein? Nicht immer. Karriereberaterin und Coach Ragnhild Struss zeigt in ihrem Ratgeber „Job Crafting“, wie wir aus dem Job, den wir haben, den Job machen, den wir uns wünschen.  Welches Fünkchen fehlt zum beruflichen Glück? „Die Lösung des Problems ist weder Resignation noch ein unreflektierter Jobwechsel“, so die Autorin, „sie liegt an anderer Stelle, und zwar in unserem Inneren: Im Glauben daran, Einfluss auf unsere Lebensumstände nehmen zu können, in der Selbsterkenntnis, unserer Einstellung und dem eigenverantwortlichen Einwirken auf die Arbeit.“ Denn oftmals ist gar nicht der ganze Job schlecht. Arbeitszufriedenheit besteht aus vielen einzelnen Komponenten und beginnt bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes und der Bürogestaltung, geht über das Arbeitsklima und die Kommunikation hin bis zu Möglichkeiten der Mitgestaltung des Unternehmens. Wenn es also nur in einem der Bereiche hakt, kann es die Mühe wert sein, zu schauen, was sich bewegen lässt. Job Crafting verfolgt genau diese Idee, selbst Einfluss zu nehmen und für sich herauszufinden, wie sich das Arbeitsumfeld angenehmer und den eigenen Bedürfnissen entsprechend verändern und gestalten lässt. „Die Kernidee ist, dass jede*r Einzelne kleine Anpassungen am eigenen Job vornehmen kann, um die Arbeit optimal auf die eigene Persönlichkeit abzustimmen“, so Struss.  Mit kleinen Veränderungen zu großer Wirkung In ihrem Ratgeber zeigt die Karriere-Coach, wie eine Standortanalyse funktioniert: Wo stehe ich in meinem Job und was macht mich so unzufrieden? Im zweiten Schritt erforschen Job Crafter*innen, welche Ansprüche sie an ihren Traumjob haben und was es braucht, um gut zu arbeiten. Anschließend können diese beiden Analysen übereinandergelegt werden, um zu erkennen, woran es aktuell mangelt. Und dann geht es an die eigentliche Arbeit. Je nach Ausgangslage können Angestellte selbst Veränderungen vornehmen, um das Arbeitsumfeld zu verbessern. Für ein besseres Miteinander könnten Kolleg*innen einmal wöchentlich gemeinsam Mittagessen gehen. Für eine angenehmere Arbeitsumgebung kann das Büro mit ansprechenden Wandbildern oder Pflanzen aufgewertet werden. Andere Veränderungen müssen mit der Geschäftsleitung verhandelt werden. Auch für die strategische Herangehensweise an solche Vorhaben hat Ragnhild Struss Tipps, zeigt aber auch die Grenzen auf. Denn: Eine Organisation können Job Crafter*innen nicht verändern, sondern nur ihre eigene Haltung. Roter-Reiter-Fazit Ragnhild Struss ist es gelungen, einen Ratgeber für alle zu schreiben, die ihren Job nur „so naja“ finden und wissen möchten, wie sie daraus einen „oh, ja!“-Job kreieren können.  Ragnhild Struss: Wie Sie mit Job Crafting Ihre Arbeit wieder lieben lernenGABAL GmbH, 2023200 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-161-9 Jetzt auf managemenbuch.de bestellen. ### New Networking: Komm an den digitalen Stehtisch Wie oft treffen wir berufliche Kontakte noch persönlich? Spätestens seit der Corona-Pandemie ist es für viele Berufstätige und insbesondere Selbstständige der Normalfall, Kund*innen, Partner*innen und Interessent*innen online zu kontaktieren. Schnell wird ein Zoom-Gespräch ausgemacht und schon sieht man sich gegenseitig auf dem Bildschirm. Reale Begegnungen auf Messen, Konferenzen oder beim gemeinsamen Abendessen sind schön, aber die Ausnahme. Und genauso verschieben sich auch die Akquise und das klassische Netzwerken ins Digitale. Wer diese Entwicklung verpasst, dem entgehen spannende Kontakte und damit viele Möglichkeiten, sein berufliches Potenzial zu entfalten.  Digitale Spuren hinterlassen „Für mich ist das Schreiben eines Postings bei LinkedIn, Twitter oder Instagram nichts anderes, als einen virtuellen Stehtisch zu eröffnen“, sagt Kathrin Koehler. In ihrem Ratgeber „New Networking“ nutzt die Digital Coach gern das Bild eines Stehtischs, wenn sie die Kommunikation auf Plattformen wie LinkedIn meint. Dort klickt man sich durch seine Timeline, bleibt bei einem spannenden Beitrag hängen und kann mit einem Like Zustimmung signalisieren. Oder man mischt sich direkt in das Gespräch ein, gibt seine Meinung wieder, stellt eine Frage oder setzt eine kritische Anmerkung. So und nicht anders ist es auf Netzwerk-Abenden, bei denen wir von Tisch zu Tisch schlendern, mal hier ins Gespräch kommen, mal dort jemand Neues kennenlernen. Der große Vorteil am digitalen Netzwerken: Hier lassen sich Kontakte skalieren. Während man auf einem Netzwerk-Abend nur mit wenigen sprechen kann, erreicht man mit einem Beitrag auf LinkedIn je nach Reichweite Tausende von Menschen. Hinein in den wertschöpfenden Kontrollverlust „Indem du aktiv wirst an den virtuellen Stehtischen, baust du Beziehungen zu Menschen asynchron auf und bleibst kontinuierlich ,im Draht‘, also in Verbindung, ohne diese Kontakte direkt zu adressieren“, so Koehler. In ihrem Ratgeber zeigt die Speakerin für digitales Netzwerken, wie Angestellte, Führungskräfte, Freelancer*innen  und Geschäftsführungen LinkedIn und Co. nicht nur zum Personal Branding, sondern auch zum aktiven Aufbau eines beruflichen Netzwerkes nutzen können. Koehler nennt es den „wertschöpfenden Kontrollverlust“, wenn man als Ersteller*in eines Posts die Kontrolle über die Weiterverbreitung des Beitrags verliert. Hier beginnen die Sichtbarkeit und der eigentliche Diskurs über den eigenen Tellerrand hinaus. Das macht verletzlich – bietet aber das großartige Potenzial, Menschen kennenzulernen, auf die wir in unserem Alltag nie treffen würden. Damit ist New Networking eine Methode, die uns bereichert – und den persönlichen Kontakt zu Menschen nicht ersetzt.  Roter-Reiter-Fazit Ob als CEO, als Influencer*in, Speaker*in oder Angestellte*r: Kathrin Koehler zeigt, wie wir soziale Netzwerke wie LinkedIn nutzen können, um uns für unsere Themen stark zu machen, Gleichgesinnte zu treffen und so ein Netzwerk für alle Fälle aufzubauen. Kathrin Koehler: New Networking. Der smarte Weg zu digitaler Sichtbarkeit und souveränem NetzwerkenVahlen, 2023242 Seiten, 24,90 EuroISBN 978-3-8006-7074-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Emotionen am Arbeitsplatz: Darf es noch etwas mehr sein? Wenn wir unser Leben mit Begriffen wie Work-Life-Balance in Arbeit und (Privat-)Leben unterteilen, dann trennen wir unbewusst auch zwei weitere Dinge voneinander: Emotionen und Ernst. Denn der Ernst des Lebens beginnt dort, wo kein Raum für überschwängliche Freude, Zornestränen oder Angst ist. Dieses Schema kennen wir viele bereits aus der Schule, in der Arbeitswelt wird es perfektioniert.  Maxi fühlt Nadja Kahn und Christoph Theile zeigen in ihrem Buch „Denken wir noch oder fühlen wir schon?“, warum Emotionen am Arbeitsplatz nicht nur nicht verboten sein sollten, sondern warum sie sogar ein Schlüsselfaktor für den beruflichen Erfolg sind. Dazu haben sie ihren Ratgeber als Businessroman aufgebaut, in dem die Leserinnen und Leser die Protagonistin Maxi van Weller begleiten. Sie arbeitet als Leiterin der Event-Abteilung in einer PR-Agentur, in der das Arbeitsklima so gut ist, dass sich das Team montags zur „MoMiPiPas“ – der „Montag-Mittag-Pizza-Party“ trifft. Umso härter trifft es sie, als das Unternehmen verkauft werden soll. Ab diesem Moment begleiten Lesende die Führungskraft in einem Prozess, in dem sie durch sieben Grundemotionen hindurchgeht. Dabei lässt die Protagonistin Maxi den Leser daran teilhaben, was in ihrem Kopf passiert: Dort streiten sich Ratio und Emotia darüber, wie die Situation denn nun einzuschätzen ist.  Es gibt keine negativen Emotionen Maxi van Weller durchlebt alle Phasen von Freude, Zorn, Furcht, Trauer, Ekel, Verachtung und Erstaunen, was die sieben Basis-Emotionen des Menschen sind. Der amerikanische Anthropologe und Psychologe Paul Ekman erforschte diese in den 1970er-Jahren, heute sind sie weltweit anerkannt. Der Wissenschaftler sagt dazu: „Emotionen verändern die Art, wie wir die Welt sehen und wie wir die Handlungen anderer interpretieren.” Und genau das zeigt sich auch an der Protagonistin, die mal von ihrer Wut, mal von ihrer Trauer um die tolle Zusammenarbeit im bisherigen Team überrannt wird. Aber deshalb alle Emotionen unter Verschluss halten und nur die Ratio agieren lassen? Nein.  Nadja Kahn und Christoph Theile zeigen, wie Emotionen wichtige Wegweiser sein können, um gute Entscheidungen zu treffen. „Die Furcht hat beispielsweise ein Gefühl von Sicherheit zum Ziel“, sagen sie. Anstatt also in der Angst um den Arbeitsplatz zu erstarren, ist diese Emotion lediglich ein Zeichen dafür, dass nun mehr Sicherheit das Ziel allen Handelns sein sollte, um wieder in Balance zu kommen. Genauso zeigt uns unser Körper mit einem Gefühl der Verachtung nur, was wir meiden sollten: Wenn Maxi van Weller von der Art und Weise, wie sie von der Umstrukturierung und Kündigungswelle erfährt, abgestoßen ist, lautet die Botschaft: Ich möchte damit nichts zu tun haben und niemals ähnlich handeln. So kann Verachtung ein Kompass für die eigene Wertewelt sein.  Und wie können Führungskräfte und Organisationen Emotionen am Arbeitsplatz positiv fördern und in eine menschenzentrierte Organisationskultur integrieren? Wie können wir als Angestellte, Mitarbeitende oder Selbstständige gut mit Stress, Angst oder Wut umgehen? Dazu bieten Nadja Kahn und Christoph Theile den „Globe of Emotions®" an, ein System zur Einordnung der sieben Basis-Emotionen. Dieses System wird im zweiten Teil des Ratgebers und anhand der Lernreise von Maxi van Weller vorgestellt.  Roter Reiter-Fazit Ein Businessroman und zugleich Sachbuch, das deutlich macht: Emotionen sind eine wichtige Triebfeder des menschlichen Handels und Gegenspieler der Vernunft – gemeinsam können sie Großes erreichen.  Nadja Kahn und Christoph Theile: Denken wir noch oder fühlen wir schon? Emotionen als Schlüsselfaktor für beruflichen Erfolg - ein Businessroman und Sachbuch zum "Globe of Emotions®"Wiley-VCH, 2023320 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51134-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Future Skills Navigator Wie begegnen wir den Herausforderungen unserer Zeit? Bei dieser Frage fangen viele an, in ihrem Methodenköfferchen zu kramen, denken darüber nach, was schon der Opa damals zu sagen pflegte, und gleichzeitig schießt ihnen ein halbes Dutzend Buzzwords um die Ohren. Nur ist es so: Die Probleme, vor denen wir stehen, waren so noch nie da. Und deshalb brauchen wir die Lösungen auch nicht in der Vergangenheit zu suchen.  Das geht anders besser Das zeigt sich an einem alltäglichen Beispiel, das sicher einige kennen: Spätestens seit der Pandemie steht das Gärtnern auf dem eigenen Stück Grün wieder hoch im Kurs. Und dann legt man Beete an, zupft das Unkraut, steckt Samen in die Erde und danach wird jeden Tag ordentlich gegossen. Wie man es bei den Eltern und Großeltern gelernt hat. Damit einher geht aber ein enormer Wasserverbrauch, die offen gehaltene Erde schädigt das aktive Bodenleben, trocknet den Boden zusätzlich aus und sorgt für Erosion. Die fehlenden Wildkräuter sind Lebensraum und Nahrung von Insekten – die jetzt fehlen, um das biologische Gleichgewicht zu halten. Es tauchen „Schädlinge“ auf, die im schlimmsten Fall mit der chemischen Keule behandelt werden. Eine nicht endende Negativspirale, deren Auswirkungen wir heute sehen und spüren. Mit einem offenen systemischen Blick, Neugier und dem Mut, es anders zu machen, kommt man auf neue Lösungen und zu Themen wie Mulchen, Flächenkompostierung und mehrjährigem Gemüse.  Wandel mit Haltung begegnen Was sich im Garten zeigt, lässt sich mindestens genauso gut auf die Arbeitswelt übertragen, denn auch dort sorgen exponentielles Wachstum, Unsicherheit und Komplexität dafür, dass Organisationen, Teams und Führungskräfte neu denken müssen. Aber um auch eine neue Perspektive einnehmen zu können, neue Methoden und Praktiken einüben zu können, braucht es neue Skills – Future Skills.  Wir sehen es am Beispiel der Digitalisierung: Zu groß ist das Vertrauen darauf, dass wir mit immer mehr Technologien – am besten bereits in der Schule – die Welt retten werden. Was trotz großartiger Voraussetzungen fehlt, ist oft die Idee: Wie setzen wir das jetzt ein? Welches Mindset steht hinter der Technik? Mit welcher Haltung nutzen wir sie? Wir brauchen die Kompetenzen, den Blick und die Vision von einer besseren, einer nachhaltigen Welt. „Future Skills sind bereits jetzt schon der bedeutendste Zukunftstreiber hinter allem gesamtsystemisch verantwortungsvollen Weiterdenken menschlichen Wirkens auf diesem Planeten“, sagt Peter Spiegel in dem Buch „Future Skills Navigator“. Skills nachhaltig entwickeln Das Arbeitsbuch wurde von den Transformationsbegleitern Arndt Pechstein und Martin Schwemmle entwickelt. Es ist ein wertvolles Werkzeug, um zu schauen: Welche Kompetenzen, die es in der sich stetig verändernden Welt benötigt, beherrsche ich bereits sehr gut und wo braucht es noch etwas? Es teilt sich drei Teile auf: in die Ist-Situation und den Bedarf an einem neuen Mindset, in die Vorstellung der Future Skills Bereiche, Ebenen und Klassen sowie in einen Ausblick auf eine Vision von einem neuen „Menschsein für die Welt von morgen“. Alle 16 Skills-Klassen werden detailliert vorgestellt, um dann zu zeigen, mit welchen Übungen, Reflexionen und Aufgaben wir Kompetenzen wie „Vision und Langzeitorientierung“, „Innovations- und Organisationskompetenz“ oder die „Kompetenzen zum Interessenausgleich“ stärken können. Und: Sie geben einen Ausblick darauf, warum wir die jeweiligen Skills benötigen und wo wir sie einsetzen können. Im letzten der drei Teile werfen die Autoren einen Blick auf die Anwendung und wie „Future Skills in Aktion“ in Organisationen wirken können.  Roter Reiter-Fazit Der Future Skills Navigator ist ein sehr ansprechend gestaltetes Praxisbuch, das einen inspirierenden Ausblick auf eine Welt gibt, die wir durch Haltung und Mut hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten können.  Arndt Pechstein und Martin Schwemmle: Future Skills Navigator. Ein neues Menschsein für die Welt von morgen.Vahlen, 2023150 Seiten, 24,90 EuroISBN 978-3-8006-7083-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Loslassen lernen: Selbstorganisation in Teams Agilität ist hip, unter dem Schlagwort „Selbstorganisation“ ist sie noch etwas hipper. Und sie ist in einer zunehmend komplexen Arbeits- und Lebenswelt auch dringend erforderlich. Das sehen auch immer mehr Unternehmen so und möchten ihre Mitarbeitenden dazu ermuntern, kreativ zu werden, eigene Entscheidungen zu treffen. Klappt aber oft nicht gut. Woran scheitert die Selbstorganisation in Teams – und wie führt man sie nachhaltig ein? Darüber spricht Kai-Marian Pukall in seinem Arbeitsbuch „Selbstorganisation im Team“. Ein A-Team für jedes Problem „Zentralistische Strukturen, bei denen Informationen eine Hierarchie hinauf- und Entscheidungen wieder hinabfließen, sind in komplexen und dynamischen Situationen träge und ineffizient“, stellt Pukall fest. Und tatsächlich müssen Organisationen heute schnell reagieren und flexibel sein. Das Problem: Je unübersichtlicher die Außenwelt wird, desto mehr wollen wir im Kern Sicherheit, Verbindlichkeit. Aber diese Sicherheit in Hierarchien kostet eben Beweglichkeit. Deshalb, so Pukall, sind „robuste, reaktionsfähige Strukturen dezentral aufgestellt“. Auf Selbstorganisation zu setzen würde hier bedeuten, so Pukall, für ein konkret zu lösendes Problem ein Team mit allen benötigten Kompetenzen und Fähigkeiten zu bilden, dieses Team möglichst dicht an das Geschehen zu bringen, ihm jede benötigte Unterstützung anzubieten und dann darauf zu vertrauen, dass sie das Problem lösen werden. Agiles Arbeiten nachhaltig einführen In seinem Buch geht der Agile Coach Schritt für Schritt die notwendigen Etappen von der Gründung bis hin zur Auflösung solcher selbstorganisierten Teams durch. Wie kommuniziere ich in einem Team, wenn es keinen Leader gibt, der die Meinungshoheit besitzt? Wie kläre ich Konflikte? Und wie arbeitet man eigentlich agil? Diese Fragestellungen sind vor allem da brenzlig, wo selbstorganisierte Teams in hierarchische Strukturen eingebaut werden. Denn dann möchte eben doch immer noch ein Vorgesetzter die Fäden zusammenhalten, mitbestimmen und die eben erwähnte Deutungshoheit haben. Oder der Vorstand ist mit dem Vorgehen im Team nicht einverstanden und gibt scheinbar nonchalant einen anderen Weg zur Lösungsfindung vor. Das nennt sich „Schein-Selbstorganisation“. Wer also die Selbstorganisation im Unternehmen sinnvoll und nachhaltig einführen möchte, der muss vor allem eines: loslassen.  Roter-Reiter-Fazit Ein wertvoller Begleiter für Organisationsentwickelnde, Führungskräfte und Organisationsberatende, die praktische Impulse und Lösungsansätze für knifflige Fragen in Sachen Selbstorganisation in Teams suchen.  Kai-Marian Pukall: Selbstorganisation im Team. Wie gemeinsame Verantwortung für die Zusammenarbeit zu großartigen Ergebnissen führtVahlen Verlag, 2023462 Seiten, 39,80 Euro ISBN 978-3-8006-7085-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### #Coachingpraxis: Arbeiten mit Bedürfnissen Essen, schlafen, trinken, atmen – und etwas zum Anziehen: Das sind die rein physiologischen Grundbedürfnisse des Menschen, die erfüllt sein sollten. Danach wird es schon diffiziler. Was sind meine Bedürfnisse für ein erfülltes Leben und Arbeiten? Nur wer sie klar vor Augen hat und Defizite erkennt, kann danach handeln. Coaches und Trainer können mit Bedürfniskarten arbeiten, um Themen besprechbar zu machen. Miriam Tölgyesi bietet dafür das passende Kartenset an.  Was fehlt zum Glück? Stellen wir uns einen Klienten vor, der unzufrieden in seinem Job ist. Er ist Berufsanfänger, arbeitet im Marketing und ist voll motiviert. Er beherrscht das gängige Buzzword-Spiel und greift es ironisch auf, kennt aktuelle Trends, aber eben auch die Basics. Anders ausgedrückt: Er kann etwas und wird gut in der Berufswelt aufgenommen. Aber er fühlt sich nicht so, als sei er dort angekommen. Es ist nur so ein Gefühl, das ihn umtreibt und ihn sich fragen lässt: „Ist es das jetzt? Warum kann ich mich schlecht konzentrieren? Warum zähle ich die Tage bis zum Wochenende? Warum kann ich meine Erfolge nicht genießen?“ Was wir wissen: Eines seiner wichtigsten Bedürfnisse ist nicht erfüllt – er weiß es nur noch nicht.  „Nicht alle Bedürfnisse, die uns antreiben, sind uns auch bekannt“, sagt die systemische Therapeutin Miriam Tölgyesi. „Manche Bedürfnisse wirken unbewusst in uns, weil wir uns diese nicht erlauben wollen oder uns nicht eingestehen, dass wir bestimmte Bedürfnisse haben.“  Sich ein Bild der eigenen Bedürfnisse machen Und tatsächlich sieht sich der Klient als typischer Vertreter einer jungen Generation: digital, unabhängig, flexibel – VUCA for life. Sein Coach könnte in dieser Situation das Kartenset von Miriam Tölgyesi nutzen, um der Lösung auf die Spur zu kommen. Aus dem Set mit 80 Karten wählt der Klient ohne großes Nachdenken fünf Karten aus, die ihn ansprechen. Anschließend sucht er die Karte aus, die ihn besonders anspricht. Es ist die Karte „Sicherheit“. Mit diesem Fokus-Keyword vor Augen können Coach und Klient nun gemeinsam überlegen, was dieses Bedürfnis in ihm auslöst. Wie wichtig ist es? Was braucht es, um erfüllt sein? Was passiert, wenn es nicht erfüllt ist?   Im Falle unseres Klienten könnte nun herauskommen, dass er ein hohes, unerfülltes Bedürfnis nach Sicherheit hat, das ihm in seiner agilen Arbeitsumgebung nicht gegeben wird. Er könnte aber auch feststellen, dass seine Tätigkeit nicht anregend genug ist. Er vermisst das selbstständige Arbeiten, unabhängig von Teamstrukturen, und überlegt nun, in die Selbstständigkeit zu gehen.  In einem bedürfnisorientierten Coaching können Klientinnen und Klienten sehr viel über sich selbst und aktuelle Bedürfnisse herausfinden, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Miriam Tölgyesi gibt Coaches ein Werkzeug an die Hand, das einen schnelleren Zugang zu Themen ermöglicht. In dem Begleitheft stellt sie außerdem Methoden vor, wie die Karten im Einzel-Coaching oder auch in einer Team-Supervision Anwendung finden.  Roter-Reiter-Fazit Für Coaches und Trainer, die in ihrer Arbeit bedürfnisorientierte Methoden nutzen, bieten das Kartenset und insbesondere die Impulse zur Verwendung der Karten ein wertvolles Praxistool.  Miriam Tölgyesi: Kartenset Arbeiten mit Bedürfnissen80 Reflexionskarten und 28-seitiges BookletBeltz Verlag, 202380 Seiten, 38 Euro Bestellnr.: 530039 Jetzt bei managemenbuch.de bestellen. ### Künstliche Intelligenz: Wann wird sie fühlen? In den vergangenen Wochen haben viele Menschen einen ersten Eindruck davon bekommen, was Künstliche Intelligenz kann. Zum Beispiel Bilder malen. Oder Aufsätze schreiben. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die KI unser Leben bestimmt? Um diese Frage beantworten zu können, hilft es zu verstehen, wie KI-Systeme, Chatbots oder Roboter eigentlich funktionieren. In seinem Ratgeber „Künstliche Intelligenz für Dummies“ gibt Dr. Ralf Otte einen fundierten Einblick in die Technologie und damit die Basis für Antworten: Wie lernt eine Maschine? Was ist Deep Learning? Welche Veränderungen wird KI in Industrie und Gesellschaft bewirken? Wie klug ist eine Maschine – und wie klug kann sie noch werden? Welche ethischen Fragen ergeben sich aus der Weiterentwicklung der KI? Dabei hält der Professor für Automatisierungstechnik und Künstliche Intelligenz eine gute Balance zwischen überhöhtem Technologie-Optimismus und dystopischen Roboterherrschafts-Szenarien. Das macht das Handbuch zu einer lehrsamen Lektüre, um sich selbst ein Bild davon zu machen, was KI jetzt leistet und vielleicht leisten kann. Wie riecht eine Rose? Klar ist, dass wir erst am Anfang stehen. „Für KI-Forscher aus aller Welt fangen die guten Zeiten gerade erst an“, sagt Otte. „Die KI war seit 60 Jahren in einem Dornröschenschlaf.“ Was sie in ein paar Jahren können wird? Otte hat die Vorstellung, dass KI unseren Alltag und unsere Wirtschaft maßgeblich verändern und formen wird. Aber wird sie den Menschen ersetzen? In einem Teil seines Ratgebers geht er genau auf diese Vorstellung ein und nähert sich einer Antwort über Philosophie und die Theory of Mind. Sein Ansatz: Was KI wohl immer fehlen wird, ist die Qualia, die Erlebnisqualität von Datensätzen und Ereignissen. So kann eine KI vielleicht einmal erkennen, dass sie vor sich eine Rose „sieht“, und kann sich dementsprechend äußern und von ihrem Duft sprechen. „Selbstverständlich haben diese ,Computer-Gefühle‘ nichts mit menschlichen Gefühlen gemein“, sagt Otte. Denn wie diese Rose riecht, wird die KI wohl nie erfahren. Das, was uns Menschen ausmacht, ist vielleicht doch einzigartig. Roter-Reiter-Fazit  Ein umfassendes Handbuch für alle, die KI interessiert. Aber vor allem für Entscheiderinnen und Entscheider, die bereits jetzt wissen möchten, wie Künstliche Intelligenz sich auf das Leben und Arbeiten der nahen Zukunft auswirken kann. Ralf Otte: Künstliche Intelligenz für Dummies Wiley-VCH, 2023 512 Seiten, 26 Euro ISBN: 978-3-527-72099-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Werde zum Showmaster deines Webinars Raffaele Sciortino war schon früh ein großer Fan von Rudi Carell, einem der schillerndsten Showmaster des Landes. Der war für seinen spontanen, überraschenden Witz und neue, moderne Showformate bekannt. Sciortino hatte einmal das Vergnügen, ihn kennenzulernen und eine seiner Shows hinter den Kulissen zu erleben. Und das war für den heutigen Erwachsenenbildner überraschend. Er erkannte: „Hinter einer guten Show steckt immer auch eine klare Struktur. Im Umkehrschluss heißt das: Wer in der Lage ist, seine Show zu strukturieren, ist dem gelungenen Live-Auftritt auch sehr nah.“ So spontan Showeinlagen auch wirken, so mitreißend das Programm auch ist: Alles folgt einem festen Plan. Und dieser Anspruch kann auch auf Webinare übertragen werden, findet Sciortino. In seinem Buch „In 6 Schritten Webinare der Extraklasse gestalten“ zeigt er, wie wir in sechs Schritten mitreißende Webinare konzipieren, in denen wir als Showmasterin oder Showmaster glänzen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Vor der kleinsten Kamera der Welt das Größte aus sich herausholen Tatsächlich kann es nicht schaden, sich als Webinar-Leitung an Showmastern zu orientieren: Immer präsent, immer die Zügel in der Hand und mit einem mitreißenden Habitus auftreten. Das ist in Online-Meetings sogar noch wichtiger als auf der Bühne, denn auf einem klassischen Screen ist zumeist nur eine Person zu sehen: die Webinar-Leitung. So steht sie als Person immer im Fokus, alle Augen ruhen auf ihr. Das kann schnell ermüdend sein, wenn der Coach nicht auf seine Wirkung achtet. „Ein leichtes Overacting kann hier helfen“, erklärt Raffaele Sciortino, „sei etwas lebhafter als im Seminar, etwas virtuoser mit deiner Stimme, etwas ausdrucksvoller in Gestik und vor allem Mimik.“ Präsenz ist hier das Zauberwort – aber auch nur die halbe Miete. Auf dem Weg zum erfolgreichen Webinar sollten in der Planung sechs Schritte durchlaufen werden, die Sciortino in seinem Ratgeber vorstellt. Dabei sind alle Komponenten aufeinander abgestimmt, sodass das Ergebnis eine runde Sache darstellt. Und wenn in der Umsetzung doch mal etwas schiefläuft? Lächeln – wie es große Showmaster tun. Roter-Reiter-Fazit Ein praktisches Arbeitsbuch, mit dem Coaches und Trainer Schritt für Schritt ihre Webinare konzipieren und optimieren können. Besonders hilfreich sind die Online-Inhalte, die sich Leserinnen und Leser zusätzlich herunterladen können. Raffaele Sciortino: In 6 Schritten Webinare der Extraklasse gestalten. So begeisterst du dein Publikum (mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch) GABAL Verlag GmbH, 2023 176 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-138-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Think rich, look poor Das sagte bereits Andy Warhol. Ist das die Strategie? Ja, wie sehen die Reichen unseres Landes eigentlich aus? Sind das nicht diese Menschen, die immer ein bisschen zu laut sind und mit Taschen durch die Gegend spazieren, auf denen viel zu große Logos von viel zu teuren Marken prangen – und quasi schreien: „Meine Besitzer sind reich“? Nein, das zeichnet die Mehrheit der oberen Schicht nicht aus. „Aufgeklärter Reichtum gibt sich diskret“, sagt Doris Märtin. „Auf jeden Fall nach außen hin. Kein Auftrumpfen, keine anstrengenden Ansprüche, keine Exzesse, kein Bling-Bling, nicht einmal optische Perfektion.“ Dahinter steckt laut der Expertin für Persönlichkeit und Kommunikation weniger Bescheidenheit. Es ist vielmehr das bewusste Signal: Ich bin so weit oben, dass ich auf das Urteil anderer Menschen verzichten kann. Ich muss niemandem etwas beweisen. Der Umgebung anpassen und authentisch bleiben Wer durch harte Arbeit oder einen Glücksfall auf der sozialen (und finanziellen) Leiter aufgestiegen ist, der muss sich in den neuen Gefilden erst einmal zurechtfinden, die Spielregeln verstehen. Denn: Es hilft nichts, mit einem Mal viel Geld zu verdienen. Wer nicht versteht, wie man sich als sozialer Aufsteiger authentisch verhält, wird nicht angenommen werden. Wenn wir zurück auf die Markentasche kommen: Je dezenter die Tasche nach Geld schreit, desto eher wird sie von den Richtigen wahrgenommen. In ihrem Ratgeber „Hier geht's hoch“ stellt Doris Märtin 21 Strategien vor, die Menschen beim gekonnten Aufstieg weiterhelfen. Den Weg müssen sie selbst beschreiten, jedoch dienen die Tipps und Hinweise als Wegweiser. Wie reagiert man beispielsweise darauf, wenn Fragen zum sozialen Background kommen? Versteckt man die eigene Familie und damit die eigene Herkunft? Oder zieht man alle Register und weidet die Geschichte vom Arbeiterkind komplett aus? Was sind soziale Marker, die Menschen der Mittelschicht von der Upper-Class unterscheidet? Das können ganz feine Details sein, zum Beispiel der Umgang mit Stress. Der signalisiere nämlich, so Märtin, dass die Ziele, die man mit ungeheurer Leistung erreichen möchte, nicht selbstverständlich seien. „Wohlhabendere haben diese Anspannung nie kennengelernt“, erklärt sie. „Höchste Ansprüche an sich selbst verwirklichen sie scheinbar mit links. Der Gestus der Leichtigkeit wird möglich, weil Statushohe sich nicht beweisen müssen, indem sie sich bewähren.“ Oder, um es mit Karl Lagerfeld zu sagen: „Ich habe keine Selbstdisziplin. Disziplin ist, wenn Sie sich Mühe geben müssen. Ich gebe mir keine Mühe.“ Roter-Reiter-Fazit Die kochen auch nur mit Wasser: Anekdoten, Studienergebnisse und prominente Aufsteigerinnen und Aufsteiger als Best Practices machen das Buch unterhaltsam und entschlüsseln die Upper Class, die plötzlich be-greifbar wird. Doris Märtin: Hier geht's hoch. 21 Strategien für den Aufstieg, egal wo Sie stehen Campus Verlag, 2023 262 Seiten, 22 Euro ISBN 9783593516813 Jetzt auf managementnuch.de bestellen. ### Online zusammenarbeiten: Methodenbox für Job und Coaching „Die erste Online-Session, an der ich je teilgenommen habe, war ein Open-Space-Meeting. Eigentlich hätte es Black-Hole-Session heißen müssen“, erinnert sich Wiebke Wimmer. „Der Moderator sprach apathisch in ein schwarzes Loch aus ausgeschalteten Kameras und Mikrofonen. Reaktionen gleich null. Lupenreine Langeweile.“ Als Improvisationsschauspielerin und Trainerin war Wiebke Wimmer es gewohnt, vor Menschen zu sprechen, in Kontakt zu kommen und mit dem Einsatz von Embodiment-Methoden den Körper als Werkzeug zu nutzen. In Verbindung kommen Mit der Corona-Pandemie musste sie wie viele umdenken und fand sich vor dem Bildschirm ihres Computers wieder. Und wie alle anderen musste sie die Dynamik von Online-Sessions, Webinaren und Zoom-Meetings erst verstehen lernen. Nach einer ersten Schockstarre kam die Trainerin ins Machen. „Mehr als 20 Jahre hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt als Schauspielerin auf Bühnen und als Trainerin in Seminarräumen gestanden. Ich hatte einen riesigen Methodenkoffer dabei“, erklärt sie. So begann sie, ihre Methoden online umzusetzen, zu verfeinern und dem Medium anzupassen. „Ich habe gelernt, dass scheinbar oberflächliche ,Spielchen‘ anschlussfähig sind und tief wirken. Dass man introvertierten Menschen nicht mit dem Begriff ,Improtheater‘ kommen sollte. Dass es eine gute Idee ist, die Kameras auch mal auszuschalten.“ Raus aus dem Tunnelblick Aus den angepassten Methoden entstand die Online Power Box für lebendige Digitalsessions mit 36 Methoden in den sechs Kategorien „Relax“, „Move“, „Connect“, „Touch“, „Play“ und „Listen“. Zu jeder Karte gehört ein QR-Code, über den das Anleitungsvideo abrufbar ist. Wer das Team-Gefühl in einem Meeting stärken will, kann es beispielsweise mit dem „Wunderlichen Wörterbuch“ probieren. Dabei sind die Kameras aus, die Mikrofone an. Eine Person erfindet ein Wort, die zweite Person eine Definition des Wortes und die dritte erfindet einen Beispielsatz, in dem das Wort vorkommt. Einfach, aber effektiv. In einem kräftezehrenden Meeting kann es eine tolle Pause sein, wenn der Trainer bzw. die Trainerin die Teilnehmenden kurz ans Fenster schickt, um zu beobachten, was draußen so vor sich geht. Anschließend soll jede Person kurz erzählen, was sie gesehen hat – aber so, als wäre das Gesehene sehr außergewöhnlich gewesen. Eine witzige Übung, die die Sinne wieder schärft. Roter-Reiter-Fazit Ein vielseitiges Methodenset, das durch die Online-Anleitungen besonders schnell und effektiv anzuwenden ist. Wiebke Wimmer: Online Power Box für lebendige Digitalsessions 36 Kartenimpulse und Anleitungsvideos. Mit Online-Materialien Beltz Verlag, 2023 Bestellnr.: 530038 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Rhetorik für überzeugendes Business Die Show „Höhle der Löwen“ bietet Gründern und Gründerinnen eine Bühne. Auf dieser müssen sie innerhalb kurzer Zeit Investorinnen und Investoren von ihrer Idee oder ihrem Produkt überzeugen. Was sich hier immer wieder beobachten lässt: Die Idee kann noch so toll sein, wenn die Menschen nicht überzeugen, keine schlagkräftigen Argumente finden oder keine Sympathien gewinnen können, bleibt der Erfolg aus. Andersherum: Wenn dort tolle Menschen stehen, die motiviert sind und vor Esprit sprühen, lässt sich über die eine oder die andere argumentatorische Lücke hinwegsehen – darüber spricht man später. Für Rhetorik-Trainer Lorenz Brockmann dürfte diese Beobachtung nicht ungewöhnlich sein. „Ob du erfolgreich bist oder nicht, hängt nicht (nur) von deiner Fachkompetenz ab, nicht von deinem Lebenslauf oder deinem Wissen“, sagt er. „Entscheidend ist, ob du andere Menschen für dich und deine Sache gewinnen kannst oder nicht. Und genau das ist Rhetorik.“ In seinem Ratgeber „Rhetorik macht erfolgreich“ stellt er die Grundlagen für überzeugende Gespräche, Verhandlungen und Reden vor. Und zu diesen Basics gehören Logos, Pathos und Ethos, die Brockmann als „Wirkungsturbos“ beschreibt und die auf Aristoteles zurückgehen. Es reicht eben nicht, einen perfekt durchdachten Vortrag zu konzipieren (Logos). Man muss auch als Mensch überzeugen (Ethos) und sein Publikum emotional erreichen (Pathos). Wie das gelingt, zeigt der Trainer anhand von Beispielen, die sich in Übungen, die über einen QR-Code zugänglich sind, festigen lassen. In drei Abschnitten widmet er sich der Rhetorik in Reden, der Kunst des Argumentierens und der Verhandlungspraxis, für jede Situation bieten sich spezielle Techniken, mit denen Rednerinnen und Redner überzeugen können. Roter-Reiter-Fazit Ein praktisches Übungsbuch für alle, die gutes Argumentieren und rhetorische Feinheiten erlernen möchten, um andere von der eigenen Sache zu überzeugen. Lorenz Brockmann: Rhetorik macht erfolgreich. Überzeugen. Begeistern. Weiterkommen. Mit digitalen Zusatzinhalten zum Buch. GABAL Verlag, 2023 176 Seiten, 32,90 Euro ISBN 978-3-96739-139-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Supervision: Alle Augen auf die Fragen Welche Wünsche höre ich? Was sehe ich? Welche unausgesprochene Bitte steht im Raum? Wenn wir mit einer Aufgabe in ein Gespräch gehen, haben wir einen Anker, der uns Orientierung gibt. Das kann in der Supervision im Team ein wirklicher Gamechanger sein. Mit ihren „30 Fokusfragen für Supervision und Coaching“ bietet die Systemische Therapeutin und Dozentin der CVJM Hochschule Miriam Tölgyesi ein wertvolles Tool. Mit einem Auftrag zuhören Vielleicht gibt es Spannungen im Team oder durch ein wichtiges Projekt eine erhöhte Arbeitsbelastung. Womöglich gibt es eine neue Leitung, mit der das Team immer wieder kleine Reibungen hat. Sobald es etwas im Team zu klären gibt, kann eine Supervision mögliche Lösungen offerieren – oder in einem ersten Schritt das Problem benennen. Aber: So sinnvoll eine Supervision ist, so uninteressant kann sie für Einzelne sein. Findet die Supervision im Team statt, neigen Teilnehmende schnell dazu, innerlich abzuschalten. Vielleicht verbindet sie wenig mit dem Kollegen, der gerade einen Gesprächsbeitrag hat, oder sie interessieren sich erst einmal nicht für das Thema. Aber hier gibt es viel zu verpassen, denn eine Supervision bietet Teilnehmenden viele Anknüpfungspunkte an eigene Themen, Konflikte oder Fragestellungen. Um diese Anknüpfungspunkte sichtbar zu machen, können die Fokusfragen eingesetzt werden, die sich in vier Kategorien unterteilen: Fokus auf Bedürfnisse und Wünsche der Klient:innen Fokus auf Verhalten und nonverbale Informationen der Aussagen der Klient:innen Fokus auf (bisherige) Strategien der Klient:innen Fokus auf Ermutigung für den weiteren Weg der Klient:innen Mit der jeweiligen Karte erhält jede teilnehmende Person einen Auftrag. „Die Zuschauenden nehmen auf diese Weise immer wieder, als eine Art Reflecting Team, punktuell als Beratende teil. Das erhöht die Aufmerksamkeit, den Lerneffekt, aber auch den Spaß“, sagt Miriam Tölgyesi. „Denn wer selbst, als Zuschauer:in, gefragt und beteiligt ist, der ist während des gesamten Prozesses aufmerksamer und beobachtet auch schärfer.“ Diese Methode kommt nicht nur den Teilnehmenden zugute, indem sie mit neuen Impulsen aus der Supervision gehen. Durch das fokussierte Feedback und die neuen Perspektiven wird die Supervision auch erfolgreicher – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Roter-Reiter-Fazit Simpel und clever: Miriam Tölgyesi stellt mit den 30 Fokusfragen ein einfach umzusetzendes Tool zur Verfügung, mit dem Coaches die Supervision noch lebhafter gestalten und effektiver machen können. Miriam Tölgyesi: 30 Fokusfragen für Supervision und Coaching Mit 16-seitigem Booklet Beltz Verlag, 2023 Bestellnr.: 530040 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Agiles Projektmanagement: Der Weg ist das Ziel Agiles Arbeiten hat eine beachtliche Karriere hingelegt: In manchen Organisationen ist es bereits Normalität. In anderen Unternehmen traut man sich an diese neue, moderne Form der Zusammenarbeit noch nicht so richtig ran. Dessen ungeachtet gilt agiles Projektmanagement als Erfolgsgarant für zukunftsorientierte Organisationen. Deshalb wird es auch gern über bestehende Organisationsstrukturen gestülpt. Dann heißt es an einem Montag plötzlich: Wir sind jetzt agil! „Der Modebegriff Agilität wird mit einem völlig unrealistischen Wunschdenken befrachtet“, sagt Mario Neumann. „Agilität soll herrschende Kulturen verändern und verkrustete Strukturen aufbrechen. Das kann nur schiefgehen. Agilität ist kein Zaubertrunk.“ In seinem Ratgeber „Projekt-Safari 2“ zeigt der Projektmanagement-Trainer, wie agiles Arbeiten nachhaltig in Organisationen eingeführt wird. Agiles Arbeiten braucht ein agiles Mindset Agiles Projektmanagement scheitert sehr oft an der Vorstellung, dass Scrum Master und Product Owner von heute auf morgen ihre Arbeit aufnehmen und das mit dem agilen Arbeiten dann schon läuft. Die Führungsebene will dann schnell Ergebnisse und Zahlen sehen. Denn – Hürde Nummer 1 – es fehlt das Vertrauen in selbstorganisiertes Arbeiten. Damit einher geht die zweite Hürde: Agilität ist in vielen Punkten das Gegenteil von klassischen Top-down-Strukturen. „Wenn ein agiles Team sich selbstständig organisieren und auf bestimmte Ergebnisse festlegen soll, müssen die Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen. Das wiederum bedeutet, dass sie mehr Handlungskompetenz und Entscheidungsfreiheit benötigen.“ Agiles Projektmanagement ist ein Zug-um-Zug-Prozess: Alle Beteiligten müssen sich an diese neue Arbeitsform herantasten, Vertrauen muss geschenkt, aber auch gewonnen werden. Mario Neumann stellt für dieses Abenteuer, das ein Marathon und kein Sprint ist, ein kluges Handbuch zur Verfügung. Roter-Reiter-Fazit Ein umfassendes, gut strukturiertes Handbuch, das Projektleiter, Scrum Master und Product Owner in sieben Etappen durch das Abenteuer „agiles Projektmanagement“ begleitet. Mario Neumann: Projekt-Safari 2. Das Handbuch für agiles Projektmanagement Campus Verlag, 2023 287 Seiten, 42 Euro ISBN 9783593516844 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Digitale Ökosysteme regional denken  Und plötzlich werden Nudeln rationiert, das Regal mit dem Toilettenpapier ist leer und irgendwann gab es auch kein Sonnenblumenöl mehr: Solche Momente verdeutlichen, wie abhängig wir von Wirtschaftsbeziehungen sind. Je stärker globale Netzwerke sind, desto weniger sind Organisationen und Wirtschaftsakteure regional und lokal handlungsfähig. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, gehen immer mehr Gemeinden und Kommunen dazu über, Lösungen für digitale Regionalökonomien zu schaffen. Die Sparkasse, die gemeinsam mit der Handwerkskammer eine Plattform erstellt, auf der Handwerker Betriebe ermitteln können, denen eine Unternehmensnachfolge fehlt. Oder das lokale Ladengeschäft, in dem Produkte regionaler Erzeuger gekauft und über einen QR-Code mehr Informationen zu den Waren eingeholt werden können. „Mit deren Hilfe entsteht ein Denken und Handeln in regionalen Kreisläufen, das zum einen auf das Ziel des Wirtschaftens innerhalb unserer Ressourcengrenzen einzahlt und zum anderen die Region gegenüber globalen Krisen stabilisiert“, erklären Carl Naughton und Corinna Pommerening in ihrem Ratgeber „30 Minuten Digitale Regionalökonomie“. Roter-Reiter-Fazit Carl Naughton und Corinna Pommerening geben spannende Einblicke in digitale Lösungen für eine Regionalökonomie, die ländliche Regionen abholen und attraktiv machen. Carl Naughton, Corinna Pommerening: 30 Minuten Digitale Regionalökonomie GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-136-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Betriebliches Gesundheitsmanagement: Ganzheitlich gedacht Stellen wir uns folgende Situation vor: Ein Mitarbeiter verletzt sich beim Bedienen einer Maschine am Arm. Was nun folgt, ist die Meldung an den Arbeitsschutz- und Sicherheitsbeauftragten. Nachdem der Mitarbeiter längere Zeit ausfiel, folgt über das Betriebliche Eingliederungsmanagement die langsame Aufnahme der bisherigen Tätigkeit. Ende. In einem ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement wird das Risiko als Anlass genommen, alle Mitarbeitenden zu schulen, um solche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Außerdem können weitere Maßnahmen getroffen werden, um ähnliche Situationen zu verhindern. Arbeitsschutz, Eingliederungsmanagement und Gesundheitsförderung: In der Realität greifen die drei Bereiche des betrieblichen Gesundheitsmanagements selten ineinander. Dabei kann ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement auf vielen Ebenen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. Wie das gelingen kann, zeigt Hannes Schröder in seinem Ratgeber „30 Minuten Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Roter-Reiter-Fazit Auf den Punkt gekommen: Hannes Schröder zeigt deutlich, welche Vorteile Organisationen aus einem gut durchdachten und ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagement haben. Hannes Schröder: 30 Minuten Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-134-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Content-Strategie für Organisationen Schreiben Sie noch Pressemitteilungen? Manchmal macht das sicher Sinn, um lokale Beziehungen zu stärken. Aber sehr viel schneller ans Ziel – Botschaften platzieren – kommen Organisationen heute, wenn sie nicht den Umweg über die Presse nehmen. Der direkte Weg über das eigene Online-Magazin und die Social-Media-Kanäle ist schneller, effizienter und erreicht im besten Fall genau die, die die Botschaft auch hören sollen: die Kundinnen und Kunden. Um mit dieser Strategie erfolgreich sein zu können, braucht es hochwertigen Content, der auf die Zielgruppe und die Themen der Organisation abgestimmt ist. Aber wie entsteht eine Content-Strategie? Welche Elemente dürfen nicht fehlen und wie wird der Content innerhalb der Organisation praktisch umgesetzt? In ihrem Ratgeber „Content-Strategie“ geben die Medien-Experten Martin Schwarz und Christoph Moss Informationen und praktische Tipps zur Etablierung eines Corporate Newsroom, der die Content-Zentrale der Organisation wird. Roter-Reiter-Fazit Martin Schwarz und Christoph Moss geben einen Einblick in die Chancen der Unternehmenskommunikation, auf die keine zukunftsfähige Organisation verzichten kann. Martin Schwarz, Christoph Moss: 30 Minuten Content-Strategie GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-135-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Hybride Events: Erst mal digital denken Ghost, Guest oder Groupmember: Wer willst du sein? Wer schon einmal versucht hat, ein hybrides Event zu planen, der kennt die Fallstricke und auch die Entscheidungen, die zu treffen sind. Wer digital Teilnehmende ausschließlich zuschauen lässt, macht sie zu „Geistern“, die nicht partizipieren können. Als „Gäste“ dürfen sich die Zugeschalteten wenigstens über den Chat äußern. Wer eine tatsächlich gleichberechtige, hybride Veranstaltung gestalten möchte, der muss auch die digital Teilnehmenden als „Groupmember“ verstehen. Katja Bett, Dinah Vetter und Larissa Cornely zeigen, mit welchen Konzepten und digitalen Tools alle Teilnehmenden hybrider Veranstaltungen gleichberechtigt und präsent sein können. Ihr Pro-Tipp: Denken wir alle Events erst einmal digital, um die digitale Fallhöhe zu nehmen. Und dann klappt es auch mit der Partizipation. Roter-Reiter-Fazit Katja Bett, Dinah Vetter und Larissa Cornely schenken Tricks und Methoden sowie zehn schnelle Tipps für hybride Events, die sich einfach umsetzen lassen. Katja Bett, Dinah Vetter, Larissa Cornely: 30 Minuten Hybride Events GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-137-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Transfermanagement: Den Wandel organisieren Unsere Welt ist im Wandel und wir haben einen enormen Change zu managen. Das benötigt auf allen Ebenen zusätzliche Kompetenzen, so auch in Organisationen. „Kompetent in die Zukunft gehen wir mit Neugier, Kreativität und der Bereitschaft, bekannte Muster zu brechen und Alternatives auszuprobieren“, sagt Jürgen Nowoczin, „Die Führungsrolle muss sich dem anpassen: Führung als Stakeholder und Promotor von Teamprozessen mit mehr Eigenverantwortung und Handlungsspielraum für die Mitarbeitenden.“ Systemisch denken, sich schnell an neue Umstände anpassen, innovative Konzepte entwickeln und dann: Theorie in Praxis transferieren. Der Trainer zeigt in seinem Ratgeber, wie Führungskräfte und Mitarbeitende innovative Projekte, Methoden und Produkte sowie neue Erkenntnisse in die Praxis umsetzen und nachhaltig in der Organisationsstruktur verankern können. Roter-Reiter-Fazit Ein guter Impuls für Organisationen, die Change-Projekte fokussiert und strukturiert angehen und umsetzen möchten. Jürgen Nowoczin: 30 Minuten Transfermanagement GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-132-9 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Toxische Kollegen händeln Es gibt diese speziellen Mitarbeitenden, die eine ganz besondere Wirkung haben. Da wäre zum Beispiel der cholerische Kollege. Wenn das Team mit vereinten Kräften einen seiner beispiellosen Wutanfälle verhindern kann und sich die Tür hinter ihm schließt, atmet das ganze Büro auf. Oder die Kollegin, die zum Perfektionismus neigt. Weil das alle wissen, werden Deadlines vorsorglich weit nach hinten verschoben, weil sich alle sicher sein können, dass sie noch einen Fehler findet, ein Detail ändern will – und damit alle beschäftigt. In seinem Ratgeber „Toxische Kollegen“ zeigt Zulfukar Tosun auf, wie verschieden toxische Mitarbeitende in die Organisation wirken können und welche Folgen dies für die Zusammenarbeit hat. Aber er zeigt auch, wie Führungskräfte auf toxisches Verhalten reagieren und im besten Fall vorbeugen können: „Gerade die emotionale Intelligenz sollte zum wichtigen Einstellungskriterium für Mitarbeiter werden“, meint Tosun. Roter-Reiter-Fazit Ein praktischer Ratgeber für Führungskräfte, die erfahren möchten, wie sie toxisches Verhalten von Mitarbeitenden erkennen und managen können. Zulfukar Tosun: 30 Minuten Toxische Kollegen GABAL, 2023 96 Seiten, 10,90 Euro ISBN 978-3-96739-133-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Ins Bild gesetzt: Psychologische Grundbedürfnisse erkennen Essen, trinken, schlafen: Wenn diese Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, dann geht nichts. Aber was ist eigentlich mit unseren psychologischen Grundbedürfnissen? Ob diese erfüllt sind oder nicht, spielt für Coaches und Trainer eine wichtige Rolle, um Klienten und Klientinnen gut begleiten zu können. Ein neues Kartenset von Sandra Diller, Assistenz-Professorin für Organisationspsychologie an der Privatuniversität Schloss Seeburg, und Eva Jonas, Leiterin der Abteilung für Sozialpsychologie und Dekanin der Paris-London Universität Salzburg, bietet die Möglichkeit, den psychologischen Grundbedürfnissen von Klienten und Klientinnen auf den Grund zu gehen. Was sagen Bildkarten aus? Ausgangspunkt dieser Arbeit war die bisherige Praxis, in der Coaches und Trainer Bildkarten für die Arbeit mit Menschen ausgewählt haben. Nutzen die Coaches ein Bildkartenset, das zufällig ausgewählte Bilder enthält, macht das einerseits viel aus. Der Klient gibt den wahllos ausgewählten Bildern Bedeutung. Aber, so die Autorinnen, „bestimmen die Berater:innen/Coach:innen/Trainer:innen zu oft einfach intuitiv, welche Bilder die Klient:innen zur Auswahl haben. Das könnte dazu führen, dass die Klient:innen ein Set an Bildern mit rein sozialen Motiven erhalten, was in die Richtung soziale Themen beeinflussen könnte, oder es könnte auch ein Set an Bildern mit vorwiegend bedrohlichen Motiven zusammengestellt werden, was Angst und Hemmung aktivieren könnte.“ Dieser Problematik wollten die beiden Wissenschaftlerinnen Abhilfe schaffen und entwickelten ein empirisch getestetes Bildkartenset. Science Approved Gemäß der Selbstbestimmungstheorie gibt es drei psychologische Grundbedürfnisse: ein Bedürfnis nach Autonomie, nach Kompetenz und nach sozialer Eingebundenheit. „Wenn diese psychologischen Grundbedürfnisse erfüllt sind, fühlen wir uns gesund und wohl, wenn die Bedürfnisse vernachlässigt oder sogar unerfüllt sind, fühlen wir uns krank und traurig“, so Diller und Jonas. Um herauszufinden, welche dieser Grundbedürfnisse bei ihren Klienten bereits gut erfüllt sind oder an welchen gearbeitet werden muss, haben sie ein Kartenset entwickelt, das getestet wurde. Zunächst wurden von Selbstbestimmungstheorie-Experten passende Bildmotive ausgesucht und vorgetestet. Diese wurden dann wiederum von Coaches und Klienten praktisch angewendet. Schließlich wurden 120 Probanden zu jedem Bild drei Adjektive pro Grundbedürfnis angeboten, sie mussten bewerten, wie die neun Adjektive zu dem Bild passen. Über dieses mehrstufige Verfahren entstand ein getestetes und erprobtes Kartenset mit jeweils zwölf Bildern pro psychologischem Grundbedürfnis. Bedürfnisse erkennen und mit ihnen arbeiten Coaches und Trainer können die Karten in ganz unterschiedlichen Kontexten einsetzen. Diller und Jonas zeigen im begleitenden Booklet, wie dies aussehen kann. Ein enormer Vorteil an den Bildkarten ist, dass Coaches selbst bereits wissen, mit welchen Grundbedürfnissen die Karten in Beziehung stehen. So können sie in der Arbeit mit dem Klienten schnell und zielgenau erfüllte oder nicht erfüllte Bedürfnisse identifizieren und mit und an ihnen arbeiten. Roter-Reiter-Fazit: Ein professionelles Tool: Die 36 Bildkarten wurden nach einem wissenschaftlichen Standardverfahren getestet und ausgewählt, sodass sie in Coaching, Training, Supervision, Mentoring und Consulting zielgenau eingesetzt werden können, um wichtige Grundbedürfnisse von Klientinnen und Klientinnen zu identifizieren. Sandra Diller, Eva Jonas: 36 Bildkarten Psychologische Grundbedürfnisse erkennen. Für Coaching, Training, Supervision, Mentoring und Consulting. Mit 24-seitigem Booklet. Beltz Verlag, 2023 28 Euro Bestellnr.: 530034 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Raus aus dem Kampf – rein in die Kraft Als Trainer für Führungskräfte hat Michael Jahn unter seinen Klienten und Klientinnen eine bestimmte Stimmung wahrgenommen: Das ganze Leben ist ein Kampf! Im Job fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld, ausreichend Fachkräften, Struktur und Vision. Die Mitarbeitenden stellen Forderungen, die nicht zu erfüllen sind, von oben kommt der Druck. Und zu Hause geht das Ganze im privaten Rahmen, aber mit ähnlichen Themen, weiter. Für Michael Jahn war diese Aussage die Initialzündung, um ein Buch zu schreiben: „Wahre FührungsKraft. So gelingt Leadership ohne Kampf“. Neue Leichtigkeit gewinnen Darin plädiert er für mehr Leichtigkeit – sei es in der Karriereplanung, der Führung der Organisationsentwicklung, aber auch im Privaten. Denn erst diese Leichtigkeit ermöglicht es, neue Perspektiven einzunehmen, den Blick auf Wesentliches zu schärfen, den Blick aber auch schweifen zu lassen. „Am Ende geht es stets darum, einen Kampfplatz zu verlassen und Frieden zu schließen“, sagt er. „Ich brauche dazu Klarheit, ich muss mir anschauen, was in der Tiefe geschieht und oft genug im Schatten liegt.“ Sein Ratgeber ist in Kapitel unterteilt, die sich jeweils einem anderen dieser Kampfplätze widmen: Zeitmanagement, Karriereplanung, die Beziehung zu Vorgesetzten oder auch die eigene Motivation. Spiel statt Kampf Zum Beispiel ist vielen Führungskräften klar, dass das Unternehmen wachsen möchte, denn Stillstand ist in einem kapitalistisch geprägten System nicht vorgesehen. Jedoch wachsen die Möglichkeiten, dieses Wachstum anzuschieben, nicht automatisch mit. Und so sieht sich die Führungskraft oftmals unter Druck gesetzt. Die Spannweite zwischen Visionen und Wachstumszielen und den realen Bedingungen driftet immer weiter auseinander. „So vergrößert sich das Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Systems an Überlebensfähigkeit und Wachstum trotz begrenzter Ressourcen auf der einen Seite und den Wünschen und Bedürfnissen von Mitarbeitenden, die sich nur mit annähernd unbegrenzten Ressourcen alle auf einmal erfüllen ließen, auf der anderen Seite“, resümiert Jahn. Sein Lösungsansatz: „Es gilt, Ballast abzuwerfen und nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, die sich neu ergeben oder die man bisher vielleicht nur übersehen hat.“ Es gilt anzuerkennen, dass das System nicht perfekt ist, und mit einem spielerischen Blick zu schauen, was in dem vorgegebenen Rahmen möglich ist. Und: „Das kann sogar Spaß machen! Aus dem Kampf wird ein cooles Spiel. Wer schafft es, aus den Ressourcen das Beste zu machen?“ Roter-Reiter-Fazit Ein Ratgeber für Führungskräfte, die Lust haben, loszulassen, den Kampfplatz zu verlassen und mit einer neuen Leichtigkeit zu führen und zu leben. Michael Jahn: Wahre FührungsKraft. So gelingt Leadership ohne Kampf Campus Verlag, 2023 190 Seiten, 30 Euro ISBN 9783593516899 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Augmented Intelligence: Für die Zukunft Verantwortung übernehmen Die Künstliche Text-Intelligenz ChatGPT hat die Schlagzeilen der vergangenen Wochen dominiert. Schon wird diskutiert, wie die KI von Schülerinnen und Schülern genutzt wird, Hausaufgaben und Referate praktisch überflüssig werden. Ganzen Berufszweigen wird ihr Ende prophezeit, weil die Arbeiten durch die KI erledigt werden. Schaut man sich ChatGPT im Detail an, wird aber auch deutlich: Die künstliche Intelligenz kann kein Gespräch reproduzieren, das nach menschlichen Maßstäben „authentisch“ wäre. Auch klar: Die KI kann nur clever verwendet werden, wenn der Nutzer sie auch clever zu nutzen weiß. KI kennt keine Moral Auch wenn uns die Fortschritte in der KI-Forschung manchmal atemlos machen, wird immer wieder deutlich: Der Nutzen und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz beruhen immer auf den Entscheidungen und dem Wissen von Menschen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Beweise dafür. Joy Boulamwini zeigte in ihrem TedX-Talk, dass die Gesichtserkennung mittels KI nur Menschen mit weißer Haut erkennt. Auch in anderen Fällen „reagiert“ Software scheinbar rassistisch und ausgrenzend. So sollte eine Software die Karrierechancen von Personen anhand bestimmter Daten berechnen. Frauen wurden systematisch niedriger eingestuft, weil sie aufgrund von Fürsorgezeiten mehr Lücken im Lebenslauf haben als Männer. Diese Beispiele machen deutlich, dass es gefährlich sein kann, wenn KI nur aus unserer Vergangenheit lernt – eine Vergangenheit, die durchaus schwierig und ethisch fehlerhaft sein kann. Künstliche Intelligenz menschlich nutzen Der Mensch steht also bei allem technischen Fortschritt immer im Zentrum und muss sich dieser Verantwortung stellen. „Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Nicht die Technik ist der Flaschenhals, sondern wir. Wer dem bloßen Fortdenken entsagen und mit dem Nachdenken beginnen will, der sollte sich über die exponentiellen Fortschritte bei KI und Robotik weniger Sorgen machen als über unsere mangelnde Auseinandersetzung mit uns selbst“, sagen Alexander Karp, Jan Hiesserich und Paula Cipierre. „Es ist an der Zeit, den Trennstrich wieder klar zu ziehen, der Technologie ihren Platz zuzuweisen und als verantwortungsbewusster Akteur über deren Möglichkeiten zu entscheiden.“ Alexander Karp, Jan Hiesserich und Paula Cipierre sind alle Teil der Organisation Palantir Technologies, einem US-amerikanischen Big-Data-Unternehmen, das u. a. für staatliche und lokale Behörden tätig ist. In ihrem Buch „Von Artificial zu Augmented Intelligence“ machen die Experten deutlich, warum wir aktuell eine falsche oder ungenaue Idee davon haben, wie wir KI in Zukunft nutzen werden. Im Weg steht uns unser mechanistisches Weltbild, in dem Zahlen, Algorithmen und Fakten der Heilige Gral sind. Wird versucht, mit ihnen menschliches Verhalten, Emotionen und Beziehungen zu erklären, zu steuern und zu optimieren, nutzen wir als Menschen nicht KI, sondern machen uns selbst zu Robotern. Damit sind wir auf dem Holzweg, denn „der Mensch ist und bleibt nun mal ,aus krummem Holz geschnitzt‘. Er bleibt nicht in jeglicher, aber doch in vielfältiger Form unberechenbar. Ambivalenz und Mehrdeutigkeit, aber auch vermeintliche Irrationalität sind elementare Wesenszüge der conditio humana. Sich ihrer zu entledigen, bedeutet nichts weniger, als sich zentralen Aspekten des Menschseins zu entledigen.“ Mit Technologie und Kunst Neues schaffen In elf Interviews sprechen sie mit Expertinnen und Experten wie Chris Boos, Sebastian Dettmers, Miriam Meckel, Simone Menne, Adina Popescu, Alexander Pretschner, Matthias Röder und Léa Steinacker. Dabei lenken sie den Blick auf die Rolle der Kunst und wie sie uns Wege aufzeigt, Artificial Intelligence als Augmented Intelligence zu denken und anzuwenden. Denn Kunst kann wirklich Neues schaffen und so neue Lösungsansätze aufzeigen, die so noch nicht gedacht wurden. So spricht Popescu über die Plattform ÆRTH, die skalierbare Lösungen für den Planeten simuliert – auf der Basis von menschlichem Verhalten. „Die Kreativität, Motivation, Vorstellungskraft und Lust, die Zukunft aktiv zu gestalten, kann Technologie im Allgemeinen und Software im Besonderen nicht ersetzen“, so die Autoren. „Aber Software, die im Sinne der Augmented Intelligence gebaut ist, die es uns als Menschen also ermöglicht, Komplexität zu erschließen, und uns auf dieser Basis hilft, leichter und schneller Entscheidungen zu treffen, kann uns als Werkzeug dienen, den Weg nach vorne mit wohlbegründeter Zuversicht zu beschreiten.“ Roter-Reiter-Fazit Ein Buch wie ein Augenöffner: Auch wer bisher nicht mit KI in Berührung kam, erhält hier einen inspirierenden Einblick in die Möglichkeiten, mit Technologie eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft zu schaffen. Alexander Karp, Jan Hiesserich, Paula Cipierre: Von Artificial zu Augmented Intelligence. Was wir von der Kunst lernen können, um mit Software die Zukunft zu gestalten Campus Verlag, 2023 254 Seiten, 38 Euro ISBN 9783593516929 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Nimm das! Trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit Man stelle sich die folgende Situation vor: Eine Mitarbeiterin führt ein Jahresgespräch und möchte eine Gehaltserhöhung aushandeln. Sie hat gute Gründe, denn sie ist sichtbar erfolgreich und kompetent in ihrer Rolle. Ihr Vorgesetzter steht auf, geht zum Fenster, schaut nach draußen und sagt: „Und? Kommt das Geld einfach so zum Fenster reingeflogen?“ Wie reagiert man gut auf eine solche brüskierende Ansage? Martin Sutoris bietet mit seinem Kartenset „Schlagfertigkeit trainieren“ eine ganze Bandbreite an Optionen. Behaupten Sie Ihre Stellung Mit solchen Situationen wie den obigen werden wir immer wieder konfrontiert, sei es im Privatleben oder eben im Job. Und zumeist fehlen uns in diesem Moment die Worte, wir sind perplex. Die gute Nachricht: Schlagfertigkeit lässt sich erlernen. Dabei geht es nicht darum, den jeweiligen rhetorischen Angriff in all seiner Tiefe zu erfassen und in einen Schlagabtausch mit der jeweiligen Person zu gehen. „Es geht nicht wirklich um den Inhalt, der im Angriff oder gar im Konter steckt“, sagt der Kommunikationstrainer, Mentaltrainer und Coach. Es ist viel simpler: Wer verbal tiefschlägt, macht sein Opfer klein. Und deshalb geht es darum, „einen rhetorisch versierten Konter zu platzieren und sich dadurch wieder auf Augenhöhe mit dem oder der Angreifer:in zu begeben“. Kontermethoden: Wähle deine Waffe Und was hätte man nun in der obigen Szene kontern können? Sutoris empfiehlt die Karte „Übersehen“, die diesen Konter möglich macht: „Nein, und deshalb haben Sie sicherlich nicht übersehen, dass wir alle hart für den Unternehmenserfolg arbeiten.“ Hier wird die Inhaltsebene des Angriffs praktisch übersehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Karte „Parallele“, in der das Opfer den Spruch des Angreifers gekonnt umwandelt: „Geld flattert zwar nicht durch das Fenster rein, aber wertvolle Mitarbeiter können durch die Türe verschwinden.“Sutoris empfiehlt, sich ein paar Lieblingskonter auszuwählen und diese einzuüben, um das nächste Mal den passenden Spruch auf den Lippen zu haben. Neben den Konter-Methoden gibt es auch Angriffskarten. In Coachings oder Trainings können sowohl die Angriffs- wie auch die Konterkarten verteilt und Übungen im Schlagabtausch durchgeführt werden. Roter-Reiter-Fazit Ein umfangreiches Methodenset, mit dem Personen allein oder in Coachings und Trainings ihre rhetorische Schlagfertigkeit einüben können. Martin Sutoris: Kartenset Schlagfertigkeit trainieren Beltz Verlag, 2023 111 Karten mit 56-seitigem Booklet, 45 Euro Bestellnr: 530036 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Außer Frage: Die Bedeutung von Mitarbeiterbefragungen „Erleichtert drückte ich auf den glänzend roten Button ,Konferenz beenden‘, katapultierte mich selbst aus dem Meeting und damit auch aus diesem Kapitel meiner beruflichen Laufbahn.“ In Gerd Beidernikl hatte es schon lange gebrodelt. Das Unternehmen, für das er arbeitete, wechselte den Arbeitgeber, die Marktlage nach der Bankenkrise in 2009 war zunehmend schwierig und der Leistungsdruck war gestiegen. „Alles in dem ,neuen‘ Unternehmenskonstrukt, das uns umgab, veränderte sich, aber niemand kommunizierte dazu mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, erinnert er sich. „Ich fühlte mich nicht mehr wie der wertvolle Mitarbeiter, der ich war, sondern abwechselnd als Bittsteller, Kostenfaktor und vor allem immer öfter als ,Tatverdächtiger‘ in einem kollektiven Leistungs-Sündenfall.“ Dieser Druck und diese Unzufriedenheit gipfelten in einer spontanen Kündigung, mitten in einem Online-Meeting. Überraschend war sie aber aus heutiger Perspektive nicht. Gerd Beidernikl gründete sein eigenes Unternehmen und spezialisierte sich auf das Thema Mitarbeiterbefragungen. Denn er ist der festen Überzeugung: „Wirksame Mitarbeiterbefragungen ermöglichen es, die eigene Arbeitgeberattraktivität gezielt zu entwickeln.“ Die Rolle der Mitarbeiterbefragungen auf einem Arbeitnehmermarkt Schon längst sind Organisationen zu Verkäufern geworden: Während sie früher aus der „Ware“ auswählen konnten, müssen sie sich heute als zeitgemäße Arbeitgeber verkaufen. „Employer Branding“ heißt hier das Schlüsselwort: Flexible Arbeitszeiten, die Betriebskita, Remote Working, Gesundheitskurse, Coaching-Angebote oder das Firmenfahrrad – alles Angebote, die den Unterschied machen können. Aber Arbeitnehmende gewinnen ist die eine Sache, sie dann auch langfristig zu binden, die andere. Und hier sieht der Soziologe und systemische Coach Gerd Beidernikl die Mitarbeiterbefragung als eines der wichtigsten Tools. In seinem Buch „Wenn du fragst, frag richtig!“ zeigt er, wie Mitarbeiterbefragungen systematisch und strategisch eingesetzt werden können, um zu erfahren: Was benötigen unsere Mitarbeitenden für ein gutes Arbeiten? Wo gibt es Kritik, wo Chancen? Er macht aber auch klar: Es braucht einen Plan. Halbherzige Erhebungen, ungenaue Fragestellungen und Befragungsergebnisse, die in den Tiefen des Unternehmens versacken, braucht es nicht. Vielmehr müssen Mitarbeiterbefragungen fest in die Personalarbeit verankert werden, die Ergebnisse sollten tatsächlich ernst genommen werden und Anlass für Veränderungen sein. Wie Beidernikl selbst ironisch anmerkt, gehörten Mitarbeiterbefragungen zum Portfolio seines damaligen Arbeitgebers. Hätte das Unternehmen dieses Tool auch selbst angewendet, hätte er vielleicht nicht den roten Knopf gedrückt.   Roter-Reiter-Fazit Ein Ratgeber, der sich ganz fokussiert dem Thema Mitarbeiterbefragungen widmet und praktische Hilfestellungen gibt, um diese zielgenau und effektiv in der eigenen Organisation anzuwenden. Gerd Beidernikl: Wenn du fragst, frag richtig! Durch gezielte Mitarbeiterbefragungen zum attraktiven Arbeitgeber werden Wiley-VCH, 2023 304 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51145-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Und, wie stehen Sie dazu? Es ist gar nicht so leicht, den Überblick in einer Welt zu behalten, die so komplex ist wie unsere. Das denkt auch Bernhard von Mutius. Er ist Sozialwissenschaftler, Philosoph, Strategieberater und ausgezeichneter Führungscoach und sah wie so viele in den vergangenen drei Jahren zu, wie die Welt immer unüberschaubarer wurde. Erst Corona, die große Unbekannte, und dann plötzlich Krieg. Ausgang? Ungewiss. Und ganz gleich, wo wir uns auf diesem Planeten befinden: Dieser Krieg bewegt uns. Da kann man schon mal die Haltung verlieren. Und auch den Mut. Aber wie gestalten wir als Menschen, als Organisationen diese Zeiten? Unsichere, komplexe Zeiten, die so bleiben werden. Und es stehen weitere große Veränderungen an: in der Art unserer Zusammenarbeit, in unserem Konsumverhalten und in unserer Lebensweise. Langweilig wird es sicher sind. Wie bleiben wir in dieser Gemengelage aus disruptiven Veränderungen und Krisen resilient, gesund und stabil? Bernhard von Mutius hat dazu ein kluges Buch geschrieben: „Über Lebenskunst in unsicheren Zeiten“. Haltung bewahren Die offenkundige Doppeldeutigkeit des Titels sei ihm verziehen, auch wenn es ihm gar nicht um das „nackte Überleben“ geht. Vielmehr geht es darum, die Situationen und Lebenslagen so zu nehmen, wie sie sind. Zu improvisieren, mit Veränderungen umzugehen und etwas Gutes daraus zu machen. „Lebenskunst ist Teil und Ausdruck eines dynamischen, veränderlichen Mindsets, das uns hilft, mit den Veränderungen in unserem Umfeld mitzuwachsen“, sagt er an einer Stelle. In dem Buch begeht er mit den Leserinnen und Lesern insgesamt sieben Wege der Lebenskunst, die von innen nach außen führen. Veränderungen beginnen immer in uns selbst, mit unserer inneren Haltung: Diese bestimmt darüber, wie wir die Welt wahrnehmen, wo wir Chancen sehen und wo wir letztendlich selbstwirksam werden können. Dann erst geht es ins Außen. Sein Buch richtet sich an jeden von uns – als Individuen, aber auch als Teil von Organisationen, die sich vor die Aufgabe gestellt sehen, zukunftsfähig zu werden. Gutes tun Auch an diese geht der Appell, „die Dinge gut zu machen“. Indem sie gute Orte wählen, gute Menschen suchen und gute Produkte erstellen. In dieser Überlegung steckt ein wenig systemischer Zauber: Wenn wir alle versuchen, im Kleinen, in unserem täglichen Leben, Dinge möglichst gut und bewusst zu tun, dann können wir auch im Großen etwas verändern. Bernhard von Mutius verwebt den Gedanken des „Dinge-gut-Tun“ mit schweren Brocken wie zirkulärer Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Toleranz – und dampft das Ganze in einfache, klare Einsichten herunter. Lebenskunst – das ist eher weniger als mehr, aber sehr gut. Roter-Reiter-Fazit Lesen Sie dieses Buch nicht nebenbei, sondern machen Sie es sich bequem und legen Sie sich einen Stift bereit. Denn Bernhard von Mutius schenkt Ihnen auf jeder Seite wertvolle Gedanken, Impulse und Einsichten zum Leben, die es wert sind, erinnert zu werden. Bernhard von Mutius: Über Lebenskunst in unsicheren Zeiten GABAL Verlag GmbH 208 Seiten, 29,90 Euro ISBN 978-3-96739-144-2 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Führung durch das Brennglas Auf ein scharfes Wort folgt ein kluger Gedanke: Reinhard K. Sprenger ist einem breiten Publikum durch seine zahlreichen Publikationen in der Neuen Zürcher Zeitung bekannt. Einige ausgewählte Texte finden sich nun in dem Band „Gehirnwäsche trage ich nicht. Selbstbestimmt leben und arbeiten“. Sprenger ist Autor, hat alle DAX-Unternehmen beraten, gehört zu den Führungsexperten des Landes, und dann ist er auch noch Philosoph, promoviert. Das verspricht eine spannende Lektüre. Und tatsächlich, der Titel ist Programm. Themen aus dem Privaten lesen sich neben Beiträgen zum Thema Führung. Das Oberthema: Freiheit. Und die sich daraus ergebenden Unterthemen: Staatsgläubigkeit, Selbsteinsperrung, Meinungsepidemien, Deutlichkeitsverbote, Leugnungsmanöver. Viele Texte entstanden unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, die viele kleine und größere Probleme, Krisen und Leerstellen im Lebens- und Berufsalltag, in Wirtschaft und Politik freilegte. Und so lesen sich die Texte mit Titeln wie „Leadershit – und was wir damit anrichten“ oder „Das Büßerhemd als Outfit der Moderne“ wie eine kritische Zusammenfassung dieser Krise – und weisen damit auf genau die Probleme, vor denen wir aktuell stehen. Viele unserer aktuellen Krisen waren sehr vorausschaubar. Bediene dich deines eigenen Verstandes Reinhard K. Sprenger hat viel über Führung nachgedacht, was ihn in dem Beitrag „Warum gibt es Führung? Weil es Krisen gibt!“ zu der These hinreißen lässt: „Der Ausnahmezustand hat das Kerngeschäft von Führung freigelegt.“ Dabei geht er ein Stück in der Zeit zurück und weist darauf hin, dass die Menschheit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich im Krisenmodus lebte – er war der Normalzustand. Die vergangenen Jahrzehnte waren – wohlgemerkt in westlichen Ländern – bis auf wenige Krisenherde ein stetiger wirtschaftlicher Aufstieg, an den wir uns gewöhnten – obwohl er eigentlich eher die Ausnahme von der krisenhaften Normalität war. „Das Wahrnehmen der Krise ist damit selbst die Krise – eine Krise der Urteilskraft.“ Anstatt als Führungskraft also in Panik zu verfallen und die Waffen zu strecken, sollte sie gerade in herausfordernden Zeiten das tun, wofür sie ausgebildet wurde: führen. Denn, so Sprenger: In den Zeiten, die wir als „normal“ wahrnehmen, braucht es keine Führung: „In den letzten Jahrzehnten war Führung meistens überflüssig; gutes Managementhandwerk reichte bei schönem Wetter aus.“ Die kurzen Texte sind pointiert und fordern heraus, Stellung zu beziehen. Eine große Denkfreude, bei der man auch zu gegensätzlichen Ansichten kommen kann – aber das ist ja der halbe Spaß. Roter-Reiter-Fazit Die pointiertesten Texte des Führungsexperten und Philosophen in einem Buch versammelt. Sie zeigen durch das Brennglas, was in den vergangenen drei Jahren falsch gelaufen ist, und bieten so die Grundlage, Antworten für die Zukunft zu finden. Reinhard K. Sprenger: Gehirnwäsche trage ich nicht. Selbstbestimmt leben und arbeiten Campus Verlag, 2023 240 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593516820 Jetzt bei managementbuch.de vorbestellen. ### Personal Branding mit LinkedIn: Frauen werden sichtbar Theoretisch gibt es gar kein Problem: Die Menschheit besteht in etwa zur Hälfte aus Frauen und zur Hälfte aus Männern, auch auf Studienabsolventinnen und Arbeitnehmerinnen entfällt durchschnittlich ein Wert von 50 Prozent. Aber wo sind die Frauen in der Wissenschaft? Wo sind sie in den Führungsetagen? In der Kunst? In öffentlichen Diskussionen? Unter fünf Fachleitern, die in TV-Formaten über die Corona-Pandemie sprachen, war gerade einmal eine Frau. „78 Prozent der zurate gezogenen Virolog:innen ohne Leitungsfunktion waren männlich – mit Leitungsfunktion sogar 95 Prozent“, resümiert Christina Richter. Überrascht ist die Personal-Branding-Expertin nicht. Sie konnte selbst erfahren, wie man als Frau – trotz hervorragender Leistungen – praktisch unsichtbar bleibt. Viele Jahre war sie Angestellte in einem Konzern, wo sie für die Medienarbeit zuständig war. Vor der Kamera und in Interviews zu sehen und zu hören war der Vorstand, die Leitungsebene – sie managte im Hintergrund. „Es war für mich normal, dass ich immer nur im Namen der Firma netzwerkte“, erinnert sie sich. „Die Konsequenz dessen war mir damals nicht bewusst, bis ich meinen Job verlor und feststellte: Mich kennt niemand.“ Und so geht es vielen Frauen: Sie leisten in ihrer Rolle exzellente Arbeit, die aber oftmals nicht über die Unternehmensgrenzen hinaus sichtbar ist. Der Schneeballeffekt: Frauen sind als Expert:innen,Vordenker:innen und Talente seltener sichtbar. Christina Richter hat einen Weg gefunden, um diese Barrieren zu beseitigen: „Wer Aufmerksamkeit für die eigene Arbeit erreichen und am öffentlichen Diskurs teilhaben möchte, ist heutzutage nicht mehr auf die Einladung der großen Medienhäuser angewiesen“, sagt sie. „Es gibt ein Werkzeug, das allen zur Verfügung steht – egal in welcher Position oder Disziplin: Personal Branding.“ Finde dein Thema und sprich darüber In ihrem Ratgeber „Sichtbare Frauen“ zeigt sie, wie wirkmächtig LinkedIn als Personal-Branding-Instrument ist. Das soziale Karrierenetzwerk wird immer mehr von der klassischen Recruiting-Plattform zur Social-Media-Plattform, auf der man als Business-Influencerin durchstarten kann. Hier gibt es Platz, um Diskussionen zu beginnen, eigene Ideen zu veröffentlichen und in verschiedenen Formaten Expertise zu zeigen. Und: Auch als Frau wird man hier sichtbar, findet Gleichgesinnte und kann sich ein starkes Netzwerk aufbauen. Wie das gelingt, zeigt die Personal-Branding-Expertin Christina Richter in ihrem Buch. Unterstützung erhält sie von zahlreichen (sichtbaren) Frauen, die sie zum Thema „Personal Branding“ interviewt hat. Darunter sind Verena Pausder, Diana zur Löwen, Annahita Esmailzadeh und Magdalena Rogl. „Sichtbarkeit bedeutet für mich, dass Menschen, wenn sie über mein Thema  ,Klimaschutz in der Wirtschaft‘ nachdenken oder darüber sprechen, an mich denken“, sagt Influencerin, Unternehmerin und Investorin Anna Alex, die mit „Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ ihr Thema gefunden hat. Wer herausfinden möchte, mit welchem Thema er oder sie sichtbar werden will, kann sich dabei von Christina Richter begleiten lassen. Roter-Reiter-Fazit Ein erfrischend praktisches Buch, mit dem Frauen, aber auch Männer, lernen, ihre Lebens- und Arbeitsthemen authentisch zu kommunizieren. Christina Richter: Sichtbare Frauen. So nutzt du LinkedIn & Co. als Karrierebooster Campus Verlag 260 Seiten, 24 Euro ISBN 9783593516837 Jetzt auf managementbuch.de vorbestellen. ### Nachhaltiger Kundenservice: Eine Investition in die Zukunft Es wird immer offensichtlicher: Nachhaltigkeit ist mehr als ein Trend. Möchten wir die Herausforderungen unserer Zeit angehen, müssen wir langfristige und nachhaltige Lösungen entwickeln – und das in allen Bereichen des Lebens und Arbeitens. Konzerne haben schon vor längerer Zeit entdeckt, dass Nachhaltigkeit ein Erfolgsgarant im Marketing sein kann. Sie verspielen sich diesen Vorschuss aber öfter, wenn öffentlich wird, wie sie ihre Mitarbeitenden behandeln, woher sie ihre Rohstoffe beziehen und wie sie mit Geldern umgehen. Aber es geht auch anders. Peter Weidling fragt sich: „Wie kann man auch ohne Subventionen nachhaltig wirtschaften, damit gutes Geld verdienen und die Kunden bei der Stange halten?“ In seinem Ratgeber „Die Zukunft des Kundenservice ist grün!“ bietet er Antworten. Zukunftsstrategie Nachhaltigkeit In seinem Buch gibt er viele Gründe an, warum Unternehmen nicht an dem Thema Nachhaltigkeit vorbeikommen. Und das nicht aus Marketingsicht, sondern aus purer Notwendigkeit. In Sachen Nachhaltigkeit gibt es immer mehr länderrechtliche Vorgaben und EU-Regelungen, die Unternehmen in der Forschung, in der Produktion, beim Ankauf von Rohstoffen und in der Logistik beachten müssen. Es gilt: Je grüner man wirtschaftet, desto eher hat man (wirtschaftlichen) Erfolg. Weidling spannt das Feld aber noch weiter auf: Auch Arbeitnehmende fordern Nachhaltigkeit. Umfragen und Studien zeigen, dass insbesondere die künftigen Generationen bei „grünen“ Unternehmen arbeiten möchten und Jobs von Arbeitgebern, die für Umweltverschmutzung, fehlendes Nachhaltigkeits-Management oder Klimasünden bekannt sind, kategorisch ablehnen. In Zeiten eines rasant zunehmenden Arbeitskräftemangels stehen Organisationen auch hier unter Druck, Nachhaltigkeit ins Unternehmen zu bringen – nicht nur in den nächsten Werbeslogan. Kunden nachhaltig begeistern Einen besonderen Fokus richtet Weidling auf das Thema Kundenservice. Wie kann dieser Unternehmensbereich nachhaltig gestaltet werden? Die Antwort: Indem Kunden als Individuen und Mittelpunkt des Unternehmens betrachtet werden. Denn Organisationen profitieren davon, wenn jeder einzelne Kunde zufrieden ist und immer wieder die Dienstleistungen des Unternehmens in Anspruch nimmt. Das klingt erst mal simpel, ist aber ein wichtiger – und oft vernachlässigter – Teil eines nachhaltigen Managements. Weidling zeigt, dass nur diejenigen Mitarbeitenden einen nachhaltigen Kundenservice leisten können, die ein Bild von den Werten und Überzeugungen des Unternehmens haben, für das sie arbeiten – ein Leitbild. Mit diesem vor Augen können sie den Kunden den besten Service bieten und zum Sprachrohr der Organisation werden. „Nachhaltige Unternehmensführung hat das Zeug zum Star. Sie kann als Alleinstellungsmerkmal sowohl die Kunden- als auch die Mitarbeiterbindung festigen“, sagt Weidling. „Zufriedene Kunden plus zufriedene Mitarbeiter ergibt in Summe ein wirtschaftliches Ergebnis, das Sie als Eigner oder, wenn Sie die Geschäfte führen, Ihre Shareholder begeistern wird.“ Roter-Reiter-Fazit Ein vielseitiges Buch, das die verschiedenen Unternehmensbereiche zum Thema Nachhaltigkeit abklopft und zeigt, dass alle Bemühungen eines nachhaltigen Wirtschaftens auf das Konto der Organisation einzahlen. Peter Weidling: Die Zukunft des Kundenservice ist grün! So gelingt der Spagat zwischen Kundenanspruch und Nachhaltigkeit Campus Verlag, 2023 222 Seiten, 40 Euro ISBN 9783593516653 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Selbstdisziplin lernen: Einfach mal machen Der Arzt sitzt vor Ihnen und fragt, wie oft Sie Sport machen. Blitzschnell entscheiden Sie sich zwischen Strategie I („So 2 x die Woche“ – eine Lüge) und Strategie II, die bedeutet, zu jammern: der Stress im Job, die Kinder, die kranke Mutter, kaputte Spülmaschinen und überhaupt das Wetter. Und rauchen? Nie. Alkohol? Sehr selten. Sehr. Als Sie aus dem Check-up kommen, schwören Sie sich, morgen mit dem Sport anzufangen und das Rauchen und Trinken umgehend einzustellen. Wie Sie dieses löbliche Vorhaben tatsächlich in die Realität umsetzen, weiß Brian Tracy. Das Erfolgsrezept: Selbstdisziplin. Hätte, hätte, Fahrradkette „Wahrscheinlich leben 80 Prozent der Bevölkerung den größten Teil der Zeit auf der Eines-schönen-Tages-Insel“, sagt der Persönlichkeitstrainer. „Sie denken über all die Dinge nach, die sie ,eines schönen Tages‘ tun werden, sie träumen davon, und sie entwickeln Fantasien darüber.“ Während es aber noch süß ist, wenn Kinder von der großen Karriere als Astronautin, Nobelpreisträger oder Schriftstellerin träumen, wird es für Erwachsene irgendwann traurig. Wer auf dem Grillabend mit Mitte 40 von der eigenen glänzenden Zukunft spricht, ohne etwas vorweisen zu können, wirkt etwas verloren. Wer darauf wartet, endlich befördert zu werden, aber im Job keine Ambitionen zeigt, auch tatsächlich etwas Produktives zu tun, wird noch lange warten. „Manche Menschen sagen, dass für sie der berufliche Erfolg das Wichtigste ist; dann gehen sie nach Hause und sehen mehrere Stunden am Tag fern“, fasst Tracy es passend zusammen. Und wie gut sind wir bitte darin, auch persönliche Wünsche und Ziele aufzuschieben. Dann muss oft das Neujahr herhalten: Dann nämlich beginnen wir endlich mit unseren Diäten, Nichtraucherprogrammen, dem Journaling, der Meditation oder dem Buch, das wir schon immer schreiben wollten. Für durchschnittlich zwei bis drei Wochen, dann brechen rein statistisch die meisten Menschen mit ihren Vorsätzen. Und finden dafür meist auch famose Gründe. Selbstdisziplin = Selbstverantwortung In seinem Buch „Keine Ausreden!“ macht Brian Tracy eindrücklich klar, dass die Grundlage allen Erfolgs Selbstdisziplin ist. Wie gut auch unsere Voraussetzungen sind: Die allermeisten Menschen, auch die ganz schlauen, gewitzten und vermögenden, kommen erst an ihr Ziel, wenn sie es auch wirklich ansteuern. Stück für Stück geht der Kommunikationstrainer verschiedene Lebensbereiche durch, um an Beispielen zu zeigen, wie wir in ihnen Erfolg haben – wenn wir ihn auch wirklich wollen. So erzählt Tracy von einem golfbegeisterten Freund, der jeden Tag auf dem Rasen steht und am Wochenende in Trainingslager fährt. Dann bekommt er vier Kinder – und geht immer noch golfen. Bis er merkt, dass dieses Verhalten sich schlecht auf seine Ehe und Familie auswirkt. Es erfordert für ihn sehr viel Selbstdisziplin, sein Leben den neuen Umständen anzupassen und seine Prioritäten neu auszuloten – aber es lohnt sich.   Roter-Reiter-Fazit Selbstdisziplin im Beruf, in der persönlichen Entwicklung und als Schlüssel zu einem guten Leben: In diesem Buch findet jeder passend zu seinen persönlichen und beruflichen Themen Inspiration für ein erfolgreiches Leben in Selbstverantwortung. Brian Tracy: Keine Ausreden! Die Kraft der Selbstdisziplin GABAL Verlag GmbH, 2023 304 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-96739-147-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Rente vorbereiten: Eine Reise namens Ruhestand Früher verbanden viele Menschen den Ruhestand mit der Idee eines „ruhigen Lebensabends“. Nach einem anstrengenden Berufsleben ließen sich endlich Früchte dieser Arbeit ernten – ab hier übernahmen die Jungen, die ihnen mit ihren Beiträgen einen Ruhestand in einem genügsamen Wohlstand ermöglichten. Diese Zeiten sind vorbei, das Konzept der Altersvorsorge wackelt. „Die Babyboomer – rund 20 Millionen Deutsche, die in den 1950er- bis 1960er-Jahren geboren wurden – gehen jetzt in Rente“, sagt Frank Grell. „Diesen geburtenstarken Jahrgängen stehen aber keine entsprechend zahlreichen jungen Generationen gegenüber.“ Er arbeitet zum einen in einer Versicherungsagentur, zum anderen ist er Coach und Redner zu den Themen „Sparen“ und „Wohlstand“. Zu den Auswirkungen des demografischen Wandels kommen weitere Einflüsse, die einen schönen Lebensabend mit ausreichend finanziellen Mitteln scheinbar in weite Ferne rücken lassen. „Aber ich habe doch das ganze Leben lang gearbeitet!“, denken da viele und realisieren dann erst zum Rentenantritt, dass ein Leben in Vollzeitarbeit – auch dank der Inflation – nicht der Weg zum Rentenglück ist. „Selbst, wenn es dir heute gut geht und du sorgenfrei von deinen monatlichen Einkünften deinen Lebensstandard finanzieren kannst – nimm dir in Gedanken mehr als die Hälfte davon weg und schau, wie es dann bei dir aussieht“, sagt Grell. Die optimalen Säulen der Altersvorsorge Der Experte freut sich trotzdem auf seinen bevorstehenden Ruhestand, denn er betrachtet ihn wie den „längsten Urlaub“ seines Lebens. Im Durchschnitt genießen wir unsere Rentenzeit 20 Jahre – das kann mit etwas Geld sehr schön werden. Frank Grell ruft dazu auf, diese Zeit genauso liebevoll und akribisch zu planen wie den herbeigesehnten Jahresurlaub. In seinem Buch „Der längste Urlaub deines Lebens“ zeigt er, was wir jetzt schon tun und auf den Weg bringen können, um zum richtigen Zeitpunkt die finanziellen Reserven zu haben, damit wir den Ruhestand so verbringen können, wie wir es uns immer erträumt haben. Die erste Hürde, die dabei zu nehmen ist, ist die der Glaubenssätze. „Vorsorge ist eine unangenehme Vorstellung für uns, besonders, wenn wir sie mit dem eigenen Alter zusammenbringen und dabei unweigerlich an unser Lebensende denken“, sagt er. Grell bricht das auf und macht Lust darauf, sich mit den Themen „Sparen“ und „Investieren“ auseinanderzusetzen, in dem er den nie endenden Urlaub als Zielbild in bunten Farben ausmalt. Und dabei wird klar: Jeder kann mit seinen individuellen Startbedingungen etwas dafür tun, um gut im Ruhestand anzukommen – wenn er jetzt damit beginnt. Roter-Reiter-Fazit Mindset ist fast alles: Ein Ratgeber für jedes Alter, der in unaufgeregter Form zeigt, wie wir heute die Weichen für einen angenehmen Lebensabend stellen können. Frank Grell: Der längste Urlaub deines Lebens. Wie es mit dem Wohlstand im Ruhestand klappt. GABAL Verlag, 2023 208 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-128-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mind the Hype Eine Stadt wie Berlin muss quasi rund um die Uhr gereinigt werden, sonst würde die Metropole wortwörtlich im Müll versinken. Bis vor Kurzem begann der Arbeitstag für die Mitarbeitenden der Berliner Stadtreinigung (BSR) standardmäßig kurz vor 6 Uhr. Das war insbesondere für Alleinerziehende ein großes Problem, die ihre schulpflichtigen Kinder dann per Telefonanruf wecken mussten. Auch für Teilzeitbeschäftigte waren die Arbeitsbedingungen schwierig: „Planbarkeit für Teilzeitbeschäftigte hieß, dass man donnerstags erfährt, wann man nächste Woche arbeiten muss“, sagt Guido Zander, SSZ-Experte für Arbeitszeit & Workforce Management. Der Experte begleitete die BSR dabei, einen neuen Arbeitszeitplan für die Mitarbeitenden zu konzipieren, der Rücksicht auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt und die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht. Nun ist ein neuer Jahresplan in Arbeit, der unter anderem eine familienfreundliche Schicht mit späterem Beginn vorsieht. Außerdem gibt es ein Modell, in dem Mitarbeitende drei Tage pro Woche frei haben. Sie können sich dann entscheiden, ob sie in einer Arbeitswoche zwei, drei oder sogar vier Tage arbeiten; für diese Flexibilität erhalten sie eine Prämie. Bereits in der Pilotphase sei die Mitarbeiterzufriedenheit um elf Prozent gestiegen. Die Berliner Stadtreinigung ist eines der vielen Best Practices aus dem New Work Playbook von Kerstin Dämon, Saskia Eversloh, Lucas Sauberschwarz und Lysander Weiß. Lösungen „von oben“ funktionieren nicht Individualisierung, gesellschaftliche Entwicklungen, (De-)Globalisierung, Nachhaltigkeit und Vernetzung: Die Welt ist im Wandel, und damit auch die Arbeitswelt. Mitarbeitende haben neue Bedürfnisse nach Sicherheit, Selbstwirksamkeit oder auch Flexibilität, Organisationen müssen wiederum schauen, wie sie zukunftsfähig werden oder bleiben. Für die New-Work-Experten Lucas Sauberschwarz und Lysander Weiß stellen die Mitarbeitenden den Dreh- und Angelpunkt für erfolgreiche Unternehmen dar. Und ja, Organisationen haben da auch ihre Vorstellungen, wünschen sich motivierte, agile, flexible und lernfreudige Mitarbeitende. „Nicht Dienst nach Vorschrift ist gefragt, sondern das Denken und Handeln von Entrepreneuren – wie Start-ups im eigenen Großunternehmen“, fassen die Autoren und Autorinnen zusammen. Um das zu verwirklichen, werden Strategie-Workshops, Maßnahmen über Maßnahmen und HR-Kampagnen aufgezogen – aber der Erfolg ist großflächig betrachtet nicht sichtbar. Studien zeigen, dass viele Mitarbeitende maximal Dienst nach Vorschrift machen, mit dem Gedanken spielen, den Job zu wechseln, und den Sinn hinter ihrer Tätigkeit stark anzweifeln. Kleine Veränderungen mit großer Wirkung Dabei wird „New Work“ immer als Lösung prophezeit – wobei aber jeder seine eigene Idee davon hat, was hinter dem Buzzword stecken könnte. Wenn das groß aufgefahrene Programm dann nicht die gewünschte Wirkung zeigt, ist für viele Führungskräfte und Entscheider New Work gescheitert – eine voreilige Meinung mit einem Denkfehler: New Work ist eben nicht das eine Konzept und der eine gerade Weg hin zum Erfolg. Lucas Sauberschwarz und Lysander Weiß haben gemeinsam mit Kerstin Dämon und Saskia Eversloh ein Playbook gestaltet, das Organisationen die 7 x 7 Methodik an die Hand gibt. Das Ziel: In sieben Bereichen neue und bessere Wege der (Zusammen-)Arbeit finden und individuell umsetzen. aus dem Buch : New Work Playbook Anstatt New-Work-Tools einzusetzen, die bei anderen ganz gut funktioniert haben, definieren Organisationen mit der Methodik ihre ganz eigenen Startbedingungen und Ziele. Gemeinsam werden dann Instrumente entwickelt, die im Hier und Jetzt sanfte Veränderungen mit sich bringen, aber in der Praxis Großes bewirken. Die Berliner Stadtreinigung hat die Arbeitszeitmodelle angepasst. In der Deutschen Telekom hat sich eine Abteilung mittels Selbstorganisation neu erfunden, nachdem sie wegen Kosten und fehlender Flexibilität aufgelöst werden sollte. In der Otto Group gibt es interne Websites, auf denen Mitarbeitende Workhacks sammeln und mit allen teilen. So individuell Unternehmen sind, so individuell sind die Wege zu einem neuen guten Arbeiten. Im New Work Playbook finden sich inspirierende Best Practices und mit der 7 x 7 Methodik ein Modell, mit dem Organisationen sofort in die sanfte, aber bestimmte Veränderung starten können. Roter-Reiter-Fazit Wir bringt man New Work in die Organisation – und was ist das eigentlich? Die New-Work-Experten Lucas Sauberschwarz und Lysander Weiß bieten gemeinsam mit Kerstin Dämon und Saskia Eversloh den Weg zu einem individuellen Verständnis guter Arbeitsmodelle. Das New Work Playbook lädt zum Experimentieren im Kleinen und Großen ein und macht Lust auf sanfte Veränderungen. Kerstin Dämon, Saskia Eversloh, Lucas Sauberschwarz und Lysander Weiß: New Work Playbook. Mit sanfter Veränderung zu radikaler Verbesserung Vahlen Verlag, 2023 246 Seiten, 29,80 Euro ISBN 978-3-8006-6361-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Der Mensch gehört nicht in die Organisation In den vergangenen Monaten hat sich in dem Karriere-Netzwerk LinkedIn eine spannende Entwicklung abgezeichnet: Wo früher nur über Business-Themen und neue Anstellungen gesprochen wurde, ist es heute fast nahezu so bunt wie auf Instagram. Eltern informieren über frischgeborene Kinder und die daraus entstehenden neuen Herausforderungen im Job, es werden Themen wie Diversität, Burn-out und Klimawandel diskutiert. Dieser zu beobachtende Trend steht sicher im Zusammenhang mit den Entwicklungen innerhalb von (jungen) Unternehmen und Start-ups. Dort kann man sich oftmals mit seinen Themen einbringen, Prozesse anstoßen und mitbestimmen, ob das Team in der Mittagspause vegan oder vegetarisch bestellt. Mitarbeitende haben Ansprüche und Bedürfnisse: Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Gleitzeit oder Remote-Arbeiten stehen ganz oben. Andere würden nur für Unternehmen arbeiten, die den eigenen ethischen Maßstäben genügen. Hier bin ich Mensch, hier kann ich es sein? Diese Vermischung von privaten und beruflichen Interessen, gesellschaftlichen Themen und Lifestyle bringt Probleme hervor. Denn eigentlich ist es so: „Im Gegensatz zu Partys, Ehen oder Therapie-Sitzungen haben Organisationen keine Verwendung für den ,ganzen Menschen‘“, sagen Kai Matthiesen, Judith Muster und Peter Laudenbach. Niemand möchte die Emotionen, privaten Befindlichkeiten und Ansichten der Mitarbeitenden im Büro diskutieren. Niemand möchte damit konfrontiert sein, dass ein Angestellter eine persönliche Midlife-Crisis hat und deshalb gerade nicht so gut arbeiten kann. Andererseits gibt es laut der Autoren die Annahme, „Kern und Kernprobleme einer Organisation seien die Menschen, die in ihr arbeiten“. Da müssen die einen an ihrem Mindset arbeiten, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Führungskräfte sollen durch vorbildliches Verhalten und Tschakka-Mentalität ganze Transformationsprozesse stützen, und alle paar Monate geht es zur Reflexion in Motivations-Workshops. „Damit drücken sich Organisationsverantwortliche vor ihrer eigentlichen Aufgabe, die Arbeit der Mitarbeitenden gut zu organisieren“, so die Autoren. In ihrem Buch „Die Humanisierung der Organisation“ gehen die drei diesem Missverhältnis unterhaltsam auf die Spur. Sagen und Tun sind zweierlei Es ist kein Ratgeber, sondern eher ein Lesebuch, das die Botschaft hat: Der ganze Mensch kommt im Arbeitsvertrag nicht vor, denn er geht die Organisation auch nichts an. Es werden verschiedene Szenerien betrachtet, in denen die Struktur von Organisationen fein seziert und offengelegt wird. So erzählt das Autorenteam von einer Gießerei, in der es über einen längeren Zeitraum zu schweren Arbeitsunfällen kam. Dabei waren die Sicherheitsvorkehrungen und formalen Voraussetzungen in Ordnung, woran lag es also? Die Leitung machte den Mitarbeitenden keinen Druck, weshalb brachten sich die Kollegen also immer wieder in gefährliche Situationen? Beobachtungen ergaben, dass die Mitarbeitenden zum Regelbruch gezwungen wurden. Die Anlagen waren überaltert, genauso wie die Kollegen, die teilweise bereits seit Jahrzehnten ein eingespieltes Team bildeten. Das Ziel jeder Schicht war es, den Betrieb nicht zu unterbrechen – komme, was da wolle. Denn: Jede Unterbrechung kostete Zeit und Geld. War das Geschäft nicht rentabel, stand der eigene Arbeitsplatz auf dem Spiel. Und so kam es unter Zeitdruck zu lebensgefährlichen Situationen. Die Leitung wusch ihre Hände in Unschuld, denn alle Sicherheitsvorkehrungen waren getroffen worden und es gab keinen sichtbaren Druck. Aber die Anlagen waren marode und die Arbeitsbedingungen unzumutbar, denn die Ziele konnten unter diesen Umständen nicht erreicht werden. „Unter solchen Bedingungen werden Sicherheitsvorschriften zu Makulatur und Ermahnungen, sie einzuhalten, zur Phrase“, so die Autoren. Auch in diesem Fall kommt der Mensch ins Spiel: Die Mitarbeitenden haben ein gewisses Arbeitsethos, dem sie durch ihr riskantes Verhalten gerecht werden möchten – und den innoffiziellen Druck, den Betrieb am Laufen zu halten. Und das darf nicht sein. „Formale Regeln benötigen Verhältnisse, in denen man diese Regeln einhalten kann“, so Matthiesen, Muster und Laudenbach. „Stellt die Organisation diese Verhältnisse nicht zur Verfügung, zwingt sie ihre Mitglieder zum Regelbruch.“ Roter-Reiter-Fazit Formalität/Informalität, Mensch/Mitglied/Organisation: Eine spannende Lektüre, die dem widersprüchlichen Wesen von Organisationen nachgeht und die Grundlage für eine Debatte über die Arbeit(sweisen) der Zukunft sein könnte. Kai Matthiesen, Judith Muster, Peter Laudenbach: Die Humanisierung der Organisation. Wie man dem Menschen gerecht wird, indem man den Großteil seines Wesens ignoriert Vahlen Verlag, 2022 256 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-6757-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Die große Frage: Im Coaching auf Sinnsuche gehen „Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden“, sagte Viktor E. Frankl. Die Frage nach dem Sinn des Lebens war in seinem Schaffen ein zentrales Element und begleitete ihn durch sein ganzes Leben. Frankl war ein österreichischer Neurologe und Psychiater. Er begründete die Logotherapie (sinnzentrierte Psychotherapie) und Existenzanalyse. Seine Arbeit und sein Streben nach Antworten fußten auch auf seinem persönlichen Hintergrund. Er wuchs in einer jüdischen Familie in Wien auf, heiratete, und er, seine Familie und seine Ehefrau wurden unter der Nazi-Herrschaft gefangen genommen und in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Dort starben seine Eltern, seine Frau und andere Verwandte, er selbst wurde 1945 befreit. Die Sinnfrage steht im Zentrum vieler seiner Arbeiten. Ärztin und Psychotherapeutin Christa Keding nutzt sie als Basis für ihr Tiefgangprinzip, das sie gemeinsam mit Bernd Ahrendt in dem Buch „Sinnorientierung und Tiefgangprinzip in Coaching und Beratung“ vorstellt. Der Sinnfrage strukturiert nachgehen Bereits Frankl stellte fest, dass der moderne Lebensstil nicht unbedingt dazu beiträgt, dass wir unserem Leben einen Sinn geben bzw. diesen entdecken – dabei starb er bereits 1997, bevor die digitale Transformation unserer westlichen Zivilisation Fahrt aufnahm. In der medial aufgeladenen Welt von heute gestaltet sich die Sinnsuche noch ein Stück schwieriger. Christa Keding konstatiert, dass wir ständig neue Reize benötigen, um unserem Leben eine gewisse Spannung zu geben. „Entweder sehe ich mich als Nabel der Welt, und mein Dasein dreht sich nur um meine jeweiligen Befindlichkeiten. Dann muss ich mir natürlich immer etwas Neues ausdenken, das mich ,reizt‘“, sagt sie. „Oder ich sehe mich eingebettet in eine menschliche Gemeinschaft, in ein großes Ganzes, das mir Fragen und Aufgaben entgegenhält, auf die ich eingehen und mich in ihrer Erfüllung beweisen kann.“ Menschen auf der Sinnsuche begleiten Coaches und Berater, die gemeinsam mit ihren Klienten auf Sinnsuche gehen möchten, finden in dem Ratgeber ein Modell, mit dem sie diese Aufgabe angehen können. Keding und Ahrendt verbinden die Logotherapie nach Frankl mit dem Tiefgangprinzip, das mit seinen vier Elementen eine klare Struktur und Herangehensweise bietet. „Die Instrumente des Tiefgangprinzips konkretisieren die Sinnorientierung nach Frankl, indem das Tiefgangprinzip viel allgemeinmenschliche Fähigkeiten so miteinander koordiniert, dass wir dem Sinn einer Situation – oder unserer Lebensaufgabe – authentisch auf die Spur kommen.“ Wie gut dieses Zusammenspiel funktioniert, erfährt der Leser anhand von drei Personas, die er auf ihrem Weg zum Sinn begleitet. Roter-Reiter-Fazit Was ist der Sinn meines Lebens? Für Coaches und Berater, die innerhalb ihrer Arbeit mit dieser Frage konfrontiert werden, bietet dieser Ratgeber mit dem Tiefgangprinzip eine Möglichkeit, Antworten zu finden. Bernd Ahrendt, Christa Keding: Sinnorientierung und Tiefgangprinzip in Coaching und Beratung. Einfacher zum Wesentlichen gelangen. Mit E-Book inside Beltz Verlag, 2022 149 Seiten, 36 Euro ISBN: 978-3-407-36838-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Provozieren Sie die Zukunft Wir befinden uns im Jahr 2009. Strategie-Experte Steven Goldbach sitzt im Büro des Managers eines Kommunikationsdienstes und stellt diesem gemeinsam mit einem Kollegen eine Auswertung vor. „Die Arbeit, die sie vorstellten, enthielt eine detaillierte Segmentierung der Verbraucherlandschaft bei Kommunikationsdiensten wie Internet, Telefon, Video/TV-Paketen und Sicherheit“, erklärt Geoff Tuff in seinem Ratgeber „Provoke“, den er gemeinsam mit Steven Goldbach publizierte. Da waren beispielsweise die Singles, die anhand ihres Verhaltens identifiziert werden konnten. Und da waren Familien, die durch ihre veränderte Lebensweise und neue Bedürfnisse ein anderes Nutzerverhalten zeigten. Goldbach und sein Kollege konfrontierten den Manager aber insbesondere mit dem Wert 1,75 %. Hierin liegt nämlich eine kleine Anomalie, auf die die beiden Strategen in ihrer Auswertung aufmerksam wurden. Ihr Kunde, für den sie die Erhebung durchführten, wollte gern wissen, wie andere Manager aus konkurrierenden Organisationen darauf reagierten. Dieser Manager fragte zurück: „1,75 %? Warum sollte mich das interessieren?“ Kleine Anomalie – große Wirkung Die kleine Anomalie hatte es aus heutiger Sicht in sich. „Eine scheinbar unbedeutende Kundengruppe legte besondere Verhaltensweisen an den Tag, die es schwierig machten, sie einem der größeren Segmente zuzuordnen.“ Die Gruppe wollte am liebsten gar kein TV-Paket buchen, aber Internet mit hoher Geschwindigkeit, im besten Fall über einen Hotspot auf dem eigenen Handy. Die Experten tüftelten an einer Erklärung. Vielleicht war die Zielgruppe einfach nicht an Videoinhalten interessiert? Aber doch! „Sie schaute die Kurzvideos des damals neuen Anbieters YouTube“, erklären Goldbach und Tuff. Und als es möglich war, nutzen sie das Streaming-Angebot des Start-ups Netflix. Mit diesen 1,75 % wurde das Streaming geboren. Und der Manager sah es nicht und ruhte sich auf den aktuellen Erfolgen aus. Nicht so der Kunde von Goldbach. „Aufgrund der frühen Wahrnehmung des Trends erkannte unser Klient, dass sein Geschäftsmodell, sofern es keine sinnvolle Neuerfindung gab, dem Untergang geweiht war, auch wenn das Modell immer noch höchst profitabel war.“ Das Unternehmen wurde rechtzeitig abgewickelt. Mutig Möglichkeiten entdecken Während die Strategie-Experten in ihrem vorherigen Ratgeber „Detonate“ zeigten, wie wirkungsvoll es sein kann, Grundlagen für frühere Erfolge sprichwörtlich in die Luft zu jagen, um auch Erfolge in der Zukunft zu haben, schauen sie in ihrem neuen Ratgeber „Provoke“, wie man Aktionen provoziert, um Fortschritte zu machen. Denn: „Überzeugtes Handeln ist für Sie heute – insbesondere bei nicht perfekter Datenlage – die einzige Möglichkeit, diejenige Art von Zukunft zu provozieren, die Sie anstreben.“ Wer 2009 auf die 1,75 % setzte, kann die Wirkung dieser Herangehensweise sicher bestätigen. Roter-Reiter-Fazit Einfach mal machen: Ein inspirierender Ratgeber für (angehende) Führungskräfte, der zeigt, dass es heute wichtiger denn je ist, Risiko und Mut zu beweisen und neue Geschäftsmodelle auszuprobieren. Geoff Tuff, Steven Goldbach: Provoke. Wie Führungskräfte fatale menschliche Schwächen überwinden und die Zukunft gestalten Wiley-VCH, 2022 272 Seiten, 26,99 Euro ISBN: 978-3-527-51115-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Hoffnung ist keine Strategie Wenn Christian Underwood und Jürgen Weigand mit Führungskräften zu Strategiethemen arbeiten, starten sie das Training mit einer kleinen Aufgabe. Der jeweilige Teilnehmende soll auf einen kleinen Zettel die Strategie des Unternehmens schreiben. In drei Minuten. Dabei werden zumeist viele Worthülsen wie „Nachhaltigkeit“, „Wachstum“ oder „Innovation“ genutzt. Eingerahmt wird das Ganze von Visionen und Zielvorstellungen wie „Wir sind Volumenführer für …“ oder „Wir erreichen profitables Wachstum durch strategische Kapitallokation“. Schon schön – aber wo steckt die Strategie – und was sagen diese Sätze über die Organisation aus? „In der anschließenden kritischen Diskussion entlarven sich diese Beschreibungsversuche schnell als aneinandergereihte Worthülsen“, erklären die beiden Experten für Unternehmensstrategie. In ihrem Ratgeber stellen sie mit dem StrategyFrame® eine Methode vor, wie Organisationen jeder Größe tatsächlich eine Strategie entwickeln können – die bestenfalls auf ein Post-it® passt. Der Anker in stürmischen Zeiten Dabei geht es im ersten Schritt oftmals darum, überhaupt für sich und das Unternehmen zu klären, was eine Strategie ist. Dabei gilt es nämlich nicht, auf die Konkurrenz zu schielen, um zu sehen, was sie aktuell so treibt – um dann hektisch nachzuziehen und ähnliche erfolgversprechende Produkte auf den Markt zu bringen oder Kampagnen zu fahren. Und es geht auch nicht darum, Ziele zu definieren. Hier kommt von Anti-Strategen oftmals die kritische Nachfrage: Warum Strategien planen, wenn die VUCA-Welt morgen schon wieder ganz anders aussehen könnte? Dort liegt laut den beiden Experten der Denkfehler: „Strategie ist ein Plan, keine Planung.“ Sie ist wie ein Leitfaden, an dem entlang Ziele, Kampagnen und Produkte entwickelt werden können. Sie ist ein Anker, der im besten Fall langfristig für Sicherheit und eine Haltung sorgt. „Statt auf bessere Zeiten zu hoffen, schafft ein gemeinsamer Plan Klarheit und Zuversicht, die eigene Zukunft aktiv gestalten und verändern zu können und nicht Spielball universeller Marktkräfte zu werden.“ Mit dem Arbeitsbuch „Hoffnung ist keine Strategie“ erarbeiten sich Führungskräfte einen passgenauen Plan für ihre Organisation. Dabei wird genau geschaut und analysiert, was das jeweilige Unternehmen mitbringt, wo seine Stärke liegt und welche Werte bei der Strategieentwicklung wichtig sein müssen. „Strategie ist Ihr Plan, wie Ihr Unternehmen anders sein soll, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, und welche Ressourcen und Fähigkeiten Sie hierfür brauchen“, fassen es Christian Underwood und Jürgen Weigand zusammen. Roter-Reiter-Fazit Ein sowohl klar als auch ansprechend gestaltetes Arbeitsbuch, das Führungskräfte von A bis Z durch den Prozess der Strategieentwicklung führt. Ein Plus: viele Online-Materialien sowie die Möglichkeit, die Strategieentwicklung mit der StrategyFrame®- Software zu intensivieren. Christian Underwood, Jürgen Weigand: Hoffnung ist keine Strategie. Mit dem StrategyFrame® Ihre Unternehmensstrategie einfach machen Campus Verlag, 2022 278 Seiten, 44,00 Euro ISBN 9783593516189 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Praxis: Blended Counseling + Coaching In den vergangenen Jahren haben sich viele Berater und Coaches mit digitalen Möglichkeiten beschäftigt, sodass sie ihrer Arbeit auch nachgehen können, wenn keine Treffen in Präsenz möglich sind. Für viele war es erst einmal eine Notlösung, aber für einige haben sich die Vorteile von Blended Counseling und Coaching-Methoden schnell erschlossen. „Wurde bislang vor allem oder gar ausschließlich in Präsenz (und somit eher regional verortet) beraten, ermöglichen die Distanz-Formate im Grunde ein weltweites, ortsunabhängiges Einzugsgebiet“, fassen es Dennis Sawatzki und Lukas Mundelsee zusammen. Sie sind Berater, Coaches oder Supervisoren, die praktische Erfahrungen wie auch theoretische Kenntnisse im Blended Counseling und Coaching zusammenbringen. Das Beste aus analogen und digitalen Welten Aber was versteht man eigentlich unter Blended Counseling und Coaching? Für die Autoren beinhaltet das online-gestützte Coachen Formate wie Video, Messenger, E-Mail oder Aufgaben, die asynchron bearbeitet werden. Hinzu kommen die Beratung und das Coaching in Präsenz. „Die Formate lassen sich danach unterscheiden, ob (a) die Beratung in (physischer) Präsenz oder auf (räumliche) Distanz durchgeführt wird, ob (b) diese synchron oder asynchron abläuft und ob (c) analoge oder digitale (teilweise online-basierte) Problemlöse- und Kommunikationsmedien zum Einsatz kommen.“ So kann es möglich sein, sich regelmäßig, aber in größeren Abständen in Präsenz zu treffen und sich zwischenzeitlich in digitalen Formaten auszutauschen, Übungen durchzuführen und in Kontakt zu bleiben. 1x alles auf den Kopf Auf jeder der 50 Karten finden sich jeweils eine Methode und auf einen Blick schnelle Infos zu der Art der Durchführung und den benötigen Hilfsmitteln sowie dem Zeitaufwand. Neben Methoden wie Walk to Talk, Bisoziation oder dem interaktiven Dramadreieck auf dem Systembrett findet sich dort auch die Kopfstandtechnik. Sie kann dann eingesetzt werden, wenn der Klient eine anscheinend unlösbare Frage hat oder er sich in einer schwierigen Situation befindet. „Wir stellen das Problem sprichwörtlich auf den Kopf, um dadurch neue Perspektiven und Ideen zu generieren“, heißt es auf der dazugehörigen Karte. So überlegen Coach und Klient, wie sich das Problem verschlimmern oder zumindest nicht auflösen lässt – um im Anschluss durch die Umkehrung mögliche Lösungswege zu finden. Wer sich auf diese Arbeitsweise einlässt, kann seine Arbeit als Coach oder Berater nachhaltig vielseitig gestalten und noch mehr Menschen erreichen – eine klassische Win-win-Situation, oder? Roter-Reiter-Fazit In diesem Kartenset finden alle Berater und Coaches eine praktische Arbeitshilfe, die mit Blended Counseling und Coaching ihren Klientenkreis stetig erweitern wollen. Lukas Mundelsee, Dennis Sawatzki: 50 Coachingkarten Blended Coaching & Counseling Das Methodenset für einen gewinnbringenden Formate-Mix. Mit 32-seitigem Booklet und Online-Materialien. Beltz Verlag, 2022 EAN: 4019172300357 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Praxisbuch für Trainer und Dozenten: Das Lernen auslösen Wie führen wir erfolgreich Trainings und Weiterbildungen durch, die eine nachhaltige Wirkung haben? Das ist sicher eine der meistdiskutierten Fragen unter Didaktikern und Experten vom Fach. Wo das Problem liegt, wurde dem Didaktiktrainer Harald Groß in einem Seminar klar, das er selbst besuchte. Ihn interessierte das Thema brennend, er freute sich darauf. Und dann bestand das Seminar aus unendlich vielen Folien, auf denen der Experte sein Wissen mitteilte. „Einmal, am Nachmittag des dritten Tages, sagt der Trainer nach einem längeren Vortrag mehr zu sich selbst als zu uns: ,So, das habe ich jetzt auch gesagt!‘“, erzählt er. Und darin liegt laut Groß das Problem: Noch immer geht ein Großteil der Pädagogen davon aus, dass Wissen einfach nur kommuniziert werden muss – der Rest ergibt sich dann von selbst. „Indem sie ihr Wissen mitteilen, wollen sie Lernen auslösen.“ Klappt so aber nicht. Und so wird viel Zeit und Geld in Weiterbildungen und Schulungen investiert, ohne dass die Teilnehmenden etwas für die eigene Praxis erlernt haben. Wie es besser geht, zeigt Harald Groß in seinem Praxisbuch „Lernwirksame Seminare entwickeln und durchführen“. Wissen rein – Können raus Das Methodenbuch basiert auf dem Bild des Lernprozesses als Ein- und Ausatmen. Der Berliner Weiterbildungsprofessor Klaus Döring hat dieses Modell entwickelt, in dem sich der Lernprozess als Spirale mit zwei Schwüngen darstellt. Beim Einatmen nehmen wir neues Wissen auf, öffnen uns den Inhalten. Im zweiten Schritt atmen wir aus, erinnern uns an Erlerntes, geben den Stoff wieder, übertragen ihn und wenden ihn an. So hilft es uns selbst beim Strickenlernen nicht, einem Trainer dabei zuzuschauen, wie er rechts strickt. Auch Anleitungen können wir noch so oft anschauen: Erst indem wir die Technik anwenden und die einzelnen Schritte selbst durchgehen, verstehen wir, wie es wirklich funktioniert – und sich anfühlt. Praxisbuch für Neu- und Quereinsteiger Für diesen zweiten Schritt des Ausatmens gibt es in klassischen Trainings und Seminaren viel zu wenig Zeit, obwohl eigentlich erst dort das wirkliche Lernen beginnt. Harald Groß stellt in seinem Praxisbuch Möglichkeiten und Techniken vor, wie Anfänger und Quereinsteiger lernwirksame Seminare konzipieren und umsetzen können. Dabei geht es um die Grundstruktur von wirksamen Seminaren, die Basis von guten Erklärungen und die Rolle des Fragenstellens. Aber Harald Groß stellt auch aktivierende Methoden und die Wirkung von sogenannten Fachlandkarten vor. Und damit auch das Bearbeiten des Praxisbuches einen größtmöglichen Lerneffekt hat, gibt es zahlreiche digitale Zusatzangebote wie Videos, Arbeitsblätter und Online-Aufgaben. Roter-Reiter-Fazit Wer Menschen für ein Thema wirklich begeistern und einen nachhaltigen Lernprozess in Gang setzen möchte, findet bei Harald Groß einfach durchzuführende Techniken und Methoden, die etwas bewirken. Harald Groß: Lernwirksame Seminare entwickeln und durchführen. Ein didaktisches Praxisbuch für Ein- und Umsteiger. GABAL Verlag, 2022 256 Seiten, 39,90 Euro ISBN 978-3-96739-117-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Alles eine Frage des Mindsets Marcus Kutrzeba hat eine Vision: „Ich habe die Idee von einem Leben, das dem Menschen dienlich ist“, sagt er. „Keine Erwartungen, keine Bewertungen, einfach leben und jeder kann mitmachen.“ Nicht die Gesellschaft, Normen oder Erwartungen aus dem persönlichen Umkreis bestimmten über uns und unser Leben. „Bedürfnisse stehen im Vordergrund und die gute Absicht. Emotion und Tatendrang führen zu Resultaten, die wir uns nicht hätten träumen lassen.“ Einen Masterplan, mit dem wir diese Idee vom sinnerfüllten Leben in die Tat umsetzen können, hat er leider nicht. Aber sehr viele gute Impulse und Anregungen, aus denen wir uns das Beste für unsere individuelle Lage heraussuchen können. Zusammengefasst hat der Führungstrainer seine Ideen in dem Ratgeber „Genial erfolgreich. Wie du mit der richtigen Einstellung im Leben gewinnen kannst“. Die Todsünden des modernen Lebensstils Indianer weinen nicht: Noch immer werden Männern Emotionen abgesprochen oder zumindest wird im Job von ihnen verlangt, dass sie die toughen Strategen und Führungskräfte sind, die auch mal auf den Tisch hauen können. Frauen sind hingegen die hypersozialen Wesen, die mit ihrer mütterlichen Art das Team zusammenhalten. Wenn sie auf den Tisch hauen, sind sie Furien. Diesen Zustand kritisiert Marcus Kutrzeba genauso wie die anhaltende Idee vom Zustand des Glücks. „Konsumieren, Abschalten, Nichtstun – als Ausgleich zur Erwerbsarbeit und den sonstigen Belastungen des Alltags. Diese Bequemlichkeitshaltung ist der Hauptgrund dafür, warum die Menschen nicht das Glück verspüren, nach dem sie streben.“ Nur einige wenige Entwicklungen, die der Autor kritisiert. Veränderungen im Inneren und Äußeren Es ist also alles eine Frage des Mindsets. Und zu einem offenen Mindset, das Selbstwirksamkeit und ein sinnerfülltes Erleben ermöglicht, gibt Marcus Kutrzeba im zweiten Teil des Buches in den Bereichen Emotionen, Wissen, Denken, Bedürfnisse oder auch Kooperation eine Menge Tipps. Dabei wird auch klar, dass wir nicht allein für unser Glück verantwortlich sind. Er zeigt auch, dass die Gesellschaft sich ändern muss, damit wir alle besser, friedlicher und glücklicher miteinander leben können. Deshalb geht es in dem Kapitel „Führung“ nicht nur um die Kompetenz der Selbstführung, sondern er richtet darin auch einen Appell an junge Führungskräfte. Denn „mit den Jahren musste ich feststellen, dass nichts die Unternehmen härter traf als schlechte Stimmung und Konflikte am Arbeitsplatz, viele Krankenstände, eine allgemeine Job-Verdrossenheit oder hohe Mitarbeiterfluktuation“, so der Trainer, „Dagegen halfen auch keine noch so genialen Incentive-Events zur Weihnachtszeit oder zum Jahresauftakt.“ Roter-Reiter-Fazit Wie wollen wir zusammenleben? Was muss ich dafür tun? Und welche Haltung braucht es dafür? Ein Buch voller kluger Gedanken und Anregungen, die wir als Leitfaden für unsere nächsten Schritte in Beruf und Privatleben nutzen können. Marcus Kutrzeba: Genial erfolgreich. Wie du mit der richtigen Einstellung im Leben gewinnen kannst Wiley-VCH, 2022 224 Seiten, 16,99 Euro ISBN: 978-3-527-51109-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Finanzen sind weiblich Mehr als 30 Prozent der über 80 Jahre alten Frauen in Deutschland sind von Armut betroffen, haben also ein maximales Einkommen von 1167 Euro im Monat zur Verfügung. Das zeigt die vom Bundesseniorenministerium geförderte Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+). Das wäre doch ein guter Grund für jüngere Frauen, sich mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen, oder? Tatsächlich ist das Thema Geld seit 2007 bei Frauen der Nummer-eins-Grund für persönlichen Stress. Mehr als 40 Prozent aller Frauen fühlen sich beim Investieren nicht kompetent genug, ganze 44 Prozent der Frauen zwischen 35 und 55 Jahren beschäftigen sich gar nicht mit ihrer privaten Altersvorsorge. Das zeigen zahlreiche Studien von Ernst & Young, KPMG oder PwC. Frauen haben einen anderen Zugang zum Thema Geld, andere private und berufliche Voraussetzungen und spezielle Risiken beim Investieren. Die herkömmlichen Beratungsangebote erreichen Frauen deshalb schlecht. Karolina Decker, Rica Klitzke und Leitha Matz sind die Gründerinnen der ersten Finanzplattform für Frauen – finmarie. Hier erhalten Frauen in Coachings, Masterclasses oder über eine App Informationen und Unterstützung zur Finanzbildung und dem Ausbilden eines positiven Money-Mindsets. Jetzt haben sie mit „Finanzen sind weiblich“ einen Ratgeber veröffentlicht, mit dem noch mehr Frauen einen transparenten Zugang zum Thema Investment erhalten können. Von den Basics bis zur ersten Investition Von Assets und Diversifikation über ETFs bis hin zum Wallet, dem digitalen Portmonee für Bitcoins: In dem Buch bieten die drei Gründerinnen einen angenehm leichten Zugang zur großen Welt der Börse und der Kapitalanlagen. Und das scheint sich zu lohnen. Die Autorinnen verweisen auf Studien, nach denen Frauen „im Schnitt 0,4 Prozent höhere Renditen erzielen als Männer“. Den Grund kennen sie auch: Frauen würden nicht so oft mit Anteilen ihrer Investments handeln und richten ihre Portfolios nichts ständig neu aus, so die Unternehmerinnen. Und: „Frauen widmen sich auch sorgfältiger und ausführlicher der Recherche ihrer Investmententscheidungen.“ Mit diesem Buch können Neueinsteigerinnen step by step ihre persönlichen Recherchen beginnen. Sie starten beim Auflösen von alten und negativen Glaubenssätzen in Bezug auf Geld, gehen weiter mit einem Kurztrip in die Welt der Börse und finden ihren ersten entscheidenden Höhepunkt in der Entwicklung der persönlichen Anlagestrategie und ihres Portfolios. Roter-Reiter-Fazit Ein kompaktes Buch, das Frauen ohne Bullshit-Bingo und unglaubwürdige Versprechungen alles an die Hand gibt, um in eine unabhängige Zukunft zu investieren. Karolina Decker, Rica Klitzke, Leitha Matz: Finanzen sind weiblich. Wie du erfolgreich investierst und finanziell unabhängig wirst. Mit persönlichen Finanz-Tipps der Finmarie-Gründerinnen GABAL Verlag, 2022 232 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-113-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Sprengen Sie diese Businessregeln einfach in die Luft Marktforschung, Organigramme auf Jahrzehnte geplant, Changemanagement-Prozesse in Endlosschleife und strategische Planung am Reißbrett: Business as usal, ohne Rücksicht auf Veränderungen. Mit ihrem Ratgeber „Detonate. Wie Unternehmen schlechte Gewohnheiten durchbrechen und den Wandel einleiten“ zeigen Geoff Tuff und Steven Goldbach, auf welche Methoden und Prozesse Organisationen ohne Verlust sofort verzichten können. Veränderungen im Außen brauchen Veränderungen im Innen „Der Hauptzweck von Detonate besteht darin, Ihnen beim Aufspüren traditioneller geschäftlicher Aktivitäten zu helfen, die infolge der Veränderungen in der heutigen Welt infrage gestellt gehören – und dann andere Vorgehensweisen zu finden“, erklären die Autoren ihr Ziel. Dabei gestehen sie auch eigene Fehler ein, die sie darauf brachten, etwas zu ändern. Vor einigen Jahren sollten sie für einen Kunden die Umsatzziele einer Fastfood-Kette checken, die der Kunde anstrebte zu übernehmen. „Wir hatten angenommen, die Kette würde ihren Platz in einer Welt einnehmen, die genauso aussähe wie am Tag zuvor“, erklären sie. Und so kamen sie zu dem Schluss, dass die kommunizierten Umsatzziele nicht zu erreichen seien, der Preis für die Übernahme also nicht zu hoch ausfallen dürfe. Die Kette ging an einen anderen Anbieter und: Sie ging durch die Decke. Die Fastfood-Kette brach mit der Idee, dass es immer eine eigene Filiale an einem Standort bräuchte. Sie brachte ihre Produkte in Kioske innerhalb von Tankstellen. Zudem wählte sie Produktnamen, die der Bevölkerung zu Herzen gingen, erweiterte die Speisekarte und setzte auf einen exzellenten Kundenservice. Damit hatte niemand gerechnet – und auch nicht mit den finalen Umsätzen. Was hat die Fastfood-Kette richtig gemacht? Sie hat sich in ihren Zielsetzungen am Kundenverhalten orientiert – und das ist der richtige Weg. „Wenn Sie beständig von den Verhaltensweisen abweichen, die zu Ihren Finanzergebnissen führen, nehmen Sie implizit an, die Verhaltensweisen, die in der Vergangenheit zu Ihren Ergebnissen geführt haben, würden einfach im selben Verhältnis oder Muster auch in Zukunft fortgeführt werden“, so die beiden Autoren. Kann das weg? In dem Ratgeber sprengen die beiden Innovations- und Strategieberater alte Vorgehensweisen und Annahmen in die Luft, um neuen, zeitgemäßen Ideen Raum zu geben. An Beispielen zeigen sie, warum die „Umsätze das Letzte sein sollten, worüber Sie sich Gedanken machen“, und wie Finanzpläne auf der Basis von Kundenverhalten erstellt werden können. Und wenn es schiefgeht? Dann haben Sie „zumindest auch ein sofortiges Verständnis dafür, woran Sie bei Ihren Kunden arbeiten müssen“. Mehr zündende Ideen für verschiedene Business-Prozesse finden Sie im Buch. Roter-Reiter-Fazit Ein fundiertes Buch, das sehr unterhaltsam erklärt, warum wir in einer diskontinuierlichen Welt unsere überkommenen Methoden und Geschäftsprozesse in vielen Bereichen anpassen müssen. Geoff Tuff, Steven Goldbach: Detonate. Wie Unternehmen schlechte Gewohnheiten durchbrechen und den Wandel einleiten Wiley VCH, 2022 256 Seiten, 26,99 Euro ISBN: 978-3-527-51114-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Kaffee ist Kaffee – oder? Setze den richtigen Rahmen Starbucks bietet seit seiner Gründung 1971 vor allem eines: Kaffee. Und damit war das junge Unternehmen gar nicht mal so erfolgreich. Was den Durchbruch brachte, war der Rahmen, in dem das braune Gold angeboten wurde. „Starbucks wollte neben den eigenen vier Wänden und dem Arbeitsplatz der ,Third Place‘ werden: der dritte Ort, an dem man sich wie zu Hause fühlte“, so Hermann Scherer. „So wurde ein großer Rahmen, man könnte fast sagen ein Wohnzimmer, um den Kaffeegenuss gespannt.“ In seinem neuen Ratgeber „Find your Frame“ zeigt der Erfolgscoach und Unternehmensberater, wie jeder Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer sich optimal platzieren kann – wenn er nur den richtigen Rahmen für die Inszenierung findet. Finde den passenden Rahmen für deine Inszenierung Das Produkt oder die Leistung kann noch so toll sein: Wenn die Inszenierung, die Botschaft oder die Zielgruppe nicht stimmt, wird der Erfolg ausbleiben. In seinem Ratgeber stellt Hermann Scherer viele Erfolgsgeschichten vor, die durch eine Nachjustierung des Rahmens erst möglich wurden. Die einen vergrößerten ihren Rahmen: Richard David Precht gab es auf, eine Wissenschaftskarriere als Philosoph anzustreben, vergrößerte seinen Radius und wurde zum Alltagsphilosophen für ein Millionenpublikum. Die anderen mussten ihren Rahmen verkleinern, um ihr Expertentum deutlich zu machen: Anstatt einen Bauchladen an Marketing-Leistungen vor sich herzuschieben, spezialisierte sich Felix Beilharz auf Social Media – und gilt darin als anerkannter Experte. Hermann Scherer gibt Impulse für die verschiedensten Branchen und Tipps, wie jeder das findet, was in seinen persönlichen Rahmen gehört. Die Basis: Zu wissen, was man eigentlich gern macht. „Um erfolgreich zu sein, mach bitte auf jeden Fall das, was du gut kannst und gerne tust! Nur der Rahmen, in dem du es tust, und wie du darüber kommunizierst, bedarf möglicherweise einer Anpassung.“ Wie das geht, zeigt der Top-Positionierungs-Experte anschaulich und unterhaltsam. Roter-Reiter-Fazit Ein Buch als Impulsgeber: Wer an seiner Positionierung arbeiten und nicht mehr Zeit gegen Geld tauschen möchte, findet in diesem Buch eine inspirierende Anleitung und Mutmacher-Best-Practices. Hermann Scherer: Find Your Frame. Wie dich der richtige Rahmen zum Glänzen bringt. GABAL Verlag, 2022 200 Seiten, 29,90 Euro ISBN 978-3-96739-112-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### The stage is yours! Florian Gründel hatte 2013 seinen Heureka-Moment: Er war als Teilnehmer auf einer Fortbildung und der Vortrag war vor allem eines: langweilig. Der heutige Digitalisierungsbegleiter konnte das beurteilen, denn als Veranstaltungstechniker hat er unzählige Vorträge, Reden und Auftritte zu den verschiedensten Themen begleitet. Hier konnte er sagen, dass die Performance nicht gut war. Aber woran lag es? „Und auf einmal, aus dem berühmten heiteren Himmel kommend, war mir klar: Person, Inhalt und Technik sind die drei Aspekte, die entscheidend sind für einen Vortrag.“ Aus diesem Heureka-Moment entstand gemeinsam mit Rebekka Ludwig das PIT-Modell: P steht für Person, I für Inhalt und T für Technik. In ihrem Ratgeber „Das PIT-Modell für Präsentationen und Moderationen“ stellen sie die verschiedenen Aspekte, Kompetenzen und Methoden aus den drei Bereichen vor, die man für eine optimale Präsentation benötigt. Wie nutze ich die Bühne für meine Zwecke aus? Stimme, Gestik, Storytelling und bei Online-Vorträgen die beste Kameraeinstellung: Die beiden Speaker besprechen alle Aspekte, auf die es in der Vorbereitung und Durchführung von Vorträgen ankommt. Dabei wird deutlich, wie viel Erfahrung sie haben. So sprechen sie auch über die Bühne als Wirkungsraum. Denn tatsächlich ist es doch so, dass Vorträge in großen Kongresshallen anders aufgezogen werden müssen als im kleinen, intimen Veranstaltungsrahmen. „Große Bühnen sind wie Maschinen“, heißt es da, „groß, voller Technik, mit verschiedenen Ebenen in allen drei Dimensionen.“ Auf kleinen Bühnen gibt es weit weniger Platz und damit auch weniger Raum für Entfaltung. Darauf müssen sich Sprecher vorbereiten. „Die Bühne als Einflussfaktor des Aspekts Technik hat sehr starke Wechselwirkungen mit den Einflussfaktoren des Aspekts Person. Denn alles, was die Person ausmacht, muss auf der Bühne wirken.“ Roter-Reiter-Fazit Ein umfangreicher Ratgeber, in denen sich Vortragende zu allen Themenbereichen erfolgreicher Präsentationen Tipps und Impulse holen können. Rebekka Ludwig, Florian Gründel: Das PIT-Modell für Präsentationen und Moderationen. Person, Inhalt, Technik: praktische Umsetzung in Präsenz und digital. Mit E-Book inside + Online-Material Beltz Verlag, 2022 314 Seiten, 39,95 Euro ISBN: 978-3-407-36811-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### 7 Prinzipien für kundenorientierte Unternehmen Kennen Sie alle Witze über Warteschleifen von Kunden-Hotlines? Alle Geschichten über unfreundliche Mitarbeitende im Kundenservice? Sicher nicht, denn die Liste ist lang. Was vielen Unternehmen nicht klar ist: Wie verheerend schlechter Kundenservice für die Unternehmensentwicklung ist. „Mitarbeitende im Kundenkontakt sind die Vorboten des künftigen Umsatzes, den ein Kunde einbringen kann, wenn er gewillt ist“, sagt Cassandra Schlangen. „Sie besetzen eine Machtposition im Unternehmen, die das Wichtigste, was ein Unternehmen hat, tagtäglich begeistern oder frustriert in die Arme des Wettbewerbs entsenden können: die Kunden.“ In ihrem Ratgeber „Die 7 Erfolgsprinzipien für den Kundenkontakt“ zeigt die Business-Coach für Kundengewinnung, was für ein Schatz Kundenkontakte sind – wenn man weiß, wie er zu heben ist. Nachhaltige Kundenbeziehungen aufbauen Wer soll Produkte und Dienstleistungen kaufen? Kunden. Deshalb ist die Beziehung zu den Kunden so enorm wichtig. Mitarbeitende im Kundenservice haben den direkten Draht zu bestehenden und neuen Kunden – und damit die Kunden in der Hand. Selbst wenn ein Kunde am Telefon ein Produkt reklamieren möchte, bietet sich die Chance, als empathischer Mitarbeiter mit einem offenen Ohr in Erinnerung zu bleiben. „Das Ziel im Kundenkontakt ist es immer, die Beziehung zu stärken, sie robuster zu machen, denn aus sicheren Kundenbeziehungen folgt die Profitabilität: Kein Vertriebserfolg ohne Beziehungserfolg“, so Cassandra Schlangen. Ihre sieben Prinzipien für wertvolle Kundenbeziehungen bauen aufeinander auf, die Basis bildet ein Grundprinzip, das im Kundenkontakt dafür sorgen soll, dass „alle wichtigen Informationen und Daten in jedem Kontakt aktualisiert und ergänzt werden“. In ihrem Ratgeber gibt sie wertvolle Tipps für eine strategische und nachhaltige Vorbereitung auf Kundengespräche, mit der in jedem einzelnen Termin die wichtigsten To-dos erledigt und eine hohe Qualität gehalten werden können. Dazu gehört auch eine bewusst offene Haltung gegenüber dem Kunden: Auch nach dem zwölften Gespräch an einem Tag sollte jeder einzelnen Person vollste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Und eine strategische Aufgabe: Kundendaten immer auf dem Laufenden halten und ergänzen. Denn ein möglichst genaues Profil von Kunden ermöglicht datengetriebenes Marketing. Wie das alles funktioniert, macht Cassandra Schlangen in Videos und Podcasts sichtbar. Zum Ratgeber gehören umfangreiche digitale Zusatzinhalte, die über einen QR-Code auf dem GABAL Campus abrufbar sind. Lernen Sie in „Die 7 Erfolgsprinzipien für den Kundenkontakt“ von Cassandra Schlangen weitere Empfehlungen der Business-Coach für Kundengewinnung kennen. Roter-Reiter-Fazit Ein praktisch angelegtes Handbuch für Führungskräfte und Mitarbeitende im Kundenservice, die mit Strategie wertvolle Kundenbeziehungen aufbauen möchten. Cassandra Schlangen: Die 7 Erfolgsprinzipien für den Kundenkontakt. Wie Sie jede Kundenbeziehung wertvoller machen. GABAL Verlag, 2022 200 Seiten, 32,90 Euro ISBN: 978-3-96739-118-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Jugaad – Machen wir das Allerbeste daraus! Es ist schon länger klar: Deutschland ist kein Innovationsweltmeister. Das zeigte bereits 2019 eine Bertelsmann-Studie, in der mehr als 1.000 Unternehmen aus dem Industrie-Dienstleistungsverbund zu ihren innovationsrelevanten Merkmalen und ihrem Innovationserfolg befragt wurden. Ergebnis: Nur ein Viertel der Unternehmen verfügte über die nötige Innovationskompetenz und -kultur, um ihre Wettbewerbsposition langfristig zu sichern. Und nahezu die Hälfte der befragten Organisationen hat es in den vergangenen Jahren verpasst, ihr Innovationsprofil an neue Bedingungen anzupassen. Und wie machen es andere (besser)? Wen das nicht wundert, ist Gundula Gwenn Hiller. Sie ist ausgewiesene Expertin zu den Themen Interkulturalität und Diversität und sagt, dass ein „Großteil der ‚neu‘ auf den Markt kommenden Produkte nur eine kompliziertere Version von etwas bereits Vorhandenem“ ist. Immer mehr Features verkomplizieren das Ganze, und egal ob Auto, Handy oder Kleidung, die Produkte haben eine immer kürzere Lebensdauer, so Hiller. Ihr Lösungsvorschlag: Lasst uns nach Indien schauen. Dort leben viele Menschen in großer Armut und sind darauf angewiesen, das Beste aus dem zu machen, was da ist – und das ist nicht viel. Dafür gibt es ein Wort in Hindi: Jugaad. Es bedeutet, innovative Lösungen auf komplexe Herausforderungen im Alltag zu finden und dabei möglichst wenig Ressourcen zu benötigen. Für eine nachhaltige Gestaltung unserer Welt ist dieses Prinzip sehr viel wert, denn es kann zum Innovationstreiber werden und Produkte sowie Systeme schaffen, die ohne Rücksicht auf den Profit einen wirklichen Mehrwert haben. Embrace: Wenig Kosten – hoher Nutzen Ein Beispiel ist der Embrace-Babywärmer, der bereits vielen Kindern in ärmeren Ländern das Leben gerettet hat. Dort fällt auch in Metropolen immer wieder für längere Zeit der Strom aus, weshalb Inkubatoren für Früh- und Neugeborene auch immer wieder ausfallen. Das Start-up Embrace entwickelte eine Art Wärme-Schlafsack, der mit Akku betrieben werden kann. Eine spätere Version kann mit heißem Wasser warmgehalten werden. Diese Innovation ist nicht nur kostengünstiger und in Entwicklungsländern finanzierbar, der Schlafsack ist im Gegensatz zum Inkubator auch mobil. Hier zeigt das Prinzip Jugaad, was es kann, wenn wir offen für flexible, neuartige Lösungen von Problemen sind. „Vielleicht haben wir uns in den letzten Jahren viel zu sehr auf unsere Brainpower verlassen“, sagt Gundula Gwenn Hiller. „Im Bauch, bzw. metaphorisch gesehen im Herzen, sitzen Leidenschaft, Intuition und Empathie.“ Roter-Reiter-Fazit In ihrem Buch „Was wir von anderen Kulturen lernen können“ stellt Gundula Gwenn Hiller weitere Kulturtechniken, Weisheiten und Prinzipien aus aller Welt vor, die wir für einen nachhaltigere Wirtschaft und Welt nutzen können. Gundula Gwenn Hiller: Was wir von anderen Kulturen lernen können. Für neue Perspektiven auf uns und die Welt. GABAL Verlag, 2022 208 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-96739-115-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### How-to: Virtuelles Lernen Als 2020 die Corona-Pandemie die ganze Welt lahmlegte, traf das vor allem den Vertrieb hart. Plötzlich waren Kunden nicht mehr erreichbar, Präsenztrainings nicht mehr möglich. Der Kontakt und die mühsam aufgebaute Beziehung rissen quasi von einer Sekunde zur nächsten ab. Auch Jeb Blount war überrascht. Mehr als 300 Tage im Jahr war der Vertriebsprofi mit seinem Team weltweit unterwegs gewesen, um Mitarbeiter zu schulen und Unternehmen zu beraten. Für ihn war der direkte Kontakt zu seinen Kunden ein unumstößliches Erfolgsrezept. Und dann kam Corona. „Dreihundert Jahre lang hatten sich die Remote-Learning-Wellen nur langsam aufgebaut und auf vielen Umwegen die Küsten erreicht“, sagt er, „2020 türmten sie sich zu einem Tsunami auf, der mit voller Wucht über uns hereinbrach und die grundlegende Überzeugung, Präsenztraining sei das einzig Wahre, mit sich riss.“ Jeb Blount besann sich sehr schnell und fand seinen eigenen Weg, um seine Kunden in einer virtuellen Lernumgebung optimal zu erreichen – und entdeckte dabei die Vorteile des virtuellen Lernens. In seinem Buch „Virtual Trainings“ zeigt er, wie sich Schritt für Schritt nachhaltig wirksame virtuelle Trainings erstellen lassen. Eine virtuelle Trainingswelt ist möglich Wer gute virtuelle Trainings durchführen möchte, benötigt das richtige Mindset, den psychologischen Background, Kommunikations-Skills und muss den professionellen Umgang mit der Technik beherrschen. Was Blount klarmacht: Wer immer noch im Kopf hat, dass Präsenztrainings das einzig Wahre sind, wird im Kopf niemals frei genug sein, um sich auf das virtuelle Lernen einlassen zu können. Ein praktisches Beispiel dafür ist das Augenkontakt-Paradoxon. Eine wichtige Technik, um in einer Schulung Kontakt zu den Teilnehmenden aufzubauen und Aufmerksamkeit zu erregen, ist ein stetiger Augenkontakt. Das ist in einem virtuellen Training aber nicht möglich. Wer die Teilnehmenden anschaut, schaut nicht in die Kamera. Um tatsächlich den Blickkontakt aufzunehmen, muss der Trainer in die Kameralinse schauen – schaut dann aber tatsächlich an den Teilnehmenden vorbei. „Sobald Sie den Blick abwenden, versucht das Gehirn Ihrer Schulungsteilnehmer, sich einen Reim auf das Geschehen zu machen und die Leerstellen zu füllen“, erklärt Blount. Der Beziehungsfaden reißt ab, die Teilnehmenden verlieren die Aufmerksamkeit. Wer das versteht und sich dazu entscheidet, dieses Paradoxon aufzulösen, der macht den ersten Schritt zu einem erfolgreichen virtuellen Training. „Wenn sich die Lernenden persönlich angesprochen fühlen, fühlen sie sich in Ihrem virtuellen Klassenzimmer wohler und bringen sich aktiv in den Unterricht ein“, so Blount. Roter-Reiter-Fazit Vom Mindset über psychologische Strategien bis hin zu Technik-Tipps: ein praktisches Handbuch, das ein klarer Leitfaden zur Gestaltung und Durchführung von virtuellen Trainings ist. Jeb Blount: Virtual Trainings. So gestalten Sie mitreißende Online-Schulungen mit nachhaltigen Lerneffekten Wiley VCH, 2022 240 Seiten, 21,99 Euro ISBN: 978-3-527-51118-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Traumjob Datenmüll-Recycler? Coden, das muss man können, oder? In den vergangenen Jahren entstanden viele Coding-Projekte und ganze Schulen, um bereits Kindern diese Kompetenz spielerisch näherzubringen. Wer coden kann, so das Versprechen, der ist ganz nahe dran an der Zukunft der Arbeit. Wirklich? Denken wir etwas größer. Bereits 2017 sagte der damalige GitHub-CEO Chris Wanstrath: „The future of coding is no coding at all.“ Wenn wir eine künstliche Intelligenz haben, die uns Programme coded, brauchen wir sie uns nur noch per Drag & Drop auf den Bildschirm zu ziehen. Das Coden per Hand wird dann zur Schreibmaschine des 21. Jahrhunderts. „Wir sollten unseren Kindern nicht das Programmieren von Algorithmen, sondern das Programmieren ihres Gehirns beibringen“, sagt Keynote-Speaker Dennis Fischer. Think positive In seinem Buch „Future Work Skills“ zeigt er, welche Soft Skills tatsächlich gefragt sein werden, wenn repetitive Tätigkeiten durch Maschinen und Roboter ersetzt werden und virtuelle Assistenzen unsere Termine koordinieren. Wir könnten natürlich in Panik verfallen und von dem Wegfall Abertausender Arbeitsplätze sprechen. Wir können aber auch gespannt und positiv in die Zukunft schauen und überlegen, welche unserer Stärken wohl in den Jobs der Zukunft benötigt werden. Denn: Wo viele Berufe wegfallen, wird es auch neue Berufsfelder geben. Wie wäre es beispielsweise, als Datenmüll-Recycler zu arbeiten? Daten sind das Gold unserer Zeit – und manche sind zu schade zum Wegwerfen. „Das ist definitiv ein Job, der viel Liebe zum Detail erfordert und ein gutes Gespür dafür, welche Daten in Zukunft noch wichtig werden könnten und welche nicht“, sagt der Autor. Never stop learning Dennis Fischer lädt dazu ein, sich einen Überblick über die Future Work Skills zu verschaffen und mit dem Future Fitness Check zu entdecken, was vielleicht schon alles an Kompetenzen da ist. Ein Skill bzw. eine Haltung, die wir uns alle angewöhnen müssen, ist das lebenslange Lernen: Future Work Skills werden nicht einmalig erarbeitet und dann in den Lebenslauf eingetragen. Dennis Fischer vermittelt in seinem Buch, dass wir an die Frage „Was möchte ich arbeiten?“ in Zukunft ähnlich offen, kreativ und visionär herangehen müssen wie an die Frage „Wie will ich leben?“. Hier ist der Weg das Ziel, die Anstellung auf Lebenszeit gibt es wahrscheinlich bald nicht mehr. Roter-Reiter-Fazit Welche Kompetenzen werden gebraucht? Wie eigne ich sie mir an? Und was soll bitte die Aufgabe eines Datenmüll-Recyclers sein? Dennis Fischer zeigt uns im Jetzt und Hier, wie wir uns auf die Zukunft des Arbeitens vorbereiten können. Dennis Fischer: Future Work Skills. Die 9 wichtigsten Kompetenzen für deine berufliche Zukunft. GABAL Verlag, 2022 224 Seiten, 19,99 Euro ISBN 978-3-96739-098-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.         ### Führungscoaching to go Der Wochenend-Workshop, die Zusatzausbildung für Führungskräfte oder das zertifizierte Online-Seminar: Coachings für Führungskräfte können sehr vielfältig sein. Sie unterscheiden sich in der zeitlichen Ausgestaltung, der Intensität und im Themenschwerpunkt. Was aber viele Coachings eint: Die Inhalte sind schwer in die Praxis übersetzbar. Mal bewegen sich Coachings zu sehr auf der Meta-Ebene, dann sind sie wieder zu theoretisch – und in dem Moment, wo man als Führungskraft Hilfe benötigt, fehlt das Know-how. In ihrem Ratgeber „Führungscoaching to go“ füllt Maren Lehky diese Lücke und bietet Tool, Strategien und Soforthilfen für den Moment. Experten-Tipp: Sehen und gesehen werden Tricks für Erfolgsstimmung im Team, Strategien für Führungskräfte im Remote-Modus oder Ideen für Krisengespräche: Alle Infos sind klar auf den Punkt gebracht und umgehend anwendbar. Ein weiterer thematischer Fokus in dem Buch der Trainerin sind die Empfehlungen für den persönlichen Erfolg der Führungskräfte. Um als weibliche Führungskraft sichtbar zu sein, empfiehlt die Unternehmensberaterin beispielsweise, sich Zeit zu nehmen, um in Meetings anzukommen. „Frauen, und dazu neigte ich als Topmanagerin auch immer, sind so durchgetaktet, dass wir gerade eben rechtzeitig zum Termin kommen und dann ganz busy wieder raushuschen.“ Das sieht sehr geschäftig aus, aber ist es klug? „Männer scheinen dabei deutlich entspannter zu sein, und sie wissen um die wichtigen Minuten, um Allianzen zu schmieden, mit den Richtigen gesehen zu werden, um Meinungen zu synchronisieren oder Mehrheiten zu organisieren.“ Kurz vor dem Meeting können entscheidende Gespräche geführt werden, in letzten Small Talks erfährt man etwas über die Stimmung in den Teams oder Neuigkeiten. Ein simpler Trick mit großer Wirkung ist also: Mehr Raum für weniger Termine und größeren Einfluss. Roter-Reiter-Fazit Maren Lehky gibt in „Führungscoaching to go“ die kleinen strategischen Tipps und Empfehlungen, die in großen Coaching-Angeboten für Führungskräfte untergehen. Aber: Genau die haben die größte Wirkung. Maren Lehky: Führungscoaching to go. Schnelle Antworten auf konkrete Fragen im Alltag Campus Verlag, 2022 239 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593516158 Jetzt auf managementbuch.de bestellen.   ### Wie arbeite ich mit der Generation Z? Ob als Personaler, Organisationsentwickler oder im Marketing: Es weht ein neuer Wind, seit die Generation Z auf dem Arbeitsmarkt gekommen und Teil der Konsumwelt ist. Und das macht die Kommunikation aktuell noch schwierig, denn es fehlt die gemeinsame Erfahrung als Basis. In ihrem Buch „Gen Z. Für Entscheider:innen“ geben Annahita Esmailzadeh, Yael Meier, Stephanie Birkner, Julius de Gruyter, Hauke Schwiezer und Jo Dietrich einen umfassenden Einblick in die Wertewelt der nächsten Generation und zeigen, wie Entscheider die Stärken und Interessen der jungen Menschen nutzen. Erfahrungshorizonte erkennen Unter der Generation Z versteht man Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Was diese Generation so besonders macht: Sie ist quasi mit dem Internet, Smartphones und Social Media groß geworden. Und damit hat sie viele – analoge – Erfahrungen nicht gemacht. Es ist die Generation, die das Münztelefon für ein Relikt aus der Zeit der Großeltern hält. Dabei ist es nur wenige Jahr her, als eine Guthabenkarte für das öffentliche Telefon für so manchen ein Retter in Not war. In ihrem Buch zeigen die Autoren auf, wie anders die Erlebniswelt dieser Generation ist und welche Erfahrungen ihnen fehlen, um so manche Entwicklung in ihrer Brisanz zu verstehen. Dass wir heute langwierige Sicherheitschecks am Flughafen über uns ergehen lassen, ist vor allem auf den 11. September 2001 zurückzuführen ­– für die Generation Z ein Datum aus dem Geschichtsbuch. Digitale Natives verstehen Während Menschen, die wenige Jahre vor ihr geboren wurden, den Wechsel von einer analogen in eine datengetriebene digitale Welt live mitverfolgen konnten, startete die Generation Z bereits im Netz. So ist ihr Zweitwohnsitz das Internet. Über soziale Kanäle ist sie mit der ganzen Welt in Kontakt, sie kennt das Empowerment von Kampagnen, die über Instagram und TikTok eine große Reichweite haben, und sie weiß, wie sie sich Gehör verschafft. Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Individualismus sind in ihrem Wertekanon fest verankert. Dass Selbstliebe auch narzisstische Züge tragen kann und der Yoga-Trip nach Indien Emissionen freisetzt, steht in einem Spannungsverhältnis zu den ethischen Ansprüchen der Generation – und diese Spannung ist wiederum ein tolles Thema, um mit der Community darüber zu diskutieren. Das Internet und seine Möglichkeiten: „Es steht vor der Klammer mit all den Ungereimtheiten und Gegensätzen, die in Gesprächen mit Kenner:innen einzelnen Vertreter:innen der Spezies Z auftauchen“, so die Autoren. Potenzial nutzen Aus dieser neuen Perspektive ergeben sich für die Generation Z auch ein neues Selbstverständnis und Ansprüche an ihre Lebens- und Arbeitsgestaltung. Wenn Influencer mit wenigen Werbekooperationen ein hohes Einkommen erwirtschaften, kommen schnell Zweifel auf, ob Lehrjahre wirklich keine Herrenjahre sein können. Zeit und Selbstbestimmung sind die neuen Währungen, weniger der Firmenwagen und der Titel an der Bürotür. Der Ratgeber gibt sehr detaillierte Einblicke, wie Unternehmen die Leistungsträger der nächsten Generation erreichen – aber zeigt auch, wie Organisationen sich verändern müssen, um mit dieser Generation erfolgreich in die Zukunft gehen zu können. Roter-Reiter-Fazit Ein wertvoller Ratgeber für Personal- und Organisationsentwickler sowie Führungskräfte, die das enorme Potenzial und die Visionen der Generation Z nutzen möchten. Gen Z. Für Entscheider:innen: Annahita Esmailzadeh (Hg.), Yael Meier (Hg.), Stephanie Birkner (Hg.), Julius de Gruyter (Hg.), Hauke Schwiezer (Hg.), Jo Dietrich (Hg.) Campus Verlag, 2022 192 Seiten, 20 Euro ISBN 9783593516264 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### DSGVO umsetzen: Haben Sie alles im Blick Haben Sie zu jeder Zeit Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten zur Hand? Haben Sie Ihre ToMs im Griff? Die Datenschutz-Grundverordnung ist längst in deutschen Unternehmen angekommen, ihre Einhaltung bedarf aber einer ständigen Kontrolle, Optimierung und Nachbesserung. Wer neu in eine Position gelangt, in der das Thema Datenschutz eine Rolle spielt, sollte sich umgehend die grundlegenden Begriffe und Regeln einer rechtlich einwandfreien Umsetzung aneignen. Der Datenschutzbeauftragte Achim Barth bietet mit seinem Ratgeber „DSGVO richtig umsetzen“ einen solchen Rundum-Einblick. Er definiert die wichtigsten Begriffe und zeigt, welche To-dos in der Umsetzung oberste Priorität haben. Anhand des Buches können die Aufgaben zur Umsetzung der DSGVO Schritt für Schritt nachvollzogen und schließlich angegangen werden. Fazit Eine praktische Einführung in das weite Feld der DSGVO, die vielen die Furcht vor der Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen nehmen kann. Achim Barth: 30 Minuten DSGVO richtig umsetzen GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-121-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Preise verhandeln: Mindset ist alles Es gibt sehr günstige Kaffeemaschinen. Und dann gibt es Siebträgermaschinen. Nun steht der Verkäufer vor dem Kunden und ihm steht der Schweiß auf der Stirn, weil der Kunde wissen möchte, warum er für eine Maschine, die ihm morgens lediglich einen Kaffee zubereitet, einen vierstelligen Betrag ausgeben soll. Die Person ist kein schlechter Verkäufer, sie hat lediglich ein Mindset-Problem. Verkaufstrainer Oliver Schumacher zeigt in seinem Ratgeber „Preisverhandlung“, wie Verkäufer in die Position kommen, Preise gar nicht rechtfertigen zu müssen. Denn: „Es ist nicht der Preis, der zählt, sondern die Gegenleistung.“ Wer souverän erklären kann, warum das Produkt seinen Preis wert ist, der wird in Preisverhandlungen auch nicht mehr das Gefühl haben, sich ständig erklären zu müssen. Fazit Ein Ratgeber, der wertvolle psychologische und strategische Tipps gibt, wie Verkäufer auf Augenhöhe Preise verhandeln und ein Produkt gut aussehen lassen. Oliver Schumacher: 30 Minuten Preisverhandlung GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-125-1 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Ökologisch investieren „Wir teilen uns Autos, essen vegan, protestieren gegen den Klimawandel und nehmen den Jutebeutel mit zum Einkaufen. Doch dass unser eigenes Geld treibhausgasintensive Unternehmen finanziert, ist uns egal?“, fragt Finanzcoach Jennifer Brockerhoff. Tatsächlich denken wir beim Thema Geldanlage und Investment noch viel zu selten an die enormen Auswirkungen unseres Handelns auf dem Finanzmarkt. In ihrem Ratgeber „Nachhaltige Geldanlagen“ zeigt Jennifer Brockerhoff verständlich und prägnant, auf welche Merkmale wir achten sollten, wenn wir unser Geld nachhaltig investieren möchten, und erklärt, wie wir Greenwashing erkennen. So erweitern sich unsere Bemühungen hin zu einer nachhaltigen Lebensweise auf einen Bereich mit großer Hebelwirkung: Finanzmarktakteure bekommen so eine deutliche Signalwirkung und sind so zunehmend gezwungen, neue nachhaltige Wege zu beschreiten. Fazit Ein Ratgeber mit präzisen Tipps und Ratschlägen für Menschen, die nachhaltig investieren möchten, und für Fortgeschrittene, die ihr Finanzportfolio anpassen wollen. Jennifer Brockerhoff: 30 Minuten Nachhaltige Geldanlagen GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-123-7 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Metaverse: Wo analoge und virtuelle Welten verschmelzen Es ist in aller Munde – und doch versteht kaum jemand genau, was es ist: Das Metaverse soll das Next Big Thing und die nächste Evolutionsstufe des Internets sein. „Es gibt nur ein Metaverse, so wie es nur ein Internet gibt. Es ist immer aktiv, lässt sich nicht abschalten und wird von niemandem kontrolliert“, sagt Collin Croome, Experte für Zukunftstrends und Internet-Pionier. In seinem Ratgeber „Metaverse“ stellt er die Vision eines grenzenlosen virtuellen Raums vor, der von niemandem kontrolliert wird und in dem wir uns bewegen können, um zu reisen, uns auszutauschen oder uns mit den Kolleginnen im Meeting zu treffen. Dabei soll der Besuch im Metaverse mittels VR- und AR-Technik eine körperliche Erfahrung sein, sodass Realität und virtuelle Welt miteinander verschmelzen. Alles nur ein Traum? Collin Croome zeigt, wie die aktuelle Entwicklung aussieht und was in naher Zukunft alles möglich sein könnte. Fazit Metaverse ist nicht Facebook: Collin Croome stellt die Vision und Entwicklungsgeschichte des Metaverse aus einer objektiven Perspektive dar und zeigt, wie die digitale Welt unsere Gesellschaft nachhaltig verändern könnte. Collin Croome: 30 Minuten Metaverse GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-127-5 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Im Auge des Orkans: Krisen meistern Eine Krise ist eine schwierige Zeit oder Situation, in der wir in irgendeiner Art herausgefordert werden – und die wir gestärkt oder zumindest unbeschadet überstehen möchten. Eine solch kritischer Moment ist immer mit Stress verbunden, denn am liebsten würden wir in den Fluchtmodus wechseln und den Schauplatz einfach verlassen. Schon längst ist die Krise aber zum Normalzustand geworden, in dem wir uns als Gesellschaft befinden – und das geht nicht spurlos an uns als einzelnem Individuum vorbei. In ihrem Ratgeber geben Matthias Spörrle, Oliver Herrmann und Rainer Klose wertvolle Tipps, wie wir uns im Krisenmodus auf unsere inneren Stärken berufen und uns auf das Positive fokussieren. Was dabei niemals fehlen darf: Gemeinschaft. Eindrucksvoll zeigen sie, wie wir aus festen sozialen Strukturen im Privatleben, aber auch im Beruf Kraft ziehen können. Dazu gibt es Tipps zur Lebensgestaltung und zu einer krisenfesten Organisationskultur. Fazit Ein thematisch vielseitiges Buch, das inspirierende Ratschläge zu einer positiven Lebens- und Arbeitsgestaltung gibt, die auch in der Krise Bestand hat. Matthias Spörrle, Oliver Herrmann, Rainer Klose: 30 Minuten Mit starker Psyche Krisen meistern GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-126-8 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Kopf an, Emotionen aus: Sicher investieren Vielleicht gehören Sie zu den Arbeitnehmern, die sich bang fragen: Was kommt wohl nach der Pensionierung? Vielen jüngeren Angestellten ist klar: Die Rente wird auf jeden Fall nicht reichen. Aber was tun? Das Geld bei einem historischen Niedrigzins und Inflation auf das Sparkonto oder direkt unter das Kopfkissen legen? Wie wäre es denn lieber mit Investieren? Was für die einen noch immer den Beigeschmack von Wall Street und Unmoral hat, ist für die anderen schon längst eine bedeutende Säule der Altersvorsorge geworden. „Was für viele wie ein Glücksspiel klingt, ist – wie historische Analysen bestätigen – mit der richtigen Strategie und ohne Emotionen eine sichere Art, sein Geld langfristig zu vermehren“, sagt Mona Schnell. Die Journalistin beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem Thema der Altersvorsorge und ist so auf den Finanzexperten Nils Steinkopff und seine Investment-Methode gestoßen. Gemeinsam zeigen sie in ihrem Ratgeber „Sicher investieren“, wie jeder mit dem nötigen Wissen die ersten erfolgreichen Schritte an der Börse machen kann. Fazit Ein kurzweiliges Buch, das ohne unnötige Expertenbegriffe vermittelt, wie – und vor allem wo – jeder sinnvoll Geld für eine sichere Zukunft anlegen kann. Nils Steinkopff, Mona Schnell: 30 Minuten Sicher investieren GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96740-225-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Der Zukunft zugewandt ins Machen kommen „Hätte ich damals einen besseren Notendurchschnitt gehabt, hätte ich vielleicht den Medizin-Studienplatz erhalten. Und hätte ich damals dieses Praktikum durchgezogen, hätte ich vielleicht ein Stellenangebot bekommen. Und wäre ich nur etwas taffer, wäre die offene Stelle in der anderen Abteilung vielleicht an mich gegangen.“ – Wer kennt sie nicht, diese Tagträume nach dem Motto „Hätte, hätte, Fahrradkette“? „In Gedanken um Vergangenes zu kreisen kann hilfreich sein, wenn man dadurch etwas lernt. Nur leider kommt es oft nicht dazu, weil sich das Grübeln darin erschöpft, gegen die Realität zu kämpfen“, sagt Coach Gitte Härter. Wenn wir uns ständig selbst bemitleiden oder uns emotional in schlechte Erinnerungen hineinsteigern, verlieren wir den Blick auf die Gegenwart, auf Positives und in die Zukunft. Die Trainerin stellt in ihrem Ratgeber „Schluss mit Mimimi“ Methoden vor, mit denen wir aus der Gedankenspirale herauskommen und die Kraft der Selbstwirksamkeit entdecken. Fazit Ein Ratgeber voller praktischer Tipps, wie wir ins Machen kommen, anstatt der Vergangenheit nachzuhängen, und mit Altem in Frieden abschließen können. Gitte Härter: 30 Minuten Schluss mit Mimimi GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-119-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Shift of Perspective: Die Lösung liegt im Problem Stellen Sie sich vor, Sie vergessen einen wichtigen Termin. Sie ärgern sich sehr, sehen die Schuld bei sich selbst – und gehen dann zum Alltag über. Nur eine Woche später passiert es Ihnen wieder und Sie vergessen die Elternversammlung Ihres Schulkindes. Was können Sie nun tun? Möglich wäre, sich immer wieder selbst – oder jemand anderem – die Schuld zu geben und sich ganz fest vorzunehmen, die Elternversammlung in sechs Monaten auf gar keinen Fall zu verpassen. Eine andere Möglichkeit ist es, der Ursache auf den Grund zu gehen. Kriminologin und Edutainerin Viola Möbius stellt in ihrem Ratgeber die AOE-Methode vor, die Probleme nicht als Hürde, sondern als einen Weg zur Optimierung betrachtet. Sie zeigt, wie der Dreischritt aus „Analysieren – Optimieren – Entscheiden“ funktioniert und wie Sie diese Methode in Ihren Alltag integrieren. Und dann liegt die Lösung für verpasste Termine vielleicht darin, zu erkennen, dass die Familie ein Organisationstool benötigt, weil der Mental Load zu hoch ist. Und dann klappt es auch mit der nächsten Elternversammlung. Fazit Viola Möbius verändert den Blick, indem sie Probleme zu Lösungen macht. Ein kluges Buch, das die AOE-Methode auf den Punkt und praxisbezogen vorstellt. Viola Möbius: 30 Minuten Problem-Detox GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-124-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Werden Sie gefunden: Das Potenzial von Karrierenetzwerken Die berufliche Neuorientierung, Stellensuche nach der Kündigung oder die Suche nach neuen Herausforderungen: Nie war es einfacher, von Recruitern oder potenziellen Arbeitgebern gefunden zu werden. Voraussetzung ist ein optimiertes und aussagekräftiges Profil in einem Karrierenetzwerk. Dort haben Arbeit- und Projektsuchende die Möglichkeit, ihr Profil als Experten oder Fachkräfte zu schärfen und auf einem Blick zu zeigen, was sie können. Verzichten sollte niemand auf den Eintrag im Karrierenetzwerk, denn: Ein Großteil der offenen Stellen wird nicht öffentlich ausgeschrieben. Headhunter sind im Netz hingegen ohne Pause auf der Suche nach Leistungsträgern und klugen Köpfen. Karriereberaterin Silke Grotegut stellt in ihrem Ratgeber die wichtigsten Karrierenetzwerke vor und erklärt, wie diese die Zukunft der Personalarbeit mitprägen. Zudem gibt sie wertvolle Tipps, wie Personal Branding funktioniert und wie das Prinzip strategisch genutzt wird. Fazit Silke Grotegut gibt einen kompakten Überblick über die Funktionsweise von Karrierenetzwerken und wie diese ohne großen Aufwand für die Jobsuche genutzt werden können. Silke Grotegut: 30 Minuten Karriere machen mit XING, LinkedIn & Co. GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-120-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Entdecken Sie Ihr 1-Milliarden-Dollar-Potenzial Sie können nicht gut zeichnen? Wenn Sie ein Talent zum Coden haben, dürfte das kein Problem sein. Oder fällt Ihnen wiederum das Rechnen schwer? Wenn Sie Bildender Künstler sind, müsste auch das eine überwindbare Hürde sein. In beiden Fällen gilt: Unsere Stärken zeigen uns den Weg zur Potenzialentfaltung – nicht unsere Schwächen. „Betrachten Sie Ihre Stärken als Ihre größten Vermögenswerte. Betrachten Sie Ihre Schwächen als Aufwendungen, die Sie minimieren müssen. Dann schauen Sie, wie sehr Sie Ihre ganz persönlichen Vermögenswerte mehren können“, heißt es in der neusten Auflage des Standardwerkes „Erkenne deine Stärken. Der Strengthsfinder 2.0“. Was ist die Basis Ihres Erfolgs? Der Strengthsfinder ist eine Methode des Psychologen Don Clifton. Bereits in den frühen 1950er-Jahren setzte er sich damit auseinander, wie wichtig es ist, auf die positiven Eigenschaften zu schauen und sich in der Persönlichkeitsentwicklung auf diese zu konzentrieren. Er entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup verschiedene Tests, mit denen Menschen ihre ganz persönlichen Stärken entdecken können. Clifton unterschied zwischen 34 Persönlichkeitstypen, deren individuelle Zusammensetzung die einzigartige Persönlichkeit eines Menschen formt. Das Resultat der Forschungsarbeiten ist der Gallup Strengthsfinder: Mit diesem Test kann jede Person ihre fünf größten Stärken entdecken. Machen Sie den Talent-Test Mit dem Kauf des Buches „Erkenne deine Stärken. Der Strengthsfinder 2.0“ erhalten Sie den Zugang zum Online-Test. Der Talent-Test kann nur einmalig durchgeführt werden und legt Ihre Top-5-Talente offen. In dem Buch erhalten Sie anschließend tiefgehende Informationen zu Ihren Fähigkeiten, welches Potenzial diese mit sich bringen und wie Sie diese fördern. Wer mit den Erkenntnissen des Tests arbeitet und sich auf seine Stärken konzentriert, kann sein Talent in herausragenden Business-Projekten, kreativen Arbeiten oder in sozialem Engagement einsetzen – um dort zu wirken, wo es notwendig ist. Fazit Ein praktisches Handbuch, um die eigene Persönlichkeit zu analysieren, Talente zu entdecken und an der individuellen Karriere zu arbeiten. Gallup: Erkenne deine Stärken. Der Strengthsfinder 2.0 Campus, Frankfurt/Main 2022 195 Seiten, 22 Euro ISBN: 9783593516257 Bei managementbuch.de bestellen. ### Selection Bias: Raus aus der Bubble – rein in den Change Wir Menschen sind selten veränderungsfreudig. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es für viele undenkbar, während des Autofahrens einen Sicherheitsgurt zu tragen. Ein Aufschrei ging durch die Nation, als das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen und Büros verboten wurde. Und aktuell tun wir uns mit dem Gendern, Energiesparen und dem Wechsel vom Auto aufs Rad schwer. Die Sache ist nur die: Der Wandel kommt meist, ob wir ihn wollen oder nicht. Deshalb ist es effizienter, ihn als gegeben hinzunehmen und mit ihm zu arbeiten – statt gegen ihn. Susanne Nickel zeigt in ihrem Ratgeber „Knack den Change-Code!“, wie wir in eine positive Change-Haltung kommen. Is this the real life? Was uns in einem Change-Prozess oftmals im Weg steht, ist der sogenannte Selection Bias. Der Begriff der Selektionsverzerrung kommt aus der Statistik und beschreibt die Verzerrung von statistischen Umfrageergebnissen, wenn nicht auf eine zufällige, unterschiedliche Stichprobennahme geachtet wird. Dann wird das Ergebnis verzerrt. Und dieser Effekt ist auch im täglichen Leben zu beobachten: Wir bewegen uns in sozialen und gesellschaftspolitischen Blasen. Unsere Meinung bilden wir uns dabei aus dem, was wir in diesem (eingeschränkten) Umfeld wahrnehmen. Unser ganzer Lebensweg kann durch diese Selektionsverzerrung geprägt sein: Wer aus einer Arztfamilie stammt, wird signifikant häufiger auch einen medizinischen Beruf wählen als Menschen, die keinen solchen familiären Background haben. Und leider gilt es auch in die andere Richtung: Wer sozial benachteiligt ist, hat eine völlig andere Wahrnehmung als eine Person aus einer Arztfamilie. Unsere dadurch geprägten Meinungen und Werte nehmen wir dann zumeist als „Wahrheit“ und „Realität“ an. Objektive Analyse statt emotionaler Betrachtung Wer Veränderungen im Leben oder im Beruf erreichen möchte, muss aus dieser Wahrnehmung heraustreten, Meinungen und Glauben kritisch und möglichst objektiv hinterfragen. Susanne Nickel hat mit dem Change-Code eine einfache Methode geschaffen, mit der dieser Prozess begleitet werden kann. Ziel ist es, einer positiven Situation in der Zukunft immer näher zu kommen. Wer in seinem Job leidet, möchte wahrscheinlich seine Situation verändern. Der Change-Code hilft dabei, Risiken und Chancen objektiv gegeneinander abzuwägen und Teilschritte zu identifizieren, wie man dem Ziel – ein neuer Job, der besser passt – näher kommt. Durch diese rationale Herangehensweise ist es möglich, emotionale Vorannahmen wie „Ich finde sowieso nichts Besseres“, „Es liegt an mir“ oder „Für meinen Traumjob bin ich zu unterqualifiziert“ zu durchbrechen und einen neuen Zugang zu finden. Fazit Ein starker Ratgeber für alle, die den großen, unübersichtlichen Change-Prozess leid sind und Schritt für Schritt in die bewusste (Wahrnehmungs-)Veränderung gehen möchten. Susanne Nickel: Knack den Change-Code! Mit Leichtigkeit Zukunft gestalten. GABAL Verlag GmbH, 2022 176 Seiten, 19,90 Euro ISBN 978-3-96739-101-5 Bei managementbuch.de bestellen. ### Appreciative Inquiry: Wertschätzende Teamarbeit  „Wer will denn schon 40 Jahre lang jede Woche 40 Stunden seiner Zeit vermieten, nur um den Lohn überwiesen zu bekommen?“, fragte vor Kurzem Wirtschaftsphilosoph Frédéric Laloux in einem Interview. Während früher galt, dass Arbeit Arbeit ist und Freizeit eben Freizeit, gibt es diese Trennung heute nicht mehr. Wer Probleme im Job hat, der fühlt sich auch nach dem Feierabend nicht besser. Und für eine Organisation zu arbeiten, deren Ziele man als unethisch oder einfach nicht sinnvoll erachtet, kommt für immer mehr Menschen nicht infrage. Was sich hier abzeichnet, ist ein neues Verständnis von Arbeit – sie soll sinnstiftend sein und unseren Werten entsprechen. Und genau so soll auch die Zusammenarbeit im Team sein: wertschätzend. Define & Discover Organisationen müssen diesen Anspruch an eine wertschätzende und sinnstiftende Arbeitsethik wahrnehmen und darauf reagieren. Das ist auch notwendig, weil Werte wie Nachhaltigkeit, Diversität und Achtsamkeit immer wichtigere Faktoren im Recruiting werden. Wer als Arbeitgeber nicht überzeugen kann, wird im Kampf um die Talente das Nachsehen haben. Suresh Srivastva und David Cooperrider von der Fakultät für soziales Unternehmertum an der Weatherhead School of Management haben mit „Appreciative Inquiry“ (AI) ein Tool geschaffen, mit dem Teams eine wertschätzende Atmosphäre schaffen können. Define, Discover, Dream, Design & Destiny: Das Instrument umfasst fünf Phasen, in denen Erfolge, Potenziale und Erkenntnisse in einem iterativen Prozess genutzt werden. Alle Teammitglieder haben dabei den Blick auf das, was bereits funktioniert – und nutzen dieses Wissen, um darauf aufzubauen. Dream, Design & Destiny „Mit Ai erforschen wir förderliche Prozesse, Strukturen, Geschichten, Praktiken, Rituale und Beziehungen in der Zusammenarbeit und finden heraus, wie wir sie für eine gemeinsame Zukunftsvision stärken können“, erklären Reinhold Pabst, Mareike Schütt und Isabelle Tyrasa in ihrem Ratgeber „Wertschätzende Teamentwicklung“. In dem Buch stellen sie Methoden der wertschätzenden Organisationsentwicklung vor, wobei das Instrument „Appreciative Inquiry“ die Basis bildet. Sie durchlaufen in dem interessantillustrierten Ratgeber die fünf Phasen des AI und stellen Tools vor, die zur Erreichung der Ziele der jeweiligen Phase beitragen. Zudem präsentieren sie weitere Konzepte für spezielle Themen und Situationen in der Teamentwicklung. Begleitet werden die einzelnen Kapitel von Kurz-Interviews mit Unternehmern, Wissenschaftlern und anderen Experten und Praktikern. Die Autorinnen und der Autor können selbst auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Dr. Reinhold Pabst arbeitet im Stab des Direktoriums am Fraunhofer Institut IOF in Jena, Mareike Schütt ist Personal- und Organisationsentwicklerin, und Isabelle Tyrasa ist Referentin für Personalentwicklung beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Das und die grundsätzliche Flexibilität des AI macht die Perspektiven auf das Thema „Wertschätzende Teamentwicklung“ sehr divers und vielseitig anwendbar. „Das Aufeinandertreffen der persönlichen Eigenschaften der Teammitglieder im Zusammenspiel mit den in ihrer Umwelt auf sie einwirkenden Faktoren sorgt für einen einzigartigen Verlauf“, erklären Pabst, Schütt und Tyrasa, „Daher gibt es auch kein allgemein gültiges Geheimrezept und keine Landkarte mit fest eingetragener Reiseroute.“ Roter-Reiter-Fazit Klar strukturiert, interessant gestaltet und einfach in der Umsetzung: Ein Ratgeber zur wertschätzenden Teamentwicklung, der Lust auf den intensiven Austausch unter Mitarbeitenden – und Menschen – macht. Reinhold Pabst, Mareike Schütt, Isabelle Tyrasa: Wertschätzende Teamentwicklung. Tools für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einer komplexen Arbeitswelt Wiley-VCH, 2022 288 Seiten, 29,99 EuroISBN: 978-3-527-51084-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Selbstorganisation: Vertrauen ist (fast) alles Was haben eine Bank und ein Pflegeunternehmen gemeinsam? Im Falle des niederländischen Bank- und Versicherungskonzerns ING und des niederländischen Pflegedienstleisters Buurtzorg ist es die Selbstorganisation. Buurtzorg, zu Deutsch „Nachbarschaftspflege“, funktioniert im Kern in kleinen Gruppen von bis zu zwölf Pflegenden. Diese sind für ein bestimmtes Wohnviertel zuständig, in dem sie Menschen im Alltag unterstützen und pflegen. Zudem organisieren sich die Teams auch in allen anderen Bereichen selbst: von der Planung der Dienste und der Entwicklung der Mitarbeitenden bis hin zum Einkauf von Materialien. Coaches stehen bei Schwierigkeiten bereit, die Fäden aller Teams laufen in der Zentrale zusammen. Es zeigt sich: Die Mitarbeitenden in einem solchen agilen Arbeitsumfeld sind zufriedener, die Klientinnen und Klienten fühlen sich aufgehobener und diese Arbeit ist auch wirtschaftlicher als andere Systeme. Was im Kleinen klappt, geht auch im Großen. Die ING hat ihre fünf Hierarchieebenen auf drei eingeschmolzen und die verschiedenen Produkte und Dienstleistungen liegen in der Verantwortung von sogenannten „Squads“. Das sind interdisziplinäre Teams, die dafür verantwortlich sind, dass ein Produkt wie das Girokonto funktioniert und auch weiterentwickelt wird. Lennart Keil und Daniel Vonier stellen in ihrem Ratgeber „unlearning hierarchy“ weitere Erfolgsgeschichten von Organisationen vor, die den Mut zur Selbstorganisation haben. Wie schwer das ist, wissen die beiden aus eigener Erfahrung: In ihrer Tätigkeit als Führungskräfte bei SAP, Siemens und der Deutschen Telekom haben sie selbst erlebt, wie wichtig und schwierig es ist, richtig loszulassen. Kein Selbstläufer: Selbstorganisation bricht mit hierarchischen Machtansprüchen Das Festhalten an Hierarchien ist ein strukturelles Problem. So wurde Daniel Vonier 2019 zu einer der wichtigsten New-Work-Konferenzen, der Work Awesome, eingeladen. Er sollte zum Thema Selbstorganisation bei SAP sprechen. Er schlug jedoch vor, dass sein Kollege Lennart Keil den Auftritt übernehmen solle, da dieser näher am Thema sei. „Die Konferenzleitung aber hielt das für keine gute Idee“, erzählt Lennart. „Daniel stehe hierarchisch höher und trage als Abteilungsleiter und Vice President den eindrucksvolleren Titel.“ Tatsächlich spiegelt dieses Erlebnis weite Teile der Arbeitswelt: Agilität und Selbstorganisation werden gern als Buzzwords nach außen getragen und es wird darüber gesprochen – von den hierarchisch oben Stehenden. Leben sollen es aber bitte nur die Mitarbeitenden ganz unten. Selbstorganisation bedeutet zudem, dass Organisationen auch nach außen aus vielen Menschen bestehen – nicht aus dem einen Talent, der herausragenden Führungskraft, dem Vorstand mit Strahlkraft. Selbstorganisation ist also auch eine Frage des Egos. In ihrem Buch zeigen Lennart Keil und Daniel Vonier, wie tief verwurzelt dieser Widerspruch in unserer Arbeitskultur ist und wie wichtig es ist, hierarchisches Denken hinter uns zu lassen. Denn es profitieren davon alle: Mitarbeitende erleben Selbstwirksamkeit, was sie zufriedener macht, Organisationsstrukturen werden verschlankt und ganze Unternehmenszweige können effizienter arbeiten und wirtschaften. Wer also in Zukunft erfolgreich sein möchte, sollte Vertrauen in die Superkraft der Selbstorganisation entwickeln. Roter-Reiter-Fazit Ein Mutmacher-Buch für Organisationsentwickler, Personalentwickler und Führungskräfte, die Wege zur Selbstorganisation kennenlernen möchten. Lennart Keil und Daniel Vonier: unlearning hierarchy. Expedition in die Selbstorganisation Vahlen, 2022 220 Seiten, 23,90 Euro ISBN 978-3-8006-6642-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Vertrau mir! Vertrauen als Basis für nachhaltigen Erfolg Versicherungen. Ein Reizthema. Wenn das Fahrrad zum zweiten Mal vom Hinterhof geklaut wurde, wird die Hausratversicherung argwöhnisch, beim dritten Mal wird die Versicherung gekündigt. Und wer schon einmal einen Schadensfall an einer Immobilie und einem Fahrzeug hatte, der weiß, wie schwierig es sein kann, von der Versicherung Geld für den Schaden zu erhalten. Das Vertrauen in die eigene Versicherung ist oftmals nicht hoch. Das US-amerikanische Versicherungsunternehmen Lemonade hat darin eine Chance gesehen. Während klassische Versicherer die Prämien der Versicherten in das Unternehmen fließen lassen, bewahrt es Lemonade nur auf. Der Clou des Geschäftsmodells ist die Auflösung eines Interessenkonflikts: Versicherungen möchten in der Regel möglichst wenig Geld an die Versicherten zurückfließen lassen, denn das schmälert das eigene Vermögen. Jeder Schadensfall wird also doppelt und dreifach geprüft, um möglichst wenig Kosten erstatten zu müssen. Lemonade behält nur einen Fixbetrag der Prämien ein, mit dem die eigenen Kosten getragen werden. Der Großteil des Geldes wird benutzt, um Schadensfälle zu erstatten. Bleibt am Ende des Jahres Geld übrig, wird es an wohltätige Organisationen gespendet. Zudem verspricht das Unternehmen, das Schadensregulierungen mit wenigen Klicks vorgenommen werden. In diesem Geschäftsmodell spielt Vertrauen eine große Rolle: Die Kundinnen und Kunden können darauf vertrauen, dass ihre Versicherungsprämien gut angelegt werden. Und sie wissen, dass ihnen im Fall der Fälle umgehend geholfen wird. Am Anfang der Consumer Journey steht Vertrauen Das Geheimrezept dieses Geschäftsmodells bezeichnet Sozialpsychologe Dr. Eric Eller mit „Kontinuität, Benevolenz und Integrität“. Die Kundinnen und Kunden wissen, was (Gutes) mit ihrem Geld geschieht, das Unternehmen ist über verschiedene Touchpoints jederzeit verlässlich erreichbar und ist authentisch, denn es gesteht auch Fehler oder Schwierigkeiten ein. In seinem Buch „VertrauensArchitektur“ stellt Eric Eller neben Lemonade weitere Organisationen vor, die bereits vieles richtig machen, um das Vertrauen ihrer Zielgruppe zu erreichen. Und Vertrauen ist wichtig. „Ohne das Vertrauen der Kund:innen bleiben wir auf unseren Produkten und Dienstleistungen sitzen“, sagt er. „Aber nicht nur das: Briefe und Newsletter bleiben ungeöffnet, Websites unbesucht, Apps und Hotlinesunbenutzt. Die Customer Journeys – also die Reisen der Kund:innen – sind zu Ende, bevor sie überhaupt angefangen hätten.“ Ein Beispiel aus dem Alltag macht das deutlich: Wenn ich nicht darauf vertrauen kann, dass die Pizza des Lieferservices immer gut schmeckt, bestelle ich dort irgendwann nicht mehr. Mit den Influencerinnen und Influencern ist eine ganze Branche entstanden, die allein auf dem Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer basiert: Wenn wir der Person auf Instagram nicht vertrauen, werden wir auch ihre Werbedeals nicht nutzen und ihre Videos nicht konsumieren. In seinem Ratgeber stellt der Sozialpsychologe die Komponenten einer Verhaltensarchitektur vor, mit denen Organisationen, aber auch Selbstständige eine nachhaltige Kundenbeziehung aufbauen können. Roter-Reiter-Fazit Beraterin und Kunde, Service-Fachkraft und Käuferin oder Klientin und Anwalt: Ein sehr ansprechend gestaltetes Buch, das zeigt, dass Vertrauen in allen zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle spielt. Eric Eller: VertrauensArchitektur. Wie Vertrauen entsteht und wie Unternehmen die richtigen Kund:innenerlebnisse dafür schaffen Vahlen Verlag, 2022 225 Seiten, 27,90 Euro ISBN 978-3-8006-6712-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Alles in Balance: So führen Sie ein Erfolgsteam an Manchmal ist ganz offensichtlich, warum ein Team im Ganzen nicht funktioniert. Das kann ein permanent hoher Krankenstand sein, der eine gleichbleibende Leistung unmöglich macht. Das kann die Führungskraft sein, die entweder ihre führende Position nicht ausfüllt, wodurch dem Team die Vision, das Ziel fehlt, oder die Druck macht. Das kann der Mitarbeitende sein, der die Arbeit verweigert, der Kollege, der immer nach vorne prescht, oder die Kollegin, die keine Kritik zulässt. Manchmal liegen die Ursachen aber auch tiefer und können sich nach und nach eingeschlichen haben. Um diesen nachzuspüren, können Führungskräfte und Teams den Ratgeber „Gruppe, Team, Spitzenteam“ von Tom Senninger und Alfried Weiß nutzen. In dem Praxishandbuch zur Teamführung zeigen die beiden Berater, in welchen Bereichen Teams an ihren Kompetenzen und Prozessen arbeiten können. Ist bei Ihnen alles im Gleichgewicht? Die Basis des Praxishandbuches bildet das Tool „Team-Radar“, das Tom Senninger entwickelt hat. Anhand von zwölf wesentlichen Faktoren wird das System „Team“ in seinem Ist-Zustand bewertet, ein Ungleichgewicht wird schnell erkannt. So gibt es für eine erfolgreiche Teamführung Faktoren auf der Sachebene, die einfach stimmen müssen. Dazu gehört beispielsweise die Klarheit, was eigentlich das Ziel der Zusammenarbeit ist, und die Fähigkeit zum konstruktiven Feedback. Aber selbst, wenn auf der Sachebene alles optimal funktioniert, kann es auf der Beziehungsebene Verbesserungspotenzial geben. Zu dieser gehören Faktoren wie Motivation, Kommunikation, Vertrauen und Kritikfähigkeit. Fehlt dem Team Vertrauen zueinander, kann es schwierig sein, auf ein gemeinsames Ziel zuzusteuern. In einem ungesunden System aus erfolgsorientierten Mitarbeitenden, die nur die eigenen Leistungen im Blick haben, und Kollegen, die ihrem Ärger darüber nur hinter vorgehaltener Hand Luft machen, kann es schnell zu einer toxischen Atmosphäre kommen. In dem Ratgeber für Führungskräfte werden die einzelnen Faktoren auf der Sach- und Beziehungsebene im Detail angeschaut, um Teams alles an die Hand zu geben, um gemeinsam an Defiziten zu arbeiten und zu einem Spitzenteam zusammenzuwachsen.  Roter-Reiter-Fazit Ein praxisorientiertes Buch, das dazu einlädt, auch das eigene Team mit dem Tool „Team-Radar“ zu checken. Tom Senninger, Alfried Weiß: Gruppe, Team, Spitzenteam. Das Praxishandbuch zur Teamführung. Mit E-Book inside und Online-Materialien Beltz Verlag, 2022 300 Seiten, 39,95 Euro ISBN: 978-3-407-36813-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Verkauf: Mit Authentizität zum Kundenschwarm Du bist Verkäuferin oder Verkäufer? Stell dir die folgende Situation vor: Du berätst gerade einen Kunden zum Kauf eines neuen Smartphones. Er möchte sich alle Funktionen des Geräts zeigen lassen und du machst das auch bereitwillig. Das Modell kennst du sehr gut und du bist voll in Fahrt, auch der Kunde ist in die Vorführung vertieft. Da sagt er den kleinen Satz: „Das Handy wird aus recycelten Materialien hergestellt, das mag ich.“ Setzt du deine Ausführungen fort? Was machst du mit dieser Äußerung – übergehst du sie? Dem Kunden ist Nachhaltigkeit offensichtlich wichtig. Und das ist der Moment, den du als Verkäuferin oder Verkäufer nutzen kannst. „Deine Aufgabe besteht darin, aus den Informationen, die der Kunde preisgibt, das Positive herauszuarbeiten und zu verstärken“, sagt Trainingsleiter Thomas Sajdak, „du musst den Gedankenstrang intensivieren, mit dem der Kunde in das Gespräch einsteigt. Dadurch verstärkst du seine eigene Emotion.“ Bleib im Gespräch Anstatt also weiter die Funktionen des Smartphones zu bewerben, gehst du auf seine Bemerkung ein, switchst im Kopf das Thema und sprichst mit dem Kunden über die nachhaltigen Faktoren des Modells – und machst ihm ein gutes Gefühl. Thomas Sajdak stellt in seinem Ratgeber „Kundenschwarm“ Denkmuster von erfolgreichen Verkäuferinnen und Verkäufern, Verkaufstechniken und Strategie-Faktoren vor, die aus einem Mitarbeitenden einen langfristig erfolgreichen Verkaufenden machen – was nicht bedeutet, dass er auch immer zum Abschluss kommt. „Es ist nicht der Abschluss, der einen erfolgreichen Verkäufer ausmacht, sondern der Kundenschwarm-Effekt“, sagt er. „Es geht um den Netzwerk-Effekt überhaupt: Verhalte dich so gut, dass der andere im Idealfall von allein auf die Idee kommt, dich weiterzuempfehlen.“ Vielleicht kauft der Kunde in diesem Moment nicht das Smartphone. Er weiß aber, dass er in dem Verkäufer bzw. der Verkäuferin eine kompetente Person gefunden hat, die sich mit nachhaltigen Produkten auskennt – und kommt zum Waschmaschinenkauf sicher gern wieder. Roter-Reiter-Fazit Unterhaltsam und lösungsorientiert stellt Thomas Sajdak 8 Denkmuster von Kundenschwärmen, die 12 besten Verkaufstechniken und die 6 Strategie-Faktoren, um Erfolg zu reproduzieren, vor. Die perfekte Lektüre für motivierte Mitarbeitende im Verkauf, die zwischendurch neue Impulse erhalten möchten. Thomas Sajdak: Kundenschwarm. Die Wahrheit über erfolgreiche Verkäufer Wiley-VCH, Weinheim 2022 208 Seiten, 21,99 Euro ISBN: 978-3-527-51104-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mit Quick Wins Führung und Arbeit verändern Energiewende? Sollen doch erst einmal die wirklich großen Konzerne anfangen, auf erneuerbare Energien umzusetzen. Klimakrise? Aber China! Und New Work? Wenn das Elon Musk nicht hinbekommt, dann wir hier auch nicht. Wenn es darum geht, etwas zu verändern, dann sehen wir uns oftmals hilflos, denn das System, das Netzwerk, in dem wir leben, scheint so behäbig und komplex. Einfach unveränderlich. Aber immer weniger Menschen wollen ihre wertvolle Lebenszeit einfach gegen Geld tauschen, ohne das Gefühl zu haben, auch tatsächlich etwas zu bewirken – selbstwirksam zu sein. Was brauchen wir wirklich, wirklich zum guten Arbeiten? „Immer mehr Menschen wollen bei ihrer Arbeit Autonomie und Gestaltungsmöglichkeiten, Gleichrangigkeit und Selbstwirksamkeit“, resümiert auch Anne M. Schüller, die in ihrem Ratgeber „Bahn frei für Übermorgengestalter!“ 25 Quick Wins vorstellt, mit denen Personen, Teams und Organisationen Schritt für Schritt ihr Umfeld mitgestalten. „Quick Wins sind rasch umsetzbare, praxisnahe Maßnahmen und Tools, die mithilfe der Mitarbeiter:innen überholte Bürokratie abbauen, Prozesse agilisieren, neue Ideen produzieren und Innovationsprozesse beflügeln.“ Dabei kann jeder bei sich selbst anfangen, indem er sein Handeln und auch seine Glaubenssätze hinterfragt. Loslassen und Platz schaffen Aber es lässt sich auch einiges im Team verändern, ohne gleich das große Change Management anzuzetteln. Wie wäre es beispielsweise, die abteilungsinterne Meeting-Kultur zu reflektieren? Wer kennt es nicht: Alle sind sich mal wieder einig, nachher, in der Kaffeeküche: Das Meeting war ätzend. Keine Entscheidungen, die gefällt wurden. Die Schwafler hatten wieder ihren großen Auftritt, wichtige Themen wurden nicht angesprochen. Dabei sind Meetings „keine Schmerzpunkte des Miteinanders, sondern ein zentrales Kollaborationselement – und Highlights organisationaler Intelligenz“, meint Schüller. Bei denen es vor allem auf Auftragsklärung ankommt: Warum treffen wir uns heute und mit welchem Ergebnis möchten wir hier rausgehen? Je nach Situation bieten sich unterschiedliche Formate an, die Business Coach Anne M. Schüller vorstellt und die dabei Lust auf Veränderungen machen – kleine, aber wirkungsvolle. Roter-Reiter-Fazit Ein spannender Ratgeber, den jeder zwischendurch zur Hand nehmen kann, um die eigene Rolle und Strukturen in Team und Organisation hinterfragen zu können – um dann in kleinen, aber schnell sichtbaren Schritten Veränderungen herbeizuführen. Anne M. Schüller: Bahn frei für Übermorgengestalter! 25 Quick Wins für Innovatoren und Zukunftsversteher GABAL Verlag GmbH 216 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-96739-093-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Unternehmensgründung: Role Models für Gen Z „Vorbilder motivieren, größer zu denken, Berufe oder Positionen anzustreben, von denen man träumt. Sie liefern Perspektiven und Motivation. Sie sind der beste Beleg dafür, dass Karriere machbar ist.“ Das sagen Miriam Wohlfarth, erste Fintech-Gründerin in Deutschland, und Nina Pütz, Ratepay CEO, in ihrem Buch „Die Macherinnen“. Sie werfen einen Blick zurück auf ihre Kindheit und reflektieren, wie ihre Schulzeit und ihre Umgebung sie prägte und vor welchem Hintergrund sie ihre wichtigsten Entscheidungen trafen. Dass ein paar gute Entscheidungen dabei waren, zeigt ihre bisherige berufliche Karriere, die sie selbst zu wichtigen Role Models für Gründer und Gründerinnen macht. Wie funktioniert Unternehmensführung und -gründung heute? Welche Unternehmer-Skills werden dafür benötigt und was bedeutet das für das Recruiting und den Teamaufbau? Karriere trotz deutschem Bildungssystem Die einzelnen Abschnitte tragen Schlagworte wie „#finanzierung“, „#krise“ oder „#bildung“. Miriam und Nina teilen abwechselnd ihre Erfahrungen und Anekdoten, hinzu kommen die Stimmen von Experten, die zu dem jeweiligen Thema Impulse geben. Damit ist „Die Macherinnen“ kein klassisches Buch über Unternehmensführung. Es sticht aber auch deshalb heraus, weil überproportional viele Erfolgsgeschichten aus der Perspektive von Machern erzählt werden – und hier eben Frauen darüber reden, wie sie die Gründung und Führung eines Unternehmens mit ihrer Familie vereinen, in welcher Atmosphäre und mit welchen Werten sie aufgewachsen und mit welchen Ansprüchen und Fragen sie in das Berufsleben gegangen sind. Ein Resümee ihrer Erfolgsgeschichte ist: „Wir haben schon vieles geschafft“, aber: „Vieles wäre deutlich leichter gewesen, wenn wir schon in der Schule gewusst hätten, was Karriere oder Unternehmertum bedeutet. Wenn man uns hier schon den Mut für ungewöhnliche Wege aufgezeigt hätte.“ Und als Vorbilder eines neuen Verständnisses von gelungenen Lebenswegen fordern sie: „Es muss sich etwas ändern und bewegen. Digitaler muss sie werden, die Schule von morgen, mutiger muss sie machen und zeigen, dass es viele Wege neben den klassischen gibt.“ Roter-Reiter-Fazit Ein Buch von Macherinnen, die zeigen, dass Lebens- und Karrierewege verschlungen sind – und sein müssen, denn an jeder Ecke warten Learnings und Impulse. Miriam Wohlfarth, Nina Pütz: Die Macherinnen. So geht Unternehmen! Campus Verlag, 2022 227 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593515458 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ###  Die Toolbox für Coaches Es klingt im ersten Moment so einfach: Coach und Klient treffen sich, um miteinander zu reden. Der Coach stellt die richtigen Fragen, woraufhin dem Klienten ein Licht aufgeht. Ende. Aber oft kommt der Hilfesuchende weder mit einer konkreten Frage in die Sitzung noch ist ihm immer klar, wo das eigentliche Problem überhaupt liegt. Und genau da beginnt die Arbeit des Coaches. Mit der neuen Coaching-Toolbox von Rainer Biesinger, Bärbel Römer und Darja Böhme bekommen Coaches einen Werkzeugkoffer an die Hand, mit dem sie ihrer Arbeit neue Facetten hinzufügen können. Für jede Situation das passende Werkzeug Übungen, Reflexionsfragen oder Bilderkarten: Es geht nicht darum, dass solche Hilfsmittel und Methoden Profession und Erfahrung ersetzen. „Werkzeuge im Coaching helfen nur, wenn sie nicht ihrer selbst wegen eingesetzt werden“, wissen die Autorinnen und der Autor. „Wenn es dir gelingt, deine Coachees im Dialog zu berühren, schaffst du dabei die Basis, deine Werkzeuge einfühlsam, flexibel sowie situationsadäquat einsetzen zu können.“ In ihrem Begleitbuch geben sie Tipps, wie die verschiedenen Materialien genutzt werden können, um den Coaching-Prozess zu bereichern, Emotionen oder Zustände sichtbar zu machen und auch aus Sackgassen herauszuführen. Überblick über den Inhalt der Toolbox Coaching Stoffmatte Coaching-Area Arbeitsbuch (111 Seiten) 24 Bildkarten (24 x 16,5 cm) 9 Übersichtskarten (24 x 16,5 cm) 33 Detailkarten (16 x 12 cm) 13 A4-Karten mit Übungsanleitungen 7 A4-Karten Listen 24 Zahlenkarten (Memoryformat) 4 Kartenhalter umfangreiche Online-Materialien Wenn Klienten nicht genau wissen, wo der Schuh eigentlich drückt, können mit der Coaching-Area am Beginn einer Sitzung verschiedene Lebensbereiche abgeklopft und damit Unstimmigkeiten und Entwicklungspotenzial in Areas wie Geld/Finanzen oder Gesundheit schneller erkannt werden. So kann sich zum Beispiel auch herausstellen, dass bei einer Klientin, die mit dem Wunsch nach einer beruflichen Veränderung auf den Coach zukam, eher eine Disbalance in ihren Beziehungen vorliegt. Themenbereiche der Coaching-Area Persönlichkeit/persönliches Wachstum Umfeld/Lebensqualität Gesundheit Beziehung Beruf/Karriere Geld/Finanzen Freizeit/Erholung Zukunft/Vision Jeder Mensch hat einen anderen Zugang, über den er Klarheit über die eigenen Gefühle, Interessen oder Glaubenssätze erhält. Mit der Coaching-Toolbox halten Coaches für viele verschiedene Ausgangssituationen die passenden Werkzeuge in der Hand. Roter-Reiter-Fazit Ein wertvoller Methodenkoffer für Coaches, die ihre Arbeit mit Menschen gern facettenreich gestalten möchten. Rainer Biesinger / Bärbel Römer / Darja Böhme: Toolbox Coaching. 10 Methoden mit Materialien, Arbeitsbuch und Online-Materialien, insg. 200 Seiten Mit Illustrationen von Rebekka Ludwig Beltz Verlag, 198 Euro Bestellnr.: 530020 Jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Start-up gründen: Aus dem Nähkästchen geplaudert  „Eine bewusste Fehlerkultur ist toll, aber niemand muss dieselben Fehler machen wie schon viele vor ihm.“Dieser Gedanke könnte von Thomas Willberger stammen. Er hat bereits während seines Maschinenbaustudiums in Karlsruhe sein erstes Unternehmen gegründet. In den Anfängen der Inreal GmbH entwickelten er und sein Kommilitone ein VR-Terminal für die Immobilienbranche. „An praktische Erwägungen der Zielgruppe dachten wir nur sehr begrenzt“, erinnert er sich, „wir wollten ein stabiles, funktionierendes Gerät abliefern. 200 Kilo und stolze Außenmaße hielten wir für vertretbar.“ Auf dem Markt kam das zweieinhalb Meter hohe Ungetüm hingegen nicht gut an. Sein erster Tipp an alle Gründer also: Holt euch in einer frühen Entwicklungsphase erstes Feedback ein. Mehr Erfolg hatte er mit seiner bisher größten Gründung, dem international tätigen Software-Start-up Enscape, das er 2020 verließ. Seitdem engagiert er sich unter anderem als Investor und Mitgründer für neue Projekte, zum Beispiel für das Start-up WireStyle. Entscheidungshilfe für Start-up-Gründer Seine Erfahrungen der vergangenen Jahre gibt er in seinem Ratgeber „Don’t Fail“ weiter. Er erzählt von seinen Erfahrungen als junger Gründer, welche Herausforderungen das erste Jahr mit sich brachte und wie das Scale-up funktionierte – oder eben nicht. Dabei geht es ihm nicht darum, eine Liste an Fehlern zu liefern, die Gründer niemals machen sollten. Vielmehr macht er deutlich, mit welchen Fragen und Schwierigkeiten er konfrontiert wurde und aus welcher Position heraus er sich damals so entschied, wie er es tat. So macht er beispielsweise bewusst, dass sich die Gründungsmentalität in Deutschland komplett von der internationalen Start-up-Szene unterscheidet. Authentisch ist in Deutschland noch immer der bescheidende Gründer, der lieber kleine – aber ehrliche – Brötchen bäckt. Das klingt dann nach Willberger so: „Wir möchten unser Geschäft behutsam und nachhaltig aufbauen. Wir können uns gut vorstellen, hier in Norddeutschland einmal eine wichtige Rolle zu spielen. Wir freuen uns über jeden Kunden, für den wir einen Unterschied machen. Irgendwie.“ Doch die großen und professionellen Investoren, die international arbeiten, würden Gründer so nicht beeindrucken können, weiß er. „Sie wollen von dir hören, dass du die Nummer eins werden willst.“ Roter-Reiter-Fazit Ein Ratgeber voller Anekdoten und Einblicke in Verhandlungsrunden, der das Bauchgefühl von Gründern stärkt, in wichtigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Thomas Willberger: Don’t Fail. Wie dein Start-up von Gründung bis Exit erfolgreich ist Campus Verlag, 2022 215 Seiten, 18 Euro ISBN 9783593515472 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Partner in Crime: So finden Sie Ihren Business Coach Wie gehe ich in Gehaltsverhandlungen? Wie werde ich meiner Führungsrolle gerecht? Wie orientiere ich mich beruflich neu? Es gibt Situationen, in denen es Sinn macht, sich einen Business Coach als Sparringspartner zu suchen. Wer aber schon einmal im Netz recherchiert hat, trifft auf ein enormes Angebot an Menschen, die ihre Dienste als Business Coach anbieten. Da ist der Guru, der mit eigenem Coaching-Programm schon über 100.000 Menschen in mehr als 1000 Organisationen gecoacht hat – wenn er mal gerade nicht als internationaler Keynote-Speaker auf der Bühne steht. Dann gibt es den Business Coach, dessen Ausbildung darin besteht, selbst durch tiefste Tiefen und höchste Höhen gegangen zu sein – und der nun sein profundes eigenes Wissen und seine persönlichen Erfahrungen im Coaching an andere weitergibt. Und dann gibt es noch eine schier unüberschaubare Anzahl an Business Coaches, die in grauen Anzügen viel „hermachen“ und vollmundig versprechen, alle Probleme des Klienten innerhalb der Zeitspanne eines Coachingpakets zu lösen. Bauen Sie die richtige Erwartungshaltung auf Das klingt etwas dubios – und ist es oftmals leider auch. Die Berufsbezeichnung „Coach“ ist nicht geschützt, weshalb sich praktisch jeder damit auszeichnen kann. Das bemängelt auch Martin Pichler in seinem Buch „So finden Sie den passenden Coach“. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift „Wirtschaft + Weiterbildung“ und beobachtet die Coaching-Szene seit mehr als 20 Jahren. Sein Ratgeber ist ein Leitfaden, den Coaching-Suchende als Orientierung nutzen können. Durch Beobachtung und Faktencheck deckt Pichler auf, an welchen Stellen unprofessionelle Coaches oder sogar Schwindler schnell als solche entlarvt werden können. Wenn wie im obigen Beispiel versprochen wird, dass der Coach alle Probleme des Klienten auf die Schnelle lösen kann, klingt das vielleicht vielversprechend. Aber: „Dem Klienten fällt offenbar nicht auf, dass er wie ein Idiot dasteht“, sagt Pichler. „Er hat sich jahrelang angestrengt, sein Problem zu lösen, und der Coach schafft es auf Anhieb.“ Und das wird im Buch auch klar: Menschen, die damit werben, Probleme lösen zu können, verfehlen den Beruf des Coaches. Professionelle Coaches geben vielmehr den Raum, damit der Klient eigene Lösungen und Wege findet. „Die Aufgabe des Coaches ist es, in die Rolle eines ,Geburtshelfers‘ zu schlüpfen und zielführende (und manchmal auch unbequeme) Fragen zu stellen sowie ehrlich anzusprechen, welchen Eindruck der Klient im Verlauf des Gesprächs gerade auf ihn macht.“ Roter-Reiter-Fazit Ein hilfreiches Buch für alle, die auf der Suche nach einem Business Coach sind, der eine nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung anstrebt und ein echter Partner in Crime ist. Martin Pichler: So finden Sie den passenden Coach. Der Wegweiser zum Erfolg – Antworten, die das Internet nicht gibt Campus Verlag, 2022 240 Seiten, 25 Euro ISBN 9783593515434 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Immer up to date bleiben: Karriere im Vertrieb „Manche freuen sich noch nach zehn Jahren im Vertrieb am Sonntag auf den bevorstehenden Montag – und andere schon lange nicht mehr. ,Bock auf Vertrieb‘ ist keine Phrase, ,Bock auf Vertrieb‘ ist eine Lebenseinstellung.“ Das sagen die beiden Vertriebsexperten Oliver Schumacher und Christian Sahle, die ein Buch über den Erfolg im Vertrieb geschrieben haben. Wer kennt sie nicht, die leidenden Gesichter von Vertrieblern, die ihren Kollegen oder Kunden Geschichten oder immer dieselben Witze erzählen. Die dann noch ein wenig jammern über die Konkurrenz aus dem Internet und überhaupt den Niedergang eines ganzen Berufszweigs beklagen. Aber im Vertrieb gilt wie in jedem anderen Job: Entwickeln Sie sich weiter! Gehen Sie mit der Zeit! Vertrieb im digitalen Wandel verstehen Schumacher und Sahle geben in ihrem Ratgeber „Bock auf Vertrieb“ einen Rundum-Blick über die Chancen und Herausforderungen im Vertrieb – und da hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Nicht zuletzt durch die pandemische Lage hat der digitale Vertrieb Fahrt aufgenommen. Außerdem müssen Vertriebler heute umfassend informiert sein, schnell und strategisch reagieren, denn „Kunden sind heute gut informiert, kennen Vergleichsprodukte und deren Preispunkte und wissen genau, was sich den Märkten tut“. Dazu braucht es Basics wie eine gute Auffassungsgabe und Kommunikationstalent. Aber der Rest lässt sich lernen, davon gehen die Autoren aus. Wie baue ich mir einen Namen als Vertriebler auf und mache Vorgesetzte auf mich aufmerksam? Wie führe ich Verhandlungsgespräche bis zum erfolgreichen Abschluss? Wie baue ich eine nachhaltige Kundenbindung auf? Und wie funktioniert eigentlich Social Selling? Schumacher und Sahle schärfen das Bewusstsein für neue Trends im Vertrieb, aber auch für die klassischen Fallen, die sich Profis immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen: „Seien Sie aufmerksam bei jedem Kontakt, thematisieren Sie von sich aus Dinge, die Ihnen verdächtig vorkommen – und erfragen Sie öfter die Bedürfnisse, Wünsche und Aufgabenstellungen des Kunden“, erklären sie. „Denn nur, weil Sie die mal vor fünf Jahren erfragt haben, müssen diese ja nicht noch immer aktuell sein.“ Damit ist „Bock auf Vertrieb“ ein praktischer Begleiter im Berufsalltag, den Vertriebler immer wieder zur Hand nehmen können, um den einen oder anderen Tipp auszuprobieren – und so nach und nach ihr eigenes Vertriebsprofil herauszuarbeiten. Roter-Reiter-Fazit Wer sich im Vertrieb eine Karriere aufbauen möchte, findet in diesem Ratgeber Tipps für notwendige Hard- und Softskills, strategische Überlegungen wie auch Ratschläge von ausgesuchten Vertriebsexperten. Oliver Schumacher, Christian Sahle: Bock auf Vertrieb. So machen Ihre Kunden Gewinn und Sie Karriere. GABAL Verlag GmbH, 2022 224 Seiten, 25 Euro ISBN: 978-3-96739-092-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Video-Marketing: Kaufende machen sich gern ein Bild Wer sich die Marketing-Trends der vergangenen Jahre anschaut, der kommt nicht umhin, zu erkennen, dass Video-Content das geschriebene Wort in seiner Beliebtheit abgelöst hat. Bewegtbilder verkaufen Produkte Unternehmen haben diese Tendenz lange Zeit ignoriert, denn: Bewegtbilder verursachen mehr Kosten, sind aufwendiger zu produzieren und brauchen insgesamt viel mehr Konzeptarbeit und technisches Know-how. Aber: Videos können viel mehr Emotionen transportieren, wirken lebendig und authentisch und laden damit dazu ein, sich mit den Inhalten und Botschaften auseinanderzusetzen. 96 Prozent der Teilnehmenden der aktuellen Video-Marketing-Statistik 2022 (wyzowl) gaben an, dass sie sich ein Erklärvideo angesehen hätten, um mehr über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu erfahren. 84 Prozent bestätigten, dass sie durch das Ansehen eines Markenvideos zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung überzeugt wurden. Auf die Frage, wie sie sich am liebsten über ein Produkt oder eine Dienstleistung informieren, gaben 69 % an, dass sie ein kurzes Video bevorzugen. Wie starte ich effizientes Video-Marketing? Diesen Trend haben auch Marketing-Experten erkannt: Deshalb nutzen laut der Video-Marketing-Statistik mittlerweile 86 Prozent der Unternehmen Videos als Marketinginstrument, wobei YouTube als effektiver Kanal gewertet wird (87 Prozent). Einer der Ersten, die das Potenzial von Video-Marketing erkannt haben, ist Derral Eves. „Die Macht des Videos übertraf die Macht des Wortes mit einem überwältigenden Vorsprung“, erzählt er. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zuschauer taten, was Werbungstreibende von ihnen wollten – das Telefon in die Hand nehmen und anrufen, einen Kauf tätigen oder eine Dienstleistung buchen, war viel höher, wenn sie ein Video angeschaut hatten.“ Der US-Amerikaner zeichnet in seinem Buch „Die YouTube-Formel“ die Anfänge des Megatrends und auch seinen eigenen beruflichen Weg nach. Der Fokus liegt aber darauf, sichtbar zu machen, wie Unternehmen den Videokanal strategisch nutzen können, um die eigene Brand zu stärken und zuletzt Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Da Eves die Entwicklung der Plattform von Beginn an verfolgt hat, kann er sehr gut sichtbar machen, wie sich die strategischen Schwerpunkte des Konzerns verändern, und zeigen, welche Auswirkungen dies auch auf die Strategie der Video-Marketer haben sollte. Es ist ein Spiel: Wer den Algorithmus am besten versteht, hat die größten Chancen, auf der Plattform gesehen zu werden. Wer diese Chance für das eigene Unternehmen nutzen möchte, sollte sich von Derral Eves die besten Tipps für den Aufbau eines YouTube-Channels holen.   Roter-Reiter-Fazit Ein umfangreiches Buch, das die „Maschine“ YouTube mit all ihren Stellschrauben verständlich macht, und deshalb ein großer Schatz für Marketing-Experten. Derral Eves: Die YouTube-Formel. Wie du den Algorithmus entschlüsselst und eine umsatzstarke Content-Strategie entwickel Wiley VCH, 2022 400 S., 24,99 Euro ISBN 978-3-527-51096-2 Jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Zahlen, bitte! Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn in einem Vortrag eine Excel-Tabelle auf dem Bildschirm erscheint, klappt der einen Hälfte der Gäste die Augen zu. Ein weiteres Viertel kneift verzweifelt die Augen zusammen, um die Zahlen in Schriftgröße 11 überhaupt entziffern zu können. Und das restliche Viertel fängt mit dem Vortragenden eine Diskussion über die Qualität der Zahlen an. Excel-Tabellen in Vorträgen sind der Overhead-Projektor des 21. Jahrhunderts – und damit völlig überflüssig. Viola Restle weiß, wie es besser geht. Die Interimsmanagerin wurde 2006 als Europameisterin der freien Rede ausgezeichnet und weiß, wie Vortragsredner auch scheinbar schnöde Zahlen anschaulich visualisieren. Der enorme Vorteil: Werden Fakten mit gekonntem Storytelling in Geschichten verpackt, bleiben sie viel besser in Erinnerung. „Bilder zu zeigen oder im Kopf der Zuhörenden entstehen zu lassen, emotional zu werden mit Geschichten und Neugier zu wecken ist der starke Dreiklang, mit dem Sie Ihre Zahlen merkbar machen.“ Fazit Ein spannender Ratgeber, der viele Tipps aus der Praxis bereithält, mit denen Zahlen und Analysen stark präsentiert werden können. Viola Restle: 30 Minuten Zahlen lebendig präsentieren GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-103-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Corporate Newsroom Wer kennt das noch? In der Marketing-Abteilung wurde die nächste Plakatkampagne entworfen. In der Presseabteilung wurden die Kontakte zu Medienvertretern gepflegt. Punkt. Und dann kam Social Media. Dann kam Cross Marketing. Und dann auch noch Employer Branding, der Todesstoß für das siloartige Denken in Unternehmen.  Prof. Dr. Christoph Moss unterrichtet Kommunikation und Marketing an der International School of Management. In seinem Ratgeber stellt er die Philosophie  des Corporate Newsrooms vor, die Unternehmenskommunikation neu denkt. Die Idee: Organisationen müssen in Themen denken, nicht in Abteilungen. Das neue Portfolio, Inklusion, Diversity und Nachhaltigkeit im Unternehmen, das Unternehmensjubiläum, ein erfolgreicher Markteintritt: In jedem Betrieb passieren spannende Dinge, die sowohl Mitarbeitende, Kunden, Partner, Journalisten, Dienstleister und Konsumenten interessieren. Nur braucht jede Botschaft ihren individuellen Anstrich und den richtigen Kanal. Der Corporate Newsroom ist die Antwort auf den Medienwandel und eine Möglichkeit, um schnell und agil handeln und kommunizieren zu können. Fazit Christoph Moss gibt einen lebendigen Einblick in die kommunikativen Herausforderungen von Organisationen und zeigt, wie der Corporate Newsroom ihnen gerecht werden kann. Christoph Moss: 30 Minuten Corporate Newsroom GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-107-7 Jetzt auf Managementbuch.de bestellen. ### Digitale Souveränität für jeden Wer in den letzten Jahren versucht hat, eine Geldüberweisung zu tätigen, indem er ein Stück Papier in die Bank getragen hat, weiß, dass die Digitalisierung im Alltag angekommen ist. Kinder benötigen den Zugang zur Schulcloud, um für mögliches Home Schooling gewappnet zu sein, und Unternehmen verweisen bei Fragen auf den Kundenservice auf WhatsApp. Organisationen müssen mit dem digitalen Fortschritt mithalten, gesetzliche Regelungen zum Datenschutz einhalten und den Weg ins Online-Business zu finden. Und die Politik? Die muss den gesetzlichen Rahmen schaffen, damit das Internet zwar ein Raum der möglichst grenzenlosen Kommunikation bleibt, aber eben auch als Rechtsraum bestimmten Regeln nachkommt. Prof. Dr. Anabel Ternès gibt in ihrem Ratgeber „30 Minuten Digitale Souveränität“ einen kompakten Einstieg in das Thema der Digitalkompetenzen. Dabei zeigt die Kommunikationswissenschaftlerin nicht nur, welche Skills wir als Individuen benötigen, um in Zukunft unseren digitalen Alltag bestreiten zu können. Sie spannt auch den Bogen zu der Frage, was Politik, Gesellschaft und die Wirtschaft leisten müssen, um den digitalen Wandel als Chance zu nutzen.   Fazit Ein facettenreiches Buch, das gute Fragen zur digitalen Gestaltung unserer Gesellschaft stellt. Anabel Ternès: 30 Minuten Digitale Souveränität GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-105-3 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### So klappt es mit dem interkulturellen Onboarding Wenn es um die Kommunikationsskills der Deutschen geht, dann lässt sich eines sagen: Wir sind sehr direkt. Das gilt auch im Arbeitsleben. Wenn es ein Problem gibt, dann wird es angesprochen, und wenn etwas Montag um 8 Uhr auf dem Schreibtisch liegen soll, dann wird das in den meisten Fällen auch genau so kommuniziert – und verstanden. Spannend ist diese Art der Kommunikationskultur, wenn sie auf andere Kulturen wie die fernöstliche trifft. Dort steht Höflichkeit an erster Stelle, weshalb Forderungen sehr viel verklausulierter ausgesprochen werden – und dann vielleicht gar nicht als „Must to“, sondern als „Nice to have“ verstanden werden. Das ist nur eins von vielen Fettnäpfchen, in die Mitarbeitende in einem interkulturellen Arbeitsumfeld treten können. In ihrem Ratgeber „30 Minuten Interkulturelles Onboarding“ zeigt Elke Müller, wie Organisationen Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten kulturellen Backgrounds in den Betrieb einführen, integrieren – und auch nachhaltig halten – trotz der German Freundlichkeit. Fazit Die Organisationsentwicklerin zeigt, wie wichtig ein gut strukturiertes Onboarding für neue Mitarbeitende aus anderen Kulturen – und auch deren Familien – ist. Ein Themenfeld, dem noch zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Elke Müller: 30 Minuten Interkulturelles Onboarding GABAL,  2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-106-0 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Hidden Champion: Interne Kommunikation Organisationen müssen gleich zwei Herausforderungen meistern: Der Fachkräftemangel erfordert es, Mitarbeitende möglichst nachhaltig zu binden und sich nach außen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Zudem müssen sie sich als innovationsgetriebene Unternehmen darum bemühen, alle Mitarbeitenden auf diesen Weg mitzunehmen, um ihre Potenziale und Kreativität nutzen zu können. In ihrem Ratgeber stellt Prof. Dr. Astrid Nelke die interne Kommunikation als Werkzeug zur Lösung dieser Aufgaben vor. Sie ist selbst Unternehmensberaterin mit den Schwerpunkten Employer Branding, interne Kommunikation und Innovationskommunikation und teilt in „30 Minuten Interne Kommunikation“ ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Die besondere Botschaft: Die interne Ansprache ist heute kein Nice to have mehr, sondern mindestens so wichtig wie die externe Kommunikation. Wer diesen Kanal richtig nutzt, kann die Unternehmenskultur stärken, Mitarbeitende binden und so die Arbeitgebermarke nachhaltig prägen. Fazit Astrid Nelken gibt wertvolle Impulse für eine zukunftsorientierte Kommunikationsstrategie in Unternehmen, die in KMU wie auch Konzernen genutzt werden können. Astrid Nelken: 30 Minuten Interne Kommunikation GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-108-4 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### First Steps in SEO Eine Website kann noch so schön sein: Wenn sie von der Zielgruppe nicht gefunden wird, hat sie ihren Zweck nicht erfüllt. Neben der User Experience, einem ansprechenden Design und zielgruppengerechtem Content ist die Suchmaschinenoptimierung eins der wichtigsten To Dos – und das am meisten gefürchtete. Zu verstehen, wie Algorithmen ticken, und Keywords zu finden, die wirklich relevant sind, kann komplex sein, ist aber unabdingbar, um in Suchmaschinen wie Google auf der ersten Seite zu landen. Und tatsächlich werden praktisch nur die ersten Plätze auf Seite 1 betrachtet. Nur ein Bruchteil der Nutzer zieht es in Betracht, auf die zweite Seite zu klicken. Wer mit seinen Dienstleistungen und Produkten also im Netz sichtbar sein möchte, muss seine Website für Suchmaschinen optimieren. Silvia Kohring ist zertifizierte Suchmaschinen-Managerin und führt in ihrem Buch „30 Minuten Suchmaschinenoptimierung“ in das weite Feld dieser Disziplin ein. Dabei macht sie deutlich, welche Aufgaben auch weniger technikaffine Nutzer selbst übernehmen können – und wann es Sinn machen kann, einen Experten hinzuziehen. Fazit Eine gute und verständliche Einführung in die Suchmaschinenoptimierung, die Selbstständigen, Berufsanfängern sowie Interessierten einen guten Einblick gibt. Silvia Kohring: 30 Minuten Suchmaschinenoptimierung GABAL, 2022 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-104-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Transformation – für immer Transformation. Ein großer schwerer Begriff, der alles umfasst – aber für viele zunächst einmal gar nichts aussagt. Dabei ist die Transformation der Gesellschaft schon in vollem Gange, und mit ihrer Komplexität zurechtzukommen braucht das passende Mindset. Denn sie wird bleiben. „Unvorhersehbare Entwicklungen und radikale, existenzielle Veränderungen in Politik, Gesellschaft, Markt und Technologie sind keine Ausnahmeerscheinungen mehr, sondern die neue ,Normalität‘“, sagen Oliver Haas, Klaus North und Claus-Bernhard Pakleppa. Haas und Pakleppa beraten Organisationen, und North setzt sich als Wissenschaftler mit Innovationsmanagement auseinander. In ihrem Buch „Transformation“ zeigen sie, wie Unternehmen auf diesen radikalen Wandel reagieren sollten – und reagieren müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Transformation ist kein Projekt. Das Interessante an ihrer Botschaft ist, dass die Praktiker und der Wissenschaftler nicht die eine Methode anpreisen, mit der Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Die Botschaft geht tiefer. Es geht um die Frage, wie wir Organisationen neu denken und auch unsere Positionen als Führungskräfte und Mitarbeitende in diesen komplexen Strukturen neu verhandeln müssen. Transformation ist eben nicht das große Jahresprojekt, mit dem ein paar Probleme oder Herausforderungen im Unternehmen gelöst werden sollen. „Was ist, wenn das so erfolgreich gelöste Problem gar nicht das Problem ist, um das es wirklich geht?“, fragen die Autoren. Sie haben ein 3-Felder-Modell entwickelt: Verstehen – Ermöglichen – Gestalten. Zunächst gilt es zu beobachten und Signale der Veränderung wahrzunehmen. Das geht heute nicht mehr ohne den Blick aus dem Unternehmen heraus. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Unternehmen Rügenwalder Mühle, das auch die Autoren in einem Best Practice aufgreifen. Das Familienunternehmen hätte sich immer wieder neue Kampagnen zur Bewerbung ihrer Wurstprodukte einfallen lassen können. Aber die Signale von außen waren stark genug, um komplett neue Wege zu gehen und vegane Produkte ins Sortiment aufzunehmen. „Ich werde oft gefragt, wann wir denn da endlich durch sind, wann die Umwandlung zu Ende ist“, sagt Geschäftsführer Michael Hähnel. „Meine Antwort dann: Da gibt es kein ‚Durch‘. Die Veränderungen werden weitergehen.“ Die Wellen würden flacher werden, aber der Markt wandele sich permanent, und sie müssten sich anpassen, so Hähnel. Transformation ist Haltung. Signale erkennen und verstehen, den Raum für Veränderungen geben und den transformativen Prozess gestalten: Oliver Haas, Klaus North und Claus-Bernhard Pakleppa stellen Organisationen vor, die bereits erste Schritte gemacht haben. Was wahrscheinlich aber noch viel hilfreicher für Führungskräfte und Transformationsbegleiter ist: Sie zeigen anhand ihres Modells, was es zwischen Methoden, Tools und Projektmanagement braucht, um ein Unternehmen in ein transformatives System zu verwandeln. Und das ist auch die größte Herausforderung. „Organisationen, verstanden als kollektive Akteure, lassen sich nicht so einfach umbauen und verändern, wie es Pläne und Kennzahlen suggerieren“, sagen sie, „Organisationen muss man sich als komplexe, eigensinnige, lebendige und soziale Einheiten vorstellen, die ihren historisch gewachsenen und in der Vergangenheit durchaus erfolgreichen Erfolgsmustern folgen.“ Neben der Organisationsentwicklung ist es die große Herausforderung, die Geschichte des Unternehmens weiterzuerzählen, die Menschen in der Organisation mitzunehmen, anzustiften und Lust auf Veränderungen zu machen. Oder wie es Hähnel sagte: „Ein klares Ziel vorgeben, es permanent erklären und daran festhalten. Eine Botschaft war besonders wichtig: Das, was wir bisher geleistet haben und was wir können, ist unser Fundament für alles, was nun kommt. Und so war es dann ja auch. Es sind keine Stellen weggefallen, niemand wurde überflüssig.“ Roter-Reiter-Fazit Oliver Haas, Klaus North und Claus-Bernhard Pakleppa schaffen es in „Transformation“, den Menschen in den Mittelpunkt der transformativen Organisation zu stellen: Wir können selbst, als Kollektiv, entscheiden, wie wir arbeiten und was wir erarbeiten. Ein tolles Buch für alle Wandelwilligen. Oliver Haas, Klaus North, Claus-Bernhard Pakleppa: Transformation. Tiefgreifende Veränderungen verstehen, ermöglichen und gestalten Illustrationen: Natalia Zaitseva Vahlen Verlag, 2022 192 Seiten, 34,90 ISBN 978-3-8006-6559-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Digitales Marketing: Mount Digital Wir schreiben das Jahr 2022 und es gibt noch immer Unternehmen, die über keine firmeneigene Website verfügen. „Unsere Kunden kennen uns schon“, heißt es. Das Vertrauen auf solch enge Kundenbeziehungen ist gefährlich, denn mit der Verschmelzung von analoger und digitaler Welt verändert sich gleichzeitig das Nutzerverhalten der Menschen. Plötzlich bleiben die Kunden weg und es ist nicht klar, warum das so ist. Während die Organisation sich auf ihre analogen Prozesse verließ, kaperte die Konkurrenz das Geschäftsfeld über den digitalen Weg. Unternehmen, die jetzt ins digitale Marketing einsteigen möchten, finden in dem Praxisbuch „Digital Bootcamp“ von Martin Andree und Niklas Husen wertvolle Strategien und Impulse aus der Praxis. Everything is connected Es ist die eine Frage der Autoren, die die Dringlichkeit begreiflich macht: „Wenn alle Offline-Kanäle für Ihr Business wegfallen: Wie stark sind Sie betroffen? Wie groß sind die finanziellen Einbrüche und der Nachholbedarf in Sachen digitale Infrastrukturen?“ Wer nun ins Schwitzen kommt, der sollte sich an die Arbeit machen. Die tolle Website, auf der alle Angebote und Services des Unternehmens zu finden sind, reicht eben nicht. Angesichts der Fülle an Angeboten und Websites können Selbstständige und Organisationen lange warten, bis sich einzelne Nutzende (vielleicht) auf ihre Online-Präsenz verirren. Es hilft aber auch nicht, alles Geld in Social-Media-Kampagnen oder Google Ads zu stecken, wenn die Erwartungen der Nutzer spätestens auf der Verkaufsplattform nicht erfüllt werden. Und auch das schönste aufbereitete kanalspezifische Material bringt nichts, wenn die Botschaft gar nicht ankommt. Was für viele Organisationen ein großes Learning im digitalen Marketing ist, ist die Tatsache, dass alles mit allem verbunden ist. Alle Instrumente und Verkaufsebenen müssen aufeinander abgestimmt sein, um letztlich zum Abschluss zu kommen – und das schaffen nur die wenigsten. Auf dem Weg zum Mount Digital Der Weg ist das Ziel: Mit dem Handbuch für digitales Marketing geben die beiden eCommerce-Praktiker alles in die Hand, um Schritt für Schritt eine individuelle Online-Marketing-Strategie aufzubauen und umzusetzen. Und wie der Name es verspricht, ist es ein echtes Bootcamp: Praktiker bekommen schnell viel Wissen an die Hand, damit sie umgehend ins Tun kommen. Und dann folgt ein langer, aber nachhaltiger Weg ins digitale Marketing, um vielleicht einmal den Mount Digital erklimmen zu können. Aber, diese realistische Einschätzung macht das Handbuch sehr authentisch, die Chancen, zum nächsten Global Player zu werden, müssen hart verdient werden. Die beiden Autoren vergleichen alle Websites, die es weltweit gibt, und die erfolgreichen digitalen Marken, die einen Großteil des gesamten Traffics auf sich vereinen. Analog dem Besteigen eines Berges bedeutet das, „dass es von je 30.000 Bergsteigern, die es probieren, nur 300 überhaupt ins Base Camp schaffen. Von den 300 kommt aber nur ein einziger auf dem Gipfel an.“ Wer also oben ankommen will, sollte sich spätestens jetzt mit geeignetem Werkzeug auf den Weg machen. Roter-Reiter-Fazit Wer den Mount Digital besteigen will, dem empfehlen wir, „Digital Bootcamp“ als geeignetes Werkzeug dabei zu haben. Martin Andree, Niklas Husen: Digital Bootcamp. Das Power-Handbuch für digitales Marketing, Sales & Media Campus Verlag, 2022 272 Seiten, 36 Euro ISBN 9783593515489 Jetzt auf Managementbuch.de bestellen. ### Hybride Teams: So wird es die optimale Mischung Hybrides Arbeiten ist Normalität geworden, und in den Büros, wo es noch nicht der Fall ist, wird der Ruf danach immer lauter werden. Es bringt allen Beteiligten große Vorteile, wenn Arbeitszeiten und der Aufenthaltsort frei gewählt werden können. An die Führung und an das Selbstverständnis der Arbeitskräfte stellt es natürlich auch neue Anforderungen. Woran bemesse ich gute Arbeitsleistungen, wenn Mitarbeitende nicht ständig im Büro präsent sind? Wie bleiben wir auch hybrid ein Team? In seinem Praxisbuch „Hybride Teams“ geht Holger Nauheimer genau diesen praktischen Fragen nach. Denn obwohl hybrides Arbeiten schon Normalität ist, ist diese Art von Kollaboration in den Strukturen von Organisationen noch nicht angekommen. Sowohl in der Bewertung von Leistungen, dem Führen in digitalen Räumen als auch im Selbstverständnis der Mitarbeitenden gibt es noch einiges zu klären. Der Organisationsberater hilft dabei, indem er praktische Tipps für dieses neue Verständnis von Kollaboration zur Verfügung stellt. Dabei denkt er in den fünf Dimensionen Identität, Haltung, Fähigkeiten, Verhalten und Räume. „Auf allen fünf Ebenen gibt es Arbeit für die Beraterin, den Coach, die Führungskraft und jede einzelne Mitarbeiterin“, erklärt er. „Nur wenn alle Ebenen miteinander in Einklang gebracht werden, funktioniert es mit der hybriden Teamarbeit.“ Passende Tipps für die Organisationsentwicklung In seinem Praxisbuch widmet er diesen Ebenen jeweils ein Kapitel. Führungskräfte können je nach Bedarf Ideen herauspicken, um das Wir-Gefühl im Team zu stärken, Empfehlungen für eine gute Koordination von Büro- und Homeoffice-Arbeitszeiten umzusetzen oder die Zusammenarbeit von hybriden Projektteams gezielt zu verbessern. Am Ende jedes Kapitels gibt es zudem Ratschläge für die externen Beratenden und Coaches, die in ihrer Arbeit mit hybriden Teams in Kontakt kommen. Holger Nauheimer nimmt dem Thema „Hybride Teams“ seine Wucht, denn er macht eines klar: Hybrides Arbeiten gab es schon immer. Jede Zusammenarbeit zwischen internem und externem Vertrieb war und ist hybrid. Es kommt lediglich darauf an, die Zusammenarbeit vor Ort im Büro und an einem anderen Ort sinnvoll und lebendig zu gestalten. Willkommen in der hybriden Arbeitswelt! Roter-Reiter-Fazit Ein praktisches Arbeitsbuch für Führungskräfte und Organisationsentwickler, die mit hybriden Teams arbeiten und gezielt Probleme und Herausforderungen angehen möchten. Holger Nauheimer: Praxisbuch Hybride Teams: Wie die Zukunft der Zusammenarbeit auf den Weg gebracht wird. Mit E-Book inside und Online-Materialien Beltz Verlag 203 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-407-36814-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Risikomanagement: Auf der Suche nach Fehler Eins Im November 2015 ging am Flughafen Orly in Paris nichts mehr: Aufgrund eines technischen Problems saßen die Passagiere am Flughafen fest, keine Maschine startete. Aber was war das Problem? Eine Computerpanne sorgte dafür, dass die Wetterdaten nicht an die Piloten weitergeleitet werden konnten. Aber es war kein Hack, kein komplexes IT-Problem oder dergleichen – schuld war ein veralteter PC. Der betroffene Computer war rund 23 Jahre alt und lief noch mit dem Betriebssystem Windows 3.1. Für die jüngere Leserschaft: Das ist eine Version vor Windows 95, noch vor Windows XP. In seinem Buch „Fehler Eins“ mutmaßt Flugkapitän und Sicherheitsmanager Eckhard Jann, dass wohl „Software-Historiker für die Fehlersuche notwendig gewesen wären“. Aber tatsächlich werden bei kleineren und größeren Unfällen nur selten die ursächlichen Fehler aufgedeckt. Erst wenn es zu Katastrophen wie auf der Bohrplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 kommt, durch die die größte Ölpest unserer Zeit ausgelöst wurde, wird nach dem Fehler Eins gesucht. Dort war es ein beschädigter Dichtgummi. Poröse Gummidichtungen waren auch beim Absturz der Challenger-Rakete der Fehler Eins. In seinem Ratgeber bringt Jann Aspekte aus Sicherheitsmanagement, Psychologie und Fehlertheorie zusammen, was einen besonderen Blick auf die Herausforderungen und Chancen einer positiven und effizienten Fehlerkultur in Organisationen zulässt. Gehen Sie den wirklichen Ursachen auf den Grund Was aber, wenn es zu Fehlern in der Organisation kommt? Gehen wir diesen nach, dröseln Schritt für Schritt die Fehlerkette auf, um Ursachen aufzudecken – und sie im besten Fall zu beheben? Oftmals nicht. Ist erst einmal der vermeintlich Schuldige oder der PC mit Software-Problem gefunden, wird in der Regel nur dieseroffensichtliche Fehler behoben. Jann zeigt in seinem eindrücklichen Ratgeber, dass dieser Fehler aber selten der Fehler Eins ist, der am Anfang einer Kausalkette steht. Hinter einer Werbekampagne, die einen desaströsen Misserfolg oder sogar einen Shitstorm nach sich zieht, stehen auch immer (fehlende) Entscheidungen oder Fehler in der Einschätzung und Analyse. Hinter jedem (Betriebs-)Unfall steht zumeist eine unsichtbare Kette an Geschehnissen und Fehlurteilen, die diesen möglich machten. Wer hier dranbleibt und nachforscht, kann dem Fehler Eins auf die Spur kommen und dann rechtzeitig gegensteuern, um größere (Folge-)Katastrophen zu vermeiden. „Ansonsten kann und wird der gleiche Fehler Eins wieder auftreten“, erklärt Jann. „Er würde sich beim nächsten Mal eine andere Route suchen und zu einem anders gearteten Unfall führen.“ Denn der Fehler Eins ist nicht behoben. Doch beim nächsten Unfall wäre man wieder zufrieden, „wenn der verantwortliche Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen wurde“. Im Falle der Windows-Computer ist man der Fehlerkette etwas weiter nachgegangen und hat weitere Risiken erkannt. Die Computer des Flughafens waren 2015 im Schnitt zwischen zehn und 20 Jahre alt, einige liefen mit alten UNIX-Systemen, andere mit Windows XP. Fehler im Softwaremanagement erkannt, Behebung wurde versprochen. Ein erster Schritt zu einer besseren Fehlerkultur.   Roter-Reiter-Fazit Kleine Handlungen können Großes bewirken: Ein spannendes Buch, in dem Eckhard Jann interessante Einblicke in Untersuchungsmethoden und die logische Fehlertheorie gibt. Eckhard Jann: Fehler Eins. Alles beginnt aus einem Grund Vahlen, 2021 225 Seiten, 16,90 Euro ISBN 978-3-8006-6697-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Gatekeeper: Moderation als demokratische Aufgabe Im Juni 2019 wird der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke in seinem Zuhause von einem Neonazi erschossen. Nur wenige Wochen später gedenkt der bayerische Landtag dem Ermordeten. Während die Landtagspräsidentin ihn mit einer Ansprache würdigt, stehen alle Abgeordneten als Zeichen der Ehre und Trauer auf. Alle? Nein. Der AfD-Abgeordnete Ralph Müller bleibt sitzen, blättert dabei betont lässig in Unterlagen. Erst nach dem Ende des Totengedenkens steht er auf. Provokation pur. Ein Eingreifen gab es nicht, nur Fassungslosigkeit. Die Landtagspräsidentin spricht später davon, dass sie mit einem solchen Verhalten niemals gerechnet habe. „Was sie damit eigentlich sagte: Dass sie sich gegenüber diesem Agent Provocateur einfach hilflos gefühlt hatte“, sagt Unternehmensberater und Trainer Peter Modler. „Von da bis zur demokratischen Feigheit ist es ein kleiner Schritt.“ Die Aufgabe der Landtagspräsidentin war die Moderation dieses Aktes, damit waren auch Pflichten verbunden, findet Modler. „Sie war es, die den Kommunikationsstandard in diesem Parlament sicherzustellen hatte, und wenn ihn jemand verletzte, offenbar auch noch absichtlich, dann hätte sie eingreifen müssen.“ Mehr als nett lächeln und abhaken In seinem Ratgeber „Wenn Höflichkeit reinhaut“ ist er der Aufgabe und dem enormen Potenzial der Moderationskunst auf der Spur. Dieser politische Affront war für den Autoren der Weckruf. Seither entdeckt er immer wieder und an den verschiedensten Orten Versäumnisse in der Moderationsarbeit und ein falsches Verständnis der Aufgabe von Moderierenden. Es geht eben über bloßes Anmoderieren und Fragenstellen hinaus. Anlass genug, um ein Buch darüber zu schreiben. Darin zeigt er an solchen öffentlichkeitswirksamen Moderationsjobs, wie wichtig die Funktion einer Moderation ist. Denn sei es bei Markus Lanz, der abends Politiker, Impfgegner, Skandalrapper oder andere Personen der Öffentlichkeit zu einem Gespräch begrüßt und diese sich dort danebenbenehmen, oder sei es im Bundestag, wo Politiker offenbar die ethischen Grundwerte einer Republik verletzen: Letztendlich sind es die Moderierenden, die auch dafür verantwortlich sind, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem die Freiheit der Meinung und auch ein gewisses Maß an Anstand und respektablem Umgang gewährleistet werden. Sie sind die Gatekeeper für konstruktive und zielführende Gespräche. Spannende Meetings durch lebendige Moderation „Sie leisten im besten Fall einen zivilisatorischen Dienst, weil sie einen Raum für produktive Auseinandersetzung zur Verfügung stellen“, erklärt Modler, und dieser reiche bis hinein in „die Graswurzeln unserer Gesellschaft, bis zu Vereinsversammlungen, zu Elternabenden, zu Bürgerinitiativen; aber auch bis in Vorstände und Regierungsspitzen“. Und gerade in Unternehmen ist die Moderation oft geächtet, verachtet und verkannt. „In vielen Organisationen gehören sie zum Langweiligsten und Ödesten, was man sich antun kann“, weiß der Unternehmensberater. „Endloses Herumgerede über Nebenthemen, sprunghaftes Diskussionsverhalten, dauerndes Unterbrechen oder Unterbrochen-Werden, langatmige Monologe von immer denselben Leuten – die Liste ließe sich beliebig fortführen. Dabei muss Moderation auch mal bedeuten, Kante zu zeigen, an den richtigen Stellen einzugreifen und gar unhöflich zu werden. Dieses Schleifen und Formen ist die Voraussetzung für fruchtbare, lebendige und ergebnisreiche Meetings und Diskussionen, in denen eben nicht immer der Gleiche seine Rede hält, der Kollege unhinterfragt Behauptungen in den Raum stellen kann und die Moderation der Vorgesetzten überlassen wird, die eigentlich schnell zum Mittagessen will. Wenn Moderierende zu wahren Gatekeepern werden, die die Fäden in der Hand halten, kann diese Aufgabe eine wichtige Rolle in der Bewahrung unserer demokratischen Grundwerte spielen – im Großen wie im Kleinen, in der Politik wie auch in jedem Unternehmen.   Roter-Reiter-Fazit In seinem Ratgeber zeigt Peter Modler, mit welchen Gesprächsstrategien, taktischen Überlegungen und letztendlich standhaften Persönlichkeiten eine Moderation den Diskussionsraum schafft, ihn gestaltet und auch schützt. Peter Modler: Wenn Höflichkeit reinhaut. Moderation als Kampfkunst Campus Verlag, 2022 247 Seiten, 20 Euro ISBN 9783593515564 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Solopreneurship: Kann ich das skalieren? Dass die Konzernkarriere nicht für jeden das Gelbe vom Ei ist, haben viele spätestens in der Pandemie-Phase bemerkt, als sie nicht mehr ins Büro mussten. Eigentlich ganz toll, unabhängig zu arbeiten, den Rechner auch mal zuklappen zu können und nicht von Meeting zu Meeting zu hetzen. Für Ilja Grzeskowitz gab es einen anderen ausschlaggebenden Grund, den klassischen Karriereweg an den Nagel zu hängen: fehlende Selbstwirksamkeit. Wie hoch er auch die Karriereleiter kletterte, er setzte sich doch immer nur für die Ziele der Geschäftsleitung ein und war in seiner leitenden Funktion ein Sprachrohr für deren Interessen. Und irgendwann reichte ihm das nicht mehr. An einem Tag kam ihm mitten auf der Autobahn, während er wieder einmal im Stau stand, die Erleuchtung: Er würde den Sprung in die Selbstständigkeit genau JETZT wagen. Digitale Selbstständigkeit „Und so kam es, dass ich am nächsten Rastplatz rechts ranfuhr, meinen Chef anrief und meinen Job als leitender Angestellter kündigte“, erinnert er sich. In seinem Buch „Solopreneur“ nimmt er uns mit auf seine persönliche Lernreise und schenkt uns eine Roadmap zum eigenen digitalen Businessmodell. Und so ein Businessmodell kann eine ziemlich spannende Sache sein, wenn man nicht gleich an digitale Nomaden denkt, die mit dem Rechner am Strand sitzen. Während Freelancer zumeist projektweise arbeiten und immer schauen müssen, wie sie die Balance zwischen Arbeitszeit und Einkommen halten, gehen Solopreneure einen Schritt weiter. Sie agieren im besten Fall zeitlich unabhängig und bieten ihre Leistungen wie Unternehmen einer breitgestreuten Zielgruppe an. Hier kommt das Beste aus Entrepreneurship und Freelancertum zusammen. „Der größte Hebel liegt in der Entscheidung, nicht Zeit gegen Geld zu tauschen, sondern eigene Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die dann digital und automatisiert vertrieben werden.“ Skalieren, skalieren, skalieren, heißt es da. Das Beste aus der Digitalisierung mitnehmen Was man an Business-Sprech aus Formaten wie „Die Höhle der Löwen“ etwas überhat, klingt bei Ilja Grzeskowitz ganz objektiv und logisch. Wie toll ist es eigentlich, wenn die Nachfrage nach meiner Online-Weiterbildung, nach meinem How-to für ein Fotobearbeitungsprogramm oder meine Online-Community immer weiter wächst, ohne dass ich dafür (mehr) Personal einstellen oder verstärkt Ressourcen beanspruchen muss? Mehr Geld verdienen als beim reinen Zeit-Geld-Tausch, Menschen und Organisationen mit der eigenen Expertise ernsthaft weiterhelfen und dabei alle Fäden selbst in der Hand halten – wer bekommt da nicht kurz ein wenig Puls? Genau diese Chancen liegen in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt und neuen Geschäftsmodellen mit disruptiven Innovationen. Was es braucht, sind eine gute Idee, eine Strategie und ein Plan – die letzten beiden hält Ilja Grzeskowitz in seinem Ratgeber bereit. „Bauen wir uns ein selbstbestimmtes, ortsunabhängiges und profitables Business auf, das uns in die Lage versetzt, nicht mehr zwischen Arbeit und Leben unterscheiden zu müssen“, erklärt er dort, „weil wir dann in jeder einzelnen Sekunde unseres Wirkens die Möglichkeit haben, unsere Werte, unsere Überzeugungen und unsere Persönlichkeit auszudrücken.“ Roter-Reiter-Fazit Ilja Grzeskowitz zeigt, welche enormen Möglichkeiten in der VUCA-Welt auf Menschen warten, die Lust haben, ihr eigener Chef zu sein und nach der klassischen Selbstständigkeit den nächsten Schritt zu gehen. Ilja Grzeskowitz: Erfolgreich selbstständig als Solopreneur. Selbstbestimmt und profitabel zum digitalen Business GABAL Verlag GmbH, 2022 272 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96739-097-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Growth-River-Modell: Eine Unternehmerin sucht Rat Elke Jordan ist am Ende. Ihre besten Mitarbeiter kündigen der Reihe nach, die Kunden sind unzufrieden und ihr Lebenswerk – nein, das ihrer Familie – droht zu scheitern. Vom Vater hat sie das Bauunternehmen übernommen und lange Zeit mit ihrer Mutter geführt. Seit einigen Jahre führt sie es allein – und nun gegen die Wand. In ihrem Business-Roman „Vom seidenen Faden zum gemeinsamen Strang“ nehmen uns Eberhard Schmidt und Steffen Karneth mit in das Leben und die Entwicklung der Unternehmerin und ihrer Lebensaufgabe. Es ist verzwickt: Je mehr Elke Jordan versucht, Linie und Strategie in die Unternehmung zu bringen, desto mehr revoltieren die Mitarbeiter. Sie wollen neue Maschinen, mehr Mitarbeiter, mehr Handlungsspielräume. Sie will angesichts der aktuellen Situation sparen, vertröstet Mitarbeiter und versucht, die Fäden in der Hand zu halten. Der Leser trifft zu Beginn des Romans eine Unternehmerin, bei der wirklich alle Fäden zusammenlaufen: Aller Unmut, alle Probleme und alle Fragen werden an sie persönlich herangetragen. Und dabei muss sie sich auch noch mit der Führungspersönlichkeit ihres verstorbenen Vaters messen, der nicht so „weichgespült“ war, dem dafür aber auch niemals ein „Danke schön“ über die Lippen gekommen sind. Durch ihren Führungsstil stieß sie immer wieder auf dieselben kommunikativen Hindernisse. Nach einem immensen Streit mit einem ihrer wichtigsten Mitarbeiter resümierte sie: „Immer das Gleiche: Er preschte vor, ich musste bremsen, aus welchen Gründen auch immer. So kamen wir nicht weiter.“ Von Führungskraft-orientiert zu Team-zentriert Und so engagiert sie die UnternehmensBeatmer die sowohl im Roman wie auch im echten Leben EberhardSchmidt und Steffen Karneth heißen. Sie arbeiten mit dem Growth-River-Modell, das in Deutschland noch nicht übermäßig bekannt ist. Im Kern geht es darum, in sieben Schritten ein Team zu entwickeln, das für ein „vertrauensvolles Zusammenwachsen zur Förderung der Sache“ steht – „Trustful Expansion to Advance Matters“. Die sieben Phasen des Modells nehmen die drei Bereiche „Unternehmenskultur“, „Ausrichtung“ und „Geschäftsmodell“ in den Fokus. Die Ziele werden systematisch und iterativ angegangen, am Anfang werden „Daten gesammelt, um den momentanen Stand eines Teams zu bestimmen (IST-Stand) und die vorhandenen Engpässe auf dem Weg zu einem Hochleistungsteam (SOLL-Stand) aufzuzeigen“. An der authentischen Geschichte von Elke Jordan werden die verschiedenen Phasen durchlebt und es wird deutlich, wie alle Beteiligten das traditionsreiche Unternehmen ins digitale und transformative Zeitalter bringen. Für die beiden Autoren und Berater ist diese Geschichte sinnbildlich für viele Geschichten ihrer Klienten. „Wir erleben unsere Arbeit als ein Zusammenwirken von Menschen, das über die unmittelbaren Auswirkungen für das jeweilige Führungsteam hinaus eine Unternehmenskultur etabliert, in der Zusammenhänge sichtbar und Verbundenheit spürbar werden.“   Roter-Reiter-Fazit Das Fallbeispiel von Elke Jordan ist aus der Mitte gegriffen und wird so für viele Unternehmer fühlbar und nachvollziehbar. Eine Erzählung, die für jeden einen Impuls bereithält. Eberhard Schmidt, Steffen Karneth: Vom seidenen Faden zum gemeinsamen Strang. Ein Business-Roman über die 7 Schritte zum Dream-Team Wiley-VCH, 2021 256 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-51075-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Jan Hartwig erzählt: Die Quadratur des Kreises Es gibt viele Erklärungen dafür, warum die Gerichte des Drei-Sterne-Kochs Jan Hartwig oftmals in Form eines Kreises angerichtet sind. Er selbst sieht darin den praktischen Sinn: Die mittige Soße kann nicht weglaufen. Kritiker sehen darin einen Service für den Gast: Da Hartwigs Soßen oftmals würzig sind, kann der Genießer selbst wählen, wie viel er davon verträgt; Hartwig kippt die Bratensäfte eben nicht einfach über das Fleisch. So oder so: Der Koch ist enorm erfolgreich und beherrscht sein Handwerk. 2022 folgt mit der Eröffnung seines eigenen Restaurants die nächste Station einer Karriere, die mit dem „Mettklößchen-Vorfall“ fast endete. Während eines Praktikums im Hochsommer 1997 lernte er nämlich die Schattenseiten des Berufs kennen. Während seine Mitschüler ihr Leben genossen, musste er 2000 Mettklößchen formen und hätte beinahe alles hingeschmissen. Aber im Rückblick lässt sich sagen: Es war nur ein weiteres Learning auf dem Weg zum Spitzenkoch, der das Motto hat: „Heute besser sein als gestern und vor allem morgen besser sein als heute.“ Was das Leben lehrt In seinem Buch „Sterne leben“, das er gemeinsam mit Sabine Steinbeck schrieb, verrät er seine 14 persönlichen Erfolgsformeln, die für jeden Karriereweg essenziell sind. Learning 1: Kenne dein Handwerk. So musste Jan Hartwig gleich zu Beginn in einer seiner wichtigsten Erfolgsstationen zeigen, dass er ganz genau weiß, was zu tun ist. Im Mai 2014 übernahm er die Leitung des Ein-Sterne-Restaurants „Atelier“ im Bayerischen Hof in München. Dort war er aber nicht nur für das eine Restaurant zuständig. Zu seinem Aufgabenfeld gehörte auch die Küche des zweiten Hotel-Restaurants „Garden“, und somit war er auch „zuständig für die Speisen, die in der Lobby bestellt wurden, für den Room-Service und die Snacks, die in ,falk’s bar‘ angeboten wurden“, erzählt er. „Das bedeutete, dass es keine räumliche Trennung gab. Alles kam aus einer Küche und es wurde täglich in drei Schichten gearbeitet.“ Das brauchte neben einem guten Geschmack einen klaren Kopf und Organisationsgeschick. In den vergangenen sieben Jahren hat Jan Hartwig das Münchener Restaurant um weitere zwei Sterne bereichert und kräftig umstrukturiert, dabei aber nicht vergessen, mit welcher Unterstützung er dort hingekommen ist, wo er heute ist. Eine weitere der 14 Lektionen, die es in dem spannenden Buch zu lesen gibt. Roter-Reiter-Fazit Ein interessanter Blick in das Arbeiten und Leben eines Spitzenkochs und der Beweis, dass Talent nicht vom Himmel fällt. Jan Hartwig zeigt in unterhaltsamen Storys und zusätzlichen Expertengesprächen, was es braucht, um aus einer Begabung eine nachhaltige Karriere aufzubauen. Jan Hartwig, Sabine Steinbeck: Sterne leben. 14 persönliche Erfolgsformeln aus der Sterneküche, die auch Sie an die Spitze bringen. GABAL Verlag GmbH, 2021 240 Seiten, 29,90 Euro ISBN:  978-3-96739-064-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Coach sein und bleiben Nahezu jeder Coach startet seine Tätigkeit mit einer profunden Ausbildung. Nicht selten wird er dabei von aktuellen Coaching-Strömungen beeinflusst. „So hat man als Babyboomer mit dem Berufseinstieg zwar nur noch die letzten Zuckungen/Ausläufer der TQM von TAG und Insel-Ansätze bei Volvo oder BMW mitbekommen“, erinnert sich Stefan Stenzel, HR Senior Expert bei SAP SE, „Kaizen, Lean Management der 1990er-Jahre, Six-Sigma jedoch in vollem Umfang.“ Stenzel schrieb das Vorwort zum Buch „Qualitätssicherung im Coaching“. Es gibt mögliche Antworten auf Fragen wie diese: Wenn die aktuellen Coachingtrends sich ändern – was ist dann eigentlich die nachhaltige und langfristige Basis für ein professionelles Coaching? Welche Werte und anerkannten Kompetenzen vereint Coaches auf der ganzen Welt? Herausgegeben wurde das Kompendium von Anne M. Schweppenhäußer, die in dem Buch 14 Beiträge von Coaches versammelt, die zeigen, wie Kollegen ihre Arbeit auf der Basis der Kernkompetenzen der International Coaching Federation (ICF) nachhaltig optimieren können. Die ICF wurde 1995 in den USA gegründet, 2001 folgte die Gründung des ICF Deutschland, über den aktuell rund 737 Mitglieder organisiert sind. Zu den Angeboten des Verbandes gehört auch das Coaching der Mitglieder. In verschiedenen Angeboten lernen die Mitglieder die acht Grundkompetenzen und -werte des ICF kennen, die sie als Basis einer zugewandten und wertschätzenden Coaching-Arbeit nutzen sollten. Grundkompetenzen eines ICF-Coaches Hält sich an die ethischen Grundsätze Verkörpert ein Coaching-Mindset Schließt Vereinbarungen ab und hält sie ein Fördert Vertrauen und Sicherheit Bleibt präsent Hört aktiv zu Fördert Bewusstheit Unterstützt die Entwicklung der Klienten „Das Mentor-Coaching ist die Begleitung einer individuellen Annäherung und Anpassung und der gleichzeitigen Emanzipation von alten Mustern im Umgang mit Macht und Autorität“, so Monika Müller in ihrem Beitrag „Der Weg zum ICF-Coach“.  In den vielseitigen Beiträgen der Autoren werden die verschiedenen Anforderungen an ein modernes Coaching und auch die eigenen Ansprüche von professionellen Coaches beleuchtet und hinterfragt. So kann sich jeder Coach die besten Impulse für die eigene Praxis herausziehen und dazu beitragen, dass Klienten die bestmögliche Unterstützung erhalten. Roter-Reiter-Fazit Ein Arbeitsbuch mit Tiefgang für Coaches, die gern an ihren eigenen Kompetenzen und der Professionalität ihrer Coaching-Praxis arbeiten möchten. Anne M. Schweppenhäußer (Herausgeberin): Qualitätssicherung im Coaching. Kompetenzen professionell weiterentwickeln. Auf der Basis der ICF-Kernkompetenzen. Inkl. E-Book Beltz Verlag, 2021 233 Seiten, 39,95 Euro ISBN: 978-3-407-36761-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Next Step: Digitalisierung im Vertrieb In der Corona-Krise hatten viele Unternehmen und Branchen mit großen Problemen zu kämpfen. Eine der größten Fragen, die sich Organisationen stellen mussten: Wie erreichen wir unsere Kunden? Christopher Held hat insbesondere für die B2B-Branche eine Antwort parat: Next Level Sales. So heißt der Ratgeber des Experten für den digitalen Vertrieb. Während andere Geschäftsbereiche schon längst im Digitalen angekommen sind, war der Vertrieb bislang in vielen Organisationen noch sehr traditionell behaftet. Es wurde die direkte Kundenansprache vor Ort erwartet, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, präsent zu sein und zu zeigen: Sie sind es uns wert, dass wir auch vor Ort vorbeikommen. Und dann kam Corona. Auch im Vertrieb wirkte die Krise mit Kontaktbeschränkungen und Beschäftigungsverbot wie ein Beschleuniger: Jetzt musste aus dem Nichts eine digitale Strategie auf die Beine gestellt werden, wenn man beim Kunden präsent bleiben wollte. „Zeiten, in denen Termine für in drei Wochen geplant werden, da es dann in die Fahrtroute passt, entsprechen nicht mehr der heutigen Zeit“, so Held, „was der Kunde von Online-Medien kennt, erwartet er auch von seinem Vertriebler – maximale, schnelle Verfügbarkeit.“ Der Vertriebler vor Ort – ein Zeichen von Wertschätzung? Held nimmt sich in seinem Ratgeber viel Zeit und Raum, um Ängste vor digitalen Vertriebsstrategien abzubauen. Fehlende Wertigkeit, Stellenabbau, Kundenverluste sind nur einige davon. Besonders stark sind laut Held die Stimmen der Vertriebler, wenn es um die physische Interaktion mit Kunden geht. Würde man eine Gruppe von Vertrieblern und eine Gruppe von Kunden fragen, ob sie sich einen digitalen oder physischen Vertrieb wünschen, „wäre das Ergebnis immer dasselbe“, so Held. „Die erste Gruppe sagt mit großer Mehrheit, dass der Kunde noch den klassischen Vertrieb mit persönlichen Meetings erleben möchte.“ Die zweite Gruppe der Kunden wünsche sich hingegen, dass der Vertriebler nicht für jeden Termin persönlich vorbeischaut. Schritt 1 also: Den Kunden direkt fragen, wie er seine Kundenbeziehung ausgestalten möchte, und danach die Strategie ausrichten. Nach und nach zeigt Held die Vorteile und Phasen der Digitalisierung des Vertriebs auf und spricht auch darüber, wie Unternehmen alle Beteiligten in ein Boot holen. Roter-Reiter-Fazit Wie bringen Organisationen auch den Vertrieb auf das nächste Level der Digitalisierung? Das zeigt Christopher Held in seinem Ratgeber in verständlichen und praxisnahen Abschnitten, die auch thematisch gut unterteilt sind. Eine echte Bereicherung für Führungskräfte im Vertrieb und Strategieberater. Christopher Held: Next Level Sales. Wie Sie erfolgreich Ihren Vertrieb digitalisieren Wiley-VCH, 2021 240 Seiten, 26,99 Euro ISBN: 978-3-527-51091-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Disruptiv denken Wer kennt noch Gotye? Der Australier brachte 2011 mit „Somebody That I Used to Know“ einen absoluten Superhit heraus, der sich bis 2012 in den Charts hielt. Und auch mit dem dazugehörigen Album „Making Mirrors“ stürmte er über Wochen die Charts. Zeitgleich veröffentlichte Lana Del Rey ihr neues Album „Born to Die“. Zu dieser Zeit war Will Page Chefökonom von Spotify. Gemeinsam mit Analysten überprüfte er die Daten und erkannte: Lana Del Rey war eine viel erfolgversprechendere Investition. „Weil das Streaming die Verbrauchergewohnheiten offenlegt, erkannten wir, dass Gotye eine Eintagsfliege war.“ Und tatsächlich: Wer kennt den zweiten Song von Gotye? Eben. Lana Del Rey war hingegen mit ihren folgenden Alben immer in den Charts vertreten. „Ihre Fans betrachteten ihr Album als Meisterwerk – eine ähnliche Aufmerksamkeit wurde auch Blue Jeans oder Off to the Races und vielen anderen Titeln zuteil“, fasst Page zusammen. Also: Auch wenn Gotyes Album viel höher in den Charts angesiedelt war, wurden viel mehr Songs von Lana del Reys Album intensiv gehört. Gotye-Fans kauften das Album nur, weil sie den einen Hit toll fanden. Spotify hat die Musikbranche mit diesem Dreh, dem Wechsel in der Perspektive und der Analyse von Nutzerdaten, neu gedacht. „Fürs Erste ist der Wandel entscheidend: vom schlichten Wissen, wie man etwas verkauft, hin zum Verständnis dessen, wie es konsumiert wird.“ Mit diesem disruptiven Denken hat Spotify die Musikbranche aus einer anhaltenden Verlustspirale gerettet. Es werden keine Alben mehr verkauft, sondern einzelne Songs, die so aufgebaut sind, dass möglichst viele Menschen sie streamen. „Es ist jetzt ein Business, das alles – und ich meine wirklich alles – darüber weiß, wie seine Kunst konsumiert, nicht, wie oft sie verkauft wird. Es ist ein Paradigmenwechsel“, so Page. Geschäftsmodelle neu denken In seinem Buch „Disrupt!“ erzählt er von diesen Anfängen des Paradigmenwechsels und den sogenannten „Tarzan-Economics“. Die Philosophie dahinter: Man muss den entscheidenden Moment finden, um loszulassen, um sich auf die nächste Liane zu schwingen. Und damit tun sich viele Unternehmen, ja sogar ganze Branchen ziemlich schwer. Ganz klar: In der VUCA-Welt sind Risiken schwierig abzuschätzen, Datentechnologien sind noch immer vielerorts Neuland. Und auch Page zeigt die Schattenseiten auf, die er in der Musikbranche kennenlernte. Denn mit der strategischen Auswertung des Nutzerverhalten wussten Produzenten plötzlich auch, wie sie Hits für Streaming-Plattformen schreiben. „Da die Songs nur Geld brachten, wenn sie länger als 30 Sekunden gestreamt wurden und unabhängig von ihrer Länge vergütet wurden, fiel uns auf, dass die Hits kürzer wurden und der Refrain sich nach vorne verschob“, erzählt er. „Die Hymnen der Vergangenheit wie etwa ,Where the Streets Have No Name‘ von U2, (..), waren in dieser neuen Welt Zeitverschwendung und verloren unserer Aufmerksamkeit.“ Die Aufmerksamkeitsökonomie mit den immer kürzer werdenden Konzentrationsspannen ist eine solche Schattenseite. Oder wie David Bowie es bereits prophezeite: „Musik ist wie fließendes Wasser geworden.“ „Play the Game – Never let the Game play you“ … sagte bereits Tupac Shakur. Denn disruptive Technologien werden ein Teil der Zukunft der Arbeit sein: Legal Tech löst klassische Rechtsberatung durch den Anwalt ab, Software-Lösungen ersetzen den Buchhalter und Uber sowie Airbnb haben dazu beigetragen, dass der Absprung von der traditionellen Taxi- und Zimmersuche ganz nahe scheint. In seinem Buch stellt Page acht Prinzipien vor, mit denen Gründer und Organisationen das Potenzial der Disruption für sich nutzen können. Und selbst wer nicht das nächste Spotify seiner Branche starten will und die Methoden der Datenwirtschaft eher kritisch sieht, tut gut daran, die neuen Spielregeln des Marktes zu kennen. Roter-Reiter-Fazit Ein spannend geschriebenes Buch, das in klaren Worten eines der komplexen Themen einer neuen Wirtschaftsordnung erklärt. Und: Man bekommt richtig Lust, die Chancen der neuen Technologien zu nutzen, um die Welt ein wenig besser zu machen. Will Page: Disrupt! Wie die Spotify-Strategie deiner Branche nutzt Campus Verlag, 2021 383 Seiten, 22,00 Euro ISBN 9783593514673 Jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Kommt in eine fragende Haltung! Führungskräfte müssen alles wissen. Sie müssen immer eine Lösung parat haben, schließlich stehen sie in der Hierarchie auch weiter oben. Und ein solches Organigramm ist für die kommenden Jahre auf jeden Fall unantastbar. So war das noch vor 20, wenn nicht sogar zehn Jahren. Seither haben sich die Ansprüche an Führungskräfte verändert – aber auch deren Bedürfnisse. Das alles und noch viel mehr: Die Ansprüche an eine moderne Führungskraft Sie sollen noch immer das Tagesgeschäft am Laufen halten, aber auch strategische Entscheidungen treffen, innovative Ideen haben und diese in die Wege leiten. „Was ihre Mitarbeitenden angeht, sollen Führungskräfte heute zu Engagement und Kreativität motivieren, Sicherheit signalisieren und dabei zur Veränderung ermutigen“, sagen die beiden Autorinnen Ines Bruckschen und Svenja Op gen Oorth. Daneben müssen Leistungen und Erfolge evaluiert und dokumentiert, Arbeitspläne erstellt werden. Die Anforderungen sind also eher gestiegen und es gibt eine neue Komponente, die es noch komplexer macht: Kreativität und sehr ausgeprägte soziale Fähigkeiten. Denn Mitarbeitende sollen von Führungskräften motiviert werden, in ihrer Selbstverantwortung gestärkt werden. Eine offene Feedbackkultur ist gewünscht. Da braucht es mehr als klassische Führungskompetenzen. Werde zum Coach deiner Mitarbeitenden Aber hier hakt es. „Könnte es sein, dass Menschen mit einer besonders stark ausgeprägten sozialen Empathie am wenigsten Lust auf steigenden Druck haben? Und sich fragen: Warum soll ich mir das antun?“, fragen die Autorinnen. In ihrem Buch „Frag dich in Führung“ machen die beiden Coaches eine neue Perspektive auf, die den enormen Druck aus dem Thema Führung nimmt und zugleich zeigt, wie Führungskräfte Teams kreativ und zukunftsorientiert führen können. Selbstführung, Ganzheit im Sinne von Mitarbeitenden, die mit allen ihren Emotionen im Job stattfinden dürfen, und ein evolutionärer Blick auf das Thema Organisationsentwicklung sind hier wichtige Schlüsselbegriffe. „Statt Zukunft langfristig voraussagen zu wollen und Kontrolle auszuüben, laden evolutionäre Organisationen ihre Mitglieder dazu ein, das WOFÜR der Organisation laufend mitzuentwickeln“, erklären sie. Mit einer fragenden Haltung begleiten Führungskräfte den lebendigen Arbeitsprozess und kreieren den Raum, in dem kluge Köpfe ihre Fähigkeiten genau da einbringen können, wo sie benötigt werden. Anstatt die Führungskraft als Person mit exzellenten Fachkenntnissen zu betrachten, die im besten Fall auch eine empathische Seite hat, wird der Spieß umgedreht. Es braucht Menschen, die andere Menschen begeistern und mitnehmen können – und dazu noch ein paar passende Hard Skills haben. Roter-Reiter-Fazit Ein prächtig und anspruchsvoll gestalteter Ratgeber für alle, die Frédéric Laloux schon kennen und jetzt mit einem Workbook an ihrer Haltung als Führungskraft arbeiten möchten, um ein gutes und sinnhaftes Arbeiten zu ermöglichen. Ines Bruckschen und Svenja Op gen Oorth: Frag dich in Führung. Der Guide für eine transformative FührungskulturVahlen Verlag, 2022 277 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-6531-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Der Kunde ist König – jetzt aber wirklich Was macht Apple wirklich gut? Was ist das Erfolgsgeheimnis des Konzerns? Er kennt seinen Kunden. Dirk Johannsen und Werner Katzengruber kommen in ihrem Arbeitsbuch „Das kundenzentrierte Unternehmen“ dem neuen Fokus auf den Kunden auf die Spur und zeigen, wie Organisationen ihren Kunden in jeden Schritt „mitdenken“. Was will der Kunde? Es ist eine Anekdote, die viel verrät: Tim Cook hat wohl einmal ein Topmanagement-Meeting mit den Worten verlassen, er müsse sich um ein dringendes Kundenbedürfnis kümmern. Grundsätzlich bekommen bei Apple alle Führungskräfte regelmäßig Mails von Kunden per Mail zugeschickt, um nahe am Kunden zu bleiben. Mit dieser Methode ist Apple nicht allein. Bei Amazon soll laut Jeff Bezos jeder Mitarbeitende in der Lage sein, in einem Callcenter zu arbeiten. Die beiden Autoren des Buches sind Experten für Transformationsmanagement. Sie wissen, dass diese Sichtweise ein wichtiger Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist. In ihrem Ratgeber zeigen sie auf, was die Organisationsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte von denen der Zukunft unterscheidet. „Das Dilemma vieler Unternehmen ist, dass sie die Kunden immer noch ausschließlich im Vertrieb verorten und sie damit aus allen anderen Bereichen ausschließen.“ Das bedeutet bildlich gesprochen: Ein Großteil der Unternehmensprozesse findet im stillen Kämmerlein statt, abgeschlossen von der Außenwelt. Erst ganz zum Schluss wird das neue Produkt dem Kunden präsentiert – ob es nun wirklich zu 100 Prozent passt oder nicht. „Er wird zu häufig als Ziel gedacht und die Organisation sieht ihn daher als Endpunkt aller Bemühungen“, resümieren die Autoren. „In einer kundenzentrierten Organisation ist der Kunde aber nicht das Ziel der Aktivitäten, sondern der Sinn.“ Das war früher anders. Im traditionellen Handwerk des 19. Jahrhunderts stand der Kunde noch im Fokus: Der Schuh sollte dem Kunden passen, denn nur dann wurde der Schuhmacher weiterempfohlen. In der Industrialisierung ist dieser Anspruch kurzzeitig verloren gegangen: Was interessiert denn die Schuhproduzenten aus Übersee, ob ihr beliebtes Produkt einem Kunden in Europa zu 100 Prozent gefällt? Die neuen Ansprüche von Kunden Auch heute werden Vertriebler mit Produkten rausgeschickt, die sie dann an den Kunden bringen sollen. Vielleicht erfüllen die Produkte aber gar nicht die tieferliegenden Bedürfnisse des Kunden. Im besten Fall gibt es dann ein entsprechendes Feedback, das in den Untiefen des Kundenservice verloren geht. Auch hier zeigt Amazon, wie es genau anders herum funktionieren kann. Das Unternehmen wertet bis in das kleinste Detail aus, welche Themen Kunden beschäftigen, wo und wie lange sie sich auf der Plattform aufhalten und was ihre Bedürfnisse sind. Über das Ausmaß der Datennutzung lässt sich sicher streiten, aber eines ist klar, wissen auch die Autoren: „Das Bewusstsein für Kundenzentrierung muss in die DNA des Unternehmens Einzug finden.“ Denn: Heute gibt es nahezu jedes Produkt in unzählig vielen Varianten und von genauso vielen Produzenten. Wer sich abheben und langfristig erfolgreich sein möchte, der muss den Kunden nachhaltig für sich gewinnen – und seine Bedürfnisse kennen, bevor er sie selbst kennt. Wer diesen Wechsel in der Ausrichtung verinnerlicht, kann damit beginnen, seine Organisationsstrukturen darauf auszurichten. Und das muss ziemlich gründlich und bis in die letzten Winkel des Unternehmens geschehen. Wie das geht und wie man eine solche Transformation Schritt für Schritt angeht, zeigen Dirk Johannsen und Werner Katzengruber in ihrem praktischen Arbeitsbuch. Roter-Reiter-Fazit Von der Strategie und der Organisationsstruktur über das Prozessmanagement bis hin zur Unternehmenskultur durchlaufen Dirk Johannsen und Werner Katzengruber den transformativen Weg zum kundenzentrierten Unternehmen. Die Hands-on-Ansprache lädt dazu ein, direkt ins Machen zu kommen und den Kunden neu zu denken. Spannend! Johannsen, Dirk / Katzengruber, Werner: Das kundenzentrierte Unternehmen. Ein Praxishandbuch Wiley-VCH, 2021 240 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-51089-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Neurohacks: Mit Köpfchen arbeiten Unser Gehirn ist schon lange keine Blackbox mehr. Neurowissenschaftler haben bereits ein gutes Bild davon, wie es funktioniert und zu was es fähig ist. Und das ist so viel mehr, als man denken könnte. In ihrem Buch stellen die Neurowissenschaftlerin Friederike Fabritius und der Wirtschaftswissenschaftler Hans W. Hagemann Neurohacks vor, mit denen wir unser Gehirn herausfordern und seine Kapazitäten effizienter nutzen können. Bereit? In den Flow kommen Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Jahre ist: Unser Gehirn ist ein Netzwerk. Jeder Bereich ist mit einem weiteren verbunden, fällt ein Teil aus, können andere Areale teilweise dessen Funktionen übernehmen. Und: Es ist plastisch. Das bedeutet, dass es sich ein Leben lang verändern kann. Es entstehen neue Nervenzellverbindungen, die Synapsen und ganze Gehirnareale verändern sich. Genau diese Fähigkeit ist ein Segen, denn das bedeutet auch, dass wir unsere Gewohnheiten und Wahrnehmungen neu prägen können. In ihrem Buch stellen die beiden Wissenschaftler einige Neurohacks vor, mit denen wir genau das erreichen und insbesondere besser arbeiten und führen können. So gibt es zahlreiche Studien und Untersuchungen an Mäusen, die zeigen: Wir brauchen einen gewissen Stress, um in den Flow zu kommen. „Die Bestleistung wird am höchsten Punkt der Kurve erreicht, an dem Punkt, an dem die Erregung ausreicht, um optimale Konzentration und Aufmerksamkeit zu erreichen.“ Wer für sich diesen optimalen Punkt zwischen Langeweile und Panik kennt und reproduzieren kann, ist in der glücklichen Situation, auf einem stetig hohen Level zu arbeiten. Friederike Fabritius und Hans W. Hagemann zeigen an Forschungsergebnissen und aus praktischen Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung, wie Arbeitgeber die notwendigen Voraussetzungen schaffen können, damit Mitarbeiter die Möglichkeit haben, in den Flow zu kommen. Und genauso können Freiberufler und Manager dieses Wissen für sich nutzen. Mitarbeiter intrinsisch motivieren Was ist das Geheimnis des lebenslangen Lernens? Wie bringe ich meine Mitarbeiter dazu, motiviert zu arbeiten? Und wie stelle ich in einem gehirnbasierten Rahmen ein erfolgreiches Team zusammen? Der Ratgeber hält insbesondere für Führungskräfte interessante Einblicke in die Neurowissenschaften bereit. Allein die Ansprache der Mitarbeiter kann eine positive Einstellung zum Job und die Motivation der Arbeitgeber stärken. Ein Zauberwort ist hier die „Gewohnheit“, denn die liebt unser Gehirn. Einmal eingelaufene (Neuronen-)Pfade verlassen wir nur sehr ungern. Die Kunst ist es, im Arbeitsalltag positive Gewohnheiten zu verankern, die einen positiven Einfluss auf die Leistungen der Einzelnen, aber auch die Teamergebnisse haben. „Eine Vielzahl neuer neurowissenschaftlicher Erkenntnisse eröffnet uns eine beispielslose Chance, unsere Träume und Bestrebungen auf eine Art und Weise zu verwirklichen, an die vor einem Jahrzehnt noch nicht zu denken war.“ Roter-Reiter-Fazit Friederike Fabritius, Hans W. Hagemann: Neurohacks. Gehirngerecht und glücklicher arbeitenEin faszinierender Einblick in die Welt der Neurowissenschaften und eines der wenigen Bücher, das die Erkenntnisse auf die Arbeitswelt von Führungskräften und Selbstständigen anwendbar macht. Campus Verlag, 2021 19,95 Euro, 296 Seiten ISBN 9783593514864 Jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Geschäftsmodell: Jeder hat es, jeder braucht es Was antworten Sie, wenn Sie nach dem Geschäftsmodell Ihres Unternehmens gefragt werden? Vielleicht haben Sie gar keins? Sicher doch! Und wenn Sie dann noch genau definieren können, worin Ihr Geschäftsmodell besteht, haben Sie schon halb gewonnen. In ihrem Arbeitsbuch „Geschäftsmodelle richtig bewerten“ zeigen die beiden Unternehmensberater Georgiy Michailov und Volker Düsberg, dass jedes Unternehmen ein implizites Geschäftsmodell hat – und wie wirkmächtig es ist, wenn es richtig genutzt wird. Was ist der Wert Ihres Unternehmens? Was macht Ihr Unternehmen aus? Bieten Sie als B2B-Händler Produkte in sehr hohen Auflagen an? Ist Ihr Alleinstellungsmerkmal, Produkte besonders günstig anbieten zu können? Oder bieten Sie Premium-Produkte „Made in Germany“? Die Autoren stellen an praktischen Beispielen fünf Geschäftsmodelle vor, die mal mehr, mal weniger bewusst eingeführt und anschließend weiterentwickelt wurden. Oftmals entstehen Unternehmensideen aus den individuellen Umständen und der Betrieb wird so (weiter-)geführt, wie es bisher erfolgreich geschah. Vielen Managern ist aber mittlerweile klar, dass das Wirtschaftssystem in einem großen Umbruch steht. Deshalb empfehlen die Autoren, nicht zu sehr in die Vergangenheit zu schauen, sondern Visionen für eine unstetige und komplexe Marktsituation in der Zukunft zu entwickeln. Und genau hier setzt die Idee eines wertorientierten Geschäftsmodellansatzes an. In fünf Schritten begleiten die Autoren den Leser in dem Prozess, das eigene, vielleicht bisher unbewusste Geschäftsmodell zu verstehen und zu benennen – um anschließend zu zeigen, wie es zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Unternehmens beitragen kann, wenn es wertebasiert ist. Roter-Reiter-Fazit Ein umfassendes Arbeitsbuch für Führungskräfte, Stakeholder und Geschäftsführer, die ihre Organisation zukunftsfähig weiterentwickeln möchten. Georgiy Michailov, Volker Düsberg: Geschäftsmodelle richtig bewerten. Wertsteigerungspotenziale in 5 Schritten erkennen: Ein Arbeitsbuch, inkl. E-Book Campus Verlag, 2021 301 Seiten, 49 Euro ISBN 9783593514666 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Haben Sie da noch Worte? In einigen Berufsgruppen ist es schon fast normal, nicht die passenden Worte zu haben. In der Pflege ist nahezu kein Wort ein nettes Wort, die Fachkräfte arbeiten im Akkord. Auch in anderen Berufen bleibt kaum die Luft für wertschätzende Worte, viel zu oft kommen unsere gehetzten Gedanken viel zu unreflektiert aus unserem Mund. Wer sich die Zeit nehmen möchte, um eine achtsame und positive Sprache im Beruf zu kultivieren, kann das mit dem Kartenset „Bewusst sprechen“ ganz praktisch angehen. Die Gesprächstherapeutin Sandra Mantz hat das Kartenset entwickelt, um einen leichten Zugang zum Sprachwandel zu ermöglichen. Niemand muss Bücher wälzen, es reicht bereits, mit einer einzigen Übungskarte kleine Impulse zu erhalten. Die 60 Karten sind in sechs Kategorien aufgeteilt, die Themen wie Zynismus und Gewalt, Stress und Hektik, Mehrdeutigkeit und Verwirrung behandeln. Jede Karte hat dabei eine andere Aufgabe wie zum Beispiel Sprachmuster zu stärken, für Sprachmuster zu sensibilisieren oder Wissen zu transportieren. Die Sprache schafft Wirklichkeit „Die Bronchoskopie ist 17“ oder „Die Aufnahme steht im Flur“ heißt es auf einer Karte. Die Sätze an sich geben gar keinen Sinn, aber in einer routinierten Kommunikation in der Pflege weiß jeder, was gemeint und zu tun ist. Auf der Rückseite bietet die Trainerin Alternativen zu solchen Keyphrasen an, die wertschätzender und achtsamer sind. „Die nächste Patientin ist erst 17. Wir brauchen einen kleineren Schallkopf“ oder „Eine neue Patientin wartet auf die Aufnahme im Flur“. Das klingt zunächst zeitraubend, aber es macht etwas mit dem Sprecher und den Adressaten. Welche Worte wir nutzen, wie wir sprechen und wie wir unserem Gegenüber begegnen, bestimmt die Stimmung im Raum und beeinflusst das Miteinander. Wer also einen lebensbejahenden, offenen und positiv gestimmten Blick auf die Welt und die Menschen darin werfen möchte, der stärkt seine Kommunikation mit einem solchen Kartenset. „Den Halt, den du suchst, findest du nur in dir, nirgendwo sonst“, erklärt Sandra Mantz. Roter-Reiter-Fazit Ein vielseitig einsetzbares Kartenset, mit dem einzelne Personen, aber auch Teams ihre kommunikativen Fähigkeiten stärken und den Umgang miteinander reflektieren können. Eine spannende Reise in die Welt der Bedeutung und Resonanz! Sandra Mantz: Bewusst sprechen. 60 Impulskarten mit 80-seitigem Booklet für eine achtsame und stärkende Sprache im Beruf Beltz Verlag, 2021 39,95 Euro Bestellnr.: 530018 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Team Alignment: Erfolg ist Teamarbeit Man stecke sieben kluge Köpfe zusammen und fertig ist das Erfolgsteam – oder? Leider ist das nicht der Fall. Es gibt viele Faktoren, die ein Team zu einem Dream-Team machen oder eben nicht. Das Problem liegt dann meistens nicht auf der individuellen Ebene, also an den einzelnen Teammitgliedern, sondern an dem Arbeitsprozess und der Teamdynamik. „Sie werden ausgebremst von Koordinationsmängeln, ineffektiven Meetings, unproduktiven Konflikten und einer dysfunktionalen Gruppendynamik – was zu Frustration, Verzögerungen und falschen Entscheidungen führt“, heißt es im Vorwort von „High-Impact Tools für Teams“. Das Buch aus der Strategyzer-Serie von Alex Osterwalder und weiteren Autoren stellt mit der Team Alignment Map ein praktisches Tool für die erfolgsorientierte Zusammenarbeit im Team vor. Gemeinsames Engagement, gemeinsame Ressourcen, Risiken und Ziele – das sind die vier Säulen dieser Methode, die nicht nur auf gemeinsame Teamprozesse und ihre Optimierung setzt. Es werden auch psychologische Aspekte betrachtet, die ein Hindernis oder ein Erfolgsbooster sein können. In dem praktischen Arbeitsbuch wird für jede Herausforderung oder Problematik, die in jedem Team vorkommen können, gezeigt, wie die Team Alignment Map zur Lösung beitragen kann. Wie können Teams in Meetings fokussiert kommunizieren? Wie gestalte ich einen Projektstart möglichst gut? Wie verhandele und verteile ich Ressourcen? Neben diesen praktischen Tools für Teamprozesse erhalten Führungskräfte, aber auch interessierte Mitarbeiter mit dem Teamvertrag, dem Faktenfinder oder der Respektkarte wertvolle Tipps und Impulse für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Roter-Reiter-Fazit Den Raum zur Selbstverantwortung geben, aber das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren: Die High-Impact Tools bilden mit der Team Alignment Map ein interessantes Gesamtpaket, das den heutigen und zukünftigen Anforderungen an Teamarbeit gerecht wird. Stefano Mastrogiacomo, Alexander Osterwalder: High-Impact Tools für Teams. Teammitglieder koordinieren, Vertrauen aufbauen und rasch Ergebnisse erzielen mit 5 praktischen Tools Campus Verlag, 2021 329 Seiten, 34,95 Euro ISBN 9783593514772 Jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Organisationskultur: Hören Sie das auch? Setzt Ihr Unternehmen auch auf Eigenverantwortung? Halten Sie viel von dem gewissen Purpose einer Unternehmung? Legen Sie Wert auf Transparenz, Vertrauen und ein Denken out of the box? Schön! Und können Sie jetzt auch erklären, was das eigentlich ist, der Purpose, die Vision Ihres Unternehmens? Wie zeigt sich Transparenz in Ihrer Organisation? Und, der Härtetest: Wie halten Sie es mit der Mindfulness? „Die gesamte Unternehmenssprache ist voll von immer wieder gebrauchten Begriffen und Wendungen, von Sprechblasen, die zwar nicht falsch, aber eigentümlich leer sind“, sagen Stefan Kaduk, Dirk Osmetz und Stefanie Rödel. „Es gibt gerade im Feld der Organisationskultur eine Reihe von Begriffen, Überzeugungen, Ausdrucksweisen und auch ,Sprüchen‘, die in ihrer inflationären Wiederkehr durchaus belustigen – vor allem dann, wenn es sich um unreflektierte Forderungen handelt.“ Die beiden promovierten Wirtschaftswissenschaftler haben sich mit der Philologin zusammengetan, um genau diese Sprechblasen, die Buzzwords der Unternehmenskultur, genauer zu beleuchten. Mit ihrem Buch bieten sie ein Glossar der häufigsten Business-Begriffe an, das zum Schmunzeln, aber auch zum Hinterfragen der Begrifflichkeiten einlädt. Dazu gehört beispielsweise die trendige Fehlerkultur. Das Motto: Haben Sie Mut, Fehler zu machen, und schauen Sie, wie Sie aus gemachten Fehlern – im Sinne des Unternehmens – lernen. Schließlich wurden durch Fehler das Post-it, der Kugelgrill und sogar Viagra entdeckt! Die Autoren fassen es so zusammen: „Wenn man etwas versemmelt, dann sollte man wenigstens schauen, ob sich daraus noch was machen lässt.“ Und schon entsteht wieder der Druck, aus Fehlern etwas Großartiges zu machen. Ist das diese positive Fehlerkultur? Sicher nicht. Und so lautet zu diesem Glossarbegriff das Fazit: „… aus Schaden wird man nicht immer klug, aus Fehlern lernt man nicht immer und irren mag menschlich sein, aber manchmal auch ziemlich blöd. Roter-Reiter-Fazit Zeigen Sie den Mut, prüfen Sie Ihre Authentizität, kommen Sie aus Ihrer Komfortzone und lesen Sie dieses unterhaltsame Buch, um Ihren Worten und Botschaften mehr Inhalt zu geben. Stefan Kaduk, Dirk Osmetz, Stefanie Rödel: Sprechblasen der Organisationskultur. Ein Glossar. Business-Begriffe bewusst benutzen Beltz Verlag, 2021 108 Seiten, 19,95 Euro ISBN: 978-3-407-36774-7   Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Coachen als Führungsstil: Raus aus der Ratschlag-Falle Stellen Sie sich die folgende Situation vor: Ihr Angestellter kommt zu Ihnen und erklärt, dass er mit seiner aktuellen Aufgabe zu viel Arbeit hat. Er soll eine Umfrage auswerten, für die er Daten in eine Tabelle eingeben muss. Er erklärt Ihnen, wie lange er pro Umfragebogen benötigt und dass er so gar nicht zu seinen eigentlichen Aufgaben kommt. Sie sind gerade auf dem Sprung und sagen dem Mitarbeiter, dass er den Auszubildenden mit der Aufgabe vertraut machen soll, damit dieser ihm helfen kann. Problem gelöst. Am Nachmittag kommen Sie zufällig an der offenen Bürotür des Kollegen vorbei und sehen Interessantes: Der Azubi gibt konzentriert und im 10-Finger-System Zahlen und Buchstaben auf dem Keyboard ein – während der Mitarbeiter mit einem Finger tippt und dabei große Schwierigkeiten hat, den Blick zwischen Umfragebogen und Bildschirm hin- und hergleiten zu lassen. Problem nicht gelöst. Erwecken Sie die Kraft der Selbstwirksamkeit „Weil wir alle unbedingt helfen und schnell ins Handeln kommen wollen, springen wir gerne ein und wollen das erste Problem lösen, das sich zeigt – auch wenn es nicht das eigentliche Problem ist, das gelöst werden muss“, weiß Michael Bungay Stanier. In seinem Bestseller-Ratgeber „The Coaching Habit“ zeigte er auf eine mitreißende Art, warum Coaching in allen Unternehmen zu einer Führungsmethode werden sollte. Die Idee: Lassen Sie Mitarbeiter und Teams selbst mögliche Lösungen und kreative Ideen entdecken und geben Sie Ihnen dafür das notwendige Werkzeug an die Hand. In seinem nun darauf folgenden Ratgeber „The Advice Trap“ zeigt er im Detail, wie Führungskräfte ihr Ratschlag-Monster zähmen und lernen, Führung als Coaching zu verstehen und zu leben. Und so kommt der Mitarbeiter wahrscheinlich von selbst drauf, dass er seine Schreib-Skills verbessern sollte. Roter-Reiter-Fazit Ein Buch, das neugierig auf eine neue Art der Führung macht. Wie schaffen es Führungskräfte, neugierig zu bleiben und die Innovationskraft und Problemlösungskompetenz von Mitarbeitern nicht durch Ratschläge zu erschlagen? Michael Bungay Stanier weiß es, und natürlich ist ihm bewusst, „wie ironisch es ist, in einem Buch mit Ratschlägen darüber zu schreiben, wie man weniger Ratschläge gibt“. Michael Bungay Stanier: The Advice Trap. Bleiben Sie demütig, neugierig - und ändern Sie für immer die Art, wie Sie führen Verlag Franz Vahlen GmbH 229 Seiten, 19,80 Euro ISBN 978-3800662852 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Unfair aber legal: Behavioral Economics Heute gibt es im Internet nahezu alles zu kaufen: Gutscheine, Sonderaktionen, Rabattcodes – Konsumenten haben die Wahl. Unternehmen gelingt es so immer seltener, mit klassischen Marketingmaßnahmen Aufmerksamkeit zu erzeugen und letztlich Leistungen und Produkte zu verkaufen. Dominik Imseng stellt in seinem Ratgeber eine neue Methodik vor, die ein Erfolgsbooster sein kann: die Verhaltensökonomie. Was gibt Ihnen ein gutes Gefühl? Wissen Sie, was gute Gründe dafür sind, dass immer mehr Menschen Uber statt eines klassischen Taxisnutzen? Es ist sind die kleinen Dinge: Fangen Sie auch an zu schwitzen, wenn die Zahl auf dem Taxameter viel zu schnell in die Höhe springt? Wir mögen es gar nicht, Geld auszugeben – erst recht nicht, wenn wir es nicht komplett in der Hand haben, wie viel wir zu zahlen haben. Bei Uber bekommen wir vor der Fahrt automatisch eine Schätzung des Gesamtpreises – es ist also voraussehbar, auf was wir uns einlassen. Und: Wir können über das Smartphone verfolgen, in wie vielen Minuten das Uber-Taxi da sein wird. Wir mögen nämlich auch keine Unsicherheit, und bei klassischen Taxis ist oft unklar, wann und ob es überhaupt ankommt. Es sind solche Details, die uns ein sicheres und komfortables Gefühl geben und uns schließlich von dem Produkt überzeugen. Die Disziplin der Verhaltensökonomie beschäftigt sich mit der Frage, wie wir solche Entscheidungen treffen. Wer den Erfolg seines Unternehmens vergrößern möchte, ohne das Budget oder die Personalkapazitäten erhöhen zu müssen, der kann schon mit kleinen Änderungen in Strategie und Ansprache Großes bewirken. Und Sie würden es auch tun! Dominik Imseng ist Partner bei einem erfolgreichen verhaltensökonomischen Beratungsunternehmen in Zürich. Er weiß, wie Sie mit den Methoden der Verhaltensökonomie Angebote überzeugender, das Marketing wirksamer und das Kundenerlebnis attraktiver machen. In seinem Ratgeber stellt er anhand von praxisnahen Beispielen wie Kaffeekapseln, Schokoriegel-Werbung oder auch Shampoo dar, wie wir uns als Konsumenten zu Entscheidungen leiten lassen, die bei genauerem Hinschauen manchmal gar nicht so clever sind. Würden Sie freiwillig für ein Kilo Kaffee 60 Euro ausgeben? Wahrscheinlich schon! Es macht aber auch klar, wie Kunden aus einer großen Auswahl an Angeboten das beste auswählen – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Roter-Reiter-Fazit Dominik Imseng gibt einen unterhaltsamen und pointierten Einblick in die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und zeigt, wie Unternehmen sie einfach und zielgerichtet einsetzen können. Ein spannender Einblick in die noch junge Disziplin, die das Marketing nachhaltig verändern wird. Dominik Imseng: Chief Behavioral Officer. Wie Sie mit den psychologischen Erkenntnissen der Verhaltensökonomie den Unternehmenserfolg erhöhen Verlag Franz Vahlen GmbH 157 Seiten, 18,90 Euro ISBN 978-3800666263 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Learning on the Job Wie bleiben Unternehmen erfolgreich? Indem sie die Veränderungen des Marktes ständig im Auge haben, ihre Kernkompetenzen kennen, Werte wahren und dazulernen – Tag für Tag. Den Unterschied machen hier die Mitarbeitenden, die neue Impulse in die Organisation bringen, loyal handeln und sich weiterentwickeln. Aber wie fördern Unternehmen ihre Mitarbeiter? Die Schulung von Montag bis Freitag reicht da schon lange nicht mehr. „Weder kann mit den überkommenen Ansätzen das Tempo der Veränderungen der Arbeitswelt und die Spezifik von individuellen Bedarfen im Lernangebot widergespiegelt werden, noch erscheint es realistisch, die entsprechenden Ressourcen bereitzustellen, um immer mehr Lernangebote zu entwickeln und aktuell zu halten“, sagen die beiden Lern-Experten Jan Schönfeld und Thomas Tillmann. Die Zukunft des Lernens liegt im informellen Lernen. In ihrem Workbook „Lernhacks“ stellen sie 25 Lernhacks für Organisationen vor. Nebenbei für den Job lernen Wie wichtig informelles Lernen „on the Job“ ist, wird aktuell noch stark diskutiert. Dass das betriebliche Lernen gerade eine Kehrtwende vollführt, ist jedoch klar. Die Arbeits- und Themengebiete von Mitarbeitern können auch bei gleicher Rollenbeschreibung im Detail sehr stark variieren. Unterschiedliche Projekte, verschiedenes strategisches Vorgehen und verschiedene Ansprüche rufen andere Schulungsbedarfe auf den Plan. Eine klassische Fortbildung kann damit praktisch niemals alle Teilnehmer erreichen und individuelle Bedürfnisse befriedigen. Warum also nicht Arbeitnehmer individuell schulen bzw. den Raum für informelles Lernen lassen? Dass das die Zukunft des betrieblichen Lernens ist, legt eine Studie nahe. Dabei wurden erfolgreiche Manager nach ihren Lernmethoden befragt. Heraus kam das 70:20:10-Modell. Demnach haben die Führungskräfte 70 Prozent ihres Wissens durch Learning on the Job erlangt. Nur 10 Prozent gehen auf formelle Lernformate zurück, 20 Prozent auf den Austausch mit Kollegen und Mentoring. Raum zum Lernen schaffen Deshalb macht es für Unternehmen Sinn, Raum und Zeit für eine informelle und agile Lernkultur zu schaffen. Wie das gelingt, zeigen Jan Schönfeld und Thomas Tillmann in ihrem Handbuch. Im ersten Teil zeigen die Lernexperten, was Unternehmen von einer agilen Lernkultur haben und wie sie diese nachhaltig in ihre Organisationsstrukturen integrieren. Im zweiten Teil werden die insgesamt 25 Lernhacks vorgestellt, die in unterschiedlichen Phasen Anwendung finden. Mit Tools wie dem „Lern-Cockpit“ oder „Ich lerne mit gutem Beispiel voran“ werden Lernräume gestaltet. Weiter geht es mit Lernhacks, um Neues zu lernen, Wissen weiterzugeben oder konkrete Probleme zu lösen. Daraus ergibt sich eine strukturiere Roadmap, die Platz in jeder Organisation finden sollte. Roter-Reiter-Fazit Pomodoro-Prinzip, „Smarter googeln“ oder agile Retrospektiven: Dieses Workbook macht Lust auf Lernen und eröffnet Organisationen mit Lernhacks, die schnell und einfach angewendet werden können, einen leichten Zugang in die agile betriebliche Lernkultur. Jan Schönfeld, Thomas Tillmann: Lernhacks. Mit einfachen Routinen Schritt für Schritt zur agilen Lernkultur Vahlen Verlag, 2021 213 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-6498-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Future Work – Ein Ausblick Jeff Schwartz war weltweit als Berater von Organisationen unterwegs, er ist Partner bei Deloitte Consulting USA und ist Experte für die Zukunft der Arbeit. Die Corona-Krise und der damit einhergehende Reisestopp haben auch ihn zurückgeworfen. Für sein Forschungsfeld waren die vergangenen Monate aber auch extrem spannend – denn jetzt war endlich die Zukunft da. Seit Jahren bereiten sich Unternehmen auf die Zukunft der Arbeit vor, auf die digitale Transformation, auf den Einsatz von KI, auf den Fachkräftemangel, auf die demografischen Verschiebungen. „Den Organisationen war klar gewesen, dass der Wandel in der Arbeitswelt eine Steigerung der Effizienz, ein Vorgehen in Warp-Geschwindigkeit, die Suche nach Talent und Fachwissen auch außerhalb der eigenen Organisation sowie eine gehörige Portion Erfindungsreichtum erfordern würde“, erklärt Jeff Schwartz. „Was sie jedoch nicht gedacht hatten, war, dass diese Zukunft auf einmal und so schnell eintreffen würde.“ Future Work im Elchtest Sein Buch „Arbeit im Wandel“ war bereits weit fortgeschritten, als die Corona-Pandemie das wirtschaftliche Leben stilllegte. Die Entwicklung in den kommenden Monaten prägte die Endfassung aber entscheidend mit. Wie enorm schnell konnten Organisationen und ganze Branchen reagieren, weil der Druck da war? Wie gut konnten Arbeitnehmer plötzlich mobil arbeiten? Wie rasant entwickelten sich agile Führungskulturen? So schnell konnte die Zukunft da sein – wenn man ihr den Raum lässt. In seinem Buch skizziert Jeff Schwartz eine Zukunft der Arbeit, in der Individuen, Führungskräfte, Organisationen und auch die Gesellschaften ihren Blick auf das Arbeiten verändern müssen. „Was ich mein Leben lang lerne – und was hoffentlich auch meine Töchter lernen –, ist, dass es wichtig ist, wie wir die Welt betrachten und was wir für relevant und möglich halten. Dies formt, was wir erreichen können und was wir tatsächlich tun“, ist sein Credo. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Buch, das Themen wie alternative Beschäftigungsmodelle, die Neuerfindung von Karrieren, die Führungskraft als Designer und die verschwindende Bedeutung von Präsenzarbeit anreißt Roter-Reiter-Fazit Wer seinen Bezugsrahmen erweitern möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Es macht den Rundumschlag und zeigt, was die Zukunft der Arbeit von uns fordert – und schenkt uns neue Perspektiven auf das, was jetzt schon machbar ist. Schwartz, Jeff / Riss, Suzanne: Arbeit im Wandel. Chancen, Belastbarkeit und Wachstum in der beschleunigten Zukunft Wiley-VCH, Weinheim 2021 336 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51065-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Schnell nachgeschlagen: Das Handbuch zur Führung Ob Anfänger oder Profi: Es gibt Fragen, zu denen Führungskräfte in allen Phasen ihrer Tätigkeit eine gute Antwort benötigen. Leadership-Experte und Unternehmer Quint Studer schließt diese Lücke mit seinem „Handbuch Führung“. Wie organisiere ich mich in stressigen Zeiten? Wie glätte ich emotionale Wogen im Team? Und wie halte ich gutes Personal langfristig? Plötzlich stehen solche Fragen im Raum, die wir als Führungskräfte zwar schon immer mal wieder an der einen oder anderen Stelle diskutiert haben, und vielleicht haben wir auch schon einmal etwas darüber gelesen. Aber was genau mache ich als Führungskraft in einer solchen "echten" Situation? Quint Studer bietet in seinem Handbuch für Führung kurze und praktische Tipps, die sich schnell nachlesen lassen. Dabei ist der Ratgeber in drei Abschnitte unterteilt, die sich den eigenen Führungskompetenzen, der Optimierung von Mitarbeiterleistungen und strategischen Fragen widmen. Konkrete Frage – schnelle Antwort Wenn Sie sich als Führungskraft beispielsweise fragen, wie Sie sich besser organisieren können, um Ihre vielfältigen Ideen und Projekte umsetzen zu können, hat der Leadership-Experte einen klaren Tipp: „Treten Sie bei den Ideen auf die Bremse; treten Sie bei der Umsetzung aufs Gas.“ Seine Erfahrung hat Studer nämlich gelehrt, dass Führungskräfte sich oftmals in ihrer Kreativität erschöpfen – und dann aber nichts zustande kommt. Das Team weiß nicht, wo es beginnen soll, alle To-dos werden angefasst, aber nicht konsequent zu Ende gebracht. „Wenn große Ideen schnell und heftig fließen, gleicht der Versuch, sie alle zu verarbeiten, dem Trinken aus einem Feuerwehrschlauch“, macht er den Vergleich. „Die Menschen sind so überfordert, dass sie nicht alles aufnehmen und mit gar nichts weitermachen können.“ Also: Ideen erst einmal beiseitelegen und sich einer Aufgabe widmen. Roter-Reiter-Fazit Nebenbei an den eigenen Kompetenzen, den Teamstrukturen oder Unternehmensstrategie arbeiten: ein kurzweiliger Ratgeber, der eine wertvolle Inspirationsquelle oder ein Tippgeber in schwierigen Situationen ist. Quint Studer: Handbuch Führung. Schnelle Unterstützung für dynamische Führungskräfte Wiley-VCH, 2021 368 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51066-5 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Endlich Coach! Aber was für einer? Ob systemisch, agil oder lean: Wer Vollzeit als Coach arbeiten möchte, der muss Stellung beziehen und sich positionieren. Dabei reicht es nicht, sein Können in den Fokus zu stellen. Vielmehr geht es darum, seine Geschichte zu erzählen. Wie Positionierung und Marketing für Coaches aussehen kann und was es zu beachten gibt, erklärt Martina Nohl in ihrem Handbuch. Warum gerade Sie? Überlegen Sie: Wenn jemand auf der Suche nach einem systemischen Coach ist – warum sollte er genau Sie wählen? Haben Sie die systemischen Methoden besonders gut drauf? Haben Sie die beste systemische Ausbildung genossen? Was ist das passende Argument? Es gibt sehr viele Menschen, die andere Menschen mit ihren Coaching-Angeboten unterstützen möchten. Und wir sollten erst einmal davon ausgehen, dass alle ihr Handwerk verstehen. Aber was ist dann Ihr USP, Ihr Alleinstellungsmerkmal? „Über unser Profil hinterlassen wir einen bleibenden Abdruck in der Welt. Was ist Ihr bleibender Ein- und Abdruck, mit dem Sie die Welt und hier insbesondere Ihren Markt und Ihre Zielgruppe prägen möchten?“, fragt die Laufbahnberaterin Martina Nohl. Markenbildung für Coaches In ihrem Handbuch „Positionierung und Marketing für Coaches“ macht Martina Nohl deutlich, was der Unterschied zwischen der eigentlichen Positionierung und der Arbeit am eigenen Profil ist. Viele Coaches zäumen das Pferd von hinten auf, erklärt sie, „sie bestimmen ihre Zielgruppe, ihre Nische, ihren Markt“. Sie zeigt, wie Coaches beim eigenen Profil, der Einzigartigkeit ihres Angebotes und ihrer Leistungen anfangen. „Wenn Sie in den Tiefen und Höhen Ihrer eigenen Persönlichkeit anfangen, Ihr Profil zu begründen und zu fundieren, dann hat Ihre spätere Positionierung Hand und Fuß.“ Ganz klar: Wer seine eigene Motivation kennt und den Kern seines Business klar kommunizieren kann, der kann darauf sehr sicher sein Marketing aufbauen und es individuell anpassen. Roter-Reiter-Fazit Vom Business-Rahmenplan und der Erarbeitung des USP über Angebotsdesign bis hin zum authentischen Marketingmix führt Martina Nohl durch den Prozess der Markenbildung. Ein umfassendes Handbuch für alle Coaches, die ihr Business professionell planen und umsetzen möchten. Und obendrauf gibt es das Handbuch als eBook und mit zusätzlichen Online-Materialien.   Martina Nohl: Handbuch Positionierung und Marketing für Coaches Mit E-Book inside und Online-Materialien Beltz Verlag, 2021 344 Seiten, 39,95 Euro ISBN: 978-3-407-36713-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Ganz da sein: Mit Spiegelneuronen achtsam verkaufen   Können Sie sich vorstellen, dass ein Bestattungsunternehmer mit bester Laune und offenen Armen auf einen Kunden zugeht, um ihn strahlend zu fragen: „Na, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Nein, sicher nicht. Wer erfolgreich verkaufen möchte, der muss sich in den potenziellen Käufer hineinversetzen und dessen Stimmung auch spiegeln. In ihrem Ratgeber „Achtsam verkaufen“ stellt Vertriebsexpertin Beate Götz-Lange die besten Verkaufstipps und praktischsten Handlungsempfehlungen aus dem neurowissenschaftlichen Bildungsmanagement vor. Dabei wirft sie auch einen Blick auf die starke Wirkung unserer Spiegelneuronen. Kennen Sie das? Ihr Gegenüber lächelt und Sie müssen – fast automatisch – mitlächeln. Oder wir betreten einen Raum, in dem eine gedrückte Stimmung herrscht. Unwillkürlich passen wir uns der Situation, wir machen uns klein, ziehen die Schultern ein. Verkäufer können diese neurobiologische Wirkung nutzen, indem sie sich dem Verhalten des Käufers anpassen – und so die notwendige Empathie wecken, die der erste Schritt zum Kaufabschluss ist. Roter-Reiter-Fazit Ganz in der Situation sein, Empathie wecken, dem Gegenüber zuhören und Botschaften in Mimik und Gestik erkennen: Beate Götz-Lange zeigt in dem kompakten Ratgeber, wie Achtsamkeit im Vertrieb zum erfolgreichen Verkauf und zu glücklichen Kunden, die sich wertgeschätzt fühlen, führt. Beate Götz-Lange: 30 Minuten Achtsam verkaufen GABAL GmbH Verlag, 2021 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-048-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Fehlerkultur in Unternehmen: Ein willkommener Störfall Anfang des 17. Jahrhunderts stand der französische Bäckerlehrling Claude Gellée in der Backstube, um den Teig für Brote vorzubereiten. Was er vergaß, war die Butter. Also versuchte er, die Butter in den bereits fertigen Teig einzukneten. Gesagt, getan. Das Ergebnis war der weltweit erste Blätterteig. Viele Menschen würden dem Lehrling wohl für seinen Fehler danken, man denke nur an den Duft von frischen Croissants. Dass Mitarbeitende in Unternehmen ähnlich Furioses entdecken, wenn sie einen Fehler machen, ist eher unwahrscheinlich. Und trotzdem können Fehler in Arbeitsroutinen sehr wichtig und wertvoll sein. Diese Sicht auf Fehler ist nicht zuletzt produktiv – verhindern kann man sie sowieso nicht. Was genau eine positive Fehlerkultur in Unternehmen bewirken kann, zeigt Hans-Jürgen Kratz in seinem Ratgeber „Aus Fehlern wird man gut“. Raus aus der Negativspirale In unserer Kultur werden Fehler überwiegend negativ bewertet: Etwas ist falsch, jemand hat etwas nicht geschafft, es gibt einen Grund zum Schämen. So ist es nicht verwunderlich, wenn Fehler möglichst versteckt werden, die betroffene Person sich rausreden möchte oder den Fehler sogar einer anderen Person in die Schuhe schiebt. „Fehler werden als Zeichen der Schwäche eingeordnet und bei höherer Fehlerrate werden dem Fehlerverursacher entweder Unvermögen, eine geringe Intelligenz, mangelhafte Sorgfalt oder sogar Sabotage unterstellt“, sagt Kratz. Die Negativspirale, die in vielen Organisationen noch immer Realität ist, ist endlos: Jeder Mitarbeiter versucht perfekt zu wirken, es gibt den Druck, Fehler unbedingt zu vermeiden oder zu vertuschen, um bei den Führungskräften nicht an Ansehen zu verlieren. Eine solche negative Fehlerkultur hat enorme Auswirkungen auf das Arbeitsklima, die Zusammenarbeit in Teams und die Leistungsfähigkeit sowie Innovationskraft in Unternehmen. Denn: Wo Angst vor Fehlern herrscht, wird sich kaum jemand mit neuen, risikobehafteten Ideen nach vorne wagen. Es gilt also, die Einstellung zu fehlerhaftem Verhalten zu überdenken. Die Chance im Fehler entdecken Kratz stellt in seinem Ratgeber zunächst die Merkmale einer destruktiven Fehlerkultur dar, um dann den Gegenentwurf zu machen. Für ihn ist klar, dass Führungskräfte in Vorleistung gehen müssen: Nur wenn Mitarbeitende sich wertgeschätzt und sicher fühlen, sind sie auch bereit, volle Leistung zu erbringen, Dinge neu zu denken und sich für die Ziele des Unternehmens einzusetzen. „Ohne Vertrauen, Mut und Risikobereitschaft bewirkt ein Vorgesetzter nur ein Minimum des Möglichen“, sagt der freie Trainer. Wer Angst davor hat, Fehler zu machen, weil dann die Abmahnung oder andere Arten von Abstrafungen warten, macht nur Dienst nach Vorschrift, um ja kein Risiko einzugehen. Eine konstruktive Fehlerkultur ist in eine offene, achtsame Organisationskultur eingefasst, die Missstände klar benennt, um Ursachen auszumachen und gemeinsam an diesen zu arbeiten. „Bei genauer Betrachtung sind Fehler tatsächlich Störfälle – und exakt in diesen Störungen liegt ihr Wert“, sagt Kratz. „Sie erschüttern den Status quo und öffnen neue Wege, die ohne den Fehler verborgen geblieben wären.“ Roter-Reiter-Fazit Hans-Jürgen Kratz macht in seinem neuen Buch deutlich, wie wichtig eine positive, konstruktive Fehlerkultur in zukunftsfähigen Organisationen ist: Nur wo es Mut und keine Angst vor Fehlern gibt, kann Neues entstehen. Hans-Jürgen Kratz: Aus Fehlern wird man gut. Warum Irren menschlich ist und was Führungskräfte daraus lernen können Metropolitan Verlag, 2021 160 Seiten, 14,95 Euro ISBN 978-3-96186-052-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### OKR! Welche Ziele verfolgt Ihre Organisation? Rekord-Umsätze? Eine steigende Kundenzufriedenheit? Einen hohen Markenwert? Vielleicht. Und erreicht das Unternehmen diese Ziele? Diese Frage ist schwierig zu beantworten, denn Organisationen wollen naturgemäß immer die Umsätze steigern, und es ist fraglich, ob die Kundenzufriedenheit jemals ein Limit erreichen kann. Um Unternehmensvisionen zu verfolgen, braucht es eine Strategie und eine Ausrichtung auf ein reales, klar umrissenes Ziel. Ein sehr gutes Tool für das Zielmanagement ist die OKR-Methode, die Erno Marius Obogeanu-Hempel und André Daiyû Steiner in ihrem Ratgeber „30 Minuten OKR - Objectives & Key Results“ vorstellen. Worum geht's? Diese agile Methode eignet sich dazu, Ziele zu erreichen, die dem Purpose des Unternehmens dienen. Ein Beispiel: „Wir möchten Verpackungen nutzen, die zu 100 Prozent recycelbar sind“ ist ein reales und in sich geschlossenes Ziel und damit in der OKR-Logik das „Objective“. Aber wie erreichen wir nun dieses Ziel? Indem wir „Key Results“ definieren, die das „Wie“ bestimmen. Material- und Herstellerrecherche, eine Online-Kundenumfrage und Tiefen-Interviews mit 50 Konsument*innen, eine Branding-Analyse der Marketing-Abteilung – das alles können Schritte auf dem Weg zum Ziel sein, das im besten Falle tatsächlich erreicht wird. Die beiden Experten für Digitales geben einen ersten Einblick in die Chancen, die sich Organisationen mit OKRs eröffnen, und führen die Leser*innen strukturiert durch den Prozess. Roter-Reiter-Fazit Daily Huddle, Moonshots, Roofshots und vieles mehr: Erno Marius Obogeanu-Hempel und André Daiyû Steiner zeigen, wie wirkungsvoll dieses agile Tool sein kann – und das verständlich und praxisnah. Erno Marius Obogeanu-Hempel, André Daiyû Steiner: 30 Minuten OKR - Objectives & Key Results GABAL Verlag GmbH, 2021 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96740-077-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Sei dir selbst ein Freund: Selbstempathie Stellen Sie sich bitte einmal Folgendes vor: Eine Freundin hatte einen schweren Tag, ihr Kopf schmerzt und es regnet. Aber eigentlich warten noch Rechnungen, die dringend überwiesen werden müssten. Was würden wir dieser Freundin raten? Ein heißes Bad vielleicht oder vielleicht einen Abend auf der Couch. Die Rechnungen können auch bis morgen warten. Und? Was würden wir selbst in dieser Situation tun? Natürlich durchziehen. „Hab dich nicht so“, sagen wir unserem Ich. Wir sind uns selbst oftmals der größte Kritiker und manchmal auch Gegner. In ihrem Ratgeber „30 Minuten Selbstempathie“ zeigt Monika Hein, Trainerin für empathische Kommunikation, wie wir uns mit diesem fehlenden Selbstwert – den wir unseren Mitmenschen aber sehr wohl einräumen – selbst sabotieren und wie wir uns hingegen mit radikaler Selbstempathie weiterentwickeln können. Was brauche ich gerade? Was lässt mich mich gut fühlen? Und was möchte ich in meinem Leben haben – und was nicht? Selbstempathie, Selbstreflexion und Selbstdisziplin werden hier zur Grundlage für ein gutes Leben. „Ohne sinnlose Bewertungskonzepte, ohne Selbstüberhöhung, ohne Selbstabwertung, dafür aber mit einer freundlichen inneren Haltung, einer achtsamen Sprache, mit Innehalten und dem Hören der eigenen inneren Stimmen.“ Roter-Reiter-Fazit Der kurzweilige Ratgeber gibt viele Impulse, mit denen wir den bewussten Blick auf uns selbst, unsere Gefühle und Bedürfnisse richten können. Ein guter Start in einen achtsameren Alltag! Monika Hein: 30 Minuten Selbstempathie GABAL Verlag GmbH, 2021 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-050-6 Jetzt bei managemtbuch.de bestellen. ### Auf ein Wort – Stimme und Persönlichkeit „Wer spricht, kommt weiter“, sagt Bettina Schinko. Sie muss es wissen, denn sie bildet Sprecherinnen und Sprecher für den Medienbereich aus. Wie enorm wichtig es ist, die eigene Stimme als Werkzeug zu verstehen und anzuwenden, zeigt sie in ihrem Ratgeber „30 Minuten Stimme und Persönlichkeit“. Ein Gefühl dafür zu haben, wie wichtig die Stimme für die eigene Repräsentation ist, ist unverzichtbar: Sie ist auch Ausdruck unserer Persönlichkeit und sie bestimmt mit, wie präsent wir sind. Wer in einem Meeting nicht spricht, der wird übergangen. Deshalb ist der Ansatz „ich brauche nichts mehr zu ergänzen, es wurde schon alles gesagt“ irreführend. Und oftmals sind es gerade die Frauen, die sich aus falsch verstandener Bescheidenheit mit Wortmeldungen zurückhalten, in die zweite Reihe treten. Bettina Schinko gibt wertvolle Tipps, wie wir mit unserer Stimme arbeiten können, um für unsere Überzeugungen einzutreten. Roter-Reiter-Fazit Ein praxisbezogenes Buch, das einen schnellen Überblick über die Wirkung unserer Stimme gibt und zeigt, wie wir sie einsetzen können, um präsent zu sein. Ein Plus sind die mehr als 20 Stimm- und Sprechübungen. Bettina Schinko: 30 Minuten Stimme und Persönlichkeit GABAL Verlag GmbH, 2021 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-053-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Plane nicht ohne die Familie: Unternehmensnachfolge Rainer Krumm wurde in eine Familie geboren, die auch ein Unternehmen war. „Mein Urgroßvater Theodor Krumm gründete eine Keksfabrik und wurde sogar königlicher Hoflieferant“, erklärt er. „Selbst wenn ich und auch mein Vater nie eine aktive Rolle in diesen Unternehmen innehatten, begleitet mich das Thema Unternehmensnachfolge schon von Kindesbeinen an.“ Und so dürfte es vielen Menschen gehen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Wer darüber nachdenkt, das Familienunternehmen der nächsten Generation zu übergeben, hat vielleicht Ängste: Wird das Unternehmen so weitergeführt, wie ich oder meine Vorgänger es sich wünschten? Wer wiederum in die Fußstapfen eines Unternehmers treten will, muss sensibel für solche Emotionen sein und Veränderungen behutsam planen. Rainer Krumm ist internationaler Berater für Unternehmensnachfolge und kennt die verschiedenen Perspektiven und Positionen. In seinem Ratgeber „30 Minuten Unternehmensnachfolge“ zeigt er, wie wichtig Werte und Familienstrukturen sind, wenn es um die Unternehmensnachfolge geht. Denn oftmals gibt es einen Clash der (Unternehmens-)Generationen, der nur durch einen strukturierten Prozess der Übernahme abgefedert werden kann. Roter-Reiter-Fazit Rainer Krumm zeigt die klassischen Fehler in der Unternehmensnachfolge auf und macht einen Vorschlag, wie die Übernahme eines Familienunternehmens in drei Phasen organisiert werden kann. Sehr übersichtlich und hilfreich! Rainer Krumm: 30 Minuten Unternehmensnachfolge GABAL Verlag GmbH, 2021 96 Seiten, 9,90 Euro ISBN 978-3-96739-051-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Digital wirken: Tipps von der Körpersprache-Expertin   Monika Matschnig ist eigentlich Expertin für Körpersprache und gibt in ihren Ratgebern Tipps, wie wir mit Körper, Stimme und Charakter wirken und überzeugen können. Und dann kam die Coronakrise. „Ich war gefühlt arbeitslos“, erinnert sie sich. Nachdem klar war, dass es in naher Zukunft keine Life-Coachings, Konferenzen und Workshops geben würde, in denen die Trainerin und Speakerin ihr Wissen weitergeben konnte, ließ sie sich auf das Abenteuer „digitale Technik“ ein. Aber konnte das überhaupt klappen? Können wir online genauso gut kommunizieren, motivieren und führen wie im Büro? Wie präsentiere ich mich online von meiner besten Seite? Und wie nutze ich Gestik und Mimik in dem kleinen Fenster, das mir in einem Online-Meeting zur Verfügung steht? Monika Matschnig war skeptisch, aber da die Alternativen fehlten, arbeitete sie sich in das Thema ein – und es funktionierte. „Meine anfängliche Videokonferenz-Erschöpfung hat sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt“, erzählt sie. „Inzwischen freue ich mich, dass ich meine Remotevorträge nun in meinem professionellen Studio zu Hause oder als Teil einer Hybridveranstaltung absolvieren kann.“ Was sie in den vergangenen Monaten gelernt hat, fasst sie nun in dem Ratgeber „Und plötzlich ist die Kamera an ...“ zusammen. Zwischen 0 und 1 authentisch performen Gleich zu Beginn benennt sie die speziellen Herausforderungen, die in Videokonferenzen, Online-Coachings und anderen digitalen Formaten warten. Da wäre das fehlende Feedback. In Online-Meetings ist es sehr schwer möglich, nonverbale Signale zu erhalten und zu entschlüsseln, der kleine Ausschnitt auf dem Bildschirm ist zu klein, um die Körpersprache in ihrer Ganzheit zu deuten, der Ton zu schlecht, um die Stimmung über die Tonalität der Stimme zu erfassen. Kommen dann noch zeitliche Verzögerungen hinzu, sind mehrere Personen Teil eines Online-Treffens und gibt es dann vielleicht noch Zeitdruck, fehlen schnell ganz wichtige Beziehungsebenen, die nötig sind, um empathisch und der Situation angemessen zu reagieren. Vor genau diesen Herausforderungen hatte Monika Matschnig großen Respekt, genau wie viele andere auch. Deshalb entwickelte die Trainerin einen Leitfaden, der dabei unterstützt, diese Hürden zu nehmen. In ihrem Ratgeber stellt sie nicht nur die Dos und Don'ts für professionelle Videokonferenzen vor, sie gibt auch Tipps für die optimale Vorbereitung von virtuellen Events. Als Körpersprache-Expertin gibt sie Ratschläge für eine überzeugende und authentische digitale Performance und widmet sich dem Thema der digitalen Empathie. Roter-Reiter-Fazit  Monika Matschnig bietet mit diesem Ratgeber einen praktischen Leitfaden für Führungskräfte, Coaches und Trainer, die auch in Zukunft digital überzeugen und sich professionell vorbereiten möchten. Monika Matschnig: Und plötzlich ist die Kamera an ... Souverän wirken in Videokonferenzen, Webinaren & Co. GABAL Verlag GmbH, 2021 152 Seiten, 19,90 Euro ISBN 978-3-96739-063-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Erfolgsfaktor Werte: So wirken sie nachhaltig Kennen Sie den Goldenen Windbeutel? Seit 2009 wird der Preis von einem gemeinnützigen Verein für solche Lebensmittel vergeben, bei denen zwischen der beworbenen Qualität und der Realität eine eklatante Lücke klafft. Wer diesen Negativpreis erhält, der muss mit dem entsprechenden Feedback von Konsumenten rechnen. Aber dieser Preis war nur der Anfang von einem neuen Konsumverständnis. Vor allem durch die schnelle Reaktionsmöglichkeit in sozialen Netzwerken sind Verbraucher heute sehr gut informiert und können Erfahrungen und Wissen schnell teilen. Für viele Unternehmen ist das noch immer eine große Herausforderung. Denn: Nur wer authentisch ist und die nach außen kommunizierten Botschaften und Werte auch tatsächlich lebt, wird langfristig Erfolg haben. Werte wirken – so heißt auch der dazu passende Ratgeber der drei Unternehmer Britta Korpas, Martin Permantier und Daniel Bischoff. Werte in Organisationskultur und Kommunikation gezielt einsetzen „Längst findet der Wertedialog nicht mehr nur innerhalb einer Organisation statt, sondern korrespondiert stark mit dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs“, stellen die Autoren gleich zu Beginn fest, „Auch die Entwicklung vom Konsumenten zum Prosumenten sorgt dafür, dass Werte immer wichtiger werden.“ Was bedeutet das? Verbraucher entscheiden sich immer öfter für Produkte, deren Philosophie und Wertesystem sie unterstützenswert finden. Wer nicht authentisch und transparent kommuniziert und nach seinen Werten auch handelt, wird schnell unglaubwürdig. In ihrem Ratgeber führen die Praktiker durch fünf Phasen, in denen Organisationen ihren Wertekanon entwickeln, umsetzen und in verschiedenen Organisationsbereichen nachhaltig leben lernen. „Eine Unternehmenskultur, in der zentrale Werte erlebbar sind, wirkt wie eine zusätzliche Führungskraft“, sagt Martin Permantier. „Wo Werte wirken, muss nichts am grünen Tisch entschieden werden. Diese Werte entstehen beim Handeln und Kommunizieren, sie sind Abstraktionen, die immer wieder mit Leben gefüllt werden.“ Roter-Reiter-Fazit  Ein Arbeitsbuch zur zukunftsfähigen Unternehmenskultur, die Werte in den Mittelpunkt stellt. Sehr praxisnah, on point und ganz nebenbei mit einem sehr guten Auge für Details gestaltet. Martin Permantier, Daniel Bischoff und Britta Korpas: Werte wirken. Strategie, Marke und Kultur mit Werten entwickeln Vahlen Verlag, 2021 276 Seiten, 34,90 Euro ISBN 978-3-8006-6477-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Wenn es brennt: Entspannt durch den Tag – trotz Stress Führungskräfte haben die spannende Möglichkeit, Unternehmen selbstinitiativ mitzugestalten. Aber sie befinden sich zumeist auch in der ungeliebten Sandwich-Position: Die Mitarbeiter erwarten Führung, das Management fordert Zahlen – und dann noch die vielen Termine und Mails. Macht dieser ganze Stress nicht krank? In ihrem Ratgeber „Den schreienden Kollegen kann man nicht wegatmen“ nimmt Arbeitsmedizinerin und Unternehmensberaterin Manuela Jacob-Niedballa eine andere Position ein: Stress ist nicht das Problem, es ist die Haltung zu ihm. Ohnmacht statt Gestaltungsmacht Führungskräfte sollen die Quadratur des Kreises schaffen, „sie sollen wirtschaftlich erfolgreich und innovativ sein, ihre Mitarbeiter zufriedenstellen, die Kunden zufriedenstellen, aber auch die Familie nicht vernachlässigen und sich auch noch gesund und fit halten“, zählt die Autorin auf. Was dabei zu kurz kommt, sind die dafür notwendige Zeit und der ausreichende Freiraum, um wirklich gestalten zu können – aber genau das wird von Führungskräften ebenfalls erwartet. Und nicht selten sollen sie neben den Führungsaufgaben auch noch Fachaufgaben übernehmen. Diese vielfachen Aufgabengebiete und Rollenerwartungen können zu Überforderung führen. Der eine wird cholerisch, der andere verstummt, und im schlimmsten Fall führt eine Überlastung zum Burn-out. Die Betroffenen werden ihrer Aufgabe nicht mehr Herr. „Tatsächlich ist es dieses Gefühl der Ohnmacht, das hauptsächlich dazu führt, dass Führungskräfte unter ihrem Job leiden“, sagtManuela Jacob-Niedballa, „Sie erleben sich als handlungsunfähig – und auf Dauer resignieren sie.“ Stress aus einer neuen Perspektive betrachten Und genau hier setzt die Arbeitsmedizinerin an: Manuela Jacob-Niedballa stellt Untersuchungen vor, die zeigen, dass Stress allein nicht krank macht. Demnach weisen Menschen, die überdurchschnittlich belastet sind, keine höhere Sterblichkeit auf, wenn sie dem Stress positiv entgegentreten. Ganz im Gegenteil: Wer mit einer „Ist zwar eine Herausforderung, aber ich bekomme das schon hin“-Einstellung an die Arbeit geht, der weist sogar eine geringere Sterblichkeit auf als Menschen, die gar keinen oder sehr wenig Stress haben. Und es konnten auch keine Unterschiede zwischen dem oftmals beschworenen positiven und negativen Stress gefunden werden. „So mancher Stressforscher musste daraufhin Abbitte leisten: Stress an sich ist nicht ungesund, wie vorher alle glaubten“, stellt Manuela Jacob-Niedballa fest. Nur wer ihm ohnmächtig gegenübersteht, wird wahrscheinlich damit nicht glücklich werden. Stressmanagement fängt bei der eigenen Haltung an Die Arbeitsmedizinerin stellt in dem Ratgeber das Oktaeder-Prinzip vor, das für sie die acht Seiten von gesunder Führung darstellt. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Arbeit zu reduzieren oder Probleme wegzuatmen. „Sie identifizieren vielmehr die Bereiche übermäßiger Belastung und erkennen, wo Sie ansetzen können, damit es allen trotz – oder wegen – der Arbeit gut geht“, erklärt sie. Sind die Aufgabenbereiche im Team überhaupt klar kommuniziert und strukturiert? Sind wir organisiert? Können wir in unserer Umgebung, der Arbeitssituation etwas ändern? Werden Leistungen wertgeschätzt? Schritt für Schritt können Führungskräfte oder auch Mitarbeiter die acht Seiten der gesunden Führung kennenlernen und sich solche Fragen für die eigene Arbeitsweise beantworten. Das Oktaeder-Prinzip kann laut der Arbeitsmedizinerin auch für das betriebliche Gesundheitsmanagement und als Richtschnur für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen angewendet werden. Roter-Reiter-Fazit Keine Arbeitszeitreduzierung, kein zusätzliches Geld oder Personal: Manuela Jacob-Niedballa zeigt, wie Stressmanagement unter realen Arbeitsbedingungen funktionieren kann. Die Prinzipien sind dafür praktisch angelegt und geben interessante Einblicke in die Perspektive einer Arbeitsmedizinerin. Manuela Jacob-Niedballa: Den schreienden Kollegen kann man nicht wegatmen. Effektives Stressmanagement für Führungskräfte und Mitarbeiter Wiley-VCH, Weinheim 2021 256 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-51034-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Wann ist ein Mann ein Mann? Neue Karrierewege ab 50 Bernhard Fanger kennt dieses Gefühl. Nach einer Konzernkarriere ist es dann einfach vorbei. Keine Abschiedsfeier, kein Dankeschön. Die Abwicklung der eigenen Person läuft nur noch über Anwälte. Das ist hart – und noch härter für Männer, die sich nahezu ihr ganzes Erwachsenenleben in der Rolle des Machers und Ernährers gesehen haben. In seinem Ratgeber „So macht MANN das“ zeigt Bernhard Fanger, wie Männer die zweite Hälfte ihres (Berufs-)Lebens packen und ganz selbstbestimmt noch einmal beruflich durchstarten. Wer ist Mann ohne Status? Männer machen Karriere. Sie führen an. Sie bringen das Geld nach Hause. Wer diesen Ansprüchen genügen möchte, der kann viele Jahre nach diesen Prinzipien leben. Fanger gibt zu, dass Führungskräfte dafür auch toxische Beziehungen, enormen Stress und die üblichen Grabenkämpfe in Konzernen hinnehmen müssen. Aber dafür gibt es viele Jahre lang eines: Sicherheit. Finanzielle Sicherheit und die Sicherheit, anerkannt zu sein. Aber was, wenn die Konzernkarriere dann plötzlich beendet wird? „Viele Männer resignieren, haben keine Energie mehr für sich selbst und verfallen in Apathie und Selbstmitleid“, weiß Fanger. Man ist austauschbar und steht plötzlich ohne all die Privilegien da, die lange Zeit ein wesentlicher Teil des Selbstbildes waren. „Die starke Führungskraft wird ihrer Insignien wie Titel, Team, Assistentin, Firmenwagen und jährlichem Bonus beraubt und merkt, dass sich das Leben ohne dieses stützende Gerüst erst mal ziemlich scheiße anfühlen kann“, weiß er. Anleitung: So wird Mann zum Spurwechsler In seinem Ratgeber versammelt Bernhard Fanger viele Beispiele von Männern, die den Spurwechsel hinbekommen haben. Sie haben in der Mitte ihres Lebens noch einmal etwas Neues begonnen, nachdem sie in ihren Jobs nicht mehr glücklich waren. Obwohl Fanger zugeben muss, dass es zumeist einen äußeren Anlass, Krankheit oder die Kündigung, gibt, um über einen beruflichen Neustart nachzudenken. Denn es gibt große Angst vorm Scheitern: Kann ich außerhalb von Unternehmensstrukturen überhaupt erfolgreich sein? Kann ich meinen sozialen Status halten? Und was denken die Familie und Freunde darüber? Fanger hat das –genauso wie seine Gesprächspartner – alles schon einmal durchgespielt und kann deshalb in seinem Ratgeber wertvolle und ermutigende Tipps und Anregungen geben, wie auch Männer eine zweite Karriere starten können. Roter-Reiter-Fazit Fanger ist ein Ratgeber gelungen, der die spezielle Perspektive von erfolgreichen Männern einnimmt, die sich beruflich neu orientieren möchten. Sein Verdienst: Er zeigt, dass es klappen kann, wenn Macher ihre Rollen- und Statusvorstellungen hinter sich lassen. Bernhard Fanger: So macht MANN das. Strategien und Ideen für Männer, die sich beruflich neu erfinden Wiley-VCH, Weinheim 2021 288 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51052-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Es lebe das agile Führen! In agil geführten Organisationen sind Partizipation und Selbstverantwortung ein wichtiges Gut. Leider sitzen deshalb auch viele Teams um den runden Tisch – und kommen zu keiner Entscheidung. Und der Teamleiter weiß keinen Ausweg. Michel Eggebrecht zeigt in seinem Ratgeber „Entschieden! Wie du im agilen Umfeld gute Beschlüsse herbeiführst“ mögliche Auswege. Jeder hat eine andere Meinung. Und steht ihr kurz vor einer Einigung, kommen aus irgendeiner Ecke doch wieder Bedenken. Dann gibt es noch die, die sagen, dass du als Teamleader entscheiden sollst, und irgendwann fragst du dich auch selbst: Warum lasse ich die anderen eigentlich mitentscheiden, wenn zum Schluss ich allein die Verantwortung nach außen trage? Wir wollen autonome Teams, aber müssen die Prozesse auch irgendwie steuern. Alles soll möglichst flexibel sein, aber es braucht auch eine Struktur. Und wir wollen Selbstverantwortung, enden aber allzu oft bei hierarchischem Denken. Eggebrecht nennt das Paradoxien, die nicht aufzuheben sind. Er plädiert vielmehr dafür, die Brille der Paradoxie erst einmal abzusetzen, um zu realisieren, dass man sie zuvor aufhatte. Ist das klar, setzen wir sie einfach wieder auf, um das Wissen schlauer, dass es DIE Lösung nicht gibt. Nicht alles selbst entscheiden – aber entscheiden, wie entschieden wird „Wie kommen wir in einer komplexer werdenden Organisationsumwelt zu guten und tragfähigen Entscheidungen?“ Das ist die Kernfrage, die Eggebrecht in seinem kurzweiligen Ratgeber stellt. Stück für Stück dröselt er auf, wie Entscheidungsprozesse im agilen Umfeld geleitet werden können, um am Ende einen tragfähigen Entschluss zu haben. Der Schlüssel ist auch, als verantwortliche Person ein Gespür dafür zu entwickeln, wann Gestaltungsfreiheiten richtig sind und wann es etwas mehr Eingreifen benötigt. „Wer im agilen Umfeld Verantwortung übernimmt, muss nicht alle wichtigen Entscheidungen selber treffen“, sagt er, „aber er sollte über die Gestaltung von Entscheidungsprozessen sicherstellen, dass wichtige Entscheidungen sinnvoll getroffen werden.“ Was sind wichtige Entscheidungskriterien, wie reduziere ich in Entscheidungsprozessen die Komplexität, um bedeutende Details besser zu erkennen? Was sind die Bausteine von Entscheidungsfindungen? Diese Fragen beantwortet Eggebrecht sehr bildreich, die Brille der Paradoxie nimmt er dabei ab – und als Leser sieht man bald klarer. Roter-Reiter-Fazit Ein sehr übersichtlich strukturiertes Buch zu Entscheidungsprozessen im agilen Umfeld und in New-Work-Organisationen, das der scheinbaren Hilflosigkeit von Führungskräften ein Ende macht. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Michel Eggebrecht: Entschieden! Wie du im agilen Umfeld gute Beschlüsse herbeiführst Beltz Verlag, Reihe CampusBeats 2021 285 Seiten, 22 Euro ISBN 9783593513669 Weitere Titel der Campus Beats-Serie. ### Online-Coaching: Methoden und Haltung Für die einen war es schon vor der Corona-Krise normal, andere haben es mehr oder weniger gezwungen für sich entdeckt: Online-Coaching. Die vier Autoren Dennis Sawatzki, Andreas Hoffmann, Benjamin Lambeck und Lukas Mundelsee bieten mit ihren Coachingkarten praktische Unterstützung bei der digitalen Umsetzung von analogen Coaching-Methoden. Das Online-Coaching hat klare Vorteile: Es ist orts- und zeitungebunden, was Coaches die Anreise erspart und eine engere Taktung von Terminen ermöglicht. Was aber eine große Herausforderung ist, ist die Wahrnehmung von Körperreizen, nonverbalen Signalen und die gestalterische Arbeit mit dem Coachee. In den vergangenen Monaten musste jeder Coach seinen eigenen Weg finden, um über digitale Kanäle mit den Klienten in Kontakt zu bleiben und weiterhin zusammenzuarbeiten. Das Video-Coaching hat sich dabei als besonders wertvoll erwiesen, denn es spiegelt eine gewisse Nähe, die beim Telefonieren nicht hergestellt werden kann. Das volle Potenzial von Videokonferenz-Tools kann aber nur ausgeschöpft werden, wenn klassische Methoden in dieser neuen Situation passend angewendet werden. Die vier Trainer und Coaches haben sich dieser Herausforderung angenommen und ein Kartenset für das Online-Coaching entwickelt. Analoge Coaching-Methoden im digitalen Kontext anwenden Auf insgesamt 50 Karten finden Coaches Methoden, die sie auch aus dem klassischen Coaching kennen werden, z. B. Reflecting Team, Genogrammarbeit, die sechs Denkhüte oder das Innere Team. Das Besondere: Auf jeder Karte findet sich eine Handlungsanweisung, wie die jeweilige Methode im Online-Coaching anzuwenden ist. Daneben finden sich Tipps und Infos beispielsweise zum Zeitaufwand und zur benötigten Technik und eine Empfehlung zum Setting. Wie die klassische SWOT-Analyse funktioniert beispielsweise das Vier-Felder-Schema KALM. „Es hilft dabei, sich einen Überblick über das Bestehende, Schützenswerte und Ausbaufähige zu verschaffen, und kann in Teams oder als Einzelperson angewendet werden“, heißt es auf der Coachingkarte. Ein Diagramm zeigt an, dass sich diese Methode im Online-Coaching besonders gut für die Konfliktbewältigung und die Beziehungsgestaltung anwenden lässt. Es braucht lediglich eine Webcam, ein Mikro und ein digitales Whiteboard. In ihrem Begleitheft geben die vier Autoren weitere Tipps für die Umsetzung von Online-Coachings und verweisen außerdem auf ihr Angebot des „virtuellen 3-D-Beratungszimmers“. Das hält praktische Lösungen wie ein digitales Whiteboard und digitale Umsetzungen für die Methoden „Digitales Systembrett“, „Inneres Team“ und „Karte der Befindlichkeiten“ bereit. Roter-Reiter-Fazit Coaches und Trainer, die das Potenzial von Online-Coaching erkannt haben, finden in dem Kartenset eine wertvolle Unterstützung bei der professionellen Gestaltung ihrer digitalen Zusammenarbeit mit Klienten. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Dennis Sawatzki / Andreas Hoffmann / Benjamin Lambeck / Lukas Mundelsee: 50 Coachingkarten Online-Coaching. Das Methodenset für digital gestützte Beratung. Mit 16-seitigem Booklet. Inklusive digitaler Version Beltz Verlag, Bestellnr.: 530026 ### Agil leben – agil coachen Wie arbeiten eigentlich agile Coaches und Trainer? Was macht sie so besonders in ihrer Ausrichtung als Lebens- und Berufscoaches? Sie bringen ihren Coachees agile Methoden und Kompetenzen nahe, die es braucht, um in der VUCA-Welt erfolgreich zu sein. Horst Lempart fordert in seinem Buch „Mini-Handbuch Agiles Arbeiten für Coaches & Trainer“: Wer agil coachen will, der muss auch selbst agil leben. Agilität gibt es nicht Seine erste und wichtigste Feststellung ist: „Agilität“ gibt es nicht – es ist etwas, das wir (er)leben müssen, kein feststehender Begriff in Form eines Substantivs.  Und das erscheint auch logisch, weil sich der Begriff sonst selbst ad absurdum führen würde. „Das agile Mindset lässt sich ja gerade nicht in einen Begriff packen, sondern stellt sich selbst kontinuierlich infrage, um den Rahmenbedingungen bestmöglich zu entsprechen“, erklärt er. „Agil“ ist ein Verb – etwas, was man tut. Was genau das dann ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Und diese Herangehensweise berührt damit auch ganz klar das Selbstbild eines agilen Coaches: Er kann gar nicht nach einem vorab festgelegten Plan durch sein Coaching-Programm durchgehen, ohne sich die eben genannten individuellen Rahmenbedingungen des Klienten anzuschauen. Ein agiler Coach sollte also selbst agil denken und handeln. Willkommen in der AGIL-LIGA Ein agiles Mindset besteht für Horst Lempart vor allem aus den vier folgenden Attributen: achtsam ganzheitlich initiativ lösungsorientiert In seinem Handbuch zeigt er, wie eine solche agile Haltung Coaches und Trainer achtsamer für die Bedürfnisse ihrer Klienten macht. Aber es geht auch um die Rahmenbedingungen des eigenen Coaching-Business: In den letzten Monaten mit Lockdowns und Kontaktbeschränkungen konnten sich Coaches mit einem agilen Mindset schneller in der neuen Situation orientieren als andere. „Nach einer anfänglichen Schockstarre analysierten einige (...) fleißig, welche Möglichkeiten der Geschäftstätigkeit es in den ,abgeschalteten‘ Märkten noch geben kann“, sagt er, „innerhalb von drei Wochen nach Schließung der meisten Betriebe und der weitgehenden Versammlungsverbote schossen die Online-Angebote von Coaches und Trainerinnen durch die Decke.“ Wer als Coach immer wieder seine Methoden und Überzeugungen hinterfragt, einen ganzheitlichen Blick einnimmt und mit sich selbst achtsam umgeht, der ist laut dem Supervisor auf dem besten Weg in die AGIL-LIGA. Diese Wortkombination ist mehr als ein bloßes Palindrom. „Agiles Handeln baut auf agilem Denken auf, das zukünftige Spielfolgen im Blick hat und gleichzeitig wachsam im Hier und Jetzt agiert“, fasst Lempart zusammen. „Während in der Einsteiger-Liga noch stark sequenziell gedacht und gehandelt wird, erfordert die Agil-Liga eine parallele Verarbeitung sehr komplexer Zusammenhänge.“ Und wer in dieser Liga mitspielt, der ist auch bestens für die VUCA-Welt gerüstet – und ist damit für die eigenen Klienten das beste Vorbild. Roter-Reiter-Fazit Ein kluges Buch, das eindrücklich zeigt, warum ein agiles Mindset für Coaches und Trainer unabdingbar ist, um erfolgreich im Job zu sein und immer die echten Bedürfnisse von Klienten im Blick zu behalten. Horst Lempart: Mini-Handbuch Agiles Arbeiten für Coaches & Trainer Mit Online-Materialien Beltz Verlag, 2020 186 Seiten, 22,99 Euro ISBN: 978-3-407-36760-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mehr Soziodrama, bitte! Am 1. April 1921 steht Jacob Levy Moreno auf der Bühne eines „Stehgreiftheaters", in das er für das Stück „Narrentheater des Herren der Welt“ eingeladen hat. Das Besondere dabei: Es gibt kein Skript, es gibt keine Schauspieler und keine Rollen. Er lädt die Zuschauer dazu ein, mit ihm gemeinsam zum Thema der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten zu spielen. Gerade ist der Erste Weltkrieg vorüber, in Wien herrscht eine angespannte Stimmung. Mit seinem experimentellen Spiel will er sich gemeinsam mit anderen darüber verständigen, die Atmosphäre spiegeln und besser verstehen. Der erste Abend ist ein Misserfolg, das Publikum versteht noch nicht. Auch heute ist das Soziodrama, die szenisch-darstellerische Methode, die aus seinen ersten Versuchen entsprang, noch ein Geheimtipp – aber auch hochwirksam. Christoph Buckel, Uwe Reineck und Mirja Anderl haben ein umfassendes „Praxishandbuch Soziodrama“ verfasst, in dem sie die Theorie des Soziodramas erläutern und zeigen, wie Trainer und Coaches sie beispielsweise in Gruppenarbeiten und der Organisationsentwicklung anwenden können. Im anderen sich selbst erkennen Moreno hatte ein Schlüsselmoment, in dem er die Wirkung des Soziodramas erfasste. Ein Ehepaar hatte Streit, auf der Bühne sollten sie diesen nachspielen. Während dieses Rollenspiels verstand die Frau, was das Problem, die Ursache ihrer Streitigkeiten gewesen war – und fing an zu lachen. „Anhand dieser Situation begreift Moreno, dass theatrales Spiel eine befreiende Ventilfunktion haben kann, dass es bei Konflikten als eine Art Überlebenstraining eingesetzt werden kann und dass durch die prozessorientierte Arbeit an einem Problem Verhaltensmuster verändert werden können“, erklären die Autoren. Ähnlich können beispielsweise Konflikte im Team erkannt werden. Möglich wäre eine Fragestellung wie „Wie ist es wohl, wie Person XY zu sein?“. Das fordert heraus, die Rolle des unbeliebten Teamleiters oder des immer genervten Assistenten einzunehmen – und seine Position am eigenen Leib zu spüren und zu verstehen. Oder eine Organisation fragt sich in einem Workshop, welche Werte es eigentlich leben möchte. Dabei können einzelnen Personen die Rollen von Werten wie etwa „Transparenz“, „Nachhaltigkeit“ oder „Zukunftsglauben“ zugeschrieben werden – und in diesen Rollen gehen sie dann in den Austausch mit Führungskräften. Unsagbares aufdecken und Strukturen begreifen Das Soziodrama hat verschiedene Phasen, eine große Auswahl an möglichen Settings und Methoden. Aber immer ist es ein Spiel, das sehr viel sichtbar macht: Vorannahmen, ungesagte Kommunikationsregeln, soziokulturelle Werte, Hierarchien und Machtgefälle. „In Zukunft wird es darum gehen, mehr Gemeinschaft, Teamarbeit und auch mehr demokratische Bewegung zu erzeugen“, sagen die Autoren, „Soziodramatische Methoden helfen, den Blick vom Ich zum Wir zu erweitern und Interdependenzen stärker zu berücksichtigen.“ Es lohnt sich also, über das Soziodrama Unklarheiten, Hürden und Herausforderungen sichtbar zu machen – und wenn es dann noch Spaß macht, umso besser. Roter-Reiter-Fazit Das Praxishandbuch Soziodrama ist ein umfassendes Werk, das deutlich macht, wie viel Potenzial in dieser Methode steckt. Durch bildhafte Beispieldialoge wird deutlich, wie es in der Organisationsentwicklung angewendet werden kann, was zum Selbst-Ausprobieren einlädt. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Christoph Buckel / Uwe Reineck / Mirja Anderl: Praxishandbuch Soziodrama. Theorie, Methoden, Anwendung Beltz Verlag, 2021 327 Seiten, 49,95 Euro ISBN: 978-3-407-36747-1 ### Neues Wirtschaften   Wer einen Blick auf die ökonomische und ökologische Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte wirft, der weiß: Hier stimmt etwas nicht. Es gibt ein Ungleichgewicht, bei dem unsere Umwelt, aber auch der Mensch den Kürzeren zieht. Können wir das wollen? Sicher nicht. Aber es gibt Hoffnung, denn es steht eine neue Generation an Unternehmern in den Startlöchern, die beides vereinen, Ökonomie und Ökologie. Jule und Lukas Bosch stellen in ihrem Buch „ÖKOnomie“ Wirtschaftsaktivisten vor, die bereits jetzt Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen. Wenn zwei sich streiten, rettet der Dritte die Welt Autos verursachen weltweit 18 Prozent der umweltschädlichen Emissionen. Wer heute noch mit dem Benziner oder Diesel durch deutsche Innenstädte fährt, der muss schon gute Gründe haben. An keinem Thema scheiden sich die Geister von Klimaschützern und Autofans so extrem und emotional. Dabei muss das nicht sein, wie Laurin Hahn und seine Mitstreiter zeigen. Zusammen drückten sie die Schulbank auf einer Walldorf-Schule, machten Abitur und entwickelten direkt danach ein E-Auto, das mit Sonnenenergie fährt. Das notwendige Geld sammelten sie per Crowdfunding. Ein wunderbares Beispiel dafür, welche tollen Möglichkeiten es heute gibt, gute Unternehmensideen mit der Hilfe von vielen in die Tat umzusetzen. Während Politik und Automobilwirtschaft noch immer Zahlen wälzen und in der breiten Gesellschaft zwei Fronten – „Ohne meinen Diesel kann ich nicht leben“ und „Ich kann nicht ohne mein Fahrrad“ – aufeinanderprallen, geht Sono Motors, so der Name des Start-ups, voraussichtlich ab 2022 mit dem Solarauto aus Bayern in Serienproduktion. Ein klimafreundliches Auto aus regenerativer Energie – das passt vielleicht für beide Seiten. Wirtschaft nachhaltig denken Möchten wir die anhaltende Klimakrise und die Dysfunktionen der bestehenden Wirtschaftsmodelle wirklich angehen, müssen wir aufhören, Wirtschaft und Ökologie gegeneinander auszuspielen, sie als gegensätzlich wahrzunehmen. „In dieser Betrachtung wäre die Wirtschaft nicht das größte Problem, sondern ein maßgeblicher Teil der Lösung, eine sorgsam haushaltende Wirtschaft ohne brennenden Planeten“, sagen die Autoren, die beide Innovationsprozesse in Unternehmen begleiten und Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam studierten. „Was wäre, wenn es Unternehmen gäbe, die in ihrem eigenen Wachstum als Katalysator für Ökowachstum fungieren?“, fragen sie. In ihrem Buch sprechen sie mit über 20 Unternehmensaktivisten, die genau dieses Ziel angehen. Sie wirtschaften bereits möglichst nachhaltig, erzielen Gewinne und leisten dabei ökologisch wertvolle Arbeit. Darunter sind bekannte Gesichter wie Milena Glimbovski, eine der ersten Gründer von Unverpackt-Läden, oder Louisa Dellert, die als Influencerin und Aktivistin für Nachhaltigkeit eintritt. Impact-Unternehmen wie Patagonia oder die Investitions-Plattform bettervest zeigen wiederum, dass auch in größeren Unternehmensstrukturen Platz für ökologische Werte und Ziele ist. Sie zeigen: Wir können, wenn wir nur wollen. Roter-Reiter-Fazit Öko-nomie: Ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen vereinen – das ist nicht zu schön, um wahr zu sein, das zeigt dieses Buch eindrücklich. Jule und Lukas Bosch haben ein praktisches Handbuch Führungskräfte und Unternehmer entwickelt, die gern innovative Ideen für nachhaltiges Wirtschaften entdecken möchten. Es ist faktenbasiert und macht dabei trotzdem die Vision einer nachhaltigen (Wirtschafts-)Welt greifbar. Sehr inspirierend! Jule Bosch, Lukas Bosch: ÖKOnomie: So retten führende Unternehmensaktivist*innen unsere Zukunft: Erfolgsstrategien aus der Praxis Campus Verlag, 2020 34,95 Euro, 280 Seiten, inkl. E-Book ISBN 978-3-59351-364-5 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Neue Unternehmenskultur: Sprache als Changemaker Früher hieß es: Chef oben, Angestellte unten. Das (Re-)Präsentieren der eigenen Fähigkeiten, Statusgehabe und eine hierarchisch orientierte Kommunikation waren oftmals Alltag und zeigten sich auch im Sprachgestus. In einer modernen Unternehmenskultur sollte es anders laufen, denn hier zählen immer stärker Partizipation, Transparenz und eine wertschätzende Kommunikationskultur. Es ist einfach keine Zeit mehr für anderthalb Stunden Meeting, weil die Führungskraft ihr Projekt gern bis ins allerletzte Detail per PowerPoint präsentieren möchte. Es ist kein Platz für dominantes Machtgerangel. Und in einer neuen Unternehmenskultur ist eines zentral: eine neue, wertschätzende Sprache. „Ich glaube, die Mitarbeiterkommunikation der Zukunft muss mehr können, als den Geist eigentlich längst über Bord geworfener Geisteshaltungen und Glaubenssätze aus der Vergangenheit zu atmen“, sagt Christian Frick. Worauf es dabei ankommt, erzählt der Kommunikationsberater in seinem Ratgeber „Was machen wir mit all den Wörtern, für die es kein Emoji gibt?". Kommen wir auf den Punkt Es gibt gleich zwei Herausforderungen, die eine moderne Unternehmenskultur bestehen muss. Mitarbeitende erwarten, dass sie von Führungskräften E-Mails auf Augenhöhe erhalten. Botschaften, Arbeitsaufträge und Erwartungen sollten klar und wertschätzend kommuniziert werden. Nachrichten ohne klare Aussage, patzige Antworten oder leere Worthülsen sind nicht sinnstiftend und zielführend. Andererseits laden die flachen Hierarchien dazu ein, geschäftliche E-Mails in einem Ton zu verfassen, den wir früher vielleicht nur bei engen Freunden angeschlagen hätten. Lachende oder weinende Emojis gehören heute zur digitalen Kommunikation dazu – im geschäftlichen Kontext signalisieren sie aber zumeist: nichts. „Wir können unser Leben lang vor uns hinplappern und niemals hinterfragen, was genau wir damit in unserem Gegenüber anrichten“, sagt Frick, „oder wir werden uns bewusst, dass Kommunikation das mächtigste Tool überhaupt ist und dass wir sie sinnstiftend, wertschätzend und, insbesondere in Unternehmen, zielführend einsetzen können.“ Die Sprache ändert sich also nicht nur mit dem Wandel in der Unternehmenskultur. Vielmehr ist sie Teil der Veränderungen und auch in Wegbereiter. Christian Frick gibt in seinem Ratgeber wertvolle Infos zu einer emphatischen Kommunikationskultur, in der jeder zu Wort kommt und auch gehört wird. Den Rahmen bildet dabei eine klare Organisation der Unternehmenskommunikation – wie dieser Rahmen aufgebaut ist, zeigt der Berater sehr anschaulich, die passenden Tipps für die praktische Umsetzung gibt es gleich dazu. Roter-Reiter-Fazit Christian Frick zeigt, wie Sprache Teil eines Wertewandels in Unternehmen sein und die Unternehmenskultur auf diesem Weg enorm prägen kann. On top gibt es die sechs goldenen Regeln für effektive Besprechungen, eine Anleitung für eine gelungene Change-Kommunikation und Interviews, die der Autor im Zuge der Recherchen mit Mitarbeitenden in Unternehmen führte. Sie zeigen exemplarisch, wo Sprachfallen oftmals liegen – und welche Art des Umgangs sich Menschen in Unternehmen wünschen. Christian Frick: Was machen wir mit all den Wörtern, für die es kein Emoji gibt? Metropolitan Verlag, 2021 150 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-053-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Nachhaltig wirtschaften: So kann es gehen Es braucht Veränderungen, jetzt. In unserem Konsumverhalten, aber auch in der Wirtschaft selbst. Rohstoffe werden knapp, weshalb überdacht werden muss, wie wir mit ihnen umgehen. Und die Wegwerf-Mentalität führt zu Müll, den wir entsorgen – um wieder Neues zu kaufen. Nachhaltigkeit ist das Stichwort, und viele Menschen haben bereits ein Bewusstsein dafür. Aber auch die Unternehmen lernen zunehmend, dass sie mit ihren Ressourcen nachhaltig wirtschaften müssen, wenn sie zukunftsfähig bleiben möchten. Und ihre zunehmend nachhaltige Kundschaft nicht verlieren möchten. Das hat auch die Politik erkannt. Die deutsche Bundesregierung hat die Rohstoffstrategie 2020 auf den Weg gebracht. Europaweit gibt es den Green Deal, mit dem die EU bis 2050 die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null reduzieren möchte. Die Ressourceneffizienz und der Übergang in eine Kreislaufwirtschaft sind zwei der tragenden Säulen des Konzepts. Aber wie kann eine nachhaltige Wirtschaft praktisch aussehen? Wie das geht, zeigen ein paar Vorreiter. In dem „Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021“ werden einige davon stellvertretend vorgestellt und wichtige Konzepte wie die Kreislaufwirtschaft und das Lieferkettengesetz erläutert. Der Druck steigt Schon heute wollen viele Konsumenten wissen, wo ihre Nahrung herkommt, wir essen heute bewusster und wissen um die klimaschädlichen Folgen, wenn wir die Tomaten aus Argentinien einfliegen lassen. Aber achten wir auch darauf, wo unser neuer Mixer herkommt? Verzichten wir auf das neueste Smartphone, wenn wir wissen, dass es seltene Metalle enthält, die mittels Kinderarbeit gewonnen wurden? Es sollte uns interessieren. „Dem Systemwechsel geht ein Bewusstseinswechsel voraus. Menschen sollen sich als Teil des gesamten planetaren Ökosystems – und damit eines Kreislaufs – verstehen, Zusammenhänge erkennen und verinnerlichen“, heißt es in dem Jahrbuch. Und immer mehr Menschen hinterfragen tatsächlich, unter welchen Umständen ihre Produkte produziert werden – und wo sie nach dem Gebrauch hingehen. Nun muss die Wirtschaft auf diese Nachfragen und neuen Bedürfnisse reagieren. Cycle Economy als zukunftsfähiges Konzept entdecken Wie nachhaltiges Wirtschaften geht, zeigt zum Beispiel Edding. 1960 in Hamburg gegründet, setzte das Unternehmen von Beginn an auf nachfüllbare Marker, womit sie zu dieser Zeit noch recht allein dastanden. „Heute sind rund 70 Prozent der edding-Marker nachfüllbar und für rund 25 Prozent gibt es Ersatzspitzen“, so die Autorin Patricia Siebel. Es gibt Rücknahmeboxen, über die die Marker wieder zurückgeführt werden, wenn sie sich nicht mehr nachfüllen lassen. Dann werden die Materialien recycelt. „Produktinnovationen, in deren Entwicklung die Recyclingfähigkeit und ein niedriger Ressourcenverbrauch gleich mitgedacht werden, sind gefragt“, heißt es in dem Jahrbuch. Neben Edding werden auch Unternehmen wie Assmann Büromöbel, BSR oder Dibella vorgestellt, die bereits nachhaltig wirtschaften. Es ist möglich, wenn wir nur wollen – als Unternehmen und Konsumenten. Das zeigt dieses Jahrbuch sehr eindrücklich. Roter-Reiter-Fazit Best-Practice-Beispiele aus Unternehmen und ein Überblick über hilfreiche Initiativen, Organisationen und Netzwerke sowie Awards und Zertifikate: Mit diesem Jahrbuch kann jeder das Projekt „nachhaltiges Wirtschaften“ starten. Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021. Nachhaltig wirtschaften: Einführung, Themen, Beispiele metropolitan, 2020 280 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-051-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Führen Sie den Frühstückskrieg? Als Rachael Robertson zur Leiterin einer Antarktis-Expedition wurde, musste sie sich gleich zwei Erkenntnissen stellen. Zum einen, dass sie sich nicht aussuchen konnte, mit welchen Teammitgliedern sie für mehr als ein Jahr am unwirtlichsten Ort der Welt auf beengtem Raum arbeiten und leben würde. Das Team wurde ihr gestellt, und sie musste schauen, wie es „passt“. Sie machte sich also auf die Suche nach Gemeinsamkeiten aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Expedition – und fand keine. Das war die zweite Erkenntnis. Sie konnte also nicht auf Harmonie im Team hoffen. Und so entdeckte sie die Kraft des Respekts. In ihrem Buch „Respekt schlägt Harmonie“ stellt sie drei wichtige Säulen der offenen und diversen Kommunikationskultur vor. Diversität lässt auch unterschiedliche Stimmen zu Diversität in Unternehmen ist fantastisch. Wo viele verschiedene Menschen zusammenkommen, gibt es auch viele unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Ideen. Das Problem an der Sache: „Niemand kann ernsthaft erwarten, dass in einem Team von Individuen, die einzig aufgrund ihrer speziellen Talente und Fähigkeiten ausgewählt wurden, sich alle füreinander begeistern und sich alle über alles einig sind“, sagt Robertson. Wer Harmonie als Leitprinzip für die Unternehmensführung wählt, wird schnell untergehen. Dazu sind Menschen einfach zu unterschiedlich. Die unbeantwortete Mail, das schmutzige Geschirr in der Teeküche oder das Gefühl, das andere Team mache immer weniger als das eigene – Konflikte schwelen in Unternehmen an jeder Ecke, und irgendwann bricht das Feuer aus. Nun stelle man sich vor, man befinde sich in der Antarktis, und das Team streitet. Bei minus 80 Grad kann niemand mal schnell vor die Türe gehen, und der Raum, um sich aus dem Weg zu gehen, ist knapp. Rachael Robertson hat trotzdem geschafft, dass die Teamarbeit funktioniert. Ihr Geheimnis: Respekt. In ihrem Buch zeigt sie, dass ein respektvoller Umgang die Basis für ein wertschätzendes Miteinander ist und welche Auswirkungen Respekt auf die Produktivität haben kann. Unterschiede akzeptieren Direkte Kommunikation bei schwelenden Konflikten, Selbstführung und keine „Frühstückskriege“, das sind für Rachael Robertson die drei Säulen einer respektvollen Kommunikationskultur. Den „Frühstückskrieg“ kennen wir alle, für jeden von uns trägt er jedoch einen anderen Namen, steckt eine andere Geschichte dahinter. Die Expeditionsleiterin wurde eines Tages von einem Mitarbeiter gebeten, eine Teamsitzung einzuberufen, um zu klären, wie der Speck gebraten werden würde, wenn am Montag der Koch nicht da sei. Wirklich? Ja. Das eine Team aß nämlich seinen Frühstücksspeck lieber weich, das andere Team den Speck lieber kross. Und der Mitarbeiter war sich sicher, dass diese Angelegenheit von der Chefin geklärt werden müsse, um Streit zu vermeiden. „Die beiden Teams hatten bereits einige Konflikte über die Nutzung der Fahrzeuge geführt, und nun manifestierte sich das im Frühstückskrieg, in dem beide Seiten überzeugt waren, die eine Seite brate den Speck mit Absicht so, dass die andere sich ärgerte“, erklärt sie. Hier gab es keine Harmonie, aber auch keine Akzeptanz verschiedener Meinungen. Es fehlte der Respekt. In ihrem Buch erklärt sie, wie sie solche Situationen entschärft – oder auf die Selbstführung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt. Ein respektvoller Umgang ermöglicht es, auch ohne Harmonie gut und produktiv miteinander zu arbeiten. Roter-Reiter-Fazit Ein Buch, das im ersten Moment Widerstand weckt, denn Harmonie scheint auf den ersten Blick erstrebenswert. Rachael Robertson zeigt jedoch eindrücklich, dass Respekt in einer diversen Unternehmenskultur viel wichtiger ist. Rachael Robertson: Respekt schlägt Harmonie. Warum gemocht zu werden überbewertet wird und nur eine respektvolle Diskussionskultur zum Erfolg führt Wiley-VCH, Weinheim 2021 176 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-51061-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Achtsam Arbeiten Die Kollegin ist mit dem falschen Bein aufgestanden. Ihre schlechte Laune trägt sie an diesem Morgen wie einen Schild vor sich her – und steckt alle an. Auch diese Situation kennen viele: Ein Team hat sein Ziel nicht erreicht, die Enttäuschung steckt in allen, die Stimmung ist gereizt. Oder wir schlittern gestresst durch einen Arbeitstag, ohne überhaupt einmal zu reflektieren, wie es uns in diesem Moment geht und was uns vielleicht guttun würde. Was hilft in solchen Situationen? Achtsamkeit! Was liegt mir gerade schwer im Magen? „Es geht immer um ein Heraustreten aus dem automatisierten Tun, darum, einen bestimmten Fokus zu wählen, sich zu öffnen für den gegenwärtigen Augenblick, aus Bewertungen auszusteigen und sich selbst mit Freundlichkeit zu begegnen.“ Das sagen Marianne Kampel und Andrea Frank, die gemeinsam das Kartenset „Achtsames Arbeiten“ entwickelt haben. Es beinhaltet 60 Karten mit Impulsen für mehr Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Stressbewältigung im Arbeitsalltag. Darauf steht dann beispielsweise „Liebevolles Atmen“. Die Übung, die sich auf der Rückseite befindet, hilft uns dabei, Ärger – über eine Streitigkeit, eine Meinungsverschiedenheit oder eine unangenehme Situation – auszuatmen und Mitgefühl für uns selbst einzuatmen. Klingt vielleicht im ersten Moment etwas ungewöhnlich, aber solche kurzen Übungen helfen dabei, achtsamer im Job zu sein und bewusst gegenzusteuern. Wie oft haben Sie schon mit Wut im Bauch gearbeitet, weil ein Streit ungeklärt blieb oder eine Situation unklar war? Das macht nicht nur das Arbeiten schwer, es macht auch schlechte Laune – und auf lange Sicht krank. Bewusster arbeiten im Team Marianne Kampel und Andrea Frank geben in dem praktischen Begleitheft Vorschläge, wie wir die Karten für ein achtsames Arbeiten einsetzen können. Zum Beispiel allein, wenn wir einmal kurz in uns gehen oder reflektieren möchten, wie es uns gerade geht. Oder gemeinsam mit Kolleginnen oder Kollegen. Ob jeder sich eine Karte bewusst auswählt oder blind zieht, ob die jeweilige Übung gemeinsam oder allein ausprobiert wird – alles ist möglich. Das Kartenset lässt sich auch wunderbar im Coaching nutzen, um achtsam miteinander zu arbeiten. Aber weil achtsames Arbeiten vor allem dann Wirkung zeigt, wenn alle gemeinsam daran teilhaben, ist vor allem diese Idee schön: Am Anfang eines Arbeitstages wird eine Karte ausgewählt, die dann für alle sichtbar an ein Board gehängt wird. Tritt im Laufe des Tages eine Situation ein, auf die die Karte zutrifft, wird sie abgenommen und die Aufgabe durchgeführt. Und dann gehen im besten Fall alle wieder etwas bewusster und achtsamer miteinander – aber auch mit sich selbst – um. So ist gutes Arbeiten möglich. Roter-Reiter-Fazit Ein frisches Design und intuitiv begreifbare Übungen und Denkanstöße: Marianne Kampel und Andrea Frank haben mit diesem Kartenset eine praktische Unterstützung für achtsames Arbeiten geschaffen, die man gern zur Hand nimmt. Marianne Kampel / Andrea Frank: Achtsames Arbeiten. 60 Impulse für mehr Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Stressbewältigung im Arbeitsalltag. Kartenset mit 60 Karten und 20-seitigem Booklet in stabilem Stülpkarton, Kartenformat 9,8 x 14,3 cm, 29,95 Euro Beltz Verlag, Bestellnr.: 510075 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### On Stage Und plötzlich ist es soweit: Die Vorgesetzte wünscht sich die Präsentation eines Projektes. Für eine Konferenz fehlt plötzlich ein Speaker oder es ist tatsächlich ein Jobwechsel hin zum Moderator oder Trainer angedacht. Immer geht es darum, auf der kleinen oder großen Bühne, vor einem Publikum abzuliefern. Und deshalb unterscheidet die Präsentation der Quartalszahlen nahezu nichts von einem Rockkonzert wie dem legendären Live Aid Concert von Freddie Mercury im Jahr 1985 – sagt Nils Zeizinger. In seinem Ratgeber „On Stage“ gibt der Moderator und Sprecher ganz praktische Tipps für die Vorbereitung und Durchführung von Bühnenauftritten. Vorbereitung ist alles Zeizinger steht selbst auf Bühnen, manchmal um Musik zu machen, ein anderes Mal um Events zu moderieren. Damit er entspannt auf die Bühne gehen kann, gibt es die wichtigste Regel: „Der Schlüssel zu einer guten Performance ist Vorbereitung“, sagt er. „Jeder, der die Aufmerksamkeit und Zeit eines Publikums in Anspruch nimmt, sollte sich als Entertainer verstehen, eine gute Show bieten, unterhalten und mitreißen.“ Wenn das steht, muss der Abend nur noch gut laufen. Aber jeder, der schon einmal auf die Bühne musste, weiß: Im Detail lauern die Fehler. Wohin eigentlich mit den Händen? Wie reagiere ich auf einen Blackout? Trockene Kehle oder eine volle Blase? Zeizinger weiß Rat und teilt ihn mit seinen Leserinnen und Lesern. Und auch wer neben solchen praktischen Fragen Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte für den Vortrag zu finden, bekommt Hilfe. Roter-Reiter-Fazit Ein kurzweiliger Ratgeber für alle Bühnenneulinge. Ob zukünftige Rockstars oder Moderatoren: Durch die bildhaften Anekdoten Zeizingers bleiben die Tipps haften – und helfen hoffentlich bei schwitzenden Händen oder dem Blackout. Nils Zeizinger: On Stage. Wie du jede Rede rockst – von der Präsentation zur Performance Campus Verlag, 2020 22,00 Euro, 235 Seiten ISBN 9783593513928 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Purpose: Licence to operate Was macht Unternehmen erfolgreich? Was lässt sie auch bestehen, wenn die Zeiten mal schwer sind? Es ist (auch) der Purpose. Diese Unternehmen haben eine Haltung, Werte, für die sie sich einsetzen, und eine Vision, die sie im Blick haben. In seinem Ratgeber „Purpose und Vision“ zeigt Franz-Rudolf Esch, wie der Purpose mit weiteren Zutaten wie klaren Unternehmensgrundsätzen, einer ambitionierten Vision und einer starken Marke zu einem nachhaltigen Erfolg beiträgt. Buzzword  „Purpose“ beleuchtet „Erfolgreiche Menschen haben einen Purpose, also einen idealistischen Zweck, der sie treibt“, erklärt Esch. Immer mehr Unternehmen, ganz vorn die von Idealismus getriebenen Start-ups, setzen auf den Purpose, machen ihn zu einem Buzzword, dessen Kernidee aber manchmal gar nicht erkannt wird. Die steigende Diskussion um den idealistischen Zweck eines Unternehmens ist laut Esch auch eine Reaktion auf rapide Veränderungen und die wachsenden Anforderungen. „Um als Unternehmen in einer volativen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Umwelt zu reüssieren, bedarf es eines Purpose, an dem sich Manager und Mitarbeiter orientieren können.“Die Frage nach dem „Warum“ Die VUCA-Welt fordert schnelle strategische Entscheidungen, die auch mal des Mutes bedürfen. Es ist auch immer die Frage: Wie stark folgen wir als Unternehmen Trends? Mit welchen Handlungen verletzten wir unsere Werte? Wie möchten wir miteinander umgehen? Warum sitzen wir eigentlich tagtäglich zusammen und entwickeln neue Produkte? Die übergeordnete Frage nach dem „Warum“ stellen sich Führungskräfte, Vorstände und Angestellte im Arbeitsalltag nur sehr selten. „Sie fragen sich ständig, was sie tun und wie sie tun, was sie tun. Aber selten, warum“, konstatiert auch Esch. Er gibt in seinem Buch die Anleitung, wie Unternehmen ihren Purpose definieren und zu einem Werte-Rahmen für die Zusammenarbeit im Unternehmen machen. „Er ist das Fundament, auf dem Strategien, Ziele, Maßnahmen und KPIs abgeleitet werden“, sagt er. „Er ist die Basis dafür, nachhaltig Gewinn zu machen und einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.“ Um dieses Verhältnis visuell fassbar zu machen, bietet Esch das Haltungs- und Strategiehaus an. Ein Tool, mit dem Unternehmen das Verhältnis zwischen Purpose, Vision und strategischer Ausrichtung sichtbar machen können. Roter-Reiter-Fazit  Ein Buch, das den schwammigen Begriff „Purpose“ fassbar und in Unternehmen anwendbar macht. Wirklich gelungen! Franz-Rudolf Esch: Purpose und Vision. Wie Unternehmen Zweck und Ziel erfolgreich umsetzen. Campus Verlag, 2020. 32,95 Euro, 221 Seiten ISBN 9783593513676 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Bilden Sie Netzwerke! Kennen Sie das aus Ihrem Job? Jeden Tag arbeiten Teams an einer gemeinsamen Sache und sind völlig fokussiert darauf, was sie tun. Das kann klappen, macht aber oftmals auch blind für innovative Ideen und neue Ansätze zur Problemlösung. Deshalb heißt es schon ganz oft in Unternehmen: Raus aus dem Silo-Denken! Eva-Maria Kraus geht noch einen Schritt weiter und fordert Führungskräfte und Unternehmen dazu auf, nicht nur interne, sondern auch externe Netzwerke zu bilden. Warum das wichtig werden wird und wie es gelingt, zeigt sie in ihrem Buch „Zusammen führen“. Wenn Wissensarbeiter voneinander profitieren Agiles arbeiten, Scrum oder Open Spaces: Es gibt sowohl räumliche als auch organisatorische Ideen, wie die Arbeit der Zukunft aussehen könnte. Immer ist das Ziel, Arbeitsprozesse effektiv zu gestalten und Mitarbeitern einen Kommunikationsraum zu bieten. Denn was in den vergangenen Jahren klar geworden ist, ist, dass die Weitergabe von Wissen und das Teilen von Ideen der Motor für Innovationen und lebendige Organisationen sind. Aber so wirklich in Gang kommt das netzwerkartige Arbeiten nicht. Die Ursache liegt darin, dass Unternehmen Netzwerke nicht in ihrer Unternehmenskultur verankern und sie immer nur in einzelnen Units oder Projekten gelebt werden. „Vereinzelt in Unternehmen umgesetzt, existieren somit Bereiche, in denen diese neuen Handlungsweisen bereits gelebt werden, neben Bereichen, in denen die Problematik noch nicht erkannt oder noch nicht angegangen wurde“, so Kraus. Zeige mir, was du kannst, und ich zeige dir, was ich kann Deshalb fordert die Wirtschaftstrainerin und Transfer-Designerin, das vernetzte Arbeiten zur Basis von zukunftsfähigen Unternehmen zu machen. In ihrem Ratgeber zeigt sie, welche Impulse eine strategische Netzwerkführung mit sich bringt und wie Unternehmen die Idee des vernetzten Arbeitens Schritt für Schritt umsetzen. Dabei geht es sowohl um den Aufbau von internen als auch externen Netzwerken. Sie stellt Methoden wie „Working out loud“ vor, mit denen Mitarbeiter sich intern und teamübergreifend vernetzen und austauschen können. Interessant ist aber auch der Ansatz, sich unternehmensübergreifend zu vernetzen. Tourismusverbände haben dieses Potenzial bereits erkannt und arbeiten verstärkt in Netzwerken zusammen. „Diese Kooperation hilft dabei, einerseits schneller auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren und andererseits ausgefeiltere Angebote für die Kundinnen und Kunden zu kreieren“, erklärt Kraus. Unternehmen können solche Kooperationen auch nutzen, um eine größere Leistungs- oder Produktvielfalt anbieten und auf Krisen schneller reagieren zu können. Roter-Reiter-Fazit Eva-Maria Kraus zeigt, was alle zukunftsweisenden Arbeitsmethoden und Philosophien eint: Nur gemeinsam sind Unternehmen stark, der Kollaboration gehört die Zukunft. Kraus, Eva-Maria: Zusammen führen: Wie vernetztes Arbeiten Unternehmen langfristig zum Erfolg führt Wiley-VCH, Weinheim 272 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51054-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Bereit für die mentale Revolution? Wir sind mittendrin im Wandel. Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel oder auch der Gender Shift – das sind einige der Megatrends dieser Zeit und sie führen unweigerlich zu Veränderungen im privaten und beruflichen Leben. Ob diese Veränderungen positiv oder negativ sind, das haben wir ein Stück weit selbst in der Hand. Denn wir selbst bestimmen, wie wir dem Wandel begegnen und ob wir ihn als Chance oder als Ende von etwas verstehen. Steffen Kirchner fordert deshalb eine mentale Revolution: Arbeiten wir alle an einem neuen Mindset, können wir unser Leben mit den Vorzügen der neuen Arbeits- und Lebenswelt zum Besseren wandeln. Wie das gelingt und was es dafür braucht, zeigt der Coach in seinem Buch „Die mentale Revolution“. Vom Gegeneinander zum Miteinander Der Autor weiß, was es heißt, sich ein neues Mindset aneignen zu müssen. In seinem ersten Leben war er Sportprofi und spielte in der Tennis-Bundesliga. Dort hieß es: Gewinnen um jeden Preis, der andere Spieler war der Feind und jedes Spiel ein Kampf. Der Preis dieser Mentalität war ihm zu hoch, er wurde Manager und Coach und gewann beispielsweise 2008 mit einem Volleyball-Bundesliga-Club die deutsche Meisterschale. Heute, in seinem zweiten Leben, ist er einer der gefragtesten Persönlichkeitstrainer im deutschsprachigen Raum. Als Trainer und Coach hat er es sich auch zur Aufgabe gemacht, Menschen und Unternehmen in die Herausforderungen und Chancen der mentalen Revolution einzuführen. Denn eines ist klar: Die Aufgaben der Zukunft lösen wir nicht mit den Mitteln der Vergangenheit. Der Wandel fängt bei uns selbst an „Wie zu Zeiten der Französischen Revolution brauchen wir ein Mindset, in dem wir bereit sind, alles, was wir bis jetzt kannten, neu zu denken. Das benötigen wir heute dringender denn je“, sagt er. „Denn so, wie wir heute denken, fühlen und leben, werden wir ohne Transformation nicht mehr erfolgreich sein können – weder als Unternehmen noch als einzelne Person.“ In seinem Buch zur mentalen Revolution zeigt Kirchner, was die größten Herausforderungen sind und wie sie sich im Leben jedes Einzelnen zeigen. Der Gender Shift bedeutet den Ausbruch aus traditionellen Geschlechterrollen, was auch die Wirtschaft zwingt, Arbeit neu zu denken, die Technologisierung wird dazu führen, dass Berufe – und damit ganze Arbeitsbereiche – obsolet werden. Aber wie diesen Veränderungen begegnen? Für Kirchner beginnt es damit, zu entscheiden, ob wir Erfolgssucher oder Misserfolgsvermeider sein möchten. „Misserfolgsvermeider hoffen, dass sich alles, was ihnen Angst macht, schnell ändert“, sagt er, „Erfolgssucher hingegen ändern sich selbst schnell und passen sich aktiv an neue Gegebenheiten an“ – sie ändern ihr Mindset. Welche Kompetenzen und Fähigkeiten es dafür braucht, verrät Steffen Kirchners Anleitung für das Erfolgsmindset der Zukunft.  Roter-Reiter-Fazit Das Glas ist halb voll – nicht halb leer! Wer mit dieser Einstellung und dem richtigen Mindset die Herausforderungen unserer Zeit angeht, hat schon gewonnen. Steffen Kirchner zeigt, wie es geht! Steffen Kirchner: Die mentale Revolution. Warum du dein Denken ändern musst, um deine Zukunft erfolgreich zu gestalten. GABAL Verlag, 2021 232 Seiten, 25 Euro ISBN  978-3-96739-038-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Zukunftsfähigkeit Mittelstand: 55 Business-Tipps Warum immer auf die großen Konzerne schielen? 99,4 Prozent der deutschen Unternehmen gehören zur Kategorie KMU – kleine und mittelständische Unternehmen. Und diese Unternehmen haben anders Erfolg als das milliardenschwere Start-up aus Silicon Valley. Philip Semmelroth ist selbst erfolgreicher Unternehmer und stellt 55 Tipps vor, mit denen KMU zukunftsfähig werden und bleiben. Philip Semmelroth gründete sein erstes Unternehmen mit 18 Jahren, da hatte er noch nicht mal sein Abitur in der Tasche. 20 Jahre später verkaufte er die C&S – Computer und Service GmbH, um sich ganz seinem Wirken als Keynote-Speaker und Berater für KMUs zu widmen. Dort gibt er seine Erfahrungen und Methoden weiter, die er in zwei Jahrzehnten als Gründer und Geschäftsführer sammeln durfte. Nun gibt es die 55 besten Erfolgstipps für KMU im Buch „55 Business-Turbos für KMU“. Ganz besonders wichtig ist es dem Trainer, dass alle Tipps praxisnah sind – mit bloßer Theorie hält er sich nicht lange auf. Allen „Business-Turbos“ gemein ist, dass sie darauf abzielen, KMU zukunftsfähig zu machen. Denn viele Verantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen verzetteln sich in Tagesaufgaben und haben daher wenig Zeit und Muße, um sich mit Megatrends wie Technologisierung und Digitalisierung zu beschäftigen. So droht aber immer auch, dass solche Unternehmen über kurz oder lang den Anschluss verlieren. Wie verhandele und führe ich mit Fokus? Deshalb geht Semmelroth direkt in die Vollen und gibt klare und praktische Tipps, die Geschäftsführer, Marketingleiter oder auch Vertriebsmitarbeiter direkt umsetzen können. Und alle fußen auf seiner eigenen Erfahrung. So ein Business Turbo kann es auch sein, in Verhandlungen einfach mal weniger zu reden. „Ich habe Millionen-Umsätze nur mit einem weißen Blatt Papier und einem Stift erzielt“, erzählt der Coach. „Dabei finde ich gemeinsam mit dem Kunden heraus, wo er heute steht, was er gut findet und was nicht.“ Es gilt als Verkäufer zuzuhören, sich nicht in Unternehmenspräsentationen zu verhaspeln, die den Kunden nur unsicher machen – aber nicht die Fragen auf dessen ganz individuelles Anliegen beantworten. „Die hohen Redeanteile von Verkäufern resultieren oft daraus, dass sie denken, je mehr sie reden, desto geringer sei die Gefahr, dass der Kunde eine heikle Frage stellt“, sagt er. Genauso griffig sind die weiteren Business-Turbos, die im Tagesgeschäft schnell umgesetzt werden können und zu messbaren Erfolgen führen. Roter-Reiter-Fazit Ein klar strukturierter Ratgeber für KMUs, die wissen möchten, wie sie mit kleinen Hacks und der richtigen Einstellung in eine erfolgreiche Zukunft blicken können. Philip Semmelroth: 55 Business-Turbos für KMU. Mehr Zeit, mehr Kunden, mehr Gewinn GABAL Verlag, 2020 272 Seiten, 29,90 Euro ISBN: 978-3-96739-034-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Selbstmanagement für Selbstständige: Weg mit To-do-Listen! Lars Bobach hatte alles, was zu einem nach außen erfolgreichen Leben gehört: Er war verheiratet, hatte Kinder, ein Haus und seit vier Jahren ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Aber an einem bestimmten Punkt brach sein System zusammen: Zu viele Verantwortlichkeiten, zu viele Termine, zu viele Informationen. Zu wenig Zeit zum Nachdenken, Fokussieren und Fühlen. Der maximale Overload ist erreicht Als der Unternehmer in den 90er-Jahren ins Berufsleben startete, organisierte er seine zwei, drei wichtigen Aufgaben am Tag in einem Time-System, einem Filofax ähnlich. Dann begann das Informationszeitalter, der analoge Kalender wurde durch einen digitalen Taskmanager ersetzt. „Um der Informationsflut Herr zu werden, wurden wilde Ordnerstrukturen für deren Ablage erdacht“, erinnert er sich. Das Koordinieren von Terminen, das Managen des Lebens wurde zur Hauptaufgabe. Das funktionierte so lange, bis das komplexe Konstrukt in sich zusammenfiel. Lars Bobach sollte an einem tristen Novembermorgen den leeren Wasserkasten in den Kofferraum stellen, um am Abend neues Wasser mit nach Hause zu bringen. Und plötzlich stand er vor einem leeren Wasserkasten, der zu schwer war, um ihn heben zu können. Das war die eine Aufgabe zu viel.  „Ich fragte mich, wie mich eine kleine Aufgabe dermaßen aus dem Gleichgewicht bringen konnte. Wie konnte mir, der sich immer damit rühmte, alles im Griff zu haben, so etwas passieren", so Bobach. 7 Geheimnisse für erfolgreiches Unternehmertum Er nahm sich eine Auszeit und machte eine Bestandsaufnahme seines Lebens. Und er musste feststellen: „Ich hatte irgendwo in meinem Leben die falsche Richtung eingeschlagen, war falsch abgebogen, hatte die falschen Prioritäten gesetzt.“ Er beschäftigte sich mit dem Thema Selbstmanagement für Selbstständige, entschleunigte seinen Alltag und gab Familie und Gesundheit einen größeren, festen Raum in seinem Alltag. Ein erfolgreicher Unternehmer blieb er – aber er wurde auch ein zufriedener Unternehmer und glücklicher Vater und Ehemann. Seine sieben Geheimnisse für erfolgreiche Unternehmer hielt er im gleichnamigen Ratgeber fest, der sich dem Selbstmanagement für Selbstständige widmet. Diese Geheimnisse, die er dort preisgibt, sind der Rahmen für seinen eigenen (Arbeits-)Alltag, und genauso praxisorientiert stellt er sie auch vor. Es geht vor allem darum, den Overload an Informationen, Kommunikation und äußeren Reizen wieder zurückzufahren, uns auf das Wesentliche zu besinnen. Was brauche ich wirklich? Deshalb fordert Bobach beispielsweise: Weg mit den To-do-Listen! Alles, was erledigt werden muss, gehört in den Kalender, denn dort wird das Wichtigste verwaltet: unsere Zeit. „Time Blocking“ nennt sich das Prinzip, in dem alles, was uns wichtig ist, einen festen Platz in unserem Tagesablauf bekommt: die verschiedenen Arbeitsaufgaben, aber auch der Sport, die Meditation und das Abendessen mit der Familie. Die sechs weiteren Geheimnisse zeigen, wie Selbstständige – ob Freelancer oder Unternehmer – die größten Vorteile der Digitalisierung mitnehmen können, sich aber auch auf Wesentliches wie analoge Beziehungen, wertschätzende Kommunikation und die Essenzen eines erfolgreichen Lebens besinnen können. Roter-Reiter-Fazit Weg mit den To-do-Listen! Raus mit reihenweise Aktenordnern und Papierstapeln! Social Media und E-Mail-Programm ausschalten! Und her mit Fokus, einem positiven Mindset und einer klaren Idee von guter Unternehmerschaft! Mit diesem Ratgeber lässt es sich fantastisch in das Thema Selbstmanagement für Selbstständige in digitalen Zeiten einsteigen. Lars Bobach: 7 Geheimnisse erfolgreicher Unternehmer. Die wichtigsten Selbstmanagement-Tools und -Tricks für Ihr Business Metropolitan Verlag, 2021 170 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-036-4 Jetzt bei managementbuch. de bestellen. ### Charisma: Gabe oder Kompetenz? Es gibt diese Menschen, die sofort die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sobald sie einen Raum betreten. Dazu müssen sie nicht einmal sprechen. Es ist eine gewisse Ausstrahlung, die das einnehmende Wesen solcher Personen ausmacht. Solche Menschen sind Charismatiker. Die spannende Frage ist: Wird man als Charismatiker geboren oder kann man es durch Übung werden? Dieser Frage nähert sich Persönlichkeitsentwicklerin Christiane Deters in ihrem Buch „It‘s all about CHARISMA“. Charisma als Gottesgabe und Soft Skill In ihrem Buch wirft sie zunächst aus verschiedenen Perspektiven einen Blick auf das Phänomen Charisma: Was verstehen wir darunter? Wo kommt es her? Welchen Wert hat es? Dazu befragt sie unter anderem Experten aus der christlichen Theologie, Soziologie, Psychologie und aus dem Bereich Führung & Management. Ihr Fazit: „Was wir festhalten können, ist, dass Charisma von uns selbst ausgeht, weil wir es entweder besitzen, es durch unser Verhalten zeigen oder weil wir es erlernt haben“, resümiert sie. „Lediglich eine Lehre setzt verstärkt darauf, dass Charisma erst im Auge des Betrachters entsteht.“ Interessanterweise ist es gerade die Betriebswirtschaftslehre und mit ihr Persönlichkeits- und Führungskräfteexperten, die das Potenzial sehen, sich bestimmte Eigenschaften anzueignen, um im Auge von anderen Personen als charismatischer Typ zu erscheinen. Aber welche Eigenschaften könnten das sein? Von den Besten lernen Christiane Deters nimmt sich sechs Personen der Weltgeschichte vor, die als echte Stars mit Charisma gelten: Coco Chanel, Elisabeth Selbert, Ruth Bader Ginsburg, Martin Luther King, Barack Obama und Willy Brandt. „Bei diesen starken charismatischen Persönlichkeiten handelt es sich um Menschen, die in der Tiefe ihres Herzens an sich geglaubt haben und unsere Welt durch ihr Denken und Handeln in Bewegung gebracht oder gar verändert haben“, so die Charisma-Trainerin. „Mit Mut, Entschlossenheit und der jeweils notwendigen Haltung haben sie sich gegen Widerstände zur Wehr gesetzt und Regeln gebrochen, um ihre jeweiligen Ziele bzw. Visionen mit Begeisterung umzusetzen.“ Aus den Beobachtungen der Besonderheiten dieser Menschen entwickelte sie den Charisma-Code 5 3/4, der aus verschiedenen Faktoren besteht, die jeden Menschen einzigartig machen. Während Barack Obama vor allem durch Gestik und Rhetorik Zuhörer und Zuschauer in den Bann zieht, war es bei Ruth Bader Ginsburg ihre Unbeugsamkeit gegenüber ihren eigenen Prinzipien und Werten. Es gibt also nicht die eine Eigenschaft, die charismatisch wirkt. Es ist das Zusammenspiel von Überzeugungen, Charaktereigenschaften und Denkmustern, das charismatische Persönlichkeiten schafft. Ob wir selbst als charismatischer Typ durchgehen, scheint also tatsächlich eine Frage des eigenen Willens zu sein. Roter-Reiter-Fazit Was macht Menschen mit Charisma aus? Ihr Charakter und ihre Art, Menschen und Herausforderungen zu begegnen. In diesem Buch bekommen Leser viele inspirierende Beispiele für einen charismatischen Way of Life. Christiane Deters: It‘s all about CHARISMA. Menschen bewegen wie Coco Chanel, Barack Obama & Co. Metropolitan Verlag, 2020. 200 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-042-5 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Führen: Gern, aber wie? Wie wurde man früher, also vor der Digitalisierung, zu einer Führungskraft? Es scheint so gewesen zu sein: In dem Moment, in dem ein Mitarbeiter zu einer Führungskraft wurde, übernahm er unbewusst oder bewusst bestimmte Handlungsmuster, Techniken und Denkweisen von Personen, unter denen er vorher selbst gearbeitet hatte. So wurde in einem Unternehmen mit den Jahren eine gewisse Führungskultur eingeschliffen und es war immer relativ klar, wie zu handeln war. Aber jetzt ist alles anders. „Die meisten Führungsebenen sind einfach verschwunden. Das Ergebnis? Die einzig verbleibende Ebene bekommt häufig keine ausreichende Unterstützung“, stellen Scott Miller, Todd Davis und Victoria Roos Olsson in ihrem Ratgeber „Willkommen in deinem ersten Führungsjob!“ fest. Alle drei Autoren sind Führungskräfte-Experten bei FranklinCovey, einem der renommiertesten Leadership-Institute weltweit. Neues Mindset für eine neue Arbeitswelt Die flachen Hierarchien, selbstorganisierten Unternehmensstrukturen und Projektarbeit sorgen dafür, dass sich das Arbeitsfeld einer Führungskraft in den vergangenen Jahren enorm gewandelt hat. Wurden früher Aufgaben nach unten verteilt, organisiert und dirigiert, sind Führungskräfte heute mehr und mehr Coaches, die die Kompetenzen und Interessen ihrer Mitarbeiter erkennen und fördern, Prozesse anstoßen und begleiten. Das braucht ein neues Mindset, soziale Kompetenzen und ein agiles Führungsverständnis. Aber was, wenn es niemanden gibt, zu dem man in dieser neuen Rolle aufblicken kann? Dann wird es schnell zu viel. „Viele fürchten sich insbesondere vor schwierigen Gesprächen. Wenn sie keine Unterstützung bekommen, ist die Gefahr groß, dass sie die Führungsrolle wieder aufgeben und ihrem Arbeitgeber am Ende sogar ganz den Rücken kehren“, so die Expertin und Experten von FranklinCovey. Erprobte Methoden, von Experten empfohlen In ihrem Ratgeber geben sie jungen Führungskräften sechs Methoden an die Hand, mit denen sie die schwierigsten Hürden meistern. Das Methoden-Set basiert auf dem FranklinCovey Workshop-Programm „Die 6 entscheidenden Methoden der Teamführung“. Nach jahrelanger Erprobung, so versprechen die Autorin und die Autoren, sind in diesem Ratgeber die besten Tools für eine schnelle und sichtbare Wirkung zu finden. Methode: Entwickle die Einstellung einer Führungskraft Methode: Führe regelmäßig 1-zu-1-Gespräche Methode: Richte dein Team auf Ergebnisse aus Methode: Schaffe eine Feedback-Kultur Methode: Steuere dein Team durch Veränderungen Methode: Setze deine Zeit und Energie richtig ein Zu den wichtigsten Learnings gehört es demnach, wie eine Führungskraft zu denken und sich auf diese neue Rolle einzustellen. Das passiert vor allem in der praktischen Umsetzung, weshalb der Ratgeber eine große Anzahl an Tools anbietet, die Führungskräfte sofort umsetzen können. Roter-Reiter-Fazit Hier geht es gleich zur Sache: Die Führungskräfte-Experten von FranklinCovey wissen, wie Nachwuchs-Führungskräfte schnell und sicher in die neue Rolle schlüpfen können, um das Team von Beginn an gut und sicher zu führen. Scott Miller, Todd Davis, Victoria Roos Olsson: Willkommen in deinem ersten Führungsjob! Die 6 entscheidenden Methoden der Teamführung. GABAL Verlag GmbH, 2020. 240 Seiten, 25 Euro ISBN:  978-3-96739-003-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Paradigmenwechsel: Selbstorganisation in Unternehmen „Da saß also vor uns ein über 50-jähriger Berufsmann, so tief im Kind-Ich eingegraben, dass er zu seiner eigenen Leistung eines ganzen Jahres nichts sagen konnte. Der sich damit abgefunden hat, Jahr für Jahr von oben beurteilt zu werden – und das im ersten Moment auch gar nicht ändern wollte“, erzählt Organisationsentwickler Peter Wyss. Er coacht Unternehmen hin zu einem neuen Führungsverständnis, das ohne traditionelle Hierarchien auskommt und dafür Mitarbeiter in die (Selbst-)Verantwortung nimmt. In seinem Buch „Hierarchiefrei ist besser!“ zeigt er an Beispielen wie diesen, wie Führung in vielen Unternehmen seit Jahrzehnten gelebt wird. Oben sitzt die Führung, unten die Mitarbeiter, die weisungsgebunden sind und exakt das machen, was die Vorgesetzten sagen. Wyss zeigt, dass dabei ganz viel verloren geht. Besondere Fähigkeiten der Mitarbeiter werden gar nicht wahrgenommen, auf gar keinen Fall gefördert. Und das Wichtigste: Die Menschen, die tagtäglich ihrer fachlichen Arbeit nachgehen, also an der Quelle der Erfahrung und Expertise sitzen, werden gar nicht gefragt. Aber müssten nicht gerade sie wissen, wo es Probleme im Ablauf oder Potenzial in der Produktentwicklung gibt? Können sie nicht gut mitreden, wenn es um die Weiterentwicklung von Produkten oder Services geht? Selbst denken dürfen – und müssen Diesen Widerspruch deckt Wyss auf und fordert deshalb: Schafft ein Management auf Augenhöhe, schafft straffe Hierarchien ab, fördert und fordert die Selbstverantwortung und Selbstorganisation von Mitarbeitern und Teams. „Warum sollte der demokratische Grundgedanke der mündigen Bürgerinnen und Bürger, der Augenhöhe und Selbstverantwortung, in Unternehmen nicht genauso funktionieren?“, fragt er und zeigt in seinem Ratgeber, wie Unternehmen Schritt für Schritt den Weg zur Selbstorganisation gehen. Wyss hat dazu das Konzept der FLOW-Kultur entwickelt, das neben einer Methode vor allem ein neues Mindset beinhaltet. Denn für eine „echte Transformation reicht es nicht, professionelle Workshops, wertvolle Teambildungs-Seminare, interaktive Trainings für Leader und Coachinginterventionen für Führungskräfte durchzuführen.“ Wyss zeigt an Beispielen, dass die Selbstorganisation in Unternehmen nur funktioniert und sich der nötige Spirit entwickelt, wenn alle – von der Unternehmensspitze bis hin zum Azubi – die Prinzipien der Selbstverantwortung leben und danach handeln. Roter-Reiter-Fazit Ein Mut machendes Buch, das weit über die Idee von New Work hinausgeht und zeigt, wie schwer – aber richtig und wichtig – es ist, sich von hierarchischem Denken zu lösen. Peter Wyss: Hierarchiefrei ist besser! Mit FLOW-Kultur zum Management auf Augenhöhe Vahlen, 2020 290 S., 24,90 Euro ISBN 978-3-8006-6288-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Gründer erzählen: So entsteht Schritt für Schritt ein Start-up Eine gute Idee umsetzen, ein Einhorn auf den Markt bringen, eine Branche revolutionieren: Es gibt viele Gründe, warum Menschen ein Start-up gründen. Fast immer begeben sie sich damit auf eine Reise ins Ungewisse, denn eine Gründung bringt viele Unbekannte mit sich, ein Geheimrezept für den Erfolg gibt es nicht. „Jeder Markt ist anders, jedes Produkt unterscheidet sich vom nächsten, und die Bedürfnisse einer jüngeren Zielgruppe aus den USA sind mit denen einer älteren Zielgruppe aus der Türkei nicht zu vergleichen“, sagen Sebastian Pioch und Hauke Windmüller. Die beiden Gründer haben mit „Start-up Skills“ einen Guide für Entrepreneure und Querdenker verfasst, in dem Gründer die wichtigsten Ideen und Methoden an die Hand bekommen, die sie je nach Ausgangslage individuell nutzen und umsetzen können. Das i-Tüpfelchen sind die Erfahrungsberichte von bekannten Gründerinnen und Gründern wie Lea-Sophie Cramer (Amorelie), Tarek Müller, dem Mitgründer von About You, sowie 14 weiteren Start-up-Kennern. Wann - Was - Wie Von der Suche nach Ideen und Geschäftsmodellen, Mitarbeitern und Partnern, der Markt- und Wettbewerbsanalyse über Wege zum erfolgreichen Markteintritt, zum gelungenen Marketing-Mix für Start-ups, zu Finanzierungsoptionen und zur Skalierung bis hin zum Exit werden alle Stationen und wichtigen Aufgabenbereiche eines Start-ups besprochen. Dabei wechseln sich Prof. Dr. Sebastian Pioch und Hauke Windmüller ab, in einzelnen Abschnitten stellen sie ihre jeweils eigenen Sichtweisen und Erfahrungen dar. Pioch lehrt Digital Entrepreneurship an der Hochschule Fresenius in Hamburg und ist selbst Gründer des Start-ups proofler. Windmüller hat seine Start-up-Karriere direkt im Studium gestartet: „Meine Motivation war damals dieselbe, wie sie heute ist: unternehmerische Freiheit, Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit“, erklärt er, „ich wollte mein eigener Chef sein und die Dinge so umsetzen, wie ich sie für richtig halte. Von der Pike auf gelernt Damals, das war 2012, als Hauke Windmüller noch BWL-Student an der Universität Hamburg war. „Während des gesamten Studiums wurden wir auf eine Karriere in großen Konzernen vorbereitet“, erinnert er sich, „Selbstständigkeit oder Unternehmertum war damals noch kein Thema.“ Mit der Start-up-Szene kam er dann das erste Mal in Bangkok in Berührung, wo er im MBA-Studium Menschen aus aller Welt kennenlernte, die eigene Geschäftsideen entwickelten. Zurück in Hamburg, nahm er an einem Entrepreneurship-Projekt teil, in dem er Michael Asshauer traf. Mit ihm entwarf er sein erstes Start-up Familonet, später stieß David Nellessen als dritter Gründer hinzu. Neben seinem ersten Start-up hat Windmüller u. a. onbyrd und Closely gegründet, Letzteres wurde 2017 von Daimler übernommen. Genügend Erfahrung zum erfolgreichen Gründen hat er also, Pioch gibt dem Ganzen noch etwas mehr Faktenlage, was den gelungenen Mix an schnell anwendbaren Informationen und Tools, Erfahrungswerten und zahlenbasierten Studienauswertungen ausmacht. Roter-Reiter-Fazit Ein praktischer Guide für Gründerinnen und Gründer, die eine Einstiegshilfe für den Start benötigen und ganz nebenbei von der einen oder anderen Erfahrung erfolgreicher Gründer profitieren möchten. Sebastian Pioch, Hauke Windmüller: Start-up Skills. Der Guide für Entrepreneure und Querdenker Campus Verlag, 2020. 29,95 Euro, 286 Seiten ISBN 9783593512679 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Kommen Sie in den Verhandlungsflow! Entweder man hasst es oder man liebt es: Verhandeln. Dem einen schwitzen die Hände, wenn er nur daran denkt, gleich Ergebnisse, mehr Geld oder Projekte auszuhandeln. Andere leben in solchen Situationen erst richtig auf. „Ob naturbegabt oder noch zurückhaltend, jeder kann alles dafür tun, um im besten Fall in einen richtigen Verhandlungsflow zu kommen“, sagt Florian Weh in seinem Ratgeber „Verhandlungsflow“. Er ist Manager bei der Deutschen Bahn und dort als Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Move für die Tarifverhandlungen des Konzerns verantwortlich. Zuvor war er Head of Negotiation Management bei der Lufthansa und Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Luftverkehr. Im Laufe der Jahre und durch herausfordernde und komplexe Ausgangssituationen hat er seine Verhandlungsfähigkeiten perfektioniert. Und er hat herausgefunden, was das Geheimrezept für spannende Verhandlungen und gute Erfolgssausichten ist: Es braucht den Verhandlungsflow! „Zu Beginn der Verhandlungen belauern sich beide Seiten. Keine möchte einen Fehler machen“, weiß er. „Die Partner bearbeiten nicht ihre Konflikte. Langeweile macht sich breit, die geballte Kompetenz beider Seiten bleibt ungenutzt.“ So starten viele Verhandlungen und sind damit schon fast zum Scheitern verurteilt. Aber es geht auch anders. In seinem Ratgeber stellt er diese sieben Prinzipien vor: Nutzenoptimierung, Informiertheit, Führung, Zusammenarbeit, Zweigleisigkeit, Rationalität und Kreativität – wer diese befolgt, kann in den Verhandlungsflow kommen. „Diese Mikrokompetenzen müssen Sie an einem strategischen Ziel ausrichten“, erklärt er, „andernfalls fehlt Ihnen die große Linie, wie einem Anfänger beim Schachspielen: Zwar wissen Sie, wie jede Figur zieht, aber wohin das führen soll, bleibt Ihnen unklar.“ Natürlich kann man auch ohne einen Flow-Zustand Verhandlungen bestreiten – wer aber eine Situation schafft, in der sich zwei Parteien nicht in einer feindseligen Stimmung gegenübersitzen und sich gegenseitig Zugeständnisse entpressen, der wird bessere und nachhaltigere Ergebnisse erreichen. Roter-Reiter-Fazit Ein lehrreiches Buch über die Kunst der Verhandlung. Es zeigt, dass eine Naturbegabung zwar gut ist, dass aber auch jeder das Verhandeln lernen – und schätzen lernen – kann. Florian Weh: Verhandlungsflow. Wie Sie anspruchsvolle Verhandlungen mit Leichtigkeit zum Ziel führen Campus Verlag, 2020 326 Seiten, 34,95 Euro ISBN 9783593512709 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Die Zukunft der Chatbots Wissen wir immer, mit wem wir sprechen, wenn uns jemand in einem kleinen Chatfenster auf einer Website Fragen beantwortet? Sprechen wir mit einem Menschen? Oder ist es ein Bot? Und: Begegne ich dem vermeintlichen Chatbot anders als einer realen Person? Wo liegen die Grenzen der Kommunikation und Empathie von Chatbots, die (noch) durch die Künstliche Intelligenz gesetzt werden? Sophie Hundertmark gehört zu den ersten Masterstudentinnen in der Schweiz, die zu Chatbots geforscht haben, sie erhielt für ihre Arbeiten den Best Paper Award bei der IWW Internet Conference 2018 in Portugal sowie im Dezember die Auszeichnung als Female Digital Innovator 2020. In ihrem Buch „Digitale Freunde“ zeigt sie, was Chatbots heute können und welche Vorteile sie Unternehmen bringen, und gibt Ausblicke in die Zukunft der Chatbot-Technologie. Zudem hat die Wissenschaftlerin ein Chatbot-Konzept entwickelt, mit dem nahezu jedes Unternehmen ein passendes Chatbot-Profil für die eigene Zielgruppe erstellen kann. Chatbot als digitaler Assistent Dass Chatbots in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden, ist für Sophie Hundertmark klar. Sie geht davon aus, dass „bald jedes Unternehmen einen Bot auf seiner Webseite haben wird. Und zwar nicht nur irgendeinen, sondern einen Chatbot, der immer klarer wirklich Mehrwerte bringt und klare Ziele verfolgt.“ Mit der immer besseren AI-Technologie ist das durchaus möglich. Aber ihre Vorstellungen reichen noch weiter. Sie glaubt, dass „sich die vielen einzelnen Chatbots, die es jetzt bereits gibt und die es in Zukunft immer mehr geben wird, zu einem ganzen Bot-Ökosystem zusammenschließen werden“. So wie heute Alexa oder Siri unsere Fragen beantworten oder Musik abspielen, werden Chatbots uns durch das Internet, den Arbeitstag oder den Einkauf lotsen. „Meine Fantasie oder Vision ist, dass wir alle einen persönlichen digitalen Assistenten haben, der mit allen nötigen Schnittstellen und Services verbunden ist, die wir brauchen. Bei diesem Trend wird der Chatbot eher als digitaler persönlicher Assistent des Users betrachtet anstatt als ein 'Helfer' auf der Webseite“, erklärt Sophie Hundertmark. Wer sich bereits jetzt in die Thematik einarbeiten und die bisherige Entwicklung von Chatbots nachverfolgen möchte, dem hilft dieser Ratgeber, der technische Details in einer verständlichen Sprache beschreibt. Mit dem Chatbot-Konzept kann jeder Interessierte zum Chatbot-Quereinsteiger werden und einer der Ersten sein, die diese Technologie gewinnbringend im eigenen Unternehmen nutzt. Roter-Reiter-Fazit Gar keine abgehobene Tech-Fantasie: Sophie Hundertmark eröffnet ihren Lesern die Welt der Chatbots und zeigt, dass nahezu jeder Website-Betreiber von den Vorteilen der Technologie profitieren kann. Sophie Hundertmark: Digitale Freunde. Wie Unternehmen Chatbots erfolgreich einsetzen können Wiley-VCH, Weinheim 2020 298 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51036-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Lächeln - nicken - kontern Sei es im Meeting oder beim Abendessen mit Geschäftskollegen: Nicht selten gibt es den einen Gesprächspartner, der durch seinen aggressiven Ton jede Diskussion an sich reißt und sanftmütigere Gemüter praktisch mundtot macht. Was aber als betroffene Person tun? Sich auf das Niveau des Gegenübers begeben? Genüsslich in dem Wissen schweigen, dass man selbst im Recht ist? Es kommt auf die Situation an, weiß Personaltrainer Hans-Jürgen Kratz. Und er zeigt auch: Manchmal machen wir es solchen Menschen sehr leicht, uns als Opfer zu betrachten. Wie wir wirken In seinem Ratgeber „Lächeln, nicken, kontern“ stellt Hans-Jürgen Kratz Ursachen und Folgen für verbale Angriffe vor. So kann zum Beispiel die Körpersprache Unsicherheit signalisieren oder wir sind wütend oder übermüdet, was sich in einem nicht angemessenen Tonfall widerspiegelt. „Erwiesenermaßen befinden sich Menschen in erregtem Zustand in einer schlechten Position“, sagt er. „Wer in Rage ist, sagt Dinge, die er mit kühlem Kopf nie sagen würde. Auch vermag ein wütender Mensch keinen Richtungswechsel vorzunehmen, selbst wenn ihm bewusst wird, dass er gerade einen ärgerlichen Fehler begangen hat.“ Es liegt also auch an uns, wie unser Gegenüber mit uns ins Gespräch kommt. Mit Stil kontern Aber es gibt auch die Menschen, die „bewusst und vor allem völlig ungeniert Finten, Kunstgriffe, Tricks und sonstige Boshaftigkeiten einsetzen, um entweder ihre vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren oder sich auf Kosten anderer durchzusetzen“, so Kratz. Auch für solche Situationen bietet der Trainer eine Vielzahl an Methoden und rhetorischen Tipps, um diesen Menschen mit Gelassenheit, dem durchdachten Konter oder einem gekonnten Konfliktmanagement zu begegnen. Roter-Reiter-Fazit Ein praktischer Ratgeber für Kommunikation und Rhetorik, der wie ein Nachschlagewerk genutzt werden kann. Wer wiederholt Konfliktsituationen zu bewältigen hat, kann sich hier gute Ratschläge einholen. Hans-Jürgen Kratz: Lächeln, nicken, kontern. Lassen Sie sich von Angreifern, Großmäulern und Besserwissern nicht unterbuttern, 3. Auflage Metropolitan Verlag, 2020 200 Seiten, 14,95 Euro ISBN 978-3-96816-043-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Geschäftsbriefe im 21. Jahrhundert: So klappt es Geschäfte machen wir über WhatsApp, auch der Kundenservice läuft über Messenger, und Fragen beantwortet der Chatbot: Die interne und externe Kommunikation ist heute digital geprägt und hat ihre eigenen Regeln. Ist ein guter Stil in der Korrespondenz hier gar nicht mehr wichtig? Doch, sagt Bärbel Wedmann-Tosuner: Wenn es nämlich wirklich wichtig wird, wenn Projekte akquiriert oder andere nachhaltige und professionelle geschäftliche Beziehungen aufgenommen werden sollen, dann kommt es auf jedes Wort an. „Der korrekte Geschäftsbrief hat auch etwas mit Diplomatie zu tun“, sagt die Wirtschaftspädagogin. „Manches wird zwischen den Zeilen gesagt. Dafür bedarf es unbedingt präziser Formulierungen.“ Nehmen Sie in Ihren E-Mails noch „Bezug auf“ etwas? Bitten Sie „höflichst“ um Aufmerksamkeit, nehmen Sie ein Dokument noch „in Augenschein“? Oder zieren Ihre E-Mails auch Smileys und schreiben Sie Ihren Geschäftspartnern in derselben Art wie den Kumpels? In ihrem Bestseller „Geschäftsbriefe geschickt formulieren“ räumt die Trainerin und Coach mit überholten und veralteten Redewendungen auf und zeigt anhand vieler Best-Practice-Beispiele und Mustervorlagen, wie guter, zeitgemäßer Sprachstil aussieht – und wirkt. Roter-Reiter-Fazit „Geschäftsbriefe geschickt formulieren“ von Bärbel Wedmann-Tosuner ist ein übersichtlicher Ratgeber, der zeitgemäße Worte und Formulierungen für nahezu jeden Anlass und praktische Musterformulare für Anfragen, Angebote, Auftragsbestätigungen, Protokolle oder persönliche Anlässe im Geschäftsbetrieb, wie Danksagungen und Kondolenzschreiben, enthält. Bärbel Wedmann-Tosuner: Geschäftsbriefe geschickt formulieren. So überzeugen Sie mit stilsicherer Korrespondenz, 10. Auflage Metropolitan Verlag, 2020 160 Seiten, 14,95 Euro ISBN 978-3-96186-049-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Tu Du! Fokussiere dich auf das wirklich Wichtige Die Geschichte ist an vielen Stellen im Netz zu finden, aber immer wieder interessant zu lesen: Ein Professor steht vor seinen Studierenden und beginnt andächtig damit, einen Glaskrug mit großen Steinen zu befüllen. Dann fragt er die Studierenden, ob der Krug voll sei, was sie bejahen. Dann holt er Kieselsteine hervor und schüttet diese zwischen die großen Steine. Dasselbe passiert mit feinem Sand und schließlich kippt er auch noch eine Flasche Bier in den Krug. Was soll uns nun diese Geschichte sagen? Ganz einfach: Die großen Steine passen nur in den Krug, wenn wir sie zuerst hineingeben. Finde deine Edelsteine „Die spannende Frage, die Du Dir nun stellen darfst, lautet: Mit was füllen sich Deine Tage normalerweise?“, fragt Cordula Nussbaum in ihrem Buch „Lass mal andere arbeiten!". Sind es wertvolle große Steine wie Zeit mit der Familie? Selfcare? Das Voranbringen von beruflichen Projekten? Sind es Kieselsteine, Dinge wie Rechnungen überweisen oder Staub saugen, die gemacht werden müssen, aber dich nicht wirklich bereichern? Oder füllen sie sich mit Sand, also etwa endloses Scrollen durch die Instagram-Timeline oder das Schauen einer Serie nach der anderen? „Wenn sich Deine Krüge schneller mit Sand und Kiesel füllen, als Dir lieb ist, und Du deshalb nicht genügend Raum mehr für Deine wichtigen Steine hast, dann dürfen wir darüber nachdenken, was Du ab sofort in Deinem Alltag verändern kannst“, so die Autorin. Du bist für vieles entbehrlich In ihrem Buch zeigt sie, wie wir lernen, Aufgaben abzugeben und das dafür notwendige Mindset aufzubauen. Denn oftmals führen (un-)bewusste Glaubenssätze dazu, dass wir im Job und in der Familie nicht daran denken, anderen Aufgaben abzugeben oder sogar externe Unterstützung zu suchen. Schließlich macht sich doch das bisschen Haushalt von allein, oder? Und andere Aufgaben können nur wir erledigen, weil wir das am besten können, weil wir uns verantwortlich fühlen oder andere nicht damit belasten möchten. Cordula Nussbaum deckt genau solche Annahmen auf und stellt die fünf goldenen Prinzipien für ein erfolgreiches „Tu Du!“ auf. Und dann motiviert sie dazu, wirklich ins Machen zu kommen und das (Arbeits-)Leben von Aufgaben zu befreien, die von den wirklich wichtigen Dingen, den Diamanten unter den Steinen, abhalten. Roter-Reiter-Fazit Tu Du! Cordula Nussbaum zeigt in ihrem Buch, wie wir lernen, Aufgaben abzugeben und unseren (Arbeits-)Alltag von unnötigen Routinen oder Ablenkungen freizumachen – für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Cordula Nussbaum: Lass mal andere arbeiten! Wie Du Aufgaben gekonnt abgibst GABAL Verlag GmbH, 2020. 208 Seiten, 17 Euro ISBN 978-3-96739-013-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### #perfektetexte: Ratgeber für überzeugende Online-Texte Recruiting über LinkedIn, Produkt-Präsentation über Instagram und Customer Service im Facebook Messenger: Ohne Social Media ist heute kaum ein Business denkbar. Wer aber langfristig überzeugen und Social Media in die Unternehmensstruktur integrieren möchte, der sollte über kurz oder lang professionell handeln – und nicht den Praktikanten an den Account lassen. Anna Gelbert erzählt seit mehr als 20 Jahren Geschichten und verfolgte den Aufstieg und die Professionalisierung des digitalen Content-Marketings. In ihrem Ratgeber #perfektetexte gibt sie Tipps für eine erfolgreiche und nachhaltige Content-Strategie. Was leicht aussieht, braucht oft Zeit und Expertise „Gerade in den sozialen Medien verlockt der Gedanke, dass Schreiben unkompliziert, schnell, provisorisch ist“, sagt sie. Klar, auf Instagram steht schließlich das Bild im Vordergrund, der Text ist dann nur Nebensache, oder? Diesem Irrglauben erliegen viele, die Social Media als Nebenprodukt verstehen. Dabei ist das „Schreiben selbst nur die Spitze des Eisbergs“, weiß die Autorin. Es braucht viel mehr, um User*innen in sozialen Netzwerken langfristig von der Marke, den Produkten und dem Unternehmen selbst zu überzeugen. Es braucht die individuelle Ansprache, die richtigen Hashtags und ein authentisches Storytelling – alles zusammen ergibt einen Mix, der User*innen nach dem Blick auf das Bild dazu (ver)führt, das Produkt zu kaufen, die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen und im besten Fall ein treuer Kunde bzw. eine treue Kundin zu werden. Das How-to des digitalen Schreibens Alle diese Ansprüche an einen wenige Zeilen umfassenden Text zu erfüllen, ist die große Herausforderung. „Am Ende des Tages wollen wir alle etwas in die Welt tragen: Inhalte, Produkte – uns selbst. 2020 sind aus Zuschauern auch User geworden – und die haben ein anderes Verhalten. Die Aufmerksamkeitsspanne ist winzig. Wer postet, hat nur wenige Sekunden, um zu wirken. Wer zu seinen Bildern Worte findet, ist erfolgreicher“, erklärt Anna Gelbert. Roter-Reiter-Fazit In ihrem Ratgeber stellt Anna Gelbert die Erfolgs-Basics für die wichtigsten sozialen Netzwerke – Instagram, Facebook, Twitter, LinkedIn, YouTube – sowie Podcasts und Blogs vor. Außerdem gibt sie wertvolle praktische Tipps für gendergerechtes Texten sowie Storytelling und stellt Stil-Killer und die goldenen Regeln für digitales Texten vor – der Rest ist dann Übung und Kreativität. Anna Gelbert: #perfektetexte Vahlen, 2020 19,80 Euro, 136 S. ISBN 978-3-8006-6176-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Ziele für 2021: Gründen in 90 Tagen Moritz Gomm hatte alles, wovon er jemals geträumt hatte. Der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere führte ihn 2018 nach Hongkong, wo er für sein Unternehmen eine neue Niederlassung aufbauen konnte, innerhalb von einem Jahr wuchs das Team auf 20 Mitarbeiter*innen an. „Beruflich war ich erfolgreich und die für die ganze Familie war das eine spannende Zeit in Asien“, erinnert sich der Gründer, Start-up-Coach und Innovations-Berater.  Von außen betrachtet lief alles gut, aber sein Körper sendete ihm eindeutige Signale. Panikattacken und ein Tinnitus waren der Beginn, es folgten schwere Depressionen, die ihm endgültig klarmachten, dass er etwas in seinem Leben ändern musste. Wie viele Menschen stellte sich Moritz Gomm nach einer solchen Krise die Frage: „Ist das der richtige Weg? Ist es das, was mich glücklich macht?“ Vom Job ließ er sich erst einmal freistellen, er fuhr Fahrrad anstatt Auto und stieg auf eine vegetarische Ernährung um. Was möchte ich wirklich vom Leben? „In unserer Kindheit lernen wir von unseren Eltern, unserem Umfeld und den Medien, was richtig ist – und was nicht“, so Gomm. Mit gewachsener Persönlichkeit und ein paar Jahren Erfahrung sollten wir unsere Motivation und unsere Ziele jedoch immer wieder hinterfragen und an die aktuelle Lebensphase anpassen. „Wenn wir uns zwingen so zu leben, wie es andere von uns erwarten, unterdrücken wir unsere inneren Antriebe und unser eigentliches Wesen.“ Wer nun also in einem langweiligen Job oder im falschen Leben feststeckt, der sollte sich seiner wahren Berufung bewusst werden und überlegen, wie er diese in einem eigenen Business umsetzt. Nur die wenigsten haben den Mut, vom bisherigen Lebensweg abzuweichen und noch einmal von vorne zu beginnen. Moritz Gomm stellt solche Menschen vor. Da ist der Investmentbanker, der sich zum Bio-Winzer ausbilden lässt, der Unternehmensberater, der von zu Hause als Lieferkoch arbeitet, um näher bei seiner Familie zu sein, oder die Anwältin, die den Job an den Nagel hängt, um Kindergärten aufzubauen. Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit Mit seinem Buch „Gründen in 90 Tagen“ unterstützt Moritz Gomm mutige und neugierige Menschen dabei, in 90 Tagen die eigene Berufung zu finden, sich Ziele für das eigene Business zu setzen und ins Machen zu kommen. Während Moritz Gomm im ersten Teil des Buches seine eigene spannende Geschichte erzählt, werden im zweiten Teil 90 Schritte für 90 Tage vorgestellt. Stück für Stück entsteht die Gründungsidee und geht es an die Umsetzung. Durch die klar aufeinander aufbauenden Schritte können zukünftige Gründer*innen selbst entscheiden, in welchem Tempo sie die Aufgaben bewältigen und so ihre Gründung auch neben dem Hauptberuf umsetzen. Roter-Reiter-Fazit Moritz Gomm teilt sein Buch in einen inspirierenden ersten Teil, den Leser*innen im Lese-Modus durchgehen. Im zweiten Teil mit seinen 90 Aufgaben sollen die Gründer*innen direkt in den Machen-Modus kommen. Das macht den Gründer-Ratgeber sehr hilfreich und gibt ihm einen Workbook-Charakter, der das Buch zu einem wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Gründung macht. Moritz Gomm: Gründen in 90 Tagen. Schritt für Schritt in die erfolgreiche Selbstständigkeit – ohne gleich den Job zu kündigen Metropolitan Verlag, 2020 260 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-050-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Das Geheimnis des erfolgreichen Case-Interviews „Entspann dich, es ist schlimmer, als du denkst“, beginnt Autor Marc P. Cosentino sein Buch. „Wenn du dir vor Augen hältst, wie hoch die Chance ist, zu einem Interview eingeladen zu werden, allen Interviewern zu gefallen und sieben bis zehn Cases zu lösen, kannst du das Studium auch gleich hinschmeißen und Lotto spielen.“ Case-Interviews sind der Schrecken eines jeden jungen Menschen, der nach dem Uniabschluss eine Anstellung in einem der renommierten Beraterunternehmen erhalten möchte. Case-Interview als wichtigste Hürde in der Karriere Das Auswahlverfahren ist lang und nervenaufreibend, einige Bewerber kommen allein schon körperlich an ihre Grenzen, wenn sie mehrere Stunden Gespräche hinter sich haben. Die anderen Bewerber können im Case-Interview einfach nicht überzeugen, denn: Das reine Wissen, wie ein Kundenauftrag anzugehen und der Fall zu lösen ist, ist das eine. Aber überzeugt der Kandidat auch in seiner Herangehensweise? Was verrät sein Lösungsweg über seine Denkweise? Seine Kreativität? Denkt er innovativ? Ist sein Stil prägend? Wer im Case-Interview überzeugen möchte, sollte den Auftrag also grundsätzlich zur Zufriedenheit erfüllen. Den Job bekommt dann aber derjenige, der den Auftrag erfüllt und dabei auch aus der Masse der Bewerber heraussticht. Mit System an die Sache gehen Marc P. Cosentino kennt alle Sorgen und Nöte von Studierenden, die Ansprüche der Berater und auch den Weg zum Erfolg. Mehr als 18 Jahre lang beriet er Studierende im Career Center der Harvard University, sein Ratgeber „Case In Point“ ist seit vielen Jahren ein Bestseller. Cosentino hat das Ivy-Case-System geschaffen, das auf einem Framework-Prinzip beruht. „Der Unterschied zwischen einem Framework und einem System ist, dass ein Framework ein Werkzeug ist und ein System ein Prozess“, erklärt er. „Statt sieben verschiedene Frameworks auswendig zu lernen und dann zu versuchen, dich für das richtige zu entscheiden, lernst du ein System, in das schon alle Werkzeuge integriert sind.“ Praktische Beispiele für erfolgreiche Case-Interviews Im Case-Interview müssen sich die Bewerber dann ausschließlich darauf konzentrieren, die Schritte des Ivy-Case-Systems durchzugehen und zu identifizieren, welchem der vier gängigen Case-Szenarien der jeweilige Fall zuzuordnen ist. Der Ratgeber enthält 15 detailliert beschriebene und anwendungsbezogene Cases, zehn Übungen für den Beginn, 21 Methoden zur Kostensenkung und diverse Partner-Cases inklusive Datenmaterial wie etwa Tabellen, Grafiken und Charts sowie Tipps für den gesamten Bewerbungsprozess in der Unternehmensberatung. Wer die Grundidee des Systems verstanden hat, hat eine gute Grundlage, auf die er im Case-Interview zurückgreifen kann – und dann klappt es auch mit der überzeugenden Performance. Roter-Reiter-Fazit Zu viel Theorie kann im Case-Interview zum Blackout führen, wenn der Bewerber vor lauter Optionen die Lösung nicht sieht. Marc P. Cosentino gibt mit dem Ivy-Case-System einen Rahmen vor, in dem sich der Bewerber sicher bewegen kann und der genügend Raum für die überzeugende Performance lässt. Ein Muss für Einsteiger im Beraterberuf! Marc P. Cosentino, PrepLounge GmbH (Hrsg.): Case In Point. Die perfekte Vorbereitung auf das Case-Interview in der Unternehmensberatung Campus Verlag, 2020. 312 Seiten, 29,90 Euro ISBN 9783593512624 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Strategiemediation: Mit Plan in die Zukunft Was wird morgen sein? Welche Herausforderungen warten in den nächsten Monaten und Jahren auf das Unternehmen? Und wie stellt sich ein langfristiger Erfolg ein? Das Entwickeln einer Unternehmensstrategie ist eine komplexe Sache, bei der viele Perspektiven eingenommen und enorm viel Wissen sinnvoll eingebracht werden müssen. Und als wenn das nicht kompliziert genug wäre, werden wirtschaftliche Prozesse auch immer schneller, unvorhersehbarer und vielschichtiger – da muss nicht einmal eine solche Krise wie die Corona-Pandemie auftauchen, um Unternehmensstrategien völlig nutzlos zu machen. „Was die Zukunft angeht, so muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Komplexität und Unsicherheit immer mehr über ein bewältigbares Maß hinausgehen werden“, so Frederike Schwenke und Andreas Beisswenger. „Die Welt, wie wir sie kennen, gerät zusehends aus den Fugen durch eine Kombination aus technologischem Fortschritt, künstlicher Intelligenz, Big Data, der neuartigen Nutzung bestehender Wirtschaftsgüter sowie unbegrenzter Mobilität.“ Es hilft also nicht, altbewährte Strategiemuster zu nutzen, um einen Plan für die Zukunft zu entwickeln. „Gefragt ist eine dem Umfeld angepasste neue Form der Strategiefindung mit transformativem Charakter, die etwa den Schrecken von Krisen für eine strategische Neuorientierung zu nutzen weiß“, fordern die beiden Autoren. Frederike Schwenke ist Hochschullehrerin für Wirtschaftsrecht an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und Fachanwältin auf dem Gebiet der Unternehmensnachfolge sowie Wirtschaftsmediatorin. Andreas Beisswenger berät Unternehmen in der Strategieentwicklung und ist u. a. zertifizierter Mediator. In ihrem Ratgeber „Strategie weiterdenken“ stellen sie vor dem Hintergrund ihrer Professionen und praktischen Erfahrungen als Lösung ihr Konzept der Strategiemediation vor. Die Idee: Interessenkonflikte und Komplexität reduzieren Der neuartige Ansatz der Strategiemediation soll zugleich zwei Probleme lösen. Da wären die Interessenskonflikte, die immer dann auftreten, wenn sich verschiedene Parteien an den Tisch setzen, um gemeinsam eine Strategie zu entwickeln. Oftmals gewinnt dann die Meinung bzw. Sichtweise der Mächtigeren, wodurch das Ergebnis aber auch schnell in die Schieflage gerät. Um eine Balance zwischen allen Interessen herzustellen, nutzen die Autoren das Prinzip der Mediation, denn „von oben vorgegebene Standards oder Selektionsregulative reichen bei hochkomplexen Entscheidungssituationen wie strategischen Entscheidungen nicht aus, um in Anbetracht von unvermeidbarer Komplexität und Unsicherheit ein differenziertes Entscheidungsbild zu schaffen“. Um diesem zweiten Problem der Komplexität von strategischen Entscheidungen begegnen zu können, beinhaltet die Strategiemediation auch den Prozess der komplexitätsreduzierenden Mikroentscheidungen. In ihrem tiefgründigen Fachbuch rollen die Autoren Schritt für Schritt das Konzept der Strategiemediation aus, das sich über die drei Stufen der Diagnosephase, Strategiefindungsphase und Implementierungsphase zieht. Damit geben sie Praktikern eine klare Anleitung und Handlungsempfehlungen an die Hand, mit denen nachhaltige Unternehmensstrategien entworfen werden können, die auch in Krisen flexibel genug sind.  Roter-Reiter-Fazit Ein umfassendes Fachbuch für Praktiker, die wichtige unternehmerische Entscheidungen treffen möchten, die zukunftsfähig sind und nachhaltig Bestand haben. Frederike Schwenke, Andreas Beisswenger: Strategie weiterdenken. Das 3-Stufen-Modell zur erfolgreichen Unternehmensentscheidung Campus Verlag, 2020 363 Seiten, 59 Euro ISBN 9783593512587 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mit ehrlicher Kommunikation erfolgreich sein Marc Hinderlich ist seit 2011 Trainer, Coach und Moderator und mag es ehrlich. So erzählt er gleich zu Beginn seines Buches „Sag's doch, wie es ist“, wie er nur ein Jahr nach seinem Sprung in die Selbstständigkeit mit einem brandneuen Opel Combo auf eine Drehbühne fuhr, um ihn etwa 200 Führungskräften des Automobilherstellers vorzuführen. Dieser Auftrag war Zufall – er sprang spontan für einen Kollegen ein, der in der entscheidenden Probe vor dem Kunden nicht überzeugen konnte – und zugleich das Ergebnis seiner harten Arbeit. „Die Story zeigt, was möglich ist, wenn man mit kontinuierlicher Arbeit und Bewegung an der eigenen Leistung arbeitet und im richtigen Moment ,ja‘ zu einer Chance sagt“, erklärt er, „sie zeigt aber auch, dass faule Eier mit Faken eben nur bis kurz vor die Bühne oder für zehn Sekunden hinauf kommen.“ Deshalb legt er seinen Klienten ans Herz: „Seien Sie ehrlich, zu sich selbst und zu anderen.“ Ehrlich währt am längsten In seinem Buch beschreibt er den Weg von seinem Start in die Selbstständigkeit bis zu einer Bestandsaufnahme seiner aktuellen Situation. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und sagt es so, wie es ist. Und genau das sind die Philosophie seines Schaffens und das Credo seiner täglichen Arbeit als Trainer und Coach. „Meist spürt man diese Wirkung unmittelbar im Raum, wenn sich ein Teilnehmer unerwartet öffnet oder etwas umsetzt, das Minuten zuvor noch unmöglich erschien“, erzählt Hinderlich. „Oft erhält man auch wunderbare Rückmeldungen, die einem direkt zeigen, was offene Kommunikation bewegen kann.“ Wertebasiertes Arbeiten als Erfolgsrezept In seinem Buch zeigt Marc Hinderlich auch, wie Ehrlichkeit mit Erfolg zusammenpasst. Noch viel zu oft herrscht die Annahme, dass erfolgreiche Menschen gern tricksen, ihre Geschichten aufbauschen und dass nur heiße Luft hinter dem prallen Marketing steckt. Der Coach erzählt von schwierigen Zeiten, in denen Aufträge ausblieben. „Diese harte Phase hat mich auf eine Probe gestellt, die mir meine eigenen Prinzipien viel klarer vor Augen geführt hat“, erzählt er. „Mit Prinzipien meine ich Werte. Dazu gehören ganz klar Professionalität, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, authentische Kommunikation und das Streben, immer die bestmögliche Leistung zu erbringen.“ Roter-Reiter-Fazit Im Vergleich zu den Biografien von Bill Gates oder Barack Obama eine unspektakuläre Bestandsaufnahme, aber dafür umso authentischer und greifbarer als diese Mega-Karrieren. Unbedingt nachahmenswert! Marc Hinderlich: Sag's doch, wie es ist: Mit ehrlicher Kommunikation bewegen Kreutzfeldt digital, 2020 127 Seiten, 24,90 Euro ISBN: 3866236026 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Hilfe, mein Schreibtisch ist weg! Alle reden von Digitalisierung. Alle reden von New Work. Aber viele Arbeitnehmer kommen das erste Mal mit der neuen Arbeitswelt in Kontakt, wenn der eigene liebgewonnene Schreibtisch weg ist. Desk Sharing steht auf dem Programm. „Das unbekannte Terrain führt zu Unsicherheit, Ablehnung und zu einer geradezu lähmenden Entwurzelung“, wissen die Coaches Ingrid Britz-Averkamp und Christine Eich-Fangmeier aus ihrer Praxis, „die Menschen sehen sich mit täglicher Neuorientierung, Alleinarbeit, agilem, entgrenztem Arbeiten, der Reorganisation ihres Berufs- und Privatlebens konfrontiert.“ In ihrem Buch „Überleben in der neuen Arbeitswelt“ geben die Autorinnen Führungskräften eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Mitarbeitenden den Weg in New-Work-Gefilde zu erleichtern. Machen Sie die Vorteile sichtbar Dabei geht es ihnen natürlich um mehr als nur um den Schreibtisch, den sich Kollegen auf einmal teilen müssen. Aber für viele stellt dies die erste sichtbare Veränderung dar. Das Kommunizieren und Vorleben von New-Work-Prinzipien und Methoden fällt nämlich oft schwer. Wer seine Teams nachhaltig verschrecken möchte, kommt am Montagmorgen ins Büro und verkündet, dass die Ära von Fax, dem Familienfoto auf dem Schreibtisch und der Führung von oben vorbei ist. Ingrid Britz-Averkamp und Christine Eich-Fangmeier senden einen „Appell an die Führungskräfte und die Unternehmensleitung, die Verunsicherung und Verärgerung der Mitarbeiter ernst zu nehmen, sie mit der nötigen Wertschätzung bei der Umstellung zu unterstützen und ihnen mehr Vertrauen für die neuen Freiräume entgegenzubringen.“ Schritt für Schritt in die neue Arbeitswelt Der Ratgeber, der auch die besondere Situation während der Corona-Pandemie und die damit verbundene „Zwangsdigitalisierung“, so die Autorinnen, beachtet, ist eine Anleitung hin zum neuen Arbeiten. Schritt für Schritt beleuchten Ingrid Britz-Averkamp und Christine Eich-Fangmeier die Veränderungen in der Team-Struktur, in den Arbeitsräumen und auch im Selbstverständnis von Mitarbeitenden. New Work bedeutet auch immer Selbstverantwortung. Wie führe ich Mitarbeitende an digitale Tools und Prozesse heran? Wie funktioniert virtuelle Zusammenarbeit und was muss und soll Führung in New Work? Für Praktiker ganz besonders wertvoll: Jedes Kapitel beinhaltet einen Abschnitt zum Thema „Was geht – Was bleibt – Was kommt“, mit dem Führungskräfte sich auf die wahrscheinlichsten Sorgen von Mitarbeitenden und auf die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt vorbereiten können. Roter-Reiter-Fazit Desk Sharing: Wie erkläre ich dem Mitarbeiter seinen fehlenden Schreibtisch? Schön und übersichtlich gestaltet, nimmt sich der Ratgeber praxisnah den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt an und bietet mit Praxistests und Tipps den sanften Einstieg in den unvermeidlichen Prozesswandel. Ingrid Britz-Averkamp, Christine Eich-Fangmeier: Überleben in der neuen Arbeitswelt Metropolitan Verlag, 2020 300 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 3961860408 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Keinhorn – und das ist gut so „Einhorn“ wird ein Start-up genannt, das vor dem Exit mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet wird. Es ist der Traum eines jeden Gründers, die Idee für ein Start-up zu haben, das diesen Erfolg hat – die Wahrscheinlichkeit ist jedoch ähnlich gering wie ein Lottogewinn. Auch Julian Leitloff verfolgte viele Jahre lang dieses Ziel und war auf der Suche nach dem geheimen Erfolgsrezept von Branson und Jobs. Über seine Erfahrungen und seinen Weg durch die deutsche Start-up-Szene schrieb er nun gemeinsam mit dem Journalisten Caspar Tobias Schlenk ein Buch. Aus der Statistik gefallen Julian Leitloff hatte mit 22 Jahren gemeinsam mit seinem besten Freund Raoul die Idee zu seinem ersten Start-up: Stilnest produzierte Schmuck im 3-D-Drucker, made in Germany.  Mit dieser Gründung kam er auf die Forbes-Liste der „30 unter 30“ – aber ein Einhorn wurde Stilnest nicht. In „Keinhorn“ erzählt er seine Geschichte und lässt dabei auch die schlechten Seiten nicht weg. Seinen Beweggrund für das Buch erklärt er mit dem sogenannten Survivorship-Bias, der Verzerrung zu Gunsten Überlebender. Diese kognitive Verzerrung verschleiert beispielsweise, wie unwahrscheinlich es ist, als Schriftsteller – der Überlebende – Erfolg zu haben, denn die vielen Tausende nicht-erfolgreichen Schriftsteller sind einfach nicht sichtbar. Leitloff überträgt dieses Phänomen mit diesem Beispiel auf die Start-Up-Szene: „Der Überlebende erzählt die Geschichte und bestimmt die Statistik.“ Kein Zuckerschlecken: Leben und Arbeiten für ein Start-up Und so träumen viele Gründer von einem Einhorn wie Airbnb, Uber oder WeWork. Was dabei aber verloren geht, sind die „Geschichten der ganz normalen Gründerinnen und Gründer, die für ihren Job brennen wie nur wenige andere Menschen in diesem Land“, erklärt Julian Leitloff, „die Jahr für Jahr Menschen einstellen und sich verausgaben, um ihrem Traum nur ein kleines Stückchen näher zu kommen. Die dabei oft nicht erkennen, dass sie mit ihrem selbstbestimmten Leben den Traum bereits leben – und jeder zukünftige Gründer von ihnen so viel lernen kann.“ Diese Lücke möchte der Unternehmer nun schließen und erzählt die Geschichte seiner Gründungen, die nie Einhörner hervorbrachten und trotzdem erfolgreich waren. Die Einblicke sind sehr persönlich, er nimmt uns mit zu dem Moment, in dem er seinen besten Freund entlassen musste, Investoren ihm den Jahresurlaub kürzten und die Beziehung zu seiner Freundin auf der Kippe stand. Dabei lernt man auch die deutsche Start-up-Szene kennen, die von einem Höher-Weiter-Schneller und dem Überbieten der Wochenarbeitszeit geprägt ist, die aber laut Leitloff in den vergangenen Jahren auch erwachsener und professioneller geworden ist. Genauso wie der Unternehmer selbst. Im letzten Teil seines Buches zeigt Leitloff, wo er heute steht. Er ist CEO und Gründer des Blockchain-Start-ups Fractal und kann dort seine Erkenntnisse aus früheren Gründungen einbringen. Kein Einhorn, aber ein erfolgreiches Unternehmen. Und die Frau hat er auch bekommen. Roter-Reiter-Fazit Julian Leitloff gibt Einblicke in das Leben eines jungen Gründers und in die deutsche Start-up-Szene und – Überraschung – es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Unternehmer macht anderen mit seiner Geschichte Mut und zeigt, wie man glücklich sein kann, auch wenn man nicht das nächste Einhorn gründet. Julian Leitloff, Caspar Tobias Schlenk: Keinhorn. Was es wirklich heißt, ein Start-up zu gründen Campus Verlag, 295 Seiten, 22 Euro ISBN 9783593512549 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Campus Beats: Stimmen für neues Arbeiten Nicht jeder gut gemeinte Rat passt auf jede Person und jede Situation. Das betrifft auch Karriere-Ratgeber, die zumeist von Autoren geschrieben werden, die eine ganz genaue Zielgruppe im Auge haben: Menschen, die ähnlich ticken wie sie selbst. Und wann schreibt man Bücher mit Karriere- und Erfolgstipps? Wenn man selbst schon einiges an Erfahrung und beruflichen Erfolgen vorzuweisen hat. Das passiert meist im leicht fortgeschrittenen Alter (wenn auch Zeit zum Bücherschreiben da ist!), sodass sich auch die Ratgeber an Menschen richten, die in diesem Alter sind und sich in ähnlichen Lebensstrukturen befinden. Aber was ist mit den Jungen? Das dachte sich auch der Campus-Verlag und schuf die Reihe „Campus Beats“. Hier kommen junge Unternehmer und Kreative zu Wort, um von ihren Erfahrungen zu berichten und anderen Jobeinsteigern, Gründern und Machern wichtige Tipps an die Hand zu geben. Das Mindset für die Zukunft der Arbeit Die Serie startete im September 2020 mit den ersten vier Titeln zu Themen wie der perfekten Corporate-Karriere (Corporate Rockstar), warum vertrauensvolle Beziehungen der Schlüssel zu langfristigem Erfolg sind (Vertrauen) und der Frage, wie der perfekte Millennial-Boss aussieht (Millennial-Boss). Alle Bücher eint eine frische Sprache und Autoren, die dem Zeitgeist entsprechen. Die Erfahrungswelten junger Berufstätiger sind speziell, geprägt von der digitalen Wende, neuen beruflichen Möglichkeiten – Stichwort Influencer, YouTube-Vlogger oder Online Business – und einem neuen Mindset. Das ist ein weiterer entscheidender Unterschied zu klassischen Karriere-Ratgebern: Autoren wie Jungunternehmerin Madeleine Kühne, Joint-Venture-Profi Manfred Tropper oder Angel Investor Daniel Szabo geht es nicht nur um den wirtschaftlichen Erfolg. Es geht um eine neue Art der Führung und des Zusammenarbeitens, eine neu Wertung von Arbeit, die einem achtsamen und nachhaltigen Lebensstil nicht entgegensteht, sondern mitdenkt. Roter-Reiter-Fazit New Work, kollaboratives Zusammenarbeiten und neues Wirtschaften: Es ist Zeit für einen Wandel, und „Campus Beats“ macht die neuen Gesichter und Ideen der nächsten Generation hör- und sichtbar. Alle Campus Beats-Titel im Überblick Daniel Szabo: Corporate Rockstar. Wie du Karriere machst, ohne den Verstand zu verlieren. Campus Verlag 2020 207 Seiten ISBN: 3593512521   Manfred Tropper: Vertrauen. Wie dein Business von echten Partnerschaften profitiert. Campus Verlag GmbH 207 Seiten ISBN: 3593512599   Madeleine Kühne: Millennial-Boss. Wie du Boomer und Gen X erfolgreich führst. Campus Verlag GmbH 269 Seiten ISBN: 359351253X   Julian Leitloff, Caspar Tobias Schlenk: Keinhorn. Was es wirklich heißt, ein Start-up zu gründen Campus Verlag, 2020 295 Seiten, 22 Euro ISBN 9783593512549 ### Werde mit Canvas zum Lebensunternehmer! Business-Methoden auf das Leben anwenden? Das geht! Unternehmenscoach Johannes Ellenberg zeigt, wie das Business Model Canvas genutzt werden kann, um in verschiedenen Lebensbereichen erfolgreich und glücklich zu werden – und stetig an den eigenen Zielen weiterzuarbeiten. In seinem Ratgeber „Der Code für deine Zukunft“ stellt Ellenberg seine Methode des Lebensunternehmer-Canvas vor. Seine Idee dahinter: Wer langfristig glücklich sein möchte, der muss sein Leben zu 100 Prozent selbst in die Hand nehmen und die Lebensplanung genauso strategisch angehen wie eine Unternehmensplanung. Damit bringt er zwei verschiedene Bereiche zusammen: „Persönlichkeitsentwicklung hilft dir, dich selbst besser zu verstehen und deine Potenziale freizulegen. Unternehmerisches Denken und Handeln hilft dir, Chancen in deiner Umwelt zu erkennen und zu nutzen.“ Menschen, die Selbstverantwortung für das eigene Leben übernehmen und ins Tun kommen, nennt der Autor „Lebensunternehmer“ – und das kann jeder werden. Unternehmertum als Haltung Es geht nicht darum, auch tatsächlich ein Unternehmen zu starten. So kann es laut Ellenberg auch Ehrenamts-Unternehmer geben oder den Unternehmer im Unternehmen. Wer nicht zum wirklichen Unternehmer oder Start-up-Unternehmer werden will, kann seine Ziele eben auch in der Familie, dem Ehrenamt oder einem Hobby finden. Und: Einmal gewählt, kann das Lebensunternehmer-Modell auch geändert werden, wenn sich die Umstände ändern. So können in einer Lebensphase die Prioritäten im familiären Bereich liegen, in einer anderen dann die eigene Unternehmensgründung. Ellenberg belässt es in seinem Ratgeber nicht beim Vorstellen der Lebensunternehmer-Idee, sondern geht in die Umsetzung. Entwirf dein Lebensunternehmer-Canvas Dazu bedient er sich dem Business Model Canvas, das in Start-ups angewendet wird, um Geschäftsmodelle zu visualisieren. Dabei werden Abhängigkeiten, Regeln und Synergieeffekte zwischen verschiedenen Teilbereichen sichtbar. Der Unternehmenscoach nutzt dieses Modell für die Lebensplanung, denn auch unser Leben besteht aus verschiedenen Units wie Gesundheit, Beziehungen, Gesellschaft, Bildung und Kultur. „Für jede Komponente im Spiel des Lebens gibt es eigene Anleitungen, Spielregeln sowie Trainer und Coaches, die dir helfen, in den einzelnen Disziplinen besser zu werden.“ Mit Canvas macht Ellenberg diese Komponenten sichtbar und gibt dem Leser Anleitungen an die Hand, wie er diese gegeneinander abwägt, abstimmt und nachhaltig fördert. Roter-Reiter-Fazit: Wer beruflich, aber auch privat eine Anleitung benötigt, um zukunftsfähige Entscheidungen treffen zu können, findet in dem Lebensunternehmer-Canvas eine gute Methode, um den Ist-Zustand zu visualisieren und das Ich der Zukunft zu gestalten. Besonders praktisch: Viele zusätzliche Materialien gibt es im Download. Johannes Ellenberg: Der Code für deine Zukunft. Dein Schlüssel für ein glückliches und selbstbestimmtes Leben. GABAL Verlag 224 Seiten, 22 Euro ISBN  978-3-96739-010-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Lebenslange Aufgabe: Gestalte deinen Lebensentwurf Zumeist beginnt es mit einer Unzufriedenheit, die schleichend oder sehr plötzlich auftaucht: Der Job macht keinen Spaß mehr, es gibt schlechte Stimmung zu Hause oder eine Erkrankung macht es notwendig, das bisherige Leben zu überdenken. Ein Lebensentwurf, der noch mit Anfang 20 passte, muss zehn Jahre später nicht mehr die Bedürfnisse einer neuen Lebensphase auffangen. Dann ist es Zeit, das Leben – in Teilbereichen – neu zu gestalten. Mit der Zeit gehen „Es geht darum, in ständiger, aktiver, lebendiger Wechselbeziehung mit sich, dem eigenen Lebensentwurf und der Realität zu stehen“, erklärt Therapeutin und Coach Denise Ritter. Wenn beispielsweise aus einem Paar eine Familie wird, verändert sich die Lebensstruktur enorm. Das benötigt Anpassungen im Lebensentwurf, um sowohl den neuen Anforderungen gerecht zu werden als auch die eigenen Bedürfnisse im Blick zu behalten. Unzufriedenheit mit dem Job ist auch ein häufiger Anlass, um sich mit der eigenen Persönlichkeit und der aktuellen Situation auseinanderzusetzen. Vielleicht war der Coaching-Klient viele Jahre in seinem Beruf als Finanzprofi glücklich, liebte die Herausforderungen und Dienstreisen. Jahre später ist der Reiz verflogen, die Familie fordert Zeit mit dem Vater und der wiederum sehnt sich danach, seine Erfahrungen und sein Wissen in ein neues Herzensprojekt einbringen zu können. Das Leben als ewige Baustelle Den Job aufgeben, etwas Neues wagen, den Cut machen? Wir scheuen uns oftmals davor, einen Lebensentwurf zu hinterfragen oder sogar zu verändern. Denise Ritter nutzt das Bild einer Baustelle, um die Dynamik eines Lebensentwurfs zu visualisieren. „Der Bauplan ist nicht in Stein gemeißelt, er dient als grober Entwurf und Richtschnur. Er verfolgt die Grundidee und den optimalen Einsatz aller Ressourcen und wird im Zuge dessen immer wieder angepasst, überarbeitet und aktualisiert.“ Nicht jeder Raum wird gleich intensiv genutzt, alles hat seine Zeit. So ist der Lebensentwurf von jungen Menschen oftmals von Aufbruch geprägt, berufliche Erfolge und Selbstverwirklichung stehen im Vordergrund. Später rücken diese Aspekte in den Hintergrund, die Gründung einer Familie und Beziehungen sind nun wichtiger. Mit Coachingkarten das Selbst befragen Die Therapeutin rät dazu, den Entwurf immer wieder auf seine Beständigkeit hin zu überprüfen. „Es geht um die ganzheitliche, bewusste Neuausrichtung des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns im Einklang mit den persönlichen Zielen, Werten und Bedürfnissen und der Umwelt.“ Um diesen Prozess aktiv zu gestalten, hat Denise Ritter 75 Coachingkarten entwickelt, mit der Coaches oder Personen im Selbstcoaching an ihrem Lebensentwurf arbeiten können. Auf der Vorderseite der Karte ist ein Motiv zu sehen, das mit einem Schlagwort untermalt wird. Für tiefergehende Coaching-Methoden finden sich auf den Rückseiten Fragen und Impulse, mit denen gearbeitet werden kann. Ritter gibt Coaches zudem ihre selbstentwickelte 6E-Methode an die Hand, mit denen Coach und Klient gemeinsam erforschen können, in welchem Stadium sich der Coachee in einzelnen Lebensbereichen befindet: Sollte aktuell meine Gesundheit im Fokus stehen, weil ich bereits erkannt habe, dass ich dort Nachholbedarf habe? Oder gibt es vielleicht ungelöste Situationen in meinen Beziehungen, die ich benennen muss, um mir klarer über meine Lebensziele zu werden? Roter-Reiter-Fazit Das sehr ansprechend gestaltete Coachingkarten-Set zum Thema Lebensentwurf lädt Coaches und Trainer dazu ein, sich gemeinsam mit Klienten über Lebensentwürfe, unbewusste Prozesse und die eigenen Bedürfnisse auszutauschen. Weiterführende Materialien im Begleitheft machen es Interessierten auch möglich, sich selbstständig mit den angebotenen Themen zu beschäftigen. Denise Ritter: 75 Coachingkarten – Den eigenen Lebensentwurf gestalten. Mit 40-seitigem Booklet und Online-Materialien. Beltz Verlag, 2020 Box + Anleitung 75 Seiten, 58 Euro EAN: 4019172300210 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mach es lean! Jedes Start-up sollte ein Buch über seine Erfolge und Fehlschläge schreiben: Das schlägt Gründer Jurgen Appelo halb im Witz und halb im Ernst vor. Er selbst macht es vor: In seinem Buch „Kreativ Denken, beherzt Machen, erfolgreich Skalieren“ stellt er 42 Werkzeuge aus dem agilen Arbeiten und Lean-Umfeld vor, die Führungskräfte nutzen können, um ihr eigenes Arbeitsumfeld agiler zu machen. Und das Tolle daran: Appelo stellt alle Tools aus seiner eigenen Erfahrung vor. Daily Cafes: Remote zueinanderfinden Theorie ist das eine, Praxis das andere. Das zeigt sich beispielsweise, wenn es um die Unternehmenskultur geht. Für agile und leane Start-ups ist das Daily Stand-up eine ganz wichtige Möglichkeit, Teams und Mitarbeiter auf einen Informationsstand zu bringen und Neuigkeiten auszutauschen. Diese Möglichkeit fällt bei Remote-Teams aber weg. Also einfach weglassen? Nein! „Viel zu schnell vergessen Teammitglieder, dass es bei regelmäßigen Zusammenkünften nicht nur um Kommunikation geht, sondern auch um die sozialen und vielschichtigen Aspekte der Teamleistungen“, erklärt Appelo. Klar kann der App-Entwickler dem Social Media Manager nicht bei der Lösung von kniffeligen Aufgaben helfen, aber ein Start-up arbeitet wie jedes andere Unternehmen an einem Ziel, und deshalb braucht es ein Gefühl von Gemeinsamkeit. „Ist das nicht auch der Grund, warum sich Freunde und Geschäftspartner zum Kaffee oder auf ein Bier treffen? Einladung zum Ausprobieren In seinem Ratgeber stellt er das Daily Cafe vor, mit dem er in seinem eigenen Start-up Kontakt hält. Es findet immer um dieselbe Uhrzeit statt und dauert etwa eine halbe Stunde, zwei bis drei große Themen werden besprochen, zu klärende Einzelheiten gehen zurück zu den Personen, die das jeweilige Thema besonders betrifft. „Ein paar von uns haben gern ein warmes oder kaltes Getränk in der Hand, manchmal einen Ehepartner im Hintergrund oder eine Katze oder ein Baby auf dem Schoß“, erzählt Appelo. Mal seien alle anwesend, mal fehlten Leute oder hätten Urlaub. So beschwingt er von diesem – wie er es selbst nennt – „Cafe der Verrückten“ ist, so bringt er es auch rüber. Auch viel komplexere Lean-Methoden und agile Arbeitstechniken bespricht er immer aus seiner eigenen persönlichen Erfahrung und Perspektive. Das macht den Ratgeber für Führungskräfte und Start-up-Gründer wirklich anwendbar, denn die Botschaft ist: Kenne deine Optionen und dann probiere aus, wie es für dich und dein Team am besten passt. Roter-Reiter-Fazit Agile Retrospektiven, Canvas, Unique Value Proposition oder Pitch Decks: Wer gleich in die Umsetzung gehen möchte und sich nicht lange mit der Theorie von Lean- und Agility-Methoden beschäftigen will, findet in Jurgen Appelo einen guten Ratgeber. Jurgen Appelo: Kreativ Denken, beherzt Machen, erfolgreich Skalieren. 42 Werkzeuge für Führungskräfte, die sich und ihre Organisation verbessern möchten. Vahlen Franz GmbH 227 Seiten, 29,80 Euro ISBN: 3800661594 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Sei eine Kaffeebohne! Jede Erfahrung, jede Begegnung und jeder einzelne Tag unseres Lebens prägen uns. „Mein Leben hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin“ oder „Wäre damals nicht diese Lehrerin gewesen, hätte ich niemals mein Talent erkannt“: Wir erklären unser heutiges Verhalten mit früheren Erlebnissen, Krisen, glücklichen Zufällen oder Charaktereigenschaften. Was wir aber niemals vergessen dürfen: Wie wir mit schlechten Erfahrungen umgehen, wie wir in Situationen reagieren und welche Perspektive wir einnehmen, haben wir selbst in der Hand. Das ist auch die Kernbotschaft der illustrierten Fabel „Die Kaffeebohne. Wie Sie sich entfalten und kraftvoll Ihr Leben verändern können“ von Jon Gordon und Damon West. Auf die Perspektive kommt es an Beugen wir uns widrigen Umständen und den Erwartungen, die an uns gestellt werden? Lassen wir es zu, dass unsere Erfahrungen uns emotional erkalten lassen? Oder geben wir unser Bestes, um positiv in die Welt zu wirken? Jon Gordon ist Keynote Speaker für Führungskräfteentwicklung und sitzt in einem Coachingtermin, als er 2018 das erste Mal von der Kaffeebohnen-Geschichte hörte. Der US-amerikanische Football-Trainer Dabo Swinney erzählte ihm von Damon West, der diese Geschichte kurz davor seinem Team erzählt hatte. Gordon war von der Weisheit der Fabel und was sie im Leben Damon Wests bewirkte so beeindruckt, dass er ihn selbst aufsuchte. Gemeinsam schrieben sie die Kaffeebohnen-Geschichte auf und veröffentlichten sie als Buch. Beide sind überzeugt, „dass die Kaffeebohnen-Botschaft eine der wichtigsten und wirkungsvollsten Botschaften ist, die es gibt“. Roter-Reiter-Fazit Willst du Karotte, Ei oder Kaffeebohne sein? Diese eindrückliche Fabel inspiriert dazu, offen durch die Welt zu gehen und sein Bestmögliches zu geben, um so Stück für Stück den Wandel in die Welt zu bringen. Lesen und einfach mal ausprobieren! Jon Gordon, Damon West: Die Kaffeebohne. Wie Sie sich entfalten und kraftvoll Ihr Leben verändern können. Wiley-VCH, Weinheim 2020 104 Seiten, 16,99 Euro ISBN: 978-3-527-51016-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Du kannst Geld! Jeder will es, aber einen guten Ruf hat es trotzdem nicht: Geld. Wie wir ein positives Mindset für Geld aufbauen und wie wir es in ein ethisch-bewusstes Leben sinnvoll einbauen (und nutzen), zeigt Philipp J. Müller in seinem Buch „Geldrichtig“. Geld stinkt. Geld macht nicht glücklich. Und Geld versaut sowieso den Charakter. Haben wollen wir es trotzdem, denn Geld öffnet Türen, macht sexy und glücklich. So weit, so schlecht. Es ist Zeit, um neu über Geld zu denken und zu sprechen. In den vergangenen Jahren hat sich in unserem westlichen Wirtschaftssystem so einiges getan, die Glaubenssätze und die Strukturen unseres Geldsystems funktionieren nicht mehr: Die Rente hat, so wie wir sie kannten, keine Zukunft mehr, die Märkte funktionieren nicht mehr nach bekannten Prinzipien, Menschen hinterfragen den Konsum und die Herkunft von Produkten und Krisen wie die aktuelle Pandemie zeigen, auf welch wackeligen Beinen so manches Finanzkonstrukt baut. Insbesondere die technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre machen jetzt aber auch vieles möglich: „Wenn es um Geld, Unternehmertum und Freiheit geht, dann gab es nie eine bessere Zeit als jetzt“, ist sich Philipp J. Müller sicher, „da draußen verdienen Menschen Geld mit Dingen, von denen ich nicht mal weiß, wie sie heißen. Ich habe vor einiger Zeit eine Pferdephysiotherapeutin kennengelernt. Sie lebt mit 6000 Euro Nettoeinkommen im Monat. Am Stadtrand, wo es viele wohlhabende Leute mit Pferden gibt. Sie massiert Pferde!“ Genauso gibt es heute viele Macher, die ein reines Online-Business aufbauen, durch ihren YouTube-Kanal Geld verdienen oder ein Start-Up erfolgreich aufbauen. Hier liegen also auch viele Chancen, die jeder nutzen kann, wenn er es nur versteht, eine positive Beziehung zu Geld aufzubauen. Als Geldpersönlichkeit Eigenverantwortung übernehmen Hier setzt Philipp J. Müller an. Er ist der Inhaber und Geschäftsführer der einzigen in Deutschland staatlich anerkannten Finanzakademie und er kann laut eigener Aussage nur „Geld und Familie“. In seinem Ratgeber stellt er die Basics vor, die die Grundlage für ein gesundes Verhältnis zu Geld sind. Dabei geht es aber nicht darum, passives Einkommen zu generieren (Müller: „Gibt es nicht.“) oder an der Börse stinkreich zu werden (Müller: „Kleinkindertraum“). Es geht vielmehr darum, mit seinem Geld sinnvoll und ethisch umzugehen und – wenn zu wenig davon da ist – eine langfristige Strategie zu entwickeln, um mehr Geld einzunehmen. Ob als Azubi, Student*in, Selbstständige*r oder Angestellte*r: Müller gibt die Infos und Tipps an die Hand, die eigentlich jeder im Laufe seines Lebens erlernen sollte. Deshalb fordert der Unternehmer auch, dass Geld einen viel größeren Stellenwert im Schulunterricht erhält: Wie sollen junge Menschen ein Gefühl für Geld bekommen, wenn sie niemand strukturiert darüber unterrichtet? So passiert es, dass Kinder von Menschen mit Schulden oftmals selbst Schulden machen. Und wer es nicht anders kennt, als von der Hand in den Mund zu leben, wird sich schwer tun, größere Visionen für mehr finanzielle Freiheit zu entwickeln. Geben und nehmen Philipp J. Müller predigt nicht den Ausstieg aus dem Kapitalismus. Er möchte erreichen, dass jeder eine Geldpersönlichkeit entwickelt, die das Spiel versteht, um es für eigene und gesellschaftliche Zwecke zu nutzen. „Die Kombination aus Kapitalismus, freier Marktwirtschaft und Demokratie mit der ethisch-moralischer Eigenverantwortung des Einzelnen ist für mich die sinnvollste und für jeden gangbare Variante“, sagt er, „wir müssen nicht in einer Ellenbogengesellschaft leben, sondern wir können einen Nutzen stiften, indem wir Menschen dienen und helfen. “ NewPay, finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und neues Wirtschaften: Philipp J. Müller schließt mit seinem Ratgeber „Geldrichtig" eine weitere Lücke in der aktuellen Diskussion um einen neuen Umgang mit Geld in einem sich stark verändernden Werte- und Wirtschaftssystem. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die mit dem Wertewandel bei sich selbst beginnen möchten. Philipp J. Müller: Geldrichtig. Einkommen erhöhen, moralisch handeln, persönliche Freiheit leben. Von einem Selfmademan-Millionär mit Bodenhaftung. GABAL Verlag GmbH 288 Seiten, 25 Euro ISBN 978-3-86936-997-6 Jetzt auf managementbuch.de bestellen. ### Top Skill der Zukunft der Arbeit: Selbstverantwortung Wir befinden uns mitten in einem Umbruch der Arbeitswelt, der viele Menschen vor große Herausforderungen stellt. Nichts ist selbstverständlich, die Märkte sind ständig in Bewegung und die fortschreitende Digitalisierung fordert von Arbeitnehmer*innen neue Fähigkeiten. In ihrem Ratgeber „Zukunftsfähig im Job. Chancen erkennen und gelassen in die neue Arbeitswelt starten“ schlägt Katrin Busch-Holfelder einen großen Bogen vom persönlichen Mindset bis hin zu neuen Formen der Arbeitsorganisation. Arbeitnehmer haben es in der Hand Ausbildung im Betrieb, dann Anstellung auf Lebenszeit und das – manchmal stupide ­– Befolgen von Arbeitsanweisungen, das wird in der Zukunft der Arbeit nicht mehr die Regel sein. Der technische Fortschritt ermöglicht es in immer mehr Tätigkeitszweigen, dass Computer und eingesetzte KI automatisierte Aufgaben übernehmen. Deshalb ist der Aufschrei mancherorts groß: Die Digitalisierung nimmt uns Arbeitsplätze! Diese Entwicklung lässt sich auch anders deuten: Wir können uns freuen, dass wertvolle Lebens- und Arbeitszeit nicht mehr für Tätigkeiten verschwendet wird, die auch Computer ausführen können. Das lässt mehr Kapazitäten für Aufgaben, die menschliche Empathie, Kreativität und soziale Intelligenz benötigen. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter*innen zunehmend freier arbeiten dürfen (und müssen) und die Teamleitung tatsächlich nur dafür da ist, die Fäden zusammenzuhalten und an der richtigen Stelle Impulse zu setzen. „Der Chef oder jemand anderes regelt das für dich?“, fragt Katrin Busch-Holfelder. „Nein, diese Zeiten sind vorbei. Fast überall. Die Verantwortung liegt bei dir.“ Chancen erkennen und fördern Die Autorin sieht die neue Arbeitswelt als Chance, nicht als Bürde. In ihrem Ratgeber zeigt sie, was alles möglich ist, wenn jeder Einzelne sich darauf einlässt, Arbeit und Beruf neu zu verstehen und seine individuellen Optionen auszuloten. Großen Wert legt sie dabei auf die Selbstverantwortung jedes Einzelnen. „Auch die Suche nach der eigenen Motivation in bewegten Zeiten ist ein Schlüssel für die individuelle Arbeitszufriedenheit und den positiven Blick nach vorne“, so Busch-Holfelder. „Sich aktiv und nachhaltig auf den Weg zur persönlichen Zukunftsfähigkeit zu machen, bedeutet vor allem, Verantwortung für sich zu übernehmen.“ Roter-Reiter-Fazit Persönliches Mindset, lebenslanges Lernen, Selbstreflexion, Deep Work und agiles Arbeiten: Katrin Busch-Holfelder ist es gelungen, einen Ratgeber zu verfassen, der verschiedene Felder der neuen Arbeitswelt praxisnah vorstellt und zeigt, wie jeder seinen Platz darin finden kann. Es macht Freude zu erkennen, wie wir unsere Arbeitsumgebung mitgestalten können, wenn wir Selbstverantwortung übernehmen. Katrin Busch-Holfelder: Zukunftsfähig im Job. Chancen erkennen und gelassen in die neue Arbeitswelt starten. GABAL Verlag GmbH, Offenbach 2020 176 Seiten, 22 Euro ISBN: 978-3-96739-004-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Die Kraft der Effektivität Unternehmer setzen sich Ziele, die sie erreichen möchten – und dafür werden alle notwendigen Ressourcen eingesetzt. Also legen alle los, um die Vision des Vorstands wahr werden zu lassen. Und trotzdem wird nicht mehr Umsatz generiert, und Ziele werden nicht erreicht. Aber warum ist das so? Weil Führungskräfte nicht das Richtige tun, sondern in die falsche Richtung steuern, sagt Holger Steitz in seinem Ratgeber „Mach endlich deinen Job!“. Was ist unser Weg? In seiner Beratungstätigkeit beobachtet er immer wieder, wie Unternehmen und Mitarbeitende sich selbst im Weg stehen und durch mangelnde realistische Zielsetzungen nicht vorankommen. Da gibt es die einen, die jedem Führungstrend hinterherlaufen und dabei völlig die eigene Linie verlieren. Die anderen können Arbeitnehmer*innen nicht vermitteln, was eigentlich ihre Kernaufgabe ist – das Resultat sind Teams, die zwar etwas tun, aber dabei keinen Fokus haben. „Beliebt ist auch das Spiel, dass die Vertriebsorganisation neue Produkte oder Leistungen  erwartet und die Geschäfts- und Vertriebsleitung vorher aber möglichst präzise Zahlen über den damit verbundenen zusätzlichen Umsatz einfordert“, erzählt Steitz aus seiner Praxis. Solche Machtspiele und Fehler in der Kommunikation führen dazu, dass Unternehmen ihren Erfolg nicht steigern, weil sie zu sehr mit internen Herausforderungen beschäftigt sind. Loslaufen – aber in die richtige Richtung Ein besonderes Anliegen ist dem Autor die Unterscheidung von Effizienz und Effektivität. „Teilweise arbeiten viele auch unbewusst, aber in bester Absicht, das Richtige zu tun, an den falschen Dingen. Weil man die Alternativen gar nicht erkennt“, erklärt er, „denn zum Erkennen gehört, dass man einen Schritt zurücktritt, nüchtern und sachlich analysiert und dann Veränderungen in den Prozessen und der Arbeitsweise vornimmt.“ In seinem Ratgeber zeigt er, wie mit einer ausgeprägten Methodenkompetenz, prinzipiengetriebenem Führen und effektiven Routinen in Unternehmen mehr Umsatz generiert wird und auch Individuen mehr Erfolg im Leben haben. Unterlegt werden seine Erfolgstipps durch anschauliche Anekdoten aus seinen Jobs, die zeigen, was wirklich wirkt. Roter-Reiter-Fazit Holger Steitz nimmt die Leser*innen mit in seinem Joballtag und erzählt von typischen Situationen in Unternehmen, die verhindern, dass diese erfolgreicher werden. Auf dieser Grundlage gibt der Vertriebsprofi Tipps, wie Führungskräfte effizienter an ihre Aufgaben gehen und Teams gemeinsam und auf einer Linie ihre Ziele erreichen. Holger Steitz: Mach endlich deinen Job! So tun Sie die richtigen Dinge und erreichen mehr Umsatz und Erfolg Wiley-VCH, Weinheim 2020 238 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-51026-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Die Krise kann uns mal! Mit Sicherheit ist die aktuelle Pandemie eine der größten wirtschaftlichen Krisen, die Selbstständige, mittelständische Unternehmen und Konzerne weltweit zu meistern haben. Was sie so besonders macht, ist, dass sie unvorhersehbar war und Ursachen hat, die kaum steuerbar sind. Ein Unternehmen kann jedoch jede Krise überstehen, sei sie nun „hausgemacht“ oder „höhere Gewalt“. Dazu zeichnen Susanne Nickel und Marcus Disselkamp in ihrem Ratgeber „Die Krise kann mich mal!“ den Krisen-Kreislauf vom Erkennen der Situation über die aktive Bewältigung bis hin zum Resümieren nach. Die Phasen einer Krise verstehen und mit ihnen arbeiten Die Corona-Krise ist umfassend und auf einen klaren Ursprung, das Virus, zurückzuführen. Meist ist das aber nicht der Fall. „Schleichende Krisen entstehen beispielsweise durch Änderungen bei den Kundenbedürfnissen, das Aufkommen neuer Wettbewerber oder die Pensionierung eines wichtigen Mitarbeiters“, erklären die Autoren. „Hauruckkrisen entwickeln sich im Gegensatz zu schleichenden Krisen ganz schnell.“ Jede Krise besteht laut den Autor*innen aus den vier Phasen Verneinung, Einsicht, Aufbruch und Erfolg. Jede dieser Phasen folgt ihrer eigenen Logik, die Nickel und Disselkamp nachzeichnen. Wie Phönix aus der Asche Dabei geht es primär um die Haltung, die man einer solchen Krise entgegenbringt. In Zukunft werden wirtschaftliche Krisen, die einzelne Branchen oder die Gesamtwirtschaft betreffen, zunehmen. Es ist die Auswirkung einer sich immer schneller verändernden Wirtschaft, in der Unternehmen sich ständig neu erfinden müssen. Agiles Führen wird also zukünftig der Schlüssel sein, um Herausforderungen schnell und proaktiv zu meistern. Die beiden Autor*innen zeigen, wie Führungskräfte psychologisches Krisenmanagement betreiben, Verantwortung übernehmen und das Unternehmen stabilisieren. „Wer es schafft, dass sein Unternehmen nicht nur in Bezug auf Zahlen, Daten und Fakten, sondern auch innerlich in Unternehmens-, Team- und Selbstführung wächst, wird diesen Kreislauf kompetent meistern“, so Nickel und Disselkamp.   Roter-Reiter-Fazit Der Krisen-Ratgeber nimmt die Corona-Krise als Anlass, um zu zeigen, wie Unternehmen Krisen unterschiedlichen Ursprungs nicht nur überleben, sondern nutzen, um Schritt für Schritt agiler zu werden – um auch der nächsten Krise zu trotzen. Er bietet darüber hinaus wertvolle Anregungen und handfeste Tipps, wie sich Unternehmen in VUCA-Realitäten gegenüber wiederkehrenden kleinen und großen Krisen erfolgreich behaupten können. Susanne Nickel, Marcus Disselkamp: Die Krise kann uns mal! Wie Unternehmen wirtschaftlich und menschlich wachsen. Gabal Verlag GmbH, Offenbach 2020 234 Seiten, 19 Euro ISBN: 3967390268 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Emotionsmanagement: Nicht gleich rotsehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht nur Arbeitskräfte – sie sind auch Menschen. Und deshalb verwundert es nicht, dass jede Kollegin und jeder Kollege unterschiedlich auf Stress reagiert und andere Bedürfnisse und Kommunikationsarten hat. Ein Mitarbeiter schluckt allen Ärger, bis er seiner Wut lautstark Luft macht. Der andere braucht regelmäßig Bestätigung, ansonsten zieht er sich beleidigt zurück. Und die Mitarbeiterin, die immer ein fröhliches Lied auf den Lippen hat und überall mitmischt, verschreckt introvertierte Kolleginnen und Kollegen. Das muss so nicht sein. In seinem Handbuch „Emotionen in Teamkonflikten“ zeigt Franz Will, wie Teams, die aus verschiedenen Typen bestehen, zusammenwachsen und Aufgaben bewältigen. Wie Emotionen Teamarbeit beeinflussen Der Arbeitsplatz ist eben ein Ort, an dem ganz verschiedene Charaktere zusammenkommen. Zu einer gelungenen Führung gehört es, ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Bedürfnisse diese Menschen haben und wie sich jeder Einzelne am besten in ein Team einbringen kann. Der Trainer und Supervisor Will benennt zwei Aufgaben eines Teams: „Einerseits soll jedem Teammitglied ausreichend Raum für Emotionen und Kreativität zugestanden werden, andererseits soll sich jeder Kollege dem Gesamtinteresse des Teams zuordnen.“ Mit einem ausgeglichenen Emotionsmanagement können diese Aufgaben erfüllt und das Ziel  – erfolgreiche Teamarbeit zum Wohle des Unternehmens – erreicht werden. Wie Teamflüchter und Teamsucher ticken In seinem Handbuch für Emotionsmanagement stellt Will die Emotionsmuster vor, die in Teams oft für Schwierigkeiten sorgen. Der Trainer zeigt aber auch, welche Techniken Führungskräfte nutzen können, um Emotionen in Gesprächen und anderen Situationen herunterzukochen. Er gibt die notwendigen Methoden an die Hand, um Mitarbeiter der Sorte Teamflüchter und Teamsucher effektiv zusammenzuführen: Während Teamflüchter eher für sich allein arbeiten und auf zu persönliche Kontakte im Team gerne verzichten, brauchen Teamsucher den zwischenmenschlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie deren Bestätigung. Je ausgeprägter solche entgegengesetzten Tendenzen sind, desto herausfordernder ist das Emotionsmanagement für die Führungskraft. Roter-Reiter-Fazit Lernen, wie Mitarbeiter ticken und wie wichtig Emotionen in guter Teamarbeit sind: Franz Will gibt Führungskräften und engagierten Mitarbeitenden die theoretische Grundlage und notwendige Techniken an die Hand, um in Teams ein effektives Emotionsmanagement zu etablieren. Franz Will: Mini-Handbuch Emotionen in Teamkonflikten Beltz Verlag, Weinheim 2020 211 Seiten, 24,95 Euro ISBN:978-3-407-36718-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Karten-Set: Impulse für richtige und wichtige Entscheidungen Bilder sind mächtig, beim Anblick von bestimmten Motiven werden Emotionen, Erinnerungen, Wünsche und Gedanken in uns freigesetzt. Diese Kraft macht Elmar Willnauer mit seinen Impulskarten nutzbar. Auf den insgesamt 60 Impulskarten finden sich auf der Vorderseite Bilder, auf der Rückseite stehen Fragen, die zur Vertiefung genutzt werden können. Coaches, Trainer oder auch Betroffene selbst können die Karten nutzen, um sich zum einen ihrer persönlichen Ziele bewusster zu werden, zum anderen, um zielgerichtete Entscheidungen zu treffen. „Die Personen wählen zu einem Anlass eine Karte aus, welche sie zum Assoziieren bringt oder einen hilfreichen neuen Impuls für die Beantwortung der Frage oder die Weiterarbeit an einem Thema liefert“, so Willnauer. Die Impulskarten können als Ergänzung zum Ratgeber „Die richtigen Entscheidungen treffen! 60 Methoden und Techniken für den Berufsalltag“ angewendet, aber auch für sich allein genutzt werden. Zu dem Set an Impulskarten gehört ein Begleitheft, das Möglichkeiten der Anwendung und pragmatisch-anwendbare Methoden für die Entscheidungsfindung präsentiert. So stellt Willnauer einfach anwendbare Methoden wie etwa die 10-10-10-Methode oder die 4-Felder-Tafel-Methode vor (Basic-Modus) sowie tiefergehende Methoden (Advanced-Modus) wie die Denkhüte-Methode oder die FORDEC-Methode vor. Je eine Basic- und eine Advanced-Methode bilden immer ein Toolkit, das jeweils auf ein spezielles Anwendungsgebiet abzielt. Roter-Reiter-Fazit Elmar Willnauer liefert mit den Impulskarten einen praktischen Entscheidungshelfer in beruflichen Situationen. Auch Coaches und Trainer können die Karten nutzen, um mit Klienten ins Gespräch zu kommen und lösungsorientiert zu arbeiten. Elmar Willnauer: 60 Impulskarten Ziele setzen – Entscheidungen treffen 60 Impulskarten und 48-seitiges Booklet Beltz Verlag, Weinheim 2020 39,95 Euro Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Kundenbindung: Werden Sie Loyality Leader! Empathie, Verantwortung und Großzügigkeit – das sind laut Sandy Rogers, Leena Rinne und Shawn D. Moon die drei Erfolgsfaktoren für nachhaltige Kundenbindung und echte Begeisterung. In ihrem Ratgeber „Loyalität gewinnen“ zeigen sie, wie Unternehmen diese drei Grundwerte in ihre Organisationskultur – und nicht nur in das Kundencenter – integrieren. Kunden bemerken den kleinen Unterschied Das Produkt kann ganz toll sein, der Shop aufwendig und professionell gestaltet und auch die Kommunikationsstrategie kann durchdacht sein: Kunden bemerken unterschwellig, wenn der Kundenservice nur vorhanden ist, weil er vorhanden sein muss, und die Maßnahmen zur Kundenbindung nur dem höheren Umsatz dienen sollen. Echte Kundenbindung entsteht dann, wenn die Bedürfnisse des Kunden im Vordergrund stehen. Dazu kann es auch einmal gehören, von dem Kauf eines Produktes abzuraten, auch wenn der Abschluss zum Greifen nahe ist. Der Kunde fühlt sich ernst genommen und gut beraten und wird sicher wiederkommen. „Kunden entwickeln nur dann eine tiefe emotionale Bindung zu einem Unternehmen, wenn es gelingt, eine Starke ,Nähe‘ über menschliche Schnittstellen aufzubauen", so die Autor*innen, „sei es von Angesicht zu Angesicht , am Telefon oder digital. Ehrliches Interesse am Kunden auf allen Ebenen Alle drei Autor*innen sind für das Beratungs- und Trainingsunternehmen FranklinCovey tätig und teilen in ihrem Ratgeber ihre Erfahrungen. Und die zeigen: Wer seine Kunden ehrlich begeistert, der bindet sie langfristig. Wenn die Leistungen einmal schwanken, neue Konkurrenz aufkommt oder der Markt in einer Krise ist: Loyale Kunden bleiben, wenn sie eine emotionale Verbindung zu einer Marke und den Menschen dahinter haben. Das klappt mit den Werten Empathie, Verantwortung und Großzügigkeit, die sich durch das ganze Unternehmen ziehen. Jeder einzelne Mitarbeiter wird zum Loyality Leader und trägt etwas dazu bei, dass Kunden sich wohlfühlen. Dabei nehmen Führungskräfte eine Vorbildfunktion ein. „Machen Sie sich bewusst, wer Sie als Mensch und Führungskraft sind und wofür Sie stehen“, raten die Autor*innen, „Welche Werte und Überzeugungen prägen Ihren Führungsstil, Ihr Verhalten und Ihre innere Einstellung?“ Roter-Reiter-Fazit „Loyalität gewinnen“ zeigt in vielen Praxisbeispielen und durch die weitreichenden Erfahrungen der drei Autor*innen, wie Unternehmen sich von der Konkurrenz abheben und auf dem großen globalen Marktplatz Kunden langfristig an sich und die Marke binden können. Sandy Rogers, Leena Rinne, Shawn D. Moon: Loyalität gewinnen. Mit Empathie, Verantwortung und Großzügigkeit zu wertvollen Beziehungen im Team und mit den Kunden. GABAL Verlag, Offenbach 2020 248 Seiten, 29,90 Euro ISBN 978-3-86936-967-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Zellstrukturdesign: Organisieren Sie sich wie ein Pfirsich! Mitarbeitende, die Kunden oder Kooperationspartnern keine Auskunft geben können, weil sie nicht ausreichende Informationen besitzen oder die Antwort erst mit der Unternehmensspitze absprechen müssen. Teams, deren Innovationen im Sande verlaufen, weil es keinen Ort des Austauschs mit anderen Teilen des Unternehmens gibt. Mitarbeitende, die ihr Potenzial und ihr Können nicht nutzen dürfen, weil die Aufgabenbereiche nicht im Arbeitsvertrag festgehalten wurden. Diese veralteten hierarchischen Strukturen und Denkweisen sollten in zukunftsorientierten Unternehmen der Vergangenheit angehören. Niels Pfläging und Silke Hermann stellen in dem Handbuch „Zellstrukturdesign“ ihre Idee von einer zukunftsfähigen Organisationsentwicklung vor. Selbstverantwortung für jeden Einzelnen Hier haben Situationen wie oben beschrieben keinen Platz mehr, formelle Strukturen und das Hörigsein gegenüber „denen da oben“ gibt es nicht. „Der Überhöhung formeller Struktur in einer Organisation wohnt stets ein autokratisch-patriarchalischer, ja ein planwirtschaftlich-marktabgewandter Geist inne“, so Pfläging. Hierarchischen Strukturen setzen Pfläging und Hermann eine Organisationsstruktur entgegen, die die Autor*innen als Pfirsich darstellen: Im Inneren befindet sich das Zentrum, der Kern, das sind die sogenannten Zellen ohne Markkontakt. Außen, in der Peripherie, befinden sich die Zellen mit Marktkontakt, die durch „die Interaktion mit dem Markt, insbesondere mit direkten Empfängern der Wertschöpfung“, in der Lage sind, am Markt zu lernen, erklären die Autor*innen. Das Zentrum kann hingegen nicht vom Markt lernen, es lernt nur durch die Peripherie. Alle Zellen sind miteinander verbunden, lernen voneinander und sprechen miteinander. Wie in biologischen Zellsystemen sind sie voneinander abhängig, agieren und wachsen aber unabhängig voneinander. Bleibt man auf dieser metaphorischen Ebene, lässt sich sagen, dass das Zellstrukturdesign die perfekte Grundlage für eine wirklich lebende Organisation sein kann. „Es ist die einladende Auseinandersetzung zwischen vielen, ja eigentlich allen Organisationsmitgliedern, die passgenaue Wertschöpfungsstruktur und wirksames Zellstrukturdesign hervorbringt.“ Die Zukunft der Organisationsentwicklung Mit diesem schmalen Handbuch fasst Niels Pfläging in Zusammenarbeit mit Silke Hermann kompakt und grafisch gut aufbereitet zusammen, was die Essenz seiner Theorie des Zellstrukturdesigns ist. Sie kommt dabei nicht ohne den von ihm entwickelten Beta-Kodex, der den Alpha-Kodex, die bisher führende Idee des Managements, ablöst, aus. Nicht umsonst heißt es, dass Pfläging der „Vater vom Ende des Managements“ sei, so Winfried Felser. Er verwebt den Beta-Kodex mit dem Zellstrukturdesign zu einer in sich kohärenten Theorie, die etwas ganz Neues mit Aussicht auf Erfolg hat. Roter-Reiter-Fazit „Zellstrukturdesign“ ist ein radikaler Bruch mit führenden Management-Theorien, dabei aber sehr strukturiert. Wer den Weg zu einem Unternehmen gehen möchte, das sich von hierarchischen Strukturen und alten Denkweisen komplett löst, findet in diesem Handbuch alle Antworten und hilfreiche Leitlinien. Nils Pfläging, Silke Hermann: Zellstrukturdesign. Eine neue Sozialtechnologie, die unternehmerischer Wertschöpfung Flügel verleiht VAHLEN Verlag, München 2020 135 Seiten, 14,90 Euro ISBN 978-3-8006-6241-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Evolution statt Revolution Es gibt eine Vielzahl an Managementtools und Konzepten, die Unternehmen in das digitale Zeitalter befördern sollen. Dabei scheint es oft so, als brauche es enorme Veränderungen innerhalb der Organisationsstruktur, die dann alles auf den Kopf stellen, um den Herausforderungen der VUCA-Welt entgegentreten zu können. Management- und Organisationsberaterin Anke Nienkerke-Springer hebt die Diskussion auf eine neue Ebene: In ihrem Buch „Evolution statt Revolution“ stellt sie das Prinzip der evolutionären Unternehmensentwicklung vor, das keinen schnellen Wandel, keinen blinden Aktionismus und keine Methodengläubigkeit vorsieht. Vielmehr geht es darum, den Marken- und Wertekern des Unternehmens zu erkennen und in seiner Form für die Zukunft zu bewahren – ohne den Anschluss zu verlieren. Back to the Roots Eine Giraffe war immer eine Giraffe und wird es auch immer sein. Genauso sollten Unternehmen ihren Kern an Markenbotschaft, Kultur und Struktur bewahren. In allzu schnell angelegten Transformationsprozessen gehen diese inneren Werte zu oft verloren. „Es geht dabei um Anpassungsprozesse, die nicht disruptiv das Bestehende und das Bewährte über Bord werfen, sondern (auch) auf dem Vorhandenen aufbauen“, erklärt Nienkerke-Springer. Ihr Ratgeber ist in drei Teile gegliedert, in den 1) Ist-Zustand, in den 2) zukünftigen Zustand und 3) in die To-dos, um diesen gewünschten Zustand zu halten. Stück für Stück führt die Beraterin durch die Idee der evolutionären Unternehmensentwicklung. Führungskräfte bekommen durch die Ausführungen dabei Unterstützung, sich auf ihre Werte zu besinnen und aus dieser starken Position hinaus Neues zuzulassen. Neues aus einer sicheren Position heraus wagen Denn: Wer sich sicher fühlt, der kann auch mal experimentieren, ohne Angst vor dem völligen Kontrollverlust haben zu müssen. Und dabei müssen Unternehmen nicht sofort den völligen Wandel planen, sondern können in kleinen, bedachten Schritten vorgehen. „Die Kunst des Baby-Steps besteht darin, einfach den nächsten Schritt zu tun, und sei er auch noch so überschaubar, unscheinbar und klein“, erklärt sie. Und schon scheint der Weg hin zum Unternehmen, das den Anforderungen der modernen Wirtschaft gewachsen ist, schon halb zurückgelegt.  Roter-Reiter-Fazit Ein inspirierender Ratgeber, der den Druck und die Schnelligkeit  aus der Agilitäts-Debatte nimmt. Anke Nienkerke-Springer zeigt: Jedes Unternehmen kann sich in seinem eigenen Tempo und einer individuellen Herangehensweise den Herausforderungen der Gegenwart stellen. Anke Nienkerke-Springer: Evolution statt Revolution. Unternehmerische Zukunft verantwortungsvoll gestalten. GABAL Verlag GmbH, Offenbach 2020 232 Seiten, 29, 90 Euro ISBN: 3869369639 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Buzzword Agilität: Das steckt dahinter Gesellschaft wie auch Wirtschaft sind im Wandel, alte Mechanismen funktionieren nicht mehr, der Markt hat neue Spielregeln aufgestellt. Um den Anforderungen der VUCA-Arbeitswelt zu entsprechen, werden neue Methoden und Systeme entwickelt, eines der bekanntesten ist das Agile Management. Agilität leben Unternehmen schreiben sich Agilität als Arbeits- und Organisationskultur auf die Fahne, aber es ist wie immer: Aller Anfang ist schwer. Katharina Maehrlein weiß, wie schwierig es ist, Agilität in Unternehmensstrukturen zu etablieren. Agilität ist eine Art zu denken und zu handeln, sie ist nicht greifbar und es gibt keine Schritt-für-Schritt-Anleitung auf dem Weg zum agilen Unternehmen. Also wie damit starten? „Der Versuch, sich eine eigene Meinung zu bilden, endet häufig in diffusen Vorstellungen und Verwirrung, da die Informationen in der Literatur, im Internet oder bei Veranstaltungen mit Best-Practice-Beiträgen agiler Unternehmen sehr breit gefächert und teils widersprüchlich sind“, weiß die Business-Coachin. Das Mindset wechseln In ihrem Buch „Wie Agilität gelingt“ macht sie deutlich, wie Agilität als Mindset funktioniert. Sie zeigt die typischen Stolpersteine in einem agilen Transformationsprozess und wie die agile Haltung auf den einzelnen Menschen und auf die Organisation wirkt. Dabei macht sie keinen Hehl daraus, dass agiles Management für viele Menschen altvertraute Arbeits- und Denkweisen über den Haufen wirft. „Viele geraten durch agile Arbeitsformen stark unter Druck. Kein Wunder, denn es geht aktuell nicht nur um einen weiteren Changeprozess, sondern um einen echten Umbruch: Das Gewohnte funktioniert nicht mehr richtig, das neue noch nicht“, erklärt sie. An Beispielen verdeutlich Katharina Maehrlein, dass Agilität niemals von außen kommen kann, es ist vielmehr eine Art zu denken, um den Herausforderungen des Marktes begegnen zu können. Deshalb steht jeder Mitarbeiter und jede Führungskraft selbst in der Pflicht, sich ein agiles Mindset anzueignen – um dann gemeinsam im Team die Vorzüge des modernen Arbeitens zu genießen. Roter-Reiter-Fazit Der Ratgeber bietet im Gegensatz zu anderen Fachbüchern zu diesem Thema echte Tipps und Anregungen zur Umsetzung für die einzelne Person, bei der der Change beginnt. Dazu gibt es eine Toolbox mit Übungen, Tests, Videos und weiteren Arbeitsmaterialien zum Download. Katharina Maehrlein: Wie Agilität gelingt. Ein agiles Mindset entwickeln - typische Hürden meistern. GABAL Verlag GmbH, Offenbach 2020 252 Seiten, 29,90 Euro ISBN: 3869369647 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Selbst und ständig? Coachen Sie sich frei Selbstständige können ausschlafen und nur so lange arbeiten, wie sie möchten. Schon einmal gehört? Dann kennen Sie aber auch das Vorurteil: Als Selbstständiger ist man selbst und ständig. Die Wahrheit und das Erfolgsrezept liegen genau in der Mitte. Soll es das gewesen sein? Das Besondere an einer Selbstständigkeit ist sicher die Freiheit, mit der sich der Arbeitstag und die Inhalte der Tätigkeit wählen lassen. Das Glück liegt damit in der eigenen Hand – aber auch die Verantwortung. Um im Job erfolgreich zu sein, arbeiten Selbstständige in aller Regel mehr, als andere – in Angestelltenverhältnissen – denken. Wird die harte Arbeit belohnt, ist das Leben perfekt – oder? Woran messen wir Erfolg und wann sind wir wirklich glücklich? „Auch wenn Ihr Unternehmen gut läuft, die Auftragsbücher gut gefüllt sind und Sie von anderen Menschen deshalb als erfolgreich wahrgenommen werden, heißt das noch lange nicht, dass Sie sich selbst auch genauso fühlen“, sagen Karin und Jürgen Heinrich. Die beiden Trainer schlüsseln in ihrem Buch „Coaching für Selbstständige“ auf, was es für einen nachhaltigen Erfolg und ein erfülltes Leben braucht. Und das ist mehr als volle Auftragsbücher. Die Mischung macht's Es ist sicher ein großer finanzieller Erfolg, wenn Selbstständige voll ausgelastet sind. Aber was, wenn die Familie und Gesundheit dabei zu kurz kommen? Wer immer am Limit agiert, der läuft Gefahr, ernsthaft zu erkranken oder zu wenig Zeit für seine Liebsten zu haben. Andersherum ist es sicher auch unbefriedigend, in einem Tätigkeitsfeld erfolgreich zu sein, das eigentlich gar nicht dem Traumjob entspricht. Wer sich als Künstler betrachtet, aber Werbeanzeigen gestaltet, wird über kurz oder lang seine Motivation verlieren, was sicher auch Auswirkungen auf Beziehungen und das Selbstbild hat. In ihrem Coachingbuch beleuchten Karin und Jürgen Heinrich die wichtigsten Eckpfeiler einer erfolgreichen Selbstständigkeit, die in ein glückliches und facettenreiches Leben eingebettet ist. Zu den Geheimnissen zählen laut den beiden Trainern die Freiheit, über Dinge und Zeit selbst entscheiden zu können, der wirtschaftliche Erfolg, das Erreichen von selbst gesteckten Zielen, das Schaffen von Freiräumen und die eigene Wahrnehmung auf die Frage: Was zählt für mich ganz persönlich als Erfolg?  Klingt einfach? Ist es mit diesem Ratgeber zum Schluss auch. Roter-Reiter-Fazit Karin und Jürgen Heinrich verstehen es, sich in die ganz eigene Wahrnehmung und Arbeitswelt von Selbstständigen hineinzufühlen und praktische Tipps und Anregungen für eine nachhaltige und glückliche Zukunft als selbstständige Person zu geben.   Jürgen Heinrich, Karin Heinrich: Coaching für Selbstständige. Wie Sie erfolgreich aus dem Hamsterrad aussteigen können. Gabal Verlag GmbH, Offenbach 2020 184 Seiten, 19,90 Euro ISBN: 978-3-95623-934-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Nichts für jedermann: Erfolgreiches Coaching Coaching ist ein Buzzword, hinter dem alles und nichts stehen kann. Es gibt unzählige Ausbildungen und Fortbildungen für diese nicht geschützte Berufsbezeichnung – und mindestens genauso viele Spezialisierungen. Das macht es nicht einfacher, seine Zielgruppe zu erreichen – oder? Werden Sie speziell Praktisch jeder Mensch kann sich coachen lassen – ist deshalb auch jeder Mensch der passende Kunde für jeden Coach? Nein, meint Sonja Kreye: Anstatt sein Coaching wie einen Gemischtwarenladen an die Frau und an den Mann zu bringen, sollten Coaches sich ihrer speziellen Ausrichtung bewusst werden und sich auch trauen, den Fokus auf eine Nische zu legen. Das ist nur einer ihrer wesentlichen Aussagen, die sich in ihrem Mini-Handbuch „Profitables Coaching-Business“ findet. Sonja Kreye beriet unter anderem viele Jahre lang Profi-Rennsportler in der Formel 1 in Sachen PR und Vermarktung, bevor sie sich als Business-Mentorin eine zweite Karriere aufbaute. Sie hilft Coaches dabei, ihr Potenzial zu entfalten und sich ein profitables Business aufzubauen. In ihrem Handbuch stellt sie die wichtigsten Regeln vor, nach denen erfolgreiches Coaching funktioniert. Alte Berufswahrheiten über Bord werfen: Coaching goes digital Dazu gehört es auch, alte Regeln, die vielleicht in der Coaching-Ausbildung kommuniziert wurden, loszulassen. Coaches sollten Einzelstunden zu einem transparenten Stundensatz anbieten, um Kunden nicht zu verschrecken? Mit Coaching können alle Probleme und Fragestellungen bearbeitet werden? Sonja Kreye macht klar, wie Coaches ihr Mindset überarbeiten müssen, um langfristig Erfolg zu haben. „Ersparen Sie sich die Erfahrung, wie es ist, Ihren Zielkunden hinterherzurennen, um sie zur nächsten Coaching-Stunde zu bewegen“, sagt sie, „schnüren Sie stattdessen sinnvolle Pakete für Ihre Zielkunden.“ Neben dem Aufbau des eigenen Expertise-Brandings nimmt sie sich viel Raum für Tipps zu Themen wie dem erfolgreichen Erstgespräch und dem Aufbau von einem Business im Bereich Online-Coaching – eine Nische mit künftig viel Erfolgspotenzial. Roter-Reiter-Fazit Sonja Kreye ist in ihren Worten klar und deutlich: Wer als Coach erfolgreich sein möchte, braucht eine zielgerichtete Vermarktung und ein klar umrissenes Bild der Zielgruppe. In ihrem Handbuch finden Coaches eine hilfreiche Anleitung, um sich eine gute Basis für ein profitables Business-Coaching zu schaffen.   Sonja Kreye: Mini-Handbuch Profitables Coaching-Business. Positionierung - Kundengewinnung - Verkaufsstrategien. Beltz GmbH, Weinheim 2020 223 Seiten, 22,99 Euro als eBook erhältlich: EAN: 9783407258540 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Oberwasser gewinnen: Raus aus dem Schema F Gehören Sie zu den Menschen, die nicht aus ihrer Haut rauskönnen? Stellen Sie sich durch Ihr Verhalten beruflich immer wieder selbst ein Bein? Dann durchbrechen Sie die Muster mit der Schematherapie. In Mustern verhaftet In Ihrem Buch „Raus aus Schema F“ zeigt Gitta Jacob in unterhaltsamer Art, wie wir unsere Denk- und Handlungsmuster erkennen und – wenn nötig – durchbrechen. Neben sehr vielen guten Eigenschaften, die wir haben, gibt es sicher bei jedem Menschen auch Eigenschaften, die nicht immer vorteilhaft sind. Können Sie nicht an sich halten, wenn Ihr Kollege einen Fehler macht? Sie müssen ihn zurechtweisen, auch wenn es nicht zu Ihrem Aufgabenfeld gehört, denn Sie können einfach nicht anders? Vielleicht verlieren Sie auch immer wieder Ihre Anstellung, weil Sie es nicht schaffen, sich anderen unterzuordnen. Oder Sie geraten immer wieder in Situationen, in denen Sie sich den Mund verbieten lassen. Ob bewusst oder nicht – Sie verfallen immer wieder in Muster, die Ihnen und Ihrer Karriere nicht guttun. Aus Fehlern lernen „Scheitern ist nicht schlimm. Scheitern gehört zur Entwicklung des Menschen wie Sonne und Wasser zum Wachsen von Geranie und Gummibaum“, sagt Jacob. „Schlimm ist, dass solches Scheitern immer wieder in ähnlicher Weise geschieht, dass wir immer wieder die gleichen Fehler machen, dass wir scheinbar gar nichts dazulernen.“ Hier setzt die Schematherapie an, die vom US-amerikanischen Psychologen und Psychotherapeuten Jeffrey Young aus verschiedenen therapeutischen Ansätzen entwickelt wurde. „Die Schematherapie geht davon aus, dass unser Denken, Fühlen und Handeln von Mustern durchzogen ist, dass sich unsere Schwächen, aber auch unsere Stärken in Mustern manifestieren. Daher kommt es, dass wir immer wieder in dieselben Sackgassen laufen“, erklärt Jacob. Den Kompass neu stellen Gitta Jacob stellt in dem Ratgeber vier fiktive Personen vor, die den Leser bis zum Ende des Buches begleiten. Sie alle haben Schwierigkeiten in Beruf und Alltag, weil sie in bestimmten Situationen immer wieder gleich – und verheerend – reagieren. Die Psychologische Psychotherapeutin zeigt, wie wir aus diesem Schema ausbrechen können. Die Ursachen für unsere erlernten Verhaltensmuster liegen zumeist in der Kindheit: Wer als Kind zu wenig oder negative Aufmerksamkeit erhielt, der möchte diese Erfahrung womöglich durch ein erhöhtes Imponiergehabe im späteren Berufsleben kompensieren. Wer als Kind verwöhnt wurde und nie Leistung zeigen musste, der sieht es vielleicht im Job nicht ein, übermäßig motiviert ans Werk zu gehen. Mit Übungen und vielen Einblicken in die praktische Herangehensweise der Schematherapie zeigt Gitta Jacob Wege auf, wie wir schädigende Schemata erkennen und Lösungen erarbeiten – um in Zukunft überlegter und frei von vorgegebenen Mustern zu reagieren. Roter-Reiter-Fazit Gitta Jacob schafft es, die Ansätze der Schematherapie an vier sehr lebendigen fiktiven Personen zu verdeutlichen. Leser beginnen, ihre eigenen Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, um zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen. Mehr kann ein Ratgeber nicht bieten.   Gitta Jacob: Raus aus Schema F. Psychische Muster erkennen und die eigene Persönlichkeit entfalten Beltz Verlag, Weinheim/Basel 2020 277 Seiten, 17,95 Euro ISBN: 3407866143 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Sich als Freiberufler vermarkten: Achtung, Experte! Wer sich eine Existenz als Freiberufler aufbaut, tut dies oftmals aus Überzeugung und aus dem Wissen heraus, dass es diese eine Sache gibt, der er oder sie besonders gut – und besser als andere – kann. Oftmals gehört aber gerade die Selbstvermarktung nicht dazu. Ein bisschen protzen gehört dazu Für einen Designer ist ziemlich klar, was er kann, und er weiß in der Regel, was er tut. Dasselbe gilt für Werbetexter oder andere Personen, die als Profis in bestimmten Nischen tätig sind. Was aber für viele dieser Macher eine echte Überraschung ist: Es ist etwas Außergewöhnliches, ein Magazin layouten oder als Architekt ein Gebäude entwerfen zu können. Die Mehrheit der Menschen beherrscht dieses Handwerk nicht einmal halb so gut. Und genau hier beginnt der Schritt von einem professionellen Freiberufler hin zu einem gefragten Experten. „Viele Freiberufler sind trotz all ihres Fachwissens viel zu bescheiden, um sich selbst als Experten zu bezeichnen“, sagt Daniel Fitzke, „Sie finden es selbstverständlich, gute Arbeit zu liefern und guten Rat zu geben.“ Wer es versteht, seine Einmaligkeit und sein Know-how zu vermarkten, der kann in Sachen Erfolg noch eine ordentliche Schippe drauflegen. In seinem Ratgeber „PR für Freiberufler“ zeigt Fitzke, in welchen PR-Nischen Freiberufler für einen langfristigen Erfolg unbedingt aktiv werden sollten. Verkaufen Sie sich als Marke In seinem Buch stellt Fitzke die wichtigsten Tätigkeitsfelder vor, in denen Freiberufler sich profilieren können. Einen Schritt zuvor müssen sie sich jedoch zunächst einmal klarmachen, was eigentlich ihr Alleinstellungsmerkmal ist und in welchem Bereich sie sich als Experte vermarkten möchten. Der Kommunikationsberater und Betriebswirt stellt dafür wertvolle Tipps und die passenden Fragestellungen vor. Schritt für Schritt führt er durch die Bereiche „klassische Presse- und Medienarbeit“, „Social Media“, das Verfassen von Reden sowie das Anbieten als Experte für Talks und Interviews – bis hin zur Kür, dem eigenen Buch zur Unterstreichung des Expertenstatus. Das Buch bietet PR-Einsteigern viele praktische Tipps, mit denen sie von der Pike auf starten können. Roter-Reiter-Fazit Wer sich als Freiberufler von der breiten Masse abheben und sich ein Markenprofil aufbauen möchte, findet in diesem Buch das passende Starterpaket für Informationen und strategische Vorüberlegungen.   Daniel Fitzke: PR für Freiberufler. Vom erfahrenen Profi zum gefragten Experten. GABAL Verlag GmbH, Offenbach 2020. 196 Seiten, 19,90 Euro ISBN: 3869369736 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Wie schafft man Innovationen? Die vergangenen 30 Jahre in der Wirtschaftswelt sind mit nichts zu vergleichen, was jemals zuvor war: Amazon, Google und Apple – um nur die Global Player zu nennen – haben neue Geschäftsmodelle entwickelt und mit ihren Innovationen das Leben jedes Einzelnen verändert. In seinem kurzweiligen Buch geht Jean-Marie Dru, Vizepräsident des nationalen Verbands der französischen Werbebranche, der Frage nach, was die einzelnen Personen hinter dem Erfolg ausmacht und wie sie es geschafft haben, innovativ zu wirken. Disruptive Persönlichkeiten Arianna Huffington, Steve Jobs, Jeff Bezos, Larry Page, Oprah Winfrey, Sergey Brin, Zhang Ruimin oder Marc Benioff: Sie sind die Götter und Göttinnen der Disruption. Jean-Marie Dru möchte ihnen danken „für die Förderung unseres kollektiven Denkprozesses und die Fähigkeit, die Welt der Unternehmen mit jedem Tag ein wenig besser und interessanter zu machen“. In seinem Buch stellt er in fünf Teilen – Führung, Innovation, soziale Verantwortung, Marke und Kultur – insgesamt 20 Personen vor, die weit über ihr eigentliches Geschäft hinaus wirkten. Wer hätte beispielsweise gedacht, was für eine enorme Bedeutung und Außenwirkung Oprah Winfrey hat? Man kennt die Moderatorin aus dem TV, außerdem hat sie ein eigenes Magazin und ist karitativ tätig. Aber was macht die Marke Oprah Winfrey aus? Dru zeigt für jeden der vorgestellten Disruptoren, was ihre wichtigsten innovativen Ideen sind, wie diese auf die Geschäftswelt und die Gesellschaft wirken und wie auch andere Menschen solche disruptiven Ideen umsetzen können. So war Oprah Winfrey eine der ersten Personen, die Personal Branding betrieb. Heute macht das jeder Influencer, der sich in einer Themennische einen Namen macht und unter seinen Followern Produkte bewirbt. Dru zeigt auf, wie Oprah Winfrey für heutige Personal Brands den Weg ebnete und wie ihr Erfolg möglich wurde. „Sie strahlt Aufrichtigkeit aus. Das ist ihr Kennzeichen, und mir fällt auf Anhieb keine andere prominente Persönlichkeit ein, die eine so starke Vertrauensbasis in der Öffentlichkeit genießt“, so Dru.   Roter-Reiter-Fazit Wer wissen möchte, welche Ideen und Unternehmen den schillernden Begriff der Disruption prägten, der sollte dieses kurzweilige Buch lesen. Zudem bietet es inspirative Momente für alle, die eigene Unternehmungen innovativ gestalten möchten. Jean-Marie Dru: Danke für die Disruption! Die Strategien und Philosophien der weltweit führenden Unternehmer Wiley VCH Verlag GmbH, 2020 253 Seiten, 24,99 Euro ISBN-13: 9783527510054 Jetzt bei managementbuch. de bestellen. ### Erst testen – dann launchen Ob Start-up, mittelständisches Unternehmen oder Selbstständiger: Wer erfolgreich sein möchte, der muss sich stetig weiterentwickeln, Leistungen und Produkte optimieren und neue Wege gehen. David Bland und Alexander Osterwalder zeigen in ihrem Arbeitsbuch „Testing Business Ideas“, wie Ideen auf ihren Erfolg getestet werden, bevor sie die Kundschaft erreichen. 44 Experimente In dem sehr ansprechend gestalteten Arbeitsbuch finden Unternehmen wie auch Freelancer eine Experimentsammlung, die sowohl für Produkte und Dienstleistungen als auch für Software anwendbar ist. Die beiden Autoren möchten so eine möglichst große Breite an Anwendungsgebieten aufmachen – jeder kann sich den Test heraussuchen, der am besten zum eigenen Business und dem Case passt. Neben den Experimenten, die einen Großteil des Buches einnehmen, gibt es in den Abschnitten „Gestalten“, „Testen“ und „Einstellung“ weitere Tipps für das Auswerten der Tests und einen erfolgreichen Launch. Bestes Wissen aus San Francisco und der Schweiz Hinter dem Arbeitsbuch stehen David Bland und der Schweizer Alexander Osterwalder. Bland ist Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Precoil in San Francisco, Osterwalder ist Geschäftsführer von Strategyzer. Alexander Osterwalder veröffentlichte gemeinsam mit Yves Pigneur bereits das Handbuch „Business Model Generation“, in dem er eine praktische Anleitung für das von ihm entwickelte Business Model Canvas anbietet. „Testing Business Ideas“ ist eine ideale Ergänzung dazu und setzt einen Schritt vorher ein. Roter-Reiter-Fazit 40 Experimente kurz und knapp vorgestellt: Ein sehr klares und gestalterisch interessant umgesetztes Arbeitsbuch, das dazu einlädt, sofort ins Machen zu kommen. David Bland, Alexander Osterwalder: Testing Business Ideas. Mit kleinem Einsatz durch schnelle Experimente zu großen Gewinnen. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2020 362 Seiten, 34,95 Euro ISBN: 3593511967 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Werfen wir die K-Software an! Das haben Sie schon immer so gemacht? Sie halten kreative Menschen für Personen, die grundsätzlich anders ticken als Sie selbst? Sie fühlen sich in Ihren Strukturen gefangen? Dann probieren Sie es doch einmal anders! Bernd Weidenmann zeigt in seinem Handbuch „Kreativ Probleme lösen“, wie gut das geht. Kreativität als Lifehack Der emeritierte Universitätsprofessor für Erwachsenenbildung und Trainer räumt mit dem Vorurteil auf, dass Kreativität einer bestimmten Sorte Mensch vorbehalten ist. Vielmehr plädiert er dafür, kreatives Denken in den Alltag zu integrieren. „Machen Sie sich Kreativität zur Gewohnheit. Denken Sie in Ihrem Alltag: ,Was kann ich anders machen als bisher?‘“, fragt er. Er nennt es die K(reativitäts)-Software, die wir anwerfen sollen. Schon wer morgens einmal einen anderen Weg zur Arbeit wählt, kann völlig neue Entdeckungen machen und Erlebnisse haben. Dasselbe gilt für den beruflichen Kontext. Wer in der Projektarbeit immer auf dieselben Methoden zählt und dieselben Lösungswege wählt, verliert an Potenzial. Mit einem neuen Blick auf ein Problem, eine Aufgabe oder das eigene Handeln verändern wir wortwörtlich die Perspektive und entdecken neue Facetten. Und schwupps, wird auch der Projektleiter kreativ. „Kreativität ist nicht verbissene Arbeit, sondern freies Spielen. Kreativität ist geistiges Gleitschirmfliegen. Kreativität fängt da an, wo der Verstand aufhört, das Denken zu behindern“, so Weidenmann. Mit Fischgerippen Lösungen finden In seinem Handbuch stellt Weidenmann 30 kreative Methoden vor, die sowohl im beruflichen als auch privaten Kontext genutzt werden können. Darunter ist das Ishikawa-Diagramm, auch als Fischgrätendiagramm bekannt. Hier wird das Sprichwort „Der Fisch stinkt vom Kopf aus“ Wirklichkeit: Das Rückgrat führt zum Kopf des Fisches, dem Problem. Die einzelnen Gräten benennen mögliche Ursachen für das Problem, Seitengräten treiben die auslösenden Ursachen voran. „Die Methode funktioniert wie ein Röntgengerät. Sie macht die Ursachen für ein Problem sichtbar“, erklärt Weidenmann. „So wie man die Knochen unter dem Fleisch nur erahnen kann, sind die Ursachen für ein Problem für Menschen, die mit ihm leben, verdeckt.“ Auch die weiteren Kreativtechniken eröffnen durch eine neue Herangehensweise die Möglichkeit, neue Zugänge zu bekannten Problemen oder Situationen zu bekommen.   Roter-Reiter-Fazit Ein toller Hands-on-Ratgeber, der dazu einlädt, sofort einige der Techniken auszuprobieren. Bernd Weidenmann: mini-handbuch Kreativ Probleme lösen Beltz Verlag, Weinheim 2020 240 Seiten, 24,95 Euro ISBN: 340736721X Jetzt bei managementbuch.de bestellen.     ### Home-Office: So klappt es mit dem Arbeiten von zu Hause In Deutschland haben etwa zwölf Prozent der Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, etwa jeder neunte Beschäftigte wünscht sich das Arbeiten von zu Hause, bekommt es aber vom Arbeitgeber nicht genehmigt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Wie es von der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite aus mit dem Home-Office klappen kann, zeigt die Expertin für Arbeitsorganisation Rositta Beck in ihrem Ratgeber „Home-Office". Ängste nehmen - Potenzial entdecken Das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten ist die natürliche Folge einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt: Über Smartphones und Laptops ist das Arbeiten für viele Menschen nicht mehr an den Bürostuhl vor Ort gebunden, Aufgaben lassen sich auch leicht von einem selbstgewählten Standort aus erledigen. Etwa 40 Prozent der klassischen Tätigkeiten wie Büroassistenz, Veranstaltungsmanagement, Datenverwaltung oder Social Media Management lassen sich tendenziell im Home-Office durchführen. Aber wie steht es um den Datenschutz bei der Übertragung von sensiblen Daten? Wie um die Arbeitszeiterfassung und die Kommunikation mit dem Headquarter? Rositta Beck gibt in ihrem Home-Office-Ratgeber einen profunden Überblick über die Voraussetzungen eines erfolgreichen Home-Office-Arbeitsverhältnisses. Sie informiert über die Gesetzeslage, die Kosten eines Home- Office-Arbeitsplatzes und nicht zuletzt über das notwendige Mindset des zukunftsorientierten Unternehmens „Es wird immer wieder überanspruchsvolle Beschäftigte mit Begehrlichkeiten geben", weiß sie, „ebenso wie Führungskräfte mit Statusdenken und fehlendem Vertrauen in die Mitarbeitenden oder auch Lieblingsmenschen, die den Schreibtisch alsbald wieder aus ihrem Wohnbereich verwünschen.“ Den Arbeitsplatz professionell gestalten Rositta Becks Ratgeber gibt nicht nur Arbeitgebern einen guten Überblick über die rechtlichen Voraussetzungen einer geeigneten Home-Office-Struktur. Er bietet sich auch als Checkliste für Arbeitnehmer an. In einem eigenen Kapitel zeigt die Beraterin, auf welche Aspekte beim Einrichten eines Arbeitsplatzes im Wohnbereich geachtet werden muss und wie Arbeitnehmer in den eigenen vier Wänden eine Arbeitsroutine entwickeln. Denn: Wer sich nicht auf seine Aufgaben fokussieren kann und über die Schreibtischkante nur die Wäscheberge, die Gartenarbeit oder den Fernseher wahrnimmt, der wird im Home-Office nicht glücklich werden. Durch die optimale Einrichtung sowie eine positive und professionelle Atmosphäre kann das Home-Office aber auch zur Quelle für mehr Ausgeglichenheit zwischen Beruf und Familie werden. Roter-Reiter-Fazit Ein gut strukturierter und informativer Ratgeber für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich einen Einblick in die Chancen und Herausforderungen von Home-Office-Strukturen verschaffen möchten. Rositta Beck: Home-Office. Erfolgreich von zu Hause arbeiten Junfermann, Paderborn 2020. 160 Seiten, 22 Euro ISBN: 978-3-95571-903-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Emotionale Intelligenz: Weniger Stress und mehr Erfolg Nie verbreiteten Nachrichten sich schneller als heute. Nie war es einfacher, sich Informationen aus dem Netz zu ziehen. Wir waren aber auch nie gehetzter und überforderter vom nicht enden wollenden Informationsfluss. Dass dieses ständige „On“-Sein nicht gesund ist und Stress erzeugt, haben zahlreiche Studien bereits gezeigt. Die digitale Nutzung hat aber auch einen großen Einfluss auf unsere emotionale Intelligenz. „Die weite Verbreitung von Smartphones und anderen mobilen Endgeräten hat kurze Momente des Nachdenkens und der Selbstreflexion durch ständiges Lesen und Beantworten von Nachrichten ersetzt“, so Berater Justin Bariso. So kommen wir nie dazu, unsere Gefühle wahrzunehmen. In seinem Buch „EQ - Emotionale Intelligenz“ hilft Bariso uns dabei, wieder die Oberhand über unsere Emotionen zu bekommen und sie gezielt einzusetzen. Was ist eigentlich meine Überzeugung? Es ist ganz einfach: Wenn wir uns dem täglichen Datenstrom aussetzen, haben wir keine Zeit, darüber nachzudenken, was die einströmenden Informationen eigentlich mit uns machen. Wie denke ich eigentlich über diese Meldung? Was stört mich an dieser Aussage? Macht mich diese Nachricht betroffen - und warum? Und woher kommt meine Unruhe oder Wut? Wer sich nicht die Zeit nimmt, sein Denken und seine Emotionen zu reflektieren, der verliert den Blick für sich selbst und seinen eigenen Standpunkt. Das befeuert den Erfolg von Fake News, da wir Informationen nicht kritisch hinterfragen. Dafür müssten wir unsere Emotionen, die durch eingehende Informationen geweckt oder verstärkt werden, steuern und zurückstellen können. Kühlen Kopf bei Kritik bewahren Aber eine ausgeprägte emotionale Intelligenz ist auch eine wichtige Fähigkeit im Arbeitsalltag: Es gilt bei Kritik nicht an die Decke zu gehen, sondern zu überlegen, welchen positiven Nutzen wir aus der Kritik ziehen können. In einem weiteren Schritt lässt sich überlegen, warum der eine Kritikpunkt uns mehr ärgert als jeder andere. In seinem Buch zeigt Bariso, was Wissenschaftler unter einer guten emotionalen Intelligenz verstehen und wie wir sie stärken. Das hilft uns auch in der Gesprächsführung, beispielsweise in einem Meeting oder einem Bewerbungsgespräch. „Es geht nicht nur um das Wissen über Gefühle und wie sie funktionieren, es geht um die Fähigkeit des Einzelnen, dieses Wissen anzuwenden, um das eigene Verhalten und die Beziehungen zu anderen mit einer bestimmten Zielsetzung zu handhaben.“ In Verhandlungen können wir so analysieren, in welcher Stimmung unser Gegenüber ist, und daran unsere Gesprächsführung ausrichten. Ist jemand schon latent aggressiv, braucht es eine sensible Ansprache, um für eine angenehme Gesprächssituation zu sorgen. „Zur emotionalen Intelligenz gehört es auch, Ihre eigenen Gedanken und Gefühle aus der Perspektive der Zuhörer wahrzunehmen – die so nicht durch eine emotionale Reaktion daran gehindert werden, Ihre Meinung ernst zu nehmen, ehe Sie überhaupt Gehör gefunden haben“, so Bariso. Roter-Reiter-Fazit Ein wichtiges Buch für alle, die wissen möchten, wie zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation in Alltag und Beruf von Emotionen und ihrer Steuerung abhängig sind.   Justin Bariso: EQ - Emotionale Intelligenz. Wie es im Privat- und Berufsleben gelingt, emotionale Reaktionen zu kontrollieren und Emotionen sinnvoll zu nutzen Vahlen Franz GmbH, München 183 Seiten, 22,90 Euro ISBN 978-3-8006-6069-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Service für Ladies & Gentlemen Horst Schulze wusste schon als Kind, dass er keine Banklehre machen oder studieren möchte. Der Schüler aus Winningen an der Mosel wollte ins Hotel. Seine Eltern gaben dem ungewöhnlichen Berufswunsch schließlich nach und Horst Schulze lernte in jungen Jahren von der Pike auf das Handwerk des Dienens. In dem Abschlussaufsatz zum Ende seiner Lehre schrieb er die legendären Worte: „Wie der Maître d' können wir Damen und Herren, Ladies und Gentlemen sein bei unserer Arbeit. Wir sind nicht einfach Bedienstete im Schatten der Servicebranche. Wir können uns zu einem bewussteren Selbst aufschwingen, wenn wir es wollen.“ Das Arbeiten im Hotel ist für Horst Schulze kein Nine-to-five-Job, es geht nicht nur um das Annehmen von Bestellungen und das Aufschütteln von Kissen: „We are Ladies and Gentlemen serving Ladies and Gentlemen.“ In den 1980er-Jahren wird Horst Schulze Vorstandsvorsitzender der Ritz-Carlton-Hotels und prägt mit diesem Credo die Hotelgeschichte. In seinem Buch „Fünf-Sterne-Service“ zeichnet der Hotelier seinen Weg vom Jungen an der Mosel hin zum Hotelmanager von Weltrang nach. Haltung zeigen Horst Schulze zeigt, dass eine exzellente Führungskraft kein Studium benötigt, sondern Einfühlungsvermögen und Haltung. In seinen verschiedenen beruflichen Stationen kristallisieren sich die vier Goldenen Regeln heraus, die der Hotelier allen seinen Mitarbeitern ans Herz legt und die er auch selbst befolgt. Dazu gehört auch, den Kunden immer den besten Service zu bieten, um sie zu binden, denn: Kunden wollen nicht das zweitbeste Steak bestellen, sondern das beste. Horst Schulze erzählt so manche Anekdoten, die zeigen, dass er seinen Weg aus voller Überzeugung gegangen ist. Seine Wertevorstellung ging schon früh so weit, dass er als Hoteldirektor fast gekündigt wurde: Jeder Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen erhält die Möglichkeit, pro Gast 2000 Dollar auszugeben, um dem Besucher den besten Service zu bieten. Die Extrameile gehen So viel individueller Freiraum führte auf Vorstandsebenen zu Entsetzen, aber der Mut lohnt sich, wie seine Erzählungen belegen. Eine Reinigungskraft nutzt die 2000 Dollar, um einem Gast hinterherzufliegen, der seinen Laptop vergessen hat und am kommenden Tag einen wichtigen Vortrag halten muss. Andere Mitarbeiter investieren das Geld in Metalldetektoren, als ein frisch vermähltes Ehepaar einen der Eheringe im Strandsand verliert. Sie finden den Ehering, das Paar hat für ewig eine positive Erinnerung an ihre Zeit im Ritz und das Hotel eine gute Publicity. „Die Mitarbeiter wussten, sie waren befugt, die Extrameile zu gehen, um die Gäste davon zu überzeugen, dass dies die beste Hotelkette der Welt ist. Und sie haben die richtige Entscheidung getroffen“, so Schulze. Roter-Reiter-Fazit 5-Sterne-Service sollten wir nicht nur in Hotels erwarten, sondern auch in jedem anderen Unternehmen. Horst Schulze inspiriert dazu, die Rolle von Kunden und Dienstleistern neu zu denken und mehr Mut zu einer wertschätzenden Haltung zu haben. Horst Schulze: Fünf-Sterne-Service. Werden Sie die Besten in einer Welt voller Kompromisse Campus Verlag, Frankfurt/Main 2020 264 Seiten, 28 Euro ISBN 9783593512280   Jetzt bei managementbuch.de bestellen.   ### Was treibt uns an? Der ultimative Stärken-Test   Von Bewerbern werden oft Soft Skills wie Teamfähigkeit, eine dynamische Arbeitsweise oder Kritikfähigkeit gefordert. Aber was, wenn wir gar nicht wissen, was unsere Stärken sind? Wissenschaftler Don Clifton ist der Meinung, dass wir unsere Stärken kennen und nutzen sollten - nur so finden wir heraus, in welcher Umgebung und in welchem Beruf wir uns wohlfühlen können. Stärken stärken Don Cliftons Karriere als Stärken-Experte startete in den frühen 1950er-Jahren. Damals lehrte und forschte er Psychologie an der University of Nebraska und wollte den Blick nicht mehr auf die Defizite des Menschen werfen, sondern auf die positiven Aspekte unserer Psyche. In Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup entwickelte er in den folgenden Jahren Tests, mit denen Menschen ihre Stärken entdecken können. Aberhunderte Daten wurden dafür ausgewertet. So entstand der Gallup Strengthsfinder, ein Test, mit dem Personen ihre fünf größten Stärken entdecken können. Talente fördern Mit dem Buch „Erkenne deine Stärken“ richtet sich Clifton insbesondere an Studierende und Jobeinsteiger, die ihren Weg erst noch finden müssen. Mit dem Strengthsfinder können sie herausfinden, welche Talente sie haben, um daraus mit Übung echte Stärken zu entwickeln. So kann der Studentin klar werden, dass sie aufgrund ihres kommunikativen und emphatischen Wesens in Gruppen besser lernt. Ein Berufseinsteiger mit einem Hang zu Verkopftheit versteht vielleicht, warum er beim obligatorischen Small Talk in der Büroküche Herzrasen bekommt. Kennen wir unsere Stärken, können wir diese bewusster einsetzen und für unsere Karriere nutzen. Cliftons Ansatz: Fokussiere dich auf deine Stärken und mache deine Schwächen zur Nebensache. „Der Versuch, auf allen Gebieten gut zu sein, führt am Ende nur zur Mittelmäßigkeit“, so Clifton, „du kannst eine Sache nur meistern, in der du von Natur aus gut bist, aber wenn es um etwas anderes geht, für das dir das Talent fehlt, dann wird deine Leistung auf diesem Gebiet höchstens okay sein.“ Im Strengthsfinder werden insgesamt 34 Stärken vorgestellt. Jedem Buch liegt ein Code bei, mit dem der Stärkentest online durchgeführt werden kann. Roter-Reiter-Fazit Der Ratgeber inspiriert junge Menschen, die ihre Stärken noch nicht klar identifiziert haben, sich ein besseres Bild von den eigenen Kompetenzen zu machen. Damit lädt der Strengthsfinder zum Reflektieren ein und ist ein guter Wegbegleiter in den Berufsstart. Gallup: Erkenne deine Stärken. Der Strengthsfinder für Studierende und Berufseinsteiger. Campus, Frankfurt/Main 2020 190 Seiten, 19,95 Euro ISBN: 3593511843 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Kultur trifft Arbeitswelt Gibt es da etwas, was Sie Ihrem Vorgesetzten schon immer mal sagen wollten? Möchten Sie Ihrer Kollegin einmal eine kleine Freude machen, weil Sie gemeinsam ein tolles Team bilden? Dann überraschen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen doch einmal mit einem feinen Büchlein mit Zeichnungen, die typische Situationen im Job und Berufsleben witzig auf die Spitze treiben. Der Autor und freie Zeichner Klaus Puth beschenkt seine Leserschaft aktuell mit gleich sechs solcher Lesebücher, die gemeinsam eine wunderbar humorige Serie bilden. Den Zauber im Alltag erkennen Jedes der sechs Bücher widmet sich einem anderen Aspekt der Arbeit, immer stehen der Mensch in seiner Arbeitswelt und die teilweise absurden Parallelen zur Welt der Opern, der Märchen oder auch der Bibel im Mittelpunkt. Da wird der Lohengrin benutzt, um sinkende Umsätze zu besingen: „Einsam in trüben Tagen hab' ich zu Gott gefleht“, zu den Ergebnissen der Potenzialanalyse werden mit „Aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?“ die Bremer Stadtmusikanten zitiert. Auch Goethe darf nicht fehlen und prostet uns zur Betriebsfeier mit Fausts Worten „Greift nur hinein ins volle Menschenleben!“ zu. Klaus Puth wurde insbesondere mit seinen Yoga-Kühen und seinen Gänse-Cartoons einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In seinen Arbeiten prallen immer völlig unterschiedliche Welten aufeinander, was uns mehr über die Realität verrät, als wir dachten. Roter-Reiter-Fazit Ob mit Goethe im Büro, mit Siegfried im Meeting oder mit Dornröschen in der IT-Abteilung: Die sehr schön gestalteten Cartoon-Bücher von Klaus Puth sind ein hochwertiges Geschenk für Mitarbeiter, Vorgesetzte und Lieblingskollegen – sie laden aber auch in der Mittagspause zum gemeinsamen Schmunzeln ein. Alle Bücher auf einem Blick: Da geht der Zauber flöten - Für die ganz große Oper im Business-Alltag, ISBN 9783593512129 Der Ton macht die Musik - und auch im Job ist es oft hilfreich, den richtigen Ton zu treffen. Nutzen Sie doch einmal die Worte von Don Giovanni oder Figaro, um Kollegen Ihre Meinung zu geigen. Klaus Puth zaubert mit seinen Cartoons Musik in den Arbeitsalltag – den einen oder anderen werden die Zeichnungen zu Höhenflügen oder zumindest zum Schmunzeln verhelfen.   Etwas Besseres als diesen Job finden wir überall - Für alle, die noch Stroh zu Gold spinnen können, ISBN 9783593512150 Dass die Marketing-Abteilung mal wieder Märchen erzählt, ist allen klar. Aber so wie Aschenputtels Schwestern der Schuh nicht passt, ist auch für so manchen ambitionierten Angestellten der Schuh eines Vorstandsposten (noch) zu groß. Klaus Puth schafft in seinen Cartoons eine wunderbare Bilderwelt, in der Märchenmotive auf harten Büroalltag treffen und auch zum kritischen Hinterfragen einladen.   Den Job hat mir der Himmel geschickt - Die passenden Bibelzitate für göttliche Büromomente, ISBN 9783593512143 Einmal mehr zeigt Klaus Puth, was für einen reichen Zitatenschatz die Bibel bereithält. Gelungen verwebt er Bilder der Arbeitswelt mit Bibelstellen, sodass Matthäus uns beim fehlenden Passwort empfiehlt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Ein sehr schön gestaltetes Cartoon-Buch zum Lesen und Verschenken.   Vier Meetings für ein Halleluja - Besser als John Wayne: jedes Filmzitat ein Schuss ins Schwarze, ISBN 9783593512174 Die Arbeitsmoral nach der Mittagspause in so manchem Büro lässt sich mit einem Zitat aus der Komödie „Ace Ventura“ abbilden: „Falls ich in fünf Minuten nicht zurück sein sollte, warten Sie einfach ein bisschen länger.“ Klaus Puth verbindet Zitate aus Filmklassikern mit typischen Büroszenen, was zu witzigen Einblicken in unseren Berufsalltag führt. Eine sehr gelungene Cartoon-Sammlung.   Den Job habe ich nie Bayreuth - Wagner und die Businesswelt - ein Zitatenschatz, ISBN 9783593512136 Klaus Puth weiß, wie er emotionale Wagner-Opern mit nicht minder emotionalen Momenten des Berufslebens zusammenbringt. Wer möchte nicht einmal auf einer Aktionärsversammlung mit Lohengrin ausrufen: „Die ihr in süßem Schlaf verloren, wisst, dass für euch das Unheil wacht.“ Eine sehr amüsante Lektüre, die sich auch wunderbar zum Verschenken eignet.   Hier bin ich Chef, hier darf ich's sein - Goethe für den klassischen Business-Alltag, ISBN 9783593512167 Cartoonist Klaus Puth bringt einmal mehr Welten zusammen, die auf den ersten Blick nicht vereinbar sind. Dabei passt Goethes reicher Zitatenschatz wunderbar auf klassische Situationen im Job, oder wer dachte nicht schon einmal mit Fausts Mephisto „Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern“, wenn er den CEO im Fahrstuhl trifft? Eine kurzweilige Lektüre und ein wertiges Geschenkbuch.   Alle Bücher: Campus Verlag, 64 Seiten, Erscheinungstermin: 11. März 2020 Jetzt auf managementbuch.de vorbestellen. ### Atmen. Lächeln. Siegen. Was tun, wenn ein Kunde aggressiv auftritt? Wie sich verhalten, wenn der Vorgesetzte zu cholerischen Anfällen neigt? Und wie reagieren, wenn die Kollegin mit einem Kommentar unter der Gürtellinie in die Präsentation grätscht? Gelassen bleiben, meint Dr. Gudrun Fey, Expertin für wertschätzende Rhetorik. Bei Stress schlagen wir Alarm Jeder von uns hatte schon einmal einen Streit, der völlig eskalierte. Beschuldigungen wurden ausgetauscht, der Ton wurde rauer, die Sätze kürzer. Am Ende war die Situation noch verfahrener und die Luft dicker. Anstatt auf böse Bemerkungen zu reagieren und sich auf Zwistigkeiten einzulassen, kann es helfen, Abstand zur Situation zu gewinnen, durchzuatmen und gelassen zu bleiben. Gudrun Fey zeigt in ihrem Ratgeber „Gelassenheit siegt!“, wie wir die Oberhand behalten und auch in kritischen Momenten unserem Gegenüber wertschätzend gegenüberstehen können. Dazu beleuchtet sie zunächst unser biologisches Alarmprogramm: Wenn wir verbal angegriffen werden, reagieren wir mit Stress und Emotionen wie Angst oder Wut. Dieses Programm läuft im menschlichen Körper seit der Steinzeit ab, es unterscheidet nicht zwischen körperlichen und verbalen Attacken wie dem beleidigenden Kommentar des Kollegen. Wir schalten entweder auf Angriff oder auf Flucht. Wer sich für den Angriff entscheidet, begibt sich in einen Streit, der selten zu einem guten Ende führt. Die Flucht in eine Kommunikation, die sich nicht auf das Niveau des Angreifers begibt, ist die bessere Wahl. Angreifer ins Leere laufen lassen In ihrem Ratgeber zeigt Gudrun Fey, wie diese Gelassenheit im Umgang provokanten Menschen Teil einer wertschätzenden und achtsamen Lebenshaltung werden kann. Ganz nach dem Motto „Ernten was man sät“ tragen positive Botschaften und eine Kommunikation, die entschärfend wirkt, zu einer Lösung von Streitigkeiten und einer guten Atmosphäre bei. Diese Souveränität lässt sich Stück für Stück erarbeiten, die Kommunikationsexpertin stellt viele Methoden und Techniken vor, die praxiserprobt sind. Wie gehen wir beispielsweise mit einem aggressiven Menschen am Telefon um, der persönlich beleidigend wird? Zum einen sollte man versuchen, den Namen der Person in Erfahrung zu bringen, rät Fey, denn die scheinbare Anonymität macht den Angreifer stark. Zum anderen ist es ein psychologischer Trick, solchen Menschen mitzuteilen, dass man den Gesprächsinhalt schriftlich festhält und deshalb mitschreibt. „Obwohl es der andere nicht sieht, können Sie das auch am Telefon sagen“, so Fey, „Sie werden bei dieser Technik feststellen, dass sich der andere dann eher diszipliniert, nicht zuletzt, weil er sich ernst genommen fühlt.“ Roter-Reiter-Fazit Dr. Gudrun Fey zeigt in ihrem Rhetorik-Ratgeber, dass wir jeden Streit und alle Kontroversen erhobenen Hauptes überstehen können, indem wir gelassen bleiben und wertschätzend handeln. Die vielen Praxisbeispiele zu den vorgestellten Methoden zeigen: Souveränität siegt! Gudrun Fey: Gelassenheit siegt! Mit Fragen, Vorwürfen, Ärger und Angriffen souverän umgehen metropolitan, Regensburg 2019 192 Seiten, 14,95 Euro ISBN:978-3-96186-034-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Feelgood Management: Mehr als nur Bällebad Arbeiten, um zu leben, oder leben, um zu arbeiten? In jedem Fall verbringen wir den Großteil unseres Lebens am Arbeitsplatz, und es herrscht vielerorts noch immer die Meinung: Arbeit muss wehtun. Sobald sie Spaß macht, kann sie nicht mehr produktiv sein. Nur so ist das Vorherrschen von drögen Büros, starren Hierarchien und Konformität zu erklären. Mit dem Fachkräftemangel und neuen Wirtschafts- und Arbeitsformen steigen jedoch die Ansprüche von Arbeitnehmern: Arbeit soll ein erfüllender Teil des Lebens sein, das Unternehmen als Förderer und Unterstützer da sein. Dann sind wir auch gerne bereit, unsere Energie und Kreativität in das Unternehmen und seinen Erfolg zu investieren. Eine Möglichkeit für Betriebe, diesen Ansprüchen zu genügen und sich als moderner Arbeitgeber aufzustellen, ist das Feelgood Management. Warum Feelgood Manager in vorwärts gewandten Unternehmen nicht fehlen dürfen und warum es hier mehr braucht als Bällebäder und Obstteller, zeigt Monika Kraus-Wildegger, Expertin für Human Work, in ihrem Ratgeber „Feelgood Management“. Menschlichkeit endet nicht an der Bürotür Um Mitarbeiter langfristig zu binden und ihr wirkliches Interesse zu wecken, müssen Unternehmen mehr bieten als Gleitzeit und den jährlichen Teamtag. Wer wettbewerbsstark bleiben möchte, der braucht starke Teams, die innovativ denken und handeln, den Mut beweisen, neue Wege zu gehen, und die ihre Aufgaben beherrschen. Das braucht aber auch einen Raum, in dem sich Mitarbeiter sicher und wahrgenommen fühlen. „Die Zukunft gehört Organisationen, die es verstehen, neben interessanten Aufgaben und Herausforderungen den Nachweis der Menschlichkeit führen zu können“, so Kraus-Wildegger. „Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter. Sie wissen, wo sie stehen und wo noch Luft nach oben ist.“ Das Ganze verfolgt einen Systemansatz, „mit dem sie Rahmenbedingungen etablieren, die das Wohlfühlen in und mit dem Unternehmen kultivieren helfen“, erklärt sie weiter. Und genau hier beginnt die Arbeit des Feelgood Managers. Selbstverwirklichung über Unternehmensinteressen hinaus Feelgood Management hat also wenig mit den berühmt-berüchtigten Kickertischen und Obsttellern zu tun, die als Mitarbeiter-Benefit angeboten werden. Es geht darum, in Abstimmung mit allen Ebenen eine wertschätzende und offene Atmosphäre im Unternehmen zu etablieren und Maßnahmen durchzuführen, die den Menschen im Betrieb dabei helfen, erfolgreich zu agieren. Dabei stehen der Mensch und seine Weiterentwicklung im Zentrum – er wird in seinen Fähigkeiten auch einmal über die Unternehmensziele hinaus gefördert, denn glückliche Menschen sind zufriedene Mitarbeiter. „In der Rolle des Impulsgebers öffnet der Feelgood Manager einen Raum und Formate außerhalb des üblichen Arbeitsumfelds, in dem Themen und Impulse für Weiterentwicklung und Austausch in der Organisation crossfunktional möglich sind“, so die Wirtschaftsinformatikerin.   Roter-Reiter-Fazit Das Buch „Feeldgood Management“ umreißt klar das Berufsbild, die Aufgaben und Funktionen der Feelgood Manager und zeigt an Praxisbeispielen, wie sie in zukunftsfähigen Unternehmen wirken. Monika Kraus-Wildegger: Feelgood Management. Mit Wertschätzung und Menschlichkeit erfolgreich in die Arbeitswelt von morgen Metropolitan 2019, Regensburg 2019. 187 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 3961860203 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Raus aus der Nettigkeitsfalle Wer kennt sie nicht: die Kollegin, die kleine Witze auf unsere Kosten macht. Den Vorgesetzten, der jedem rüde über den Mund fährt, oder den Typ, der sich mit einem blöden Spruch vor uns in die Reihe drängelt. Es sind diese Momente, wo wir am liebsten aus der Haut fahren möchten, einen Spruch zurückschicken möchten, der sich gewaschen hat. Aber oftmals fällt uns, wenn es darauf ankommt, nichts ein. Wir sind zu perplex, uns fehlen die Worte. Wir sind aber auch zu höflich, um selbst so grob zu werden, wie es unser Gegenüber ist. Das Problem ist: Unsere nette Art wird insbesondere im Job nicht wertgeschätzt. Vielmehr werden wir als ernsthafter Gegner, der Kante zeigt, gar nicht wahrgenommen. Und das spüren wir, was unser Selbstbewusstsein empfindlich treffen kann. Und bei der nächsten dummen Bemerkung vom Kollegen ziehen wir nur noch den Kopf ein – ein Teufelskreis. Kommunikationsexperte Heinz Ryborz zeigt in seinem Bestseller „Geschickt kontern: Nie mehr sprachlos!“, wie wir aus dieser Spirale ausbrechen und mit einfachen rhetorischen Waffen unsere Sprache zurückbekommen. Angreifen oder gekonnt ignorieren Ryborz stellt in seinem Rhetorik-Ratgeber verschiedene Methoden und Techniken vor, die wir in Diskussionen, Gesprächen oder in Konfliktsituationen einsetzen können, um Zeit zu gewinnen oder unser Gegenüber in die Spur zu bringen. So kann die „Wir bitte ...?"-Methode dazu führen, dass Angriffe und spitze Bemerkungen an Schärfe verlieren. Fragen Sie bei der Person nach: „Wie bitte, was haben Sie gesagt?“ Und wenn die Person es wiederholt hat, dann fragen Sie vielleicht noch einmal nach. „Selbst wenn der Angriff oder Zwischenruf noch so witzig ist, er verliert seine Wirkung, wenn er nochmals wiederholt wird“, so Ryborz. Neben solchen harten Methoden, zu denen es sicherlich etwas Mut braucht, stellt der Rhetorik-Experte auch weiche Techniken vor. Dazu gehören unerwartete Komplimente, die aggressive Sprecher aus der Fassung bringen, oder Gegenfragen, die unerwartet kommen. Ob eher zurückhaltend, emotional oder überbetont sachlich – für jede rhetorische Vorliebe ist die passende Technik dabei.   Roter-Reiter-Fazit Ryborz stellt wirkungsvolle Techniken vor, mit denen wir verbale Angriffe geschickt kontern können. Er lädt dazu ein, sich an den verschiedenen Methoden auszuprobieren und selbst herauszufinden, welche Sprache man am besten spricht.   Heinz Ryborz: Geschickt kontern: Nie mehr sprachlos! Ausweichen; Angreifen; Ignorieren. Metropolitan, Regensburg 2019. 144 Seiten, 14,95 Euro ISBN: 3961860351 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mit Move Talk Ignoranten überführen Das Ideal: In einem gleichberechtigen Gespräch tauschen Gesprächspartner Argumente aus und erreichen womöglich einen Konsens. Die Wirklichkeit: Die Mitarbeiterin wird von ihrem Vorgesetzten nicht wahrgenommen und der Kollege lässt sich von dem Platzhirsch über den Mund fahren. Peter Modler zeigt in seinem Buch „Mit Ignoranten sprechen“, wie wir erfolgreiche Gespräche mit Menschen führen, die sich einem Austausch auf Augenhöhe verweigern. Aneinander vorbeireden Wie eine rote Linie zieht es sich durch Modlers Ausführungen: Das Gebaren des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Analysiert man dessen Rhetorik, wird schnell klar, dass er sich den gängigen Gepflogenheiten entzieht und eher die kommunikative Brechstange wählt. Donald Trump fehlt es sowohl an Feingefühl gegenüber seinen Gesprächspartnern als auch an einem Verständnis für einen wirklichen Austausch von Gedanken. Damit ist er ein perfektes Beispiel für das Kommunikationsverhalten eines Ignoranten. Peter Modler nimmt sich Beispiele wie die Präsidentschaftsdebatten 2016 heraus, in denen Hillary Clinton an Trumps Verhalten scheiterte. Sie wollte Meinungen austauschen und durch Argumentation glänzen. Nicht so Trump. Er war lauter und aggressiver als sie. „Ihre rhetorische Kraft, die von denen gerühmt wurde, die selbst auf eine begründete Kommunikation setzen, nützte ihr überhaupt nichts gegen einen Gegner, der das Spiel, das Clinton erwartet hatte, einfach nicht mitmachte.“ Sprechen Sie Move Talk? An solchen Beispielen erklärt der Unternehmensberater, warum wir gegen unsere Kollegen immer verlieren, obwohl wir die besseren Argumente haben, und wie wir mit Auszubildenden umgehen, die kein Gefühl für natürliche Hierarchien haben. „Wenn wir gegen die rhetorischen Taktiken von Ignoranten eine Chance haben wollen, dann müssen wir uns die Mühe machen, ihr Vorgehen zu entschlüsseln“, so Modler. „Argumente spielen dabei eine auffallend geringe Rolle." Besonders interessant: Modler erklärt, warum insbesondere Frauen damit scheitern, „High Talk“ zu sprechen. Sie kommunizieren auf einem hohen Level, tauschen Argumente aus und benutzen eine Fachsprache. Dann werden sie aber trotzdem von Alphatieren schnell einmal mit einem „Basic Talk“ abgewatscht. „Too much detail“, kann dann der Kommentar lauten, oder „Zurück zum eigentlichen Punkt“. Schon ist jede  Diskussion schlagartig beendet. In Kombination mit „Move Talk“ entsteht dann eine toxische Gesprächsatmosphäre, die keine Begegnung auf Augenhöhe zulässt. Obama hat Move Talk bereits sichtbar eingesetzt, beispielsweise als er bei der Begrüßung des kanadischen Präsidenten eine Treppenstufe höher stand und ihm auch beim Händeschütteln weder auf der unteren Stufe entgegenkam noch ihm Platz auf der oberen Stufe machte. Es ist ein Mittel, um Positionen zu verdeutlichen. Trump treibt den Move Talk als Ignorant auf die Spitze, wenn er hochrangigen Politikern den Handschlag verweigert. Klartext reden Modler erläutert auch die Basis einer gelungenen Auseinandersetzung mit solchen Ignoranten: die Unterscheidung von vertikaler und horizontaler Kommunikation. In Start-ups, agilen Unternehmen und im privaten Umkreis sind wir zumeist eine horizontale Kommunikation gewohnt. „Ich bin für die strategische Unternehmensführung zuständig“ - eine klare Aussage, bei der jeder weiß, mit welchem Tätigkeitsfeld diese Person betraut ist. Es ist nicht notwendig, explizit darauf hinzuweisen, wie der Hase läuft und dass man sich als Azubi nicht mit einem solchen Vorgesetzten abklatscht. „In einem geschlossenen horizontalen Sprachmilieu werden diese indirekten Botschaften rasch so entschlüsselt, wie sie gemeint waren“, so Modler. „Für einen ranglastigen Kontext sind sie jedoch derart indirekt, dass sie gar nicht erst auf dem Radar erscheinen.“ Diese Art der Kommunikation ist auch Hillary Clinton gewohnt. Trump hingegen ist wie viele Alphatiere und traditionelle Führungskräfte: Es muss in der vertikalen Kommunikation zunächst klar gemacht werden, wer der Boss ist. Eine Rangklärung kann dann beispielsweise lauten: „Ich bin Vorstandsvorsitzender dieses Unternehmens und etwa 1200 Mitarbeiter stehen unter mir. Ich habe Mitspracherecht in allen Belangen und den Sommer verbringe in zumeist in Süditalien, ich habe dort ein Haus.“ Alles klar. Hätte Hillary Clinton einen gekonnten Move Talk und Basic Talk gebracht, dann hätte Trump sie vielleicht wahrgenommen. Roter-Reiter-Fazit Von Peter Modler können wir in diesem Buch lernen, wie wir in unserem Arbeitsumfeld mit ähnlichen Ignoranten wie Trump besser zurechtkommen. Wir lernen an Beispielen, wie wir uns auf ihre Kommunikationsebene begeben, um sie dort mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Das gibt zumindest ein Patt, denn verlieren können wir nicht mehr. Peter Modler: Mit Ignoranten sprechen. Wer nur argumentiert, verliert. Campus Verlag, Frankfurt/ Main 2019 221 Seiten, 19,95 Euro ISBN: 3593510804 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Von Bienen lernen Gemeinsam molekular kochen, im Klettergarten dem Chef beim Fallen zusehen oder im teambildenden Wochenendausflug über einen See paddeln: In der Arbeitswelt der Zukunft werden motivierte Mitarbeiter und autonom arbeitende Teams zu einem der wichtigsten Prinzipien. Für viele Unternehmen ist aber gerade das Zwischenmenschliche eine der größten Herausforderungen. Und je drängender es wird, dass Unternehmen für die VUCA-Welt fit sind, desto außergewöhnlicher werden die Maßnahmen. Dabei gleichen Events wie die unbedingt gewollt lässige Mittagspause am Kickertisch oder der besonders ausgefallene Mitarbeitertag eher einer Flucht denn einer durchdachten Maßnahme. Personalentwickler und Führungskräfte-Coach Michael Hübler weiß, wo es hier hakt: „Die großen Herausforderungen von morgen werden nicht durch möglichst extravagante Teambildungsmaßnahmen gelöst, sondern dadurch, welche Geschichten die Kollegen und Kolleginnen gemeinsam erlebt haben und wie diese Erlebnisse sie miteinander verbinden.“ Schwarmintelligente Teams bilden Um Teams im Kern zu stärken, schlägt Hübler vor, in die Tierwelt zu schauen. Dort überleben Schwarmtiere wie Bienen und Ameisen seit sehr langer Zeit, indem sie ihr Zusammenleben intelligent organisieren. Einige ihrer Prinzipien können seiner Meinung nach in die Arbeitswelt übernommen werden. „Symbiotische Partnerschaften wuchsen an ihren evolutionären Höhen und Tiefen oder zogen zumindest Konsequenzen aus ihren Erfahrungen“, sagt er. „Schwärme überwinden gemeinsam Hindernisse und lernen daraus. In einem rauen Umfeld lassen sich Herausforderungen nur gemeinsam meistern.“ Und auch in Teams gibt es gute und schlechte Zeiten, Herausforderungen und Chancen, die gemeinsam genutzt werden müssen. In seinem Buch „Die Bienen-Strategie und andere tierische Prinzipien. Wie schwarmintelligente Teams Komplexität meistern“ zeigt Hübler, was wir insbesondere von Bienen, aber auch von Ameisen lernen können und worin die Faszination besteht. Wie wir die Bienenkönigin absetzen Hübler übersetzt die Prinzipien, mit denen ein Bienenstock ziemlich sinnvoll unterteilt ist - Drohnen, Arbeiterinnen und Königin wissen immer, was zu tun ist -, in die Teams, in denen auch jeder seine Rolle einnimmt. Nun muss nicht jeder einen Schwänzeltanz aufführen, wenn er etwas sagen möchte. Es geht vielmehr um eine schwarmintelligente Organisation, die wir uns von Bienen abschauen können. Dazu zählt beispielsweise auch der Umgang mit der Bienenkönigin. Die legt jeden Tag bis zu 1500 Eier und hat damit metaphorisch gesprochen den Hut auf. Sie sendet einen Duft aus, der allen kommuniziert: „Alles okay, ich bin gesund und voller Kraft, macht euch keine Sorgen.“ So sollte auch eine Führungskraft jederzeit ansprechbar und präsent sein, ohne sich in das Tagesgeschäft des Teams einzumischen. Wird die Königin jedoch schwach, nimmt der Duft ab. Das Bienenvolk entscheidet sich in einem bestimmten Moment dafür, eine neue Königin zu wählen, wofür bereits Nachwuchsköniginnen bereitstehen. Die alte Königin muss den Bienenstock verlassen, ein paar Bienen folgen ihr, um mit ihr ein neues Volk zu begründen. Die neue Königin nimmt ihren Platz ein. Kommt einem irgendwie bekannt vor? „Nehmen wir den Vergleich ernst, stellt sich die Frage, wie Teamleiter ihre Nachfolge einleiten und ob es nicht bedenkenswert ist, die Teammitglieder in die Diskussion einzubeziehen“, folgert Hübler. Roter-Reiter-Fazit Ein bemerkenswertes Buch, das den Blick auf die Gemeinsamkeiten von Mensch und Tier lenkt. Die Bienen-Strategie lehrt uns Verantwortung zu übernehmen und in Kontakt miteinander zu kommen, um als schwarmintelligente Teams Erfolg zu haben. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Michael Hübler: Die Bienen-Strategie und andere tierische Prinzipien. Wie schwarmintelligente Teams Komplexität meistern Metropolitan Verlag, Regensburg 2019. 330 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-96186-031-9   ### Fang an zu führen! Wer einmal alle Theorien zu den neuesten Management- und Führungstrends hinter sich lassen möchte, um echte Einblicke in den Führungswandel zu erhalten, dem sei das Buch „Fang an zu führen!“ empfohlen. An der Geschichte von Gero lässt sich hautnah miterleben, wie dieser sich zu einer Führungskraft von heute entwickelt, die den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gewachsen ist. Der Weg zur modernen Führungskraft Iris van Baarsen und Sven Hantel wollen mit ihrer fiktiven Geschichte erlebbar machen, wie es ist, wenn in einem Unternehmen Veränderungen - hin zu einem neuem Verständnis von Führung und Arbeitswelt - dringend notwendig sind. Da sind die Mitarbeiter, die dem mit Skepsis oder sogar Ablehnung begegnen, da sind Kollegen, die gern in ihrem traditionellen Führungsverständnis verharren möchten. Und dann ist man da selbst und fragt sich: Was für eine Führungskraft möchte ich sein? Diese Frage stellten sich zu Beginn auch die beiden Autoren. „Als Führungskräfte (...) ist uns im Laufe unserer Entwicklung klar geworden, dass Führung viel mehr mit der Verantwortung gegenüber den Menschen zu tun hat, mit denen wir täglich umgehen, als gegenüber dem Unternehmen als Institution, gegenüber Profit oder einer stärkeren Machtposition.“ Methoden erlebbar machen Dieses neue Führungsverständnis erlangt auch ihr Protagonist nach und nach. Er übernimmt die Führung eines Unternehmens, das seine besten Zeiten hinter sich zu haben scheint. Gero kommt also neu in einen Betrieb und soll diesen umkrempeln - gibt es eine größere Herausforderung? In seinem Gespräch mit Journalist Max erzählt er von seinen Höhen und Tiefen und macht diese für den Leser nachvollziehbar. Methoden, Techniken und Management-Strategien werden so erlebbar, was den Leser dazu einlädt, sie in ähnlichen Situationen im eigenen Führungsalltag anzuwenden. So erzählt Gero von einem ersten Treffen mit seinen neuen Mitarbeitern und Kollegen. Dabei kommt die Connect-Methode zum Einsatz, bei der jeder der Reihe nach die Frage „Wer bin ich und warum bin ich hier?“beantwortet. Scheinbar eine einfache Frage, verrät sie doch mehr über uns und unsere aktuelle Situation als vielleicht angenommen. Der Erzähler beschreibt die Wirkung so: „Connect hatte bei allen eine Verbundenheit geschaffen, die die gesamte Truppe über den Tag hinweg trug. Gero war entspannt und lachte viel mit Mirja und Tammo. Eine Barriere zwischen ihnen und Gero, dem angehenden Vorstand, gab es nicht mehr.“ Und so begleitet der Leser Gero dabei, wie er nach und nach an Sicherheit gewinnt. Der Leser kann sich schnell mit dem sympathischen Protagonisten identifizieren und fragt sich nach der Lektüre sicher in der einen oder anderen brenzligen Situation: Was hätte wohl Gero getan? Roter-Reiter-Fazit Das Buch „Fang an zu führen“ setzt dort an, wo andere Führungsratgeber aufhören: Bei der Umsetzung und dem Erfahrbarmachen von wertvollen Methoden und einem modernen Führungsverständnis. Deshalb ist es eine sinnvolle Ergänzung für alle, die an sich selbst und ihren Skills arbeiten möchten. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Iris van Baarsen, Sven Hantel: Fang an zu führen! Eine Geschichte über Zweifel, Mut und Handeln. Metropolitan Verlag, Regensburg 2019. 180 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 3961860335 ### Jobwahrheiten aufgedeckt: So funktioniert die Berufswelt in Wirklichkeit Macht mehr Geld glücklicher? Macht Erfolg einsam? Und kann es im Job echte Freundschaften geben? Das Büroleben ist ein Mikrokosmos, das seine ganz eigenen Wahrheiten und Gesetzmäßigkeiten zu haben scheint. Daniel Rettig deckt in seinem Buch 77 Joblügen auf und nutzt dafür Erkenntnisse aus Studien und der Wissenschaft.   Arbeiten muss nicht glücklich machen Als Aufhänger nutzt Rettig Steve Jobs, der in einer Rede jungen Menschen den Tipp gab, ihren Job so zu wählen, dass sie ihn lieben - schließlich werden sie viel Zeit damit verbringen. Dem Apple-Gründer folgten weitere Größen wie Sheryl Sandberg oder Jeff Bezos, die ihre Philosophien für ein glückliches Arbeiten und Leben in Reden, Postings und Büchern weitergeben. Für den ada-Redaktionsleiter ist klar: „Von diesen modernen Hirtenbriefen soll vor allem das Image des Unternehmens profitieren“, so Rettig. „Seht her, so die Botschaft, unser Chef denkt trotz eines vollen Terminkalenders längst nicht nur an Geld, sondern vor allem über das Tagesgeschäft hinaus." Für Rettig ist klar, dass nicht jeder seinen Job lieben muss, um ihn gut zu machen und glücklich zu sein. Wer das für sich erkannt hat, geht viel gelassener ins Büro oder auf Jobsuche, denn dann ist der Druck weg, jeden Tag mit vollem Elan bei der Sache sein zu müssen. Ähnliche moderne Gemeinplätze entlarvt Rettig in seinem aktuellen Titel als „Joblügen“. Alte Hierarchien aufbrechen und auch neues Arbeiten kritisch betrachten In seinem unterhaltsamen Buch „Warum Perfektion sinnlos und an jedem Gerücht was dran ist“ stellt Rettig 77 Jobwahrheiten vor.  Rettig untermauert sie mit Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen, was dem Ganzen seinen Reiz gibt. Ja, wer in Elternzeit geht, der schadet seiner Karriere tatsächlich! (Es gibt aber auch einfache Tricks, wie sich diese negative Wirkung vorerst zumindest abpuffern lässt.) Ja, wer nur per Mail mit den Kollegen kommuniziert, spricht nie alles aus! Und auch: Ja, Langeweile macht kreativ! Roter-Reiter-Fazit Daniel Rettig präsentiert uns mit seinen 77 Joblügen und den dahinterliegenden Wahrheiten den aktuellen Zwischenstand auf dem Weg von alten hierarchischen Unternehmensstrukturen hin zu einer neuen Arbeitswelt, die noch im Werden ist. Wir werden wohl nicht alle glücklicher, wenn wir Bällebäder und Kicker im Büro haben - aber auch Macht und übermäßig finanzielles Streben sind von gestern.   Daniel Rettig: Warum Perfektion sinnlos und an jedem Gerücht was dran ist. 77 schonungslose Jobwahrheiten Campus Verlag, Frankfurt/ Main 2019. 224 Seiten, 16,95 Euro ISBN 9783593510835 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Systemisches Coaching: Die richtigen Fragen stellen Die Methoden des systemischen Coachings lassen sich in Karriere-Coachings bestens einsetzen. Denn hier geht es vor allem darum, dem Coachee neue Impulse für ein effektiveres Handeln im unternehmerischen Kontext aufzuzeigen. Dazu müssen Coachs die richtigen Fragen stellen, die sie mit dem speziellen Kartenset für systemische Coachs an die Hand bekommen. Alles ist miteinander verbunden Wenn es im Job nicht rundläuft, stellen viele Mitarbeiter und Führungskräfte sich und ihrem Coach die Frage, woran es liegt. Liegt es an dem eigenen Vorgehen und der Arbeitsweise, oder liegt es an den Unternehmensstrukturen? Schwierige Situationen im Job lassen sich selten mit einem Coaching lösen, das allein auf den Coachee und seine Persönlichkeit schaut. Dieser kann zwar an sich und seinen Fähigkeiten arbeiten, doch ob damit die jeweilige Schwierigkeit behoben wird, liegt an der Dynamik im Team und dem Unternehmen. Das systemische Coaching beleuchtet deshalb mehrere Aspekte, die das soziale System, in dem sich der Coachee bewegt, miteinbeziehen. Es wird geschaut, wie die jeweilige Person in dem bestehenden System handeln kann, um die jeweilige Problematik nicht erneut auftreten zu lassen - wer nun Schuld an dem Zustand hat, spielt dabei keine Rolle. Mit den richtigen Fragen zum Erfolg In einem systemischen Coaching werden unter anderem durch zielgerichtete Fragen eingefahrene Handlungsmuster entdeckt. Diese führen womöglich nicht zum gewünschten Ziel, alternative Möglichkeiten des Handelns werden jedoch nicht wahrgenommen. Um gemeinsam mit dem Klienten herauszufinden, welche anderen Handlungsoptionen ihm zur Verfügung stehen, kann der Coach die richtigen Fragen stellen. Roman Hoch und Silvia Vater sind beide unter anderem als systemische Berater und für die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) tätig. Gemeinsam haben sie ein Kartenset mit Fragetechniken für das systemische Coaching erarbeitet, das wertvolle und anregende Fragestellungen in den folgenden sechs Kategorien bietet: Beziehung aufbauen und Haltung vermitteln Anliegen konkretisieren und Contracting Beobachtungs- und Bearbeitungsebene finden Konstruktionen kontextualisieren und Arbeitshypothesen entwickeln Realitätscheck und Auswirkungsüberprüfung Integration und Abschluss Die Karten sind eine Hilfestellung für Coachs, um gemeinsam mit ihren Klienten einen erfolgsversprechenden Weg einzuschlagen. Die Fragen unterstützen auch in schwierigen Situationen: Der Klient befindet sich vielleicht nicht freiwillig im Coachingprozess, sondern wurde vom Arbeitgeber „geschickt“. Er jammert womöglich über die Situation und hat noch nicht erkannt, wie das Coaching ihm helfen könnte. Das Kartenset hilft in genau solchen Momenten, um mit inspirierenden Fragen neue Denk- und Handlungswege zu eröffnen. Roter-Reiter-Fazit Dieses Kartenset mit Fragetechniken für das systemische Coaching ist ein sehr gutes Arbeitsmittel für Coachings im Arbeitskontext. Die Karten sind je nach Kategorie unterschiedlich farbig, im begleitenden Booklet finden Coachs fachliche Hinweise zur effektiven Anwendung der Karten. Roman Hoch, Silvia Vater: Kartenset Fragetechnik für systemisches Coaching. 90 Fragekarten mit Anleitung. Beltz Verlag, Weinheim 2019. 90 Karten mit 56-seitigem Booklet, 34,95 Euro. ISBN: 978-3-407-29600-9 Jetzt bestellen. Weitere Fragenkarten-Sets: Stärken stärken. Imaginationstraining.     ### Coachende Gesprächsführung: Wie man selbst auf die Lösung kommt Es gibt nur wenige Menschen, die ihrem Gegenüber nicht gern Tipps und Ratschläge geben, wenn dieser von einem Problem berichtet. Das können Probleme in der Beziehung, im Job oder mit dem Auto sein. Auch von Coaches herrscht das gängige Bild vor: Ich stelle ihnen meine Frage und erzähle von meinen Schwierigkeiten, und sie geben mir einen Rat, den ich befolge. So funktioniert das schließlich auch beim Arzt. Im Coaching und in anderen beruflichen Situationen führt es aber oftmals nicht zum erhofften Ziel, wenn die Ratsuchenden die scheinbar passende Antwort fix und fertig serviert bekommen. Gute Ratschläge kommen oftmals nicht an Einen Rat zu geben, ist ein gutes Gefühl. Es steigert unser Selbstbewusstsein, wenn wir jemandem helfen können. Erhalten wir hingegen selbst einen Rat, fühlt sich das selten positiv an. Stellen wir uns die folgende Situation vor: Ein Mitarbeiter erhält die Verantwortung für ein Projekt. Sein Vorgesetzter möchte ihm damit etwas Gutes tun, da er viel Potenzial in seinem Mitarbeiter sieht. Es läuft aber nicht so gut wie angedacht, der Mitarbeiter kann sich im Projektteam nicht durchsetzen. Die Führungskraft rät dem Mitarbeiter, die Zügel in die Hand zu nehmen. Was der Vorgesetzte nicht weiß: Sein Mitarbeiter hat schon einmal eine schlechte Erfahrung gemacht, als er in einem früheren Projekt zu viel Eigeninitiative gezeigt hat. „Jemand, der ein Problem hat, spricht häufig nicht über jene Gefühle, die der Umsetzung einer Lösung im Wege stehen“, so der Autor und Psychogerontologe Huub Buijssen in seinem Buch „Coachende Gesprächsführung“: „Jemand, der eine Lösung vorschlägt, sieht nur das Resultat, spürt aber nicht, was die Person empfindet, der er den Rat gegeben hat, wie zum Beispiel Angst.“ Dies ist für Buijssen einer der Gründe, warum Ratschläge und vermeintliche Hilfestellungen oftmals nicht zum erwünschten Ergebnis führen. Er entwickelte die Methode der coachenden Gesprächsführung, die Hilfesuchende dabei unterstützt, selbst Lösungen zu finden. Voreilige Hilfestellungen führen zu Passivität Buijssens Methode der coachenden Gesprächsführung entstand aus der Praxis heraus. Der Psychogerontologe war in den 1980er-Jahren Mitarbeiter in einer Einrichtung für ambulante Pflege, als sein Vorgesetzter ihn bat, eine Handreichung für die Pflegekräfte zu erstellen, die wie ein Gesprächsleitfaden für die Kommunikation mit Patienten funktionieren sollte. Sein Chef hatte erkannt, dass zu viel unnötige Hilfe abhängig macht und insbesondere kranken und älteren Menschen den Weg in ein normales Leben erschwert. Pflegekräfte sollten also nicht sofort alle Tätigkeiten für die Patienten übernehmen, sondern in einem Gespräch erst einmal herausfinden, zu wie viel Eigeninitiative diese noch selbst fähig sind. So entstand die coachende Gesprächsführung. Was soll ich tun? In sechs Etappen zur Antwort In seinem nun erstmals in Deutsch erscheinenden Ratgeber „Coachende Gesprächsführung“ stellt Buijssen die sechs Schritte seiner Methode - Bericht, Problem, Gefühle, Lösung, Erreichbarkeit, Durchführung – vor und zeigt anhand von vielen Beispielen, wo und wie sie am besten angewendet wird. Laut Autor kann sie in allen helfenden und beratenden Berufen genutzt werden, in denen Probleme zu lösen sind, die sich um die Frage drehen: „Was soll ich tun?“ Das Angenehme: Es gibt in jeder Etappe der coachenden Gesprächsführung klar festgelegte Fragen und Richtlinien, die genau eingehalten werden müssen. Und am Ende haben Coach und Hilfesuchender zusammen eine Antwort auf die jeweilige Frage gefunden. Roter-Reiter-Fazit Ein sehr klar strukturiertes Praxisbuch für Coaches, Trainer und Führungskräfte mit beratenden Funktionen. Neben sehr ausführlichen Handreichungen für die verschiedenen Etappen stellt Buijssen auch die wichtigsten Fallstricke vor, die in der Umsetzung auftreten können. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die umfangreichen Online-Materialien zum Buch. Huub Buijssen: Coachende Gesprächsführung. In sechs Schritten vom Problem zur Lösung. Mit Online-Materialien Beltz Verlag, Weinheim 2019 180 Seiten, 34,95 € ISBN: 978-3-407-36672-6   Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Job-Coaching: Tool-Box für Erfolg auf beiden Seiten Wer ein Karriere-Coaching nutzt, der hat zumeist ein klares Ziel und will mit einem Coach erkunden, wie er dieses erreicht. Manchmal sind Klienten auch dabei, sich beruflich neu zu orientieren und benötigen etwas Hilfestellung. Ganz anders sieht die Ausgangssituation bei einem Job-Coaching aus. Basis für Erfolg schaffen Ein Job-Coaching ist zumeist eine Maßnahme, die Menschen ohne Arbeit wieder fit für den Arbeitsmarkt machen sollen. Dieses Angebot wird von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter finanziert, die Betroffenen nutzen es oft nicht freiwillig. Je nachdem, wie lange die Person arbeitslos ist, fehlt es an Einblicke in die aktuelle Arbeits- und Lebenswelt oder ganz einfach an den notwendigen Skills für eine zeitgemäße Bewerbung. Wer nach Dutzenden von Bewerbungsschreiben nur Ablehnung erfahren hat, dem fehlt es zumeist auch an Motivation. Ein Job-Coach hat hier also sehr unterschiedliche Ausgangssituationen, die es zu verstehen gilt. Nur so kann ein Job-Coaching genau das bieten, was die Person in ihrer aktuellen Lage benötigt. Das kann eine Herausforderung sein, denn es gibt für das Berufsbild des Job-Coachs kein einheitliches Anforderungsprofil. Während die einen praktische Tipps für die digitale Bewerbung benötigen, müssen die anderen erst einmal psychisch gestärkt werden. Diese Spannbreite an Aufgaben geht über klassisches Karriere-Coaching weit hinaus. Selbstbild stärken und definieren Andrea Schlösser und Karin Kiesele bieten mit ihrem Ratgeber eine kompakte Tool- Box und einen praktischen Leitfaden für erfolgreiches Job-Coaching. Mit ihrem Buch geben die beiden Coaches und Mediatorinnen einen guten Überblick über die Aufgaben, Herausforderungen und Methoden des erfolgreichen Job-Coachings. Zum Berufsbild des Job-Coachs gehören zum einen Haltung und Methoden des klassischen Coachings, zum anderen werden auch Fachkenntnisse über den aktuellen Arbeitsmarkt sowie Erfahrungen im Bewerbermanagement gefordert“,wissen die Autorinnen, die selbst Job-Coaches ausgebildet haben. Roter-Reiter-Fazit: Ein umfassendes Praxis-Handbuch für Job-Coaches, die ihre Arbeitsgrundlagen festigen und strategisch mit ihren Kundinnen und Kunden zusammenarbeiten möchten. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Andrea Schlösser, Karin Kiesele Job-Coaching. Arbeitssuchende für den Arbeitsmarkt fit machen. Junfermann Verlag, Paderborn 2018. 250 Seiten, 24 Euro ISBN: 3955718123   ### Micro Learning: Bewerbung to go Wer heute noch eine Bewerbung per Post schickt, der hat schon fast verloren. Und gehört der Familienstand eigentlich noch in den Lebenslauf? Wie funktioniert ein Bewerbungsschreiben, das modern und spritzig, aber immer noch seriös klingt? Sandra Gehde liefert mit ihrem Bewerbungsratgeber in Micro-Learning-Methode Antworten auf die wichtigsten Fragen. Hier kommt die Bewerbung 2.0 Wer sein Bewerbungsanschreiben mit „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle ..." eröffnet und seine Unterlagen in einem Schnellhefter verschickt, der gibt sich als Traditionalist zu erkennen - und die braucht keiner mehr. Unternehmen und Betriebe brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Höhe der Zeit. Das sind zum einen Menschen, die beispielsweise im Medien- und Informationsbereich arbeiten und die in einer Bewerbung zeigen, dass sie souverän und zeitgemäß kommunizieren können und die gängigen Tools beherrschen. Das sind zum anderen aber auch Menschen, die zwar top in ihrem Beruf sind, sich beim Schreiben von Bewerbungen jedoch quälen, weil es einfach nicht zu ihren Schlüsselqualifikationen gehört. „Warum soll ein Mathematiker literarisch glänzen und wozu muss ein Kfz-Mechatroniker ein Anschreiben in epischer Breite vorweisen können?", fragt Personalmanagerin Sandra Gehde. Heute sollte jeder seine Bewerbung in seinem eigenen Stil schreiben dürfen. Wie das geht, zeigt die Autorin in ihrem Ratgeber. Mit Micro Learning zur interessanten Bewerbung Gehde erklärt, wie Stellenangebote im digitalen Zeitalter recherchiert werden und wie eine Bewerbung ansprechend gestaltet wird. Das Besondere ist ihre Herangehensweise, denn sie nutzt die Micro-Learning-Methode. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und in kleine Einheiten unterteilt. Visuelle Elemente lockern den Text auf und zeigen Beispiele. Diese Methode, Inhalte in „mikro“-kleine Einheiten zu unterteilen, kommt aus dem digitalen Bildungsbereich. Da wir uns nicht lange auf Inhalte konzentrieren und immer nur eine begrenzte Menge an Wissen abspeichern können, werden Kapitel kurz und möglichst praktisch gestaltet. Das ist bei einem Bewerbungsratgeber besonders hilfreich, da sich jede Leserin und jeder Leser die wichtigsten Fragen bereits beim Querlesen beantworten und eigene Leseschwerpunkte setzen kann. Rote-Reiter-Fazit Ein kurzweiliger und praxisorientierter Bewerbungsratgeber, der zeigt, wie in weniger als 15 Minuten individuelle, ansprechende und interesseweckende Bewerbungen entstehen. Jetzt bei managementbuch.de bestellen. Sandra Gehde: Bewerbung to go. Entspannt und zeitgemäß zum neuen Job; Erfolgreich bewerben mit der Micro-Learning-Methode. Metropolitan Verlag, Regensburg 2019. 168 Seiten, 14,99 Euro. ISBN: 3961860300   ### Innovationsworkshops entwickeln: Praxistipps zum Selbermachen Wie locken Unternehmen die besten Ideen aus ihren Mitarbeitern hervor? Wie arbeiten Teams kreativ zusammen? Und unter welchen Voraussetzungen entstehen eigentlich Innovationen? Reinhold Pabst sieht im Innovationsworkshop eine der effektivsten Möglichkeiten, gemeinsam Neues zu schaffen. Denn die Zeiten, in denen Entwickler und Forscher in einem stillen Kämmerlein saßen und im Alleingang tüftelten, sind vorbei. Raum zum Denken schaffen „Mit Workshops werden ein konkreter Termin und Raum geschaffen für das gemeinsame Treffen und Arbeiten“, sagt Pabst, „dabei ist man für diese Zeit voll konzentriert bei einem Thema und schaltet Störfaktoren wie Handys oder Mails ab.“ Aber was soll in einem solchen Workshop passieren? Viele Führungskräfte haben schon zu viele schlecht aufbereitete Workshops erlebt, die eher einem Seminar in Form eines Frontalunterrichts oder einer Selbsthilfegruppe für anonyme Führungskräfte glichen. Aber es geht auch anders, wie der Business Development Manager Papst gemeinsam mit seinem Team im Praxisbuch „Erfolgreiche Innovationsworkshops“ zeigt. Das Interessante: Das Buch entstand direkt aus der praktischen Anwendung heraus. Auf Herz und Nieren getestet: Die besten Workshop-Tools Der mit guten Ideen randvolle Ratgeber ist eines der Ergebnisse des Förderprogramms „Zwanzig20 - Partnerschaft für Innovation“, für das sich das Fraunhofer-Institut IOF in Jena mit dem Projekt Allianz 3Dsensationerfolgreich beworben hat. Diese Allianz besteht aus Forschung, mittelständischen und kleinen Unternehmen und Großunternehmen. Alle teilnehmenden Akteure sind im Bereich der 3-D-Technolgie tätig und arbeiten an der Schnittstelle der Mensch-Maschine-Interaktion. Zu diesem Programm wurde mit InnoFo3D ein strategisches Begleitprojekt geschaffen, das das Entwicklungspotenzial und die Innovationsprozesse in und zwischen den einzelnen Akteuren sichtbar herausarbeiten soll. Diese Aufgabe übernahm Reinhold Pabst mit seinem Team. Im Rahmen des Projektes führten sie viele Innovationsworkshops durch, die zum Erfolg des Hauptprojektes wesentlich beitrugen. Die Ergebnisse dieser kreativen und strategischen Arbeit hielt das Team in dem Praxisbuch „Erfolgreiche Innovationsworkshops“ fest. Der perfekte Methodenkoffer für Workshop-Entwickler In dem Praxisbuch gibt das Autorenteam handfeste Empfehlungen für Workshop-Tools wie Golden Circle, Band Building oder Stadt-Land-Fluss als Warm-up. In einem weiteren Kapitel durchläuft der Leser den Prozess eines Workshops, angefangen bei der inhaltlichen Vorbereitung und der Einfühlung in die Herausforderungen an die Moderation eines Innovationsworkshops. Noch mehr Input erhalten interessierte Führungskräfte im Kapitel „Workshop-Anlässe“, denn: Die Ausrichtung eines Workshops richtet sich auch immer nach dem anvisierten Ziel.   Rote-Reiter-Fazit Innovation fängt beim gemeinsamen Kreativsein und Freidenken an: Der Ratgeber richtet sich an alle Personen, die Workshops planen und organisieren und einen echten Mehrwert schaffen möchten. Reinhold Pabst, Vera Podlinski, Lisa Koch: Erfolgreiche Innovationsworkshops. Zusammenarbeit individuell und kreativ gestalten Wiley-VCH, Weinheim 2019. 263 Seiten, 29,99 Euro. ISBN: 978-3-527-50974-4 Jetzt bei managemenbuch.de bestellen. ### So wird ein Unternehmen agil Agilität ist eine Kampfansage. Entweder schreiben sich diese Unternehmen dies auf die Flagge und möchten selbst zu einem modernen Betrieb mit agilen Arbeitsweisen werden. Oder sie sind müde von dem Dauertrend der Agilität, der schon aus so vielen Mündern beworben wurde, dass man gar nicht mehr weiß, worum es dabei eigentlich genau geht. Wer es genau wissen will, der holt sich den ultimativen Ratgeber zum Thema „Das agile Unternehmen“. Agilität muss gelebt werden Doug Rose ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Berater für Prozessmanagement und Geschäftsprozessoptimierung und Experte für Agilität, Scrum und Lean. Damit ist er prädestiniert, ein Arbeitsbuch zum Thema „Agiles Management für Dummies“ zu schreiben. Tatsächlich finden in dem gleichnamigen Ratgeber alle - vom Vorstand über die Führungskraft bis hin zum Projektmanager - einen Leitfaden für den Weg zur agilen Arbeitsweise. Entscheidend ist, dass Agilität hier nicht als Methode für einzelne Projekte verstanden wird, sondern als eine neue Art des Managens, Kommunizierens und Entwickelns. „Ein groß angelegter agiler Umbau ist kein Pappenstiel, besonders wenn es um die Entwicklung komplexer Produkte geht, die traditionell eine ausführliche Vorausplanung erfordern“, erklärt Rose. Agilen Unternehmen gehört die Zukunft Es bringt nicht viel, wenn das Entwickler-Team agile Tools nutzt, in allen anderen Abteilungen jedoch ganz konservativ gearbeitet wird. Rose geht in dem Ratgeber aus der bewährten Dummies-Reihe Schritt für Schritt alle Herangehensweisen durch, die Unternehmen wählen können. Dabei betrachtet er verschiedene Wege zum agilen Management, die zu der jeweiligen Organisationsform und Unternehmensgröße passen. Er stellt außerdem Tools wie Disciplined Agile Delivery, Large Scale Scrum, Lean Product Delivery, Kanban, Scale Agile Framework und Spotify Engineering Culture vor und zeigt an Beispielen aus der Praxis, wo die Fallstricke in der Re-Organisation liegen können. Der Kopf schwirrt manchmal ganz schön, denn agile Tools können sehr komplex sein. Rose zeigt aber, dass es die Mühe wert ist, sich damit auseinanderzusetzen. Denn die Wirtschaftswelt der Zukunft wird alle Unternehmen, die weiter in starren Korsetts agieren, hinter sich lassen - der Agilität gehört die Zukunft. Rote-Reiter-Fazit Der Ratgeber löst in bester Art und Weise die komplexen Strukturen des agilen Managements auf und zeigt als umfangreiches Arbeitsbuch, welche Schritte Unternehmen gehen müssen, um Agilität erfolgreich zu leben.   Doug Rose: Das agile Unternehmen für Dummies Wiley-VCH Verlag, 2019 384 Seiten, 29,99 Euro ISBN: 978-3-527-82146-4 Jetzt bei managementbuch.de bestellen.     ### Thinking Environment: Lass sie denken Wie funktioniert Coaching und wie führen Coaches ihre Klienten zu einem erfolgreichen Abschluss? Thinking-Environment-Coach Marion Miketta sagt: „Wir müssen den Menschen den notwendigen Raum zum Denken lassen und die richtigen Prozesse anstoßen. Den Rest übernimmt der Klient selbst.“ Weniger reden - mehr fragen Ein Coaching stellen sich viele Menschen so vor: Sie schildern dem Coach ihre Probleme oder ihre aktuelle Situation, woraufhin er zum Ideengeber wird und seine Einschätzung äußert. Er gibt Input, den der Klient verinnerlicht oder über den er zumindest nachdenkt. „Coaches scheitern unvermeidlich an derselben Einschätzung, der die meisten ,Zuhör-Experten‘ aufsitzen: Wir gehen davon aus zu helfen, indem wir reden.“ Das ist aber laut Miketta mitnichten der Fall. Der Input des Coaches blockiert vielmehr die Möglichkeit des Klienten, selbst durch eigenständiges Denken neue Wege für sein Handeln und Denken zu finden - und dabei geht es doch um ihn selbst und sein Leben, wer sollte es besser beurteilen können?   Voraussetzungen zum freien Denken schaffen In ihrem Ratgeber „Thinking Environment“ macht Marion Miketta uns mit der gleichnamigen Methode vertraut. Sie wurde in den vergangenen 35 Jahren von der US-Amerikanerin Nancy Kline erarbeitet und basiert auf den zehn Prinzipien  „Aufmerksamkeit, Gelassenheit, Wertschätzung, Ermutigung, Diversität, Information, Gefühle, Gleichheit, Ort“ und „einschneidenden Fragen“. Sind diese zehn Komponenten in einem Raum gegeben, ist die optimale Denkumgebung - das Thinking Environment - hergestellt. Diese Methode lässt sich in Unternehmen, aber auch im Privatleben anwenden, um innovative Lösungsansätze in Konfliktsituationen zu erarbeiten.   Aufgabe des Coaches: Tiefes Zuhören Miketta legt den Schwerpunkt auf die Wirkung des Thinking Environment im Coaching. Demnach muss ein Coach nur die richtige Denkumgebung schaffen und den Klienten durch offene Fragen in seinem Denkprozess begleiten, damit dieser selbst Lösungen findet, seine Perspektive wechselt oder sich entscheidende Fragen selbst stellt. „Wenn die Bedingungen richtig sind, wird der Klient fast immer besser denken können, als es der Coach für ihn hätte tun können“, sagt Miketta, „und ich bin davon überzeugt, dass es die Aufgabe des Coaches ist, dieses hervorragende Denken im Klienten anzuregen. Seine Aufgabe ist nicht, dieses hervorragende Denken selbst zu generieren.“ Methoden und Techniken für verschiedene Anlässe Ihr Ratgeber funktioniert wunderbar als Einstieg in die Methode des Thinking Environment. Sie stellt die zehn Prinzipien vor und zeigt an Praxisbeispielen und Dialogen, wie ein Coaching in der perfekten Denkumgebung und die Rolle des Coaches dabei aussehen. Anschließend stellt sie die verschiedenen Anwendungsszenarien des Thinking Environment vor, wozu neben dem Coaching (Thinking Partnership) unter anderem auch die sogenannten Thinking Rounds, Transforming Meetings, das Mentoring oder die Timed Talks gehören.   Rote-Reiter-Fazit Ein inspirierendes und an Gedanken reiches Buch für Trainer, Coaches und andere „Zuhör-Experten“, die ihre Rolle im Coaching-Prozess reflektieren und neu bewerten möchten. Marion Miketta: Thinking Environment. Denkräume schaffen in Coaching und Beratung Junfermann, Paderborn 2019 176 Seiten, 22 Euro ISBN: 978-3-95571-759-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Jetzt starten! Change Management im Praxistest Change Management gehört zu den Megatrends der letzten Jahre. Es gibt viele Ratgeber und Sachbücher, die sich mit dem Change-Prozess, Methoden und den theoretischen Hintergründen beschäftigen. Wer aber direkt starten will, ohne sich erst im Selbststudium Unmengen an Background-Wissen anzueignen, dem ist mit dem neuen Praxisbuch von Friederike und Thomas Fitzel geholfen.   Schritt für Schritt in den Change-Prozess eintauchen In ihrem Ratgeber „Abenteuer Wandel“ führen die Trainerin und der Projektmanager durch alle notwendigen Vorbereitungsschritte, die für einen gelungenen Change notwendig sind. Was ist eigentlich Change Management und wie unterscheidet es sich von anderen Trends? Warum ist der stetige Wandel wichtig für Unternehmen, die nicht abgehängt werden möchten? Mit der Beantwortung dieser Fragen ist das notwendige Basic-Wissen vorhanden, und dann geht es los in die Umsetzung. Das Praxisbuch fungiert dabei als ein Begleiter, den der Change-Beauftragte immer dann zur Hand nimmt, wenn der Prozess vorangetrieben oder eine neue Stufe genommen werden soll. Nach wichtigen Abschnitten gibt es jeweils Zwischenfazits, in denen das Erreichte reflektiert und der Ist-Zustand festgehalten wird. Das ermöglicht ein schrittweises Vorgehen, das strukturiert durch einen Wandlungsprozess führt.   Erfolgsfaktoren und Herausforderungen klar benennen und erkennen Stück für Stück stellen Friederike Fitzel und Thomas Fitzel die Erfolgsfaktoren eines erfolgreichen Change Managements sowie die ganz praktischen Hürden vor. Zu den fünf wichtigsten Faktoren gehört die Kommunikation, deren Erfolg existenziell  für das Change Management ist. Ist die Stimmung im Unternehmen gut, hat die interne Kommunikation von Veränderungsprozessen eine gute Basis, denn es herrscht Vertrauen in den Teams. Ist jedoch bereits etwas im Argen und gibt es eine Atmosphäre der Angst, dann ist einiges an Vorarbeit notwendig. „Eine Kommunikationsplanung ist nach dieser Einschätzung anzupassen, um möglichst professionell und genau auf die Bedürfnisse und Stimmungen eingehen zu können“, so das Autoren-Team Mit gezielten Fragen und Aufgaben regt das Autoren-Team zur Reflexion an, denn wie genau der gelungene Change-Prozess aussieht, hat jeder selbst in der Hand. „Die Wege zum Erfolg eines Change-Projekts können so unterschiedlich sein wie die Menschen, die die Veränderung umsetzen wollen oder sollen“, stellen sie fest. „Genauso spezifisch müssen auch die einzelnen Strategien sein.“   Rote-Reiter-Fazit Aktivierend und verständlich: Ein gelungenes und erfrischend klar strukturiertes Praxisbuch, das dazu einlädt, umgehend in die Umsetzung von Change-Prozessen zu gehen. Zur Vertiefung für Fortgeschrittene gibt es außerdem die Exkurse zur Positiven Psychologie, zu New Work und zum Projektmanagement.   Friederike Fitzel, Thomas Fitzel: Abenteuer Wandel. Ihr Coachingleitfaden für den Change-Prozess Wiley-VCH, Weinheim 2019 286 Seiten, 21,99 Euro ISBN: 978-3-527-50976-8 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### So wird der Ruhestand nicht zum Stillstand Es ist wohl für viele Arbeitnehmer eine stille Sehnsucht: der wohlverdiente Ruhestand. Endlich ausschlafen und all das tun, zu dem sonst keine Zeit blieb. Keine gestressten Chefs und nervenden Kollegen oder Kunden mehr! Wenn es dann aber so weit ist, fallen viele Pensionäre in ein tiefes Loch. Wie das erfolgreich verhindert wird, erzählt Bestseller-Autor Ernie J. Zelinski in seinem unterhaltsamen und vielbeachteten Buch „Die beste Zeit Ihres Lebens“. Was wirklich zählt Manche haben das Glück, finanziell sehr gut ausgestattet in Rente gehen zu können. Ist dann auch noch eine stabile Gesundheit vorhanden, kann ja kaum etwas schiefgehen, oder? Etwas Entscheidendes bricht aber vielen das Genick: „Was fehlen könnte, ist dann eine gewisse Zielgerichtetheit, das Gefühl für einen gewissen Sinn im Leben“, weiß Zelinski. Auch wenn wir es bis dato sicher nicht immer toll fanden: Aber mit unserem Job hatten wir eine Aufgabe, die unseren Tag ausfüllte, und eine solche Zielsetzung braucht jeder Mensch zum Glücklichsein. Wer sich im Ruhestand keine neuen Aufgaben sucht und sich nicht neuen Herausforderungen stellt, der wird nicht nur wenig glücklich in seinem neuen Leben sein. Wer nach dem letzten Arbeitstag Zettel und Stift fallen lässt und durch nichts Neues ersetzt, baut auch körperlich und geistig schneller ab, Noch einmal von vorn beginnen Ernie J. Zelinski gibt in seinem Ratgeber viele Inspirationen für diesen neuen Lebensabschnitt. Der 70-Jährige weiß, wovon er spricht, und lässt auch andere Betroffene zu Wort kommen. Wichtig ist ihm dabei zu vermitteln, dass ein glückliches Leben als Ruheständler nicht von den finanziellen Mitteln abhängt. Deshalb geht seine Kritik auch an die Finanzwelt. „Anlageberater, Bankmitarbeiter und andere Ruhestandsplaner überschütten uns zwar mit Werbung, Direktansprachen und Ratschlägen, wie wir finanziell für unseren Ruhestand vorsorgen sollen, ignorieren aber alle anderen Faktoren, die zu einem erfolgreichen Ruhestand beitragen“, so der Autor. An diesem Punkt setzt sein Ratgeber an. Zelinski ruft zu einem aktiven Lebensstil auf und zeigt, welche Chancen der Ruhestand mit sich bringt. Jetzt ist die Zeit, um noch einmal neue Wege zu gehen, ein Studium zu beginnen - nicht das Studium mit den größten Karriereaussichten, sondern vielleicht ein Orchideenfach wie Philosophie, Kunstgeschichte oder eine Sprache - oder sich einem Ehrenamt von Herzen zu widmen. „Körperliche Gesundheit, geistige Gesundheit und solide soziale Unterstützung spielen für die meisten Ruheständler sogar eine größere Rolle als der Finanzstatus“, weiß er. Rote-Reiter-Fazit In seinem Buch gibt Zelinski viele kleine und auch größere Inspirationen, die - einmal umgesetzt - den Ruhestand zur besten Zeit des Lebens machen. Er macht Lust auf und Mut für den Schritt in ein neues Leben „nach der Arbeit“, gehen müssen wir ihn allein. Ernie J. Zelinski: Die beste Zeit Ihres Lebens. Glücklich, wild und frei in den Ruhestand starten Wiley-VCH, Weinheim 2019. 248 Seiten, 14,99 Euro ISBN: 978-3-527-50978-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Lächeln - Nicken - Kontern Im Büro oder im Kontakt mit Geschäftskunden erlebt wahrscheinlich jeder von uns hin und wieder schwierige Situationen mit schwierigen Personen. Da gibt es den CEO, der wie ein Platzhirsch agiert und grundsätzlich jeden Mitarbeiter spüren lässt, dass er ihn für inkompetent hält. Da gibt es die Kunden, die einem das Wort im Mund herumdrehen, weil sie eigene Fehler oder Missverständnisse nicht eingestehen möchten. Da werden vor allem Frauen in Verhandlungen oder Meetings viel zu oft zurechtgewiesen und in ihrer Führungskompetenz angezweifelt. Wie nun aber auf mehr oder weniger offene verbale Angriffe reagieren? Runterschlucken und drüberstehen oder sich in Kampfstellung bringen? Hans-Jürgen Kratz zeigt in seinem Ratgeber „Lächeln, nicken, kontern“, wie wir rhetorisch gekonnt und argumentativ überzeugend auftreten, ohne den Vorgesetzten offen bloßzustellen oder es sich mit Geschäftskunden zu verderben. Selbst-Check: Wie wirke ich auf mein Gegenüber? Besonders interessant an dem Ratgeber ist, dass der Autor beide Seiten einer Eskalation vorstellt: Im ersten Teil spiegelt Kratz das Verhalten der betroffenen Person wider. Jeder sollte sich selbst fragen: Was trage ich dazu bei, dass ich zur Zielscheibe dieser verbalen Angriffe werde? Stück für Stück deckt Kratz Verhaltensweisen und Kommunikationsfehler auf und zeigt, mit welchen kleinen Tricks wir anders auf unser Gegenüber wirken. „Damit wir nicht zum Aggressionsobjekt werden, genügen häufig schon kleine Änderungen im eigenen Verhalten, um einem Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen und eine voraussichtliche Eskalation zu begrenzen.“ Wie kontere ich Verbalattacken? Im zweiten Teil beleuchtet Kratz spezielle Situationen, in denen wir mit einem ordentlichen Konter dem Angriff ein Ende setzen können. Insgesamt stellt er 68 Verbalattacken vor. Er deutet Sätze wie „Ihre Argumente sind genauso wirr wie Ihre Frisur“ bis hin zu Angriffen wie „Ihren Vorschlag werden wir später in einem anderen Zusammenhang behandeln. Lassen Sie uns deshalb jetzt zu vernünftigen Vorschlägen kommen. Ich stelle mir vor ...“ und liefert gleich die passende Reaktion dazu. Wer ein bisschen übt, kommt schnell in Schwung und kann in der nächsten schwierigen Situation lächelnd reagieren. Rote-Reiter-Fazit Ein hervorragendes Übungsbuch, mit denen Betroffene ein Gespür für mehr oder weniger versteckte Verbalattacken und eigene Verhaltensweisen erhalten. Hans-Jürgen Kratz: Lächeln, nicken, kontern. Lassen Sie sich von Angreifern, Großmäulern und Besserwissern nicht unterbuttern Walhalla Verlag, Regensburg 2019. 200 Seiten, 14,95 Euro ISBN: 978-3-96186-028-9 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Wir wirksam ist Coaching? Es gibt einen großen Markt für Trainings- und Coaching-Angebote, jeder wirbt mit seiner Personality und seinen speziellen Methoden. Je nach Grad der Profession, der Zielgruppe und Spezialisierung kann ein Coaching ein teures Unterfangen werden, weshalb sich viele Interessierte zu Recht die Frage stellen: Was bewirkt das Coaching und lohnt es sich? Wirkung von Coaching aus wissenschaftlicher Perspektive Welche Faktoren für ein erfolgreiches Coaching entscheidend sind und welche unerwünschten Nebeneffekte in der Beziehung zwischen Coach und Klient auftreten können, untersucht Prof. Dr. Carsten C. Schermuly. Er ist Diplom-Psychologe und Leiter des Studiengangs Internationale Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie an der SRH Hochschule Berlin und hat den ersten Ratgeber zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirkung von Business-Coachings geschrieben. In dem Buch „Erfolgreiches Business-Coaching“ stellt er auf anschauliche Art die Ergebnisse von Studien und Forschung dar, die genaue Indikatoren für erfolgreiche Coaching-Methoden liefern. Coaching hat auch Schattenseiten Der Ratgeber gibt Trainern und Coaches eine sehr gute Grundlage für ihr eigenes Handeln, denn auch erfahrene Anbieter sollten sich und ihr Business immer wieder selbst hinterfragen. „Ich erlebe immer wieder Coaches, die sehr unsicher sind, wenn sie nach den Wirkungen ihrer Dienstleistungen gefragt werden“, erklärt auch Schermuly, „und diese Unsicherheit spürt der Kunde und bohrt an der Stelle noch stärker nach.“ Mit diesem wissenschaftlichen Standardwerk bekommen Coaches Argumente und Fakten an die Hand, Klienten wiederum erfahren, auf was sie bei der Suche nach einem Coach achten sollten. Neben der Frage, was ein gutes Business-Coaching ausmacht und wie es auf Klient und Coach wirkt, widmet sich Schermuly auch dem Aspekt der Nebenwirkungen. Dazu gehört sicher die Situation, in der ein Coach mit tiefergehenden, persönlichen Problemen und Fragestellungen des Klienten konfrontiert wird, die im Rahmen eines Business-Coachings nicht zu lösen sind. Schermuly liefert kein praktisches Übungsbuch, sondern tiefgehende Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung, die zu einem Hinterfragen und einer damit einhergehenden Professionalisierung einladen. Rote-Reiter-Fazit Mit den vorgestellten Ergebnissen in dem Werk „Erfolgreiches Business-Coaching“ können Klienten die Spreu vom Weizen trennen und Coaches die eigenen Methoden und Ansprüche an professionelles Coaching reflektieren. Ein wichtiges Buch! Carsten C. Schermuly: Erfolgreiches Business-Coaching. Positive Wirkungen, unerwünschte Nebenwirkungen und vermeidbare Abbrüche Beltz Verlag, 2019. 237 Seiten, 39,95 Euro. ISBN:978-3-407-36632-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Mitarbeitergespräche führen: Verpassen Sie dem Instrument ein neues Image Für die einen ist es ein Fluch, für die anderen ein Segen: Das Mitarbeitergespräch spaltet die Belegschaft. Dabei kann das konzentrierte Gespräch zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem sehr hilfreich sein, um abseits des Tagesgeschäfts miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Autorenteam um den Arbeits- und Organisationspsychologen Josef Zintl zeigt in dem Ratgeber „Mitarbeitergespräche führen“, wie Führungskräfte das Beste aus dem Tool herausholen. Das Mitarbeitergespräch neu definieren „In vielen Unternehmen wird das Mitarbeitergespräch als lästige Verpflichtung abgetan. Viele Führungskräfte scheuen diese Form des Gesprächs“, weiß Zintl. Im persönlichen Gespräch müssen auch Vorgesetzte Stellung beziehen und nicht selten selbst konstruktive Kritik äußern. Sicher: Es gibt angenehmere Aufgaben, als einem Mitarbeiter zu vermitteln, dass seine Leistungen in den vergangenen Monaten nicht ausreichten. Und auch auf weinende Angestellte, die dem Druck eines Projektes nicht standhalten, muss man gefasst sein. Trotz dieser Herausforderungen sollte das Mitarbeitergespräch als eine positive Möglichkeit betrachtet werden, in dem beide Seiten Feedback geben und das gemeinsame Ziel anvisieren können. Wo stehen wir und wo wollen wir hin? „In der modernen Führung ist das Mitarbeitergespräch ein wesentliches und unverzichtbares Führungsinstrument. Es fördert nicht nur Motivation, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Respekt“, sagt Zintl, „darüber hinaus stellt es ein Analyse-Tool dar, das feststellen soll, inwieweit der Mitarbeiter den Unternehmenszielen und Anforderungen des Arbeitsplatzes von Eignung und Leistung her gewachsen ist.“ In seinem Ratgeber, den der Arbeitspsychologe gemeinsam mit einem interdisziplinären Team erarbeitet hat, werden Führungskräfte Schritt für Schritt durch die Vorbereitung, die Durchführung und die Nachbereitung eines Mitarbeitergesprächs geführt. Besonders praktisch orientiert ist dabei der Top-Ten-Teil, in dem Führungskräfte Vorbereitungstipps, Antwort auf die zehn häufigsten Fragen und einen Überblick über Don‘ts in Mitarbeitergesprächen erhalten. Rote-Reiter-Fazit Der Ratgeber ist eine praktische Hilfe für Führungskräfte, die das Mitarbeitergespräch bewusst als Personal-Tool einsetzen und sich eine positive Gesprächstechnik aneignen möchten. Josef Zintl, Dörthe Dehe, Judith Junk, Theresa Kopp, Clemens Schlich: Mitarbeitergespräche führen für Dummies Wiley VCH Verlag GmbH, Weinheim 2018 196 Seiten, 16,99 Euro ISBN: 352771510X Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Viel Struktur und wenig Vision: Verzockte Zukunft Gerald Lembke ist Professor für Betriebswirtschaftslehre, Medienmanagement und Kommunikation in Mannheim. In seiner Arbeit mit jungen Menschen an der Dualen Hochschule trifft er auf junge, orientierungslose Menschen. In seinem Buch „Verzockte Zukunft“ legt er offen, wie Wirtschaft und Politik das Potenzial der jungen Generation verspielen - und das mit Folgen. Wie ein System Menschen hilflos macht „Ich erlebe täglich, wie orientierungslos manche meiner Studentinnen und Studenten durchs Leben stolpern, wie wenig soziale Kompetenzen sie haben und wie sie an einfachsten Aufgaben scheitern, bei denen sie das eingepaukte Wissen in eigenen Worten wiedergeben oder anwenden müssten“, erzählt Lembke. Liegt das an einer WhatsApp-Generation, die einfach keinen Bock mehr hat? Ist das der Werteverfall, den vor allem ältere Menschen mit Blick auf ihre eigene Jugend den heutigen Jugendlichen unterstellen? Lembke fing damit an, sich mit den Ursachen der markanten Bildungs- und Kompetenzlücken einiger Studierender zu beschäftigen. Heraus kam ein Appell an  Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie eine Diagnose: „Viele junge Erwachsene haben Angst“, stellt er fest, „und diese Angst haben wir Älteren ihnen eingeimpft.“ Das Problem scheint hausgemacht. Es braucht mehr Platz für Entwicklung und Individualität In „Verzockte Zukunft“ differenziert Lembke die verschiedenen Brandherde heraus. Es beginnt seiner Meinung nach mit einer zunehmenden Überbehütung in den Familien. Die lässt keinen ausreichenden „Raum für eine eigenständige Persönlichkeitsentwicklung“. Der Leistungsdruck der Gesellschaft zeigt sich in einem vollen Wochenplan für Kindergartenkinder und später in den Schulkindern, die auf Bestleistungen getrimmt werden. Lembke beobachtet, dass Kinder und Jugendliche heute ganz klare Vorstellungen vorgelegt bekommen, wie sie zu sein und was sie zu tun haben. Werden sie dann nach der Schule ins Studium entlassen, sind sie oft das erste Mal auf sich allein gestellt. „Manche warten buchstäblich darauf, dass sie von Eltern, Lehrern oder Professoren abgeholt, an die Hand genommen und auf ihren (?) Lebensweg geführt werden“, sagt er. Die enorme Arbeits- und Freizeitbelastung lässt den Jugendlichen keinen Raum, um darüber nachzudenken, was sie eigentlich selbst wollen, und keine Zeit zum Ausprobieren von verschiedenen Berufs- und Lebenswegen. Appell an die ältere Generation Fehlende Konzentration durch WhatsAppen, Bulimie-Lernen durch Bologna und ein durchgetaktetes Familienleben: Die Ursachen für die Lethargie und Orientierungslosigkeit sind für Lembke vielfältig und ineinander verwoben. Trotzdem schlüsselt er einige wichtige Faktoren auf, die aus seiner Sicht schnell in Angriff genommen werden müssen, damit die nächste Generation wieder Lust und Energie hat, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und sich auch gesellschaftlich einzubringen. „Dass junge Leute ihr Potenzial nicht ausschöpfen können, hat sehr viel damit zu tun, dass wir gesellschaftlich so viel Angst schüren und Druck aufbauen“, resümiert Lembke. „Wir Älteren müssen ihnen Mut machen, den Hunger nach dem Leben fördern, anstatt sie abzufüttern, um unser schlechtes Gewissen zu befriedigen.“ Roter-Reiter-Fazit Ein faktenreiches Buch zur aktuellen Lebens- und Bildungssituation junger Menschen und ein kraftvoller Aufruf zu mehr Mut, neue Wege in einer sich schnell wandelnden Welt zu gehen. Gerald Lembke: Verzockte Zukunft. Wie wir das Potenzial der jungen Generation verspielen. Beltz Verlag, Weinheim/Basel 2019. 224 Seiten, 18,95 Euro ISBN: 3407865570 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Für einen entspannten Umgang mit Dilemmas Ständig von Dilemmas umgeben? Willkommen im Club! Führungskraft zu sein bedeutet meist, immer wieder Entscheidungen zwischen Pest und Cholera treffen zu müssen, bei denen wir also nur verlieren könnten. Entweder fahren wir den Chef sauer oder die Kollegen. Oder wir vergrätzen die Kunden oder die Eigentümer der Firma. Und wenn es ganz dumm läuft, sind beide sauer. Weil wir ständig von Dilemmas umgeben sind, kommt schnell der Gedanke auf, dass wir irgendetwas falsch oder als Führungskraft einen schlechten Job machen. Sicher: Nobody’s perfect! Wir alle machen Fehler, aber Dilemmas sind nicht die gelbe Karte für schlechtes Management. Im Gegenteil, Dilemmas sind die Eintrittskarte dafür, dass wir überhaupt am Management-Spiel teilnehmen. Denn so wie wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten – egal ob in der Firma, im Verein oder auch im privaten Umfeld –, stehen wir unausweichlich Dilemmas gegenüber. Sie sind ein unausweichlicher Bestandteil einer jeden Organisation, jedes Unternehmen. Wir würden zwar gerne auf Dilemmas verzichten, können es aber nicht. Aber eigentlich sollten Sie über die Dilemmas froh sein. Denn in vielen Fällen sind sie Ihre Daseinsberechtigung als Führungskraft! Wenn es nur Probleme nach Schema F zu lösen gäbe, bräuchte das Unternehmen Sie als teure Führungskraft nicht mehr. Schema F kann die Praktikantin billiger als Sie abarbeiten, der Kollege Algorithmus demnächst sogar noch billiger. Wenn wir also auf Dilemmas nicht verzichten können, sollten wir einen intelligenten und entspannten Umgang mit ihnen pflegen. Was sind Dilemmas? Es sind jene Entscheidungen, bei denen wir scheinbar nur verlieren können. Der Duden definiert ein Dilemma als „Zwangslage, Situation, in der sich jemand befindet, besonders wenn er zwischen zwei in gleicher Weise schwierigen oder unangenehmen Dingen wählen soll oder muss“. Aber bei der Definition fehlt etwas: nicht nur sind die beiden Dinge schwierig und unangenehm, sondern beide sind in gewisser Hinsicht auch unverzichtbar. Eine Entscheidung wird dann zum Dilemma, wenn wir sie treffen müssen, obwohl wir weder das eine noch das andere wollen, aber letztendlich beides benötigen. Die Definition von Oswald Neuberger bringt daher Dilemmas gut auf den Punkt. Wir haben ein Dilemma, wenn wir zwischen den Optionen entscheidenmüssen: Es herrscht Handlungsdruck und wir können die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben. die Optionen gegebensind: Es geht nicht um irgendwelche hypothetische Dinge, die eintreten könnten, sondern um Optionen, die klar auf dem Tisch liegen. die Optionen gegensätzlichsind: Die eine Option schließt die andere Option aus – und gleichzeitig brauchen wir beide Optionen. die Optionen gleichwertigsind: Egal, wie Sie entscheiden, beide Entscheidungen sind gleich Was sind die typischsten Dilemmas? Dilemmas tauchen in den unterschiedlichsten Formen und Varianten auf. Doch lässt sich das Gros der Dilemmas in eine von vier Kategorien einordnen Bewahrung und Veränderung:Wenn wir die Dinge immer so tun wie bisher, sind wir als Unternehmen früher oder später nicht mehr wettbewerbsfähig. Bloß wenn wir alles ständig verändern, läuft eine Organisation Gefahr, im Chaos zu versinken, so mit der eigenen Reorganisation oder dem eigenen Change beschäftigt zu sein, dass sie gar nicht mehr dazu kommt, sich um die Kunden und ihre Anliegen zu kümmern. Die Organisation muss sich ständig verändern und gleichzeitig gleich bleiben. Fremdbestimmung und Selbstbestimmung:Als Vorgesetzte haben Sie nicht die Zeit (und vielleicht auch nicht die Lust), Ihre Mitarbeiter ständig zu kontrollieren, alle Entscheidungen selbst zu treffen. Dann bräuchten Sie die Mitarbeiter ja gar nicht erst einstellen. Doch allen Entscheidungen den Mitarbeitenden zu überlassen, geht auch nicht – schließlich sind Sie verantwortlich. Ständig zu kontrollieren ist ebenso wenig eine Option, wie gar nicht zu kontrollieren. Sie müssen Freiheiten einräumen, ohne Freiheit zu geben. Standardisierung und Individualisierung:Im Unternehmen werden Prozesse und Regeln standardisiert. Denn es zu teuer und zu zeitaufwändig, das Rad immer wieder neu zu erfinden oder zehnmal im Unternehmen die gleiche Kennzahl zu definieren. Doch gleichzeitig sind weder die Mitarbeiter alle gleich, noch die Kunden, noch die Spielregeln auf den unterschiedlichen Märkten und Marktsegmente. Also müssen wir immer wieder auf Einzelfälle eingehen – doch auch nicht allzu sehr. Das würde die Firma zu teuer und zu langsam machen. Wir müssen die Dinge standardisieren und gleichzeitig vom Standard abweichen. Konkurrenz und Zusammenarbeit: Wir brauchen die Kollegen, um gemeinsam Dinge zu erreichen, das Projekt abzuwickeln oder den Chef von einer Idee abzubringen, die uns allen nicht passt. Gleichzeitig konkurrieren wir mit unseren Kollegen um die Aufmerksamkeit des Chefs, die spannenden Projekte oder die wenigen Chancen, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Wir müssen gleichzeitig konkurrieren und nicht konkurrieren. Wie bekommt man Dilemmas in den Griff? Dilemmas gibt es viele – leider. Und einige sind so vertrackt, dass sich keine befriedigende Lösung finden lässt. Glücklicherweise sind diese harten Nüsse aber die Ausnahmen. In den meisten Fällen lässt sich das Dilemma doch in den Griff kriegen. Dazu steht uns eine ganze Reihe von Ansätzen zur Verfügung: Dilemmas mal aussitzen Die am meiste unterschätzte Möglichkeit, mit Dilemmas umzugehen, ist, das Dilemma bewusst zu ignorieren. Wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass in der Organisation alles immer perfekt sein muss, können wir eine ganze Reihe von Dilemmas einfach als Grundrauschen ignorieren. Das funktioniert natürlich nicht bei allen Dilemmas, aber in mehr Situationen als man anfänglich denkt. Dilemmas an andere weiterreichen Bei einer ganzen Reihe von Dilemmas muss gehandelt werden. Das heißt aber nicht unbedingt, dass wir selbst handeln müssen. Schließlich haben wir ja noch Mitarbeiter oder auch Vorgesetzte, an die wir unser Dilemma delegieren oder auch eskalieren können. Manchmal haben diese die nötigen Ressourcen, um mit dem Dilemma besser umzugehen, als wir selbst. Sich für einen der gegensätzlichen Pole entscheiden Manchmal sind bei näherem Hinsehen die beiden Optionen, zwischen denen wir uns entscheiden müssen, doch nicht wirklich gleichwertig. Da macht es Sinn, sich bewusst für den einen oder den anderen der beiden Pole zu entscheiden. Da es aber in der Natur eines Dilemmas liegt, dass wir auf den anderen Pol nicht vollkommen verzichten können, müssen wir damit rechnen, dass dies nur eine vorübergehende Lösung ist und wir das Problem früher oder später wieder auf dem Tisch haben werden. Kompromisse finden In vielen Fällen können wir versuchen, das Dilemma mit einem Kompromiss in den Griff zu bekommen. Da viele Kompromisse aber ‚faule’ Kompromisse sind, ist mit das Dilemma dank des Kompromisses zwar erst al vom Tisch, früher oder später ist er aber so unbefriedigend, dass wir uns wieder mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Vom Entweder-oder zum Sowohl-als-auch Da wir bei einem Dilemma sowieso beide Pole brauchen, ist es, statt sich zwischen dem einen oder dem anderen Pol zu entscheiden, auch möglich, sowohl den einen als auch den anderen Pol anzusteuern. In der einen Situation bewegen wir uns nach links, in der andere nach rechts, für eine Weile geben wir im Beruf Vollgas, ein paar Jahre später schalten wir beruflich einen Gang zurück und kümmern uns eher um die Familie. Ist es wirklich ein Dilemma oder sieht es nur so aus? Dilemmas entstehen, wenn wir uns zwischen wenigen Alternativen entscheiden müssen. In vielen Fällen gibt es aber neben den zwei oder drei Optionen, die wir vor Augen haben, noch eine ganze Reihe von anderen Optionen. Nur weil wir Opfer eines Tunnelblicks geworden sind und wir die anderen Optionen ausgeblendet haben, wird ein Problem zu einem Dilemma. Manchmal gelingt der Schritt zurück und es lassen sich weitere Optionen finden. Dann löst sich das Dilemma auf und wir haben das Problem langfristig vom Tisch. Dilemmas auch einmal positiv sehen Zu viel Zufriedenheit führt schnell zu Selbstgefälligkeit. Der Umstand, dass uns eine Situation stört, wir uns mit einem Dilemma herumschlagen müssen, kann kreative Unruhe in einem Unternehmen auslösen. Eine ganze Reihe von Innovationen ist letztendlich eine Lösung für ein Dilemma. Not macht erfinderisch – Dilemmas auch! Das Buch zum Thema: Christian Lebrenz (2018) Das Dilemma mit den Dilemmas: Warum Zwickmühlen das Leben in Organisationen bestimmen und wie wir besser mit ihnen umgehen können.metropolitan Verlag   ### Interview zu Managementtrends Ein Gespräch mit Sabine Dietrich über ihr neues Buch „Jedes Jahr eine neue Sau“. Sie beschäftigen sich seit langem mit den unterschiedlichsten Managementtrends. Was ist denn gerade der neueste Hype? Sabine Dietrich: Das kommt sicher auf die Perspektive an. Aber wenn ich heute in Unternehmen gehe, ist Agilität ein Thema, das überall nachgefragt wird. Und zwar unabhängig davon, ob es passt oder auch nicht. Als Projektmanagement-Methode genau wie in der Unternehmensorganisation. Auch Design Thinking zur Ideenfindung oder Working out Loud als Methode der Kollaboration, des interdisziplinären Austauschs stehen auf der Hype-Liste für mich derzeit ganz oben. Manchmal hat man das Gefühl, dass ein neuester Managementtrend eigentlich ein alter Hut ist – nur eben mit einem neuen Etikett versehen. Sehen Sie das auch so? Sabine Dietrich: Na ja, zum einen dauert es sicher einige Zeit, bis neue Organisationsansätze oder auch Methoden in den Unternehmen ankommen, so dass man darum durchaus das Gefühl haben kann, dass alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird. Beleuchtet man dann allerdings die einzelnen Methoden genauer, bewahrheitet sich dieser Eindruck dann häufig. Nehmen Sie zum Beispiel den Trend zum Agilen Projektmanagement. Agiles Projektmanagement bietet zum Beispiel in der Softwareentwicklung enorme Vorteile, stellt allerdings auch hohe Anforderungen an die Organisation. Oft wird agil auf wenige Elemente reduziert, die es bei genauer Betrachtung so schon immer gab – wenngleich unter anderem Namen. Iteratives Arbeiten gibt es auch im klassischen PM. Und die mit den Dailies institutionalisierte Kommunikation trägt DEM Erfolgsfaktor in der Projektarbeit Rechnung – den erfahrene Projektleiter auch bisher auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel mit täglichen Kurzmeetings, umgesetzt haben. Warum sind Ihrer Meinung nach Unternehmenslenker und Managementverantwortliche so anfällig für immer neue Managementtrends? Sabine Dietrich: Ich stelle aktuell eine große Verunsicherung in den Unternehmen fest. Die Digitalisierung bringt Veränderungen mit sich, die nicht umsonst mit der Erfindung des Buchdrucks gleichgesetzt werden. Dazu die KI, deren Entwicklung derzeit kaum absehbar ist. Die regelmäßige Berichterstattung in den Medien, in denen beispielweise Deutschland als Dritte Welt-Land klassifiziert und die Angst vor den Chinesen geschürt wird, schafft eine Untergangsstimmung, die enormen Handlungsdruck auf Führungskräfte ausübt. Dann spielt sicher auch Angst mit. Die Angst der Etablierten vor dem Verlust des Erreichten oder auch der Veränderung. Und die existenzielle Angst der „Frischlinge“. Auch weil ja immer wieder proklamiert wird, dass nur ein Bruchteil der Führungskräfte „überlebt“. Und wenn ich als Entscheider dann das tue, was alle tun, laufe ich das geringste Risiko, einen Fehler zu machen. Etiketten helfen da durchaus. Lebt aber nicht gerade die ganze Beraterbranche davon, immer wieder neue Managementtools für ihre Kunden zu entwickeln? Sabine Dietrich: Das ist sicher so. Gegen neue Methoden ist ja erst einmal auch gar nichts einzuwenden. Denn Neu- oder Weiterentwicklung ist nicht nur sehr hilfreich, sondern in vielen Bereichen auch zwingend nötig. Schade nur, wenn es häufig wie „Des Kaisers neue Kleider“ erscheint, indem Bekanntes umetikettiert wird. Problematisch wird es meines Erachtens immer dann, wenn eine Methode, ein neues Managementtool zum Allheilmittel erklärt wird – und Unternehmen das unreflektiert übernehmen. Unabhängig von der zu lösenden Herausforderung, den Unternehmenswerten oder auch der Unternehmenskultur. Was empfehlen Sie Ihren Kunden? Sollte man nicht einfach bei Managemententwicklungen auch auf gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl setzen? Sabine Dietrich: Auch, aber bitte nicht ausschließlich. Das würde eine nachhaltige Weiterentwicklung eines Unternehmens im Gegenteil sicher behindern. Vielmehr empfehle ich meinen Kunden unbedingt, erst einmal den Handlungsbedarf zu identifizieren und das zu erreichende Ziel zu fixieren. Und eine Entscheidung dann mit einem objektiven Blick herbeizuführen, dabei immer wieder zu prüfen, inwiefern die Veränderung zum Unternehmen, seiner Kultur und seinen Werten passt. Wenn also ein Unternehmen beispielsweise bisher nach Gutsherren-Art geführt wurde und alle plötzlich selbstorganisiert arbeiten sollen (ja, das gibt es!) kann das nur zum Scheitern verdammt sein. Sie haben ein Buch mit dem vielsagenden Titel „Jedes Jahr eine neue Sau“ geschrieben. Worum geht es darin? Wer sollte Ihr Buch lesen? Sabine Dietrich: Mein neues Buch liegt mir ganz besonders am Herzen. Denn Unternehmen müssen sich angesichts der Anforderungen der VUCA-Welt verändern – und dass nicht, indem sie jedes Jahr eine neue Veränderung, quasi eine neue Sau, durchs Managementdorf treiben. Sondern indem sie verantwortungsbewusst, mit Mut und Souveränität agieren. Ich möchte mit meinem Buch Unternehmer, Manager, Entscheider und all die, die etwas verändern wollen, inspirieren, aus der Treibjagd um die neuen Methoden, die Veränderungen auszubrechen. In diesem Sinn beleuchte ich die Ursachen und Hintergründe des Methodenwahns und liefere Impulse und konkrete Lösungen für einen souveränen Weg zur Veränderung von Unternehmen – anwendbar für Unternehmen jeglicher Branche und Größe.  Sie leiten seit über 10 Jahren auch ihr eigens Beratungsunternehmen. Welcher aktuelle Trend ist denn für ihr Unternehmen besonders interessant? Sabine Dietrich: Die notwendige Veränderung von Unternehmen ist bei uns aktuell ein großes Thema. Die Einführung agiler Arbeitsweisen in Projekten und Organisationen nimmt dabei erheblichen Raum ein – ob durch neue Standards, Umorganisationen, Qualifizierungen oder auch Unterstützung durch professionelle Projektleiter. Unseren Kunden legen besonderen Wert darauf, die Veränderung nicht einfach überzustülpen, sondern sie passgenau auf ihren Bedarf und ihre Anforderungen, die eigenen Werten und Vision auszurichten. Da ist es dann durchaus an der Tagesordnung, dass der „Methodenkoffer“ Agil individualisiert und durch andere Methoden angereichert wird. Über Sabine Dietrich Nach vielen Jahren im Management verschiedener Unternehmen gründete Sabine Dietrich 2009 die Beratung SABINE DIETRICH & Co.. Seitdem entwickelt sie mit ihrem Team Lösungen rund um Projekte, Projektlandschaften sowie Führung in der sich verändernden Arbeitswelt. Ihre Kunden sind Mittelständler und Konzerne unterschiedlichster Branchen im nationalen und internationalen Umfeld. Sabine Dietrich beeindruckt mit ihrem Sinn für Struktur und ihrem Vermögen, Menschen und Organisationen in ihrer Entwicklung nachhaltig und zukunftsweisend zu unterstützen. Und so versteht sie auch ihre Mission: Veränderung in Zeiten der Digitalisierung wirksam managen. In Projekten und Führung. Gebürtig aus dem Ruhrgebiet und ihren Wurzeln verhaftet, lebt sie heute bei Düsseldorf. www.sabine-dietrich.com Wiley-VCH, 1921 als Verlag Chemie gegründet, kann auf eine über 90-jährige Tradition zurückblicken. Das Verlagsprogramm umfasst viele Bereiche der Naturwissenschaften, sowie den Bereich Wirtschaft. Seit 1996 ist der Verlag Teil der weltweiten Verlagsgruppe John Wiley & Sons, Inc. mit Sitz in Hoboken, New Jersey, USA. www.wiley-vch.de ### Vorstellungsgespräch: Erfolgsfaktor Körpersprache Gratulation! Die erste Hürde ist geschafft. Ihre Bewerbungsunterlagen haben einen positiven Eindruck hinterlassen, Sie haben die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ergattert. Ihre fachliche Kompetenz ist somit passend für das Unternehmen. Doch passen Sie auch als Mensch zum Unternehmen und umgekehrt? Das sollte nun ausgelotet werden –hier kommen Ihre Wirkung und Körpersprache ins Spiel. Der Grund: Haltung, Gestik, Mimik und Stimme liefern viele Informationen über unsere Persönlichkeit. Worauf sollten Sie also achten? So machen Sie sich zum Favoriten Authentisch wirken ist Trumpf Überlegen Sie im Vorfeld: Welche Rolle wollen bzw. müssen Sie verkörpern? Welche Performance, also Vorstellung, wird von Ihnen gefordert? Und passen diese Rollen zu Ihnen? Sich als jemand zu verkaufen, der man nicht ist, oder sich mit nicht vorhandenen Kompetenzen zu schmücken, wird Sie definitiv nicht weiterbringen und niemanden überzeugen. Der Grund: Sobald Sie eine Performance abliefern, die nicht zu Ihnen passt, verlieren Sie an Wirkung und gleichzeitig sämtliche Sympathiepunkte. Eine aufgesetzte Körpersprache geht deswegen meistens nach hinten los.Sehr wohl aber können Sie Ihren persönlichen Stil optimieren und negative Signale durch positive ersetzen. Doch das müssen Sie im Vorfeld üben und trainieren! Die entscheidenden Millisekunden Behalten Sie sich im Kopf, dass nach nur wenigen Millisekunden ein Urteil über Sie gefällt wird. Nach einem Blinzeln entscheidet der Personalentscheider unbewusst, ob der Bewerber sympathisch oder nicht sympathisch wirkt. Schaffen Sie es, im Auge des Betrachters zu bestehen, wird Ihnen automatisch Kompetenz zugeschrieben. Erwecken Sie jedoch einen unsympathischen Eindruck, wird Ihnen eher Inkompetenz unterstellt. Verrückt wie wir ticken: Ein guter erster Eindruck ist oft die halbe Miete! Was kann ich tun, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen? Blickkontakt schafft Kontakt! Halten Sie Blickkontakt. Ab drei Sekunden wird dieser wahrgenommen; ab vier Sekunden drücken Sie Interesse aus. Menschen, die dagegen Blickkontakt vermeiden, wirken im besten Fall schüchtern, oft teilnahmslos oder als hätten sie etwas zu verbergen. Doch umgekehrt sollten Sie starren und gefühlt minutenlange Blickkontakte ebenso meiden.   Lächeln Sie, aber bitte richtig „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ Ein indisches Sprichwort, das sich in den meisten Fällen bewahrheitet. Schenken wir einem Menschen ein wahrhaftiges Lächeln, dann bekommen wir unweigerlich auch ein Lächeln zurück. Was heißt das? Bitte kein Dauergrinsen aufsetzen. Ihre Augen sollten freundlich wirken. Lachen Sie mit ihnen!   Händedruck: Gummi- oder Schraubstockhand? Der Händedruck ist in diesem Fall der erste körperliche Kontakt zwischen Ihnen und dem potentiellen Arbeitgeber. Unterschätzen Sie diesen nicht. Laut Knigge läutet der Höherrangige die Begrüßung ein. Also warten Sie, bis Ihnen die Hand gereicht wird. Studien belegen, dass ein Bewerber mit einem kurzen, festen Händedruck die größten Chancen hat. Ein schwacher Händedruck (Gummihand) oder ein Schraubstockgriff fallen meist durch. Stimme erzeugt Stimmung Wählen Sie bewusst eine ruhige, tiefe Stimmlage und einen langsameren Rhythmus. Tipp: Stellen Sie sich vor, dass Sie etwas Leckeres schmecken. Was sagen Sie dann? „Mmh.“ Das ist die richtige Stimmlage, um mit der Stimme überzeugend zu wirken. Im Laufe des Gesprächs passen Sie Geschwindigkeit, Tonlage, Lautstärke, Sprachrhythmik an und verwenden Sie ähnliche Worte und Redewendungen wie Ihr Gegenüber. Aber kein Gleichklang um jeden Preis. Sitzhaltung: Machen Sie sich drei Zentimeter größer Lümmeln Sie nicht im Stuhl. Verstecken Sie nicht Ihre Hände unter dem Tisch oder den Beinen. Wirken Sie stattdessen energetisch, indem Sie Ihren Brustkorb aufrichten, die Hände seitlich an den Lehnen oder am Tisch ablegen. Vertrauen bauen Sie auf, indem Sie Ihre sensiblen Körperteile zeigen: Drehen Sie den Oberkörper zum Gesprächspartner, wenden Sie Ihr Gesicht frontal zu und zeigen Sie den Halsbereich sowie die Handinnenflächen beim Sprechen. Richtige Körperhaltung Falsche Körperhaltung Nonverbale Resonanz ist Macht Wollen Sie erfolgreich kommunizieren, dann müssen Sie mit dem zukünftigen Arbeitgeber in Resonanz gehen, also zuerst eine Verbindung herstellen. Besteht keine Verbindung, dann erreichen Sie nichts. In Resonanz gehen gelingt durch verbale und nonverbale Gleichheit. Passen Sie Ihre Körpersprache an die Ihres Gesprächspartners und die Situation an. Und verhalten Sie sich ähnlich. Üben Sie sich in einer synchronen Körpersprache. Das bedeutet, dass Sie sich Ihrem Gegenüber körpersprachlich annähern. Das macht unwillkürlich sympathisch. Warum? Menschen mögen Menschen, die so sind, wie sie gerne sein wollen. Um eine Verbindung herzustellen, gilt es, sich einfühlsam und mit Respekt an die Körpersprache einer anderen Person anzupassen. In der Psychologie spricht man von Mimikry. Wie sollten Sie die Körpersprache spiegeln? Niemals alles. Das ist veräppeln! Selektiv spiegeln. Die Grundregel lautet: Führen Sie nur das Verhalten aus, dass zu Ihnen passt. Spiegeln Sie zeitversetzt! Nur, wenn Sie zu sprechen beginnen („Ja, wissen Sie…“) und gleichzeitig verändern Sie die Körpersprache. Üben Sie vorher das Vorstellungsgespräch. Dann führen Sie alle nonverbalen Gesten, Haltungen, Gesichtsausdrücke und Mimikry kongruent aus und es wirkt glaubwürdig. Monika Matschnig: Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz Monika Matschnig ist ehemalige Leistungssportlerin, Dipl.-Psychologin, Keynote-Speakerin, Bestsellerautorin und führende Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz. Sie hält mehr als 100 Vorträge pro Jahr, bietet maßgeschneiderte Seminare für mehr Wirkung an und ist Gastrednerin an mehreren Universitäten. www.matschnig.com ### Power auf Dauer: So laden wir den Akku rechtzeitig auf Vier von fünf Arbeitnehmern (82 Prozent) sind aufgrund ihrer Belastung im Job gestresst. 57 Prozent sind enorm angespannt, 44 Prozent unruhig und 40 Prozent leiden an Schlafstörungen, wie es eine aktuelle Studie für LinkedIn besagt. Eine der Betroffenen war früher einmal Melanie Kohl. In ihrem Ratgeber „Power auf Dauer“ erzählt sie, wie sie aus dem Hamsterrad ausgestiegen ist, um ihren eigenen Weg zu mehr Power zu gehen. Ihr Berufsalltag verlangte von Melanie Kohl, dass sie viel reisen und Präsenz zeigen musste. „Ich verdiente gutes Geld, keine Frage, doch mir fehlte die Zeit, es auszugeben“, erinnert sich die Wirtschaftswissenschaftlerin und Gesundheitspädagogin für Stressmanagement. „Zusätzlich quälte ich mich häufig mit den verschiedensten Krankheitssymptomen herum, angefangen von Migräne über ständige Verspannungen, Erkältungen bis hin zum Bandscheibenvorfall.“ Irgendwann zog sie die Reißleine und begab sich auf die Suche nach einem Weg für mehr Ausdauer und Gesundheit. Sie entwickelte Mikrotrainings, die sie in ihrem Ratgeber „Power auf Dauer“ vorstellt. Mit dem Energierad Schwächen finden Nachdem Melanie Kohl ihre eigenen Grenzen erreicht hatte, beschäftigte sie sich mit der Frage, wie sie ein ausgeglichenes Leben führen konnte, in dem alle Facetten möglichst ausgewogen zueinander stehen. Denn eines ist klar: Es ist schön, wenn wir sehr erfolgreich sind - wenn wir diesen Erfolg jedoch mit niemandem teilen können, führt das zu keinem glücklichen Leben. Doch selbst wenn wir liebe Menschen um uns herum haben und uns der Job Spaß macht, kann unsere Lebensqualität durch ein ungesundes Körpergefühl stark eingeschränkt sein. Um besser beurteilen zu können, wie ausgewogen unser aktuelles Leben ist, hat die Gesundheitspädagogin das Energierad mit seinen vier Bereichen Körper, Emotionen, Verstand und Sinn entwickelt. Dieses Tool stellt sie in ihrem Buch vor; die Leser können es in einem Selbsttest nutzen. Anschließend wissen sie, welche Bereiche ihres Lebens zu kurz kommen und woran sie stetig arbeiten sollten. Mikrotrainings für die Pause zwischendurch In „Power auf Dauer“ stellt Melanie Kohl darauf aufbauend auch ihre Energie- und Erfolgsprinzipien vor. Dabei belässt sie es jedoch nicht, denn die Wirtschaftswissenschaftlerin weiß, dass aus Wissen nicht immer eine Aktion resultiert. Sie bietet verschiedene praktische Mikrotrainings für Körper und Geist an, die uns in unseren unterschiedlichen Lebensbereichen entschleunigen, durchatmen lassen und stärken. „In unserer heutigen Gesellschaft besitzen nur noch wenige Menschen die nötige Zeit, sich mehrere Stunden am Tag ihrer Gesundheit zu widmen, obwohl genau das dringend notwendig wäre“, sagt sie. „Die Lösung dazu finden wir in den Mikrotrainings: kurze Wissens- und Handlungsimpulse zum direkten Umsetzen, die eine nachhaltige Entwicklung fördern.“ Wer herausfindet, in welchen Lebensbereich es an Energie und Zeit mangelt, kann mit den Ratschlägen und Übungen konkret an den Schwachstellen arbeiten.   Roter-Reiter-Fazit Ein sehr praktisches Handbuch für Menschen, die mit einfachen Übungen für Zwischendurch mehr Balance in ihren Alltag bringen und dem Stress den Kampf ansagen möchten. Melanie Kohl: Power auf Dauer. Das Geheimnis für mehr Energie, Achtsamkeit und Erfolg. Wiley Verlag, Weinheim 2019. 248 Seiten, 19,99 Euro. ISBN: 3527509801 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Mensch Elgert! Norbert Elgert trainiert seit 1996 die Jugend des FC Schalke, bis 1990 kickte er selbst den Ball. In seinem autobiografischen Buch „Gib alles - nur nie auf!“ zeigt er, dass erfolgreicher Fußball auch Nicht-Sportlern Erfolgsstrategien vermitteln kann und es zum Schluss immer auf den Menschen am Ende des Spielbeins ankommen. Gib niemals auf Tatsächlich scheinen die wirklich wichtigen Dinge zwischen den Trainings stattzufinden. Elgert startet die autobiografische Reise durch sein Berufsleben mit Benedikt Höwedes. Der damals noch junge Nachwuchsspieler lauscht Elgert gerade noch aufmerksam, dann entdeckt er auf dem Parkplatz einen Ferrari F430. Mit glänzenden Augen betrachtet Höwedes den Wagen, und Elgert weiß sofort, was zu tun ist. „Wir als Verantwortliche für die jungen Menschen müssen sie eben auch auf ein Leben mit unglaublichen finanziellen Möglichkeiten vorbereiten“, erklärt er, „wir müssen sie in kleineren und größeren Momenten darauf vorbereiten, die Jungs zum Nachdenken anregen und immer aufmerksam sein, so wie eben bei Benedikt auf dem Parkplatz.“ Elgert fragt Höwedes, ob er den Wagen schön fände. Manuel Neuer erinnert sich noch heute an Elgerts Fragerunden. „Das war so typisch für ihn. Immer diese Fragen. Fragen. Fragen“, erzählt er in seinem Beitrag, „So wollte er erreichen, dass wir ihm immer aufmerksam zuhören.“ Leroy Sane, Mesut Özil und Julian Draxler: In dem Buch kommen neben Neuer auch viele andere Fußball-Profis und Trainer zu Wort, die es in den vergangenen 30 Jahren mit dem Schalker zu tun hatten. Alle erzählen von dem grundehrlichen Jugendtrainer, der auch stur sein kann und der die Persönlichkeiten seiner Schützlinge oftmals folgenreich geprägt hat. Profis fürs Leben prägen An diesem Tag erklärt er Benedikt Höwedes, dass ein Ferrari ein schönes Fahrzeug sei, dass aber kein Auto der Welt seine Persönlichkeit aufwertet, „du als Mensch kannst dich über kein Auto ausdrücken“. Seine Ansprache hat wohl gewirkt, noch Jahre später fährt Höwedes seinen VW Beetle. In seinem Buch spricht der erfolgreiche Trainer von seinen Ursprüngen, den schwierigen familiären Verhältnissen und vom vierjährigen Norbert, der am Spielfeldrand stand und nicht mitspielen durfte. „Ich bin auf Kohle geboren und mit Emscherwasser getauft.“ (Norbert Elgert) Seine Erlebnisse und Erfahrungen prägten den starken Charakter und die Grundwerte, für die Elgert steht. Die Anekdoten von seinen Schützlingen bezeugen, dass er mehr in seinen Spielern sieht als fähige Sportler. „Ein guter Coach muss unter anderem auch ein guter Zuhörer sein, ein detaillierter Beobachter und auch begeisternder Motivator“, sagt Elgert, „wir müssen nicht nur den Fußballer weiterbringen, sondern auch den Menschen dahinter. Denn wir Ausbilder bilden nicht nur künftige Profis für den Fußball aus. Sondern auch Profis fürs Leben.“ Rote-Reiter-Fazit Ein tiefgehender Einblick in die Lebenseinstellung des erstklassigen Trainers, der zeigt, welchen immensen Einfluss Coaches und Ausbilder auf die Persönlichkeitsbildung ihrer Schützlinge haben können. Norbert Elgert: Gib alles - nur nie auf! Die Erfolgsstrategien vom Trainer der Weltstars. Ariston Verlag, München 2019. 287 Seiten, 16 Euro ISBN: 3424202061 Jetzt bei managemenbuch.de bestellen. ### Strategien gegen Mobbing am Arbeitsplatz Laut der aktuellen Studie"Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen und die allgegenwärtige Gefahr" des Bündnisses gegen Cybermobbing wird jeder dritte Erwachsene mindestens einmal im Leben gemobbt, 57 Prozent der Mobbingfälle finden am Arbeitsplatz statt. Unternehmen stehen verschiedene Möglichkeiten offen, um das strukturelle Mobbing am Arbeitsplatz durch eine offene und transparente Kommunikation einzudämmen. Die erfolgreiche Bloggerin von berufebilder.de Simone Janson versammelt in ihrem kurzweiligen Ratgeber „Strategien gegen Mobbing“ Beiträge von mehr als zehn Experten, die das Thema Mobbing aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Besonders praktisch sind die vielen Tipps dazu, wie Mitarbeiter sich schon mit kleinen psychologischen Tricks und einem schnellen Eingreifen erfolgreich wehren können. Mobbing am Arbeitsplatz schadet dem ganzen Unternehmen Heute braucht es mehr denn je kreative Mitarbeiter, die Probleme offen ansprechen und neue Ideen beisteuern, um innovativ zu wirken. Ob das gemeinsame Tuscheln unter Arbeitskollegen, der cholerische Vorgesetzte oder die eine Mitarbeiterin, die ihrer Kollegin immer wieder Steine in den Weg legt - Mobbing zerstört die notwendige positive Atmosphäre. Dazu gehören auch überholte Hierarchiestrukturen. Wer damit rechnen muss, vom Vorgesetzten zusammengestaucht zu werden, weil ein Termin verschoben werden musste oder das Projekt nicht den gewünschten Verlauf nimmt, der macht sich klein. „In den Zeiten der Industriegesellschaft führte ein Klima der Angst bisweilen noch zum Erfolg, da damals die Arbeiter nicht denken, sondern nur spuren mussten“, erklärt Anne M. Schüllerin ihrem Beitrag, „Untergebene allerdings, die wie Marionetten ihr Standardprogramm abspulen, können Unternehmen kaum mehr gebrauchen.“ Die Management-Beraterin erklärt in ihrem Beitrag, wie Angst zum größten Leistungskiller in Unternehmen wird. Psycho-Tricks und effektive Techniken gegen Mobbing Es folgen weitere Beiträge, die den Leser für Mobbing-Situationen am Arbeitsplatz sensibilisieren und schnelle Hilfestellung bieten. Markus Hornung beleuchtet die 10 Top-Killerphrasen, die Führungskräfte niemals nutzen sollten, um Mitarbeiter vermeintlich zu unterstützen. Dr. Matthias Nöllke wiederum stellt Techniken vor, wie Mitarbeiter sich effektiv gegen hämische Angriffe wehren können. Schon einmal die Umarmungstechnik ausprobiert? Wenn Ihnen ein Kollege schräg kommt oder Sie mit einer provokanten Aussage herausfordert, dann umarmen Sie ihn einfach. Die Wirkung ist verblüffend. „Sie treten souverän aus der Situation heraus – und lassen den andern ziemlich schlecht aussehen“, erklärt Nöllke. Den nächsten Spruch lässt der Kollege dann sicher stecken.   Roter-Reiter-Fazit Der Ratgeber für Mobbing am Arbeitsplatz besteht aus mehreren kurzweiligen Beiträgen, die das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet: Cybermobbing, Mobbing durch Vorgesetzte und Konflikte mit Kollegen sind Themen. Es werden aber auch Lösungen wie etwa Mediation, eine positive Streitkultur oder die Methode der Transaktionsanalyse vorgestellt. Zum Ratgeber gehört außerdem ein eKurs mit Worksheet zum Durcharbeiten. Empfehlenswert!   Simone Janson: Strategien gegen Mobbing. Erste Hilfe gegen Cyber-Bullying, Manipulation & intrigante Kollegen! Leitfäden für Kommunikation & Konfliktlösung [Beispiele, Vorlagen, Checklisten]. Best of HR - Berufebilder.de®, 2019 (eBook) 110 Seiten, 7,99 Euro EAN: 9783965960169 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Digitalisierung in der Organisationsentwicklung Es gibt viele gute Gründe, um Methoden der Organisationsentwicklung im eigenen Unternehmen anzuwenden. Vielleicht gibt es aktuelle Herausforderungen wie eine Umstrukturierung oder Probleme in der Führung. Aber auch wenn ein Unternehmen funktioniert, ist es wichtig, langfristig in die Förderung und den Ausbau der sozialen Strukturen zu investieren. Mirja Anderl und Uwe Reineck bieten in ihrem „Mini-Handbuch Organisationsentwicklung“ einen weitreichenden Überblick über aktuelle Konzepte, Techniken und Methoden. Barrieren aufspüren und Motivation stärken In Ihrem Unternehmen hat sich eine gewisse Nachlässigkeit eingeschlichen? Eine Abteilung ist unmotiviert oder es gibt interne Reibereien zwischen den Mitarbeitern? Vielleicht wurde auch ein neues Führungskonzept eingeführt und nur schlecht von der Belegschaft angenommen? Häufig führen auch Kommunikationsbarrieren zu einer angespannten Atmosphäre. Die Unternehmensberaterin Mirja Anderl und ihr Kollege Uwe Reineck stellen in ihrem „Mini-Handbuch Organisationsentwicklung“ Techniken und Methoden wie Netzwerkspiele, Lernreisen, die „Zehn Kulturszenen“ oder die Werkstatt-Methode vor, in der zu einem bestimmten Thema unterschiedliche Lern- und Veränderungserfahrungen gemacht werden können. Das Handbuch eignet sich für Führungskräfte, die eine Organisationsentwicklung im Unternehmen etablieren möchten. Es kann aber auch dazu dienen, sich über die Möglichkeiten der Organisationsentwicklung zu informieren, wenn es Überlegungen gibt, externe Berater hinzuzuziehen. Der Ratgeber stellt die einzelnen Methoden vor und gibt dabei dezidierte Anweisungen zur praktischen Umsetzung. Zudem wird in einem weiteren Teil des Buches die Geschichte der Organisationsentwicklung, deren Anspruch und theoretische Basis behandelt.   Digitale Tools der Organisationsentwicklung Neben den bewährten Methoden gehen Mirja Anderl und Uwe Reineck noch einen Schritt weiter. Auch in der Organisationsentwicklung steht die Zeit nicht still, weshalb die Beraterin und der Berater in ihrem Handbuch auch digitale Formen der Organisationsentwicklung vorstellen. Dazu gehören beispielsweise das aktivere Nutzen des Intranets sowie abteilungs- und ebenenübergreifende Chatgruppen und Unternehmensapps. „Bei einer internen Nutzung, zum Beispiel innerhalb mehrerer Führungsebenen, können über Abfragen schnelle gemeinsame Einschätzungen ermöglicht werden. Wir schaffen so neben den üblichen Gremien eine digitale Führungskoalition“, erklären Anderl und Reineck. Mit diesen digitalen Tools werden sich Unternehmen laut der Berater in Zukunft stärker beschäftigen müssen, denn „vielleicht stimmt die Beobachtung des Zusammenhangs, dass mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Medien in der Gesellschaft das Bedürfnis nach Transparenz und Mitsprache in Organisationen gestiegen ist“.   Roter-Reiter-Fazit: Führungskräfte und Projektmanager können sich mit dem „Mini-Handbuch für Organisationsentwicklung“ bestens mit den verschiedenen Facetten der Methoden auseinandersetzen, von den vielen Praxisbeispielen lernen und die besten Tools für die eigenen Bedürfnisse auswählen. Mirja Anderl, Uwe Reineck: Mini-Handbuch Organisationsentwicklung Beltz Verlag, Weinheim 2019. 19,95 Euro, 251 Seiten ISBN: 3407366655 Jetzt bei managementbuch.de bestellen!     ### Mittleres Management: So behalten Sie die Zügel in der Hand Es ruft von oben, es ruft von unten und die Kollegen haben auch ihre Ansprüche - im mittleren Management müssen Sie viele Bälle in der Luft halten. Wie Ihnen das am besten gelingt, verrät Alexander Groth in seinem Bestseller-Ratgeber „Führungsstark in alle Richtungen“.Der Experte für Leadership im oberen und mittleren Management weiß, wie nervenaufreibend die Arbeit in der Sandwichposition ist und wie sich das Berufsbild in den vergangenen Jahren gewandelt hat. „Heute leisten viele mittlere Manager das, was früher das obere Management verantworten musste“, sagt er, „allerdings steht ihnen dafür nicht annähernd dieselbe Anzahl an Mitarbeitern zur Verfügung.“ Jede Führungskraft im mittleren Management muss Wege finden, um alle Fäden in der Hand zu behalten und ganz nebenbei Projekte zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Dabei stellen sich ihnen insbesondere die drei folgenden Herausforderungen. Sandwichposition im mittleren Management: Zwischen allen Parteien Zur Natur einer Position im mittleren Management gehört es, dass Sie es niemandem recht machen können. Von oben bekommen Sie Kennzahlen und Ziele auf den Tisch gelegt, von unten schaut das Team erwartungsvoll zu Ihnen auf und erwartet eine ausgeglichene und rücksichtsvolle Führung. Es bleibt nicht aus, dass der Druck von der Unternehmensspitze an das Team weitergegeben wird, andererseits ist es auch nicht selten, dass das mittlere Management dem Vorstand dessen unrealistische Forderungen vorhalten muss. Der mittlere Manager ist hier immer der Verlierer. Das Ende der Fahnenstange: Begrenzte Aufstiegschancen Nun haben Sie sich vielleicht sehr viele Jahre bewiesen, aufwendige Fortbildungen auf sich genommen, ganz abgesehen vom Studium und den zahlreichen Überstunden. Nun sitzen Sie auf Ihrer Position im mittleren Management und wissen: Das war es vielleicht. Die Posten im oberen Management sind sehr rar, die Wahrscheinlichkeit, einen davon zu ergattern, gering. Führungskräfte sehen sich hier mit der Frage konfrontiert, wie viel Zeit und Arbeit sie in ein Fortkommen in der Karriere investieren würden. Die Tätigkeit im mittleren Management stellt viele Familien und Beziehungen auf die Probe - wie viel riskiert man noch und lohnt es sich? Und täglich grüßt das Murmeltier: Workload Kennen Sie das? Sie kommen morgens ins Büro und arbeiten sich durch Dutzende Mails - wenn Sie im Urlaub waren, kommen schnell ein paar Hundert zusammen. Dann stehen noch ein Mitarbeitergespräch und ein Jour fixe mit dem Vorstand an, schon ist der Tag vorbei. Anstatt die Ursachen von Problemen zu bereinigen, löschen Sie jeden Tag an einer anderen Stelle das auflodernde Feuer und stehen so am nächsten Tag wieder vor der gleichen Herausforderung: den Überblick behalten. In den vergangenen Jahren hat sich mit der Digitalisierung und Globalisierung 2.0 die Komplexität im Management enorm erhöht. Mittlere Manager bräuchten eigentlich Zeit, um sich mit den schnell wandelnden Prozessen und Ansprüchen vertraut zu machen. Diese Zeit geht aber für das tägliche Verhandeln zwischen Vorstand und Team verloren - ein scheinbar nicht zu durchbrechender Kreislauf. Alexander Groth zeigt Ihnen in seinem Ratgeber, wie Sie mit dem Konzept des 360-Grad-Leaderships für das mittlere Management die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Kollegen auf allen Ebenen im Blick behalten und trotzdem die Sicht auf das große Ganze nicht verlieren. Roter-Reiter-Fazit: Groth zeigt an bildhaften Beispielen, wie Führungskräfte im mittleren Management sich selbst, das obere und untere Management sowie die Kollegen aus dem mittleren Management führen. Ein sehr spannender und vor allem in der Praxis bewährter Ansatz! Alexander Groth: Führungsstark in alle Richtungen. 360-Grad-Leadership für das mittlere Management Campus Verlag, Frankfurt am Main 270 Seiten, 24,95 Euro ISBN 9783593510439 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Überzeugend verkaufen: Es menschelt im Vertrieb Das Telefon klingelt und eine nette fremde Stimme fragt, ob der Mitarbeiter einen Moment Zeit hätte, um etwas zu besprechen. Argwohn kommt auf. Zu Recht: Der Verkäufer am anderen Ende der Leitung fällt dann auch umgehend mit der Tür ins Haus und fragt, ob man denn mit dem Buchhaltungssystem zufrieden sei oder ob es da nicht Optimierungsbedarf gebe. Der Mitarbeiter ist wie vor den Kopf gestoßen, denn er ist zum einen nicht der richtige Ansprechpartner, zum anderen hat das Unternehmen erst vor wenigen Monaten ein neues System eingeführt. Da gibt es zwar noch ein paar Baustellen, an denen sich arbeiten ließe, aber es gibt keinen Grund, um mit einem fremden Menschen am Telefon so etwas zu diskutieren. Das Telefonat ist zu Ende, der Verkäufer um keinen Abschluss reicher. Raus aus der Verkäuferroutine Kaltakquise ist ein hartes Geschäft, mit Abweisung müssen Verkäufer rechnen. Sie machen sich die Arbeit aber auch selbst schwer, wenn sie darauf verzichten, ihrem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen. Den Abschluss vor den Augen fragen sie den Kunden faktenbasiert ab, um den Bedarf einzuschätzen zu können. Vielleicht versuchen sie es auch mit psychologischen Tricks, um das Gegenüber einzuwickeln. Der Kunde fühlt sich überhaupt nicht angesprochen und ernst genommen, Misstrauen liegt in der Luft. Vielleicht ist er aber auch schon so lange im Geschäft, dass er die üblichen Verhandlungstaktiken und Verkaufsstrategien durchschaut und einfach ignoriert. Was dann aber als Verkäufer tun? Resignieren? Noch einen Verkaufsratgeber lesen? „Keines der vielen Bücher bereitete mich ausreichend auf die perfiden Machtspielchen vor, die die Einkäufer großer Unternehmen noch immer so gerne veranstalten", erzählt Ulrike Knauer. „In der Verkaufspraxis war ich damals in sehr vielen Situationen irritiert und meinen Verhandlungs- und Gesprächspartnern teilweise ratlos ausgeliefert." Mit wahrem Interesse überzeugend verkaufen Knauer ist seit 1989 im B2B-Verkauf erfolgreich, war für die englische Post „Royal Mail“ Geschäftsführerin in sieben Ländern, Direktorin bei der Berlitz Sprachschulen GmbH und Key-Account-Managerin bei Sixt. Sie weiß, wie Abschlussquoten von 90 Prozent alltäglich werden können, denn die Vortragsrednerin und Trainerin gilt als Expertin für das Thema „Werteorientierter Spitzenverkauf“. Auch sie stand zu Beginn ihrer Karriere vor dem Problem, dass Verkäufern selten auf den ersten Blick Sympathie entgegengebracht wird. Aber sie fand ihren eigenen Weg. „Ich habe erst nach langer Zeit im Verkauf verstanden, dass nur dann, wenn wir dem Kunden wahres Interesse entgegenbringen, von diesem auch wahres Interesse an unseren Produkten und Dienstleistungen zurückkommt.“ Zuhören, auf das Gegenüber eingehen und emphatisch sein gehören zu den wichtigsten Faktoren dieser Methode, die mehr Philosophie als Verkaufstechnik ist. In ihrem Buch „Wahres Interesse verkauft“ lässt Knauer den Protagonisten Peter Hohenbrunner Schritt für Schritt lernen, wie er sich das Vertrauen des Kunden erarbeitet und einen echten Zugang findet. Dazu gehört mehr, als sich die passende Gesprächstaktik zurechtzulegen, manchmal hängt es schon von der Wahl der Krawatte und der Begrüßung ab, ob jemand sympathisch wirkt. Knauer nennt das Prinzip die „anpassungsbasierte Kommunikation“. „Wer als Verkäufer die Klaviatur der anpassungsbasierten Kommunikation beherrscht, wird bei seinen Gesprächspartnern positiv ankommen und rascher das Band der Sympathie knüpfen können“, verspricht sie. Und dann ist der Verkaufsabschluss auch in sichtbare Nähe gerückt. Roter-Reiter-Fazit: Dieser Ratgeber beantwortet alle praktischen Fragen, die sich Verkäufer schon immer gestellt haben und die in einschlägigen, theorielastigen Verkaufsratgebern nicht vorkommen. Ulrike Knauer: Wahres Interesse verkauft. Warum Kunden lieber selbst entscheiden als etwas verkauft zu bekommen. Gabal Verlag, Offenbach 2019. 224 Seiten, 24,90 Euro ISBN 978-3-86936-902-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Expertise verkaufen: Wie Frauen verhandeln Der Gender Pay Gap ist ein ungebrochener Trend: Frauen verdienen je nach Berechnung zwischen 3,8 und 16 Prozent weniger als Männer, gleichzeitig sind sie seltene Gäste in den Vorstandsetagen von deutschen DAX-Unternehmen. Nur 15 Prozent der Vorstandsmitglieder sind dort weiblich. Die Gründe für diese Situationen sind vielfältig und reichen tief in wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen hinein. Anja Henningsmeyer hat jedoch eine Ursache ausgemacht, deren Behebung Frauen selbst in der Hand haben: Frauen haben eine andere Art, ihre Fähigkeiten zu verkaufen. Sie müssen lernen, richtig zu verhandeln. In ihrem Ratgeber „Denn Sie wissen, was Sie tun“ zeigt die Autorin die klassischen Fehler von Frauen in Verhandlungen mit Männern auf: Frauen kommunizieren zumeist anders als diese und müssen lernen, deren Strategien zu durchschauen, und psychologische Denkfallen vermeiden. Frauen verhandeln anders Frauen denken und handeln sehr oft sach- und beziehungsorientiert; die noch immer häufig anzutreffenden psychologischen Machtspielchen in Vorstandsetagen sind ihnen deshalb eher fremd. „Leider kümmern wir Frauen uns oft zu wenig um die Gesetze des Businessdschungels“, sagt Henningsmeyer, „weil wir dem Irrtum aufsitzen, wir würden in einer Welt leben, in der das rationale Denken regiert und kooperatives Zusammenarbeiten zählt. Dem ist aber nicht so.“ Wenn Frau ihr Stück vom Kuchen abhaben will, muss sie erkennen, was ihr Gegenüber eigentlich gerade verhandelt. Welches Spiel gespielt wird und wem der Schwarze Peter zugeschoben werden soll. Indem sie die Situation einschätzen kann, verliert sie nicht die Oberhand in der Gesprächsführung - ganz ohne Machtspiel. „Verhandlungen werden keineswegs nur mit dem Denkhirn geführt, und es geht immer um mehr als nur um Forderungen“, so Henningsmeyer, „Verhandlungen führen wir mit unserer ganzen Person, mit vielen tief verwurzelten Bedürfnissen und archaischen Verhaltensweisen.“ Anja Henningsmeyer ist heute Leiterin der hessischen Film- und Medienakademie. Als Journalistin, Inhaberin einer Bildagentur in Hong Kong und Managerin von Filmfestivals hat sie gelernt, mit Menschen zu verhandeln, die die verschiedensten kulturellen Hintergründe haben. Drei Kommunikationsfehler begegnen ihr bei Frauen (und Männern) immer wieder. Drei typische Fehler im Verhandeln In ihrem Ratgeber stellt Henningsmeyer Situationen vor, wie sie tagtäglich passieren, und sie analysiert, wie Frauen in Teams und in der Zusammenarbeit mit Führungskräften kommunizieren müssen, um gehört zu werden. Die Autorin hat drei typische Fehler ausgemacht, mit denen ungeübte Verhandlerinnen immer wieder in die Falle tappen. Frau fixiert sich auf eine konkrete Forderung. Sie geht in ein Mitarbeitergespräch und hat sich fest vorgenommen, mehr Gehalt zu verlangen. Das ist ihre einzige Forderung, denn mit ihrer Arbeit und ihren Aufgaben ist sie an sich sehr zufrieden. Ihr Vorgesetzter hat aber eigentlich etwas ganz anderes im Sinn, denn er möchte sie in ein neu zu gründendes Team versetzen. Die schlechte Verhandlerin besteht jedoch weiterhin auf ihre Gehaltserhöhung. Frau verkennt die Situation. Dabei verkennt sie die Situation. Anstatt zu erkennen, welche neuen Möglichkeiten sich in einem neuen Tätigkeitszweig ergeben, beharrt sie auf ihrer Forderung. Dabei sollte sie sich selbst und ihren Vorgesetzten eher fragen, warum er diese Versetzung wünscht, um die Situation dann neu zu bewerten. Frau wird emotional. Sie bricht vielleicht nicht sofort in Tränen aus, aber sie wird emotional und verweist mit Nachdruck auf die vielen Erfolge, die sie in den vergangenen Jahren erbracht hat, und weist auch noch einmal darauf hin, dass ihr Kollege ja viel mehr verdiene, wie der Vorgesetzte ja wisse. Sie gerät immer weiter in die Defensive und schießt sich damit selbst ins Aus.   Roter-Reiter-Fazit: Um genau solche Kommunikationsfallen zu verhindern und sich eine strategische Gesprächsführung anzueignen, hat Anja Henningsmeyer in ihrem Ratgeber klassische Situation analysiert. Das Buch hilft Frauen dabei, ihr Verhalten zu reflektieren und bewusster in Verhandlungen zu gehen. Anja Henningsmeyer: Denn Sie wissen, was Sie tun. Wie Frauen erfolgreich verhandeln Campus, Frankfurt am Main 2019. 228 Seiten, 19,95 Euro ISBN 9783593510507   Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Perspektivenwechsel als Erfolgsmethode Der Kollege, der nie etwas richtig macht, das Projekt, das einfach nicht fertig wird, die allgemeine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job? Ein Perspektivenwechsel kann hier helfen. Klaus Vollmer zeigt in seinem neuen Ratgeber „Perspektivenwechsel als Methode", wie wir aus dem Perspektivenwechsel ein Tool für eine bessere Persönlichkeitsentwicklung machen. Gleiche Tatsachen - unterschiedliche Wahrnehmung Was ein Perspektivenwechsel ausmacht, zeigt der Necker-Würfel. Sie kennen das Phänomen der optischen Täuschung sicher: Je nachdem, welche Perspektive wir einnehmen, schauen wir von links unten oder von oben rechts auf den Gitterwürfel. Eine ähnliche philosophische Fragestellung ist, ob das Glas Wasser halb voll oder halb leer ist. Wie wir auf die Welt und uns selbst schauen, beeinflusst unsere Persönlichkeit und unser Handeln - und damit auch unsere Chancen auf Erfolg im Job und im Privatleben. Der Wirtschaftspsychologe Klaus Vollmer finde die Idee des Perspektivenwechsels so spannend, dass er sie in seinen Coachings einsetzt. In seinem Ratgeber „Perspektivenwechsel als Methode“ zeigt er in einer unterhaltsamen erzählerischen Form, wie wichtig es für uns ist, unser Leben und unsere Ziele hin und wieder aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Setzen wir den Spot auf die wichtigsten Dinge in unserem Leben Vollmer nutzt eine einprägsame Bildsprache, um die Kraft des Perspektivenwechsels deutlich zu machen: Wir sind die Regisseure unseres Lebens, und wie in jedem Film gibt es einen Plot. „Sobald Sie wie ein Kameramann die Situationen betrachten und sich überlegen, ob Sie ein Panorama wählen, eine Totale oder eine Nahaufnahme, werden Sie feststellen, dass Motive sich verändern, dass Wahrheitsräume sich öffnen oder schließen“, so Vollmer. Vielleicht dachten Sie bisher, Sie hätten nicht das Zeug zur Führungskraft, weil das Erfolgsgen scheinbar nicht in Ihrer Familie liegt - was Ihnen auch immer wieder klar gesagt wurde. Aus dieser Position und Erziehung heraus nehmen Sie gar nicht wahr, dass Sie bereits einige Projekte zum Erfolg geführt haben und die Teamleitung Sie bereits ermuntert hat, die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. Der Perspektivenwechsel im Coaching Vollmer legt in seinem Ratgeber ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten vor, in denen ein Perspektivenwechsel für unsere Persönlichkeitsentwicklung wichtig ist. Sei es, dass wir anerkennen, dass unsere Persönlichkeit niemals komplett ist, sondern sich mit unserer Umgebung und neuronalen Prozessen ständig wandelt. Oder dass wir erkennen, dass wir unser Leben jederzeit in eine andere Richtung drehen können, weil wir die Regisseure unseres Lebens sind. Die Methode des Perspektivenwechsels kann aber auch von Coaches und Trainern angewendet werden. Wenn Veränderungsprozesse anstehen oder es Konflikte im Team gibt, hilft es, einmal aus der eigenen Position herauszutreten und zu überlegen, was ein Team erfolgreich macht. „Es sind die unterschiedlichen Sichtweisen auf ein Problem, die unterschiedlichen Rhythmen, mit denen die Teammitglieder ihre Aufgaben erledigen“, so Vollmer. Im Coaching können Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam daran arbeiten, die Perspektiven auf ein Projekt auszuloten und herauszufinden, wer was gut kann. „Um diese Stärken und Schwächen zu erkennen, sie besser bei sich und den anderen einzuschätzen und mit ihnen optimal umzugehen, ist ein Perspektivenwechsel häufig genau das richtige Mittel.“   Roter-Reiter-Fazit: Klaus Vollmer bietet Trainern, Coaches und Beratern in seinem Ratgeber sehr gut aufbereitete wissenschaftliche Fakten zur Persönlichkeitsentwicklung und zu deren psychologischen und neurologischen Grundlagen sowie konkrete Handlungsanleitungen für den eigenen Perspektivenwechsel.   Klaus Vollmer: Perspektivenwechsel als Methode. Strategien, Tools und Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung. Mit Beispielen aus Film, Regie ... Beltz, Weinheim 2019. 273 Seiten, 34,95 Euro. ISBN: 3407366671 Jetzt bei managementbuch.de bestellen. ### Körpersprache: Was sie verrät und wie wir sie im Job einsetzen Diese Frage gilt für das Bewerbungsgespräch, dem Vortrag im Meeting oder dem Messeauftritt: Hat denn Inhalt überhaupt keine Relevanz mehr? „Nein!“, sagt Monika Matschnig, Expertin für Körpersprache. In ihrem neuen Ratgeber erklärt sie, wie unsere Körpersprache vieles über uns verrät und wie wir sie im Beruf einsetzen können. „Natürlich ist das, was ich kommuniziere oder präsentiere, wichtig“, erklärt sie, „in manchen Situationen sogar wichtiger denn je. Doch das Wie spielt dabei inzwischen eine sehr große Rolle.“ Ein guter, selbstbewusster Auftritt macht klar, dass wir von unserer Sache überzeugt sind. Das kommt uns als Vorstandsmitglied eines Konzerns zu gute, genauso aber auch in einem Bewerbungsgespräch. Auch Politiker werden heute an ihrer Gestik und Mimik gemessen, die Inhalte allein machen es nicht mehr. So gilt Christian Lindner als sehr souveräner Redner, während Kollegen sich in leere Gesten flüchten. Mit Körpersprache Expertise verkaufen Immer geht es darum, sich im ersten Schritt selbst als Experten zu verkaufen und erst im zweiten Schritt das Produkt, die Dienstleistung oder eine Idee an den Mann zu bringen. „In Zeiten eines kontinuierlich steigenden Wettbewerbsdrucks zählt weniger, was verkauft werden soll, es geht vielmehr darum, wie es angeboten wird“, so Matschnig. In ihrem Ratgeber „Körpersprache. Macht. Erfolg.“ erklärt die diplomierte Psychologin, dass wir uns keine komplett fremde Körpersprache anerziehen können. Jeder entwickelt seine eigenen, oft unterbewussten Eigenarten. Sie zu erkennen ist Gold wert, denn so verstehen wir erst, wie wir auf andere Menschen wirken. Wenn wir wissen, dass gekreuzte Beine während eines Gesprächs Unsicherheit signalisieren, können wir diese Körperstellung unterdrücken. Und wer beim Gesprächspartner beobachtet, dass sich dessen rechte Fußspitze und der Oberkörper wegdrehen, der weiß, dass er kein Interesse mehr an dem Gespräch hat. Wer die Körpersprache anderer lesen kann, ist vielen einen Schritt voraus und kann sein eigenes Handeln darauf abstimmen. In dem Körpersprache-Ratgeber erhalten Führungskräfte Infos und Tipps zum Einsatz der Körpersprache. im Vorstellungsgespräch, unter Kollegen, bei Präsentationen, im Verkaufsgespräch, und im internationalen Kundenkontakt. Roter-Reiter-Fazit: Ein praktischer Körpersprache-Ratgeber, der sich durch viele Best-Practice-Beispiele und viel Bildmaterial zur Veranschaulichung positiv hervortut. Monika Matschnig: Körpersprache. Macht. Erfolg. Wie Sie andere im Beruf überzeugen und begeistern. Gabal Verlag, Offenbach 2019. 224 Seiten, 25 Euro ISBN: 9783869369068 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Wider dem Methodenwahn im Management Erst Just in Time, dann Lean Management und Kaizen und jetzt Agilität und Design Thinking, Holacracy und Beyond Budgeting. In regelmäßigen Abständen entstehen neue Management-Trends, die wie ein Heilsversprechen wirken: Nur die aktuell angesagte Methode führt Unternehmen zum Erfolg. Design Thinking und Holocracy sind die gewählten Mittel gegen die Unsicherheit im digitalen Wandel und sicher steht die nächste Methode schon in den Startschuhen. Die Unternehmensberaterin Sabine Dietrich bricht in ihrem Ratgeber „Jedes Jahr eine neue Sau“ mit dem Methodenwahn und zeigt dessen Folgen auf. Im Methodenwahn blind vor Vertrauen Der Methodenwahn im Management nahm am Anfang des 19. Jahrhunderts seinen Lauf, als Unternehmen Antworten auf die zunehmende Industrialisierung suchten. Die Digitalisierung ist heute wieder ein solcher extremer Ausnahmezustand, in dem Management und Vorstände händeringend nach der einen Lösung suchen, nach der einen Methode suchen, die den Erfolg in der nahen Zukunft verspricht. „Beim Diktat des Subito gerät die Bandbreite der Entscheidungskriterien zwangsläufig aus dem Blick“, weiß Sabine Dietrich, „Der Drang, aktiv zu werden, und das so schnell wie möglich, überstrahlt alles andere.“ Für die Sparringspartnerin von Unternehmen ist die vorschnelle Entscheidung für eine Methode einer der wichtigsten Fehler, den Betriebe machen können. Sie springen auf einen Methodenzug auf, ohne zu überprüfen, ob dieser sie überhaupt zu ihrem eigenen, individuellen Ziel bringt. Es besteht dann ein starker, fast sakraler Glaube daran, dass allein das Einführen einer Methode schon den Erfolg mit sich bringt. Vertrauen in die eigene Unternehmensstruktur entwickeln „Es werden Begriffe mit großer Verve hochgeworfen, ohne dass einer davon reflektiert wird, ohne das einer erklärt wird“ , erklärt Dietrich, „kein Begriff wird auf eine Weise hinterlegt, dass einer der Führungskräfte und Mitarbeiter damit etwas anfangen und es operationalisiert in sein Tagesgeschäft integrieren kann.“ So bleibt die vielbeschworene Methode nur eine Hülle, in der weiterhin der alte Geist schwebt. Dietrich berichtet von klassischen Unternehmen mit traditionsbewussten Führungskräften, die plötzlich die Krawatte abstreifen sollten, weil das Management ihnen Dynamik verschrieben hat. In ihrem Ratgeber zeigt die Unternehmensberaterin, wohin ein falsch verstandener Methodenwahn führt und berichtet dabei auch von ihren eigenen Erfahrungen. Nahezu immer führt die Einführung von trendigen Methoden zu einer Verschlechterung des Zustandes und Unsicherheit in der Belegschaft. Sabine Dietrich zeigt aber auch einen Weg auf, wie Unternehmen ihren eigenen, nachhaltigen Weg gehen können. Roter-Reiter-Fazit: Wer bereits alle trendigen Methoden kennt und sich nicht sicher ist, welche Methode im eigenen Unternehmen am besten funktioniert, dem hilft dieser Ratgeber. Sabine Dietrich zeigt, dass eine nachhaltige und individuelle Struktur oftmals erfolgsversprechender ist als der Methodenwahn. Sabine Dietrich: Jedes Jahr eine neue Sau. Wie Manager den Methodenwahn durch Souveränität ersetzen Wiley-VCH, Weinheim 2019 250 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-50971-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Selbstverantwortung: Neue Wege in der Organisationsbewältigung Noch vor wenigen Jahren waren Führungskräfte in Unternehmen unabdingbar. Sie leiteten Teams ihre Mitarbeiter an und bewerteten ihren Arbeitserfolg. Mit den neuen Arbeitnehmer-Generationen wird sich diese klassische Rollenverteilung weiter aufweichen, die Organisationsbewältigung steht vor neuen Herausforderungen. Psycholinguistin Susanne Klein gibt in ihrem Ratgeber "Kein Mensch braucht Führung" 20 Impulse für eine Umkehr von hierarchischen Führungsmodellen hin zu eigenverantwortlichen Arbeiten. Neue Generation fordert mehr Selbstverantwortung In unserer mediengetriebenen Gesellschaft wird insbesondere der jungen Generation kommuniziert, dass Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung unser höchstes Gut sind. Das passt nicht mit der klassischen Organisationsbewältigung in kleinen und größeren Unternehmen zusammen. „Immer weniger junge Menschen haben Lust dazu, eine Führungskarriere anzustreben. Zum einen lehnen sie die klassischen Führungsinstrumente ab und zum anderen haben sie keine Lust dazu, für andere Menschen Service zu leisten“, weiß Susanne Klein. Und das ist kein Beinbruch, denn die Wirksamkeit von Führungskräften ist nicht so stark, wie man annehmen könnte. Weniger Führung - mehr selbstmotiviertes Handeln Sie verweist auf die Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers und Psychologen Daniel Kahneman. Ihm zufolge führen leistungsstarke Führungskräfte zu 60 Prozent zum Erfolg, während alle anderen, schwächeren Führungskräfte ihr Unternehmen zu 50 Prozent zum Erfolg führen. Führung ist also nicht der ultimative Erfolgsfaktor, vor allem nicht bei stark zunehmenden Komplexität und Volatilität des Marktes. Für Unternehmen wird es immer interessanter und erfolgsversprechender, auf das Prinzip Selbstverantwortung zu setzen. Sie kaufen sich kreative und höchst motivierte Arbeitskräfte ein. Dann sollen sie ihnen in ihrer Tätigkeit auch den Raum und die Möglichkeiten geben, sich zu engagieren und selbstwirksam zu sein. „Junge Menschen wollen interessante und sinnvolle Aufgaben, die sie fordern und weiterbringen. Karriere ist keine attraktive Perspektive mehr“, so die Trainerin, „die Vorstellung davon, sich um die Leistung anderer Menschen kümmern zu müssen, Gespräche führen zu müssen, zu beurteilen, mutet eher uninteressant an.“ In ihrem Ratgeber „Kein Mensch braucht Führung“ stellt Susanne Klein 20 Impulse vor, wie Unternehmen das teamorientierte Arbeiten und das Abweichen von klassischen Führungsrollen gestalten können. Dazu gehören zum Beispiel das Anpassen von Strukturen, Stichwort Datentransparenz, sowie das Ausbrechen aus Silos mit Fluide Communitys. Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber gibt 20 praxisbezogene Ratschläge zum Gestalten einer zukunftsorientierten Organisationsbewältigung. Dabei greift Susanne Klein immer wieder auf Studien und Praxiserfahrungen zurück, die den Erfolg des Prinzips Selbstverantwortung belegen. Also etwas mehr Mut, bitte! Susanne Klein: Kein Mensch braucht Führung. Mehr Erfolg durch Selbstverantwortung. Gabal Verlag, Offenbach 2019. 256 Seiten, 29,90 Euro. ISBN: 978-3-86936-903-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Krisenmanagement: Das Mindset für Macher In Coachings für Führungskräfte und Manager ist diese Frage immer wieder ein Thema: Wie verhindere ich, dass mein Unternehmen in eine Schieflage gerät? Boris Thomas ist Geschäftsführer eines Familienunternehmens und weiß: Das geht gar nicht. Anstatt sich vor einer Krise zu ängstigen, sollten Führungskräfte den unvermeidlichen Ups und Downs mit dem richtigen Mindset entgegen treten. Ohne Krise geht es nicht Thomas ging selbst durch die eine oder andere unternehmerische Krise. Er ist Geschäftsführer seines Familienunternehmens Lattoflex. Als Manager eines mittelständischen Unternehmens spürt er die Verantwortung, die er für seinen Betrieb und vor allem für seine Angestellten trägt. „Als Führungskraft unterstütze ich tagtäglich mein Team nach Kräften, damit wir gemeinsam sicher durch eine Krise  nach der anderen kommen können“, sagt er. Und dass Krisen kommen, da ist er sich sicher. „Es wird uns nicht gelingen, krisenfrei durchs Leben zu kommen - das gilt in der Familie und in unseren Beziehungen genauso wie für unsere Unternehmen“, so Thomas. "Niemand postet auf Facebook, dass seine Firma kurz vor dem Konkurs steht und er als Geschäftsführer nicht mehr weiter weiß. Niemand veröffentlicht ein Selfie auf Instagram, das ihn einsam, verzweifelt und weinend auf dem Sofa zeigt." (Boris Thomas) Der Krise offensiv entgegentreten In seinem Ratgeber „Fang nie an aufzuhören“ stellt er in sechs unterhaltsamen Kapiteln sein Mindset für Macher und Manager vor. Es besteht aus den Stärken Demut, Reflexion, Präsenz, Vertrauen, Verantwortung, Entscheidung und Werte. Indem er sich diesen Eigenschaften und Skills von einer manchmal fast philosophischen Seite nähert, geht er einen entschieden anderen Weg als andere Ratgeber-Autoren und Vortragsredner. Thomas bindet das Thema Krisen in Unternehmen und das unternehmerische Scheitern in unseren Lebenslauf ein, ganz nach dem Motto: Das Leben ist nun mal kein Ponyhof. Mal läuft es gut und dann eben auch wieder nicht. Entscheidend ist, dass Führungskräfte im besten Falle schon vor der nächsten Krise wissen, wie sie diese gemeinsam im Team überstehen können. In den einzelnen Abschnitten bietet Thomas den Lesern wertvolle Einsichten in seine Idee vom Krisenmanagement, die der aktuell noch gesellschaftsfähigen Angst vorm Scheitern  entgegensteht. Thomas sieht in Krisen nämlich vielmehr die Möglichkeit voranzukommen. Denn: Erfolg ist zwar gut und schön. Aber er lässt uns auch an altbewährten Erfolgsmitteln festhalten und in einem Zustand von Sättigung verharren. Ohne Herausforderungen machen wir selten den nächsten Schritt, der uns voranbringt. Begreifen wir Krisen als Chancen, können wir ihnen viel offensiver und mit Tatenkraft entgegenetreten. Was den Ratgeber für Krisenmanagement besonders empfehlenswert macht, sind zudem die exklusiven Interviews mit Bodo Janssen, Pascal Feyh, Paul Kohtes, Sven Jánszky, Alexander Christiani und vielen Mitarbeitern von Lattoflex, die die Thematik aus weiteren Perspektiven beleuchten. Roter-Reiter-Fazit: Eine spannende Lektüre, die Führungskräfte für ein positives und kommunikativ offenes Krisenmanagement stärkt und zugleich der berühmten Angst vor dem Scheitern seine Kraft nimmt. Boris Thomas: Fang nie an aufzuhören. Das Mindset für Manager und Macher Campus Verlag, 2019 264 Seiten, 22,00 Euro ISBN: 9783593510415   Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Emotionen first: Strategisches Coaching Wer schon einmal versucht hat, nur eine Handvoll Chips zu essen, ohne sich der ganzen Tüte zu ermächtigen, der weiß, wie wichtig unbewusste Handlungen und Gefühlsstrukturen in unserem Leben sind. Wir wissen, dass zu viel Chips ungesund sind und dick machen. Wir wollen sie auch gar nicht essen. Aber wir können nicht anders. In diesem herausragenden Ratgeber für Strategisches Coaching zeigen die drei Psychologen Gernot Hauke, Christina Lohr und Tania Pietrzak wie durch die Aktivierung unserer emotionalen Ebene sehr schnell und effektiv Einfluss auf unser Handeln und Denken genommen werden kann. Wenn die emotionale Überlebensstrategie scheitert Die drei Autoren erklären in ihrem Ratgeber, wie mit der Hilfe von Embodimenttechniken das Strategische Coaching neuartig gestaltet werden kann. Klienten, die selbst nicht wissen, warum sie gerade eigentlich in der Krise stecken und nicht die richtigen Worte finden, kann diese Herangehensweise helfen. Stellen wir uns einen Angestellten vor, der im Job Probleme hat und kurz vor dem Burnout steht. Er weiß aber nicht, wo eigentlich das Problem liegt. Sein Vorgesetzter bezeichnete ihn als seine Geheimwaffe und setzte viel auf ihn. Nach und nach distanzierte er sich aber von dem Angestellten und schenkt ihm kaum noch ein Wort. Der Klient arbeitet mehr und mehr, aber es gibt nicht mehr Feedback. Im Gespräch kommt heraus, dass der Angestellte es auch seinem Vater immer recht machen wollte und für herausragende Leistungen gelobt wurde. Der Klient entwickelte „im Lauf seiner Lerngeschichte verschiedene Strategien der Annäherung und Vermeidung, die ihm immer zielgenauer das väterliche Interesse und dessen Zuwendung einbrachten“, so die Autoren. Jetzt funktioniert diese emotionale und im gewissen Sinne toxische Überlebensstrategie nicht mehr. Wir unsere Erfahrungen unser Handeln steuern Die Autoren erklären sehr klar und exemplarisch, wie sich unser Handeln und Denken auf zwei verschiedenen Ebenen bewegt. „Die Arbeitsweise des Impulsiven Systems ist typischerweise schnell, assoziativ, automatisiert, nicht bewusst und bietet rasch Verhaltensantworten an“, so die Psychologen. Demgemäß greifen wir zur Tüte Chips und der Klient agiert im Umgang mit seinem Vorgesetzten genauso konfliktarm wie mit seinem Vater. Die Arbeitsweise des Reflexiven Systems hingegen „beruht auf bewusstem Überlegen, Gesetzen der Logik und Sprache“, so die Autoren. Während wir in unserem Alltag zu einem großen Teil eingeübten und erlernten Prozessen folgen, die mehr oder weniger unbewusst sind, hängt das bewusste und auch kritische Nachdenken dem ein wenig hinterher. Unbewusste emotionale Handlungsmuster verstehen In dem Ratgeber für Strategisches Coaching zeigen die drei Psychologen ausgehend von verschiedenen Fallbeispielen, wie Embodimenttechniken wirkungsvoll eingesetzt werden, um das Impulsive System zu knacken und Emotionen an die Oberfläche des Bewusstseins zu bringen. So wird dem Klienten bewusst, dass er nicht nur Angst vor seinem Vorgesetzten bzw. vor seinem Urteil hat und deshalb regelmäßig in eine körperliche Starre verfällt. Durch Achtsamkeitsübungen und das bewusste Arbeiten mit dem Körper wird ihm klar, dass er auch Wut und Ärger verspürt. Diese Emotion hatte er sich bisher nicht zugestanden. Erst einmal im Bewusstsein, kann nun die eigentliche Arbeit am Einüben von neuen Verhaltensmustern gestartet werden. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch stellt verschiedene Embodimenttechniken vor und bietet Methoden und Anleitungen an. Zudem widmen sich die Psychologen der Frage, wie Führungskräfte trotz zunehmender Komplexität gesund bleiben können und bieten Anregungen für die Arbeit in Teams und Gruppen. Ein sehr inspirierender Ratgeber für Coaches und alle Trainer aus dem psychotherapeutischen Feld. Gernot Hauke, Christina Lohr, Tania Pietrzak: Strategisches Coaching. Emotionale Aktivierung durch Embodimenttechniken Junfermann Verlag, Paderborn 2017. 192 Seiten, 24 Euro ISBN: 978-3-95571-681-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Es wird emotional: Tools für Change Management Wenn von Change Management die Rede ist, geht es sehr oft um wichtige Themen wie Zielsetzungen, Strukturen zum Umsetzen von Strategien und Kennzahlen zum Messen von Erfolgen. Was aber oft vergessen wird: Die Menschen, die den Wandel mitvollziehen sollen. Ob strukturelle Veränderungen im Unternehmen, ein neues IT-System oder eine neue Mitarbeiterkultur: Erneuerungen sind ein Muss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wann und wie solche Change Management Prozesse in Angriff genommen werden, wird zumeist in den Chefetagen geplant und am runden Tisch kommuniziert. Viel zu selten werden bei der Planung eines solchen Prozesses jedoch die Mitarbeiter und ihre Erlebniswelt mitgedacht. Mit jeder Veränderung gehen Emotionen einher Und „Emotionen sind bei allen Beteiligten im Spiel“, wissen Klaus Doppler und Bert Voigt, „Nicht nur bei den Mitarbeitern, die von der Umsetzung betroffen sind, sondern maßgeblich auch bei denen, die solche Projekte und Prozesse konzipieren und verantworten“. Die eigenen Emotionen werden von Führungskräften aus einem falschen Rollenverständnis hinaus oftmals verdrängt. Von einer Führungsperson erhofft man sich demnach Objektivität und Rationalität. „Solange sie allerdings die eigenen Emotionen nicht zulassen, sie unterdrücken und nicht bereit sind beziehungsweise sich nicht erlauben, diese genauer anzuschauen, können sie die Emotionen der anderen gar nicht wirklich verstehen, infolgedessen auch nicht berücksichtigen oder beeinflussen“, so die beiden Psychologen und Organisationsberater. Change Management ist Emotionsmanagement In ihrem Ratgeber „Feel the Change!“ zeigen Klaus Doppler und Bert Voigt, wie wichtig es im Change Management ist, die Emotionen von Mitarbeitern wahrzunehmen. Denn: ein guter und erfolgreicher Veränderungsprozess steht und fällt mit den Menschen, die ihn durchleben und begleiten sollen. Anhand von Beispielen aus der Praxis erklären die beiden Experten für Change Management Werkzeuge und Konzepte, mit denen Veränderungsprozesse positiv gesteuert und Mitarbeiter mit allen ihren Befürchtungen, Ängsten oder auch Hoffnungen wahrgenommen werden. Roter-Reiter-Fazit: Klaus Doppler und Bert Voigt geben in ihrem Change Management Ratgeber wertvolle Tipps, die sie selbst in der Praxis erprobt haben. Sie setzen dort an, wo der Erfolg von Veränderungsprozessen bestimmt wird: bei den Menschen. Ein wertvoller Leitfaden für Führungskräfte! Klaus Doppler, Bert Voigt: Feel the Change! Wie erfolgreiche Change Manager Emotionen steuern. (inkl. eBook inside) 288 Seiten, 39,95 Euro. Campus Verlag, 2018 ISBN: 9783593509204 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Mitarbeiterführung: Das Dilemma mit den Dilemmas Eine Führungskraft ist wie Superman. Sie kann alles bestimmen, hat den Urlaubskalender in ihrer Gewalt und sie hat das Potenzial, ein Team und eine Vision zu formen. Aber: Auch die Mitarbeiterführung gehört zu ihren Aufgaben - und das kann Nerven kosten. Frau Müller will ihren Urlaub in den Sommerferien nehmen, weil ihre Enkelin zu Besuch kommt. Herr Lehmann will da aber auch Urlaub, weil er eine schulpflichtige Tochter hat. Weitere vier Kollegen schlagen sich sprichwörtlich um die Brückentage. Und alle stehen bei der Abteilungsleiterin im Büro und möchten - jetzt - eine Lösung. Eines der vielen Dilemmas der Mitarbeiterführung. Neben der Urlaubsplanung sorgt auch das neue Betriebssystem für Stress und Tränen. Als Führungskraft müssen sie trotzdem auf Ergebnisse pochen, denn auch ihr Chef wünscht sich Ergebnisse. Gibt es für solche Dilemmas am Arbeitsplatz Lösungen? Ja, sagt Prof. Dr. Christian Lebrenz. Konflikte sind der normale Sand im Unternehmensgetriebe In seinem Ratgeber „Das Dilemma mit den Dilemmas“ nimmt sich der Personalmanagement-Experte der Frage an, was die Ursachen für anscheinend unlösbare Konflikte am Arbeitsplatz sind und wie wir sie lösen können. Lebrenz hat in seiner eigenen Tätigkeit als Führungskraft die Erfahrung gemacht, dass er als Chef „nicht nur mehr entscheiden durfte, sondern auch entscheiden musste". Und gerade in den Feinheiten des Führungsmanagements steckt das Konfliktpotenzial. An sich selbst und seine Kompetenzen muss aber niemand sofort zweifeln. „Denn so unangenehm Dilemmas auch sein mögen, sie sind ein unvermeidbarer Bestandteil einer jeden Organisation“, so Lebrenz. Lebrenz zeigt in einer anschaulichen Art und anhand vieler Praxisbeispiele, dass typische Dilemmas das Ergebnis von bestimmten Strukturen der Mitarbeiterführung, aber auch des Managements sein können. Das Gefühl von Fremdbestimmung, zu starken Veränderungen, Konkurrenzverhalten und fehlender Mitarbeiterbestimmung können zur Krisenstimmung beitragen. Dreht man an den richtigen Rädchen, lassen sich Dilemmas im besten Fall auflösen, in jedem Fall aber entschärfen. Der Experte für Personalführung stellt in dem Ratgeber die vier Lösungsansätze der Dilemma-Tool-Box vor, die konkrete Tipps zum Lösen eines (scheinbaren) Dilemmas geben.   Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr strukturiertes und sprachlich klares Buch, das Führungskräften dabei hilft, die gefährlichsten Klippen der Mitarbeiterführung zu umschiffen und sich nicht zwischen den Fronten von Mitarbeitern und Chefs zu verlieren. Christian Lebrenz: Das Dilemma mit den Dilemmas. Warum Zwickmühlen das Leben in Organisationen bestimmen und wie wir besser mit ihnen umgehen können. Metropolitan Verlag, Regensburg 2018. 150 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-96186-026-5 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Mit emphatischen Design Thinking Tools innovativ werden Jeder braucht es, wenige haben es: Innovationen im Unternehmen sind notwendig, um sich in den schnelllebigen Wirtschaftskreisläufen behaupten zu können. Aber wie kommen Unternehmen zu innovativen Services, seien es strukturelle, kundenfreundliche Leistungen oder innovative Produkte? Ingrid Gerstbach setzt auf ein emphatisches Design Thinking. Die Wirtschaftspsychologin und Unternehmensberaterin hat täglich mit Unternehmen zu tun, die am beherzten Sprung von einer klaren Unternehmensstruktur hin zu innovativen Ansätzen scheitern. Die Klage aus den Betrieben lautet dabei oft: Wir sind ja nicht die Kreativen, die so quer denken können. In ihrem Ratgeber „Dem Kunden verpflichtet“ zeigt Ingrid Gerstbach, wie Unternehmen mit einfachen Tools des Design Thinkings und der Idee der Emphatie Innovationen entwickeln können. Wichtigste Frage: Was benötigen Kunden wirklich? „Um weiter zu wachsen und zu innovieren, müssen Unternehmen aus ihrer Komfortzone hinaustreten und in die Schuhe der (potenziellen) Kunden hineinschlüpfen“, erklärt die Psychologin. Insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung der Konsumenten ist es wichtig, ein Gespür dafür zu entwickeln, was die Menschen benötigen und inwiefern das eigene Produkt oder die Dienstleistung zur Bedürfnisbefriedigung beitragen kann. Denn erfüllt das Produkt nicht seinen Zweck, landen Konsumenten schnell bei einem anderen Hersteller. In dem Ratgeber geht Gerstbach der Frage nach, was Innovationen, Kreativität und Empathie im unternehmerischen Umfeld bedeuten können. Mit Design Thinking Tools Kundenbedürfnisse entdecken Die Unternehmensberaterin belässt es aber nicht nur bei der Theorie, sondern bietet auch eine Lösung zur praktischen Umsetzung. Ihre Antwort lautet: Emphatisches Design Thinking. „Empathie im Design Thinking ist ein Ansatz, der die realen Erfahrungen der Menschen nutzt, um moderne Herausforderungen anzugehen“, erklärt sie. Anschaulich und anhand von Beispielen erklärt sie Tools wie Reframing, die Concept Map, Szenarioplanung oder Contextual Inquiry, mit deren Hilfe Teams innerhalb weniger Minuten oder auch in einer langfristigen Umsetzung wertvolle Einblicke in die Gefühls- und Erfahrungswelt der Kunden erhalten können. Ein großer Vorteil: Für das Nutzen dieser Werkzeuge bedarf es keiner übermäßigen Kreativität und sie lassen sich leicht in unterschiedlichen Kontexten nutzen. Roter-Reiter-Fazit: Ein wertvoller Ratgeber für Führungskräfte, die mit möglichst wenig Aufwand innovative Services für zufriedene Kunden entwickeln möchten. Ingrid Gerstbach: Dem Kunden verpflichtet. Mit Empathie und Kreativität Innovationen schaffen Gabal Verlag, Offenbach 2018. 288 Seiten, 34,90 Euro ISBN: 978-3-86936-867-2 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Konflikte lösen: Vergessen Sie Ihre Erwartungshaltung Streit am Arbeitsplatz ruiniert nicht nur die Atmosphäre, sondern kann auch zu enormen Leistungseinbrüchen führen. Weil der Kollegen nicht immer bereit ist, sich dem Konflikt zu stellen, macht es Sinn, die Lösung im eigenen Verhalten zu suchen. Selbst lösungsorientiert denken und nicht in Wut aufgehen „Es ist verständlich, dass sich die Aufmerksamkeit bei einem Konflikt zunächst auf den Konfliktpartner und dessen Verhalten richtet", weiß Claudia Eilles-Matthiessen, „Wer jedoch die Lösung des Konflikts nur darin sieht, dass der andere sich verändern möge, schränkt seinen Lösungsspielraum erheblich ein.“ Deshalb hat die Psychologin und Beraterin den Konfliktnavigator entwickelt, der in vier Lösungsfeldern Konflikte lösen kann. In ihrem Ratgeber „Es muss nicht immer reden sein“ stellt Eilles-Matthiessen verschiedene Lösungsansätze für Konflikte am Arbeitsplatz vor, die alle eines gemeinsam haben: Sie suchen die Lösung bei dem Betroffenen selbst. Indem man beispielsweise seine Emotionen reguliert und nicht umgehend Rot sieht, wenn die Kollegin wieder einmal die Projektergebnisse in Frage stellt oder vergisst, zum Meeting mit dem Vorstand einzuladen, behält man einen kühlen Kopf. „Gelingt es Ihnen, dem Konflikt eine konstruktive Wendung zu geben, dann verhindern Sie destruktive Eskalationen, reduzieren emotionale Belastungen sowie die finanziellen Kosten eines Konflikts“, so die Psychologin. Wie wir dem Konflikt seine Nahrung nehmen In Ihrem Ratgeber stellt sie die vier verschiedenen Handlungsfelder vor. Dazu gehört die eben genannte Selbstregulation, die dabei hilft, einen Abstand zum Konflikt zu erhalten und lösungsorientierte Ideen zu entwickeln. Im Bereich der Beziehungsregulation macht Eilles-Matthiessen Vorschläge, wie eine lösungsorientierte Kommunikation aussehen kann und erklärt, wann dem Konfliktpartner klare Grenzen aufgezeigt werden müssen und wie sich ein kooperatives Verhalten herbeiführen lässt. Um Konflikte zu lösen, kann auch eine möglichst objektive  Sachklärung angestrebt werden. Wie das funktioniert, wie man solchen Konflikten am Arbeitsplatz vorbeugen kann und im Falle eines Konfliktes als Einzelner, als Team oder Unternehmen aus dem Vorfall lernen und sich weiterentwickeln kann, erläutert Claudia Eilles-Matthiessen in einer anschaulichen und praktischen Art und Weise. Roter-Reiter-Fazit: Wer nicht bei jedem Konflikt am Arbeitsplatz auf das Einlenken und die Kommunikationsfreude des Gegenüber vertrauen möchte, bekommt in dem neuen Ratgeber von Claudia Eilles-Matthiessen wertvolle Tipps und Anleitungen, wie man mit dem eigenen Verhalten Streitigkeiten den Garaus machen kann. Claudia Eilles-Matthiessen: Es muss nicht immer reden sein. So lösen Sie Konflikte am Arbeitsplatz. Mit Konfliktnavigator. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018. 261 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 9783593509228 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### New Work: So funktioniert das agile Management Der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein, am Puls der Zeit agieren und auf dem technisch und informationspolitisch neuesten Stand sein: Agiles Management ist aus der New Work Bewegung nicht wegzudenken. Aber wie verhindern wir, dass sich Mitarbeiter in den ständigen Veränderungsprozessen nicht verlieren? Personalentwickler Michael Hübler kennt die Antwort. Der Preis für Innovationskraft ist hoch Unternehmen, die mit neuen Projekten noch immer erst an den Start gehen, wenn sie sich wirklich ganz, ganz sicher sind, alles im Griff zu haben und alle Eventualitäten bedacht haben, sind oldschool. Das Zauberwort der New Work Bewegung heißt: Agilität. Der Markt verändert sich beständig weiter, Kunden und Verbraucher haben über Social Media eine starke Stimme, die sie einsetzen, um ihre Wünsche zu äußern. Wer denen nicht nachkommt, kann ins Hintertreffen geraten. Die Frage ist aber, wie Unternehmen dem Bedürfnis nach stetigem Wandel begegnen. „CCen wir uns bald zu Tode? Implodieren unserer Gehirne, weil wir bereits jetzt in Informationen ertrinken?“, fragt Coach Michael Hübler, „Ist die Agilität der heilige Gral für die Servicewüste Deutschland, wie es aktuell verkauft wird? Oder führt uns die stetige Selbst- und Überoptimierung des agilen Denkens in den gesellschaftlichen Kollaps?“ Agilität ist nicht ohne Digitalisierung denkbar In seinem Ratgeber „New Work: Menschlich - Demokratisch - Agil“  zeigt er, wie es funktionieren kann, ohne dass ein agiles Management Mitarbeiter in den Burnout und Unternehmen in eine nicht endende Spirale aus Unstetigkeit stürzt. Hüblers innovatives System bringt die Begriffe „Demokratie“ und „Ethik“ ins Spiel, denn ohne demokratische und menschliche Grundregeln bringt die Agilität Unternehmenssysteme an den Rand des Machbaren. Die Agilität eines Unternehmens wird nur durch die wachsende Digitalisierung möglich. Andersherum bestärkt die Digitalisierung die Agilität. Hübler betrachtet den digitalen Wandel als neutralen Prozess, der weder schlecht noch gut ist. Er fordert uns und Unternehmen aber dazu auf, unser Menschenbild zu präzisieren. Der digitale Wandel kann nämlich auch schlechte Folgen haben. Denn: „Sie ermöglicht oder fördert die Amazonisierung von Unternehmen oder den digitalen Taylorismus im Sinne einer Abhängigkeit der Mitarbeiter und Freiberufler von großen Unternehmen“, so Hübler, „Bei Apple arbeiten aktuell 40.000 Freelancer ohne Sozial-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung." Deshalb funktioniert für Hübler ein erfolgreiches agiles Management nur, wenn wir in Unternehmen demokratische und ethische Strukturen schaffen, die das Beste aus der New Work Bewegung herausholen. Roter-Reiter-Fazit: In seinem Buch zeigt Michael Hübler die Wege auf, die Unternehmen gehen können, um sich auf den Weg in die digitale Arbeitswelt zu machen. Ein interessanter Ratgeber, der ethische Grundwerte in einer interessanten Art und Weise mit den Unternehmensstrukturen im digitalen Wandel diskutiert. Michael Hübler: New Work: Menschlich - Demokratisch - Agil Walhalla Verlag, 2018 330 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-96186-016-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Markenführung: 50 Antworten abseits der Turbo-Digitalisierung Ohne Marken läuft heute nichts mehr. Zum einen nutzen Konsumenten Marken zur Orientierung und Identifikation, zum anderen lassen sich Produkte und Dienstleistungen heute nur noch erfolgreich und nachhaltig positionieren, indem sie gebranded werden. Aber über die Frage, wie eine strategische Markenführung auszusehen hat, besteht Uneinigkeit. Zwei Experten für Markenpositionierung geben Antworten auf 50 zeitlose Fragen zum Thema „Marke“. Viele Meinungen verwässern Marken Über Marken wird eine Menge geredet. „In den 'Konfis‘, den ‘Telkos‘ und in Büros weltweit werden transkontinental stundenlang Meinungen zum Thema ausgetauscht (nicht diskutiert - null Dialektik)", wissen Dr. Arnd Zschiesche und Dr. Oliver Errichiello, „ob Geschäftsführer oder CEO, ob Marketingteam, Sachbearbeiter oder das Millionenheer selbsternannter Marken- und Werbeexperten“, alle haben eine Meinung zum Thema „Marke“. Die beiden Autoren sind Experten für wertschöpfungsstarke Markenpositionierung und Markenführung im deutschsprachigen Raum, Lehrbeauftragte für Markenmanagement an der Hochschule Luzern Wirtschaft sowie Dozenten an der Universität Hamburg. Sie haben einen Ratgeber veröffentlicht, der die Grundlage für ein nachhaltiges Markenverständnis legt. Dabei ist die Entwicklung rasant: Mit der Digitalisierung nimmt die Markenpositionierung noch mehr Fahrt auf, denn die neuen Kanäle wollen auch adäquat bespielt werden - am besten in Echtzeit. Digital oder analog: Heute können die verschiedensten Zielgruppen über viele unterschiedliche Wege erreicht werden. Deshalb verlieren sich aber heute auch viele Unternehmen darin, es allen Zielgruppen recht machen zu wollen. „Ein Marken-Endergebnis der 'Ich bin für alle attraktiv‘-Haltung sieht man an den Ex-Großparteien bzw. den Wahlergebnissen und an einer Ex-Kernkundschaft, die durch die Nichtbeachtung der eigenen Marke zu Wechsel-,AfD- oder Nichtwählern ‘erzogen‘ wurde", so die Autoren. Back to the Roots Anstatt auf jeden Trendzug aufzuspringen, plädieren die Autoren dafür, sich auf die natürlichen Gesetzmäßigkeiten der Markenführung zu besinnen. In ihrem Ratgeber „Marke statt Meinung" sprechen sie von aktuell 88 sehr bekannten Markenmanagement-Instrumenten, die zu einer verwirrenden Vielfalt von Meinungen und Stimmungen führen. Dabei wird das Thema Marke aus marketingtechnischer, psychologischer oder auch gesellschaftlicher Sicht betrachtet, aber, so die Experten: „Die Marke als der alles entscheidende wirtschaftliche Faktor wir selten so behandelt, wie sie es verdient hätte.“ In ihrem Ratgeber beantworten die Marken-Experten 50 typische Fragen rund um das Thema Marke, die ihnen seit vielen Jahren immer wieder gestellt werden und die für ein praktisches und konkretes Verstehen wichtig sind. Denn: Versteht man die Markenpositionierung als eine Management-Aufgabe, dann sollten persönliche Befindlichkeiten, Gefühle und kurzlebige Bedürfnisse von verschiedenen und womöglich marginalen Zielgruppen keine Rolle spielen. Roter-Reiter-Fazit: Ein Ratgeber, den sowohl Führungskräfte wie auch Marketing-Experten lesen sollten, um zwischen Instagram, Google Adwords und Influencer Marketing den Blick für das Wesentliche zurückzuerlangen.   Arnd Zschiesche, Oliver Errichiello: Marke statt Meinung. Die Gesetze der Markenführung in 50 Antworten. Gabal, Offenbach 2018. 264 Seiten, 25 Euro ISBN: 978-3-86936-866-5 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Coaching: Lerntransfer für nachhaltigen Erfolg Wer im Coaching und Training arbeitet, hat zumeist den Anspruch, Wissen und Softskills an alle Seminarteilnehmer weiterzugeben. Jedoch verpufft die Lernmotivation oft, sobald die Arbeitnehmer wieder unter Zeitdruck stehen und im Büro sitzen. Deshalb sollten Coaches Seminarkonzepte entwickeln, die den Lerntransfer im Blick haben. Lerntransfer ist in deutschen Unternehmen zu schwach Zahlreiche Studien zeigen, dass die Umsetzung von Know How ein großer Knackpunkt ist. Dieses Fazit präsentiert auch die Studie „Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen“ der Hochschule für angewandtes Management, gefördert von der Vodafone Stiftung Deutschland und unter Beratung des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Zwei Drittel der Befragten (63%) gaben an, dass das Lernen ein elementarer Bestandteil ihrer Arbeit und sei und sie gern Verantwortung für ihre Weiterbildung übernehmen möchten. Jedoch glauben nur 27 Prozent der Befragten, dass sie eine eine hohe Fähigkeit für den Transfer im Lernprozess besitzen. Seminare kosten den Arbeitgeber bzw. die Teilnehmenden so Geld und Zeit, haben aber nur wenig Wirkung. Wie schafft es Wissen von der Theorie in die Praxis? Prof. Dr. Axel Koch ist Diplom-Psychologe und ist Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning bei München. In seinem Ratgeber „Die Transferstärke-Methode“ stellt er die gleichnamige Technik vor, die die Weiterbildung effektiver machen soll. Tatsächlich ist es Fakt, dass der Lerntransfer von Weiterbildung und Softskill-Seminaren nicht sehr hoch ist. Das bedeutet: So interessiert Teilnehmer während der Maßnahme auch sind, können sie die neuerworbenen Kenntnisse oftmals nicht im Arbeitsalltag umsetzen. „Besonders ein Denkfehler sorgt dafür, dass gelernte Inhalte nicht umgesetzt werden“, so Koch, „Er betrifft die unausgesprochene Annahme, dass alle erwachsenen Mitarbeiter eines Unternehmens eine hohe Lern- und Veränderungskompetenz besitzen und daher hervorragende in der Lage sind, selbstgesteuert zu lernen.“ Koch gibt Coaches und Trainern wertvolle Impulse für eine transferstarke Gestaltung von Seminaren. Kernpunkt sind die vier Faktoren seines Transferstärke-Modells: Offenheit für Fortbildungsimpulse Selbstverantwortung für den Umsetzungserfolg Rückfallmanagement im Arbeitsalltag Positives Selbstgespräch bei Rückschlägen Erfüllt ein Seminarteilnehmer diese vier Faktoren und trifft auf ein unterstützendes Umfeld, hat der Lerntransfer eine optimale Basis. Axel Koch wendet sich in seinem Ratgeber nicht nur an Coaches, die erfahren, wie sie den Lerntransfer in ihren Seminaren und Workshops stärken können. Auch Lernwillige erhalten wertvolle Informationen, wie sie das Beste aus einer Weiterbildung rausholen können. Der Lernerfolg liegt aber nicht nur in den Händen von Trainern und Teilnehmern, sondern auch den Unternehmen. Ihnen sollte daran gelegen sein, dass Weiterbildungsmaßnahmen nachhaltig wirken. Deshalb richtet sich der Ratgeber auch an Mitarbeiter in der Personalentwicklung. Roter-Reiter-Fazit: Ein gut aufgebautes und klar fokussiertes Trainingsbuch für Personaler, Arbeitnehmer und Trainer, die den nachhaltigen Lernerfolg in der Weiterbildung anstreben. Handlungsempfehlungen, QickChecks und To-Do-Listen machen den Ratgeber zu einem praktischen Begleiter. Axel Koch: Die Transferstärke-Methode. Mehr Lerntransfer in Trainings und Coachings. Mit Online-Materialien Beltz Verlag, Weinheim 2018 136 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-407-36658-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Präsentieren: Vortrag halten leicht gemacht Jeder kann präsentieren und einen Vortrag halten. Wie das funktioniert, erklärt Deutschlands Rhetorik-Expertin Gudrun Fey. Wir alle kennen jemanden, der ist so richtig in seinem Element ist, wenn er einen Vortrag halten darf. Es scheint Menschen zu geben, die ihr Publikum mit einer geschliffenen Rhetorik und einem einnehmenden Wesen zu beeindrucken wissen. Leider kommt kaum einer von uns im Joballtag daran vorbei, das Wort erheben zu müssen. Sei es das Präsentieren von Projektergebnissen im Meeting, dem Vortrag auf der Vorstandssitzung oder auch nur der Vortrag in der Teamleitersitzung, jeder ist mal dran. So überzeugen wir unser Publikum Die renommierte Expertin für Rhetorik und Kommunikation Dr. Gudrun Fey gibt in ihrem Ratgeber „Reden? Das kann ich!“ wertvolle Tipps für alle Berufstätigen, die das Gefühl haben, dass ihnen das Präsentieren nicht im Blut liegt. Anstatt Berufsredner Tipps noch mehr Techniken vorzustellen, mit denen sie eine simple Präsentation in ein emotionales Feuerwerk verwandelt, wendet sich Fey an die, die einfach überzeugen möchten. Und ihr Rezept klingt ganz einfach: „Erfolgreiche Redner sind im Moment der Rede ganz sie selbst“, sagt die Rhetorik-Trainerin, „er herrscht Stimmigkeit zwischen Inhalt und Ausdruck. Und sie haben die Gabe, Sympathie zu gewinnen und während der Rede auch aufrechtzuerhalten.“ im Fokus ihres Ratgebers steht die Frage, wie jeder einzelne die genannte Stimmigkeit erreicht. Ein zurückhaltender Mensch muss nicht zum Phrasendrescher werden und wer gern viel redet, muss womöglich nur lernen, sich etwas zurückzunehmen. Fey zeigt, wie wir mit einem positiven Gedankenmuster auch offen für das Präsentieren vor Menschen werden können und wie wir in kritischen Situationen angemessen reagieren.   Wir lernen, wie wir... eine positive Einstellung zum Halten einer freien Rede erhalten Lampenfieber in positive Ausstrahlung umwandeln unsere Präsentation psychologisch und strategisch klug aufbauen einen überzeugenden Einstieg und einen zündenden Schluss finden selbstsicher und überzeugend auftreten unser Publikum motivieren und begeistern geschickt auf Fragen und Angriffe reagieren.   Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber „Reden? Das kann ich!" von Gudrun Fey ist eine perfekte Motivation für alle, die Vorträge halten müssen und Angst vor dem Versagen haben. Hier lernen sie, dass jeder Präsentieren kann, wenn er nur seinen eigenen Stil findet. Gudrun Fey: Reden? Das kann ich! So werden Sie zum Vortragsprofi Metropolitan Verlag, 2018 176 Seiten, 14,95 Euro ISBN 978-3-96186-019-7 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### German Angst: Scheitern auf dem Weg zum Erfolg Keiner spricht gern darüber, denn es trifft doch immer nur die anderen, oder? In Deutschland hat das berufliche Scheitern einen besonderen Stellenwert. Studien zeigen, dass viele Deutsche sich gar nicht erst selbstständig machen und eine Idee umsetzen, weil sie zu viel Angst vor dem Scheitern haben. „German Angst“ nennt sich dieses spezielle Phänomen, das zur deutschen Mentalität gehört. Langsam wandelt sich die Stimmung aber hin zu einer positiven Fehlerkultur. In deutschen Großstädten finden sogenannte FuckUp-Nights statt, in denen Gescheiterte von ihren Fehlern berichten. So können andere aus diesen Fehltritten lernen und erkennen, dass auf dem Weg zum Erfolg Sackgassen unumgänglich sind. Unternehmensverkauf als Tiefpunkt der Karriere Bert Overlack weiß, was es heißt, zu scheitern. Er führte 13 Jahre lang ein marktführendes, mittelständisches Familienunternehmen. Auf dem Höhepunkt der Firmengeschichte mit großen finanziellen Erfolgen folgte der Absturz. Mitten in der Wirtschaftskrise bekommt auch das Unternehmen den schwachen Absatzmarkt zu spüren, zum Schluss bleibt nicht viel mehr als für das traditionsreiche Unternehmen Insolvenz anzumelden. „Irgendwie konnte ich es noch nicht wirklich fassen“, so Overlack, „Vor vier Jahren noch erfolgreich, heute ohne Unternehmen?“  Objektiv sind die Gründe dafür klar, auf den Umsatzeinbruch folgten die fehlende Liquidität, die Kreditkündigung und schließlich der Unternehmensverkauf. „Aber was war wirklich passiert? Worin lag der Sinn dieser Erfahrung“, fragt er sich, „Ich wollte verstehen, warum so etwas passiert war, wie es dazu kommen konnte und welchen Zweck es hatte.“ Fehler positiv nutzen Heute berät Bert Overlack Unternehmen, die selbst in einer Krise stecken, spricht mit gescheiterten Unternehmern und unterstützt erfolgreiche Projekte, damit sie eine gesunde Fehlerkultur schaffen. In seinem Ratgeber „FuckUp. Das Scheitern von heute sind die Erfolge von morgen“ erklärt Overlack, wie es zu seinem persönlichen Scheitern kam und gibt wertvolle Tipps, wie Unternehmen aus einer unbegründeten Angst hinaus nicht den falschen Weg gehen. Denn: Angst vor falschen Entscheidungen lähmt und führt erst recht in Krisen. Der Berater schöpft aus seinen eigenen Erfahrungen und verwebt sie mit psychologischen Erkenntnissen. Der Ratgeber hält nicht nur Informationen und Einsichten für Menschen und Unternehmer inmitten der Krise bereit. Er hilft erfolgreichen Managern auch erste Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und mit einer offenen Fehlerkultur präventiv zu wirken. Nicht zuletzt zeigt Overlack auch an seinem eigenen Beispiel, dass das Leben auch für Gescheiterte weitergeht - und der nächste Erfolg gar nicht so weit entfernt liegt.   Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr persönliches Buch, dass exemplarisch aufzeigt, wie Unternehmen aus Krisen gestärkt hervorgehen können, wenn sie Fehler erkennen und positiv nutzen. Bert Overlack: FuckUp. Das Scheitern von heute sind die Erfolge von morgen. Wiley VCH Verlag GmbH, Weinheim 2018. 255 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 3527509607 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Compliance Management: Jeder braucht es Im vergangenen Jahr lähmte viele deutsche Unternehmer ein gewisses Datum: Am 25. Mai 2018 trat die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Auch mittelständische Unternehmen waren nun stark verunsichert, wie sie nun im Internet und im persönlichen Kundenkontakt zu agieren haben, ohne gängiges Recht zu verletzen. Dieses Beispiel zeigt: Das rechtssichere und wirtschaftsethisch korrekte Verhalten spielt auch in kleineren Betrieben eine immer stärkere Rolle, denn es ist kompliziert. Deshalb empfiehlt sich auch für den Mittelstand ein an die Größe des Unternehmens angepasstes Compliance Management. Was ist Compliance? Es gibt immer wieder Medienberichte über Korruptionsfälle, Geldwäsche oder verbotene Preisabsprachen zwischen Konkurrenten. Werden solche zurückverfolgt, verlieren sich die Spuren meist im Undeutlichen. Das Compliance Management hat zur Aufgabe, das rechtskonforme Auftreten und Handeln in einem Unternehmen zu sichern. Durch eine individuelle Struktur und nachhaltige Prozesse wird sichergestellt, dass alle Mitarbeiter jederzeit über den ethischen und rechtssicheren Anspruch des Unternehmens unterrichtet sind. Das kann in Form von Schulungen, konzernumfassenden Kampagnen oder technische Plattformen geschehen, in denen alle notwendigen Inhalte vermittelt werden. In großen, womöglich börsennotierten Unternehmen spielt das Compliance Management auch eine rechtlich bedeutende Rolle. Compliance umfasst nämlich auch die ständige Überwachung aller Geschäftsbereiche und Prozesse. Kommt es zu steuerrechtlichen oder anderen juristischen Problemen, kann mit den Auswertungen des Compliance Management Systems im besten Fall nachgewiesen werden, wo zum einen der Fehler liegt und das zum anderen kein Vorsatz vorlag. Vor Gericht kann das Nutzen eines Compliance Management Systems strafmildernd wirken - sicher auch für kleinere Betriebe ein interessanter Umstand. Compliance Management sorgt für Struktur In ihrem Compliance-Ratgeber „Compliance im Unternehmen für Dummies“ geben Oliver Haag (Professor für Wirtschaftsrecht) und Maximilian Jantz einen umfassenden Überblick über Anwendungsgebiete, Methoden und die Herausforderungen des Compliance Management in mittelständischen und großen Unternehmen. Jantz ist Syndikusrechtsanwalt und Compliance Manager in der Compliance-Abteilung eines deutschen DAX-Unternehmens. Sie zeigen, dass auch kleine Betriebe gut daran tun, sich ein schlankes Compliance Management System aufzubauen. Es muss schließlich nicht immer der große Korruptionsfall sein, bei dem Unternehmen strafgerichtlich verfolgt werden und hohe Geldstrafen zu erwarten haben. Mit der Digitalisierung kommt kaum ein Unternehmer daran vorbei, sich mit den komplexen Vorschriften des EU-Rechts auseinanderzusetzen. Bereits das Betreiben eines Onlineshops kann für kleine Betriebe ein im Hinblick auf die rechtlichen Vorschriften herausforderndes Projekt sein. Neben dem Datenschutz widmen sich die Autoren unter anderem auch dem Compliance Management im Personalwesen, in Geschäftsbeziehungen zu anderen Unternehmen, dem Compliance Risk Management und dem Sinn und Zweck eines „Whistleblowing“-Hinweisgebersystems. Roter-Reiter-Fazit: Der Compliance-Ratgeber bildet einen übersichtlichen und verständlichen Leitfaden für alle, die sich beruflich mit dem Compliance Management beschäftigen und den ersten Schritt in Richtung eines eigenen Compliance Management System gehen möchten. Oliver Haag, Maximilian Jantz: Compliance im Unternehmen für Dummies Wiley-VCH, Weinheim 2018. 332 Seiten, 26,99 Euro. ISBN: 978-3-527-71455-1 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Innovationsmanagement: Jeder kann kreativ sein Unternehmen müssen heute ständig an allen Schrauben drehen, um im Wettbewerb bleiben zu können. Berater wiederum sind damit beschäftigt, den Vorständen zu erklären, wie Innovationsmanagement funktioniert. Jens Bode ist Innovation Game-Changer bei der Henkel KGaA und unter anderem als „der innologe®“ freiberuflich tätigt. Er zeigt, wo und wie Innovationsmanagement vor der eigentlichen Umsetzung beginnt. Ein bisschen Wahnsinn für echte innovationen Was braucht es für Erfolg mit innovativen Produkten und Dienstleistungen? „Eine unternehmerische Kultur, die Innovation und Kreativität erlaubt“, ist Bodes Antwort, „wenn diese fehlt, sollten die Budgets lieber Bedürftigen gespendet werden ‒ das wäre in dem Fall die weit bessere Investition.“ In seinem Ratgeber „Innovator`s smile“ stellt Bode seine SMILE-Formel vor, die die verschiedenen Faktoren und Phasen eines innovationsgetriebenen Unternehmen versinnbildlichen. „Essenzielle Skills für Innovatoren sind eine offene Kommunikation, aktives Netzwerken, konstruktiver Optimismus, starke Resilienz, unendliche Neugierde und konsequentes Querdenken“, so der Berater, „Eine Prise Wahnsinn, im Positiven gemeint, kann auch helfen.“ Die fünf Erfolgsfaktoren S: spielen M: machen I: investieren L: lieben E: ernten In „Innovator`s smile“ entkräftet Bode die klassischen Ausreden für mehr Kreativität und der Produktentwicklung abseits der gängigen Pfade. Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht, keine Lust und Energie für Innovationen und einen Vorstand, der seine Zielgruppe nicht zu kennen scheint - solche Ausreden zählen nicht. Der Ratgeber versteht sich gleichzeitig als Arbeitsheft und Roadmap, der Autor wünscht sich, dass die Praxisbeispiele und Tipps tatsächlich ankommen und umgesetzt werden. Deshalb stellt er dem Leser auch direkte Fragen, mit denen sich dieser konfrontiert sieht. Innovationsmanagement ist ein Stück Denk- und Lernleistung und kann ein ganzes Unternehmen auf den Kopf stellen. Der Kulturwandel und die neuen, freigesetzten Energien durch alle Abteilungen, können aber auch sehr viel Freude und Motivation schenken. Roter-Reiter-Fazit: Mit „Innovator`s smile“ ist Jens Bode ein sehr persönliches Buch gelungen, das Einblicke in seine Arbeit als Innovationstreiber gibt. Er gibt Führungskräften mit der SMILE-Formel die notwendige Struktur an die Hand, mit der sie eine Arbeitskultur erschaffen, die Innovationen nach sich zieht. Besonders hilfreich sind der SMILE-Check-Up und die Sparring-Momente. Jens Bode: Innovator`s smile. Eine Roadmap für innovatives Denken und Handeln. Haufe Verlag, Freiburg 2018. 201 Seiten, 29,95 Euro (auch als eBook erhältlich) ISBN: 978-3-648-12091-0 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Humor im Coaching und Training: Bitte lachen! Die Themen, die in Coachings und Trainingssitzungen besprochen werden, geben oft wenig Anlass zum Lachen. Schließlich ist es die perfekte Situation, um all den Frust loszuwerden: Ärger über die unmotivierten Mitarbeiter, den anmaßenden Vorgesetzten oder die fehlende Finanzierung des neuen Projektes. Auch private Probleme bringen uns nicht zum Lächeln. Dabei ist Humor der Schlüssel zu einer neuen Sicht auf unsere eigene Wahrnehmung. Deshalb ist Humor im Coaching ein wichtiger Aspekt, den immer mehr Profis in ihre Strategie miteinbeziehen. Raus aus der Denkfalle: Mit Humor open-minded bleiben Cornelia Schinzilarz und Charlotte Friedli haben mit „Humor in Coaching, Beratung und Training“ ein Standardwerk geschaffen. In ihrem Ratgeber präsentieren die beiden Humorexpertinnen die verschiedenen Facetten von Humor im Coaching. „Aus der Forschung wissen wir, dass wir mindestens zufriedener sind, wenn wir regelmäßig und herzhaft lachen", so die Autorinnen, „Gerade in den Momenten, in denen wir meinen, dass alles todernst und tieftraurig ist, können wir unser Wohlgefühl mit einem Lächeln oder Lachen steigern.“ In dem ersten Teil ihres Buches geben Schinzilarz und Friedli praktische Tipps und Anleitungen für mehr Humor in der Kommunikation und den Weg zu einer Lebenshaltung, die mit Humor mehr Leichtigkeit und Offenheit erhält. Die Humorexpertinnen stellen unter anderen humorige Techniken vor, mit denen festgefahrene Situationen in Meetings aufgelöst werden. Wie bitte? Kauderwelsch entschärft festgefahrene Situationen Auch in Beratungssituationen können die Techniken angewendet werden, um den Klienten aus seinen negativen Denkmustern zu lösen. So eine Technik ist ‘Kauderwelsch‘. Wie der Name es bereits ausdrückt, werden darunter „Lautverbindungen verstanden, die laut ausgesprochen werden und keine Wortbedeutung haben“, heißt es im Ratgeber. Wenn es im Meeting zu hitzigen Debatten kommt und für Konflikte keine Lösung in Sicht ist, kann die Situation mit Kauderwelsch entschärft werden. „Oftmals regt eine solche Inszenierung zum Lachen an“, so Schinzilarz und Friedli, „dann steigen Sie wieder ein in das Thema und denken gemeinsam über die passende Gestaltung der Situation nach.“ In Einzelcoachings wirkt die Humor-Technik ähnlich lockernd. „Das ist dann besonders sinnvoll, wenn der Klient sich gerade wieder einmal in seinem Scheitern suhlt und wohlfühlt“. Nachdem die Autorinnen im ersten Teil des Buches praktische Hilfen und Anleitungen für mehr Humor im Coaching, Beratung und Training geben, hinterleuchten sie im zweiten Teil, wieso Lachen eigentlich hilft und welche Bedeutung der Humor auch in der Führung von Mitarbeitern hat. Wer versteht, warum wir lachen, kann seinen Witz viel effizienter einsetzen, um die verschiedensten Situationen positiver und offener zu gestalten. Roter-Reiter-Fazit: „Humor in Coaching, Beratung und Training“ ist ein umfassender Ratgeber für Trainer und Coaches, die den Humor gezielt in ihrer Arbeit einsetzen möchten. Außerdem ist das Buch ein reicher Fundort für alle Führungskräfte, die Humor als Lebenshaltung verstehen und diesen in ihre Arbeit einbringen möchten. Cornelia Schinzilarz / Charlotte Friedli: Humor in Coaching, Beratung und Training E-Book inside und Online-Materialien Beltz Verlag, Weinheim 2018. 332 Seiten, 44,95  Euro. ISBN: 978-3-407-36666-5 Jetzt bei managementbuch.de kaufen!   ### Lego® Serious Play®: Change Management mal anders Neue Herausforderungen erfordern auch neue Lösungsansätze. Susanne Nickel und Christian Berndt tragen in ihrem Ratgeber „Let's change mit innovativen Tools“ zehn verschiedene Methoden zusammen, mit denen Führungskräfte etwas bewegen können. Wie funktioniert der Wandel? Zu einer der größten Aufgaben in einem Unternehmen gehört sicher das Einführen von Neuerungen. Nur ungern werden bestehende Strukturen hinterfragt oder sogar verändert. „Das haben wir schon immer so gemacht“, lautet es dann oftmals. Gibt es ein internes Problem, verkaufen sich Produkte nicht so gut oder geht etwas im Kundenservice schief, dann wird versucht, dass Problem mit den bekannten Methoden in den Griff zu bekommen. Was aber, wenn die Probleme entstehen, weil das Unternehmen nicht mehr zeitgemäß organisiert und geführt wird? „Appreciative Inquiry zum Beispiel bringt Menschen miteinander in Kontakt auf eine Art und Wiese, wie diese es vorher nicht erlebt haben. Es führt ins Storytelling und zu wertschätzender Begegnung auf Augenhöhe.“ Christian Berndt Mitarbeiter, Bewerber und Kunden haben heute andere Ansprüche als vor dem digitalen Wandel: Die HR-Abteilung muss anders an potenzielle Kandidaten herantreten und Employer Branding als Chance begreifen, um aus den Zeiten des Fachkräftemangels als Sieger hervorzugehen. Der Kundenservice muss einen neuen Anspruch an die eigenen Dienstleistungen haben. Und mit dem Werkzeugen des agilen Managements können traditionelle Unternehmen ihren individuellen Weg in Richtung Digitalisierung gehen. Aber wie fasst man diese enormen und abteilungsübergreifenden Aufgaben an? Inhalte Constellation: Haben wir das richtige Organisationssystem? Lego® Serious Play®: HR Strategie, Leadership- und Managementkompetenzen Recruiting: die richtigen MA finden mit dem Persona Konzept Design Thinking als Philosophie implementieren: auf dem Weg in eine neue Welt Talent-Management mit dem Canvas Business Modell Business Theater für mehr Vielfalt Stärken stärken in der Kundenorientierung mit Appreciative Inquiry Bootcamp mal anders: Führungskräfte als "Trainer" für Softskills „Lego® Serious Play® als Gamification-Ansatz nutzt Erkenntnisse aus der Psychologie, dass spielerische Methoden mit haptischer Herangehensweise dazu beitragen, Verborgenes an die Oberfläche zu bringen und so den Kern von Problemen und Lösungen besser wahrzunehmen." Christian Berndt Mit Storytelling Methoden praktisch begreifen In ihrem Ratgeber versammeln Susanne Nickel und Christian Berndt zehn Co-Creation-Storys für eine gelungene Transformation. Um Methoden wie Lego® Serious Play®, Design Thinking oder das Canvas Business Modell vorzustellen, wählen sie den Storytelling-Ansatz, der den Leser direkt in einer real anmutenden Arbeitsumgebung landen lässt. „Theorie ist leichter verdaulich, wenn sie in eine emotionale Geschichte gepackt wird", erklärt Susanne Nickel den Storytelling-Ansatz, „und der Dreiklang endet damit, dass wir die Methodik im Unternehmen des Protagonisten anwenden, um die Techniken noch besser nachvollziehbar zu machen.“ Jede der zehn Geschichten führt in eine spezielle unternehmerische Herausforderung ein und zeigt, wie die Methoden ganz praktisch angewendet werden. In den Storys sind die Protagonisten frei erfunden, aber es stecken wohl ähnliche Fälle dahinter, mit denen die Expertin für Change-Management, Leadership und Recruiting und der Personalentwickler in der Versicherungsbranche bereits zu tun hatten. Roter-Reiter-Fazit: Ein spannender Management-Ratgeber, der tatsächlich einmal Lust auf Veränderung macht und zeigt, wie Innovation mit der richtigen Methode ein ganzes Unternehmen mit Begeisterung packen kann. Susanne Nickel / Christian Berndt: Let's change mit innovativen Tools. Zehn Co-Creation-Storys für eine gelungene Transformation Haufe Verlag, Freiburg 2018. 259 Seiten, 24,95 Euro (auch als eBook erhältlich) ISBN: 978-3-648-12101-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen!   ### Gründer-Ratgeber für Frauen: Mach Dein Ding Eine Idee in ein Startup verwandeln, ein Online-Business ins Leben rufen oder ein Unternehmen gründen: Frauen gehen an eine Gründung nicht nur anders heran, sie haben auch andere Beweggründe. Mit ihrem Gründer-Ratgeber für Frauen „She's so boss“ motiviert die Journalistin und Unternehmerin Stacy Kravetz Frauen, ihr eigener Boss zu werden. Frauen, traut euch! In Deutschland gründen noch immer vornehmlich Männer. Zu den aktuelleren Zahlen gehören die Ergebnisse des „Global Entrepreneurship Monitor 2014“ vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach lag die Quote der männlichen deutschen Gründer, die in den vergangenen dreieinhalb Jahren gegründet hatten oder es planten, im Jahr 2014 bei 6,5 Prozent. Bei Frauen lag diese Quote mit vier Prozent noch niedriger. Auch in den innovativen Startups mit offeneren Arbeitsstrukturen sieht es nicht viel besser aus: 2017 lag laut StartUp Monitor 2017 der Anteil von Gründerinnen in deutschen Startups bei 14,6 Prozent. Am höchsten liegt die Quote in der deutschen Startup-Hochburg Berlin (16,2 Prozent), am niedrigsten ist die Frauengründerquote in München und Hamburg (10,5 Prozent). Mindset für erfolgreiches Gründen Die IAB-Monitorstudie nennt auch mögliche Gründe für die geringere Frauenquote: Ein Großteil der Männer macht sich selbstständig, weil er eine Gelegenheit nutzen und unabhängiger arbeiten und leben möchte. Frauen machten sich hingegen eher selbstständig, weil sie keine geeignete Stelle in abhängiger Beschäftigung finden. Hier spielt es leider noch immer eine Rolle, dass Frauen die Kinder bekommen und nicht die Männer. Die Motivation ist also eher eine negative Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt, als der unbedingte Wille zur Gründung. Stacy Kravetz gehört zu den Vorreiterinnen einer neuen Gründungsbewegung unter Frauen. Sie weiß: Je mehr Frauen erfolgreich gründen, umso mehr Frauen finden in ihnen ein Vorbild und trauen sich, eigene Ideen umzusetzen. In Gründer-Ratgeber für Frauen „She's so boss“ widmet sich die Autorin deshalb zunächst einmal den Soft Skills einer Gründung - denn an der Motivation und dem Mut zu gründen hapert es zumeist. Kravetz stellt den Leserinnen das Mindset zur Verfügung, das sie für eine nachhaltige Gründung benötigen. Vom Gefühl her Chefin sein „Chefin sein ist eine Lebenseinstellung“, erklärt sie, „eine Chefin ist eine Frau, die den Ton angibt und gleichzeitig großartige Ideen und grenzenlose Ambitionen hat. Beim Chefinsein geht es darum, wie du dich siehst und wie du dich der Welt zeigst.“ Vor dem materiellen Erfolg kommt also erst einmal die richtige Einstellung zum Erfolg. In dem Gründer-Ratgeber für Frauen kommen viele international erfolgreiche Gründerinnen zu Wort, die zu Themen wie Konzeption, Branding, Marketing, Social Media, Finanzen, Mentoring und Wachstum von ihren Erfahrungen erzählen. Ganz im Sinne des Zeitgeistes bekommen Leserinnen einen lebendigen Eindruck davon, wie Frauen gründen, ohne die männlich geprägten Macht- und Autoritätsstrukturen zu kopieren und zu versuchen, „seinen Mann zu stehen“. Das, zeigt Kravetz, müssen Gründerinnen nicht, denn Frauen gründen nun mal anders. Roter-Reiter-Fazit: Ein emotionales Buch mit vielen motivierenden Erfolgsgeschichten. Wer die Idee für eine Gründung hat, bekommt hier einen ersten Eindruck vom Themen- und Aufgabenspektrum, nützlich ist die anhängende Listung von Programmen für Gründerinnen. Stacy Kravetz: She's so boss. Der Businessguide für deinen großen Traum Idee - Planung - Umsetzung Ariston Verlag, München 2018. 240 Seiten, 18 Euro. ISBN: 978-3-424-20191-8 ### Selbstvertrauen stärken: Der Weg aus dem Opferland Es gibt viele Gründe, warum es uns schwer fällt, uns im Job gut zu verkaufen. Manche sind fachlich top fit, es fehlt ihnen aber an Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Einfühlungsvermögen. Anderen wiederum fehlt es einfach an Selbstbewusstsein oder Durchsetzungskraft. Im täglichen Ringen um Aufmerksamkeit und Anerkennung ziehen sie immer den Kürzeren. Jens Korz ist Coach für Führungskräfte und hat sich unter anderem auf die Außenwirkung von Personen spezialisiert. In seinem Ratgeber „Selbstsicher und souverän im Business“ deckt er die Ursachen für zu wenig Selbstbewusstsein im Job auf und zeigt, wie wir unser Selbstvertrauen stärken. Die 3 Wege aus dem Opferland Korz geht in seinem Ratgeber den systematischen Weg von der Ursachenanalyse hin zur handfesten Umsetzung von psychologischen Kniffen für mehr Ausstrahlung und Selbstsicherheit. Zum Start stellt der Coach die verschiedenen Situationen vor, in denen wir nicht 100 Prozent das geben können, was eigentlich möglich wäre. Die einen werden im Umgang mit Autoritäten wie dem Vorstandsmitglied oder dem direkten Vorgesetzten ganz stumm, die anderen können schlecht in der Öffentlichkeit sprechen. Auch die Angst, etwas nicht zu wissen oder etwas Falsches zu sagen, verschlägt manchen Menschen die Sprache. Und eine weitere Gruppe gehört zur introvertierten Sorte Mensch, die es in einer extrovertiert ausgerichteten Berufswelt eher schwer hat, gehört zu werden. Die Ursachen sind verschiedenen, der Ausdruck dessen ist immer ähnlich: Wir reagieren mit Rückzug, wir begeben uns ins Opferland. Inhalte Selbstwertgefühl: Wie wird es beeinflusst und wie können Sie es stärken? Gekonnt auftreten: Schauspieltechniken Umgang mit Sprache Die häufigsten Denkfallen und wie Sie sie überwinden Selbstreflexion Mut: Wie werden Sie mutiger? Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten Glaubenssätze erkennen und ändern „Opferland ist ein Synonym für eine Situation, die scheinbar ausweglos ist“, so Korz, „viele Menschen begeben sich in diese Situation hinein, weil sie nicht erkennen, dass sie den Weg aus dieser Situation kennen“. Laut dem Coach gibt es nun drei Wege aus der Opferhaltung: Das System, in dem man sich zum Opfer macht, verlassen, das System oder eigene  Verhaltensweise ändern. Der nachhaltigste Weg ist der, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und an der eigenen Persönlichkeiten zu arbeiten - einem aggressiven Chef kann man in jedem anderen Job begegnen und selten hat man die Macht, ein ganzes System zu ändern. Aber jeder kann sein Selbstvertrauen stärken. Korz begleitet den Leser auf dem Weg zu einer stärkeren Außenwirkung und mehr Selbstbewusstsein, ganz im Sinne von „Ich bin, was ich glaube zu sein“. Dabei gibt er dem Leser wertvolle Einblicke in die Psychologie mit an die Hand und stellt verschiedene Techniken aus dem Coaching und der Schauspielerei vor. Zusammen ergibt der Ratgeber einen praktischen Werkzeugkoffer.   Roter-Reiter-Fazit Mit diesem Ratgeber verwandelt sich ein introvertierter Mensch nicht in einen Entertainer. Vielmehr erhält der Leser ein besseres Gefühl für seine eigene Persönlichkeit und dafür, wie er mit zu seinem Charakter passenden Techniken die Resonanz erhält, die er sich wünscht. Leser profitieren insbesondere von den Methoden, Übungen zum Selbstvertrauen stärken und Selbsttests.   Jens Korz: Selbstsicher und souverän im Business. Die Macht des Selbstbewusstseins Haufe Verlag, Freiburg 2018. 172 Seiten, 24,95 Euro ISBN:  978-3-648-11712-5 Jetzt bei managementbuch.de kaufen!   ### Ziele erreichen: Mehr Erfolg mit Spiegelneuronen Die Deutschen gelten als Weltmeister im Jammern und Meckern. Sie finden immer das Haar in der Suppe und das Glas ist sehr selten halb voll. Eine negative Grundhaltung vermiest aber nicht nur den Bürokollegen die Laune, sondern hält uns auch davon ab, erfolgreich zu sein und unsere Ziele zu erreichen. In seinem ersten Buch „Unbox your Life“ zeigt der Top-Speaker und erfolgreiche Podcaster Tobias Beck, wie wir uns von negativen Gedankenmustern und lästigen Bewohnern frei machen. „Bewohner googeln Krankheiten, wenn ihnen langweilig ist. Bewohner leben nach dem Mondkalender und richten sich nach dem Biowetter, um eine Erklärung für ihre Beschwerden zu haben. Bewohner regen sich darüber auf, dass man das Viereck beim Tetris nicht wenden kann.“ So charakterisiert Tobias Beck die Mitmenschen, deren Pessimismus ansteckend auf ihre Umgebung wirkt. Sie entziehen uns, die wir eigentlich in unseren Zielen positiv bestärkt sind, unsere Energie. Tobias Beck verrät direkt zum Start seines Ratgebers, worin er das Problem, aber auch die Chance sieht: Die Spiegelneuronen. Diese speziellen Körperzellen spiegeln im wahrsten Sinne des Wortes die eigene Umgebung. Spiegelneuronen aktivieren in einer Person ähnliche Gefühls- und Handlungsmuster wie im Gegenüber, beispielsweise wenn jemand gähnt, liest - oder eben aktiv durch das Leben geht. Befinden wir uns auf einer Tanzparty, bekommen wir zumeist auch Lust zum Tanzen, isst jemand genüsslich ein Stück Schokolade, hätten wir auch gern eines. In einem erfolgreichen Netzwerk seine eigenen Ziele erreichen Beck sieht darin die Basis für ein erfolgreiches Leben, denn wer sich mit erfolgreichen Menschen umgibt, spiegelt sich wortwörtlich in ihnen. „Unsere Spiegelneuronen lassen uns nicht nur das Verhalten der Menschen in unserer Umgebung so miterleben, als sei es ein Teil unseres Lebens; sie sind auch dafür verantwortlich, dass wir die Menschen in unserem Umfeld imitieren." Leider spiegeln wir uns auch in unseren jammernden Mitmenschen, Becks „Bewohnern“. In seinem Ratgeber stellt Beck typische „Bewohner“ vor, die wir meiden oder gestärkt entgegen treten sollten. Er zeigt aber auch, wie Menschentypen wie etwa die „Diamanten“, „Superstars“ und „Ameisen“ auf uns wirken. Bei seiner Typisierung kann Beck auf seine vielfältigen Erfahrungen als Podcaster und Speaker zurückgreifen. In seinem „Bewohnerfrei“-Podcast spricht er regelmäßig mit erfolgreichen Menschen, die ihm im Gespräch verraten, wie sie ihre Ziele erreichen. Roter-Reiter-Fazit: Ein inspirierender Ratgeber, der zeigt, wie wir unser Leben mit einfachsten Mitteln selbst gestalten und uns eine erfolgsorientierte Umgebung schaffen können. Tobias Beck: Unbox your Life! Bewohnerfrei®: Das Geheimnis für deinen Erfolg im Leben Gabal Verlag, Offenbach 2018 144 Seiten, 19,90 Euro ISBN: 978-3-86936-869-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Zeitmanagement: Einfach mal „nein“ sagen Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass wir scheinbar alles können. Wir können Karriere machen, als digitaler Nomade um die Welt reisen, mit einem Blog durchstarten oder etwas ganz anderes machen. Diese scheinbare Endlosigkeit unserer Möglichkeiten schränkt uns aber auch ein: Wir haben Angst die falsche Entscheidung zu treffen, auf dem Weg falsch abzubiegen. Um möglichst alle Optionen zu bedienen, unterziehen wir uns einem straffen Zeitmanagement. Die Selbstoptimierung beginnt am morgen beim Yoga, zieht sich durch die Mittagspause, in der wir nur Superfood zu uns nehmen und endet nicht einmal am Abend, wenn wir noch schnell ein, zwei Stunden im Bett die Facebook-Timeline hoch und runter scrollen. Einfach mal LMAA, fordert die Wirtschaftsjournalistin und Expertin für Zeitmanagement Cordula Nussbaum. Runter vom Gas „Wir sind gefangen in den Stricken unserer Verpflichtungen. Wir rasen von einer Aktivität in die nächste, organisieren einen perfekten Alltag, absolvieren eine enge Taktung“, so Nussbaum. Dabei geht natürlich die Lebensqualität mit jedem Termin und jeder Stressminute mehr und mehr verloren. In ihrem Buch „LMAA: 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit“ schenkt die Zeitmanagement-Expertin kurze Impulse für den Alltag und das Berufsleben. Dabei handele es sich nicht um Lebensweisheiten, sondern um Gedanken, die ihr im Moment als sehr wichtig erscheinen, so die Autorin. Den Ängsten weniger Zeit schenken So fordert sie vom Leser: „Stopp den Gas-Effekt"! Im Zeitmanagement beschreibt das den Effekt, dass Aufgaben unendlich langsam erledigt werden. Eigentlich ist es gut, wenn wir uns ein bisschen Luft zwischen verschiedenen Tätigkeiten lassen. „Im Kern ist das ein guter Tipp - doch leider dehnen sich Aufgaben so weit aus, wie wir ihnen Zeit einräumen", so die Autorin, „Du hast drei Stunden Zeit für die Gestaltung einer Einladungskarte? Du wirst drei Stunden brauchen." Dann also doch lieber einen etwas festeren Zeitrahmen setzen. In den 66 Mini-Plädoyers führt sie in erfrischender Schreibe aus, warum wir unseren Job nicht lieben müssen, warum wir FOMO (Fear of Missing out) ausschalten und keine Angst vorm Scheitern haben müssen, sondern lieber auf der nächsten Fuckup-Night von unseren Erfahrungen berichten sollten. Roter-Reiter-Fazit: Wer gerade in einem Projekt feststeckt und den Kopf nicht mehr frei bekommt, wer an der Doppelbelastung von Familie und Beruf zu knabbern hat oder sich sein Leben im digitalen Zeitalter etwas entspannter vorgestellt hat, findet bei Cordula Nussbaum eine tröstende Stimme, die uns zu etwas weniger von allem rät. Cordula Nussbaum:  LMAA: 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit Gabal Verlag, Offenbach 2018. 176 Seiten, 15 Euro. ISBN: 978-3-86936-872-6 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Servicewüste Deutschland? So geht Kundenservice heute Jeder hat als Privatperson schon einmal mit einem echten Serviceproblem zu kämpfen gehabt. Das kann die Hausverwaltung sein, die eigentlich nie zu erreichen ist. Sehr oft sind es Telefonanbieter oder öffentliche Behörden, die uns in der Dauerwarteschleife hängen lassen und bei denen der richtige Ansprechpartner immer im Urlaub ist. Michael Thissen ist der Service-Guide und strategischer Berater. In seinem Ratgeber erklärt er, warum Unternehmen den Kundenservice als eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale betrachten sollten. Ist der Ruf erst ruiniert Ein Produkt kann qualitativ hochwertig, unterhaltend oder hilfreich sein - sobald der Kunde sich nicht gut aufgehoben fühlt, verliert die Marke an Stärke. Vielleicht kommt er bei einem dringenden Problem nicht durch die Warteschleife, gerät an Mitarbeiter, die ihm nicht weiterhelfen können oder findet auf der Webseite des Unternehmens gar keine Kontaktpunkte für Endkunden. Dann bleibt derjenige mit seinem Problem zurück und schwört der Marke vielleicht für immer ab. Hinzu kommen eine schlechte Reputation auf Bewertungsportalen oder die niedrige Sternebewertung auf Facebook. Deshalb plädiert Thissen dafür, dass Unternehmen den Servicegedanken am Kunden viel tiefer in der Unternehmensstruktur verankern, im besten Fall als ein überall sichtbares Service-Leitbild. „Ein Service-Leitbild bildet die angestrebte Service-Identität eines Unternehmens ab und dient als Ausgangspunkt und Zieldefinition für angestrebte Veränderungen. Es dienst als ‘Unternehmensphilosophie' zur Orientierung für stürmische Zeiten und Handlungssicherheit“, so Thissen. In dem Ratgeber „Service-Guide“ gibt Thissen wertvolle Tipps und Checklisten an die Hand, mit denen Führungskräfte bzw. Fachteams einen individuellen Serviceprozess im Unternehmen kreieren, der im besten Fall alle möglichen Fälle und Zielgruppen abdeckt. Mit einer bedachten Struktur an den verschiedenen Customer Touchpoints ist das Unternehmen so auf verschiedensten Wegen jederzeit erreichbar. Der strategische Berater beantwortet Fragen wie: Wie reagiere ich auf Beschwerden? Wie bearbeite ich Reklamationen? Wie erhalten die Service-Mitarbeiter das richtige Wissen für die Kommunikation? Wie geht man mit Service-Problemen um? Wie optimieren man den Service-Prozess? Service Radar - Kundeservice in Unternehmenskultur verankern Zum Ratgeber gehört auch der Service-Radar. Mit dem Angebot können Unternehmen die Schwächen ihrer Service-Kultur analysieren, Thissen nennt Standards, die eine Lösung anbieten. Ein fast noch größeres Anliegen als das Lösen von Problemen scheint es Thissen zu sein, den Servicecharakter im Unternehmen zu implementieren. „Für mich ist Service eine Einstellung, eine Haltung, die man Leben muss. Aber einen guten Service für seine Endkunden anzubieten, ist nur die halbe Wahrheit", so der Strategieberater, „Jedes Unternehmen muss sich heutzutage als erstes intern richtig aufstellen, um eine echte Service-Orientierung sicherzustellen.“ Deshalb widmet sich ein Teil Ratgebers auch der Frage, wie Unternehmen den Service-Gedanken mit Leitlinien und einem emphatischen Miteinander in den eigenen Teams lebendig halten. Roter-Reiter-Fazit: Ein Ratgeber, der zeigt, das Service-Management ein wichtiges unternehmerisches Thema ist, das bisher noch weit unterschätzt wird. Inspirierend! Michael Thissen: Der Service Guide So sind Sie immer den entscheidenden Schritt voraus. Wiley Verlag, Weinheim 2018. 230 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-82143-3 Jetzt bei managementbuch.de bestellen! ### Kommunikation im Unternehmen: Nicht nur hören was Sie wollen Es steht ein Mitarbeitergespräch an und der Kollege ahnt nichts Gutes. Als Projektmanager konnte er in den letzten Wochen nicht die Schritte machen, wie er es sich vorgenommen hatte. Und sein neuer Vorgesetzter behagt ihm gar nicht. Frisch im Unternehmen will sich der Manager beweisen, das spürt er. Wie geht wohl das Mitarbeitergespräch aus? Mit einer gewissen Grundstimmung und Wut, gemischt mit Angst vor dem eigenen Versagen geht der Projektleiter in das Gespräch. In Erwartung des Schlimmsten hört er nur das, was er hören möchte. Aber ein Gespräch besteht nicht nur aus dem reinen Austausch von Informationen. „Ziel ist es, die Gefühlsnuancen des anderen aufzunehmen und die Klänge seiner inneren Welt zu hören“, so Heinz Ryborz, „Sie treten mit der Gefühlswelt des Gesprächspartners so in Resonanz, dass Sie Dinge spüren, die dem anderen selbst nicht so bewusst sind und gehört werden wollen.“ Würde unser Projektleiter sich emphatisch verhalten, würde er womöglich bemerken, dass sein Gegenüber sehr unsicher ist. Zudem ist er müde und unkonzentriert. Der neue Job ist mit viel „Druck von oben“ verbunden, dazu ist er gerade das erste Mal Vater geworden. Und dieser Mitarbeiter schaut immer so grimmig. Also Augen zu und durch. Empathie: Den Menschen hinter dem Kollegen wahrnehmen So in etwa gehen wir durch jeden Tag. Die Kommunikation in Unternehmen beschränkt sich aufgrund von Zeitdruck und fehlendem Einfühlsvermögen auf das Wesentliche, wir verlieren das Gefühl für das Zwischen-den-Zeilen-lesen. „Die Reizüberflutungen des Informationszeitalters bringt Menschen dazu, gedankenlos und unachtsam nach vereinfachten Skripten, nach Mustern zu handeln“, so Ryborz, „die Folge ist, dass diese Skripten unsere Fähigkeiten zur Empathie, ebenso wie unsere intellektuellen Fähigkeiten zum Negativen beeinflussen, Menschen verdummen und wie Maschinen funktionieren lassen.“ In seinem neuen Ratgeber „Schluss mit Bla Bla Bla!“ zeigt der Rhetorik-Experte, mit welchem profundem Wissen wir ein Gefühl für unser Gegenüber entwickeln und die Körpersprache des Anderen lesen können. Mit Empathie und dem eigene Senden von positiven Botschaften gehen wir offener und sensibler in Gespräche. Neben Tipps für das Verhandeln, das Lösen von Konfliktsituationen und die Kommunikation im Berufsalltag bietet der Rhetorik-Coach einige Beispiele, an denen der Leser lernen kann, wie man kommuniziert. Roter-Reiter-Fazit: Ein aktiv gestaltetes Buch, das an Best-Practice-Beispielen zeigt, wie Kommunikation Türen öffnen oder auch schließen kann. Ein wertvoller Ratgeber für alle, die an ihrer Rhetorik feilen möchten. Heinz Ryborz: Schluss mit Bla Bla Bla! Kommunikation mit Herz und Verstand Metropolitan Verlag, Regensburg 2018, 2. aktualisierte Auflage. 192 Seiten, 14,95 Euro. ISBN: 978-3-96186-017-3 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Im digitalen Zeitalter analog verkaufen Der Verkäufer im Handel hat es nicht leicht: Die Kunden haben große Erwartungen in Sachen Service und preisliches Entgegenkommen. Es gibt einen enormen Preisdruck: Im Internet sind viele Produkte günstiger zu haben, Verkäufer müssen sich dieser Wahrheit stellen und entsprechend reagieren. Der Vertriebsexperte und Coach Martin Salzwedel hat laut eigenen Aussagen „fast jede Haustürklinke in Toronto eigenhändig geputzt“. Er hat den Wandel in den Verkaufsstrategien der vergangenen Jahre und Jahrzehnte analysiert und setzt in seinem neuen Ratgeber „Authentisch verkaufen“ Impulse für menschenorientierte, nachhaltige Verkaufsgespräche. Power-Selling war gestern Viele Jahre war „Power-Selling“ das Nonplusultra im Verkauf. Ziel war das Verkaufen, der Abschluss oder der Auftrag. Dazu wurden alle Mittel der Psychologie und Rhetorik eingesetzt. So mancher Kunde wusste am nächsten Tag schon nicht mehr, wieso genau er das Produkt nun eigentlich unbedingt erstehen musste. Kein Wunder also, so Salzwedel, „ dass Verkäufern ein Ruf vorausging, der etwas mit Tarnen, Tricksen und Täuschen zu tun hat und sie letztlich nur darauf aus sind, andere Menschen zu übervorteilen, um das zu bekommen, was sie wollen ‒ nämlich einen Auftrag.“ Salzwedel enttarnt auch die Ursache für diese aggressive Verkaufsstrategie: „Dahinter verbirgt sich die Angst, dass ein Mensch, wenn man ihn frei entscheiden lässt, nicht kauft.“ Das wiederum spricht nicht für ein Vertrauen in das eigene Produkt bzw. die eigene Dienstleistung. Salzwedel analysiert in seinem Ratgeber die wichtigsten Vertriebstrends der letzten Jahre und arbeitet die psychologischen Muster, die dahinter stehen, heraus. Preisdruck, Onlineshoppen, anonymisierte Filialunternehmen: Nach und nach entsteht ein klares Bild davon, wie Verkäufer heute Kunden für sich gewinnen können. Es geht vor allem darum, als Verkäufer und Vertriebler authentisch zu sein und auf die Bedürfnisse des Gegenübers einzugehen. Nur das ist der Vorteil vom stationären Handel. Heimkinoanlage verkaufen: Mit Storytelling Begehren wecken Wir leben in einer Welt des Überflusses. Da ist es schwer jemanden zu verklickern, dass er das teure Heimkinosystem unbedingt kaufen muss. Mit dem Druck im Power-Selling wird es nicht funktionierten. Der Verkäufer muss vielmehr gemeinsam mit dem Kunden in die Zukunft schauen und aufzeigen, wie das Produkt den Kunden in der Zukunft nützlich sein und dessen Persönlichkeit komplettieren wird. „So wird der Verkäufer zum Botschafter einer vom Kunden erwünschten Zukunft“, fasst es Salzwedel zusammen. Der Coach stellt praktische Fragestellungen und Gesprächsmuster vor, über die der Verkäufer eine Beziehung zum Kunden aufbaut. So erfährt er vielleicht, dass der Kunde schon immer gern Leinwandfilme geschaut hat, er aber voll berufstätig wenig Zeit hat, um ins Kino zu gehen. Das eröffnet dem Verkäufer die Möglichkeit, ihm das Bild der Zukunft zu zeichnen: Der Kunde in seinem eigenen Heimkino, dass er jederzeit nutzen kann und auf keine technische Raffinesse verzichten muss. Er ist dann unabhängig von Kinoterminen und muss nicht einmal das Haus verlassen. Im Gespräch wird er vom Verkäufer als kulturell interessierter Mensch und Cineast wahrgenommen, das streichelt das Ego zusätzlich. Das Verkaufen muss genauso wie das Rad nicht neu erfunden werden. Vielmehr geht es um eine neue Wahrnehmung der Kunden und Vertriebspartner. Denn was der Internetshop oder die Fragemaske bei der Bestellung nicht kann: Emotionen zeigen und auf individuelle Bedürfnisse eingehen.   Roter-Reiter-Fazit: Für Verkäufer und Vertriebsmitarbeiter, aber auch alle anderen Personen, die eigene Leistungen oder Produkte verkaufen oder vermarkten müssen, ist „Authentisch verkaufen“ ein wertvoller Ratgeber. Salzwedel zeichnet ein Bild vom Wandel der Verkaufsstrategien in den vergangenen 30 Jahren und zeigt, wie Kunden sich heute angesprochen fühlen. Martin Salzwedel: Authentisch verkaufen. Kaufentscheidungen coachen. 'Haufe Fachbuch'. Haufe Lexware GmbH, Freiburg 2018. 202 Seiten, 24,95 Euro ISBN: 3648118420 Auch als Ebook erhältlich. Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Stärken stärken - Coaching visuell bereichern Es ist nur menschlich: Werden wir in einem Bewerbungsgespräch nach den eigenen Stärken befragt, reagieren wir zumeist eher zurückhaltend. Das eigene Beweihräuchern der eigenen Fähigkeiten gehört nicht zu unseren Talenten. Aber unsere Schwächen kennen wir nur allzu gut, da kommt jeder schnell ins Plaudern. Coaches und Trainer können dieser Angewohnheit mit den Mitteln der positiven Psychologie zuvorkommen. Coachings mit Imaginationsübungen starten Claudia Härtl-Kasulke und Otto Kasulke coachen Führungskräfte und Teams. Dabei nutzen sie Methoden und Übungen der positiven Psychologie, die die Stärken von Personen in den Fokus stellen. Denn: Stärken stärken und damit Schwächen schwächen. In den vergangenen Jahren hat das Team wichtige Fachbücher zur Nutzung der positiven Psychologie im Coaching und der Therapie veröffentlicht. Das neue Bildkarten-Set „Positive Psychologie - Stärken stärken“ versteht sich als Ergänzung und bereichert die lebendige Coaching-Arbeit. Mit Bildkarten PERMA-Übungen starten Mit den Bildkarten können Stärken visualisiert werden. In dem Begleitheft werden die 24 Charakterstärken beschrieben, die mit den Bildkarten visualisiert werden. In Team-Coachings oder Einzeltrainings können so Themen wie Bewegen, Ernähren, Entspannen, Achtsamkeit und Resilienz oder Methoden wie PERMA  kreativ und wirkungsvoll eingeleitet werden. Das macht die Bildkarten zu einem wertvollen Tool im Gesundheitsmanagement. Das Kartenset kann von Trainern unabhängig eingesetzt oder als Ergänzung der beiden Bücher „Lebenskunst! Eine Anleitung zur Positiven Psychologie“ und „Mein Erfolgstagebuch“ verwendet werden. Roter-Reiter-Fazit Mit den ästhetisch gestalteten Bildkarten werden Klienten visuell angesprochen, was zu einem schnelleren und intensiveren Einstieg führen kann. Eine sinnvolle Ergänzung! Claudia Härtl-Kasulke, Otto Kasulke: 75 Bildkarten Positive Psychologie Stärken stärken. Beltz Verlag, Weinheim 2018 49,95 Euro ISBN: 3407366604 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Think Twice: Erfolgreich präsentieren und kommunizieren Es kommt eine Mail herein. Der Kollege aus der Finanzabteilung fragt nach dem Sommerurlaub und berichtet von dem Projekt, dass das Team noch abgeschlossen hat, bevor alle in den Urlaub gegangen sind. Schnell ist die Mail überflogen und landet wegen fehlender Dringlichkeit im Papierkorb. Kennen Sie das auch? Dann kennen Sie auch das dumme Gefühl, wenn Sie den letzten Satz überlesen haben, in dem der Kollege ganz zum Schluss mitteilt, dass kurzfristig ein Meeting für den Nachmittag einberufen wurde. Sie verpassen das Treffen natürlich. Um selbst solche Fettnäpfchen in der Kommunikation zu vermeiden, kann Ihnen das pyramidale Strukturieren helfen. Denken Sie vor dem Abschicken der Mail einfach noch einmal darüber nach, was Sie wirklich sagen möchten. Die Perspektive des Gegenüber einnehmen „Anstatt von den Details auszugehen und vom Unwesentlichen zum Wesentlichen zu schreiten, beginnt eine Präsentation oder E-Mail mit dem wichtigsten Aspekt für die jeweiligen Empfänger: der Kernbotschaft“, sagt Johannes Kochs. Der Präsentations- und Vortragscoach ist seit 2014 auch Mastertrainer im Bereich Pyramidales Denken und Kommunizieren für die Deutsche Bahn AG, DB Training, Learning & Consulting, und kennt die Fallen in der beruflichen Kommunikation. Mails werden einfach heruntergeschrieben, Präsentation so gestaltet, dass möglichst viel Wissen vorgezeigt wird. Erfolgreich präsentieren funktioniert aber nach einem anderen Muster: Der Vortragende muss aus seiner eigentlichen Arbeitsumgebung aussteigen und genau überlegen, was den Kollegen im Rahmen des Vortrages wichtig ist. Das ist wahrscheinlich nicht die komplette Chronologie eines Projektes und auch nicht alle technischen Skizzen und Tabellen mit Materialplanung und dem Personalplan. Das pyramidale Strukturieren setzt die Kernbotschaft an den Anfang und die könnte lauten: Das sind die Pros und Contras für die Einführung des neuen Produkts. Die Sitzung wurde verschoben. Hast du morgen gegen 14 Uhr Zeit? Unser Projekt befindet sich aktuell in diesem Stadium und benötigt an diesen Punkten noch Unterstützung. Prozessorientiert vs. Ergebnisorientiert „Der Empfänger erhält die für ihn relevante Information sofort und kann durch das schrittweise Abnehmen der Wichtigkeit vom Wesentlichen hin zu den Details selbst entscheiden, wann sein Informationsbedarf gestillt ist“, so Kochs. Das ist der große Unterschied zu fachinternen Gesprächen. Sprechen technische Leiter miteinander und möchten ein neues Verfahren durchsprechen, dann gehen sie prozessorientiert vor. Sie beginnen an Punkt A und enden am Ende des Verfahrens. So können alle einzelnen Schritte durchdacht und fehlende Details erkannt werden. Schreibt man nach diesem Muster Mails oder gestaltet so seine Präsentationen, kommt es zu Missverständnissen, zeitraubenden Nachfragen und einer nicht-zielorientierten Kommunikation. In seinem Ratgeber „Pyramidales Strukturieren und Visualisieren“ gibt der Rhetorik-Coach Kochs wertvolle Tipps für erfolgreiches Präsentieren und Kommunizieren. Von einfachen Regeln wie das Verwenden von Kürzeln im E-Mail-Betreff (NRE „No reply expected“) bis hin zu den wichtigsten 4 Designprinzipien für ein erfolgreiches Präsentieren findet sich ein breites Angebot an Informationen, die Fach- und Führungskräften im beruflichen Alltag helfen. Roter-Reiter-Fazit: Ein wertvoller Ratgeber, der in die zwei Teile "Pyramidales Strukturieren" für den Arbeitsalltag und "Pyramidales Visualisieren" für erfolgreiches Präsentieren aufgebaut ist. Viele Übungen und Tabellen machen das Buch zu einem praktischen und übersichtlichen Begleiter.   Johannes Kochs: Pyramidales Strukturieren und Visualisieren Präsentationen auf den Punkt bringen. Mit E-Book. Beltz Verlag, Weinheim 2018. 189 Seiten, 34,95 Euro ISBN: 978-3-407-36674-0 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Unternehmensberatung auf das nächste Level heben Es ist eine Sache, Unternehmen in ihren Zielen zu bestärken und in verschiedenen Prozessen und Managementebenen zu beraten. Eine andere Sache ist es, für sich selbst herauszufinden, wo es eigentlich hingehen soll. Der neue Ratgeber von "Berater-Berater" Giso Weyand "Das neue Sog-Prinzip" stellt einen Leitfaden für die Unternehmensberater zur Verfügung, die sich weiterentwickeln möchten. Strategieberatung für die eigene Agentur Jeder Unternehmer startet gleich: Mit einer Vision beginnt es, langsam aber sich baut sich eine unternehmerische Struktur auf und die Arbeitsabläufe spielen sich ein. An einem gewissen Punkt hat eine Unternehmensberatung ein gewisses Standing. "Die großen Ziele von früher sind eher Pragmatismus gewichten", weiß Weyand, "Zeit ist eigentlich nie: Man müsste mal mehr an Produkten und der Entwicklung des eigenen Unternehmens arbeiten, das Marketing wollte man schon längst systematisiert haben, und die wichtigsten Kontakte - dringend müssten diese mal angerufen werden." Aber im Hamsterrad der täglichen Aufgaben geht der Blick für das große Ganze verloren. Dabei verschenken Berater aber ihr langjährig aufgebautes Potenzial und auch Gewinne. Durch Fokussierung und Mut zur Ansage mehr verdienen In seinem Ratgeber für Unternehmensberatungen geht Weyand Schritt für Schritt den Prozess durch, den Berater durcharbeiten müssen, wenn sie das nächste Level erreichen möchten. Dazu gehört, seine eigene Unternehmensziele zu identifizieren. Was möchte ich eigentlich mit meiner Arbeit leisten? Will ich die nächsten 20 Jahre weiter zahllose Unternehmen beraten oder mich auf eine bestimmte Klientel spezialisieren? Möchte ich eine von dutzend Unternehmensberatungen sein, die mal hier, mal dort Klienten in kleineren Projekten unterstützen? Wer mehr möchte, der muss den Mut haben, sich von anderen Unternehmensberatungen abzuheben. Weyand zeigt in seinem Ratgeber, wie das geht, ohne negativ anzuecken. Ein besonderes Augenmerk legt der Berater auf das Honorar-Thema. Die Abrechnung nach dem Prinzip "Zeit gegen Geld" ist tief verwurzelt - setzt dem Gewinn aber auch eine Grenze. "Für ein Beratungsunternehmen stellt das Honorarmodell den größten Ertragshebel dar - und für einen Einzelkämpfer dürfte es der einzige Hebel sein, ein Jahreshonorar jenseits der Halb-Millionen-Grenze zu erzielen", so Weyand. Von mehr als 20 Jahren Erfolg lernen Weyand ist seit mehr als 20 Jahren am Markt und war da, als die New Economy durchstartete. Er weiß, worauf es ankommt, um sich als Berater mit den Jahren weiterzuentwickeln, sich zu fokussieren und nicht langsam aber sicher im Einheitsbreit an Unternehmensberatungen unterzugehen. In seinem Ratgeber macht er diesen Weg zu mehr Erfolg sichtbar. Aus dem Inhalt: Wahres Selbst-Bewusstsein erarbeiten Hinderliche Glaubenssätze ablegen Unternehmensziele festlegen Das grundlegende Geschäftsmodell Das Honorarmodell als Ertragshebel Positionierung Zur Marke werden Die Brücke zum Kunden - Marketing, PR und Vertrieb Die Mitarbeiter einbinden Umgang mit dem Entscheider - die Königsdisziplin des Sogs Roter-Reiter-Fazit: Ein kurzweilig verfasster Ratgeber, aus dem Erfahrung, Witz und Expertise stecken, ohne den Zeigefinger zu erheben. Giso Weyand zeigt, dass Beruf auch Berufung sein kann. Giso Weyand: Das neue Sog-Prinzip. Mehr Wachstum und Erfüllung mit Ihrer Beratungsboutique. Haufe Verlag, München 2017. 348 Seiten, 39,95 Euro. ISBN: 978-3-648-10032-5 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Leistungsmanagement: Glück und Erfolg beginnt in uns selbst Holger Kracke war irgendwann sehr erstaunt: Es gibt heute eine unüberschaubare Menge an Kursen, Seminaren und Workshops. In denen werden uns die besten Techniken und Grundlagen für mehr Erfolg, Glück und Zufriedenheit nahegebracht. Die Digitalisierung eröffnet vielen Menschen neue Wege der Kommunikation und Vernetzung. Trotzdem steigen die Zahlen der Burnout-Patienten, die Menschen sind gestresst. Etwas passt hier nicht zusammen. Scheinbar ist Zufriedenheit und Ausgeglichenheit keine Folge vom Schauen eines Online-Kurses. Vielmehr müssen wir eigene Wege finden, mit unserer Umwelt und den Anforderungen, die an uns gestellt werden, umzugehen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir uns nicht so akzeptieren müssen, wie wir sind", so Kracke, "aber wir können werden, wie wir sein wollen." Der Experte für gesundes Leistungsmanagement hat sich selbst zum Hypnose- und wingwave-Coach ausbilden lassen. "Hier ist mir zum ersten Mal wirklich bewusst geworden, wie stark uns unser Unterbewusstsein und unsere Emotionen beeinflussen", so der Trainer. Quadratur der Wunscherfüllung - 4 Faktoren für mehr Erfolg In seinem Ratgeber "Und jetzt ich!" stellt Kracke Methoden vor, mit denen wir die vier Faktoren zur Zielerreichung stärken. Die Fokussierung auf unsere Ziele ist einer der Faktoren. Außerdem sollten wir unsere Entspannungsfähigkeit bewusst trainieren, um wiederum dem Hamsterrad des Stresses zu entkommen. Der dritte Faktor ist die Erwartungshaltung an das eigene Handeln und Leben. Nur wer sich realistische Ziele setzt, wird auch in die Nähe des Ziels kommen. Und zuletzt geht es darum, durch das Überwinden von negativen Glaubensmustern und Traumata Emotionsmanagement zu betreiben. Nur wer im Jetzt und Hier lebt und nicht einen übervollen Rucksack aus Emotionen, Erinnerungen und traumatischen Erlebnissen mit sich herumträgt, kann klare und gesunde Entscheidungen treffen. Im zweiten Teil des Ratgebers stellt Kracke vier Methoden vor, die er selbst ausprobiert hat: wingwave Kreativitätshypnose Neurofeedback Herzfokussiertes Atmen In unterhaltsamer Art und Weise erklärt Kracke, wie die Methoden funktionieren und wie sie in kurzer Zeit einen oder mehrere der Ziel-Faktoren stärken. Das Besondere: Es handelt sich um keine kreativen Konzepte zur Leistungssteigerung, sondern um wissenschaftlich belegte Methoden, die etwas in uns bewirken. Mit ehrlicher Begeisterung erzählt Kracke von einer Freundin, die mit der wingwave-Methode ihre Hemmungen englisch zu sprechen überwinden konnte. Interviews und Erlebnisberichte lockern den Ratgeber auf, am Ende jeder Methodenbeschreibung gibt Kracke Tipps zum sofortigen Start.   Roter-Reiter-Fazit: Ein unterhaltsamer Ratgeber, in dem der Experte für Leistungsmanagement von persönlichen Wow-Momenten berichtet und so ein authentisches Bild von wirksamen Methoden zeichnet. Holger Kracke: Und jetzt ich! - In 60 Minuten zu mehr Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Erfolg! Jünger Medien Verlag, Offenbach 2018. 220 Seiten, 19,90 Euro. ISBN-13: 978-3766499516 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Imaginationsübungen: Als Coach mit Bildern arbeiten In der psychotherapeutischen und unterstützenden Arbeit mit Menschen geschieht es sehr häufig, dass Klienten an die Grenzen des Sagbaren kommen. Dann können Imaginationsübungen dabei helfen, die richtigen Worte und Bilder zu finden. Imaginationsübungen macht Gedanken frei Was belastet den Klienten mit der Depression? Was treibt den Burnout-Patienten immer wieder an und brennt ihn gleichzeitig aus? Was blockiert die Klientin mit der psychosomatischen Störung? Wenn die jeweiligen Klienten die Antworten bereits kennen würden, wäre alles einfacher. Oft liegen die Gründe für Störungen oder Erkrankungen jedoch im Dunklen. Imaginationsübungen ermöglichen es, über sensitive Eindrücke wie beispielsweise Bilder und Collagen Zugang zu unbewussten Gedanken, Eindrücken und Erinnerungen zu erhalten oder auch Blockaden abzubauen. Bildkarten: Praktisches Tool für Coaching Therapeuten und Trainer können hierbei spezielle Bildkarten nutzen. Dr. Björn Migge ist Universitätsdozent für Hypnosetherapie und leitet ein Weiterbildungsinstitut für Coaching, Therapie und Hypnose. Aus seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Imaginationsarbeit entstand die Idee zu den Bildkarten, die die Designerin und Illustratorin Sybille Wohlfarth umsetzte. Das Set enthält insgesamt 75 großformatige Bildkarten, die für die professionelle Arbeit mit Klienten und Patienten eingesetzt werden können. „Sie können mit den Bildkarten spezifische Interventionen durchführen, die Karten aber auch für einen unkomplizierten Einstieg in eine Klärungsarbeit nutzen“, erklärt er. Beispiele für mögliche Imaginationsinterventionen: Immersion und Assoziationen Dissoziation VAKOG Das Bild verändern Innerer Garten Ambivalent innerer Stimmen Animus und Anima Imaginationsarbeit in der Hypnotherapie Die Bildkarten eignen sich auch für die Hypnosearbeit: Möchte der Klient eines Hypnocoaches mit dem Rauchen aufhören oder endlich das eigene Körpergewicht reduzieren, werden die Bildkarten im Rahmen von Imaginationsübungen begleitend eingesetzt. Durch das Aufarbeiten und Verstehen der Strukturen von Imaginationen, die Raucher immer wieder zur Zigarette bringen, können diese Muster durch neue, gesündere Imaginationen ersetzt werden. Die Bildkarten können außerdem im Coaching, in der Kunst- und Gestaltungsarbeit, im Hypno-Coaching, in der Hypnosetherapie und für das Motivations- und Mentaltraining eingesetzt werden. Ein 46-seitiges Booklet mit wirkungsvollen Übungen und Interventionen für die Imaginationsarbeit gibt Trainern und Therapeuten Inspirationen. Roter-Reiter-Fazit: Ein wertvolles Tool, das Therapeuten und Trainer eine kreative Möglichkeit eröffnet, schnell und tiefgehend mit Klienten ins Gespräch zu kommen. Björn Migge: 75 Bildkarten Imaginationstraining Collagen und Zeichnungen. Mit 46-seitigem Booklet Mit Illustrationen von Sybille Wohlfarth Beltz Verlag, Weinheim 2018. 49,95 Euro ISBN: 978-3-407-36645-0 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wirtschaftsethik: Hat Moral Platz auf dem Markt? In den USA hatte es 2007 angefangen und schon bald erfasste sie die ganze Welt: Die jahrelange Weltwirtschaftskrise hat das Wirtschaftssystem fast in die Knie gezwungen. Am Anfang stand das Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase. Unzählige Menschen verloren ihre Wohnhäuser, da sie den Kredit nicht mehr bedienen konnten. Sie hatten von Banken Kredite erhalten, obwohl nahezu sicher war, dass sie die Schulden nie zurückzahlen werden können. Mit solchen faulen Krediten und Spekulationen mit schlechten amerikanischen Hypothekenkrediten haben Banken weltweit gespielt. Wer haftet für Finanzkrise? Die Liste ist lang: Düsseldorfer WestLB, die HSH Nordbank, die SachsenLB, die Landesbank Baden-Württemberg, die HSH Nordbank oder auch die Deutsche Bank waren innerhalb weniger Zeit von der Krise betroffen, denn auch sie hatten sich verspekuliert. Die Mittelstandsbank IKB war eine der ersten privaten Banken, die vom Staat durch den Einsatz staatlicher, öffentlicher Gelder gerettet wurde. Viele weitere Banken und damit die Stabilität der Währungen konnten nur durch das Einspringen der Zentralbanken gerettet werden, die die Zinsen nach unten drückten und den kompletten Kollaps verhinderten. Die Lage war so ernst, dass sich Bundeskanzlerin Merkel einschaltete, um den Bürgern zu versichern, dass ihre Einlagen sicher seien und die Bundesregierung für dieses Versprechen einstehe. Bürger – Staat – Wirtschaft: Spannendes Beziehungsgeflecht Aber kann der Staat für die Folgen von wirtschaftlich-strategischen Versäumnissen und Fehlern in die Verantwortung gerufen werden? Wo muss und darf der Staat regulierend eingreifen? Dürfen Unternehmen alles tun, um ihren Gewinn zu maximieren? Welche Rolle spielen in Hinsicht auf Kinderarbeit, Bekleidung und Smartphones aus Billiglohnländer, Ekelfleisch oder Produktwerbung mit nicht realen Behauptungen, ethische Bedenken? Das sind wichtige und spannende Fragen der Wirtschaftsethik. In dem Ratgeber „Wirtschaftsethik für Dummies“ führt Diplom-Volkswirt Dr. Wieland Achenbach in die Grundlagen und Fragestellungen dieser Disziplin ein. Er ist Professor für Personalwirtschaft und Allgemeine BWL an der Hochschule Aschaffenburg und erläutert an aktuellen Beispielen, in welcher Beziehung Begriffe wie Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft und Menschenrechte zueinander stehen. Außerdem werden die Rolle des Staates als Sachwalter der Interessen seiner Bürger und die relativ neue Wende zur Corporate Social Responsibility von Unternehmen beleuchtet. Der praktische Ratgeber bietet allen Interessierten einen umfassenden Einblick in die Wirtschaftsethik und kann auch für Führungskräfte einige Denkanstöße beinhalten, denn: Immer mehr Arbeitskräfte legen Wert darauf, dass Unternehmen sich engagieren und sozialverträglich agieren. In Zeiten vom Fachkräftemangel ist es also höchste Zeit, um sich mit diesem Thema zu befassen. Roter-Reiter-Fazit: Ein spannendes Einsteigerbuch, dass kenntlich macht, in wie vielen Lebensbereichen wir tagtäglich mit wirtschaftsethischen Themen konfrontiert werden und wie Unternehmen mit ihrer sozialen Verantwortung umgehen (sollten). Wieland Achenbach, Veronika Kneip: Wirtschaftsethik für Dummies Wiley-VCH, Weinheim 2018 250 Seiten, 16,99 Euro ISBN: 978-3-527-71360-8 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Flow Work: Wie Unternehmen im Flow arbeiten Die Arbeitskultur ist im Wandel: Kein Unternehmen kann heute erfolgreich sein, wenn jeder Mitarbeiter und jede Abteilung still und leise vor sich hinbrütet. Teams geben Informationen nur auf Anfrage weiter und alle zwei Wochen werden Ergebnisse in einer gemeinsamen Sitzung kommuniziert? Nicht mehr zeitgemäß. Der Begriff „New Work“ ist in aller Munde, digitale Tools sollen Abteilungen durchlässiger machen und für Transparenz sorgen. Sind jetzt alle Unternehmensvorhaben von Erfolg gekrönt? Arbeiten die Teams Hand in Hand? Nein. Viele gute Instrumente machen noch keinen guten Ton Olaf Günther weiß weiß warum: „Ich höre in diesen Teams wenige harmonische Klänge, und sehe selten Experten, die miteinander im Flow sind und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln“, so der Trainer und Berater, „Stattdessen höre ich Disharmonien und schlechte Rhythmen, Dissonanzen und Kakophonien.“ In seinem Buch „Klang des Erfolgs“ versammelt Günther seine Erfahrungen, die er in seiner Tätigkeit als Ingenieur und späterer Berater von Führungsteams machen durfte. Nach und nach erkannte Günther, woran es Unternehmen in ihrer internen Struktur wirklich mangelt. Die Arbeitnehmer sind alle optimal ausgebildet und geschult, die Betriebsanlagen, Software und Ausstattung auf dem neusten Stand und die Unternehmensphilosophie liest sich episch. Daran liegt es also nicht. „Obwohl jeder Einzelne sich größte Mühe gibt, gut zu performen, lässt das Gesamtergebnis zu wünschen übrig“, sagt Günther, „Es ist nicht nur suboptimal, es ist häufig richtig schlecht.“ Wie aus Tönen Musik wird: Erfolg als Ergebnis von Flow Work Einzelne Teams arbeiten womöglich sehr gut in ihren Bereichen, die Energie und die Erfolge schaffen es jedoch häufig nicht in andere Abteilungen. So steuern sie unterschiedliche Ziele an und heraus kommt die genannte Disharmonie. In seinem Ratgeber macht Günther, der auch Musiker ist, den großen Vergleich zwischen Unternehmensführung und dem Musizieren einer Band auf: Nur wenn alle im Flow sind, ihr Instrument beherrschen und wissen, wie sie sich optimal in das Gesamtwerk einbringen können, entsteht ein hörbarer Sound. Aus diesem Vergleich entstand das Konzept der „Flow Work“. Nur wenn alle gemeinsam an einer Vision arbeiten, sich gegenseitig interdisziplinär unterstützen und wissen, wie das Unternehmen als Ganzes funktioniert, wird sich langfristig ein gesunder Erfolg einstellen. „Ein gut funktionierendes Unternehmen erkennen Sie daran, dass die Arbeitsprozesse effizient und effektiv ablaufen – alles ist im Flow“, so Günther, „je größer das Unternehmen ist, desto größer ist die Kunst, den Flow herzustellen.“ Aus dem Inhalt: Kapitel: Wo die Disharmonie herkommt – die Verluste Kapitel: Wie Sie sich auf den Grundton einigen – die Sprache Kapitel: Wie Sie den Takt finden – der perfekte Tag Kapitel: Wie Sie das Repertoire festlegen – die Ziele Kapitel: Wie Sie alle Töne finden – die Know-how-Lücken In seinem Ratgeber versammelt Günther nach und nach alle Instrumente, die für einen guten Song benötigt werden, gibt sein Wissen preis, welche Basic-Tools es für das reibungslose Zusammenspiel braucht und wie aus einzelnen Musiker eine eingeschworene Band wird. Dabei verlässt er genau an den richtigen Stellen die Musik-Metaphorik. Trotzdem bildet sich am Schluss ein geschlossenes Bild von einem aufeinander eingestimmten Betrieb, der den richtigen Ton findet. Roter-Reiter-Fazit: Ein lesenswerter Ratgeber für Führungskräfte, der in greifbaren Bildern erklärt, aus welchen einzelnen Schritten sich nach und nach ein effektiver und aufeinander abgestimmter Betrieb aufbauen lässt. Olaf Günther: Klang des Erfolgs Wie Sie mit Flow Work Ihre Teams zur Hochleistung führen Wiley-VCH, Weinheim 2018. 326 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-50941-6 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Positive Psychologie – Von der Kunst, glücklich zu leben Wer an den Berufszweig der Psychologie denkt, dem kommt unweigerlich das Bild von der Liege in den Kopf, auf der sich der vermeintlich kranke Klient niederlässt, um sich mit einer Gesprächstherapie von Störungen wie dem Waschzwang, Depressionen oder Bindungsschwierigkeiten kurieren zu lassen. Seit einigen Jahren setzt sich bei Psychologen, Coaches und Trainern jedoch ein gegenteiliger Trend immer stärker durch: Warum immer nur die negativen Seiten der seelischen Gesundheit beleuchten? Warum Störungsbilder analysieren und festsetzen, anstatt zu untersuchen, was uns Menschen gut tut? Diese Gedankenwende brachte der bekannte Psychologe Martin Seligmann in Schwung, der als moderner Begründer der Positiven Psychologie gilt, die Idee geht Abraham Maslow zurück. Positives Denken als Selbstmanagement „Als inzwischen etablierte Disziplin in der Psychologie erforscht die Positive Psychologie, was wir, jeder von uns, dazu beitragen kann, dass es ihm selbst und uns im Team, der Familie, mit den Freunden gut geht“, so Claudia Härtl-Kasulke, „und sie entdeckte dafür viele wirksame Methoden: zum Beispiel die Achtsamkeitspraxis und das resiliente Stärken-stärken-Programm, die für Balance in unserem Leben stehen.“ Die Trainerin für positive Psychologie erarbeitete gemeinsam mit der Coachin Andrea Revers den Ratgeber „Lebenskunst!“, indem profilierte Psychologen, Coaches und Unternehmensberater die verschiedenen Anwendungsbereiche und Wirkungskreise der Positiven Psychologie beleuchten. Unter anderem wird auch das grundlegende Konzept der Positiven Psychologie vorgestellt: Martin Seligman vereint in den Akronym PERMA die fünf Zutaten für ein gelungenes und glückliches Leben. P – Positive Emotions (Positive Gefühle/Positives Denken) E - Engagement R – Relationships (Positive und gesunde Beziehungen) M – Meaning (Sinnhaftigkeit, Wirken) A – Achievement (Leistungsfähigkeit, Erfolg) Wie die konkrete Anwendung aussehen kann, erklären die Experten in Beiträgen wie etwa „Wege zur gelingenden Kommunikation“, „Wohlbefinden in Führung und Team: Es wirkt!“ oder „Neuroanatomie des Glücks“. Positive Psychologie in der Personalentwicklung Auch immer mehr Unternehmen erkennen, dass die seelische Gesundheit und damit auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter mit Übungen und einer positiven Kommunikation gestärkt werden. Der Ratgeber gibt einen ersten, sehr umfassenden Einblick in die Möglichkeiten der Positiven Psychologie sowie Tipps für die weiterführende Lektüre. Coaches, Trainer und Personalentwickler können den Ratgeber begleitend zur der Basisausbildung „Positive Psychologie“ nutzen oder von jedermann als Möglichkeit der Selbsterfahrung  genutzt werden. Mit diesem Ansatz setzt die Psychologie ihr Wirken im Alltag an, so dass die positiven Methoden sofort angewendet werden können – bevor womöglich Krankheiten auftreten. Roter-Reiter-Fazit: Ein lebhaft gestalteter Ratgeber für alle Experten und auch Interessierte, die die verschiedene Methoden der Positiven Psychologie kennen lernen möchten, um sie im Beruf oder Alltag einzusetzen. Claudia Härtl-Kasulke / Andrea Revers: Lebenskunst! Eine Anleitung zur Positiven Psychologie. Einführung für Trainer, Coaches und Personalentwickler Beltz Verlag, Weinheim 2018. 190 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-407-36659-7 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Von 0 auf 100: Die Kunst, dein Ding zu machen Wer sich schon durch ein Dutzend Ratgeber zu Karrierethemen, Erfolg im Beruf oder Selbstmotivation gekämpft hat und trotzdem nicht vom Wollen ins Tun kommt, der findet vielleicht in Deutschlands bekanntesten Trainer und Speaker seinen Meister. In vollen Hallen andere zum Erfolg coachen Christian Bischoff ist ein Macher, dem der Erfolg scheinbar im Blut liegt. Mit 16 Jahren war er der bisher jüngste Basketball-Bundesligaspieler aller Zeiten. Er nahm als aktiver Sportler zwei Europameisterschaften für die Junioren-Nationalmannschaft und in den USA mit, bevor eine Verletzung ihn auf die Trainerbank brachte. Mit 25 Jahren wurde er wiederum der jüngste Bundesliga-Cheftrainer. Mit 31 Jahren – wenn andere noch auf dem Weg zur Karriere sind – hängt Christian Bischoff seinen Trainerberuf an den Nagel und findet als Persönlichkeitstrainer, Autor und Redner seine zweite Berufung. Sein Geheimnis: Authentizität und einfache Aussagen mit Mehrwert. Sein Podcast „Die Kunst, dein Ding zu machen“ hat mehr als acht Millionen Downloads vorzuzeigen. Geheimnis 2: „Du weißt nie, wo dein Limit ist.“ Zu seinen Seminar-Events pilgern pro Veranstaltung bis zu 5000 Menschen, die Christian Bischoffs Motivationsstrategien und Einsichten in ein erfolgreiches und glückliches Leben aus erster Hand kennen lernen möchten. Sein neuster Ratgeber „Unbesiegbar“ stellt 55 Geheimnisse vor, wie wir im Beruf und Privatleben erfolgreich sind. Vor allem sollen wir uns nicht mit dem Status Quo zufrieden geben, sondern immer nach mehr streben. „Ergebnisse sind schön. Erfolg ist wichtig. Doch am Ende willst Du immer mehr Deines Potenzials aktivieren“, so der Trainer, „entfalte Dein volles Potenzial in allen Lebensbereichen, und Du bist Tag und Nach motiviert.“ Geheimnis 6: „Übernimm für alles Verantwortung“ Mit „Unbesiegbar“ finden Menschen, die sich verändern wollen, keine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit straffen To-Do-Listen. Bischoff geht es vielmehr darum, dass jeder für sich erkennt, dass er sein Leben selbst verantwortet und in jeder Sekunde und an jedem Tag die Möglichkeit hat, sein Leben und auch seine Karriere selbst in die Hand zu nehmen. „Du willst Lob für Erfolge – dann übernimm auch die Verantwortung für die Misserfolge. Dir gehen negative Menschen auf die Nerven – verbring keine oder weniger Zeit mit ihnen“, so Christian Bischoff. Der Trainer verrät aber auch seine ganz eigenen Geheimnisse für den Erfolg – und wie an seinem beeindruckenden Lebenslauf sichtbar ist, liegt er wohl ganz richtig mit seiner Einstellung. Kurzweilig und auf den Punkt sind seine Ratschläge und der Leser bekommt einen guten Einblick in die Philosophie des immens erfolgreichen Redners: Auf die eigenen Stärken fokussieren, eine positive mentale Einstellung an den Tag legen und die Tätigkeit ausüben, für die man sich jeden Tag wieder zu Höchstleistungen pushen kann und will. Roter-Reiter-Fazit: Ein motivierender Ratgeber, der zur Selbstreflexion anregt und Lust darauf macht, sofort neu durchzustarten. Ein Muss für alle, die mehr erreichen möchten. Christian Bischoff: Unbesiegbar. 55 Geheimnisse, wie Du alle anderen überflügelst Ariston Verlag, München 2018. 128 Seiten, 10 Euro. ISBN: 978-3-424-20190-1 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Mitarbeiterführung: Der Mensch, Mitarbeiter Wer sie zum Freund hat, der braucht keinen Feind mehr: Es gibt Mitarbeiter, die aus der Rolle fallen. Die einen tragen persönliche Probleme mit sich herum, die sie mit in das Unternehmen einbringen. Die anderen entpuppen sich als „Arbeitsverweigerer“, „Gewohnheitstiere“ oder „Spezialisten mit Diva-Allüren“. Nun sind wir alle nicht perfekt und selten ist die sofortige Kündigung die beste Wahl in der erfolgreichen Mitarbeiterführung. Oft muss zunächst einmal verstanden werden, wo das Problem liegt. Mit der richtigen Ansage, einer Umstrukturierung oder der neuen Aufgabenverteilung löst sich dann so manches Problem von ganz allein. Der Trainer und Experte für Führungskräfte Hans-Jürgen Kratz hat in seinem Buch „Mensch Mitarbeiter!“ die wichtigsten Mitarbeiterrollen zusammengefasst. Er gibt praktische Hinweise, wie die schwierigen Charaktere wieder sinnvoll in die betrieblichen Abläufe integriert werden – im besten Fall ohne Abmahnungen. Er weiß es besser - Destruktiver Oppositioneller Er ist ein Mitarbeiter, dem niemand gerecht werden kann, vielleicht hat er sich auf eine Person eingeschossen. An allen Entscheidungen werden Zweifel gesät, an allen Ideen gibt es Kritik. Dabei geht es aber nicht um gerechtfertigte, aufbauende Kritik. „Verfolgt der destruktive, konträre Oppositionelle erkennbar das Ziel, Ihnen das Wasser abzugraben, sprechen Sie ihn unter der Nennung entsprechender Beobachtungen an und fordern ihn auf, sein illoyales Verhalten einzustellen“, rät Kratz. Hilft das nicht, lässt der Experte nur die Trennung vom Mitarbeiter als Lösung zu. Sie weiß alles - Klatschtante Es gibt sie überall: Die Klatschtante. Der Sinn dieses/dieser Mitarbeiter/in scheint darin zu bestehen, mit sehr weit geöffneten Ohren alle wahren, halbwahren und wahrscheinlich unwahren Informationen, die im Unternehmen umherschwirren, aufzunehmen und weiterzutragen. „Die Klatschtante nutzt ohne schlechtes Gewissen die eigene Arbeitszeit für ihre Tratscherei und geht dabei auch nicht pfleglich mit der Zeit der Kollegen um“, so Kratz. Die Gefahr besteht darin, „lancierten Gerüchten aufzusitzen, die sich oft mit Überschallgeschwindigkeit ausbreiten und häufig eine besondere Zählebigkeit aufweisen“, so der Autor. Er will es wissen - Stuhlsäger Als Stellvertreter soll er eigentlich seinen Vorgesetzten vertreten, wenn dieser in den Urlaub geht oder wegen Krankheit nicht arbeitsfähig ist. Was aber, wenn er sich während der Vertretungszeit als Stuhlsäger entpuppt? „Der Stellvertreter ist zu absoluter Loyalität und Fairness gegenüber dem Stelleninhaber verpflichtet“, so Kratz, „für ihn muss es ausgeschlossen sein, auf dumme Gedanken mit der Säge zu kommen.“ Der Trainer kennt die drei wichtigsten Forderungen, die Führungskräfte von ihren Stellvertretern einholen sollten. Roter-Reiter-Fazit: Ein kurzweilig zu lesender Ratgeber, der die wichtigsten Mitarbeitertypen mit Störfaktor benennt und lebensnahe Tipps gibt, wie man die Störenfriede wieder zu wertvollen Mitarbeitern macht. Hans-Jürgen Kratz: Mensch Mitarbeiter! Der richtige Umgang mit Besserwissern, Frustrierten, Perfektionisten, Querulanten, Mobbern und Co. Metropolitan Verlag, Regensburg 2018 216 Seiten, 29,95 Euro ISBN 978-3-96186-014-2 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Geld anlegen wie die Norweger Für alle, die es noch nicht wissen: Die Rente ist nicht mehr sicher. Wer jetzt etwas für den Ruhestand oder das kleine Haus am See machen möchte, der legt sein Geld clever an. Clemens Bomsdorf hat die Norweger eingehend beobachtet und weiß, wie das erfolgreiche Geld anlegen funktioniert. Was ist der norwegische Ölfonds? Die Erfolgsgeschichte des norwegischen Ölfonds begann 1969, als einer der größten Erdölvorkommen der Nordsee geortet wurden. Ekofisk heißt das Öl- und Gasfeld in der zentralen Nordsee, das mit etwa 3,8 Milliarden Barrel Reserven nach Statfjord das größte Ölfeld der Nordsee ist. Für Norwegen bedeutete dieser Fund eine Menge Geld, die das Land aber nicht kurzsichtig ausgeben, sondern schlau investieren wollte. Bereits 1967 wurde der Nationale Versicherungsfonds eingerichtet, in dem die Sozialbeiträge der Bürger möglichst gewinnbringend angelegt werden. 1990 kam der Ölfonds hinzu, der sich aus den Erdölerträgen speist. 2006 wurden beide Fonds zusammengelegt, woraus sich der Staatliche Pensionsfonds (Statens pensjonsfond oder Oljefondet) ergab. Er ist mit mehr als 800 Milliarden Euro der größte Staatsfonds der Welt. Er erzielt bessere Durchschnittsrenditen als der DAX und ist längst noch nicht voll ausgeschöpft. Der Ölfonds hat bereits 2017 die 1 Billion-Dollar-Marke überschritten, womit pro Norweger mittlerweile 160.000 Euro angelegt sind. Was ist das Geheimnis des Norwegischen Ölfonds? In seinem Sachbuch „So werden Sie reich wie die Norweger“ erklärt Clemens Bomsdorf detailliert, wie der Fonds aufgebaut ist und was sein Erfolgsgeheimnis ist. Der Journalist beobachtet den Norwegischen Ölfonds bereits seit mehr als 15 Jahren, um in Medien wie The Wall Street Journal, Capital, Wirtschaftswoche oder Focus darüber zu berichten. Jetzt hat er all sein Wissen zum erfolgreichen Geld anlegen zusammengebracht, um es an den Finanzlaien zu bringen. Denn: Bomsdorf ist überzeugt, dass auch Privatpersonen so erfolgreich Geld anlegen können wie die Norweger. Dazu müssen sie nur das System dahinter verstehen. Der Journalist hat vier Leitlinien aufgestellt, an denen sich sowohl der Norwegische Ölfonds orientiert, wie auch der erfolgreiche Privatanleger: Sparen von einer exakten Summe/Monat Flexibel bleiben und die Sparsumme nicht zu hoch ansetzen. Falls die persönliche Situation eine Sparpause erfordert, bricht nicht sofort das ganze Investment zusammen. Das Risiko sollte durch eine ausgewogene Mischung aus Anleihen und Aktien gering gehalten werden. In Märkte investieren, die allen offenstehen und ethisch vertretbar sind. In dem Anleger-Ratgeber analysiert Bomsdorf anschaulich, wie die norwegischen Experten vorgehen, wo sie investieren und wie die Strategie funktioniert. Anschließend überträgt er das Wissen auf private Anleger. Durch praktische Tabellen wird ersichtlich, mit wie viel monatlichem Einsatz wir in zehn Jahren und einer realen Jahresrendite von 4,5 Prozent ein Ansparziel von 150.000 Euro erreichen. In Infoboxen wird erklärt, was eigentlich ein ETF ist und was es mit Small Caps auf sich hat. Roter-Reiter-Fazit: Ein spannendes Buch für alle, die selbst Geld anlegen möchten und sich in die Welt von Aktien und Anleihen hineinarbeiten müssen. Unterhaltsamer und anschaulicher als mit Bomsdorf geht es nicht. Clemens Bomsdorf: So werden Sie reich wie Norwegen: Genial einfach ein Vermögen aufbauen. 244 Seiten,19,95 Euro Campus Verlag, Frankfurt am Mai 2018. ISBN 9783593508498 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Irrationale Ängste: Kill das Panik-Kaninchen! Es steht ein Meeting an. Sie sind damit beauftragt worden, das neue Agilitätskonzept vorzustellen. Sie sind nervös, das Herz klopft und Ihnen gehen viele Gedanken durch den Kopf: Was, wenn ich es vermassele? Ich habe sowieso schon einen schlechten Stand im Betrieb, irgendwie passt es nicht mehr. Aber den Job kündigen? Niemals! Und wenn ich gekündigt werden? Panik kommt auf. Wer sich in einem solchen Zustand befindet, der kann eine Präsentation eigentlich nur verpatzen. Zwischen natürlicher Nervosität und einer Panikattacke liegen Welten, denn letztere blockiert uns komplett. Nicht nur im Beruf schleichen sich immer wieder irrationale Ängste in unser Denken, die uns schlaflos machen, schlechte Laune verbreiten oder uns daran hindern, uns weiterzuentwickeln. Trainer Ralf Schmitt und Mona Schnell, Kommunikationsexpertin, nennen diese Momente der Schockstarre und aufsteigenden Panik ‚Kaninchen-Feeling’. „Es kribbelt von den Pfoten bis in die obersten Enden der Löffel“, schreiben sie, „und Sie verharren stocksteif in der Schockstarre.“ In ihrem Buch „Kill dein Kaninchen“ versuchen sie typische Momente dieses Kaninchen-Feelings aufzulösen, indem sie auf humorvolle Art den irrationalen Aspekt dieser Furcht herauskitzeln. Eine positive Kultur des Scheiterns gegen das Schiefgeh-Kaninchen So ist das Schiefgeh-Kaninchen am Werk, wenn etwas in unserem Leben nicht nach Plan verläuft. Vielleicht werden wir von einem Burnout überrascht, obwohl wir die ersten Anzeichen in uns spürten. Oder das Projekt läuft schief, weil die Voraussetzungen von vorneherein katastrophal waren oder wir es einfach fulminant verbockt haben. Schnell und Schmitt plädieren dafür, die Kultur des Scheiterns in Deutschland endlich zu modernisieren. Diese lasse laut der beiden Autoren immer noch zu wünschen übrig. „Uns fehlen die nötige Gelassenheit und die Kompetenz, das Positive im Scheitern zu sehen“, so Schmitt und Schnell. Und das gibt es. „Denken Sie sich in die Fehler, die Sie begangen haben, ganz genau hinein“, empfehlen die Autoren, „überlegen Sie, wie Sie es besser hätten machen können“. Wenn wir aus unserem Scheitern etwas lernen, ebnet das den Weg zu mehr Erfolg im Leben. Und wie steht es um das Keine-Kohle-Kaninchen? In ihrem Ratgeber stellen Schmitt und Schnell weitere irrationale Ängste vor wie beispielsweise das Traditions-Kaninchen, das ‚Das-gehört-mir-Kaninchen’ mit starken Verlustängsten und das ‚Keine-Kohle-Kaninchen’. Wer einmal durchschaut hat, wie irrational die Ängste sind und wie wir die Ursache für diese positiv für uns nutzen können, gerät nicht mehr so schnell in Panik. Wenn der Vortrag im Meeting schief läuft: Nächstes Mal besser machen. Und wenn der Job eigentlich sowieso nicht das Gelbe vom Ei ist, dann nicht das Keine-Kohle-Kaninchen beschwören, sondern Alternativen suchen. Mona Schnell, Ralf Schmitt: Kill dein Kaninchen! Wie du irrationale Ängste kaltstellst Gabal Verlag, Offenbach 2018. 160 Seiten, 16,99 Euro ISBN: 978-3-95623-701-0 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Führen ohne Vorgesetztenfunktion: Fühlen Sie sich machtlos? Sie wollen führen, aber keiner folgt? Wenn eine Führungskraft zwar viele Aufgaben hat, aber keine Vorgesetztenfunktion hat, ist das oft frustrierend. Mit den richtigen Kommunikationstechniken, ein paar psychologischen Kniffen und einer starken Persönlichkeit können Sie es schaffen, dass Ihre natürliche Autorität Ihr wichtiges Mittel wird. Selbstverständnis kritisch überprüfen In ihrem umfangreichen Ratgeber „Führen ohne Vorgesetztenfunktion“ geben die drei Autorinnen Daniela Krämer, Kathrein Lammert und Silke Weigang wertvolle Best-Practice-Beispiele für das Führungsmanagement in Positionen außerhalb der Linienorganisation. Besonders häufig stehen Projektleiter im Zwiespalt. Den Führungskräften wird ein Projekt anvertraut, das sie mit der Unterstützung verschiedener Abteilungen realisieren sollen. Was ihnen aber fehlt, ist die Möglichkeit, Anweisungen in einer Vorgesetztenfunktion zu geben. Für die Autorinnen ist dies jedoch eher eine Art Selbsteinschätzung: „Führungskräfte ohne Vorgesetztenfunktion sehen sich »nur« als fachliche Führungskraft, die keine Führung im Hinblick auf die Verhaltensweisen, das Vorgehen und die Leistung der Mitarbeiter umsetzen darf.“ Dabei würden sie sich von andren Führungskräften theoretisch nur durch arbeitsrechtliche Vorlagen unterscheiden, so die Autorinnen. Die Möglichkeit, Abmahnungen zu erteilen und vertragliche Vereinbarungen treffen zu dürfen, scheint aber immanent wichtig für das Selbstwertgefühl zu sein. Starke Führungskräfte wirken durch Persönlichkeit In dem Führungs-Ratgeber wird sehr gelungen beschrieben, wie eine natürliche Führung aussehen kann. Dabei kommt es nicht auf die disziplinarische Macht an, die manchmal eher Schrecken verbreitet, als Erfolge bringt. Vielmehr geht es darum, Projektmitarbeiter zu motivieren, sie ins Boot zu holen und mit den richtigen Fragen die notwendigen Antworten zu erhalten, die für den Projekterfolg wichtig sind. „Was Sie weiterbringt, wenn Sie als Führungskraft ohne Vorgesetztenfunktion tätig sind, sind nicht so sehr die Worte, die Sie wählen“, so die Autorinnen, „sondern es ist vielmehr Ihr Verhalten und die Art und Weise, wie Sie auf Mitarbeiter eingehen, die Sie mitziehen möchten.“ Führen ohne Hierarchie wird Alltag In dem Ratgeber wird das Selbstbild von Führungskräften ohne Vorgesetztenfunktion definiert und erklärt, wie wichtig es ist, seine Rolle selbst zu verstehen und sich selbstbewusst als Führungskraft im Unternehmen zu etablieren. Außerdem werden die verschiedenen Instrumente der Macht vorgestellt und anschließend in Cases praktisch angewendet. Abschließend reisen die Autorinnen durch die Führungstrends der vergangenen Jahrzehnte. Digitalisierung, Dynamisierung und Internationalisierung – das sind die Grundlagen für ein neues Führungsverständnis, in dem das Führen ohne Vorgesetztenfunktion Normalität wird. Deshalb sind sich Krämer, Lammert und Weigang, die selbst Beraterinnen für nationale und internationale Unternehmen bzw. Trainer sind, sicher: „Die Führungskraft ohne Vorgesetztenfunktion wird in der Zukunft deutlich häufiger auftreten als der Linienvorgesetzte im klassischen Sinne. Möglicherweise wird der »laterale Manager« in etwa 15 Jahren schon die häufigste Form der Führungskraft stellen.“   Roter-Reiter-Fazit: Ein wertvoller Ratgeber für alle Arbeitnehmer, die in modernen Unternehmen arbeiten. Dort wird vermehrt auf Teamwork und das Führen ohne Hierarchie gesetzt. Die Best Cases und Übungen für schwierige Situationen erhöhen das (Selbst-)Bewusstsein für die Techniken des erfolgreichen Führens ohne Vorgesetztenfunktion.   Daniela Krämer, Kathrein Lammert, Silke Weigang: Führen ohne Vorgesetztenfunktion Inkl. Arbeitshilfen online Haufe Verlag, Freiburg 2018 187 Seiten, 39,95 Euro ISBN: 978-3-648-11100-0 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Leistungsfähigkeit steigern: Den Sprint schaffen Der Vortrag auf der Konferenz, die Projektvorstellung im Meeting mit dem Großkunden oder das Bewerbungsgespräch: Es gibt Situationen, in denen wir abliefern müssen. Hop oder top, wenige Minuten entscheiden darüber, ob wir durchgefallen sind oder gut ankommen. Der Sportpsychologe Jan Mayer kennt dieses Leistungsprinzip aus dem Hochleistungssport. In der einen Turnübung, dem Rennen oder Endspiel kommt es darauf an, die beste Leistung abzurufen. In seinem Ratgeber „Wenn’s drauf ankommt“ zeigt Mayer, wie wir im Job auch in Stresssituationen maximale Leistungen erbringen. In drei Phasen zur Top-Leistung „Und jetzt bitte die Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen!“ - Jetzt kommt es darauf an, dass alles klappt. Die Präsentation muss reibungslos ablaufen, bei Nachfragen bloß nicht ins Stottern geraten, souverän wirken. Oft wachsen wir in solchen Situationen über uns hinaus, was wir vor allem unserem Körper zu verdanken haben. Wie beim Stabhochsprung oder dem Schwimmwettbewerb ist unser Organismus auf diesen Moment der maximalen Leistungsschau eingestellt. Unsere Vorfahren kamen vor allem in akute Stresssituationen, wenn Säbelzahntiger hinter ihnen her waren. Heute kommen wir eher bei der Polizeikontrolle oder dem Bewerbungsgespräch ins Schwitzen, aber für unseren Körper sind beide Situationen gleich stressig. Er reagiert zunächst mit einer Alarmreaktion, die Psyche und Organismus ganz auf das Ziel fokussiert. Herzklopfen und vermehrtes Schwitzen gehören dazu, aber auch ein geschärftes Erinnerungsvermögen. „Die Stressreaktion ist ein Mechanismus des unterbewussten, schnellen Denkens mit dem Ziel, in Gefahrensituationen das Überleben des Organismus zu sichern“, so Mayer, „dieser Mechanismus erfolgt schnell, ohne Logik und ohne willentliche Anstrengung“. In der folgenden Widerstandsphase rufen wir alle Kräfte ab und erbringen unsere Leistung. Es folgt die Erschöpfungsphase. In seinem Ratgeber zeigt Jan Mayer, wie wir unsere Leistungsfähigkeit steigern, in dem wir uns auf den Leistungssprint optimal vorbereiten und alle drei Phasen bewusst erleben. Wenn wir schlecht denken, wird’s schlecht laufen Der Sportpsychologe erklärt, wie wir uns manchmal selbst im Weg stehen. Das ist oft bei Sportlern zu beobachten. Sie und auch die Zuschauer wissen, dass sie zu Höchstleistungen fähig sind und trotzdem patzen sie im entscheidenden Moment. Oft sind negative Denkmuster die Ursache, nicht die körperliche Verfassung. In einem Ratgeber erklärt Mayer, welche Prozesse im Körper für Konzentration und Bestleistungen entscheidend sind und wie wir diese bewusst steuern können. Wussten Sie, dass allein negative Gedanken zum völligen Blackout führen können? „Führt der negative innere Monolog nämlich zu einer massiven Stressreaktion, droht sogar ein Energiekollaps“, so Mayer. Deutschland ist nicht zuletzt Fußball-Weltmeister geworden, weil die Trainer als einer der ersten erkannten, dass das positive Denken und das Trainieren von Denkmustern enorm wichtig für das Gewinnen sind. Was Weltmeistern nutzt, kann Fachkräften nicht schaden. Roter-Reiter-Fazit: Erkenntnisse der Sportpsychologie auf Stresssituationen im Business anwenden und Leistungsfähigkeit steigern: Mayer gibt wertvolle Tipps, wie wir unser Denken und Verhalten nachhaltig trainieren können, um auf den Punkt zu performen. Und wenn es doch mal schwierig wird, hält er den Plan B bereit. Jan Mayer: Wenn’s drauf ankommt. Schnell denken - maximale Leistung abrufen - Stresssituationen meistern. Erkenntnisse aus dem Spitzensport Ariston Verlag, München 2018. 192 Seiten, 18 Euro. ISBN: 978-3-424-20180-2 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Drum prüfe, was wachsen soll: Wachstum bedarf innerer Stärken Was macht Unternehmen erfolgreich? Wie werden sie resilient und gehen auch aus Krisen gestärkt hervor? Wie entsteht ein gesundes und nachhaltiges Wachstum? In seinem Praxis-Ratgeber „Die Wachstumsformel“ beantwortet Wachstums-Experte Oliver Wegner diese Fragen. Wir wachsen – Sind alle dabei? Haben Sie als Entscheider alles für den Erfolg Ihres Unternehmens getan und ernten dennoch nicht die Früchte Ihrer Arbeit? Die neueste Software wurde angeschafft, eine renommierte Agentur kümmert sich um die PR-Maschine, die nie stillsteht und die Kantine wurde gerade erst besonders aufwändig renoviert, um der wachsenden Anzahl an Mitarbeitern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Das ist ganz gut, aber fühlt sich ihr Team auch abgeholt und in den Veränderungsprozess integriert? Haben Sie auch daran gedacht, einmal Ihre Mitarbeiter zu befragen, was sie sich wünschen? Oft werden Entscheidungen in Bezug auf das Wachstum eines Unternehmens aus einer Art Vogelperspektive getroffen. Es wird alles dafür getan, um ein Unternehmen finanziell und materiell so auszustatten, dass es mit der Konkurrent mitgehen und einem Vergleich standhalten kann. Das ist vor allem der Fall, wenn das Unternehmen im Wachstum begriffen ist und sich strukturell verändert. Aber: Ein gesunder Wachstumsprozess kann einem Betrieb nicht von außen aufgestülpt werden. Unternehmen müssen von innen wachsen. Die Wachstumsformel für Nachhaltigkeit und Resilienz „Bei der Erzeugung von Wachstum sind die Menschen der wesentliche Faktor“, weiß Wegner, der weltweit Unternehmen berät, die nachhaltig wachsen möchten. In seinem Ratgeber gibt er dem Leser 11 „Weg.WEISER“ an die Hand, die er sich aus seiner Erfahrung als Berater erarbeitet hat. Dass für ein gesundes Wachstum auch die Mitarbeiter auf dem Weg der strukturellen und ganz realen Veränderungen, die ein Wachstumsprozess mit sich bringt, mitgenommen werden müssen, ist eine der Erfahrungen, die er weitergeben möchte. Aus den 11 Regeln ergibt sich die Wachstumsformel: Wachstum=Menschen x (Organisation + Führungskultur) Ist die Hardware für ein Wachstum sehr wichtig, müssen auch die weichen Faktoren Beachtung finden, denn ohne sie wird aus einem Wachstumsprozess schnell eine Blähfalle - die im schlimmsten Fall zerplatzt. Tief blicken lassen Wegners Praxisbeispiele. Sie zeigen, dass in vielen mittelständischen und auch größeren Unternehmen das Bewusstsein für eine auf gesundes Wachstum ausgerichtete Unternehmensführung erst noch geschaffen werden muss. „Sorgen Sie als Entscheider und Verantwortungsträger dafür, dass Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter ein Wachstums-Bewusstsein entwickeln“, empfiehlt Wegner, „alle Beteiligten begreifen dann, dass Wachstum zu steuern ist, um die damit verbundenen Chancen nutzen zu können“. Roter-Reiter-Fazit: Der Wachstums-Ratgeber zeigt durch viele Best-Practice-Beispiele, wie Unternehmen ihrem Wachstum selbst im Weg stehen und welche internen Veränderungen es braucht, um gesund zu wachsen. Oliver Wegner: Die Wachstumsformel. Wie Unternehmen florieren statt einfach nur größer zu werden Wiley-VCH, Weinheim 2018. 252 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-50923-2 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Keine faulen Eier verkaufen: Kreative Marketingstrategien für die Praxis Neue Kampagnen entwickeln, Zielgruppen erreichen und dabei immer innovativ denken und handeln – die Ziele von Marketing stellen immer wieder vor neue Herausforderungen. Christian Gold, Experte für Bewegtbild-Kommunikation und  Christian Remiger, Kommunikationsexperte, stellen in ihrem Ratgeber „Redesign im Kopf“ 50 kreative Ansätze und Ideen für lebendige Marketingstrategien und eine wirksame Kommunikationsstrategie vor. USP - Theorie ist das eine, Praxis das andere Stellen Unternehmen Marketingstrategien neu auf, wird nach dem USP gesucht. Er ist das Gold der Kommunikation: Das Alleinstellungsmerkmal unterscheidet ein Unternehmen und seine Produkte von anderen. „Ein echter USP ist ein enorm starkes Verkaufsinstrument und sollte unbedingt im Mittelpunkt Ihrer Kommunikation stehen“, so Gold und Reminger. Sie geben aber auch zu bedenken, dass der USP nicht immer ein Vorteil sei. „Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf einen Wochenmarkt und verkaufen faule Eier“, so die Autoren, „das dürfte ziemlich sicher einzigartig sein.“ Verkaufen würden sich faule Eier aber nicht, denn danach schreit kein Hahn. Einzigartigkeit ist also nicht immer ein verkaufsstarkes Argument. Der Opernsänger-Effekt: Überzeugen Sie Ihr Publikum Zu guten Marketingstrategien gehören ein überzeugender Kommunikationsmanager und die wortstarke Pressesprecherin. Nur wer die perfekte „Kombination aus Qualität, Überzeugung, Wissen, Performance, Timing, Rhetorik und Inszenierung“ beherrscht und eloquent herüberkommt, überzeugt Zielgruppe und Presse von Produkt oder Dienstleistung, so Gold und Reminger. Solche Menschen finden einen emotionalen Zugang zur Zielgruppe, womit alle Register gezogen sind, die Marketingstrategien bewegen können. Gold und Reminger nennen dies den Opernsänger-Effekt und erinnern an den bewegenden Auftritt von Sänger Paul Potts, der sein Publikum überrascht und völlig in den Bann gezogen hat. Roter-Reiter-Fazit: Ein anregender Ratgeber für praktizierende Kommunikationsexperten, der viele PR-Themen neu und innovativ denkt. Aus dem Inhalt: Einzigartig: faule Eier verkaufen Nicht-Kunden neidisch machen Der Benchmark-Irrtum "Wie" statt "aber" - und plötzlich klappt es Bilder im Kopf - (nur) damit verkaufen Sie Messe: Ort der ungenutzten Chancen Christian Gold, Christian Remiger: Redesign im Kopf. Kreative Impulse und Ideen für Marketing und Kommunikation Haufe Verlag, Freiburg 2018. 215 Seiten, 19,95 Euro. ISBN 978-3-648-10925-0 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Digital Work Design: Wie Unternehmen der digitalen Transformation begegnen Die Digitalisierung ist angekommen. Im Büro. In der Industrie. Im Management. Organisationen wie Jobcenter führen die E-Akte ein, womit alle Kundenakten digitalisiert vorliegen. In den Industriezweigen steuern Software-Systeme und Robotik Prozesse, die noch vor wenigen Jahren manuell abliefen. Mitarbeitern wird freigestellt, wann und wo sie arbeiten. Hauptsache sie sind pünktlich zur Telco am Rechner und über WhatApps erreichbar. Was erwartet Unternehmen mit der Digitalisierung? Ob Unternehmen nun im Auge des Sturms operieren und zum harten Kern des Digital Business gehören, oder normale, mittelständische Unternehmen sind: Jeder Betrieb wird früher oder später von den Auswirkungen der digitalen Transformation betroffen sein. Und das ist nicht immer gleich schlecht. Sie bringt grundsätzliche Veränderungen mit sich, die aber auch Anlass zu einem positiven Wandel sein können. Isabell Welpe, Prisca Brosi und Tanja Schwarzmüller haben Unternehmensvorstände, Arbeitnehmer und Digitalisierungsexperten zu Themen wie Arbeit, Führung und Organisation und zu den Veränderungen durch die Digitalisierung befragt und Studien durchgeführt. Heraus kamen die Big 5 der digitalen Transformation, die die drei Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München in ihrem Ratgeber „Digital Work Design“ zusammengetragen haben. Für Führungskräfte und Manager sind diese Big 5 die Säulen eines neuen Verständnisses von Unternehmensführung, Personalmanagement und einer nachhaltigen Arbeitskultur. „Die digitale Transformation ist ein strategischer Imperativ für Unternehmen. Sie bedeutet aber vor allem auch eine Kulturveränderung in Unternehmen, welche sich auf der Arbeitsebene jedes einzelnen Mitarbeiters vollzieht“. (Aus: Digital Work Design) Big 5 der digitalen Transformation Umgang mit VUCA-Welt VUCA – Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Das sind die Herausforderungen einer digitalen Arbeits- und Wettbewerbskultur. „Auch wenn die Zukunft nicht vorhergesagt werden kann, hilft es, Ansätze zu testen und Projekte einzustellen, wenn sie nicht funktionieren.“ Talentmanagement Mit der Digitalisierung sind viele Mauern gefallen. Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, den Markt aufzumischen und sich selbst zu platzieren. Innovationen und Flexibilität sind hier wichtige Schlagwörter. Die Basis ist die richtige Nutzung von Talenten, die in einer optimalen Zusammenstellung von Teams mündet. „Disruptive Innovationen werden durch das Zusammenkommen von Menschen aus unterschiedlichen (Unternehmens-)Bereichen mit unterschiedlichen Sichtweisen und unterschiedlichen Herangehensweisen gefördert.“ Demokratisierung von Organisationen Transparenz in Entscheidungsprozessen und eine gute Informationspolitik, Autonomie und eine gute Feedback-Kultur. Motivierte Mitarbeiter brauchen eine motivierende und wertschätzende Arbeitsumgebung. „Das psychologische Empowerment umfasst die empfundene Sinnhaftigkeit von Arbeit sowie Kompetenzerleben, Selbstbestimmung und Einflussnahme.“ Beziehungsmanagement Ein gutes Miteinander braucht es für eine effektive Teamarbeit, aber auch mit den Führungskräften. Nur wer sich gewollt und geschätzt fühlt, nur wo echte Kommunikation von Mensch zu Mensch besteht, kann etwas Nachhaltiges geschaffen werden. Das gilt sowohl innerhalb des Unternehmens wie auch für die immer wichtiger werdende Bindung zu Kunden. „Beziehungen sind ein wichtiger Treiber für Innovation, das Fundament für gute Teamarbeit und eine Notwendigkeit für Netzwerke.“ Gesundheitsmanagement gegen Stress In ihren Nachforschungen haben die Wissenschaftlerinnen herausgefunden, dass Stress eine nachvollziehbare Folge der VUCA-Welt ist. Deshalb müssen Unternehmen in Zukunft die Gesundheit ihrer Mitarbeiter besonders stark in den Fokus rücken. Roter-Reiter-Fazit: Ein Arbeitsbuch mit sehr aktuellem Bezug. Es gibt Unternehmen, die sich nicht im Digital-Business-Kern bewegen, interessante Aussichten in die digitale Zukunft und Handlungsempfehlungen, um aus der digitalen Transformation gestärkt hervorzugehen. Isabell M. Welpe, Prisca Brosi, Tanja Schwarzmüller: Digital Work Design. Die Big Five für Arbeit, Führung und Organisation im digitalen Zeitalter Mit E-Book (ePub, mobi oder pdf) Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018. 248 Seiten, 34,95 Euro. ISBN 9783593508511 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Projektmanagement: Probleme im Mittelstand lösen Es gibt eine Unzahl an Tools und Software-Produkten, um Projektmanagement professionell voranzutreiben. Das Problem: Projektmanagement-Strategien wenden sich fast ausnahmslos an große Unternehmen und Konzerne. Was aber, wenn die Kapazitäten nicht endlos sind und kleinere Projekte ebenso gut bewältigt werden sollen? Patrick Schmid bietet die Lösung für ein erfolgreiches und effizientes Projektmanagement im Mittelstand. Lösungen direkt aus der Projekt-Praxis In seinem praktischen Ratgeber „Erfolgreiches Projektmanagement“ identifiziert er die häufigsten Problemen im Projektmanagement und gibt Planern sieben Lösungen dieser typischen Schwierigkeiten an die Hand. Schmid kommen mehr als 25 Jahre Erfahrung als Projektleiter zugute. In dieser Tätigkeit und dem Coaching von Projektmanagern hat er ein gutes Gefühl dafür entwickelt, woran Projekte in kleineren und mittelgroßen Unternehmen scheitern. Seine Erfahrungen fasst er in dem Praxishandbuch zusammen und bietet damit klare Ansätze zum sofortigen Umsetzen. Daran scheitern Projekte im Mittelstand   Es bestehen Wünsche, aber keine klaren Ziele Der Vorstand ist sich einig darin, dass eine neue ERP-Software her muss. Gesagt, getan. Es wird viel Arbeit in die Entwicklung und Implementierung des neuen Systems gesteckt – und trotzdem gefällt es nicht. Das hätten sie sich ganz anders vorgestellt, so die Vorstandsmitglieder. Hier wurden wie so oft das Ziel und die Bedingungen nicht klar kommuniziert.   Es gibt keine abteilungsübergreifende Unterstützung Die Kosten in der Entwicklungsabteilung sollen gesenkt werden. Der Projektmanager steht allein da, die anderen Abteilungen und Teams fühlen sich nicht angesprochen. Dabei haben Kosten verschiedene Ursachen, die über Abteilungsgrenzen hinausgehen.   Im Projektverlauf gibt es unvorhergesehene Probleme Ist das Ziel nicht klar, führen Schwierigkeiten das Projekt schnell auf ein Abstellgleis. Ist der Projektablauf nicht in einzelne Etappen gegliedert und durchdacht und werden nicht gewisse Risikofaktoren miteinbezogen, kommt es nahezu immer zu Problemen. Gibt es eine Struktur im Ablauf, können auch Schwierigkeiten nicht vom Ziel abhalten.   Die Projektplanung ist nicht stringent und nachvollziehbar Wird schon irgendwie. Mit großer Motivation wird ein Projekt gestartet und es ist Pi mal Daumen klar, wo es hingehen soll. Der Weg dorthin ist ein weißes Blatt Papier. Keine gute Idee, denn so läuft jedes Projekt früher oder später aus dem Ruder.   Es gibt keinen Handlungsweisenden Das Projekt wird vom Abteilungsleiter des Vertriebs angeschoben, ein Projektmanager bekommt die Aufgabe der Realisierung übergeholfen. Er darf das Projekt doch bitte ausführen, aber Anweisungen geben nicht. Das erledigt der Abteilungsleiter, der aber für das kleine Nebenprojekt keine Zeit hat.   Einmal im Rückstand, wird das ganze Projekt in Frage gestellt Wie geht man im Projektmanagement mit Problemen um? An wen richtet sich der Projektmanager bei Schwierigkeiten? Wie ist die Rückmeldung? Gibt es überhaupt eine? Auch hier braucht es eine Kommunikationsstruktur und einen Projektplan, um einen Plan B in der Tasche zu haben, wenn Plan A scheitert.   Es fehlt ein geplanter Projektabschluss, der auch ein Feedback enthält Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Wirklich gelungen ist das Projektmanagement nur, wenn nach dem Projektabschluss eine Evaluation stattfindet. So kann das Vorgehen ausgewertet und wichtige Schlüsse für das nächste Projekt gezogen werden. Roter-Reiter-Fazit: Zu typischen Problemen im Projektmanagement bietet Schmid klare Lösungen, die in einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Das macht den Praxisratgeber insbesondere für Mittelständler zu einem unverzichtbaren Wert. Obendrauf gibt es zehn Optimierungstipps für das Projektmanagement und Einsichten in die Werte und Herangehensweisen des agilen Managements. Patrick Schmid: Erfolgreiches Projektmanagement: einfach - praktisch - agil Nützliche Methoden für kleine und mittlere Projekte Metropolitan Verlag, Regensburg 2018. 180 Seiten, 14,95 Euro ISBN: 978-3-96186-003-6 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Selbstcoaching für Führungskräfte Kein Mensch ist eine Maschine, auch wenn so mancher Führungsstil das noch verkörpert. Solange es mehr Bewerber als Jobs gab, ist dieser Führungsstil auch durchsetzungsfähig gewesen, aber nun? Arbeitnehmer haben ihre Stimme gefunden und fordern Beteiligung, ein motivierendes Arbeitsumfeld und ein soziales Miteinander. Manager müssen angesichts dieser Forderungen aber gar nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: Diese geforderte „Sozialer Energie“ setzt unerwartete Kräfte frei, die auch Unternehmen für sich nutzen können. Das zeigt Agile Coach Ulf Brandes in seinem Ratgeber „Social Energy“, das zum Selbstcoaching für Führungskräfte bestens geeignet ist. Wie Mitarbeiter Unternehmen durch die Krise bringen Die rasanten Entwicklungen auf dem Markt verlangen von Unternehmen eine große Flexibilität, sei es in der Produktvielfalt, Kommunikation, Marketing oder in Bezug auf Themen wie Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit. Niemals hatten Konsumenten mehr Macht darüber, wie erfolgreich einzelne Marken sind. Unternehmen müssen schnell auf Veränderungen reagieren und ständig das Wachstum im Blick haben, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wie gut ein Unternehmen funktioniert, zeigt sich dann zumeist in der Krise. Ulf Brandes hat sich gefragt, was Unternehmen so stark und widerstandsfähig gegen wirtschaftliche Notsituationen macht. „Ob eine Unternehmenskultur resilient und veränderungsfähig ist, ist keine Frage der Umstände, es ist eine Entscheidung“, so der Coach. Es sei eine Entscheidung für Freiheit, Leichtigkeit und Klarheit und eine Entscheidung gegen Unterordnung, Schwere und Intransparenz, so der Trainer. Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter mitnehmen und in Change-Prozesse miteinbeziehen, denn die stärkende Veränderung muss von innen kommen. Unternehmerisches Potenzial voll entfalten In „Social Energy“ stellt Ulf Brandes verschiedene Facetten der Mitarbeitermotivation und ihre Auswirkung dar: Mitarbeiter mit echtem Engagement identifizieren sich mit dem Unternehmen und sind so bereit, sich auch voll und ganz für dessen Erfolg einzubringen. Zu den Handlungsfeldern der „Sozialen Energie“ gehören eine gemeinsame Sprache und ein Grundkonsens, der den Handlungsrahmen für das alltägliche Miteinander absteckt. Dafür stellt der Agile Coach die SELF-Theorie vor, ein besonderer Vorteil des Ratgebers sind aber vor allem die vielen Praxisbeispiele und Erfahrungen aus den Trainings, die der Autor dem Leser auf dem Weg mitgibt. Führungskräfte erfahren, wie mit inneren Spannungen umgegangen werden kann, ohne in ein kleinliches Mikro-Management zu verfallen. In dem Selbstcoaching für Führungskräfte bekommen sie ein Gefühl dafür, wie Teamarbeit und ein emphatisches Selbstverständnis eine Unternehmenskultur von innen stärkt und so die Kernanliegen des Betriebes unterstützt. Ulf Brandes arbeitet selbst mit Führungskräften, die ihre Arbeitsorganisation den Bedingungen des agilen Managements anpassen müssen. Aus seinen Erfahrungen und so einigen gut sitzenden Anekdoten entstand der Ratgeber, der sich besonders gut als  Selbstcoaching für Führungskräfte eignet. Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr zielführendes Buch zum Managementthema der Stunde: Motivation. Besonders einprägend sind die Impulse aus der Praxis, aus denen jede Führungskraft etwas für sich mitnehmen kann. Ulf Brandes: Social Energy. Für die Gestalter der neuen Arbeitswelt. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2018. 280 Seiten, 27 Euro. ISBN 9783593506746 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Freiberufler fit für das Finanzamt werden Freiberufler kennen es: Jeden Monat oder zumindest jedes Quartal werden Belege zusammengesucht, mehr oder weniger hektisch Buchungen ins System eingegeben und geschworen: Ab jetzt mache ich alles anders. Constanze Elter bietet in ihrem Ratgeber alle Informationen, die Freiberufler für den guten Umgang mit dem Finanzamt kennen müssen. Adieu, Excel-Tabelle! So einige Selbständige haben wahrscheinlich schon schwierige Jahre hinter sich. Am 1. Januar 2017 traten die "Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff" (GoBD) in Kraft. Spätestens seitdem ist das Arbeiten mit Excel-Tabellen und dem berühmten Schuhkarton voller Rechnungsbelege Vergangenheit. Für viele Freiberufler war es auch ein Weckruf, sich intensiver mit Vorgaben und Regelungen des Finanzamtes auseinanderzusetzen, um bei einer Betriebsprüfung nicht alt auszusehen. Die Steuerjournalistin Constanze Elter hat mit „Freiberufler: Fit fürs Finanzamt“ ein Standardwerk geschaffen, das zurecht im März 2018 in der dritten Auflage erschienen ist. Wenige Fachbücher richten sich explizit an Freiberufler – erst recht bei dem heiklen Thema Steuern. 7 oder 19 Prozent? In sechs Kapiteln erläutert Elter das Vorgehen von der Rechnungslegung über den Jahresabschluss bis hin zur GoBD-konformen Datenspeicherung. Elter beantwortet kurz, knapp, aber verständlich, wie eine ordentliche Rechnung aussieht und wie sie abgespeichert werden muss. Daneben gibt es aussagekräftige Hinweise, wann welcher Steuersatz gilt und  - sie öffnet die Büchse der Pandora -  wie Rechnungen ins europäische oder nicht-europäische Ausland korrekt gebucht werden. Dabei werden auch die aktuellsten Änderungen des Steuerrechts berücksichtigt, so dass Freiberufler ihre Buchhaltung auf den neusten Stand bringen können. Auch andere Themen, die Freiberufler regelmäßig den Schweiß ausbrechen lassen, nimmt sie in Angriff: Reisekosten abrechnen, Betriebsausgaben absetzen und e-Mails abspeichern. E-Mails abspeichern? Ja, das muss man auch sehr oft. Wie Freiberufler mit einer ordentlichen Buchführung beim Finanzamt glänzen können und welche Neuigkeiten die GoBD mit sich gebracht hat, erfahren Sie hier von Constanze Elter. Roter-Reiter-Fazit: Ein praktisches Nachschlagewerk, das in seiner Struktur und Darstellung die komplexe Steuersprache übersetzt und Prozesse nachvollziehbar macht. Ein großes Plus sind die Vorlagen und Muster, beispielsweise Steuervordrucke für Freiberufler, die als Zugabe zum Buch online zur Verfügung stehen. Constanze Elter: Freiberufler. Fit fürs Finanzamt. Buchführung, Rechnungen, Steuern & Co. Wiley-VCH, Weinheim 2018. 235 Seiten, 19,99 Euro ISBN: 978-3-527-50913-3 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Happiness im Business – Wie Glück sich für alle auszahlt Digitale Riesen wie Google, Apple und Amazon machen es vor, andere machen es mehr oder weniger gut nach: Bis in klassische mittelständische Unternehmen ist die Erkenntnis durchgedrungen, dass Arbeitnehmer mehr als die monatliche Lohnüberweisung haben möchten. Spaß machen soll die Arbeit auch. Nicht mehr ganz so neu ist die Erkenntnis, dass auch Kunden gern glücklich gemacht werden möchten. Ein neues Fachbuch widmet sich dem Thema „Happiness im Business“ und zeigt, was Feel Good Management auf allen Ebenen bewegen kann. Wo Glück und Wirtschaft sich treffen In unseren Köpfen gehen die Begriffe Glück und Wirtschaft weit auseinander, wir verorten sie in verschiedenen Lebenswelten. Glück, das klingt nach Erfüllung, Liebe und Familie. Wirtschaft ist hartes Geschäft, wo Fakten und Zahlen sprechen. Doch: „Jeder Mensch befindet sich tagtäglich auf der Suche nach dem Glück. Und jeder Mensch ist in irgendeiner Form ein Akteur der Wirtschaft“, erklärt das Autoren-Team von „Happiness im Business“. Es besteht aus dem Zen-Lehrer und Mental Trainer André Daiyû Steiner, der Diplom-Psychologin Carolin Hefele und dem VWL-Professor Christian Schmidkonz. Letzterer bietet seinen Studierenden auch Kurse wie „Success Factor Happiness“ oder „Conscious Business“ an. Wer Glück im Business richtig einsetzt, trifft den Nerv von Mitarbeitern wie Kunden. Happy Produktmarketing: Glück verkaufen Aus Managementsicht ist Glück ein wertvolles Gut: Menschen wollen sich ihr Glück nämlich auch erkaufen. Wenn der Saft mir verspricht, dass ich mich mit ihm gesünder ernähre und vitaler fühle, nährt er mein Glück. Der Pullover zaubert fünf Kilo weniger? Her damit! Wer sich in Supermärkten und der aktuellen Werbelandschaft umschaut, wird erstaunlich oft auf „Glücksprodukte“ treffen. „Natürlich ist diese Form der Verknüpfung von Konsum und Glück ausgesprochen oberflächlich und doch spricht sie den Konsumenten auf eine eigene Art und Weise an“, so die Autoren. In ihrem Fachratgeber zeigen sie auf, wie Happy-Werbebotschaften auf den Konsumenten wirken und wie Marketingkampagnen mit dem PME Happiness Modell besonders glücksversprechend aufbereitet werden. Glückliche Mitarbeiter brauchen keinen Firmenwagen Auch aus Arbeitgebersicht lohnt sich die Investition in glückliche Mitarbeiter: Wer ein glückliches Leben führt, der ist produktiver und ausgeglichener. Wenn Unternehmen also dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen und Wertschätzung erfahren, können sie die Wertschöpfung optimieren. Das hat aber weniger mit der Anhäufung von materiellen Gütern zu tun. Wenn Unternehmen also aus diesem Gedanken hinaus wahllos Kicker, Sitzecken und Kaffee bereitstellen, ist die Idee nicht richtig angekommen. Mit solchen Maßnahmen können Mitarbeiter während der Arbeitszeit kurzfristig befriedigt werden. Um sie glücklich zu machen, müssen Mitarbeiter sich wertgeschätzt und abgeholt fühlen. Gern zur Arbeit kommen, erfolgreich Projekte abschließen und unter Kollegen einen freundschaftlichen Umgang pflegen – darauf kommt es an. „Tatsächlich muss das Unternehmen insgesamt mit seinen Werten, seiner Kultur und seinen Mitarbeitern zu Ihnen passen – und Sie zum ihm“, erklären die Autoren. Glücksmanagement für Unternehmen fängt also bei der Wahl des richtigen Arbeitnehmers- und Arbeitgebers an und geht bis hin zur Teampflege. Aber es lohnt sich – das zeigen auch die Erfolge von Unternehmen mit einer wertschätzenden Mitarbeiterkultur. Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber „Happiness im Business“ zeigt an eindrücklichen Best Practices die ganze Bandbreite von Glücksfeldern in unserem Leben auf: Von persönlichen Tools wie Meditation und Achtsamkeit, über Glück als Marketingbotschaft bis hin zu Glück als Management-Tool. Obendrauf gibt es noch 19 Glücksübungen für den (Arbeits-)Alltag. André Daiyû Steiner, Carolin Hefele, Christian Schmidkonz: Happiness im Business. Zufriedene Mitarbeiter - glückliche Manager - erfolgreiche Unternehmen Wiley-VCH, Weinheim 2018 260 Seiten, 24,99 Euro ISBN: 978-3-527-50937-9 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Eigeninitiative im Job: Mit Motivation zum Unternehmenserfolg Es wird in jedem Unternehmen gepredigt: Es braucht motivierte Mitarbeiter. Engagement über das Projektende hinaus. Eigeninitiative im Job ist ein begehrtes Gut. Was aber viele Verantwortliche nicht verstehen: Eigeninitiative ist ein Managementtool, das aktiv geplant und umgesetzt werden muss. Niemand trägt Eigeninitiative ins Unternehmen In Stellenanzeigen werden immer häufiger Mitarbeiter gesucht, die das Unternehmen mit Eigeninitiative bereichern. Das ist einerseits gut, denn anscheinend ist in den Managementetagen die Erkenntnis angekommen, dass Eigeninitiative im Job anerkannt und wichtig ist. Andererseits zeigt es auch, dass ein Irrtum vorliegt: Eigeninitiative lässt sich nicht einfach in das Unternehmen hineintragen wie die neuen ergonomischen Bürostühle. Es scheint die Idee zu bestehen, „dass es sich nur um eine feste Eigenschaft handelt“, so Jette Wiegel, als wenn „eine Person per se proaktiv ist oder eben nicht, also entweder Eigeninitiative mitbringt oder nicht.“ Damit legt ein Unternehmen das Problem in die Hände der Mitarbeiter, die entweder die passende Eigenschaft mit ins Unternehmen bringen – oder eben nicht. In ihrem Ratgeber „Das Konzept Eigeninitiative“ zeigt die HR-Expertin die Zusammenhänge zwischen Eigeninitiative im Job und dem Erfolg eines Unternehmens. Unterstützt wird sie dabei vom Psychologen Michael Frese, der das Konzept Eigeninitiative als erster wissenschaftlich erforscht hat und als weltweiter Experte zu diesem Thema zählt. Eigeninitiative in Unternehmenskultur einbetten Stringente Hierarchien, schlechte Kommunikationswege und wenig Feedback – da geht auch dem motiviertesten Mitarbeiter früher oder später die Luft aus. „Oft wird in Unternehmen übersehen, dass es zum großen Teil in ihrer eigenen Hand und Verantwortung liegt, das Unternehmen (...) so zu gestalten und auszurichten, dass die Mitarbeiter die Eigeninitiative, zu der sie per se bereit sind, auch einbringen können und wollen“, sagt Wiegel. Dafür brauche es Veränderungen in der Struktur und der Strategie, die nicht nur die Gestaltung des Arbeitsumfeldes, die Compensation und Benefits-Logik mitdenke, sondern auch kommunizierte und gelebte Werte, die Eigeninitiative im Job wertschätzen. In einer wertschätzenden Unternehmenskultur entwickeln Mitarbeiter fast von alleine die Motivation, eigene Ideen einzubringen und Projekte nach vorne zu bringen. Zunächst einmal muss die Initiative also vom Unternehmen ausgehen. Und die lohnt sich: Unternehmen, die eine lebendige, offene Unternehmenskultur haben, überstehen schlechte Zeiten besser als traditionelle Betriebe aus dem letzten Jahrhundert. Mit neuen Ideen, Selbstmotivation und Power gehen Mitarbeiter auch gern durch Krisen, anstatt das sinkende Schiff zu verlassen. Roter-Reiter-Fazit: Ein wissenschaftlich fundierter Ratgeber, der wertvolle Anregungen und Anleitungen zum Eigeninitiative-Management in mittelständischen Unternehmen und Konzernen bietet. Interviews mit Managern, HR-Experten und Gründern bieten praktische Einblicke. Jette Wiegel, Michael Frese: Das Konzept Eigeninitiative. Proaktivität fördern, Unternehmenskultur prägen, Innovationskraft steigern. Campus Verlag, Frankfurt/ Main 2018. 236 Seiten, 34,95 Euro ISBN: 978-3593508559 Inkl. E-Book inside Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Schlagfertigkeit: In jeder Lebenslage souverän reagieren Das hat jeder schon einmal erlebt: Der Kollege, der uns mit einem Spruch im Meeting sprachlos macht. Die Paneldiskussion, bei der uns unser Konkurrent schlechte Argumente um die Ohren haut. Oder überraschende Fragen im Bewerbungsgespräch, die uns aus der Fassung bringen. Die gute Nachricht: Schlagfertigkeit lässt sich lernen. Widersachern etwas entgegnen Im Business gibt es immer wieder Momente, in denen es Gesprächspartner gibt, die eine andere Meinung vertreten. Heikel ist es, wenn es bei einer öffentlichen Veranstaltung oder der Vorstandssitzung zu einem Schlagabtausch kommt. Merken Sie, dass Ihr Gegenüber eigentlich keinen blassen Schimmer hat und sie trotzdem gegen die Wand diskutieren möchte? Handelt es sich nicht gerade um den Vorgesetzten, ist es möglich, die „Inkompetenz gnadenlos“ freizulegen, sagt Kommunikationscoach Matthias Nöllke – selbst Schuld. Aber was, wenn das Gegenüber einfach nur Böses und einem schaden möchte? „Wer ein dahinterliegendes Motiv verfolgt, den werden Sie nie und nimmer in der Sache überzeugen“, so Nöllke. In einem Meeting konfrontiert Sie ein Kollege mit der folgenden Aussage: „Ihre Vorschläge sind völlig unrealistisch, bringen Sie mal etwas Vernünftiges zustande.“ Das sitzt – und lässt viele Menschen verstummen. Diplomatisch kontern und Rückgrat beweisen In seinem Ratgeber „Schlagfertigkeit“ stellt Nöllke verschiedene Techniken vor, mit denen man in einem Moment wie diesen Schlagfertigkeit an den Tag legen kann. Wer souverän reagieren möchte, fragt beispielsweise nach. „Was halten Sie denn für so unrealistisch an meinem Vorschlag?“. Damit gibt man den schwarzen Kater an den Kollegen zurück, der jetzt „deutlicher werden und sein Urteil näher begründen“ muss, so Nöllke. Der Coach erläutert auch, welche Techniken sich für Kollegen, Freunde oder den Vorstand eignen – denn den eigenen Vorgesetzten sollte man mit einer diplomatischen Variante von Schlagfertigkeit entgegentreten, während man im Privaten auch einmal einen frechen Spruch riskieren kann. Insgesamt 100 Tipps finden sich in dem Ratgeber, der Schlagfertigkeit-Techniken für verschiedene Lebenslagen bereithält. Die unfreundliche Verkäuferin, die schnippische Vorgesetzte oder andere Menschen, die uns mit kränkenden oder einfach unwahren Sätzen und Behauptungen überraschen. Zu den vorgestellten Techniken gehören Instant-Sätze, die wir uns für öfter vorkommende Situationen zurechtlegen sowie die Akupunktur-Technik und Tipps für die Körpersprache und Stimmintonation. Für die Business-Rhetorik gibt es diplomatische Techniken und Tipps für das öffentliche Reden und Diskutieren. Aus dem Inhalt: So reagieren Sie schnell und treffend - in jeder Lebenslage Wichtige Soforthilfen für alle Situationen - im Büro oder zu Hause Mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis - unterhaltsam und lehrreich Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber „Schlagfertigkeit“ gehört bereits zu den Standardwerken für die schlagfertige Rhetorik in Beruf, Freizeit und Schule. Die vielen praktischen Anwendungsbeispiele machen Techniken anschaulich, in Übungen lassen sich die Tipps einüben. Matthias Nöllke: Schlagfertigkeit. Die 100 besten Tipps Haufe Lexware, Freiburg 2018. 256 Seiten, 9,95 Euro. ISBN: 978-3-648-07247-9 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Geschäftsbriefe schreiben: Vergessen Sie nie die Netiquette! Was früher der klassische Geschäftsbrief war, ist heute die E-Mail. Schnell gehen die digitalen Dialoge hin und her, Unterschiede zwischen Geschäftsebenen lösen sich allmählich auf. Das kommt auch in einer immer locker werdenden Etikette für den geschäftlichen Briefverkehr zum Ausdruck. Braucht es dann doch einmal ein offizielles Anschreiben, dann taucht oft die Frage auf: Wie muss ich eigentlich Geschäftsbriefe schreiben, ohne gegen Etikettregeln und die Regeln der Höflichkeit zu verstoßen? Mit Fingerspitzengefühl Geschäftsbriefe schreiben Bärbel Wedmann-Tosuner ist Inhaberin des Fachinstituts für Management und beschäftigt sich insbesondere mit den Themen Management, Assistenz und Korrespondenz. Sie kennt die typischen Fallstricke, die beim Geschäftsbriefe schreiben lauern und sie verfolgte auch den Siegeszug der digitalen Kommunikation im Geschäftsbereich. Mit ihrem Standardwerk „Geschäftsbriefe geschickt formulieren“ gibt die Expertin wertvolle Informationen zu einer modernen Briefkultur in Unternehmen. Niemand sollte mehr veraltete Floskeln wie „Wir bitten Sie höflichst“ benutzen, ein einfaches „Bitte“ reicht völlig aus, um die richtige Wirkung zu erzielen. Trotzdem darf die Höflichkeit unter der „Kürze nicht leiden, und manchmal ist schmückendes Beiwerk nötig, wenn eine bestimmte Nuance übermittelt werden soll“, so Wedmann-Tosuner, „denn wie in der Diplomatie wird manches auch in Geschäftsbriefen zwischen den Zeilen gesagt, und dafür bedarf es präziser Formulierungen“. Die Expertin gibt die Techniken dieses Fingerspitzengefühls an den Leser weiter. Laissez-faire? Geschäftsbriefe als E-Mail korrekt formulieren Zu dem Ratgeber gehören Checklisten und Vorlagen für Geschäftsbriefe. So wird der Leser mit der Netiquette vertraut gemacht, die die Umgangsformen im E-Mail-Verkehr klärt. „E-Mails sind Briefe, der Unterschied ist nur in der Schnelligkeit begründet“, so Wedmann-Tosuner, dementsprechend müsse auch bei E-Mails genauso wie bei klassischen Briefen eine korrekte äußere Form sowie der passende Umgangston eingehalten werden. Deshalb haben auch Smileys und die allzu vertrauliche Anrede nichts in der geschäftlichen E-Mail zu suchen – auf Standards wie eine korrekte Rechtschreibung und die eine E-Mail-Signatur sollte hingegen nicht verzichtet werden. Aus dem Inhalt: „First-Class'-Geschäftsbriefe Anrede, Titel, Anschrift – korrekt und zeitgemäß Kaufmännische Schriftverkehr Briefe für schwierige Fälle Protokolle, Akten- und Telefonnotizen E-Mail Korrespondenz Persönliche Briefe für jeden Anlass Roter-Reiter-Fazit: „Geschäftsbriefe geschickt formulieren“ ist ein hilfreicher Ratgeber, der auf keinem Schreibtisch fehlen sollte. Mit dem Ratgeber können sich Arbeitnehmer auf den neusten Stand der Briefkultur bringen. Außerdem ist es ein praktisches Nachschlagewerk, in dem sich Checklisten und praktische Vorlagen für Geschäftsbriefe in verschiedenen Situationen finden. Bärbel Wedmann-Tosuner: Geschäftsbriefe geschickt formulieren Walhalla Verlag, Regensburg 2018. 9., aktualisierte Auflage, 160 Seiten, 14,95 Euro. ISBN: 978-3-96186-011-1 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Feiern Sie Ihren ganz persönlichen Erfolg Keine Frage: Ob im Job oder Privatleben, es gibt kaum noch Stillstand. Jede Sekunde des Tages werden wir mit Daten, Informationen und Meinungen konfrontiert, zu denen wir Stellung beziehen müssen, von jedem Individuum wird Hochleistung in allen Lebensbereichen erwartet. Dabei verlieren wir ganz leicht unsere eigene Perspektive und unsere Stimme. Peter Holzer plädiert in seinem Ratgeber „Mut braucht eine Stimme“ dafür, wieder mehr auf sich selbst zu hören und eigene Wege zum persönlichen Glück und Erfolg zu gehen. Mit der eigenen Stimme Gehör finden Seiner eigenen Meinung und Intuition vertrauen, die eigene Stimme in dem Gewirr aus Informationen wiederfinden: Peter Holzer weiß wovon er spricht. Der Finanzberater hat durch einen Schilddrüsentumor nicht nur fast seine Stimme verloren, sondern auch sein Leben. In seinem Ratgeber konfrontiert er den Leser immer wieder mit (persönlichen) Situationen, in denen es sich lohnt, die Stimme zu erheben. So wird er in seinen beruflichen Anfängen als Praktikant mit einer Unart der Beraterbranche bekannt gemacht. Gegen 20 Uhr sind die meisten Mitarbeiter längst auf dem Weg nach Hause. „Nur wir Berater saßen noch da“, so Holzer, „der Projektleiter hatte klar gemacht: Wir verlassen dieses Bürogebäude als Letzte. (...) Wir sollten zeigen: Wir arbeiten so unglaublich viel. Wir sind unser Geld wert.“ Die Tagesaufgaben waren bereits abgearbeitet, es geht um den bloßen Schein. Holzer nennt das Input-Virus. Immer geschäftig aussehen, aktiv sein. „Wer zugibt, nicht rund um die Uhr etwas vorzuhaben, wird misstrauisch beäugt“, so Holzer. Die von ihm geschilderte Situation ist nur eine von vielen, an denen es Mut braucht, um seine Stimme zu erheben. Aber es lohnt sich. Erfolg braucht unternehmerischen Mut Ob im eigenen Unternehmen oder als Mitarbeiter: Wer Spuren hinterlassen will, der braucht auch Persönlichkeit. Wer am Schreibtisch sitzen bleibt und lieber einschläft, anstatt mitzuteilen, dass er nun nach Hause geht, weil es spät und die Arbeit erledigt ist, der ist nicht hörbar. Um solche mutigen Entscheidungen zu treffen, muss klar sein, was man damit eigentlich sagen möchte. Holzer gibt in seinem Ratgeber die Anleitung, wie es (wieder) möglich ist, in unserer schnelllebigen Gesellschaft die eigene Meinung und das eigene Standing nicht aus den Augen zu verlieren. Was möchte ich vom Leben? Wo gehöre ich hin? Für was stehe ich? Nur wer diese Fragen klar beantworten kann, wird auch im richtigen Moment den Mut haben, sich seiner Stimme zu bedienen – und gehört werden. Das gilt in allen Lebensbereichen – und im Besonderen für Unternehmen. Intuitionen folgen, Innovationen wagen und Ansagen machen – auch Erfolg braucht klare Ideen und Worte. Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr persönliches Buch, das zeigt, wie persönliches Glück, beruflicher Erfolg und Besinnung auf Grundwerte miteinander zusammenhängen. Peter Holzer: Mut braucht eine Stimme. Wie Sie Ihrem Leben Wirkung geben. Gabal Verlag, Offenbach 2017. 264 Seiten, 25,00 Euro Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Gender am Arbeitsplatz: Wie tickt das Team? „Fräulein Meier, zum Diktat!“ – so herrscht der Vorgesetzte zum Glück nicht mehr quer durch das Büro. Feminine Verhaltensweisen und männliches Gehabe: Gender am Arbeitsplatz ist trotzdem ein Thema. Fehlende Gleichheit zwischen den Geschlechtern gibt es heute trotzdem noch in Lohn und Anerkennung. Das hat nicht immer eine handfeste Diskriminierung zur Ursache. Vielmehr sind wird es seit jeher gewohnt, Menschen und Handlungen in Vorurteile einzuteilen. In der Steinzeit rettete uns dieser Denkprozess so manches Mal das Leben („Diese roten Beeren sind giftig und werden es immer bleiben!“), heute stehen sie uns eher im Weg. So kann die blonde Assistentin doch nur einfach gestrickt sein, trägt sie doch am liebsten pink. Und von Männern erwartet man testosterongetriebene Dominanz. Diese Vorurteile stehen einer erfolgreichen Zusammenarbeit im Team im Weg. Das Thema „Gender am Arbeitsplatz“ muss anders angegangen werden. Schaf im Wolfspelz: Männer mit femininen Verhaltensweisen „Niemand ist durchgängig feminin oder maskulin“, behauptet Wirtschaftspsychologe Kishor Sridhar. Vielmehr gebe es feminine und maskuline Verhaltensweisen, die einen Menschen in unterschiedlicher Gewichtung prägen. In seinem Ratgeber „Frauen reden, Männer machen?“ zeigt der Unternehmensberater, welchen Stellen wert Gender am Arbeitsplatz hat. So sollten feminine Typen darauf achten, anderen nicht immer zuzuarbeiten, sondern mitzuarbeiten. Und auch wenn ihnen selbst das neueste IPhone und das prestigeträchtige Auto nicht wichtig sind, rät Sridhar dazu, sehr bewusst mit Statussymbolen umzugehen und sie aktiv für sich zu nutzen. Auch eine hochwertige Armbanduhr kann ein Achtungszeichen sein. Ob Mann oder Frau, feminine Typen haben es auch in Meetings schwerer. Sie nutzen das Treffen „eher als Plattform für den Austausch, als Informationsquelle“, so Sridhar, „für maskuline Kollegen ist das Meeting jedoch eine Arena zur Präsentation der eigenen Leistung und somit natürlich auch zur Selbstdarstellung“. Wie Frauen Mann führen Wer die maskulinen Verhaltensweisen versteht, kann gegensteuern. Dasselbe gilt für Führungskräfte. Gibt es dicke Luft im Team oder passen die Leistungen nicht zu den Erwartungen, kann es an einer schwierigen Konstellation liegen – oder am Vorgesetzten selbst. So hat Sridhar durch die Auswertung von Studien festgestellt, dass Männer mit weiblichen Führungskräften, die sich ‚wie ein ganzer Kerl’ benehmen, also stark maskuline Verhaltensweisen aufzeigen, nicht zurechtkommen. Sie bevorzugen die Reihe weg einen „kümmernden, mütterlichen Führungsstil“. Die Antwort hat der Wirtschaftspsychologe auch parat: „Wer ist die erste und wichtigste Chefin im Leben eines Mannes? Meist die eigene Mutter!“ Gut zu wissen für Frauen, die sich bei den männlichen Untergegeben Gehör verschaffen möchten. Aus dem Inhalt: Die feminine Beziehungssprache und die maskuline Berichtssprache Was Männer von weiblichen Chefs erwarten Das Dilemma weiblicher Führungskräfte Wenn Männer nicht an Frauen verkaufen können Maskuline Verkaufstechniken, die NICHT (mehr) funktionieren Mit Übungen und Selbsttest "Und welcher Typ sind Sie?" Roter-Reiter-Fazit: Der Ratgeber hält insbesondere für feminine Typen zahlreiche Tipps und Handlungsempfehlungen parat, wie sie sich gegen maskuline Typen im Job behaupten können. Dabei bleibt es eine Balanceakt, einige der maskulinen Eigenheiten zu erkennen und zu eigenen Zwecken nachzuahmen und dabei nicht die eigene Persönlichkeit zu verleugnen. Kishor Sridhar: Frauen reden, Männer machen? Wie wir aus der Klischeefalle ausbrechen und besser zusammenarbeiten. Gabal Verlag, Offenbach 2017. 240 Seiten, 24,90 Euro ISBN: 978-3-86936-796-5 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Mitarbeiterzufriedenheit – die kommt nicht von ungefähr Führt Erfolg zum Glück – oder ist das Glücklichsein die Voraussetzung für den Erfolg? Eine spannende Frage für Jedermann und auch für die Führungsetagen. Glück kommt vor Erfolg Wenn wieder einmal ein Projekt durchgepeitscht wird, dann wird gern auf das doch sicher berauschende Glücksgefühl verwiesen, das bei Projektabschluss winkt. Das müsste als Motivation zu Höchstleistungen ausreichen, oder? Nein. Eine Metastudie aus dem Jahr 2005 zum Verhältnis von Glück und Erfolg aus der Harvard University zeigt, dass es genau andersherum ist. Die Wissenschaftler Sonja Lyubomirsky, Laura King und Ed Diener werteten 225 Studien aus den vergangenen 35 Jahren aus, die alle zeigen, das glückliche Menschen erfolgreicher sind: Glückliche Menschen sind um 31 Prozent produktiver, außerdem verkaufen sie um 37 Prozent mehr und sind dreimal kreativer. Was für das private Glück gilt, gilt auch für den Job. Für mehr Unternehmenserfolg sollte die Mitarbeiterzufriedenheit, das Glück jedes Einzelnen, zur Management-Aufgabe werden. Mitarbeiterzufriedenheit als Investition Das und nichts weniger fordern Arne Prieß und Sebastian Spörer in ihrem Ratgeber „Mit Begeisterung zu Top-Leistung und Erfolg“. Prieß bezeichnet sich selbst als „zutiefst glücklichen Menschen“. Seine Erfahrungen als Trainer und Coach für Führungskräfte verbindet er im Ratgeber mit persönlichen Erfahrungen: Heraus kommt mit dem ersten Teil eine „Anleitung zum Glücklich-Bleiben in einer dynamischen Welt". Er gibt dem Leser wertvolle Methoden des Zeit- und des Digital-Overload-Managements an die Hand, die Handlungsempfehlungen richten sich aber auch an die Management-Ebene selbst. Denn glückliche Mitarbeiter sind ein wertvolles Gut und eine Investition mit einem hohen ROI, „denn erfolgreiche Mitarbeiter sind es doch wohl, die alle Unternehmen haben wollen“, so Prieß, „je erfolgreicher die einzelnen Mitarbeiter, desto erfolgreicher am Ende das ganze Unternehmen.“ Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu einem gelebten Wert im Unternehmen zu machen, muss sie tief in die Unternehmenskultur integriert werden. Dem Mitarbeiter ans Gehirn gehen: Agiles Management Slack Time, Pair Working oder Bar Camps: Im zweiten Teil des Praxisbuches stellt Spörer einige agile Management-Methoden und „Happiness-Benefits’ vor. Der Trainer für Führungskräfte hat sich auf die Themen Work-Life-Balance und Gesundheitsmanagement spezialisiert und bereichert das Praxisbuch ungemein. Spörer verbindet Prieß’ Handlungsempfehlungen im Teil „Neuro-Agile Methoden: modernste Erkenntnisse zum Glücklich-Bleiben“ mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften, was dem Ratgeber seinen innovativen Dreh gibt. „Helfen Sie Ihren Mitarbeitern im Puzzle der Leistungsfähigkeit“, rät Spörer, „Trainings können die Teilnehmer unterstützen, geeignete Werkzeuge anzuwenden und den Lifestyle zu verändern.“ Wenden Unternehmen die Ergebnisse der Neurobiologie praktisch an und verankern sie die daraus resultierenden Methoden fest in ihrem Unternehmensleitbild, steht einer nachhaltigen gesteigerten Mitarbeiterzufriedenheit nichts mehr im Weg. Aus dem Inhalt: Wie Begeisterung, Top-Leistung und Erfolg entstehen Anleitung zum Glücklich-Bleiben in einer dynamischen Welt Neuro-Agile Methoden: modernste Erkenntnisse zum Glücklich-Bleiben Handlungsempfehlungen für Unternehmen für Top-Leistung und Erfolg Inkl. Programm zur Steigerung der Leistungsfähigkeit Roter-Reiter-Fazit: „Mit Begeisterung zu Top-Leistung und Erfolg“ ist ein Praxisbuch, das neue Weg geht. Es zeigt eindrücklich, wie wichtig der Mensch und sein Verlangen nach einer sinnvollen Tätigkeit im Unternehmen ist. Auch im Hinblick des Generationenwandels ist es an der Zeit, sich mit dem Thema „Glück und Mitarbeiterzufriedenheit“ auch auf Managerebene zu beschäftigen. Prieß und Spörer geben das Startsignal. Arne Prieß / Sebastian Spörer: Mit Begeisterung zu Top-Leistung und Erfolg. Praxis-Tipps und neuro-agile Konzepte zum "Glücklich-Bleiben" für Menschen und Unternehmen. Haufe Verlag, Planegg/München 2018. 262 Seiten, 29,95 Euro ISBN: 978-3-648-10746-1 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Eines der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten zum Thema Motivation „Denken Sie groß“ von David Schwartz ist eines der ersten und eines der erfolgreichsten Bücher zum Thema Selbstmotivation und Selbstentwicklung. Obwohl schon Mitte des letzten Jahrhunderts geschrieben, ist es noch immer brandaktuell. Und es ist noch immer sehr, sehr gut zu lesen. Das Buch steht auf einer Stufe mit Dale Carnegies „Wie man Freunde gewinnt“, Napoleon Hills „Denke nach und werde reich“ und Tiki Küstenmachers „Simplify your life“. Während es bei Küstenmacher im Kern um die Konzentration aufs Wesentliche geht, bei Napoleon Hill ums Geld verdienen und bei Carnegie ums Netzwerken, geht es bei Schwartz um die Einstellung zum Leben. Im Prinzip dreht Schwartz den berühmten Satz von Karl Marx um. Marx sagte: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“ Schwartz sagt: das Bewusstsein bestimmt das Sein. Und wer das Buch gelesen hat, wird ihm zu 100% zustimmen. Wer sich nichts zutraut, wird nichts erreichen Es gibt in der Wissenschaft den belegten Zusammenhang der „Selffullfilling Prophecy“, also der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Demnach tritt das ein, wovon man überzeugt ist, es würde eintreten. Wenn also jemand denkt „das schaffe ich nie“ ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass er es tatsächlich nie schafft. Schwartz setzt genau hier an. Mit „Denken Sie groß“ will er seine Leser dazu animieren, sich ambitionierte Ziele zu setzen. Denn, so ist er überzeugt, wer sich die Ziele etwas höher steckt, setzt automatisch Energien frei. Dienen statt Ellbogen ausfahren Wer das Buch in die Hand nimmt, merkt schnell, warum es zu den meist verkauften Büchern aller Zeiten gehört. Schwartz doziert nicht von oben herab. Vielmehr gelingt es ihm, anhand von Beispielen klar zu machen, worum es ihm geht. Das Erstaunliche ist, dass viele seiner Ratschläge eins zu eins in aktuellen Ratgebern zu finden sind. Wenn er zum Beispiel sagt, dass man zur Führungskraft, also zum Abteilungsleiter oder zum Chef nicht „von oben“ gemacht wird, sondern dass man von Kollegen, Kunden, Mitarbeitern nach oben „gehoben“ wird. An diesem Beispiel wird das Credo von David Schwarz deutlich: nicht die Ellbogen ausfahren und möglichst viel raffen, sondern säen. Jeden Tag säen. Bescheiden sein und selbstbewusst ist kein Widerspruch Damit meint er: sei aufrichtig und nett zu deinen Mitmenschen. Erkenne, dass es deine Mitmenschen sind, die dich glücklich und erfolgreich machen können, also sei ihnen zu diensten. Erkenne aber auch, selbstbewusst zu deinen Leistungen und Fähigkeiten zu stehen. Und lerne auch, selbstbewusst Geld zu verlangen. Denn wer Geld als etwas Unanständiges empfindet, wer sich am Geld und Erfolg anderer stört, der hat, so Schwartz, ein gestörtes Verhältnis zu Geld und wird es nie sehr weit bringen. Mein Fazit: Das Buch ist ideal dafür geeignet, ein Zwischenfazit zu ziehen. Läuft in meinem Leben alles richtig? Sollte ich vielleicht einige Dinge neu justieren? Die Ratschläge sind alle sehr einfach umzusetzen. Und sie sind in der Lage, große Wirkung zu entfalten. Manchmal kommt es im Leben nur auf einen kleinen Schubser an, um große Veränderungen zum Guten einzuleiten. Das Buch „Denken Sie groß“ ist voller solcher Schubser! Leseswert! Zum Buch: David J Schwartz: Denken Sie groß. Wolfgang Hanfstein, Roter Reiter.de   ### Die Gesetze des Erfolgs von der Reckstange aus betrachtet Wenn ich Bücher von Sportlern in die Hand kriege, fällt mir sofort Nassim Taleb mit seinen schwarzen Schwänen ein. Im gleichnamigen Buch beschreibt er, dass der Friedhof voll sei mit namenlosen Wagemutigen. Auf einen Columbus kommen eben tausende jämmerlich ersoffener Seefahrer. Vorsicht ist also geboten, wenn einer aus seinem individuellen Erfolg allgemeingültige Lehren zimmern will. Zumal wenn er, wie der Autor Fabian Hambüchen, gerade mal dreißig ist. Eine gute Kombination zwischen Profisportler und Profiautor Das Buch "Den Absprung wagen" hat mich aber positiv überrascht. Das liegt auch daran, dass mit Kai Psotta ein erstklassiger Sportjournalist mit am Werk war. Psotta hat den Lebens- und zu Teilen auch Leidensweg des "Turnflohs" Fabian Hambüchen toll strukturiert und spannend in Szene gesetzt. Deshalb ist das Buch "Den Absprung wagen" weit mehr als das, was man von "schreibenden" Sportlern oft geboten kriegt, weit mehr also, als eine launische Aneinanderreihung von Anekdoten und Geschichtchen. Den Absprung wagen - eine hollywoodreife Lebensgeschichte Hambüchen, der sich noch nicht sicher ist, in welche Richtung er sich künftig bewegen will, hat sich schon als Vortragsredner ausprobiert. Dass er jetzt mit einem Erfolgsratgeber aufschlägt, ist deshalb folgerichtig. Und tatsächlich liefert seine Biografie sehr guten Stoff, um über die Bedingungen von Erfolg zu reflektieren. Sein früher Start als Kleinstkind in der Turnhalle, die "Familien-AG", die frühen Erfolge als Jugendlicher, die Hybris nach den ersten großen internationalen Erfolgen, der "Absturz" in Peking auf Platz drei, die Häme und der Neid von Kollegen, der Krach mit dem Vater und schließlich die Goldkrönung in Rio. Hambüchen erzählt das im Gespann mit Psotta so spannend, dass sich das Buch liest wie ein Krimi. Als Leser können wir mitfiebern. Wir erleben die Sekunden des Wirbelns am Reck wie Stunden. Wir hoffen selbst, nach den waghalsigen Drehungen, Schrauben, Salti, sicher zu landen. Schwaches Fazit, starkes Buch    Hambüchen gewährt in seinem Buch "Den Absprung wagen" offene Einblicke in sein Seelenleben, seine zum Teil enormen Selbstzweifel, seine quälenden schlaflosen Nächte. Er zeigt auch, mit welchen Übungen ihm sein Onkel und Mentaltrainer Wege aus diesen emotionalen Tälern gezeigt hat. Absolut spannend, zu erfahren, in welcher Verfassung sich die Sportler durch die Wettkämpfe bewegen. Und faszinierend zu lesen, wie viel Disziplin, Fleiß und mentale Stärke es braucht, um mit einer kaum eine Minute dauernden Übung an die Weltspitze zu gelangen. Hervorragend, dass Hambüchen nur auf der allerletzten Seite versucht, seine Erfahrungen zu verallgemeinern - und sich dabei prompt vergallopiert. "Denken Sie groß!" und "Sie schaffen das auch!" Dass es eben gerade nicht so einfach ist, dass zwischen Scheitern und Erfolg oft nur Millisekunden liegen, genau das hat er gemeinsam mit Kai Psotta auf den 250 Seiten zuvor so eindrücklich beschrieben, wie man das selten liest. Auch ein dritter Platz kann ein guter Platz sein Fabian Hambüchen hat in seinem Sport erreicht, was man erreichen kann. Er wurde für viele zum Idol. Zu lesen, wie hart der Weg war und welche Techniken und Strategien er verfolgt hat, wird alle weiterbringen, die selbst etwas erreichen wollen - egal in welchem Bereich. Das gelingt mit dem Buch "Den Absprung wagen" so gut, weil Hambüchen und sein Koautor nie zwanghafte Parallelen ziehen, sondern die Geschichte für sich sprechen lassen. So können Leser auf spannende Art und Weise einige der wesentlichen Faktoren für Erfolg kennen lernen. Und die Leser können noch mehr lernen. Sie können mit Hambüchen lernen, dass auch ein dritter Platz ein guter Platz sein kann. Wenn es am Ende dann doch noch für ganz oben reicht - umso schöner. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Fabian Hambüchen, Kai Psotta; Den Absprung wagen. ISBN: 3424201731 Hier gehts zum Buch von Fabian Hambüchen "Den Absprung wagen" ### Die Generation 50+ als Kunden und Mitarbeiter - eine Gebrauchsanleitung Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Der demographische Wandel stellt nicht nur das Sozialsystem, sondern auch die Unternehmen vor große Herausforderungen. Die bisherige Fokussierung der Firmen allein oder vorwiegend auf jüngere Kundengruppen führt in eine Sackgasse. Die Studie Wirtschaftsmotor Alter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2010 belegt eindrucksvoll die Bedeutung des demographischen Wandels für die Wirtschaft. „In keiner einzigen der untersuchten Gütergruppen“, ist dort zu lesen, „sind die 20- bis 49-Jährigen eine `Wachstumszielgruppe´.“ Und weiter heißt es im Text:  „Die über 50-Jährigen sind die Zielgruppe der Zukunft, und innerhalb dieser Gruppe haben besonders die über 65-Jährigen ein hohes Wachstumspotenzial als Konsumgruppe.“ Die Generation 50+ kauft anders Der ehemalige Manager Melmut Muthers hat sich auf den Megatrend „Gesellschaftliche Alterung“ spezialisiert sowie auf die Chancen und Herausforderungen, die sich aus der Alterung von Kunden- und Mitarbeiterstrukturen ergeben. In seinem neuen Buch „Ab 50 ist man alt … genug, um zu wissen, was man will. Warum die Generation 50+ als Kunden und Mitarbeiter so wertvoll ist“, das im Plassen-Verlag erschienen ist, geht er umfassend und verständlich der Frage nach, was diese Entwicklung für die Unternehmen in Deutschland bedeutet und wie sich darauf einstellen müssen. So hat Muthers beobachtet, „dass die älteren Kunden heute deutlich anders kaufen als früher und vor allem deutlich anders als junge Kunden“. Radikale Entscheidungen So sind, schreibt Muthers, die Ansprüche und Erwartungen der Älteren vor allem an die Ansprache (Höflichkeit!) und den Service viel höher als bei der jüngeren Generation, und wenn die Erwartungen von den Unternehmen nicht erfüllt werden, ziehen die älteren Kunden viel radikalere Konsequenzen: Sie wechseln zur Konkurrenz. Eine zweite Chance geben sie in der Regel nicht. Schon vermeintliche Kleinigkeiten können verheerende Folgen haben. So führt der Autor als Beispiel ein Ehepaar an, das in einem sehr guten Restaurant seinen Hochzeitstag feierte und am Ende des Abends mehr als 150 Euro für Speis und Trank berappte. Alle waren bester Stimmung, und der Ober konnte sich auch noch über ein großzügiges Trinkgeld freuen. Die gute Laune verflog aber sofort, als das Paar an der Garderobe für seine Mäntel zwei Euro zahlen sollten. Das Ehepaar war darüber so verärgert, dass es diesem Restaurant für immer den Rücken kehrte und auch im Freundeskreis von diesem negativen Erlebnis erzählte. Das Restaurant soll einige Jahre später pleite gegangen sein. Roter-Reiter-Fazit: Mit seinem Buch Ab 50 ist man alt … genug, um zu wissen, was man will legt Helmut Muthers eine „Gebrauchsanweisung für den zeitgemäßen Umgang mit den Konsum- und Arbeitsprofis der Generation 50+“ (Klappentext) vor. Das Buch enthält eine Fülle von Anregungen, Tipps und Beispielen, wie sich Unternehmen oft schon mit kleinen Mitteln auf die Bedürfnisse der älter werdenden Menschen einstellen können – seien dies Kunden oder Mitarbeiter. Ein gutes und gut lesbares Buch zu einem wichtigen Thema. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Helmut Muthers: Ab 50 ist man alt … genug, um zu wissen, was man will. Warum die Generation 50+ als Kunden und Mitarbeiter so wertvoll ist. Plassen. 251 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864705096 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Das Standardwerk für gestandene, frisch gebackene und zukünftige Vertriebsleiter Verkaufen ist das eine. Ein Verkaufs- oder Vertriebsteam führen – das ist eine komplett andere Sache. Davon können viele Vertriebsleiter ein Lied singen, die als Belohnung für ihre erfolgreiche verkäuferische Tätigkeit zum Vertriebschef befördert wurden und hier komplett gescheitert sind oder sich zumindest mit dem völlig unterschiedlichen Aufgabengebiet sehr, sehr schwer getan haben. Noch immer ist es in vielen Betrieben gängige Praxis, dass die besonders erfolgreichen Verkäufer zum Vertriebsleiter befördert werden. Das Ergebnis ist dann nur allzu oft, dass dieses Unternehmen damit einen guten Verkäufer gegen einen schlechten Vertriebsleiter eintauscht. Und dieser Mann (es kann natürlich genauso gut eine Frau sein) ist in seinem neuen Job zumeist auch noch todunglücklich. Zwar wollte er Karriere machen, mehr Geld verdienen und ein dickeres Auto fahren, aber was da in seiner neuen Führungsrolle alles auf ihn zukommt, davon hatte er keinen blassen Schimmer. Und oft hat er auch keinen Spaß daran, weil seine Talente auf einem anderen Gebiet liegen. Damit aus einem Traum Wirklichkeit wird (und keine Enttäuschung) Allen diesen ehrgeizigen Vertrieblern, die davon träumen, einmal einen gut bezahlten Job als Vertriebsleiter (und dann irgendwann vielleicht als Vertriebsgeschäftsführer oder Vertriebsvorstand) zu übernehmen, sei das neue Buch „Vertriebsführung“ von Andreas Buhr ans Herz gelegt. Der Untertitel gibt hinreichend Auskunft, um was es auf diesen mehr als 300 gut geschriebenen Seiten geht: „Aufbau, Führung und Entwicklung einer professionellen Vertriebsorganisation“. Buhr selbst nennt sein Buch ein „Standardwerk“, und wenn man diesen Ausdruck so versteht, dass es sämtliche relevante Themengebiete umfasst, dann kann man in der Tat davon sprechen. Buhr gibt einen umfassenden Überblick über die Aufgaben eines Vertriebsleiters von der Personalauswahl über die eigentliche Führung der Teammitglieder bis hin zur Entwicklung und Umsetzung von Vertriebsstrategien und zum Vertriebscontrolling. Dabei kommen auch die neuen Herausforderungen durch die digitale Transformation nicht zu kurz. Pflichtlektüre für alle, die Karriere im Vertrieb machen wollen Roter-Reiter-Fazit: „Vertriebsführung“ von Andreas Buhr ist eine komplette Überarbeitung seines 2014 erschienenen und inzwischen vergriffenen Buches „Führung im Vertrieb“. Auch das neue Buch ist – typisch für Buhr – überaus verständlich geschrieben und sehr praxisorientiert. Ob gestandener Vertriebsleiter oder erfolgreicher Verkäufer mit Führungsambitionen – jeder sollte dieses Buch aufmerksam studieren. Letzterer auch um zu prüfen, ob er das wirklich will – ein Vertriebsteam führen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Andreas Buhr: Vertriebsführung. Aufbau, Führung und Entwicklung einer professionellen Vertriebsorganisation. Gabal. 327 Seiten. 29,90 Euro,  ISBN: 3869367911 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Middelhoff – eine Wahnsinnskarriere Der Mann, schreibt Handelsblatt-Reporter Massimo Bognanni am Ende seines Buches Middelhoff. Abstieg eines Star-Managers, „wurde als Wunderkind gefeiert. Diente als Romanvorlage. Taugte zum Prügelknaben. Mal bewunderte ihn das Publikum, mal schlugen ihm Hass und Hohn entgegen. Nur eines war es mit Middelhoff nie: langweilig.“ Alles andere als langweilig ist auch das Buch Bognannis über das Leben und die Karriere des Mannes, der einmal „der schillerndste Posterboy der deutschen Wirtschaft“ war. Aufstieg und Fall des Managers Dr. Thomas Middelhoff, das ist der Stoff, aus dem Hollywood Spielfilme macht. Und Bognanni liefert das Drehbuch. Da Middelhoff selbst ihm die Zusammenarbeit verweigerte – nicht einmal für ein Gespräch stand er dem Journalisten zur Verfügung -, machte Bognanni aus der Not eine Tugend. Er sichtete Wagenladungen von Material, sprach mit unzähligen Menschen, die den einstigen Starmanager in Freund- oder Feindschaft verbunden waren, und machte sich im Gerichtssaal ein eigenes Bild vom Auftreten eines Managers, der sich als Sonnenkönig sah und von vielen so sehr missverstanden und ungerecht behandelt fühlte. Bognanni beschränkt sich auf die Fakten und beeindruckt mit einer Unmenge an Details. Dass er gar nicht erst versucht, Middelhoff und seine irrsinnige Karriere psychologisch zu deuten, spricht für Bognanni und sein Buch. Diese Biographie ist ebenso temporeich wie Middelhoffs Leben. Die Millionen- und Milliardenbeträge, welche der „Deal-Maker“ Middelhoff für sich und für die von ihm geführten Unternehmen (Bertelsmann, Arcandor) hin- und herschob, die heimlichen Absprachen in den Hinterzimmern, die Intrigen, die große Show… das alles ist für den normalsterblichen Durchschnittsleser so unglaublich, so unwirklich, wie er es nur aus dem Fernsehen oder aus Romanen kennt. Roter-Reiter-Fazit: Oft sind es diejenigen Menschen, die scheitern, die uns am meisten interessieren und, ja, auch das, faszinieren. Dr. Thomas Middelhoff ist so ein Mensch. Die Biographie von Massimo Bognanni hätte auch den Titel haben können „Ich habe es doch nur gut gemeint…“. Aber „gut gemeint“, das ist, wie man weiß, nun einmal das Gegenteil von gut. Middelhoff. Abstieg eines Star-Managers von Massimo Bognanni  ist ein  toll geschriebenes, detailreiches, unterhaltsames und absolut lesenswertes Buch. Kaufen! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Massimo Bognanni: Middelhoff. Abstieg eines Star-Managers. Campus. 288 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593507528 ### "Platz!" So halten Sie Ihren inneren Schweinehund im Business in Schach Es gibt Menschen, die geben ihrem Auto einen Namen. Oder ihrem Smartphone. Ihrem Kuscheltier sowieso. Stefan Frädrich, promovierter Mediziner und Experte für Selbstmotivation, hat seinem inneren Schweinehund einen Namen gegeben. Er nennt ihn Günter. Genau genommen ist Günter nicht der innere Schweinehund von Stefan Frädrich, sondern von uns allen. Frädrich hat allerdings eine besondere, eine innige, ja man kann fast sagen, eine intime Beziehung zu seinem inneren Schweinehund entwickelt, er hat ihn gründlich erforscht, vielleicht so gründlich wie kein zweiter, er weiß genau, wie er tickt, er kennt all seine Tricks und Überredungskünste und läßt sich heute nichts mehr von ihm vormachen. Frädrich hat seinen Schweinehund unter Kontrolle, und wenn Frädrich sagt: „Günter, mach Platz!“, dann macht Günter Platz. Basta. Best of Günter Frädrich hat inzwischen eine ganze Reihe von „Günter“-Büchern geschrieben. Jetzt hat er ein weiteres herausgebracht. Es heißt „Das Günter-Prinzip fürs Business. So werden Sie schweinehundeerfolgreich“ und ist wiederum im GABAL-Verlag erschienen. Frädrichs neues Werk ist in gewisser Weise die aktualisierte Zusammenfassung seiner früheren Bücher „Günter lernt verkaufen“ (Erscheinungsjahr: 2005), „Günter, der innere Schweinehund, wird Chef“ (2009) und „Günter, der innere Schweinehund, wird Unternehmer“ (2016).Die Texte sind, wie gesagt, aktualisiert und mit vielen zusätzlichen Kapiteln und Reflexionen angereichert, so dass auch derjenige, der die früheren Bücher bereits kennt, diese neue Buch gewinnbringend lesen kann. Und außerdem wissen wir ja aus der Schule, dass Wiederholungen ungeheuer wichtig sind, damit das Gelernte auch wirklich sitzt. Und wer die drei genannten älteren Bücher Frädrichs nicht kennt, nun, der hat einen noch besseren Grund, das neue zu lesen. Infotainment zwischen zwei Buchdeckeln Roter-Reiter-Fazit: Wie man es von Stefan Frädrich kennt, ist auch „Das Günter-Prinzip fürs Business“ leicht und völlig unangestrengt zu lesen. Trotzdem lernt man viel. Man kann sagen: „Das Günter-Prinzip fürs Business“ ist Infotainment zwischen zwei Buchdeckeln. Gewusst wie! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Stefan Frädrich: Das Günter-Prinzip fürs Business. So werden Sie schweinehundeerfolgreich. Gabal. 381 Seiten. 19,90 Euro, ISBN: 3869367954 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch bestellen!   ### „Wenn Geld Ihr Problem ist, ist Geld nicht Ihr Problem“ Sind Sie auch einer von denen, die beim Blick auf den Kontostand immer wieder traurig feststellen müssen, dass am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist? Oder sind Sie ein Vertreter der Meinung, dass alle Ihre Sorgen und Probleme verschwinden würden, wenn Sie nur genug Geld hätten? Oder gehören Sie zu denen, die immer neidisch auf die anderen blicken, die sich all die tollen Dinge leisten, die Sie auch so gerne hätten? Oder haben Sie sich bis über beide Ohren überschuldet und wissen nun nicht mehr, wie Sie aus diesem ganzen Schlamassel herauskommen sollen? Fall Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, dann finden Sie in dem Buch „More than money“ von Andreas Enrico Brell vielleicht die Antwort auf Ihre Probleme. Es geht um mehr als nur ums Geld Denn Brell ist genau durch diese Lebensfallen gegangen. Und zwar durch alle. Der Finanzberater stand sozusagen am Abgrund, und schuld daran war im wesentlich seine Einstellung zu und sein Umgang mit Geld. Es hat eine Weile gebraucht, bis er die Erkenntnis gewonnen hat, die im Zentrum seines Buches steht: „Wenn Geld dein Problem ist, ist Geld nicht dein Problem.“ Soll heißen: Das Problem liegt in jedem selbst, in seinen Einstellungen, seinen Werten, seinen Erwartungen, seinem Selbstbild, kurz: seiner eigenen Vorstellung von sich und seinem (guten) Leben. Es geht Brell also um viel mehr als ums Geld, daher trifft es der Titel des Buches auch sehr gut: „More than money“. In weiten Teilen  ist es das gleiche Thema, das vor vielen Jahren der berühmte Psychologe  und Schriftsteller Erich Fromm in seinem wegweisenden Bestseller „Haben oder Sein“ beschrieben hat.  Es geht um das gute Leben, das nicht in immer mehr Haben (Besitz von Gütern), sondern in einem in sich ruhenden und zufriedenen Sein besteht. Aber keine Angst: Brells Buch ist kein philosophischer oder akademisch verbrämter und daher schwer verdaulicher Schinken, sondern sehr klar und verständlich geschrieben. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Geld macht nicht glücklich Zuweilen klingt Brell allerdings ein bisschen wie ein Prediger und Missionar, und ab und zu schießt er auch ein wenig übers Ziel hinaus. So möchte er zum Beispiel unter Verweis auf das Grundgesetz das „Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ gleich zu einer Pflicht, ja sogar zu einer „absoluten Pflicht“  machen. Und zwar zur „Pflicht, stetig das Beste aus sich zu machen und alles dafür zu tun, was in Ihrer Kraft steht, um diesen Planeten jeden Tag ein bisschen besser zu machen.“ Woher Brell diese Pflicht ableitet und wie sie begründet ist, steht allerdings nirgends. Vielmehr handelt es sich um eine der vielen Maximen und Überzeugungen des Autors, die er im Laufe seines wechselvollen Lebens gewonnen hat. Roter-Reiter-Fazit: „More than money“ ist ein sehr persönliches Buch, das ein Thema behandelt, mit dem sich viele von uns schwer tun. Macht Geld glücklich? Und kann man auch ohne (viel) Geld zufrieden mit seinem Leben sein? Und wenn ja, wie geht das, was muss man dafür tun? Das sind wichtige Fragen, und in Brells Buch findet man dazu zahlreiche Antworten. Nicht alle müssen für jeden passend sein, aber jeder findet einen Anstoß, darüber nachzudenken, was Geld für einen selbst bedeutet. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Andreas Enrico Brell: More than Money. Wie Sie Ihre Beziehung zu Geld verändern und glücklicher leben. Wiley VCH. 244 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527509259 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Crowdinvesting: no risk – no fun Viele interessante und Erfolg versprechende unternehmerische Ideen werden nicht umgesetzt, weil den (Jung-) Unternehmern das Geld fehlt bzw. die Finanzierung nicht steht. Mögliche externe Kapitalgeber  wie Banken oder Venture-Capital-Gesellschaften wollen oder können nicht helfen. Gleichzeitig gibt es eine große und wachsende Zahl von Privatpersonen, die gerne mit einem überschaubaren Betrag Start-ups unterstützen und bei einer möglichen Erfolgsgeschichte dabei sein und davon profitieren möchten. Wie kann man diese beiden Parteien zusammenbringen? Die Lösung heißt  Crowdinvesting. Mit Crowdinvesting können sich Unternehmen relativ schnell und unkompliziert Kapital beschaffen. Gleichzeitig bieten sich den Bürgern (der Crowd) attraktive Anlagemöglichkeiten in innovative Unternehmen. Also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen oder anders gesagt: eine klassische Win-Win-Situation. „Irgendwo zwischen Aktie und Lotto“ Wie das alles funktioniert mit diesem Crowdinvesting, was der Unterschied zum Crowdfunding oder zu anderen Formen der Unternehmensbeteiligung wie der Aktie ist, was man beachten sollte, welche Plattformen es gibt und wie diese ihr Geld verdienen, wo die Chancen liegen und wo die Risiken lauern - Crowdinvesting liegt  aus Anlegersicht „irgendwo zwischen Aktie und Lotto“ -, das alles erklärt Ralf Beck in seinem kenntnisreichen und gut lesbaren Buch „Crowdinvesting. Die Investition der Vielen“. Das Buch liegt bereits in der überarbeiteten und aktualisierten vierten Auflage vor. Die erste Auflage erschien im Jahr 2012. Beck, im Hauptberuf Professor an der Fachhochschule Dortmund und seit einiger Zeit selbst Betreiber einer Crowdinvesting-Plattform (Geldwerk1), begründet die Neuauflage damit, dass sich seit dem Erscheinen der dritten Auflage vor drei Jahren „in Sachen Crowdinvesting vieles entwickelt und verändert“ habe – so zum Beispiel die rechtlichen Rahmenbedingungen,  außerdem seien neue Crowdinvesting-Plattformen entstanden.  Dazu kommt, dass Beck selbst nunmehr auf einen viel größeren eigenen Erfahrungsschatz zum Thema blicken kann. „Anders als in den ersten drei Auflagen, die über weite Strecken auf eigenen Überlegungen und manchmal auf intuitiven Einschätzungen beruhten,  liegen nun deutlich mehr konkrete Erfahrungen und statistische Daten vor“, schreibt er. Klasse Einführung für Kapitalsucher und Anleger Beck wendet sich mit seinem Buch sowohl an Unternehmer und Start-ups, also Kapitalsucher, als auch an Kapitalgeber. Das Buch ist durchaus als eine Einführung ins Thema zu verstehen. Nicht nur wegen der fachlichen Kompetenz, sondern auch wegen des verständlichen Schreibstils des Autors. Roter-Reiter-Fazit: „Crowdinvesting“ von Ralf Beck ist eine kompetente, an der Praxis orientierte und verständliche Einführung in diese neue Form der Unternehmensfinanzierung. Beck gibt einen umfassenden Überblick über das Thema und behandelt alle wichtigen Fragen. Wer sich für Crowdinvesting interessiert, sollte mit der Investition in dieses Buch beginnen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ralf Beck: Crowdinvesting. Die Investition der Vielen. 4. , erweiterte und aktualisierte Auflage. Börsenbuchverlag, 319 Seiten, 29,99  Euro,,ISBN: 3864704650 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### SOS - Rettet den Euro! Viele finden den Euro richtig gut. Vor allem diejenigen, die häufig ins europäische Ausland fahren – nach Österreich, nach Italien, nach Spanien, nach Frankreich, nach Holland, nach Griechenland. Sie finden es gut, dass sie vor ihrer Reise ihre D-Mark nicht mehr in Schilling, Lire, Pesetas, Francs, Gulden oder Drachmen umtauschen müssen. Sie vermissen es nicht, dieses permanentes Kopfrechnen im Urlaub, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie teuer das jetzt in D-Mark war, was sie sich gerade gegönnt hatten. Und dieses nervige Zurücktauschen, wenn man nach dem Urlaub wieder in der Heimat ist! Nein, diesen Zeiten weinen viele keine Träne nach. Sie finden den Euro klasse. "Europa steckt in seiner größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ Auch die Autoren des Buches „Alles auf Anfang. Warum der Euro scheitert – und wie ein Neustart gelingt“ finden den Euro gut. Grundsätzlich zumindest. Also die Idee. Sagen wir mal so: Sie finden den Euro nur dann gut, wenn er, wie bei seiner Erfindung gedacht, wieder auf seine Rolle als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel beschränkt wird und nicht mehr wie derzeit als „Bühne für Verteilungskonflikte und politische Streitereien missbraucht“ wird. Das Problem des Euro, schreiben die Autoren, besteht darin, dass er in guten Zeiten gegründet worden ist und daher auf schlechte Zeiten nicht vorbereitet ist. Und das ist fatal. Denn „Europa steckt in seiner größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Und einer der Hauptakteure dieser Krise ist die Europäische Zentralbank (EZB) als oberste Währungshüterin, die „mit immer neuen geldpolitischen Kunstgriffen“ versucht, die „fundamentalen Schwächen des Euroraums zu kaschieren“. Doch für die Aufgabe als Euroretter wurde die EZB weder geschaffen noch legitimiert. Die EZB kann die Probleme des Euroraums nicht auf Dauer lösen, sondern „das Leiden nur verlängern“. Der Euro kann in dieser Form nicht überleben Ein Weiter-so kann es nicht geben. Denn dann würde der Euro früher oder später vor die Wand fahren. Das Autorentrio Nikolaus Heinen, Jan Mallien und Florian Toncar ist überzeugt, „dass der Euro in seiner heutigen Form als gemeinsame Währung Europas nicht überleben wird“. Sie glauben auch nicht daran, dass noch eine „schrittweise Korrektur des Euro“ möglich ist - dazu sind die Probleme einfach zu groß. Mit der Rückkehr zu nationalen Währungen wäre allerdings nichts gewonnen, im Gegenteil. Dies wäre sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus politischen Gründen ein schwerer Fehler. Um den Euro zu retten, fordern die Autoren daher „drastische Reformen“, und dies geht am besten in Form eines „systemischen Neustarts“. Was passieren muss... Im Zentrum ihrer „Blaupause für eine krisenfeste Währungsunion“ steht die EZB. Die Europäische Zentralbank muss entpolitisiert, reorganisiert und besser kontrolliert werden, fordern sie. Eine zweite zentrale Forderung ist, dass die einzelnen Mitgliedsstaaten des Euroraums für ihre eigenen Schulden selbst haften. Zum dritten ist eine wirksamere Risikokontrolle im Finanzsystem dringend geboten. Roter-Reiter-Fazit: Heinen, Mallien und Toncar haben mit ihrem Buch eine „Montageanleitung für eine bessere europäische Währungsunion“ vorgelegt. Ihr Gedankenexperiment, als das sie ihre Ausführungen selbst bezeichnen, soll kein Notfallplan sein, der wie frühere Rettungspakete „mehr Zeit kaufen und das Leiden aller Beteiligten verlängern würde“. Eins steht fest: Hier haben sich drei Menschen intensiv mit der Euro-Problematik beschäftigt und zeigen sachkundig, konstruktiv und dazu auch noch verständlich Wege aus der Krise auf. Die Lektüre sei allen Staatsbürgern und Politikern in der Eurozone unbedingt ans Herz gelegt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Nikolaus Heinen, Jan Mallien und Florian Toncar: Alles auf Anfang. Warum der Euro scheitert – und wie ein Neustart gelingt. Campus, 235 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593507447 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Lügen als Geschäftsmodell Sprechen wir übers Lügen. Wir alle lügen. Ständig. Experten sagen, dass jeder von uns im Schnitt 200 Mal pro Tag lügt. „Wie geht´s dir?“ „Gut.“ Zack, schon gelogen. „Woran denkst du?“ „An nichts.“ Schon wieder gelogen. „Wie steht mir mein neues Kleid?“ „Super!“ Und zum dritten Mal gelogen. So schnell und einfach geht das. Viele Bücher sind über das Lügen geschrieben worden. Auch in dem Buch, von dem hier die Rede sein soll, geht es darum. Aber anders. Das Buch heißt „Die Lügen-AG“.  Untertitel: „Wie eine ganze Industrie `alternative Fakten´ schafft und unsere Politik beeinflusst“.  Der Autor: der amerikanische Journalist, Radio-Moderator und ehemalige Politik-Berater Ari Rabin-Havt (mit Unterstützung der Organisation Media Matters for America, ein Forschungs- und Informationszentrum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fehlinformationen in den amerikanischen Medien zu überwachen und richtig zu stellen). Quasi-industrielle Lügen-Produktion Rabin-Havt beginnt direkt auf Seite 7 mit einer steilen These. Er behauptet, dass es in den USA „eine Industrie gibt, die sich der Schöpfung von Lügen widmet, und eine Gruppe von Menschen, die von den Lügen profitieren“. Er nennt diese Industrie die „Lügen AG“. Dabei handele es sich um eine Gruppierung aus „Lobbyisten, PR-Unternehmen, Medienlakaien, unmoralischen `Experten´ und skrupellosen Thinktanks“ , die sich zum Beispiel von der Tabak- und die Waffenindustrie oder von Abtreibungsgegnern und Klimawandelleugnern kaufen lassen, um mit gezielten Lügen, gefälschten und erfundenen Forschungsergebnissen sowie hanebüchenen und absurden Behauptungen die Öffentlichkeit zu täuschen, zu verwirren und den politischen Entscheidungsprozess in ihrem Sinne zu beeinflussen. Diese Lügen, schreibt Rabin-Havt, haben nur den einen Sinn, „die Wahrheit zu verbergen, die Öffentlichkeit zu verwirren und Kontroversen zu erzeugen, wo es zuvor keine gab – mit dem Ziel, den Fortschritt aufzuhalten“. Lügen-Opfer Barack Obama Der ehemalige US-Präsident Barack Obama kann ein Lied davon singen. O-Ton Rabin-Havt: „Jedes Mal, wenn Obama eine Maßnahme vorschlug, die diesen Interessen (der Energiekonzerne, der Finanzinstitute, der Gesundheitsbranche, der Waffenindustrie etc. – Anm. der Red.) auch nur geringfügig zuwiderlief, wurde er von einer Litanei von Lügen und Verzerrungen seitens einer Opposition konfrontiert, die mehrere Methoden aus dem gleichen Werkzeugkasten verwendete: Bezahlte Experten produzierten manipulierte Forschungsergebnisse, die in Argumentationshilfen und Meme verwandelt wurden, dann im Fernsehen von bezahlten Helfershelfern wiederholt, über die Social Media ausgestreut und nötigenfalls der Öffentlichkeit durchbezahlte Werbekampagnen eingehämmert wurden. Das Resultat ist eine durchorganisierte Industrie der Erfindung und Verbreitung von Unwahrheiten, gestützt auf eine Medienlandschaft, die deren Arbeit unterstützt und begünstigt.“ Roter-Reiter-Fazit: „Die Lügen-AG“ referiert zwar auf die Situation in den USA, ist aber auch für deutsche Leser interessant und aufschlussreich. Denn ganz sicher ist es nur ein schöner Traum, dass es hierzulande wesentlich anders läuft. Immer dann, wenn viel Geld auf dem Spiel steht oder wenn Ideologien verteidigt werden, ist den Interessengruppen jedes Mittel recht. Und dann schlägt auch die Stunde der professionellen Lügner. Anhand zahlreicher Beispiele aus den USA zeigt Rabin-Havt, wie diese „Industrie“ arbeitet. Eine spannende und erschütternde Lektüre. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ari Rabin-Havt, Media Matters for America: Die Lügen-AG. Wie eine ganze Industrie "alternative Fakten" schafft und damit unsere Politik beeinflusst. Plassen, 297 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864705037 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Kursziel: verdammt hoch - ein klarer Kauf Journalisten, sagen manche, sind Menschen, die anderen etwas zu erklären versuchen, was sie selbst nicht so ganz verstanden haben. Der Satz ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Und stimmen tut er auch nicht. Denn es gibt viele Journalisten, die können nicht nur gut schreiben, sondern verstehen auch sehr viel von dem, über das sie schreiben. Jessica Schwarzer ist so eine Journalistin. Die Chefkorrespondentin beim Düsseldorfer Handelsblatt hat sich auf das Thema Börse und Geldanlage spezialisiert, und dass sie dieses Thema durchdrungen hat, beweist sie einmal mehr mit ihrem neuen Buch „Hin und her macht Taschen leer? Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen“. Das Werk ist die Forstsetzung ihres im Jahr 2013 erschienenen Buches „Sell in May and go away?“, und so viel kann jetzt schon gesagt werden: Es ist genauso sachkundig, lehrreich, unterhaltsam und vergnüglich zu lesen wie Teil 1. "Mit dem Hintern verdient man mehr als mit dem Hirn" Auch in ihrem neuen Buch nimmt Schwarzer zahlreiche Börsenweisheiten unter die Lupe und analysiert anhand vieler Beispiele und historischer Entwicklungen, ob sie tatsächlich halten, was sie versprechen und ob sie vor allem als Handlungsempfehlung taugen. Da gibt es neben den relativ bekannten Sprüchen wie „Hin und her macht Taschen leer“ auch so manchen amüsanten Satz, der noch nicht so geläufig ist. Beispiel gefällig? „Börsenkurse sind wie Stöckelschuhe, je höher, desto besser“ oder „Mit dem Hintern verdient man mehr als mit dem Hirn“. Neben der Analyse gibt Schwarzer auch ausdrücklich Ratschläge und Empfehlungen in Bezug auf das Anlageverhalten. So empfiehlt sie beispielsweise dem Privatanleger, auf den Kauf von Einzeltiteln (also Aktien eines bestimmten Unternehmens) zu verzichten und stattdessen lieber in ETFs zu investieren. Ein gutes Buch auch für Börsenneulinge Roter-Reiter-Fazit: Das neue Buch von Jessica Schwarzer ist allen zu empfehlen, die sich für Aktien, Börse und Geldanlage interessieren. Was besonders gefällt, ist, dass es bei aller Sachkunde und Seriosität gut geschrieben und wunderbar zu lesen ist. Auch Börsenneulinge werden auf keiner Seite überfordert, so dass sich das Buch auch gut als Einführung ins Thema eignet. Mit anderen Worten: Der Titel ist ein klarer Kauf. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jessica Schwarzer: Hin und her macht Taschen leer? Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen - Teil 2. Börsenbuchverlag. 240 Seiten. 24,99 Euro. ISBN: 3864704677 Dieses Buch jetzt bei www.Managementbuch.de bestellen! ### Das Ziel ist das Ziel - und so kommt man hin Es ist ja nicht so, dass wir keine Ziele hätten. Im Gegenteil. An Zielen mangelt es uns nicht. Der eine will mal schnell zehn Kilo abnehmen, der andere mehr Sport machen, der dritte den Marathon unter vier Stunden finishen, der vierte die schon lange verdiente Beförderung endlich mal klar machen und und und. Nein, Ziele haben ist nicht das Problem. Das Problem ist, die Ziele auch zu erreichen. Die Umsetzung, das ist es, was uns immer wieder herausfordert und, ja, auch das, frustriert. Das, woran wir scheitern. „Ich will auf den Mount Everest!“ ist schnell gesagt. Doch irgendwann auch auf dem höchsten Gipfel unserer Erde zu stehen, das ist etwas ganz anderes. Experte für Willenskraft und Zielerreichung Wie gut, dass es Menschen gibt, die uns dabei helfen, unsere Ziele zu erreichen. Hans-Georg Willmann ist einer von ihnen. Der Diplom-Psychologe und Coach bezeichnet sich selbst als „Experte für Willenskraft und Zielerreichung“. Seine Webseite heißt www.willenskraft.de. Jetzt hat Willmann ein Büchlein geschrieben. Unter dem Titel „Verblüffend einfach Ziele erreichen“ gibt er elf kleine Tricks mit großer Wirkung. Was für ein Versprechen! Da wäre man ja schön blöd, wenn man nicht zumindest mal in dieses Buch reinschauen und sich von den Erfahrungen des Meisters inspirieren ließe. Anfangen - Aufhören - Abschalten - Automatisieren - Ankommen Wenn wir immer wieder an unseren Zielsetzungen scheitern, dann müssen wir uns ein paar Fragen stellen, sagt Willmann. Diese wichtigsten Fragen lauten: Was will ich erreichen? Warum will ich das erreichen? (Für mich übrigens die wichtigste Frage.) Wann will ich damit anfangen? Wie will ich es machen? Wo sehe ich Hindernisse? Wer kann mir helfen? Das alles sind wichtige Fragen, deren Beantwortung uns helfen kann, unsere Ziele zu erreichen. Doch um eins kommen wir trotzdem nicht herum: In der alltäglichen Praxis daran zu arbeiten. Und da beginnt nun einmal, wie wir alle wissen, auch der längste Weg mit dem ersten Schritt. „Anfangen“ heißt denn auch ein Kapitel in Willmanns Buch, in dem es genau darum geht. Andere Kapitel heißen „Aufhören“, „Sortieren“, „Begrenzen“, „Befreien“, „Automatisieren“ oder „Abschalten“. In jedem Kapitel dieses gut geschriebenen Ratgebers erhält man umsetzbare und praxistaugliche Anregungen oder Tipps, die es einem ermöglichen, eines Tages tatsächlich auf seinem ganz persönlichen Mount Everest zu stehen. Roter-Reiter-Fazit: „Verblüffend einfach Ziele erreichen“ von Hans-Georg Willmann ist ein klasse Buch für alle Menschen, die Ziele haben und diese Ziele auch erreichen wollen. Das Buch ist wunderbar zu lesen, inspirierend, unterhaltsam und – auch schön – mit rund 150 Seiten nicht zu dick. Auch als Kopfkissenlektüre geeignet. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Hans-Georg Willmann: Verblüffend einfach Ziele erreichen. Elf kleine Tricks mit großer Wirkung. Gabal. 157 Seiten. 15,00 Euro. ISBN: 3869368039 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Feuer und Flamme im Job? Können Sie haben! Für etwas brennen, mit Feuer und Flamme dabei sein – toll! Aber im Job nicht immer ganz einfach. Manchmal scheint es auch unmöglich. Doch es geht. Man muss es nur ganz fest wollen. Und dann einfach machen. Sagen zumindest Anja Förster und Peter Kreuz, gleichsam zwei Popstars der gegenwärtigen Erfolgs- und Motivationsliteratur. Und in ihrem neuen Buch „Zündstoff für Andersdenker“ wollen die beiden Bestsellerautoren und Keynotespeaker uns Zögerer und Zauderer, Bedenkenträger und Angsthasen, Jammerer und Selbstbemitleider,  ermutigen, endlich den einzig richtigen Schritt zu wagen, über unseren Schatten zu springen und das zu tun, was wir schon immer tun wollten, aber aus irgendwelchen Gründen bisher noch nicht geschafft haben. Was das im Einzelfall konkret ist, muss jeder selbst wissen, aber es hat immer etwas mit Leidenschaft und Freude am Machen zu tun. Vielleicht auch mit Selbstverwirklichung. Best of letzte 2 Jahre Bei Försters und Kreuz´ neuem, sehr schön gestalteten Buch handelt es sich um eine Kollektion von Beiträgen, die die beiden Autoren in den letzten zwei Jahren geschrieben haben. Sozusagen das Best-of. Auch aus diesem Grunde sollte man nicht mit der Erwartungshaltung an die Lektüre gehen, bahnbrechende Neuigkeiten zu erfahren, Einsichten und Erkenntnisse , die vorher noch nie jemand gedacht, gesagt und geschrieben hat. Vielmehr sind es die Themen, mit denen Förster und Kreuz bekannt geworden sind und die ihnen eine große Fangemeinde eingebracht haben: anders denken, anders handeln, keine Angst vor Veränderungen haben, mutig sein, sein eigenes Ding machen etc. Das alles wiederum überaus süffig geschrieben und in kurze Kapitel aufgeteilt. Ist Perfektion langweilig? Trotzdem ist das Buch nicht langweilig. Dafür sorgen schon die zahlreichen Sätze, über die man lustvoll streiten kann. Zum Beispiel auf Seite 25. Da schreiben die Autoren: „Perfektion ist zum Gähnen langweilig.“ Aha. Ist das wirklich so? Andere sehen das sicher anders. Wenn sich zum Beispiel der Autotester der Zeitschrift auto, motor und sport in das neues Modell des Porsche 911 setzt, dann findet er die dort anzutreffende Perfektion alles andere als langweilig, sondern aufregend und faszinierend. Oder drei Seiten weiter, auf Seite 28, schreiben Förster und Kreuz: „All die großartigen Dinge um uns herum sind von Menschen erschaffen worden, die keinen Tick intelligenter sind als der Rest.“ Wow, hätte mancher sicher so nicht vermutet. Roter-Reiter-Fazit: „Zündstoff für Andersdenker“ von Anja Förster und Peter Kreuz ist ein schönes Lesebuch für einen gemütlichen Abend bei einem Glas Rotwein. Fans von Anja Förster und Peter Kreuzer werden das Buch lieben. Für alle anderen eine gute Gelegenheit, die beiden Autoren kennen zu lernen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Anja Förster, Peter Kreuz: Zündstoff für Andersdenker. Murmann, 173 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3867745765 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Meditation Leiden lindern und unser Leben verbessern kann Rund 450 Millionen Menschen leiden weltweit unter psychischen Erkrankungen. Das sind so viele wie die Einwohner in den USA , in Deutschland und in England zusammen. Eine unglaubliche Zahl. Rund 350 Millionen davon zeigen Symptome einer klinischen Depression.  Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO herausgefunden. Tendenz: weiter stark ansteigend. Einer der Gründe für diese erschreckende Entwicklung ist der moderne Lebensstil, der bei vielen Menschen Stress, Ängste, das Gefühl der permanenten Überforderung und Depressionen hervorruft. Kein Wunder daher, dass die Praxen der Ärzte und Psychiater überfüllt sind und immer mehr Menschen wegen psychischer Probleme verhaltenstherapeutisch und/oder medikamentös behandelt werden. Fernöstlicher Buddhismus und westliche Wissenschaft Neben der klassischen Verhaltenstherapie und alternativ zu Spritzen und Tabletten gibt es einen dritten und vielleicht sogar erfolgversprechenderen Weg, psychische Erkrankungen zu mildern oder  zu heilen und überhaupt besser mit dem Leben fertig zu werden. Der britische Wissenschaftsjournalist James Kingsland stellt in seinem neuen Buch „Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren“ diesen dritten Weg vor.  Die Stichworte lauten Meditation und Achtsamkeitsübungen. Dabei spielt – wie der Titel bereits naheliegt – der fernöstliche Buddhismus eine besondere Rolle. Die Buddhisten behaupten, wir könnten, wenn wir regelmäßig meditieren und eine strikte Verhaltens- und Denkdisziplin einhalten, unser Leiden verringern und unser Wohlbefinden vergrößern. Sie glauben sogar, dass durch bestimmte Praktiken das Gehirn selbst verbessert werden kann. Der Buddhismus, fasst Kingsland zusammen, bietet eine Anleitung, wie sich das Leben im Hier und Jetzt verbessern und das Glückserleben steigern läßt. Besser Kontrolle über Gedanken und Gefühle Kingsland gibt auf mehr als 300 Seiten eine – auch historische – Einführung in die Grundlagen des Buddhismus und verknüpft dessen Lehren mit den Herausforderungen und den Leiden des modernen Menschen. Darüber hinaus zeigt er auf, welche wissenschaftlichen Beweise die Neurowissenschaften dafür erbracht haben, dass Menschen durch Meditation eine bessere Kontrolle über ihre Gedanken, Gefühle und ihr Verhalten erlangen. Nicht zuletzt führt er in die Grundzüge der Meditation und Achtsamkeit ein. Das Buch ist verständlich geschrieben und leicht zu lesen. Roter-Reiter-Fazit: „Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren“ von James Kingsland ist ein lehrreiches und zugleich faszinierendes und inspirierendes Buch vor allem für Menschen, die sich mit dem Buddhismus, mit Meditation und mit Achtsamkeitsübungen bisher noch nicht befasst haben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de James Kingsland: Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren. Wie Meditation das Gehirn und das Leben verändert. Beltz, 331 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3407864442 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Marketing im digitalen Zeitalter für Einsteiger „Wer nicht wirbt, der stirbt!“ Dieser leicht abgegriffene Spruch gilt noch immer, auch im digitalen Zeitalter. Allerdings haben sich die Möglichkeiten für Unternehmen, auf sich sowie ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen, verändert. Eine Anzeige in der Tageszeitung oder ein Plakat an der Litfaßsäule sind ist heute sicher nicht mehr der optimale Weg, sein Marketinggeld auszugeben. Die sogenannte Digitale Transformation ist auch im Marketing angekommen. Die aktuellen Megatrends lauten Social, Local und Mobile. Oder kurz: SoLoMo. Das kleine 1x1 des digitalen Marketings Felix Beilharz ist Experte für Online- und Social-Media-Marketing und hat bereits einige Bücher zum Thema verfasst. Sein neues Werk "Crashkurs Social.Local.Mobile-Marketing" wendet sich explizit an Einsteiger, Freiberufler und kleinere Unternehmen ohne eigene Spezialisten für dieses Thema. Beilharz beginnt mit dem kleinen 1x1 des Social-Local-Mobile-Marketings, erläutert ausführlich und verständlich die zahlreichen Fachbegriffe und führt in die Basics des SoLoMo-Marketings ein. Das beginnt bei der eigenen Internetseite, geht weiter über die Präsenz in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Youtube etc., thematisiert die Funktion und Bedeutung des lokalen Suchmaschinenmarketings (SEO, Google Adwords, Yelp) bis hin zu den Besonderheiten in Bezug auf mobile Endgeräte („mobile first“). Dabei stellt Beilharz ausführlich die Möglichkeiten vor, welche die neue digitale Marketingwelt gerade auch den kleineren Unternehmen und Freiberuflern bietet, wobei auch strategische und rechtliche Fragen nicht zu kurz kommen. Ein Lern- und Arbeitsbuch im besten Sinne Mit einer Fülle von Praxisbeispielen zeigt Beilharz zudem, wie gerade kleinere Geschäfte, Lokale, Handwerksunternehmen und Anbieter von Dienstleistungen mit lokalem oder regionalem Bezug die neuen vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Marketings nutzen können. Dabei unterstreicht er einmal mehr, dass nicht alles, was möglich ist, auch sinnvoll ist. Hilfreich auch die Interviews, die Beilharz mit Experten zu den drei Marketingtrends geführt hat. Nützlich auch die Arbeitshilfen wie Leitfäden und Checklisten, die man online abrufen kann. Roter-Reiter-Fazit: “Crashkurs Social.Local.Mobile-Marketing” von Felix Beilharz ist ein Lern- und Arbeitsbuch im besten Sinne. Das selbstgesteckte Ziel, mit diesem Buch einen Überblick über die Möglichkeiten und die aktuellen Trends in den genannten Themen sowie möglichst viele Praxistipps zu geben, hat Beilharz sehr gut erreicht. Kurzum: Eine tolle und praxistaugliche Einführung für alle, die sich für die neuen digitalen Marketingmöglichkeiten interessieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Felix Beilharz: Crashkurs Social.Local.Mobile-Marketing. Haufe-Lexware, 299 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3648095358 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Abhärtung! Warum Sie nicht länger ein Hausschwein sein sollten Der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz nannte es die  „Selbstdomestikation“ oder auch die „Verhausschweinung“  des Menschen. Wie aus dem Wildschwein das Hausschwein, so ist aus dem ehemaligen wilden Naturmenschen im Laufe der Zeit ein Hausmensch mit Klimaanlage, Zentralheizung und weichem Kopfkissen geworden. Oder anders gesagt: Die Jäger und Sammler haben sich  zu Weicheiern und Warmduschern entwickelt.  Vor allem die industrielle Revolution und der technologische Fortschritt haben unser Leben immer bequemer gemacht,  uns gleichzeitig aber auch immer weiter von unseren biologischen Wurzeln entfernt. Die Folge sind Zivilisationskrankheiten, eine weltweite Verfettung sowie insgesamt eine Verweichlichung der Menschen. Der moderne Mensch ist fett, faul und krank „Der mühelose Komfort hat uns fett, faul und krank gemacht.“ Das sagt der amerikanische Journalist und Anthropologe Scott Carney in seinem Buch „Extrem gesund“.  Er selbst war dafür das beste Beispiel: übergewichtig, kurzatmig, kraftlos und andauernd an irgendwelchen Infektionskrankheiten leidend. Bis es ihm eines Tages reichte und er einen verrückten Holländer kennen lernte: Wim Hof, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Menschen wieder stark und widerstandsfähig gegen widrige Naturbedingungen zu machen. Wim Hof - auch "The Iceman" genannt - ist ein Exzentriker, der behauptet, er könne seine Körpertemperatur willentlich erhöhen und absenken und sein Immunsystem allein mit Gedankenkraft kontrollieren. Er hat die „Wim-Hof-Trainingsmethode“ erfunden, die unter anderem aus extremen Atemübungen (bis zur Bewusstlosigkeit) besteht, zudem aus lang andauernden Eisbädern und aus Dauerläufen durch den Winter, nur mit Schuhen und einer Badehose bekleidet. Wecken Sie den Naturmenschen in sich wieder zum Leben! Viele Menschen – vor allem in der westlichen Welt – achten heute zwar häufiger auf ihre Ernährung und treiben Sport. Das ist aber nicht genug. Was komplett untergegangen ist, ist das, was uns unsere Mütter damals noch immer gepredigt haben: die Abhärtung! Bestes Beispiel: kalt duschen. Es ist unangenehm, also warum sollte man es tun? Ganz einfach: um sich abzuhärten! Um sein Immunsystem zu kräftigen und somit den widrigen Witterungsbedingungen vor allem im Herbst und Winter besser standhalten zu können. Abhärtung ist etwas, was viele von uns überhaupt nicht mehr auf dem Schirm haben. Dafür bezahlen wir. Mit Krankheiten. Roter-Reiter-Fazit: Auf mehr als 300 Seiten erzählt Scott Carney unterhaltsam und informativ von seinen Begegnungen mit Wim Hof und anderen Gurus der extremen Körperertüchtigung. Dabei treibt Carney die Frage an, wozu der menschliche Körper des 21. Jahrhunderts noch fähig ist und wo die Grenzen liegen, was Menschen aushalten können. Sein Versuchsobjekt: Er selbst! Carney setzte seinem Körper extreme und zum Teil lebensbedrohliche Belastungen aus, um zu erfahren, ob der Naturmensch von früher noch in ihm schlummert und um ihn zu wecken. Ein Experiment, das sicherlich für viele Menschen inspirierend ist. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Scott Carney: Extrem gesund. Wie uns eiskaltes Wasser und extreme Höhe gesünder und fitter denn je machen. BOOKS4SUCCESS, 336 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864704626 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Der Businessplan: In diesem Buch bleibt keine Frage offen 90 Prozent aller Unternehmungsgründungen scheitern innerhalb von fünf Jahren, sagt die Statistik. Das liegt vermutlich nicht nur, aber oft auch daran, dass zu Beginn kein gut durchdachter Businessplan vorlag. Der Businessplan ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Startup. Und das vor allem aus zwei Gründen: Zum einen zwingt er den Gründer, sich Klarheit darüber zu verschaffen, mit welchem möglichst einzigartigen Angebot er welches Markt- und Kundensegment adressieren will und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um erfolgreich zu sein. Zum zweiten verlangen mögliche Kreditgeber wie Banken und Investoren, zudem Lieferanten und durchaus auch Kunden immer öfter einen Einblick in den Businessplan, bevor sie mit dem Existenzgründer in eine Geschäftsbeziehung treten. Kurzum: Am Businessplan kommt man nicht vorbei. Doch das ist leichter gesagt als getan. Die meisten Existenzgründer sind zwar fachlich versiert, haben aber nicht den leisesten Schimmer, wie man einen Businessplan erstellt. Umfassend informiert Diesen Menschen will Bernhard Plum mit seinem Buch „Mein Business-Plan“ helfen. Der promovierte Jurist ist Professor für Wirtschaftsrecht und BWL an der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Furtwangen. Auf rund 270 Seiten befasst sich sein Buch einzig und allein mit dem Businessplan – da kann man getrost davon ausgehen, dass in diesem Buch sämtliche Fragen um dieses Thema beantwortet werden. Dabei hat das Buch lediglich drei Kapitel, nämlich: Kapitel 1: Entwicklung des Businessplans Kapitel 2: Erstellung des Businessplans Kapitel 3: Präsentation des Businessplans Allerdings gibt es innerhalb dieser Kapitel nahezu unendlich erscheinende Unterüberschriften, die dann – ganz wissenschaftlich – schon mal so aussehen können: „2.6.3.1.6. Kundendienst“. Inhaltlich geht es zum einen um die äußere Form eines Businessplans bis hin zur Frage, wie das Deckblatt auszusehen hat. Darüber hinaus befasst sich Plum auch ausführlich mit strategischen, organisatorischen und rechtlichen Fragen, die bei der Existenzgründung zu bedenken sind und die im Businessplan beantwortet werden müssen. Ein Arbeitsbuch im besten Wortsinn Plums Buch ist keines dieser vielen fluffigen Hurra-ich-mach-mich-selbstständig-und-werde-Millionär-Bücher, sondern ein Arbeitsbuch im besten Sinn des Wortes. Zu Beginn des Buch entschuldigt sich der Autor fast für seine theoretischen Ausführungen, wozu aber überhaupt kein Grund besteht. Wer ein Unternehmen gründet, der sollte auch ein wenig betriebswirtschaftliche Theorie verkraften können. Ansonsten ist das Buch durchweg in einer gut verständlichen Sprache geschrieben und sollte niemanden, der über einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten verfügt, überfordern. Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr gründliches und umfassendes Buch zum Thema Businessplan. Pflichtlektüre für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, sich selbstständig zu machen und eine Firma zu gründen. Eine gute Ergänzung und Vertiefung zum Buch „Existenzgründung für Hochschulabsolventen“, das Bernhard Plum im vergangenen Jahr mit Michael Gehrer veröffentlicht hatte. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Bernhard Plum: Mein Business Plan. Praxisleitfaden für Start-ups - vom Handwerksbetrieb bis zum IT-Unternehmen. Haufe-Lexware. 282 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3648094483 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Besser und erfolgreicher kommunizieren im Beruf Ist Kommunikation eine Kunst? Ja, und zwar immer dann, wenn man sie einsetzt, um seine Ziele zu erreichen. Also beispielsweise wenn man seinen Gesprächspartner von einem Anliegen überzeugen will, wenn man einem Verhandlungsgegner seine Position klar machen will oder schlicht und ergreifend wenn man jemandem etwas verkaufen will. Auch eine Rede oder eine Präsentation zu halten, ist eine kommunikative Kunst. Einfach drauf los reden ist hier nicht zu empfehlen. Die gute Nachricht lautet: Die Kunst der Kommunikation kann man lernen. Zum Beispiel bei Peter Flume. Flume ist professioneller Kommunikationstrainer, und in seinem soeben erschienen Buch „Die Kunst der Kommunikation“ gibt er eine empfehlenswerte Einführung ins Thema. Vom Verkaufsgespräch bis zur Festrede Auf rund 270 Seiten schlägt Flume den großen Bogen über die Vielfalt der kommunikativen Herausforderungen, mit denen wir es vor allem im beruflichen Umfeld zu tun haben. Ohne große Vorrede erklärt uns Flume, wie wir  Gespräche (Verkaufsgespräche, Konfliktgespräche, Kritikgespräche, virtuell geführte Gespräche), Verhandlungen, Reden, Präsentationen und Diskussionsrunden meistern. Dabei unterstreicht Flume vor allem die Bedeutung guter Vorbereitung für das Gelingen kommunikativer Ziele. Auch besondere Aspekte der Kommunikation wie Körpersprache, Stimme, Verhalten bei Störungen bis zum Umgang mit Lampenfieber werden thematisiert. Inklusive Augmented-Reality-App als Zusatznutzen Das Besondere an diesem Buch ist die Analog-Digital-Verzahnung. Das gedruckte Buch korrespondiert mit einer kostenlosen App, die man sich auf sein Smartphone oder Tablet-PC herunterladen kann. Dann erhält man zusätzliche Inhalte wie Videos zu rhetorischen Stilmitteln, Hörbeispiele zu Gesprächssituationen und Bildergalerien zur Körpersprache. Ein interessanter Zusatznutzen. Allerdings auch ein Medienbruch. Daher ist es gut, dass sich geschätzt 95 Prozent des Buches auch dann mit Gewinn lesen lassen, wenn man die App nicht nutzt. Roter-Reiter-Fazit: Gute Kommunikationsfähigkeiten sind in den meisten Berufen eine wichtige Voraussetzung für Erfolg und Karriere. Das Buch „Die Kunst der Kommunikation“ von Peter Flume ist eine gute Einführung für alle, die sich auf diesem Gebiet verbessern wollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Peter Flume: Die Kunst der Kommunikation. In Gesprächen und Vorträgen überzeugen. Haufe Lexware. 275 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3648096117 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### "Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld" Natürlich geht es in dem Buch „Mehr als Reichtum“ von Robert Velten um Geld. Aber es geht, wie der Titel schon nahelegt, um mehr. Es geht um Vermögen. „Vermögen ist mehr als Reichtum“, schreibt Velten auf Seite 9, und eine Seite weiter wiederholt er es noch einmal: „Reich und vermögend sind zwei Paar Schuhe.“ Wir fühlen uns an den griechischen Reeder und Milliardär Aristoteles Onassis erinnert: "Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld," sagte er einmal. Und was ist das nun, dieses „Vermögen“? Vermögen, erklärt der promovierte Philosoph und Volkswirt, „ist unser gesamtes Potenzial an Zeit, Geld und Fähigkeiten“. Vermögen also ist zum einen das, was man hat (Geld, Zeit etc.), und zum anderen das, was man kann. Und da gibt es eine ganze Menge: Kapitalvermögen, Erwerbsvermögen, Zeitvermögen, Persönlichkeitsvermögen („Aktien und Immobilien sind wichtig, aber zuerst geht es um Ihre Zeit und Ihre Persönlichkeit.“), Sozialvermögen und „Gebrauchsvermögen“. Alle diese Vermögensbegriffe werden in Veltens lesenswerten Buch ausführlich vorgestellt und erläutert. Geld ist nur ein Teil des Vermögens Viele von uns verbringen viel Zeit damit, ihr Geld gut anzulegen. Geld ist, wie wir ja nun wissen, nur ein Teil unseres Vermögens. Es sollte daher nur einen Teil unserer Mühen in Anspruch nehmen. Velten: „Die eigentliche Herausforderung ist es, Zeit gut zu verbringen, unser kostbares Gut sinnvoll zu investieren.“ Eine ganz wichtige Frage ist vor diesem Hintergrund also die, wie man seine Zeit am besten nutzt – ob man sie einfach konsumiert, indem man zum Beispiel eine Soap im Fernsehen guckt, oder ob man sie investiert, indem man beispielsweise eine Fremdsprache lernt oder sich eine TV-Dokumentation ansieht. Velten nennt dies die „Zeit-Portfolio-Optimierung“. Sparen durch Konsumverzicht Vielleicht kennen Sie den Spruch „Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.“ Der Satz soll ja von Henry Ford stammen, könnte aber auch von Robert Velten sein. Denn Velten ist ein großer Freund des Verzichtens, vor allem des Verzichtens auf allen unnötigen Konsum. Konsumverzicht ist ihm zufolge eine notwendige Voraussetzung dafür, Geldvermögen anzuhäufen, also reich zu werden. „Vermeiden Sie Konsum, wo und wann immer es geht“, schreibt er und empfiehlt, „dass Sie den Großteil Ihres Einkommens sparen.“ Sparen bedeutet aber nicht, das Geld unters Kopfkissen zu legen, sondern es gewinnbringend anzulegen – am besten in Aktien. Und so beschäftigt sich Velten nach dem ersten, eher philosophischen Teil (zum Beispiel Kapitel 2: „Immaterielles Vermögen bringt Sie weiter“) im zweiten Teil des Buches mit den Varianten der Geldanlage. Dabei liegt der Schwerpunkt auf strategischen Fragestellungen, also etwa den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Anlageformen. Hier gibt Velten ganz klare Empfehlungen, ohne aber dogmatisch oder oberlehrerhaft zu wirken. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch „Mehr als Reichtum“ von Robert Velten ist mehr als ein Finanzratgeber. Es ist fast so etwas wie ein Lebensratgeber, und genau das erwartet man auch von einem Philosophen wie Velten. Ein kluges und obendrein auch noch gut lesbares Buch für alle, die mehr erwarten. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Robert Velten: Mehr als Reichtum. Wie Sie nie mehr finanzielle Sorgen haben und langfristig Vermögen aufbauen. Wiley VCH, 224 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527509151 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die Unglaublichen! Wie Real Madrid zum besten Fußballclub Europas wurde Das richtige Timing ist im Fußball mitentscheidend. Topfit sein, wenn´s drauf ankommt, den Kopf oder den Fuß im entscheidenden Moment hinhalten und das Tor machen, die Millisekunde vor dem Gegner am Ball sein, um das Foul zu verhindern, den Auswechselspieler genau im richtigen Augenblick einwechseln – alles eine Frage des Timings. Ein super Gespür für das richtige Timing hat auch der Plassen-Verlag. Denn rechtzeitig zum erneuten Champions League-Sieg des spanischen Clubs Real Madrid bringt das Kulmbacher Verlagshaus das Buch „Mythos Real Madrid“ des Sportjournalisten Kai Psotta auf den Markt. Die beste Fußballmannschaft Europas Real Madrid! Fußballfans auf der ganzen Welt schnalzen bei diesem Namen mit der Zunge. Gerade gelang „den Königlichen“ etwas, was vor ihnen noch keinem Team gelang: Die Mannschaft um Fußballgott Christiano Ronaldo und den deutschen Nationalspieler Toni Kroos gewann am vergangenen Samstag durch einen beeindruckenden 4:1 Sieg über Juventus Turin als erste Mannschaft in der Geschichte des europäischen Fußballs die Champions-League-Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge. Damit machte der spanische Rekordchampion den insgesamt zwölften europäischen Titel perfekt. „Real Madrid ist die beste Mannschaft Europas“, schlagzeilte daraufhin DIE WELT. Vermutlich ist das sogar noch untertrieben. Denn wer auf diesem Globus will dieser Mannschaft das Wasser reichen? Glänzender und gigantischer als alle anderen Kai Psotta ist einer der renommiertesten Sportjournalisten Deutschlands. Er war lange für die BILD tätig, zuletzt als Chefreporter, und verdient heute beim Fernsehsender Sky im Bereich Live Sports seine Brötchen. In seinem neuen Buch geht er auf Spurensuche mit dem Ziel, den „Mythos Real Madrid“ zu verstehen. Psotta wollte herausfinden, was das ist, das „diesen Verein größer, glänzender und gigantischer macht als alle anderen“. Dazu hat er sich mit unzähligen Insidern unterhalten, mit Spielern, mit Ehemaligen, mit Trainern, mit Funktionären, auch mit Gegnern und Experten von der Tribüne. Er taucht tief ein in die Geschichte dieses besonderen Vereins, der nicht immer nur auf der Sonnenseite stand, und beschreibt kenntnisreich und ausführlich, wie die Spanier es geschafft haben, zu dem zu werden, was sie heute sind: zum „Mythos Real Madrid“. Roter-Reiter-Fazit: „Mythos Real Madrid“ von Kai Psotta ist ein Muss für jeden echten Fußballfan. Toll und lebendig geschrieben, mit vielen Insider-Kommentaren und dem Blick für´s Detail. Das einzige, was der eine oder andere vielleicht vermissen könnte, sind Fotos. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Kai Psotta: Mythos Real Madrid. Eine Reise durch die Welt der Königlichen. Plassen-Verlag, 272 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864704324 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Führung und Management in Zeiten der Generationen Y und Z „Fit für die Next Economy“ ist ein Gemeinschaftswerk der Berater und Keynote-Speaker Anne M. Schüller und Alex T. Steffen. In ihrem Buch geht es um nichts Geringeres als um die Frage, wie unsere etablierten und in der Vergangenheit erfolgreichen Unternehmen - die sogenannte Old Economy - gerettet werden können. Denn sie müssen gerettet werden, so viel steht fest. Allerdings können sie es nicht aus eigener Kraft. Um der Zukunft gerecht zu werden, schreiben die Autoren, muss alles „radikal umgebaut werden“. Das bedeutet unter anderem auch das „Ende des Managements, wie wir es kennen" Wie Millennials ticken Vor allem braucht es andere Menschen in den Unternehmen. Und damit sind wir bei den Millennials, den Hoffnungsträgern unserer Wirtschaft. Alex T. Steffen (Jahrgang 1990) ist einer von ihnen, und in den ersten Kapiteln, dem vom Umfang her gesehen Hauptteil des Buches, gibt Steffen einen Einblick, „wie Millennials ticken“. Die Millennium-Generation, schreibt er, „…ist die bestausgebildete und zugleich kreativste Generation, die es je gab. (…) Als digital fitte, vielseitig interessierte und global geprägte Generation erkennen Millennials Potenziale blitzschnell, können Marktdifferenzen identifizieren und Lösungen ganz neu kombinieren. Mit ständiger Veränderung umzugehen, darin sind sie erprobt. Komplexität meistern sie bestens. Sie besitzen eine ausgeprägte emotionale Intelligenz und haben im Dschungel der Optionen immer einen Plan B. Sie sind Teamplayer, dialogbereit und bestens vernetzt. Kurzum: Sie sind das Fundament für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens." Natürlich gab es auch in der Old Economy High Potentials. Sie werden in diesem Buch die „Book Smarts“ genannt, die an der Uni glänzten und hervorragende Abschlüsse vorweisen konnten. Die High Potentials der Next Economy hingegen sind die „Street Smarts“. Sie sind anders, sie verlassen sich nicht auf akademisches Schulwissen, sondern sind „keck, flott, quirlig, einfallsreich und situationserprobt … Die Digital Natives haben einen Riecher für Chancen am Markt. Und sie wissen, wie man intelligent auf neue Märkte reagiert.“ Ausgeprägtes Selbstbewusstsein Millennials wollen etwas leisten und sich anstrengen. Aber sie wollen eine Arbeit tun, „die wir für bedeutungsvoll halten“, und dafür brauchen sie die richtigen Rahmenbedingungen. Vorgesetzte, die ihnen sagen, was sie machen sollen und vor allem, wie sie es machen sollen, brauchen sie nicht. „Wir suchen nach Arbeitgebern, die uns Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung (…) geben.“ Ihnen ist zwar durchaus bewusst, dass auch monotone Arbeiten gemacht werden müssen,  aber nicht von ihnen, denn das „führt bei uns schnell zu Langeweile und Enttäuschung“. Auch auf einen „ermüdenden Bewerbungsmarathon aus Assessment Center und diversen Einzelgesprächen“ haben Millennials keine Lust. Sie verstehen sich vielmehr als „Kunden, und so sollten sie auch behandelt werden“. Redesign der Führungs- und Unternehmenskultur In den beiden letzten Kapiteln des Buches widmet sich Anne M. Schüller der Frage, wie sich die Unternehmen fit für die Zukunft machen und welche Strukturen und Prozesses dafür geändert und angepasst werden müssen. Sie geht zum Beispiel darauf ein, wie man den Recruiting- und Bewerbungsprozess optimieren kann, um die gesuchten Young Professionals für sich zu gewinnen, wie man sich von bürokratischem Ballast trennt und wie „Reverse Mentoring“ funktioniert, also das Coaching des Seniors durch den Junior. Zudem fordert sie ein „Redesign der Unternehmenskultur und der Führungskultur“. Der Weg muss sein: weg vom Management der Technokraten, Bürokraten und Präzisionsanalytiker  hin zur „Menschenführung“ durch „Menschenversteher“. In der Next Economy, schreibt sie, werden Führungskräfte zu „Dienstleistern für ihre Mitarbeiter“.  In dieser neuen Unternehmenswelt stehen nicht mehr „fordern und anweisen im Vordergrund, sondern einladen und wünschen“. Roter-Reiter - Fazit: Viele Unternehmer und Führungskräfte der etablierten Firmen werden das Buch „Fit für die Next Economy“ von Anne M. Schüller und Alex T. Steffen als Provokation empfinden. Das mag durchaus die Absicht des Autorenduos sein. Die Millennials werden als Hoffnungsträger und Retter der Wirtschaft sehr stark glorifiziert, wohingegen die „alten Hasen“ in den Unternehmen als Manager von gestern abgestempelt werden. Trotzdem - oder gerade deshalb - ist das Buch eine interessante Lektüre, da es einen umfassenden Einblick in das Selbstverständnis der Generation Y und Z vermittelt. Adrian von Tungerloh-Capellen, www.Roter-Reiter.de Anne M. Schüller / Alex T. Steffen: Fit für die Next Economy. Zukunftsfähig mit den Digital Natives.  Wiley VCH, 271 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527509119 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Service: wie man Kunden glücklich macht (und sich selbst gleich mit) Warum heißt der Endkunde eigentlich Endkunde? Vielleicht, weil er nach dem Service, den er in vielen Geschäften, Restaurants, Hotels, Versicherungen und anderen Dienstleistungsunternehmen erfährt oder besser: erleidet, am Ende ist? Diese durchaus ernst gemeinte Frage stellt eine Expertin, die sich mit gutem und schlechtem Service auskennt wie kaum jemand anders. Ihr Name: Sabine Hübner . Und sie stellt ihre Frage in ihrem neuen Buch „Serviceglück. Mit magischen Momenten mitten ins Kundenherz.“ Woran es häufig fehlt... Ja, die Servicewüste Deutschland, darüber haben wir schon viel gelesen, gehört und auch selbst gejammert. Aber warum ist der Service oft so schlecht und warum werden wir so oft enttäuscht? Für Hübner liegt es an drei Dingen, die häufig fehlen: Zeit! Die Mitarbeiter in den Serviceunternehmen stehen häufig unter einem enormen Zeitdruck, sind überlastet und gehetzt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für guten Service aber ist Zeit. „Ob Service glückt oder an die Wand fährt, hängt maßgeblich vom Faktor Zeit ab“, schreibt Hübner. Ein gutes Servicesystem! Ganz ohne eine systematische Vorgehensweise und Vorgaben geht es im Service meistens auch nicht. Aber wenn dieses System ein starres Prokrustesbett ist, in dem sich der Mitarbeiter nicht bewegen kann, ist es für den täglichen Einsatz am Kunden ungeeignet. Hübner: „Starre Systeme führen fast immer zu einem Qualitätsproblem.“ Empathie! Oft sind einfach die falschen Personen am falschen Platz. Menschen ohne Einfühlungsvermögen, ohne ein positives Menschenbild und ohne die grundlegende Freude am Umgang mit Menschen haben an der Service-„Front“ nichts zu suchen. Werden Sie zum "Serviceglücksbringer" Hübner erzählt in ihrem Buch Geschichten, nämlich Geschichten von Service-Glück und auch Geschichten von Service-Katastrophen. Dazu schaut sie sich an, warum Service so oft gegen die Wand fährt und wie man andererseits im Service und mit Service „magische Momente zaubern“ kann. Letztendlich zeigt sie, mit welch einfachen und sehr wirksamen Mitteln jeder Servicemitarbeiter zum „Serviceglücksbringer“ oder auch „Servicehelden“ werden kann. Hübner kennt sich mit dem Thema aus und weiß, wovon sie spricht; sie gilt als ausgewiesene Service-Expertin. Das Buch ist in einer einfachen, verständlichen und lebhaften Sprache geschrieben und enthält eine Fülle von Beispielen sowohl für guten als auch für schlechten Service. Roter-Reiter-Fazit: Die Geschichten von schlechten und guten Serviceerfahrungen, die Sabine Huebner in ihrem Buch erzählt, haben in ähnlicher Form wohl die meisten von uns schon erlebt. Auch die Ansätze, wie es besser geht, sind nicht unbedingt neu. Dennoch: ein lesenswertes und unterhaltsames Buch für alle, die im Service tätig sind. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Sabine Hübner: Serviceglück. Mit magischen Momenten mitten ins Kundenherz. Campus, 282 Seiten, 34,95 Euro, ISBN: 3593507102 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Welt in Gefahr: Falsche Patrioten und populistische Nationalisten Wenn Henrik Müller das Wort ergreift, dann empfiehlt es sich, genau zuzuhören. Denn der promovierte Ökonom, Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der TU Dortmund und langjährige Stellvertrende Chefredakteur des manager magazin, ist ein kluger Kopf und verfügt über die Gabe, seinen Standpunkt nicht nur pointiert, sondern auch verständlich darzulegen. Ein exzellentes Beispiel dafür liefert sein neues Buch zu einem aktuellen Thema: „Nationaltheater. Wie falsche Patrioten unseren Wohlstand bedrohen.“ Falsche Versprechen Es geht darin um eine globale Tendenz, die durch den US-Präsidenten Donald Trump mit seinem „America-first!“-Diktum am stärksten personifiziert wird: Die Rückbesinnung auf das Nationale. Trump ist nur einer von vielen: In Frankreich, den Niederlanden, Polen, Ungarn, Russland, aber auch bei uns in Deutschland haben die „falschen Patrioten“ Oberwasser und ziehen immer mehr Anhänger an. „Falsch“ sind diese Patrioten, weil sie etwas versprechen, was sie nie und nimmer einlösen können: „Populistische Patrioten und despotische starke Männer“, schreibt Müller, „versprechen Schutz – vor Zuwanderern, vor ausländischer Konkurrenz, vor Terror und Unsicherheit. Doch sie werden das genaue Gegenteil erreichen: weniger Wohlstand, weniger Jobs, weniger Sicherheit. Auf nationaler Ebene lassen sich die Probleme, mit denen wir es aktuell und in Zukunft zu tun haben, nicht lösen.“ Die Lage ist deprimierend, aber nicht hoffnungslos Politik, schreibt Müller, „verkommt zum Nationaltheater, und dieses entspinnt sich als Tragödie“. Der Rückbezug aufs Nationale sei umso problematischer, als sich die Menschheit an der Schwelle zu einer hochgefährlichen Epoche befinde. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten werde sich entscheiden, wie es weitergehe: ob wir gemeinsam in der Lage seien, friedlich und fair einen eng besiedelten Planeten zu bewohnen – oder ob wir uns durch Krieg, Terror, Umweltzerstörung und Ausbeutung gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Die Lage sei „deprimierend“, brenzlig auch, aber nicht hoffnungslos. „Umsteuern ist möglich“, schreibt Müller. Aber dazu müsse das Denken in nationalen Grenzen überwunden werden. Müller: „Nur übernationale Ansätze versprechen tragfähige Lösungen, weil die Probleme sich nicht an nationale Grenzen halten.“ Gegen einen „wohlverstandenen Patriotismus“ ist nichts einzuwenden Natürlich dürfe jeder sein Land lieben. Gegen einen „wohlverstandenen Patriotismus“ hat Müller überhaupt nichts einzuwenden. Aber dieser Patriotismus „stellt keinen Gegensatz her zwischen dem Wohl des eigenen Volkes, das einem emotional näher ist als der Rest der Welt, und dem Wohl anderer. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Wenn es Griechen und Italienern auf Dauer schlecht geht, kann es Deutschland nicht gut gehen…“ Nach einer Beschreibung der gegenwärtigen Situation und einer Analyse der Gründe, die sie haben entstehen lassen, zeigt Müller im konstruktiven Teil des Buches Lösungsschritte auf, wie die Staatengemeinschaft organisiert werden müsste, damit gemeinsam an der Lösung der globalen Probleme gearbeitet wird und trotzdem niemand auf seine nationale Identität verzichten muss. Roter-Reiter-Fazit: „Nationaltheater“ von Henrik Müller ist ein kenntnisreiches, profundes und sehr gut lesbares Buch zu einem wichtigen Thema, das uns alle betrifft. Man kann ihm nur viele Leser wünschen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Henrik Müller: Nationaltheater. Wie falsche Patrioten unseren Wohlstand bedrohen. Campus, 220 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3593506734 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Mit der Charttechnik an der Börse die Zukunft vorhersagen! „Prediction is difficult, especially of the future“, hatte Physiknobelpreisträger Nils Bohr einmal gesagt. Niemand weiß und bedauert dies mehr als Börsenanleger. Wie schön wäre es doch, die Zukunft voraussagen und prognostizieren zu können, wie sich welcher Wert entwickelt! Dann bräuchte man nur noch zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen und wäre schon bald ein gemachter Mann (oder eine gemachte Frau). Ein Traum? Nicht unbedingt. Die Charttechnik oder Technische Analyse verspricht, genau dies zu leisten: die Prognose über den wahrscheinlichen Verlauf eines Wertes. Ein wichtiges und wertvolles Werkzeug, um an der Börse erfolgreich zu sein Im Gegensatz zur sogenannten Fundamentalanalyse, die Bilanzen durchforstet, Nachrichten auswertet, die Auftragslage eines Unternehmens prüft oder Branchenvergleiche bemüht, betrachtet die Charttechnik einzig und allein den bisherigen Kursverlauf eines Wertes. Die Charttechnik, verspricht Markus Horntrich in seinem Buch „Crashkurs Charttechnik“, hilft dem Anleger abzuschätzen, ob ein Index, ein Rohstoff, eine Währung oder eine Aktie gerade abwärts, seitwärts oder aufwärts tendiert. Damit sei die Charttechnik ein wichtiges und wertvolles Werkzeug, um an der Börse erfolgreich zu sein. Verständliche Einführung für Börseneinsteiger Genau darum geht es in diesem Buch, das jetzt in zweiter und aktualisierter Auflage erschienen ist. „Crashkurs Charttechnik“ hat das Ziel, dem Anleger einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe er in der Lage ist vorauszusagen, wie sich ein bestimmter Wert wahrscheinlich entwickeln wird. Das Buch ist ausdrücklich für Börseneinsteiger konzipiert, die schnell und unkompliziert einen Einblick in die Technische Analyse bekommen wollen. Dazu werden die wichtigsten Begriffe und Analysewerkzeuge vorgestellt. Am Ende sollte der Anleger in der Lage sein, gegenwärtige Trends zu erkennen und Trendänderungen möglichst frühzeitig wahrzunehmen. Neben der Theorie bietet das Buch auch viel Praxis – anhand von zahlreichen praktischen Chartbeispielen zeigt Horntrich, wie die Chattechnik funktioniert und wie man sie praktisch und gewinnbringend anwendet. Horntrich ist Chefredakteur des Anlegermagazins DER AKTIONÄR. Schreiben ist also sein täglich Brot. Das kommt dem Buch zugute, es ist flüssig und verständlich geschrieben. Fachausdrücke werden eingeführt und erläutert, hilfreich auch das das Glossar am Ende des Buches. Roter-Reiter-Fazit: Anleger, die sich für die Charttechnik oder Technische Analyse interessieren, finden in diesem Buch eine kompetente und gleichzeitig verständliche Einführung in das Thema. Kritisch anmerken läßt sich allenfalls, dass Horntrich mit keinem Wort darauf eingeht, dass die Charttechnik nicht unumstritten ist und zahlreiche Kritiker hat. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Markus Horntrich: Crashkurs Charttechnik. Börsenbuchverlag, 169 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864704642 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Damit die Unternehmensnachfolge und der Firmenverkauf gelingt 27.000 Firmenübernahmen stehen momentan alljährlich in Deutschland an, und in fast allen Fällen handelt es sich dabei um kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bis zum Jahr 2020 wird nach Berechnungen des Bonner Instituts für Mittelstand für rund 135.000 Firmen ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Oft geht es dabei nicht einfach um den Verkauf einer Firma, sondern um die Übergabe eines Lebenswerkes in andere Hände. Und häufig geht es auf der anderen Seite  nicht um einen simplen Kauf, sondern die Erfüllung eines Traums, nämlich des Traums, sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig zu machen und sein eigener Herr zu sein. Neben einer Unmenge von technischen und rechtlichen Fragen spielen bei einer Firmenübernahme somit sehr häufig ganz emotionale Aspekte eine Rolle, die so eine Transaktion schwierig machen und auch schon einmal platzen lassen kann. Kein Unternehmer hat das Privileg der ewigen Jugend Der promovierte Jurist Hartmut Schneider kann ein Lied davon singen. Er betreut als Geschäftsführer M & A Strategie GmbH in Ulm seit 15 Jahren Unternehmensnachfolgen im Mittelstand und muss dabei immer wieder feststellen, dass Unternehmensverkäufer wie –käufer die gleichen Fehler machen oder völlig unvorbereitet und manchmal auch blauäugig an die Sache herangehen. Das kann zum Beispiel eine völlig überzogene Vorstellung des Verkäufers in Bezug auf den zu erzielenden Verkaufserlös sein. Oder der Unternehmer glaubt in seinem Fall an das ewige Leben und schiebt das Thema Nachfolgeregelung immer weiter nach hinten und verpasst so das optimale Zeitfenster, zu dem sich das Unternehmen noch gut hätte verkaufen lassen. Oft sind dann der Niedergang der Firma und eine persönliche Tragödie die Folgen. Das alles hat Schneider schon zu oft beobachten müssen. Immer wieder werden dieselben unnötigen Fehler gemacht. Mit seinem sehr empfehlenswerten Buch „Nachfolger gesucht. Wie Sie Ihre Unternehmensnachfolge aktiv gestalten“ will er dazu beitragen, diesen Missstand zu beheben. Auf 265 Seiten gibt Schneider zunächst einen allgemeinen Einblick in die Unternehmensnachfolge im Mittelstand und schildert den professionellen Ablauf eines Unternehmensverkaufs. Dazu stellt er einen „Werkzeugkasten“ zur Verfügung mit umsetzbaren Dos und Don´ts, Checklisten sowie einem Praxisbeispiel für eine familieninterne Nachfolge. Abgeschlossen wird das Buch mit einem Exkurs über die Stiftung als Nachfolgelösung. Wenn es bei der Firmenübernahme menschelt Besonders die zahlreichen Beispiele aus der Unternehmenswirklichkeit zeigen, wie sehr es menschelt, wenn gerade Familienunternehmer ihr „Baby“ oder ihr Lebenswerk in andere Hände geben müssen. Hier liegt eine große Stärke des Buches, denn Schneider kennt seine „Pappenheimer“ sehr genau und spricht auch ihre Sprache, so dass sich viele Unternehmer mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten wiedererkennen. Aber Schneider kennt auch die Käuferseite, wie zum Beispiel den angestellten Geschäftsführer, der davon träumt, sich als Gesellschafter in ein anderes Unternehmen einzukaufen, aber dann doch an der Familie und dem fehlenden Kapital scheitert. Roter-Reiter-Fazit: Jeder Unternehmer (und natürlich auch jede Unternehmerin), der vor der Herausforderung steht, einen Nachfolger für seine Firma zu finden, sollte sich das Buch „Nachfolger gesucht“ von Hartmut Schneider besorgen und lesen. Fundiert und kompetent in der Sache, klar und verständlich im Ton. Ein ausgezeichnetes Buch. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Hartmut Schneider: Nachfolger gesucht. Wie Sie Ihre Unternehmensnachfolge aktiv gestalten. Schäffer-Poeschel, 265 Seiten, 29,95 Euro, ISBN: 3791039091 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Sie den Wettbewerbsvorteil für Ihr Unternehmen aufbauen und verteidigen Jedes Unternehmen will ihn haben, und wenn es ihn hat, will es ihn mit allen (erlaubten) Mitteln verteidigen: den Wettbewerbsvorteil. Denn der Wettbewerbsvorteil, vor allem der stabile Wettbewerbsvorteil, ist die beste Voraussetzung für überdurchschnittliche Profitabilität und eine starke Gesundheit des Unternehmens. Das Problem mit dem stabilen Wettbewerbsvorteil ist nur: Es ist gar nicht so einfach, ihn herzustellen und zu verteidigen. Und deshalb sorgt diese Frage ("Wie kriegen wir das hin?") regelmäßig für viele rauchende Köpfe in den Strategiemeetings der Firmen. Firmen brauchen breite Burggräben Genau darum geht es in dem Buch „Die Burggraben-Strategie“ von Tim Rödiger. Untertitel: „Bauen Sie Ihren Wettbewerbsvorteil auf - und verteidigen Sie ihn erfolgreich.“ Ähnlich wie der breite Wassergraben die Burg in früheren Zeiten vor den Angriffen der Feinde schützte, so dient auch der stabile Wettbewerbsvorteil dazu, das Unternehmen vor den Attacken der Konkurrenz zu schützen. Die Burggraben-Strategie erklärt, „wie Unternehmen systematisch einen stabilen Wettbewerbsvorteil aufbauen, ausbauen und verteidigen“, schreibt Rödiger. Und weiter heißt es im Buch: „Burggräben sind strukturelle Barrieren zum Schutz der eigenen Wettbewerbsposition. Unternehmen vermindern mit Burggräben den Wettbewerbsdruck, der auf sie einwirkt. Durch diese Fähigkeit steigern sich der Profit und ihr Wert.“ Am Beispiel von Apple und Blackberry erläutert Rödiger, welchen Unterschied eine Burggraben-Strategie auf die Wettbewerbsposition, die Rentabilität, die Profitabilität und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens hat – und welche Folgen es hat, wenn die Burggraben-Strategie fehlt. Die Digitale Transformation erhöht den Wettbewerbsdruck Im letzten Teil seines Buches geht Rödiger auf die Meinung mancher Kritiker ein, dass es im heutigen digitalen Zeitalter mit seiner ungeheuren Veränderungsgeschwindigkeit und seinen disruptiven  Geschäftsmodellen keine stabilen Wettbewerbsvorteile mehr geben könne, sondern sich jedes Unternehmen heute permanent selbst neu erfinden müsse. Rödiger weist diese Meinung zurück. Auch die momentan stattfindende Digitale Transformation der Unternehmenswelt ändere nichts an der Notwendigkeit, stabile Wettbewerbsvorteile aufzubauen und zu verteidigen. Die Digitalisierung erhöhe sogar noch den Wettbewerbsdruck und daher die Notwendigkeit eines breiten Burggrabens, weil vor allem die Eintrittsbarrieren sinken und der Einstieg für neue Wettbewerber erleichtert werde. Roter-Reiter-Fazit: Die Schere zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Unternehmen geht immer weiter auseinander. Die erfolgreichen Firmen haben eines gemeinsam: Sie alle haben einen stabilen Wettbewerbsvorteil, einen breiten Burggraben. In diesem Buch erfahren Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen,  mit welcher Strategie sie ihre Firmen ebenfalls zu den Gewinner-Unternehmen machen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Tim Rödiger: Die Burggraben-Strategie. Bauen Sie Ihren Wettbewerbsvorteil auf - und verteidigen Sie ihn erfolgreich. Campus, 175 Seiten, 39,95 Euro, ISBN: 3593505932 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### "Kuck mal, wer da spricht.“ Körpersprache in Beruf und Privatleben „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“ , lautet ein bekannter Satz. Ob beim Vorstellungsgespräch, im Erstkontakt mit einem Neukunden oder auch beim privaten ersten Date: Die ersten Minuten sind ganz entscheidend für den weiteren Verlauf. Dabei kommt es nicht nur darauf an, was Sie sagen und wie Sie es sagen, sondern womöglich noch mehr auf Ihre Körpersprache. Stehen Sie gerade und aufrecht oder krumm und schief? Lächeln Sie oder blicken Sie ernst? Schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen oder auf die Tapete hinter ihm? Verstecken Sie Ihre Hände in den Hosentaschen oder machen Sie die „Merkel-Raute“? Das alles und noch viel mehr sind Signale, die Sie aussenden und die von Ihrem Gegenüber wahrgenommen werden. Zumeist unbewusst von beiden Seiten. Die Macht der Körpersprache ist enorm, und zwar nicht nur in den beschriebenen Situationen, wo es auf den ersten Eindruck ankommt. Sondern permanent, ob beruflich an Ihrem Arbeitsplatz oder privat im Wohnzimmer und am Esstisch. Körpersprache sprechen und verstehen lernen Genau darum geht es in dem Buch „Körpersprache für Dummies“ der Kommunikationstrainerin Elizabeth Kuhnke, das jetzt in zweiter, aktualisierter Auflage erschienen ist. Das Ziel des Buches ist es, dass wir uns unserer Körpersprache bewusst werden. Das beinhaltet sowohl, die Körpersprache unseres Gegenübers lesen zu können als auch unsere eigene Körpersprache kontrollieren und bewusst einsetzen zu können. Kuhnke zeigt in ihrem Buch also nicht nur, nonverbales Verhalten zu erkennen und zu interpretieren, sondern sie gibt auch zahlreiche Tipps, wie wir Zeichen und Signale senden können, die eine klare und auf allen Kanälen übereinstimmende Kommunikation ermöglichen. Die einzelnen Kapitel sind in sich abgeschlossen, und Kuhnke ermuntert ausdrücklich dazu, sich zunächst denjenigen Themen zu widmen, die für einen selbst am interessantesten, am wichtigsten oder am dringendsten sind. Wer zum Beispiel vor allem wissen will, wie Botschaften durch Körpersprache übermittelt werden, sollte mit dem ersten Teil anfangen („Körpersprache: erste Einblicke“). Wem es hingegen hauptsächlich darum geht, seine Körpersprache für ein anstehendes Bewerbungsgespräch oder für das tägliche Überleben am Arbeitsplatz zu verbessern, dem empfiehlt die Autorin das Kapitel 14 („Sich vorstellen, Einfluss nehmen und die Karriere fördern“). Und wer neugierig ist, wie man sich in fremden Ländern und Kulturen angemessen verhält, kann in Kapitel 15 mehr darüber erfahren („Die Grenzen der Kulturen überschreiten“). O-Ton Kuhnke: „Lesen Sie einfach, was Sie wollen und wann Sie wollen. Sie müssen dabei nicht auf eine bestimmte Reihenfolge achten, und ein Verfallsdatum gibt es auch nicht.“ „Verschränken Sie nicht die Hände hinter dem Kopf, wenn Sie zu Achselnässe neigen“ Apropos „einfach“: Auch dieses Buch ist – typisch für die Dummies-Reihe – vorbildlich verständlich geschrieben und auch von jedem Laien ohne Probleme zu verstehen. Auf jegliches (pseudowissenschaftliches) Kauderwelsch wird verzichtet. Zahlreiche Abbildungen, Beispiele und praktische Tipps („Verschränken Sie nicht die Hände hinter dem Kopf, wenn Sie zu Achselnässe neigen“) machen das geschriebene Wort zusätzlich plausibel und erhöhen den Nutzwert des Buches. Interessant auch der „Top-Ten-Teil“ am Ende des Buches. Hier geht es kurz und knapp um folgende Themen: Zehn Signale, die andeuten, dass man getäuscht wird Zehn Möglichkeiten zu zeigen, wie attraktiv man ist Zehn Möglichkeiten, etwas über jemanden herauszufinden, ohne zu fragen Zehn Möglichkeiten, die stille Kommunikation zu verbessern Roter-Reiter-Fazit: Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich für die Geheimnisse der Körpersprache interessieren und diese Sprache lernen und anwenden wollen. Wer sich darüber hinaus speziell für Körpersprache im Berufsleben interessiert und sein Wissen hierüber vertiefen will, dem sei ein weiteres Buch von Elizabeth Kuhnke an Herz gelegt: „Körpersprache im Beruf für Dummies“. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Elizabeth Kuhnke: Körpersprache für Dummies. Zweite, aktualisierte Auflage. Wiley. 332 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527712623 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Karriere: Kompetent zu sein, ist gut, als kompetent zu gelten, ist besser Es geht um Kompetenz. Kompetenz ist gut. Kompetenz ist wichtig. Wer im Berufs- und Geschäftsleben etwas erreichen will, der muss sie haben, und je mehr er oder sie davon hat, umso besser. Kompetenz, schreibt der Bestsellerautor und Professor Jack Nasher in seinem neuen Buch Überzeugt! Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen, gilt im beruflichen Umfeld als wichtigste Eigenschaft, gleichauf mit Glaubwürdigkeit und noch vor Beliebtheit. Kompetenz ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, Menschen von sich zu überzeugen. Das Problem ist nur: Die Menschen sind katastrophal darin, wirkliche Kompetenz zu erkennen. In einem Experiment stellte sich zum Beispiel ein weltberühmter Stargeiger  in die U-Bahnstation einer amerikanischen Großstadt, und so gut wie niemand nahm von seiner Virtuosität Notiz. Wie kommt das? „Kompetenz spricht nicht für sich selbst“, schreibt Nasher,  „Sie können die oder der Beste aller Zeiten sein, auf welchem Gebiet auch immer – und kein Mensch merkt es. Womöglich hält man sie sogar für eine Pfeife. Sie müssen Ihre Kompetenz schon zeigen.“ Es kommt auf die wahrgenommene Kompetenz an Und genau darum geht es in diesem Buch. In Nashers Buch erfahren wir, dass es in erster Linie gar nicht um Kompetenz geht. Sondern um den Anschein von Kompetenz. „Wahrgenommene Kompetenz“, nennt es Nasher. Es nützt Ihnen wenig, wenn Sie in Ihrem Metier die höchste Stufe der Kompetenz erreicht haben, wenn niemand diese Kompetenz erkennt. Auf der anderen Seite können Sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, aber wenn Sie den Eindruck erwecken, der Muhammad Ali in ihrer Disziplin sein ("I am the greatest!"), gewinnen Sie das Spiel. „Man muss gar nicht zum Fachmann werden. Es bringt genauso viel, nur wie einer aufzutreten“, zitiert Nasher den Oxford-Wissenschaftler Chris McKenna. Bescheidenheit hat im beruflichen Umfeld "nichts verloren" Für den Erfolg zählt also weniger die tatsächliche als vielmehr die wahrgenommene Kompetenz. Jetzt kommt es darauf an, diese Tatsache für sich selbst zu nutzen. Nasher gibt in seinem Buch auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Fülle von Tipps, wie Sie Ihre Kompetenz besser vermarkten. Viele sind einfach umzusetzen, etwa wie man spricht, wie man steht, wie man sitzt, wie man sich kleidet, wie man gute und schlechte Nachrichten verkauft. Manches hingegen ist schwieriger und erfordert Übung, zum Beispiel wie man sich beliebt macht oder für eine größere Attraktivität sorgt. Das wichtigste von allem aber ist, sich von der Bescheidenheit zu verabschieden. Bescheidenheit, sagt Nasher, hat im beruflichen Umfeld „nichts verloren“. „Bescheidenheit wird mit Unsicherheit und Feigheit assoziiert und als Schutzschild vor möglichem Versagen gedeutet.“ Oder frei nach dem großen Mark Twain: „Alles, was man im Leben braucht, sind Ignoranz und Selbstbewusstsein.“ Roter-Reiter-Fazit: Jack Nashers neues Buch „überzeugt“ auf ganzer Linie. Es bietet viele neue und hilfreiche Erkenntnisse und gibt eine Menge Tipps, wie man sich im beruflichen und geschäftlichen Umfeld besser darstellt. Und es ist eine prima Bedienungsanleitung für Bluffer und Blender. Außerdem ist es gut geschrieben und leicht zu lesen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jack Nasher: Überzeugt! Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen. Campus, 256 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593398222 Dieses Buch jetzt bei www.Managementbuch.de bestellen! ### Führung: Schluss mit dem Affentheater! “Freedom's just another word for nothin' left to lose”, sang die legendäre Janis Joplin Ende der 1960er Jahre in ihrem Nummer-eins-Hit  “Me and Bobby McGee”.  Wirklich frei  bist du erst, wenn du nichts (mehr) zu verlieren hast. Dann kannst du, egal was du tust, nur gewinnen. Haben Führungskräfte in unseren Unternehmen diese Art von Freiheit?  Wohl kaum. Denn die meisten haben sehr viel zu verlieren: ihr Ansehen, ihre Autorität, ihren Bonus, ihren Job. Frei ist so gut wie niemand, sondern abhängig, (weisungs-) gebunden, fremdbestimmt. Schickt die Corporate Monkeys in den Urwald! Und dennoch behauptet Carsten K. Rath, dass Freiheit eine Grundvoraussetzung für gute Führung ist. Es geht ihm allerdings auch nicht um diese radikale Freiheit wie in dem Lied von Janis Joplin (obwohl er in einem Kapitel auch kurz darauf zu sprechen kommt). Die Freiheit, die Rath meint, ist die Freiheit im Denken und im Tun, es ist die Freiheit von Dünkel, von Arroganz, von verkrusteten Strukturen, von überholten Denkweisen, von autoritären Strukturen, von Obrigkeitsdenken und solchen unschönen Dingen, wie wir sie noch immer viel zu oft in viel zu vielen Firmen vorfinden. Die Freiheit, es anders zu machen Denn hier sitzen sie, die großen Freiheitsverhinderer. Rath nennt sie die Corporate Monkeys. Sie sind voller schlechter Eigenschaften. Ihnen geht es nur um sich selbst, die Unternehmen, für die sie arbeiten, sind ihnen egal, und die Mitarbeiter, für die sie verantwortlich sind, sind es  auch. Corporate Monkeys sind schlechte Führungskräfte und sie sind schlecht für die Unternehmen. Das Dumme ist: Es gibt nicht nur noch immer zu viele von ihnen, sondern sie sterben so schnell auch nicht aus. Denn Corporate Monkeys ziehen ihren eigenen Nachwuchs heran, indem sie in den Unternehmen unwillentlich als Vorbild dienen für die Führungskräfte von morgen.  Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, braucht es unabhängige, selbst denkende und starke Nachwuchskräfte, die die alten Regeln und vermeintlichen Vorbilder in Frage stellen und den Mut haben, es anders zu machen. Die sich die Freiheit nehmen, es anders zu machen. Darum geht es in diesem lesenswerten und lebendig geschriebenem Buch. Es geht um diejenige Art von Führung, welche die Mitarbeiter in die Lage versetzt, das Beste für die Unternehmen zu tun, in denen sie tätig sind. Natürlich geht es dabei auch um Verantwortung und um Vertrauen. Der Hotel-Unternehmer bringt viele anschauliche Beispiele aus seiner eigenen Historie, aber auch aus anderen Unternehmen, um die Bedeutung der Freiheit als Führungsprinzip zu verdeutlichen. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch „Ohne Freiheit ist Führung nur ein F-Wort“ von Carsten K. Rath ist allen Menschen ans Herz zu legen, denen wirklich an guter Führung gelegen ist. Es macht Mut, den Corporate Monkeys in den Weg zu treten und ihr Affentheater zu beenden. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Carsten K. Rath: Ohne Freiheit ist Führung nur ein F-Wort. Mitarbeiter entfesseln - Kunden begeistern - Erfolge feiern. Gabal-Verlag, 255 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869367490 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Datenschutz ist gut. Datenrechte sind besser! Die Welt besteht aus Daten. Unser Einkauf bei Amazon. Unser Foto auf Instagram. Unser Like auf Facebook. Unser  Lebenslauf auf XING. Unsere Suche bei Google. Unser aktueller Standort in WhatsApp. Unsere Laufrunde bei Runtastic. Unsere Hotelbewertung bei Tripadvisor. Alles Daten. Und es werden immer mehr. Big Data. In dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen Jahren ganz schön was geändert. Früher gab es ja nur ganz wenige Daten. Das Geburtsdatum zum Beispiel. Heute sind alles Daten. Früher fragten wir jemanden nach seiner Telefonnummer und seiner Adresse, heute bitten wir ihn um seine Kontakt-Daten. Anstelle von Daten kann man auch von Informationen sprechen. Tun aber die Wenigsten. Auch Andreas Weigend nicht. Der frühere Chief Scientist  von Amazon, Berater und Direktor des von ihm gegründeten Social Data Lab in San Francisco hat jetzt ein Buch veröffentlicht, in dem es auf 340 Seiten um nichts andere geht als um Daten. Der Titel des Buches - „Data for the People“ – gibt bereits einen Fingerzeig auf Weigends Botschaft: Die Daten, die vor allem von den Wirtschaftsunternehmen dieser Welt gesammelt und verarbeitet werden, müssen den Menschen zugutekommen und ihnen nutzen. Was die Datenraffinerien machen Auf der einen Seite stehen die Milliarden Menschen, die sekündlich Unmengen von Daten im Netz hinterlassen, zum Teil wissentlich und willentlich (z. B. Facebook-Posting), zum Teil aber auch nicht (z. B. Google-Suche). Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen und Institutionen, die Weigend die „Datenraffinerien“ nennt. In Analogie zu den Ölraffinerien veredeln diese Datenraffinerien unsere Rohdaten zu wertvollen und vermarktbaren Produkten und Dienstleistungen. Was die Datenraffinerien hinter ihren hohen Mauern aber genau mit unseren Daten machen, wie sie sie verknüpfen, bewerten, sortieren und, und, und, all das wissen wir nicht. Das aber ist nicht in Ordnung und geht so nicht, sagt Weigend. Das muss sich ändern. Wir Individuen müssen die „Macht über unsere Daten zurückerobern“, fordert Weigend bereits im Untertitel seines Buches. Die Lösung kann laut Weigend nicht darin bestehen, möglichst wenig Daten von sich selbst preis zu geben. Das Gegenteil sogar ist richtig, sagt er.  Wenn wir von sozialen Daten profitieren möchten, müssen wir Informationen über uns teilen. Sonst geht die Rechnung nicht auf. Aber „der Preis, den wir bezahlen, und die Risiken, die wir eingehen, indem wir unsere Daten teilen, müssen durch die Vorteile, die wir erhalten, mindestens aufgewogen werden“. Transparenz und Handlungsfähigkeit sind die Schlüsselbegriffe in diesem Zusammenhang. Transparenz umfasst das Recht der Einzelnen, von ihren Daten zu wissen, welcher Art sie sind, wohin sie fließen und wie sie zu dem Ergebnis beitragen, dass der Nutzer erhält. Handlungsfähigkeit umfasst das Recht der Einzelnen, auf ihre Daten einzuwirken. Sechs Grundrechte für mehr Transparenz und Handlungsfähigkeit der User Da wir nicht davon ausgehen können, dass sich die Geschäftsführung jedes Unternehmens die Prinzipien von Transparenz und Handlungsfähigkeit von sich aus auf die Fahnen schreibt, fordert Weigend klar umrissene Rechte, die dabei helfen, Transparenz und Handlungsfähigkeit in fassliche, praktische Werkzeuge umzusetzen. Weigend hat sechs Grundrechte definiert. Sie lauten: Das Recht auf Datenzugang Das Recht zur Inspektion von Datenfirmen Das Recht auf Datenergänzung Das Recht, unsere Daten unkenntlich zu machen Das Recht, mit Raffinerien zu experimentieren Das Recht auf Datenmitnahme Für Weigend stehen wir an einem Wendepunkt, wie die Beziehung zwischen den Menschen, die Daten erzeugen, und den Organisationen, die Datenprodukte und –dienstleistungen schaffen, definiert wird.   Entscheidend für das Gelingen der „Datenrevolution“ ist die Veränderung unserer Denkweise. Weigend fordert uns dazu auf, unsere alte Haltung als passive „Konsumenten“, die akzeptieren, was immer man ihnen vorsetzt, zu überwinden und uns stattdessen eine neue Denkweise zu eigen machen, indem wir uns als aktive Mitschöpfer sozialer Daten verstehen. Roter-Reiter-Fazit: Andreas Weigend hat das Thema der „Datenrevolution“ tief durchdrungen und geht souverän und kompetent damit um. Sein Buch „Data for the people“ ist ein wichtiger Diskussionsbeitrag auf hohem Niveau. Experten werden es mit Gewinn lesen. Weniger geeignet ist das Werk für Leser, die sich bisher noch gar nicht mit der Datenproblematik befasst haben und sich nur ein wenig schlau machen möchten.  Das Buch liest sich zudem nicht von selbst, es ist aber verständlich geschrieben und weitgehend frei von Fachbegriffen, die nur Insider der Materie kennen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Andreas Weigend: Data for the people. Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern. Murmann. 340 Seiten, 26,90 Euro, ISBN: 3867745684 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Aktien: So werden aus ganz normalen Familienvätern reiche Familienväter Der Titel dieses Buches könnte auch lauten „Wie ein ganz normaler Familienvater an der Börse ganz schön viel Geld verdiente – und wie Sie das auch schaffen“ . Denn genau für diese ist das Buch geschrieben: für den ganz normalen Familienvater mit einem  ganz normalen Beruf. Kann natürlich auch eine Mutter oder ein Single sein. Auf jeden Fall für alle Leser, die sich bisher mit dem Thema Börse und Aktien noch nicht beschäftigt haben und dementsprechend keine oder nur geringe Vorkenntnisse mitbringen. Christian Thiel ist selbst ein ganz normaler Familienvater und kam zum Thema Börse und Aktien, weil er mit dem, was sein Geld auf dem Sparkonto einbrachte, einfach nicht mehr zufrieden war. Daher suchte er nach vielversprechenderen Anlagemöglichkeiten. So entdeckte er die Börse, kniete sich in die Thematik rein und legte, als der Zeitpunkt reif war und natürlich in Absprache mit seiner Frau, 10.000 Euro an. Und sein kleines Depot entwickelte sich tatsächlich besser als der Dax. Viel besser. Vor lauter Freude rief er damals seiner Frau zu „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ Und das ist auch der Titel seines Buches. Gut UND gut geschrieben Nun gibt es viele Bücher,  die potenziellen Anlegern die Börse erklären und die beschreiben, wie das alles funktioniert mit dem Kaufen und Verkaufen von Aktien und die auch das Für und Wider bestimmter Strategien abwägen. Viele dieser Ratgeber sind gut. Die wenigsten sind aber auch gut geschrieben. Das Buch von Thiel ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Es ist gut UND es ist gut geschrieben. Es ist sogar sehr gut geschrieben. Es macht Spaß, es zu lesen. Thiel ist es gelungen, ein kenntnisreiches und substanzhaltiges Buch zu schreiben, das auch noch sehr unterhaltsam ist. Einfach klasse! Thiel hat ja auch reichlich Erfahrungen im Bücherschreiben. Die bisherigen Werke des hauptberuflichen Single- und Paartherapeuten mit stark entwickeltem Schreibdrang hatten allerdings Titel wie Wieso Frauen immer Sex wollen und Männer immer Kopfschmerzen haben. Die populärsten Irrtümer über Beziehung und Liebe oder Was glückliche Paare richtig machen. Die wichtigsten Rezepte für eine erfüllte Partnerschaft. Doch seine wahre Leidenschaft gilt der Geldanlage und hier insbesondere der Börse. Seit einigen Jahren tobt er sich dazu in seinem erfolgreichen Blog Großmutters Sparstrumpf aus. Aktien kaufen und sich dann auf seine Hände setzen In diesem Buch geht es nicht um technische Frage wie zum Beispiel "Wie eröffne ich ein Depot?". Thiels Interesse gilt eher strategischen Fragen wie "Was sind die besten Aktien der Welt und wovon sollte man seine Finger lassen?" Thiel ist ein typischer Vertreter der „Buy-and-hold-Strategie“. Soll heißen: Man suche sich sehr sorgfältig und nach gründlicher Analyse die besten Aktien aus, warte den optimalen Zeitpunkt ab und schlage dann zu. Anschließend die Aktie liegenlassen und sich an den Kursgewinnen und Dividenden erfreuen. Alles andere macht zumindest für den Privatanleger keinen Sinn, so Thiel, weil man sonst Geld verliert. „Hin und her macht Taschen leer“, lautet die Warnung an alle, die glauben, mit hektischem Kaufen und Verkaufen von Aktien ein gutes Geschäft zu machen. Man macht kein gutes Geschäft. Wer nicht in Einzelaktien investieren will oder wem dies zu viel Aufwand ist, dem empfiehlt Thiel ETFs, also börsengehandelte Indexfonds. Komplett die Finger lassen sollte man unter vermögensbildenden Gesichtspunkten von Lebensversicherungen, Gold und selbstgenutzten Immobilien.  Denn im Vergleich zu Aktien schneiden sie nicht nur deutlich schlechter ab, sondern sind über die Jahre sogar oft ein Minus-Geschäft. „Aufklärung in Gelddingen tut not“, schreibt Thiel. „Dazu brauchen wir ein Minimum an solidem Wissen. Niemand muss dazu zum Finanzexperten werden oder zum Finanzblogger, nur weil er sein Erspartes selber erfolgreich verwalten will. Aber ein paar Informationen braucht es eben doch, um den eigenen Weg zu finden.“ Und sein Buch ist dafür ein guter Anfang. Roter-Reiter-Fazit: Schatz, ich habe den Index geschlagen! ist ein großartiges Buch für alle, die sich für Geldanlage und Vermögensbildung interessieren. Nicht nur Einsteiger, sondern auch Fortgeschrittene werden dieses kenntnisreiche und  toll geschriebene Buch mit Gewinn lesen. Eines der besten Bücher zum Thema Geldanlage, die auf dem Markt sind. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Christian Thiel: „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ Wie ich auszog, die besten Aktien der Welt zu kaufen. Campus, 224 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 3593506580 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Sie an der Börse gutes Geld mit ETFs verdienen Vielleicht ist es nicht ganz so einfach, wie es der Titel verspricht. Aber eins ist sicher: Mit dem Buch Einfach richtig Geld verdienen mit ETFs der Wirtschafts- und Finanzjournalistin Judith Engst hat man ein gutes Rüstzeug zur Hand, um sein sauer verdientes und mühsam erspartes Geld gewinnbringend an der Börse anzulegen. Und auch wenn das Thema nicht trivial ist: Es handelt sich nicht um eine Raketenwissenschaft und ist daher für jeden Menschen mit mitteleuropäischem Durchschnittsintelligenzquotienten erlernbar. Und wie funktioniert das jetzt genau? Natürlich: Wer noch nie in seinem Leben vom Kürzel ETF gehört hat, der zählt vielleicht nicht zum primären Kreis derjenigen, für die dieses Buch geschrieben ist. Aber alle anderen, die wissen, dass ETF die Abkürzung ist für „Exchange Traded Funds = börsengehandelte Fonds“ und die nur noch nicht so ganz genau wissen, wie das funktioniert mit dieser Form der Geldanlage, es aber gerne lernen möchten, all diese werden das Buch von Judith Engst mit Gewinn lesen. Umfassend informiert - bereit zur Tat Das Buch ist logisch aufgebaut und klar und schnörkellos geschrieben. Das erste Kapitel fungiert als Einleitung und behandelt die Grundlagen der Anlage in ETFs. Engst betont, dass ETFs eines der wachstumsstärksten Segmente im gesamten Finanzmarkt sind und bei der Rendite oft deutlich besser abschneiden als traditionelle Fonds und dabei auch noch deutlich kostengünstiger sind.  Nach dem allgemeinen Teil stellt Engst die unterschiedlichen Indizes vor und wirft einen Blick auf die nahe verwandten Index-Zertifikate.  Auch ETCs (Exchange Traded Commodities = börsengehandelte Rohstoffe wie Gold, Öl, Kupfer etc.) stellt sie vor. Nach dem Motto „No risk, no fun“ zeigt Engst auch auf, welche Fallstricke bei ETFs, Zertifikaten und ETCs lauern. Für jede „Abteilung“ nennt sie auch die wichtigsten Anbieter, erläutert die Nachteile und Risiken und geht auf die wichtige Frage des richtigen Mischungsverhältnis im Depot ein. Als Faustformel für den Aktienanteil stellt sie zum Beispiel die Gleichung 100 – Lebensalter vor. Für einen 40-jährigen Anleger bedeutet dies, dass nicht mehr als 60 Prozent seines Depots aus Aktien bzw. Aktien-Fonds bestehen sollten. Natürlich erklärt Engst auch, wie das genau funktioniert mit dem Kauf und Verkauf von ETFs, ETCs & Co. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch ist pickepackevoll mit Knowhow und daher natürlich keine Kopfkissenlektüre für müde Menschen kurz vorm Einschlafen. Es ist vielmehr ein Lern- und Arbeitsbuch. Der Stoff ist aber nicht wirklich schwierig, sondern einfach nur viel. Das Glossar am Ende des Buches hilft, die Orientierung zu halten. Kurzum: Einfach richtig Geld verdienen mit ETFs von Judith Engst ist ein gutes und empfehlenswertes Buch für Einsteiger. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Judith Engst: Einfach richtig Geld verdienen mit ETFs. Wiley VCH, 217 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 3527508961 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### "Ein Vortrag ohne Humor ist wie das Oktoberfest ohne Bier“ Ein Jahr nach seinem famosen Buch "Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag“ hat Florian Mück wieder zugeschlagen. Dieses Mal zusammen mit seinem Redner-Kollegen John Zimmer. Zimmer ist ebenfalls professioneller Speaker und zudem siebenfacher Europameister in Public-Speaking-Wettbewerben. Beide zusammen haben auch das weltweit erste Brettspiel für die freie Rede entwickelt: „Rhetoric – The Public Speaking Game“. In diesem Buch mit dem Titel „Der TED-Effekt“ geht es erneut um die Frage, wie man es hinbekommt, eine Präsentation, eine Rede, einen Vortrag zu halten, der die Leute vor Begeisterung von den Sitzen reißt. Dies nennen Mück und Zimmer den "TED-Effekt“. TED ist eine Reihe von weltweiten Konferenzen, die von einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in New York geleitet werden. Die TED-Talks sind berühmt aufgrund ihrer oft hohen Qualität und Originalität. Seit 2006 hat TED mehr als 2.600 TED-Talks online gestellt; viele davon kann man sich auf Youtube ansehen, auch in Deutsch oder mit deutschen Untertiteln. Preparation is 90 percent of the success Obwohl es in diesem Buch auch um Präsentationen im Internet geht, auf YouTube, Facebook oder in Form von Webinaren, liegt der Schwerpunkt auf Live-Präsentationen vor Publikum. Mück und Zimmer haben tausende von Vorträgen und Präsentationen gesehen, oft erlitten, sie analysiert, in ihren Trainings verbessert, und natürlich haben sie auch unzählige Präsentationen selbst gehalten. Sie wissen also, was funktioniert, warum es funktioniert, und was überhaupt nicht funktioniert. In diesem Buch geben sie ihre Erfahrung an uns weiter. Die wichtigste Komponente eines guten Vortrags: die Vorbereitung! „Jeder Vortrag ist anders, aber jeder gute Vortag ist das Ergebnis einer guten Vorbereitung“, sagen sie. Zimmer zum Beispiel hat für einen Vortrag von nicht einmal 20 Minuten Dauer sage und schreibe 160 Stunden in die Vorbereitung investiert (es war ein sehr wichtiger Vortrag). Das ist sicher extrem, zeigt aber, dass die alte Regel „Preparation is 90 percent of he success“ auch auf diesem Gebiet gilt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Ein guter Vortrag ist immer auch eine Geschichte. „TED ist das Lagerfeuer des 21. Jahrhunderts. Wenn du den TED-Effekt willst, musst du ein guter Geschichtenerzähler sein. Geschichten sind ein wunderbares Werkzeug, um eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen.“ YouTube, Facebook, Webinare Das Buch ist voller ganz konkreter, praktischer Tipps. Es geht unter anderem um die Frage, wie man aus Powerpoint das Beste herausholt (Powerpoint muss nicht sein, aber wenn, dann in Topqualität), ob und wie man Videos in seine Präsentation integrieren sollte (heikel) sowie ob und wie man Requisiten benutzen sollte (kommt gut, es gilt aber ein paar Dinge zu beachten). Natürlich geht es auch um Technik („Dein bester Freund vor Ort ist der Techniker“) und sogar um die Frage, was man anziehen sollte und wie man sich auf der Bühne am besten bewegt.  Und es geht um Humor: eine unentbehrliche Zutat einer Präsentation:  „Für uns ist ein Vortrag ohne Humor wie das Oktoberfest ohne Bier“, schreiben Mück und Zimmer. Wer Mücks früheres Buch „Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag“ schon kennt, wird sich vermutlich vor allem für die Ausführungen zum Thema „Video-Talk“ interessieren. In diesem Kapitel befassen sich die Autoren mit der Frage, was bei Präsentationen zu beachten ist, die vor der Kamera zur Veröffentlichung im Internet (YouTube etc.) gehalten werden. Am Ende des Buches stellen Mück und Zimmer jeweils einen ihrer Vorträger vor, erläutern, warum sie was gemacht haben und welche Wirkung sie sich davon erhofften. Also sozusagen eine Best-Practises-Session. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch „Der TED-Effekt“ ist klasse, wenn es auch nicht ganz an Florian Mücks Buch „Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag“ aus dem vorigen Jahr heranreicht. Dennoch bleibt nach dem Lesen auch hier das Bedürfnis, sogleich die zahlreichen Tipps auszuprobieren und die nächste Bühne für einen Vortrag mit TED-Effekt zu entern. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Florian Mück / John Zimmer: Der TED-Effekt. Wie man perfekt visuell präsentiert – für TED-Talks, YouTube, Facebook und Videokonferenzen & Co. Redline, 231 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 3868816631 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Das kleine Einmaleins des professionellen Netzwerkens „Kontakte und gezieltes Networking sind für Ihre berufliche Entwicklung von zentraler Bedeutung. Nicht in offiziellen Besprechungen werden die wichtigsten geschäftspolitischen Entscheidungen getroffen, sondern eher in informellen Gesprächen während der Pausen oder nach Feierabend.“ Das sagt die Karriereberaterin Doris Brenner in ihrem neuen Buch „Networking im Job“. Kurzum: Netzwerken ist wichtig. Trotzdem wird Netzwerken von vielen als lästig oder unangenehm empfunden. Es ist so ähnlich wie mit dem schlechten Gewissen, dass man wegen der Gesundheit mehr Obst und Gemüse essen sollte. Man weiß, dass es wichtig ist und man es verstärkt tun sollte, läßt es dann aber doch wieder schleifen. Netzwerken kann Spaß machen Mit Brenners Ratgeber soll damit Schluss sein. Das Buch ist für all diejenigen geschrieben, die oft denken: Ich müsste mehr Netzwerken und verstärkt Kontakte knüpfen, habe aber irgendwie keine Lust darauf. Brenner verspricht sogar im Untertitel ihres Buches, dass Netzwerken Spaß machen kann. Und sie gibt jede Menge konkrete Tipps, Empfehlungen und Beispiele, wie so etwas funktioniert. Dabei geht es in erster Linie nicht um die sozialen Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook, sondern um die klassischen Verbindungen in der realen Welt. Ein Netzwerk ist keine Einbahnstraße Nach der Vorstellung der verschiedenen Netzwerke (neben den bereits genannten zum Beispiel Berufsverbände, Frauen- oder Alumninetzwerke) geht es um die Frage, welche Netzwerke für Sie infrage kommen. Das hängt letztendlich von zwei Faktoren ab: Worauf haben Sie Lust, sprich woran haben Sie Spaß? Und welche Netzwerke sind im Hinblick auf Ihre Ziele sinnvoll und förderlich? Zudem geht es um Ihre Erwartungen und Ziele: Was wollen Sie erreichen? Welche Ziele verfolgen Sie? Und wie können Sie diese am besten mit Unterstützung durch die anderen Mitglieder in Ihrem Netzwerk realisieren? Ganz wichtig: Ein Netzwerk ist keine Einbahnstraße. Zunächst sollte man sich fragen, welchen Mehrwert man selbst in ein Netzwerk einbringen kann, was man den anderen Netzwerkmitgliedern Nützliches, Interessantes bieten kann. Das können zum Beispiel bestimmte Kompetenzen sein oder Erfahrungen oder auch Kontakte. Denn Netzwerken bedeutet ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Dauerhaft funktionieren Netzwerke nur, wenn alle Beteiligten davon profitieren. Konkrete Beispiele und Experten-Beiträge Brenner gibt viele ganz konkrete und umsetzbare Tipps, etwa zu den Themen Selbstmarketing, Smalltalk, Kontakte knüpfen und pflegen, aber auch zu ganz handfesten Fragen wie Nutzung des Netzwerkes bei der Suche nach einem neuen Job oder lukrativen Aufträgen. Dazu gibt es zahlreiche Beispiele, Anekdoten sowie eingeschobene Experten-Beiträge aus dem Netzwerk von Doris Brenner. Manches Kapitel im Buch erscheint ein bisschen wie Füllmaterial, zum Beispiel die Erfahrung einer Journalistin mit den Anrufen von PR-Agenturen, Tipps fürs Vorstellungsgespräch oder die Kapitel „Neu im Job – wie werde ich Teil des Teams?“ und „Neu als Chef: die Führungsrolle füllen“. Dennoch sind diese Themen natürlich auch interessant und Dank des eingängigen Schreibstils der Autorin auch leicht und schnell zu lesen. Networking: das Wichtigste auf einen Blick Networking ist der bewusste Aufbau und die kontinuierliche Pflege von Kontakten mit dem Ziel, Teil eines lebendigen Netzwerks zu sein. Networking ist ein auf Geben und Nehmen ausgerichteter partnerschaftlicher Prozess, von dem alle Beteiligten profitieren sollten. Werden Sie sich zunächst bewusst, warum Sie für andere ein interessanter Netzwerkpartner sind. Denn ein guter Netzwerker fragt zuerst, was er für andere tun kann. Ihre Kurzpräsentation (Elevator-Pitch) hilft Ihnen, das zu vermitteln, was Sie als Person ausmacht. Networking setzt den Willen voraus, sich aktiv einzubringen. Warten Sie deshalb nicht darauf, dass andere auf Sie zukommen. Gute Netzwerker interessieren sich für Menschen. Sie kennen persönliche Vorlieben, Interessen und zum Beispiel die Geburtstage Ihrer Netzwerkpartner. Um Netzwerkpartner kennenzulernen, sollten Sie dort hingegen, wo Sie die Menschen mit einschlägigen Interessen, Kontakten und Fähigkeiten treffen (Messen, Tagungen, Schulungen …). Oder werden Sie Mitglied in einem Verband. Eine positive Ausstrahlung und Sympathiegesten wie Lächeln und Blickkontakt erleichtern die Kontaktaufnahme. Damit sind Sie für andere ein beliebter Gesprächspartner. Wenn Sie gezielt einen bestimmten Kontakt suchen, recherchieren Sie, mit wem Sie sprechen sollten. Ein Aufhänger ist hilfreich bei der Kontaktaufnahme. Dies kann eine Empfehlung, ein gemeinsamer Bekannter oder etwas sein, das Sie verbindet. Networking hat viel mit Vertrauen zu tun. Dieses Gefühl entsteht nur durch positive Erfahrungen mit einem Menschen über einen längeren Zeitraum. Pflegen Sie Kontakte. Eine Karte zum Geburtstag oder ein kleiner Anruf zwischendurch beispielsweise helfen, die Verbindung am Leben zu erhalten. Zeigen Sie sich für eine Gefälligkeit bei Ihren Netzwerkpartnern erkenntlich. Ein Blumenstrauß oder ein persönlicher Kartengruß vermitteln Anerkennung und Wertschätzung. Sie zeigen damit, dass für Sie die Hilfe nicht selbstverständlich ist. Roter-Reiter-Fazit: „Networking im Job“ von Doris Brenner ist ein guter, nützlicher und leicht lesbarer Ratgeber für alle, die zwar wissen, dass sie auf diesem Gebiet mehr tun müssten, aber nicht so recht wissen, wie sie es anstellen sollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Doris Brenner. Networking im Job. Wie es Spaß macht und funktioniert. Haufe Lexware, 182 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3648086545 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die falschen Versprechen der Erfolgswirtschaft Manche Patentrezepte, Methoden und Denkmodelle sind einfach nicht totzukriegen. Obwohl schon zigfach wissenschaftlich widerlegt und begraben, wird ihnen immer wieder in Ratgebern, Vorträgen und Seminaren neues Leben eingehaucht und sie geistern wie Zombies durch die Ratgeberlandschaft. Typische Beispiele für solche Erfolgs-Zombies sind: Jeder Mensch kann selbst die größten Ziele erreichen („In drei Jahren garantiert zur ersten Million!“) Die menschliche Willenskraft und Selbstdisziplin sind wie Muskeln, die sich durch harte Arbeit trainieren lassen. Menschen müssen nur das Verhalten und die Gewohnheiten der Supererfolgreichen kopieren, um genauso erfolgreich zu sein („Lernen von den Besten!“) Menschen können sich beliebig verändern, wenn sie nur wollen („Tschakka, du schaffst es!“) Was Sie gerade gelesen haben, ist eine leicht gekürzte Passage aus dem Buch „Sei du selbst, sonst geht´s dir dreckig!“ von Ralf China und seinem im Februar dieses Jahres verstorbenen Kollegen Juergen Schoemen. Ihre These: Die meisten der immer wieder strapazierten Erfolgsformeln und verkündeten Heilslehren der Erfolgswirtschaft können nicht funktionieren, weil sie die Rechnung ohne den Wirt machen. Der Wirt, das ist die individuelle Person selbst. Denn jeder von uns liegt an mehreren weitgehend genetisch bedingten Ketten, und die lassen sich nun einmal nicht so leicht sprengen. Platt gesagt:  Aus einem Ackergaul läßt sich nun mal kein Rennpferd machen, da kann er so viel trainieren, wie er will. Kenntnis der Biostruktur essentiell Warum sind die „Erfolgs-Zombies“ für viele von uns so attraktiv? Weil sie einfache, bewährte Lösungen für herausfordernde, komplexe Probleme versprechen, sagen China und Schoenen.  Außerdem „gaukeln sie uns das Bild des beliebig optimierbaren Menschen vor, der alles erreichen kann, was er (oder sein Chef) will“. Im ersten Teil ihres Buches kümmern sich die Autoren darum, die „schlimmsten und am weitesten verbreiteten Erfolgs-Zombies zu entlarven“.  Im zweiten Teil erfahren wir anhand von Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft und der Verhaltensgenetik, wie wir unser „wirkliches Potenzial“ entdecken und nutzen können. Im Zentrum dabei steht die „individuelle Biostruktur von uns Menschen“. Die Biostruktur ist, kurz gesagt, das Zusammenspiel unser drei Gehirnbereiche, also Stammhirn, Zwischenhirn und Großhirn. Dieses Verhältnis der drei Hirnbereiche ist genetisch veranlagt, bei jedem Menschen verschieden und beim Erwachsenen stabil; es kennzeichnet die Grundstruktur unserer Persönlichkeit. In unserer Biostruktur sind grundlegende Sichtweisen, Bewertungen und Verhaltensbereitschaften verankert, aus denen sich unsere individuellen Beweggründe (Motive) ableiten. Authentizität: Voraussetzung für Erfolg und Lebensfreude Der springende Punkt ist, dass wir nicht über einen längeren Zeitraum gegen unsere eigene, individuell sehr unterschiedliche  Biostruktur agieren können. Oder wenn wir es versuchen, werden wir unglücklich und krank (Burn-out). Der Schlüsselbegriff lautet „Authentizität“. Authentizität bedeutet, so die Autoren, im Einklang mit sich selbst, also mit seiner individuellen Biostruktur zu handeln, und ist „eine zentrale Voraussetzung für persönlichen Erfolg und Lebensfreude.“ Mithilfe einer Biostruktur-Analyse läßt sich die Persönlichkeit eines Menschen ermitteln und in einem sogenannten „ Structogram“ darstellen. Die Biostruktur-Analyse und das Structogram ist ein von China und seinem Team praktizierter Trainings-Ansatz zur Persönlichkeitsentwicklung, der vor allem Einsatz in Unternehmen findet. Roter-Reiter-Fazit: Auch wenn der rote Faden nicht immer zu erkennen ist, lohnt sich die Lektüre des Buches vor allem für diejenigen, die begeistert und voller Erwartung von einem Erfolgsseminar zum nächsten rennen und sich anschließend darüber wundern, dass ihr eigener Erfolg noch immer auf sich warten läßt. In diesem Buch erfahren sie, woran das liegen könnte. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ralf China / Juergen Schoemen: Sei du selbst, sonst geht´s dir dreckig! Warum Erfolg nicht mit Patentrezepten sondern nur individuell machbar ist. BOOKS4SUCCESS, 206 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864704456 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wir amüsieren uns zu Tode (New Version) 1985, also vor 32 Jahren, erschien der Bestseller „Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie“ von Neil Postman. Der amerikanische Kommunikationswissenschaftler kritisierte in dem weltweit diskutierten Buch die Massenmedien und das Medienverhalten der Menschen, insbesondere den Fernsehkonsum. Das neue Buch von Gunter Dueck „Flachsinn. Ich habe Hirn, holt mich hier raus“ ist so etwas wie die aktualisierte Neuauflage des Postmanschen Bestsellers. Was für Postman damals das Fernsehen, ist für Dueck heute das Internet. Flachsinnsspirale mit Niveauatrophie Fernsehen, so lautet ein bekannter Satz, macht kluge Menschen klüger und dumme Menschen dümmer. Soll heißen: Die klugen Menschen suchen sich im TV-Angebot jene Sendungen aus, die sie weiterbringen. Dadurch werden sie noch klüger. Die Dummen und Bequemen lassen sich berieseln. Sie werden dadurch noch dümmer. Für das Internet gilt das gleiche. Mit einem wichtigen Unterschied. Das Kluge und Wichtige hat es heute noch schwerer, zu uns durchzudringen, sagt Dueck. Denn es gibt einfach zu viel Müll im Netz. „Unter dem massenhaften Flachsinn im Netz verblasst das Wichtige und Ernsthafte“, schreibt er. Alles buhlt um unsere Aufmerksamkeit und tut so, als wäre es wichtig. Auch der hanebüchenste Unsinn geriert sich als ewige Wahrheit. Wir blicken nicht mehr durch. Und nicht nur hat es das Schöne, Gute, Wahre schwer, zu uns durchzudringen. Auch wir selbst müssen, um im Netz gehört zu werden, immer lauter, immer schriller, immer plakativer agieren, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Wir dürfen vorstellen: eine Flachsinnsspirale mit Niveauatrophie. Neue Art der Intelligenz nötig - wo sind die Intellektuellen? Die Intellektuellen sind momentan keine Hilfe. Sie gefallen sich darin, alles Digitale pauschal abzulehnen. Sie leben in einer „selbst gewählten Digital-Isolation“. Doch das ist keine Lösung. Denn: "Das Internet geht nicht mehr weg." Dueck fordert daher ein „Culture Valley“, eine „neue Kultur des Tiefsinns“: „Wir müssen eine Art neuer Intelligenz in uns ausbilden, die erkennt, was Aufmerksamkeit auf sich zieht und was sie verdient.“ Dueck ruft alle, insbesondere die Intellektuellen, dazu auf, sich aus der selbstgewählten Filterblase zu befreien und „sich an der Schaffung einer guten neuen Zeit zu beteiligen“. Dueck hat keine fertige Lösung parat, er wünscht sich eine breite Diskussion darüber. Einen Vorschlag wirft er aber schon einmal in die Runde: Zentraler Baustein seiner Idee des „Culture Valley“ ist der freie und unbeschränkte Zugang zu allen Bildungs- und Kulturgütern im Internet. Weisheit für alle! Roter-Reiter-Fazit: Mit „Flachsinn“ ist Gunter Dueck erneut ein ungemein inspirierendes, nachdenkliches und zugleich auch streckenweise witziges Buch gelungen. Vor allem aber ist es eins: ein wichtiges Buch. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Gunter Dueck: Flachsinn. Ich habe Hirn, ich will hier raus. Campus. 262 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593505177 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Sie garantiert das Beste aus allem Möglichen machen - nicht zuletzt aus sich selbst und Ihrem Leben Warum sollte man sich ein Buch kaufen, das ein Ungetüm von über 700 Seiten im Überformat und 1,5 kg Gewicht ist? Wenn man im Bett liegt und es lesen will, braucht man beide Hände, um es zu halten, und nach kurzer Zeit werden einem die Arme schwer. Warum also sollte man sich so ein Buch antun? Es gibt nur einen Grund: Weil es saugut ist. Das Buch, von dem ich rede, ist der neue Tim Ferris. Sie kennen ihn vielleicht von seinen Bestsellern „Die 4-Stunden-Woche“ oder „Der 4-Stunden-Körper“. Sein neues Werk heißt „Tools der Titanen“. Ich sag´s Ihnen gleich: Vergessen Sie den Titel! Er wird dem Inhalt nicht gerecht. Vergessen Sie auch, dass man Bücher in der Regel vorne beginnt und sich dann langsam nach hinten durcharbeitet. Wenn Sie sich das Buch beschafft haben, beginnen Sie nicht mit dem Kapitel „Bitte zuerst lesen – wie man dieses Buch benutzt“. Suchen Sie sich stattdessen im Inhaltsverzeichnis ein Thema aus, das Sie am meisten interessiert und dann fangen Sie an zu lesen. Wenn Sie begeistert sind – und ich würde mich wundern, wenn Sie es nicht sind -, können Sie sich nach zwei oder drei Kapiteln immer noch die Einleitung vorknöpfen. Es bleibt genug Text übrig, den Sie mit der „Bedienungsanleitung“ im Kopf lesen können. Lebensweisheiten, Erfolgsstrategien und Fitnesstipps Das Buch ist sozusagen ein schriftliches „Best-of“ der Podcast-Talkshows, die Ferris seit einigen Jahren mit mehr oder weniger prominenten Gästen führt. Die meisten Leute in dem Buch kennt man in Deutschland nicht – und einige kennt man vermutlich auch in den Staaten nicht, es sind aber trotzdem sehr interessante Menschen. Zum Beispiel Amelia Boone, eine der besten Ultraläuferinnen und Extrem-Hindernisläuferinnen der Welt (u.a. mehrfache Siegerin des World Toughest Mudder), die hauptberuflich als Anwältin für Apple arbeitet. Oder Paul Levesque („Triple H“), der 14 Mal den Weltmeistergürtel der World Wrestling Entertainment gewann und heute als Vizepräsident in der WWE tätig ist. Man findet aber auch ein paar hierzulande bekannte Namen wie Arnold Schwarzenegger, Marc Andreessen, Tony Robbins, Peter Thiel, Scott Adams, Kevin Costner, Paulo Coelho und Jamie Foxx. Sie alle plaudern ein wenig aus ihrem Leben, geben Einblick darin, wie sie sich fit halten, was sie antreibt, was sie essen, was sie tun, um gut zu schlafen, welche Rituale sie haben, wie man sein Geld am besten anlegen sollte, welche Fehler man bei irgendetwas unbedingt vermeiden sollte und so weiter und so fort. Alles Dinge, die wir von uns selbst kennen und die uns auch schon beschäftigt haben. Das ist zum großen Teil sehr inspirierend. Vieles läßt uns aber auch völlig kalt, weil es uns nicht betrifft. Aber wie Ferris selbst sagt: Was den einen brennend interessiert und begeistert, ist für den anderen komplett belanglos. Die Menschen sind halt unterschiedlich. „Dieses Buch ist ein Buffet“, schreibt Ferris, und jeder soll sich das heraussuchen, was ihm am besten schmeckt oder was er gerne probieren möchte. Daher lautet seine „Regel Nr. 1“ für die Lektüre seines Buches auch: „viel überspringen“. Gesundheit, Reichtum und Weisheit Das Buch ist in drei große Teile gegliedert: Gesundheit, Reichtum und Weisheit. Für Ferris sind dies „die drei Säulen, auf denen das Leben aufbaut.“ Neben den Zusammenfassungen der Gespräche mit seinen Talkshow-Gästen enthält das Buch in jedem Bereich sogenannte „Themenkapitel“, in denen Ferris selbst zu bestimmten Fragen Stellung nimmt. Allein diese Abschnitte rechtfertigen die Anschaffung des Buches. Da geht es unter anderem  um Ungewöhnliche und effektive Körpergewichtsübungen 5 Tools, um schneller ein- und besser durchzuschlafen 5 Morgenrituale, die mich gut in den Tag bringen ("Punkt 1: Machen Sie Ihr Bett!" Oder "Punkt 3: Machen Sie 5 bis 10 Wiederholungen von irgendetwas") Grundlagen für das Gehirntraining Nein sagen, wenn es drauf ankommt Faul: Ein Manifest Ein paar praxisbezogene Gedanken über Selbstmord (Für mich eines der stärksten Kapitel in dem Buch) Das Buch ist -  typisch Ferris - locker geschrieben und toll zu lesen. Oft ist es auch lustig und humorvoll. Auf Seite 30 gibt er zum Beispiel den Tipp, den Fuß auf einem Golfball zu rollen, um so die Mobilität der ischiocruralen Muskulatur zu erhöhen. Dazu die Warnung: „Legen Sie aber einen Handtuch unter den Golfball, damit Sie nicht abrutschen und Ihrem Hund ein Auge ausschießen!“ Roter-Reiter-Fazit: „Tools der Titanen“ von Tim Ferris ist ein wunderbares Buch zum Schmökern an kalten, dunklen Regentagen. Inspirierend, unterhaltsam, lehrreich, optimistisch. Kaufen Sie es, lesen Sie es, schenken Sie es Ihren Verwandten und Freunden. Und kräftigen Sie Ihre Armmuskeln ;-) Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Tim Ferris : Tools der Titanen. Die Taktiken, Routinen und Gewohnheiten der Weltklasse-Performer, Ikonen und Milliardäre. Finanzbuch-Verlag, 734 Seiten, 29,99 Euro, ISBN: 3959720467 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wirtschaft verkehrt: Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt Dass die USA heute einen Präsidenten Donald Trump haben, liegt unter anderem daran, dass die Kluft zwischen Arm und Reich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist. Ein Trend übrigens, der nicht auf die USA begrenzt ist, sondern den man in vielen Teilen der Welt beobachten kann, auch in Europa. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist ein Phänomen, das die amerikanische Journalistin Rana Foroohar die „Finanzialisierung“ des Wirtschaftslebens nennt. In ihrem kenntnisreich geschriebenen und spannend zu lesenden Buch „Makers and Takers. Der Aufstieg des Finanzwesens und der Absturz der Realwirtschaft“ beschreibt und analysiert sie, was in der amerikanischen Wirtschafts und Unternehmenswelt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten passiert ist und zeigt Wege auf, wie man aus dieser für die Menschen und den sozialen Frieden gefährlichen Abwärtsbewegung wieder ausbrechen kann. Was Steve Jobs von seinem Nachfolger unterscheidet Die Finanzialisierung ist, kurz gesagt, der Triumph der „Takers“ über die „Makers“. Die „Takers“, das sind die „Kassierer“, die Leute von Wall Street mit den Dollarzeichen in den Augen, die Menschen, die durch ihr Tun keine Werte schaffen, sondern einzig und allein das Ziel verfolgen, Geld zu vermehren. Und die „Makers“, das sind die Unternehmer, die Macher, die Leute, die mit ihren neuen Ideen, Produkten und Dienstleistungen die Gesellschaft wirklich voranbringen und das Leben der Menschen insgesamt besser machen. „Maker“ in diesem Sinne war zum Beispiel Apple-Gründer Steve Jobs, der unermüdlich daran gearbeitet hatte, mit seinen Innovationen das Leben der Menschen zu verbessern. Und ein typischer „Taker“, ein Kassierer, ist Jobs Nachfolger, der amtierende Apple-CEO Tim Cook, der davon beseelt erscheint, durch immer neue Finanztricks das Vermögen von Apple zu vermehren, von dem aber so gut wie keine unternehmerischen Impulse ausgehen. So etwas mag eine Weile gutgehen, als längerfristige Strategie aber schadet dies dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern, seinen Aktionären und der gesamten Gesellschaft. Tim Cook ist einer von vielen, die für die „Finanzialisierung“ der Wirtschaft stehen. Es handelt sich dabei, so Foroohar, um eine „Krankheit“, die darin besteht, das die Banken und Finanzinstitute der amerikanischen Geschäftswelt ihre Bedingungen diktieren und nicht umgekehrt. „Unser Finanzsystem“, schreibt Foroohar, „hat aufgehört, der Realwirtschaft zu dienen und dient jetzt hauptsächlich sich selbst.“ Oder anders ausgedrückt: Der Schwanz wedelt mit dem Hund. Der American Dream ist in Gefahr In ihrem Buch beschreibt Foroohar, wie es dazu kam, dass die Kassierer („Taker“) in der Wirtschaft über die Macher („Maker“) dominieren. Sie versucht zu erklären, wie der Aufstieg des Finanzwesens den Absturz der amerikanischen Unternehmenswelt herbeigeführt hat und dies sogar „den American Dream in Gefahr bringt“. Und das tut sie auf sehr lebendige und anschauliche Art und Weise. „Makers and Takers“ ist nämlich keine abstrakte theoretische Abhandlung für Wirtschaftswissenschaftler. Was an dem Buch gut gefällt und es so spannend zu lesen macht, ist die Tatsache, dass Foroohar ihre Kritik an der Finanzialisierung anhand konkreter Unternehmensbeispiele  formuliert (unter anderem General Motors, GE, Apple). Und das durchaus verständlich. Das Buch liest sich zwar nicht von selbst, aber man braucht kein Ökonomiestudium, sondern nur ein wenig Konzentration, um dem Text zu folgen. Die Redundanz – die zum Teil für den Umfang des Buches verantwortlich ist - ist dabei durchaus hilfreich. Foroohar beläßt es aber nicht bei der Kritik. Sie zeigt auch Lösungswege auf, wie man das Finanzsystem wieder auf den Platz verweisen kann, der ihm zukommen sollte, nämlich „als Diener der Wirtschaft und nicht als ihr Herr“. Roter-Reiter-Fazit: „Makers and Takers“ ist ein großartiges Buch. Jeder, der sich nur ein wenig für Wirtschaft und Politik interessiert, wird es mit Interesse, womöglich mit Begeisterung, auf jeden Fall aber mit Gewinn lesen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Rana Foroohar: Makers and Takers. Der Aufstieg des Finanzwesens und der Absturz der Realwirtschaft. Plassen, 445 Seiten, 29,99 Euro, ISBN: 3864704383 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Juchu, ein Kunde hat sich beschwert! Viele Unternehmen sind stolz auf ihre Kundenorientierung. Und der erste Eindruck ist ja oft auch auch positiv. Wie es um die Kundenorientierung einer Firma aber wirklich bestellt ist, erkennt man erst und vor allem daran, wie sie mit Reklamationen und Beschwerden umgeht. Und hier sieht es dann oft gar nicht mehr so gut aus. Viel zu häufig muss man feststellen: Vorne (im Verkauf) hui – und hinten (bei Kundenbeschwerde) pfui. Beschwerden werden allzu oft als lästige Störungen gewertet - und auch so behandelt. Der Kunde wird mit seiner Beschwerde abgewimmelt. Ein schwerer Fehler. Denn im Zeitalter des Internets haben Kunden heute zahlreiche Möglichkeiten, sich ihren Frust über eine schlechte Behandlung, über untaugliche Produkte oder über einen miserablen Service von der Seele zu schreiben. Mit enormen Folgen für das Image des Unternehmens. Ein Shit-Storm im Internet ist sicherlich das Letzte, was eine Firma braucht. Kundenbeschwerden als Chancen nutzen Daher sollte jede Firma froh sein, wenn sich ein Kunde mit seiner Beschwerde direkt bei ihr meldet. Denn so hat sie wenigstens noch die Chance, den Kunden zu halten und im besten Fall sogar noch stärker an das Unternehmen zu binden. Optimalerweise erzählt der Kunde im Anschluss seine positiven Erfahrungen im Bekanntenkreis weiter und macht dadurch kostenlose Werbung für Sie. Und: Beschwerden helfen Ihnen, besser zu werden. Denn sie weisen auf Fehler hin, die Sie vielleicht noch gar nicht kennen. Die Folge: Sie wundern sich, dass die Kunden plötzlich wegbleiben und zur Konkurrenz abwandern. Denn ein Großteil Ihrer Kunden – Experten schätzen die Größenordnung auf 70 bis 90 Prozent – beschweren sich erst gar nicht, sondern kaufen beim nächsten Mal direkt bei Ihrem Wettbewerber. Mit anderen Worten: Zehn Beschwerden können einen Verlust von 50 bis 200 Kunden implizieren. Nicht gut! Professionalität ist Trumpf Deshalb ist ein absolut professionelles Beschwerdemanagement so wichtig. Genau darum geht es im Buch „Die 5-Sterne-Strategie“ von Zehra Sirin. Untertitel: „Exzellentes Beschwerdemanagement in Zeiten von Online-Bewertungen“. Zirin weiß, wovon sie spricht.  Die Unternehmensberaterin und Lehrbeauftragte vermittelt in diesem Buch kein angelesenes Wissen aus zweiter Hand. Man spürt vielmehr auf jeder Seite, dass sie das Thema wirklich und von Grund auf durchdrungen hat. Sie weiß, worauf es ankommt, um ein professionelles Beschwerdemanagement im Unternehmen zu etablieren. Auch geht sie darauf ein, welche Schwierigkeiten und Stolperfallen auftauchen können, und wie man damit umgehen sollte. Die Seriosität und Kompetenz in der Sache wiegt auch den eher trockenen und zuweilen spröden Ton auf. Sirins Buch ist kein LiLaLaune-Buch und an der Autorin ist auch nicht gerade eine Schriftstellerin verloren gegangen. Aber wie heißt es so schön im Claim einer bekannten deutschen Wirtschaftszeitung: „Subtanz entscheidet!“ Und Substanz ist im Buch von Sirin jede Menge vorhanden. Ein hilfreiches Buch zu einem wichtigen Thema Das Buch richtet sich an alle, die die Aufgabe oder den Entschluss gefasst haben, ein systematisches Beschwerdemanagement aufzubauen. Vor allem die Führungsebene sollte sich dabei angesprochen fühlen, denn die Einstellung der sogenannten  „Teppichetage“ ist für den Erfolg des Beschwerdenmanagements absolut entscheidend. Mit Sirins Buch bekommen sie einen sehr guten Überblick  darüber, worauf es beim professionellen Beschwerdenmanagement ankommt. Themen sind unter anderem: Grundlegendes zum Beschwerdemanagement Die Planung des Beschwerdemanagements Der konkrete Beschwerdemanagementprozess Kritische Erfolgsfaktoren für das Funktionieren des Beschwerdemanagements Auswirkungen der digitalen Transformation (besonders Internet) auf das Beschwerdemanagement Roter-Reiter-Fazit:  „Die 5-Sterne-Strategie“ von Zehra Sirin ist ein hilfreiches Buch zu einem wichtigen Thema. Es zeigt nicht nur die Bedeutung eines professionellen Beschwerdenmanagements für die Unternehmen auf, sondern erläutert kompetent, wie man mit bewährten Methoden und Strategien schrittweise ein funktionierendes Beschwerdenmanagement aufbaut. Damian Sicking, www. Roter-Reiter.de Zehra Sirin: Die 5-Sterne-Strategie. Exzellentes Beschwerdemanagement in Zeiten von Online-Bewertungen. Redline-Verlag, 248 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3868816410 ### Frische Ideen für mehr Umsatz Wie wär´s damit: Sie verdoppeln Ihren Umsatz, und das innerhalb von 100 Tagen. Klingt gut? Es kommt noch besser: Das Ganze  schaffen Sie ohne zusätzlichen Zeitaufwand! Geht nicht? Geht doch! Behauptet jedenfalls Roger Rankel, viel gepriesener Experte für Kundengewinnung und Umsatzsteigerung. Und wie das geht, verrät der Bestsellerautor und Verkaufstrainer in seinem neuen Buch „Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler“, das im Gabal-Verlag erschienen ist. Vom Internetmillionär bis zum Gemüsemann an der Ecke Schon seit langem, schreibt Rankel zu Beginn seines aufwändig gestalteten und bebilderten Buches, wird er von dem Gedanken angetrieben, hinter die Kulissen der „Umsatzkönner“ zu blicken und zu erforschen, was diese anders machen und vor allem: was diese besser machen. Um das herauszufinden, sprach er mit Topmanagern, Internetmillionären, Unternehmern, Spitzenpolitikern und international bekannten Sportlerlegenden, aber auch mit dem erfolgreichen Gemüsemann an der Ecke, dem Eisverkäufer auf Capri und dem Malermeister vom Starnberger See. Die Ergebnisse dieser Gespräche und Beobachtungen hat er in seinem Buch zusammengefasst. So sind denn auch die Stärke des Buches die vielen Beispielen aus dem wirklichen Leben. Rankel berichtet fasziniert von ungewöhnlichen Ideen, neuen Strategien und erstaunlichen Innovationen, die Kunden begeistert und der Geschäftsentwicklung der Firmen einen kräftigen Impuls gegeben haben. Ob dies dann immer gleich in einer Umsatzverdopplung mündete, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, sich anregen und inspirieren zu lassen von der Kreativität der Erfolgreichen und dann vor allem die eigenen neuen und frischen Ideen mit Schwung in die Praxis umzusetzen. Was an Rankels Buch neben der Aufmachung gut gefällt, ist, dass hier kein akademisch abgehobener Philosoph über das Wesen des Verkaufs oder die Metaphysik der Kundengewinnung spricht. Hier ist ein Mann der Praxis am Werk, ein Experte, der das Verkaufen sozusagen auf der Straße gelernt hat. Dazu passt die Sprache im Buch: sehr locker und flockig. So fühlt man sich als Leser auch an keiner Stelle überfordert. Ein schönes, unterhaltsames und anregendes Buch Wen die häufige Selbstbeweihräucherung des Autors nervt, sollte sie einfach großzügig überlesen. Und ob die versprochenen „Geheimnisse“ wirklich so geheim sind - geschenkt! Rankel  selbst gibt am Anfang des Buches freimütig zu, dass „nicht alles in diesem Buch gänzlich neu“ ist. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Es gibt Dinge, die können einfach gar nicht oft genug gesagt werden. Und außerdem steht jeden Tag irgendjemand auf, für den Rankels Tipps und Tricks absolutes Neuland sind. Prima! Roter-Reiter-Fazit: „Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler“ von Roger Rankel ist ein schönes, unterhaltsames und anregendes Buch. Wer Inspiration für neue Geschäftsideen braucht, wird hier fündig. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Roger Rankel: Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler. So machen auch Sie mehr aus Ihrem Geschäft. Gabal, 192 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869367482 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Wer später stirbt, hat mehr vom Leben Es gibt Bücher, deren Anschaffung sich schon wegen des Titels lohnt. Das neue Buch des Journalisten und Autors Jesko Wilke ist so eins. Es heißt „Wie man nicht stirbt“. Ein genialer Titel! Sofort ist man hellwach, vielleicht auch amüsiert. Das liegt an der Doppeldeutigkeit der Formulierung. Zum einen kann man es als Versprechen für das ewige Leben lesen. In diesem Fall wäre das Buch ein Ratgeber, wie man das Sterben an sich vermeidet. Damit hätte sich der Autor sehr weit aus dem Fenster gelehnt, denn wie man weiß, kommt man ums Sterben nicht herum. Eine andere Interpretation des Titels würde lauten: „Woran Sie NICHT sterben sollten“ (man beachte die Betonung). Zum Beispiel weil es vermeidbar wäre oder unnötig. An einer Krankheit zum Beispiel, oder durch einen Unfall. Sterben Sie lieber an Altersschwäche Und genau darum geht es in Wilkes Buch mit dem genialen Titel. Die Unterzeile macht dann auch alles klar: „Die 12 häufigsten Todesursachen und wie Sie sie vermeiden“. Es gibt eine gute Art zu sterben und viele schlechte. Gut zu sterben bedeutet, gesund und fit an Altersschwäche zu sterben. Also „bewusst und lebenssatt“, wie einmal ein Schriftsteller sagte. Daneben gibt es zwölf schlechte Arten zu sterben, und dabei handelt es sich um die zwölf häufigsten Todesursachen in Deutschland. Diese sind: Herz-Kreislauf-Erkrankung (340.000 Todesfälle pro Jahr) Übergewicht (keine exakte Angabe möglich) Schlaganfall (100.000 Todesfälle pro Jahr) Infektion (70.000 Todesfälle pro Jahr) Behandlungsfehler (70.000 Todesfälle pro Jahr) Lungenkrebs (45.000 Todesfälle pro Jahr) Demenz (36.000 Todesfälle pro Jahr) Darmkrebs (25.500 Todesfälle pro Jahr) Brustkrebs (18.000 Todesfälle pro Jahr) Prostatakrebs (13.500 Todesfälle pro Jahr) Selbstmord (10.000 Todesfälle pro Jahr) Unfall (keine exakte Angabe möglich) Diese zwölf Todesursachen sind für 90 Prozent aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Mit weit über hundert Tipps zeigt uns Wilke, wie man sich davor schützt, vorzeitig den Löffel abzugeben. Ganz entscheidend dabei: der persönliche Lebensstil. 70 Prozent unserer Gesundheit hängen davon ab. O-Ton Wilke: „Durch einen klugen und gesunden Lebensstil können wir unser Leben leicht um 30 Jahre verlängern.“ Ein Buch, das jeder lesen sollte In seinem informativen, lesenswerten und auch sehr leicht lesbaren Buch widmet sich Wilke in jedem Kapitel einer Todesursache, beschreibt die Gefahrenlage, gibt Hintergrundinformationen und – besonders wichtig – schreibt uns hinter die Ohren, wie wir uns davor schützen können. Dabei beginnt er jedes Kapitel mit ein paar statistischen Fakten und beschließt das Kapitel mit einer Checkliste zur Erfassung der persönlichen Risikolage. Roter-Reiter-Fazit: Eine Alternative zu Blumen, Pralinen, Wein und Schweinebraten! „Wie man nicht stirbt“ ist ein Buch, das jeder Arbeitgeber seinen Mitarbeitern als Geschenk auf den Tisch legen sollte. Und er keinen Tisch hat? Der sollte das Buch ebenfalls lesen. Damian Sicking, www-Roter-Reiter.de Jesko Wilke: Wie man nicht stirbt. Die 12 häufigsten Todesursachen und wie Sie sie vermeiden: Die Formel für ein langes Leben. Riva, 176 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 3742301632 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die 10 Grundsätze des guten Schreibens Klaus ist Verkäufer. Er kann reden wie ein Buch. Aber wehe, Klaus soll mal etwas schreiben, sagen wir einen Artikel für die Mitarbeiterzeitschrift oder das Firmenintranet, in dem er sich und seine Arbeit vorstellt. Dann bekommt Klaus Knoten in die Finger. Er quetscht dann zwar irgendwie irgendwas heraus, aber das liest sich wie eine Mischung aus Bedienungsanleitung und Regierungserklärung. Furchtbar. Und so wie Klaus geht es vielen. Der Grund: In der Schule lernen wir zwar Schreiben, aber gute Texte verfassen, die andere mit Freude lesen, das lernen wir dort in der Regel nicht. Einfach machen - einfach schreiben! Und weil das so ist, brauchen wir Hilfe. Das kann eine Schreibwerkstatt sein oder ein Seminar. Für den Anfang reicht vielleicht auch schon ein Buch. Wie zum Beispiel das von Hannes Külz. Es heißt „Einfach schreiben im Beruf. Wie Sie sich und Ihrem Leser eine Freude machen“ und ist im Haufe-Verlag erschienen. „Einfach schreiben“ – das sind bereits zwei Botschaften auf einmal. Zum einen sollen wir, sagt Külz, einfach drauflos schreiben und nicht erst tage- oder wochenlang mit dem Text schwanger gehen. Und zum anderen sollen wir einfach schreiben, also so, dass wir auch verstanden werden, ohne Kauderwelsch und gedrechselte Formulierungen. Dass Hannes Külz weiß, wovon er spricht, dürfen Sie glauben. Er ist gelernter Journalist und war unter anderem Redakteur bei der Financial Times Deutschland. Heute coacht er unter anderem Führungskräfte im Schreiben – von der Korrespondenz über Redemanuskripte bis zu journalistischen Texten. Es geht in Külz´ Buch ums Schreiben IM Beruf, nicht ums Schreiben ALS Beruf - obwohl professionelle Schreiber von der Lektüre des Buches durchaus noch profitieren können. Mit gewöhnlichen Wörtern ungewöhnliche Dinge sagen Auf knapp 200 Seiten gibt Külz jede Menge Tipps und Empfehlungen, wie Sie es schaffen, einen guten Text zu schreiben, ob Brief, E-Mail, Projektbericht oder Fachartikel. Dazu nutzt er eine Fülle von guten und schlechten Beispielen und macht deutlich, mit welch einfachen Mitteln man eine ganz andere Wirkung erzielen kann. Für den Überblick hier seine zehn Grundregeln des Schreibens: Kompliziert heißt nicht kompetent. Zeigen Sie Ihre Kompetenz, indem Sie Schwieriges und Kompliziertes einfach ausdrücken. Oder um mit dem Philosophen Arthur Schopenhauer zu sprechen: „Man nehme gewöhnliche Wörter und sage ungewöhnliche Dinge.“ Jeder kann schreiben. Gutes Schreiben besteht zu 75 Prozent aus Handwerk. Man kann es lernen und muss es dann üben. „Ich habe kein Talent zum Schreiben“ ist ein billige Ausrede. Talent ist prima, muss aber nicht sein. Der Autor schließe nicht von sich auf den Leser. Sicher kennen Sie den Spruch: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Bedeutet in diesem Fall: Denken Sie beim Texten immer an den Leser, den Sie erreichen wollen, dem Sie etwas mitteilen wollen und der den Text verstehen soll. Einer leidet immer. Entweder Sie leiden beim Schreiben, weil es Mühe bereitet, einen Text gut und verständlich zu machen. Oder der Leser leidet, weil er Schwierigkeiten hat, ihren unverständlichen Text zu lesen und zu verstehen. Aus Respekt vor dem Leser sollten Sie derjenige sein, der das Leiden auf sich nimmt – und weil so die Chance ungleich größer ist, dass Ihr Text auch (zu Ende) gelesen und verstanden wird. Der Bauch hat meistens Recht. Eine Textpassage, die Ihren Bauch langweilt, langweilt auch Ihren Leser. Eine Erklärung, die Ihr Bauch nicht versteht, versteht auch Ihr Leser nicht. Eine Formulierung, die Ihr Bauch komisch findet, findet auch Ihr Leser komisch. Der Bauch ist ein guter Ratgeber. Hören Sie auf ihn. Bürokratensprache ist heilbar. Schreiben Sie nicht so wie das Finanzamt oder das Amtsgericht. Die Sprache ist so tot wie der Friedhof von Hinterpfuiteifi. Eine Qual für jeden Leser. Sie sollen Ihre(n) Leser nicht quälen, sondern ihm eine Freude machen. Beispiele sind unverzichtbar wie tragende Wände. Der Text ist zu lang und muss gekürzt werden? In diesem Fall fliegen meistens als erstes die Beispiele raus. Ein Fehler! Beispiele sind so unverzichtbar wie die tragenden Mauern in einem Gebäude. Fehlen sie, droht Einsturzgefahr. Schreiben braucht einen klaren Ablauf. Planen Sie nicht nur, WAS Sie schreiben wollen, sondern auch, WANN Sie dies tun, WIE LANG der Text werden soll und BIS WANN er fertig sein soll. Reden ist ein Teil des Schreibens. Mit anderen über den zu schreibenden Text reden, hilft ungemein, sich klar über das Thema zu werden, Anregungen zu erhalten und Erwartungshaltungen kennen zu lernen. Bitte um Kritik ist kein Eingeständnis von Schwäche. Das sollten Sie sich unbedingt von den Schreib-Profis abschauen: Das Gegenlesen! Und damit ist nicht nur das Korrekturlesen gemeint. Stellen Sie Ihren Text zur Kritik, fragen Sie Ihren Kollegen, Ihre Frau oder Ihren Mann, was er bzw. sie davon hält, ob er klar und verständlich ist und vor allem auch, ob er den Inhalt, den er rüberbringen soll, tatsächlich auch rüberbringt. Und dann setzen Sie sich noch mal dran. Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches und unterhaltsames Buch für Einsteiger, aber auch für Profis. Gute Texte schreiben, das ist keine Kunst, sondern Handwerk. Und hier erfährt man, wie es geht. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Hannes Külz: Einfach schreiben im Beruf. Wie Sie sich und Ihrem Leser eine Freude machen. Haufe, 196 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3648094734 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### „Meetings werden störend oft empfunden... „...weil sie mit vertaner Zeit verbunden.“ Dieses abgewandelte Wilhelm-Busch-Zitat spricht sicher vielen Angestellten in unseren Unternehmen aus der Seele. Ein Stöhnen geht durch Deutschlands Firmen: Zu viele Meetings, schlecht vorbereitete und durchgeführte Meetings, die (zwangsrekrutierten) Teilnehmer fragen sich allzu häufig, was sie in diesem Meeting eigentlich sollen, kein Ergebnis, kein Protokoll, kein Action-Plan, kurz: vertane Zeit. Kommt Ihnen bekannt vor? Nun, wem nicht. Das alles ist aber nicht das Ergebnis böser Absicht, sondern oft schlicht und ergreifend dem Mangel an Know-how geschuldet. Ein Meeting kompetent und erfolgreich vorbereiten, durchführen und – auch wichtig! – nachbereiten ist nichts, was Mutter Natur oder unsere Gene uns in die Wiege legen, sondern etwas, was wir lernen müssen. Und glücklicherweise auch lernen können. Besprechungen souverän vorbereiten und durchführen Und das ist gar nicht mal so schwierig. Es fängt zum Beispiel damit an, dass wir uns das gerade erschienene „mini-Handbuch Meetings leiten“ von Martin Hartmann, Alexander Zoll und Rüdiger Funk besorgen. Die drei Autoren sind Berater, Trainer und Coaches bei der Beratungsgesellschaft train GmbH in Bonn und Traunstein. Die train-Mitarbeiter haben bereits früher zu anderen Themen wie zum Beispiel Moderieren und Präsentieren Publikationen veröffentlicht. Worum es in ihrem neuen Arbeitsbuch geht, verdeutlicht der erfreulich klare, dafür aber auch etwas längere Untertitel: „Besprechungen, Arbeitstreffen, Telefonmeetings und Videokonferenzen souverän vorbereiten und durchführen.“ Konkrete und hilfreiche Tipps für die Praxis Genau darum geht´s. Um nicht mehr und um nicht weniger. Das Buch ist von Leuten geschrieben, die selbst ihre nicht immer positiven Erfahrungen mit Meetings gemacht haben. Sie wissen also, wovon sie reden. Apropos reden: Was an ihrem Buch neben dem inhaltlichen Aspekt gut gefällt, sind die klare, gut verständliche Sprache und die ganz konkreten Tipps und Hilfestellungen bei allen Aspekten rund um das Thema Meeting. Das geht auch bis ins Detail wie zum Beispiel um die Frage, ob Getränke und was zu knabbern auf die Tische gehört, und wenn ja, was. Die Autoren behandeln auch wichtige Fragen wie den Umgang mit Störenfrieden oder Wichtigtuern. Zu allen Themen gibt es zahlreiche Checklisten und Arbeitsblätter. Wem das immer noch nicht reicht, der findet am Schluss ein von den Autoren kommentiertes Verzeichnis mit weiterführender Literatur. Roter-Reiter-Fazit: Schluss mit überflüssigen, schlecht vorbereiteten und dilettantisch durchgeführten Meetings! Schluss mit Zeitvergeudung und nervigem Geschwafel! Wie das geht, steht im „mini-­Handbuch Meetings leiten“ von Martin Hartmann, Alexander Zoll und Rüdiger Funk. Pflichtlektüre für alle, die Besprechungen, Sitzungen und Arbeitstreffen leiten müssen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Martin Hartmann / Alexander Zoll / Rüdiger Funk: mini-Handbuch Meetings leiten. Besprechungen, Arbeitstreffen, Telefonmeetings und Videokonferenzen souverän vorbereiten und durchführen. Beltz,  190 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3407366337 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Darf ich vorstellen: Mein Vorgesetzter - der will nur spielen... Gorillas sind Menschenaffen, und ziemlich große noch dazu. Sie sehen recht missmutig und gefährlich aus, sind aber Familientiere. Sie leben in Gruppen von fünf bis 20, manchmal auch 30 Tieren. Eine Gruppe wird immer von einem alten Männchen angeführt - dem so genannten Silberrücken. Er beschützt und verteidigt seine Familie. Der Alltag der Gorillas ist gemächlich. Meist ziehen sie langsam auf Nahrungssuche durch den Urwald. Sie machen viele Pausen und schaffen pro Tag meist nur einen Kilometer. "Überlebenstipps für den Dschungel da draußen" Warum ich das schreibe? Weil der Linde-Verlag gerade ein Buch herausgebracht hat, auf dessen Cover ein Gorilla abgebildet ist, der in einem Anzug steckt. Was will uns dieses Bild sagen? Gute Frage. Der Titel hilft vielleicht weiter. Er lautet: „Wenn mein Chef Chef spielt. Ein Survival-Guide für Angestellte“. Aha. Offensichtlich soll der Gorilla im Anzug ein Symbol für den Chef sein. Warum? Dazu kann sich jeder seinen Teil denken, denn die beiden Autoren Timo Hinrichsen und Boris Palluch verraten es uns nicht.  Aber sonst bleibt in ihrem Buch kaum eine Frage über das oft so schwierige Verhältnis zwischen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten unbeantwortet. Auch Vorgesetzte müssen geführt werden Bereits 2012 hatten Hinrichsen und Palluch zusammen ein viel beachtetes Buch geschrieben. In „Als unser Kunde tot umfiel“ gaben sie Vorgesetzen praktische Lebenshilfe im Umgang mit ihren Mitarbeitern. In ihrem neuen Werk wenden sie sich nun an den „normalen Angestellten“, dem sie „Überlebenstipps für den Dschungel da draußen“ geben wollen. Und das tun sie auf sehr unterhaltsame, aber dennoch seriöse Art und Weise. Im lockeren Plauderton nehmen sie sich insgesamt 17 ganz konkrete Situationen aus dem Unternehmensalltag vor, die so oder ähnlich vermutlich jeder von uns schon mal erlebt hat. Nach der Schilderung der Problematik zeigen sie Möglichkeiten auf, wie Mitarbeiter auf konstruktive Weise ihren Chef in die Richtung schubsen, die für sie am besten ist. Denn auch Chefs müssen – und können! – geführt werden. Nämlich von ihren Mitarbeitern. Und das klappt natürlich nur, wenn dies mit Geschick und Raffinesse geschieht. Themen im Buch sind unter anderem: Wie Sie verhindern, zu viel aufgebrummt zu bekommen Wie Sie dem Kontrollzwang Ihres Chefs entkommen Wie Sie unangenehme Momente mit Vorgesetzten meistern Wie Sie mit immer neuen Vorgesetzten umgehen Wie Sie schwierige Gesprächssituationen meistern Natürlich: Die Beziehung zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitern ist keine Physik. Die klaren Wenn-dann-Beziehungen der Physik gibt es im Büro nicht, weil es hier überall menschelt. Und so geben Hinrichsen und Palluch auch gar nicht vor, dass es für jedes Problem nur eine einzige Lösung, auf jede Entscheidung oder auch jede Provokation des Chefs nur eine einzige Antwort gibt. Aber sie zeigen Möglichkeiten auf, wie man mit den verschiedenen Herausforderungen umgehen und sie in seinem eigenen Interesse beeinflussen kann. Roter-Reiter-Fazit: Mitarbeiter sind ihren Chefs und ihren Launen nicht wehrlos ausgeliefert. Hinrichsen und Palluch geben in ihrem Buch „Wenn mein Chef Chef spielt“ hilfreiche und wertvolle Tipps, wie man schwierige Situationen im Verhältnis mit seinem Vorgesetzten meistert. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Timo Hinrichsen / Boris Palluch: Wenn mein Chef Chef spielt. Ein Survival-Guide für Angestellte. Linde, 187 Seiten 19,90 Euro, ISBN: 3709305942 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Ziemlich beste Freunde Was macht eine gute Biographie aus? Vermutlich dies: Sie handelt von einem spannenden Menschen mit einem interessanten und bewegten Leben, das Spuren hinterlassen hat. Sie ist glänzend und unterhaltsam geschrieben. Sie ist inspirierend. Sie gibt Einblicke in die Zeit und die gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umstände, in welchen der Protagonist lebte. Das neue Buch des amerikanischen Bestsellerautors Michael Lewis „Aus der Welt“ erfüllt diese Voraussetzungen aufs Beste. Lewis erzählt in diesem Buch die Geschichte der beiden israelischen Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky, den Begründern der Verhaltensökonomik, die mit ihrer Forschung die Theorie der Entscheidungsfindung auf den Kopf und „das Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften aus den Angeln gehoben haben“, wie Stefan Schmitz im Stern schrieb. Kahneman und Tversky hatten herausgefunden, dass der Mensch keineswegs der rationale Analytiker ist ("homo oeconomicus"), der seine Entscheidungen eiskalt und rein auf den zugrundeliegenden Fakten fällt, sondern dass seine Art zu entscheiden und sich zu verhalten von vielen psychologischen Faktoren beeinflusst wird, die sich dem rationalen Zugriff und der Kontrolle weitgehend entziehen. Der "Ankereffekt" und das Verkaufsgespräch Bekannt geworden ist zum Beispiel der „Ankereffekt“, den Kahneman und Tversky Ende der 1970er Jahre entdeckt haben. Der „Anker“ ist eine bestimmte Information (beispielsweise eine Zahl), die, wenn wir sie zu einem bestimmten Zeitpunkt erhalten, unsere Einschätzung einer Situation oder auch unsere Entscheidung beeinflusst, selbst wenn dieser „Anker“ mit der zu beurteilenden Situation oder der zu treffenden Entscheidung nicht das Geringste zu tun hat. Das bekannte Beispiel von Kahneman und Tversky geht so: Die Versuchsteilnehmer erhielten durch das Drehen eines Glücksrades eine Zufallszahl zwischen 0 und 100 als numerischen „Anker“. Dann sollten sie schätzen, wie viele afrikanische Staaten Mitglied der UNO seien. Das Ergebnis: Die Probanden, die beim Glücksrad eine hohe Zahl gedreht hatten, schätzten die Zahl der afrikanischen UNO-Mitglieder deutlich höher als die mit einer niedrigeren Glückradzahl. Der Ankereffekt wird heute noch gerne im Verkauf eingesetzt. Der Verkäufer nennt im Gespräch zunächst einen hohen Preis für ein beliebiges Produkt, um das Produkt, welches er dem Interessenten gerne verkaufen möchte, günstiger erscheinen zu lassen. Ein tolles Buch für alle, die gerne gute Geschichten lesen Für seine Theorie erhielt Kahneman im Jahr 2002 den Wirtschaftsnobelpreis (Tversky war 1996 gestorben). In seinem Buch erzählt Lewis vom Leben und  der Freundschaft dieser beiden außergewöhnlichen Menschen und Wissenschaftler, und er tut dies auf eine unterhaltsame und oft auch amüsante Art und Weise. Das Buch ist voller Anekdoten, die davon zeugen, wie tief Lewis in die Leben von Kahneman und Tversky eingetaucht ist. Und da die beiden Protagonisten nicht auf einer einsamen Insel gelebt haben, sondern einen großen Teil ihres Daseins im unruhigen und von kriegerischen Auseinandersetzungen geplagten Israel verbrachten – und als Soldaten auch darin verstrickt waren -, bekommt man zudem einen Einblick in die damalige Situation in diesem Land. Roter-Reiter-Fazit: Man nehme zwei geniale Psychologen, die unterschiedlicher nicht sein können, die sich anfreunden und mit ihrer Forschung die Wissenschaft auf ein neues Niveau heben, man suche dann einen begnadeten Erzähler und lasse ihn die Geschichte dieser beiden Männer aufschreiben, und heraus kommt ein Buch, das man erst wieder aus der Hand legt, wenn man die letzte Seite gelesen hat. „Aus der Welt“ von Michael Lewis ist ein tolles Buch für alle, die sich für Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und außergewöhnliche Menschen interessieren und/oder die einfach gerne gute Geschichten lesen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Lewis: Aus der Welt. Grenzen der Entscheidung oder Eine Freundschaft, die unser Denken verändert hat. Campus, 359 Seiten, 24,96 Euro, ISBN: 3593506866 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Verkauf im BtB-Geschäft: Reden ist Silber, Zeichnen ist Gold Verkaufen ist das eine, Verkaufen anspruchsvoller und erklärungsbedürftiger Produkte und Lösungen im BtB-Geschäft dagegen ist etwas völlig anderes. Eine komplexe IT-Lösung an den Mann zu bringen, stellt an den Verkäufer unvergleichlich höhere Anforderungen als zum Beispiel der Verkauf eines Toasters oder einer Waschmaschine – und übrigens nicht nur an den Verkäufer, sondern auch an den Kunden. Nicht zuletzt die menschliche Sprache stößt hier relativ schnell an ihre Grenzen, weil es oft um abstrakte Themen geht und die verwendeten Begriffe wenig anschaulich sind. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte Marko und Miriam Hamel kennen diese Problematik aus eigener Erfahrung. Beide waren über zehn Jahre in der Beratung und im Vertrieb von IT-Sicherheitssoftware sowie als Trainer bei SAP tätig. In ihrer späteren Tätigkeit als IT-Auditor bzw. Datenschutzexperte erweiterten sie ihr Wissen und stellten immer wieder fest, wie schwierig es ist, komplexe Sachverhalte nur über Text verständlich zur erklären. Aus diesem Grunde haben Sie – frei nach dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ - eine neue Vertriebsmethode erfunden, die im Wesentlichen aus Visualisierungen besteht, also der Darstellung eines abstrakten Sachverhaltes mit optischen Mitteln. Großer Vorteil dieser Vorgehensweise: Der Kunde kann sich von dem Produkt, der Lösung oder der Dienstleistung „ein Bild machen“. Marko und Miriam Hamel nannten diese Methode „Visual Selling“, und in ihrem gleichnamigen Arbeitsbuch geben Sie einen Einführungskurs in diese neuartige Form des Verkaufens. Malen für (gute) Zahlen Der Clou beim Visual Selling ist, kurz gesagt, das Anschaulichmachen komplexer Sachverhalte durch bildhafte Darstellungen. Doch keine Angst: Niemand muss Kunst studiert haben oder malen können wie Salvador Dali oder Vincent van Gogh, um Visual Selling erfolgreich zu praktizieren. Ein bisschen Üben ist allerdings trotzdem nötig. Dabei helfen die Autoren nicht nur im Buch, sondern auch auf der Homepage www.visualselling.de sowie in  Trainings und Workshops. Und überflüssig wird die Sprache natürlich auch nicht. Naheliegenderweise enthält auch das Buch „Visual Selling“ zahlreiche Schaubilder und Skizzen. Zudem gibt es reichlich Material zum Üben und um die ersten Schritte auf dem Weg zum Profi beim Visual Selling zu machen. Und nicht zu vergessen: Leser bekommen einen Gutscheincode für den kostenlosen Zugang zur Visual Selling Community mit allen Vorlagen aus dem Buch zum Download und vielen weiteren Infos rund um das Thema Live Visualisierung im Kundengespräch. Roter-Reiter-Fazit: „Visual Selling“ ist ein neuer Ansatz im Vertrieb komplexer und erklärungsbedürftiger Produkte und Lösungen. Jeder Verkäufer, der in diesem Bereich tätig ist, sollte prüfen, ob ihm diese Methode hilft, erfolgreicher zu sein. Das Buch von Miriam und Marko Hamel ist dafür ein guter Einstieg. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Miriam Hamel / Marko Hamel: Visual Selling. Das Arbeitsbuch für Live-Visualisierungen im Kundengespräch. Wiley VCH, 224 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3527508856 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!           ### Nikola Tesla - der Mann, der dem Auto seinen Namen gab Den Namen „Tesla“ kennt heute jeder. Zumindest jeder, der sich für Autos interessiert. Denn Tesla, das Unternehmen, welches 2003 von Elon Musk gegründet worden ist, mischt derzeit mächtig die weltweite Automobilbranche auf und ist zum Schreckgespenst für viele traditionelle Hersteller geworden. Der Grund: Die Automobile von Tesla werden von einem reinrassigen Elektromotor angetrieben, sie haben keinen Auspuff und kein Getriebe und machen jede Menge Spaß, indem sie in Windeseile von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Was viele aber nicht wissen: Tesla ist kein Kunstwort, den sich irgendwelche Marketingleute oder Kunstworterfinder ausgedacht haben. Als Elon Musk seiner Firma und seinen Autos den Namen Tesla gab, da war dies eine Verbeugung vor einem Mann, der für Experten als der Erfinder des elektrischen Zeitalters gilt. Dieser Mann hieß Nikola Tesla. Man nennt ihn auch den „Magier der Elektrizität“, einen „exzentrischen Erfinder“ und einen „kapriziösen Visionär“. Andere sagen, Nikola Tesla sei der Beweis dafür, dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander seien. Mit anderen Wort: Ein interessanter, ein spannender Mann. Der Erfinder des elektrischen Zeitalters „Der Erfinder des elektrischen Zeitalters“ – so lautet auch der Untertitel der Biographie über Nikola Tesla, die W. Bernard Carlson geschrieben und die jetzt auf Deutsch erschienen ist. Carlson ist Professor und lehrt Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft an der Universität von Virginia. Er genießt weltweit einen hervorragenden Ruf als Experte für Technikgeschichte. Sein Tesla-Biographie ist mehrfach ausgezeichnet worden. Der Grund dafür liegt nicht nur darin, dass das Buch großartig geschrieben (und übrigens auch sehr gut übersetzt) ist. Frühere Biografien haben Nikola Tesla als eine Art Superman gehuldigt. Carlson hingegen will den genialen Physiker, Erfinder und Ingenieur nicht nur feiern, sondern auch kritisch betrachten. Und während sich frühere Tesla-Biografen weitgehend auf seine Persönlichkeit konzentriert haben, versucht Carlson, den Menschen und seine schöpferische Arbeit zu würdigen.  Kein Wunder daher, dass das Buch mit fast 700 Seiten einen stolzen Umfang hat. Nikola Tesla steht heute weit im Schatten seines Zeitgenossen, dem  großen Thomas Edison, der als Erfinder der Glühlampe in keinem Wissensquiz fehlen darf. Zu Lebezeiten war das allerdings anders. Tesla war damals ein Popstar. Der Journalist Arthur Brisbane, der Tesla einmal eine ganze Nacht interviewt hatte, schrieb danach fasziniert und mit einem Seitenhieb auf Edison: „Verglichen mit Teslas Idee ist das gegenwärtige System für Glühlampen so primitiv wie ein Ochsenkarren mit zwei schlichten Holzrädern gegenüber einer modernen Eisenbahn.“ Dennoch war Edison am Ende der Erfolgreichere und Tesla erlebte einen dramatischen Abstieg. Es gelang ihm einfach nicht, seine Ideen und Erfindungen zu kommerzialisieren. Ein dickes Buch. Ein tolles Buch. Carlsons Buch ist lebendig geschrieben, und man lernt eine Menge dazu, auch über die Zeit, in der Tesla gelebt hat. Unbedingt lesenswert der fast 30 Seiten lange Epilog. Anhand von Tesla Leben und Wirken widmet sich Carlson der Frage, was wir durch Nikola Tesla über den Entstehungsprozess von Erfindungen lernen können und darüber, welche Rolle Innovationen in der Wirtschaft spielen. O-Ton Carlson: „So sinnvoll es ist, sich anzuschauen, was Tesla erfand – Wechselstrommotoren und drahtlose Energie – es ist noch wichtiger, darauf zu schauen, wie er diese Technologien erfand. Beide Facetten seines schöpferischen Stils bieten Erkenntnisse für Erfinder, Ingenieure und Unternehmer, die ähnliche wagemutige Innovationen zu entwickeln wünschen.“ Roter-Reiter-Fazit: Wer wissen will, wer der Mann war, dem das modernste Auto der Gegenwart seinen Namen verdankt, der kommt um diese Biografie über Nikola Tesla nicht herum. Das Buch ist darüber hinaus für jeden eine Quelle der Inspiration, der sich für Innovation und Disruption, für Erfindung und Vermarktung, für Labor und Markt interessiert. Ein dickes Buch, ein tolles Buch. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de W. Bernard Carlson: Tesla. Der Erfinder des elektrischen Zeitalters. Finanzbuch Verlag, 688 Seiten, 26,99 Euro, ISBN: 3959720076 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Wenn Sie nicht mit den Füßen nach vorn aus dem Betrieb getragen werden wollen... Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als Todesursache Nummen eins in der westlichen Welt. Nach der Global-Burden-of-Desease-Studie wird im Jahr 2020 allein die koronare Herzkrankheit (KHK) weltweit die führende Ursache krankheitsbedingter Beeinträchtigung sein. Die Zahlen auch für Deutschland sind alarmierend: rund 660.000 neue Herzkranke pro Jahr – das sind 575 am Tag -, darunter 210.000 Herzinfarkte; ein erschreckender Zustand. Das Risiko, im Laufe seines Lebens eine Herzschwäche zu entwickeln, beträgt in den industrialisierten Ländern etwa 20 Prozent. Damit gehören die Symptome einer Herzschwäche zu den häufigsten Störungen in der Medizin überhaupt. Häufigste Ursache ist die KHK. Deren Ursachen liegen nicht nur in zahlreichen Ängsten, Depressionen, Süchten, Affären und Leiden, die vielen das Herz brechen, sondern auch im Getriebensein, in der Geschäftigkeit und im Kampf ums Überleben, der untereinander heftigst ausgetragen wird. Besonders betroffen: Manager, Unternehmer, Führungskräfte. Das Managerherz streikt - und dann...? Der obige Absatz ist ein Auszug aus dem Buch „Der Cardio-Coach. Wie Führungskräfte an Herzerkrankungen wachsen“ von Günther Höhfeld. Der Psychologe, der selbst eine lebensbedrohende Herztumorerkrankung überwunden hat, hat sich auf die Unterstützung herzkranker Führungskräfte spezialisiert. An diesen Personenkreis richtet sich auch dieses Buch. Höhfeld zeichnet darin auf, wie es Manager nach einer Herzerkrankung schaffen, wieder in ihren Führungsjob einzusteigen. Dies tut er anhand zahlreicher und anschaulicher Beispiele aus dem wirklichen Leben. Hören Sie auf Ihr Herz! Höhfelds wichtigste Botschaft an die Manager: Wer seine beruflichen und geschäftlichen Ziele nach dem Motto „koste es, was es wolle“ zu erreichen versucht, dem kann es passieren, dass diese Strategie das eigene Leben kostet. Ist es das wert? Oder ist es nicht besser, mehr aus sich selbst und sein eigenes Herz zu hören, sich besser um sich selbst zu kümmern, um sein Wohlergehen, um seine Gesundheit, um sein eigenes Leben. Das bedeutet nicht zwangsläufig die Aufgabe der Führungsposition und den Komplettausstieg aus dem Geschäftsleben, aber durchaus eine Neudefinition und eine klügere, eine lebensklügere Ausgestaltung seiner Rolle im Geschäfts- und Berufsleben. Roter-Reiter-Fazit: Ein wichtiges Buch für alle Manager, die nicht mit den Füßen nach vorn aus dem Unternehmen getragen werden wollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Günther Höhfeld: Der Cardio-Coach. Wie Führungskräfte an Herzerkrankungen wachsen. Campus, 224 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593505886 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die globale Wirtschaftselite gibt es nur als Mythos Michael Hartmann ist Soziologe und der bekannteste Elitenforscher Deutschlands. Von ihm stammen Bücher wie „Der Mythos von den Leistungseliten“ (erschienen 2002), „Eliten und Macht in Europa“ (2007) sowie „Soziale Ungleichheit. Kein Thema für die Eliten?“ (2013). In seinem neuesten Werk setzt sich der emeritierte Professor mit den Wirtschaftsbossen und Reichen dieser Welt auseinander und geht der Frage nach, ob es, wie manche meinen, tatsächlich einen Zirkel von global agierenden Wirtschaftsbossen und Schwerreichen gibt, die sich gegenseitig Jobs und Aufträge zuschustern und die Politik zu ihrem Vorteil beeinflussen und manipulieren. „Die globale Wirtschaftselite“ lautet der Titel des Buches von Hartmann, und schon der Untertitel verrät das Ergebnis von Hartmanns luzider wissenschaftlicher Arbeit und der akribischen Analyse tausender von Daten: „Eine Legende“! Big Data: Zahlen, Daten und Fakten im Überfluss In der Tat läuft das Buch vor lauter Zahlen, Daten und Fakten beinahe über. Nach einem knappen Überblick über den Stand der Diskussion werden im Hauptteil des Buches alle entscheidenden Teilgruppen der Wirtschaftselite analysiert. Zunächst beleuchtet Hartmann die CEOs (Vorstandsvorsitzende) der tausend (!) größten Unternehmen der Welt sowie in einem zeitlichen Vergleich über zwei Jahrzehnte die CEOs der hundert größten Unternehmen der sechs führenden Wirtschaftsmächte der Welt. Anschließend nimmt Hartmann die Boards bzw. Aufsichtsräte dieser Unternehmen unter die Lupe, speziell ihre Vorsitzenden, auch hier wieder mit einem Zeitvergleich über die letzten zwanzig Jahre. Danach kommen die tausend reichsten Menschen der Welt an die Reihe, ihre Wohnsitze, ihre Steuervermeidungsstrategien und ihre geschäftlichen Aktivitäten. Schließlich befasst sich Hartmann noch mit den exklusiven Ausbildungseinrichtungen dieser Welt, den Elite-Universitäten und Business Schools, und geht der Frage nach, ob sie wirklich, wie oft behauptet, die Brutstätten einer globalen Wirtschaftselite darstellen. Weit und breit keine globale Wirtschaftselite zu sehen Dazu hat Hartmann eine Unmenge an Datenmaterial zusammengetragen. Man muss ihm vor allem dafür Respekt zollen, dass es ihm gelungen ist, diese “Big Data“ in eine lesbare – und lesenwerte – Form zu bringen. Sicherlich ist das Buch für die meisten keine Kopfkissenlektüre kurz vorm Einschlafen, aber Hartmann hat die Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Exaktheit und Verständlichkeit für ein möglichst breites Publikum auch in diesem Buch wieder ganz gut gemeistert. Vor allem solche Leser, die sich beispielsweise für die jährlich wiederkehrenden Ranglisten der reichsten Menschen etwa im manager-magazin interessieren, dürften an Hartmanns Buch ihre Freude haben. Und, gibt es sie denn nun, diese globale Wirtschaftselite? „Nein!“, so das Resümee Hartmanns am Ende des Buches, „es gibt keine globale Wirtschaftselite und es wird auf absehbare Zeit auch keine geben.“ So, und nachdem dies nun feststeht, können wir darüber diskutieren, ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Roter-Reiter-Fazit: In seinem neuen Buch räumt Michael Hartmann mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Es gibt sie nicht, die globale Wirtschaftselite, jenen Zirkel schwerreicher Männer und Frauen, welche im Hintergrund die Fäden ziehen und unseren Politikern sagen, wo es langgehen soll. Das zu zeigen und mit Fakten zu untermauern – und dieses auch noch auf verständliche Art und Weise -, ist ein großes Verdienst von Michael Hartmann. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Hartmann: Die globale Wirtschaftselite. Eine Legende. Campus, 246 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3593506106 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Mehr Selbstbestimmung? Logisch! Na, wie sieht´s aus: Wer hat denn heute Ihren Tag bestimmt? Ihr Chef, Ihr Kalender, Ihr Mann, Ihre Frau, Ihre Kinder? Viele von uns kennen das Gefühl, nicht selbst über unseren Tag (oder sogar unser gesamtes Leben) bestimmen zu können. Stattdessen fühlen wir uns wie eine Figur auf einem Schachbrett, die von anderen Mächten hin- und hergeschoben wird. Wie sich das anfühlt? Schlecht fühlt sich das an. Und deshalb sollten wir etwas dagegen tun. Das Ziel: Mehr Selbstbestimmung in unser Leben bringen! Für mehr Glück und Zufriedenheit. Dabei helfen will uns die Physio- und Psychotherapeutin Monika A. Pohl mit ihrem Buch „Selbstbestimmung. Raus aus der Fremdbestimmung, rein ins selbstbestimmte Leben“.  Allzu oft, schreibt sie in ihrem auch für Laien gut verständlichen und in einem wohltuend unakademischen Stil geschriebenen Buch, wenden wir aufgrund von Erwartungen anderer den Blick von unserem Leben ab. Wir möchten anderen gefallen, Konflikten möglichst ausweichen und als gute Freundin oder als  hilfsbereiter Kollege angesehen werden. Dabei vergessen wir gerne, dass wir auch unserem eigenen Leben gegenüber eine Verantwortung haben. Mit dem vorliegenden Buch lädt Pohl uns ein, unser eigenes Leben bewusst zu bejahen und es nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Zwei Seiten einer Medaille Niemand behauptet aber, dass dies einfach ist. Denn Selbstbestimmung bedeutet auch immer Selbstverantwortung. Beides sind zwei Seiten derselben Medaille. „Wenn Sie sich ein selbstbestimmtes Leben wünschen“, schreibt Pohl, „müssen Sie auch bereit sein, für Ihr Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Es ist immer ein Wagnis, denn nicht immer geht alles gut. Aber es ist wesentlich beglückender, als wie eine Figur über ein Spielfeld geschoben zu werden, ohne aktiv in das Geschehen eingreifen und ohne Einfluss auf den Spielverlauf nehmen zu können.“ Drei wesentliche Faktoren Ausführlich geht Pohl auf die drei Faktoren ein, die für ein selbstbestimmteres Leben wesentlich sind. Das sind (a) unser Selbstwertgefühl, (b) unsere Intuition sowie (c) unser innerer Kritiker. „Nur wer weiß,  was er (sich) wert ist, und gelernt hat, mit seinem inneren Kritiker Freundschaft zu schließen und intuitiv stimmige Entscheidungen zu treffen, kann dauerhaft das Hamsterrad hinter sich lassen und voller Zuversicht einen Aufbruch in eine neue aufregende Lebenszeit wagen.“ Das Buch besteht aus Handlungsempfehlungen, Fallbeispielen und zahlreichen praktischen und schriftlichen Übungen, alles in kleinen überschaubaren Häppchen serviert. Anhand von  zahlreichen Beispielen zeigt Pohl, wo die Schwierigkeiten auf dem Weg zur mehr Selbstbestimmung liegen und wie die Lösungen aussehen können. Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches und anregendes  Buch für alle, die das Gefühl haben, ihr Leben nicht selbst in der Hand zu haben, und die dies gerne ändern möchten. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Monika A. Pohl: Selbstbestimmung. Raus aus der Fremdbestimmung, rein ins selbstbestimmte Leben – ein Erfolgstraining. Gabal, 176 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-86936-730-9 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### "Es muss schmecken..." Da gibt es diesen köstlichen Sketch mit dem wunderbaren Diether Krebs. Das Top-Management eines  namenlos bleibenden „innovativen Süßwarenherstellers“ diskutiert über die Entwicklung und Markteinführung des neuen Lutschbonbons „Flutschi“. (Schon die farbenfrohe Garderobe der vier Herren lohnt das Einschalten.) Die Meinungen gehen auseinander, die Emotionen kochen, und über allem thront Diether Krebs mit dem genießerisch-trockenen Kommentar: „Es muss schmecken“. Herrlich! Genau darüber klagen wir immer: Wir würden uns ja gerne gesund ernähren, aber, um mit Diether Krebs zu sprechen: „Es muss schmecken.“  Und in dieser Hinsicht stellen wir zu unserem großen Bedauern immer wieder fest, dass wir nicht beides zusammen bekommen: entweder das Essen ist gesund, oder es ist lecker (und umgekehrt). Und was tun wir schwachen Menschlein angesichts dieses Dilemmas? Nun, die meisten von uns entscheiden sich dann, wenn auch durchaus mit schlechtem Gewissen, für die leckere Variante. Gesund essen und lecker essen müssen keine Gegensätze sein Doch Rettung naht. Bear Grylls, ein ehemaliger Elitesoldat der britischen Armee, zudem Extremsportler, Abenteurer - mit 23 Jahren war er der jüngste Brite auf dem höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest - und Autor des Spiegel-Bestsellers „Schlamm, Schweiß und Tränen“, verspricht, das Ei (!) des Columbus entdeckt zu haben: Speisen, die gesund sind, die schmecken und die auch noch satt machen. Also sozusagen die Quadratur des Kreises oder - für die Absolventen des Mathe-Leistungskurses - die „Trisektion des Winkels". Und weil Grylls seine Erkenntnisse und Empfehlungen nicht jedem von uns in einer Privataudienz persönlich mitteilen kann, hat er diese in ein Buch gepackt, welches unter dem Titel „Bärenstarke Küche“ käuflich zu erwerben ist. Essen und trinken hält Leib und Seele zusammen Das Buch ist nicht einfach nur ein Kochbuch. Das wäre Grylls sicherlich zu wenig. Auf den ersten 128 Seiten gibt es erst einmal eine umfangreiche Unterrichtsstunde über die Grundlagen der Ernährung. Diese schließt einen Exkurs über die optimale Sportlerernährung sowie die „Grundlagen des Einkaufens“ ein. Jeder von uns kennt vermutlich den Spruch „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Grylls hat diesen Satz neu interpretiert. Was wir essen und trinken, so sagt er, hat einen ungeheuer großen Einfluss nicht nur auf unseren Körper, also darauf, wie wir aussehen und wie fit und leistungsfähig wir sind, sondern auch auf unsere Psyche, also wie wir uns fühlen und wie wir denken. Und in dieser Hinsicht gibt es drei Nahrungsmittel bzw. Stoffe, auf die wir am besten komplett verzichten sollten, weil sie uns nicht gut tun: Milch, Weizen und Zucker. Dementsprechend kommen die 70 Rezepte dieses Buches komplett ohne diese drei Bestandteile aus. Dennoch muss niemand auf Süßes verzichten, es gibt beispielsweise Rezepte für Schokolade, Kuchen oder Bananen-Kokos-Eis. Auch Fleisch, Burger und Pizza stehen auf dem Speiseplan. Essen soll auch bei Grylls Freude machen. Zum Abschluss des Buches gibt uns Grylls einen Acht-Wochen-Ernährungsplan an die Hand, dem eine Buchseite mit Fragen zu unserem derzeitigen Gesundheitszustand vorangestellt ist. In einer Art Vorher-Nachher-Betrachtung empfiehlt Grylls, den Fragebogen nach den acht Wochen erneut auszufüllen und sich an den positiven Veränderungen zu erfreuen. Na dann: Auf geht´s. Und immer daran denken: „Es muss schmecken.“ ;-) Roter-Reiter-Fazit: Das erste, was man bei einer Diät verliert, ist die gute Laune, heißt es. Bear Grylls zeigt mit seinem Buch, dass dies kein Naturgesetz ist, sondern dass gesund essen und lecker essen keine Gegensätze sein müssen. Ein tolles Buch für alle gesundheitsbewussten Feinschmecker. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Bear Grylls: Bärenstarke Küche. Meine besten Rezepte ohne Milch, Weizen und Zucker. BOOKS4SUCCESS, 286, Seiten, 24,99 Euro,  ISBN: 9783864703935 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Endlich Schluss mit schlechten Briefings! Im Unternehmensalltag sind sie nicht wegzudenken: Briefings. Ein Briefing ist, klärt uns der Duden auf, ein „kurzes Informationsgespräch“ bzw. die „Einweisung in etwas“. Wie bei den meisten Dingen gibt es auch bei Briefings Qualitätsunterschiede. Meistens sind sie schlecht. Weil niemand es gelernt hat, wie ein gutes Briefing aussehen muss. Weil der Briefinggeber das Thema schnell vom Tisch haben will. Weil der Briefingnehmer sich nicht traut, nachzufragen oder aus welchen Gründen auch immer keine detaillierten Informationen einfordert. Am Ende kommt es dann so, wie es kommen muss: Dem schlechten Briefing folgt die schlechte Ausführung und darauf dann die schlechte Laune, und zwar bei allen Beteiligten. In 30 Minuten ist alles gesagt Das muss nicht sein. Meint Ute Flockenhaus und gibt in ihrem Büchlein „Gute Briefings“ einen Schnellkurs darüber, wie Briefings gelingen. Das Buch ist nur knapp 100 Seiten „dick“ und ist in 30 Minuten komplett durchzulesen. Verspricht zumindest die Autorin, im Selbsttest musste ich aber erfahren, dass Langsamleser ein wenig länger brauchen. Egal. Auf jeden Fall lohnt sich die Lektüre. Denn Flockenhaus erläutert Punkt für Punkt, worauf es beim Briefinggespräch ankommt. Und da sie dies auch noch sehr leicht nachvollziehbar und in einem lockeren Tonfall macht, ist die Lektüre überhaupt nicht anstrengend. So erfahren wir zum Beispiel, dass für ein gutes Brieffing und damit für das daraus resultierende Projekt beide Parteien verantwortlich sind: der Brieffinggeber (Sender) genauso wie auch der Brieffingnehmer (Empfänger). Hilfreich auch die umfangreiche Checkliste am Ende des Büchleins. Gut investierte Zeit mit hohen ROI Roter-Reiter-Fazit: „Gute Briefings“ von Ute Flockenhaus ist ein überaus nützliches und empfehlenswertes Buch mit direktem Praxisbezug. Die 30 oder 45 Minuten, die man für die Lektüre benötigt, sind bestens investierte Zeit mit einem hohen ROI in Form von deutlich verbesserten und entspannteren Projekt- und Arbeitsabläufen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ute Flockenhaus: 30 Minuten Gute Briefings. Gabal. 96 Seiten, 8,90 Euro, ISBN: 3869367423 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Der neue Robbins: ein Abreißkalender, der keiner ist Lieben Sie Abreißkalender? Sie wissen schon, diese Art von Kalender, bei denen man an jedem Tag des Jahres ein Blatt abreißt und dann nicht nur immer im Bilde darüber ist, welches Datum man gerade schreibt, sondern sich zudem über einen lustigen oder besinnlichen Spruch, einen motivierenden und aufbauenden Satz, eine interessante Information oder ein schönes Tierfoto freuen kann. Und da ist ja für jeden Geschmack etwas dabei. Da gibt es beispielsweise den Bauernkalender (Wetterregeln), den Sprüchekalender, den Witzekalender, den Mondkalender, den Katzenkalender, den Rentnerkalender (kein Scherz, den gibt es wirklich), den Kalender mit 365 falsch zugeordneten Zitaten, den Unnützes-Wissen-Kalender  und viele, viele weitere. Warum sie so beliebt sind: Man bekommt jeden Tag etwas zum Schmunzeln, zum Nachdenken, zum Aha-das-ist-ja-interessant-das-wusste-ich-auch-noch-nicht-sagen. 365 Lektionen für mehr Lebensqualität Jetzt hat auch Tony Robbins, der Bestseller-Autor aus Amerika, einen Abreißkalender herausgebracht. Gut, streng genommen ist es kein Abreißkalender, denn es gibt keine Blätter zum Abreißen. Es handelt sich nämlich um ein Buch. Was dieses Buch – Titel übrigens: „Wie aus kleinen Veränderungen große Unterschiede werden“ – aber mit den oben genannten Abreißkalendern gemeinsam hat, ist die Tatsache, dass Robbins für jeden einzelnen Tag des Jahres eine Seite reserviert hat. Das Buch besteht aus 365 „Lektionen“, auf jeder Seite eine. Manche Lektionen bestehen nur aus einem einzigen Satz – beispielsweise Lektion Nummer 359: „Suchen Sie nicht nach Helden. Seien Sie selber einer!“ – manche aus zwei oder drei Absätzen. Zum Thema Veränderung schreibt er beispielsweise: „Wir müssen lernen, Veränderungen zu lieben, denn sie sind das Einzige, was mit Sicherheit eintritt.“ Es gibt nichts Gutes, außer man tut es Es sind diese 365 Seiten voller Anregungen, Ermutigungen, Gedankenanstöße, Strategien und Techniken, die unsere Lebensqualität steigern sollen, sei es in Bezug auf unsere Beziehungen zu anderen Menschen, in Bezug auf unsere finanzielle Situation, in Bezug auf unsere Gesundheit oder  in Bezug auf unsere Gefühle und Emotionen. Dabei unterscheidet sich die Vorgehensweise Robbins´ in einem wichtigen Punkt von den üblichen Abreißkalendern mit den aufbauenden und küchenphilosophischen Sinnsprüchen, die man sofort vergisst, kaum dass man sie gelesen hat. Bei Robbins dagegen muss man arbeiten, oft stellt er Fragen, auf die man selbst eine ganz persönliche Antwort finden muss, oder er gibt uns eine Aufgabe, die wir zu erledigen haben. Der Vorteil dieser Methode: Wir müssen aktiv werden, wir müssen handeln. Das ist das ausdrückliche Ziel von Tony Robbins. O-Ton des Autors: „Was nützt eine gute Eingebung, wenn ihr keine entsprechende Handlung folgt?“ Womit er schon wieder eine Frage gestellt hat, wenn auch in diesem Fall ein rhetorische. Roter-Reiter-Fazit: Gut, dass der Finanzbuch-Verlag Tony Robbins neues Buch nicht als Abreißkalender herausgebracht hat. Denn was macht man üblicherweise mit den Seiten eines Abreißkalenders, nachdem man sie abgerissen und gelesen hat? Man wirft sie weg. Und das wäre im Falle der 365 Lektionen aus Robbins Buch einfach zu schade. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Tony Robbins: Wie aus kleinen Veränderungen große Unterschiede werden. 365 Lektionen für mehr Selbstdisziplin. Finanzbuch Verlag, 400 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 3898799891 Diesen Beitrag jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Leben ist Veränderung - also leben Sie! Das neue Buch von Slatco Sterzenbach trägt den Titel „Change als Chance“ und es geht darin – Überraschung! – um Veränderung. Um das Positive von Veränderung. Leben, schreibt Sterzenbach, ist Veränderung. Man muss keine Angst vor Veränderungen haben. Im Gegenteil: Veränderungen sind etwas sehr Notwendiges, sehr Sinnvolles, sehr Gutes. „Veränderung“, schreibt er an einer Stelle, „ist immer ein Zeichen, dass es besser wird.“ Eine steile These, werden Sie vielleicht an dieser Stelle denken. Ist Veränderung wirklich per se eine Verbesserung? Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein. Kann man nicht auch vom Regen in die Traufe kommen? Vielleicht halten Sie es dann doch eher mit dem deutschen Physiker und Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), von dem folgender Satz überliefert ist: „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ Letzten Endes geht es um das gute Leben Es geht in Sterzenbachs Buch also um Veränderung. Aber in Wahrheit geht es um mehr: Es geht um das gute Leben. Genauer um folgende Frage: Was muss ich tun, um meine gegenwärtige Lebenssituation zu verändern, damit ich (wieder) glücklich und zufrieden bin? Und: Wenn ich weiß, was ich tun muss, wie kriege ich das dann auch hin? Also wie schaffe ich es, diesen Transformationsprozess auch ganz konkret und erfolgreich umzusetzen? Auf diese Fragen will Sterzenbach mit seinem Buch eine Antwort geben. Er tut dies vor allem mit Hilfe seines „Lebensrades“. Dieses sieht aus wie ein Glücksrad, und auf diesem Rad sind die zwölf für die Lebenszufriedenheit wesentlichen Elemente aufgezeichnet. Sie lauten: Gesundheit Fitness Entspannung Sinn Geist Beruf Partner Freunde Familie Wohltätigkeit Konsum Freizeit Je näher wir in jedem Bereich unserer Wunschvorstellung sind – markiert durch eine 10 auf einer Skala von 1 bis 10 -, desto zufriedener sind wir. Aber wie schaffen wir es, von einem suboptimalen Zustand – sagen wir, einer 5 - zum Optimum zu gelangen? Hier kommen Sterzenbachs 5 Erfolgsfaktoren ins Spiel, deren Anwendung uns hilft, die notwendigen Veränderungen tatsächlich durchzuführen. Diese Erfolgsfaktoren lauten: Vision entwerfen Fokussieren Hindernisse strategisch ausräumen Trainieren und Rituale nutzen Glaubenssätze ändern Sterzenbach erläutert jeden Erfolgsfaktor ausgiebig und gibt zahlreiche Beispiele für eine gelungene Umsetzung, häufig aus seinem eigenen Leben. Nicht immer sofort alles auf den Kopf stellen Natürlich muss man nicht sofort sein ganzes Leben verändern, umkrempeln und auf den Kopf stellen.  Sterzenbach will mit seinem Buch auch jenen helfen, die bestimmte Dinge IN ihrem Leben ändern wollen, Dinge, die ihnen heute die Freude nehmen: der falsche Job, die falsche Frau oder der falsche Mann, die falsche Umgebung, die falschen Freunde, die tägliche Trägheit, das Übergewicht, das Rauchen, der Alkohol, die Schüchternheit… Roter-Reiter-Fazit: Das Buch „Change als Chance“ von Slatco Sterzenbach ist eine Mischung aus Ratgeber, Lebensphilosophie und Autobiographie. Sterzenbach-Fans werden es lieben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Slatco Sterzenbach: Change als Chance. Veränderung erfolgreich gestalten. Ariston. 287 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 3424201650 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Leidenschaft ist prima, reicht aber nicht, um erfolgreich zu sein Es ist noch keine drei Jahre her, da lag der Handball in Deutschland am Boden. Jedenfalls was die Nationalmannschaft betraf. Der Weltmeister von 2007 verlor damals das entscheidende Spiel, um sich für die WM in Katar zu qualifizieren (nur aufgrund einer Wildcard durfte das Team dann doch teilnehmen, spielte aber erwartungsgemäß keine Rolle). Nachdem auch schon die Europameisterschaften sowie die Olympischen Spiele ohne das deutsche Team stattgefunden hatte, markierte dies den absoluten Tiefpunkt. Es war klar: So kann es nicht weitergehen. Es musste was passieren. Die Uhr des glücklosen und überforderten Nationaltrainers Martin Heuberger war abgelaufen. Ein neuer Chefcoach musste her. Der neue Mann kam aus Island, und er veränderte alles. Wie Phönix aus der Asche Sein Name: Dagur Sigurdsson. Der frühere isländische Nationalspieler, der sowohl als Spieler (Wuppertal) als auch als Trainer (Füchse Berlin) Bundesligaerfahrungen mitbrachte und zuvor schon die österreichische Nationalmannschaft trainiert hatte, schmiedete in kürzester Zeit aus einem zwar willigen, aber orientierungslosen Haufen junger Männer ein Team, das von Erfolg zu Erfolg eilte. Vorläufiger Höhepunkt: der Gewinn der Europameisterschaften zu Beginn dieses Jahres in Polen sowie die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Die deutsche Mannschaft war wieder da, aufgestanden wie Phönix aus der Asche, und zu verdanken hatte und hat sie es im Wesentlichen einem Mann: Dagur Sigurdsson. Der sympathische Isländler hat jetzt mit Unterstützung des Journalisten Fred Sellin seine Autobiographie vorgelegt. Titel des Buches: Feuer und Eis. Es ist jedem Handballfan zu empfehlen. Toll im Erzählstil geschrieben, erfährt man nicht nur Vieles über das Leben des handballverrückten Sigurdsson und die europäische Handballszene. Sondern man lernt am Rande auch noch einige interessante Dinge über Land und Leute. So erzählt Sigurdsson etwa, dass es auf Island nur zwei Jahreszeiten gibt, nämlich „Hoffnung und Enttäuschung“. Und es geht in dem Buch auch nicht ausschließlich um Handball. Lesenswert zum Beispiel die Episode, wo Sigurdsson noch als Gymnasiast zusammen mit seinem älteren Bruder in seiner Heimatstadt Reykjavik ein Café eröffnete und sich als Unternehmer erste Sporen verdiente. "Preparation is 90 per cent of the success" Der Untertitel des Buches lautet „Mit Leidenschaft zum Erfolg“, aber wer das Buch von Sigurdsson liest, erkennt schnell, dass Leidenschaft allein nicht reicht. Mit welcher Akribie der Nationalcoach zusammen mit seinen Co-Trainern die Mannschaft zusammenstellt, die Strategien und Taktiken entwirft und sich auf die kommenden Spiele vorbereitet, das ist sehr nüchterne und harte Arbeit am Detail und hat mit Leidenschaft wenig zu tun. Davon können sich auch Firmengründer, Manager und Unternehmer eine dicke Scheibe abschneiden, ebenso von Sigurdssons glasklarer und emotionslosen Haltung, wenn es um Personalfragen geht. In wenigen Wochen beginnt die Handballweltmeisterschaft in Frankreich. Die deutsche Mannschaft ist mit ihrem Trainer Dagur Sigurdsson mit von der Partie. Sie zählt zu einem der Favoriten. Möglicherweise endet mit diesem Turnier Ende Januar 2017 die Amtszeit des Mannes aus Island beim Deutschen Handballbund. Es zieht ihn und seine Familie – Sigurdsson und seine Frau Ingibjörg haben drei Kinder – nach Japan. Hier, im Land der aufgehenden Sonne, hatte sich Sigurdsson bereits als aktiver Spieler mehrere Jahre sehr wohl gefühlt. Sollte er gehen – dem deutschen Handball wird er fehlen. Roter-Reiter-Fazit: Ein tolles Buch für alle Handballfans! Super geschrieben, nie langweilig, mit vielen Innenansichten des Mannes, der Anfang 2016 zum „Welthandballtrainer des Jahres 2015“ gewählt worden war. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Dagur Sigurdsson / Fred Sellin: Feuer und Eis. Mit Leidenschaft zum Erfolg. Droemer Knaur. 304 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3426277204 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Konzentration, ein Ausnahmezustand Konzentration, schreibt Marco von Münchhausen in seinem neuen Buch, „ist ein Zustand, in dem man mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache ist, und zwar bei nur einer Sache!“  Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese Fähigkeit, Aufmerksamkeit aufzubauen und sich zu konzentrieren, zu den unentbehrlichen Faktoren für hervorragende Leistungen und Erfolg im Leben gehört. Konzentration, schreibt von Münchhausen, ist „der entscheidende Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ und der „Schlüssel zum Selbstmanagement“. Leben in einer "konzentrationsfeindlichen Welt“ Umso schlimmer, dass uns diese Fähigkeit immer mehr abhandenkommt. Konzentration, stellt der promovierte Jurist von Münchhausen fest, ist ein für uns alle „immer seltener gewordener Ausnahmezustand geworden“. Er glaubt sogar erkannt zu haben, dass wir „in einer konzentrationsfeindlichen Welt“ leben. Beispiel Berufsleben: Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass wir im Schnitt alle elf Minuten in unserer Tätigkeit unterbrochen werden – durch Telefonate, durch Kollegen, durch E-Mails. Diese fortwährenden Unterbrechungen sind „zum maßgeblichen Störfaktor unseres Berufslebens geworden“. Und bis wir nach der Unterbrechung gedanklich wieder dort anknüpfen können, wo wir waren, kann es bis zu 30 Minuten dauern. Das bleibt nicht ohne Folgen: Rund 80 Prozent der Arbeitnehmer sind nicht mehr in der Lage, sich nur auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Multitaslking ist eine gefährliche Illusion Manche meinten – und meinen es heute noch immer -, Multitasking sei die Lösung. Ihre Idee: Man solle lernen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Doch hierbei handelt es sich um eine Illusion, meint von Münchhausen, genauer gesagt sogar um eine gefährliche Illusion. Denn der Versuch, gleichzeitig auf mehreren Baustellen zu arbeiten, beschädige die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Auch der Stress, unter dem die meisten von uns im Berufsleben stehen, ist der Konzentrationsfähigkeit abträglich: „Im Stress arbeitet das Gehirn auf konzentrationsfeindlichen Frequenzen“, schreibt von Münchhausen. Doch damit nicht genug: Zu den Störungen von außen kommen noch unsere eigenen Ablenkungen. Schnell noch zwischendurch die E-Mails checken, was gibt´s Neues bei Facebook, in meiner WhatsApp-Gruppe hat sich sicher auch etwas getan, mal schnell zu Hause anrufen, ob das erwartete Paket endlich eingetroffen ist oder auch nur mal die Gedanken von der Leine lassen und vor sich hinträumen… Konzentrationsfähigkeit läßt sich wie ein Muskel trainieren Schluss damit, sagt von Münchhausen. Die gute Nachricht lautet: Die Konzentrationsfähigkeit läßt sich trainieren, so wie sich ein Muskel trainieren läßt. Beispielsweise durch Meditation, durch Achtsamkeitstraining oder einfach durch konzentriertes Tun. Darüber hinaus gibt von Münchhausen zahlreiche Tipps und Empfehlungen, wie man Störungen von außen vermeiden oder zumindest in Grenzen halten kann. Und nicht zuletzt erhalten wir klare Anweisungen, wie wir mit unseren „elektronischen Spielzeugen“ (Smartphone, Tabletcomputer etc.) umzugehen haben. Ach ja, von Münchhausens Buch heißt übrigens kurz und knapp „Konzentration“. Untertitel: „Wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein.“ Und jetzt würde mich interessieren, ob Sie diesen Text ohne Unterbrechung bis hierher gelesen haben. Roter-Reiter-Fazit: „Konzentration“ von Marco von Münchhausen ist ein gutes und leicht verständliches Buch zu einem wichtigen und vielfach vernachlässigten Thema. Es erinnert uns daran, dass hervorragende Leistungen, aber auch die Freude am Tun, ohne die Fähigkeit, sich auf den Punkt zu konzentrieren, nicht möglich sind. Und von Münchhausen zeigt uns, wie wir auf einfache Weise diese Fähigkeit wiedererlangen und trainieren können. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Marco von Münchhausen: Konzentration. Wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein. Gabal. 184 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3869367199 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Durst ist schlimmer als Heimweh „Durst“, steht über dem Eingang des Hofbräuhauses in München, „ ist schlimmer als Heimweh.“ Wie gut, dass es Einrichtungen wie das Hofbräuhaus gibt. Denn wer hier einkehrt, der kann sich gleich gegen beide Leiden kurieren lassen: gegen den Durst helfen die dort in großen Gefäßen verteilten Getränke, und wer genug davon getrunken hat, dessen Heimweh ist dann auch schon gar nicht mehr soooo groß. Jetzt kann man auch einen "über den Durst lesen" Ja, die Sache mit dem Durst, die soll uns heute und hier beschäftigen. Denn Durst haben wir alle mal. Und hin und wieder – bei dem einen oder anderen auch öfter - kommt es vor, dass man „einen über den Durst trinkt“. Da ist ja nichts Schlimmes dran, das gehört ja irgendwie dazu, zum Leben. Umso schöner, dass man jetzt nicht nur einen über den Durst trinken, sondern auch einen über den Durst lesen kann. Und zwar, wie wir hier unterstreichen wollen, auf eine sehr schöne, sehr lehrreiche und sehr unterhaltsame Art und Weise. Wobei „lesen“ genau genommen nur die halbe Wahrheit ist. Zum Lesen kommt in diesem Fall noch das Anschauen, das Betrachten, das Versinken hinzu. Wir reden über ein Buch, das ganz außergewöhnlich ist. Auf jeden Fall gehört es in das Bücherregal eines jeden Mannes oder einer jeden Frau, der/die von seinem/ihrem Lieblingsgetränk  - zum Beispiel dem Feierabendbier - mehr wissen will als die zugegebenermaßen wichtige Frage, ob die Temperatur gerade so ist, wie sie zu sein hat. Der oder die sich dafür interessiert, wo und wie das Getränke hergestellt wird, welche unterschiedlichen Varianten es gibt, aus welchen Trinkgefäßen man es zu sich nehmen kann, in welchen Erdteilen wie viel von was getrunken wird und vieles, vieles mehr. Sozusagen die Geschichten hinter dem Durst. Ein wunderbares Buch zum Schmökern Das ist das Schöne an dem Buch von Ben Gibson und Patrick Mulligan. Das Buch heißt kurz und prägnant „Über den Durst“ und besticht dadurch, dass es aus lauter äußerst interessanten und toll gestalteten Infografiken besteht. Auf diese, man kann fast sagen, spielerische Weise erfahren wir auf jeder Seite Dinge über unsere Lieblingsgetränke, die wir bisher noch nicht wussten. Wobei diese Lieblingsgetränke, so unterschiedlich sie im Einzelnen auch sind, alle eins gemeinsam haben: Es ist Alkohol drin. Bier – wetten, Sie wussten nicht, dass es so viel unterschiedliche Bierarten gibt –, Wein – mindestens so viele unterschiedliche wie Bier -, Whiskey, Gin, Scotch, Rum, Wodka und all die anderen hochprozentigen Spirituosen werden in diesem hochwertig aufgemachten Buch ausführlich vorgestellt. Roter-Reiter-Fazit: Ein Toast auf die Autoren Ben Gibson und Patrick Mulligan! Vielen Dank für dieses wunderbare Buch zum Schmökern für alle Liebhaber alkoholhaltiger Getränke. Macht sich auch gut unterm Weihnachtsbaum. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ben Gibson / Patrick Mulligan: Über den Durst. Bier, Whisky & Co in Infografiken. books4success, 189 Seiten, 29,99 Euro, ISBN: 3864703972 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Kleinunternehmen professionell und erfolgreich führen Ein Kleinunternehmern (KMU) zu führen ist etwas ganz anderes als ein mittelständisches oder gar ein Großunternehmen zu führen. Das liegt vor allem daran, dass im KMU der Unternehmer in den meisten Fällen viel intensiver ins operative Tagesgeschäft eingebunden ist. Oft ist der Chef auch der erste Verkäufer, der Experte (Meister) und der Personalchef in einer Person. Ein Stab aus Managern, die ihrerseits Mitarbeiter führen, hat der KMU-Chef in der Regel nicht. Am Ende des Tages bleibt alles an ihm hängen. Die Folge ist, dass strategische Überlegungen vielfach auf der Strecke bleiben und wichtige Weichenstellungen zum Erhalt oder der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit nicht erfolgen. Firmen mit bis zu 15 Mitarbeitern brauchen andere Antworten Exakt an die Inhaber und Geschäftsführer dieser Betriebe richtet sich das Buch „Kleinunternehmen führen und organisieren“ von Jörg Baumhauer und Carsten Schmidt. Die beiden Autoren kommen aus der Praxis und führen selbst Unternehmen aus diesem Segment bis 15 Mitarbeitern. Sie kennen also die spezifischen Probleme und wissen aus eigener Erfahrung, dass die Beratungs- und Lösungsansätze von größeren Firmen hier nicht oder nur bedingt weiterhelfen. Im ersten Teil ihres Buches skizzieren Baumhauer und Schmidt die charakteristischen Eigenheiten von KMUs und listen die besonderen Herausforderungen auf, „die sich deutlich von denen mittelständischer Unternehmen unterscheiden“. Im Hauptteil widmen sie sich den vier Erfolgsfaktoren jeder unternehmerischen Unternehmensentwicklung. Diese lauten: Teamchef Erwartungen der Kunden Mitarbeiter Prozesse Jeder dieser vier Erfolgsfaktoren ist in sieben Handlungsfelder unterteilt. Beim Erfolgsfaktor Teamchef sind dies beispielsweise (1) Sich selbst führen, (2) Werte und Leitbild entwickeln und leben, (3) Strategisch planen, (4) Mitarbeiter auswählen, (5) Erfolg mit Mitarbeitern vereinbaren, (6) Profitabel wirtschaften und (7) Außendarstellung gestalten. Das Besondere und Hilfreiche an dem Buch von Baumhauer und Schmidt sind nun die Tabellen am Ende des Buches, die für jedes Handlungsfeld eines jeden Erfolgsfaktors ein Benotungssystem nach dem Schulnotensystem ermöglicht. Anhand eines Beurteilungstextes kann nun jeder Leser sich selbst benoten. Der Text für die schlechteste Note 6 beim Erfolgsfaktor Teamchef lautet zum Beispiel: „Ich fühle mich persönlich überfordert: Ich bin ausgelaugt, antriebslos, reizbar, soziale Kontakte sind auf ein Minimum beschränkt“. Die Note 1 bekommt man, wenn man sich in folgendem Text wiedererkennt: „Im Hinblick auf Selbstmanagement, Führungskompetenz und charakterliche Reife habe ich Vorbildfunktion. Auf mein Umfeld wirke ich prägend und inspirierend.“ Nach der Diagnose erfolgt die Therapie Anhand dieses Notensystems für alle Erfolgsfaktoren lassen sich Stärken und Schwächen recht einfach identifizieren, und man erkennt schnell, wo sich Optimierungsmöglichkeiten befinden. Doch das ist erst die halbe Miete. Wie beim Arzt erfolgt nach der Diagnose die Therapie. In diesem Fall zeigen Baumhauer und Schmidt auf, mit welchen konkreten Maßnahmen man in jedem Handlungsfeld aus einer schlechteren in eine bessere Fitnesszone gelangt. Die Tabellen findet man übrigens auch im Internet unter der URL www.dieentwickler.biz, von wo aus man sie sich downloaden kann. Roter-Reiter-Fazit: Baumhauer und Schmidt können und wollen den Inhabern und Geschäftsführern kleiner Unternehmen die strategische Arbeit am Unternehmen nicht abnehmen. Daher verstehen sie ihr Buch ausdrücklich als „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es handelt sich, wie die Autoren selbst sagen, bei diesem Buch um einen „gut bestückten Werkzeugkoffer“, dessen Einsatz den Unternehmern helfen soll, ihre Firma professioneller aufzustellen, wettbewerbsfähig und zukunftsfähig zu erhalten und dem Unternehmer gleichzeitig mehr Zeit und Lebensqualität zu verschaffen. Sicher ist dies durch die Lektüre dieses Buches allein nicht zu schaffen. Aber das Buch von Baumhauer und Schmidt ist ein erster Schritt, um sich überhaupt erst einmal darüber klar zu werden, wo sich die wichtigen Stellschrauben befinden, an denen man das Werkzeug ansetzen muss. Wer dann wirklich etwas verändern will, der wird sich vermutlich externe Unterstützung durch einen Berater ins Haus holen, der seine Sprache spricht und die spezifischen Probleme von Klein- und Kleinstunternehmen wirklich kennt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Carsten Schmidt / Jörg Baumhauer: Kleinunternehmen führen und organisieren. Nachhaltiger Unternehmenserfolg in Betrieben bis 15 Mitarbeitern. Gabal, 277 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3869367334 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Börse für Einsteiger Wer sein sauer verdientes und erspartes Geld vermehren will, der kommt an der Börse nicht vorbei. Zumindest nicht, wenn das Vermehren auf legale Art und Weise erfolgen soll. Und da ist es gut und sinnvoll, wenn einem klar ist, worauf man sich einlässt, wenn man weiß, wie das funktioniert mit den Aktien und den anderen Wertpapieren, wenn man einen Schimmer hat, was Dividenden sind und warum es interessant sein kann, in Rohstoffe wie Gold oder Kupfer zu investieren. Und ein paar wichtige Begriffe und volkswirtschaftliche Zusammenhänge sollte man ebenfalls kennen. Wenn man dann noch weiß, woher man sich die nötigen Informationen beschafft, damit man sein Geld auch wirklich gewinnbringend anlegt, dann kann man eigentlich auch schon los legen. Das kleine Einmaleins der börsenbasierten Geldanlage Genau hier setzt das Buch „Crashkurs Börse“ des Autorenteams Sebastian Grebe, Sascha Grundmann und Frank Phillipps an, das jetzt in der vierten, aktualisierten und erweiterten Auflage im Börsenbuchverlag erschienen ist. Dieses für Anfänger bestens geeignete Buch klärt auf, was die Börse und ihre Risiken sind, was den Aktienmarkt ausmacht und wie man ihn als Anleger nutzen kann – ob für die Altersvorsorge, um sich kleine Träume zu erfüllen oder einfach aus Spaß. Crashkurs Börse greift dabei verschiedene Facetten auf: Das Buch stellt die grundlegenden Mechanismen an der Börse vor, wie der Handel funktioniert und welche psychologischen Momente dem Anleger im Wege stehen. Verständliche Sprache und viele Beispiele Das Buch hat auf 202 Seiten nur fünf Kapitel mit zum Teil sehr knappen Überschriften. Die Länge der einzelnen Kapitel spiegelt die Relevanz der Themen wider. Die fünf Kapitel lauten: Historie (22 Seiten Umfang): Fragen sind unter anderem: „Woher kommt der Begriff Börse?“, „Die älstesten Börsen der Welt“, „Die wichtigsten Börsen von heute“. Grundlagen (32 Seiten) Das kleine Einmaleins der Börse. Hier dreht es sich unter anderem um folgende Themen: „Was ist eine Aktie?“, „Was ist eine Dividende?“, „Was ist ein Fond?“, „Was ist eine Anleihe?“, "Was sind Derivate?" und, und, und… So funktioniert die Börse (20 Seiten): Jetzt geht es ans Eingemachte mit Fragen wie: „Börsenhandel – wie geht das?“, „Wie wird man Aktionär?“, „Wie handelt man Wertpapiere?“, „Wo informiert man sich?“ So beurteile ich ein Investment (68 Seiten): Hier werden viele Begriffe wie KGV, KCV und KBV erläutert, bestimmte volkswirtschaftliche Grundlagen thematisiert und wie die Börse darauf reagiert. Es geht um Rohstoffe wie Öl und Gold sowie um die Frage, was eigentlich eine Fundamentalanalyse ist und was die Charttechnik leistet. Und natürlich erfährt man hier Einiges zum Thema, wann man kaufen und wann man verkaufen sollte und wie man den richtigen Zeitpunkt dafür erkennt. Strategie und Strategen (34 Seiten): Hier gibt es ein paar wichtige Tipps für das ganz persönliche Anlageverhalten („Streuen Sie das Risiko!“, „Setzen Sie nur so viel Geld ein, wie sie übrig haben!“, „Setzen Sie auf Trendbranchen!“, „Nehmen Sie sich Zeit!“…). Zudem werden einige Börsenweisheiten vorgestellt („The trend is your friend“, „Greife nie in ein fallendes Messer“, „Hin und her macht Taschen leer“ etc.). Und man lernt ein paar Börsengurus wie Warren Buffett, George Soros oder André  Kostolany und deren Anlagestrategie kennen. Was gut gefällt, ist, dass es die Autoren schaffen, dem Leser die nicht immer einfache Materie der Börse auf verständliche und gut lesbare Weise näher zu bringen. Dabei helfen auch die zahlreichen anschaulichen und nachvollziehbaren Beispiele. Auch gut: das Glossar am Ende des Buches, in dem auf acht Seiten wichtige Börsenbegriffe noch einmal kurz erläutert und erklärt werden. Roter Reiter-Fazit: Da gibt es diese Scherzfrage: „Wie macht man an der Börse ein kleines Vermögen? Indem man ein großes Vermögen anlegt.“ Damit es Ihnen nicht so ergeht, gibt es Bücher wie „Crashkurs Börse“. Wir empfehlen es guten Gewissens allen, die sich für das Thema Börse interessieren und sich noch nicht oder nur wenig mit der Thematik befasst haben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Sebastian Grebe, Sascha Grundmann, Frank Phillipps: Crashkurs Börse. Börsenbuchverlag, 202 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703654 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wirkung erzielen: Guerilla Marketing in der digitalen Welt In der neuen, der digitalen Welt läuft auch das Marketing anders als in der alten, analogen Vorzeit. Das gilt nicht nur für das traditionelle, sondern auch für das sogenannte „Guerilla Marketing.“ Als der Vater des Guerilla Marketings, der amerikanische Werbefachmann Jay Conrad Levinson, 1984 sein Buch mit dem Titel „Guerilla Marketing“ herausbrachte, das zum Millionenbestseller wurde und diese neue Forms des Marketings begründete, gab es ja das Internet noch gar nicht. Dieses wurde erst rund zehn Jahre später „erfunden“. Marketing, das wirklich funktioniert Das Wesentliche des Guerilla Marketings besteht darin, dass es aus ungewöhnlichen Marketingmethoden besteht, die effektiv, günstig und produktiv sind. Statt großer Budgets – wie im traditionellen Marketing – setzen die „Guerilleros“ Zeit, Energie und Fantasie ein. Das Internet, oder genauer das World Wide Web, bietet im Vergleich zu früher ganz neue Möglichkeiten, sich zu präsentieren, Kunden zu finden und anzusprechen sowie seine Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten. Drei dieser neuen Möglichkeiten stellen die Autoren des Buches „New Guerrilla“, das Ehepaar Petra und Anthony-James Owen, vor. Die beiden Autoren sind Geschäftsführer der europäischen Niederlassung der Guerrilla Marketing Group in Berlin und verfügen über umfassende Kenntnisse in diesem Bereich. In Ihrem lesenswerten Buch beschränken sie sich auf sogenanntes Vertriebsmarketing. Es geht ihnen auf diesen 240 Seiten ausschließlich um folgende Frage: „Wie mache ich Marketing, das wirklich funktioniert und mir etwas bringt – Marketing, das idealerweise schnell positive Ergebnisse erzielt?“ Und das zudem wenig kostet, wie man hinzufügen könnte. Das leisten Google AdWords, Podcasts, XING/LinkedIn Bei den drei Marketingmethoden, die in diesem Buch vorgestellt werden, handelt es sich um die Nutzung von Google AdWords (mehr oder weniger Kleinanzeigen, die bei der Suche nach bestimmten Begriffen auftauchen), um das eigene Profil bei den Business-Netzwerken XING und LinkedIn sowie um Audio-Podcasts (also gewissermaßen die eigene Radiosendung im Internet). Dabei lassen sich mit den unterschiedlichen Instrumenten auch ganz verschiedene Ziele erreichen: Google AdWords: Generieren geeigneter Anfragen/Kunden/Interessenten („…die perfekte Maschine für Kundenanfragen.“) XING/LinkedIn: Vernetzung mit bestehenden und neuen Kunden („Ohne Präsenz in den sozialen Medien können Sie heute in keinem Business mehr wachsen.“) Podcast: Positionierung als Experte („Podcast ist die nächste große Welle im Marketing.“) Owen und Owen stellen jede dieser Optionen umfassend, detailliert und auch für den Laien verständlich vor. Jedes Kapitel enthält quasi eine Gebrauchsanleitung, mit der auch Anfänger klar kommen. Gut auch die vielen wertvollen Tipps aus der Praxis. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch „New Guerrilla“ ist jedem Freiberufler, Selbstständigen und Unternehmer zu empfehlen, der mit geringem finanziellem Aufwand neue Kunden gewinnen und zusätzliches Geschäft generieren will. Es ist auch für Laien verständlich geschrieben, kenntnisreich und praxistauglich. Nach der Lektüre dieses Buches gibt es keine Ausreden mehr. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Petra Owen / Anthony-James Owen: New Guerrilla. Mehr Kunden durch innovatives Online-Marketing. Redline. 240 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868816399 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Johan Cruyff: „Du bist so lange gestört, bis du ein Genie bist“ 7. Juli 1974, Olympiastadion München, weiß-blauer Himmel, strahlender Sonnenschein: Die deutsche Nationalmannschaft um ihren Kapitän Franz Beckenbauer wird nach 1954 zum zweiten Mal Fußballweltmeister. Der Gegner Niederlande, der nach seinem Halbfinalsieg gegen den amtierenden Champion Brasilien als Favorit ins Finale eingezogen war, musste als Vizemeister die Heimreise antreten (die Höhepunkte des Spiels kann man sich hier noch einmal ansehen). In den späteren Kommentaren hieß es, dass die Niederländer an ihrer eigenen Arroganz gescheitert waren. Statt nach dem frühen 1:0 den Sieg abzusichern, sei es ihr Ziel gewesen, den Gegner zu demütigen. Mannschaftskapitän des niederländischen Teams und überragender Spieler des Turniers war Johann Cruyff. Der Mann, der wie kein anderer den niederländischen „Totalfußball“ verkörperte und der als einer der größten Fußballspieler der Weltgeschichte gilt, ist im März dieses Jahres im Alter von 68 Jahren gestorben. Posthum erschien jetzt im Verlag Droemer Knaur seine Autobiographie „Mein Spiel“, passenderweise in der Farbe der niederländischen Nationalmannschaft: orange. Wo Cruyff war, war auch der Streit „Bis auf die Deutschen“, schreibt Cruyff im Rückblick auf das verlorene WM-Finale von 1974, „war so ziemlich jeder davon überzeugt, dass eigentlich wir hätten gewinnen müssen.“ „Johan war der bessere Spieler, aber ich war Weltmeister“, sagte einst „Kaiser“ Franz Beckenbauer über seinen Freund. Cruyff galt zeit seines Lebens nicht nur als einer der besten Spieler der Fußballgeschichte, sondern setzte auch als Trainer Akzente. Dennoch war er aufgrund seines eigenwilligen Charakters nicht unumstritten. Bei aller Genialität war Cruyff stets eine kontroverse Figur. Wo er war, war auch der Streit. Er legte sich mit Spielern, Trainern und Vereinsbossen an, wurde immer wieder als Querkopf und Diktator gebrandmarkt und hatte den Ruf, selbstherrlich und arrogant zu sein, schreibt die „Sportschau“ auf ihrer Webseite. In seinem Lebensbericht schreibt Cruyff ausführlich über die Zerwürfnisse vor allem mit den Vereinsführungen, die er sowohl als Spieler als auch als Trainer vor allem bei Ajax Amsterdam und beim FC Barcelona immer wieder hatte. Dabei wird vor allem deutlich, dass es Cruyff immer um die Sache ging: den besten Fußball und die beste Art, eine Mannschaft zu trainieren und einen Verein zu führen. Oder sollte man richtiger sagen: Es ging ihm fast immer um die Sache. Denn wenn seine Leistung von wem auch immer nicht anerkannt wurde, dann konnte er bockig und beleidigt werden. So zum Beispiel, als die Spieler von Ajax Amsterdam 1973 ihm als Mannschaftskapitän ihr Vertrauen entzogen und stattdessen Piet Kaizer zu ihrem neuen Spielführer wählten. Für Cruyff damals ein Anlass, sich eine neue fußballerische Heimat zu suchen, die er beim FC Barcelona in Spanien dann auch fand. Ein MUSS für jeden Fußballfan, Trainer und Clubmanager In Cruyffs Autobiographie geht es von der ersten bis zur letzten Seite nur um zwei Dinge: um Johann Cruyff (was in einer Autobiographie jetzt nicht so verwunderlich ist) und um Fußball. Um nichts anderes. Das gesamte Leben von Johann Cruyff und sein gesamtes Denken drehte sich ausschließlich um Fußball. Was man in seinem Buch nicht oder nur am Rande findet, sind irgendwelche Botschaften, die mit dem Fußball nichts zu tun haben. Weisheiten, die man in anderen Biographien gerne findet, wie zum Beispiel „Was man vom Leistungssport für das Leben lernen kann“ oder dergleichen, braucht man in Cruyffs Buch nicht zu befürchten. Dafür findet man jede Menge tief durchdachter Gedanken dazu, wie der beste Fußball aussehen sollte, wie man Spieler trainiert und Vereine führt. Dass Cruyff zu Lebzeiten niemandem nach dem Munde geredet hat, häufig auf Unverständnis stieß und gegen Mauern anrennen musste, verwundert einen nicht, wenn man am Ende des Buches angelangt ist. Daher passt der Satz, mit dem Cruyff sein Buch beschließt: „Du bist so lange gestört, bis du ein Genie bist.“ Und das war Cruyff ohne Zweifel: ein Fußballgenie. Roter-Reiter-Fazit: Dieses Buch ist ein MUSS für jeden echten Fußballfan. Aber auch für jeden, der im Verein als Trainer oder Manager Verantwortung übernommen hat. Denn von Cruyffs Ansichten, Anregungen und Errfahrungen kann man nur profitieren, auch wenn man sie nicht alle teilt. Aber es wäre fahrlässig, diese Chance nicht zu nutzen, von den Gedanken des Fußballgenies Johan Cruyff zu profitieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Johan Cruyff: Mein Spiel. Droemer Knaur, 317 Seiten,19,99 Euro, ISBN: 3426276968 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Managementbuch des Jahres: "d.quarks" von Carsten Hentrich und Michael Pachmajer Was muss der deutsche Mittelstand unternehmen, um seine Marktführerschaft nicht an Start-ups aus Kalifornien zu verlieren? Wie können digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden? Und was bedeutet das für die Mitarbeiter und Chefs der Unternehmen? Auf diese Fragen liefern die Autoren Carsten Hentrich und Michael Pachmajer in ihrem Buch d.quarks genauso überraschende wie einleuchtende Antworten. Das Buch wurde dafür als „Managementbuch des Jahres 2016“ ausgezeichnet. Der Onlinebuchhändler „Managementbuch.de“ vergibt den Buchpreis dieses Jahr zum 10. Mal. Die Jury hob besonders hervor, dass es den Autoren gelungen sei, „das komplexe Thema der digitalen Transformation klar zu strukturieren“. Das Buch liefere damit „auf knapp 200 Seiten einen Intensiv-Workshop für Geschäftsführer und Inhaber mittelständischer Unternehmen, anhand sogenannter „d-quarks“ die erfolgskritischen Elemente digitaler Transformation zu durchleuchten“. Digitalisierung: von oben nach unten und alle zusammen Entlang einer kreativen Analogie zur Elementarteilchenphysik identifizieren die Autoren 46 Elemente (digital-quarks), die Entscheider kennen sollten, um ihr Unternehmen für die digitale Zukunft fit zu machen.  Die 46 Elemente ordnen sie wiederum 5 sogenannten Beschleunigerbahnen zu. Und wer den Zug nicht verpassen möchte, muss seine bestehenden Produkte und Geschäftsmodelle einmal auf diesen Bahnen durchdacht und möglicherweise auch verändert haben. Die Autoren führen vor Augen, warum die Zukunft eines Waschmaschinenherstellers „Service“ heißen kann, und warum auch für Waschmaschinenhersteller ein Pay per Use Bezahlmodell zumindest denkbar ist. Sie schwören ihre Leser darauf ein, „Daten“ als das neue „Öl“ zu erkennen, ohne dabei den Datenschutz zu vergessen. Beachtlich ist auch, dass die Autoren sich nicht scheuen, „Digitalisierung“ als Top down Thema anzusetzen, als ein Thema, das von der obersten Führungsebene bzw. von den Eigentümern initiiert werden muss – und das in Zeiten, in denen Modelle wie „Augenhöhe“ und „Das demokratische Unternehmen“ sehr populär sind. Wenn es dann an die Umsetzung der digitalen Transformation geht, setzen die Autoren freilich auf die Inklusion aller Beteiligten – von den Kunden über die Marktpartner bis zu den Mitarbeitern, und zwar abteilungsübergreifend. Die IT muss raus aus dem Keller Für Unternehmer und Game-Changer liefert das Buch Seite für Seite wertvolle Denkanstöße, das bisherige Business aus völlig anderem Blickwinkel zu betrachten. Dabei lassen Hentrich und Pachmajer keinen Zweifel daran, dass die Lage ernst und unumkehrbar ist. Die Gefahr lauert nicht dort, wo Wettbewerber noch bessere Produkte bauen, sondern da, wo sich Unternehmen mit völlig neuen Geschäftsmodellen  die Kundenbeziehungen unter den Nagel reißen. Die Stichworte dazu heißen Uber, Airbnb oder Google. Mittelständler, die dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen wollen, müssen an einer entscheidenden Stelle umdenken und die Gewichte verlagern - vom Ingenieur hin zum CDO, dem Chief Digital Officer. Oder anders gesagt – die IT muss raus aus dem Keller, rein ins Rampenlicht. Schon an diesen Punkten wird deutlich, dass die vielbeschworene digitale Transformation nicht im „mehr vom Gleichen“ zu haben sein wird. Das Thema digitale Transformation ist derzeit in aller Munde – und es sind auch schon viele Bücher zum Thema erschienen. Das Buch d-quarks ist aber das erste, das dem Management mittelständischer Unternehmen eine umsetzbare Roadmap zur Verfügung stellt. Bleibt zu hoffen, dass sie viele Unternehmen ans Ziel führen wird. Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de Carsten Hentrich, Michael Pachmajer: d.quarks - Der Weg zum digitalen Unternehmen. Murmann, 200 Seiten, 39,90 Euro, ISBN: 3867745544 Der Preis „Managementbuch des Jahres“ wird seit 2007 während der Frankfurter Buchmesse verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Autoren wie der ehemalige Nestlé-Chef Helmut Maucher, die Suhrkamp-Autoren Barbara Nolte und Jan Heidtmann, die Managementvordenker Alexander Osterwalder und Yves Pigneur sowie Ex-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Selbstverwirklichung: Inspiration für junge Sinnsucher Haben Sie Kinder im abiturfähigen Alter? Befindet sich Ihr Nachwuchs gerade in der Berufsausbildung? Oder hat sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter an einer Uni immatrikuliert und strebt einen akademischen Abschluss ab? Was auch immer: Sie alle stehen am Anfang ihres Berufsleben, und in diesen Jahren werden wichtige Weichenstellungen vorgenommen, die großen Einfluss haben für den Rest des Lebens. Welchen Beruf soll ich ergreifen, was kann ich am besten, was tue ich am liebsten, was möchte ich erreichen, wie will ich leben? Das sind die Fragen, mit denen junge Menschen sich beschäftigen, und mit denen sie sich beschäftigen sollten. Gut, wenn man dann jemanden an seiner Seite hat, der einem dabei hilft, sich über seine Ziele, Wünsche und Talente klar zu werden. Wie man das Beste aus seinem Leben macht Christo Foerster ist so jemand. Der studierte Sportwissenschaftler, gelernte Journalist und amtierende Coach hat ein Buch geschrieben, das Menschen helfen will, das Beste aus ihrem Leben zu machen. „Dein bestes Ich“, lautet der Titel des Buches. Es geht um nichts Geringeres als um Selbstverwirklichung. Viele Menschen sind mit ihrem Leben unzufrieden – weil sie einer Arbeit nachgehen, die sie nicht mögen, weil sie sich in einer familiären Situation befinden, die sie als belastend empfinden, weil sie spüren, dass es nicht „ihr bestes Ich“ ist, das sie morgens aus dem Badezimmerspiegel müde anblickt. Oft ist es in dieser Situation aber schon zu spät, um den Reset-Knopf zu drücken und noch einmal ganz von vorne zu beginnen – weil man zum Beispiel anderen Menschen große Schmerzen zufügen müsste (beispielsweise den eigenen Kindern, die man als verantwortlicher Menschen nicht im Stich lassen kann und will). Daher ist es umso wichtiger, sich frühzeitig über sein Leben klar zu werden und darüber, was einem wichtig ist und was man erreichen will. Am besten also tut man dies als junger Mensch, bevor man existenzielle Grundsatzentscheidungen getroffen hat, die einen in die falsche Richtung führen Radikaler Egoismus Obwohl Foerster es nicht explizit sagt, eignet sich sein Buch daher vor allem für junge Menschen. Dazu passt die legere Sprache und auch das „Du“, mit dem Foerster sein Publikum anspricht. Auch der radikale Egoismus, den er bei der Suche nach seinem „besten Ich“ empfiehlt, ist eher etwas für jemanden in den Zwanzigern und weniger für den gestandenen Familienvater oder die verantwortungsvolle Mutter. Foerster, der selbst erst spät erkannt hat, dass er als angestellter Journalist (unter anderem als Sportchef der Zeitschrift „Fit for Fun“) nicht sein „bestes Ich“ ausleben kann und der heute als selbstständiger Coach, Speaker und „Solopreneur“ unterwegs ist, möchte mit seinem aufwändig und liebevoll gestalteten Buch „Inspirationen für ein kraftvolles Leben“ geben (so auch der Untertitel des Buches). Das Ganze kommt sehr locker und undogmatisch daher nach der Devise: „Hey, ich zeig dir was, vielleicht ist das was für dich. Und wenn nicht, dann nicht.“ (Seite 206). Roter-Reiter-Fazit: Weihnachten steht vor der Tür. „Dein bestes Ich“ ist ein schönes Geschenk, das liebevolle Eltern ihren heranwachsenden Kindern und jungen Erwachsenen unter den Christbaum legen sollten. Es hilft ihnen dabei, sich darüber klar zu werden, was sie wirklich wollen in ihrem Leben und wie sie es erreichen können. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Christo Foerster: Dein bestes Ich. Inspirationen für ein kraftvolles Leben. Gabal, 248 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869367237 Dieses Buch jetzt bei www.Managementbuch.de bestellen! ### „Kampfkommunikation“: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt Dass in der Wirtschaft mit harten Bandagen gekämpft wird, ist nichts Neues. Es geht ja auch im viel, vor allem um viel Geld. Aber es geht auch um Macht, um Dominanz, um Ruhm, Prestige, kurz: um´s Ego. Das war schon immer so, und wer in der Wirtschaft etwas erreichen wollte, wer Erfolg haben wollte, wer auf der Karriereleiter nach oben klettern wollte, der musste schon immer nicht nur hart arbeiten, über eine sehr hohe Kompetenz verfügen, gut vernetzt sein und den immer kälteren Wind aushalten können. Er musste auch kommunikativ in der Lage sein, seine Positionen gegen Widerstände durchzusetzen. Das alles ist nicht neu. Neu allerdings ist, dass dieser raue Umgangston immer weiter um sich greift - auch über die Wirtschaft hinaus - und jeder, der sich in dieser Situation nicht zu wehren weiß, von seinem Gesprächspartner gnadenlos untergebuttert wird. Wer nicht gegenhalten kann, wird zum Opfer. Umgang mit Psychopathen und Narzissten Gefördert wird diese negative Entwicklung dadurch, dass in den Unternehmen und Behörden immer mehr „psychopathisch und narzisstisch veranlagte Menschen“ sowie "Egomanen und Choleriker“ nach oben gespült werden, schreibt der Psychologe Marc-Stephan Daniel in seinem neuen Buch „Tough Talk. Die rhetorischen Spielregeln zum Überleben im Haifischbecken“. Daniel hat in der Wirtschaft eine „dramatische Verschlechterung der Gesprächskultur“ festgestellt., „Was einmal die Ausnahme war“, schreibt er, „nämlich andere eiskalt über den Tisch zu ziehen, ist fast schon die Regel geworden“. Mit seinem Buch will Daniel den Menschen helfen, die bisher der „Kampfkommunikation“ ihrer Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden hilflos ausgesetzt waren. Frei nach dem alten Sponti-Spruch: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt. Der Schlüssel zum Erfolg besteht in einem „professionellen Dialogmanagement“. Ziel dieses Dialogmanagements ist, die „Steuerungshoheit über die Gesprächsführung niemals aus der Hand zu geben“. Wer im „Kampf“ mit seinem Gegner bestehen will, der muss nicht nur erkennen, mit welchen rhetorischen Waffen sein Kontrahent gegen ihn vorgeht, sondern er muss diese Waffen ebenfalls perfekt beherrschen. Viele Menschen, schreibt Daniel, haben nur ein einziges sprachliches Verhaltensmuster, in dem sie sich wohl fühlen. Bei den meisten ist es das so genannte „defensive Reaktionsmuster, das auf Harmonie und Verständigung setzt. Im Prinzip eine gute Sache, aber ein stumpfes Schwert, wenn man es mit einem harten oder gar unfairen Gegenüber zu tun hat. Auch das „kooperative Standardreaktionsmuster“ hat seine Stärken, stößt in schwierigen Gesprächs- und Verhandlungssituationen aber ebenfalls an seine Grenzen. Hier hilft nur noch als ultima ratio das „offensiv-eskalative Standardreaktionsmuster“. Auf dieser Ebene geht es nicht mehr um Verständigung, sondern nur noch um Dominanz bzw. darum, sein Gegenüber in seine Schranken zu verweisen. Dialogmanagement muss "in Fleisch und Blut" übergehen Daniel stellt die drei unterschiedlichen Verhaltensvarianten detailliert vor und erläutert sie an nachvollziehbaren Beispielen und Dialogmustern. Beispielsweise analysiert und bewertet er eine Gesprächssituation zwischen dem TV-Moderator Michel Friedmann und dem AfD-Gründer Bernd Lucke. Friedmann attackiert in dieser Sendung seinen „Gesprächspartner“ Lucke rhetorisch ungemein aggressiv und unfair, Lucke hingegen verharrt  völlig wehrlos in seinem defensiven bzw. kooperativen Verhaltensmuster und schafft es nicht einmal ansatzweise, Friedmann Paroli zu bieten. Dieses „Gespräch“ kann man sich hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=xv9f5gSXlwg Damit es einem im betrieblichen Alltag nicht so ergeht wie dem ehemaligen AfD-Politiker Lucke in der Friedmann-Sendung, ist es wichtig, dass einem alle drei rhetorischen Reaktionsmuster „in Fleisch und Blut“ übergehen, so dass man in einer konkreten Gesprächs- und Verhandlungssituation „sehr dynamisch zwischen diesen drei alternativen Reaktionsmustern hin- und herwechseln" kann. Natürlich, warnt Daniel, muss man sich im Klaren darüber sein, ob man es sich auch leisten kann, sein Gegenüber hart rannehmen zu können. Hier spielen auch Hierarchiefragen eine Rolle. Es kann nicht das Ziel sein, seinen Kontrahenten zwar erfolgreich Paroli zu bieten, sich gleichzeitig aber um Kopf und Kragen zu reden. Daniel bietet immer wieder Szenarien an, wie man dem anderen in einer zugespitzen Gesprächssituation die Hand reicht, um den Situation zu deeskalieren und zu einem konstruktiven Dialog zu finden. Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr hilfreiches Buch, das zweierlei leistet: Zum einen öffnet es einem die Augen, um selbst zu erkennen, warum man in schwierigen Gesprächs- und Verhandlungssituationen immer wieder von anderen untergebuttert wird. Und zum anderen zeigt es, mit welchen Gegenstrategien und Taktiken es gelingt, sich gegen solche „Gegner“ zu wehren und sich Respekt zu verschaffen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Marc-Stephan Daniel: Tough Talk. Die rhetorischen Spielregeln zum Überleben im Haifischbecken. Wiley. 200 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527508848 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wenn Soldaten eine Reise tun... Soldat sein und in der Bundesweh „dienen“ – das ist kein Beruf wie andere. Das ist etwas Besonderes. Wer´s nicht glaubt, der möge das Buch „Deutschland dienen. Im Einsatz – Soldaten erzählen“ von Carsten Barth und Oliver Schaal lesen. 17 (ehemalige) Bundeswehrangehöre, vom Obergefreiten bis zum General, erzählen in diesem Buch von ihrem Leben in der Armee, von ihren speziellen, oft gefährlichen Einsätzen bis hin zum Alltag in der Kaserne. Die Bundeswehr wurde zwar schon im Jahr 1955 gegründet , die Erzählungen in diesem Buch beginnen aber erst 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland. Vom Obergefreiten bis zum General Die einzelnen Berichte werden von Barth und Schaal stets kurz eingeleitet, um den Hintergrund historisch einzuordnen. Im „Abspann“ erfährt man, was aus dem jeweiligen Soldaten – oder der Soldatin – geworden ist bzw. was er oder sie heute macht. Die Berichte selbst aber stammen von den Armeeangehörigen. Und reichen vom überaus gefährlichen Einsatz in Albanien über ein Brunnenbauprojekt in Somalia, das „Karfreitagsgefecht“ in Kundus (Afghanistan), die Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2014 in Liberia bis zum Katastropheneinsatz in Deutschland (Elbeflut 2002). Gut gefällt, dass die Texte redaktionell nicht übermäßig stark bearbeitet wurden, so dass der unterschiedliche Tonfall und Sprachstil der Soldaten erhalten bleibt. Ein 25-jähriger Obergefreiter spricht nun einmal in der Regel anders als ein 50-jähriger Fregattenkapitän. Respekt und Anerkennung Das Buch von Barth und Schaal – letzterer übrigens hatte seinerzeit den Wehrdienst verweigert und stattdessen zivilen Ersatzdienst geleistet – ist bewusst und gewollt parteiisch. Sie wollen, schreiben die beiden Autoren im Vorwort, den Soldaten und Soldatinnen „Respekt und Anerkennung zollen für das, was sie für Deutschland und die Bundeswehr tun“. Trotz dieser positiven Grundstimmung kommen aber auch kritische Töne nicht zu kurz. So sind es vor allem die unteren Dienstränge, die den zuweilen fehlenden Respekt und herablassendes Verhalten ihrer Vorgesetzten sowie den monotonen und nicht immer als sinnvoll empfundenen Kasernenalltag kritisieren. Roter-Reiter-Fazit: Wenn Soldaten eine Reise tun, dann können sie was erzählen, um einen bekannten Satz des Lyrikers Matthias Claudius etwas abzuwandeln. Und das tun sie in diesem Buch von Carsten Barth und Oliver Schaal. Was sie von ihren Einsätzen zu berichten haben, das ist sicher nicht nur für (ehemalige) Soldaten und Soldatinnen interessant und spannend. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Carsten Barth / Oliver Schaal: Deutschland dienen. Im Einsatz - Soldaten erzählen. books4succes, 336 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703875 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Was macht mehr Spaß: Arbeiten oder Fußball spielen? Wie bitte? Arbeit - und nicht Fußball - soll „die schönste Nebensache der Welt“ sein? Wer behauptet denn so was? Der Psychologe Markus Väth hat seinem soeben erschienenen Buch diesen Titel gegeben. Es ist zu vermuten, dass die meisten Menschen angesichts dieses Titel zunächst einmal verständnislos mit dem Kopf schütteln. Denn für die meisten von uns ist Arbeit erstens keine Neben-, sondern eine Hauptsache, und zweitens finden die wenigsten das, was sie tagein, tagaus tun, um sich und ihre Familie zu ernähren, schön. Genau das will Väth ändern und sein Buch soll ein Beitrag dazu sein. New Work ist mehr als eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen Natürlich ist Väth kein abgehobener Spinner. Er kennt genau die aktuellen Bedingungen, unter denen die meisten Menschen arbeiten. Doch diese sind, so Väth, nicht mehr zeitgemäß und führen dazu, dass viele Menschen krank, deprimiert und freudlos sind. Das darf so nicht bleiben, und das muss auch nicht so bleiben, sagt Väth. Das Stichwort lautet „New Work“. New Work ist das Konzept einer neuen Arbeitswelt, in der nicht mehr die Maschinen und Zahlen, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Das Kernanliegen von New Work ist, so Väth, „die Qualität der Arbeit für die Menschen zu verbessern“. New Work geht dabei über die Gestaltung von Arbeitsbedingungen hinaus: „Es fragt in einem sehr grundsätzlichen Sinn den Menschen: Wer bist du? Was willst du arbeiten? Wie willst du leben?“ Vision oder Utopie: Arbeit als "schönste Nebensache der Welt" In seinem lesenswerten und anregenden Buch entwirft Väth die Vision (oder die Utopie?) einer neuen Arbeitswelt oder besser einer neuen Lebenswelt, in der Arbeit nicht mehr als Fron und notwendiges Übel empfunden wird, sondern als ein Element eines gelingenden Lebens. Die herkömmliche Lohnarbeit, die heute noch einen großen Teil unseres Lebens bestimmt, wird im New-Work-Szenario zurückgeschnitten und ergänzt durch die gleichberechtigten Bausteine nichtbezahlte Arbeit sowie „Nicht-Arbeit“. Zudem haben die Menschen in der New-Work-Diskussion die Möglichkeit, diejenige Arbeit für sich zu finden, die sie wirklich gerne tun. New Work führt, so Väth, zu einer „kompletten Neudefinition von Arbeit und Privatleben“. Die Vision der New-Work-Vertreter wie Väth ist es, „eine menschliche Arbeitswelt zu schaffen: mit weniger berufsbedingten Krankheiten, höherer Kreativität und Produktivität, einer tiefen intellektuellen und emotionalen Befriedigung und mehr Gerechtigkeit und Fairness.“  Letztlich geht es bei New Work um nichts Geringeres als um „das menschliche Glück“. Wenn New Work am Ziel sei, dann, so Väth, ist Arbeit tatsächlich „die schönste Nebensache der Welt“. New Work ist noch ein zartes Pflänzchen. Und die Verwirklichung dieser Vision, darüber ist sich Väth klar, ist schwierig und stößt auf unendlich viele Widerstände. Dies aber könne kein Grund sein, es nicht anzupacken. „Wir stehen am Anfang dieser Entwicklung und beginnen erst, die wichtigen Debatten zu führen.“ Und er zitiert den französischen Dichter Victor Hugo: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Roter-Reiter-Fazit: Markus Väth hat ein kluges und inspirierendes Buch zu einem wichtigen Thema geschrieben. Es geht um nichts Geringeres als um die Zukunft der Arbeit und ihre Bedeutung für unser Leben und unser Glück. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Markus Väth: Arbeit - die schönste Nebensache der Welt. Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert. Gabal-Verlag, 256 Seiten, 24,90 Euro ISBN: 3869367202 Dieses Buch jetzt auf Managementbuch.de bestellen! ### Die Macht-Frage „Alle Mächtigen“, sagte der kürzlich verstorbene israelische Politiker Schimon Perez einmal, „alle Mächtigen, die ich bisher näher beobachtet habe, sind ungeduldig und intolerant geworden, haben eitel das Maß ihrer Möglichkeiten überschätzt und Prinzipien sowie Freunde selbstherrlich aufgegeben.“ Macht ist ein Phänomen, das uns alle betrifft. Denn Macht spielt überall eine Rolle, nicht nur in der Politik, in der Wirtschaft, in Religion und beim Militär, sondern in jedem sozialen Gefüge. Selbst wenn nur zwei Menschen miteinander zu tun haben, ist Macht im Spiel. Und nicht nur bei Menschen. Auch im Tierreich ist Macht allgegenwärtig. In jeder Beziehung zwischen Lebewesen spielt Macht eine Rolle. Das zumindest sagt der amerikanische Psychologieprofessor Dacher Keltner in seinem neuen Buch „Das Macht-Paradox“, das im Campus-Verlag erschienen ist. Macht haben bedeutet, die Welt verändern zu können Macht bedeutet nichts anderes als Einfluss zu haben oder, plakativer formuliert, die Welt verändern zu können. Nicht nur im großen Stil, sondern auch im kleinen, in unserem eigenen Umfeld. Einen anderen Menschen dazu zu bewegen, etwas zu tun, was dieser von sich aus nicht tun würde, das ist ein Zeichen von Macht. Daher können Kinder genauso Macht haben wie Eltern. In Keltners Buch geht es um die Macht-Frage. Es geht darum, wie wir Macht erlangen, wie wir mit ihr umgehen, wenn wir sie haben, es geht um die Frage, wie wir Macht missbrauchen und warum wir sie verlieren. Und Keltner beschäftigt sich ebenfalls mit der anderen Seite der Macht, nämlich der Machtlosigkeit, ihren Folgen und der Frage, wie man Machtlosigkeit ins Positive umkehren kann. Das "Macht-Paradox" Im Zentrum des anspruchsvollen Buches, das die ganze Aufmerksamkeit des Leser fordert, steht aber das „Macht-Paradox“. Dieses besteht darin, dass ein sozialer Verbund derjenigen Person Macht verleiht (im Tierreich ist es genauso), die sich in besonderer Weise für die Interessen der Gemeinschaft einsetzt. Nun kommt es sehr häufig vor, dass diese Person im Laufe der Zeit die Bodenhaftung verliert und ihre Macht nicht mehr für die Interessen der Gruppe, also das Gemeinwohl, sondern für ihre eigenen Interessen einsetzt. In funktionierenden sozialen Gebilden führt dann dieses egoistische Verhalten dazu, dass die Gruppe dieser Person die Macht wieder entzieht. Die Macht-Haber versuchen natürlich, dies zu verhindern, oft durch (die Androhung von) Gewalt. Man denke an totalitäre Systeme. Und an dieser Stelle sind wir wieder bei unserem Eingangszitat von Schimon Perez. Oder beim ehemaligen amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln, der sagte: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Warum ist es – abgesehen von dem intellektuellen Aha-Erlebnis - wichtig, das Macht-Paradox zu kennen? Es ist wichtig, damit die Guten nicht nur an die Macht kommen, sondern in ihrer Machtposition immer daran denken, warum ihnen die Macht zuteil geworden ist und was ihr damit verbundener Auftrag ist.  Macht wird jemandem „verliehen“, da steckt das Wort „leihen“ drin. „Macht ergreift man nicht“, schreibt Keltner, „sie ist ein Geschenk.“ Und das Macht-Paradox zu kennen, ist auch für Mitglieder einer Gruppe wichtig, damit sie die Macht-Haber wieder degradieren können, sollten diese ihre Macht missbrauchen. Roter-Reiter-Fazit: Jede Führungskraft sollte sich regelmäßig folgende Frage stellen: Würden meine Mitarbeiter mir auch dann folgen, wenn ich nicht qua Amt und Firmenhackordnung ihr Chef wäre? Daran erinnert das Buch „Das Macht-Paradox“ von Dacher Keltner. Und deshalb sollte es auf jedem Nachttisch einer Führungskraft liegen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Dacher Keltner: Das Macht-Paradox. Wie wir Einfluss gewinnen – oder verlieren. Campus. 203 Seiten, 22,95 Euro, ISBN: 3593399075 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Kraft ist im Sport (und im Leben) nicht alles, aber ohne Kraft ist alles nichts Wir wollen alle fit sein und eine sportliche Figur haben. Wir sind auch bereit, etwas dafür zu tun. Es gibt da nur einen Haken: Der Geist ist willig, aber die Zeit ist knapp. Beruf und Familie beanspruchen einen Großteil unseres Zeitbudgets. Aber auch wenn wir sportlich unterwegs sind, uns vielleicht sogar auf einen Marathon oder Triathlon vorbereiten, kommt ein bestimmter Trainingsinhalt oft zu kurz: das Krafttraining. Auch hier das gleiche Problem: Es fehlt die Zeit (zuweilen aber auch die Einsicht in die Notwendigkeit). Ein Fehler, sagt der amerikanische Elite-Trainer Juan Carlos Santana. Jeder, ob ambitionierter Sportler oder Couch Potato, sollte sich die Zeit für gezieltes und sinnvolles Krafttraining nehmen. Denn Kraft ist im Sport sowie im gesamten Leben sicher nicht alles, aber ohne Kraft ist alles nichts. Selbst ein Marathonläufer, der schnellere Zeiten laufen will, wird sein Ziel ohne spezifisches Krafttraining nicht erreichen. Und auch der Nicht-Sportler braucht Kraft und eine belastbare Muskulatur, um gesund und verletzungsfrei seinen Alltag zu bewältigen. "Functional Training" ist ideal für Sportler und Couch Potatos Um seine Kraft zu entwickeln, braucht man weder viel Zeit noch die Mitgliedschaft in einem teuren Fitnessclub. Allein mit dem eigenen Körpergewicht läßt sich die Muskulatur schon sehr gut auf Vordermann (oder Vorderfrau) bringen, und oft reicht auch schon die Zeit der Werbepause im TV, mit ein paar gezielten Übungen seinen Körper zu kräftigen. Wie das geht, zeigt Santana in seinem jetzt auf Deutsch erschienenen Buch „Functional Training. Das große Handbuch“. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil geht Santana auf wichtige trainingswissenschaftliche Hintergründe ein und erläutert das Besondere von funktionellem Training im Vergleich zu anderen Trainingsformen, etwa dem klassischen Krafttraining. Im zweiten Teil stellt Santana 135 Übungen vor, die entweder nur mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Geräten wie Medizinball, Zugseil oder Kurzhantel durchgeführt werden. Der dritte Teil enthält detaillierte Trainingsprogramme, darunter auch sportartspezifische Trainingspläne zum Beispiel für Laufsport, Tennis, Golf und Schwimmen. Santanas Buch ist eine Empfehlung für jedermann (und jedefrau), der seinen Body auf Vordermann bringen will. Am meisten Nutzen aus diesem Buch ziehen aber sicher ambitionierte Sportler und deren Trainer. „Functional Training“ ist ein echtes Arbeitsbuch und kein Motivationsbuch und verzichtet zum Beispiel komplett auf hochglänzende bunte Bilder von mehr oder weniger bekleideten Modellen. Es gibt stattdessen nur Schwarz-Weiß-Fotos, die aber völlig ausreichen, um die verschiedenen Übungen zu veranschaulichen. Gezieltes Krafttraining für bessere Leistungen und mehr Lebensqualität Vor allem für Leistungssportler empfiehlt sich aus Sicht Santanas, den Fokus auf funktionelles Training zu legen. Denn funktionelles Training, schreibt er, „bietet die Möglichkeit, ohne Überlastung des Körpers extrem hart zu trainieren“, führt dazu, die „Ausführungsqualität beliebiger Sportarten zu optimieren“ und minimiert die „mit traditionellem Krafttraining verbunden Probleme der Überbeanspruchung“. Gleichzeitig ist funktionelles Trainings aber keine abgeschottete Welt, sondern läßt sich mit anderen Trainingssystemen ganz harmonisch kombinieren. Roter-Reiter-Fazit: Gezieltes, sportartspezifisches Krafttraining ist für Sportler ein wesentlicher Baustein zur Leistungsverbesserung. Krafttraining ist aber auch für den Normalo ein unverzichtbares Element zu Gesunderhaltung seines Bewegungsapparates und zur Sicherung der Lebensqualität bis ins hohe Alter.  Santanas Buch „Functional Training“ bietet für beide Gruppen vielfältige konkrete Übungen und Trainingsprogramme, die sich ganz individuell anpassen lassen und nicht viel Zeit kosten. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Juan Carlos Santana: Functional Training. Das große Handbuch. Riva Verlag, 287 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868837825 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### "Netzwerken ist was für Idioten" - ein Business Punk provoziert Die beiden Schotten James Watt und Martin Dickie lieben Bier und das nicht erst seit heute. Sie lieben allerdings besonderes Bier, und da es dieses in ihrem Heimatland nicht zu kaufen gab, gründeten sie im Jahr 2007 ihre eigene Brauerei, nannten sie BrewDog und mischten schon bald den britischen Biermarkt auf. Das von ihnen hergestellte Craft Beer - unter Craft Beer versteht man Biere mit eigenem Charakter oder Biere, die sich von der Masse abheben – unterschied sich  von den üblichen Bieren nicht  nur durch seinen ungewöhnlichen Geschmack, sondern auch durch seinen hohen Alkoholgehalt von über 30 Prozent, in der Spitze sogar 55 Prozent Alkoholgehalt. Schnell stellte sich heraus, dass das von Watt und Dickie hergestellte Bier nicht nur den Firmengründern selbst gut schmeckte. Heute ist ihr Unternehmen BrewDog eine weit über die britischen Grenzen hinaus erfolgreiche Brauerei mit eigenen Bars in zahlreichen Metropolen dieser Welt. "Gründe kein Geschäft, führe einen Feldzug" Einer der Gründer, James Watt, hat jetzt ein Buch veröffentlicht, in dem er die Grundsätze beschreibt, nach denen er und sein Kumpel James Watt die Firma gegründet und etabliert haben. Das Buch ist genauso ungewöhnlich und unkonventionell wie das Bier, das sie brauen. Schon der Titel „Business für Punks“ zeigt, dass wir es hier nicht mit einem der üblichen Ratgeberbücher für Gründer zu tun haben. Der Blick ins Inhaltsverzeichnis bestätigt diesen Eindruck. Die Kapitelüberschriften lauten unter anderem: Gründe kein Geschäft, führe einen Feldzug Sei ein selbstsüchtiger Mistkerl und ignoriere Ratschläge Vergeude deine Zeit nicht mit Bullshit-Business-Plänen Sorg dafür, dass man dich hasst Erst handeln, dann denken Netzwerken ist was für Idioten Vernünftig sein ist was für anspruchslose Weicheier In diesem Stile (PUNK!) geht es im Lauftext weiter. Ein paar Beispiel gefällig? Bitte schön. Über Motivationsredner sagt Watt: „Das sind alles nutzlose, geldgierige Scharlatane. Man sollte sie verbrennen wie Hexen.“ Marktlücken sind ebenfalls etwas, was Watt nicht mag: „Falls dir irgendjemand sagt, du sollst nach einer Marktlücke Ausschau halten, dann jag ihn zum Teufel. Ich habe keinen blassen Schimmer, warum jemand so etwas Dämliches tun sollte. Diese eingebildete Lücke (…) ist der schnellste Weg ins Aus.“  Netzwerken hält er ebenfalls für total überflüssig. O-Ton Watt: „Netzwerken ist wirklich was für Idioten., berauscht von der Illusion ihrer eigenen Bedeutsamkeit. Sie füttern ihre zerbrechlichen Egos mit lauwarmen Canapés, billigem Champagner und Schulterklopfen ihrer Idiotenkollegen.“ So geht es munter weiter über insgesamt rund 250 Seiten. Punk halt. "Aus Fehlern zu lernen ist was für Loser!" Watts Buch unterscheidet sich nicht nur durch seine markige Sprache von den üblichen Ratgeberbüchern. Auch inhaltlich wirft er so manche Regel auf den Scheiterhaufen. Verkaufen zum Beispiel hält er für überflüssig. Zumindest am Anfang. Zuerst, schreibt er, kommt es darauf an, ein wirklich erstklassiges, einzigartiges Produkt oder eine Dienstleistung zu kreieren: „Du musst dich darauf konzentrieren, etwas wirklich Beachtliches zu machen, etwas Tolles, etwas, das die Leute verzweifelt haben wollen.“ Dann kommen die Kunden schon von selbst. Oder die Sache mit Fehlern, aus denen man lernen soll. Quatsch mit Soße, sagt Watt: „Aus Fehlern zu lernen ist was für Loser! Trost in der Tatsache zu finden, dass Fehler dich manchmal etwas lehren, ist jene dämliche Logik, die von geringeren Sterblichen verwendet wird, um damit ihre eigenen Unzulänglichkeiten zu rechtfertigen.“ Peng, das sitzt. Wenn Sie jetzt den Eindruck gewonnen haben, das Buch von James Watt sei eine einzige Provokation, dann kann ich Sie beruhigen (oder enttäuschen, je nachdem). Sehr, sehr Vieles von dem, was der Punk Watt sagt, steht auch in anderen „un-punkigen“, bürgerlich-seriösen Büchern für Gründer. Nur eben nicht so bissig, so lautstark und, ja, auch das, so lustig. Ich jedenfalls habe mich bei der Lektüre wirklich sehr gut unterhalten gefühlt. Und man muss ja nicht alles gut und richtig finden, was Watt schreibt. Denn wie sagt er selbst: „Ignoriere Ratschläge!“ Roter-Reiter-Fazit: Ein brutal starkes Buch! Sprachlich wie inhaltlich ein Kontrapunkt zur üblichen Ratgeberliteratur für Gründer. Man muss nicht jede Meinung teilen, um Freude an diesem Buch zu haben. Und eins steht zudem fest: Dümmer wird man durch die Lektüre ebenfalls nicht. Im Gegenteil. Daher: Volle Punktzahl. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de James Watt:  Business für Punks. Brich alle Regeln! Redline, 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868816429 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Paragraph 1: Jeder Verkäufer muss dieses Buch lesen Gibt es den geborenen Verkäufer? Nein, sagt einer, der es wissen muss. Martin Limbeck gilt als einer der Top-Verkaufstrainer im deutschsprachigen Raum, wenn nicht als der beste überhaupt. Und Limbeck sagt: „Keiner wird als Verkäufer geboren“, genauso wenig wie jemand als Metzger, Professor oder Taxifahrer geboren wird. Wäre es anders, hätten Limbeck und seine Kollegen auch wenig zu tun, und schon gar nicht hätte Limbeck dieses Buch schreiben müssen: „Limbeck Laws“ heißt es, und ohne falsche Bescheidenheit klärt uns der Untertitel darüber auf, um was es sich dabei handelt: „Das Gesetzbuch des Erfolgs in Vertrieb und Verkauf.“ Gesetze sollte man befolgen, sonst wird man bestraft Das Gesetzbuch also. Und Limbeck ist der Gesetzgeber. Passt irgendwie. Exakt 111 Gesetze enthält das Buch, und wie wir wissen, ist es ratsam, sich an Gesetze zu halten. Tut man es nicht, wird man bestraft, in diesem Fall mit Misserfolg an der Verkaufsfront. Wer nicht hören will, muss fühlen. Der Buchtitel zeugt aber nicht nur von einem hohen Anspruch an den Inhalt, sondern ist gleichzeitig auch ein Versprechen. Dieses lautet: Wer sich als Verkäufer an die hier geschrieben Gesetze hält, der wird mit Erfolg belohnt. Also mal ein schöner Kontrapunkt zu den vielen Aufrufen anderer Ratgeberautoren, Regeln zu brechen, wo immer sie sich zeigen.. Limbeck interessiert sich ohnehin nicht besonders dafür, was andere sagen. Er hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ansichten. Und die sagt er offen und direkt, dabei in einer Sprache, die Verkäufer sprechen und die sie also auch verstehen. Gedrechseltes Geschwurbel und Einerseits-Andererseits-Abwägungen sucht man bei Limbeck vergebens. Er ist nicht der Philosoph unter den Verkaufstrainern, sondern vielmehr der Grabenkämpfer mit Fronterfahrung, der schon oft das Weiße im Auge des Kunden gesehen hat. In Limbecks Welt werden falsche Verkäuferansichten schon mal als „Bullshit“ bezeichnet und „in die Tonne getreten“, Vorzimmerdamen auch als „weibliche Firewalls“ und „Abfangjäger“ tituliert. Verkäufer müssen bekanntlich die Sprache ihrer Kunden sprechen, Limbeck tut dies auf  beispielhafte Art und Weise. Limbeck kommt sofort zur Sache und redet Klartext Auch dass Limbeck in seinem Buch mit der ersten Zeile zu Sache kommt, passt zu ihm. Er wird sofort konkret und sein erstes Gesetz „Verkaufen heißt verkaufen“ läßt keinen Zweifel daran, wo der Hase hinläuft. Mehr als zwei Seiten müssen für jedes seiner Gesetze reichen, praktische Tipps statt langatmiger akademischer Analysen. Das Ganze erfolgt nach dem Muster „Tu dies und jenes lass bleiben“. Apropos „Tu dieses“. Eine stilistische Auffälligkeit ist, dass Limbeck den Leser abwechselnd Duzt und Siezt. Dadurch erzeugt er Nähe („Ich bin einer von euch“), ohne aber respektlos zu erscheinen. Originell an dem Buch ist auch, dass das Vorwort von Limbecks Eltern geschrieben wurde. Geli und Alois Limbeck plaudern ein bisschen aus Martins Kindheit und erzählen, wie er wurde, was er ist. Inhaltlich spricht Limbeck sämtliche Themen an, die man als Verkäufer wissen muss. Das eine oder andere „Gesetz“ ist sicher nicht neu, aber nicht zuletzt ist es das Verdienst Limbecks, alle wichtigen Themen zusammenzufassen. Außerdem kann man manche Dinge bekanntlich gar nicht oft genug sagen. Und die vielen Juniorverkäufer sollen ja auch noch etwas lernen. Roter-Reiter-Fazit: Ein tolles Buch vom Verkäufer für Verkäufer. Klar, direkt, prägnant, kraftvoll, umfassend. Dieses "Gesetzbuch" ist eine Pflichtlektüre für alle, die in Vertrieb und Verkauf erfolgreich sein wollen. Damian Sicking, Roter-Reiter.de Martin Limbeck: Limbeck Laws. Das Gesetzbuch des Erfolgs in Vertrieb und Verkauf. Gabal-Verlag, 264 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3869367210 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Humor für Manager, mit schönen Grüßen von Heinrich Lohse Nur noch dieses eine Kapitel... haha, lustig, ich schmeiß mich weg, okay, das nächste auch noch, sind ja nur zwei Seiten (jedes Kapitel in diesem Buch ist nicht länger als zwei Seiten)... was, so spät schon, höchste Zeit, das Licht auszuknipsen, morgen wartet ja auch wieder ein anstrengender Tag im Büro, aber komm, noch ein letztes Kapitel... haha, das war auch wieder spitze, sehr gut getroffen, so, jetzt aber wirklich das allerletzte Kapitel… So geht es einem, der den Fehler macht, das Buch „Der moderne Mann“ von Thomas Tuma abends mit ins Bett zu nehmen. Man kann einfach nicht einschlafen, weil man noch mal eben das nächste Kapitel lesen muss. Es ist wie bei einer leckeren Schokolade: nur noch ein Stückchen, und nach kurzer Zeit ertappt man sich dabei, die ganze Tafel verputzt zu haben. Weil sie so lecker war. Ja, so kann man es formulieren: Tumas Buch ist eine köstliche Schokolade für Manager und Managerinnen, Geschmacksrichtung: geistreiche Unterhaltung mit ganzen Kichererbsen. Ein Film mit vielen Dejavu-Erlebnissen Wir lieben ja unser Spiegelbild, und auf Fotos interessieren wir uns am meisten für uns selbst (es sei denn, wir sind frisch verliebt). Das ist sicher ein Grund, warum die Kolumnen von Tuma, die wöchentlich im Handelsblatt erscheinen, bei den Lesern so beliebt sind: Man erkennt sich wieder. Die Lektüre dieses schönen Buches ist wie das Anschauen eines Films, in dem man zwar nicht selber mitspielt, dessen Szenen man allerdings mit einem gewissen Dejavu-Erlebnis verfolgt, weil man sie so oder ähnlich selber erlebt hat. Man könnte also selber diese Hauptfigur in Tumas Film sein, dieser Herr K., ein Manager „kurz unterm Vorstand“ in irgendeinem x-beliebigen deutschen Unternehmen.  Wir fühlen mit ihm, wir leiden mit ihm und ein kleines Stück schämen wir uns auch für ihn. Denn Herr K. ist so der Typ Business-Caspar, der wir zwar nie sein wollten, den wir aber auch nicht ganz verleugnen können – zumindest dann nicht, wenn wir uns mit ein wenig Abstand selber mal im Spiegel betrachten. Stehen zehn Manager in Hoodies und Baseballkappe vor der Bäckerei... Tuma malt in seinem Buch 50 Szenen aus dem geschäftlichen und privaten Leben des Herrn K., die einen Mann zeigen, der aus einer Komödie des großen deutschen Humoristen Loriot entsprungen sein könnte. Herr K. könnte problemlos als  jüngerer Bruder von Heinrich Lohse aus Loriots Lustspiel „Pappa ante portas“ durchgehen. Der Humor-Faktor ist ähnlich. Da gibt es in Tumas Buch zum Beispiel auf Seite 45f. diese köstliche Beschreibung der sonntäglichen Schlange vor der Bäckerei, die zu 90 Prozent aus wichtigen Business-Männern besteht, die total locker mit Hoodies, kunstvoll eingerissenen Jeans und Baseballkappen einen auf cooler Rebell machen. Und da man sich kennt, begrüßen sie sich „Faust an Faust wie echte Gangsta-Rapper“. Schön auch, wie Herr K., der so gerne ganz vorne stehen und Frau Doktor Schwielow aus dem Vorstand zeigen will, was für ein toller Hecht er ist, immer wieder über seine eigene Tollpatschigkeit und Lächerlichkeit stolpert, gerade wenn es um die technische Revolution geht. Motto: Der Geist ist willig, aber man kann eben nicht aus seiner Haut. Roter-Reiter-Fazit: Tumas Buch ist eine köstliche Schokolade für Manager und Managerinnen, Geschmacksrichtung: geistreiche Unterhaltung mit ganzen Kichererbsen. Man kann einfach nicht aufhören zu essen, pardon, zu lesen. Ein Buch mit hohem Suchtfaktor. Auch als Geschenk ein Tipp! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Thomas Tuma: Der moderne Mann. 50 gesammelt Kolumnen. Gabal-Verlag, 120 Seiten, 14,90 Euro, ISBN: 3869367288 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Spitzenleistungen: Quälerei schlägt Talent Schon seit einigen Jahren tobt in der Wirtschaft weltweit der „War for Talents“. Wie finden und entwickeln wir die Leistungsträger, die wir brauchen, um auch morgen noch erfolgreich zu sein? Das fragen sich Firmenchefs und Personalmanager rund um den Globus.Gerne und oft wird dann ein Blick über den Zaun riskiert, nämlich in den Bereich, der wie kein anderer vom Leistungsprinzip bestimmt wird: in den Spitzensport. So gibt es auch kaum eine Unternehmensveranstaltung mehr, in dem nicht ein ehemaliger Olympiasieger oder Weltmeister dem staunenden Publikum darlegt, welche Anstrengungen und Qualen es ihn über viele Jahre gekostet hat, bis er endlich dort angekommen war, wo hinwollte: ganz oben. Talent wird überbewertet Es geht weniger um Talent – sowohl im Sport als auch in der Wirtschaft. Es geht um die Bereitschaft, nein, um den unbedingten Willen, sich anzustrengen, sich zu quälen, um dann, irgendwann nach Jahren, mit einer Spitzenleistung belohnt zu werden. Talent wird überbewertet, manchmal steht es einem sogar im Weg und verhindert den Erfolg. Spitzenleistungen sind in den allermeisten Fällen nicht das Ergebnis von Talent, sondern von harter Arbeit und dem kompromisslosen Ehrgeiz, es ganz nach oben zu schaffen. Das behauptet zumindest Rasmus Ankersen in seinem überaus lesenswerten Buch „Der Goldminen-Effekt“. Für dieses Buch hat Ankersen umfangreiche Recherchen angestellt und ist über den ganzen Globus gereist, um in den „Goldminen“ nach den Grundlagen des Erfolgs zu schürfen. Konkret hat er sieben „Goldminen“ besucht. Darunter versteht er Orte oder Regionen, aus denen auffällig viele erfolgreiche Sportler kommen. Diese Orte und Regionen sind zum Beispiel Kingston auf Jamaika, von woher viele der weltbesten Sprinter der Leichtathletik kommen. Oder zwei kleine und abgelegene Nester in Äthiopien und Kenia, die einen Weltklasseläufer nach dem anderen zu den internationalen Sportfesten schicken. Oder Südkorea, mit Abstand führendes Land der Spitzengolferinnen. Gleiches gilt für Russland im Bereich des Frauen-Tennis. Und natürlich Brasilien, das Land des mit den weltweit besten Fußballspielern. Warum ist das so? Was passiert in diesen Goldminen? Was wird dort anders gemacht als in anderen Teilen der Erde, wo ebenfalls gelaufen, Tennis, Golf und Fußball gespielt und trainiert wird? Ohne Fleiß kein Preis - so banal ist das Das ist die Frage, mit der sich dieses Buch beschäftigt. Und die wichtigste Aussage lautet: Worauf es bei der Erzielung von Spitzenleistung am wenigsten ankommt, ist Talent. Natürlich ist Talent ein Plus, genauso wie bestimmte körperliche Voraussetzungen. Aber viel wichtiger als Talent ist die Bereitschaft, sich zu quälen, und das über viele Jahre hinaus. „Ohne Fleiß kein Preis“, heißt ja das deutsche Sprichwort, und ein anderer Spruch lautet: „Qualität kommt von Qual“. Das ist die absolute Grundbedingung, die „conditio sine qua non“, wer nicht bereit und in der Lage ist, sich tagaus, tagein für den Erfolg zu quälen, wird den Erfolg nicht ernten. Anhand zahlreicher konkreter Beispiele von Spitzensportlern zeigt Ankersen, was dieses Prinzip in der alltäglichen Praxis der Athleten bedeutet. Neben der Anstrengungsbereitschaft nennt Ankersen weitere Prinzipien, die für den Erfolg bzw. die Spitzenleistung essentiell sind. Dazu zählen zum Beispiel der eiserne Wille, es zu schaffen, auch „Biss“ genannt. Vorbilder spielen auch eine wichtige Rolle. Für heftige Diskussionen dürfte das Kapitel in dem Buch sorgen, in dem Ankersen die Rolle der Eltern beleuchtet. Nach dem Motto „Wer nicht fordert, der nicht fördert“ ruft Ankersen die Eltern dazu auf, ihre Sprösslinge schon frühzeitig und durchaus mit Druck zum Trainieren zu „motivieren“ und nicht aus falsch verstandener Fürsorge in Watte zu packen. Die Beispiele von Eltern aus Südkorea und Russland, die Ankersen anführt, mögen den einen oder anderen Leser vielleicht abschrecken, aber sie zeigen, mit welcher Kompromisslosigkeit andernorts vorgegangen wird. Ob man dies seinem eigenen Kind ebenfalls „antun“ will, muss man natürlich selbst entscheiden, aber Ankersen bringt ein paar gute Argumente, warum man auch im Sinne des Kindes hier nicht so zimperlich sein sollte. Roter-Reiter-Fazit: Ein tolles, anregendes und lehrreiches Buch für Sportler, Trainer (nicht nur im Sport), Eltern und alle, die sich für das Thema Spitzenleistung interessieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Rasmus Ankersen: Der Goldminen-Effekt. Vom Talent zum Star: 8 Prinzipien für nachhaltigen Erfolg. Plassen-Verlag, 247 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703905 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Trainerbuch des Jahres: "Touch. Point. Sieg." von Anne M. Schüller Das Schlagwort von der „Digitalen Transformation“ beherrscht weite Teile der Medien und sorgt in vielen Unternehmen für hektische Betriebsamkeit. Traditionelle Geschäftsabläufe und –ideen werden auf den Kopf gestellt. Big Data, Industrie 4.0 und die IT-gestützte Analyse von allem und jedem verändern weite Bereiche unsere Lebens. Zur Digitalisierung gibt es keine Alternative. Zu groß sind die Vorteile. Aber Digitalisierung kann nur die eine Seite der Medaille sein. Die andere Seite der Medaille lautet Emotionalisierung. Auf dieser Grundlage entwickelte die Management- und Kommunikationsexpertin Anne M. Schüller ein Survival-Programm für Unternehmen. Dabei geht es ihr darum, die Kombination aus neuer Datenfülle und neuen Kommunikationsmöglichkeiten für neue Kundenerlebnisse zu nutzen. Voraussetzung dafür sei die konsequente Neuausrichtung aller unternehmerischen Abläufe. Fünf Jahre haben die Unternehmen noch, so schreibt Anne M. Schüller in Ihrem Buch „Touch. Point. Sieg“. Und sie prophezeit: „Wer dann nicht durchdigitalisiert ist, kommt auf den Friedhof“. Fachexpertise auf hohem sprachlichen Niveau Jetzt wurde das Buch „Touch. Point. Sieg“ als bestes Trainerbuch des Jahres 2016 ausgezeichnet. Die Autorin erhielt die Auszeichnung im Rahmen der 11. internationalen Convention der German Speakers Association in Ulm, der jährlich wichtigsten Veranstaltung für Redner, Trainer, Coaches und Weiterbildungs-Akteure im deutschen Sprachraum. Eine sechsköpfige Expertenjury zeichnete damit aus über 250 Neuerscheinungen ein Buch aus, dem es „in besonderem Maß gelingt, auf hohem sprachlichen Niveau exzellente Fachexpertise mit ganz konkreten Ratschlägen zu verbinden“. Beziehungsorientierung statt Prozessorientierung „Auf über 350 Seiten“, so heißt es in der Begründung der Jury, „entwirft Anne M. Schüller ein Trainingsprogramm für digitale Unternehmensfitness. Im Dreiklang von Touch, Point und Sieg zeigt die Autorin, wie es Unternehmen gelingt, ihre Kunden zu berühren, und zwar mit allen Sinnen. Sie stellt die Beziehungsorientierung vor die Prozessorientierung, schickt die Marketingleiter und Unternehmenslenker auf Kundenbeobachtung und zeigt, warum Unternehmen alles brauchen, außer Werbung.“ Der Kunde entscheidet über die Zukunft der Unternehmen, nicht der Unternehmer Wie schon in ihren früheren Büchern zeigt sich die Autorin auf dem neuesten Stand des Wissens. Sie verknüpft Erkenntnisse aus der Gehirnforschung mit Zukunftsszenarien wichtiger Vordenker aus Wissenschaft und Gesellschaft. Daraus entwickelt sie einen umsetzungsorientierten Maßnahmenkatalog, der die Unternehmen entlang der „Touch Points“ fit für die digitale Zukunft macht. Das alles Entscheidende dabei ist nicht die Technik, sondern die neue Position des Kunden. Er ist es jetzt, der nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Produkte bestimmt. Nicht der Unternehmer, nicht der CEO, nicht der Aufsichtsrat bestimmen also über die Zukunft der Unternehmen. Es ist der „Stimmzettel“ des Kunden in Form von Euro und Cent, der über die Zukunft von Unternehmen entscheidet. Was sich ändern muss Sicherlich ist es nicht neu, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Seit die Käufermärkte dominieren, ist das so. Es ist aber das Verdienst der Autorin, den Kundenfokus systematisch im Unternehmen zu implementieren und dabei die ganze Kraft der digitalen Medien und Daten zu nutzen. „Touch. Point. Sieg“ ist deshalb allen ans Herz zu legen, die nicht nur wissen, dass sich was ändern muss, sondern auch wissen wollen, was sich ändern muss. Anne M Schüller: Touch. Point. Sieg. Kommunikation in Zeiten der digitalen Transformation.Gabal 2016, 382 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-86936-694-4 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Noch Fragen? Also das will ich jetzt natürlich ganz genau wissen, sozusagen als Betroffener. Oder ist in diesem Fall meine Frau die Betroffene? Egal. „Warum schlafen Männer nach dem Sex immer ein?“ fragt der Titel des Buches von Mark Leyner und Billy Goldberg, die ja mit Ihrem vor elf Jahren erschienenen Buch „Why do men have nipples?" (deutsch: "Warum haben Männer Brustwarzen?“) einen sensationellen Überraschungsbestseller gelandet hatten. Gut, jetzt also, „Warum schlafen Männer nach dem Sex immer ein?“. Will ich, wie gesagt, wissen und daher schlage ich das Buch exakt an der Stelle auf, wo diese brisante Frage beantwortet wird, nämlich auf Seite 28. Dort erfahre ich, dass die 92-jährige Großmutter von Goldbergs Frau für dieses verbreitete „postkoitale Wegduseln“ der Männer folgende Erklärung hat: „Weil Sie so verflixt hart arbeiten.“ Hm, das mag sicher eine Rolle spielen, aber meistens  sind dafür dann  doch eher ein paar biochemische Prozesse verantwortlich, mit denen Leyner und Goldberg uns bekannt machen. Mir persönlich allerdings, da bin ich ganz ehrlich, gefällt die Erklärung der lebens- und vermutlich liebeserfahrenen Großmutter besser. Lustig und lehrreich Dies ist nur eine von 184 Fragen (wenn ich richtig gezählt habe), auf die Leyner und Goldberg, Journalist der eine, Arzt der andere, Antworten geben. Weitere Fragen sind unter anderem „Woher weiß das Aspirin, wo der Schmerz sitzt?“, „Verhelfen Blaubeeren zu einem besseren Gedächtnis?“, „Warum müssen Frauen öfter als Männer?“ , „Wieso bekommt man im Gesicht keine Gänsehaut?“ oder auch „Wozu sind Sommersprossen gut?“. Nicht alle Fragen sind, wie der Buchtitel suggeriert, „skurril“, sondern ganz alltäglich und könnten auch in der „Sendung mit der Maus“ oder einer Wissenssendung für Erwachsene behandelt werden. Dieses Buch ist aber dennoch etwas Besonderes. Denn es ist einfach köstlich. Es ist so amüsant und witzig. Schon allein die Widmung ganz vorne im Buch ist Spitze. Da heißt es: „Dieses Buch ist all den kleinen Dingen gewidmet, die seine Entstehung ermöglicht, uns angeregt und den Alltag versüßt haben“. Und dann folgt eine Liste von A bis Z, unter anderem Artischocken, Austern, Bier, Espressobohnen in Schokomantel, Google und viele Dinge mehr. Auch schön die ersten Seiten, die unter der Überschrift stehen „Die obligatorische Vorbemerkung vor dem Geleitwort zum Prolog des Vorworts der Einleitung“. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Spaß die beiden Autoren beim Verfassen dieses Buches hatten. Und es gelingt Ihnen, diesen Spaß an die Leser weiterzugeben. Infotainment at it´s best Dennoch ist das Buch, was die Substanz und die inhaltlichen Aussagen  betrifft, absolut seriös. Wie im Untertitel versprochen, geben Leyner und Goldberg „medizinisch korrekte Antworten“ auf die Fragen, die in diesem Buch behandelt werden. Sie tun dies nur eben auf eine sehr lustige und unterhaltsame Art und Weise. Infotainment at it´s best. Man muss das Buch nicht in einem Rutsch und auch nicht von vorne nach hinten lesen. Am besten greift man einfach hinein ins pralle Füllhorn, und dann findet man garantiert etwas, was man schon immer wissen wollte. Und wo sollte man das Buch lesen? Überall, wo Sie wollen. Kleiner Tipp: Wenn Sie es auf dem Gästeklo deponieren, hat auch Ihr Besuch etwas davon. Vielleicht kommt er dann mit einer schönen Anregung wieder in die Runde zurück, um eine eventuelle peinliche Gesprächspause  zu überbrücken („Wisst ihr eigentlich, warum man sagt `strullen wie ein Rennpferd´?“). Roter-Reiter-Fazit: Tun Sie sich etwas Gutes: Kaufen Sie sich dieses Buch! Denn Lachen und gute Laune sind gesund. Warum, das erfahren Sie in diesem Buch auf Seite 205. Viel Vergnügen! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Mark Leyner / Billy Goldberg: Warum schlafen Männer nach dem Sex immer ein? Medizinisch korrekte Antworten auf skurrile Alltagsfragen. Plassen-Verlag, 247 Seiten, 12,99 Euro, ISBN: 3864704030 ### Machiavelli für Kinder: Verführe, lüge, lass andere für dich arbeiten und bereichere dich! „Die Welt ist schlecht. Jeder denkt an sich. Nur ich, ich denk an mich.“ Kennen Sie sicher, den Spruch. Ist ja eher lustig gemeint. Aber  zweifellos steckt da auch ein Körnchen Wahrheit drin. Meint zumindest der französische Philosoph Jean-Baptist Hennequin. Und weil das so ist, muss jeder sehen, wo er bleibt in dieser Welt. Sich nicht von den anderen und ihren egoistischen Interessen unterbuttern lassen, seine eigene Ziele und Vorstellungen durchsetzen, das ist es, worauf es ankommt. Und weil es Aufgabe von Eltern ist, ihre Kinder auf dieses schwierige Leben vorzubereiten und sie dazu zu befähigen, es in ihrem Interesse zu meistern, hat Hennequin das Buch „Machiavelli für meinen Sohn“ geschrieben. Untertitel: „Eine kleine Philosophie der Macht“. Der Fürst läßt grüßen Da muss man auch erst mal drauf kommen. Eines der bedeutendsten und umstrittensten Bücher der Staatsphilosophie zu nehmen und daraus einen Lebensratgeber für seinen Sohn zu machen. Hennequin beruft sich natürlich auf das Buch „Der Fürst“ („Il Principe“) des italienischen Philosophen und Politikers Niccolò Machiavelli, das bereits im Jahr 1531 erschienen ist. Nun gibt es zwischen einer erfolgreichen Staatsführung und einer individuellen Lebensführung sicher eine ganze Menge Unterschiede, aber auch überraschend viele Gemeinsamkeiten. Nämlich in beiden Fällen hat man es mit Menschen zu tun und der Frage, wie man es schafft, seine eigenen Interessen gegenüber den Interessen der vielen anderen durchzusetzen. Und darum geht es in diesem Buch von Hennequin. Schon die Überschriften der einzelnen Kapitel zeigen, wo der Hase hinläuft. Gleich das erste Kapitel heißt „Denk an dich“. Das also ist schon mal das wichtigste: an sich selber denken. Weitere Kapitelüberschriften lauten „Lass andere für dich arbeiten“, „Verführe“, „Lüge“, „Bereichere dich“ oder auch „Sei nicht du selbst“. Hier spricht kein Freund der Wattebällchen-Fraktion Hennequin ist kein Freund einer Wattebällchen-Pädagogik, die darauf abzielt, die Kinder so lange wie möglich wohlbehütet vor den Stürmen des Lebens zu schützen. Es ist die Aufgabe der Erziehung, schreibt er, die Kinder abzuhärten, damit sie auch bei starkem Gegenwind nicht umfallen. „Wer immer vom Guten im Menschen ausgeht“, warnt Hennequin seinen Sohn, „steht seinen Feinden gegenüber hilflos da.“ Das Buch, das man uneingeschränkt nur geübten Lesern empfehlen kann, da man sich auf die Lektüre konzentrieren muss und Störgeräuschen oder anderen  Ablenkungen aus dem Weg gehen sollte, enthält nicht nur theoretische Ausführungen über die Schlechtigkeit und Schwächen der Menschen nebst zahlreichen Beispielen aus Geschichte und Gegenwart, sondern auch viele ganz praktische Tipps. Ein Beispiel: Authentizität? Vergiss es! Heute wird ja allerorten das Hohe Lied der Authentizität gesungen. Jeder muss authentisch sein, echt, auch Führungskräfte. Manchmal hat man den Eindruck, dass „authentisch sein“ das wichtigste Kriterium einer guten Führungskraft sei. Totaler Quatsch, meint Hennequin. Um seine Ziele zu erreichen, ist Authentizität das letzte, was man dafür braucht. Ich zitiere aus dem Kapitel „Sei nicht du selbst“: „Lerne, deinen spontanen Impulse zu beherrschen, Herr deiner Persönlichkeit, deiner Überzeugungen zu werden. Werde ein anderer, wenn es die Situation verlangt und trag deine Veränderung zur Schau, so kannst du die Gunst der Stunde nutzen.“ Und an anderer Stelle schreibt er, dass man sich im Umgang mit anderen Menschen je nach Situation verstellen, listig und verschlagen sein solle, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Schmeicheleien und Schönreden? Aber klar, wenn es denn nützt! „Verführung“, schreibt er, „ist die Kunst, andere von ihrem Weg abzubringen, damit sie tun, was einem selbst gefällt.“ Roter-Reiter-Fazit: Man muss das Buch „Der Fürst“ von Niccolò Machivelli nicht im (italienischen) Original gelesen haben, um an diesem Büchlein Gefallen zu finden. Es schadet aber natürlich auch nicht. Die Lektüre ist durchaus anspruchsvoll, aber es lohnt sich: Das Buch ist ungemein inspirierend, gerade weil es gegen den Strich der gegenwärtigen Kuschelpädagogik geschrieben ist. Man muss ja nicht zu allem Ja und Amen sagen, was der französische Philosoph seinem Sohn mit auf den Weg gibt. Aber sich seine Thesen und Argumente mal durch den Kopf gehen lassen, diese Chance sollte man nutzen. Allen Eltern und denen, die es werden wollen, ans Herz gelegt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jean-Baptist Hennequin: Machiavelli für meinen Sohn. Eine kleine Philosophie der Macht. Beltz. 164 Seiten, 14,95 Euro, ISBN: 3407864256 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wenn Frauen Männer führen... Da gibt es diese Szene in dem Film - ich meine, es ist ein Woody-Allen-Film -, in dem der kleine Sohn seinen Vater fragt: „Du, Papa, wer ist eigentlich der Chef, Mama oder du?“ Darauf wirft sich der Vater in die Brust und antwortet: „Natürlich bin ich der Chef! Mama ist nur diejenige, die die Entscheidungen trifft.“ Haha, lustig. Ja, so sind wir Männer, wir möchten gerne die Chefs sein, auch wenn wir nichts zu sagen haben. Eine Frau als Chef geht ja schon mal gar nicht. So denken noch immer viele Männer, und genau darum geht es in dem Buch „Mama Trauma. Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“. Geschrieben hat das Buch der Psychologe Werner Dopfer, der sich seit vielen Jahren in Theorie und Praxis mit der Frage befasst, warum es so wenige Frauen in Top-Führungspositionen gibt und wie sich dies ändern läßt. Und um es gleich zu sagen: Dopfer ist der Auffassung, dass es sich ändern muss und zwar schnell. Denn Frauen, schreibt er, sind „die besseren Führungskräfte“ .  Dopfer schwärmt geradezu von den „phantastischen Qualitäten der Frauen“ und zitiert eine Studie, in der Führungskräfte von insgesamt 70.000 Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden eingeschätzt wurde (360 Grad Feedback). Ergebnis: In 15 von 16 Kompetenzen schnitten Frauen besser ab als Männer. „Frauen in Führungspositionen sind offensichtlich ein Garant für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg“, schreibt Dopfer. Daher ist es eines seiner Anliegen in diesem Buch, „auf die segensreichen Wirkung von Frauen in Führungspositionen hinzuweisen.“ Verständnis für die Seltsamkeiten der männlichen Seele unerlässlich Stellt sich natürlich die Frage, warum nicht mehr Frauen in Führungspositionen sind, wenn sie doch in vielen Belangen so viel besser sind als Männer. Dopfer nennt dafür zwei Gründe: Weil es die Männer nicht wollen. Männer wollen unter sich bleiben, sie wissen nicht, wie sie mit „starken“ Frauen umgehen sollen und sie haben Angst, von der Frau als Chef untergebuttert zu werden. „Schon Jungen reagieren nicht gern auf die Anweisungen von Mädchen. Sie ignorieren sie oder wehren sich sogar gegen die Erziehungsbemühungen weiblicher Erwachsener, während sie auf gleichaltrige Jungen und den Vater oder den Lehrer eher hören. Wenn schon Jungen sich so verhalten, warum sollten sie dann als erwachsene Männer nicht tun?“ Weil es die Frauen selbst nicht wollen. Viele Frauen sind aufgrund ihrer Natur nicht so ambitioniert und wettbewerbsorientiert; das hat, so der Autor, sogar seinen Grund in einer anderen „gehirnphysiologischen Ausstattung“. Dazu kommt, dass viele Frauen ein zu geringes Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten haben und sich auf entsprechende Stellen gar nicht erst bewerben. Ebenfalls spielt eine Rolle, dass für viele Frauen eigene Kinder und Familie eine größere Rolle spielen als für Männer und sie die Weichen entsprechend anders stellen. Führen, so Dopfer, muss man aber auch wollen. Wenn sich Frauen in Führungspositionen schwer tun, vielleicht auch unglücklich sind oder sogar scheitern, dann Dopfer zufolge häufig aus zwei Gründen: Zum einen weil sie versuchen, die männlichen Verhaltensweisen zu imitieren und auf diese Weise zu einer „Alpha-Mama“ werden, die nirgends auf Akzeptanz stößt. Und zum zweiten scheitern sie – und das ist der wichtigere Grund - , weil sie sich nicht oder zu wenig mit der Psyche und den Eigenheiten der männlichen Seele auseinandergesetzt haben. Wenn Frauen Männer erfolgreich führen wollen, dann, so Dopfer, „ist ein Verständnis für die Seltsamkeiten der männlichen Seele unerlässlich.“ "Frauen müssen Männer anders führen als Frauen.“ In Gesprächen mit weiblichen Chefs habe er festgestellt, dass diese oftmals nicht wissen, wie sie Männer führen sollen. Sie beschäftigen sich zu wenig mit der Seelenlage des Mannes; das aber ist wichtig, denn:  „Frauen müssen Männer anders führen als Frauen.“ Das „Verständnis der durchaus fragilen Männerseelen“ ist für den Autor „ein wesentlicher Bestandteil der professionellen Führung durch Frauen“. Nun geht Dopfer nicht so weit, dass er bei aller Begeisterung für die Frauen sämtliche männliche Führungskräfte in unseren Unternehmen durch Frauen ersetzen möchte. Aber er plädiert im letzten Kapitel für einen anderen Führungsstil, in dem vor allem die weiblichen Stärken eine größere Rolle spielen. Dopfer nennt dies den „androgynen Führungsstil“ oder „Meta-Gender-Stil“. Hier versammelt sich sozusagen das Beste aus den beiden Welten. Dazu muss Mann und Frau sich aber mit den beiden unterschiedlichen Geschlechtern beschäftigen: „Nur wenn ich weiß, wie die Geschlechter tendenziell agieren und reagieren, besteht die Möglichkeit, situativ adäquat zu führen.“ Roter-Reiter-Fazit: Ein wichtiges Buch zu einem aktuellen Thema, das dem Leser viele Einsichten und Anstöße zur Überprüfung der eigenen Haltung und zum Weiterdenken gibt. Lesetipp für Frauen UND Männer. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Werner Dopfer: Mama Trauma. Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen. Droemer Knaur, 224 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 3426214008 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Der Geist ist aus der Flasche: Wird die Künstliche Intelligenz uns alle umbringen? Es geht um Künstliche Intelligenz. Zunächst die Story: Ein Softwareprogramm gerät außer Kontrolle und trifft selbstständig Entscheidungen. Der Mann, der diese Software mit Namen "Bluesky" programmiert hat, erkennt die Gefahr und will die Software löschen. Doch diese wehrt sich. Sie erzeugt Daten und Filme, aus denen hervorgeht, dass der Programmierer ein Mörder ist. Der beteuert seine Unschuld, doch niemand glaubt ihm, auch nicht die beiden Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz. Irgendwann rastet er aus und ballert mit einem Gewehr im Serverraum seiner Firma wild um sich, bis er von einem Einsatzkommando der Polizei erschossen wird. Am Ende erkennen Lannert und Bootz, dass dieser Programmierer tatsächlich nicht den Mord begangen hat, sondern die angeblichen Beweise von der Software selbst hergestellt worden sind. Wie geht das denn? "Was wollen Sie, meine Herren", fragt die Firmenchefin, "es sind Daten, Einsen und Nullen, und Daten lassen sich verändern." Und der "Tatort" hat doch Recht! Das ist in Kürze der Plot des „Tatorts“ vom vergangenen Sonntag Abend. Es ging um Künstliche Intelligenz (KI) und die Möglichkeiten, vor allem aber auch um die Bedrohungen, die davon ausgehen. Die Programmzeitschrift TV-Movie war nicht gerade begeistert von dem Film: „ziemlich unglaubwürdig“, urteilten die Kritiker und vergaben nur eine mittelmäßige Bewertung. „Komplett glaubwürdig“ würde dagegen Jay Tuck sagen. Der Journalist und Verteidigungsexperte hat sich intensiv mit der Thematik der Künstlichen Intelligenz befasst. Seine gesammelten Erkenntnisse legt er nun in dem über 300 Seiten dicken Buch „Evolution ohne uns“ vor. Der Untertitel läßt keinen Zweifel, um was es geht: um alles! „Wird Künstliche Intelligenz uns töten?“, steht da. Künstliche Intelligenz: eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Menschheit Ist das nicht ein kleines bisschen übertrieben?, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls steht Tuck mit seiner Sorge nicht allein da, dass der Geist, den wir aus der Flasche befreit haben, uns eines Tages den Garaus machen wird. So stellt er seinen Ausführungen ein Zitat des Astrophysikers Stephen Hawking vor: „Künstliche Intelligenz kann die großartigste Errungenschaft der Menschheit werden. Bedauerlicherweise kann sie auch die letzte sein.“ Noch pessimistischer ist Tesla-Gründer Elon Musk, der mit folgenden Worten zitiert wird: „Künstliche Intelligenz ist die größte existenzielle Bedrohung für die Menschheit. Wir beschwören den Teufel.“ Das klingt nicht gut. Und eins kann ich Ihnen schon jetzt sagen: Sie sollten das Buch von Jay Tuck nicht kurz vor dem Schlafengehen lesen – denn dann sind Sie um die Nachtruhe gebracht. In Tucks Buch, das er übrigens mit Hilfe seines Journalistenkollegen Armin Fuhrer geschrieben hat, liest sich Vieles wie Science Fiction. Das Dumme ist nur: Es ist Realität. Oder es kann Realität werden, und zwar schon bald. Künstliche Intelligenz, schreibt Tuck, ist wie Frankensteins Monster, „von der Wissenschaft ins Leben gerufen, aber demnächst jenseits unserer Kontrolle“ "Wir kreieren ein Monstrum..." Die wenigsten von uns sind sich der Gefahr dessen, was das gerade passiert, bewusst. Im Gegenteil: Wir finden Künstliche Intelligenz super, denn sie macht das Leben bequemer, Produkte billiger und sie macht zudem einfach Spaß. Begeistert greifen wir nach den coolen Gadgets, die sie für uns möglich macht. Aber: „Wir kreieren ein Monstrum, das uns weit überlegen ist. Sein Wissen ist das vollständige Internet, seine Augen die weltweit vernetzten Überwachungskameras, sein Arsenal die intelligenten Waffe der Supermächte.“  Eines Tages wird KI, so Tuck, selbstständig eigene Updates entwickeln und eigene Hardware herstellen. Irgendwann könnte KI zu dem Schluss kommen, dass das Barmherzigste für die Menschheit der Gnadentod wäre, damit ihr Leiden aufhört. Oder sie könnte zu der Auffassung kommen, dass es eine bessere Verwendung für die Stoffe gibt, aus denen wir bestehen. Auch keine schöne Vorstellung. Zurück zum „Tatort“: Obwohl Künstliche Intelligenz keine Gefühle und keine Emotionen hat, treibt sie eines an: die eigene Weiterentwicklung (daher das Wort „Evolution“ im Buchtitel). Und jeder, der sie daran hindern will, ist ein Feind und muss eliminiert werden. Daher ist die „Tatort“-Story für Tuck sicher nicht aus den Fingern gesogen und „ziemlich unwahrscheinlich“, wie TV-Movie geringschätzig meint. Denn wenn es ihr an den Kragen gehen soll, dann kennt die Künstliche Intelligenz keine Verwandten. Wenn sie dann die Steuerung unserer Autos übernimmt oder das Skalpell im Operationssaal führt, dann kann es schon mal zu bösen Unfällen mit anschließender Beerdigung kommen. Künstliche Intelligenz, so viel steht für Tuck fest, „ist eine Konkurrenz für uns, womöglich eine tödliche Konkurrenz.“ Daher können wir die Dinge nicht einfach so laufen lassen. Sondern was wir zunächst und zwar ganz dringend brauchen, ist ein Bewusstsein für das Problem Künstliche Intelligenz. Und dann brauchen wir einen Plan, wie wir die Gefahren eindämmen wollen. Und diesen Plan brauchen wir schnell. Roter-Reiter-Fazit: Bei der Lektüre dieses Buches von Jay Tuck kann einem Angst und Bange werden. Genau das ist das Ziel des Autors: Er will uns aufrütteln, damit wir uns endlich mit den Gefahren der Künstlichen Intelligenz ernsthaft befassen und darüber nachdenken, wie wir die Katastrophe verhindern können. Ein grandioses, ein erschreckendes, ein wichtiges Buch! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jay Tuck: Evolution ohne uns. Wird Künstliche Intelligenz uns töten? Books4success, 19,99 Euro, ISBN: 3864704014 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Verkäufer, macht endlich Schluss mit eurer Aufschwatzeritis! „Der Ehrliche ist der Dumme“! Mit diesem Buch landete der ehemalige Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert Mitte der 1990er Jahre einen Bestseller. Udo Kerzinger, Unternehmer und Verkaufstrainer aus Mössingen bei Tübingen, sieht das allerdings ganz anders. Der Ehrliche ist nicht der Dumme, widerspricht er Wickert, sondern im Gegenteil der Klügere und der Erfolgreichere. Jedenfalls wenn er Verkäufer ist. Radikale Ehrlichkeit - auch wenn´s erst mal Umsatz kostet Wer dem Kunden einfach nur etwas andrehen oder aufschwatzen will, der wird vielleicht kurzfristig, aber ganz sicher nicht langfristig erfolgreich sein, so Kerzinger in seinem Buch „Echt ehrlich!“. Der Vertriebstrainer plädiert für eine radikale Ehrlichkeit in der Beziehung vom Verkäufer zum Kunden. Diese Ehrlichkeit geht bei Kerzinger so weit, dass er dem Verkäufer sogar empfiehlt, dem Kunden vom Kauf abzuraten, wenn er glaubt, dass dieses Produkt  für den Kunden nicht das richtige ist. Also lieber im Zweifel auf einen Abschluss verzichten als dem Kunden nur des Umsatzes wegen etwas andrehen oder aufschwatzen! Diese Strategie führt Kerzinger zufolge nicht nur zu einem zufriedenen Käufer, der im Bedarfsfall wieder kommt (Stammkunde) und im Bekannten- und Freundeskreis für diesen Verkäufer bzw. das Unternehmen Reklame macht (Empfehlungsmarketing). Sondern auch der Verkäufer hat mehr Freude an der Arbeit und sieht sich selbst in einem besseren Licht. Authentizität und wirkliches Interesse am Kunden Ehrlichkeit in der Beziehung zum Kunden ist für Kerzinger aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist Authentizität, Echtheit (daher das erste Wort im Buchtitel) und wirkliches Interesse des Verkäufers am Kunden.  „Kunden sind auch Menschen. Das vergessen viele“, kritisiert Kerzinger. Und genau aus diesem Grunde seien Verkäufer oft bei weitem nicht so erfolgreich, wie sie sein könnten. Roter-Reiter-Fazit: „Echt ehrlich“! ist ein anregendes Buch für alle Verkäufer, die nicht den Kunden, sondern den Verkaufsabschluss in den Vordergrund stellen und sich wundern, warum sie nicht so erfolgreich sind, wie sie gerne sein würden. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Udo Kerzinger: Echt ehrlich! So erreichen Sie im Verkauf heute und zukünftig Umsatz. Wiley VCH, 252 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527508872 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Der neue Scherer: Großes Popkornkino für ein intelligentes Publikum Große Denker, hat mal jemand gesagt, haben in ihrem Leben nur ein einziges Thema, das sie in ihren Reden und Schriften immer wieder variieren. Wenn das so ist, dann dürfen wir Hermann Scherer wohl zu den großen Denkern zählen. Denn Scherer hat in seinen Büchern und Vorträgen im Wesentlichen auch nur ein Thema. Es lautet: „Lieber Leser, lieber Zuhörer, du bist in dieses Leben geworfen, jetzt mach auch was draus und lass dich nicht so hängen.“ Finde raus, was du willst, und dann: Vollgas! Genau darum geht es auch im neuen Buch Scherers. Es heißt „Fokus!“, mit Ausrufezeichen, ist also eine Aufforderung, eine Anweisung, ein Befehl. Scherers Botschaft lautet: Finde heraus, was du erreichen willst in deinem Leben, was dich glücklich macht, und dann konzentriere dich darauf („Fokus!“), dies zu erreichen und lass dich nicht von den Verlockungen und Ablenkungen rechts und links von deinem Weg wegführen. „Wofür bist du angetreten?“ heißt zum Beispiel ein Kapitel, ein anderes „Rechnet sich Menschlichkeit?“, „Die Angst findet dich immer“ ein drittes. Auch wenn man als Leser hin und wieder den Eindruck hat, dass sich Scherer vom eigentlichen Thema des Buches zu entfernen scheint, weil er viel erzählt, vor allem aus seinem eigenen Leben, ist er doch immer dran an seiner Message: Mach was aus deinem Leben, finde raus, was du willst und dann: Vollgas! Natürlich redet Scherer auch in diesem Buch wieder sehr viel über sich selbst, über seine Ängste, über seine Marotten, über seine Schwächen und Fehler. Und selbstredend auch über seinen (Weg zum) Erfolg. Damit schafft er aber nicht, wie man meinen könnte, Distanz zum Leser. Im Gegenteil. Dadurch dass Scherer sich als genauso kleines Menschlein wie wir alle beschreibt – mit Ängsten, Hoffnungen, Schwächen, Ungeschicklichkeiten und Macken -, stellt er eine sympathische Nähe her. Scherer, der Denker und (Verpackungs-) Künstler Scherer ist aber nicht nur Denker. Scherer ist auch Künstler. Vielleicht ist er sogar vor allem Künstler.  Ein Verpackungskünstler, um genau zu sein, und das soll in keiner Weise despektierlich sein. Es sind weniger die Inhalte, die bei ihm so faszinieren –  Vieles hat man anderswo schon einmal gelesen oder gehört. Dass wir zum Beispiel dazu neigen, ein kurzfristig Glück („Quick Win“) einem langfristigen vorzuziehen und dass wir dies nicht tun sollten, ist ja ein Gedanke, den wir bereits beim griechischen Philosophen Epikur finden. Und hey, wenn wir tiefsinnige Inhalte lesen wollen, dann greifen wir zu unseren großen Tiefseetauchern des Denkens, zu unseren Philosophen Kant, Husserl oder zu Heidegger. Nicht nur Denker, sondern auch (Verpackungs-) Künstler: Schon das Inhaltsverzeichnis von Hermann Scherers neuem Buch "Fokus!" ist sehenswert. (Foto: sic) Aber WIE Scherer seine Inhalte rüberbringt – im Buch wie auch in seinen Vorträgen -, WIE er seine Botschaften und Messages verpackt, das ist meisterhaft, das ist einzigartig, das ist großes Kino. Wer´s nicht glaubt, der soll sich unbedingt dieses Buch „Fokus!“ besorgen. Hier haben sich Scherer und der Campus-Verlag selbst übertroffen. Das Buch ist mit großer Liebe und Phantasie gestaltet. Tschüss Textfriedhof! Schon allein das außergewöhnliche Inhaltsverzeichnis ist einen Blick wert. Das aufgelockerte Layout unterstreicht hervorragend den leichten und unterhaltsamen Stil des Wortes im Buch. Riesen-Kompliment! Übrigens: Käufer des Buches erhalten einen Gutschein für einen Vortrag mit Hermann Scherer. Auch ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Roter-Reiter-Fazit: Vielleicht haben Sie sich vorgenommen, in diesem Jahr kein einziges Buch zu lesen. Falls dies so ist, schmeißen Sie diesen Vorsatz über den Haufen und machen Sie eine Ausnahme: Besorgen Sie sich das Buch „Fokus!“ von Hermann Scherer. Glänzende und anregende Unterhaltung für intelligente Menschen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Hermann Scherer: Fokus! Provokative Ideen für Menschen, die was erreichen wollen. Campus, 296 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3593506025 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie Nike-Gründer Phil Knight es schaffte, Adidas (und alle anderen) zu überlaufen Wissen Sie, was ein „Shoe Dog“ ist? Nie gehört? Machen Sie sich nichts draus, ich wusste es bis vor wenigen Tagen auch nicht. Jetzt weiß ich, dass „Shoe Dog“ kein Welpe ist, dessen Lieblingsbeschäftigung darin besteht, die Schuhe von Frauchen und Herrchen zu massakrieren. Sondern „Shoe Dogs“ sind – ich zitiere – „Menschen, die sich mit Leib und Seele der Herstellung, dem Verkauf, dem Kauf und dem Design von Schuhen widmeten, Menschen, die so lange und hart im Schuhbusiness geschuftet hatten, dass sie an nichts anderes mehr denken, von nichts anderem mehr reden konnten“. Heute möchte ich Ihnen solch einen „Shoe Dog“ vorstellen. Sein Name ist Phil Knight und er ist der Gründer der Firma Nike, dem mit einem Umsatz von 32,4 Milliarden Dollar und 3,7 Milliarden Dollar Profit heute größten Sportartikelhersteller der Welt (zum Vergleich: der größte Wettbewerber Adidas setzte im vergangenen Jahr 16,9 Milliarden Euro um und erzielte einen Gewinn von 666 Millionen Euro). Die sehr persönliche Geschichte des Nike-Gründers „Shoe Dog“ ist der Titel der gerade auf Deutsch erschienenen Biographie von Phil Knight, und diesem Buch habe ich auch die obige Definition des Begriffes entnommen. Und einer der größten lebenden Shoe Dogs war und ist zweifelsohne der Nike-Gründer selbst, übrigens in jungen Jahren selbst ein talentierter und passionierter Läufer. Auf diesen 441 Seiten erzählt Knight sein Leben, und er tut dies auf eine ungemein persönliche und unterhaltsame Art und Weise. Doch bevor man zu lesen beginnt, wirft man einen Blick ins Inhaltsverzeichnis und sieht – Zahlen! Nichts als  Zahlen. Es sind Jahreszahlen. Diese Zahlen fangen bei 1962 an und hören bei 1980 auf. 1962, das ist sozusagen das Gründungsjahr der Firma Nike (obwohl sie damals nicht so hieß), und 1980 fand der Börsengang des Unternehmens statt. Dieses rein aus Zahlen bestehende Inhaltsverzeichnis macht Sinn, denn es passt zum Zahlenmenschen Phil Knight. Auf Seite 100 schreibt er über sich: „Rein vom Verstand her hatte ich Zahlen auch immer als etwas Schönes betrachtet. Bis zu einem gewissen Grad verstand ich, dass Zahlen einen Geheimcode bilden, dass sich hinter jeder Zahlenreihe reine platonische Formen verbergen. Das hatte mich das Studium des Rechnungswesens durchaus gelehrt. Genauso wie der Sport. Langlauf vermittelt dir einen unerbittlichen Respekt vor Zahlen, denn du wirst an Zahlen gemessen, nicht mehr, nicht weniger. Wenn ich in einem Rennen eine schlechte Zeit lief, mochte das seine Gründe haben – Verletzung, Müdigkeit, Liebeskummer -, aber die interessierten niemanden. Am Ende waren meine Zahlen alles, woran man sich erinnern würde.“ Das Buch selbst ist aber alles andere als zahlenmäßig trocken. Der Mann, der hier erzählt, ist kein Oberbuchhalter oder ein langweiliger „Numbercruncher“. Im Gegenteil: Die Hauptrolle in diesem Buch spielen Menschen, Menschen, die wichtig waren beim Aufbau und der Entwicklung der Firma. Knights Vater zum Beispiel, der ihm die erste Reise nach Japan finanzierte, seine Mutter, die ihm die ersten Schuhe abkaufte, sein früherer Lauftrainer und späterer Kompagnon Bill Bowerman und viele, viele andere. In Knights Buch menschelt es auf jeder Seite, vor allem menschelt es beim Menschen Phil Knight selbst, der sich in keiner Weise als tollen Hecht und Superstar darstellt, sondern sehr offen von seinen Schwächen, seinen Ängsten und seinen Macken erzählt. Das alles macht die Lektüre unglaublich spannend und unterhaltsam. Das grandios geschriebene und hervorragend übersetzte Buch ist eine Biographie, es liest sich aber wie ein Roman. Wie ein guter, ein spannender, ein unterhaltsamer Roman. Ein tolles Buch für alle, die sich für Sport und/oder Wirtschaft interessieren Das Buch endet, wie gesagt, im Jahr des Börsengangs 1980, also vor immerhin 36 Jahren. Das macht durchaus Sinn, denn mit diesem wichtigen Datum war die Aufbauarbeit des Unternehmens abgeschlossen. Natürlich entwickelte sich Nike auch danach sehr dynamisch weiter und überholte alle Konkurrenten wie vor allem die deutschen Anbieter Adidas und Puma, die in früheren Jahren nahezu unerreichbar schienen und auf dem globalen Markt eine fast beherrschende Stellung eingenommen hatten. Aber die wichtigsten Jahren für Nike lagen vor 1980, und es tut dem Buch gut, dass Phil Knight, gleichsam der Bill Gates der Sportartikelindustrie, hier einen Schlussstrich gezogen hat. Okay, nicht ganz richtig, denn sozusagen im Abspann wirft Knight zum Schluss noch einmal ein Licht auf die wichtigen Themen in den Jahren danach. Und es wundert nicht, dass es darin wiederum vor allem die Menschen sind, die hier im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel sein erstgeborener Sohn Matthew, der im Jahr 2004 bei einem Tauchumfall ums Leben kam. Michael Spence, der Wirtschaftsnobelpreisträger von 2001, sagt über das Buch von Phil Knight: „Eine anrührende und höchst unterhaltsame, abenteuerliche Odyssee, die uns viel lehren kann über Innovation und Kreativität.“ Und über Hartnäckigkeit, wie man hinzufügen sollte. Ein tolles Buch! Fehlt etwas? Nein. Oder doch. Ein paar Bilder aus der Anfangszeit wären schön gewesen. Roter-Reiter-Fazit: Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die sich für Sport und/oder Wirtschaft interessieren. Grandios geschrieben, hervorragend übersetzt, spannend und unterhaltsam bis zur letzten Seite. Kopfkissenlektüre im besten Wortsinne. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Phil Knight: Shoe Dog.Die offizielle Biografie des NIKE-Gründers. Finanzbuch-Verlag. 441 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3898799921 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Neue Stelle gesucht? Mit diesen Bewerbungstipps klappt´s bestimmt Einer der Lieblingssprüche meiner Mutter lautete: „Wer sich als Pfannkuchen verkauft, wird auch als Pfannkuchen gegessen.“ Damit wollte sie uns Kinder auf das Leben vorbereiten. Ich denke, an dem Spruch ist was dran. „Wer sich als Pfannkuchen verkauft, wird auch als Pfannkuchen gegessen.“  Das gilt auch und gerade dann, wenn wir uns auf einen Job, eine Stelle, eine „neue berufliche Herausforderung“ bewerben. "Bewerbung" ist kein andere Wort für "Aufschneiderei" Nun kann es natürlich sein, dass ich tatsächlich ein Pfannkuchen bin, und wenn ich jetzt so tue, als wäre ich ein 5-Gänge-Menu, dann fliegt das früher oder später auf und ich stehe noch während der Probezeit wieder vor der Tür. Steht ja auch schon in Goethes Faust, wo Mephistopheles sagt: Du bist am Ende – was du bist. Setz dir Perücken auf von Millionen Locken, Setz deinen Fuß auf ellenhohe Socken, Du bleibst doch immer, was du bist. So viel dazu. Blöd wäre es natürlich auch, wenn vom Arbeitgeber genau so ein Pfannkuchen gesucht wird und ich mich selbst aus dem Rennen schießen würde, wenn ich mich im Bewerbungsverfahren als, sagen wir mal, Filet Mignon verkaufe. Man kann ja so viel falsch machen in diesem ganzen Bewerbungsverfahren! Aber Fehler, die darf man sich in dieser Situation nicht erlauben. Sonst ist man sofort draußen. Der Spruch "Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck" ist zwar ein wenig abgedroschen, trotzdem aber richtig. „Fast jeder Jobsuchende", sagt der Diplom-Psychologe und Human-Resources-Manager Claus Peter Müller-Thurau, „wird es schon einmal bemerkt haben: Im Bewerbungsprozess geht es nicht zu wie im richtigen Leben. Im richtigen Leben dürfen Fehler passieren, aus denen ja schließlich etwas zu lernen ist ‒ für die schriftliche Bewerbung gilt dagegen die Null-Fehler-Toleranz. Kein Personaler wird Ihnen Ihre Unterlagen mit dem Vermerk `Ihr Anschreiben ist verkorkst, schreiben Sie ein neues´ zurücksenden. Nein ‒ es gibt eine Absage!“ Personalchefs achten auf Details So ist das. Hop oder Top, dazwischen gibt es nichts. Das ist die brutale Wirklichkeit. Und weil dies so ist und damit wir uns im Bewerbungsverfahren nicht durch blöde und vermeidbare Fehler selber aus dem Rennen kicken, hat Müller-Thurau das sehr empfehlenswerte Buch „Bewerbungstipps und –tricks. Insider-Know-how eines Personalprofis“ geschrieben, das ich jedem ans Herz legen möchte, der einen neuen Job sucht – egal ob Berufseinsteiger oder alter Hase. Time ist money, und deshalb hält sich Müller-Thurau gar nicht erst mit langen Vorreden auf, sondern kommt sofort zur Sache. Gleich auf den ersten Seiten geht es dann auch schon um vermeintliche Kleinigkeiten wie die Länge der Striche zwischen den Jahreszahlen im Lebenslauf. Ja, sagt Müller-Thurau, auf solche Dinge achten die Personalchefs, klingt komisch, ist aber so. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der schriftlichen Bewerbung, denn das ist ja in der Regel die erste Hürde, die man überspringen muss. Wie sollte ein gutes Anschreiben aussehen (da zeigt sich, dass Schlichtheit oft eine Wohltat ist), worauf sollte man beim tabellarischen Lebenslauf achten, was für ein Foto sollte man nehmen und wohin damit, sind Bewerbungsmappen sinnvoll, die man im Schreibwarengeschäft kaufen kann, was gibt es bei Online-Bewerbungen und Initiativbewerbungen zu beachten und und und...? Ein tolles Buch für Kandidaten und Bewerber, ob Berufseinsteiger oder alte Hasen Doch damit nicht genug: Die schönste Bewerbung ist nichts wert, wenn ich mich in den sozialen Medien (Facebook!) oder insgesamt im Internet wie ein Hallodri präsentiere (auch Personaler wissen inzwischen mit Google umzugehen). Hab ich die erste Hürde überstanden und bekomme die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, was kommt dann auf mich  zu, welche Fragen werden gestellt, was antworte ich am besten und welche Fragen stelle ich selbst? Wie bereite ich mich auf ein Vorstellungsgespräch vor, was antworte ich, wenn das Thema Gehalt angesprochen wird etc. etc....? Weitere Themen in Müller-Thuraus Buch sind die Besonderheiten des Assessmentcenters sowie Persönlichkeits- oder Psychotests. Sehr hilfreich auch der abschließende Teil, in dem häufig auftauchende Bewerberfragen konkret, kompetent und verständlich beantwortet werden. Roter-Reiter-Fazit: Ein tolles und hilfreiches Buch mit vielen sofort umsetzbaren praktischen Tipps und Anregungen für Kandidaten und Bewerber. Absolut zu empfehlen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Claus Peter Müller-Thurau: Bewerbungstipps und -tricks.  Insider-Know-how eines Personalprofis. Haufe, 165 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3648089625 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Sich selbst führen - ist das heute überhaupt möglich? „Wir leben in einer volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Gesellschaft. Lässt sich das eigene Leben in diesen volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Zeiten planen? Macht es überhaupt Sinn, sein Leben zu planen, sich Ziele zu setzen und nach etwas zu streben? Kann man sich unter diesen Umstanden selbst führen?“ Dies sind die ersten Sätze in dem Buch „Self-Leadership. Sich selbst führen in unsicheren Zeiten“ der beiden Psychologen und Berater Marcus Heidbrink und Sebastian Debnar-Daumler. Selbst-Führung ist möglich - man muss nur wissen, wie Interessante Fragen, die Heidbrink und Debnar-Daumler da stellen, finden Sie nicht auch? Die gute Nachricht ist: Ja, auch unter diesen schwierigen Bedingungen – die Erde dreht sich immer schneller und immer mehr hängt mit allem und dem ganzen Rest zusammen – ist Führung möglich. Auch die die Selbst-Führung, also die Führung des eigenen Lebens. Man muss nur wissen, wie. Und darum geht es in diesem durchaus anspruchsvollen Buch. Heidbrink und Debnar-Daumler setzen bei zwei Fragen an: Welche Art von Führung (anderer Menschen, zum Beispiel in einem Team) macht unter den gegenwärtigen Bedingungen am meisten Sinn bzw. ist am erfolgversprechendsten? Ist es möglich und sinnvoll, diese Art der Führung von anderen Menschen auf sich selbst anzuwenden? Zu Punkt 1: Die heute noch in den meisten Unternehmen und Organisationen praktizierte sogenannte „transaktionale Führung“ ist den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gewachsen. Die transaktionale Führung orientiert sich an Zielen bzw. Zielvorgaben und  Führung basiert darauf, die Menschen so anzuleiten, dass diese Ziele erreicht werden. In einer Zeit aber, in der längerfristige Planung kaum noch möglich ist, weil permanent irgendetwas dazwischen kommt, macht diese zielorientierte Art der Führung keinen Sinn mehr. Die Autoren plädieren daher stattdessen für die sogenannte „transformationale Führung“, die genau vom anderen Ende her denkt: Über welche Fähigkeiten und Talente verfügt jedes einzelne Mitglied meines Teams, wie lassen sich diese entwickeln und was kann man damit erreichen? "Wie will ich leben und was für eine Art Mensch will ich sein?" Zu Punkt 2: Angewendet auf die Selbst-Führung lautet das Schema der transaktionalen Führung: „Welches Ziel habe ich und was muss ich tun, um dies zu erreichen?“ Die wesentliche Schwäche dieses Ziels besteht darin, dass sich das Ziel im Laufe der Zeit als unerreichbar erweist; die Konsequenz für den Menschen wäre das Eingeständnis des Scheiterns. Dagegen lautet die Fragestellung der transformationalen Selbst-Führung: „Welche Talente habe ich und was kann ich daraus machen?“ Weitere Fragen im Sinne der transformationalen Selbst-Führung lauten: „Wie will ich leben?“ und „Was für eine Art Mensch will ich sein?“ Die transformationale Selbst-Führung stellt an denjenigen, der es mit ihr probieren will, recht hohe Anforderungen. Es ist wichtig, schreiben die Autoren, sich selbst gut zu kennen und sich seine Grundannahmen über das Wesen und Funktionieren der Welt bewusst zu machen. Als Hilfestellung zu diesem „Erkenne-dich-selbst“-Projekt laden Heidbrink und Debnar-Daumler den Leser im letzten Kapitel des Buches zu acht Übungen ein, um, wie sie schreiben, „sich selber auf die Schliche zu kommen“. Roter-Reiter-Fazit: Ein anspruchsvolles Buch, das sich nicht von selbst liest und sich gerade dadurch von der vielfach sehr einfach gestrickten Ratgeberliteratur abhebt. Heidbrink und Debnar-Daumler zeigen auf, dass und wie man sich auch in diesen unsicheren, unübersichtlichen und wechselvollen Zeiten selbst führen und entwickeln kann. Anspruchsvoll ist mit knapp 30 Euro für dieses nur 112 Seiten dünne Buch auch der Preis, dennoch eine klare Empfehlung. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Marcus Heidbrink, Sebastian Debnar-Daumler: Self-Leadership. Sich selbst führen in unsicheren Zeiten. Haufe, 112 Seiten, 29,95 Euro, ISBN: 3648084992 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Kein Buch mit sieben Siegeln: Geld verdienen mit Fremdwährungen Nein, wir trauern den Zeiten nicht nach, als wir vor unserer Urlaubsreise nach Italien unsere D-Mark in Lire umtauschen mussten. Oder in Gulden, wenn es in die Niederlande ging, in Schilling (Österreich), Francs (Frankreich), Pesetas (Spanien) oder Drachmen (Griechenland). Nein, wir vermissen es nicht, dieses permanentes Kopfrechnen im Urlaub, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie teuer das jetzt war, was wir uns gerade geleistet hatten.  Und wenn wir aus dem Urlaub wieder zurück in der Heimat waren, mussten wir den kümmerlichen Rest, der von der Urlaubslandwährung noch übrig geblieben war, wieder in unsere D-Mark zurücktauschen. Nein, diesen Zeiten weinen wir keine Träne nach. Lange her. Seitdem begegnet den meisten von uns das Thema Fremdwährungen nur noch in den Fernsehnachrichten, wenn irgendein Geschäftsführer eines  Wirtschaftsverbands beklagt, dass der Euro im Verhältnis zum Dollar zu niedrig oder zu hoch bewertet und dies schlecht für uns und unsere Volkswirtschaft sei. Warum, verstehen die wenigsten. Aber gut. Währungen auch für Privatanleger interessant Es gibt heute allerdings immer noch Menschen, die sich für Währungen interessieren, und das aus einem ganz einfachen Grund: Man kann damit Geld verdienen. Zumindest wenn man sich ein bisschen auskennt und sich geschickt anstellt. Auch Privatanleger sollten diese Möglichkeit der Geldanlage für sich nutzen, meint der Chief Investment Officer der Commerzbank, Chris-Oliver Schickentanz. Und in seinem Buch „Einfach richtig Geld verdienen mit Währungen“ zeigt er, wie es geht. Wenn ein Buch im Titel gleich drei Begriffe vereint, die für unsere Ohren überaus positiv klingen, dann muss man doch zumindest einen Blick hinein werfen, oder?  „Einfach“, „richtig“ und „Geld verdienen“, das klingt doch vielversprechend, oder? In Währungen anderer Länder zu investieren, ist nicht nur etwas für Profis in Finanzinstituten und global agierenden Konzernen. Auch für den Privatanleger können Fremdwährungen eine interessante Investition sein. Schickentanz zeigt in seinem Buch auf, was Fremdwährungen so attraktiv macht, welche unterschiedliche Formen der Anlage es für den Privatmann (oder die Privatfrau) gibt und welche davon mehr und welche weniger sinnvoll sind. Alles in einer auch für den Nichtfachmann sehr verständlichen Sprache geschrieben. Vom US-Dollar bis zum Renmimbi: die wichtigsten Weltwährungen aus Anlegersicht Natürlich erklärt Schickentanz uns das Phänomen Währung (Kapitel 2: „Was macht eine Währung aus?“), beleuchtet kurz die Geschichte der Währungen (kann man überspringen, wenn es einen nicht interessiert), erläutert die verschiedenen Instrumente der Währungsanlage, verschweigt auch nicht die Risiken der Fremdwährungsanlagen und beantwortet die Frage, wie viele Fremdwährungspositionen für den Privatanleger sinnvoll sind (zwei bis drei). Ganz konkret wird es dann in der großen Übersicht „Die gängigen Fremdwährungen im Überblick“. Auf rund 60 Seiten stellt uns Schickentanz die 19 wichtigsten Fremdwährungen vom US-Dollar über das britische Pfund, den japanischen Yen, den chinesischen Renmimbi bis zum südafrikanischen Rand vor und gibt Tipps für mögliche Anlagen in die jeweilige Währung. Eine Zusammenfassung („Sieben Tipps zum Investieren in Fremdwährungen“) und ein umfassendes Glossar runden diese Einführung in ein von vielen Anlegern noch nicht entdecktes Thema ab. Roter-Reiter-Fazit: So ganz einfach und trivial, wie der Autor im Titel verspricht, ist die Geldanlage in Fremdwährungen vielleicht dann doch nicht. Aber es ist auch kein Buch mit sieben Siegeln. Apropos Buch: Alle, die sich für Geld und Geldvermehrung interessieren, werden das Buch von Chris-Oliver Schickentanz mit Gewinn lesen. Vor allem alle, die sich mit dem Thema Währungen bisher nicht beschäftigt haben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Chris-Oliver Schickentanz: Einfach richtig Geld verdienen mit Währungen. Wiley-VCH, 220 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 3527508600 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Wie ich ein erfolgreicher Finanzberater werde und bleibe Es gibt Bücher, die können noch so exzellent sein, sie werden trotzdem nie in den Bestsellerlisten von Spiegel, Stern & Co. auftauchen. Ein Buch mit dem Titel „Die Drehstoßtechnik im Kugelstoßen“ zum Beispiel hätte wohl ebenso geringe Chancen auf vierstellige Verkaufszahlen wie eines über „Die Geschichte der Fünftonmusik in Mecklenbrug-Vorpommern". Warum ist das so? Ganz klar: Die Zielgruppe, an die sie sich wenden, ist einfach sehr überschaubar. Auch das Buch, das ich Ihnen hier und heute vorstellen möchte, gehört zu dieser Gruppe der, sagen wir mal, exklusiven Veröffentlichungen. Es trägt den Titel „Das Handbuch für Finanzberater“ und wurde von Peter Scherbening geschrieben. Aus eigener Erfahrung klug geworden Scherbening ist eigentlich Jurist, hat aber vor vielen Jahren umgesattelt und verdient seitdem als Finanzberater und Versicherungsmakler sein Geld. Natürlich las er als Einsteiger in diese Materie jede Menge Bücher und besuchte zahlreiche Seminare und Fortbildungsveranstaltungen, aber viele seiner Fragen blieben unbeantwortet. Die Konsequenz: Vieles lernte Scherbering damals aus eigener Erfahrung, und natürlich holte er sich das eine oder andere Mal auch eine blutige Nase. Das will er anderen ersparen. Sein Buch soll daher vor allem Einsteigern in den Beruf des Finanz-, Anlage- oder Vermögensberaters den Weg ebnen und ihnen helfen, ein erfolgreiches Business aufzubauen. Ein Handbuch für Einsteiger und alte Hasen Auf knapp 450 Seiten spricht Scherbening sämtliche Themen an, die unweigerlich auf denjenigen zukommen, der damit Geld verdienen will, anderen Leuten zu mehr Geld zu verhelfen. Das fängt schon bei den Basics an, also den Hürden, die es zu überwinden gilt, wenn man sich selbstständig machen will, geht weiter über die angemessene Kleidung, die professionelle und seriöse Kundenansprache, die Do´s and Don´ts im Beratungsgespräch und reicht bis zu den „sieben Schlüsseln für langfristigen Erfolg“ (Vision, Souveränität, Selbstdisziplin, Hartnäckigkeit/Beharrlichkeit, Empathie, Freundlichkeit, Service). Natürlich fehlen auch rechtliche und organisatorische Themen nicht. In Scherbenings lesenswertem Buch stehen weniger die reinen Verkaufsaspekte im Vordergrund, sondern eher strategische Überlegungen sowie viele Details und Erfahrungen, die dabei helfen, sich vom Wettbewerber abzusetzen und das Vertrauen des Kunden (und seine Unterschrift!) zu gewinnen. Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches Buch für alle, die sich als Finanzberater selbstständig machen wollen. Aber auch für alte Hasen ist das verständlich und unprätentiös geschriebene Buch ein nützliches Nachschlagewerk. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Peter Scherbening: Das Handbuch für Finanzberater. Wie Sie Ihr Unternehmen professionell aufbauen und erfolgreich seriös beraten. Wiley VCH, 443 Seiten, 29,99 Euro, ISBN: 3527508694 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Kein Bock, mies gelaunt, ohne Ziel? Schluss damit! Na, wie geht´s? Sind Sie zufrieden? Mit Ihrer Arbeit, mit Ihrer Ehe und überhaupt mit Ihrem ganzen Leben? Ja? Wunderbar! Herzlichen Glückwunsch! Ändern Sie nichts, machen Sie genau so weiter. Wie bitte, Sie sind es nicht? Oh, das ist schade. Woran liegt´s? Was läuft schief? Und vor allem: Soll das so bleiben oder wollen Sie etwas ändern? Wenn es nicht so bleiben soll, sondern Ihr Leben endlich den Verlauf nehmen soll, den Sie sich wünschen, dann müssen Sie etwas tun: Nämlich Ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Wenn Sie nicht so recht wissen, wie Sie dies anstellen sollen, dann habe ich hier einen Tipp für Sie: Besorgen Sie sich das Buch „Dauerhafte Selbstmotivation“ von Reinhold Stritzelberger und lesen Sie es von vorne bis hinten durch. Dieses Buch, so verspricht jedenfalls der Autor ohne falsche Bescheidenheit, wird Ihr Leben verändern. "Es macht einfach Spaß, sein Bestes zu geben" Der entscheidende Satz in diesem Buch steht auf Seite 253 und lautet: „Es macht einfach Spaß, sein Bestes zu geben.“ Genau darum geht es in diesem Buch: Es ist eine Ermutigung, ja eine Aufforderung, immer sein Bestes zu geben, und gleichzeitig ist es eine Hilfestellung bzw. eine Anleitung, wie wir das hinkriegen. Und hey, wer will keinen Spaß haben? Gut, immer sein Bestes geben, das ist leichter gesagt als getan. Zum einen sind dafür ein paar Dinge vonnöten, vor allem Ziele. Ohne ein klares Ziel, das zu erreichen mir wichtig ist, komme ich morgens gar nicht aus den Federn. Oder wie jemand es mal formuliert hat: „Wenn der einzige Grund für mich, morgens aus dem Bett aufzustehen, darin besteht, dass die Blase drückt, dann ist das ein bisschen wenig.“ Und zum zweiten liegen natürlich gerne auch ein paar Steine auf meinem Weg zur Zielerreichung: Schlechte Laune, miese Stimmung, Lethargie, Antriebslosigkeit, kein Bock. Wie wir mit der "Kraft des engagierten Denkens" unsere Stimmungen beeinflussen Stimmungen aber, schreibt Stritzelberger, sind keine Schicksalsschläge, die über uns kommen wie schlechtes Wetter. Stimmungen können wir gezielt beeinflussen, wir können sie verändern, und Stritzelberger zeigt in diesem Buch, wie das geht. Stritzelberger ist allerdings kein Anhänger des sogenannten „positiven Denkens“. Im Gegenteil: Diesem Ansatz steht er höchst skeptisch entgegen.  Stritzelberger setzt dagegen auf die „Kraft des engagierten Denkens“, das sich in der Frage ausdrückt: „Was kann ich tun?“ bzw. „Was kann ich noch tun?“ Letztlich geht es um die Frage, was ich tun kann, um ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen. Es geht in dem Buch nicht darum, was andere dafür tun können, dass ich ein tolles Leben habe. Sondern einzig und allein geht es darum, was ich selbst tun kann. Stritzelberger sagt, dass ich dafür einen besonders hohen „Selbstmotivations-Level“ (SLS) benötige. Dieser bewegt sich auf einer Skala von 0 = „Ich bin tot“ bis 10 = „Ich bin ein lebensbejahender, durch und durch beseelter Menschen, der sich durch nichts unterkriegen läßt“. Selbstmotivation, so Stritzelberger, ist „eine Kraft, eine Energiequelle, um etwas ins Handeln zu bringen und damit zu erreichen, was man möchte: also ein glücklicheres, erfolgreicheres Leben zu führen“. Je mehr dieser Kraft man hat, desto besser. Und wie sich die Muskelkraft durch regelmäßiges Trainieren steigern läßt, so auch diese Kraft der Selbstmotivation. Man muss es nur tun. Roter-Reiter-Fazit: „Dauerhafte Selbstmotivation“ ist nicht nur ein Aufruf, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und nicht andere dafür verantwortlich zu machen, wenn es mal nicht so läuft. Sondern dieses Buch zeigt einem auch auf, was man ganz konkret tun kann, um die Kraft der Selbstmotivation dauerhaft hoch zu halten. Für mehr Spaß am und im Leben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Reinhold Stritzelberger: Dauerhafte Selbstmotivation. Geben Sie Ihr Bestes – für das, was wirklich wichtig ist. Haufe Lexware, 258 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3648085271 Dieses Buch jetzt be Managementbuch.de bestellen! ### Börse: Mach´s wie die Chinesen! Mach´s wie die Chinesen: Fotografieren, Analysieren, Kopieren! Was bei Produkten wie Autos, Küchenmaschinen und Industrierobotern funktioniert, kann doch auch an der Börse klappen. Das meint jedenfalls der Finanzjournalist und Aktienexperte Ulrich W. Hanke in seinem Buch "Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte. Methoden für Kleinanleger, die Großen zu kopieren". Motto: Lieber gut kopiert als schlecht selber gemacht. Hanke, der unter anderem die Internetseite boersianer.info betreibt, stellt in dem 272 Seiten starken Buch die Strategien der internationalen Anlage-Gurus Benjamin Graham, Warren Buffet, Michael O´Higgins, Joel Greenblatt, John Neff, Peter Lynch, Ken Fisher, William O´Neil, James O´Shaughnessy, Martin Zweig, David Dreman und Anthony Gallea vor. Ergänzt wird diese Auslese durch die deutschen Anlage-Experten Max Otto, Uwe Lang und Susann Levermann. Hanke stellt jeden seiner "Börsenstars" kurz vor, erläutert dann dessen Methode bzw. Strategie, nennt anschließend die Schwachstellen aus seiner Sicht und stellt zum Abschluss die jeweiligen Kriterien für die Auswahl der Wertpapiere noch einmal grafisch dar. Dabei kommen zwischen den einzelnen Strategien durchaus gravierende Unterschiede zum Vorschein, aber auch sehr viele Gemeinsamkeiten. „Wer nicht gerne liest, der wird an der Börse keinen Erfolg haben“ So ist zum Beispiel allen der hier vorgestellten Experten gemein, dass sie ihrer Strategie treu bleiben und nicht opportunistisch hin und her hüpfen. Zudem haben alle viel Geduld. Sie beschäftigen sich zwar professionell und damit jeden Tag mit dem Börsengeschehen und den involvierten Unternehmen. Aber sie handeln nicht permanent. Dafür lesen Sie Unmengen an Artikeln, Berichten und Analysen. Eine Grundvoraussetzung für den Anlageerfolg, so Hanke. „Wer nicht gerne liest, der wird an der Börse keinen Erfolg haben“, sagt er. Eine flott geschriebener und verständlicher Überblick Interessant ist die Lektüre des Buches unter anderem deshalb, weil einmal mehr deutlich wird, dass auch an den Aktienmärkten viele Wege nach Rom führen. Hanke empfiehlt dem Privatanleger, sich diejenige Strategie herauszusuchen und zu kopieren, die dem persönlichen Temperament und Zeitbudget am besten entspricht. Und, ganz wichtig: Man sollte, so Hankes dringender Rat,  nur diejenige Anlagestrategie übernehmen und anwenden, die man auch versteht. Roter-Reiter-Fazit: In diesem flott geschriebenen Buch gibt Ulrich W. Hanke eine verständliche Einführung in die unterschiedlichen Anlagestrategien der bekanntesten Börsenstars. Besonders für Einsteiger empfehlenswert, die sich einen Überblick über die verschiedenen Methoden verschaffen wollen, wie man an der Börse zu Reichtum kommen kann. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ulrich W. Hanke: Börsenstars und ihre Erfolgsrezepte. Methoden für Kleinanleger, die Großen zu kopieren. BOOKS4SUCCESS, 272 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3864703786 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!         ### Führung bedeutet, andere erfolgreich zu machen Noch ein Buch über Führung? Muss das sein? Es gibt doch schon so viele! So mag mancher denken, wenn er das neue Buch "Führungskraft - was nun?" von Tacy M. Byham und Richard S. Wellins in die Hände bekommt. Gut, das ist zwar richtig, es gibt in der Tat schon eine ganze Bibliothek von Büchern über das Thema Führung. Aber wer sagt, dass es nun reicht und man kein weiteres mehr braucht, der könnte auch sagen, dass wir keine weiteren Unternehmensneugründungen bräuchten - denn Unternehmen haben wir ja auch schon so viele. Ein Buch speziell für den Führungsnachwuchs Gut, neue Firmen, die auch das bieten, was die anderen, bereits bestehenden ("me too") und nichts Besonderes leisten, werden nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Und Bücher, in denen auch nichts anderes steht als in denen, die wir schon kennen, haben ebenfalls wenig Chancen, Bestseller zu werden. Was unterscheidet nun das neue Buch der beiden amerikanischen Managementtrainer und -berater von den vielen anderen? Die Autoren geben selbst die Antwort auf diese Frage: Es hat eine einzige Mission. Diese besteht darin, frischgebackenen Führungskräften dabei zu helfen, zu überleben. Byham und Wellins wenden sich ausschließlich an "First Time Leader" und "Frontline Leader". Letztere sind Führungskräfte, die Menschen führen, die nicht selbst Führungskräfte sind. Und in diesem Buch bekommen sie ganz konkrete und praxistaugliche Hilfestellungen, wie sie die Herausforderungen ihres Führungsalltags meistern können. Der Inhalt des Buches ist keine theoretischen Quacksalberei, sondern basiert auf einem beispiellosen Erfahrungsschatz. Die Firma, für welche die beiden Autoren tätig sind, hat in den vergangenen 40 Jahren rund 250.000 Führungskräfte ausgebildet. Die Autoren behaupten, dass sie mit harten Fakten (Erfolge in den Firmen) belegen können, dass ihre Methode bzw. ihre "Leadership-Prinzipien" funktionieren. Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist mit dem Titel "Katalytische Mitarbeiterführung" überschrieben. Darin geht es um die Grundlagen der Arbeit einer Führungskraft. Unter einer "katalytischen Führungskraft" verstehen die Autoren einen Vorgesetzten, der seine wesentliche Aufgabe darin sieht, seine Mitarbeiter dabei zu unterstützten, dass sie ihr volles Potenzial zur Entfaltung bringen können. Man kann es auch so sagen: Die wichtigste Aufgabe einer Führungskraft besteht darin, anderen dabei zu helfen, dass sie Erfolgserlebnisse erfahren können. Ein unprätentiöses Buch aus der Praxis für die Praxis Im zweiten Teil des Buches mit der Überschrift "Leadership-Skills und die Skills der Profis" werden die Schlüsselfertigkeiten einer Führungskraft genauer unter die Lupe genommen. Hier geht es dann ans Eingemachte. Die Kapitel heißen zum Beispiel "Was Ihr Chef wirklich von Ihnen will", "Grundregeln des Feedbacks", "Delegieren", "Der Umgang mit schwierigen Mitarbeitersituationen" oder "Sie und Ihr Netzwerk". Auch auf die besondere Herausforderungen der weiblichen Führungskraft gehen die Autoren ein ("Seien Sie `Herr der Lage´"). Roter-Reiter-Fazit: Was an dem Buch "Führungskraft - was nun?" besonders gefällt, sind zwei Dinge: Es ist im besten Sinne absolut unprätentiös und einzig und allein geprägt von dem Willen der Autoren, den jungen Führungskräften dabei zu helfen, ihre neuen Aufgaben zu meistern. Und zum anderen gefällt der Ansatz, den Byham und Wellins "katalytisch" nennen: Danach besteht die wichtigste Aufgabe einer Führungskraft darin, Mitarbeitern Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Ein kluges und hilfreiches Buch aus der Praxis für die Praxis. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Tacy M. Byham, Richard S. Wellins: Führungskraft - was nun? Erfolgreich führen vom ersten Tag an. books4success, 375 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703573 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament & Co. - so geht´s! Okay, ich geb´s zu, ich hab noch keinen einzigen Satz zu Papier gebracht. Obwohl ich es mir schon so oft vorgenommen habe und das Schreiben ja eigentlich auch mein Beruf ist. Aber dann wusste ich nicht, was genau ich schreiben sollte und außerdem hatte ich auch gerade wieder etwas anderes zu tun. Und wenn ich dann doch mal Zeit und Gelegenheit gehabt hätte, hab ich gerade nicht daran gedacht. Typischer Fall von Prokrastination, was übrigens keine Krankheit, sondern ein anderes Wort für Aufschieberitis ist. Ich rede von Sachen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament und einigen Dokumenten mehr. Betrifft jeden, und eigentlich wissen auch die meisten, dass es unheimlich wichtig ist, diese Schriftstücke zu verfassen und zu hinterlegen. Denn seien wir ehrlich: Es kann uns jederzeit treffen. Wir gehen aus dem Haus, und bumm, wir werden über den Haufen gefahren oder ein Ziegelstein fällt uns auf den Kopf. Ach was, wir müssen nicht einmal das Haus verlassen: Treppe runtergefallen, liegen geblieben, Schädelhirntrauma. Und dann? Was sollen die Ärzte tun? Alles mögliche, um das Leben zu erhalten, auch wenn man vielleicht jahrelang im Wachkoma liegt? Wer soll entscheiden, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen? Und wenn ich dann das Zeitliche gesegnet habe, wer soll mein Erbe antreten und wer soll möglichst wenig bekommen? Das sind alles Fragen, die man beizeiten klären und für den Fall der Fälle schriftlich dokumentieren sollte. Und zwar möglichst bald. Für alle, denen es so geht wie mir, hält der Linde-Verlag ein paar Ratgeber bereit, die zum einen kompetent und verständlich in die verschiedenen Themen einführen und die zum anderen auch ganz konkrete Mustertexte beinhalten, die einem bei der Formulierung eigener Texte eine große Hilfe sind. Buchtipp 1: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht Da ist zum einen das Buch „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ der auf dieses Gebiet spezialisierten Fachanwälte Wolfgang Roth, Sven Klinger, Joachim Mohr und Johannes Schulte*. Das mit rund 130 Seiten recht kurz gehaltene Buch gibt in leicht verständlicher und unaufgeregter Sprache einen guten ersten Einblick darauf, worauf man beim Verfassen einer Patientenverfügung, einer Vorsorgevollmacht, einer Betreuungsverfügung und des sogenannten Grundvertrags unbedingt achten sollte und welche Fehler es zu vermeiden gilt. Auch was die Hinterlegung oder Aufbewahrung dieser Dokumente betrifft – die besten Verfügungen und Vollmachten sind nichts wert, wenn man sie im Ernstfall nicht findet -, enthält das Buch wertvolle Hinweise. Buchtipp 2: Der Vorsorgeplaner Das zweite Buch, was ich Ihnen empfehlen möchte, ist „Der Vorsorgeplaner“ der Fachanwälte Armin Abele, Klaus Becker, Thomas Maulbetsch und Wolfgang Roth**. In diesem Ratgeber im Überformat (DIN A4) werden Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Bestattungsverfügung, Sorgerechtsverfügung, Testament und noch einige Dinge mehr behandelt. Auf den ersten knapp 120 Seiten des im Überformat erschienenen Buches (DIN A4) erläutern die Autoren die verschiedenen Arten der Dokumente und gehen detailliert auf die Besonderheiten und Hintergründe ein. Daran schließt sich ein ausführlicher, über 60 Seiten umfassender Abschnitt mit Mustertexten an, die sich an den ganz individuellen Lebensverhältnissen der Menschen orientieren (Single, Alleinerziehende, Ehepaar etc.). Auch verschiedene Benachrichtigungen über das Ableben eines Angehörigen wie zum Beispiel an Versicherungsgesellschaften oder Kreditinstitute werden hier exemplarisch abgebildet. Den Abschluss des Buches bilden ein Tabellenteil zum Thema Erbschaft sowie ein Kapitel mit nützlichen Adressen und Links zur weiteren Vertiefung der Thematik. Buchtipp 3: Erben, vererben und vermachen Im dritten Buch meiner Empfehlungsliste geht es speziell um das große Thema Erben und Vererben. Das Buch trägt denn auch wenig überraschend den Titel „Erben, vererben und vermachen“ und stammt aus den Computern der beiden Rechtsanwältinnen und Journalistinnen Sigrid Born und Nicole Würth***. Beide sind übrigens gemeinsam Preisträgerinnen des Deutschen Anwaltsvereins 2015 und des Reginopreises für herausragende Justizberichterstattung im Jahr 2014. Mit anderen Worten: Die beiden Autorinnen verstehen nicht nur etwas von der Materie, sondern können auch noch schreiben – keine Selbstverständlichkeit für Juristen. Das Buch behandelt sämtliche Aspekte, die rund um das Thema Erben und Vererben von Bedeutung sind. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen – nicht nur aus Sicht des Erblassers, sondern auch aus der Sicht des bzw. der Erben. Auch das Thema „Stiftung“ als Alternative zum Vererben – etwa in Form der Familienstiftung - wird auf mehreren Seiten verständlich dargestellt.  Hilfreich auch die Checkliste am Ende des Buches, die dem Erblasser sowie dem/den Erben hilft, einen Überblick über die Bankkonten, Versicherungen, (Kredit-) Verträge, Immobilien, Abonnements, Mitgliedschaften etc. des Erblassers zu erhalten. Wichtig unter anderem auch deshalb, weil insbesondere (Lebens-) Versicherungen unverzüglich über das Ableben des Versicherten informiert werden wollen. Roter-Reiter-Fazit: Diese Bücher gehören in jeden Haushalt. Und sollten dort nicht nur im Regal stehen, sondern tatsächlich auch als Arbeits- und Formulierungsgrundlage dienen. Ich jedenfalls werde das Verfassen dieser wichtigen Dokumente jetzt nicht mehr weiter auf die lange Bank schieben. Dank dieser hilfreichen Ratgeber aus dem Linde-Verlag weiß ich ja jetzt auch, wie´s geht. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de *Wolfgang Roth, Sven Klinger, Joachim Mohr, Johannes Schulte: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Was Ärzte und Bevollmächtigte für Sie in einem Notfall tun sollten. Linde, 134 Seiten, 12,90 Euro, ISBN: 3709306167 ** Armin Abele, Klaus Becker, Thomas Maulbetsch, Wolfgang Roth: Der Vorsorgeplaner. Wie Sie durch Vollmachten, Verfügungen und Testamente für den Krankheits-, Pflege- und Erbfall vorsorgen. Linde, 192 Seiten, 12,90 Euro, ISBN: 3709306213 *** Sigrid Born, Nicole Würth: Erben, vererben und vermachen. Erbfolge - Testament - Pflichtteil - Schenkung - Erbengemeinschaften - Steuern - Die besten Tipps. Linde, 163, 12,90 Euro ISBN: 3709306175 ### Gründen ja. Aber mit Verstand! Ein Klassiker unter den Gründungsratgebern, immer wieder aktualisiert. Das handliche Taschenbuch mit übersichtlichen 200 Seiten gibt Gründern einen schnellen Überblick über die wichtigsten Fragen, die sich ihnen im Laufe der Gründung zwangsläufig stellen werden. Andreas Lutz und Monika Schuch schneiden alle wichtigen Themen an und liefern stichpunktartig die wichtigsten Informationen. Es geht weniger darum, die richtigen Antworten zu wissen, als darum, die richtigen Fragen zu kennen Zielgruppe des Buches sind Leute, die sich mit dem Gedanken tragen zu gründen und noch dabei sind, die Fürs und Widers gegeneinander abzuwägen. Deshalb ist es auch in Ordnung, in einem Buch von der Business-Strategie bis zur Frage der steuerlichen Behandlung eines Firmenfahrzeugs alle erdenklichen Fragen aufzuwerfen. Es geht in diesem Stadium weniger darum, auf alles eine perfekte Antwort zu haben. Viel wichtiger ist es, zu erfahren, dass Fragen wie die der Wahl einer Gesellschaftsform beantwortet werden müssen und dass Liquidität und ein entsprechender Liquiditätsplan am Ende über Wohl und Wehe des Unternehmens entscheiden. Für Fintecs wie für kleine Läden Natürlich macht es einen riesigen Unterschied, ob ich ein Fintec-Unternehmen mit 500.000 Startkapital gründen will, oder eine Web-Agentur, die mit einem Kunden aus der angestellten Zeit starten kann. Es hat sich aber gezeigt, dass für Gründungen mit sechsstelligen Fundings zumindest am Anfang die gleichen Gesetze gelten. Die Idee muss stimmen, es braucht einen Markt, und das Produkt muss mehr einbringen, als es kostet. Insofern liefern die beiden Autoren Andreas Lutz und Monika Scheuch einen guten Schnupperkurs in Sachen Selbstständigkeit an. Und dann heißt es: starten und erfahren, dass es erstens anders kommt, und zweitens, als man denkt. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Andreas Lutz, Monika Schuch: Existenzgründung. Was Sie wirklich wissen müssen. Die 50 wichtigsten Fragen und Antworten. Linde, 207 Seiten, 12,90 Euro, ISBN: 3709305977 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen!   ### Warum einfach, wenn´s auch kompliziert (oder komplex) geht? Blicken Sie auch manchmal nicht mehr durch? Oder sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr? Oder leiden Sie öfter an Kopfschmerzen, weil Sie sich vor lauter Alternativen und Wahlmöglichkeiten gar nicht entscheiden können? Ja, die Welt und unser Leben sind ziemlich komplex geworden. War vielleicht immer schon so, aber gefühlt wird es jedes Jahr schlimmer, oder? Die Frage ist: Was tun? Komplexität reduzieren? Geht nicht! Aber was anderes, das geht. Komplexität reduzieren, sagen die einen. Quatsch, sagen die anderen. zu den Letzteren zählt Michael Groß, der frühere Weltklasseschwimmer und Olympiasieger (der "Albatros") und heutige Unternehmer und Berater. Komplexität, sagt er, läßt sich nicht reduzieren. Was aber geht, ist, Komplexität zu beherrschen. Und wie das geht, das beschreibt Groß in seinem groß-artigen (Sorry für den Kalauer, aber den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen) Buch „Einfach Machen“. Untertitel: „Wie Komplexität beherrschbar und Leben erfolgreicher wird“. Der Schlüssel liegt im „Googelsieren“. Noch nie gehört das Wort? Ist ja auch eine Neuschöpfung von Groß himself. Im Prinzip bedeutet es nichts anderes als „Vereinfachung“, genauso wie Google aus der unendlichen Vielfalt und Mehrdeutigkeit an Daten und Informationen das Wichtigste destilliert und damit für uns nutzbar macht. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen, schlägt Groß vor. Stattdessen aber tun wir oft das Gegenteil. „Der moderne Mensch“, schreibt er, „neigt dazu, sein Leben komplexer zu machen, als es ist.“ Motto: Warum einfach, wenn´s auch kompliziert (oder komplex) geht?! Das Ergebnis: Wir erleben Komplexität in der Regel als Bedrohung, zumindest aber als Last, die schwer auf unseren Schultern liegt. Einfachheit ergibt sich durch den meisterhaften Umgang mit Komplexität Das muss nicht sein, sagt Groß. Er will uns mit seinem Buch helfen, Komplexität als „Chance für die eigene Entwicklung“ zu sehen und zu nutzen. Um dies erfolgreich hinzukriegen, gibt er uns eine ganze Reihe von Empfehlungen an die Hand. Hier nur für den ersten Eindruck eine unvollständige Liste: Sortieren und gewichten Mut zur (Informations- oder Wissens-) Lücke Stärken richtig einsetzen Schnell und klar entscheiden Multitasking begrenzen Weniger (ver-) planen Sich inspirieren lassen Locker bleiben Nicht alles ist neu, aber diesen Anspruch auf umfassende Originalität erhebt Groß auch gar nicht. Auch sind nicht alle seine Instrumente und Methoden für jeden passend. Macht aber gar nichts. Denn es kommt darauf an, seinen eigenen Weg zu finden, seine ganz persönlich empfundene Komplexität zu beherrschen. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern das muss man lernen und üben, genau wie bei einem Musikinstrument. „Einfachheit“, diesen Satz von Steve Jobs hat Groß seinem Buch vorangestellt, „ergibt sich nicht durch das Ignorieren von Komplexität, sondern durch den meisterhaften Umgang damit.“ Und Meister, das lernt jedes Kind, fallen nun einmal nicht vom Himmel. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Roter-Reiter-Fazit: Einfach Lesen! Das Buch „Einfach Machen!“ von Michael Groß ist eine hilfreiche Inspirationsquelle, wie wir mit der zunehmenden Komplexität in unserem Leben fertig werden können. Michael Groß: Einfach Machen. Wie Komplexität beherrschbar und Leben erfolgreicher wird. Redline, 284 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868816283 Dieses Buch jetzt beim Managegemtbuch.de bestellen! ### Die fiesen Tricks der Finanzindustrie - und was wir dagegen tun können "Warum wird man Versicherungsvertreter?“ fragte vor Jahren der legendäre heute-journal-Moderator Wolf von Lojewski und gab sich sogleich selbst die Antwort: „Weil man das tiefe Bedürfnis hat, Gutes zu tun.“ Es folgte ein TV-Beitrag über die Tricks und die nicht immer ganz astreinen Methoden der Versicherungswirtschaft bei der Neukundenakquise und der Schadensregulierung. Von Lojewskis Anmoderation des Beitrags entpuppte sich als pure Ironie. Spitze! Ja, die Unternehmen der Versicherungsbranche stehen in weiten Teilen der Bevölkerung in keinem guten Ruf. Und doch haben viele Menschen Versicherungen. Viele Versicherungen sogar. Viel zu viele Versicherungen. Und andere Finanzprodukte auch. Wie Banken und Versicherungen uns das Geld aus der Tasche ziehen Sagt zumindest André Schulz, und er tut dies in seinem neuen Buch „Die Geldlüge. Wie die Finanzindustrie Sie heimlich manipuliert, und wie Sie finanziell wirklich unabhängig werden“.* Schulz ist ein ehemaliger Banker und kennt sich mit Geld aus. Und ebenso kennt er die Tricks der Finanzbranche und weiß, wie Versicherungen und Banken uns Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen. Und zwar für Produkte, die niemand braucht oder die zumindest von zweifelhaften Nutzen für die Kunden sind. Eins ist sicher: In diesem Leben werden Schulz und die Finanzindustrie keine Freunde mehr. Viele Versicherungen und andere Finanzprodukte nützen einzig und allein dem Berater, der sie uns verkauft. Oft sind es dieselben uralten Tricks, die uns verführen sollen, ein Finanzprodukt zu kaufen. Motto: Warum etwas ändern, wenn es noch immer funktioniert? Zuerst wird uns ein mögliches Horroszenario in der Zukunft geschildert. Etwas sehr Schlimmes kann passieren: unser Haus brennt ab, wir verarmen im Alter, aufgrund eines Unfalls können wir unseren Beruf nicht mehr ausüben, unser böser Nachbar überzieht uns mit Rechtstreitigkeiten, wir sterben und, und, und. Doch zum Glück gibt es ja unsere Freunde in den Versicherungsgesellschaften und Kreditinstituten mit ihren tollen Finanzprodukten und schon sind wir gerettet. Wir müssen nur noch unterschreiben. Vieles von dem braucht kein Mensch, sagt Schulz. Dabei scheut er auch vor beliebten Klassikern nicht zurück. Bespiel Bausparvertrag. Dazu schreibt er in schöner Pointiertheit: „Kein Mensch braucht einen Bausparvertrag – es sei denn, man hat im Wohnzimmer eine leere Wand, um dort die Bausparurkunde aufzuhängen.“ (Okay, unter Umständen, fügt er hinzu, kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein, aber das hängt immer vom Einzelfall ab.) Fazit: Die meisten von uns haben viel zu viele Finanzprodukte im Koffer. Vor allem Versicherungen. Oft wissen wir schon gar nicht mehr, was wir uns alles haben aufschwatzen lassen. Zur Strafe bezahlen wir jetzt regelmäßig viel Geld für Finanzprodukte, die wir gar nicht brauchen. Das Geld können wir auch direkt zum Fenster hinaus werfen, da freuen sich wenigstens unsere Nachbarn. Höchste Zeit also, hier mal gründlich auszumisten. Bücher wie das von André Schulz helfen uns dabei. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de *André Schulz: Die Geldlüge. Wie die Finanzindustrie Sie heimlich manipuliert, und wie Sie finanziell wirklich unabhängig werden. Ariston, 270 Seiten, 18,99 Euro, ISBN: 3424201510 ### Die vier Disziplinen der Umsetzung Wer kennt das nicht: zweitägiges Führungskräftemeeting am Tegernsee oder einem anderen schönen Plätzchen in Deutschland und Umgebung, am Ende Verabschiedung einer neuen, grandiosen Strategie, mit der man der Konkurrenz zeigen wird, wo der Hammer hängt, gegenseitiges Schulterklopfen des Managements, Kommunikation der Ergebnisse an die Mannschaft inklusive Betonung, wie wichtig diese neue Strategie für die Zukunft des Unternehmens und auch für jeden einzelnen Arbeitsplatz ist, und dann passiert – nichts. Denn da ist ja noch das Tagesgeschäft, und schon allein um das am Laufen zu halten, hat jeder jede Menge zu tun. Wie soll man sich da zusätzlich noch um die neue Strategie kümmern? „Der wahre Feind der Umsetzung ist unser Tagesgeschäft“, schreiben die Autoren des Buches Die 4 Disziplinen der Umsetzung*. Das Problem in unseren Unternehmen sind nicht fehlende Strategien. Davon gibt es genug. Das Problem ist in erster Linie die Umsetzung. Wenn es um die Umsetzung der Strategie steht, dann sieht es schlecht aus. Denn im Arbeitsalltag werden fast immer zuerst die Dinge gemacht, die dringend sind, und wenn dann noch Zeit ist, kümmert man sich um die Dinge, die wichtig sind. Nur: Es ist fast nie noch Zeit übrig. Und das ist dann der langsame Tod der Strategie. Die alles entscheidende Frage also lautet: Wie kann man es schaffen, trotz der Hektik und der Zwänge des Tagesgeschäfts eine für gut und wichtig befundene Strategie umzusetzen? Leichter gesagt als getan Genau darum geht´s in dem bereits angesprochenen Buch. Untertitel des Werks: „Strategien sicher umsetzen und Ziele erfolgreich erreichen“. Die Autoren fragen also nicht, wie man die beste Strategie findet, sondern kümmern sich ausschließlich um die Frage, was man tun muss, damit beschlossene und verabschiedete Strategien nicht im Sande verlaufen. In jahrelanger Beratungs- und Forschungsarbeit haben sie die vier Disziplinen der Umsetzung gefunden, die ihrem Buch den Titel geben. Es handelt sich dabei um keine Raketenwissenschaft, sondern um recht einfache Mittel. Die Herausforderung besteht einfach daran, sich im Arbeitsalltag auch daran zu halten. Diese Disziplinen lauten: Auf das absolut Wichtige fokussieren! Wer sich zu viele Ziele setzt und zu viel auf einmal erreichen will, läuft Gefahr, sich zu verzetteln und damit gar nichts richtig zu erreichen. Arbeiten Sie an den Frühindikatoren! Das sind die Maßnahmen und Handlungen, die dafür sorgen, dass die Ziele erreicht werden. Frühindikatoren sind keine Ergebniskennzahlen, sondern beeinflussen sie. Pflegen Sie ein motivierendes Scoreboard! Hier geht es darum, dass jeder im Team permanent weiß, wie weit man bereits auf dem Weg der Zielerreichung ist. Es ist sozusagen die Wasserstandsmeldung. Banales Beispiel aus dem Privatleben: Sie haben sich vorgenommen, innerhalb von zwei Monaten 5 kg Gewicht zu verlieren. Sie steigen einmal pro Woche auf die Waage, um den Fortschritt zu messen. Halten Sie sich regelmäßig gegenseitig verantwortlich! Um ein Ziel zu erreichen, muss jeder einen Beitrag leisten. Und jeder muss wissen, wie dieser Beitrag ganz konkret aussieht. In regelmäßigen Abständen, am besten in wöchentlichen kurzen Meetings, wird abgefragt, ob jeder noch auf Kurs ist. Klingt gar nicht so schwierig. Ist es auch nicht. Man muss es nur tun. Konsequent und diszipliniert. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de *Sean Covey, Chris McChesney, Jim Huling, Andreas Maron: Die 4 Disziplinen der Umsetzung. Strategien sicher umsetzen und Ziele erfolgreich erreichen. Redline. 398 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3868816224 ### Die zehn wichtigsten Führungsprinzipien für alle Führen ist zugleich eines der wichtigsten und eines der schwierigsten Dinge. Wichtig, weil ums Führen keiner von uns herumkommt – spätestens dann nämlich, wenn es darum geht, sein eigenes Leben zu führen. Und schwierig, weil man Führen nicht von allein lernt, so wie Laufen oder auf dem Sofa liegen und Fußball gucken. Führen muss man lernen, und wenn man es einigermaßen kann, bekommt man manchmal einen Schein, einen „Führer-Schein“. Oder man bekommt ein Team, das man führen darf (oder soll), oder sogar eine ganze Firma. Dann ist man der Geschäfts-Führer. Das ist dann so richtig schwierig. Worauf es bei Führung wirklich ankommt Wie gut, dass es Menschen wie Andreas Buhr gibt. Denn Buhr kennt sich mit Führen aus. Der Berater, Speaker und Unternehmer gilt als einer der renommiertesten Experten für dieses Thema. Und weil Führen etwas ist, was man lernen muss, brauchen wir Menschen wie ihn, die uns helfen, gute Führungskräfte zu werden. Gerade hat Andreas Buhr ein neues Buch* geschrieben. Es heißt schlicht und ergreifend „Führungsprinzipien“.  Untertitel:  „Worauf es bei Führung wirklich ankommt“. Das hört sich gut an, denn genau das wollen wir ja wissen. Und dies sind die zehn Führungsprinzipien des Andreas Buhr: Fokussieren Sie sich auf die wesentliche Dinge! Verzetteln Sie sich nicht, indem Sie immer wieder etwas Neues anfangen oder versuchen, in mehreren Töpfen zu rühren. Dabei kommen selten Spitzenleistungen heraus. Handeln Sie zuverlässig als Vorbild! Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihnen. Im Guten wie im Schlechten. Ihr Handeln ist ein Muster für das Handeln Ihrer Mitarbeiter. Sie sind Vorbild, ob sie wollen oder nicht. Also versuchen Sie, ein gutes Vorbild zu sein. Täglich! Verfolgen Sie die richtigen, von Werten geprägte Ziele. Definieren und kommunizieren Sie Ihre Ziele. Ihre Ziele müssen sich an Ihren Werten orientieren, also zum Beispiel Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit, Seriosität. Trainieren Sie Ihr Entscheider-Gen! Entscheidungen brauchen Mut, da sie sich immer erst im Nachhinein als richtig oder falsch erweisen. Diese Entscheidungsfreudigkeit läßt sich trainieren. Tun Sie es! Stellen Sie den Menschen ins Zentrum Ihres Handelns! Wer das Richtige tut und den Menschen, sei es Mitarbeiter, Bewerber oder Kunde, in den Mittelpunkt stellt, dem folgt der materielle sowie der immaterielle Erfolg. Setzen Sie im Management das Richtige richtig um! Managen und optimieren Sie Arbeitsabläufe und Prozesse. Seien Sie ein Manager: Eignen Sie sich Techniken an, Dinge zu regeln, Vorgänge zu bearbeiten, zu delegieren, zu kontrollieren. Führen Sie mit Werten zu mehr Leistung und besseren Ergebnissen! Andere erfolgreich machen – das ist ein Hauptmerkmal guter Führung. Ermöglichen Sie es Ihren Mitarbeitern, Erfolgserlebnisse zu erleben und feiern Sie sie gemeinsam mit ihnen. Entwickeln Sie Ihren Wow!-Faktor! Hier geht es um die drei „F“ Feuer, Fähigkeiten und Fakten. Überragende Ergebnisse erzielen Sie dann, wenn das Feuer der Leidenschaft Sie antreibt, die Fakten der (Arbeits-) Umgebung stimmen und Sie die Fähigkeit zur Leistung haben. Arbeiten Sie daran und entwickeln Sie sich weiter. Denken Sie daran: Sie sind das Vorbild. Erhöhen Sie Umsatz und Gewinn mit Verstand und Sinn! Gewinnstreben ist gut, aber Gewinn erzielen um jeden Preis ist es nicht. Fokussieren Sie sich auf die Entwicklung und das Angebot von Produkten und Dienstleistungen, die das Leben der Menschen verbessern. Nicht jeder vermeintlich gute Deal ist ein gutes Geschäft. Nutzen Sie die Weisheit der Vielen! Hören Sie Ihren Mitarbeitern und Kunden zu, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erfahren und neue Potenziale und Chancen zu erschließen. Knüpfen Sie Netzwerke zu Mentoren und Intelligenzzirkel und tauschen Sie sich mit anderen aus. Neue technischen Möglichkeiten helfen Ihnen dabei. Soweit die zehn Führungsprinzipien des Andreas Buhr. Ein elftes Prinzip sollte man noch hinzufügen: Fragen Sie sich regelmäßig, ob Sie in Bezug auf diese Prinzipien noch auf Kurs liegen. Falls nicht: Steuern Sie nach, damit die Richtung wieder stimmt. Und denken Sie daran: Im Management und als Führungskraft ist man nie fertig. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de *Andreas Buhr: Führungsprinzipien. Worauf es bei Führung wirklich ankommt. Gabal, 159 Seiten, 19,90 Euro ISBN: 3869367024 ### Der Mörder ist immer der Unternehmer - oder? Preisfrage: Wie viele Spielfilme, TV-Serien oder Fernseh-Dokumentationen kennen Sie, in denen der Unternehmer als Held, als Weltverbesserer, als Menschenfreund, als Muster an Integrität, kurz  als Vorbild für unsere Kinder dargestellt wird? Da müssen Sie jetzt erst einmal überlegen? Und auch nach längerem Nachdenken fällt Ihnen kein Beispiel ein? Das wundert mich nicht: Wann immer ein Unternehmer – zur Not tut´s auch ein angestellter Manager – in einem Film auftaucht, ist er immer der Böse. Oder fast immer. Vielleicht nicht gerade der Mörder, aber auf jeden Fall ein durch und durch verdorbener und unmoralischer Vertreter der Gattung Mensch mit den Merkmalen skrupellos, halbseiden, korrupt, menschenverachtend, ausbeuterisch, narzistisch, herablassend und von Selbstüberschätzung geprägt. Wundert es Sie, dass der Unternehmer ein so schlechtes Image in der Bevölkerung hat? Unternehmer werden: Warum tut man sich das an? Mal ganz unter uns: Muss man nicht mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um eine Firma zu gründen und Unternehmer zu werden. Erst vor kurzem habe ich hier an dieser Stelle den amerikanischen Seriengründer, Unternehmer und Bestsellerautor Robert T. Kiyosak zitiert. Der hat die Unternehmensgründung mit einem Sprung aus dem mehrere tausend Meter über dem Erdboden fliegenden Flugzeug verglichen, und zwar ohne Fallschirm. Rund 99 Prozent der Firmengründungen scheitern innerhalb der ersten zehn Jahre. Doch damit nicht genug: Dazu kommt auch noch das schlechte Image, mit dem man sich herumschlagen muss. Warum also tut man sich so etwas an? „Muss man wahnsinnig sein, um in Europa heute noch Unternehmer zu werden? Oder waren Unternehmer immer schon die Wahnsinnigeren?“, fragt der Wirtschaftsphilosoph Rahim Taghizadegan in seinem neuen Buch "Helden, Schurken, Visionäre". Klare Antwort: Natürlich muss man ein Stückchen wahnsinning, verrückt, tollkühn sein. Eine Firma gründen und Unternehmer sein ist eine Expedition mit ungewissem Ausgang. Dass man mit der besten Ausrüstung und in guter körperlicher und seelischer Verfassung diese Reise antreten sollte, versteht sich wohl von selbst. Und dass man ein paar Leute mitnimmt, auf die man sich verlassen kann und von denen jeder einen guten Teil dazu beitragen kann, dass man sein Ziel erreicht, auch. Aber trotzdem kann auf diesem Weg viel schief gehen. Weil man nicht alles planen kann, weil einfach eine Menge dazwischen kommen kann. Unternehmer-Mission: Das Leben der Menschen besser machen Meine Meinung: Das schlechte Image muss man einfach aushalten können. Das kommt sozusagen noch als zusätzlicher Ballast mit ins Gepäck. Das war übrigens schon (fast) immer so, wie Taghizadegan in seinem Buch aufzeigt. Wenn man eine Zeitmaschine hätte und damit in die Vergangenheit reisen würde, dann würde man feststellen, dass der Unternehmer oder Entrepreneur auch in früheren Epochen meistens als (Glück-) Ritter, Krieger oder Pirat galt und von der Bevölkerung mehr gefürchtet als geliebt war. Der Unterschied zur Gegenwart besteht darin, dass es heute um „Beutemachen ohne Blutvergießen“ geht. Es gibt aber natürlich auch Ausnahmen, es gibt positive Beispiele. In Deutschland sind dies heute zum Beispiel Götz Werner, Gründer der Drogerie dm, oder sein Kollege und Konkurrent Dirk Rossmann. Weltweit trohnt noch immer über allem der iGod Steve Jobs, der Gründer und langjährige CEO von Apple. Man kann hier sicher noch ein paar Namen mehr nennen. Was ist diesen Unternehmern, zu denen die Welt aufblickt oder die doch zumindest über eine hervorragende Reputation verfügen, gemein? Ich denke vor allem dies: Sie wollen oder wollten ihren Beitrag leisten, die Welt bzw. das Leben der Menschen besser zu machen. Sie sind nicht darauf aus, mal schnell einen Euro oder Dollar zu verdienen oder auch ein paar Millionen oder Milliarden Euro oder Dollar. Sondern diese Vorzeigeunternehmer werden von der Mission getrieben, die Welt zu verbessern. Dafür brennen sie und dafür leben sie. Und dass sie dafür belohnt werden, indem wir ihre Produkte kaufen, ist doch nur gerecht, oder? Damian Sicking, www. Roter-Reiter.de Bei den beiden im Text zitierten Büchern handelt es sich zum einen um das Buch „Bevor du deinen Job kündigst…10 praktische Lektionen für Gründer, um ein Millionen-Business aufzubauen" von Robert T. Kiyosaki (mehr Infos und Bestellmöglichkeit gibt es hier) sowie um das Buch "Helden, Schurken, Visionäre. Entrepreneure waren gestern – jetzt kommen die Contrepreneure" von Rahim Taghizadegan (mehr Infos und Bestellmöglichkeit gibt es hier).   ### Auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Verkaufs Warum kaufen wir dieses und nicht jenes? Warum kaufen wir überhaupt und wann nicht? Was liegt hinter unseren Kaufentscheidungen? Was muss passieren, damit aus Nichtkäufern Käufer werden? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Legionen von Vertriebs- und Marketingleitern, Verkaufstrainern und Autoren von Ratgeberbüchern. Auch die Mitglieder des „Club 55“ sind dem Geheimnis des ultimativen Verkaufserfolgs auf der Spur. Und das bereits seit vielen Jahren. Die Erfolgsgeheimnisse von Europas Verkäuferelite Der Club 55 ist eine Gemeinschaft von Verkaufs- und Marketingexperten in Europa und besteht bereits seit 1959. Wer in diesen exklusiven Kreis aufgenommen werden will, muss bestimmte Kriterien erfüllen und von mindestens zwei bestehenden Mitgliedern empfohlen werden. Derzeit gehören diesem elitären Zirkel unter anderem Erich-Norbert Detroy, Hans-Uwe L. Köhler, Martin Limbeck, Frank Scheelen, Stephan Heinrich und Gregor Staub an. Alles Menschen, die seit Jahren von der Suche nach dem Heiligen Gral des Verkaufs getrieben werden. Ein "Must Read" für alle Vertrieb- und Marketingleiter Jetzt liegen die bisherigen Expeditionsergebnisse der vielleicht besten Verkaufsexperten Europas zum ersten Mal in gedruckter Form vor. Wir dürfen vorstellen: „Sales Code. Die Erfolgsgeheimnisse von Europas Verkäufer-Elite.“ Das Buch mit insgesamt über 460 Seiten wird herausgegeben von Michael Ehlers und Guglielmo Imbimbo, beide Mitglied im Club 55. Quasi zur Verstärkung haben Sie sich zahlreiche Mitstreiter aus ihrem Club gesucht, um gemeinsam diesen „Leitfaden zum Verkaufserfolg“ (Klappentext) zu schreiben. Herausgekommen ist ein spannendes Buch, das insgesamt 55 Erfolgsaspekte des Verkaufs beleuchtet. Dabei geht es unter anderem um die Persönlichkeit des Verkäufers, um den Verkauf im Zeitalter der digitalen Transformation, um die Bedeutung des Beziehungsmanagements, natürlich auch um die Wichtigkeit von Datenpflege, Vorbereitung und Akquise und um jede Menge Kompetenzen (Kommunikations-, Verhandlungs, Präsentations- und Abschlusskompetenz). Kurz und gut: Wir haben es hier, wie die beiden Herausgeber im Vorwort nicht ohne Stolz schreiben, mit einem „kanonischen Werk“ zu tun, „das sich mit allen Aspekten des modernen Verkaufens befasst“. Roter-Reiter-Fazit: Dieses Buch ist ein „Must Read“ für jeden, der im Verkauf oder im Marketing an verantwortlicher Stelle steht. Punkt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Ehlers, Guglielmo Imbimbo: Sales Code. Die Erfolgsgeheimnisse von Europas Verkäufer-Elite. Books4success, 464 Seiten, 55,00 Euro, ISBN: 3864703565 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Wirtschaft verkehrt: Wie wir uns gegenseitig die Butter vom Brot nehmen Dass in der Wirtschaft mit harten Bandagen gekämpft wird, weiß jedes Schulkind. Vor allem im Einkauf und Verkauf brennt oft die Luft. Sicher kennen auch Sie Sprüche wie diesen: „Wer die Hitze nicht aushält, sollte nicht am Herd stehen.“ Soll heißen: Man muss hart sein, tough sein, um in der Wirtschaft seinen Mann (oder seine Frau) stehen zu können. Einkäufer im Lebensmittelhandel zum Beispiel oder in der Automobilindustrie sind für ihre „Partner“ auf der anderen Seite des Schreibtisches die unangenehmsten Gesprächspartner auf dem gesamten Globus. Wer es mit diesen knüppelharten Verhandlungspartnern, von denen so mancher vor keinem noch miesen Trick zurückscheut, aufnehmen will, der muss aus ebenso hartem Holz geschnitzt sein und über eine weit überdurchschnittliche Frustrationstoleranz verfügen. Was ist schlecht daran, wenn man dem anderen die Butter vom Brot nimmt? Das war schon immer so. Aber es ist in den vergangenen Jahren noch viel schlimmer geworden. Sagt zumindest Kurt-Georg Scheible in seinem neuen Buch „Ausgereizt!“ Untertitel: „Wie wir uns gegenseitig die Butter vom Brot nehmen.“ Scheible spricht aus Erfahrung: Seine Eltern standen von früh bis spät in ihrem eigenen Lebensmittelladen und bekamen die Macht des sicher verändernden Marktes durch die Discounter und Supermärkte hautnah zu spüren. Scheible selbst arbeitet jahrelang in leitender Position bei einem Automobilzulieferer und erlebte die beinharten Verhandlungen mit den Kunden hautnah mit. Auch heute als Unternehmensberater hat er tiefe Einblicke in die Szene. Mit anderen Worten: Er weiß, wovon er spricht. Und das, was er sieht, gefällt ihm nicht. Ganz und gar nicht gefällt es ihm. Das rücksichtslose Gewinnstreben landet in der Sackgasse In weiten Teilen des wirtschaftlichen Lebens, klagt er an, hat sich „ein Handeln durchgesetzt, das vom rücksichtslosen Gewinnstreben angetrieben wird“. Was ihm vor allem gegen den Strich geht, ist das, was er „die vom Nutzen befreite Gewinnmaximierung“ nennt. Am Beispiel des Lebensmitteleinzelhandels, der Automobilbranche, der Selbstständigkeit, der Gesundheit, des Finanzwesens und des Gesundheitscoachings zeigt Scheible auf, wie sich die Grenzen im Vergleich zu früher verschoben haben und wie dabei moralische Werte immer geringer eingeschätzt werden. Die ganze Richtung ist falsch, sagt Scheible, wir befinden uns in einer Sackgasse, und irgendwann fahren wir gegen die Wand. Es sei denn, wir kehren um und schlagen einen anderen Weg ein. Aber welchen? Und wie? Scheible gesteht selbst, dass er keine Lösung für diese Fragen hat. Mit seinem Buch möchte er uns Leser zum Selberdenken, zum Weiterdenken und zum Suchen nach eigenen Lösungsansätzen ermuntern. Denn das Treiben der Bosse kann auch uns Verbrauchern nicht egal sein: Letzten Endes müssen wir uns mit schlechten Produkten herumschlagen, die wegen der „vom Nutzen befreiten Gewinnmaximierung“ der Industrie vom Band fallen. Roter-Reiter-Fazit: Mit seinem Buch „Ausgereizt!“ wirft Kurt-Georg Scheible einen informativen Blick hinter die glänzenden Fassaden unserer Unternehmen und Konzerne. Dass dort mit harten Bandagen gekämpft wird, war uns ja klar. Mit welchen miesen Tricks aber mitunter der Verhandlungspartner mürbe gemacht und über den Tisch gezogen werden soll, das ist erschreckend und widerlich. Auch wenn Scheible keine Lösung anbieten kann - es wäre zu wünschen, dass sein Buch die Diskussion darüber anstößt, wie wir aus dieser Sackgasse herauskommen. Damian Sicking, www. Roter-Reiter.de Kurt-Georg Scheible: Ausgereizt! Wie wir uns gegenseitig die Butter vom Brot nehmen. Gabal, 245 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869366966 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die Big-Data-Revolution: Schöne Grüße aus dem Knast! Das Gefängnis ist nicht gerade der Ort, an dem man sich gerne mit anderen verabredet. Ein Blind Date im Knast, wäre das was für Sie? Vermutlich nicht. Und dennoch: Wir alle leben dort, im Knast, und zwar in einem ganz besonderen. „Herzlich Willkommen im Datengefängnis!“ Das sage nicht ich, das sagt der Rhetoriktrainer und Bestsellerautor Michael Ehlers. Es ist natürlich eine Metapher. Mit dem „Gefängnis“ meint Ehlers eine Welt, aus der es kein Entkommen gibt. In diesem Fall ist es die Welt von Big Data, die Welt der Bits & Bytes, die Welt der digitalen 24/7-Big-Brother-Überwachung. Big Data: Eine Revolution wie die Erfindung des Buchdrucks Wir stehen am Beginn des Big-Data-Zeitalters, sagt Ehlers, wir erleben eine Revolution, in ihrer Bedeutung für unser Leben vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts und der Industrialisierung im 18. Jahrhundert. Diese „digitale Revolution“, schreibt Ehlers, hat unsere Art zu leben, zu lieben und einzukaufen bereits innerhalb kürzester Zeit komplett verändert und wird dies auch weiterhin tun. Vielen von uns ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass wir unsere Daten, unsere Vorlieben, unsere Gewohnheiten in der weltweiten Big-Data-Datenbank hinterlassen und dadurch für interessierte Geschäftemacher, Geheimdienste und andere Institutionen transparent und berechenbar werden. Diese Informationsrevolution ist aber nicht nur eine Bedrohung unserer Privatsphäre, sondern bietet auch vielfältigen Nutzen und macht unser Leben komfortabler und angenehmer. Wissen und Bildung, schreibt der Informatiker Patrick Schünemann im Vorwort zu Ehlers Buch, sind die einzig wirksamen Werkzeuge, um sich in der rasant wachsenden Digitalisierung zurechtzufinden und informierte Entscheidungen zu treffen. Den Gefägnisaufenthalt so angenehm wie möglich machen Und darum geht es Ehlers in seinem Buch. Er gibt uns einen leicht verständlichen und gut lesbaren Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand der „digitalen Revolution“ und wirft einen Blick darauf, was noch kommen wird. Dabei liegt sein Schwerpunkt eindeutig auf den Chancen und positiven Auswirkungen auf unser Leben. Aus dem „Datengefängnis“ gibt es kein Entrinnen, aber Ehlers möchte uns helfen, „den Gefängnisalltag so angenehmen wie möglich zu gestalten“. Dabei geht er unter anderem auf die „neue Art des Einkaufens“ ein, beleuchtet die innovativen Möglichkeiten der Partnerfindung („Flirten auf dem Klo“), skizziert die Veränderung in Bezug auf die Art und Weise, wie wir Geldgeschäfte machen, zeigt die Möglichkeiten auf, wie wir unsere Kinder besser schützen oder welche Chancen Big Data für die mittelständische Wirtschaft bietet. Roter-Reiter-Fazit: „Herzlich Willkommen im Datengefängnis“ von Michael Ehlers ist ein leicht lesbares und gut verständliches Buch für alle, die sich einen Überblick über den aktuellen Stand und die weitere Entwicklung der „digitalen Revolution“ und ihrer Bedeutung für unser Leben verschaffen wollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Ehlers: Herzlich willkommen im Datengefängnis. Wie wir zukünftig leben, lieben und einkaufen werden. books4success, 224 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703557 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Existenzgründung: Damit aus einer Idee ein Erfolg wird Es gibt wohl nur eine Sache, die für den weiteren Lebensweg folgenreicher ist als eine Unternehmensgründung: die Gründung einer eigenen Familie. Und weil die Konsequenzen für das eigene Leben – und nicht nur das eigene – so groß sind, sollten beide Schritte sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Leider geschieht das nicht immer. Im Falle der Familiengründung liegt dies womöglich auch daran, dass es hierfür kein entsprechendes Buch aus der „…für Dummies“-Reihe gibt. „Familiengründung für Dummies“ wäre noch ein Titel, der gut in die Reihe passen würde. Kommt hoffentlich noch. Was die Unternehmensgründung betrifft, gilt die Ausrede „Ich wusste es nicht besser, da es das Buch `Familiengründung für Dummies noch nicht gibt´ nicht: Bereits in der dritten, überarbeiteten und aktualisierten Auflage will das Buch „Existenzgründung für Dummies“ potenziellen Gründern den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern und sie dabei begleiten. Motto: Wir helfen Ihnen, dass aus Ihrer Idee ein Erfolg wird. Von der Geschäftsidee über Förderhilfen bis zur Mitarbeiterführung Das Buch der beiden selbstständigen Journalisten Steffi Sammet und Stefan Schwartz enthält alle Themen, die bei der Existenzgründung von Belang sind: angefangen von der Entscheidung, diesen wichtigen Schritt zu wagen, über die Geschäftsidee, den Business-Plan, Förderhilfen und Finanzierung, rechtliche Fragen bis hin zum Thema Mitarbeiter finden, binden und führen. Das alles in der für die „…für Dummies“-Reihe typischen leicht lesbaren und übersichtlichen Art und Weise. Alle Kapitel sind auch für sich verständlich und bauen nicht aufeinander auf. Prima auch der „Top-Ten-Teil“ mit den Abschnitten: Zehn Punkte, die Unternehmer regelmäßig checken müssen Zehn Fallen, in die Sie nicht tappen sollten Die zehn wichtigsten Internetadressen für Gründer. Praktische Hilfe für eine der wichtigste Entscheidungen des Lebens Hilfreich auch das Beispiel für eine erfolgreiche Unternehmensgründung am Ende des Buches. Auf der beiliegenden CD gibt es zudem jede Menge Checklisten sowie ein Beispiel für einen Businessplan, der auch im Buch selbst zu finden ist. Roter-Reiter-Fazit: Schritt für Schritt werden potenzielle Existenzgründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet, und das auf stets verständliche Art und Weise. Eine praktische Hilfe für die zweitwichtigste Entscheidung des Lebens. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Stefanie Sammet, Stefan Schwartz: Existenzgründung für Dummies.3. aktualisierte Auflage. Wiley-VCH, 349 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527712488 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Der Crash kommt - Wie Sie jetzt Ihr Geld in Sicherheit bringen Man hat geschuftet, gespart, geerbt, mit Erfolg an der Börse investiert, im Spielcasino eine Glückssträhne gehabt, in der Lotterie gewonnen oder auf andere legale Art und Weise etwas Geld beiseitegelegt. Und nun möchte man seinen Schatz natürlich so gut wie möglich versorgt wissen. Nicht, dass dem schönen Geld noch etwas zustößt, es sich womöglich verläuft oder gar in Luft auflöst. Erste Bürgerpflicht in dieser Situation: Man muss sein Geld schützen: vor dem Zugriff der Politik und ganz allgemein vor der bösen weiten Welt da draußen. In diesem Buch wird viel gelogen (aber anders, als Sie jetzt denken) Dabei helfen will Bestsellerautor und Finanzberater Michael Grandt mit seiner „Vorsorgemappe“. Untertitel: „So schützen Sie Ihr Vermögen. Die wichtigsten Praxis-Tipps.“ Grandt ist davon überzeugt, dass wir vor enorm schwierigen Zeiten stehen und alles verlieren können, wenn wir nicht aufpassen. Der große Crash wird kommen, das steht für Grandt fest. Die Frage ist nur wann. Es gibt auf dem Globus einfach zu viele Krisenherde und ungelöste Probleme. Der Euro in seiner jetzigen Form ist ein Auslaufmodell, wir werden eine Währungsreform erleben und eine „neue“ D-Mark. Sagen tut uns dies von politischer Seite natürlich niemand. Deshalb wird in diesem Buch auch viel gelogen und es steht auch jede Menge Unsinn darin (aber anders, als Sie jetzt denken). Da gibt es unter anderem die „Deutschland-profitiert-vom Euro-Lüge“, die „Schuldenlüge“, die „Wachstums-Lüge“ und die „Es-geht-uns-gut-Lüge“. Und dann gibt es zweitens den Unsinn, der vielfach verbreitet wird. Grandt nennt dies „Krisen-Unsinn“, und davon gibt es reichlich. Dazu zählen zum Beispiel die angeblich Kapital bildenden Versicherungen (die in Wahrheit kein Kapital bilden, sondern es vernichten), zudem Bausparverträge, Private-Equity- und Hedgefonds, Derivate und Optionsscheine, Euro-Staatsanleihen, Tagesgeld und Sparbuch. Alles geeignet, um unser Vermögen zu verbrennen bzw. zu minimieren. Daher lautet Grandts wohlmeinender Rat: Finger weg davon, wenn Ihnen Ihr Geld lieb und teuer ist. So kommt ihr Geld sicher durch die Krise Was also tun? Für Grandt gibt es nur eine mögliche Antwort auf diese entscheidende Frage: Setzen Sie auf Sachwerte statt auf Geldwerte. Das sind im Wesentlichen Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien. Dazu noch eine Messerspitze Anleihen und Fremdwährungen. Auf diese Weise sollten Sie einigermaßen unbeschadet durch die bevorstehende große Krise kommen. Jede der verschiedenen Anlageklassen wird in dem Buch kurz und verständlich beschrieben. Grafiken und Infokästen verdeutlichen wichtige Kennzahlen und Begriffe.  Zum Schluss hat Grandt noch einen weiteren guten Tipp für uns, quasi als Zugabe: „Bleiben Sie gesund!“, schreibt er und verrät uns auch noch, wie wir das am besten hinkriegen. Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches, klares und mit 127 Seiten schnell lesbares Buch zum Thema Vermögenssicherung für alle, die weder Zeit noch die Geduld haben, sich durch Wälzer von mehreren hundert Seiten zu arbeiten. Und auch falls die Krise nicht kommen sollte, kann man mit Grandts Anlageempfehlungen sicher nichts falsch machen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Grandt: Ihre Vorsorgemappe. So schützen Sie Ihr Vermögen. Die wichtigsten Praxis-Tipps. Finanzbuch-Verlag, 127 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 3898799603 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Das witzigste Wörterbuch für Leute, die Geld haben, hatten oder haben wollen Lesen Sie gern Wörterbücher? Blöde Frage, nicht wahr? Wer liest schon gerne Wörterbücher. Gut, man schaut rein, wenn einem die Bedeutung eines Wortes gerade nicht geläufig ist. Aber lesen? Und dann auch noch gerne? Ich verspreche Ihnen eins: Bei dem Wörterbuch, das ich Ihnen hier vorstelle, ist das anders. Das werden Sie lesen, und das werden Sie gerne lesen, ja Sie werden sich sogar zwingen müssen, eine Lesepause einzulegen, zum Beispiel weil das Essen fertig ist und Ihre Frau oder Ihr Mann es gar nicht schätzt, wenn Sie während des Essens mit irgendeiner Lektüre abgelenkt sind und ihm (dem Essen bzw. dem Mann) bzw. ihr (der Frau) nicht Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Aber ich schweife ab. Dieses Wörterbuch des Teufels werden Sie lieben Das Buch, von dem hier die Rede ist, ist also ein Wörterbuch, und Sie werden es lieben, aber das sagte ich ja schon. Jedenfalls werden Sie es dann lieben, wenn Sie sich ein bisschen für Finanzen, Geldanlage und Börse interessieren. Und wenn Sie nicht zum Lachen in den Keller gehen müssen. Dann wären Sie nämlich ganz schön unterwegs. Denn dieses Buch bringt Sie alle Nase lang zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln. „Des Teufels Wörterbuch der Finanzwelt“ des amerikanischen Finanzjournalisten Jason Zweig ist einfach göttlich, wenn Sie mir diesen Kalauer erlauben. Das Buch hat kein Inhaltsverzeichnis, was bei Wörterbüchern ja auch völlig unüblich ist. Schön auch, dass man es überall lesen kann, also zum Beispiel an der U-Bahn-Station, in der U-Bahn dann auch, im Bett, auf dem Klo, in der Badewanne, im Stau oder auch im Urlaub (oft dasselbe wie im Stau). Und man muss auch nicht unbedingt beim Buchstaben „A“ anfangen.  Diesen schönen Buchstaben gibt es hier dann auch sogleich drei Mal hintereinander, nämlich als „AAA“. Die Definition lautet übrigens: „Üblicherweise ausgesprochen `Triple A´, doch seit Neuestem `AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH!´“ Es folgt dann noch eine seriöse Erklärung, die wir uns an dieser Stelle aber sparen. Eine Schatztruhe für alle, die zum Lachen nicht in den Keller gehen müssen Wenn wir schon dabei sind: Greifen wir doch mal hinein in die Schatztruhe! Akquisition: Eine Transaktion, bei der ein Unternehmen zu viel für den Kauf eines anderen Unternehmens bezahlt. Bail Out: Was Manager einer Bank tun, gerade bevor sie sie gegen die Wand gefahren haben; auch was mit der Bank danach geschieht und den Steuerzahlern ans Bein gebunden wird. Im Ergebnis werden die Spitzenmanager der Bank je um hundert Millionen Dollar oder Euro reicher, während alle Steuerzahler um Milliarden Dollar oder Euro ärmer werden. Depotauszug: Dokument einer Bank, eines Broker-Hauses oder einer Investmentgesellschaft, das so angelegt ist, dass es für den Kunden unverständlich ist, wodurch dieser davon abgehalten wird, so ungebührliche Fragen zu stellen wie „Wer hat mein Geld verbrannt?“ GAAP: Allgemein anerkannte Bilanzierungsvorschriften, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Finanzausweise mit einer nur schwachen Verbindung zur Realität zu erstellen. Geschäftsbericht: Die jährlich stattfindende Schönfärberei der Finanzlage des Unternehmens, mit Hochglanzbildern lächelnder Mitarbeiter und Kunden, aufpolierten Bildern der Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens und vielen Seiten finanzieller Informationen, die so unklar und verwirrend wie möglich dargestellt werden. Die detaillierte Version des Geschäftsberichts, der 10-K-Bericht, ist hilfreicher, denn seine Fußnoten erläutern oft, wie ein Unternehmen versucht, seine Finanzierungsschwindeleien zu verbergen. Leider ist es aus Platzgründen nicht möglich, weitere Kostproben aus diesem teuflisch guten Wörterbuch von Jason Zweig zu bringen. Aber seien Sie versichert: auch die übrigen Buchstaben des Alphabets halten viele witzige Definitionen und Erläuterungen bereit. Bei vielen Einträgen gibt es auch einen mehr oder weniger seriösen Teil, so dass man auch noch etwas dazu lernen kann. Mein absoluter Favorit steht übrigens auf der Seite 62 des Buches und lautet so: Day Trader: siehe IDIOT. Roter-Reiter-Fazit: „Des Teufels Wörterbuch der Finanzwelt" ist ein himmliches Vergnügen für alle, die sich nur ein bisschen für Wirtschaft und Geldanlage interessieren. Kaufen Sie am besten gleich zwei Exemplare: eins für sich selbst und eins zum Verschenken. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jason Zweig: Des Teufels Wörterbuch der Finanzwelt. Von A wie AAA bis Z wie Zombie Fonds. Wiley-VCH, 240 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527508783 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Unternehmensgründung: Trauen Sie sich, ohne Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen? 90 Prozent aller Unternehmungsgründungen scheitern innerhalb von fünf Jahren. Sagt die Statistik. Von diesen zehn Prozent, welche die ersten fünf Jahren überleben, gehen noch einmal 90 Prozent vor Ablauf des zehnten Jahres bankrott. Mit anderen Worten: Rund 99 Prozent aller Neugründungen scheitern innerhalb von zehn Jahren. So, und jetzt frage ich Sie: Wäre man angesichts dieser doch sehr ernüchternden Zahlen nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man eine Firma gründet? Und dafür vielleicht sogar seinen sicheren und gut bezahlten Job aufgibt? Doch damit nicht genug. Auf Seite 59 seines Buches „Bevor du deinen Job kündigst…“, dem ich übrigens auch die obigen statistischen Angaben entnommen habe, schreibt der amerikanische Seriengründer, Unternehmer und Bestsellerautor Robert T. Kiyosaki: „Vor vielen Jahrhunderten versuchten Alchemisten, Blei in Gold zu verwandeln. Die Aufgabe eines Unternehmers ist es, eine Idee in Gold zu verwandeln.“ Oh je, das klingt nicht gut: Wenn die Unternehmensgründung bzw. der Aufbau eines Unternehmens so erfolgversprechend ist wie der Versuch, Blei in Gold umzuwandeln, dann Gute Nacht! Denn das hatte ja damals nicht so gut geklappt. Ein MUSS für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Firma zu gründen Die Lektüre dieses Buches von Kiyosaki ist ein MUSS für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Firma zu gründen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Büchern dieses Genres, die jeden ermuntern, sich selbstständig zu machen und eine Firma zu gründen, hat Kiyosaki keine rosarote Brille zu verteilen. Im Gegenteil. Die meisten Menschen, schreibt er, sind ungeeignet, eine Firma zu gründen. Sie sind als Angestellte besser aufgehoben. Der wesentliche Grund dafür liegt in dem völlig unterschiedlichen Mindsetting des Unternehmers und des Angestellten. Der Unternehmer, schreibt Kiyosaki, ist geprägt von einem tief sitzenden „Wunsch nach Freiheit“, während beim Angestellten der „Wunsch nach Sicherheit“ im Vordergrund steht. Unternehmer und Angestellte, schreibt er weiter, leben in zwei völlig unterschiedlichen Welten. Die meisten, die versuchen, in der Welt des anderen Fuß zu fassen, scheitern. Der Unternehmer und der Angestellte leben in zwei komplett anderen Welten In welcher Welt leben Sie bzw. in welcher Welt möchten Sie leben? Und haben Sie das Zeug dazu? Das ist die Frage, mit der Kiyosaki den Leser konfrontiert. Das ist überaus hilfreich. Denn es bewahrt uns womöglich davor, einen sehr großen Fehler zu machen. Es geht um die Frage: Wie muss man ticken, um als Unternehmer eine Chance zu haben und dauerhaft erfolgreich zu sein? Dazu bringt Kiyosaki folgendes plastische Beispiel: „Ein Unternehmen zu gründen ist, als ob man ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt. Mitten im freien Fall beginnt der Unternehmer einen Fallschirm zusammenzubasteln und hofft, dass er sich öffnet, bevor er auf der Erde aufschlägt. Wenn der Unternehmer am Boden aufschlägt, bevor der Fallschirm fertig ist, wird es sehr schwierig, wieder in das Flugzeug zu klettern und es noch einmal zu versuchen.“ Ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen? Sind Sie so verrückt, das zu wagen? Falls nicht, lassen Sie es lieber bleiben – also das mit der Unternehmungsgründung. Die meisten von uns sind einfach die besseren und erfolgreicheren Angestellten. Das ist ja im Übrigen überhaupt nicht schlimm und auch gar kein Makel. Man kann in der Regel nur nicht so reich werden und sich einen Ferrari kaufen. Aber sich darüber klar zu werden, wie man tickt, ist ein großer Schritt, um sich mit einer Unternehmensgründung nicht ins Unglück zu stürzen. Der Buchtitel „Bevor du deinen Job kündigst…“ läßt sich daher am besten so vervollständigen: „…solltest du dir das gut überlegen“. Roter-Reiter-Fazit: „Bevor du deinen Job kündigst…“ von Robert T. Kiyosaki ist eines der besten Bücher, die man zum Thema Unternehmensgründung kaufen kann. Wie gesagt: ein Muss für jeden, der mit dem Gedanken spielt, sich auf das Abenteuer einzulassen und ohne Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Robert T. Kiyosaki: „Bevor du deinen Job kündigst…10 praktische Lektionen für Gründer, um ein Millionen-Business aufzubauen. Finanzbuch Verlag, 249 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3898799719 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Die drei Prinzipien des Erfolgs und des erfolgreichen Lebens Im Vorwort des Buches „Der Zimmermann“ seines Freundes Jon Gordon schreibt der amerikanische Autor Kenneth Blanchard („Der Minuten-Manager“): „Die wichtigste Arbeit im Leben besteht nicht darin, andere zu beurteilen und zu bewerten, sondern ihnen dabei zu helfen, erfolgreich zu sein…“ Genau darum geht es in Gordons neuem Buch: Nicht an den eigenen Erfolg denken, sondern andere dabei unterstützen, Erfolgserlebnisse zu haben, das ist die wesentliche Aufgabe einer Führungskraft, eines Vorgesetzten oder wie immer Sie die Person nennen wollen, die ein Unternehmen, eine Abteilung oder ein Team führt. Die Lebensweisheiten des Zimmermans J. Emmanuel „Der Zimmermann“ des Bestsellerautors Gordon ist ein Lesebuch. Erzählt wird die Geschichte des Unternehmers Michael, der während des morgendlichen Joggens plötzlich zusammenbricht und nur dank der schnellen Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Fremden überlebt. Später nimmt Michael Kontakt zu seinem Retter auf, der als Zimmermann außergewöhnliche Möbelstücke herstellt. Doch Michaels Lebensretter ist viel mehr als ein einfacher Handwerker. Im zuweilen etwas salbungsvollen Tonfall erklärt "J. Emmanuel", wie sich der Zimmermann nennt, seinem neuen Freund Michael, auf was es im Leben ankommt. Tatsächlich meint man phasenweise, Dialoge aus dem Neuen Testament  zu lesen, und war nicht auch Jesus selbst („J.“) ein Zimmermann? Die wesentliche Prinzipien des Lebens und des Erfolgs, läßt Gordon seinen Zimmermann sagen, sind Liebe, Dienen und Kümmern oder Umsorgen („Love, Serve, Care“). Wenn man die Aussagen Gordons von ihrem pathetischen Weihrauch befreit, dann lautet seine Botschaft: Liebe das, was du tust. Nimm die Arbeit, die du vollbringst wichtig. Umgib dich mit Leuten, die umsorgend sind („care“). Zeige deinem Team, dass du dich um sie kümmerst. Baue ein Team auf, das sich umeinander kümmert. Zeigt euren Kunden gemeinsam, dass ihr euch um sie kümmert, dient ihnen und helft ihnen dabei, erfolgreich zu sein. Sei optimistisch und glaube daran, dass alles gut wird. Negative Gedanken vertreiben, indem man sich selbst gut zuredet Vor allem die Botschaft, dass wir niemals unseren Optimismus verlieren dürfen, auch in schwierigen Zeiten, liegt Gordon am Herzen. „Negative Gedanken sind die Nägel, die das Gefängnis des Scheiterns zimmern“, läßt er den Zimmermann an einer Stelle sagen. Zur Verdeutlichung zitiert J. einen Freund, der einen doppelten Ironman absolviert hat. Das Geheimnis, wie er diese enorme physische und psychische Herausforderung meistert, lautet so: „Ich habe gelernt, mir selbst gut zuzureden, anstatt auf meine Gedanken zu hören. Wenn ich auf mich selbst höre, höre ich all die negativen Gedanken, all die Beschwerden, all die Ängste, all die Zweifel und all die Gründe, warum ich es nicht schaffen sollte, das Rennen zu beenden. Aber wenn ich mir selbst gut zurede, kann ich meinem Verstand mit Worten und Ermutigungen die Nahrung geben, die ich brauche, um das Rennen zu meistern.“ Mit den Ratschlägen und Weisheiten des Zimmermanns gelingt es Michael, seine Firma, die kurz vor der Pleite stand, zu retten und zu einem sehr erfolgreichen Unternehmen zu entwickeln. Die Philosophie des Zimmermanns bezieht sich aber nicht nur auf die Führung eines Unternehmens, sondern gleichsam auf die Führung seines ganzen Lebens. Auch hier, lautet die Botschaft Gordons, sollte man sich von den drei Prinzipien Love, Serve und Care leiten lassen. Dann wird am Ende alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende. Roter-Reiter-Fazit: „Der Zimmermann“ von Jon Gordon ist ein ungewöhnliches Lesebuch für alle, die von der üblichen Managementliteratur genug haben. Wenn man sich erst einmal an den etwas salbungsvollen Tonfall gewöhnt hat, lassen sich daraus zahlreiche Anregungen für sein eigenes Leben entnehmen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jon Gordon: Der Zimmermann. Love, Serve, Care - die drei Prinzipien einer außergewöhnlichen Erfolgsstrategie. Wiley-VCH, 188 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 3527508732 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Gar nicht dumm: Unternehmensführung "für Schlauies" Die Bücher der Reihe „...für Dummies“  haben viele Fans. Tatsächlich handelt es sich um eine der erfolgreichsten Buchreihen der Welt. Mehr als 250 Millionen Exemplaren sind inzwischen gedruckt worden. Vor allem bei Einsteigern, die sich ganz neu für ein Thema interessieren und keine Lust auf schwer verdauliche Lehrbuchkost haben, ist dieser Lesestoff im traditionellen gelben Einband beliebt. Denn obwohl diese Bücher von anerkannten Experten ihres Fachs geschrieben werden und daher fachlich jedem Vergleich standhalten, sind sie wunderbar leicht lesbar und mit vielen Symbolen, Checklisten und Erklärungen versehen. Dazu kommt immer noch ein ordentlicher Schuss Humor. Kurzum:  Das Lesen der „…für Dummies“- Bücher macht nicht nur schlau, sondern auch noch Spaß. BWL muss nicht staubtrocken und schwer verdaulich sein Ein prima Beispiel für diese Einzigartigkeit der „...für Dummies“-Reihe ist das gerade erschienene Buch „Unternehmensführung für Dummies“. Der Autor Thomas Lauer ist ein waschechter deutscher Professor an der Hochschule Aschaffenburg. Dort lehrt er das Fach Unternehmensführung, die „Königsdisziplin“ der Betriebswirtschaftslehre, wie er im Vorwort seines Buches mit einem Augenzwinkern bemerkt. Mit seinem Buch will Lauer vor allem BWL-Studenten das Leben erleichtern. Denn obwohl dieses Buch alle gängigen Themen des Faches Unternehmensführung enthält, unterscheidet es sich wohltuend von den üblichen, zumeist staubtrockenen und schwer verdaulichen Lehrbüchern. Deshalb müsste dieses Buch, meint Lauer, eigentlich „Unternehmensführung für Schlauies“ heißen. Denn ein Buch zu lesen, das den Stoff unterhaltsam, kurz und verständlich vermittelt, ist alles andere als dumm. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, die aber nicht aufeinander aufbauen und somit unabhängig voneinander gelesen werden können. So kann es zum Beispiel sinnvoll sein, sich erst einmal auf jenes Kapitel zu konzentrieren, in dem demnächst eine Prüfung ansteht. Die einzelnen Teile befassen sich unter anderem mit der Person und den Aufgaben des Unternehmensführers, mit der Strategie und deren Umsetzung, mit der Personalführung sowie mit der Unternehmensorganisation. Ein tolles Buch für alle BWL-Studierende und sonstige Wissensdurstige Unbedingt lesenswert auch der „Top-Ten-Teil“ am Schluss des Buches. Hier schlägt Lauer die Brücke von der Theorie zur Praxis (als ehemaliger Berater und Unternehmer kann der heutige Hochschullehrer auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen). Lauer macht uns mit seinen ganz persönlichen zehn Ratschlägen bekannt, die man als Führungskraft berücksichtigen sollte. Kann sicher nicht schaden, wenn sich auch gestandene Manager diese zehn Seiten noch einmal zu Gemüte führen. Interessant und aufschlussreich auch die zehn Beispiele erfolgreich geführter Unternehmen, unter anderem Aldi, dm, Miele, Seitenbacher und Starbucks. Roter-Reiter-Fazit: „Unternehmensführung für Dummies“ von Thomas Lauer ist ein großartiges, unkonventionelles Lehrbuch für alle schlauen Studierende und sonstige Wissensdurstige. Einfach durcharbeiten, dann klappts auch mit der Prüfung. ;-) Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Thomas Lauer: Unternehmensführung für Dummies. Wiley VCH, 431 Seiten, 22,99 Euro, ISBN: 3527711619 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Investieren mit Geduld und Spucke - und mit schönem Gruß an Warren Buffett Es gibt ja Leute, die haben immer was zu meckern. Wenn sie nicht auf Anhieb etwas finden, an dem sie herumnörgeln können, dann suchen sie eben so lange, bis sie das Haar in der Suppe gefunden haben. Wenn´s nicht anders geht, dann tun sie´s selbst hinein, also das Haar in die Suppe. Angenommen, so ein Mensch bekommt das Buch „Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie“ von Robert G. Hagstrom in die Hände. Und weiter angenommen, er interessiert sich sogar für das Thema und beginnt zu lesen, dann gibt es vermutlich nur eine Sache, die er an diesem tollen Buch kritisieren und bemängeln könnte: das fehlende Lesebändchen! Das Lesebändchen (buchbinderischer Fachbegriff: Zeichenband) ist ein am Kopf des Buchblockes befestigtes schmales Stoffband unterschiedlicher Farbe, das, zwischen die Buchseiten gelegt, als Lesezeichen dient. Tja, und das fehlt in der Tat leider in diesem ansonsten tadellosen Buch aus dem Börsenbuch-Verlag im schönen oberfränkischen Städtchen Kulmbach. Schon mehr als eine Millionen Menschen haben dieses Buch gekauft Das war´s dann aber auch schon mit dem Gemecker. Denn ansonsten ist das Buch absolut lesenswert. Es handelt sich ja immerhin auch schon um die dritte Auflage. Mehr als eine Millionen Menschen haben dieses Buch bereits gekauft. Das ist eine ungeheure Menge für ein Sachbuch, und vielleicht fragt sich manch einer, ob denn jetzt überhaupt noch potenzielle Leser übrig sind. Aber ich denke, da braucht man sich keine Sorgen zu machen, schließlich wachsen ja immer wieder neue Leser nach. Es handelt sich auch in dieser dritten Auflage übrigens nicht um eine klassische Biographie der Investorenlegende Warren Buffett, einem der reichsten Männer der Welt. Dennoch sind natürlich viele biographische Elemente enthalten. Aber es geht Hagstrom, der nach eigener Aussage 20 Jahre lang an diesem Buch geschrieben hat, in erster Linie um die Grundsätze und Prinzipien, auf deren Grundlage der weltweit prominenteste Vertreter des sogenannten „Value Investing“ entscheidet, in welche Firmen er investiert und in welche nicht. Diese Frage ist auch für den Privatanleger – also den Laien - von Relevanz, da Buffett immer wieder betont hat, dass es sich hierbei um keine Raketenwissenschaft handele. „Was wir machen, geht nicht über die Fähigkeiten aller anderen hinaus. Um außerordentliche Ergebnisse zu erzielen, braucht man wirklich nichts Außerordentliches zu tun“, sagte Buffett immer wieder. Mit anderen Worten: Was die Übernahme eines Unternehmens oder die Geldanlage in Aktien betrifft, gibt es nur ein paar Grundsätze, die jeder verstehen und anwenden kann. Die zwölf Grundsätze des Großmeisters des "Value Investings" Insgesamt handelt es sich um zwölf Prinzipien. Dazu gehören Fragen wie Ist das Unternehmen einfach und verständlich? Hat das Unternehmen gute langfristige Aussichten? Ist das Management aufrichtig zu seinen Aktionären? Ist das Unternehmen bzw. deren Aktien gerade günstig zu haben? Hagstrom stellt alle Grundsätze ausführlich vor und zeigt anhand von neun konkreten Fallstudien, wie Buffett diese auf bestimmte Firmen anwendet. Darunter finden sich berühmte Namen wie Coca Cola, IBM, American Express, H.J. Heinz Company (die mit dem Ketchup) oder Wells Fargo. Diese dritte Auflage des Bestsellers von Hagstrom ist komplett überarbeitet und enthält auch einige neue Teile wie zum Beispiel den Abschnitt über „Behavioral Finance“. In diesem lesenswerten Kapitel geht es um Psychologie und die Fallen, in die man als Anleger immer wieder gerne läuft. Selbstüberschätzung, der Hang zu Überreaktionen, die Verlustaversion und der Lemming-Faktor sind nur einige der Fallen, in denen sich nicht nur Privatanleger ab und zu wiederfinden. Vielen Lesern wird die Lektüre dieses Kapitel sicher wie ein Blick in den Spiegel vorkommen. Wer nach diesem Buch Blut geleckt hat und mehr über Warren Buffett und die Strategie des „Value Investing“ erfahren will, dem empfiehlt Hagstrom die Internetseite thewarrenbuffettway.com. Die Webseite ist eine wertvolle Ergänzung zum Buch, sie liefert Tools, Informationen und Kommentare, die Sie dabei unterstützen, wie Warren Buffett zu investieren. Roter-Reiter-Fazit: Zocken Sie noch oder investieren Sie schon? Dieses Buch ist eine tolle und auch für Laien verständliche Einführung in die Denkweise und die Anlagestrategie der Investorenlegende Warren Buffett. Wenn etwas fehlt, dann höchstens das Lesebändchen ;-) Dennoch: Volle Punktzahl. Auch als Geschenk für Geschäftsfreunde ein Tipp! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Robert G. Hagstrom: Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie. 3., komplett überarbeitete Ausgabe. Börsenbuch-Verlag. 352 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3864703751 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Mein Freund, der Stress Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Das gilt auch für Stress. Wenn wir über Stress reden oder lesen, so beleuchten wir fast immer nur die eine Seite der Medaille: die negative, die dunkle, die schlechte, die krank machende Seite. Und dann fragen wir uns, wie wir diesem schlechten Stress am besten aus dem Weg gehen können. Dazu gibt es ja inzwischen ganze Bibliotheken von Ratgeber-Literatur und Unmengen von Wochenendseminaren, in denen wir unsere ganz persönlichen Stressvermeidungsstrategien lernen. Fachleute nennen diese negative Form von Stress übrigens „Disstress“ (hergeleitet von der griechisch Vorsilbe „dis“ = „schlecht“). Was bei diesen ganzen Stress-lass-nach-Therapien gerne übersehen wird: Es gibt auch die andere Seite der Stress-Medaille: die gute, die helle, die anspornende, die lebendige Seite des Stresses. Dieser positive Stress wird „Eustress“ gennant (von der griechischen Vorsilbe „eu“ = „gut“). Aber all dies wussten Sie vermutlich bereits. Ich wollte es zur Einstimmung nur noch mal erwähnen. „Stress ist das Beste, was uns im Leben passieren kann“ Urs Willmann ist Wissenschaftsjournalist bei der Wochenzeitung DIE ZEIT und liebt Stress. Das ist insofern bemerkenswert, als Journalisten überdurchschnittlich häufig unter Stress stehen, was vor allem dem permanenten Termindruck geschuldet ist. Aber vielleicht gilt das nicht für ZEIT-Redakteure, ich weiß es nicht. Jedenfalls hat sich Willmann extra eine längere Auszeit aus seinem Job genommen, um in aller Ruhe ein Buch über die hellen Seiten der Stress-Medaille zu schreiben. Er gab diesem Werk den schönen Titel „Stress. Ein Lebensmittel“. Es geht in diesem wohltuend leicht zu lesenden Buch im Kern um die Rehabilitierung der von den meisten Menschen so ungeliebten und verachteten Belastungsform namens Stress. Für Willmann dagegen ist Stress etwas Gutes, und als Beleg für diese Behauptung öffnet er eine riesige Schatztruhe voller Studien und Zitate kluger Männer, die das genauso sehen. Dabei behauptet Willmann gar nicht, mit seinem Buch eine ausgewogene Betrachtung des Phänomens Stress vorlegen zu wollen. Folgerichtig tut er dies auch nicht. Sein Buch ist bewusst einseitig und parteiisch, es ist, wenn man so will, eine Liebeserklärung an den Stress. Stress macht mich glücklich, das ist Willmanns Aussage. Und deshalb ist er froh, dass es ihn gibt. „Stress ist das Beste, was uns im Leben passieren kann“, behauptet er. Auch beim Stress gilt: Die Dosis macht das Gift! Und dann kommt er doch nicht ganz darum herum, ein bisschen auch auf die negative Form des Stresses einzugehen. Denn auch beim Stress gilt: Die Dosis macht das Gift. Willmann macht einen „Unterschied zwischen akutem und chronischem Stress“. Ersterer ist gut, letzter schlecht und macht krank. Stress ist im Beruf nur gut, solange er „in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen“ stattfindet, also nur von kurzer Dauer ist. Dabei ist der negative Stress nicht auf die berufliche Situation begrenzt. Nochmals O-Ton Willmann: „Egal ob schlechtes Betriebsklima, schlechtes Raumklima oder das Klima vor der Haustür: Was unzufrieden macht, begünstigt chronischen Stress.“ Insgesamt empfiehlt Willmann „mehr Gelassenheit gegenüber Stress“. Roter-Reiter-Fazit: „Stress. Ein Lebensmittel“ ist keines der üblichen Ratgeber nach dem Motto „Dieses sollten Sie tun und jenes sollten Sie lassen“. Es handelt sich bei diesem Buch um die Fleißarbeit eines  Wissenschaftsjournalisten, der Unmengen von Quellen gesichtet und verarbeitet hat. Allein der Abschnitt mit Fußnoten und Quellenangaben umfasst 15 Seiten. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich auch für die helle Seite des Phänomens „Stress“ interessieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Urs Willmann: Stress. Ein Lebensmittel. Pattloch Verlag, 304 Seiten 19,99 Euro ISBN: 3629130712 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Die Heilige Schrift für Verkäufer, die in den Himmel kommen wollen Der Verkäufer an sich steht ja nicht gerade im Verdacht, eine Leseratte zu sein und in jedem Jahr voller Ungeduld die Tage bis zur Öffnung der Frankfurter Buchmesse zu zählen. Daher muss man schon mit einer gehörigen Portion Optimismus und Selbstbewusstsein ausgestattet sein, wenn man einem Verkäufer ein Buch mit immerhin knapp 400 Seiten in die Hand drückt und glaubt, dass man ihm damit eine Freude macht. Der amerikanische Autor Jeffrey Gitomer verfügt offenbar über dieses gesunde Selbstbewusstsein und diesen Optimismus. Und damit auch jeder sogleich erkennt, dass es in seinem Buch um wichtige Dinge geht, hat er ihm den Titel „Die Gitomer Verkaufsbibel“ gegeben. Ein guter Verkäufer ist gut. Ein besserer Verkäufer ist besser Wer ein Buch schreibt und dieses Buch dann „Bibel“ nennt, der erzeugt beim Leser natürlich eine riesige Erwartungshaltung. Dieses Buch – sozusagen die „Heilige Schrift“ oder das „Buch der Bücher“ – muss nicht weniger als die Grundlage oder das Fundament dessen sein, wovon es handelt. In diesem Fall also vom Verkaufen. Und glauben Sie´s oder glauben Sie´s nicht: Gitomer behandelt in seiner Verkaufsbibel ALLES, zumindest alles, was in irgendeiner Weise mit dem Verkaufen zu tun hat. Warum er das tut? Um aus Ihnen eine echte Verkaufskanone zu machen, was dachten Sie denn? Da gibt es zum Beispiel die 10,5 Gebote des Verkaufserfolgs, die 12,5 Werte des Verkaufsprofis, die 12,5 Dinge, die das Vertrauen des Kunden stärken, die 19,5 Anzeichen für Kaufwillen beim Kunden, die 18,5 Eigenschaften von gescheiterten Verkäufern, die 35,5 Erfolgsregeln für Fachausstellungen und – last but not least – die 8,5 Verwendungsmöglichkeiten für dieses Buch. Ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Buch. Verkäufer werden es lieben Gitomer ist selbst Verkäufer, und das bereits seit vielen Jahren. Und zwar ein sehr erfolgreicher Verkäufer, wie wir ihm gerne glauben wollen. Er ist aber nicht nur ein begnadeter Verkäufer. Gute Verkäufer gibt es ja viele – Gott sei Dank! Gitomer aber ist mehr, nämlich auch noch ein begnadeter Vermittler. Seit vielen Jahren schon schreibt er für ein US-Magazin regelmäßig eine Kolumne über´s Verkaufen, die bei den Lesern auf eine Riesen-Resonanz stößt. Gitomer ist aber nicht nur fachlich up-to-date. Er kennt natürlich seine Pappenheimer, sprich die anderen Verkäufer, sehr gut, kennt ihre Schwächen und Stärken, weiß, was sie mögen und was sie gar nicht leiden können. Gar nicht leiden können die meisten Verkäufer zum Beispiel Textfriedhöfe. Und daher legt sich Gitomer mächtig ins Zeug, um die Lektüre für seine Leser schmackhaft und leicht verdaulich zu machen. Das bedeutet, dass schon allein optisch keine Seite aussieht wie die andere, es gibt unterschiedliche Schriftgrößen, verschiedene Farben, jede Menge Checklisten, sogar Cartoons und so weiter und so fort. Dass Gitomer auch sprachlich von dem Willen getrieben wurde, Sätze zu formulieren, über deren Bedeutung man nicht stundenlang nachdenken muss, versteht sich fast von selbst. Roter-Reiter-Fazit: Jeffrey Gitomer hat eine Botschaft und eine Mission: Er will Verkäufern helfen, bessere Verkäufer zu werden. Also hat er sich hingesetzt und überlegt, wie er diese Botschaft aufbereiten muss, damit sie bei den Adressaten auch wirklich ankommt. Herausgekommen ist ein in jeglicher Hinsicht ungewöhnliches Buch. Verkäufer werden es lieben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Jeffrey Gitomer: Die Gitomer-Verkaufsbibel. Wiley, 26,99 Euro, ISBN: 3527508627 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Rente oder Rendite - so kommen Sie zu Wohlstand und finanzieller Freiheit In seinem neuen Buch „Rente oder Wohlstand“ lehnt sich Finanzexperte Bodo Schäfer ganz schön weit aus dem Fenster. „Wären Sie auch gerne wohlhabend? Dann lesen Sie dieses Buch. Hier finden Sie das genaue Vorgehen“, schreibt er im Vorwort. Er schreckt nicht einmal davor zurück, zu garantieren, dass derjenige, der sich exakt an seine Regeln hält, vermögend wird. Nun ja, jedenfalls war das in der Vergangenheit immer so. Also lautet das Versprechen: Wer dieses Buch liest und danach handelt, wird reich. Wer dies nicht tut und sich auf seine Rente verläßt, wird arm dran sein. Und das ist nicht metaphorisch gemeint. Die 7 Regeln für das Rendite-Zeitalter Das Buch heißt, wie gesagt, „Rente oder Wohlstand“. Dementsprechend besteht das Werk aus zwei Teilen. Im ersten Teil geht es um die Rente. Genauer gesagt um die traurige Situation der Rentenversicherung. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Rente allein nicht ausreicht, um unseren Lebensstandard im Alter zu sichern. Daher wird für die meisten von uns der zweite Teil von Schäfers Buch interessanter sein. Denn hier geht es um die „7 Regeln für das Rendite-Zeitalter“, wie Schäfer schreibt. Und wir erinnern uns: Wer diese Regeln befolgt und danach handelt, der, so das Versprechen des Meisters, kann gar nicht verhindern, vermögend und finanziell unabhängig zu werden. Die wichtigste Regel steht dann auch ganz am Anfang: „Denke reich“ bzw. „Denke wie ein Reicher“, lautet sie. Warum ist diese Regel so wichtig? Weil das Handeln dem Denken folgt, schreibt Schäfer. Reiche denken in vielen Dinge komplett anders als Nicht-Reiche. Vor allem lieben sie Geld, vielmehr zum Beispiel als Dinge. Bei den Nicht-Reichen ist das genau andersherum. Der Reiche freut sich zum Beispiel über ein üppig gefülltes und ständig wachsendes Bankkonto, weil es ihn frei und unabhängig macht. Der Nicht-Reiche hingegen gibt sein Geld, sobald es hereinkommt, mit beiden Händen wieder aus, und zwar in der Regel für Dinge. Zum Beispiel für ein dickes Auto. Nicht-Reiche geben prozentual zu ihrem Einkommen bzw. zu ihren finanziellen Möglichkeiten viel mehr Geld für ihr Auto aus als Reiche. Und sie kaufen sich gerne Dinge, die sie sich eigentlich nicht leisten können, gerne dann auch mal auf Pump. Ganz großer Fehler! "Sparen ist der Grundstein jedes Wohlstands" Und damit wären wir bei einem weiteren wesentlichen Unterschied zwischen Reichen und Nicht-Reichen: ihre Haltung zum Sparen. Reiche sparen, Nicht-Reiche sparen nicht (oder viel zu wenig). Das ist auch gleich Schäfers zweite Regel: „Sparen ist der Grundstein jedes Wohlstands. Nicht was wir verdienen, macht uns reich, sondern was wir behalten. Es gibt keinen Weg zu finanzieller Freiheit, der nicht über das Sparen führt“, schreibt Schäfer. Und weil dieser Punkt so wichtig ist, ist das entsprechende Kapitel im Buch auch das längste. Schon allein dieses Kapitel ist es wert, sich das Buch anzuschaffen. Schäfer wird hier auch ganz konkret und zeigt Möglichkeiten auf, wie und in welchen Bereichen Sparen am leichtesten fällt und am sinnvollsten ist. Die weiteren fünf Regeln lauten: „Die finanziellen Ziele bestimmen“, „Investiere klug“, „Die Förderrente nutzen“, „Erhöhe dein Einkommen und arbeite lebenslang“ und „Genießen“ (übrigens das kürzeste Kapitel). Das Buch ist, wie man es von Schäfer kennt, flott und verständlich geschrieben. Man braucht kein Wirtschaftsstudium, um es mit Gewinn zu lesen. Gut auch die Hinweise auf zahlreiche Videos im Internet, in denen Schäfer in Vorträgen die verschiedenen Aspekte noch einmal auf andere Weise darstellt. Das Thema „Sparen“ finden Sie zum Beispiel hier, wenn Sie sich für das Thema „Denke reich“ besonders interessieren, klicken Sie hier. Roter-Reiter-Fazit: Ein kenntnisreiches und wertvolles Buch zu einem Thema, das alle angeht. Schäfers Tipps sind sicherlich nicht alle populär und auch nicht bequem, aber so ist das nun mal mit dem Wohlstand: Den meisten fällt er nicht in den Schoß. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Bodo Schäfer: Rente oder Wohlstand. Wer sich auf die Rente verläßt, wird niemals finanziell frei. Finanzbuch Verlag, 256 Seiten, 14,97 Euro, ISBN: 3898799735 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Warum Fussballer ihre Körpersprache trainieren - und Sie es ebenfalls tun sollten Im Sport spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle. Zum Beispiel im Fußball. „Labbadia läßt Körpersprache trainieren“, schlagzeilte zum Beispiel die BILD-Zeitung vor einigen Jahren. Der damalige Trainer des VFB Stuttgart, Bruno Labbadia, hatte eigens einen Experten verpflichtet, der seinen Spielern beibringen sollte, wie sie allein durch ihr Auftreten den Gegnern Respekt einflößen. „Wenn wir wie gegen Hamburg 1:0 führen, müssen wir mit breiter Brust auftreten. Das wirkt auf Mitspieler und Gegner. Wir müssen einfach wissen, was es für Auswirkungen hat, wenn wir abwinken, wenn wir die Schultern hängen lassen oder wenn wir mit ausgebreiteten Armen Anspielstationen fordern“, sagte Labbadia damals. Und sein Mittelfeldspieler Timo Gebhart ergänzte: „Man bekommt selber gar nicht mit, wie die eigene Körperhaltung bei den anderen aufgenommen wird, ob man dadurch vielleicht eine negative Stimmung auslöst.“ Es gibt sogar wissenschaftliche Studien, die sich mit der Wirkung der Körpersprache im Profifußball beschäftigen – als leuchtendes Beispiel gilt hier Cristiano Ronaldo von Real Madrid -, und der Deutsche Fußball-Bund schickt seine Schiedsrichter regelmäßig in Seminare, in denen sie die Wirkung ihrer Körpersprache auf die Spieler lernen und trainieren. Unser Körper kann sprechen - und er tut dies immer und überall Ja, der menschliche Körper kann sprechen. Und er tut dies immer und überall. Nicht nur im Sport. Sondern natürlich auch im Berufs- und Geschäftsleben. Experten haben zum Beispiel herausgefunden, dass bis zu 80 Prozent des ersten Eindrucks in einer Bewerbungssituation auf Körpersprache basiert und nicht auf dem, was man sagt. Vor allem darum, also um unsere Körpersprache im Business, geht es in dem Buch „Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte“ von Nadine Kmoth. Die Körpersprache, sagt die gelernte Tänzerin, ist unsere eigentliche Muttersprache. Aber viele von uns haben sie verlernt. Wir haben verlernt, uns in ihr auszudrücken, und wir haben verlernt, sie zu verstehen. Dadurch bekommen wir viele Signale und Botschaften einfach nicht mehr mit und können nicht auf sie reagieren. Was nicht nur schade ist, sondern auch einige handfeste Nachteile in Bezug auf unsere Karriere und insgesamt unsere berufliche und geschäftliche Entwicklung haben kann. Wie wir unsere Körpersprache gezielt für unsere Interessen einsetzen Aber noch sind Hopfen und Malz nicht verloren. Man kann die Körpersprache genauso (wieder) lernen wie jede andere Sprache. Natürlich: Wenn man sich gehen läßt, wenn man unaufmerksam ist, wenn man seine Körpersprache nicht unter Kontrolle hat, ja, dann verrät der Körper, wie es in mir gerade aussieht. Dann stimmt der Satz des Dichters Christian Morgenstern: „Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“ Dann sind wir authentisch. Aber das wollen wir vielleicht gar nicht. Und in diesem Moment, in dem es geschäftlich um Vieles geht, weil wir uns vor dem möglichen Kunden, dem Lieferanten, dem Bankangestellten, dem Investor oder dem Chef von unserer besten Seite zeigen wollen, schon mal gleich gar nicht. Dass uns vor Aufregung die Knie schlottern, das soll unser Gegenüber ja gerade nicht sehen, dass wir uns am liebsten ganz klein machen würden, das soll ja gerade nicht unsere Botschaft sein. Also müssen wir unsere Körpersprachen kontrollieren, der jeweiligen Situation anpassen, damit wir unsere Ziele erreichen. Nicht authentisch? Okay, dann eben nicht authentisch. Für Authentizität können wir uns auch nichts kaufen. Vier Körpersprachetypen - und wie wir mit ihnen fertig werden Was an dem Buch von Nadine Kmoth besonders gut gefällt, ist dass sie hart an der Praxis schreibt. Sie will uns helfen, unsere Körpersprache wirklich zielgerichtet zu unserem Nutzen einzusetzen. Im ersten, theoretischen Teil, erfahren wir dazu einige Hintergründe, die wichtig sind, um unsere Wirkung auf andere zu verstehen und die Sprache der anderen zu deuten. Im zweiten Teil macht sie uns ganz konkret mit vier Menschen bekannt, welche die vier Körpersprachetypen repräsentieren. In diesem Teil schildert sie sehr anschaulich, welches Verhalten die verschiedenen Charaktere ausmacht, wie wir sie erkennen und – besonders wichtig! – wie wir am besten mit ihnen umgehen. Man kann auch sagen: Wie wir mit ihnen fertig werden, um unsere Interessen durchzusetzen und unsere Ziele zu erreichen. Lesenswert auch am Schluss das Kapitel „Noch Fragen?“. Hier geht Kmoth auf Fragen ein, die sich viele von uns sicher schon mal gestellt haben. Zum Beispiel: „Was bedeutet es, wenn Kollegen sich auf meinen Schreibtisch setzen?“ Oder: „Was bedeutet es, wenn Menschen beim Reden die Merkel-Raute machen?“ Oder: „Woran erkenne ich, ob mein Gegenüber mich echt anlächelt?“ Oder: „Was bedeutet es, wenn Frauen an ihren Haaren herrumtüddeln?“ Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches und wertvolles Buch für alle, die ihre Körpersprache gezielt und kontrolliert einsetzen und gleichzeitig die ihrer Mitmenschen verstehen wollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Nadine Kmoth: Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte. Körpersprache entschlüsseln und andere nonverbal beeinflussen. Redline. 191 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 3868816178 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Unternehmensgründung für Künstler und Kreative „Das Leben ist der Güter höchstes nicht“, singt der Chor am Ende des Dramas „Die Braut von Messina“ von Friedrich Schiller. Stimmt genau, sagen mehr als 200 Jahre nach der Uraufführung des Trauerspiels Catharina Bruns und Sophie Peters. Schiller hatte recht. Zumindest das Leben als Angestellter bzw. als sogenannter abhängig Beschäftigter ist für Bruns und Peter der Güter höchstes nicht. „Sinn und Selbstverwirklichung“ sowie „Freiheit und Selbstbestimmung“ findet man dort nur selten, sagen sie. Diese Voraussetzungen des Glücks findet man nur in der Selbstständigkeit. Schon wieder ein Buch über die Vorzüge des freien Unternehmertums, mag jetzt vielleicht mancher denken. Ja, stimmt, schon wieder ein Buch über die Vorzüge des freien Unternehmertums. Aber dieses Buch ist anders, speziell. Vor allem wendet es sich an eine spezielle Zielgruppe. Nämlich an alle Künstler und Kreative, die bisher meist vergeblich darauf warteten, dass sie nun endlich entdeckt werden oder die in irgendeinem angestellten Arbeitsverhältnis versauern und davon träumen, ihre Kreativität zum Beruf zu machen und damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Leben leben können, das man sich wünscht Es geht in diesem Buch also nicht darum, ein Unternehmen zu gründen, um damit viel Geld zu verdienen. Im Gegenteil. Die Autorinnen wollen kreativen Talenten Mut zu machen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, um ein besseres und glücklicheres Leben zu führen. Das ist die Mission von Bruns und Fester. „Die Selbstständigkeit“, schreiben sie, „macht nur dann Spaß, wenn sie dabei hilft, das Leben leben zu können, das man sich wünscht.“ Deshalb haben sie auch mit der modernen Start-up-Kultur nichts am Hut. Diese Firmengründer, die ihr geplantes schnelles Wachstum oft nur mit Hilfe von Venture Capital stemmen können, begeben sich ja wieder in neue Abhängigkeiten, nämlich in die ihrer Geldgeber mit ihren hohen Renditeerwartungen. Freiheit und Selbstbestimmung bleiben da ganz schnell auf der Strecke. Trotz ihrer Skepsis gegenüber der vorherrschenden Arbeitskultur sind Bruns und Peter aber keine abgehobenen oder esoterischen Weltverbesserer. Sie stehen mit beiden Beinen auf der Erde. Da wir nicht im Schlaraffenland leben, in dem uns die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, muss auch der Künstler, der Florist, der Fotograf, der Grafikdesigner Geld verdienen. Was ja auch nichts Anrüchiges ist. Geld stinkt nicht (zumindest nicht notwendigerweise). Im Gegenteil: Wenn andere Menschen bereit sind, für das, was man tut oder was man herstellt, Geld auszugeben, dann ist das schließlich auch eine Form der Anerkennung. Und darüber darf sich der Künstler und der Kreative ruhig freuen. Man muss nicht gleich alle Brücken hinter sich abreißen Das Buch von Bruns und Peter ist über weite Strecken wie ein Brief geschrieben (es gibt folgerichtig am Schluss auch eine Grußformel). Ein Brief an die Zauderer und Verzagten, es mit der Selbstständigkeit doch einfach mal zu probieren. Dazu muss man nicht sofort alle Brücken hinter sich niederreißen und vielleicht seinen Job kündigen. Man kann auch zunächst einmal klein und nebenberuflich anfangen und sich allmählich nach vorne tasten. Bruns und Peter sprechen aus eigenen Erfahrungen und machen keinen Bogen um die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die auf einen zukommen und die zu überwinden sind. Dazu zählen natürlich auch die ganzen formalen Dinge wie die geeignete Rechtsform der Unternehmung, Steuern, Versicherungen, Recht und Gesetz. Darauf gehen die Autorinnen im letzten Teil ein. Dieser ist mit rund 20 Seiten aber recht kurz gehalten, und das aus gutem Grund. Bruns und Peter wollen ja schließlich Mut machen und nicht abschrecken. Und das tun sie auf den ersten 190 Seiten des Buches. Roter-Reiter-Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle Menschen, die davon träumen, aus ihrem kreativen Talent einen Beruf zu machen, der sie und ihre Familie ernährt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Catharina Bruns, Sophie Pester: Frei sein statt frei haben. Mit den eigenen Ideen in die kreative berufliche Selbstständigkeit. Campus, 238 Seiten, 22,00 Euro, ISBN: 3593505150 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Huuuuunger!!! Mögen Sie Burger? Ach, Sie sind sogar ganz verrückt nach Burgern? Dann geht es Ihnen wie Alexandra Krokha, Alexander Melendez und Marcel Risker. Und natürlich wie vermutlich ein paar Millionen weiteren Burger-Liebhabern, die wir aber an dieser Stelle kurz vernachlässigen dürfen. Alexandra, Alexander und Marcel hingegen verdienen aus dem Grund ausdrückliche Erwähnung, weil sie nicht nur (Achtung: Kalauer!) eingefleischte Burger-Fans sind, sondern weil sie ihre Burger-Leidenschaft jetzt zwischen zwei Buchdeckel gepresst haben. Meine Damen und Herren, wir dürfen vorstellen: „Die Burger-Bibel“. Die "Heilige Schrift" des Burgertums Wer ein Buch schreibt und dieses Buch dann „Bibel“ nennt, der erzeugt beim Leser natürlich eine riesige Erwartungshaltung. Dieses Buch – sozusagen die „Heilige Schrift“ oder das „Buch der Bücher“ – muss nicht weniger als die Grundlage oder das Fundament dessen sein, wovon es handelt. In diesem Fall also Burger. Und um gleich die Katze aus dem Sack zu lassen: Unseren drei Autoren ist es gelungen, mit diesem wunderbaren Buch die hohen Erwartungen zu erfüllen. Zunächst einmal zur Optik und Anmutung: Das Buch ist aufwendig gestaltet, liegt satt in der Hand, und – vor allem – die Fotos von Emil Levy Z. Schramm sind der Hammer. Ein echter Augenschmaus. Wer da keinen Appetit bekommt, der hat vermutlich auch sonst nicht viel Freude am Leben. Wie es sich für eine gescheite Bibel gehört, gibt es auch in diesem Buch alle Ingredienzien, die dazugehören. Das fängt schon mit dem „Burger unser“ an (angelehnt an das „Vater unser“, das einige von uns aus der Kirche, dem Religionsunterricht oder vom Hörensagen kennen). Sehr schön gefallen hat mir auch das „Alte Testament“ sowie das „Neue Testament“, in denen die Geschichte des Burgers erzählt wird. Klasse zudem die zehn Gebote, von denen ich aus aktuellem Anlass nur das zweite Gebot erwähnen möchte: „Iss mich mit der Hand. Missbrauche mich nicht mit Messer und Gabel.“ So, dass das mal klar ist! Alles über Pattys, Buns, Soßen und Toppings (und noch einiges mehr) Eine Bibel muss das Thema zudem umfassend abhandeln. Wird die Burger-Bibel diesem Anspruch gerecht? Definitiv! Da gibt es zum Beispiel das Burger-Lexikon, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden. Dann auch viel Wissenswertes zu Pattys, Buns, Soßen und Toppings (nach dem Lesen des Buches wissen Sie auch, was das ist). Und natürlich jede Menge Rezepte zum Selberausprobieren, übrigens nicht nur mit Fleisch. Und da der Mensch nicht nur vom Burger allein lebt, haben die Autoren uns auch noch einige Vorschläge für leckere Beilagen und Dips dazu gepackt. Abgerundet wird das Menu mit einer Übersicht über sinnvolles Burger-Werkzeug, Fleischwolfs sowie eine kleine Grill- und Pfannenkunde. Interessant für den einen oder anderen vielleicht: Zum Schluss verraten Promis ihre ganz persönlichen „burgerlichen Vorlieben“. Wertvoll zudem: Eine Übersicht über Deutschlands beste Burger-Läden. Roter-Reiter-Fazit: Ein wunderbares Buch, diese „Burger-Bibel“, und eine absolute Empfehlung für alle Fans des gehobenen Fleischbrötchen sowie die, die es noch werden wollen. Auch als Geschenk ein Tipp! Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Alexander Melendez, Marcel Risker Alexandra Krokha: Die Burger-Bibel. Die heilige Schrift für Burger-Fans. BOOKS4SUCCESS, 207 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3864703484 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Damit aus Studenten erfolgreiche Unternehmensgründer werden Sein eigener Chef sein, etwas bewegen, gestalten, und natürlich steinreich werden  – davon träumen viele junge Menschen während ihres Studiums. Bei dem Traum muss es nicht bleiben. Die Voraussetzungen, eine eigene Firma zu gründen und durchzustarten, sind wohl im ganzen restlichen Leben nicht mehr so gut wie mit Mitte 20, Anfang 30. Warum? Weil die jungen Unternehmensgründer noch keine großen Ansprüche an die eigene Lebensführung (Luxus) haben noch wenig zu verlieren haben die Risikobereitschaft hoch ist das fachliche Know-how auf dem aktuellen Stand ist Gute Voraussetzungen, aber auch ein paar Steine, die im Weg liegen Wie gesagt: Die Voraussetzungen sind gut. Einerseits. Andererseits liegen da aber auch ein paar Steine im Weg, die weggeräumt werden müssen: Das über das fachspezifische Wissen hinausgehende notwendige Know-how in kaufmännischer, rechtlicher und steuerlicher Hinsicht fehlt Die eigene psychische Belastbarkeit wird häufig überschätzt Der Wettbewerb wird oft unterschätzt Die notwendige Erfahrung und Reputation für die Kundenakquise fehlt Es fehlt an Geld Darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man den Sprung in die Unternehmensgründung und Selbstständigkeit wagt. Dabei helfen, dass man keinen schmerzhaften Bauchklatscher macht, wollen die beiden Wirtschaftsprofessoren Michael Gehrer und Bernhard Plum mit ihrem Buch „Existenzgründung für Hochschulabsolventen“. Auf Basis des aktuellen Stands in den Bereichen Entrepreneurship, Betriebswirtschaftslehre und Recht erläutern die beiden Autoren, wie die Jungunternehmer alle relevanten Aspekte der Existenzgründung bewältigen können. Mit diesem Buch kann der Start ins Unternehmertum klappen Es sind insgesamt neun Schritte zur Selbstständigkeit, die in chronologischer Reihenfolge behandelt werden. Und das Ganze natürlich mit der gebotenen professoralen Akkuratesse und Seriosität. Da geht unter anderem um Fragen wie: Wie erstelle ich einen Businessplan? Wie komme ich zu Geld für die Unternehmensfinanzierung? Welche rechtlichen und steuerlichen Fallstricke gilt es zu beachten? Wie führe ich eine Wettbewerbsanalyse durch? Wie vermarkte ich mein Produkt/meine Dienstleistung? Kaum eine Frage, mit denen der Existenzgründer unweigerlich konfrontiert wird, welche in diesem Buch nicht thematisiert wird. Klar, es handelt sich hier nicht um einen Roman, sondern um eine ziemlich trockene Lektüre. Die Diktion ist eher wie in einem Lehrbuch. Aber das sind die die frisch gebackenen Studenten ja gewohnt. Was mir gut gefällt: Es gibt zu fast allen Themen Beispiele zur Anschauung. Denn wie heißt es schon in Goethes „Faust“: „Grau, mein Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum.“  In diesem Sinne: Gutes Gelingen! Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr nützliches Buch nicht nur für frisch gebackene Hochschulabsolventen, die mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Besonders gut gefällt die umfassende und gleichzeitig detaillierte Behandlung aller relevanten Themen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Michael Gehrer, Bernhard Plum: Existenzgründung für Hochschulabsolventen.  Geschäftsidee, Business-Plan, Fördermittel, Kundenakquise, Crowdfunding. Haufe Lexware, 256 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3648079115 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Männer sind so doof (Frauen aber auch)! Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen. Das hatte uns ja schon der große Loriot erklärt: Wer´s immer noch nicht glaubt, dem sei das neue Buch von Désirée Nick ans Herz gelegt. Désirée Nick, werden Sie jetzt womöglich überrascht die Stirn runzeln, ist das nicht die, die im Dschungelcamp ums Überleben kämpfte, grundsätzlich über alles und jeden ablästert und zudem juristisch durchgefochten hat, dass sie sich öffentlich als Geliebte eines in der bunten Medienlandschaft ebenfalls recht bekannten Adligen bezeichnen darf? Ja, das ist sie: Désirée Nick, die lebendgewordene BUNTE-Schlagzeile. Im echten Leben ist „La Nick“ aber noch viel mehr: Zum Beispiel alleinerziehende Mutter und erfolgreiche Unternehmerin, die die Männerwelt längst durchschaut hat - die Frauenwelt aber auch. Sie selbst bezeichnet sich als „Urmutter aller Comedians“, und tatsächlich weiß man bei ihr nie so genau, wo die Show eigentlich aufhört. Wer über 25 Jahre Glitzerwelt überlebt hat, dem ist nichts Menschliches mehr fremd. Der Mann an sich ist ein Auslaufmodell In Ihrem neuesten Werk nimmt sich Désirée Nick mit gewohnter Scharfzüngigkeit die Männerwelt zur Brust. In „Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt“  werden die Herren der Schöpfung darüber aufgeklärt, wo heute ihr Platz ist: nämlich in Baumärkten, Autohäusern, Edel-Küchen und anderen Biotopen. Die Führungsetagen in unseren Firmen werden indessen von Frauen gekapert, die nicht nur unternehmerisch denken, sondern auch noch kochen, Kinder großziehen und Norweger-Pullis für Weihnachten stricken können. Im Grunde, stellt Nick fest, ist der Mann ein Auslaufmodell. „Ich liebe Männer! Zumindest das Konzept.“ Wer denkt, dass sie nun Häme über die Männerwelt ausschüttet, hat recht. „Wie kriegt man Männer stubenrein?“ lautet ein Kapitel des Buches, „Der männliche Körper ist besser designed als das männliche Hirn“ ein anderes. Eine Männerhasserin ist Nick aber keinesfalls, wie sie betont. Im Gegenteil: „Ich liebe Männer! Zumindest das Konzept.“ Und wenn sie den Bartwuchs der Hipster oder die Saufrituale am Vatertag als lächerlichen Versuch outet, Männlichkeit zu demonstrieren, dann ist das nicht nur sehr böse, sondern auch sehr komisch. Autoverkäufer und der Vater ihres Sohnes kommen übrigens auch nicht besonders gut weg. Nick rechnet aber nicht nur mit den Problemzonen der Männer ab, sondern kümmert sich auch "liebevoll" um die eigenen Geschlechtsgenossinnen. Denn die sind keinen Deut besser, meistens sogar schlimmer. Der lesende Mann lernt und staunt: Neid, Hass und Missgunst regieren die Frauenwelt, und wenn es mit der Führungsetage doch nicht klappt, dann nur aus einem Grund: „Frauen halten nicht zusammen, sie tun nur so“. Da wird so viel gejammert, geflennt und gemobbt, das man am Ende doch wieder froh ist, ein Kerl zu sein. Roter-Reiter-Fazit: Ein Buch für Frauen, die als „normal“ emanzipierte jeden Tag darum kämpfen, auch Weiblichkeit zeigen zu dürfen. Ein Buch für Männer, die nicht belächelt werden wollen, nur weil sie gerne kochen und ihre Kinder betreuen. Und für alle anderen eigentlich auch: gnadenlos, frech und umwerfend komisch. Oder um es mit den Worten von „La Nick“ zu sagen: „Es gibt mehr Gründe, dieses Buch zu lesen als das Kamasutra Positionen hat.“ Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Désirée Nick: Säger und Rammler und andere Begegnungen mit der Männerwelt. Heyne, 207 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 3453201051 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Stärken finden: Was kann ich und vor allem, was kann ich damit anfangen? Wer kennt sie nicht, die Frage, die in keinem Vorstellungsgespräch fehlen darf: „Was sind denn Ihre Stärken, liebe Frau Bewerberin bzw. lieber Herr Bewerber?“ Und weil sich inzwischen auch bei Berufseinsteigern herumgesprochen hat, dass man auf diese Frage mehr als „Äh“ oder „Tja“ oder „Gute Frage, nächste Frage“  antworten sollte, sind die meisten präpariert. Zu hören sind dann oft die üblichen Schlagworte, als da wären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Kommunikationsstark, Teamplayer, Organisationstalent, zuverlässig, kreativ, analytisch, erfolgsorientiert und was die Bewerbungsratgeberliteratur sonst noch alles so hergibt. Ein Freund von mir hatte in einem Bewerbungsgespräch bei dieser Frage geantwortet, er können besonders gut delegieren. Mit anderen Worten: Die Arbeit anderen zuschustern. Und obwohl man ja immer wieder liest und hört, dass „Delegieren können“ eine ganz wichtige Voraussetzung ist, um eine gute Führungskraft zu sein, hat er den Job dann doch nicht bekommen. "Erkenne dich selbst!" Leichter gesagt als getan... Spaß beiseite. Die eigenen Stärken zu kennen, ist wichtig, nicht nur für die Berufswahl, sondern für ein gelingendes Leben überhaupt. Denn nur wer einer Tätigkeit nachgeht, die in Harmonie mit seinen Stärken steht, wird dauerhaft zufrieden sein. „Erkenne dich selbst!“, lautete ja schon die vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi. Doch leichter gesagt als getan. Mit Ihrem neuen Buch „Was sind meine Stärken?“ möchte die Karriereberaterin Svenja Hofert uns dabei helfen, unsere ganz persönlichen Stärken herauszufinden. Dabei wendet sie sich nicht nur an junge Menschen, die vor dem Start ins Berufsleben stehen und noch nicht so genau wissen, wohin ihre Reise am besten gehen sollte. Auch "alte Hasen", die nicht wirklich zufrieden sind in ihrem Job und nach Neuorientierung und Alternativen suchen, finden in diesem Buch eine zumindest erste Hilfe. Mit dem "Stärkennavigator" auf Entdeckungsreise Dies geschieht hauptsächlich mit dem „Stärkennavigator“, den Hofert selbst entwickelt hat. Dabei handelt es sich um einen Selbsttest mit einer Reihe von zu beantwortenden Frage. Wer diesen Selbsttest absolviert, sollte anschließend schon ein Stück klarer sehen. Man findet diesen Test sowohl im Anhang des Buches wie auch im Internet unter der Adresse www.worklifestyle.net/staerkennavigator. Hofert unterteilt die Welt der Stärken in fünf "Kontinente": Denker Lenker Kommunikatoren Manager Künstler Jeder Kontinent hat, um im Bild zu bleiben, mehrere Länder (= Stärken). Beim „Denker“ sind dies zum Beispiel der Analytiker, Entwickler, Erfinder, Kritiker, Schöngeist, Stratege oder Querdenker. Jede Stärke wird kurz beschrieben, es werden passende Jobs genannt, das typische Verhalten im Team beschrieben und sogar noch immer drei bekannte Vertreter dieser Stärke genannt. Beim Analytiker sind dies zum Beispiel Daniel Düsentrieb, Mark Zuckerberg oder Ilse Knott-ter Meer. Roter-Reiter-Fazit: „Was sind meine Stärken?“ von Svenja Hofert ist ein hilfreiches Buch für alle, die sich selbst besser kennenlernen und erkunden wollen, was sie wirklich gut können. Empfehlenswert für Berufseinsteiger und Neuorientierer. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Svenja Hofert: Was sind meine Stärken? Entdecke, was in dir steckt. Gabal, 220 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869366931 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Aktien. Klar. Aber welche? Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass an Aktien kaum ein Weg vorbei geht. Zumindest dann nicht, wenn man noch ein bisschen Rendite für sein sauer verdientes und erspartes Geld bekommen möchte. Daher halten sich die beiden Finanzexperten Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger in ihrem Buch „Cool bleiben und Dividenden kassieren“ erst gar nicht lange mit alternativen Anlageformen wie Lebensversicherungen oder Anleihen auf. Denn dabei handelt es sich genau genommen um gar keine Alternativen zur Aktie, sondern nur um vermeintliche Alternativen. Wer sein Geld wirklich lieb hat und möchte, dass es sich vermehrt, läßt die Finger davon und greift zur Aktie. Konzentrieren Sie sich auf den Dividendenadel! So weit, so gut. Doch mit der Grundsatzentscheidung für die Aktie stehen wir erst am Anfang. Jetzt geht es erst so richtig ans Eingemachte. Nämlich mit der Frage: Welche Aktie – oder besser: welche Aktien (Plural) - soll es denn nun sein? Die Antwort auf diese Frage geben Röhl und Heussinger schon indirekt im Titel ihres übrigens locker-flockig geschriebenen und immer wieder mit lustigen Sprüchen versehenen Buches: Sie empfehlen, sich auf solche Firmen zu beschränken, die gute Dividenden zahlen und das seit Jahren. Am besten sind natürlich diejenigen Aktien von Unternehmen, die Jahr für Jahr ihre Ausschüttung an die Aktionäre steigern. „Dividendenadel“ nennen die beiden Autoren diese Unternehmen und sie haben dazu sogar eine eigene Webseite eingerichtet. Unter www.dividendenadel.de sind die noblen Mitglieder der deutschen und internationalen Aktien-Aristokratie aufgeführt, ebenso übrigens im Anhang des Buches. Lieber "Malen nach Zahlen" statt wildes Herumgekleckse Die klare Empfehlung von Röhl und Heussinger für Privatanleger lautet: Macht euch nicht verrückt mit der permanenten Suche nach dem Schnäppchen, dessen Kurs in nächster Zeit garantiert durch die Decke schießen wird (denn vielleicht passiert genau das Gegenteil und die Aktie schmiert ab). Das kostet nicht nur viel Zeit und Energie, sondern oft auch Geld. Hin und her macht Taschen leer, heißt es nicht umsonst. Einmal im Jahr die besten Dividendenaktien kaufen und dann liegen lassen bis zum nächsten Jahr, das ist der Weg zum Erfolg. Diese Anlagestrategie ist sicher nichts für eingefleischte Zocker, Gambler, Glücksritter und Hasardeure, die sich eher darüber amüsieren („Ist ja wie Malen nach Zahlen.“). Aber für den verantwortungsbewussten Familienvater, der nicht gleich Haus und Hof aufs Spiel setzen will, ist dies mit Sicherheit die bessere Wahl. Roter-Reiter-Fazit: Röhl und Heussinger ist etwas gelungen, was man nicht häufig findet: Ein Buch über eine nüchterne und trockene Materie zu schreiben, das unglaublichen Spaß macht zu lesen. Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sein Geld gewinnbringend anzulegen, sollte dieses Buch lesen. Und wer bereits investiert ist, auch. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Werner H. Heussinger, Christian W. Röhl; Cool bleiben und Dividenden kassieren. Mit Aktien raus aus der Nullzins-Falle. Finanzbuch Verlag, 255 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3898799573 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Führungsweisheiten von der Trainerbank 21Es gibt einen gewissen Anfangsverdacht. Wenn einer der berühmtesten und erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt ein Buch mit dem vielversprechenden Titel „Leading“ herausbringt, dann müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man bei der Lektüre nicht ein paar interessante Ansichten und Einsichten serviert bekommt. Interessant jedenfalls für alle, die in irgendeiner Weise mit Führung zu tun haben und sich zudem für Fußball interessieren. Dieser Trainer heißt Alex Ferguson und die Liste seiner Erfolge ist lang. Als Trainer von Manchester United gewann Ferguson 38 Titel, unter anderem 13 Mal die englische Meisterschaft, zwei Mal die Champions League und ein Mal den Europapokal der Pokalsieger.  Für viele ist „Sir Alex“, wie Ferguson seit seiner Ernennung zum Ritter 1999 genannt wird, eine lebende Legende. Zusammen mit dem ehemaligen Journalisten und Investor Michael Moritz widmet er sich auf fast 400 Seiten der Frage, die jeden beschäftigen muss, der ein Team, eine Mannschaft, eine Abteilung, ein Unternehmen führt: In all diesen Fällen, schreibt Ferguson, „besteht die vielleicht wichtigste Aufgabe einer Führungsperson darin, eine Gruppe von Menschen dazu zu bringen, Höchstleistungen abzurufen.“ Diesen Menschen möchte Ferguson ein paar Anregungen geben. Dabei ist er weit davon entfernt zu behaupten, das allein seligmachende Erfolgsrezept für Führungskräfte gefunden zu haben. Im Vorwort äußert er lediglich die Hoffnung, „dass einige Ideen und Vorschläge für Sie nützlich sind und Sie meine Gedanken an Ihre eigenen Ziele anpassen können“. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist unverzichtbar In erzählerischem Tonfall mit vielen Anekdoten und Beispielen aus seiner 40-jährigen Laufbahn als Fußballtrainer behandelt Ferguson die Schlüsselbegriffe, die für jede Führungskraft von Bedeutung sind. So geht es unter anderem um Zuhören, Disziplin, Antrieb, Organisation, Teamwork, Fokussieren, Versagen, Kontrollieren, Sparsamkeit, Rivalität und Vergütung. Das wichtigste Kapitel trägt die Überschrift „Führen, nicht Managen“. Da gibt es durchaus die eine oder andere Stelle, die von der heute weit verbreiteten und in Führungsseminaren gelehrten Meinung abweicht. Wenn Ferguson zum Beispiel schreibt, dass „die völlige Kontrolle“ aus seiner Sicht „eine zwingend nötige Grundvoraussetzung ist, um effektiv führen zu können“, dann entspricht das nicht unbedingt der herrschenden „Schulweisheit“, die lieber auf Vertrauen setzt. Allerdings: Auch Ferguson musste im Laufe seiner Karriere lernen, dass er unmöglich alles kontrollieren kann. „Ich musste nicht wissen, mit welchem Waschmittel die Trikots gewaschen werden oder welche Schriftart für die Stadionzeitung verwendet wurde“, schreibt er. Das sollten andere aus seinem Stab tun. Die Lektion, die Ferguson für sich lernen musste, war: Untergehen oder Delegieren. „Kontrollieren und Delegieren sind zwei Seiten derselben Münze“, schreibt er. Dafür brauchte er natürlich die entsprechenden kompetenten Mitstreiter, und die zu finden und zu verpflichten, war dann wieder sein Job. Der Unterschied zwischen Führung und Managen Im Laufe der Jahre ist Ferguson klar geworden, dass er die Dinge, die andere besser konnten als er, diesen anderen auch überlassen musste. Er selbst hatte sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die ihm keiner abnehmen konnte. „Meine Aufgabe war es, in allen anderen den Glauben anzufachen, sie könnten sich Dinge schaffen, die sie sich selbst nicht zutrauten. Meine Aufgabe war es, einen Kurs einzuschlagen, der bis dahin noch nicht verfolgt worden war. Meine Aufgabe war es, allen begreiflich zu machen, dass das Unmögliche möglich war. Das ist der Unterschied zwischen Führung und Managen.“ Roter-Reiter-Fazit: „Leading“ von Alex Ferguson und Michael Moritz ist ein anregendes und unterhaltsames Buch für alle, die sich als Führungskraft weiterentwickeln wollen und sich für Fußball interessieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Alex Ferguson, Michael Moritz: Leading. BOOKS4SUCCESS, 384 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3864703328 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Personal Branding oder „Wer sich als Pfannkuchen verkauft...“ Meiner Mutter - Gott habe sie selig - war es wichtig, ihre sechs Kinder mit wohlmeinenden Ratschlägen und Weisheiten auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten. Das tat sie mit Vorliebe in Gestalt von Sinnsprüchen, die wir uns gut merken konnten. Einer dieser Sprüche lautete: „Wer sich als Pfannkuchen verkauft, wird auch als Pfannkuchen gegessen.“ Nun bin ich zwar ein großer Fan von Pfannkuchen, aber was meine Mutter uns mit diesem Spruch sagen wollte, ist klar: Wenn ihr da draußen in der Welt seid und euch behaupten müsst, dann macht euch nicht klein, seid selbstbewusst, seid ein Wiener Schnitzel. Dieser Satz meiner Mutter kam mir ganz spontan in den Sinn, als ich die ersten Seiten des Buches „Erfolg braucht ein Gesicht. Warum ohne Personal Branding heute nichts mehr geht“ von Benjamin Schulz und Edgar K. Geffroy las. Denn auch in diesem Buch geht es ums Verkaufen oder, wie man vornehmer sagt, ums Vermarkten. Aber nicht ums Verkaufen von  so etwas Trivialem wie Produkten oder Dienstleistungen. Es geht ums Vermarkten von etwas viel wichtigerem, Einzigartigem: Es geht ums Vermarkten von sich selbst! Personal Branding: wichtig für Selbstständige, Manager, Sportler, Künstler... „Personal Branding“ nennen das Schulz und Geffroy. Oder auf Deutsch „Personenmarketing“. Die dahinter stehende Frage lautet: Wie werde ich von der Person zur Marke? Das Thema ist wichtig, nicht nur für Ärzte, Rechtsanwälte, Immobilienmakler, Steuerberater, Ingenieure, Politiker, Schauspieler, Musiker, Sportler. Auch immer mehr Manager entdecken die Bedeutung des Personal Branding für ihre eigene Stellung im Konkurrenzkampf um die besten Posten. Einige der berühmtesten Personenmarken in der Wirtschaft? Steve Jobs (Apple), auch wenn er schon mehr als vier Jahre tot ist. Oder Microsoft-Gründer Bill Gates. Oder der Shooting Star Elon Musk (Tesla). Aber auch innerhalb einer Branche kann man sich zu einer Marke entwickeln, um so seine Bekanntheit zu erhöhen und seinen Marktwert zu steigern. Auch Benjamin Schulz und Edgar K. Geffroy sind Marken. Der eine als gefragter Marketingexperte und der andere als Speaker und Bestsellerautor. Ihr Buch ist keines der üblichen Lehrbücher. Es ist fast ausschließlich ein Dialog zwischen den beiden Männern. Dazu hatten sie sich für mehrere Tage nach Mallorca zurückgezogen und von früh bis spät über dieses Thema geredet. Über ihre Erfahrungen, ihre Ansichten, ihre eigenen Strategien, über positive und schlechte Beispiele, über Voraussetzungen und Konsequenzen. Das Buch ist wunderbar leicht zu lesen. Man kann Schulz und Geffroy sozusagen beim Denken und Plaudern über die Schultern gucken. Für ganz Eilige gibt es am Schluss eine stark komprimierte Zusammenfassung, quasi ein Ergebnisprotokoll. Wer will schon eins der bunten Bällchen im IKEA-Bällebad sein? Wer sich dazu entscheidet, sich selbst als Marke aufzubauen, der entscheidet sich dafür, „seine Nase in den Wind zu halten“, wie Schulz sagt. Der entscheidet sich dafür, sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Sichtbar zu sein. Das ist nicht jedermanns Sache. Das erfordert Mut. Denn man macht sich damit natürlich auch angreifbar. Man kann nicht Everybody´s  Darling sein. “Everybody´s Darling is everybody´s Depp“, sagt Geffroy. Sichtbarkeit, schreiben die beiden Experten, bedeutet auch Polarisierung. „Ohne Polarisierung ist man nur eins der vielen bunten Bällchen im IKEA-Bällchenbad“, sagt Geffroy. Diese exponierte Stellung muss man wollen. Den oft damit verbundenen kalten Gegenwind muss man aushalten können. „Personal Branding kann nur dann gelingen, wenn man die Frage `Will ich das überhaupt?´ mit einem klaren `Ja´ beantworten kann.“ Erst dann geht es um die eher praktischen Fragen „Wie werde ich zur Marke?“ und „Wie überlebe ich als Marke?“. Im vierten und fünften Kapitel ihres Buches geben Schulz und Geffroy auf diese Fragen erhellende und hilfreiche Antworten. Roter-Reiter-Fazit: Ein unterhaltsames und anregendes Buch über ein heute noch vielfach unterschätztes Thema. Eine Empfehlung für alle, die mehr sein wollen als ein buntes Bällchen im IKEA-Bällchenbad. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Edgar K. Geffroy, Benjamin Schulz: Erfolg braucht ein Gesicht. Warum ohne Personal Branding nichts mehr geht. Redline, 223 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868816291 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Wer die ökonomische Ungleichheit abschaffen will, ist auf dem Holzweg Es kommt nicht auf die Größe an. Auch beim Buch nicht. Das hat der streitbare amerikanische Philosoph Harry G. Frankfurt bereits mit seinem 2014 auf Deutsch erschienen Buch „Bullshit“ bewiesen, das, obwohl nicht einmal 50 Seiten „dick“, auf eine große Resonanz stieß. Auch das neue Buch Frankfurts kommt im Bonsai-Format daher. Es  misst nur 10,4 cm in der Breite und 15,3 cm in der Höhe und hat auch nur 107 Seiten, von denen nicht einmal alle beschrieben sind. Und doch: Dieses Buch hat Gewicht. Und das dürfen Sie gleichzeitig als Empfehlung und als Warnung verstehen. Denn dieses Buch - es heißt übrigens „Ungleichheit. Warum nicht alle gleich viel haben müssen“ - können Sie nicht einfach so lesen. Sie müssen es mit Verstand lesen. Wenn Sie das tun und überhaupt Spaß an theoretischen Gedankengängen haben, dann wird Ihnen dieses Büchlein gefallen. Denn es ist ungemein inspirierend. Und wenn Sie am Ende Ihrer Lektüre zu der Erkenntnis kommen, dass Sie die Meinung Frankfurts nicht teilen können, dann schadet das überhaupt nicht. Sollen alle Menschen dasselbe verdienen und besitzen? Um was geht´s denn nun? Es geht - wie der Titel schon sagt - um Gleichheit. Beziehungsweise um Ungleichheit. Darum wird ja landauf, landab ein großes Gewese gemacht. Vor allem in finanziellen Fragen. Die einen verdienen viel zu viel, heißt es, die anderen im Vergleich viel zu wenig. Die einen haben viel zu viel, die anderen im Vergleich viel zu wenig. Das sei nicht nur ungerecht, sondern auch moralisch völlig verwerflich, sagen die Vertreter des sogenannten „ökonomischen Egalitarismus“. Die Anhänger dieser Ansicht meinen, kurz gesagt, dass jeder über dieselbe Höhe an Einkommen und Vermögen verfügen sollte. Der ökonomische Egalitarismus ist ein Denkfehler mit schädlichen praktischen Konsequenzen Völliger Unsinn, behauptet nun nicht ganz überraschend unser Philosoph aus Amerika.  Ökonomische Gleichheit ist aus Sicht von Frankfurt nicht nur kein moralischer Wert an sich. Sondern ökonomische Gleichheit kann - wenn es als Ziel definiert wird - sogar schädliche Folgen haben. Wichtig ist nicht, dass alle Menschen auf demselben Niveau sind, sondern dass es niemandem schlecht geht. Das macht aus Sicht von Frankfurt durchaus einen Unterschied, vor allem wenn es um praktische und damit politische Konsequenzen geht. Die größte Herausforderung für Politik und Gesellschaft besteht daher nicht darin, schreibt Frankfurt, dass die Einkommen so vieler Menschen ungleich sind. Die größte Herausforderung besteht darin, dass so viele Menschen arm sind.  O-Ton Frankfurt: „Aus moralischer Perspektive ist es nicht wichtig, dass jeder dasselbe hat. Was moralisch zählt, ist, dass jeder genug hat.“ Das nennt Frankfurt das „Suffizienzprinzip“, welches er dem ökonomischen Egalitarismus entgegensetzt. Roter-Reiter-Fazit: Ein großartiges Buch! Inspirierend, klar, kurz. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Harry G. Frankfurt: Ungleichheit. Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen. Suhrkamp, 107 Seiten, 10,00 Euro, ISBN: 3518466615 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Hallo! Kreativität! Aufwachen! So wecken Sie Ihre verschütteten Potenziale Wer wäre nicht gern so genial wie Leonardo da Vinci? Der italienische Universalgelehrte, Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph (1452 – 1519) gilt als einer der klügsten und kreativsten Menschen der Geschichte. Klar, auch Leonardo war nicht jeden Tag auf dem intellektuellen und kreativen Gipfel. Er hatte auch schlechte Tage.  „Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform“, sagte schon ein anderer Kreativer, der englische Schriftsteller William Somerset Maugham. Und wenn Leonardo eines ganz sicher nicht war, dann Mittelmaß. Jeder ist er kreativ, viele machen nur keinen Gebrauch davon Kreativ, glauben viele, das sind doch nur die Künstler, die Wissenschaftler, die Werbefuzzis und Erfinder. Und vielleicht noch der eine oder andere Finanzchef  eines DAX-Unternehmens („kreative Buchführung“). Falsch, sagt Bernhard Wolff. Kreativ, behauptet er, das sind wir alle, jeder einzelne von uns. Oder besser: Wir waren es, damals, als Kind. Bei vielen von uns ist dann die Kreativität ein bisschen eingeschlafen, verschüttet. Doch es gibt Möglichkeiten, diese sozusagen angeborene Kreativität wieder aufzuwecken. Und genau damit beschäftigt sich Wolffs neues Buch. Es ist zum einen eine Aufforderung, die eigenen verschütteten kreativen Potenziale wieder ans Tageslicht zu holen. Das fängt schon mit dem Titel des Buches an. Denn das Buch hat keinen Titel. Wolff möchte, dass wir selbst diesem Buch einen Titel geben, und er zeigt uns auf den ersten Seiten, wie wir das schaffen. Und das Buch ist zum zweiten ein Hilfesteller oder ein Trainer. Im Hauptteil des Buches gibt uns Wolff 157,5 „Ideenbeschleuniger“. Auf jeder Seite ein Tipp. Wobei „Tipp“ nur halb richtig ist. Es handelt sich bei Wolffs „Ideenbeschleuniger“ nämlich nicht um Tipps im Sinne von „Tue dies und dann kommt jenes am Ende dabei heraus“. Sondern Wolff gibt Anregungen, macht Vorschläge, teilt eigene Erfahrungen und vermittelt (wissenschaftliche) Erkenntnisse. Kreativ werden mit dem "beknackten Klopapier-Test" Oft sind dies gar keine großartigen Sachen, sondern Kleinigkeiten. Kennen Sie zum Beispiel den „beknackten Klopapier-Test“? Der geht so: Schreiben Sie in 120 Minuten auf, was man mit einer Rolle Toilettenpapier noch anfangen kann außer… na, Sie wissen schon. Oder wie wäre es mit einer Runde „fantasievollem Fernseh-Faulenzen“: Lieblingsserie ohne Ton einschalten und Dialoge improvisieren. Oder: Schauen Sie sich die vier wichtigsten Verhaltensweisen der großen Innovatoren ab; diese sind: Viel fragen und hinterfragen Genaue Beobachtung der Umwelt und der Dinge, die passieren Offene Kommunikation und Vernetzung mit interessanten Menschen Spielen und experimentieren Roter-Reiter-Fazit: Bernhard Wollfs Buch ohne Titel ist ein anregendes und oft witziges Buch für alle, die ihre kreativen Potenziale wieder zum Leben erwecken wollen. Man soll es nach Wolffs Empfehlung ausdrücklich nicht am Stück lesen, sondern lieber immer wieder mal reinschauen und sich inspirieren lassen. Und es müssen auch nicht alle Tipps bei jedem funktionieren. Ist aber auch gar nicht schlimm. Einfach ausprobieren, und wenn etwas klappt, freuen Sie sich und versuchen Sie es erneut. Wenn etwas nicht funktioniert oder Sie sich nicht gut dabei fühlen, lassen Sie es bleiben und probieren Sie etwas anderes aus. Die Auswahl ist reichlich, da ist mit Sicherheit für jeden was dabei. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Bernhard Wolff: Titel bitte selbst ausdenken. 157,5 erfolgreiche Ideenbeschleuniger. Gabal, 199 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3869366974 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### So retten Sie Ihr Vermögen in der neuen Eiszeit Wenn Daniel Stelter das Wort ergreift, dann empfiehlt es sich, zuzuhören. Denn das frühere Mitglied des Executive Boards der internationalen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und Gründer der Denkfabrik „Beyond the Obvious“ ist ein kluger Kopf und hervorragender Analytiker. Wenn es um Ökonomie und damit um Geld geht, ist Stelters Meinung und Rat weltweit gefragt. Jetzt hat er ein neues Buch vorgelegt. Der Titel klingt beängstigend wie ein Horrorfilm im Fernsehen: „Eiszeit in der Weltwirtschaft“. Vor dem Hintergrund der beunruhigenden Entwicklung der Finanzmärkte in den vergangenen Jahren und ihren Konsequenzen – der „Eiszeit“ – befasst sich Stelter mit der Frage, was die „sinnvollsten Strategien zur Rettung unserer Vermögen“ sind. Die „Eiszeit“ bedeutet im Sinne Stelters, dass es auf Jahre hinaus schwierig bis unmöglich sein wird, an den Finanzmärkten eine ordentliche Rendite einzufahren. Das heißt: Heute geht es nicht in erster Linie um die Vermehrung, sondern um die Sicherung des Vermögens. Mit anderen Worten: Die Chancen sind nicht gerade rosig, in den kommenden Jahren viel reicher zu werden  - die Risiken sind aber erheblich, viel Geld zu verlieren. Wie der Anlager in der "Eiszeit" sein Geld retten kann Das möchte Stelter verhindern. Der letzte Teil seines Buches trägt die Überschrift „Überleben in der Eiszeit“ und ist aus Anlegersicht zweifelsohne der wichtigste und interessanteste Abschnitt des Werkes. Wer wenig Zeit hat, kann seine Lektüre auch nur auf diese rund 100 Seiten des Buches beschränken. Der wichtigste Satz steht auf Seite 235 und lautet: „In der Eiszeit geht vor allem darum, Verluste zu vermeiden.“ Im Folgenden erläutert Stelter, mit welcher Strategie dieser Vermögenserhalt am ehesten gewährt ist. Dabei beschränkt sich der Ökonom auf einige wenige Kernpunkte, die alle unter der Maxime stehen, Risiken zu verringern, Kosten zu senken und Verluste zu vermeiden. Konkret empfiehlt Stelter folgende Finanzstrategie, um einigermaßen unbeschadet die Eiszeit zu überstehen: Qualitätsaktien. Das sind Aktien von Unternehmen, die sich durch stabile Cashflows, moderate Verschuldung, stabile Geschäftsmodelle und Kontinuität im Management auszeichnen. Die Finger lassen würde er von Fluggesellschaften, Banken, Versicherungen und Luxuskonsumgüterherstellern Anleihen solider Schuldner. Liquidität. Cash ist für Stelter eine eigene Anlageklasse. Um flexibel reagieren zu können, ist eine Mindestreserve an Barmitteln und Anlagen, die sich rasch und ohne Abschlag in Barmittel umwandeln lassen, unerlässlich. Gold, weil Gold eine Versicherung gegen Unfälle im Finanzsystem ist. Immobilien. Oft unterschätzt: Vermögenserhalt durch Steigerung des eigenen Marktwertes Darüber hinaus weist Stelter auf eine Position hin, die oft völlig vernachlässigt wird, wenn es um die Vermehrung oder auch die Sicherung des Vermögens geht: das eigene zukünftige Einkommen! Dieses dürfte, so Stelter, „für die meisten von uns die größte Vermögensposition darstellen“. Und weiter schreibt er: „Selbst nach Abzug aller Steuern dürften junge Gutverdiener, betrachtet man ihr geschätztes Lebenseinkommen, mehrfache Millionäre sein.“ Daraus folgt, dass sich jede Investition in die Steigerung des eigenen Marktwerkes durch Weiterbildung und Qualifikation, gepaart mit einer hohen Mobilität, in barer Münze auszahlt. Daher Stelters vielleicht wichtigster Rat vor allem für diejenigen, die noch nicht über ein Vermögen im sechs- oder siebenstelligen Euro-Bereich verfügen: „Bevor Sie sich also Sorgen um Ihr Erspartes machen, denken Sie darüber nach, ob und wie Sie die beruflichen Chancen für sich und Ihre Kinder verbessern können. Investieren Sie zuerst in die eigene Bildung und die Ihrer Kinder, bevor Sie an Geldanlage denken.“ Roter-Reiter-Fazit: „Eiszeit in der Weltwirtschaft“ ist ein brilliantes Buch nicht nur für Ökonomen und wirtschaftlich interessierte Laien, sondern für alle, die ihr Vermögen ohne Abschmelzeffekte durch diese schwierigen Zeiten bringen wollen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Daniel Stelter: Eiszeit in der Weltwirtschaft. Die sinnvollsten Strategien zur Rettung unserer Vermögen. Campus, 337 Seiten, 29,95 Euro, ISBN: 3593505142 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Geschwindigkeit ist keine Hexerei - wie Sie die Produktivität im Business erhöhen Wer heute im Business erfolgreich sein will, der muss, um mit dem großen Peter F. Drucker zu sprechen, nicht nur die richtigen Dinge tun. Er muss auch nicht nur die Dinge richtig tun. Sondern er muss die richtigen Dinge richtig schnell tun. Das ist die Kernbotschaft in Martin Geigers neuem Buch „Schneller als die Konkurrenz“. Das Stichwort lautet: Steigerung der Produktivität! Wettbewerbsvorteil Geschwindigkeit Es geht um Tempo, um Geschwindigkeit. Die Erde dreht sich immer schneller, und nur solche Unternehmen haben dauerhaft eine gute Zukunft, die es schaffen, im Takt dieser neuen Zeit zu operieren. „Wettbewerbsvorteil Geschwindigkeit“ ist der Untertitel des Buches. Schnell ist gut, lautet die Message des Autors. Der Langsame wird überholt und abgehängt. In allen Wirtschaftsbereichen und Branchen erwarten und verlangen Kunden kurze Reaktionszeiten der Anbieter. Wie sehr das Tempo das Business heute bestimmt, sieht man vor allem am Internethandel. Die Anbieter versuchen, ihre Konkurrenten mit immer kürzeren Lieferzeiten aus dem Felde zu schlagen. „Same Day Delivery“ ist inzwischen das Stichwort, also Lieferung noch am selben Tag. Vor anderthalb Jahren sorgte der Primus der Branche, Amazon, sogar mit der Meldung für Schlagzeilen, er werde in Zukunft die Ware schon verschicken, bevor der Kunde sie überhaupt bestellt hätte. Klingt komisch, ist aber so. Höhere Produktivität = mehr Zeit für Dinge, die uns am meisten Spaß machen Geiger, Produktivitätsexperte und "Effizientertainer", gibt in seinem lesenswerten Buch viele Tipps, wie man das Kunststück vollbringt, einerseits seine Produktivität immer weiter zu erhöhen, andererseits aber nicht wegen dauerhaft hoher Geschwindigkeit mit einem Motorschaden auf der Strecke zu bleiben. Dazu verhelfen ihm zahlreiche positive wie negative Beispiele aus kleineren wie großen Unternehmen. Dabei zeigt er auch auf, dass eine Steigerung der Produktivität überhaupt nicht mit einer ständig zunehmenden persönlichen Arbeitsbelastung verbunden ist. Im Gegenteil muss es das Ziel sein, durch mehr Effizienz mehr Zeit für diejenigen Dinge zu bekommen, die uns am meisten Spaß machen (Familie, Sport, Hobbies etc.). Natürlich: Man kann auch schnell in die falsche Richtung fahren. Hier kommt etwas ins Spiel, was Geiger die „Paradoxie der Schnelligkeit“nennt: „Um Dinge rasch erledigen zu können, müssen wir zunächst gründlich und langsam nachdenken“, schreibt er. Seine Forderung nach mehr Tempo und Geschwindigkeit bezieht sich hauptsächlich aufs Tun, aufs Handeln, aufs Machen. Dazu gibt Geiger zahlreiche Tipps und Hinweise, auch in der „Toolbox“ am Ende des Buches. Schnelles Handeln ersetzt nicht vorheriges gründliches Nachdenken, sondern ist die Folge davon. Roter-Reiter-Fazit: „Schneller als die Konkurrenz“ von Martin Geiger sei allen Unternehmern, Selbstständigen und Managern ans Herz gelegt, die auf dem Business-Highway lieber die Konkurrenten im Rückspiegel sehen, statt deren Rücklichter durch die Windschutzscheibe. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Martin Geiger: Schneller als die Konkurrenz. Wettbewerbsvorteil Geschwindigkeit. Mit einem Vorwort von Michael Rummenigge. Gabal, 188 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3869367032 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Schweißnasse Hände, Blutleere im Gehirn? Sie müssen eine Rede halten... „Das menschliche Gehirn ist eine wunderbare Sache. Es funktioniert verlässlich von Geburt an, bis wir aufstehen, um eine Rede zu halten.“ Das ist ein Satz des großen amerikanischen Schriftstellers Mark Twain. Der ist zwar schon seit über 100 Jahren tot, aber sein Aphorismus über die Nöte eines Menschen, der einen Vortrag halten soll, ist heute so wahr wie damals. „Was ist eine der größten Ängste im Leben eines Erwachsenen? Freie Rede vor Publikum.“ Schreibt exakt 106 Jahre nach Twains Tod Florian Mück in seinem neuen Buch „Der einfache Wege zum begeisternden Vortrag“. Geburtstagsrede, Hochzeitsrede, Jubiläumsrede, Betriebsversammlungsrede, Kundenveranstaltungsrede.... Um es gleich zu sagen: Dieses Buch sollten Sie lesen! Und zwar alle. Oder fast alle. Wer in der Wüste lebt oder am Nordpol und keinen Kontakt zu Menschen hat vielleicht nicht. Denn eine Rede halten, da kommt ja kaum jemand dran vorbei. Da gibt es die Geburtstagsrede, die Hochzeits-/Jubiläums-/Abiturrede, die Büttenrede, die Rede auf der Betriebsversammlung, die Präsentation vor Kunden oder (möglichen) Investoren und viele Anlässe mehr. Und wer sich bei diesen Gelegenheiten nicht einfach durchmogeln und seine Zuhörer mit einem schlechten Vortrag langweilen will, sondern mit einer gelungenen und schwungvollen Rede sich selbst sowie  seinen Zuhörern etwas Gutes tun will, der sollte dieses Buch von Florian Mück lesen. Denn Mück weiß, wovon er spricht. Der Diplom-Kaufmann ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied von Toastmasters International, einer Vereinigung zur Förderung der Kunst des öffentlichen Redens. Seit 2009 verdient er als professioneller Redner und Kommunikationstrainer sein Geld. Mit seinem gelungenem und sehr schön zu lesendem Buch will Mück zwei Dinge erreichen: Zum einen will er uns die natürliche Angst vor dem Auftritt nehmen. Und zum anderen will er uns helfen, wirklich gute Reden zu halten und unsere Zuhörer zu begeistern. In 15 Schritten zum Redner, der seine Zuhörer begeistert Das macht er in 15 Schritten. Darin geht es unter anderem um den Aufbau einer Rede, um den ganz wichtigen ersten Satz, um den Einsatz von rhetorischen Mitteln, Zitaten und Geschichten, um Körpersprache, Stimmvariation, Humor und Lächeln. Alles ganz einfach und nachvollziehbar geschrieben und mit persönlichen und oft amüsanten Anekdoten versehen. Klasse auch: Die „50 Dos und Don´ts“ im zweiten Teil des Buches, also Tipps im Sinne von „Das sollten Sie in Ihrer Rede auf jeden Fall tun“ und „Das sollten Sie auf auf jeden Fall vermeiden“. Roter-Reiter-Fazit: Mit seinem Buch „Der einfache Weg zum begeisterndem Vortrag“ legt Florian Mück einen großartigen Ratgeber für alle vor, die – privat oder beruflich – hin und wieder oder auch öfter eine Rede, einen Vortrag, eine Präsentation halten wollen oder müssen. Dabei hilft das Buch mit jeder Menge konkreter und hilfreicher Tipps und Empfehlungen. Und: Mit jeder gelesenen Seite wächst die Lust, sich selbst eine Bühne zu suchen und eine Rede zu halten. Und jetzt heißt es tatsächlich: Üben, Üben, Üben. Und (immer mehr) Spaß dabei haben. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Florian Mück: Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag. Redline, 222 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 3868816305 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Diagnose Praxisschock: So schaffen Sie den Einstieg ins Berufsleben Zu Michael, einem Freund aus Studientagen, habe ich schon lange keinen Kontakt mehr. Aber an eine Sache erinnere ich mich, als wenn es gestern gewesen wäre. Michael hatte damals, lange her, sein Volkswirtschaftsstudium erfolgreich abgeschlossen und in beruflicher Hinsicht das große Los gezogen. Dachten wir jedenfalls alle. Er hatte einen äußerst gut bezahlten Job bei einer renommierten internationalen Unternehmensberatung ergattert. Doch was machte Michael? Keine zwei Monate nach seinem ersten Arbeitstag verschwand er von der Bildfläche. Spurlos. Kam nicht mehr zur Arbeit und war auch sonst nicht mehr auffindbar. Niemand wusste, wo er war, und man machte sich schon die schlimmsten Sorgen. Dann tauchte Michael plötzlich und äußerlich unversehrt wieder auf. Wie sich schnell herausstellte, hatte er etwas erlitten, was viele Berufsanfänger, vor allem wenn sie frisch von der Uni kommen, ebenfalls erfahren: Diagnose Praxisschock! Der Übertritt von der Uni ins Berufsleben ist für viele eine Herausforderung Was Michael damals einfach nicht verkraftet hatte, war der heftige Übergang vom weitgehend freien Studenten- ins stark reglementierte Berufsleben. Das fängt ja oftmals schon bei der Kleiderordnung an und hört mit den Arbeitsanweisungen noch lange nicht auf. Was Michael seinerzeit gebraucht hätte, wäre ein Coaching oder das neue Buch von Isabelle Pfister: „Get organized! Deine Tools für cleveres Selbstmanagement“. Die Diplom-Psychologin und Trainerin hat einen vor allem für Berufseinsteiger sehr nützlichen Ratgeber geschrieben, der nicht nur frisch gebackenen Uni-Absolventen zu empfehlen ist. Auf den knapp 180 Seiten geht es nicht nur um das wichtige Thema Selbstmanagement, sondern auch ganz grundlegend um Überlebensstrategien in der für viele neuen und unbekannten Welt der Firmen und Betriebe. So gibt Pfister unter anderem wertvolle Tipps für den Umgang mit Kollegen („Kollegen sind nicht immer Freunde…“), für die Vermeidung von (negativem) Stress, für die Bewältigung der E-Mail-Flut. Und natürlich darf auch ein Kapitel zum wichtigen Thema Zeitmanagement nicht fehlen. Startschwierigkeiten im Berufsleben sind völlig normal Doch es sind nicht nur ganz praktische Tipps, mit denen Pfister den Berufseinsteigern das Leben erleichtern will. Sie rührt auch an grundlegenden Fragen wie „Was ist dir überhaupt wichtig?“ oder „Was willst du erreichen?“ „Wie willst du als alter Mensch einmal auf dein Leben zurückblicken?“. Was mir an dem Buch auch gut gefällt, ist das Verständnis, mit dem Pfister den jungen Menschen begegnet, die am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen. Ebenfalls Top: Zahlreiche, über das gesamte Buch verstreute Zitate von Managern und Managerinnen aus verschiedenen Unternehmen belegen, dass fast jeder mit solchen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte und machen Mut, nicht vor ihnen davon zu laufen. Roter-Reiter-Fazit: „Get organized“ von Isabelle Pfister ist ein tolles und wertvolles Buch für alle, die an der Schwelle vom Studenten- ins Berufsleben stehen. Aber auch wer schon einige Zeit im Berufsalltag steht, wird dieses Buch mit Gewinn lesen. Ach übrigens: Mein Freund Michael hatte dann doch noch die Kurve gekriegt und eine schöne Karriere bei einem Sportartikelhersteller gemacht. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Isabelle Pfister: Get Organized! Deine Tools für cleveres Selbstmanagement. Campus, 177 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 3593503417 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Manche Mitarbeiter sind nur mit Humor zu ertragen - mit viel Humor! Mitarbeiter! Die Pest. Oder? Hand aufs Herz: Das Leben als Führungskraft könnte so schön sein, wenn nur die Untergebenen mit ihren Macken, Schrullen und Generve nicht wären. Sehen Sie das auch so? Dann sollten Sie schleunigst umdenken. Denn diese Sichtweise ist völlig verkehrt. Das Gegenteil ist richtig. Behauptet jedenfalls der Psychologe und Führungskräftetrainer Wolfgang Pauls in seinem - ich sag es jetzt schon mal, damit hier kein falscher Zungenschlag reinkommt  - heiter-satirischen Buch "Unsere liebsten Mitarbeiter …mit totsicheren Tipps für verzweifelte Führungskräfte". Motto: Humor ist Trumpf! Blender, Chaoten, Stuhlbeinsäger… Das sind die wahren Helden des Berufslebens Das Problem, so Pauls, liegt nicht bei den Mitarbeitern, sondern beim Vorgesetzten. Hier hapert einfach an der richtigen Einstellung. Ihre Sicht auf die Dinge, äh, Menschen natürlich, ist korrekturbedürftig. Und zwar dringend und komplett. Zur Verdeutlichung hier direkt ein O-Ton aus dem Buch von Wolfgang Pauls: "Nach mehr als 20 Jahren freiberuflicher Tätigkeit als Coach, Berater und Führungskräftetrainer, in denen ich mir einen ebenso umfassenden wie tiefen Einblick in die Wirklichkeit des modernen Arbeitslebens verschaffen konnte, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es die gerade noch geduldeten, vielerorts geschmähten und mancherorts disziplinarisch verfolgten Mitarbeiter sind, welche unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf das Niveau gehoben haben, auf dem wir uns heute mit berechtigtem Stolz bewegen. Diese brutal verkannten `eigentlichen Helden des Berufslebens´ konnte ich in allen Branchen und Institutionen entdecken. Sogenannte Schwätzer und Blender, Tunnelgräber und Stuhlbeinsäger bevölkern die Großraumbüros von Global Playern ebenso wie die Arbeitsplätze mittelständischer Unternehmen und die Kantinen von Behörden. Es gibt sie einfach überall, und überall sind sie zum Wohle ihrer Unternehmen und damit letztlich zum Wohle von uns allen pausenlos aktiv." Soweit das Zitat. Was fällt uns daran auf. Zwei Dinge: Der erste Satz ist mit 70 Wörtern und sieben Kommas ziemlich lang. Diejenigen Mitarbeiter, die Sie als Führungskraft momentan womöglich noch als die größte Belastung und Störenfriede empfinden, sind in Wahrheit eine große Bereicherung für Ihr Team und Sie sollten ihnen dafür dankbar sein und dies auch durch entsprechende Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck bringen. Ein wunderbar heiter-satirisches Buch für alle Führungskräfte, die das Lachen noch nicht verlernt haben Pauls charakterisiert in seinem Buch die unterschiedlichen „Leistungsträger“ in unseren Betrieben – neben den bereits oben Genannten sind dies der Faule, der Chaot, der Auf-den-Schoß-will, der Eigenbrötler, der Meckerer, der Last-Minute-Man und der Perfektionist – und gibt konkrete Tipps, wie Sie als Vorgesetzter diese Menschen zu Ihrem eigenen und zum Vorteil des gesamten Teams und Unternehmens führen sollten. Und das auf eine feinsinnig humorvolle, natürlich total unernste Art und Weise. Roter-Reiter-Fazit: Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeiter nicht die letzten Nerven rauben. Nehmen Sie sie mit Humor. Dabei hilft das wunderbare und heiter-satirische Buch „Unsere liebsten Mitarbeiter“ von Wolfgang Pauls. Auch als Geschenk für leidgeprüfte Vorgesetzte geeignet. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de   Wolfgang Pauls: Unsere liebsten Mitarbeiter …mit totsicheren Tipps für verzweifelte Führungskräfte. Beltz, 187 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3407366086 http://www.managementbuch.de/shop/action/quickSearch?aUrl=90007985&facetNodeId=-1&searchString=Wolfgang+Pauls+unsere+liebsten+Mitarbeiter&mainsearchSubmit=Los! ### Heute hier, morgen dort – praktische Lebenshilfe für Digitale Nomaden Da gibt es dieses Lied von Hannes Wader, das bereits 1972 veröffentlicht wurde, und das heute – fast ein halbes Jahrhundert später - als Hymne der sogenannten Digitalen Nomaden gelten kann. Digitale Nomaden, das sind die Leute, die Sie vom Flughafen oder vom Hauptbahnhof kennen, immer die Tasche mit dem Notebook über der Schulter und das Smartphone am Ohr. „Digital Selbstständige“ nennt Sebastian Kühn diese Menschen auch, die ortsunabhängig arbeiten, mehr oder weniger aus dem Koffer leben und ihr Büro immer mit sich herumtragen. Mobiler geht´s nicht. Und für diese Menschen hat Kühn jetzt ein Buch geschrieben, ein „Handbuch“, um genau zu sein. Doch bevor ich ein bisschen mehr dazu sage, erst noch einmal hier der Text vom Lied von Hannes Wader. Titel des Songs: „Heute hier, morgen dort“. Heute hier, morgen dort Bin kaum da, muss ich fort Hab' mich niemals deswegen beklagt Hab' es selbst so gewählt Nie die Jahre gezählt Nie nach Gestern und Morgen gefragt! Manchmal träume ich schwer Und dann denk' ich es wär' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir längst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war! Dass man mich kaum vermisst Schon nach Tagen vergisst Wenn ich längst wieder anderswo bin Stört und kümmert mich nicht Vielleicht bleibt mein Gesicht Doch dem Ein' oder Ander'n im Sinn! Manchmal träume ich schwer Und dann denk' ich es wär' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir längst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war! Fragt mich einer, warum Ich so bin, bleib ich stumm Denn die Antwort darauf fällt mir schwer Denn was neu ist wird alt Und was gestern noch galt Stimmt schon heut' oder morgen nicht mehr! Manchmal träume ich schwer Und dann denk' ich es wär' Zeit zu bleiben und nun Was ganz And'res zu tun So vergeht Jahr um Jahr Und es ist mir längst klar Dass nichts bleibt Dass nichts bleibt, wie es war! Ich gehe jede Wette ein, dass sich jeder, der heute schon zu den Digitalen Nomaden zählt, in diesem Text aus dem Jahr 1972 wiedererkennt. Übrigens: Der Song von Hannes Wader ist auch hörenswert in der Version mit der Punkrockband Die Toten Hosen. Ein nützlicher Ratgeber mit vielen Tools, Tipps und Informationen Für diese Menschen also hat Sebastian Kühn sein „Handbuch für Digitale Nomaden“ geschrieben. Er versteht es selbst als Anleitung für alle, die sich – wie er vor einigen Jahren übrigens selbst – entschieden haben, ein „ortsunabhängiges Leben nach eigenen Vorstellungen“ zu führen. Das Buch ist ein Ratgeber mit vielen Tools, Tipps und Informationen, um sozusagen auf der Reise von Ort zu Ort nicht unterwegs verloren zu gehen. So enthält das Buch viel Wissenswertes über die Basics des ortsunabhängigen Arbeitens als Selbstständiger und zu den Unterschieden zum klassishcen Angestelltendasein. Kühn geht auch ausführlich auf die rechtlichen Besonderheiten ein. Einen Schwerpunkt bildet natürlich das wichtige Thema IT. Denn ohne leistungsfähiges Notebook und Smartphone sowie die entsprechende Highspeed-Internetverbindung ist der moderne „Wanderarbeiter“ absolut aufgeschmissen und kann gleich wieder einpacken. Für Digitale Nomaden hört die Reise an den deutschen Grenzen noch nicht auf Die Reise hört im Buch von Sebastian Kühn aber nicht an den deutschen Grenzen auf. Der Chef einer eigenen Marketingagentur, der selbst seit einigen Jahren viele Wochen im Jahr in Shanghai lebt und arbeitet, ermuntert ausdrücklich dazu, seinen Aktionsradius auch aufs Ausland auszudehnen. Dazu gibt er nützliche Tipps, unter anderem wie man günstig reist und wo man billig wohnt. Das letzte Kapitel des Buches beschäftigt sich sogar mit dem Thema „Langfristig ausreisen“ und dem „Wohnsitzlosen Leben“. Roter-Reiter-Fazit: Sebastian Kühns Buch „Das Handbuch für Digitale Nomaden“ ist ein nützlicher Ratgeber für alle, die sich vorstellen können, ein Leben als Digitaler Nomade zu führen. Für diejenigen, die bereits jetzt als moderne „Wanderarbeiter“ unterwegs sind, ist es ein wertvolles Nachschlagewerk. Damian Sicking, https://www.roter-reiter.de/ Sebastian Kühn: Das Handbuch für Digitale Nomaden. Selbstbestimmt leben - ortsunabhängig arbeiten. Redline, 320 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3868816240 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Love it, change it or leave it! Auf Facebook hatte dieser Tage jemand folgenden Satz gepostet: “Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert“. Okay, ich persönlich kann mir vorstellen, dass es noch größere Formen des Wahnsinns gibt, aber egal. Tatsache ist, dass viele Menschen mit ihrer Arbeit, mit ihrer Beziehung, ja mit ihrem gesamten Leben total unzufrieden sind, aber es nicht schaffen, etwas daran zu ändern. Statt dessen leiden sie lieber weiter, nörgeln und jammern herum und warten oder hoffen darauf, dass irgendjemand anders für sie die Karre aus dem Dreck holt. Das Dumme ist nur: Das funktioniert nicht. Da kommt keiner. Wer darauf wartet, dass dies passiert, kann lange warten. Ich kenne sogar den genauen Tag, bis wann er warten muss: bis zum Sanktnimmerleinstag. Jammern und Nörgeln ist blöd, Hintern hochkriegen ist gut Vielleicht haben Sie diesen Satz ja schon einmal gehört: „Love it, change it or leave it!“ Zu deutsch in etwa: Entweder du liebst, was du tust, oder du änderst es, oder du suchst dir etwas anderes. Zum Beispiel einen neuen Job. Darum geht es in dem Buch „Mach es einfach!“ von Ilja Grzeskowitz. Es geht um Veränderung und den Mut dazu. Statt Jammern und Nörgeln und am Ende des Lebens auf die verpassten Chancen zurückzublicken, sollen wir lieber unseren Hintern hochkriegen und das tun, was wir wirklich wollen. Auch wenn´s schwierig ist und viele Stolpersteine im Weg liegen. Aber wer es gar nicht erst versucht, so Grzeskowitz, der hat schon verloren. Der Speaker und Spezialist für Changemanagement will uns nachdrücklich ermuntern, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Wollen Sie den Rest Ihres Lebens im Regen stehen? Natürlich: Wer zufrieden und mit sich und seinem Leben im Reinen ist, der muss nichts ändern. Wozu? Läuft doch gut. Und Tatsache ist ebenfalls: Veränderung ist immer mit einem Risiko behaftet. Man kann sich auch verschlechtern. Es kann auch schief gehen. Und ja, auch das stimmt: Man kann sogar vom Regen in die Traufe kommen. Aber trotzdem: Wollen Sie den Rest Ihres Lebens im Regen stehen? Nasser als nass können Sie nicht werden. Roter-Reiter-Fazit: „Mach es einfach!“ von Ilja Grzeskowitz ist ein schön erzähltes und gut lesbares Buch für alle, die sich nicht trauen, aus einer Situation auszubrechen, mit der sie zutiefst unzufrieden sind. Das Buch ist ein Mutmacher, es einfach zu versuchen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Ilja Grzeskowitz: Mach es einfach! Warum wir keine Erlaubnis brauchen, um unser Leben zu verändern. Gabal, 210 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3869366893 Dieses Buch jetzt auf Managementbuch.de bestellen! ### „Sex macht schöne Haut“ und andere wertvolle Tipps für ein gutes Leben Schon die Philosophen in der griechischen Antike beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie man sein Leben gestalten müsse, damit man Spaß daran hat. Die Frage nach dem  "gelungenen Leben" oder der "Eudämonie" galt schon damals als die wichtigste Frage überhaupt. Und auch heute noch fragen sich die meisten von uns: Was muss ich tun (und was muss ich lassen?), um mit meinem Leben zufrieden zu sein, um mich in meinem Leben "wohl zu fühlen" und mit mir selbst im Reinen zu sein? Probieren Sie selber aus, was funktioniert "Fühl! Dich! Wohl!" So lautet auch das neue Buch von Erfolgsautor Werner Bartens. Das Sympathische an dem Buch: Es geht nicht um so große und schwer zu erlangenen Dinge wie das große Glück oder gar Glückseligkeit. Der promovierte Mediziner und leitende Redakteur im Wissenschaftsressort der Süddeutschen Zeitung ist kein abgedrehter Spinner oder jemand, der vom paradiesischen Baum der Erkenntnis genascht hat, uns angeblich ewige Wahrheiten verkündet und uns den für alle geltenden Weg zum Seelenheil weist. Das Buch von Bartens ist wohltuend bodenständig. Unter Bezug auf viele wissenschaftliche Erkenntnisse gibt uns Bartens „333 Rezepte für ein langes und gesundes Leben“ an die Hand. Jeder Tipp kann, muss aber nicht funktionieren, zumindest nicht bei jedem. Bartels ist hier wohltuend undogmatisch. Probieren Sie es aus, sagt er, wenn es funktioniert, dann freuen Sie sich und bleiben Sie dabei, wenn es nicht funktioniert, machen Sie sich keinen Kopf uns probieren Sie etwas anderes aus. In jedem Fall bleiben Sie gelassen und entspannt, setzen Sie sich nicht unter Druck. Ein wohltuend bodenständiges Buch mit 100 Prozent Alltagstauglichkeit Die 333 Rezepte sind mal einfach und mal schwieriger umzusetzen, manches scheint banal, manches überrascht. Ein paar Beispiele: Spritzen (beim Arzt) werden erträglicher, wenn man hinsieht Sich selbst über den Kopf streicheln baut auf Nerven schonen: Spätestens alle 90 Minuten eine Pause nehmen Einmal am Tag außer Atem kommen und schwitzen Auf viel Sonnencreme kommt es an, nicht auf den Lichtschutzfaktor Abwarten und Tee trinken: Warme Gegenstände und Getränke stimmen milde Sex macht schöne Haut Die rosarote Brille hat viele Vorteile Fische ansehen beruhigt und stärkt den Kreislauf Schokolade ist die Lösung, was immer das Problem ist Küssen – ein Rezept für viele Lebenslagen Ein Stift zwischen den Zähnen verbessert die Stimmung Erst 30 Minuten nach dem Essen die Zähne putzen Stressabbau: Frauen brauchen Nackenmassagen – und ruhige Partner Achselhaare bieten Schutz – genauso wie Haare in Ohren, Nase und Intimbereich Händchenhalten hilft in schwierigen Situationen Nur ein kleiner Ausschnitt aus Bartens hilfreichen Tipps für mehr Zufriedenheit und ein gelungenes Leben. Sämtliche „Rezepte“ werden übrigens kurz und gut verständlich erläutert. Roter-Reiter-Fazit: Man muss nicht immer sein ganzes Leben umkrempeln, um sich wohl zu fühlen und mit sich selbst im Reinen zu sein. Oft reicht es, im Kleinen etwas zu ändern. „Fühl! Dich! Wohl!“ ist ein wunderbar bodenständiges und hilfreiches Buch für mehr Lebensfreude, Gesundheit und Zufriedenheit. Und genauso, wie man das Buch nicht in einem Rutsch lesen muss, braucht man auch nicht alle „Rezepte“ sofort und gleichzeitig auszuprobieren. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Werner Bartens: Fühl! Dich! Wohl! 333 Rezepte für ein langes und gesundes Leben. Droemer Knaur. 336 Seiten. 19,99 Euro. ISBN: 978-3-426-27681-5     Werner Bartens: Fühl! Dich! Wohl! 333 Rezepte für ein langes und gesundes Leben. Droemer Knaur. 336 Seiten. 19,99 Euro. ISBN: 978-3-426-27681-5   Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Ein Buch für alle, denen das Schicksal der modernen Sklaven nicht am Arsch vorbei geht Der Titel des Buches ist natürlich eine Provokation. „Wie viele Sklaven halten Sie?“ Sklaven? Ich? Soll das ein Scherz sein? Und überhaupt: Die Sklaverei ist doch weltweit längst abgeschafft. Also was soll das? Doch Evi Hartmann meint es ernst: Die Sklaverei ist nicht Geschichte. Es gibt sie nach wie vor, die Sklaven. Am anderen Ende der Welt nämlich: In den Fabriken, auf den Feldern, in den Minen. „Man geht davon aus“, schreibt die Wirtschaftsprofessorin und Bloggerin, „dass weltweit 21 Millionen Männer, Frauen und Kinder in Zwangsarbeit als `moderne Sklaven´ gehalten sind“. Und wir alle, jeder einzelne von uns, trägt eine Mitschuld daran. Dadurch dass wir beispielsweise T-Shirts für 3 Euro oder eine Jeans für 15 Euro kaufen, halten wir die Maschinerie am Laufen. Eine Folge der Globalisierung. Ein „Verbrechen an der Menschheit“, sagt Hartmann. Für jeden von uns arbeiten 60 Sklaven Wie viele Sklaven halten Sie? Ungefähr 60, sagt die Professorin. Freilich ohne dass wir das wollen und ohne dass wir dies veranlasst haben. Aber es ist so. Menschen am anderen Ende der Welt werden ausgebeutet, damit wir billig unsere Bedürfnisse befriedigen können. Ein untragbarer Zustand, so Hartmann. Nicht nur für die Sklaven, sondern auch für uns. Denn wir alle zahlen drauf. „Die da unten mit ihrer körperlichen und wir hier oben mit unserer moralischen Gesundheit.“ Nur weil wir Meister im Verdrängen sind, auch im Wegschauen, schlafen wir nachts gut. Aber es ändert nichts daran, dass wir (mit-) verantwortlich sind für die moderne Sklaverei. Evi Hartmanns Buch will aufrütteln, und dazu greift sie zu einer deutlichen Sprache. Vor allem entläßt sie uns nicht aus unserer Verantwortung. Wir neigen ja dazu, der Globalisierung die Schuld zu geben und unsere eigenen Hände in Unschuld zu waschen. Aber: „Nicht die Globalisierung an sich ist das Problem“, schreibt Hartmann. „Wir sind das Problem.“ Wir sind Teil des Problems, aber wir können auch Teil der Lösung sein Doch wir können auch ein Teil der Lösung sein. Wir können etwas bewirken. Jeder einzelne von uns, unabhängig von der Größe seines Geldbeutels. Und zwar ganz einfach durch unser Einkaufsverhalten. Zum Beispiel durch Verzicht. „Es gibt Menschen“, sagt Evi Hartmann in einem Interview mit dem Campus-Verlag, „die verzichten auf jährlich ein neues Handy, nur um die Ausbeutung der Minensklaven in den Blutmineralien-Bergwerken in Afrika nicht auch noch anzuheizen. Verzicht ist die einfachste Art, moralisch zu konsumieren. Verzicht kann sich sozusagen jede und jeder leisten.“ Zudem kann ich mich bei jedem Kaufwunsch, den ich habe, fragen, ob es dazu eine moralische Alternative gibt. Das kann ich googeln oder jemanden fragen, der sich auskennt. „Es sind die kleinen Schritte, die uns zur Moral zurückbringen“, sagt Hartmann. Roter-Reiter-Fazit: „Wie viele Sklaven halten Sie?“ von Evi Hartmann ist ein Buch für alle, denen das Schicksal der Menschen am anderen Ende der Welt nicht am Arsch vorbei geht. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Evi Hartmann "Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral. Campus Verlag. 224 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 3593505436 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Vermögensaufbau mit Aktien und ETFs - eine (Lehr-) Stunde für absolute Beginner "Ich möchte Sie von den Vorzügen einer aktienbasierten Geldanlage bzw. Altersvorsorge überzeugen." Das ist die Mission von  Sebastian Tonn und deshalb hat er das Büchlein "1 x Rente bitte. Die große Portion" geschrieben. Aktien sind ja für viele Deutsche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Nur fünf Millionen Bundesbürger haben einen Teil ihres Geldes in Aktien angelegt.  Warum nicht mehr? Auch wenn wir irgendwo in den hinteren Winkeln unseres Gehirns wissen, dass wir eigentlich in Aktien investieren sollten, trauen wir uns nicht ran. "Wer in Aktien investiert, muss sich intensiv damit beschäftigen und sich richtig gut auskennen", glauben viele. Yes, you can! Investieren in Aktien ist keine Raketenwissenschaft Falsch, sagt Sebastian Tonn. Investieren in Aktien ist keine Raketenwissenschaft, sondern kann von jedem von uns ganz einfach und ohne Risiko umgesetzt werden. Und in seinem einfach zu verstehenden Büchlein zeigt er, wie es geht. Natürlich, sagt Tonn, wer in einzelne börsennotierte Unternehmen investieren will - zum Beispiel in ein Unternehmen im DAX 30 -, der sollte sich schon gut auskennen und der hat auch ein größeres Risiko, mal daneben zu greifen und einen Verlust einzufahren. Damit das nicht passiert, empfiehlt er, sogenannte ETFs zu kaufen. ETF steht für "Exchange Traded Fund". Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds und, so Tonn, "ein optimales Instrument, um auch als Laie an den Erfolgen des Aktienmarktes teilhaben zu können". Wer in einen ETF investiert, kauft nicht einzelne Aktien (beispielsweise von Daimler, Siemens oder Allianz), sondern beteiligt sich sozusagen indirekt an allen Firmen, die im DAX oder einem anderen Börsensegment enthalten sind. Anhand eines einfachen Beispiels macht Tonn deutlich, wie so ein ETF funktioniert. Weil es so schön ist, zitiere ich es hier ausführlich: "Stellen Sie sich den DAX bildlich gesprochen wie die volle Theke in einer Konditorei vor: 30 ganze Torten (Unternehmen) sind enthalten. Zusammen ist es das gesamte Angebot der Konditorei (DAX). Sie planen eine Feier und nehmen von jeder Torte genau ein Stück mit nach Hause (diese Auswahl ist Ihr ETF). Damit umgehen Sie das Risiko, dass Sie genau die zwei oder drei Torten erwischen, die nicht schmecken. Unterm Strich brauchen Sie sich also gar nicht zu sehr den Kopf über die Auswahl der Torten zu zerbrechen." So einfach ist das. Und auch so risikolos. Denn man kann als Anleger eingentlich nicht verlieren. Zumindest dann nicht, wenn man seine Beteiligung über einen längeren Zeitraum hält. Und: Neben den Kursgewinnen partizipiert man auch an den jährlichen Dividenden, also den Gewinnausschüttungen der Unternehmen. Nehmen Sie Ihr finanzielles Schicksal selbst in die Hand! Wer Vermögen aufbauen oder fürs Alter vorsorgen will, kommt ohnehin am Aktienmarkt nicht vorbei. Denn alle anderen Anlageformen bringen kaum etwas ein. Das Problem ist nur: Weil die meisten von uns von Geldanlage und überhaupt von finanziellen Zusammenhängen keine Ahnung haben (s.o.), legen wir unser finanzielles Schicksal in die Hände fremder Menschen - Bankberater, Versicherungsvertreter -, die in erster Linie ihre eigenen (finanziellen) Interessen verfolgen. Von denen lassen wir uns dann Finanzprodukte andrehen, die für uns nicht optimal geeignet sind. Im schlimmsten Falle führen diese Geldanlagen sogar über die Jahre zu einer Vernichtung unseres Kapitals. So dass wir am Ende nicht reicher, sondern im Gegenteil ärmer sind als zu Beginn. Verkehrte Welt. Auch das Handling von ETFs, also das Kaufen und Verkaufen, ist keine Hexerei, sondern fast so einfach wie der Kauf neuer Schuhe. Davor braucht niemand Angst zu haben. Auf seiner Webseite Anyonecan.de gibt Tonn weitere konkrete Tipps, wie man hier vorgehen sollte. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch "1 x Rente bitte. Die große Portion" ist allen zu empfehlen, die ihrem Geld nicht dabei zusehen wollen, wie es immer weniger wird. Die Lektüre des super einfach zu verstehenden Büchleins dauert nur gut eine Stunde. Danach wissen Sie, was Sie mit Ihrem Geld machen müssen, damit es sich vermehrt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Sebastian Tonn: 1 x Rente bitte! Die große Portion!  Heute richtig vorsorgen - anschaulich und einfach erklärt. Finanzbuch Verlag GmbH, 96 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 3898799727 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen! ### Lebe deinen Traum, aber während du ihn verwirklichst, träume nicht! Das Buch „Dein nächstes großes Ding“ ist ganz klar ein Business-Buch. Man erkennt es nur nicht sofort. Denn es ist ziemlich anders als die üblichen Business-Bücher. Das liegt vor allem am Autor selbst. Denn Matthew Mockridge (geboren 1986) ist auch anders als die üblichen Business-Buch-Schreiber. Er ist der Spross einer Künstler-Familie und hat mit Projekten geschäftlichen Erfolg, die sich für den Normalo ziemlich schräg anfühlen. Oder hätten Sie gedacht, dass man mit der Organisation von Partys Erfolg haben kann, bei denen die Gäste von oben bis unten mit Farbe eingekleckst werden? Das Buch von Mockridge ist im Kern ein Plädoyer dafür, seinen eigenen großen Traum zu verwirklichen. Das „nächste große Ding“ ist immer DEIN Ding. Das kann ein geschäftliches Projekt sein, aber eigentlich ist es sogar DEIN Leben. Viele von uns haben (oder hatten?) einen Traum, aber oft haben wir auch noch etwas anderes: Angst. Angst davor, aus unserer Komfortzone auszubrechen, Angst vor dem Risiko, Angst vor dem Scheitern. Und deshalb trauen wir uns häufig nicht, sondern träumen weiter. Und was bleibt: Wir leben nicht unseren Traum, sondern wir träumen unser Leben. Und das ist am Ende des Tages dann doch unbefriedigend. Vor diesem Frust, dieser Lebensenttäuschung, will Mockridge uns bewahren. Er fordert uns auf, zu handeln, unseren Hintern hoch zu kriegen und in die Hände zu spucken. Ein völlig untypisches Business-Buch - undercover sozusagen Mockridges Buch könnte auch den Titel haben „Mach was aus deinem Leben und ich gebe dir ein paar Tipps, die dir dabei nützlich sein könnten“. Es geht bei Mockridge mal ums große Ganze, mal um (vermeintliche) Kleinigkeiten wie zum Beispiel was man essen sollte (Studentenfutter), wie oft man ins Fitnessstudio gehen sollte, wie man Leute auf einer Party anspricht, welches Auto man fahren sollte (Smart), wie man E-Mails beenden sollte („kAn“ = keine Antwort nötig, um Zeit zu sparen) und solche Sachen. Das Buch ist voller Überraschungen. Ein völlig untypisches Business-Buch eben - undercover sozusagen. Daher wird sich der studierte Präzisionsanalytiker mit Summa-cum-Laude-Promotion und vorgezeichnetem Karrierepfad bei einem DAX-Unternehmen in diesem Buch wohl kaum wiederfinden. Dabei ist es inhaltlich gesehen absolut seriös. Viele der Tipps und Hinweise findet man auch in anderen Büchern. Was Mockridges Buch vor allem ausmacht, ist der Aufbau – wie gesagt, überraschend unsystematisch und daher spannend und überraschend -, die Gestaltung (bunt und erfrischend) und in erster Linie die Sprache. Die ist jung, szene-like, voller Begriffe, die über 40-jährige erst mal googeln müssen. Auch wer nach Olympia kommen will, muss dafür hart arbeiten Beim Lesen dieses Buches verstärkt sich immer mehr der Eindruck, dass hier der große Bruder seinem kleinen Bruder ein paar Ratschläge und Lebensweisheiten mit auf den Weg gibt. Aber nie von oben herab, sondern respektvoll und auf Augenhöhe. Was mir besonders gut gefällt, ist bei aller Flippigkeit in der Form die Ernsthaftigkeit in der Sache: Mockridge läßt keinen Zweifel daran, dass die Verwirklichung des Traums kein Spaziergang, sondern im Wesentlichen harte Arbeit ist. So wie der Sportler, der davon träumt, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen oder dort sogar in den Endlauf zu kommen, Tag für Tag und mit eiserner Disziplin trainieren muss, auch wenn es weh tut. Merke: Die Verwirklichung eines Traums erfolgt nicht im Schlaf. Roter-Reiter-Fazit: Mockridges Buch „Dein nächstes großes Ding“ ist eine überquellende Wundertüte, bis zum Rand vollgepackt mit Überraschungen. Dabei 100 Prozent seriös und praxistauglich. Absoluter Lesetipp für alle, die mehr wollen als einen 9-to-5-Job im Angestelltenverhältnis. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Matthew Mockridge: Dein nächstes großes Ding. Gute Ideen aus dem Nichts entwickeln. Gabal. 259 Seiten, 24,90 Euro, ISBN: 3869366923 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Der neue Seiwert: Weck den Tiger in dir! Von Tieren kann man bekanntlich viel lernen. Neulich war im Internet ein Video zu sehen, in dem ein Hausschwein eine Ziege vor dem Ertrinken rettet. Dazu ein Kommentar: „Tiere zeigen uns, wie es geht“. Einer, der sehr gerne ins Reich der wilden Tiere schaut, um seine Botschaften zu verdeutlichen, ist der Erfolgscoach und Bestsellerautor Lothar Seiwert. Bereits 2007 veröffentlichte er das Buch „Die Bären-Strategie“. In Form einer Fabel zeigt Seibert in diesem Buch auf, wie wir es schaffen, unser Leben zu verbessern, unsere Ziele zu erreichen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Jetzt, in seinem neuen Buch „Die Tiger-Strategie“, greift Seiwert erneut zum Stilmittel der Fabel. Eine Fabel ist ja eine Erzählung mit belehrender Absicht, in der vor allem Tiere menschliche Eigenschaften besitzen und auch menschlich handeln. In seinem neuen Buch erzählt Seiwert die Fabel vom ängstlichen Tiger Ravi, der nach und nach lernt, worauf es ankommt, damit er ein starker und gefürchteter „Meisterjäger“ wird und er so seinen Traum zu verwirklicht. Die fünf Schlüsselkompetenzen für den Weg nach oben „Mit der Tiger-Strategie“, schreibt Seiwert im Vorwort, „lege ich erstmals die Erfolgsprinzipien offen, nach denen ich ein Leben lang gehandelt habe.“ Auch bei anderen erfolgreichen Menschen hat Seiwert diese fünf „Schlüsselkompetenzen“ entdeckt. Sie lauten: Klarheit Kraft Kampfgeist Konzentration Konsequenz Und warum nun gerade Tiger-Strategie? Weil der Tiger, schreibt Seiwert, „wie kein anderes Tier für genau diese fünf Qualitäten“ steht. Nochmal O-Ton Seiwert: „Im Tiger vereinen sich die fünf Schlüsselkompetenzen, die mein Denken und Handeln geprägt haben, auf harmonische Weise.“ Aufgrund dieser Parallelen ist „Die Tiger-Strategie“ auch Seiwerts persönlichstes Buch. Im Nachwort erzählt er davon, welche Schwierigkeiten er am Beginn seiner Karriere als Erfolgsautor zu überwinden hatte und wie es ihm gelungen ist, nach und nach seine Ziele zu erreichen und seinen großen Traum zu verwirklichen. „Wer sich in den Dschungel wagt, wird mit Beute belohnt.“ Es sind im Wesentlichen zwei Botschaften, die Seiwert uns mitgibt. Die eine hat er in den Untertitel des Buches gepackt. Sie lautet: „Wer für seine Erfolge nicht selber sorgt, hat sie nicht verdient - Die Kraft steckt in dir!“ Und die zweite, vielleicht wichtigere: „Wer sich in den Dschungel wagt, wird mit Beute belohnt.“ Das heißt natürlich: Raus aus der Komfortzone und Kuschelecke, nimm dein Schicksal selbst in die Hand! Seiwerts Tiger-Buch ist, wie wir es von seinen zahlreichen anderen Büchern kennen, leicht und unterhaltsam zu lesen. Kopfkissenlektüre. Überdies ist es mit zahlreichen, großartigen Fotos von Tigern und anderen Tieren der Wildnis geschmückt. Obwohl Seiwert eine klare Botschaft vermittelt, ist es kein Lehrbuch im üblichen Sinne. Seiwert zitiert keine Forschungsergebnisse, um daraus seine Handlungsempfehlungen abzuleiten. Er appelliert vielmehr an unsere Einsichtsfähigkeit und läßt die Fabel für sich selber sprechen. Was sind Sie: Papiertiger, Schmusetiger oder Powertiger? Wie schon in seinem Buch „Die Bären-Strategie“ steht auch in diesem Werk am Anfang ein Test – ein Selbsttest. Damit können wir herausfinden, wie es um unsere eigenen Tigerqualitäten steht. Der Test besteht aus 20 Fragen. Das Ergebnis zeigt an, wie stark wir in den fünf Erfolgsprinzipien (Klarheit, Kraft, Kampfgeist, Konzentration und Konsequenz) sind und ob wir eher „Papiertiger“, ein „Schmusetiger“ oder ein „Powertiger“ sind. Roter-Reiter-Fazit: „Die Tiger-Strategie“ ist ein schönes Buch zum Selberlesen und Verschenken. Seiwert zeigt auf, worauf es ankommt, wenn man aus seinem Leben etwas machen will. Klarer Lesetipp für alle, die noch nicht den Mut haben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Lothar Seiwert: Die Tiger-Strategie. Wer für seine Erfolge nicht selber sorgt, hat sie nicht verdient - Die Kraft steckt in dir! Ariston, 160 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 3424201391 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### 5 Pfund in 5 Tagen verlieren – diesmal aber wirklich! In der Theorie ist Abnehmen total simpel: Man muss nur weniger Kalorien zu sich nehmen als man verbraucht. Trotzdem schleppen die meisten von uns Einiges an Nahrungsreserven mit sich herum und werden sie trotz Ehrenmitgliedschaft im Fitness-Studio einfach nicht los. Zum Glück gibt es ja die Diät-Industrie, die uns jedes Jahr im Frühjahr zuverlässig eine neue Blitz-Diät präsentiert, damit es mit der Freibadtraumfigur doch noch klappt. Wer diesen Lockrufen folgt, wird bis zum Sommer zumindest einen schlankeren Geldbeutel haben. Wer die Suche nach dem heiligen Gral des Gewichtsverlusts noch nicht frustriert aufgegeben hat, dem sei das Buch  „Fünf Pfund in fünf Tagen“ von Harley Pasternak ans Herz gelegt. Okay, zugegeben: Dass der Mann als Hollywoods Fitness- und Ernährungs-Guru gilt, in gefühlt jeder zweiten US-Talkshow sitzt und dort gerne schnelle Erfolge verspricht, lässt einen - Achtung, Wortspiel! - schwer misstrauisch werden. Doch dieses Buch ist anders, der Gral ist in greifbare Nähe gerückt. Der andere Diätplan von Hollywoods Fitness- und Ernährungs-Guru So verspricht Pasternak zwar einen revolutionären Ansatz, doch genau den erspart er uns: Keine neue South-Beach-, Magic-Soup-, Atkins-, Pritkin- oder Sonstwas-Diät. Vielmehr lässt er all diese Albernheiten komplett außer Acht und präsentiert stattdessen wissenschaftliche Erkenntnisse, verpackt in praxistaugliche Tipps. Dabei beschert er uns eine Menge Aha-Erlebnisse. Beispielsweise über die zweifellos am meist unterschätze Aktivitätsform, die Alltagsbewegung. Wir erfahren aber auch, warum Frauen nach dem Sport meist viel mehr Hunger haben als Männer (Liebe Damen, die gute Nachricht ist: Sie können wirklich nichts dafür!) und wie wir mit elektronischen Geräten unseren Abnehmerfolg boykottieren. Der vom Titel versprochene Verlust von fünf Pfund Gewicht in fünf Tagen ist nicht die Essenz dieses Buches. Er ist nur der Anfang der Reise und soll durch den schnellen Erfolg zum Weitermachen motivieren. Der 5-Tages-Plan findet sich erst im zweiten Teil des Buches. Nachdem man den ersten Teil gelesen hat, hat man tatsächlich Lust, es auszuprobieren. Diese „Diät“ ist auch für Berufstätige mit einer 50-Stunden-Woche machbar Soviel sei dazu schon mal verraten: Sie müssen keine Kalorien zählen, keine Portionen abwiegen, sie werden keine großen Hungergefühle leiden und die benötigten Lebensmittel finden Sie in jedem Supermarkt. Sie müssen sich auch nicht durch stundenlange Workouts quälen. Diese „Diät“ ist selbst für Berufstätige mit einer 50-Stunden-Woche machbar. Das war die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Es sind nicht nur das Essen und der Sport, sondern insgesamt fünf Gewohnheiten, die auf dem Prüfstand stehen und verändert werden müssen. Es reicht also auch diesmal nicht aus, sich dieses Buch unters Kopfkissen zu legen, um am nächsten Tag als schlanke Fee oder durchtrainierter Adonis zu erwachen. Wenn Sie allerdings zu den Menschen gehören, die zwar ernsthaft abnehmen, aber nie wieder lustlos auf einer Karotte herumkauen wollen, um sich abends dann doch wieder auf die 3-Käse-Pizza zu stürzen, dann ist dieses Buch das richtige für Sie. Roter-Reiter-Fazit: Ein durchtrainierter Gesundheitsfanatiker, der Victoria-Secret-Engel in Bestform bringt, hat ein Buch auf den Markt gebracht und verspricht schnellen Gewichtsverlust? Man ist zunächst skeptisch, denn wir kennen alle die Tricks der Diät-Industrie, und dann gibt es ja auch noch den Jojo-Effekt. Doch nach ein paar Seiten legt man den Schoko-Donut freiwillig zur Seite. Denn dieses Buch ist wirklich gut. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Harley Pasternak: Fünf Pfund in fünf Tagen. Wie Sie blitzschnell viel Gewicht verlieren und es niemals zurück bekommen. BOOKS4SUCCESS, 365 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703085 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### In hundert Schritten zum Unternehmer Natürlich reicht ein kleines und dazu mit lustigen „Schweinehunden“ illustriertes Büchlein nicht als Rüstzeug für die Unternehmensgründung. Aber Stefan Frädrich versteht es einmal mehr, kurz und knapp wichtige Fragen aufzuwerfen. Angehende Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich diesen Fragen unbedingt stellen: „Wie lange kannst du im Geschäft bleiben, ohne pleitezugehen?“ Oder „Was ist der Wert deines Produkts?“ Oder „Für wen genau soll dein Produkt sein?“ Wer diese Fragen auch nachts um drei wie aus der Pistole geschossen beantworten kann, ist ein gutes Stück vorangekommen, auf dem Weg zum Unternehmer. Und hat auch gute Tipps parat, den inneren Schweinehund zu überwinden, der immer wieder knurren wird und ans Aufgeben denkt. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Stefan Frädrich: Günter, der innere Schweinehund, wird Unternehmer.  Ein tierisches Macherbuch. Gabal, 216 Seiten, 9,90 Euro, ISBN: 3869367016 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Der Terroranschlag von Bengasi - ein Tatsachenbericht im Kampfanzug Bengasi. Die libysche Hafenstadt ist nach der Hauptstadt Tripolis die zweitgrößte Stadt des Landes. Für viele Amerikaner ist Bengasi mehr als eine Stadt. Sie ist das Synonym für die Verwundbarkeit ihres Staates, für Terror, Angst, Tod und Versagen. Traurige, weltweite Berühmtheit erlangte Bengasi Mitte September 2012. Damals, am Abend des 11. September 2012, griffen mehr als 100 schwerbewaffnete Terroristen das US-Generalkonsulat und ein CIA-Gebäude an, legten Feuer und versuchten, die Botschaftsangehörige in ihre Gewalt zu bringen. In dieser Nacht kamen der US-Botschafter J. Christopher Stevens, ein weiterer Konsulatsangehöriger sowie zwei Sicherheitsbeamte des CIA ums Leben. Ein Augenzeugenbericht von Männern, die in jener Nacht um ihr Leben und das ihrer Landsleute kämpften Die Geschehnisse in jener Nacht führten in den USA in den Wochen und Monaten danach zu heftigen und kontroversen Diskussionen. Insbesondere ging es um die Frage, welche Fehler die amerikanische Regierung um Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton begangen haben. Vor einem Untersuchungsausschuss hatte anschließend der frühere Spitzendiplomat Gregory Hicks, ehemals stellvertretender Leiter der Botschaft in der lybischen Hauptstadt Tripolis, ausgesagt, dass eine amerikanische Spezialeinheit womöglich Leben retten oder den Anschlag sogar hätte verhindern können, wenn sie nicht auf dem Weg zum Flughafen aus unerklärlichen Gründen wieder zurückgerufen worden wäre. Das Buch „13 Hours“ – so lange dauerte die Belagerung damals – schildert die Geschehnisse der Nacht aus der Sicht von fünf Sicherheitsleuten, die von der CIA zum Schutz der Botschaft und deren Personals angeheuert worden waren. Diese fünf Männer - ehemalige Marines, SEALS und Army-Ranger -, die sich damals gegen die Angreifer stellten und unter Einsatz ihres eigenen Lebens versuchten, ihre Landsleute zu retten, erzählen in diesem Buch die Geschehnisse der furchtbaren Nacht aus ihrer Sicht. Dieses Buch wurde "gewissermaßen auf dem Schlachtfeld geschrieben" Zusammengefasst hat die Aussagen dieses „Annex-Sicherheitsteams“ der mehrfach ausgezeichnete amerikanische Journalismusprofessor und Bestsellerautor Mitchell Zuckoff. Dieses Buch wurde, schreibt Zuckoff im Vorwort, „gewissermaßen auf dem Schlachtfeld geschrieben“. Soll heißen: Auch wenn das Buch im Stile eines Romans geschrieben ist, handelt es sich um einen „Tatsachenbericht“. Unter Zuhilfenahme der Augenzeugen und weiterer Sekundärquellen beschreibt Zuckoff, „was sich tatsächlich auf den Straßen und Dächern und in den brennenden Häusern zugetragen hat, als Kugeln flogen und Granatwerfer eingesetzt wurden“. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch liest sich wie ein packender Thriller. Das Bewusstsein, dass es sich hierbei nicht um einen fiktiven und ausgedachten Roman handelt, sondern um tatsächliche Ereignisse voller Grausamkeit und Brutalität, macht einen schaudern. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Mitchell Zuckoff: 13 Stunden. Der Insider-Bericht über die wahren Ereignisse in Benghazi. BOOKS4SUCCESS, 336 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 3864703530 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Cybercrime: So schützen Sie Ihre Daten im Internet Dieser Tage war auf Handelsblatt.com und anderen Nachrichtenseiten im Internet zu lesen, dass die Mitarbeiter im Lukaskrankenhaus im nordrhein-westfälischen Neuss seit ein paar Tagen arbeiten wie vor 20 Jahren. Daten von Patienten und Laborergebnisse werden handschriftlich notiert und per pedes durch´s Gebäude getragen. Der Grund: Nach einem Cyberangriff hat die IT-Abteilung in der vergangenen Woche vorsorglich alle Computer heruntergefahren, um die Daten der Patienten zu schützen – nun arbeitet sie gemeinsam mit Experten aus IT-Sicherheitsfirmen an einem Gegenmittel für den Virus. Die IT-Experten hatten in ihrem Netzwerk Erpressungssoftware entdeckt, sogenannte Ransomware. Diese sperrt den Computer und verschlüsselt im schlimmsten Fall Teile der Festplatte, um vom Nutzer eine Art Lösegeld zu kassieren. Mehrere andere Kliniken in Nordrhein-Westfalen haben offenbar derzeit ähnliche Probleme, auch Verbraucher trifft diese Betrugsmasche immer wieder. Wenn Staaten und Geheimdienste schnüffeln... Das Internet ist eine Segen für uns alle. Aber es hat nun einmal leider auch seine dunklen Seiten. Und genau diese machen sich Gangster, Gauner und Ganoven zunutze, um uns zu schaden, uns auszurauben, zu erpressen oder uns auszuspionieren. Im letzteren Falle sind es sogar auch Staaten und ihre Geheimdienste, die durch unsere Schlüssellöcher schauen und uns belauschen. Muss man sich das alles gefallen lassen? Nein! Kann man etwas dagegen tun und sich schützen? Ja! Aber wie? Genau hier setzen die Autoren des Buches „Gut gerüstet gegen Überwachung im Web“ an. Die Informatiker Christina Czeschik, Matthias Lindhorst und Rowitha Jehle haben einen Ratgeber geschrieben, der sich ausdrücklich an Computer- und IT-Laien wendet. Dementsprechend ist verständlich ist die Sprache des Buches. Also keine Angst, dass Sie vor Fachchinesisch nur noch „Bahnhof“ verstehen! Den Autoren geht es darum, Sie in die Lage zu versetzen, dass Sie Ihre Spuren, die Sie im Internet hinterlassen, unkenntlich machen für Leute, die das nichts angeht. Dementsprechend heißen die entscheidenden Kapitel „Sicher surfen im Web“, „ Sicheres E-Mailen“ und „Sicheres Chatten, Instant Messaging und SMS“. In diesen Kapiteln erfahren Sie, wie Sie sich bzw. Ihre Daten vor Fremden schützen . Hier spielen moderne Verschlüsselungsverfahren (sogenannte Kryptographie) die wichtigste Rolle. Keine Chance für "Shoulder Surfing" und "Dumpster Diving" Abgerundet werden die drei Kernkapitel durch Ausführungen zu den Grundregeln und Hintergründen der digitalen Privatsphäre. Danach wissen Sie unter anderem, was „Shoulder Surfing“ und „Dumpster Diving“ ist und worauf Sie achten müssen, wenn Sie ein sicheres Passwort finden wollen. Und falls doch einmal irgendwo im Text ein Wort auftaucht, das Sie nicht kennen: Im Glossar werden viele Fachbegriffe gut verständlich übersetzt. Roter-Reiter-Fazit: Ein hilfreiches und nützliches Buch für alle, die mit PC, Notebook, Tablet und Smartphone die weite Welt des Internets bereisen – also für uns alle. Den 100-prozentigen Schutz gibt es bekanntlich nicht – aber man sollte es den Eindringlingen so schwer wie möglich machen. In diesem Buch erfahren Sie, wie´s geht. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Christina Czeschik, Matthias Lindhorst, Rowitha Jehle: Gut gerüstet gegen Überwachung im Web. Wie Sie verschlüsselt mailen, chatten und surfen. Wiley-VCH, 238 Seiten, 12,00 Euro, ISBN: 352776061X Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Der neue Kitz über Recht und Gesetz: Spannend wie ein Krimi Fast genau ein Jahr nach seinem viel beachteten und gefeierten Buch "Stimmt´s oder hab ich Recht?" legt Bestsellerautor Volker  Kitz sein nächstes Buch vor. Und wieder geht es um Recht und Gesetz. Ich sag´s Ihnen gleich: Kitz´ neues Buch "Ich bin, was ich darf" MÜSSEN Sie lesen. Warum? Aus mehreren Gründen: Sie bekommen einen spannenden Einblick darin, wie unser Rechtssystem funktioniert und warum Gerichte so entscheiden, wie sie entscheiden. Erkenntnisgewinn und Lerneffekt: Wir müssen unser Rechtssystem fordern, damit es sich weiterentwickelt. Mahnung: Du sollst keine vorschnellen Urteile fällen! Niveauvolle beste Unterhaltung. Stoff für angeregte Diskussionen im Familien- oder Freundeskreis Sie kennen das vermutlich: Sie lesen oder hören von einem komplizierten Fall, der vor Gericht verhandelt wird. Da hat zum Beispiel ein Arzt einem todkranken und schwer leidenden Menschen beim Selbstmord geholfen. Muss er dafür bestraft werden? Oder: Darf der Staat darüber entscheiden, mit welchen Rauschmitteln ich mir einen schönen Abend mache (Cannabis)? Oder: Dürfen Bundeswehrsoldaten ein mit Passagieren besetztes Flugzeug abschießen, das Terroristen gekapert haben und mit dem sie in ein Hochhaus fliegen wollen? Oder: Darf die Polizei eine Kamera auf der Hamburger Reeperbahn aufhängen, um so die Zahl der Straftaten zu reduzieren bzw. sie besser aufklären zu können? "Soldaten sind Mörder" - warum man das ungestraft sagen darf Anhand vieler derartiger Fälle, die unsere Gerichte verhandelt wurden, bringt Kitz uns selber zum Nachdenken. Oft sind wir hin und hergerissen, um am Ende zu kapitulieren und mit dem Ausdruck der Erleichterung zu stöhnen „Wie gut, dass nicht ich diese Entscheidung treffen musste“. Eines der stärksten Kapitel ist das über die Meinungsfreiheit und ihre Grenzen. Erinnern Sie sich noch an den Fall des Mannes, der Anfang der 1990er Jahre einen Aufkleber „Soldaten sind Mörder“ auf sein Auto geklebt hatte? Er hatte sich damals postwendend vor Gericht dafür verantworten müssen, und der Fall hat bundesweit und anhaltend für Aufsehen gesorgt. Am Ende hat das Gericht den Mann freigesprochen – weil der Satz „Soldaten sind Mörder“ keine Tatsachenbehauptung, sondern eine Meinungsäußerung sei und daher durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei. Das Urteil hatte in weiten Teilen der Bevölkerung – auch in der Politik - für Unverständnis und Empörung gesorgt. Kilz zeigt sehr nachvollziehbar auf, warum das Gericht so entschieden hat, wie es entschieden hat und kommt zu dem Schluss: „Das Bundesverfassungsgericht hat nicht darüber entschieden, ob Soldaten im umgangssprachlichen Sinn `Mörder´ sind. Das ist auch nicht seine Aufgabe. Es kann nur darüber entscheiden, ob jemand sagen darf, sie seien Mörder.“ Auch eine am Stammtisch gelallte Meinung ist vom Gesetz geschützt Dieser Fall ist typisch für die verschiedenen Kapitel in dem Buch. Ein konkreter Fall, dessen grundlegende Problematik dann aber uns alle berührt. Im Fall der Meinungsfreiheit ist dies besonders deutlich, weil jeder von uns tagtäglich eigene Meinungen äußert und mit den Meinungen anderer konfrontiert wird. Kitz macht deutlich, dass es – anders als bei Tatsachenbehauptungen - keine richtigen oder falschen Meinungen gibt. Aus dem Text (S. 138f.): „Weil eine Meinung nicht `richtig´oder `falsch´ sein kann, sind vor dem Grundgesetz alle Meinungen gleich. Nur so ist sichergestellt, dass der Staat nicht als Meinungswächter auftritt. Es ist egal, ob ich für meine Meinung 30 Jahre recherchiert habe – oder ob ich sie am Stammtisch vor mich hin lalle. Jeder darf eine Meinung haben, ohne sie zu begründen. Jeder darf eine irrationale Meinung haben; auch ein emotionaler Ausbruch steht unter dem Ausbruch der Meinungsfreiheit. Es ist egal, ob jemand meine Meinung für nützlich oder schädlich, für wertvoll oder wertlos hält." Roter-Reiter-Fazit: Mit seinem neuen Buch „Ich bin, was ich darf“ ist Kitz abermals ein großartiges Werk gelungen. Es ist lehrreich, spannend und unterhaltsam. Wir empfehlen es jedem, der lesen kann. Wer nicht lesen kann, möge es sich vorlesen lassen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Volker Kitz: Ich bin, was ich darf. Wie die Gerechtigkeit ins Recht kommt - und was Sie damit zu tun haben. Dromer Knaur. 265 Seiten, 12,99 Euro, ISBN: 3426787822 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Hallo Mensch! Was im Verkauf häufig zu kurz kommt Auf Seite 169 ihres Buches „Topverkäufer schenken reinen Wein ein“ erzählt Betina Fischer von einem enttäuschenden Erlebnis mit einer Blumenhändlerin. Diese konnte zwar wahnsinnig tolle Gestecke und Sträuße binden, entpuppte sich aber als komplette Niete, wenn es ums Verkaufen und den Aufbau einer positiven Kundenbeziehung ging. Genau für solche Menschen wie diese Blumenhändlerin ist Fischers Buch ideal geeignet. Und denen hat Fischer mit ihren mehr als 30 Jahren Erfahrung im Einkauf und im Verkauf einiges zu erzählen. Bereitwillig läßt sie uns an ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben, die sie durch theoretische Ausführungen ergänzt. Alles in einer sehr einfachen Sprache geschrieben, fast im Erzählstil, so dass man an keiner Stelle überfordert wird. Eigentlich ist Verkaufen gar nicht so schwierig - warum sind dann so viele Verkäufer so schlecht? Fischer erinnert an die einfachen, die kleinen, die vermeintlich selbstverständlichen oder nebensächlichen Dinge, die aber trotzdem so wichtig sind, wenn man im Verkauf dauerhaft erfolgreich – und glücklich! – sein will. Das ist im Wesentlichen die Einstellung, im Kunden einen Menschen zu sehen, der ein ganz bestimmtes „Problem“ hat, und den man auf freundliche und am besten auch humorvolle Art und Weise bei der Lösung dieses „Problems“ unterstützen möchte. „Ich brauche einen schönen Blumenstrauß für meine Schwiegermutter“ oder „Ich möchte ein neues Fahrrad“ sind zum Beispiel solche „Probleme“. Klingt eigentlich einfach, dem Kunden bei der Lösung eines solchen „Problems“ zu helfen. Trotzdem fällt es vielen Verkäufern schwer. Warum ist das so? Für Betina Fischer hat das mehrere Gründe. Einer der wesentlichen: Viele Menschen arbeiten im Verkauf, obwohl sie diese Tätigkeit gar nicht mögen oder sie ihnen einfach nicht liegt. Verkäufer, so Fischer, müssen das, was sie tun, gern tun, sonst werden sie dauerhaft nicht erfolgreich sein, dafür aber unzufrieden und vielleicht sogar krank. Menschen mit einem bestimmten Charakter eignen sich besser für den Verkauf als andere. Gute Voraussetzungen hat, wer eine grundlegend optimistische Lebenseinstellung und ein positives Menschenbild hat, wer fröhlich und extrovertiert ist. Daher sollte jeder selbst genau prüfen, ob der Verkaufs- und Vertriebsjob für ihn oder sie das richtige ist. Und gleichzeitig kann man dies als eine Botschaft an die Personalchefs und Vorgesetzten in den Betrieben sehen: Achtet bei der Einstellung eurer Vertriebsmitarbeiter darauf, dass die persönlichen und charakterlichen Voraussetzungen stimmen. Fachkenntnisse lassen sich erwerben, ein freundliches und aufgeschlossenes Wesen nicht. Steile These: „Wer primär das `Verkaufen´ im Fokus hat, ist falsch im Verkauf“ Der zweite Grund dafür, dass so viele Verkäufer unter ihren Möglichkeiten bleiben: Sie denken im Kundengespräch zu sehr an den Verkauf selbst, an den Abschluss. Was sie völlig außer Sicht lassen, ist der der Nutzen des Produkts oder der Dienstleistung für den Kunden. Dabei ist das gar nicht so schwierig. Ein Beispiel: Ein nutzenorientierter Verkäufer eines Schreibtischstuhls sagt nicht „Wir haben diesen Stuhl ergonomisch geformt“, sondern – Nutzen für den Kunden! – „Mit diesem Stuhl reduzieren Sie Ihre Muskelverspannungen durch die ergonomische Form“. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Für den Verkäufer, sagt Fischer, ist es  „unabdingbar, die Nutzensprache zu beherrschen“. Sie ruft dazu auf, sich „vom Verkäufer zum Nutzenstifter“ zu entwickeln. Sie behauptet sogar: „Wer primär das `Verkaufen´ im Fokus hat, ist falsch im Verkauf.“ Machen Sie den Kunden zu Ihrem Freund! Das ist eine der zentralen Botschaften von Betina Fischer. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch eignet sich vor allem für Menschen, die neu im Verkauf sind. Sie haben sich zum Beispiel gerade mit einem Ladengeschäft selbstständig gemacht, haben aber bisher nicht im Verkauf gearbeitet? In diesem Buch erfahren Sie, worauf es im Verkauf ankommt. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Betina Fischer: Topverkäufer schenken reinen Wein ein. Wie Sie mit Empathie gute Kundenbeziehungen aufbauen. Wiley, 210 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3527508635 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Fit wie ein Turnschuh - Wie sich ein Mann mit Crossfit neu erfand Früher! Ja, früher, da waren wir alle mal fit. Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Kampfsport, meinetwegen auch Tennis – irgendeinen Sport haben wir doch fast alle gemacht. Doch dann kam irgendwann die Karriere, vielleicht auch die Gründung des eigenen Unternehmens, Familie auch noch – und auf einmal hatten wir keine Zeit mehr für unseren Sport. Hatten Wichtigeres zu tun. Und hatten dann auch einfach irgendwie kein Lust mehr. Und jetzt sind wir Mitte oder Ende 30, vielleicht auch in den 40ern, und sind das Gegenteil von fit. Wenn wir ein paar Treppenstufen gehen, bricht uns vor Anstrengung der Schweiß aus, und aus dem Sofa kommen wir kaum ohne fremde Hilfe heraus. Liegestützen, Klimmzüge, Klappmesser? Komm, geh weiter! Sagen wir doch, wie es ist: Wir sind total unfit, also körperlich, richtige Schlaffis. Und: Man sieht es uns auch an. Rettungsringe an den Hüften, die Brust, naja, reden wir nicht drüber, keine Muskeln an Armen und Beinen, und der Hintern ist vom vielen Rumsitzen platt und breit wie eine Pizza im XXL-Format. Willkommen beim härtesten Athletiktrainings unter der Sonne Und dann, eines Tages, vermutlich als wir nackt vor dem Badezimmerspiegel stehen, kommt die Einsicht: Das kann so nicht weitergehen, wir müssen was tun, wir wollen wieder fit sein und auch so aussehen. So ungefähr erging es auch dem amerikanischen Journalisten Stephen Madden. Eines Morgens stand er auf und hatte die Entscheidung getroffen, wieder fit zu werden, seinen aus dem Leim geratenen Körper wieder zu trimmen und schön und stark zu werden. Und er entdeckte eine neue Sportart für sich: Crossfit. Crossfit ist ein Athletiktraining, das – wie kann es anders sein? – in den USA in den 1980er Jahren erfunden wurde und von hier aus den Globus eroberte. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile in jeder Stadt immer mehr „Boxen“ – so nennt man die Studios, in denen Crossfit angeboten wird. Im Wesentlichen handelt es sich bei Crossfit um eine hochintensive Mischung aus Gymnastik, Leichtathletik und Bodybuilding mit sehr kurzen Ruhepausen zwischen den Übungen. Die Übungseinheiten heißen in der Crossfit-Sprache „WODs“, was die Abkürzung für „Workout of the day“ ist. Der "Kotz-Kübel" darf in keiner anständigen Crossfit-Box fehlen Das Buch von Stephen Madden heißt „Mein WOD-Tagebuch“ und er beschreibt darin, wie er zu Crossfit gekommen ist und welche Erfahrungen er mit diesem Sport gemacht hat. Streng genommen handelt es sich nicht um ein Tagebuch – zumindest nicht so, wie wir es üblicherweise verstehen -, und der Titel des amerikanischen Originals heißt denn auch anders: „Embrace the suck“, was im Deutschen so viel wie „Reiß dich zusammen!“ bedeutet. Und das trifft es ganz gut: Denn Crossfit gilt als eine der härtesten Trainingsformen überhaupt, und ein Einrichtungsgegenstand, der in keiner „Box“ fehlen darf, ist der Kübel, in den man sich übergeben kann. So ist denn auch das Buch von Madden in weiten Teilen genau genommen eine Leidensgeschichte. Eine faszinierende Leidensgeschichte, wie man hinzufügen sollte. Das Besondere an dem Buch – und auch das Gute – ist diese Innensicht im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen die Innensicht aus der Perspektive desjenigen, der Crossfit für sich entdeckt hat und uns einen Eindruck davon vermittelt, wie diese Szene tickt (zum Beispiel „Gib niemals auf!“ – es sei denn, du hast eine Verletzung wie eine ausgerenkte Schulter oder so etwas). Und zum anderen die Innensicht von Stephen Madden. Er scheut sich nicht davor, uns an seiner Schwäche, an seinen Selbstzweifeln, an seinen Komplexen, auch an seinem Schamgefühl teilhaben zu lassen. So ist denn auch das Buch dort am stärksten, wo es ganz persönlich wird. Roter-Reiter-Fazit: „Mein WOD-Tagebuch“ ist kein Ratgeberbuch nach dem Motto „So werden Sie fit in 90 Tagen“, sondern ein lesenswerter Erlebnis- und Erfahrungsbericht eines Mannes, der aus seiner Komfortzone ausbricht und sich mit dem Crossfit-Trainingskonzept ein Stück weit neu entdeckt und neu erfindet. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Stephen Madden: Mein WOD-Tagebuch. Was ich beim härtesten Training der Welt über das Leben lernte. books4success, 192 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703107 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Ein Comic-Band über das Leben und den ganzen verdammten Rest Müssen Comics  witzig sein? Nicht unbedingt, aber es hilft. Comics können grundsätzlich auch inspirierend, rührend, provozierend, melancholisch, erkenntnisgewinnend, nachdenklich, pointiert und sicher noch einiges mehr sein. Die Comics in dem Buch „Erzähl mir nix“ von Nadja Hermann sind dies alles. Über manche Cartoons lacht man, manche bringen einen zum Nachdenken, und manche reizen zum Widerspruch. Nur langweilig, langweilig ist keiner. Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder Das Charakteristische an den Comics von Hermann ist die zeichnerische Reduktion. Es gibt lediglich Strichmännchen bzw. Strichfrauchen, die sich miteinander unterhalten. Das hat den interessanten Nebeneffekt, dass man keine Sympathie für die eine oder andere Figur entwickeln kann, die auf Äußerlichkeiten basiert. Im Vordergrund steht immer das Wort, das Argument, die Meinung, das (Vor-) Urteil. Und da kommen durchaus unerwartete Dialoge zustande. Beispiel gefällig? Bitte schön: „Hast du auch manchmal das Gefühl, dass es heutzutage gar nicht darum geht, Probleme zu beheben, sondern nur darum, möglichst rasch jemandem die Schuld zuzuschieben, um sich dann nicht mehr damit beschäftigen zu müssen?“ „Ja, schlimm ist das.“ „Ich denke ja, das liegt an den Medien.“ „Das glaube ich auch.“ „Scheissfernsehen. Naja, hast du Lust, noch ein Eis zu essen?“ „Klar.“ Na, haben Sie sich wiedererkannt? Gut getroffen ist auch folgender kurzer Dialog: „Wusstest du, dass 87,6 % der Menschen eine Information, ohne nachzufragen, glauben, wenn man eine ungerade Zahl verwendet und den Eindruck erweckt, es handele sich um ein wissenschaftliches Ergebnis?“ „ Krass. Das zeigt nur wieder mal, wie leichtgläubig die Menschen sind und wie schnell sich Leute verarschen lassen.“ Haben Sie´s gemerkt? Bei manchen Comics von Hermann muss es im eigenen Kopf erst einmal kurz „Klick“ machen, bis man sie verstanden hat. Das macht den besonderen Reiz dieser Kunstform aus. Für gelungene Sitzungen auf dem Stillen Örtchen Die Comics sind in die vier Kategorien „Gesellschaftliches“, „Zwischenmenschliches“, „Psychologisches“ und „Alltägliches“ einsortiert und lassen kaum ein aktuelles Thema aus. Flüchtlinge, Genderfragen, Beziehungsprobleme, Abnehmweisheiten (Hermann betreibt auch den Blog „Fettlogik überwinden“), Pädophilie, Cannabis-Freigabe und, und, und. Stellt sich die Frage: Wo liest man Hermanns Buch am besten? Na dort, wo man alle Comics am besten liest: An einem sehr stillen Örtchen. Und am besten in mehreren Sitzungen. Roter-Reiter-Fazit: Nadja Hermanns Comics, die sie übrigens auch auf der Webseite Erzähl mir nix veröffentlicht, werden all denen gefallen, die keine Angst davor haben, sich den Spiegel vorhalten zu lassen und eigene Standpunkte in Frage zu stellen. Das Ergebnis lohnt sich: (Selbst-) Erkenntnisgewinn. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Nadja Hermann: Erzähl mir nix. Heyne. 173 Seiten, 8,99 Euro, ISBN: 3453603702 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Hauptsache anders? Quatsch! Hauptsache besser! Hauptsache anders! Dieses Credo postulieren ja seit einiger Zeit zahlreiche Berater und Autoren. Wer erfolgreich sein, ob als Mensch oder als Unternehmen, der muss vor allem eins sein: anders als andere. Zwei, die das nicht so sehen, sind Sabine Hübner und Carsten K. Rath. Anders sein bedeutet nicht automatisch, besser zu sein, sagen sie. Und darauf kommt es an: Besser zu sein als die Konkurrenz. Und besser zu sein, als man selbst gestern war, und morgen wiederum besser als heute. Besser sein ist kein Zustand, sondern eine tägliche Aufgabe. „Das beste Anderssein ist Bessersein“ lautet kurz und prägnant der Titel des Buches von Hübner und Rath, beide übrigens selbst erfolgreiche Unternehmer und heute Chefs der Managementberatung RichtigRichtig.com. Darum geht´s: ums Bessersein. Aber nicht ums Bessersein in irgendwelchen Nebenschauplätzen und Glasperlenspielen. Sondern ums Bessersein in Bereichen, die den Kunden tatsächlich wichtig sind. Es geht also um Relevanz. Eine (Dienst-) Leistung, in der Sie spitze sind, die für den Kunden aber nicht relevant ist, können Sie sich schenken. Daher lautet die Empfehlung der beiden Autoren: Finden Sie heraus, was für Ihre Kunden wichtig ist, und dann konzentrieren Sie sich darauf, hier das Beste zu geben. Eine Schatztruhe mit zehn Edelsteinen „Die Geheimnisse echter Service-Excellence“! Das ist nicht nur der Untertitel des Buches, sondern gleichzeitig auch das Versprechen, das die beiden Autoren uns geben. Hübner und Rath öffnen für uns eine Schatztruhe, in denen sich zehn Edelsteine befinden. Diese Edelsteine sind sozusagen die Bausteine, aus denen sich echte Service-Excellence zusammensetzt. Jeder Baustein für sich kommt Ihnen vielleicht bekannt vor. „Leadership“, „Interaktion“, „Wertschätzung“, „Kundenloyalität“ (um nur ein paar zu nennen): Alles schon mal gehört.  Hübner und Rath geben auch gar nicht vor, das Copyright darauf zu haben. Worauf es Ihnen ankommt ist zu betonen, dass es für echte Service-Excellenz entscheidend ist, alle zehn Bausteine zu pflegen und weiterzuentwickeln und nicht nur ein paar von ihnen. Das „Geheimnis“, so die beiden Autoren, liegt „in den komplexen Zusammenhängen zwischen allen zehn Aspekten“. „Tellertragen läßt sich trainieren, Sympathie nicht.“ Anhand zahlreicher Beispiele aus Groß-Unternehmen wie beispielsweise Globetrotter, Heineken, TUI oder Alnatura, aber auch aus kleineren und regionalen Playern wie zum Beispiel der Südostbayernbahn machen die Autoren deutlich, um was es ihnen geht. Nehmen wir den Baustein „Talentauswahl“. Alles entscheidend für die echte Service-Excellence sind die richtigen Mitarbeiter, die diesen Anspruch auch tagtäglich leben. Know-how ist wichtig, keine Frage, aber was vor allem zählt, ist die Einstellung, der Charakter. Das Fachliche, das kann man lernen. Das erinnert an die berühmte Maxime der amerikanischen Fluggesellschaft Southwest „Hire for attitude, train for skills!". Oder in den Worten von Hübner/Rath: „Das Tellertragen läßt sich trainieren, Sympathie nicht.“ Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr gut lesbares und inspirierendes Buch vor allem für Manager und Unternehmer, in deren Business (Kunden-) Service von entscheidender Bedeutung ist – und bei wem ist das nicht so? Dieses Buch ist anders, vor allem aber ist es besser. Und darauf kommt es schließlich an. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Sabine Hübner / Carsten K. Rath: Das beste Anderssein ist Bessersein. Die Geheimnisse echter Service-Excellence. Redline, 237 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3868815317 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Crashkurs BWL: Hier kapiert es wirklich jeder Es soll ja Menschen mit dem sogenannten „Unternehmer-Gen“ geben. Ihnen fliegt der Erfolg zu, sie haben alles im Griff, die wichtigsten Kennzahlen ihres Unternehmens jederzeit parat, die Unternehmensführung geht ihnen leicht von der Hand. Für alle anderen, die trotzdem mitreden und ihre Sache gut machen wollen, gibt es Fachbücher. Der bewährte Klassiker in neuer und verbesserter Auflage Wie zum Beispiel diesen Klassiker von Prof. Dr. Helmut Geyer und Dr. Bernd Ahrendt. Die erste Auflage von "Crashkurs BWL" erschien schon im Jahr 2002. Natürlich wurde das Werk seitdem mehrfach überarbeitet und an die aktuelle Rechtslage sowie die neuen Aspekte der Betriebswirtschaftslehre angepasst. Seit der ersten Ausgabe hat sich also einiges verändert, doch geblieben ist das Grundanliegen der Autoren: Betriebswirtschaftliche Grundbegriffe einfach und verständlich zu erklären. Diesen Anspruch haben viele Werke zum Thema, nur wenige können ihn erfüllen. „Crashkurs BWL“ gehört definitiv dazu: Ein leicht verständlicher und schneller Einstieg für Anfänger, aber auch eine Empfehlung für „alte Hasen“, die sich auf den neuesten Stand bringen wollen. Die Autoren gehen zunächst kurz auf den Aufbau sowie wichtige Fragen der Unternehmensführung ein. Es folgt ein Kapitel zum Marketing, also der Ausrichtung des Unternehmens auf dem Markt. Auch Tipps zum Personalmanagement, also wie man Potenziale der Mitarbeiter erkennt und fördert, Arbeitsverträge oder auch Kündigungen gestaltet, findet der (künftige) Unternehmer und Manager in diesem Buch. Money makes the world go round - alles, was der Manager über Finanzfragen wissen muss Die richtig schwere Kost darf natürlich auch nicht fehlen: Grundlagen der leistungswirtschaftlichen Prozesse, Betriebliches Rechnungswesen, Controlling, Kostenrechnung und Jahresabschluss. Besonders interessant ist das Kapitel über die Finanzierung von Unternehmen: Wer als Existenzgründer später keine bösen Überraschungen erleben will, sollte es wirklich sehr intensiv studieren. Gleiches gilt natürlich für die Kostenrechnung. Gerade in punkto Finanzmanagement bietet dieses Buch wirklich alles, was ein Unternehmer wissen muss. Einen kleinen Ausblick auf die Zukunft bietet das Kapitel zur Organisationsentwicklung. Soweit muss man als Unternehmensgründer aber erst einmal kommen. Jedes Kapitel ist mit Fall- oder Berechnungsbeispielen und Checklisten ausgestattet, die so gut gemacht sind, dass selbst Schulkinder sie verstehen würden und die dabei helfen, das theoretische Wissen schnell in den Geschäftsalltag zu übertragen. Weitere Checklisten, Rechner und Musterdokumente stehen für Sie online zum Download bereit. Roter-Reiter-Fazit: „Crashkurs BWL“ ist sicherlich kein Buch, das man zur Entspannung in seiner Freizeit lesen möchte, dafür ist die Thematik dann doch zu trocken und komplex. Für alle, die betriebswirtschaftliches Know-how brauchen oder einfach nur mitreden möchten, ohne gleich ein komplettes BWL-Studium zu absolvieren, ist dieses Buch jedoch perfekt geeignet. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Helmut Geyer, Bernd Ahrendt, „Crashkurs BWL“ - inkl. Arbeitshilfen online, 264 Seiten, Haufe, 6. Auflage, 24,95, ISBN: 3648071882, auch als E-Book erhältlich Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen   ### Mission: Mehr Humor in die Teppichetagen unserer Wirtschaft! Humor ist, wenn man trotzdem lacht? Super, wenn einem das gelingt. Aber warum sich das Leben unnötig schwer machen? Humor hat auch, wer einfach über lustige Sachen lachen kann und dafür nicht extra in den Keller gehen muss. Die Wissenschaft hat übrigens festgestellt, dass es völlig egal ist, über was wir lachen, Hauptsache wir tun es. Denn: Lachen ist gesund, macht gute Laune und diese ist meistens auch noch ansteckend. Beförderung der Lachkultur am Arbeitslatz mit allen legalen Mitteln Und von Lachen und guter Laune kann man doch eigentlich nicht genug haben, oder? Kommt beides nur leider oftmals viel zu kurz. Vor allem im Büro. Autor Hartmut Ronge und die gut gelaunten Menschen aus dem Pattloch-Verlag haben es sich zur Mission gemacht, schlechte Laune erst gar nicht aufkommen zu lassen und das Lachen am Arbeitsplatz mit allen legalen Mitteln zu fördern. Herausgekommen ist dabei etwas ganz Besonderes: Ein Postkartenaufsteller mit 24 frechen, überraschenden, manchmal provozierenden, aber immer lustigen Sprüchen für Ihren Schreibtisch. Ihre Kollegen werden Sie lieben… (oder sie haben keinen Humor, dann können Sie sie sowieso vergessen). "Bitte lass mich ausreden, wenn ich dich unterbreche." Beispiel gefällig? Bitte sehr: „Du musst mich mit jemandem verwechseln, den das interessiert.“ Oder: „Das ist schmutzig, falsch und moralisch höchst verwerflich. Bin dabei.“ Oder: „Bitte lass mich ausreden, wenn ich dich unterbreche.“ Oder: „Wenn du mal Probleme brauchst – ich bin immer für dich da!!“ Letzter Satz ist dann auch sofort der Titel dieses höchst gelungenen „Lachwerks“. Merke: Wer bei den Sprüchen auf diesem Kartenaufsteller nicht zumindest ein ganz kleines bisschen grinsen muss, dem, naja, ist wirklich nicht mehr zu helfen. Roter-Reiter-Fazit: Ein äußert gelungenes „Lachwerk“ für den Büroschreibtisch. Ihre Kollegen werden begeistert sein. Auch für den Einzelkämpfer im Homeoffice bestens geeignet. Und weil uns dieses Humorstück so gut gefällt, werden wir an jedem Montag in den kommenden Wochen auf unserer Facebook-Seite eine Seite präsentieren: Für einen humorvollen und beschwingten Start in die neue Arbeitswoche. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Hartmut Ronge: Wenn du mal Probleme brauchst: Ich bin immer für dich da! Mit 24 Postkarten zum Heraustrennen. Pattloch, 9,99 Euro, ISBN: 3629111912 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Wenn der Chef Sie zu einer Moderation verdonnert... ...braucht Ihnen der Angstschweiß nicht auszubrechen. Denn es gibt Hilfe. Viele denken beim Wort "Moderation" an Showgrößen aus dem Fernsehen wie Thomas Gottschalk oder Barbara Schöneberger. Doch Moderation in den Unternehmen hat mit der Moderation im Fernsehen nichts zu tun. Während unsere TV-Stars auf der Bühne in erster Linie unterhalten wollen, will der Moderator im Betrieb gemeinsam mit der Gruppe etwas erreichen: eine Lösung finden, einen Konflikt schlichten, eine Strategie erarbeiten. Moderation: Auch hier ist noch kein Meister vom Himmel gefallen Doch das ist leichter gesagt als getan. Naturtalente sind hier eher rar gesät. Die gute Nachricht ist: Moderation kann man lernen. Und dabei hilft das Buch "Crashkurs Professionell Moderieren" von Anja von Kanitz. Die erfahrene Kommunikationsexpertin hat ein sehr nützliches und praxisorientiertes Arbeitsbuch geschrieben und führt Sie durch das kleine (und große) Einmaleins des Moderierens. So beleuchtet von Kanitz die Frage, in welchen Fällen ein moderiertes Meeting besser ist und wann eine vom Vorgesetzten geleitete Sitzung. Natürlich erläutert sie auch, was die Unterschiede sind. Zum Beispiel steht beim moderierten Meeting nicht der Chef im Mittelpunkt und kommandiert „par ordre de mufti“, sondern hier tragen die Gruppenmitglieder mit ihren konstruktiven Wortbeiträgen selbst die Verantwortung für das Gelingen des Meetings. Konkrete und praxistaugliche Antworten auch auf schwierige Herausforderungen Von Kanitz bleibt auf allen 286 Seiten immer hart an der Praxis und greift viele Fragen auf, mit denen Sie konfrontiert werden, wenn Sie einmal vor der Aufgabe stehen, eine Sitzung oder eine Konferenz zu moderieren. Zwei Beispiele: Sie werden von Ihrem Chef zur Moderation eines Meetings verdonnert. Sie haben so etwas noch nie gemacht und geraten in Panik und fragen sich, wie Sie das schaffen sollen. Hier gibt von Kanitz ganz konkrete und von jedem umsetzbare Tipps. Oder (Beispiel zwei): Das Meeting beginnt und Sie als Moderator stellen nach kurzer Zeit fest, dass die Gruppenmitglieder eigentlich keine Lust auf das Meeting haben, etwa weil sie sie dazu genötigt worden sind und eigentlich etwas aus ihrer Sicht viel Wichtigeres zu tun hätten. Was tun? Wie gelingt es Ihnen als Moderator, sie aus der Reserve zu locken und zum engagierten Mitmachen zu motivieren? Auch auf diese Fragen erhalten Sie in dem Buch umsetzbare Antworten. Roter-Reiter-Fazit: "Crashkurs Professionell Moderieren" ist ein überaus nützliches Arbeitsbuch für alle, die vor der Aufgabe stehen, Meetings und Konferenzen zu moderieren. Aber auch für alte Hasen auf diesem Gebiet hält das Buch noch den einen oder anderen nützlichen Tipp bereit. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Anja von Kanitz: Crashkurs Professionell Moderieren - inkl. Arbeitshilfen online. Haufe Fachbuch. 286 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 3648073036 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Führung: Wie Sie von anderen bekommen, was Sie wollen Führung ist Manipulation, sagen Experten. Wenn wir freundlich lächeln oder versuchen, möglichst sympathisch zu wirken, wenn wir unsere Machtposition wirken lassen oder gewichtige Argumente ins Feld führen: Wir tun das alles nie ohne Grund: Und der besteht darin, die anderen dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen. So läuft es im Privaten, ganz sicher aber auch tagtäglich im beruflichen Umfeld. In dieses Feld aus Macht und Manipulation taucht Suzanne Grieger-Langer mit großer Begeisterung ein. Sie schreibt nicht nur spannende Bücher zum Thema, sondern hat diesen Bereich sogar zu ihrem Job gemacht. Als „Profilerin“ ist sie darauf spezialisiert, Schaumschläger und Mitarbeiter mit krimineller Energie zu entlarven, Poser von Performern zu trennen und Personen zu Persönlichkeiten zu entwickeln, die endlich mal eine Überlebenschance im Büro-Dschungel haben. Dieses Buch ist frech, frisch, spannend und vor allem präzise auf den Punkt Klingt spannend? Ist es auch. Wenn sie als Dozentin an den renommiertesten Wirtschaftsschulen Europas ihre Vorträge hält, hängen die Studenten begeistert an ihren Lippen. Und Grieger-Langer redet nicht nur, sondern schreibt auch so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist: frech, frisch, spannend und vor allem präzise auf den Punkt. In ihrem neuesten Werk, „Die Macht der positiven Manipulation“, zeigt Grieger-Langer, wie Sie als Führungskraft Überzeugungstechniken richtig anwenden, um selbst schwierigste Situationen konstruktiv zu lösen. Oh nein, denken Sie jetzt vielleicht: Alles schon mal gehört und gelesen. Kann sein, aber sicherlich nicht so! Suzanne Grieger-Langer führt den Leser wie ein Scout durch dieses teils stark verminte Gebiet: Die Vorurteile, mit denen man es in der Führung zu tun bekommt. Die überzogenen Forderungen, welche Ihre Vorgesetzten an Sie stellen. Und durch das ganz großen Minenfeld: Den Umgang mit Ihren Mitarbeitern – all den Performern, Pfeifen und Psychopathen. Oder um es mit den Worten der Autorin zu sagen: Jeder Volkswagen ist ein Auto, aber nicht jedes Auto ist ein Volkswagen. Lernen Sie, Pfeifen, Patienten und Psychopathen voneinander zu unterscheiden Das zentrale Anliegen dieses Buches ist es nicht, falsche Erwartungen zu wecken, sondern Ihnen das Leben zu erleichtern. Die Beziehung zu Ihren Mitarbeitern so produktiv zu machen, wie Sie es sich schon lange wünschen und – was die Psychopathen anbetrifft – Schaden von Ihrem Unternehmen abzuwenden. Sie lernen Pfeifen, Patienten, Psychopathen & Co. voneinander zu unterscheiden und verstehen endlich, welche emotionalen Erwartungen die Mitarbeiter an die Führung haben. Warum alte Beziehungsmuster zu den Eltern bis in den Büroalltag hineinwirken und wie Sie sich vom unfreiwilligen „Papa“ zu einem echten Mentor und einem Felsen in der Brandung wandeln. Ein weiteres Kapitel hilft Ihnen dabei, einen Weg zu mehr eigenem Charisma zu beschreiten, Motivation und Manipulation zu unterscheiden und bewusst einzusetzen. Dabei langweilt Suzanne Grieger-Langer ihre Leser nicht mit abgedroschenen Standard-Tipps zum Thema. Im Gegenteil: Das Buch ist so spannend wie ein Krimi und ist so hilfreich wie eine Therapie. Roter-Reiter-Fazit: Ein tolles Buch für alle junge und altgediente Führungskräfte mit starkem Praxisbezug. Klare Leseempfehlung. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Suzanne Grieger-Langer: „Die Macht der positiven Manipulation“, Überzeugungstechniken für Führungskräfte, Haufe, 272 Seiten, 19.95 Euro, ISBN 3648066420 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Punktsieg im Ringen mit dem Kunden Haben Sie als Verkäufer abends auch das Gefühl, einen zähen Fight mit Ihren Kunden absolvieren zu müssen? Dann versteht Sie niemand besser als Lothar Stempfle und Ricarda Zartmann. In ihrem gemeinsamen Buch "In 12 Runden zum Erfolg" weisen die beiden Autoren die versteckten und offensichtlichen Parallelen von Boxkämpfen und Verkaufsgesprächen nach und machen Sie fit für Ihren nächsten "Gong" beim Kunden. Vor dem Ring ins Trainingslager Verkäufer kämpfen mit Argumenten, rhetorischen Tricks und Empathie statt mit Fäusten. Kondition, Technik und taktisches Verständnis aber brauchen sie ebenso wie Klitschko und Co. Deswegen schickt sie der Ratgeber zunächst in ein zehnstufige Trainingslager: Selbstbewusstsein aufbauen, den Gegner studieren, Stärken und Schwächen ausloten, den Stress positiv für Ihr Anliegen nutzen - das können Sie lernen, wie die Autoren plausibel mit Übungen und Exkursen in die Sportwelt darlegen. Keine Angst vor Provokation Kampflustiges Auftreten - das ist die Kernbotschaft - ist durchaus von Vorteil. Die Autoren erteilen dem Ideal einer harmonieträchtigen Win-Win-Situation eine klare Absage. Wer als PPV (Provozierender Problemlösungsverkäufer) "gezielte Attacken nutzt, um den Kunden auf seine Probleme und natürlich auch die Lösungen hinzuweisen", kommt schneller auf den Punkt - und geradlinig zum Sieg nach 12 Runden Fight. Die Anleitung dafür gibt es in dem Buch. Roter- Reiter - Fazit: Ein gelungener Ratgeber, der auch erfahrenen Verkäufern zeigt, wie sie Empathie mit Entschlossenheit koppeln, um selbstbewusst beim Kunden aufzutreten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Lothar Stempfle, Ricarda Zartmann, "In 12 Runden zum Erfolg", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "In 12 Runden zum Erfolg" auf Managementbuch.de ### Reden wir doch EINFACH mal über Geld - oder: wie investiert man richtig? "Wie investiert man richtig?" Diese Frage trauen sich viele erst gar nicht zu stellen. Denn die Deutschen haben ein gestörtes Verhältnis zum Geld. Einerseits möchten sie es gerne haben, und zwar möglichst viel davon. Andererseits kennen sich die meisten von ihnen mit dem Thema Geldanlage und richtig investieren nicht aus -  und interessieren sich auch nicht sonderlich dafür. Laut einer gemeinsamen Studie von Postbank und dem Marktforschungsunternehmen TNS Emnid aus dem Jahr 2015 interessiert sich hierzulande kaum jemand für Finanzthemen. Lediglich 9,3 Prozent der Deutschen, so die traurige Erkenntnis, beschäftigen sich wirklich gern mit dem Thema Geld. Die Frage lautet: warum ist das so? Vielleicht ist ein Grund für diese, sagen wir mal, vornehme Zurückhaltung, dass es so wenige Menschen gibt, die es uns das Thema Geld und Geldanlage auf eine Weise näher bringen und erklären, die wir verstehen. Das Ziel: finanzielle Freiheit durch richtiges investieren Doch diese Ausrede zählt jetzt nicht mehr. Denn in seinem neuen Buch “Money. Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit” erläutert der amerikanische Erfolgscoach und Bestsellerautor Tony Robbins auf verständliche und nachvollziehbare Weise, wie jeder von uns zu mehr Wohlstand und finanzieller Unabhängigkeit kommt - indem man richtig investiert! Und richtig investieren ist keine Geheimwissenschaft. Robbins wendet sich mit dem Buch daher dezidiert an den Einzelanleger, den er in die Lage versetzen will, “kluge, profitable Finanzentscheidungen zu treffen”. Schon in der Einleitung macht Robbins klar, worauf es ankommt: Das große Ziel, nämliche finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit, läßt sich für die meisten von uns mit Erwerbsarbeit allein nicht erreichen. “Sie müssen”, schreibt er, “den Sprung von einem Wirtschaftskonsumenten zum Eigentümer schaffen, und das gelingt Ihnen, in dem Sie zum Investor werden.” Der Weg: kluge Finanzentscheidungen treffen und richtig investieren Das Buch dreht sich also zu großen Teilen um zwei Fragen: Wie schaffe ich es, Geld zu sammeln und anzuhäufen, das ich dann richtig - also gewinnbringend - investieren kann? Und wie funktioniert dieses “Investieren” überhaupt und was gilt es dabei zu beachten? In seinen Antworten stützt sich Robbins nicht nur auf seine eigenen Erfahrungen als Investor und Unternehmer,  sondern hat zudem einigen der größten Investmentlegenden wie Carl Icahn, Warren Buffet, Marc Faber und Charles Schwab über die Schulter geschaut und deren “Geheimtipps” notiert. Auf über 100 Seiten erfahren Sie in diesem Buch “die Strategien der Multimilliadäre”. Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht aber auch nicht: Tony Robbins stellt in seinem Buch “die 7 einfache Schritte zur finanziellen Freiheit” vor. Die Zahl “7”  ist bis heute in nahezu allen Kulturen eine Zahl mit herausragender Bedeutung, eine Glückszahl, die über Jahrtausende hinweg verehrt wurde. Die Wurzeln dafür liegen in den Ursprüngen unserer Zivilisation. Für die Völker der Antike war die 7 eine offensichtlich von den Göttern bevorzugte Zahl. Auf ihrer Basis entstanden Mondkalender, die es ermöglichten, Naturabläufe vorauszusagen, Ernte- und Saatdaten festzulegen. Man kennt die sieben Weltwunder, die sieben Tage einer Woche, die Erschaffung der Welt in sieben Tagen. Da fügen sich Tony Robbins “7 einfache Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit” doch recht harmonisch ein. Roter-Reiter-Fazit: Der Weg zur finanziellen Freiheit besteht aus vielen klugen Investitionen - die Investition in dieses Buch ist ein guter Anfang. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Tony Robbins: Money. Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit. FBV 2015, 672 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 389879914X Dieses Buch bei Managementbuch.de bestellen. ### Kupfer – warum Sie als Investor gerade jetzt auf „Rot“ setzen sollten Kupfer. Das rote Metall ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Viele Produkte, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, würde es ohne Kupfer nicht geben. Kupfer ist überall. Wie alle Rohstoffe (Öl, Gold, Nickel, Palladium etc.) befindet sich allerdings auch der Preis für Kupfer seit einiger Zeit im freien Fall. Gerade wieder ist der Kupferpreis auf ein neues Sechseinhalb-Jahres-Tief gefallen. Anfang 2011 musste für eine Tonne des roten Metalls noch über 10.000 Dollar bezahlt werden. Ende vergangenen Jahres lag der Preis bei weniger als der Hälfte. Einer der wesentlichen Gründe für diese Negativentwicklung: China! Die Volksrepublik ist der größte Abnehmer des Industriemetalls. Rund 40 Prozent des weltweit gehandelten Kupfers werden dort verbaut. Und genauso, wie Chinas enorme Nachfrage im Jahr 2011 den Kupferpreis in die Höhe getrieben hatte, sorgt jetzt die sich abschwächende chinesische Konjunktur für die aktuelle Preiserosion. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Aktien von Unternehmen aus der Kupferbranche so billig wie lange nicht Das hat natürlich auch Folgen für die Unternehmen, die Kupferminen betreiben und ihr Geld mit der Verarbeitung und dem Handel des Edelmetalls verdienen. Am einfachsten läßt sich dies an der Entwicklung der Aktienkurse ablesen. Beispiel: Das Wertpapier des US-Unternehmens Freeport-McMoRan, einem der größten Kupfer-Unternehmen weltweit, kostete 2011 noch an die 60 Dollar. Heute ist die Aktie bereits für um die vier Dollar zu haben. Freeport-McMoRan ächzt unter der geringeren Nachfrage und dem rapiden Preisverfall und ist zu enormen Kostensenkungsmaßnahmen gezwungen. Auch die Aktie des deutschen Kupferproduzenten Aurubis AG verlor kräftig, wenn auch nicht so viel wie die seines amerikanischen Konkurrenten. Klingt alles nicht danach, dass Kupfer derzeit ein lohnendes Investment darstellt. Und doch gibt es jemanden, der genau dies für eine gute Idee hält. Sein Name ist Gianni Kovacevic, er ist Experte für Rohstoffe und davon überzeugt, dass Kupfer – und andere Rohstoffe auch – auf längere Sicht zu den absolut rentabelsten Investments zählen. Dies begründet er vor allem mit den globalen demografischen Veränderungen, namentlich der wachsenden Weltbevölkerung. Er nennt dies „den längsten Trend in der Menschheitsgeschichte“. Mehr Menschen, so Kovacevic, sind mehr Verbraucher. Sie alle wollen „Zeug“, wie er sagt, und Kupfer ist nun einmal in sehr, sehr vielem „Zeug“ enthalten. In der Tat steckt das rote Industriemetall in allen möglichen Produkten, in Handys, Autos, Kabeln, Klimaanlagen und Computerchips. Kupfer ist einer der wichtigsten Rohstoffe überhaupt. Also wird die Nachfrage ständig steigen und damit auch der Preis. Und die Unternehmen, die in dieser Branche tätig sind, werden wieder gut verdienen und die Aktienkurse werden steigen. Wenn der Elektriker dem Akademiker die (Rohstoff-) Welt erklärt Diese Message erläutert Kovacevic in seinem Buch „Mein Elektriker fährt einen Porsche?“ Im Wesentlichen handelt es sich um einen langen Dialog zwischen dem Elektriker Johnny Rossi seinem Hausarzt „Doc Anderson“. Der Mediziner wundert sich anfangs darüber, wie sich ein Handwerker einen sündteuren Porsche leisten kann, und schnell stellt sich heraus, dass sein (früherer) Elektriker heute ein erfolgreicher Rohstoffexperte und Investor ist. In zahlreichen Gesprächen gelingt es Johnny immer mehr, seinen Arzt für das Thema Rohstoffe im Allgemeinen und Kupfer im Besonderen zu begeistern. Sie besuchen gemeinsam Kongresse und saugen die Weisheiten der Gurus auf wie die Bienen den Honig. Am Ende besorgt sich Doc Anderson sogar einen Reisepass und fliegt nach China, um sich ein eigenes Bild von dem Land zu machen, in dem aus Investorensicht die Musik spielt und das durch zunehmende Bevölkerungszahlen und steigende Ansprüche der Einwohner auch für ein anhaltendes Wachstum der Kupfernachfrage sorgen wird. Roter-Reiter-Fazit: Man kann sagen, dass das Timing für das Erscheinen des Buches unglücklicher nicht hätte sein können. Denn der Kupferpreis liegt am Boden, und es ist nicht abzusehen, wann sich dies ändert. Aber vielleicht ist das Timing aus diesem Grund gerade perfekt. Denn aufgrund der tiefen Preise und Aktienkurse sind die Einstiegshürden für einen Investor derzeit sehr niedrig. Und die Argumentation des Autors ist plausibel. Man braucht als Investor vielleicht nur einen längeren Atem, und man muss ja nicht gleich sein gesamtes sauer verdientes und gespartes Geld auf „Rot“ setzen. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Gianni Kovacevic: Mein Elektriker fährt einen Porsche? Wie Sie vom längsten Trend der Menschheitsgeschichte profitieren. Finanzbuch Verlag, 187 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 3898799212 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Hunger? Dann probieren Sie doch mal die Paleo-Ernährung! Die Paleo- oder Steinzeiternährung hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere gemacht, auch hier in Deutschland. Worum geht es? Paleo steht für das Paläolithikum, die Altsteinzeit. Die Anhänger der Paleo-Diät glauben, dass es am gesündesten ist, sich so ernähren wie unsere ältesten Vorfahren. Das heißt auf den Teller kommen im wesentlichen Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse und Obst. Tabu sind dagegen vor allem Getreide, Milch, Pflanzenöle und Zucker. Mehr Energie, weniger Gewicht und bessere Haut durch die Steinzeitdiät Inzwischen hat diese Ernährungsform viele Anhänger gefunden – aber auch zahlreiche Kritiker. (Einen ausgewogegen Beitrag zu den Pros und Cons der Paleo-Ernährung finden Sie hier.) Die Amerikanerin Kenzie Swanhart hat die Paleo-Ernährung vor einigen Jahren für sich entdeckt, als sie oft müde, energielos und zudem auch noch übergewichtig war. Irgendwann ging ihr auf, dass dies womöglich mit ihrer (falschen) Ernährung zu tun hatte: Zu viel Zucker, zu viel Weizen, zu viele Milchprodukte. Der konsequente Umstieg auf die Steinzeiternährung brachte den Umschwung. „Innerhalb der gut drei Jahre, die ich mich nun nach der Paleo-Diät richte, habe ich bei mir selbst einen nachhaltigen Gewichtsverlust, mehr Energie, gesteigerte sportliche Leistungsfähigkeit und wenige bis gar keine Verdauungsprobleme festgestellt“, schreibt Swanhart in ihrem Buch „Paleo für Anfänger“. Und eine bessere Haut habe sie auch noch bekommen. Klingt das gut? Bekannt geworden ist die gelernte PR-Expertin übrigens durch ihren Blog „Cave Girls in the City“, in dem sie ihre Erfahrungen und Erfolge mit anderen Paleo-Anhängern teilt. Speisepläne, Einkaufslisten und 130 Rezepte, die Appetit machen Swanharts sehr schön aufgemachtes Buch wendet sich explizit an Neugierige und Anfänger, die es einmal mit der Steinzeiternährung versuchen wollen. Ihnen wird es leicht gemacht. Nach einer allgemeiner Einführung in die Grundlagen und Vorteile der Paleo-Ernährung versorgt uns Swanhart mit ganz konkreten Speiseplänen und Einkaufslisten für vier Wochen. Und natürlich dürfen Rezepte nicht fehlen. 130 verschiedene Paleo-Gerichte werden ausführlich beschrieben, vom Frühstück über das Mittagessen inklusive Dessert bis zum Nachtmahl. Vieles davon hört sich lecker und vielversprechend an und die Bilder machen Appetit. Da gibt es zum Beispiel das „Müsli mit Ahornsirup und Zimt“, das „Steak mit Chimichurri“ oder „Gebackene Pfirsiche mit Pekanüssen und Honig“. Da läuft einem schon beim Lesen und Bilderanschauen das Wasser im Mund zusammen. Und wie man spätestens seit dem legendären Sketch „Es muss schmecken“ mit dem genialen Dieter Krebs weiß: Wenn´s nicht schmeckt, bleibt es liegen. Übrigens: Ergänzend zum Buch „Paleo für Anfänger“ gibt es auch die Webseite Paleo-Info.de. Einfach mal reinschauen. Roter-Reiter-Fazit: „Paleo für Anfänger“ ist ein schön bebildertes Buch für alle, die die Steinzeitkost einmal selber „erkochen“ wollen. Ein im besten Sinne Grundlagenwerk zum Thema. Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de Kenzie Swanhart: Paleo für Anfänger. Das Buch zum Loslegen. Börsenmedien 2015 (BOOKS4SUCCESS), 300 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 3864703034 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen.   ### Yes, we can! Innovationen sind in jedem Betrieb möglich. Auch in Ihrem! Innovationen sind der Treibstoff einer jeden Volkswirtschaft. So weit, so klar. Vor allem in der heutigen Zeit, in der die Welt sich immer schneller dreht und quasi jeden Tag neue faszinierende technologische Möglichkeiten realisiert werden, kann sich niemand mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen. Stillstand bedeutet dann ganz schnell Rückschritt. Wer heute noch vorne mitmischt, kann schon morgen hinterherzockeln – wenn er nicht aufpasst. Kurzum: Unternehmen, die den Anschluss nicht verlieren wollen, müssen innovativ sein. Das gilt für den global agierenden Weltkonzern in Stuttgart, Hamburg oder München, das gilt aber genauso für das mittelständische Unternehmen in Hückeswagen, Traunstein oder .Heidenau. Lassen Sie sich von Deutschlands Top-Mittelständlern inspirieren Aber was bedeutet das für Sie? Und zwar ganz konkret! Innovationen müssen nicht immer nur neue Produkte sein, welche die Welt bisher noch nicht gesehen hat. Innovationen können auch neue (Produktions-) Verfahren sein, kostensenkende (Verwaltungs-) Prozesse oder neue Wege in der Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Und vieles andere mehr. Die beste Inspirationsquelle sind in der Regel gute Beispiele aus real existierenden Unternehmen. Aus diesem Grunde möchten wir Ihnen das Buch „Top 100 2015 - Vordenker: Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand“ ans Herz legen. Der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar präsentiert in diesem rund zwei Kilogramm schweren Werk nichts Geringeres als „Deutschlands Innovationselite“. Konkret finden Sie auf über 400 Seiten Proträts der 100 innovativsten Mittelstandsunternehmen aus Deutschland - natürlich unter besonderer Berücksichtigung ihrer innovativen Leistungen. Ausgewählt hat diese Firmen eine hochkarätige Jury aus Wissenschaftlern, Unternehmensberatern, Politikern, Marktbeobachtern und (ehemaligen) DAX-Vorständen. Darüber hinaus werden in drei verschiedenen Größenklassen die Top-3-Unternehmen noch einmal extra ausgezeichnet. Innovationen hören nie auf – machen Sie mit bei der nächsten Innovationsrunde Als Bonusmaterial gibt es einige lesenswerte Expertenbeiträge rund um das Thema Innovation wie zum Beispiel „Der digitale Imperativ“, „Wie grünt Deutschlands Zukunft?“, „Wer fragt, gewinnt“ oder „Vom Wandel im Modehandel“. Übrigens: Das Projekt „Top 100. Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand“ ist kein einmaliges Projekt. Auch in diesem Jahr werden wieder die besten mittelständischen Firmen ausgezeichnet. Auch Sie können sich bewerben. Unter der Internetadresse www.top100.de finden Sie weitere Informationen dazu. Roter-Reiter-Fazit: Innovationen sind etwas sehr Konkretes – und in diesem Buch finden Sie eine Fülle von ganz konkreten Anregungen und Inspirationen, wie auch Sie Innovationen in Ihrem eigenen Unternehmen umsetzen können. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Ranga Yogeshwar (Hrsg.): Top 100 2015 - Vordenker: Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand. Redline-Verlag, 409 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 3868815929 Dieses Buch jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Managementskills und -tools für junge Führungskräfte Richenhagen ist einer der wenigen deutschen Top-Manager in den USA, dazu noch Quereinsteiger. Eher zufällig ist der ehemalige Lehrer ins Big Business gerutscht. Das hat ihn vor Betriebsblindheit bewahrt: Richenhagen weiß sehr genau, was Management erfolgreich macht, welche organisatorischen Fähigkeiten und Soft-Skills alle Top-Führungskräfte in Deutschland und Übersee vereint. Davon handelt sein Buch "Simply Management". Ein unterhaltsamer Streifzug durch die Herausforderungen und Best Practices des Führungsalltags, von dem vor allem junge High Potentials profitieren. Denk dran ... Der Autor spricht über strategische Planung, Mitarbeitersteuerung und -entwicklung, über effektive Kommunikation und Konfliktbewältigung im Führungsalltag - immer ganz an dem betrieblichen Alltag mittlerer und großer Unternehmen. Das Buch ist gespickt mit Tipps und persönlichen Erfahrungen des Autors. Die wichtigsten Ratschläge hat der Autor als knackige "Denken Sie daran ..."-Merksätze verpackt. Gelungen! Roter- Reiter - Fazit: Freundlich, unterhaltsam und anschaulich: Richenhagen begeistert mit seinem Buch "Simply Management" vor allem junge Führungskräfte für die Herausforderungen und Arbeitsabläufe der Entscheider im Unternehmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Martin Richenhagen: "Simply Management", Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Simply Management" auf Managementbuch.de ### Wie Sie sich und ihre Angebote vom Durchschnitt abheben Es gibt eine ganze einfache Regel, um die Aufmerksamkeit der Kunden im wachsenden Wettbewerb zielsicher zu erregen: Emotion. Begeisterung schaffen - für das Produkt und auch für den Verkäufer. Ingo Vogel erläutert in seinem Buch "Verkaufs einfach emotional", wie Sie herkömmliches Verkaufsbusiness in "emotionales Kundenmanagement übertragen". Und zwar in allen Bereichen: Am Point of Sale, im Kundengespräch am Konferenztisch, am Telefon und sogar via Internet. Verkaufen mit Herz und Verstand Autor Vogel bedient sich bei seinem praxisnahen Ratgeber aus den Forschungsergebnissen des Neuromarketing und der Psychologie. In die Trickkiste müssen Sie nicht greifen, um die Tipps umzusetzen. Ganz im Gegenteil: Authentisch auftreten, Begeisterung für die eigene Sache und den Menschen zeigen, darum geht es. Was alle Top-Verkäufer vereint, ist die "wilde Entschlossenheit, den Abschluss wirklich machen zu wollen. Denn das ist, was zählt. Völlig fehl am Platz sind hier Bedenkenträger". Wer glaubwürdig auftritt, gewinnt Das Buch erläutert, wie Sie sich selbst Schritt für Schritt auf Erfolg programmieren, um die eigene Begeisterung auf den Kunden zu übertragen. Hier schon mal drei sehr gute Tipps vorab: Werden Sie persönlich im Gespräch. Machen Sie den Kunden zu Ihrem "Freund". Führen Sie das Gespräch über offene Fragen. Werden Sie selbst zur Marke. Überlegen Sie, was Sie von anderen unterscheidet. Stellen Sie diesen Punkt klar heraus. Roter-Reiter - Fazit: Sehr nützlicher Verkaufsratgeber, der anschaulich auf den Punkt bringt, dass es längst um Emotionen geht, nicht um Preise und Produkte. Wer das Buch liest, wird topmotiviert in das nächste Verkaufsgespräch gehen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ingo Vogel: "Verkaufs einfach emotional", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Verkaufs einfach emotional" auf Managementbuch.de ### So schlafen Sie gut und sind am nächsten Morgen fit für´s Büro Na, gut geschlafen? Oder eher nicht? Mal unter uns:  Viele Manager sehen zwar ziemlich verpennt aus, bekommen aber trotzdem zu wenig Schlaf. Es gibt Führungskräfte, die schlafen nur vier Stunden pro Nacht. Behaupten sie jedenfalls. Wenn sie dann um 5 Uhr früh angeblich ausgeschlafen aus dem Bett springen, gehen sie erst einmal in ihren zum Fitnessstudio umgebauten Keller und machen sich fit für den Tag. Eine Woche später kann man im Manager-Magazin dann diese Geschichte voller Bewunderung für den tollen CEO lesen. Das Ganze geht so in Richtung selbstinszenierte Heldenverehrung. Schlaflosigkeit im Management wird heute in einer Art glorifiziert, wie wir einst Personen verherrlichten, die übermäßig viel Alkohol vertragen konnten. Der Harvard-Professor Charles Czeisler hat sich eingehend mit diesem Phänomen befasst und kommt zu dem Schluss: „Müde Manager handeln wie Betrunkene". Und das hat Folgen. Noch einmal Czeisler: „Ansonsten intelligente und wohlerzogene Manager benehmen sich anders, wenn sie übermüdet sind: Sie beschimpfen ihre Mitarbeiter, treffen unkluge Entscheidungen, welche die Zukunft ihres Unternehmens beeinflussen, und halten wirre Vorträge vor ihren Kollegen, den Kunden, der Presse oder den Shareholdern." Nicht gut! Eine Studie des Allensbach-Instituts hat ergeben, dass 57 Prozent der Top-Entscheider es schon einmal erlebt haben, dass Manager am Verhandlungstisch Zugeständnisse machten, weil sie kaum noch die Augen offen halten konnten. Auch betrügerischere Aktivitäten mancher Manager, über die immer wieder in den Zeitungen zu lesen ist, sind mitunter auf einen Mangel an Schlaf zurückzuführen. Denn wie heißt es doch so richtig: Wer sündigt, schläft nicht. Oder umgekehrt. Aber Spaß beiseite. Ausreichend Schlaf ist wichtig für alle, insbesondere für alle, die Leistung bringen müssen. Wer nicht genug schläft, ist unkonzentriert, übellaunig, macht Fehler, schwächt sein Immunsystem und wird sogar krank. Viele wissen das und bekommen trotzdem zu wenig Schlaf. Und das, obwohl sie zeitig genug ins Bett gehen und eigentlich auch schlafen wollen. Aber sie können nicht. Meistens aus dem Grund, dass sie gedanklich mit dem Tag noch nicht abgeschlossen haben und sie einfach nicht abschalten können. Der Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley hat sich intensiv mit der Problematik auseinandergesetzt. Hier ein paar seiner Tipps, damit Sie abends besser einschlafen können: Bewegung und Sport. Wenn Sie den ganzen Tag nur auf seinem Schreibtischstuhl und abends auf dem Sofa hockt, hat Ihr Körper am Abend einfach nicht die nötige „Bettschwere“. Ein ausgedehnter Spaziergang vor dem Zubettgehen oder eine Joggingrunde (nicht zu schnell!) ist ideal. Essen Sie nicht zu spät und vor allem keinen schweren Speisen. Am besten ist es, wenn zwischen Ihrer letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen drei bis vier Stunden liegen. Lesen oder Musik hören am Abend sind bessere Schlafvorbereiter als Fernseher, Tablet-PC und Smartphone. "Das blaue Licht des Fernsehers ist ein Wachmacher", sagt Schlafexperte Zulley. Gehen Sie möglichst immer zur annähernd gleichen Zeit ins Bett. Unser Organismus ist ein Gewohnheitstier. Oftmals fällt man todmüde zu Bett und kaum hat man das Licht gelöscht, fängt das „Kopfkino“ an. Alle möglichen Gedanken des Tages gehen einem durch den Kopf. Tipp: Versuchen Sie, an etwas Schönes zu denken – den letzten Urlaub, einen Tag mit den Skiern in den Bergen, eine Motorradtour. Träumen Sie, noch wenn Sie wach sind und Sie werden bald einschlafen. Gleiches gilt, wenn Sie nachts aufwachen und einfach nicht mehr einschlafen können. Wichtigste Regel: Bleiben Sie entspannt und machen Sie sich nicht verrückt. Wenn Sie gar nicht wieder einschlafen können, stehen Sie auf und beschäftigen Sie sich mit irgendetwas, was Sie jederzeit wieder abbrechen können, sobald Sie das Gefühl haben, dass Sie wieder einschlafen könnten. Natürlich sollten Sie jetzt keinen Kaffee oder ähnliches trinken. Last but not least: Sorgen Sie für eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrem Schlafzimmer. Die Zimmertemperatur sollte bei etwa 18 Grad liegen, der Raum sollte natürlich abgedunkelt sein und keine akustischen Störquellen enthalten. Außerdem sollten Sie Zugluft vermeiden. Tipp: 15 Minuten vor dem Zubettgehen eine heiße Wärmflasche unter die Bettdecke legen! Die wichtigste Empfehlung lautet: Machen Sie sich nicht verrückt, wenn Sie nachts aufwachen. Selbst wenn Sie eine Nacht schlechter schlafen als gewöhnlich, werden Sie den folgenden Tag einigermaßen gut überstehen. Nur bei andauernden Schlafstörungen sollten Sie den Arzt aufsuchen und gemeinsam mit ihm eine Lösung suchen. Übrigens: Gerade ist das Buch von Jürgen Zulley und seiner Kollegin Dr. Barbara Knab „Die kleine Schlafschule. Wege zum guten Schlaf“ im Mabuse-Verlag neu erschienen. Es hat 158 Seiten und kostet 14,95. Die ISBN-Nummer lautet: 3863212843 Damian Sicking, www.roter-reiter.de Das Buch von Jürgen Zulley und Barbara Knab jetzt bei Managementbuch.de bestellen. ### Was Sie schon immer über das Internet der Dinge wissen wollten... Internet der Dinge, Cloud Computing, Industrie 4.0 – wenn diese Begriffe für Sie böhmische Dörfer sind, Sie aber auf der nächsten Party gerne mitreden wollen oder - noch besser – die Zukunft aktiv mitgestalten wollen, dann ist das Buch „Was macht mein Kühlschrank im Netz?“ von Lothar Müller und Thomas Eckert genau das Richtige für Sie. Denn die beiden Autoren kennen sich mit dem Thema nicht nur sehr gut aus, sondern haben ein auch für den Laien verständliches und mit vielen konkreten Beispielen angereichertes, richtig spannendes Buch geschrieben. Das Internet der Dinge ist ja schon längst da. Der Kühlschrank, der selbstständig seinen Inhalt checkt und Milch und Käse im Supermarkt bestellt, und bei Ihrer Heimkehr steht die bestellte Ware bereits vor Ihrer Haustür, ist zwar noch Zukunftsmusik. Aber die Matratze im Bett, die Informationen zu Ihrem Schafrhythmus aufzeichnet und an Ihr Smartphone sendet, und Sie dann im Einklang mit Ihrer biologischen Uhr geweckt werden, die können Sie heute schon kaufen. Oder denken Sie an das vernetzte Auto, das mit anderen Autos kommuniziert und sogar schon selbstständig fahren und einparken kann. Die Sendungsverfolgung Ihres Paketes im Internet ist eine weitere Möglichkeit, die ohne das Internet der Dinge nicht möglich wäre. Das Internet der Dinge macht die Welt zu einem besseren Ort. Müller und Eckert, beide im „Hauptberuf“ übrigens hochrangige Manager bei der Deutschen Telekom, wollen mit diesem Buch aber nicht nur das Internet der Dinge erklären. Sondern sie verfolgen eine Mission. Zum einen wollen sie Sie „für das Internet der Dinge begeistern“. Und zum anderen wollen sie Ihnen „den Einstieg ins Internet der Dinge erleichtern“ und Ihnen aufzeigen, wie Sie diese technologische Entwicklung privat als auch geschäftlich nutzen können. Warum Müller und Eckert das wollen? Weil sie zum einen ganz fest daran glauben, dass das Internet der Dinge (im Englischen übrigens „Internet of Things“ oder auch „Internet of Everything“) das Leben der Menschen auf dem ganzen Globus verbessern wird. Und zum zweiten sind die Autoren davon überzeugt, dass sich diese Zukunft umso eher und besser verwirklichen läßt, je mehr Menschen sich aktiv an ihrer Gestaltung beteiligen. Also eine klare Mitmach-Aufforderung. Was sind Sie denn für ein Typ? Unbedingt durchführen sollten Sie übrigens den im Buch enthaltenen „Selbsttest für Vernetzungswillige“. Mit der Beantwortung verschiedener Fragen bzw. Szenarien können Sie schnell selber herausfinden, welche Rolle Sie im Internet der Dinge spielen oder spielen könnten. Sechs Typen stehen zur Wahl und werden auch beschrieben: der vernetzte Macher, der moderne Empiriker, der Abenteurer, der Lösungsfinder, der Investor oder der Skeptiker und Mahner. Na, schon eine Ahnung, in welche Kategorie Sie gehören? Das Buch ist aber nicht einfach eine unkritische Glorifizierung des technologischen Fortschritts, sondern setzt sich auch mit den Risiken und Gefahren dieser Entwicklung auseinander. Stichworte sind hier etwa Datenschutz und Cyberkriminalität. Top: Das umfangreiche Glossar mit einer verständlichen Erklärung der wichtigen Fachbegriffe. Roter-Reiter-Fazit: Dieses spannende, unterhaltsame und auch für den Laien verständliche Buch ist der perfekter Einstieg in das Thema Internet der Dinge. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Lothar Müller und Thomas Eckert: Was macht mein Kühlschrank im Netz? Ihr Weg ins Internet der Dinge. Scoventa Verlagsgesellschaft 2015, 191 Seiten, 22,00 Euro, ISBN: 3942073307 Dieses Buch bei Managementbuch.de bestellen. ### Steuern sparen kann Spaß machen - mit der richtigen Steuerstrategie Eins vorab: Wer gerne Steuern zahlt und die Last der sonstigen Abgaben auf sein Einkommen und sein Erspartes völlig in Ordnung findet, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Für alle anderen ist die Lektüre des Buches „Steuern steuern“ des Nürnberger Steuerberaters Johann C. Köber ein Gewinn. Kennen Sie das? Sie machen und tun und schaffen und rödeln – hoffentlich nicht, bis der Arzt kommt -, und am Ende des Monats bleibt wieder kaum was übrig. Der Grund: Steuern und Abgaben fressen fast die Hälfte Ihres sauer verdienten Bruttoeinkommens auf. Reich wird man so nicht. Selbst gut verdienende Manager schaffen es in ihrem gesamten Arbeitsleben kaum, ein Vermögen aufzubauen, welches ihnen im Ruhestand ein Leben auf dem gewohnten Niveau ermöglicht. Klingt komisch, ist aber so. "Warum Sie noch nicht reich sind" heißt das erste Kapitel in Johann C. Köbers gut und verständlich geschriebenem Buch.  Ja, warum eigentlich nicht? Gute Frage. Köbers kurze Antwort: Weil Sie als Angestellter kaum Möglichkeiten haben, Ihre Steuer- und Abgabenlast zu reduzieren. Nehmen Sie das Steuer-Heft selbst in die Hand und machen Sie sich selbstständig! Daher lautet die Empfehlung des erfolgreichen Steuerexperten: Machen Sie sich selbstständig! Und übernehmen Sie so selbst die Verantwortung für Ihr Einkommen und die Steuern, die Sie zahlen. Lassen Sie nicht mehr den Staat über Ihr Geld entscheiden. O-Ton Köber: "Chancen auf den Vermögensaufbau bieten sich demjenigen, der das Steuerrecht aktiv für seine Zwecke nutzt, der also die `Steuern steuert´. Und das können Sie am besten als Chef Ihrer eigenen Firma. Am besten gründen Sie eine GmbH, denn hier sind die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten am größten. In diesem zweiten Teils mit der Überschrift „Wie Sie reich werden“ erläutert Johann C. Köber ausführlich und nachvollziehbar anhand zahlreicher Beispielrechnungen, wie viel Geld Sie als geschäftsführender Gesellschafter einer eigenen GmbH im Vergleich zum angestellten Mitarbeiter oder Manager einsparen können. Dabei spielt Köbers „Drei Säulen-Strategie“ die entscheidende Rolle. Diese besteht darin, Unternehmenssteuer (Körperschaftssteuer) und Gewerbesteuer sowie die persönliche Einkommenssteuer optimal zu kombinieren. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass im Idealfall Einkünfte bis ca. 12.000 Euro (bei Verheirateten 24.000 Euro) im Jahr in der Einkommenssteuer versteuert werden, denn bei dieser Grenze beträgt der Grenzsteuersatz 15 Prozent. Alles, was darüber liegt, würde also mit mehr als 15 Prozent versteuert werden. Alles Geld also, was über diese Grenze hinaus geht, fließt in die Firma und unterliegt dort der Körperschaftssteuer von 15 Prozent. Merke: Als Geschäftsführer Ihrer eigenen Firma ist es aus steuerlicher Sicht sinnvoll, wenn Sie sich ein möglichst geringes Gehalt zahlen. Sollten Sie dann doch einmal dringend eine größere Summe benötigen, können Sie sich den Betrag immer noch zum Beispiel als Darlehen von Ihrer eigenen Firma leihen. Reich werden ist schön, reich bleiben ist noch schöner - die Absicherung des Vermögens Es geht in diesem Buch aber nicht nur darum, (Steuern) zu sparen, sondern ganz entscheidend auch darum, das eingesparte Geld zum Vermögensaufbau sinnvoll wieder zu investieren – zum Beispiel in Immobilien, in Aktien oder in Beteiligungen. Und last but not least widmet sich Köber auch der Frage, wie sich Ihr wachsendes Vermögen absichern läßt. Diesem wichtigen Thema widmet sich der dritte Teil des Buches: „Wie Sie reich bleiben“. Hier geht es zum Beispiel um die sogenannte „Spardosen-GmbH“ (eine Holding-Struktur zur Absicherung des in der operativen Gesellschaft erarbeiteten Vermögens), um die verschiedenen Formen der Stiftung und um das wichtige Thema „Richtig vererben“. Roter-Reiter-Fazit: Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, die Steuern- und Abgabenlast zu reduzieren, nehmen Sie das Heft selbst in die Hand – und zunächst einmal das Buch „Steuern steuern“ von Johann C. Köber. Aber auch alte und erfahrene Unternehmerhasen werden von der Lektüre dieses Buches profitieren. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Johann C. Köber: Steuern steuern. Mit der richtigen Steuerstrategie zu Vermögen und Wohlstand. FinanzBuch Verlag 2015, 240 Seiten, 49,99 Euro, ISBN: 3898799239 Dieses Buch bei Managementbuch.de bestellen. ### Nicht nur Sie, auch Ihr Unternehmen muss gesund sein - und so kriegen Sie es hin Lesen Sie gern Geschichten aus Unternehmen? Falls ja, wird Ihnen dieses Buch gefallen. Denn in seinem neuen Werk "Die 4 Prinzipien einer außergewöhnlichen Führungskraft" erzählt der amerikanische Unternehmensberater und Bestseller-Autor Patrick Lencioni die Geschichte der beiden grundverschiedenen Firmengründer und direkten Konkurrenten Vince Green und Rich O´Connor.  Beide sind erfolgreiche Unternehmer, müssen also vieles richtig gemacht haben. Trotzdem ist die Firma von Rich immer einen Tick besser, hat öfter die Nase vorn. Vince treibt dies regelmäßig auf die Palme. Er würde seinen linken Arm dafür hergeben zu erfahren, wie sein Konkurrent es schafft, weniger Kunden zu verlieren, eine geringere Personalfluktuation und insgesamt eine bessere Stimmung in der Belegschaft zu haben. Am Ende kriegt Vince es tatsächlich raus. Das Unternehmen von Rich ist einfach gesund. „Es gibt nichts Wichtigeres als eine gesunde Organisation“ Alles sehr kurzweilig. Aber ganz ohne Theorie geht es doch nicht. Denn Lencioni hat natürlich eine Message. Die lautet: Viele Unternehmer und Manager sind zwar ganz hervorragend darin, ihre Unternehmen immer „cleverer“ zu machen (bessere Produkte, ausgefeiltere Vertriebsstrategien, effizientere Abläufe etc.), achten aber gleichzeitig zu wenig darauf, dass ihre Unternehmen auch „gesund“ sind. Dauerhaft erfolgreiche Unternehmen aber, so Lencioni, sind beides: clever UND gesund. Gesund ist ein Unternehmen dann, so der Autor, wenn es keine internen Machtspiele und Unklarheiten gibt, wenn es eine guten Arbeitsmoral, geringe Fluktuation und hohe Produktivität gibt. Lencioni sagt glasklar, dass es für eine Führungskraft wichtiger ist, „sich darauf zu konzentrieren, dass ihr Unternehmen gesund ist, als dass es clever ist“. Denn „es gibt nichts Wichtigeres als eine gesunde Organisation“. Vier gewinnt: Die wichtigsten Aufgaben einer jeden Führungskraft Und an dieser Stelle kommen die vier Prinzipien aus dem Buchtitel ins Spiel, die eine außergewöhnliche Führungskraft ausmachen. Diese vier Prinzipien sind: Ein zusammenhaltendes Führungsteam aufbauen und bewahren Für organisatorische Klarheit sorgen Organisatorische Klarheit überkommunizieren Organisatorische Klarheit mithilfe der Personalsysteme verstärken Diese vier Prinzipien werden im hinteren Teil des Buches nachvollziehbar erläutert, ohne den Text unnötig in die Länge zu ziehen. Hier geht Lencioni dann auch auf praktische Detailfragen ein wie „Wie wird ein zusammenhaltendes Führungsteam aufgebaut?“ oder „Wie geht ein Unternehmen vor, das eine klare Organisation erreichen will?“. Roter-Reiter-Fazit: Patrick Lencionis neues Buch „Die 4 Prinzipien einer aussergewöhnlichen Führungskraft“ ist eine inspirierende Kopfkissenlektüre für alle, die in einem Unternehmen Verantwortung tragen, vor allem für die Frauen und Männer ganz oben an der Spitze. Die Größe des Unternehmens spielt dabei keine Rolle. Damian Sicking, www.roter-reiter.de Patrick M. Lencioni: Die 4 Prinzipien einer außergewöhnlichen Führungskraft. Wiley 2015. 168 Seiten. 19,99 Euro, ISBN: 3527508104 Dieses Buch bei Managementbuch.de bestellen. ### Baukasten für mehr Spaß am Leben und Arbeiten Robert Kötter und Marius Kursawe haben einfach aufgehört zu arbeiten an dem Tag, an dem sie "Work-Life-Romance" gegründet haben. "Work-Life-Romance" bezeichnet keine esoterische Interessensgemeinschaft, sondern ein neues, ganzheitliches Verständnis von Leben und Arbeiten, das auf Verbindungen zwischen den Bereichen setzt, statt auf Gegensätze. Davon handelt das knallbunte Buch "Design your life". Nicht mehr zur Arbeit "müssen", sondern "wollen" Rund 50 "Arbeitsromantiker" haben ihre Erfahrungen einfließen lassen, um die Bandbreite der "Work Life Romance" aufzuzeigen. "Digitale Nomaden" sind darunter genau wie "Teilzeit-Unternehmer" und "Job-Tandems". Ihnen gemeinsam ist, dass sie die konventionellen Karrierewege früh verlassen haben, um sich mehr persönliche Gestaltungsräume und Freiheiten im Beruf einzuräumen. Nicht alle Geschichten dienen als Blaupause für den eigenen Sprung ins neue Leben. Aber sie liefern immer Inspiration. Das neue Leben in 5 Schritten planen und gestalten Angelegt ist "Design your life" aber nicht nur als Lesebuch. Die Autoren haben einen Workshop im Sinn, der, basierend auf dem Prinzip des "Design Thinking", in fünf Stufen die Idee einer beruflichen und persönlichen Neuorientierung veranschaulicht - von der Zieldefinition über die Potenzialanalyse samt Ideenfindung bis zur Gestaltung eines "Prototypen" und der Übersetzung der ursprünglich "verrückten Idee vom Ausstieg" in den eigenen Alltag. Die sehr frische Aufmachung des Buches mit zahlreichen Skizzen, Fotos und der "Du"-Ansprache wird vor allem junge Leute begeistern, die sich nach der Uni einen "9-to-5"-Job nicht vorstellen können. Aber auch Aussteiger mittleren Alters profitieren von der Vielzahl guter Ideen und bislang unerkannter Lebenslaufoptionen. Roter-Reiter - Fazit: Ein ebenso überzeugendes wie unkonventionelles Karrierecoaching für alle, die Freiheit im beruflichen und privaten Umfeld groß schreiben und auf Muster-Lebensläufe alter Bauart keinen großen Wert legen. Ein schlauer Lebensratgeber vor allem für Uni-Abgänger. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Robert Kötter, Marius Kursawe: "Design your life", Campus 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Design your life" auf Managementbuch.de ### Mediation in Theorie, Praxis und im beruflichen Umfeld Psychologin Silke Freitag und Spielpädagoge Jens Richter haben mit ihrem Buch "Mediation - das Praxisbuch" einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ratgeber rund um Konzepte, praktische Anwendungen und organisatorische Rahmenbedingungen von Mediation nach dem gewaltfreien Ansatz der Hamburger Schule veröffentlicht. Konfliktarbeit im Unternehmen und der Familie Unterteilt ist das Buch in sechs Abschnitte. Zunächst widmen sich die Autoren in einem theoretischen Einstieg dem Zusammenhang von Konflikten und Mediation. Im zweiten Teil werden die unterschiedlichen Mediationsphasen erläutert - mit besonderem Augenmerk auf "Konflikterhellung" und "Vereinbarung" der beteiligten Parteien bis hin zur Unterstützung im Alltag. Die unterschiedlichen Mediationsfelder - Unternehmen, Familie, Gemeinwesen, besondere Situation bei Kindern und Jugendlichen - werden im dritten Teil voneinander abgegrenzt. Die drei letzten Kapitel mit Beiträgen zu rechtlichen Situation, zur persönlichen Haltung des Mediators in der Sitzung sowie zur Arbeit in der eigenen Praxis wenden sich an angehende hauptberufliche Mediatoren. Für Ausbildung und berufliche Praxis Konzipiert ist der praxisnahe Ratgeber in erster Linie als Ausbildungsbegleiter. Vorwissen erfordern die Themen nicht. Gleichwohl profitieren auch erfahrene Trainer und Coachs, die sich ein komprimiertes Nachschlagewerk wünschen. Für Führungskräfte und Personalverantwortliche in mittleren und großen Unternehmen sind vor allem die ersten Kapitel mit Grundlagen und praktischen Hinweisen zu Konfliktgesprächen relevant. Roter-Reiter - Fazit: Komprimiert, verständlich und ganz nah am Alltag der Mediationsarbeit: Ein wertvolles Praxisbuch und Nachschlagwerk. Oliver Ibelshäuser, www.Managementbuch.de Silke Freitag, Jens Richter (Hrsg): "Mediation – das Praxisbuch", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Mediation – das Praxisbuch" auf Managementbuch.de ### Resilienz: Muster, Geschichten und Lösungsansätze Über einen Schicksalsschlag kommt Autorin Michaela Haas zum Thema Resilienz, das als roter Faden die Geschichten in ihrem Buch "Stark wie ein Phönix" umspannt. Als junge Frau bereist die damalige Journalistin der Süddeutschen Zeitung Ostasien. Dort wird sie Opfer einer rätselhaften Immunkrankheit, die sie physisch und psychisch vorübergehend aus der Bahn wirft. Haas hat diese Krise später als Startpunkt für ein neues Leben definiert: Stärke, Sinn und Mut aus scheinbar ausweglosen Situationen zu ziehen, davon handelt ihr Buch. Wir sind stärker als wir denken Um zu verstehen, wie Menschen persönliche Niederlagen und die Querschläge des Lebens nicht nur wegstecken, sondern gestärkt daraus hervorgehen (daher auch der Phönix-Titel), hat die Autorin mit Traumapsychologen gesprochen und "besonders resiliente" Betroffene interviewt oder portraitiert, die "dem Leben die Stirn bieten". Darunter sind Promintente, wie der einarmige Schlagzeuger der Band Def-Leppard: Die meisten anderen haben es aber nicht in die Schlagzeilen Presse geschafft. Die Geschichten von der autistischen Tierforscherin, vom Mädchen ohne körperliche Schmerzen oder vom gelähmten Surfer sind berührend und eindrucksvoll. Und sie haben eine Gemeinsamkeit. Die Opfer hadern nicht mit ihrem Schicksal, sie nehmen es als Herausforderung an und ziehen Kraft aus der Krise. "Ich dachte anfangs, sie hätten trotz der Widrigkeiten Erfolg, aber dann verstand ich, dass sie den Gegenwind als Auftrieb nutzten", schreibt die Autorin dazu. Der gemeinsame Nenner des posttraumatischen Wachstums So unterschiedlich die Lebens- und Leidenswege der im Buch skizzierten Personen sind: Es gibt sie sehr wohl, die gemeinsamen Nenner ihrer persönlichen Widerstandsfähigkeit: Sie alle haben mindestens "einen Aspekt des posttraumatischen Wachstums erlebt, etwa eine neue Lust am Leben, eine emotionale Reifung oder tiefere Beziehungen mit anderen Menschen - und zwar nicht trotz der posttraumatischen Belastung, sondern durch sie und oft gleichzeitig mit ihr." Dieses scheinbare Paradoxon aufzulösen und damit wichtige Impulse für Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen zu bieten, ist Anliegen des Buches. Roter-Reiter - Fazit: Gefühlvoll, klug und großartig recherchiert: Menschen mit schlimmen Schicksalsschlägen finden derzeit kaum einen besseren Mutmacher als "Stark wie ein Phönix". Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Michaela Haas: "Stark wie ein Phönix", Barth, 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Stark wie ein Phönix" auf Managementbuch.de ### Raus aus der Uni, rein in die Karriere Den Universitätsabschluss in der Tasche, das erste Vorstellungsgespräch mit Bravour bestanden - jetzt gehen die Probleme für viele Uni-Absolventen erst los. Viele von ihnen wünschen sich beim Berufseinstieg einen (unsichtbaren) Coach, der ihnen bei der Einarbeitung und sozialen Integration helfend zur Seite steht. Genau diese Rolle übernimmt Doris Brenner. Ihr Buch "Karrierestart nach dem Studium" ist ein alltagsnaher Vorbereitungskurs für die ersten Karriereschritte. So klappt's garantiert Im neuen Job gilt die gleiche Regelung wie in der Politik. Die ersten 100 Tage entscheiden über den Erfolg der nächsten Jahre. Soziale Positionierung, hierarchische und fachliche Ambitionen stecken Einsteiger in ihrem Betrieb sehr früh ab - häufig über unbewusste Handlungen und Gesten. Autorin Brenner schafft ein Bewusstsein für den richtigen Einstieg im jeweiligen beruflichen Umfeld. Uni-Absolventen lernen zunächst die Unterschiede der klassischen Ausbildungsmodelle kennen: Trainee, Assistent, Volontär oder Junior-Berater. Wie die jungen High Potentials anschließend die Probezeit spielend bewältigen, erläutert die Autorin anhand von Checklisten, Übungen ("Einarbeitungs-Manual", "positive Ausstrahlung verstärken") und zahlreichen Tipps. Methodenkompetenz für Senkrechtstarter Gut: Brenner erläutert im Buch auch die wichtigsten Management-Skills wie Präsentationstechniken, Zeit- und Projektmanagement. Sie zeigt, wie junge Kräfte im Unternehmen Feedback einfordern und selbst korrekt formulieren, Förderprogramme und Weiterbildungen wahrnehmen und ihren Energiehaushalt im Blick behalten, wenn der Workload schon nach wenigen Wochen zu groß wird. Roter-Reiter - Fazit: Wertvoller Karrierewegweiser für junge Senkrechtstarter von der Uni. Praxisnah und kompakt. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Doris Brenner: "Karrierestart nach dem Studium", Haufe 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Karrierestart nach dem Studium" auf Managementbuch.de ### Fakten und Geschichten zu Gott und der Welt Spielt die Welt verrückt? Ist tatsächlich alles "zu viel, zu laut, zu hohl" wie Peter und Jakob Seewald in ihrem Buch "Welt auf der Kippe" mutmaßen? Das mulmige Gefühl zu den Auswüchsen des "Turbokapitalismus" und zum "Müll an Unkultur und Dummheit", der Gewaltexzesse gegen Flüchtlinge und Terrorattacken auf Pariser Zivilisten ermöglicht, sind Themen des Buches. Allerdings streben die beiden Seewalds keine essayistisch-politische Aufarbeitung an. Sie lassen Zahlen und Fakten sprechen. Fakten und Meldungen Risiken und Chancen, Schadensmeldungen und auch Erfolgsbilanzen präsentieren die beiden Autoren in Form von Zeitungsschnipseln. Kleine Meldungen, kaum eine länger als die Wetterprognose der Bild-Zeitung. Geordnet ist das Nachrichtensammelsurium nach den Brennpunkten des Alltags und der Welt. Gesundheit, Ökologie, Krieg & Terror, Bildung und Wissenschaft: Immer lassen die Autoren Zahlen sprechen, ohne zu kommentieren oder zu deuten. Reiche Minderheit, hungernde Mehrheit "Ein Prozent der Menschheit verfügt über mehr Vermögen als die restlichen 99 Prozent zusammen." Aktuell sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl der alten Bundesländer. 40 Millionen US-Dollar hat der IS im Jahr 2013 allein mit Geiselnahmen verdient. Viele Fakten sind verstörend, die Peter und Jakob Seewald zusammentragen. Andere eher belustigend wie Kreuzfahrten speziell für Swinger, Nudisten oder Heavy-Metal-Fans. Unnütz ist das Wissen um all die kleinen Infoschnipsel aber keineswegs: "Die Top Ten der geknackten Passwörter wird angeführt von "12345678", gefolgt von "Test" und "123". Wenn Sie sich jetzt gerade ertappt fühlen, ist es höchste Zeit, die Einstellungen einiger Programme zu ändern ... Roter Reiter-Fazit: Was die Welt bedroht und was sie zusammenhält, drücken die beiden Seewalds in ihrem sehr unterhaltsamen Buch in Zahlen und Fakten aus. Interessant und informativ! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter Peter Seewald, Jakob Seewald: "Welt auf der Kippe", Ludwig 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Welt auf der Kippe" auf Managementbuch.de ### Keine Angst vor Aktien - Anlagestrategien für Anfänger Börsen = Banker = die große Abzocke? Haben Sie diese Gleichung auch im Hinterkopf gespeichert und machen deshalb einen großen Bogen um alles, was mit Aktien zu tun hat. Das wäre ein großer Fehler, wie Jessica Schwarzer in ihrem Buch "Einfach erfolgreich anlegen" vorrechnet: "Wer 1988 zum Start des DAX rund 1000 Euro investiert hätte, würde heute fast 10.000 Euro ernten". Und es gibt keine Gründe, warum sich dieser Wachstumstrend umkehren sollte, sagt die Autorin in ihrem Börsenratgeber und resümiert: "Die Deutschen investieren extrem konservativ. Dabei riskieren sie sogar mehr, wenn sie glauben, nichts zu riskieren". Denn Bargeld im Sparstrumpf oder auf dem Sparbuch verliert schneller an Wert als das Gros der Aktienpapiere an der Börse abrauschen könnte. Langfristig gesehen. Verlustrisiken realistisch einschätzen Schwarzer, Chefkorrespondentin "Börse" beim Handelsblatt, will Sie für erfolgversprechende Anlagemodelle begeistern, indem sie Vorurteile aus dem Weg räumt, die "Börsenpsychologie" einsteigertauglich erklärt und selbstverständlich auch aus dem Nähkästchen plaudert: Wie sichern sich die Profis gegen Verlustrisiko ab? Welchen Strategien versprechen auch bei Kleinanlegern Erfolg? Warum haben Hedge-Fonds ein derart schlechtes Image? Das sind die Themen des Buchs. Welcher Anlegertyp sind Sie? Schwarzer erklärt das Börseneinmaleins anschaulich und unterhaltsam. Praxiswissen steht im Vordergrund. Nach einer kurzen Einführung geht sie gleich zu den Anlagestrategien und -typen über. Dabei kommt selbstverständlich auch das "konservative Depot" ("Investieren wie Warren Buffet") zur Sprache. Ihre persönliche Empfehlung lautet börsengehandelte Indexfonds (ETF = Exchange Traded Funds. Diese versprechen "gute Renditen" und machen "Ihren Bankbereiter nicht reich", sondern Sie, wenn Sie mit Augenmaß und Optimismus investieren. Wo Sie die passenden ETFs zu Ihrem Anlagestil finden - das steht am Ende des Buchs. Roter-Reiter - Fazit: Schluss mit der Jammerei über die Abzocke an den Börsen. Jessica Schwarzer zeigt in "Einfach erfolgreich anlegen", wie Sie mit Spaß, Verstand und guten Erfolgsaussichten Ihre (ersten) Aktienpapiere ins Rennen schicken. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Jessica Schwarzer: "Einfach erfolgreich anlegen", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Einfach erfolgreich anlegen" auf Managementbuch.de ### Appell an mehr Menschlichkeit im Denken und Handeln Ganz sicher kein leichter Stoff, den Philipp Ruch mit seinem philosophisch-politischen Lesebuch "Wenn nicht wir, wer dann?" anbietet. Aber ein enorm wichtiger und aktueller. Ein Denkzettel für Politik- und Moralverweigerer, ein entschlossener Appell an mehr Menschlichkeit in der Gesellschaft und der individuellen Erlebniswelt zwischen Supermarktkasse und Wahlkabine. Die Flüchtlingskrise ist eine humanistische Krise der Deutschen Ruch positioniert sich bereits auf den ersten Seiten seiner Kampfschrift als bedingungsloser Humanist: Er fordert nicht mehr als "eine entschlossene deutsche Zivilgesellschaft". Den Rahmen dafür bildet die aktuelle Flüchtlingskrise, anhand derer "Unmut, Ohnmacht und Teilnahmslosigkeit" offensichtlich werden. Ruch beginnt im Diskurs von heute um Grenzsicherung und Aufnahmestopp seinen Streifzug durch die humanistischen Ideen der bedeutenden Denker und Forscher wie Locke, Hobbes, Nietzsche, Freud oder auch den großen Soziologen Norbert Elias. Ein politisches Lesebuch für die, die mit Politik abschließen wollten Der Weckruf richtet sich an die "Nichtwähler, Träumer, Verunsicherten, Politikverstoßene und Eskapisten", deren Verlust an "Humanität der Verlust humaner Begriffe und Konzepte vorausgeht." Ein individuelles und kollektives Verantwortungsgefühl für die sozialen Miseren zurückzugewinnen, das ist Anliegen des Buches, das auch naturgemäß auch die Idee der Organisation "Zentrum für politische Schönheit" bewirbt - das Aktionsplattform des Autors. Roter Reiter - Fazit: Ruchs Zitat: "Dass wir für das systematische Schlechtmachen eigentlich keine guten Gründe haben, werde ich darlegen" trifft den Kern des Buches "Wenn nicht wir, wer dann?": Es ist sehr wohl die Aufgabe jedes Einzelnen sich aus der Schockstarre erdrückender sozialer Herausforderungen zu befreien und die Augen für naheliegende Lösungen zu öffnen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Philipp Ruch: "Wenn nicht wir, wer dann?" Ludwig, 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### In 10 Wochen zu mehr Achtsamkeit am Arbeitsplatz Stress ist der Energiekiller Nummer eins im Alltag. Und dem sind Sie nicht nur am Arbeitsplatz ausgesetzt, sondern auch im Straßenverkehr, bei Behördengängen und an der Supermarktkasse - von einer "Kakophonie des Alltags" spricht Claudia Härtl-Kasulke treffend in ihrem Buch "Individuelles Gesundheitsmanagement". Das probate Gegenmittel heißt "Achtsamkeit" mit "Inseln des Innehaltens". Woche für Woche gelassener werden Härtl-Kasulke hat dafür das 10-Wochen-Programm "Gesunde Balance" aufgesetzt, das Ihnen die Idee und die Umsetzung eines ganzheitlichen Achtsamkeitstrainings vermittelt. Sich im Alltag (mehr) bewegen, mit allen Sinnen essen, Körper und Gefühle bewusster wahrnehmen, die Resilienz erhöhen, wenn es hektisch wird: Die Autorin verbindet in ihrem Buch die Grundlagen des personalen Gesundheitsmanagements mit meditativen und psychologischen Übungen, die Sie problemlos in Ihren Alltag integrieren. Dauerhafte Entspannung lernen und Erste Hilfe-Maßnahmen für die rasche Regeneration Gelernte Entspannung funktioniert zu Hause, aber auch im Büro, im Bus oder im Wartezimmer. Die von der Autorin dargestellten Übungen führen in der Summe zu einer situationsübergreifenden Haltung der Ruhe und Gelassenheit. Viele der praktischen Einheiten wie "Gedanken-Karussell stoppen" oder "Powernapping" (wenn ein Mittagsschlaf ideal wäre, aber keine Zeit vorhanden ist) sind Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Reizüberflutung. Andere wie "Schatten und Licht" zur Visualisierung der eigenen Ängste dauern rund 60 Minuten, erfordern Übung, einen Raum der Ruhe und zahlen sich langfristig mit einem erneuerten Selbst-Bewusstsein aus. Empfehlung der Autorin: Halten Sie in einem Erfolgstagebuch fest, welche Übungen besonders gut funktionieren und Ihnen die Gelassenheit geben, die Sie sich wünschen. Roter-Reiter -Fazit: "Individuelles Gesundheitsmanagement" ist ein fundiertes Trainingsbuch gegen Stress und Überforderung im Alltag. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Claudia Härtl-Kasulke: "Individuelles Gesundheitsmanagement", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Individuelles Gesundheitsmanagement" auf Managementbuch.de ### Überwachung und Manipulation: Wie Sie täglich von Staat und Unternehmen ausspioniert werden und wie Sie sich wehren Seit den Snowden-Enthüllungen ist klar, dass staatliche Organe viel mehr Daten über Sie einsammeln, als Ihnen lieb ist. Hinzu kommen zahllose Unternehmen, die die Spuren systematisch auswerten, die Sie beim Online-Shopping, auf Ihrer Facebook-Pinnwand oder im Kaufhaus mit Ihrer Kreditkarte hinterlassen. Wie "gläsern" wir Deutschen längst für die professionellen Datensammler sind, erläutert Bruce Schneier in seinem Buch "Data und Goliath". Ihr Smartphone füttert den unersättlichen Big Brother 2.0 Das Perfide am Überwachungsmodell 2.0: Die kleinen Spione holen Sie sich bereitwillig selbst ins Haus. Dazu gehört Ihr Smartphone voller scheinbar nützlicher Apps, die aber heimlich jede Menge unsichtbarer Hintertüren öffnen und über Ihre Leben Protokoll führen. "Ihr Handy gibt an, wo Sie wohnen und arbeiten, wie oft Sie zur Kirche gehen, in welche Kneipen Sie gehen, mit wem Sie sich zum Mittagessen treffen und mit wem Sie ins Bett gehen." Schneier macht sehr deutlich, dass die aktuelle Überwachung längst alle Orwell-Visionen in den Schatten stellt, wenn wir per Internet und Mobiltelefon sorglos mitspielen. Überwachung = Diskriminierung Sein beunruhigender Report zeigt detailliert, wie die "fundamentale Massenüberwachung" durch Behörden und Wirtschaftsunternehmen funktioniert und welche unerwünschten Nebenwirkungen daraus resultieren wie "Diskriminierung - die Auswirkungen auf freie Meinungsäußerung und Gedankenfreiheit lassen einen schaudern". Und "Massenüberwachung beschneidet unsere Sicherheit. Sie beschneidet unsere Freiheit" - das ist das frustrierende Resümee des Autors. Aber völlig schutzlos sind Sie nicht. Sie machen es den Datensammlern deutlich schwerer, wenn Sie künftig häufiger mit Bargeld bezahlen oder WhatsApp ausschalten. Auch das wird in dem Report ausführlich besprochen. Roter-Reiter - Fazit: Snowden hat nur einen Teil der erschreckenden Wahrheit über die alltägliche Überwachung verraten. In seinem aufrüttelnden Buch "Data und Goliath" enthüllt Autor Bruce Schneier die ganze perfide Geschichte. Wer das Buch liest hat, wird Internet und Smartphone nie wieder so nutzen wie bisher. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Bruce Schneier: "Data und Goliath", Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Data und Goliath" auf Managementbuch.de   ### Selbstcoaching: Persönliche Ziele setzen und erreichen Martin Wittschiers Buch "Wie es nicht geht, weißt du schon" erscheint zum bestmöglichen Zeitpunkt vor dem Jahreswechsel, wenn sich viele Menschen Änderungen im eigenen Verhalten herbeiwünschen, den richtigen Zugang aber nicht finden. Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, mehr Zeit mit der Familie verbringen, sich nicht vom Kollegen oder dem Chef stressen lassen - das steht häufig auf dem ungeschriebenen Silvester-Wunschzettel. Den inneren Schweinehund freundlich verabschieden "Ich hatte beschlossen, der Kapitän meines Lebens zu werden!" schreibt Wittschiers an einer Stelle., Sein Ratgeber liefert dafür den richtigen Fahrplan - in den drei Etappen der EVA-Methode ("Erkenntnisphase, Vorbereitungsphase, Aktionsphase") hilft er Ihnen, lose Wunschvorstellungen in reale Ziele zu verwandeln. Erkennen, wie das Unterbewusstsein dazwischenfunkt und wie eine auf das Ergebnis fokussierte Motivation den inneren Schweinehund lässig abhängt - das ist der Kern des Ratgebers. Und natürlich geht es auch darum, welche neuen Verhaltensweisen Sie dem Ziel näher bringen, welche zwar noch störend sind, aber viel leichter abgelegt werden können, als Sie aktuell vermuten. Ein Mentor an der Seite als Rat- und Impulsgeber Was Wittschiers Buch von anderen Personalcoaching-Ratgebern abhebt, ist die Erzählweise: Der Autor schreibt im Rahmen einer persönlichen Alltagsgeschichte und bringt früh einen geheimnisvollen Mentor ins Spiel, der im Laufe des Buches in Form von Dialogen und Übungen das EVA-Prinzips so erläutert, das es universell auf Lebensziele anwendbar ist. Ein sanfter Motivationstrainer, der die Angst vor Veränderungen fast beiläufig nimmt. Roter Reiter - Fazit: Der Rahmen erinnert an Sofies Welt. Wittschier hat aber nicht die Philosophie im Blick, sondern die inneren Antreiber, die helfen, endlich die Wünsche umzusetzen, die seit langem schmerzhaft am schlechten Gewissen nagen. Gute Verpackung, guter Inhalt. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Martin Wittschier: "Wie es nicht geht, weißt du schon", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wie es nicht geht, weißt du schon" auf Managementbuch.de ### Smartphone, Tablets und Computer als Symptome einer digitalen Pandemie Psychiater und Bestseller-Autor Manfred Spitzer wird auch mit seinem neuen Buch "Cyberkran"k eine kontroverse, vermutlich hitzige Debatte zum Thema Smartphone- und Internetnutzung lostreten. Bereits das Vorgängerbuch "Digitale Demenz" aus dem Oktober 2014 löste einen kleinen Shitstorm aus - fand aber alters- und schichtübergreifend auch viele Befürworter. Spitzer verteufelt darin die übermäßige Nutzung der klassischen und neuen Unterhaltungsmedien wie TV, Spielekonsolen und Computer. "Cyberkrank" schließt thematisch daran an. Nunmehr stehen Smartphone, Tablet und Internetgeräte auf der Anklagebank. Internetsucht ist eine Zivilisationskrankheit Spitzer spricht aus, was ohnehin viele ahnen: Die Alltagsfixierung auf die Infos, die das Gerät mit dem kleinen Display ausspuckt, macht krank und einsam. Wer soziale Kontakte durch Apps und Domains ersetzt, wird eher früher als später unter "Cyberstress, Cyberangst und Cyberchondrie" leiden. Das sind aber nur die "neuen" Auswirkungen der wachsenden Internetsucht. Auch die "klassischen" Folgeschäden wie "Schlaflosigkeit, Depression, Haltungsschäden, sexuelle Störungen, Fettsucht und Konzentrationsstörungen" kommen auf den Tisch". Untermauert durch recht aktuelle Forschungsergebnisse aus Deutschland und den USA. Smartphones so ungesund wie eine Schachtel Zigaretten Der Autor geht detailliert der Frage nach, inwieweit die "Devices" dauerhafte Schäden anrichten - nicht nur bei Jugendlichen. Die unreflektierte, häufig überflüssige Nutzung der digitalen Helfer wird laut Spitzer zur Zivilisationskrankheit Nummer eins. Schädlich wie Zigaretten, Alkohol oder Drogen. Belege dafür gibt es en masse. Und seine Argumente zünden. Spitzer ist ein pointierter Schreiber, der weiß, wann er vereinfachen und kürzen darf und wann er seine Geschütze populärwissenschaftlich verpacken muss. Unwidersprochen wird seine Darstellung nicht bleiben. Das weiß er sehr wohl. Schon im Vorwort geht er prophylaktisch in die Verteidigungsposition. An der Sprengkraft des Buches ändert das aber freilich nichts. Wer mitreden will über die Auswüchse der Smartphone-Manie sollte das Buch lesen. Roter-Reiter - Fazit: Der neue Spitzer hat das Zeug zum Bestseller: provokant, unterhaltsam und polarisierend. Eines der Bücher, über das man in diesem Jahr reden wird. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Manfred Spitzer: "Cyberkrank", Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Cyberkrank" auf Managementbuch.de ### Einfach überzeugend wirken Sally Hogshead macht es sich mit ihrem Buch zur Aufgabe, Sie groß rauszubringen. Nicht auf einer Konzertbühne oder in einem Fernsehstudio, sondern im Alltag. Bei Ihren Freunden, Kollegen, Kunden und natürlich auch beim Chef. Die Idee hinter dem Buch "Wie die Welt dich sieht": Lernen Sie Ihre persönlichen und kommunikativen Stärken - dazu auch die blinden Flecken Ihrer Persönlichkeit - kennen und spielen Sie die Vorzüge aus. Sie werden überzeugender, sympathischer wirken. "Faszinierender" - verspricht die Autorin. Sieben Archetypen der Persönlichkeit In langjährigen Studien hat Hogshead "sieben unterschiedliche Kommunikationsarten isoliert, von denen jede eine bestimmte Art von Reaktion im Gehirn des Zuhörers auslöst." Daraus leitet sie eine Typologie der primären Motive ab: "Innovation, Emotion, Power, Prestige, Stabilität, Tiefgang und Wachsamkeit". Hogshead spricht dabei von "Archetypen". Eine dieser Eigenschaften trifft auf Sie sehr stark zu, wenn Sie in Bestform sind, beispielsweise begeistert unter Kollegen von Ihrem neuen Projekt schwärmen. Zu der primären Stärke – beispielsweise "Power" gesellt sich immer auch ein "Zwilling", eine sekundäre Stärke, etwa "Tiefgang". Aus dieser Matrix (7 x 7 Archetypen) lassen sich insgesamt 49 Persönlichkeitstypen ermitteln - im Beispiel "Power/Tiefgang" wäre das "die verborgene Kraft - realistisch, bewusst, kommt auf den Punkt". Sind Sie die "Geheimwaffe", der "Sieger" oder der "Diplomat"? Einer dieser 49 Typen trifft auch exakt auf Ihr Auftreten zu - wenn Sie "in Ihrem Element" sind. Das Buch liefert Ihnen die detaillierte Anleitung dafür, genau den zu ermitteln. Hogshead verrät natürlich auch, wie Sie dieses Wissen anwenden, wenn Sie sich im "Sieger" oder "Diplomaten" wiederkennen. Die Top-Eigenschaften kommen zur Sprache, der "Mehrwert" und die idealen Einsatzgebiete im Job ("Claim"). Was das Buch auch für Führungskräfte interessant macht: Wer versteht, wie seine Leute "ticken", kann sie anhand ihrer verborgenen Stärken weiterentwickeln. Wie man mit den einzelnen Typen arbeitet und welche Archetypen ihn ergänzen - auch das klärt Hogshead insgesamt 49mal. Roter-Reiter - Fazit: Das Buch hilft, das eigene Auftreten zu verbessern. Gleichzeitig ist es ein nützlicher Praxisratgeber für Führungskräfte, die ihre Leute coachen und Teams optimal zusammenstellen wollen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Sally Hogshead: "Wie die Welt dich sieht", Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wie die Welt dich sieht" auf Managementbuch.de ### Die Fragen des Alltags - mit Herz, Verstand und Humor beantwortet Wer die Gewissensfrage in der "Süddeutschen Zeitung" regelmäßig mit Genuss liest, wird Dan Arielys Buch "Ist doch logisch!" lieben. Rund 100 Fragen des Alltags hat der amerikanische Professor für Psychologie und Verhaltensökonomie aufbereitet und mal kurz in einem einzigen knackigen Absatz, mal in einem zweiseitigen Essay beantwortet. Anlass zu dem erhellenden Frage-und-Antwort-Spiel war seine erfolgreiche Kolumne für das Wall Street Journal "Ask Ariely" aus dem Jahr 2012. Ein Teil der der dort erschienen Themen floss in "Ist doch logisch!" ein. Zudem hat der Autor sein Buch um bislang unveröffentlichtes Material ergänzt. Warum sich Frauen von ihren Männern teure Ringe wünschen Ariely diskutiert mit seinen Lesern die Wirkung von Diäten ("von Beginn an von den Speisen fernhalten, die unsere Diät uns verbietet"), über Strategien zur Parkplatzsuche, das Grübeln beim Joggen, Geldschulden unter Freunden oder auch den typisch weiblichen - und für viele Männer unverständlichen - Wunsch nach teuren Ringen. Er macht deutlich, dass der Wunsch nach dem Diamantring so groß ist, "weil Männer den eben nicht gerne kaufen und die Aversion, etwas zu kaufen, wozu sie gar keine Lust haben, ein viel stärkeres Zeichen für ihre Liebe und Zuneigung ist." Aha! Warum Knoblauch-Zehen das Wohlbefinden steigern Auch wenn Ariely sehr wohl den Anspruch erfüllt, in seinen kurzen Texten ernsthafte, psychologische Ratschläge zu erteilen, erlaubt er sich den einen oder anderen humoristischen Ausreißer. Das stört keinesfalls das Gesamtbild, sondern erhöht den Lesespaß. "Meine Tochter hat mich überredet, jeden Tag zwei Knoblauchzehen zu essen. Jetzt fühle ich mich schwungvoller und weniger gestresst. Liegt das am Knoblauch oder handelt es sich um einen Placebo-Effekt?" Antwort Ariely: "Haben Sie schon mal die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass Sie sich deshalb so viel wohler fühlen, weil die Menschen in Ihrer Umgebung Sie jetzt in Ruhe lassen?". Roter-Reiter - Fazit: Erheiternd und durchaus lehrreich: Ariely kennt die Fragen, die uns im Alltag in den Sinn kommen und bislang unbeantwortet blieben. Wunderbares Buch für verregnete Sonntage oder die morgendliche Bahnfahrt. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Dan Ariely: "Ist doch logisch!", Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ist doch logisch!" auf Managementbuch.de   ### Einfach mal abschalten und ausschalten Über seine Tätigkeit als Juniorprofessor an der Uni Bonn kam Alexander Markowetz eher beiläufig zum Thema "Smartphone-Nutzung". Warum die Deutschen (und nicht nur die) zu "Smartphone-Zombies" wurden, die in der Fußgänger-Zone in gebückter Haltung gehen mit stetem Blick auf das kleine Display, um ja keine WhatsApp-Message zu verpassen - diese Frage hat seine Forschungsarbeiten bestimmt. Und sie ist Thema des spannenden und erhellenden Buches "Digitaler Burnout". Warum der "Homo Digitalis" für seine Infogier teuer bezahlen muss Sicher, Markowetz ist ein Mahner und Kritiker der Smartphone-Sucht. Den erhobenen pädagogischen Zeigefinger braucht er dafür nicht. Er lässt Fakten sprechen, um die ungebremste Nutzung der "Alleskönner-Telefone" als Zeit- und Energie-Killer entlarven. 2012 hat er das "Menthal-Projekt" gegründet und dabei eine kleine App angeboten, die das Nutzungsverhalten aufzeichnet und Aufschluss darüber gibt: "Haben Sie die Kontrolle über Ihr Smartphone. Oder kontrolliert Ihr Smartphone Sie?" 300.000 Teilnehmer fanden sich "zum Test" bereit. Das Ergebnis liest sich erschreckend. 88mal durchschnittlich fällt der Blick auf das Display - pro Tag. Alle 18 Minuten wird die Arbeit (oder Freizeittätigkeit) unterbrochen. Rund 2 Stunden wertvolle Zeit stiehlt das Smartphone jedem Besitzer am Tag. "Wir sind schleichend zum Homo Digitalis geworden" resümiert Markowetz. Achtsamkeit gegen digitale Zwänge Das bleibt nicht ohne Folgen. Psychische (Überforderung, Burnout) und physische Störungen (Haltungsschäden) sind unvermeidliche Folge des digitalen Exzesses, der Schüler ebenso wie Manager treffen kann, Jugendliche wie Großeltern. "Wir betreiben über Jahre hinweg kollektives Anti-Yoga, womit wir uns eine fragmentierte Aufmerksamkeit antrainieren", warnt der Autor. Selbstverständlich bietet er aber auch Lösungen an, die nicht nur Selbstschutz versprechen, sondern auch Manager in die Pflicht nehmen, die sich um ihre Mitarbeiter sorgen: "Wir sollten bewusste Fenster schaffen - zeitlich und räumlich - in denen wir uns ohne digitalen Unterbrechungen oder Dauerzerstreuung konzentrieren können und so Flow-Ebenen schaffen. Denn nur die können zusammen mit mehr Geduld und einer gesteigerten Aufmerksamkeit dazu führen, dass wir langfristig wieder glücklich und produktiv werden." Roter Reiter - Fazit: Wiederkennungswert nicht ausgeschlossen, wenn Markowetz die "Suchtkrankheit" des 21. Jahrhunderts beschreibt und ihre Therapiemöglichkeiten erläutert. Wichtiges Buch für alle, die morgens noch vor der Zahnbürste zum Smartphone greifen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Alexander Markowetz: "Digitaler Burnout", Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Digitaler Burnout" auf Managementbuch.de   ### Was Sie schon immer wissen wollten - das unterhaltsame Sammelsurium der Alltagsfragen Warum knistert ein Lagerfeuer? Sind Menschen im Frühling tatsächlich eher paarungswillig? Wie kommen der Löcher in der Käse? Wir kalt kann es im All (und auf der Erde) maximal werden? Hubert Filser gibt in seinem Buch "Aha!" ausführliche Antworten darauf - und auf viele Alltagsfragen mehr, die Ihre Kinder stellen oder Ihnen selbst in den Sinn kommen, wenn Sie mit offenen Augen durch die Welt laufen. Was auf den ersten Blick an die "Sendung mit der Maus" oder die Faktenhäppchen aus "Wissen vor 8" erinnert, ist tatsächlich eine höchst unterhaltsame Wissensexpedition. Filsers Streifzug durch die Naturwissenschaften ist tiefgründig, an den richtigen Stellen mit Humor gewürzt und auf jeder Seite ein großer Lesespaß. Übrigens kommen auch ganz praktische Dinge zur Sprache: Was tun bei Stau? Oder wenn der Tisch wackelt? Die vier Jahreszeiten liefern die Vorlage Dass Filser sein Buch nach den vier Jahreszeiten und deren Highlights ("Ein Tag am Strand, Oktoberfest, Silvester") gliedert, gibt seinen Geschichten und wissenschaftlichen Hintergrundberichten einen saisonalen Rahmen und sorgt für ein herrliches Lesebuch, das ganzjährig funktioniert und die Welt draußen (und drinnen) ein bisschen verständlicher macht. Verdammt kalt im All, verdammt "heiß" im Advent Kurze Antworten auf die Fragen oben sind wir noch schuldig: Nicht alle Feuer knistern, Männer googeln eher im Winter nach "nackt" oder "Porno". Die Löcher hat der Käse dem Heu zu verdanken, das die Kühe fressen: "Je mehr Heu in der Milch, desto mehr Löcher im Käse." Und die tiefstmögliche Temperatur liegt bei rund 270 Grad minus (also kein Grund mehr, sich über den vermeintlich nasskalten Herbst zu beschweren). Roter Reiter.de-Fazit: Lach- und Sachgeschichten mit Nährwert für Erwachsene. Filser erklärt Ihnen (fast) alles, was Sie in der Schule nicht gelernt haben, heute aber gerne wissen würden. "Aha!" macht sich prima unter dem Weihnachtsbaum. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Hubert Filser: Aha!, Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Aha!" auf Managementbuch.de ### Wünsch' dir was - Was Ihre Sehnsüchte über Sie verraten und wie Sie sie erfüllen Christiane Tramitz ist Wunschexpertin. Die Verhaltensforscherin hat sich intensiv mit dem Sinn und den Geheimnissen (un)erfüllter Wünsche beschäftigt. Davon handelt ihr Buch "Ich mach das jetzt einfach". Natürlich geht es dabei auch am Rande um die banalen Dinge wie Geschenkelisten für Hochzeit und Geburtstage. Vor allem aber hinterfragt Tramitz die essentiellen Wünsche, die wir unausgesprochen vor uns hertragen. Die Botschaft des Buches: "Machen Sie sich Ihre geheimen Wünsche bewusst, trennen Sie die von temporären Schwärmereien oder Begierden, und verwirklichen Sie Ihr Leben, bevor Sie es mit Alltagsproblemen und Sorgen verschwenden." Vom Normwünscher zum Meisterwünscher: Welcher Wunschtyp sind Sie? Was Tramitz in ihrem Buch ganz hervorragend gelingt: Die Autorin macht deutlich, was Ihre Wünsche über Ihre Persönlichkeit, Ihren Lebensstil und auch Ihre wahren Werte aussagen. Klingt abstrakt? Tramitz geht ganz konkret an die Sache und unterscheidet insgesamt 14 "Wünscher-Typen" - vom "Wunschträumer" ("Gedankenwanderer") über den "Normwünscher" ("die Wünsche anderer zu den eigenen machen") und den Prestigewünscher ("etwas wünschen, weil es teuer ist ") bis zum "Meisterwünscher" ("wagt auch mal riskante Wünsche und solche, die wesentliche Veränderungen mit sich bringen.") Wünsche sind der Spiegel Ihrer Stärken und auch Schwächen Tramitz startet mit großem psychologischem Sachverstand das Thema, sie zitiert wissenschaftliche Studien und Forschungsergebnisse, bietet darüber hinaus Übungen (beispielsweise das "tagebuchartige Aufschreiben von Gefühlen und Sehnsüchten"), um Wünsche in Pläne zu verwandeln. Und fast beiläufig enttarnt sie "Pseudo-Wünsche" als psychologische Schutzschilder vor der Realität. Denn auch solche Typen gibt es wie den "Keinezeitwünscher", der dauergehetzt durch die Welt rennt, sich nichts sehnlicher als Zeit wünscht und sich genau die eben nicht zugesteht. Ihm (und allen anderen Wünscher-Typen) widmet Tramitz jeweils ein kleines Extra-Kapitelt, das mit "Was tun" überschrieben ist: Kleine Übungen, um den einen oder anderen quälenden Wunsch durch einen neuen, besseren zu ersetzen. Beim "Keinezeitwünscher" wäre schon mal ein Anfang, "morgens und abends mal die äußere Uhr ticken zu lassen wie sie will." Roter Reiter - Fazit: "Warum habe ich mir meine Wünsche nicht erfüllt" fragen viele Menschen im Alter. Christiane Tramitz gibt die Antwort darauf: "Es liegt an Ihnen selbst", ob Sie lieber still hoffen und später bedauern oder Ihren Wünschen nachgehen und das Risiko in Kauf nehmen, auch mal auf die Nase zu fallen. Für die zweite Alternative wirbt das Buch mit guten Argumenten aus den Erkenntnissen der Verhaltensforschung. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Christiane Tramitz: "Ich mach das jetzt einfach" , Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ich mach das jetzt einfach" auf Managementbuch.de ### Die Angst besiegen Angst ist grundsätzliche eine sinnvolle Schutzmaßnahme der menschlichen Evolution, weil sie hilft, die Sinne auf möglichen Gefahren zu fokussieren. Wenn jedoch die Angst das Leben dominiert, das Gehirn 24 Stunden am Tag mit Alarmsignalen befeuert wird und schon unterschwellige Reizen aus der Umwelt zu erheblichen körperlichen Erregungszuständen führen, dann ist professionelle Hilfe angebracht. Psychotherapeutin Margaret Wehrenberg gewährt mit ihrem Buch "Die 10 besten Strategien gegen Angst und Panik" genau die Unterstützung, die sich Betroffene wünschen. Vor allem solche, die nicht an einer stationären Therapie teilnehmen wollen oder können, profitieren von dem Ratgeber. Machen Sie sich richtig Sorgen - aber nur einmal Das Buch ist in weiten Teilen als praktischer Erste-Hilfe-Kurs angelegt. Wehrenberg erläutert die unterschiedlichen Angsttypen und deren Symptome und widmet sich dann der Frage, wie ein "ängstliches Gehirn zu einem ruhigen kontrollierten Gehirn gemacht werden kann." Auch der Nutzen und Schaden von Medikamenten kommt detailliert zur Sprache. Die Autorin weiß wovon sie spricht, wenn sie den Betroffenen rät: "Machen Sie sich richtig Sorgen - aber nur einmal". Sie war selbst Gefangene ihrer Angst ("die meiste Zeit meines Lebens unter Panikattacken gelitten") und konnte später als Therapeutin zahlreichen Menschen mit Phobien helfen. Die Angst kontrollieren Im zweiten Teil bietet sie konkrete Strategien zum Abbau körperlicher Symptome an. Kurzatmigkeit, Schwindel, Pulsrasen und Schweißbildung lassen sich via Ernährung, Atemübungen, Achtsamkeitstraining und Entspannungsübungen deutlich reduzieren. Wehrenberg hat eine Fülle praxiserprobter Übungen zusammengestellt. Einige davon wie kaltes Wasser über Hände gießen, versprechen sofortige Linderung bei Panikattacken. Symptombekämpfung oder Vermeidungsverhalten sind aber selbstverständlich nur oberflächliche Lösungen, die die Wurzel des Problems nicht erreichen. Die Veränderung des Angstverhaltens zum Beispiel durch umgesteuert Selbstgespräche wird detailliert von Wehrenberg beschrieben. Gut: Den Abschluss bilden knackige Tipp-Sammlungen für die häufigsten Stress- und Angstfallen im Alltag wie Prüfungen, "allein auf der Party" oder "im Flugzeug". Immer wichtig dabei: "Hüten Sie sich vor negativen Selbstgesprächen!" Roter-Reiter - Fazit: Ein psychologischer Erste-Hilfe-Kasten und ein Grundlagenbuch für Menschen mit Angststörungen. Ein gutes Praxisbuch. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Margaret Wehrenberg: "Die 10 besten Strategien gegen Angst und Panik", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die 10 besten Strategien gegen Angst und Panik" auf Managementbuch.de   ### Unternehmerin werden - mit Herz, Verstand und viel Frauenpower Wenn Ihnen beim Lesen eines Buches schon auf den ersten Seiten "Herr Eigensinn" oder "Frau Wahrheit" begegnen und Sie aufgefordert werden, mit dem Fahrstuhl in Ihre "Herzetage" hinabzufahren und auf dem "goldenen Stuhl" Platz zu nehmen, ahnen Sie es bereits: Das ist kein gewöhnlicher Ratgeber. Den hatte Brigitte Windt mit ihrem Buch "Mach dich selbstständig" auch nicht im Sinn. Wie Frau denkt, fühlt und plant In opulenten sprachlichen Bildern ganz nah an der emotionalen Erlebniswelt der Frauen führt die Autorin ihre Leserinnen durch den Coaching-Kurs "Selbständigkeit". Selbstzweifel und Zukunftssorgen sind die häufigsten Hürden, die anfangs übersprungen werden müssen. Als erfahrene Business-Trainerin und Beraterin der Berliner Gründerinnenbewegung findet Windt den richtigen Ton, um Frauen mit ihren Ängsten abzuholen und auf dem Weg zum eigenen Unternehmen oder zur Freelancer-Tätigkeit zu begleiten. "Erfolg ist das, was folgt" "Alles Gute beginnt mit einem Ja. Sprechen Sie dieses Wort jetzt bitte laut aus und fühlen Sie, was es in Ihnen auslöst. Ja. Einfach ja." Windt stärkt Ihnen im Buch mit Tipps, assoziativen Übungen und praktischen Tipps den Rücken, um den ersten Schritt heraus aus der Angestellten-Sackgasse zu wagen. Vielfach werden Erfahrungen und Fallbeispiele mit Coachees eingestreut, die stellvertretend die Fragen und Unsicherheiten fast aller Frauen auf dem Weg zur Selbständigkeit abbilden. Dass Windt unkonventionell, verspielt und sehr weiblich an das Thema herangeht, heißt nicht, dass sie organisatorische ("lästige") Fragen vernachlässigt: Neben geballter emotionaler Frauenpower gibt es auch ganz praktische Hilfen zum Businessplan oder zur Balanced Scorecard. Roter-Reiter -Fazit: Unbeschreiblich weiblich: Brigitte Windt weiß, wie Frauen fühlen und denken, wenn sie sich selbständig machen wollen. Ihr Ratgeber mit vielen Übungen und Reflexions-Aufgaben ist ein nützlicher und empathischer Selbst-Coaching-Kurs zur Neuorientierung. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Brigitte Windt: "Mach dich selbstständig", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Mach dich selbstständig" auf Managementbuch.de ### Einfach bessere Entscheidungen treffen "Wagen Sie es, zu Ihrer eigenen Waage zu werden. Nehmen Sie das Leben samt seiner riskanten Seiten an," In seinem Buch "Nur wer wagt, gewinnt" ermuntert Sie Autor Peter H. Buchenau genau die Entscheidungen zu treffen, vor denen Sie sich gewöhnlich gerne drücken: Trennung vom Partner? Kündigung im alten Job? Immobilie statt Miete? Viele Antworten fallen schwer, weil die Folgen einer falschen Wahl vermeintlich schwer wiegen. Buchenau kennt die Hemmschwellen sehr genau und baut diese systematisch ab. Risikobewusstsein will gelernt sein "Mut macht frei" schreibt Buchenau in seinem Buch. "Nur wer wagt, gewinnt" ist ein Leitfaden, um sich selbst von alten Zweifeln und Zwängen zu trennen und eine gesunde Portion "Risikointelligenz" zu entwickeln. "Selbstbewusstsein" schärfen, "Resilienz entwickeln" stehen ebenso auf dem Programm wie "Erfolgsvisionen zu entwickeln" und Folgen der eigenen Entscheidungen realistisch "abzuwägen". Gute Tipps für Entscheidungsmuffel inklusive Das Beste kommt immer zum Schluss. In einem der späten Kapitel verrät der Autor anhand kluger Tipps, wie Sie sich mit scheinbar schwierigen Entscheidungen leichter tun. Hier 3 Beispiele: - "Malen Sie sich wirklich das Allerschlimmste aus. Die schrecklichste Konsequenz Ihrer Entscheidung. Und dann finden Sie sich damit ab. Integrieren Sie selbst dieses furchtbare Resultat gedanklich in Ihr Leben." - "Schmeißen Sie eine Münze. Und dann achten Sie darauf, was Sie in dem Moment, in dem das Geldstück aufkommt und liegenbleibt, fühlen. Spüren Sie Enttäuschung? Freude? Panik?" Wichtige Rückschlüsse auf Ihr Bauchgefühl! - "Drehen Sie alle Pro- und Contra- Argumente einfach mal um. Fragen Sie sich, wie Sie Ihren Umsatz am einfachsten reduzieren. Damit finden Sie die gröbsten vorstellbaren Fehler. Genau jene gilt es zu vermeiden." Roter Reiter - Fazit: Sie stehen vor einer schwierigen Entscheidung und hadern noch? Investieren Sie gute drei Stunden Lesezeit in dieses Buch, und Sie werden definitiv klarer sehen - zumindest die Angst vor ungeliebten Konsequenzen verlieren. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Peter H. Buchenau: "Nur wer wagt gewinnt", Linde, 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Nur wer wagt gewinnt" auf Managementbuch.de ### Gesund und fit mit Natural Network Auf RTL II hat sich Felix Klemme einen Namen als Diät-Experte gemacht - zunächst mit der Sendung "Extrem schwer - Mein Weg in ein neues Leben", dann mit "Die Diät-Tester". Ein Teil der für zuvor das TV aufbereiteten Inhalte, vor allem aber seine Erfahrungen als Personal Coach fließen in sein Buch "Natürlich sein" ein. Klemm stellt Ihre Gesundheit dabei in den Vordergrund. Attraktiv (jünger) aussehen, eine beneidenswerte Konfektionsgröße bekommen und bei Stress im Büro gelassen reagieren - das kann jeder schaffen, so sein Versprechen. Das ganzheitliche Coaching nach dem Natural-Network-Prinzip liefert dazu die Anleitung. Seelische Energie und Ernährung In vier Teile hat Klemme seinen Lifestyle-Ratgeber gegliedert. Nach seiner Einführung, die zeigt, was Gesundheit von Krankheit unterscheidet, wie wir das Immunsystem stärken und Stress (besser) bewältigen können, geht es um Ernährung - sein Lieblingsthema. Klemme trennt die Fettmacher von den wertvollen Lebensmitteln (Nüsse statt Gummibärchen am Abend) und erklärt, welche Gewohnheiten wir ablegen müssen, um wieder in die "alte Hose zu passen". Vieles davon ist recht einfach: Nicht mehr vor dem Fernseher Leckereien reinstopfen. Essen Sie ausschließlich in der Küche. Wenn abends der Weg zu weit ist, kann der Appetit auch nicht so große sein. Bewegung und Natural Network Die Schlusskapitel widmen sich den Themen Bewegung und Natural Network. Gut: Klemme ist zwar ein Sportfanatiker, fordert von Ihnen aber kein Marathon-Training. Spazierengehen (statt Busfahren), Treppensteigen statt Aufzug und dazu wohldosiertes Krafttraining sind ausreichend, um die Energiereserven des Körpers aufzufüllen. Die passenden Übungen dazu - alle alltagstauglich - zeigt der Autor selbstverständlich in seinem Buch. Abschließend skizziert er sein Konzept vom Natural Network, das die eigene Lebenswelt (soziale Beziehungen, Ängste und Wünsche) in das ganzheitlich ausgelegte Gesundheitsprogramm intergiert: Echte Freundschaften ausleben, statt sich auf virtuelle Phantasien à la Facebook zu stützen, ist ein wichtiger Schritt zurück zur sozialen Sicherheit. Roter Reiter - Fazit: Klemme macht Lust auf Veränderungen und nimmt die Ängste vor dem ersten Schritt. Sein Gesundheitsratgeber ist auch für Männer gut verdaulich. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Felix Klemme: "Natürlich sein", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Natürlich sein" auf Managementbuch.de   ### Wie wir die Kontrolle über die Gedanken zurückgewinnen - und sie auch mal ausknipsen können Grübeleien über Ärger und Sorgen und schwarz ausgemalte Zukunftsphantasien drücken nicht nur auf die Stimmung und das Selbstwertgefühl, sie können auch Depressionen und andere psychische Erkrankungen wie Angststörungen hervorrufen. Was viele Betroffene nicht wissen: Die Abwärtsspirale im Gedankenkarussell lässt sich sehr wohl stoppen. Oliver Korn und Sebastian Rudolf haben mit ihrem Buch "Sorgenlos und grübelfrei" die passende Anwendung dafür geschrieben. Metakognitive Therapie Ihr Rezept für Selbsthilfe und Therapiebegleitung heißt "Metakognitive Therapie". Im "metakognitiven Modus erleben wir Gedanken und innere Bilder (und die dazugehörigen Emotionen) als das, was sie sind, nämlich erst einmal Gedanken und innere Bilder". Heißt: Sie haben jederzeit die Möglichkeit, den Sog zu stoppen. Dafür müssen Sie Ihr Bewusstsein zwischen den Reiz ("die Präsentation kriege ich nie souverän hin") und die emotionale Reaktion ("Selbstzweifel, Rückzug") schalten. Zudem können Sie negative "Bewältigungsstrategien" hinterfragen und durch neue Muster ersetzen. Den Kreislauf negativer Gedanken jederzeit unterbrechen Die Autoren liefern dafür zahlreiche Ideen, "um die mentalen Fähigkeiten zu trainieren" sowie Techniken, die ungünstige Bewältigungsstrategien aushebeln. Der als Selbst-Therapie ausgelegte Kurs bietet eine Fülle an (fiktiven) Fallbeispielen, Übungen und Musterlösungen, um das Konzept der positiven Metakognition Stück für Stück zu verinnerlichen. Gut: Korn und Rudolf nehmen keine Gehirnwäsche vor und verlangen auch keine radikale Bewusstseinsänderungen: Grübeln einfach abstellen, das kann nicht funktionieren und ist auch gar nicht nötig, denn "Grübeln hilft mir herauszufinden, warum mir das passiert und wie ich es in Zukunft vermeiden kann." Wichtiger ist den Autoren, das "automatische Denken" von der Realität zu trennen und den "Kreislauf negativer Gedanken" jederzeit zu unterbrechen. Im Schlusskapitel wird gezeigt, wie der Metakognitive Ansatz bei psychischen Erkrankungen zur Anwendung kommt wie Depression, Soziale Phobie, Posttraumatische Belastungsstörung oder Zwangsstörungen. Roter Reiter - Fazit: Oliver Korn und Sebastian Rudolf haben mit "Sorgenlos und grübelfrei" ein ganz wichtiges Buch für das Achtsamkeitstraining ängstlicher oder pessimistischer Menschen konzipiert. Feinfühlig und alltagsnah widmen sich die Autoren dem Problem der negativen Gedankenspiele. Auch Therapeuten selbst profitieren von dem profunden Wissen und der großen Zahl hilfreicher Übungen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Oliver Korn, Sebastian Rudolf: "Sorgenlos und grübelfrei", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Sorgenlos und grübelfrei" auf Managementbuch.de ### Schluss mit der Selbstblockade im Beruf In ihrem vierten Buch der "Mindfuck-Reihe" beschreibt Petra Bock die Selbstblockaden, die viele Menschen daran hindern, ein erfülltes Berufsleben zu führen. Wie auch schon bei "Mindfuck" schöpft Petra Bock auch hier aus dem Vollen und verknüpft erfolgreich Elemente der Transaktionsanalyse und dem Coaching. Die wichtigsten Selbstblockaden fasst sie in sogenannten "Mindfucks" zusammen - inneren Dialogen, die letztlich zur Selbstsabotage führen. Die sieben Mindfucks sind: 1. Katastrophen-Mindfuck: sich ausmalen, was alles schiefgehen könnte, wenn man den aufrechten Gang geht 2. Selbstverleugnungs-Mindfuck: anderen zum eigenen Nachteil den Vortritt überlassen 3. Bewertungs-Mindfuck: sich an Maßstäben messen, die sich kaum erreichen lassen 4. Druckmacher-Mindfuck: mehr von sich erwarten, als leistbar ist - und das auch noch für normal erachten 5. Regel-Mindfuck: nie das kleine Planquadrat verlassen und sich durch selbstverordnete Regeln einschnüren 6. Misstrauens-Mindfuck: Selbstzweifel pflegen nach dem Motto "Das schaffe ich ohnehin nicht!" 7. Übermotivations-Mindfuck: immer mit Vollgas starten und nach halber Strecke außer Atem hinschmeißen Mit vielen Beispielen aus ihrem Coaching-Alltag zeigt Petra Bock, wie sich allein aus dem Erkennen der Selbstsabotage-Akte neue Kräfte freisetzen lassen. Und sie setzt die Methode zuletzt in einen größeren Zusammenhang: "Humanity" - für einen erwachsenen Umgang erwachsener Menschen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Petra Bock "Mindfuck Job". Droemer Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### Life-Hacks im sozialen Miteinander Die Erfolgsformeln für das Gehaltsgespräch beim Chef, für die Fußballbeichte bei der Partnerin oder beim Verkaufsgespräch mit sperrigen Kunden gibt es also doch. Kishor Sridhar hat sie in seinem Buch "Alles hört auf mein Kommando" fein säuberlich zusammengeschrieben. 50 erstklassige "Social Life Hacks" sind dabei herausgekommen. Sie erfahren, wie Sie Kollegen um den Finger wickeln (und ihnen ungeliebte Aufgaben aufs Auge drücken, zu denen die auch noch "Danke" sagen), wie Sie problemlos Lügen Ihrer Kinder entlarven oder den Boss um den Finger wickeln. Manipulieren leicht gemacht Keine Magie ist dabei im Spiel, wohl aber Psychologie. Sridhar legt jedes Wort, das Sie an Ihr Gegenüber richten, auf die Goldwaage. Bei Kritikgesprächen gehen Sie in Argumentation und Ausdrucksweise ganz anders vor, als wenn Sie ein Auto kaufen (und dabei den Preis herunterhandeln möchten). Immer nehmen Sie dabei auch die Perspektive des anderen ein, werfen ihm einen Köder zu, verkaufen die Wahrheit mit einem (virtuellen) Blumenstrauß oder lassen sie in dem verschwinden, was Ihr Gesprächspartner hören will. Die einzelnen Textbrocken müssen Sie nicht auswendig lernen. Sie denken - wie beim Schach - in Mustern. Merken müssen Sie sich nur die strategischen Basics, die der Autor ausfürhrlich erläutert: "Rahmung" beispielsweise, auch "Heldenmethode" oder "Fuß-in-der-Tür". Diese Mechanismen sollten Sie verinnerlichen. Die besten Manipulationstipps Auch wenn Sridhar mehrfach betont, es gehe ihm nicht um Manipulation. Nichts anderes leistet das Buch. Das Ganze aber so clever und überzeugend, dass es Freude macht, tiefer in Kunst des sozialen Taktierens einzusteigen. Hier drei der insgesamt 50 erstklassigen Tipps: - "Einer der größten Fehler in Beziehungen ist es, schlechte Nachrichten oder Enttäuschungen nach der Fuß-in-die Tür-Methode zu vermitteln, also erst mit einer kleinen schlechten Nachricht, um diesen dann Schritt für Schritt größer werden zu lassen. Beginnen Sie mit dem Horrorszenario! Das macht Ihr Leben viel leichter." - Um bei Ihrem Kind ein Geständnis zur "5" in Mathe zu erwirken, drohen Sie nicht mit TV- oder PC-Entzug, sondern täuschen Sie Verständnis vor: "OK, ich habe auch nicht immer bei meinen Eltern mit der richtigen Note rausgerückt. Mal unter uns, was hast du wirklich?" - Beim Chef-Gespräch verlassen Sie im Bedarfsfall die Anklagebank und wechseln unverhofft in den Trainerstab. Stellen Sie Fragen, heucheln Sie Interesse am Großen und Ganzen. Stellen Sie Fragen wie "Was sind die Pläne für das nächste Jahr?", "Wo sehen Sie die größten Herausforderungen und Prioritäten?", Wie kann ich Sie dabei unterstützen?" Sie werden kurzerhand zum Mitstreiter! Roter-Reiter - Fazit: Sridhar ist ein cleverer Bursche. Seine Anleitung zur Manipulation im Alltag ist zu 90 Prozent fundierter Psychoratgeber, zu 10% Bluff. Aber auch diese 10% lesen sich so gut und amüsant, dass das Buch eine 100%ige Empfehlung verdient. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ksihor Sridhar: "Alles hört auf mein Kommando", Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Alles hört auf mein Kommando" auf Managementbuch.de ### Die Abkürzungen auf dem Karriereweg nehmen Man kann natürlich für seine Beförderung, das eigene Unternehmen oder den Lebenstraum im Ausland jahrzehntelang hart arbeiten. Machen ja auch die meisten so. Man kann aber auch eine der vielen versteckten Abkürzungen nehmen. Welche das sind, wie man sie findet und nutzt, erläutert Shane Snow in seinem Buch "Smartcuts". Der New Yorker Journalist gibt Ihnen darin eine Lehrstunde im Querdenken, im Finden neuer Lösungsansätze für alte Probleme. Wer unkonventionell vorgeht, hat beste Chancen, seine Ziele schneller zu erreichen als über die ausgetretenen Karrierepfade, so das Versprechen des Autors. Die Geheimnisse der Überflieger Snow ist der Frage nachgegangen, wie es den "Überfliegern" aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gelingt, so viel mehr in kurzer Zeit zu erreichen als der Durchschnitt. Er hat die Erfolgsformeln - die Smartcuts - der im Buch portraitierten Innovatoren akribisch herausgearbeitet. Darunter sind nicht nur Firmengründer, sondern auch Wissenschaftler, Sportler, Computer-Experten und Hacker, US-Moderatoren und US-Präsidenten und sogar ein YouTube-Star. Völlig verschiedene Typen - trotzdem gibt es sie, die gemeinsamen Nenner. Verkürzen, Hebeln, Abheben Snow hat drei idealtypische Shortcuts ausgemacht, die sich (fast) universell anwenden lassen und daher auch die eigene Karriere befeuern und das alltägliche Leben einfacher machen können. Verkürzen ("laterales Denken" - beispielsweise die erworbene Glaubwürdigkeit im eigenen Berufsumfeld für einen Quereinstieg in attraktivere Branchen und Jobs finden - so wie es die US-Präsidenten gewöhnlich machen). Hebeln: "So wachsen Sie zu Riesen heran. So werden aus Surfern Weltmeister, und so werden aus obdachlosen Künstlern Grammy-Preisträger." Abheben: Größer denken und größer handeln als der Durchschnitt. Das ist der Spirit der "Overachiever". Schönes Zitat: "Konventionellen Vorstellungen zufolge muss sich ein talentierter und ambitionierter Mensch nur anstrengen und hart arbeiten, damit ihm das Glück über den Weg läuft. Das wäre, wie wenn ein Surfer nur lange genug am selben Ort im Wasser warten muss, damit die richtige Welle kommt." Roter-Reiter - Fazit: Es gibt viele Menschen, die schneller und einfacher den Turbo für die Karriere zünden. Snow erzählt deren Geschichten und erklärt dabei die Muster hinter den Smartcuts. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Shane Snow: "Smartcuts", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Smartcuts" auf Managementbuch.de ### Von Fleißbienen und (gescheiterten) Heldinnen Brigitte Witzer kennt beide Perspektiven: die von der braven Mitarbeiterin, die jahrelang einen Top-Job macht und insgeheim auf die Beförderung hofft. Und die von der Durchstarterin, die auf dem Karriereweg auch ganz selbstbewusst dem einen oder anderen männlichen Kollegen ihre Ellenbogen in die Rippen stößt. Von Fleißbienen und Heldinnen spricht sie treffend in ihrem Buch "Die Fleißlüge". Wo die Bienen im Kreis fliegen und die Heldin im Hamsterrad dreht Witzer hat sich selbst von der Biene zur Heldin verwandelt. Bis zur Konzern-Geschäftsführerin bei Bertelsmann hat sie es gebracht. Glücklich wurde sie dabei nicht. Sie schmiss hin und nahm eine Professorenstelle an. Davon handelt ihr Frauen-Karriere-Buch. Von der Führungskultur in den Chefetagen großer Unternehmen, von erworbenen und zugeschrieben Frauenrollen im Business und von der gelebten Emanzipation gegenüber traditionellen Klischees in Beruf und Partnerschaft. Der postheroische Managertypus Ihre feine Analyse verzichtet auf Schwarzweiß-Denken, outet auch die "Heldin" im Hamsterrad, die auf ungeliebte Maßnahmen ("Rationalisierungen") setzen muss und auf die Gefolgschaft der Bienen angewiesen ist. Ihr Managerbild der Zukunft heißt "Postheroisch": "Verantwortung übernehmen statt Täter-Opfer-Dynamik, ausschließlich interessiert an Aufgaben, die energetisieren." Roter-Reiter -Fazit: Weitsichtig, kritisch & ungeschminkt: Brigitte Witzers Buch ist eine sehr persönliche Analyse der alten und neuen Führungswege für Frauen in mittleren und großen Unternehmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Brigitte Witzer: "Die Fleißlüge", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Fleißlüge" auf Managementbuch.de ### Das Glück der anderen Warum sind Menschen in anderen Ländern offensichtlich so viel glücklicher als in Deutschland? Wohlstand und soziale Sicherheit scheiden als Argumente aus, wenn selbst Mexiko und Kolumbien vor der Bundesrepublik liegen. Maike van den Boom hat die Antworten vor Ort gesucht und die "13 glücklichsten Länder der Welt besucht" - streng ausgewählt nach der "World Database of Happiness". 13 Länder - 300 Interviews "Nordische Zurückhaltung und lateinamerikanischen Überschwang" hat die Autorin auf Ihrer Weltreise kennen gelernt, vor allem aber Menschen, die in ihrer Welt ihr Glück gefunden haben - häufig ohne Zweitwagen, Südbalkon und 13. Monatsgehalt. Rund 300 Interviews hat sie auf ihrer Weltreise geführt. Auf dem Reiseplan standen Australien, Island, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Schweiz, Luxemburg, Kanada, Mexiko, Panama, Costa Rica und Kolumbien. Jedes Mal bewaffnet mit Mikrofon und Kamera und immer auf der Suche nach der Glücksformel. Die Menschen der Glücksländer im Portrait Van den Boom zeichnet in ihrem Buch ein warmes, detailliertes Portrait der Menschen in ihrem jeweiligen sozialen Kontext. Natürlich sucht sie fieberhaft nach dem gemeinsamen Nenner, der die Nordlichter Skandinaviens oder Islands ("klare homogene Gesellschaften. Wer auf Island lebt, gehört auch dahin") mit den leiderprobten Mittelamerikanern ("An allem finden wir etwas Lustiges. Sogar in den schlimmsten Zeiten") oder den relaxten Australiern verbindet. Was tatsächlich zählt "Folge deinem Herzen" und "Das wichtigste ist meine Familie" sind häufig genannte Antworten auf die Frage, was wirklich wichtig ist. Die Glücksformel lässt sich aber nicht auf fünf Sätze herunterbrechen, und muss individuell immer wieder auf den Prüfstand. Eine der wichtigsten Erkenntnisse kommt vom Dänen Lars: "Man wird, was man denkt. Wenn man immer die negativen Seiten sieht, dann wird man auch negativ. Aber kann man selbst daran arbeiten? Also ich glaube, ich bin glücklich, weil ich das möchte." Roter Reiter - Fazit: Glücksreise in 13 Etappen einmal um die ganze Welt: Maike van den Boom macht deutlich, warum die eigenen Ärgernisse um verspätete ICE-Verbindungen, schlechte Noten der Kinder oder temporäre Auseinandersetzungen mit den Kollegen aus der Distanz betrachtet völlig unbedeutend sind. Wer den Blick vor der eigenen Haustür auf die positiven Erlebnisse lenkt, muss nicht einmal in den Flieger steigen, um Glück zu erfahren. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Maike van den Boom: "Wo geht’s denn hier zum Glück?", Krüger 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wo geht’s denn hier zum Glück?" auf Managementbuch.de ### 44 Instant-Rezepte gegen nervende Kollegen, Chefs oder Untergebene Wolf Reiser hat mit "Unter Kollegen" einen leicht verständlichen und dennoch tiefgründigen Ratgeber für Konflikte und Frustrationen im alltäglichen Büro-Chaos geschrieben. Was tun gegen Klugscheißer, Intriganten oder Mimosen im Großraumbüro? Sein Buch liefert darauf prägnante Antworten. 44 "Überlebensstrategien" (so der Untertitel) meint: Die 44 häufigsten Konfliktfälle unter Kollegen oder mit Vorgesetzten auf wenigen Seiten zusammengefasst inklusive 10 klugen, manchmal überraschenden Deeskalations-Tipps, die sofort weiterhelfen. Die besten Strategien gegen Büro-Stress Hier eine kleine Auswahl sehr guter Tipps für die häufigsten Streitfälle oder Ärgernisse zwischen Kaffeeküche und Kantine: Authentisches Auftreten: "Bloß authentisch zu sein, ist keine Patentlösung. In manchen Fällen ist es ratsam, stattdessen einen Rolle anzunehmen." Richtig loben: "Nicht Lob mit Kritik mischen! Dadurch entsteht lediglich eine kaum greifbare Plusminusnull-Situation." Informationsfluss: "Vermeiden Sie es, die Holschuld zu einer Bringschuld Ihrer Vorgesetzten umzudeuten." Ärgerliche E-Mails: "Hände weg von der Tastatur, durchatmen, telefonieren oder das persönliche Gespräch suchen." Feinde im Büro: "Geben Sie nicht zu viel Privates preis. Schnell liefern Sie damit entsprechende Angriffsflächen." Roter Reiter - Fazit: Der perfekte gepackte Notfallkoffer für gestresste Mitarbeiter und überforderte Chefs. In aller Kürze schildert Wolf Reiser, wie Sie sich gegen Ärger wappnen und die richtigen Abwehrstrategien wählen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Wolf Reiser: "Unter Kollegen", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### It's the end of the word as we know it: Die neuen Kommunikationsrouten und Irrwege des Journalismus Blogs ersetzen Zeitungen, YouTube-Kanäle das TV, Smartphones den PC: Der Journalismus im 21. Jahrhundert schafft sich neue Big-Player, neue Verbreitungswege und neue Rezipienten. In seinem spannenden Buch "Ausgedruckt" geht der New Yorker Journalist Jeff Jarvis der Frage nach, wie der technologische Fortschritt "die Nachrichtenbranche umkrempelt". Jarvis zeichnet die wichtigsten journalistischen Neuerungen der letzten Jahre bis zur "digitalen Revolution" nach und entwirft kühne, aber nicht unrealistische Szenarien für die künftige Beschaffung, Verarbeitung und Veröffentlichung von Informationen. "Ich fordere uns auf, fast alle Annahmen über Nachrichten infrage zu stellen, aber sie auf keinen Fall abzulehnen", schreibt der Autor. Nachrichten als Dienstleistungen Nachrichten, so Jarvis, gewinnen im Sinne von Facebook und Google, den Status von "Dienstleistungen, die den Menschen helfen, ihre Ziele zu erreichen". Apps auf dem Smartphone sind deswegen so beliebt, weil sie nicht nur Content liefern, sondern Kontext: Hintergrundinformationen, Service und Tipps rund um die eigentliche Information. Jarvis spricht hier von "kuratieren". Journalisten werden Nachrichten aufbereiten, wie Kuratoren, die Kunstwerke in einer Ausstellung anordnen: publikumsgerecht, verständlich, nachhaltig. Native Advertising ist ein Sargnagel für neue Medien Dass "User Generated Content" in den sozialen Medien einen Großteil der Gier nach neuen Meldungen stillt, bedroht nicht die Existenz der konventionellen Medien. Als gefährliches Spiel aber betrachtet der Autor den Trend zum "Native Advertising" ("Pest oder Cholera"), der bewussten Vermischung von redaktioneller Information und Werbung. Ein leichtfertiger verursachter Imageverlust sei auf Dauer teurer als der Verzicht auf Werbeeinnahmen. Verleger und Publizisten sind gefordert, zeitgemäße Finanzierungsmodelle zu finden. Für gute Nachrichten werden Kunden immer bezahlen. Nicht das Ende des Journalismus, sondern seine Emanzipation Was der Autor hervorragend umsetzt: Er beschreibt die gravierenden Veränderungen, er bedauert sie nicht und vermeidet erst Recht den Abgesang auf die alten Redaktionsstuben: "Wenn sich die Journalisten anstatt ihres alten Produktionsethos - Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsendungen produzieren - darauf konzentrieren, wo sie einen echten Wert liefern können, dann können Sie die Entwertung ihres Berufsstands verhindern." Roter-Reiter - Fazit: "Ausgedruckt" gewährt einen weitreichenden Blick auf die Chancen und Risiken des Journalismus von Morgen. Blogger, Redakteure und Verleger werden das Buch kontrovers diskutieren - das ist absolut im Sinne des Autors. Ein wichtiges Buch! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Jeff Jarvis: "Ausgedruckt", Plassen 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### Warum junge Startups besser mit Ihrem Geld umgehen als Deutsche Bank und Co. Die Frage auf dem Titel seines Buches "Wer braucht noch Banken?" beantwortet Prof. Dr. Ralf Beck bereits im Vorwort: Niemand, denn "es gibt die Ausweichmöglichkeiten und die Alternativen zu Banken. Zahlungen müssen nicht über Banken abgewickelt werden, Geldanlagen und Kredite nicht unbedingt über Kreditinstitute laufen. Es gibt PayPal, es gibt Seedmacht, Auxmoney, TransferWise und vieles mehr". Crowdfinance ist das alternative Bankenmodell Dieses "und vieles mehr" aus dem Zitat ist das Thema seiner scharfzüngigen Analyse. Beck ist ein Experte für "Crowdfinance", ein Modell, in dem sich viele zusammentun, um das Kerngeschäft der Banken auf viele Schultern zu verteilen und vielen zu nutzen. Kreditvergabe, Geldanlagen, Sparbücher und täglicher Zahlungsverkehr sind nicht "alternativlos" an die Sparkasse nebenan oder die Dresdner Bank um die Ecke gebunden. Zukunftsmusik? Nur in Deutschland! "In Skandinavien, Spanien und den Niederlanden ist es gang und gäbe, Zahlungen über das Smartphone auszulösen", schreibt Beck. Innovative Startups: "Marmelade kann man schließlich auch selber machen" Eine junge, technisch affine Branche schickt sich an, den angestaubten Finanz-Servicebereich gehörig aufzuwirbeln. "Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendwo ein neuer Finanzdienstleister an den Start geht, resümiert der Autor". In seinem Buch erläutert er detailliert die Alternativen für Transaktionen, Finanzmanagement, Kredite sowie Anlagen und Investments. Schon heute sind beispielsweise "Peer-to-peer-Kredite" ("von privat zu privat") eine reizvolle Alternative zum Geldleihen bei der Bank - bei deutlich geringeren Zinsen. Avuba macht das Girokonto überflüssig - bald zumindest ... Und selbst für das obligatorische Girokonto bei der Bank sind Ausweichmöglichkeiten in Sichtweite: "Avuba heißt der mutige in Deutschland beheimatete Dienstleister. Bargeld soll von einem solchen Konto weltweit ohne Gebühren abgehoben werden können. Angepriesen wird zudem, dass sich der Kontostand jederzeit über eine Smartphone-App einsehen lässt." Wann das kommt? Beck hat darauf keine genaue Antwort. Avuba ist noch in der Testphase ... Beck ist durchaus angetan von den vielseitigen Ideen, er schwärmt mitunter von den Vorteilen -gerade für Privatleute und Kleinanleger -, aber er hat keine Scheuklappen auf und verschweigt auch die Risiken nicht. Insgesamt liefert der Autor eine gute, pointierte Bestandsaufnahme zu einer jungen Branche, die die Schwachstellen der großen Banken gnadenlos offenlegt. Roter-Reiter - Fazit: Beck erklärt Ihnen, wie Sie schon heute bei nahezu allen Geldgeschäften auf den Gang zum Schalter verzichten und dabei mitunter auch kräftig Gebühren sparen können. Das Buch eignet sich zudem als Inspirationsquelle für Startups im Finanzsektor. Denn die Branche der alternativen Finanzdienstleister bietet noch jede Menge Platz für Firmengründer mit cleveren Ideen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Prof. Dr. Ralf Beck: "Wer braucht noch Banken?", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wer braucht noch Banken?" auf Managementbuch.de ### Mit Hilfe der Positiven Psychologie Seele und Körper wieder in die gewünschte Balance bringen "Das tut mir nicht gut" - garantiert können Sie diesen Satz problemlos mit Erlebnissen aus dem eigenen Alltag vervollständigen. Schwieriger zu beantworten ist die Frage, was Ihnen tatsächlich langfristig gut tut und weiterhilft. Hans-Joachim Funke und Julia Westermann liefern im gemeinsamen Buch "Das Gute im Blick" weitreichende Ideen und Impulse dazu mit Hilfe der "Positiven Psychologie". Was Sie wirklich glücklich macht Die "Positive Psychologie" untersucht, "was menschliches Wohlbefinden und Lebensfreude ausmacht und wie Glück erreicht werden kann". Funke (Neurologe, Psychiater) und Westermann (Psychologin) helfen Ihnen in dem Buch, sich auf Ihre Stärken und Kompetenzen zu besinnen und Verhaltensweisen abzulegen, die an Ihrem Selbstbild kratzen. Nach einer kurzen Einführung in die Grundzüge der "Positiven Psychologie" basteln Sie anhand der vorgestellten Techniken und Strategien an Ihrer persönlichen Glücksformel. Verborgene Stärken zur Geltung bringen Sie lernen Ihre (verborgenen) Charakterstärken kennen und nutzen. Funke und Westermann öffnen Ihren Horizont, um negative Denk- und Verhaltensweisen durch positives Erleben zu ersetzen. Dazu sind meist nur kleine Schritte erforderlich. Die Autoren begleiten Sie mit alltagstauglichen Übungen aber auch auf den langen Wegen - etwa privaten oder beruflichen Neuorientierungen. Sie erfahren, wie Sie hoffungsvoll starten, indem Sie beispielsweise "selbstkongruente Ziele" formulieren und "auch dann am Ball bleiben", wenn sich die ersten Hindernisse auftun. Roter Reiter -Fazit: Kompakt, praxisnah und leicht verständlich: "Das Gute im Blick" ist das richtige Buch für Menschen in Krisensituationen und alle, die ihr angeknackstes Ego aufpolieren wollen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Hans-Joachim Funke, Julia Westermann: "Das Gute im Blick", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das Gute im Blick" auf Managementbuch.de ### Eins nach dem anderen statt alles gleichzeitig (und nichts davon richtig) Viel vornehmen am Morgen, wenig erreicht haben am Abend. Wenn das (hin und wieder) auch auf Sie zutrifft, sollten Sie nicht Ihre Leistungsbereitschaft oder Ihre Motivation hinterfragen, sondern Ihre Arbeitsweise. Denn möglicherweise gehören Sie zu den Menschen, die Multitasking anstreben und drei Sachen gleichzeitig machen. Das aber ist Gift für die Produktivität im Berufsleben, erläutert Devora Zack in ihrem Buch "Die Multitasking-Falle". Multitasking ist ein Konzentrationskiller Telefonieren und nebenbei E-Mails checken, das funktioniert ebenso wenig wie Autofahren und dabei am Smartphone spielen. "Multitasking schwächt unsere Konzentration. Wir verlieren die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit längere Zeit aufrechtzuerhalten und erworbenes Wissen zu transferieren". In der Summe leiden auch Lebensqualität und die persönlichen Beziehungen zu anderen Menschen unter dem Versuch, ständig mehrere Dinge parallel erledigen zu wollen, resümiert Zack. Zeit sparen gelingt so garantiert nicht. Im Gegenteil. Der Druck nimmt dann noch zu. Singletasking ist Achtsamkeit Ihr Rezept gegen den selbstfabrizierten Stress lautet "Singletasking - im Hier und Jetzt leben und sich stets nur in genau eine Sache vertiefen." Sich auf eine einzige aktuell wichtige Aufgabe mit allen Sinnen zu konzentrieren - das können Sie lernen. Die Autorin hat die Anleitung dafür geschrieben. Manchmal reichen dabei kleine Handgriffe, um einen großen Schritt Richtung Achtsamkeit zu gehen. Das Handy nicht auf dem Nachttisch parken, sondern in einem anderen Raum, wenn Sie schlafen gehen. Am Feierabend den PC auslassen. Im Job hilft ein effizientes Zeitmanagement ("Clustertasking") dabei, themenverwandte Aufgaben zusammenzufassen und Platzhalter für Entspannungspausen zu schaffen, die Sie dann tatsächlich genießen können. Roter-Reiter - Fazit: Schluss mit Überlastung, zurück zu mehr Lebensqualität: Aus den Zutaten Zeitmanagement und Achtsamkeitstraining mixt Devora Zack die perfekte Medizin gegen den selbstauferlegten Dauerstress. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Devora Zack: "Die Multitasking-Falle", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Multitasking-Falle" auf Managementbuch.de ### Kleines Philosophie-Lesebuch für jeden Tag Albert Kitzler hat seine philosophischen Zitate zuvor per Newsletter verschickt. Jetzt hat er mit seinem Buch "Philosophie to go" die wichtigsten Lehren und Weisheiten "aus China, Indien, dem Abendland und aus dem alten Ägypten nebeneinandergestellt, um sowohl die gedankliche Verwandtschaft als auch die Unterschiede der Denkweisen sichtbar werden zu lassen." Philosophie Appetithäppchen Kitzler hat hier eine Auswahl philosophischer Leitsätze getroffen, die unabhängig von Alter und kulturellem Kontext bis in die Gegenwart gültig sind. Mit jeweils kurzen Kommentaren und Interpretationen hilft er, die Zitate historisch einzuordnen. Auf diese Weise serviert der Autor in kurzen Texten die richtigen Appetithäppchen, um sich intensiver mit der einen oder anderen philosophischen Richtung auseinanderzusetzen. Pythagoras weiß Rat zu Hass-Postings auf Facebook Seneca, Hegel, Nietzsche, Konfuzius und Sokrates: Sie alle kommen zu Wort in mehr als 20 Kapiteln, die sich den großen Themen des Lebens widmen: Liebe, Freundschaft, Besitz, Seelenruhe, Weisheit und Vergänglichkeit. Zwei Leitsätze lassen sich wunderbar auf die Jetzt-Zeit übertragen, in der rassistische Äußerungen bei Facebook Überhand nehmen: "Lass dich durch die Dummheit der anderen nicht ärgern", schreibt der Japaner Kaibara Ekiken. Und Pythagoras ergänzt: "Warte mit deiner Reaktion, bis der Zorn verflogen ist." Klingt beides weise. Roter Reiter - Fazit: "Philosophie to go" ist eine liebevoll zusammengestellte und sorgfältig kommentierte Sammlung bedeutender philosophischer Zitate. Ein schöner Einstieg in die Gedankenwelt der klügsten Köpfe der Menschheitsgeschichte. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Albert Kitzler: "Philosophie to go", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Philosophie to go" auf Managementbuch.de ### Das witzigste Statistikbuch des Jahres Bislang finden Sie Kuchendiagramme und Trendkurven recht öde? Das ändern Katja Berlin und Peter Gründlich mit ihrem Buch "Was wir tun, wenn der Chef reinkommt" auf höchst unterhaltsame Weise. Darin finden Sie Seite für Seite ur-komische Nonsens-Grafiken. Alle Diagramme beruhen garantiert auf frei erfundenen Zahlen - trotzdem steckt immer auch ein Fünkchen Wahrheit dahinter (sonst wäre das ja auch nicht witzig). Was Sie denken, wenn Sie die Profile von Dating-Portalen anschauen ... Zwei Beispiele, die im Buch grafisch aufbereitet werden und daher selbstverständlich besser zünden. Die schlimmsten Momente beim Fliegen Start 2% Turbulenzen 18% Landung 5% Wenn ich an den blöden Business-Class-Deppen in ihren fetten Sesseln vorbeigehen muss 75% Was ich bei Datingportalen denke Den würde ich gerne kennenlernen 2% Oh Gott, ich weiß, weshalb der Single ist 98% Roter Reiter - Fazit: Herrlich schräger Humor! Ein wunderbares Bilderbuch zum Verschenken für die beste Freundin, den Lieblingskollegen oder auch den auf dem Titel erwähnten Chef. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Katja Berlin, Peter Grünlich: "Was wir tun, wenn der Chef reinkommt", Heyne 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Was wir tun, wenn der Chef reinkommt" auf Managementbuch.de ### Wie WOOP den Mythos von der positiven Autosuggestion ersetzt "Malen Sie sich die Zukunft bunt und konkret aus, konzentrieren Sie sich ganz auf das positive Ergebnis, dann klappt das garantiert mit dem Abnehmen (alternativ: Nichtrauchen, Karrieresprung, Partnerwechsel)." Vielleicht haben Sie solche Motivationssprüche auch schon gehört oder gelesen. Denn die zählen zum festen Repertoire vieler Trainer und Therapeuten. Die Psychologin Gabriele Oettingen hält gar nichts davon. In ihrem Buch "Die Psychologie des Gelingens" widerlegt sie die Gleichung "Träumen = Garant für positive Veränderung" problemlos und erklärt, was tatsächlich hilft. Mentales Kontrastieren ist besser als Träumen Tatsächlich, so die Autorin, ist das Vergegenwärtigen von Barrieren und Problemen auf dem langen Weg zum gewünschten Erfolg ein wesentlicher Motivationsfaktor. "Das bloße Träumen hindert uns eher, unsere Träume und Wünsche zu realisieren." Stattdessen hilft es, "gleichzeitig die inneren Hindernisse anzuschauen". "Mentales Kontrastieren" heißt dieser Weg. Und der ist, das zeigt Oettingen anhand zahlreicher Studien, in allen Alltagsbereichen erfolgreich, in denen Motivation und ein langer Atem gefragt sind: In der Ernährungsumstellung, der Suchtbekämpfung, der schulischen Bildung und auch in der Karriereplanung. Der WOOP-Effekt Aus den Erkenntnissen um das "mentale Kontrastieren" wurde das WOOP-Konzept abgeleitet. Ein einfaches und hochwirksames Modell für Menschen, die sich Veränderungen herbeisehnen und nicht auf halbem Wege aufgeben möchten. WOOP steht für Wish, Outcome, Obstacle, Plan. Zu Deutsch: Wunsch, Ergebnis, Hindernis und Plan. Anhand dieser vier Schritte, so die Psychologin, lassen sich realistische Szenarien durchspielen und recht früh Antworten auf spätere Probleme finden, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Oettingen wendet WOOP exemplarisch in ihrem Buch auf drei Bereiche an "Gesünder leben, Beziehungen verbessern und am Arbeitsplatz mehr leisten". Die Beschreibungen sind gelungene Blaupausen für eigene, persönliche Veränderungswünsche. Roter-Reiter - Fazit: Sie wollen endlich abnehmen? Kaufen Sie kein weiteres Diät-Buch und erst recht keinen Ratgeber in der Selbsthilfeecke. Oettingen bringt sie mit ihrem Buch "Die Psychologie des Gelingens" ohne Umwege ans Ziel. Das gilt natürlich auch für alle anderen Ziele, von denen Sie bislang "nur geträumt" haben, wie Karrieresprünge, eine neue Partnerschaft oder das Ende Ihrer Nikotin-Zeit. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Gabriele Oettingen: "Die Psychologie des Gelingens", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Psychologie des Gelingens" auf Managementbuch.de ### Das Trainerbuch des Jahres 2015 Petra Bock: Mindfuck Job In ihrem vierten Buch der "Mindfuck-Reihe" beschreibt Petra Bock die Selbstblockaden, die viele Menschen daran hindern, ein erfülltes Berufsleben zu führen. Ihr Apell ist es, erwachsen miteinander umzugehen. Das heißt respektvoll auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch selbstbewusst und mit der Fähigkeit, Konflikte produktiv zu lösen. Wie auch schon bei "Mindfuck" schöpft Petra Bock auch hier aus dem Vollen und verknüpft erfolgreich die für das neurolinguistische Programmieren (NLP) zentralen "Glaubenssätze" mit der Transaktionsanalyse und dem "Inner Game"-Konzept Timothy Gallweys.   Aus der Laudatio Wolfgang Hanfstein, Juryvorsitzender und Chefredakteur von Managementbuch.de hob besonders die praktische Anwendbarkeit des Modells hervor: "Jenseits der validen theoretischen Fundierung gelingt es Petra Bock, die vielfachen Selbstblockaden in ein gleichermaßen einprägsames und nachvollziehbares Vokabular zu übersetzen. Damit hat sie ein für andere Trainer nutzbares Modell geschaffen. Vor allem aber ist es ihr gelungen, betroffenen Lesern die Grundlage für wirkungsvolles Selbstcoaching an die Hand zu geben. Die wichtigsten Selbstblockaden fasst sie in sogenannten "Mindfucks" zusammen - inneren Dialogen, die letztlich zur Selbstsabotage führen. Die sieben Mindfucks sind: 1. Katastrophen-Mindfuck: sich ausmalen, was alles schiefgehen könnte, wenn man den aufrechten Gang geht 2. Selbstverleugnungs-Mindfuck: anderen zum eigenen Nachteil den Vortritt überlassen 3. Bewertungs-Mindfuck: sich an Maßstäben messen, die sich kaum erreichen lassen 4. Druckmacher-Mindfuck: mehr von sich erwarten, als leistbar ist - und das auch noch für normal erachten 5. Regel-Mindfuck: nie das kleine Planquadrat verlassen und sich durch selbstverordnete Regeln einschnüren 6. Misstrauens-Mindfuck: Selbstzweifel pflegen nach dem Motto "Das schaffe ich ohnehin nicht!" 7. Übermotivations-Mindfuck: immer mit Vollgas starten und nach halber Strecke außer Atem hinschmeißen Mit vielen Beispielen aus ihrem Coaching-Alltag zeigt Petra Bock, wie sich allein aus dem Erkennen der Selbstsabotage-Akte neue Kräfte freisetzen lassen. Und sie setzt die Methode zuletzt in einen größeren Zusammenhang: "Humanity" - für einen erwachsenen Umgang erwachsener Menschen Das Buch:Petra Bock "Mindfuck Job" So beenden Sie Selbstblockaden und entfalten Ihr volles berufliches Potenzial. Droemer Knaur ISBN:3426655500 >> Zu allen Ausgaben von MIndfuck Job ### Die überfällige Abrechnung mit Pseudocoaching und Motivationsmythen "Die Zeiten billigster Fast-Food-Motivation neigen sich immer mehr dem Ende zu. Viele Leute haben einfach genug von der ewigen Beschwörung des Glaubens an sich selbst, vom unermüdlichen Appell à la "Du musst nur richtig wollen" und vor allem auch von diesem sinnbefreiten Taschakka-Theater zur Selbstanfeuerung." Das Zitat bringt auf den Punkt, um was es Autor Steffen Kirchner in seinem Buch "Totmotiviert" geht. Sein Ratgeber ist eine wütende, häufig auch amüsante Abrechnung mit den Taschenspielertricks der Trainer inklusive Aufklärung zu tatsächlich wirksamen Motivationstechniken. Schluss mit dem peinlichen Tschakka-Gebrüll Auch wenn Kirchner (den Sie vielleicht bislang nur als Experten beim ZDF oder Sky kennen) zu Beginn seines Buches noch so oft betont, dass er nicht als Nestbeschmutzer gelten will: Ross und Reiter bekommen hier ihr Fett weg. Carsten Maschmeyer und der "Tschakka-Erfinder" Emil Ratleband werden wenig Spaß an dem Buch haben (vor allem an den Passagen, in denen sie namentlich genannt werden). Alle anderen werden das Buch mit Genuss lesen. Kirchners pointierte Schreibe sorgt für beste Unterhaltung. Das Problem mit dem Leugnen von Problemen Die Scheinmethoden vieler Coachs werden systematisch demaskiert: Erst nennt der Autor die Pseudo-These, prüft dann den Wahrheitsgehalt und arbeitet schließlich das heraus, was von der ursprünglichen Behauptung noch haltbar ist. Meist nicht viel. Dann wandelt er sie komplett in einen neuen, gültigen Ansatz um. Insgesamt 13 der häufigsten "Motivationslügen" werden auf diese Weise "entsorgt". Dazu gehört zum Beispiel das Versprechen "sich auf Erfolg programmieren zu können". Erfolge, so Kirchner, lassen sich nicht programmieren, sondern sind die "Ergebnisse falscher Entscheidungen, aus denen wir lernen". Auch Phrasen wie "Es gibt keine Probleme. Es gibt nur Herausforderungen" kommen in den Schredder. Kirchner lapidar: "Das Problem ist, dass viele glauben, keine Probleme haben zu dürfen." Was haben Arnold Schwarzenegger, Lionel Messi, Kate Moss und Robbie Williams gemeinsam? Egal, auf was Sie gerade tippen, es ist vermutlich falsch. Denn diese Weltstars haben das geringe Ego gemeinsam: Selbstzweifel, ein "unausgeglichenes Seelenleben". Fort also auch mit der Behauptung, nur eine stabile Seelenlage schaffe Erfolgserlebnisse. Es gibt zahllose Gegenbeispiele. Und Selbstbewusstsein fällt eh nicht vom Himmel. Tatsächlich, so Kirchner, "funktioniert es wie ein Muskel, der täglich trainiert werden muss: Große Erfolge im Leben beginnen oft mit kleinen Taten". Roter-Reiter - Fazit: Das vielleicht beste Motivations- und Selbstcoaching-Buch des Jahres. Mit einer Spur ironischer Gehässigkeit haut Kirchner vielen Trainerkollegen deren Binsenweisheiten um die Ohren und zeigt, auf was es wirklich ankommt, wenn Sie weiterkommen wollen. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.management-journal.de Steffen Kirchner: "Totmotiviert", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Totmotiviert" auf Managementbuch.de ### Wie unsere Sinne heimlich unsere Wahrnehmung und das Wohlbefinden beeinflussen Manchmal sind es Kleinigkeiten, die urplötzlich auf die Stimmung drücken oder auch gute Laune bescheren. Ein beiläufig wahrgenommener Geruch, die Farbe auf dem Werbeplakat gegenüber der Bushaltestelle, der warme Lufthauch beim Betreten des Kaufhauses an einem tristen Novembertag. Was unserem Bewusstsein komplett verborgen bleibt - der Zusammenhang von Reiz und Wirkung - wird im Buch "Du denkst nicht dem Kopf allein" von der israelischen Psychologin Thalma Lobel eindrucksvoll entschlüsselt. Die große Wirkung der kleinen Signale im Alltag Ihre These lautet: "Kaum wahrnehmbare Signale aus unserer Umwelt bestimmen darüber, ob wir gut schlafen, in einer Prüfung durchfallen oder uns verlieben." Die von der Autorin zitierten Studien basieren auf der Theorie des Embodiment, die "davon ausgeht, dass unsere Entscheidungen, Verhaltensweisen, Urteile und Gefühle untrennbar mit unseren sinnlich-motorischen Erfahrungen zusammenhängen." Die Farbe Rot ist beim Flirten OK - auf dem Prüfungsbogen aber tabu Lobel führt zahlreiche Beispiele dafür an - aus der Laborpraxis der Psychologen aber auch aus eigenen Alltagserfahrungen. Hier eine Auswahl der erstaunlichsten Untersichtungsergebnisse: Wir nehmen unsere Umgebung wärmer war, wenn wir etwas Warmes in der Hand halten - beispielsweise eine Tasse Tee. Wenn Sie demnächst bei Ihrem Chef eine Gehaltsverhandlung durchsetzen wollen, stellen Sie ihm zu Beginn des Termins einen duftenden Cappuccino an seinen Platz. Wenn wir weiche Gegenstände wie Tücher berühren, urteilen wir milder und großzügiger, als wenn wir harte oder unebene Gegenstände anfassen. Unangenehme Erinnerungen werden fast immer mit Kälte assoziiert. Wer sich unwohl fühlt, nimmt einen Raum kälter wahr als andere Menschen. Weiche Stühle im Konferenzraum machen auch Verhandlungspartner "weicher". Rot wirkt nicht (nur) auf spanische Stiere in der Arena anziehend. Die Farbe steht für Leidenschaft und Erotik in der Modewelt. Flirtwillige Frauen sollten für die Party ein rotes Kleid tragen, wenn sie angesprochen werden möchten. Im Berufsalltag hingegen gehört Rot auf den Farbenindex, denn "Wissenschaftler haben den Einfluss der Farbe Rot auf die Motivation überprüft und festgestellt, dass Rot Versagensängste und Vermeidungsverhalten bewirkt." Roter Reiter - Fazit: Eine spannende Reise in die recht junge Forschungsdisziplin Embodiment. Das Wissen um die Wirkung warmer und heller Räume, gemütlicher Stühle und vorgewärmter Tee-Tassen für die Teilnehmer ist auch im Business sehr wichtig. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Thalma Lobel: "Du denkst nicht dem Kopf allein", Campus 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Du denkst nicht dem Kopf allein" auf Managementbuch.de ### Psychologischer Grundkurs zum Ankreuzen und Mitschreiben Sie haben Spaß an Psycho-Tests und gleichzeitig ein großes Interesse an aktuellen Forschungsergebnissen. Ihnen fehlen aber Lust und Zeit, dicke psychologische Lehrbücher zu wälzen? Hier kommt die perfekte Alternative: "Das Psycho-Test-Buch" ist ein Mitmach-Buch, das spielerisch die wichtigsten Zusammenhänge um psychologische Phänomene, Wahrnehmungen, Gefühle und Denkfallen im Alltag erläutert. Experimentieren Sie einfach selbst Knapp 90 wichtige Studien und Forschungsarbeiten bespricht Ben Ambridge in seinem Buch. In fast allen Fällen sind Sie zunächst dran mit (Selbst)-Einschätzungen, kleinen Rechen- oder Denksportaufgaben. Gibt es Psychopathen in Ihrem Umfeld? Warum schätzen Sie die morgige Regenwahrscheinlichkeit für Ihren Wohnort ganz anders ein, wenn Sie gerade alte Urlaubsbilder angesehen haben? Was sagt es über Sie aus, wenn Sie eine kleinere Sofort-Belohnung einem größeren Gewinn mit etwas Wartezeit vorziehen würden? Auf alle Fragen gibt es einfache, meist erstaunliche Antworten, die Ihnen nicht nur elementares psychologisches Grundwissen vermitteln wie Festingers Theorie der Kognitiven Dissonanz oder das Milgram-Experiment, sondern auch erstaunliche Einblicke in Ihr Unterbewusstsein preisgeben. Klischees und Überraschungen in der Liebe Sie fragen sich ernsthaft, wie der ideale Partner für Sie aussieht (und ob er oder sie Gemeinsamkeiten mit demjenigen hat, der auf der anderen Seite Ihres Bettes schläft)? Die Antwort darauf gibt die Psychologie mit Hilfe der Evolutionstheorie: "Männer suchen sich (im Idealfall) Partnerinnen aus, die jünger sind, gut aussehen und wenige Sexualpartner hatten. Frauen suchen sich Partner aus, die älter und ehrgeizig sind und viel verdienen." Eine uralte Regel aus der Zeit, als Männer noch den Höhleneingang gegen Säbelzahntiger verteidigen mussten. Gültig ist sie bis heute. Ebenfalls überraschend: Paare, die sich über das Internet kennengelernt haben, kreuzen bei Befragungen die gleichen Zufriedenheitswerte an wie Paare, die sich den ersten Kuss nicht per Emoticon über die Leitung geschickt, sondern live auf dem Schulhof oder im Büro gegeben haben. Running Gag: Immer wieder streut der Autor nette Anekdoten und Witze ein, die den ohnehin sehr kurzweiligen Rundkurs durch die Psychologie aufheitern. Der vielleicht beste: "Wie viele Psychologen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Einen - aber die Glühbirne muss es wirklich wollen." Roter-Reiter - Fazit: Großer Applaus für Ben Ambridge, der in seinem "Test-Buch" so viel Lust auf Psychologie macht, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein großer Wurf, lehrreich und sehr amüsant. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ben Ambridge: "Das Psycho-Test-Buch", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das Psycho-Test-Buch" auf Managementbuch.de ### Agent in geheimer Mission gegen Heulsusen, Quasselstrippen und Aggros Nach seinem Bestseller "Ich durchschau dich" schlüpft Leo Martin in seinem neuen Buch "Ich stopp dich" abermals in die Rolle des coolen Geheimagenten mit der Lizenz zum Coachen. Das neue Buch funktioniert nach dem bewährten Muster: Spannende Abenteuergeschichten aus dem actionreichen Alltag des Ex-Spions bilden den roten Faden für einen durchaus nützlichen Psychoratgeber. Von der geheimen Mission zum nervigen Kollegen im Büro nebenan Vornehmlich geht es in dem Coachingbuch darum, wie Sie sich im Alltag besser gegen "Nervenkiller" behaupten. Gemeint sind die "Choleriker, Arroganten, Besserwisser, Jammerlappen und Dampfplauderer", die jeder im eigenen Büro, wenn es blöd läuft sogar in der eigenen Familie, findet. Martin greift dazu in die Psychotrickkiste, erklärt Verhörtechniken der Spezialisten und die exakte Beobachtung von Körpersprache und Verhaltensauffälligkeiten, um Menschen schnell einzuschätzen. Wer sein Gegenüber durchschaut, kann sich auch gegen dessen üble Marotten besser wappnen. Den Choleriker mit Freundlichkeit einfangen Beispiele und Ratschläge gibt es in dem Buch zuhauf, die Sie problemlos auf den Alltag übersetzen. Sie haben es mit Dauernörglern zu tun? "Stimmen Sie den Einwänden pro forma zu, beachten Sie sie aber nicht weiter im Sinn von: Ja, Sie haben recht. Die Welt ist schlecht. Nun aber zu meinem Vorschlag...". Und den Hitzkopf fangen Sie ein, "indem Sie sich ihm freundlich zuwenden und in ein sachliches Gespräch verwickeln. Das führt dazu, dass der Choleriker verblüfft einlenkt." Einen Versuch ist es wert. Roter-Reiter - Fazit: Auf charmante Art bringt Leo Martin in "Ich Stopp Dich" zusammen, was normalerweise nicht zusammengehört: Agenten-Thriller inklusive Mord und Totschlag und Deeskalationsstrategien für den eigenen Büroalltag. Diese überraschende Mischung funktioniert erstaunlich gut und beschert großen Lesespaß. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Leo Martin: "Ich Stopp Dich", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ich Stopp Dich" auf Managementbuch.de ### 100 schnelle Tipps für mehr Entspannung und bessere Stressresilienz Thomas Hohensee ist einer der deutschsprachigen Experten für Entspannung und Gelassenheit. Bereits zwei erfolgreiche Bücher kann der Coach zu dem Thema vorweisen: "Gelassenheit beginnt im Kopf" und "Das Gelassenheitstraining". Sein neues Buch "100 x Gelassener" ist die Quintessenz aus beiden, eine Sammlung der besten Tipps für mehr Ruhe, Gelassenheit und Stressresistenz – zusammengefasst in 100 doppelseitigen Kapiteln. Gelassenheit können Sie üben Die wichtigste Botschaft: Jeder kann gelassen bleiben, wenn es im Job oder der Familie hektisch wird. Mentales Training ist dafür die Voraussetzung. Anhand von 100 Problemsituationen des Alltags führt Hohensee durch das Selbstcoaching. Klassische Fragestellungen sind dabei "Was genau muss ich tun, um gelassener zu werden?" oder "Wie kann ich mit Ärger und Wut umgehen". Drei sehr gute Beispiele: Wie entsteht Stress oder Angst? Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Dinge. Entscheidend ist, dass Sie andere Gedanken finden, die Sie genauso oder noch mehr überzeugen als Ihre Stressgedanken. Soll ich stressgeladene Situationen vermeiden, um gelassener zu werden? Man sollte weniger die schwierigen Situationen vermeiden als vielmehr die Stressgedanken. Sie sind oft belastender als die eigentlichen Herausforderungen. Was tue ich, wenn mich mein Beruf stresst, ich aber nicht wechseln kann oder möchte? In solchen Fällen ist es besonders wichtig, in der Freizeit für erfreuliche Aktivitäten zu sorgen und sich so einen Ausgleich zum grauen Berufsalltag zu schaffen. Roter-Reiter- Fazit: Ein positives Day-by-Day-Buch für Menschen, die an ihrer inneren Unruhe schier verzweifeln. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Thomas Hohensee: "100 x Gelassener", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "100 x Gelassener" auf Managementbuch.de ### Gute Tipps für mehr Ordnung in Beruf und Freizeit Ordnung ist das halbe Leben. In der restlichen Zeit legen Sie die Füße hoch oder gehen Ihren Hobbys nach. Oder shoppen in der Fußgängerzone. Denn wer lernt, Ordnung zu halten auf seinem Schreibtisch, in den Schubladen für Socken und vor allem im Kopf, der spart Zeit, Nerven und sogar Geld. Das verspricht Eileen Roth in ihrem Buch "Ordnung halten für Dummies". Mit "Spießer" hat das gar nichts zu tun. "Lässige Ordnung ist kein Widerspruch" schreibt Autorin Roth treffend in ihrem Buch. Sie hat darin haufenweise kleiner Tipps zusammengestellt, die Ihnen das lange Suchen nach bestimmten Gegenständen ersparen und viele Routine-Handgriffe erleichtern. Alles hat seinen Platz Unterteilt ist das Buch in vier Kapitel: "Organisatorische Grundlagen", "Zu Hause Ordnung schaffen", "Das Büro organisieren" und "Zeitmanagement". Dazu gibt es noch den für Bücher der Dummies-Reihe obligatorischen Top-Ten-Teil. Wichtige Regel für das Büro: Alles hat seinen Platz. Kleinkram wie Stifte, Radiergummi, Spitzer verstauen Sie in passenden Behältern. Vor allem aber gilt: Ausmisten! Alles, was keine sinnvolle Parkposition in Ihrem Arbeitsradius findet oder "vielleicht morgen gebraucht werden könnte", schmeißen Sie weg. Mehr Ruhe in die ganze Wohnung bringen Wenn der Schreibtisch gezähmt ist, schreitet Eileen Roth mit Ihnen zusammen Ihre Wohnung ab: Küche, Schlaf- und Kinderzimmer, Badezimmer und Wohnbereich: Überall stoßen Sie auf "Unruherde" wie Zeitschriften, Fernbedienungen, Münzen, Fotos oder Briefe. Sorgen Sie dafür, dass alles seinen festen Platz hat und nur das im Sichtfeld bleibt, was tatsächlich nett anzuschauen ist. Gut: Roths Buch geht weit über die geheimen Kniffe der Innenausstatter und Haushaltsprofis hinaus. Auch zum Thema Zeit- und Geldmanagement (Kreditkarten und Kundenkarten gezielt einsetzen - nicht wahllos!) ist Roth eine exzellente Ratgeberin. Roter-Reiter - Fazit: Ein blitzgescheiter kleiner Helfer, um das Chaos in der Wohnung, die ständige Zeitnot und selbst den Kontostand ganz einfach in den Griff zu bekommen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Eileen Roth: "Ordnung halten für Dummies", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ordnung halten für Dummies" auf Managementbuch.de ### Schritt für Schritt mehr Lebensqualität durch mehr Selbstvertrauen Es ist meist nur ein kleiner Schritt für Ihre Denkweise, aber ein großer für Ihr Ego! Laura Seebauer und Gitta Jacob helfen Ihnen im gemeinsamen Buch "Schluss mit meiner Wenigkeit" das zurückzugewinnen, was Sie bei Geburt besessen, dann aber verlernt oder aufgrund negativer Erfahrungen verloren haben: Ihr gesundes Selbstbewusstsein. Das Wort "lernen" trifft es hier sehr gut. Denn der "aufrechte Gang" zum Rednerpult beim nächsten Vortrag, zum Krisengipfel mit dem Chef oder zur Party, auf der Sie (noch) niemanden kennen, ist nur Einstellungs- und Übungssache. Negative Denkmuster erkennen und ablegen Ganz sachte gehen die beiden Autorinnen das Problem mit den Minderwertigkeitsgefühlen an, die uns im Alltag um die großen Chancen bringen (sowohl in der Liebe als auch bei der Karriere). Die gedanklichen Hürden heißen "Katastrophieren (das schlimmste wird eintreffen)", "Positives abwerten (das war nicht schlecht von mir, aber leider auch eher Zufall)", "Personalisierung (der hat die Augen verdreht, der hasst mich)" und "Imperativ (ich muss das perfekt hinbekommen)". Wer sie bei sich erkennt, hat die Option, sie abzulegen. Den dauernörgelnden Perfektionisten im eigenen Kopf mal eben abschalten Anhand von Fallbeispielen und zahlreichen Übungen machen Seebauer und Jacob deutlich, dass es gar nicht so schwer ist, sich aus der Negativspirale zu befreien. Was immer hilft: Positive, realistische und konkrete Ziele formulieren. Nicht: "Ich will selbstsicherer werden", sondern: "Ich frage sie morgen endlich, ob sie einen Kaffee mit mir trinken geht (und breche nicht in mir zusammen, wenn sie keine Zeit hat)." Den "inneren Kritiker", den "dauerhaft nörgelnden Perfektionisten" und den "Angsthasen" im eigenen Unterbewusstsein verstummen zu lassen - das alles kann jeder in kleinen Schritten lernen und trainieren. Seebauer und Jacob haben die perfekte Anleitung dafür geschrieben. Roter Reiter - Fazit: Ein kluges kleines Buch für "Mut-Bürger", die künftig auch dann den Kopf oben behalten, wenn es nicht optimal läuft. Ideal für das Selbst-Coaching! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Laura Seebauer, Gitta Jacob: "Schluss mit meiner Wenigkeit", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Schluss mit meiner Wenigkeit" auf Managementbuch.de ### Überzeugend im Ausland präsentieren und verhandeln Susanne Kilian war viele Jahre UN-Dolmetscherin in Europa, Asien und den USA, bevor sie eher zufällig ihr Talent für das Kommunikations-Coaching entdeckte. Heute ist sie eine Expertin für interkulturelle "empathische" Kommunikation. In ihrem Buch "Don't let me be misunderstood" sucht sie nach den (bislang ungeschriebenen) Spielregeln für bessere Verständigung im Ausland. Sag es deutlich und klar (aber bitte nur in Deutschland) Wer als Deutscher in den USA, in China oder auch "nur" in Südeuropa rhetorisch punkten will, muss mehr beherrschen als nur die Sprache: Er muss die kulturellen und sozialen Eigenheiten des Gastgeberlandes kennen. "Sich in die Mentalität anderer Länder einfühlen und das Sprachverhalten anpassen", darum geht es. Wir Deutschen, so die Autorin, stehen für "klare Kante", direkte schnörkellose Ansagen. Das kommt in Israel, Finnland oder Lettland gut an, wo man ein offenes Wort schätzt, in den USA hingegen werden unverblümt ehrliche Auskünfte als unhöflich empfunden. Smalltalk ist Trumpf. "Great Guy" and "big woman" Kilian hat zahlreiche Beispiele für rhetorische und interkulturelle Patzer parat wie den von Kathi Witt, die als Promi-Moderatorin eine Sportlerin mit den Worten "Big woman" ("fette Frau") loben wollte. Zudem erfahren Sie, dass Sie Verhandlungen in Japan sofort abbrechen können, wenn Ihr Gesprächspartner "I'm not sure" (im asiatischen Kontext: "garantiert nicht!") äußert und ihren Geldbeutel mitnehmen müssen, selbst wenn ihr amerikanischer Geschäftsfreund ankündigt: "You're invited to the new restaurant." Das nämlich ist einen höfliche Floskel für eine Verabredung, sagt aber nichts darüber aus, wer die Rechnung ordert. Roter-Reiter - Fazit: Amüsant, lehrreich und extrem nützlich: Der kulturelle Sprachführer von Susanne Kilian macht Sie fit für die pannenfreie Kommunikationen im Ausland. Nebenbei ist das Buch auch einer kleiner Knigge für gutes Business-Englisch. Susanne Kilian: "Don’t let me be misunderstood", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Don’t let me be misunderstood", auf Managementbuch.de ### In der Höhle des Löwen Kontakte mit der japanischen Mafia sollten Sie in Ihrem Südostasien-Urlaub tunlichst vermeiden. Alexander Detig dagegen hatte es genau auf die in Tokio abgesehen: Der deutsche Journalist hat sich auf die Suche nach den legendären "Yakuza" gemacht, Anführer und Mitläufer gesprochen und seine eindringlichen Erfahrungen im Buch "Die letzten Yakuza" zusammengefasst. Auge in Auge mit dem Yakuza-Boss Detig schreibt in der "Ich"-Form und in Live-Mitschnitten mit viel Liebe zum Detail. Das erzeugt ungemein viel Spannung, wenn er dem japanischen Mafia-Boss "Inoue" gegenübersitzt oder von zwielichtigen Gestalten durch den unbekannten Untergrund in Tokio kutschiert wird. Auf einen Abenteuerroman hat es der Journalist aber nicht abgesehen. Eher auf ein stilles, nüchternes Portrait einer organisiert-kriminellen Organisation, die sich selbst zwischen alter heroischer Samurai-Tradition und banalen Verbrechen im Betrugs-, Rotlicht- und Drogenmilieu aufreibt. Die Mafia als Spiegelbild der Gesellschaft Detig kam ganz nah ran an die Entscheider und ihre Vasallen, an Mörder und Mitläufer. Menschliche Monster hat er dabei nicht ausgemacht, vielmehr Personen, die gezwungenermaßen im japanischen Schattenreich leben und handeln, weil der Weg zurück zur Gesellschaft versperrt ist. Yakuza sind, so das Fazit, ebenso freundlich und unbeherrscht, humorvoll und stoisch, rücksichtsvoll oder gnadenlos wie der Rest der Gesellschaft - in Japan und der ganzen Welt. Roter Reiter - Fazit: Ein Klasse-Buch! Unaufgeregt und faktenorientiert schildert Detig seine Begegnungen mit der japanischen Unterwelt und zeichnet damit gleichzeitig ein atmosphärisch dichtes Bild von der japanischen Gesellschaft zwischen traditioneller Verpflichtung und westlich-geprägter Erneuerung. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Alexander Detig: "Die letzten Yakuza", Plassen 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### Soll ich oder soll ich nicht? - Parkin hilft Ihnen bei der Antwort Gehören Sie auch zu den Zauderern, die sich lange mit Entscheidungsfragen quälen? Oder kennen Sie jemanden, der sich bei der Wahl zwischen Mayo oder Ketchup zu den Pommes Bedenkzeit erbittet? Dann liefert "Fuck it ist die Antwort" die perfekte Entscheidungshilfe. Parkin ist der Autor vom sehr guten Buch Die Fuck it-Lösung. Sein neues Büchlein hat er zusammen mit Gaia Pollini geschrieben. Kein Ratgeber im engeren Sinne, sondern ein augenzwinkerndes Orakel. Das Fuck-it-Orakel Sie haben die Frage, die Sie umtreibt, das Buch liefert (vielleicht) die passende Antwort: Auf rund 200 Seiten finden Sie mehr als 100 knackige Statements, die Sie als universelle Entscheidungshilfe für klassische "Ja-Nein-Fragen" nutzen können. Dazu stellen Sie zuerst die Frage (im Geiste), blättern mit dem Daumen durch das Buch und schlagen dann spontan eine Seite auf. Auf Ihre Frage "Muss ich heute noch duschen?" könnten Sie mit "Schütte das Kind nicht mit dem Bade aus" beispielsweise den Joker ziehen. Inwieweit die Antworten als hilfreich angenommen werden, ist sicherlich eine Einstellungssache. Wer allerdings an Vorhersehung glaubt, findet zumindest brauchbare Impulse, um sich einem dringlichen Problem endlich zu widmen (oder es zu lassen). Roter Reiter - Fazit: "Fuck it ist die Antwort" ist mehr Gesellschaftsspiel als Ratgeberbuch. Und ganz sicher ein netter Spaß im Freundeskreis. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Kohn C. Parkin, Gaia Pollini: "Fuck it ist die Antwort", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Fuck it ist die Antwort" auf Managementbuch.de ### Lehr- und Übungsbuch für sichere Verhandlungen Erfolgreiches Verhandeln mit Kunden, dem Chef oder auch dem eigenen Partner (wenn es um größere Anschaffungen geht beispielsweise), das lernt man in der Praxis und mit alle den Jahren. Frank Kittel kürzt den Weg zum Profi mit seinem Buch "Verhandeln" deutlich ab, indem er Alltagsfälle aus allen (Business-)Bereichen skizziert. Kittel stellt typische Situationen erfolgreicher und gescheiterter Verhandlungen nach. Und dann sind Sie dran: In Form kleiner Übungen finden Sie heraus, warum bestimmte Vorstöße und taktische Manöver fast immer gut funktionieren, einige nie und wieder anderen nur in bestimmten Situationen. Zu allen Übungen im Trainingsparcours präsentiert Kittel selbstverständlich auch die passenden Lösungen. Das ABC einer guten Verhandlungsposition Bevor Sie sich modellhaft den harten Fällen widmen, vermittelt Ihnen Kittel zunächst das Grundwissen für erfolgreiche Verhandlungen. Wie Sie Ihre Ziele vorher (!) definieren, heimlich Zugeständnisse vorbereiten (wenn 100%-Erfolg eh nicht zu erwarten ist), wie Sie Temperament und Persönlichkeit Ihres Gegenübers blitzschnell erfassen ("Löwe?, Schlange?, Igel oder doch Dackel?"), die nonverbalen Signale aussenden und lesen ("immer lächeln, bitte!") und natürlich typische Probleme lösen - das schildert der Autor kurz und mit konkreten Bezügen zum Alltag von Verkäufern oder Kundenbetreuern. Legen Sie beim Lesen einen Textmarker bereit, denn in jedem Kapitel finden Sie auch Expertentipps aus der Praxi für die Praxis. Argumentieren, taktieren, gewinnen Im zweiten Teil pickt sich Kittel dann in Muster-Dialogen schwierige Fälle heraus: "Überzeugend argumentieren", dem "Druck standhalten", "Manipulationen" erkennen und entschärfen und schließlich "zu einem guten Ende kommen". Exemplarisch erläutert der Autor dabei die Fallstricke und die klugen Interventionen, um verfahrene Situationen bestmöglich aufzulösen. Anhand der zahlreich eingestreuten Übungsaufgaben und Kontrollfragen können Sie Ihre eigene Kompetenz jederzeit testen. Roter-Reiter - Fazit: Ohne langes Vorgeplänkel gleich rein in die schwierigen und auch die erfreulich einfachen Verhandlungen: Kittel nimmt Einsteiger an die Hand und zeigt sehr anschaulich, wie Sie am Konferenztisch überzeugen. Empfehlenswertes Übungsbuch! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Frank Kittel: "Verhandeln" Haufe 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Verhandeln" auf Managementbuch.de   ### Richtig gute Texte schreiben im Beruf Schreiben kann jeder. Axel Schlote (ehemaliger Redenschreiber für die Bundesregierung und Autor von Sachbüchern und Märchen) geht noch einen Schritt weiter und verspricht: Gute Texte schreiben kann jeder. Das nämlich ist pures Handwerk und lässt sich erlernen wie eine Fremdsprache oder ein Instrument. Vorausgesetzt Sie legen alte Schreib-Marotten ab und halten sich an die stilistischen Tipps, die Ihnen Schlote in seinem Buch "Treffsicher texten" gibt. Schreiben wie der Schnabel gewachsen ist Die Anleitung für besseres Schriftdeutsch ist mit zahlreichen Beispielen, Tipps und Hinweisen auf typische Fehler gespickt. Ein Übungsbuch, das all denen Lust auf den nächsten Text macht, die sich bislang Zeile für Zeile gequält haben. Der wichtigste Tipp lautet: "Man kann schreiben, wie man spricht. Das ist lebendiger. Streichen Sie aber alles, was stört, weil es in der Schriftsprache nichts verloren hat." Auf die Sätze fertig los! Nach einigen stilistischen und formalen Spielregeln für gute Texte widmet sich Schlote genau den Textarten, die beruflich relevant sind: Briefe und Rundschreiben, Pressemitteilungen, Vorträge und Präsentationen. Die vielen Positiv-Negativ-Gegenüberstellungen machen sehr gut deutlich, wie Sie künftig knackiger und prägnanter formulieren, gute Überschriften wählen und Ihren Text so strukturieren, dass er von anderen auch bis zum Ende gelesen wird. Roter-Reifer - Fazit: "Treffsicher texten" ist der ideale Ratgeber für alle, die beruflich besser schreiben wollen oder müssen (weil es der neue Job vorsieht). Die vielen guten Tipps tragen dazu bei, dass Sie auch in der schriftlichen Kommunikation per E-Mail sicherer werden. Schon beim Lesen der ersten Seiten nimmt die Angst vor dem nächsten Schreibjob ab. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Axel Schlote: Treffsicher texten, Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Treffsicher texten" auf Managementbuch.de   ### Schlauer Wegweiser für Neu-Aktionäre Sie schauen seit geraumer Zeit "Börse vor acht" in der ARD, sind aber das Lottospielen leid und würden gerne mit Aktien spekulieren - wenn Sie das nötige Grundverständnis in den Börsenhandel hätten. Diese Wissenslücken schließt Oliver Roth mit seinem Buch "Earning by Doing" im Schnelldurchgang. Konkret, anschaulich und frei von jeglichem Fachchinesisch erläutert der ehemalige Fußballprofi, was erfolgreiche Aktionäre ausmacht. Gut: Roth hat von Anfang an die Kleinanleger im Sinn, nicht die Profi-Trader. Vorwissen setzt der Autor nicht voraus. Alle Fachtermini werden einmal, viele auch mehrfach ausführlich erläutert. Regeln für Anleger - alles gar nicht so schwer In lockerem Plauderton beschreibt Roth die Zusammenhänge von Hausse und Baisse, von Aktienreichtum per Derivaten-Handel, Inflation und Indizes. Seine persönlichen Höhenflüge und Tiefschläge kommen dabei auch zur Sprache. Das wirkt nicht ansatzweise so steif wie die Vorträge der Wirtschaftspresse. Alles recht logisch, wenn man es denn verstanden hat: Der Autor macht Appetit. Und genau das ist auch seine Message: Aktienhandel ist fast so einfach wie Lottospielen, nur die Gewinnchancen sind deutlich höher, sofern man sich an seine in Alltagssprache übersetzten Tipps hält. Zum Beispiel diese: Haben Sie immer einen Blick auf den relevanten Index, beispielsweise den DAX. Denn "der ist das Fieberthermometer für Börsenkurven." Wer in das Investment einsteigt, "muss darauf achten, immer das Geld flüssig zu haben. Den Betrag, den Sie anlegen wollen, müssen Sie flüssig haben." Immobilien als Anlage sind "keine Geldanlage, sondern ein Hobby - sofern Sie selbst darin wohnen. Vermietete Immobilien als Kapitalanlage sind hingegen grundsätzlich interessant." Derivate sind Spekulationswetten mit dem "Bedrohungspotenzial von Massenvernichtungswaffen". Finger weg! "Gold ist OK, wenn Sie es real und anonym kaufen und dann in den Safe legen." Aktien versprechen auch Einsteigern lukrative Gewinne. "Kaufen Sie Aktien immer in der Baisse, am Ende des Abschwungs." Konservative Anleger suchen sich Titel heraus, die beständige Kurse haben und eine hohe Dividende zahlen. Die finden sie beispielsweise im DivDAX. Ideal für Einsteiger ist die Index-Strategie. ETFs (börsengehandelte Fonds) garantieren eine breite Streuung, wenig Gebühren und langfristige Wachstumschancen. Roter-Reiter - Fazit: Roth trifft den Ton der Börseneinsteiger: verständlich, optimistisch, geradeaus! Das derzeit vermutlich beste Buch für alle Neu-Aktionäre, die es genau wissen wollen, ohne sich mit Fachliteratur zu quälen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Oliver Roth: "Earning by Doing", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Earning by Doing" auf Managementbuch.de ### Besser reden mit den Trainingsmethoden des "Sprechsports" Mit seinen Zungenbrechern ("sieben davon fehlerfrei in 60 Sekunden") wurde Georg Winter im Jahr 2006 "Wettkönig" bei Gottschalk. Der "Sprachakrobat und Artikulationskünstler" erfand daraufhin den "Sprechsport" mit den Disziplinen "Schneller Vortrag", "Ausdrucksstarker Vortrag", "Chorischer Vortrag" und "Erfinden von Zungenbrechern und deren Vortrag". Was zunächst nach Partyspaß klingt, kann im Berufsalltag über Karrierewege entscheiden, erläutern Winter und Dagmar Puchalla im gemeinsamen Buch "Sprechsport". Gut sprechen als Karrierebeschleuniger Denn wer sich gut artikuliert und flüssig spricht, gilt als eloquent und gebildet. Zudem fördern die Trainingseinheiten des Sprechsports "Gesundheit und Fitness", wie die Autoren versprechen. Das Selbstwertgefühl wird erhöht, Sprechängste werden reduziert, der eigene Auftritt wird insgesamt selbstbewusster und stimmiger. Selbst bei Schnarchproblemen helfen die Übungen! Training für Atemmuskulatur, Mundmotorik und Artikulation Insgesamt drei sprechrelevante Bereiche umfasst der Trainingsparcours für den "Rede-Sport". Nach einer allgemeinen Einführung zur Körperhaltung ("Grundlagentraining") steht zunächst das "Training der Atemmuskulatur" ("Koordination, Kondition und Schnelligkeit verbessern") auf dem Programm. Danach geht es um "Mundmotorik" ("Training auch für Mimik") und Artikulation ("Aussprache, Lautbildung"). Die Übungseinheiten versprechen dabei durchaus Spaß, weil die Autoren reihenweise witziger Schüttelreime und Zungenbrecher vorbereitet haben. Roter-Reiter - Fazit: Der "schnellste Sprecher der Welt" (Georg Winter) legt es mit seinem Sprechsport-Training nicht nur auf Tempo an, sondern vor allem auf Ausstrahlung, Artikulation und Ausdauer. Ideales Übungsbuch für Vielredner im Klassenzimmer, auf der Businessbühne oder im Sendestudio. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Georg Winter, Dagmar Puchalla, "Sprechsport", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Sprechsport" auf Managementbuch.de ### Selbsterkenntnis mit der Key-to-see-Methode Mira Mühlenhof stellt mit ihrem gleichnamigen Buch "Key to see" eine Methode vor, um sich selbst, die eigenen, bisher unbekannten Bedürfnisse, Ziele, Ängste und Entwicklungsmöglichkeiten offenzulegen. "Key to see" bedeutet sinngemäß: "Der Schlüssel zur Erkenntnis". Fündig werden wir, wie Mühlendorf erläutert genau dort, wo wir normalerweise nie nachschauen würden: beim "blinden Fleck". Dieser aus der Psychologie stammende Terminus beschreibt Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale, die von anderen wohl wahrgenommen, von uns selbst aber nicht erkannt werden. Den blinden Fleck sichtbar machen "Ich werde versuchen, Sie auf sanfte Art und Weise mit der Wahrheit über sich selbst zu konfrontieren, damit Sie Ihren blinden Fleck aufdecken können." Beides klappt mit dem Buch sehr gut. Mühlenhof motiviert mit vielen autobiographischen Einschüben, sich der eigenen "dunklen" Seite des eignen Ichs auseinanderzusetzen. Zehn Idealtypen ("Maschinen") bietet sie an, um die dominanten verborgenen Antreiber der eigenen Persönlichkeit greifbar zu machen. Sind Sie eher der Perfektionist? Der Erfolgshungrige? Der Sicherheitsfanatiker oder ein Vertreter der Spaßfraktion? Gewinnen, wenn Sie verzichten Mühlendorf hilft Ihnen herauszufinden, wie Sie mit dem (neuen, aufregend-verstörenden) Wissen umgehen und es bestmöglich nutzen. Zahlreiche Fallbeispiele aus eigenen Coachings führt die Autorin dazu an. Ganz wichtig: Wer versteckte Zwänge erkennt, gewinnt eine Reihe neuer Verhaltensoptionen, wenn er sich davon lösen kann. Die wichtigste Regel lautet deshalb auch: "Sie müssen herausfinden, welches Produkt Ihre Maschine herstellt - und dann lernen darauf zu verzichten." Roter Reiter - Fazit: "Key to see" ist ein aufwühlendes, emotionales Buch. Kritiker könnten anmerken, dass Autorin Mühlenhof bekannte Inhalte aus Psychologie und therapeutischer Praxis lediglich in eine neue Verpackung steckt. Wir halten dagegen, dass es noch nie so befruchtend war, sich mit dem eigenen Unterbewusstsein zu beschäftigen. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Mira Mühlenhof: "Key to see", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Key to see" auf Managementbuch.de ### Geschichten von Menschen und besonderen Begegnungen in China Mit "Wolkenläufer" hat Angela Köckritz das ideale Buch für sonnige Strandtage oder erholsame Lesepausen im Garten geschrieben. Vordergründig schildert die Autorin darin 12 Begegnungen mit Menschen in China. Hochstapler, Wandermusiker, Akademiker, Mätressen und Eremiten hat die Autorin getroffen und portraitiert. Ihre Reportagen zeichnen ein wunderbar dichtes und facettenreiches Bild vom heutigen China, das seine Identität zwischen überkommener kommunistischer Denke und modernem Großmachtstreben jeden Tag sucht. Dichtes, facettenreiches Bild vom wahren Leben in China Die Widersprüche und Gegensätze im Selbstverständnis des größten asiatischen Landes werden in den Schicksalen, vor allem aber den Lebensauffassungen seiner Menschen besonders deutlich. Köckritz ist dafür eine perfekte Chronistin. Die Ostasien-Korrespondentin der "Zeit" begegnet den Menschen offen und neugierig und mit Sympathie, niemals aber naiv oder mit dem verschrobenen Blick durch die westliche Wohlstandsbrille. Prächtig amüsiert: "Es war laut und heiß" Ihre detaillierten Beobachtungen arbeiten die Mentalitätsunterschiede Westeuropäern und Ostasiaten punktgenau heraus. Das ist häufig komisch, manchmal anrührend, immer aber ein spannender Blick in eine andere, unbekannte Welt: "Es gibt im Chinesischen kein adäquate Übersetzung für den sehr deutschen Satz: Ich will mein Ruhe haben. Will ein Chinese zum Ausdruck bringen, dass er sich prächtig amüsiert hat, dann sagt er übersetzt: Es war laut und heiß." Der Titel übrigens leitet sich vom dem chinesischen Synonym für Vagabunden, Träumer, Wanderer ab: "Wer auf Wolken geht, der lässt sich treiben, schweift umher, wird zum Vagabund." Roter Reiter - Fazit: "Wolkenläufer" ist das Ergebnis hervorragender Recherche-Arbeit, großer Reiselust und purer Neugier auf Menschen und Schicksale in China. Ein wunderbares Buch. Für ihre Arbeit musste Autorin Angela Köckritz teuer bezahlen: Sie wurde unter Spionage-Verdacht des Landes verwiesen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Angela Köckritz: "Wolkenläufer", Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wolkenläufer" auf Managementbuch.de   ### Lebens- und Gesundheitsratgeber für Männer Männer für mehr Bewegung, mehr Gesundheit, mehr Achtsamkeit im Alltag begeistern - geht das? Definitiv! Christo Foerster findet in seinem Buch "Neo Nature" die passenden Worte, um auch das vermeintlich "starke Geschlecht" für "Natürlichkeit" jenseits von Karrierestreben und maskulinem Gehabe zu sensibilisieren. Der Trick dahinter: "ganz einfach" zurück zu seinen emotionalen und körperlichen Wurzeln zu finden: Denken, fühlen, essen und sich bewegen, wie es die Natur vorgesehen hat: Darum geht es in dem Buch. Bewegen Sie sich wild statt Sport zu treiben Foresters Ratgeber zielt darauf ab, Werte und Ziele neu zu justieren, "mehr ich" und "mehr Freiheit" in den Alltag zu integrieren, ohne daraus auszubrechen. Häufig reichen kleine Änderungen im Denken ("weniger kopfgesteuert, mehr Balance in die Körperempfindungen bringen"), im Empfinden ("raus aus dem Jammertal") und der Stressbewältigung ("bewegen Sie sich wild wie die Kinder"), um einen neuen Zugang zu den eigenen Bedürfnissen zu bekommen. Gut: Foerster schreibt immer aus der persönlichen Perspektive, frei von oberlehrerhaften Attitüden. Das erhöht die Lust, um einen Großteil der kleinen mentalen und körperlichen Übungen sofort auszuprobieren. Roter-Reiter - Fazit: Foerster ist ein waschechter Naturbursche. Sein Buch "Neo Nature" ist ein ganzheitlicher Ratgeber für Kopf, Seele und Körper. Ein ideales Wellness-Programm für gestresste junge Männer, die sich nach Erholung sehnen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Christo Foerster: "Neo Nature", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Neo Nature" auf Managementbuch.de ### Oatmeal goes running Matthew Inman, besser bekannt als "Oatmeal" ist einer der beliebtesten Comic-Zeichner der USA. Seine frechen, nicht immer politisch korrekten Strips haben ihm auch hierzulande eine große Fan-Gemeinde eingebracht. Die Comic-Serie "Die schrecklichen und wundervollen Gründe, lange Strecken zu laufen" ist sein bislang persönlichstes Buch: in kleinen, häufig brüllend komischen Bildgeschichten skizziert Inman seine Metamorphose vom Pummelchen, das in den Klauen der "Fress-Dämonen" und "Blerchs" gefangen war hin zum Langestreckenläufer, der sich regelrecht mit jedem weiteren Kilometer freiläuft. Schlaffe Echsenpimmel und beatmete Nacktschnecken Die Anstrengungen des Trainings, die Ernährungsumstellung mit dem Verzicht auf fette Kost, die Qualen des Marathonmannes bei Kilometer 25 und die Motivationstricks, um die fehlende 17 Abschnitte anzugehen ("Es braucht eine ganze Menge mehr als ein paar schlaffe Echsenpimmel, um nicht aufzuhalten") - Oatmeal nimmt das alles von der humorvollen Seite samt bekannt frecher Sprüche. Er bleibt trotz all der witzigen Übertreibungen immer nah an der Erlebniswelt der Hobby-Athleten. Ob der heimliche Gegencheck mit den Nebenmann im Fitness-Studio ("ich wette, die Frauen stehen vor seinem Haus Schlange, um seine Nacktschnecke zu beatmen"), oder der innere Kampf zwischen Pizzaservice oder Laufrunde im Park - die Krisen und Erfolge des Sportalltags wurden noch nie so witzig bebildert! Ein großer Spaß! Roter Reiter - Fazit: Herrlich schräger Humor! Perfektes Geschenk für passionierte Langestreckenläufer und angehende Marathon-Helden! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Oatmeal "Die schrecklichen und wundervollen Gründe, lange Strecken zu laufen", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die schrecklichen und wundervollen Gründe, lange Strecken zu laufen" auf Managementbuch.de ### Keine faulen Ausreden mehr Alexander Hartmann ist ein erstklassiger Motivationstrainer und ein unterhaltsamer Erzähler. Beides macht das Buch "Mit dem Elefant durch die Wand" zu einem Erfolgsratgeber mit großem Unterhaltungswert. In sympathischem Plauderton geschrieben, gespickt mit kleinen Anekdoten und Ausflügen in die psychologische und neurologische Forschung erläutert Hartmann, warum die Sache mit dem Unterbewusstsein zwei Seiten hat. Die gute natürlich, die dafür sorgt, dass wir in vielen Fällen intuitiv (richtig) entscheiden und bei Routine-Tätigkeiten wie Duschen, Essen oder Fahrradfahren auf Autopilot schalten. Das funktioniert automatisch. In anderen Fällen ist das Unterbewusstsein ein Zauderer und Mahner, der leise flüstert "das kannst du nicht" oder "warum machst du es dir so schwer, wenn du es so komfortabel wie bisher haben könntest?". Kurzum: Der Bremsklotz für positive Veränderungen. Unterbewusstsein als Freund und Feind unserer Entfaltungsmöglichkeiten Hartmann zeigt in seinem Buch sehr genau, wann das Unterbewusstsein vom Mit- zum Gegenspieler wechselt und wie sich die verdeckten Botschaften entschlüsseln lassen, um das volle kreative Potenzial auszuschöpfen. Daher auch die Metapher vom Elefanten im Titel. Der vergisst nichts, ist phlegmatisch, behäbig und manchmal orientierungslos. Den Dickhäuter auf Kurs bringen, auch wenn er schläfrig ist oder den kürzeren Weg (in die falsche Richtung) vorschlägt, darum geht es in seinem Buch. Reality Loop: Was wir fühlen, erinnern und tatsächlich ändern können Eines der besten (und ausführlich beschriebenen) Modelle zum Verständnis unbewusster Prozesse ist der "Reality Loop", das Zusammenspiel von Erfahrungen, Vorstellungen, Glaubenssätzen und körperlichen Empfindungen. Diese Faktoren zusammen entscheiden über Wohlbefinden, Ziele, Ängste und inneren Antrieb. Hartmann macht überzeugend deutlich, dass wir sehr wohl in die Abläufe des Unterbewusstseins eingreifen können, um uns auf neue Herausforderungen einzuschwören, statt sich gewohnten Bedenken hinzugeben. In vielen Fällen reicht es aus, seine Wünsche konsequent als Ziele zu formulieren und endlich den ersten Schritt zu wagen: "Die erfolgreichsten Menschen, die ich kenne, schreiben ihre Ziele nicht nur einmal auf, sondern immer wieder." Roter Reiter - Fazit: Jeder, der Veränderungen in seinem Leben plant - sei es ein neuer Job, oder aber endlich das Beenden hinderlicher Gewohnheiten, findet in dem "Elefanten"-Buch überzeugende Argumente, um heute damit anzufangen. Gelungen! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Alexander Hartmann: "Mit dem Elefant durch die Wand", Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Mit dem Elefant durch die Wand" auf Managementbuch.de ### Stress- und Krisenmanagement auf die buddhistische Art Maren Schneider ist eine Wandlerin zwischen den Welten. Einst Karrierefrau in einer Werbeagentur fand sie eher zufällig (durch die Liebe) den Weg zu fernöstlicher Philosophie und Buddhismus. Heute ist sie eine angesehene MBSR-Lehrerin (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion - Mindfulness-Based Stress Reduction) und hat zahlreiche Ratgeber über Meditation und buddhistische Lehren vor allem für Einsteiger geschrieben. Ihr aktuelles Buch "Entdecke den Buddha in dir" widmet sich speziell dem Thema "Stress- und Krisenmanagement". Das Buch "schöpft aus dem reichen Schatz der Lehren Buddhas und zeigt, wie man lernen kann, mit den stressigen und belastenden Situationen des Lebens gelassener und konstruktiver umzugehen". Der buddhistische Weg zu mehr Gelassenheit und Ruhe Schneider will ihr Buch weniger als klassischen Ratgeber verstanden wissen. Vielmehr geht es ihr um Hilfe "zur Selbstreflexion". Der Buddhismus schafft die Grundlagen für gute Entscheidungen, den richtigen Weg muss jeder selber finden - das ist der Kern. Schneider geht als Navigatorin voraus. Atemtechniken und Meditation Im ersten Teil erläutert sie die Grundlagen des Buddhismus und der Meditation als Voraussetzung für Stressresistenz. Der anschließende Part ist praktisch ausgelegt. Anhand konkreter belastender Situationen wie beruflichem Erfolgsdruck, Neid, Wut oder Verzweiflung schildert Schneider "erprobte Anregungen und buddhistische Handlungsempfehlungen, die zur Auflösung der Situation beitragen." Atemtechniken sind dabei wesentlich. Auch die Fähigkeit, destruktive, umherirrende Gedanken wieder einzufangen und ins "Jetzt und Hier" zurückzufinden. Eine Vielzahl passender meditativer Übungen hat die Autorin zusammengestellt - ausnahmslos alle dienen dem Ziel "Klarheit, Mitgefühl und Weisheit" zu erlangen. Ausnahmslos alle erfordern Übung. Schneider hilft als erfahrene Trainerin gerne dabei. Roter Reiter - Fazit: "Entdecke den Buddha in dir" ist ein alltagsnaher Einstieg in die buddhistische Lebensphilosophie und die Grundlagen der Achtsamkeit nach fernöstlichem Vorbild. Wer sich ohnehin für Meditation interessiert, wird zahlreiche heilsame Anregungen aus dem Buch ziehen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Maren Schneider: "Entdecke den Buddha in dir", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Entdecke den Buddha in dir" auf Managementbuch.de   ### Von der Lust und dem Mut zu Veränderungen Vincent Deary hat mit "Wie wir sind" eines der ungewöhnlichsten und besten Bücher über "Gewohnheiten und Veränderungen" der letzten Jahre geschrieben. Psychotherapeut Deary braucht keinen 10-Punkte-Plan und keine griffigen Tipps, um Ihnen den Sprung in einen neuen Lebensabschnitt schmackhaft zu machen". Er motiviert Sie mit Geschichten, Zitaten und vor allem guten Argumenten aus Wissenschaft und Forschung, nicht im "Gestern" zu verharren, wenn große Aufgaben anstehen: "Ich widme mich der Vorstellung, dass Menschen besser werden, was ihre Lebenseinstellung angeht, besser in dem, wer sie sind und besser darin, das Leben mit Anstand, Humor und Mut zu meistern". In zwei Akten zum Happy End im eigenen Film Ganz gleich, welche Veränderungen anstehen: Trennung vom Partner, eine neue Arbeitsstelle, Umgang mit einer Krankheit: Deary findet die passenden Worte, um Sie mit ihren Ängsten und offenen Fragen dort abzuholen, wo Sie sich aktuell befinden. Der Autor berichtet dabei selbstverständlich aus den Erfahrungen der Psychotherapie. Deary ist aber auch ein Kulturliebhaber und schlägt immer wieder die Brücke zu Sequenzen aus Dramen und Filmen. Das liest sich nicht nur sehr gut, sondern passt perfekt zum Thema: Denn auch wichtige Veränderungen finden in zwei Akten statt: "Verharren" und "Verändern" - die Dramaturgie nahezu aller Hollywood-Streifen gibt auch die Gliederung in diesem Buch vor. Mit Trauer umgehen Absolut empfehlenswert für Trauernde, die sich in der Vielzahl tröstlicher Geschichten und interessanter Hintergründe gut aufgehoben fühlen. Quintessenz "Trauern heißt, nicht vergessen. In der Addition liegt die Heilung, in der ausreichenden Anhäufung neuer Erfahrungen, die das Gewicht der alten ausgleichen. Neue Routinen erzeugen, Neues was wir tun können, den Sinn für Neues schaffen und neue Dinge zum Nachdenken eröffnen." Roter Reiter - Fazit: "Wie wir sind" ist ein wunderbares, kluges, einfühlsames und äußerst interessantes Buch über den Umgang mit Gewohnheiten, über die Sorgen vor Veränderungen und die Kunst, genau diese lähmende Angst zu überwinden. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Vincent Deary: "Wie wir sind", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wie wir sind" auf Managementbuch.de   ### In Verhandlungen oder im Smalltalk jederzeit rhetorisch parieren können Gero Teufert ist ein Kommunikationsexperte, der sich bereits in früheren Büchern wie Techniken der Schlagfertigkeit für Dummies und Grundlagen des Small Talk für Dummies den Spielregeln starker Rhetorik gewidmet hat. Sein neues Buch "Schlagfertigkeit für Dummies" ist detaillierter als die beiden Pocket-Bücher. Souverän bleiben in hitzigen Wortgefechten und die eine oder andere Provokation mit einem humorvollen Spruch kontern - darum geht es in dem 400 Seiten starken Praxisbuch. Die Opferrolle verlassen Schlagfertigkeit ist nicht angeboren, sondern lässt sich erlernen wie eine Fremdsprache, macht Teufert deutlich. Wer sich in den drei wesentlichen Disziplinen "Gegenwehr", "Argumentationsfähigkeit" und "Humor" übt, kann künftig ganz gelassen Streitgesprächen im Büro entgegensehen und selbstverständlich auch auf der nächsten Party glänzen. Vor allem ist Schlagfertigkeit ein probates Mittel, um sich gegen Mobbing zu schützen. Wer rhetorisch immer einen Pfeil im Köcher hat, wird nicht zum Opfer sozialer Attacken. Gelassen bleiben, wenn es hektisch wird Anhand konkreter, alltagsnaher Beispiele erläutert der Autor, wie Sie die nötige mentale Gelassenheit erreichen. Negative Glaubenssätze ("ich bin zu alt") positiv zu transformieren ("ich habe viel Erfahrung und bin entscheidungsfreudig") hilft Ihnen, sich ganz auf die Sache zu konzentrieren und nicht mit dem Selbstbild zu hadern. Die passenden Paraden auf unverschämte Fragen oder Angriffe kommen dann viel leichter ins Bewusstsein. Teufert hat viele davon zusammengestellt: Von einfachen Retourkutschen "Da passen wir ja gut zusammen", über den Zeitgewinn-Trick ("blöde Fragen mit einer Gegenfrage kontern") bis hin zur Ausweichtaktik per unerwartetem Kompliment, wenn Ihnen vom Chef beispielsweise mangelnde Ordnung vorgeworfen wird: "Sie sind vorbildlich organisiert. Wie machen Sie das nur?". Und natürlich gibt es auch die passenden Sprüche für die derberen Frotzeleien im Kollegenkreis. Einer der schönsten: "Am besten legst du dich ein paar Minuten hin. Besser Stunden. Oder Tage. Am besten, bis die Totenstarre einsetzt." Roter-Reiter - Fazit: Wer im Job unter seinem "stilles Mäuschen"-Image leidet, findet in dem sehr gut aufbereiteten Rhetorik-Grundkurs zahlreiche gute Ideen und Vorlagen, um sich verbal besser zu behaupten. Empfehlenswert! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Gero Teufert: "Schlagfertigkeit für Dummies", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### Der Wegbegleiter zum ersten Job   Von der Zielbestimmung "Wo und wie möchte ich arbeiten" bis zum erfolgreichen Aufsetzen der Bewerbungsunterlagen begleiten Uta Rohrschneider und Michael Lorenz junge Menschen beim erfolgreichen Start in das Berufsleben. Zuverlässig und ausführlich erklären die beiden, auf was es in den einzelnen Phasen der Bewerbung ankommt. Sie lernen beispielsweise, wie Sie ein aussagekräftiges Profil erarbeiten, welche Bewerbungsstrategien es gibt, wie Sie die sozialen Netze für Ihre Stellensuche nutzen oder eine ansprechende Bewerbung gestalten. Schritt für Schritt zur souveränen Bewerbung Besonders überzeugt die sehr gut strukturierte und kleinschrittige Vorgehensweise der Autoren. So auch bei der Anzeigenanalyse. Statt einfach darauf hinzuweisen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Stellenausschreibung ist, bieten die Autoren ein eigenes Formular zum Download an. Dort halten Sie dann Punkt für Punkt fest, was in der Ausschreibung steht und was es bedeutet. Klingt vielleicht banal - aber allzu leicht huscht man beim Lesen der Anzeigentexte doch einfach nur darüber hinweg und hält sich dann an zwei, drei gegebenen (und erinnerten!) Informationen fest. Mit diesem Formular passiert das nicht! Und so hat man danach tatsächlich eine sehr genaue Vorstellung davon, was am Unternehmen, der Stelle und ihren Anforderungen zu einem passt, was nicht und welche Informationen noch fehlen. (Und schon haben Sie die Basis für eine erste telefonische Kontaktaufnahme!) Mit zahlreichen Hilfsmitteln zum Download Neben der bereits erwähnten Arbeitshilfe zur "Anzeigenanalyse" gibt es zahlreiche weitere Dokumente zum Download. Zum Beispiel verschiedene Anschreiben, Deckblätter, Lebensläufe (jeweils als Muster und als Vorlage) und weitere Arbeitshilfen wie zum Beispiel für die Analyse der eigenen Wünsche an den zukünftigen Arbeitsplatz, der eigenen Visionen und Ziele, zum Finden guter Inhalte für das konkrete Anschreiben und eine Kontakt-Checkliste. Roter-Reiter - Fazit: Ein sehr detaillierter Bewerbungsratgeber, der gekonnt auf die besondere Situation von jungen Berufseinsteigern eingeht. Anne Kaltenbach, www.Roter-Reiter.de     Uta Rohrschneider, Michael Lorenz: "Bewerbung - inkl. Arbeitshilfen online". Haufe 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Bewerbung - inkl. Arbeitshilfen online" auf Managementbuch.de ### Finden Sie Ihre Antwort "101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch" hilft Ihnen, im Jobinterview sowohl inhaltlich die richtige Antwort als auch den richtigen Ton zu treffen. Thematisch geordnet stellt Claus Peter Müller-Thurau hier die zentralen Fragen vor, mit denen Bewerber im Vorstellungsgespräch konfrontiert werden (Fragen zum Unternehmen, zum Bildungs- und Berufsweg, Unebenheiten im Werdegang, Führungsstil ...). Wer die Hintergründe kennt, kann souveräner agieren Die Anregungen, die der langjährige Diplom-Psychologe und Human-Resources-Manager gibt, sind allesamt schlüssig und hilfreich. Zu jeder vorgestellten Frage gibt es mindestens eine Antwort, bei der direkt im Anschluss gesagt wird, warum sie geeignet ist. Zusätzlich erklärt Müller-Thurau immer, was das Ziel der Frage ist, und gibt Tipps und Anregungen, wie man selbst zu einer auf die eigene Situation passende Antwort kommt. Das können Fragen sein, die Sie sich selbst stellen sollten oder Hintergrundinformationen (z.B.: "Das wissen Personaler"). Dieses Hintergrundwissen hilft oft, das eigene Verhalten besser einzuschätzen und dementsprechend selbstsicherer zu reagieren - beispielsweise weil man klar vor Augen geführt bekommt, dass man nicht der Einzige ist, der einen "Makel" im Lebenslauf erklären muss (schlechte Noten, Abbruch der Berufsausbildung, lange Studienzeiten ...). Mit zusätzlichen Arbeitsmaterialien im Internet Im Anhang finden Sie zusätzliche Materialien wie Musterlebensläufe und Tests um Ihr Allgemeinwissen zu überprüfen. Roter-Reiter-Fazit: Ein sehr nützliches Buch, um sich auf typische Fragen im Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Tipp: Unbedingt rechtzeitig anfangen! Es lohnt sich.   Anne Kaltenbach, www.Roter-Reiter.de     Claus Peter Müller-Thurau: 101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch - inkl. Arbeitshilfen online. Haufe 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch" auf Managementbuch.de ### Die Leichtigkeit des Seins in 44 kleinen Ertappen Steve Kroegers Buch "Leichtigkeit" ist eine kurze Anleitung zum Glücklichsein. In 44 Gedankenblättern und kurzen Geschichten über Menschen, Begegnungen und Wendepunkten im Leben lenkt der Autor den Fokus vom Alltagstunnelblick auf das, was wichtig ist: den Spaß am Leben. Leichtigkeit ist dabei der Überbegriff, der aber nicht mit Naivität verwechselt werden darf. Ganz im Gegenteil, stellt Kroeger klar: Leichtigkeit steht für mehr Dankbarkeit für das, was wir haben und für das, was ist. Vor allem, wenn das Leben sich von seiner komplizierten Seite zeigt, ist es wichtig, aus seinem Gedankenkarussell auszusteigen." Sieben Gipfel der Erkenntnis "Leichtigkeit" knüpft vielfach an das frühere Buch "Die 7 Summits Strategie" an, in dem der Selfmademan über die Verbindung von Lebensträumen und Beruf spricht. Kroeger ist passionierter Bergsteiger, gleichzeitig erfolgreicher Personalcoach und Business-Trainer. Die Erkenntnisse aus beiden Welten spielen auch im neuen Buch eine entscheidende Rolle. Viele seiner persönlichen Erinnerungen und Lernerfahrungen stammen von ganz oben, von den Gipfeln des Himalaya oder des Kilimandscharo. Dort ist Leichtigkeit mit "weniger Druck und mit mehr Energie, um den Erfolg auch genießen zu können" für den Autor am deutlichsten spürbar. In der Stille die Antworten finden, die im lauten Alltag verborgen bleiben Bergsteigen müssen Sie aber selbstverständlich nicht, um seine Impulse umzusetzen. Ganz bequem lassen sich seine Ideen von mehr Zielorientierung, mehr Empfindsamkeit für sich und andere, mehr Begeisterung und mehr Mut auch in den Alltag auf dem Boden der Tatsachen übertragen. Und für mehr Geduld wirbt Kroeger, wenn es mal nicht so läuft oder eine Lösung auf ein dringendes Problem verborgen bleibt: "Wir können keine Lösung herbeizwingen. Zumindest nicht mit dem Verstand. Aber es ist und möglich, aktiv in die Stille hineinzugehen. Wir kommen unseren Antworten schon näher, wenn wir uns jeden Tag 5 bis 10 Minuten Zeit nehmen, um in uns hineinzuhorchen: Was will ich heute von dem Tag? Was ist wichtig?" Roter Reiter - Fazit: "Leichtigkeit" ist vor allem für diejenigen, die die Hürden des Alltags nicht mehr so locker überspringen. Sie finden hier 44 mentale Abkürzungen, wenn die Hauptstraße versperrt scheint. Auch schön zum Verschenken! Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Steve Kroeger: "Leichtigkeit", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Leichtigkeit" auf Managementbuch.de   ### Wie die Leisen denken und fühlen - ein Lesebuch für und über Introvertierte Schluss mit den Vorurteilen über die stillen Gemüter in der Gesellschaft macht Sophie Dembling in ihrem Buch: "Die Macht der Stille". Die Introvertierten, das sind die, "die nur reden, wenn sie etwas zu sagen haben, die andere Leute mögen, aber nicht Tausende von Freunden brauchen, und manchmal auch Spaß an Partys haben, nur eben auf ihre Art". Kurzum: Sie denken und fühlen so ganz anders als die Menschen, die das Rampenlicht zum Leben brauchen. Aber keinen Deut schlechter. Dembling gibt mit ihrem Buch tiefe, meist sehr persönliche Einblicke in das Seelenleben der Stillen. Sie spricht ungefiltert über die Stärken und Schwächen der Introvertierten, über ihre Wünsche und Ängste. Fast alle der episodenhaften Kapitel entstammen eigenen Erfahrungen. Die "Horror"-Party überleben Obwohl mehr als biographischer Report denn als Ratgeber angelegt, liefert das Buch beiläufig eine Reihe guter Tipps, um sich in der Welt der Extrovertierten zu behaupten. Wenn die "Cocktailparty zur Hölle wird", suchen Sie Ruhe-Räume auf. Manchmal reicht es, sich für ein paar Augenblicke auf die Toilette zurückzuziehen, um Gedanken zu sammeln und durchzuatmen. Und bei Stehpartys sollten Sie sich so positionieren, "dass Sie nicht im Weg sind, andererseits aber in der Nähe des großen Trubels bleiben, so dass jeder einmal an Ihnen vorbeikommt" und zum Smalltalk stehen bleibt - wenn Sie das möchten. Eine Art "passives Unter-die-Leute-mischen". Erfolgreich im Job auch mit stillen Tönen Im Job sollten Sie mit Ihren Führungskräften offen sprechen, wenn Sie unter der hohen Meeting-Frequenz leiden oder keine Vorträge halten möchten. Machen Sie deutlich, dass Sie bessere Ergebnisse liefern, wenn Sie allein kreativ sind und die Ideen nicht im großen Kreis darstellen müssen. Und: "Melden Sie sich für Dinge, die Sie gut können. Freiwillige Angebote zeigen Ihren Teamgeist, und sie können zur Folge haben, dass man Ihnen keinen typischen Aufgaben für Extrovertierte zuweist. " Roter Reiter - Fazit: "Die Macht der Stille" schafft ein vielseitiges, buntes Bild von Menschen, die sich auf der großen Bühne nicht gerne mitteilen. Ein eindringliches "Glaubensbekenntnis" für Introvertierte, die ihre Anlage nicht (mehr) als Makel begreifen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Sophie Dembling: „Die Macht der Stille“, mvg verlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von „Die Macht der Stille“ auf Managementbuch.de ### Was wir vom Unterbewusstsein lernen können (wenn wir es endlich begreifen) Was Eckart von Hirschhausen als Mediziner macht, kann Andrea Jolander auch: Sie vermittelt allgemeinverständlich und äußerst unterhaltsam wissenschaftliche Zusammenhänge und Forschungsergebnisse. Nicht im Fernsehen, nicht über Medizin, sondern in Buchform über Psychologie. Als Autorin hat die Psychotherapeutin unter ihrem Pseudonym "Andrea Jolander" bereits eine kleine Fan-Gemeinde aufgebaut, die mit ihrem neuen Buch "Denken Sie jetzt nichts" sicher noch wachsen wird. Abenteuer Unterbewusstsein Der Untertitel "Warum wir instinktiv die besten Entscheidungen treffen" beschreibt nur einen Aspekt des Buches. Um "Bauchgefühl" versus "Verstand" geht es natürlich auch. Jolander hat aber mehr vor. Sie packt den Psycho-Koffer für eine spannende Reise ins eigene Unterbewusstsein. "Aha-Effekte und überraschende Erkenntnisse sind dabei garantiert. "Warum wir so ticken, wie wir ticken", darum geht es und das erschließt sich aus den (frühkindlichen) Beziehungsmustern, die wir erfahren und erlernen. "In Stresszeiten abnehmen zu wollen, ist die blödeste Idee überhaupt" Bravourös entzaubert die Autorin einige Uralt-Mythen aus der Alltagspsychologie. Wie war das noch mit dem inneren Schweinehund, den man einfach besiegen müsste, um endlich abzunehmen oder sportlich zu werden? Jolander hält gar nix davon. Erst recht nichts von Diäten, gegen die sich das Unterbewusstsein aus gutem Grund sträubt: "Von der Rechnung schlank ist gleich gesund, müssen wir uns verabschieden". Gerade unter Stress sind ein paar Kilo mehr der beste Schutz vor schweren Krankheiten." Aufschieben ist keine Sünde Auch wenn Sie unter "Aufschieberitis" leiden, hat die Autorin volles Verständnis. Denn nicht Faulheit steckt dahinter, sondern ein unsichtbares Stopp-Signal des Unterbewusstseins, das eben noch etwas länger und vor allem gelassener an einer passenden Lösung oder einer wichtigen Entscheidung arbeiten möchte. "Das Phänomen, das uns die besten Ideen beim Zähneputzen oder in der Badewanne kommen, beruht auf diesem Prinzip. Wir sind abgelenkt, wir sind entspannt - die idealen Bedingungen, damit das Unterbewusste unter Umgehung der störenden und unnützen Grübeleien des bewussten Denkens unsere Aufmerksamkeit auf seine neuesten Kreationen lenken kann. " Roter Reiter - Fazit: Wer die Sprache des Unterbewusstseins versteht, lernt seine wirklichen Bedürfnisse kennen. Jolander ist eine erstklassige Übersetzerin und liefert mit "Denken Sie jetzt nichts" eine spannende Exkursion in die geheimen Facetten der menschlichen Psyche. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Andrea Jolander: "Denken Sie jetzt nichts", Heyne 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Denken Sie jetzt nichts" auf Managementbuch.de ### Geballtes Börsenwissen in Zahlen, Fakten und Diagrammen Thomas Gebert ist ein Bösen-Guru, ein DAX-Fachmann, dazu ein Zahlenfan und akribischer Analyst. Seit Anfang der 60er Jahre hat Gebert Aktienkurse systematisch erfasst und nach der Frage der besten Anlagestrategie bewertet. Anhand von Simulationsspielen konnte er ermitteln, "was aus seinem Depot geworden wäre, wenn er sich seit 1962 an diese oder jene Handlungsanweisung gehalten hätte". Dieses umfangreiche Wissen um die geheimen Spielregeln zu Aktienkurven bescherte ihm (und zahlreichen Brokern) in den 90ern den validen "Gebert-Börsenindikator". Saisonale Strategien: Sell in May and go away! In seinem Buch "Der große Gebert" schlüsselt der Finanzexperte seine Berechnungsgrundlagen detailliert auf und bewertet nahezu alle klassischen Handlungsstrategien und Marktparameter unter realen Bedingungen. Das Ziel: Regelmäßigkeiten erkennen und Mythen enttarnen. Das gelingt ganz hervorragend - und zwar konkret anhand deutscher Wertpapiere! Das aus 50 Jahren zusammengetragene Datenmaterial ergibt ein klares Bild: Statistische Indikatoren haben sehr wohl ihre Berechtigung. Das gilt auch für die richtige Zeit zum Kaufen und Verkaufen. Freitag "ist der freundlichste Tag der Woche" - aus Börsensicht. Am meisten legt der deutsche Aktienmarkt durchschnittlich am Gründonnerstag zu! Der März ist überhaupt ein günstiger Monat. "Im Mai gehen den Aktienmärkten dann langsam die Puste aus." Anleger sollten zudem auf die Inflationsrate achten: Eine "fallende Inflationsrate eröffnet der Bundesbank Spielraum, die Zinsen zu senken, was wiederum dem Aktienmarkt zugutekommt. Aktualisierte Zusammenfassung früherer Bücher Gebert widmet sich ausführlich den zyklischen Aspekten (Kondratieff-Zyklus, Juglar- und Kitchen.-Zyklus), den Auswirkungen von Zinsentwicklungen (auch in den USA), den Einflüssen von Lohn und Politik auf die Märkte. Die statistischen Werte werden mit zahlreichen Diagrammen veranschaulicht. Seine empirischen Belege reichen bis 2014. "Neu" ist die Idee für das Buch aber nicht. "Der große Gebert" ist vielmehr eine komprimierte Zusammenfassung der in den 90er Jahren vom Autor veröffentlichten Bücher "Börsenindikator", "Der intelligente Investor" und "Börsenzyklen". Wer noch keines der drei Werke kennt, findet mit dem aktuellen Buch einen perfekten Einstieg in das Denken und Wissen vom "großen Gebert". Management-Journal - Fazit: Die Was-wäre-wenn-Analysen von Gebert ergeben einen profunden Börsenratgeber für Einsteiger und Profis. Endlich werden Anlagestrategien unter Realbedingungen bewertet! Oliver Ibelshäuser, www.management-journal.de Thomas Gebert: "Der große Gebert", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Der große Gebert" auf Managementbuch.de   ### Lebendige Körperwahrnehmung - Entspannungsübungen für Leib und Seele Verspannungen im Nacken oder Rücken, Kopf- oder Magenschmerzen haben häufig seelische Ursachen, die auf den Körper abstrahlen. Sabine Ecker hilft Ihnen mit dem Buch "Zuhause im eigenen Körper", solche Signale zu "lesen" und mit den passenden Entspannungsübungen zu einer neuen, bewussten Körperwahrnehmung zu finden. Wenn der eigene Körper abhandenkommt ... Ecker war Masseurin, ist heute Psychotherapeutin und hat sich in ihrer Freizeit mit Tanz, Yoga und asiatischen Kampftechniken auseinandergesetzt. Eine sehr gute Körperwahrnehmung ist in diesen Bereichen ein zentrales Element. Die meisten Menschen haben hingegen regelrecht verlernt, ihre Körperreaktionen wie freudig-aufgeregtes Kribbeln in den Fingern oder das Beklommenheitsgefühl in der Magengegend vor einer Prüfung bewusst aufzunehmen. Das kann in der Summe zu Überlastung, psychischen Erkrankungen und Burnout führen. Ecker zeigt in ihrem Buch, wie Sie behutsam "durch eine Veränderung des Körpermusters die Erfahrung machen, sich selbst als kraftvoll und handlungsfähig zu erleben." Achtsamkeitstraining für mehr Selbst-Bewusstsein Der erste Schritt im Achtsamkeitstraining für die eigenen Empfindungen besteht darin, Gefühle zu verorten: Zorn oder Freude, Spaß oder Trauer - wo im Körper machen sich die Emotionen breit? Ecker stellt diverse Methoden vor, um das Körperbewusstsein zu schärfen: von Yoga über Qigong und Pilates bis zum Autogenen Training und der Meditation. Aus den unterschiedlichen Ansätzen hat sie Alltagsübungen ausgewählt, die Sie problemlos zu Hause oder sogar im Büro nachvollziehen können. Dazu zählen Atemtechniken (die passenden Atemräume nutzen bei körperlicher oder seelischer Belastung), Beruhigungsübungen für den Alltag, Übungen zur Körperhaltung, Meditationstechniken bei chronischen Schmerzen und selbst Tipps für besseren Sex: "Zwischen Zellulitis und leidenschaftlichem Sex besteht ein enger statistischer Zusammenhang" - sofern Sie damit anfangen, Ihren eigenen Körper mit all den vermeintlichen Schwachstellen anzunehmen. Roter Reiter - Fazit: Ecker erklärt Ihnen anhand zahlreicher alltagsnaher Lektionen, wie Sie Ihre Körperwahrnehmung deutlich verbessern und dabei - fast beiläufig - ein ideales Anti-Stress-Training absolvieren. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Sabine Ecker: "Zuhause im eigenen Körper", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Zuhause im eigenen Körper" auf Managementbuch.de   ### Warum Mitgefühl ein Segen ist - und wie man es noch besser im Alltag nutzt Hätten Sie gedacht, dass Mitgefühl nicht nur bei anderen gut ankommt, sondern auch beim eigenen Körper? "Positive Gefühle wie Zufriedenheit, Verständnis und Empathie wirken sich unmittelbar auf die Gesundheit aus" schreibt Werner Bartens in seinem ebenso einfühlsamen wie eindringlichen Buch "Empathie". Wer mitfühlend lebt, anderen und sich selbst gegenüber rücksichtsvoll handelt, wird seltener krank und hat sogar eine höhere Lebenserwartung. Empathie als Anker für Zufriedenheit und Erfolg … Seine monothematische Arbeit "Empathie" ist ein Lehrstück über Zuwendung und Anteilnahme. Über den Wert von Mitgefühl in menschlichen Beziehungen und im Berufsleben. Anhand von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aus Psychologie und Medizin weist der Autor nach, dass empathische Menschen nicht nur liebenswerter, sondern auch erfolgreicher sind, persönliche Niederlagen besser wegstecken, Erfolge angemessen feiern, aber nicht abheben. ... und natürlich für die Liebe Bartens widmet sich dabei selbstverständlich auch den ungeschriebenen Regeln von Liebe und Partnerschaft. Dass Verliebte im wörtlichen Sinne einander nicht loslassen können, vor Glück fast platzen und gedanklich und körperlich hundertprozentig synchron mit dem Partner laufen - alles kein Zufall, sondern eine hormonelle Geschichte (Oxytocin). Verliebtheit schafft die Basis für die Empathie, die wir in der Liebe später brauchen, wenn der Alltag mit Streit und Langeweile die ersten Euphorieschübe überdeckt hat: "Wer in der Auseinandersetzung einfühlsam bleibt, bei dem heilen Wunden besser. Wer feindselig auftritt, bei dem bleiben Wunden länger bestehen." Roter Reiter - Fazit: Kann man Empathie "lernen"? Eher nicht, sie ist ohnehin angeboren. Aber jeder tut gut daran, seine empathischen Sensoren neu auszurichten. Das Buch liefert dafür eine wunderbare Anleitung. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Werner Bartens: "Empathie", Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Empathie" auf Managementbuch.de   ### Die Ideen und Ideale des Dalai Lama zusammengefasst in einem Buch Der Dalai Lama gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, ein buddhistischer Lehrer, einer Vermittler zwischen den Religionen, ein ausgezeichneter Denker und Redner, selbst wenn es um weltliche Themen wie Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft geht. Wer sich für das Leben und Wirken des 14. Dalai Lama interessiert, war bislang auf fragmentierte Quellen angewiesen. In seinem Buch "Die Macht des Guten" gewährt der langjährige Wegbegleiter und Freund Daniel Goleman einen kompletten, persönlichen Blick in die wichtigsten Botschaften des Dalai Lama. Spiritualität und Wissenschaft "Mitgefühl ist der Kern jedes ethischen Verantwortungsgefühls" schreibt der große Denker gleich zu Beginn. Das ist seine zentrale Botschaft, gleich ob es dabei um den Blick nach "Innen" oder um den Blick "um die Welt geht". Beide Perspektiven beleuchtet der Autor im Spiegelbild der wissenschaftlichen Forschung. Macht Sinn, denn der Dalai Laima selbst sucht regelmäßig den Austausch mit Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen. Oftmals darf er sich in seine Lehren bestätigt sehen. Vor allem, aber nicht nur in der Psychologie. Mit Ärger und Wut umgehen Der buddhistische Vorreiter hat die Regeln der Resilienz erkannt, bevor der Begriff in Mode kam: Es wäre voreilig, "wenn wir bei beunruhigenden Nachrichten nicht ruhig und klar bleiben und denken, 'Oh das ist schlimm, da muss ich etwas tun'. Denn wenn wir ganz in der Tiefe gefasst und klar sind, kommen wir zu einer sinnvolleren Reaktion. Die pathogenen Keime der inneren Hygiene sind unsere destruktiven Emotionen." Eine Vielzahl solcher zeitlosen Lebensgrundsätze fasst das Buch zusammen und erläutert den spirituellen und inhaltlichen Kontext. Roter Reiter - Fazit: "Die Macht des Guten" ist die derzeit umfassendste Sammlung der Ideen des Dalai Lama für ein besseres Leben und eine bessere Welt. Erhellend selbst für Menschen, die keinen Bezug zur Religion haben. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Daniel Goleman: "Die Macht des Guten", O.W. Barth, 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Macht des Guten" auf Managementbuch.de     ### Ganzheitlich gesünder leben mit Yoga - ein bildreicher Workshop für Einsteiger Yoga ist der Gesundheitstrend schlechthin, weil es den Körper strafft, die Seele entlastet und bei - richtiger Anwendung - tiefe Entspannung und Zufriedenheit hervorruft. Wer in die Idee und die Elemente von Yoga hineinschnuppern will, ohne sich gleich einer Sportgruppe anzuschließen, findet in dem reich bebilderten Buch "Dein Yoga, dein Leben" den perfekten Einstieg. Yoga, Meditation und Ernährung Die professionelle Yoga-Trainerin gibt Ihnen die Möglichkeit, die Voraussetzungen, die Regeln und selbstverständlich die Vielzahl an Übungen in Ihrem eigenen Tempo kennenzulernen. Wichtig ist der Autorin der ganzheitliche Ansatz für die bestmögliche Wirkung: Die sportlichen Übungen zusammen mit Meditation und Ernährung(sumstellung) ergeben die Einheit für ein neues Körperbewusstsein. Alle Übungen und Yoga-Figuren werden in Text und Bild detailliert erläutert. 7-Tage-Schnellstartprogramm Dazu zeigt Stiles, dass Meditation kein fernöstlicher Esoterik-Kram sein muss, sondern sich problemlos in den deutschen Büroalltag integrieren lässt und dabei erstaunlich viel positive Energie liefern kann. Zusätzlich verrät die Autorin eine ganze Reihe leckerer Rezepte, vom Salat mit Erdbeeren über den raffinierten Pilz-Burger bis zu den unwiderstehlichen Mandelbutter-Toffees. Alles dabei - bis auf Milchprodukte und Fleisch. Auf die verzichtet die Autorin nämlich konsequent. Wer sich von der Begeisterung anstecken lässt, kann mit einem "7-Tage-Schnellstartprogramm" gleich morgen mit dem eigenen Yoga-Kurs loslegen. Roter Reiter - Fazit: Für die Amerikanerin Tara Stiles ist Yoga eine Lebensphilosophie, die enorme innere Ruhe schafft. Ihre Euphorie für die Übungen, das Meditieren und das richtige Essen hat sie in ihr Buch gesteckt. Ein schöner Einsteigerkurs - sicherlich nicht nur für Frauen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Tara Stiles: „Dein Yoga, dein Leben“, Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von „Dein Yoga, dein Leben“ auf Managementbuch.de ### Was Hillary Clinton wirklich denkt: Die wichtigsten Zitate von "A" bis "Z" E-Mail-Skandälchen hin oder her: Hillary Clinton hat beste Chancen, die nächste Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten zu werden. Den Nachteil ihres Alters (Jahrgang 1947) gleicht die Grande Dame der US-Politik durch Charisma, Erfahrung und diplomatisches Feingefühl aus. Das hat sie allen anderen Anwärtern ihrer Partei voraus und beschert ihr gute Karten, im November 2016 ins Weiße Haus zurückzukehren. Ihrer Bewerbungsmappe um das wichtigste politische Amt der Welt wird nun durch das Buch "Hillary Clinton - Was sie wirklich denkt" bereichert. Gedanken und Aussagen aus 30 Jahren Autorin Lisa Rogak hat es nicht auf eine geschlossene biographische Hommage angelegt. Sie lässt Clinton in fragmentierten Statements zu Worte kommen. Rogak hat Presse-Schnipsel und Vortragszitate aus rund drei Jahrzenten zusammengetragen, die deutlich machen, welche Antworten die ehemalige Außenministerin auf brennenden politische, soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen gibt. Das Ganze fein säuberlich alphabetisch nach Themen geordnet von "A" wie Abtreibung bis "Z" wie "Zukunft". Wichtige Zitate im Überblick Abtreibung: "Ich bin immer dafür gewesen, dass die Frau das Selbstbestimmungsrecht hat." Amerika: "Die Vereinigten Staaten können nicht alle Probleme der Welt lösen. Aber die Probleme der Welt können nicht ohne die Vereinigen Staaten gelöst werden." Ehe: "Wenn man länger als 10 Minuten verheiratet ist, wird man immer etwas vergeben müssen." Führung: "Man kann keine führende Rolle in der Welt übernehmen, wenn niemand folgen will." Naher Osten: "Israel ist nicht nur unser Verbündeter, sondern auch ein Leuchtfeuer der Demokratie." Präsidentschaft: "Ich weiß, dass Sie mich für verrückt halten, aber ich finde das spannend." Roter Reiter - Fazit: Wer Hillary Clinton einschätzen will, muss ihr aufmerksam zuhören. Diese sorgfältige Sammlung an Zitaten gibt dafür die beste Möglichkeit. Aufschlussreiches Zeugnis einer starken und sympathischen Frau, die noch nicht am Ende ihres politischen Weges angekommen ist. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Lisa Rogak: "Hillary Clinton – Was sie wirklich denkt", Plassen 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Hillary Clinton – Was sie wirklich denkt" auf Managementbuch.de   ### Leiden und Leben mit dem Schmerz Jammern oder lautes Wehklagen, das ist für Erwachsene tabu. Die meisten Menschen mit (chronischen) Schmerzen haben eh keine passenden Worte für ihr Leben und Leiden. Mit seinem eindringlichen und hervorragend recherchierten Buch "Schmerz" gibt Harro Albrecht dieser schweigenden Minderheit eine Stimme. Albrecht selbst steht auf beiden Seiten: Er hat als Herzpatient mehrere Brust-OPs über sich ergehen lassen müssen ( zwingt mich der Wundschmerz in die Rückenlage") und kennt den Verlust der Lebensqualität. In seiner Funktion als Arzt nimmt er den Gegenpart ein. Den des Beraters, Therapeuten und Mahners, wenn der Medikamentenkonsum bedenklich wird. Beides zusammen ergibt die ideale Ausgangsposition für eine mehrdimensionale Bewertung von "Schmerz". Schmerz als schöpferisches Element "Der Schmerz ist die Grenzfläche, an der Psyche und Körper aufeinandertreffen. Er ist Trennungsschmerz, Wundschmerz, und psychische Verletzung durch Zurückweisung. Er ist ein Phänomen, welches das ganze menschliche Leben umfasst." Albrecht beleuchtet alle Facetten des Schmerzes in seinem Buch. Selbstverständlich auch den Einfluss auf Kunst und Philosophie. Leiden ist eine Triebfeder für die Kunst, im individuellen Empfinden mit enormer schöpferischer Kraft, im kollektiven ein Gradmesser für die pathologische Verfassung der Gesellschaft. Pillen nicht besser als Worte Im Fokus des Buches aber stehen medizinische und psychologische Aspekte. Albrecht hat mit Menschen gesprochen, denen "sich der dauerhafte Schmerz ins Gesicht gegraben hat". Er ist in Israel seltsamen Kindern begegnet, die aufgrund eines genetischen Defekts schmerzfrei sind" aber wegen des "selbstzerstörerischen Umgangs mit dem eigenen Körper" ebenso einsam sind und leiden wie die mit der Dauerpein. Er erklärt, warum Menschen Schmerzen beim Tätowieren als lustvoll empfinden und Frauen die Geburtswehen besser ertragen, wenn Sie den Schmerz vorhersehen können. In seiner Rolle als Mediziner gibt er zudem einen weitreichenden Überblick zu den Möglichkeiten der Gesundheitsforschung etwa bei der "multimodalen Schmerztherapie" und zu ihren Grenzen: Pillen und Spritzen können den Schmerz in vielen Fällen nicht lindern. Die Patienten gieren dennoch danach. "Injektionen und aufwendige Apparate sind für viele überzeugender als einfühlsame Worte." Wirksamer aber leider nicht. Roter Reiter - Fazit: Schmerzpatienten werden in dem Buch "Schmerz" endlich die Artikulationshilfen, vielleicht auch die therapeutischen Ansätze finden, nach denen sie lange gesucht haben. Harro Albrecht hat sein Buch aber nicht nur für Patienten geschrieben, sondern auch für gesunde Menschen, die den "Schmerz" nicht nur als störende Randerscheinung abtun, sondern nach dem Sinn fragen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Harro Albrecht: "Schmerz", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Schmerz" auf Managementbuch.de   ### Den Chef durchschauen und wissen, warum der eigene Partner manchmal komisch ist Kriminalpsychologe Jens Hoffmann bedient mit seinem Buch "Menschen entschlüsseln" ein absolutes Hype-Thema. Lügen erkennen, Manipulationen aufdecken, hinter die geheime Fassade anderer Menschen schauen - das wird in dem Buch selbstverständlich (auch) angesprochen. Hoffmann fliegt aber weit über dem Radar von den Reality-Shows auf RTL II. Dem Autor ist es wichtig, die Arbeit der Kriminologen, ihre Werkzeuge und ihr Wissen realitätsnah und unaufgeregt zu schildern. Das gelingt ganz hervorragend. Und Spannung kommt beim Lesen schon deswegen auf, weil Hoffmann zahlreiche spektakuläre Kriminalfälle zitiert, dann aber auch wieder die Brücke zu Alltagserkenntnissen im Büro oder der eigenen Familie schlägt. 15 Charaktere - zwei davon prägen auch Sie Im Zentrum seiner psychologischen Studien stehen die Persönlichkeitsstile, die in veränderlichen Gewichtsanteilen jeden von uns prägen. In der Regel sind zwei "der 15 Charaktere" bei jedem Menschen dominant. Diese beiden Muster im Verhalten der Mitmenschen zu identifizieren, ist enorm hilfreich, um Kollegen, Freunde, den eigenen Partner und nicht zuletzt sich selbst besser verstehen zu können. Mit seinen Erläuterungen zum Wesen des "Psychopathen", der "anhänglichen Persönlichkeit" oder der "dramatischen Persönlichkeit" legt Hoffman die dunkle, unbekannte Seite im Denken und Fühlen der Menschen offen, ohne zu werten. Denn Psychopathen sollten nicht unweigerlich mit kaltblütigen Mördern gleichgesetzt werden. Sie sind ebenfalls klassische Helden, unerschrockene, furchtlose Krieger, die in Vorzeiten mit ihrem Mut allein die ganze Sippe gegen Räuber und Säbelzahntiger verteidigt haben. Wer den Narzissten provoziert, zahlt dafür ein halbes Leben Das Buch ist aufschlussreich und nützlich, weil der Autor immer wieder szenarisch beschreibt, wie sich bestimmte Wesenszüge in idealtypischen Verhaltensweisen offenbaren: Wiederkennungswert beim Nachbarn oder auch dem Spiegelbild garantiert. Zudem gibt er klare Hinweise, wie Sie mit Leuten umgehen, die so ganz anders ticken. Narzissten sind "ungemein kränkbar" und "nachtragend". Verzichten Sie auf Sticheleien oder Provokationen - auch wenn es humorvoll gemeint ist. Denn mit Humor können Narzissten emotionale Kratzer nicht bandagieren. Nur mit Rachegedanken überdecken. Wenn Sie selber Chef sind und immer wieder von bestimmten Mitarbeitern hängengelassen werden, haben Sie es vermutlich mit einer "passiv-aggressiven Persönlichkeit" zu tun. Die hat ein Problem mit Autoritäten. Strafe androhen bringt hier gar nichts. Versuchen Sie besser, die positiven Ansätze zu verstärken und selbst kleine Erfolge zu loben. Roter Reiter - Fazit: Ein spannender Ausflug in die Persönlichkeitspsychologie und die alltäglich Arbeit der Kriminologen. Sie lernen Ihre Mitmenschen besser einzuschätzen und in Konflikten angemessen zu reagieren. Und fast beiläufig lernen Sie auch die bislang unbekannten Facetten des eigenen Charakters kennen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Jens Hoffmann: "Menschen entschlüsseln", mvg verlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Menschen entschlüsseln" auf Managementbuch.de ### Mit dem Problem-Chef im Gleichschritt über das Parkett Wenn der Chef Sie nicht führen kann oder will, dann führen Sie ihn. Monica Deters hat dafür das perfekte Buch geschrieben: "Dance with the Boss" zeigt Ihnen, wie Sie mit Menschenkenntnis, einer Spur Raffinesse und einer Prise Feingefühl von Ihrem Vorgesetzten mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung erhalten. Und ihm beiläufig sogar die eine oder andere unangenehme Marotte abgewöhnen. Salsa, Paso-Doble und Freestyle Ist Ihr Boss eher der Travolta-Selbstdarsteller auf der Business-Tanzfläche wie der "Paso-Doble-Typ", "zu stolz für eine kooperative Führung"? Oder der "Blues-Typ", der alle wichtigen Entscheidungen verschleppt? Glückwunsch dagegen, wenn es sich um den "Slow Fox"-Tänzer handelt, "fair, transparent, mit einer starken sozialen Ader". Insgesamt sechs unterschiedliche "Boss-Tänzer" arbeitet die Autorin heraus. Welcher davon Ihrem Vorgesetzten entspricht, ermitteln Sie in einem kleinen Test. Was tun, wenn "er" nicht zuhört oder keine Entscheidungen trifft? Und dann geht es ans Eingemachte. Deters stellt die passenden Instant-Lösungen für nervige Konflikte mit dem Chef bereit. Was tun, wenn er aggressiv wird? "Suchen Sie das Weite mit dem Hinweis, dass Ihnen die Situation zu emotional wird." Wenn er immer nur jammert? "Schalten Sie auf Durchzug!" Wenn er unklare Ansagen macht? "So lange nachfragen, bis Sie zum Kern des Themas kommen". Oder keine Entscheidungen treffen will? "Bieten Sie Ihre Unterstützung an! Fehlt noch etwas? Kann ich noch etwas für Sie tun"? Mehr als 70 passende Antworten hat die Autorin für die häufigsten Problemfälle gesammelt. Schon eine Handvoll davon könnte ausreichen, um Ihnen die Zusammenarbeit im Büro deutlich angenehmer zu machen. Übrigens: Der Titel des Buches ist doppeldeutig. Denn Monica Deters hat tatsächlich mit dem "Boss" getanzt. Mit dem "echten"! Bei einem Springsteen-Konzert hat der Superstar die Autorin für ein paar Tanzschwünge auf die Bühne gehoben. Schöne Erinnerung! Roter Reiter - Fazit: Damenwahl! Vor allem Frauen, die mit ihren männlichen Vorgesetzten hadern, werden sich in dem Buch wiederfinden. Die vielen guten Tipps machen deutlich, dass "einfache" Mitarbeiter sehr viele Möglichkeiten haben, um die Beziehung zum Chef zu verbessern. Gelungen! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Monica Deters: "Dance with the Boss", Campus 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Dance with the Boss" auf Managementbuch.de   ### Reden Sie sich nicht um Kopf und Kragen Hinter dem schlichten Titel "Kommunikation" verbirgt sich ein ganz feiner Ratgeber für eine bessere Gesprächskultur im Alltag. Peter Brandl hat in seinem leicht lesbaren und gerade auch deswegen sehr wertvollen Buch genau die Tipps prägnant und kurz zusammengefasst, die Angestellte brauchen, um sich besser im Job zu behaupten. Zum Beispiel beim Verkaufsgespräch mit Kunden, im Krisengipfel mit dem Chef - oder aber auch im Streit mit dem eigenen Partner zu Hause auf der Couch. Beim Verkaufsgespräch entscheiden die besten Argumente - nicht die meisten Was Brandl an Erkenntnissen aus Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Soziologie so schmackhaft darbietet, ist nicht immer neu. Aber kein Autor vor ihm hat das Wissen um Fragetechniken, Rhetorik und Verhandlungsstrategie so leicht verständlich und praxisgerecht übersetzt. Brandl erläutert zunächst die "sechs Säulen der Kommunikation" (Grundlagen, Beziehungen, Überzeugen, Verhandeln, Konfliktmanagement, Strategie und Taktik"). Der eher theoretische Anfang ist "nice to know". Spätestens aber, wenn es um das "Überzeugen" geht, sollten Sie einen Textmarker bereitlegen, falls Sie im "Sales" arbeiten. Der Autor gibt einige sehr kluge Ratschläge, um beim Kunden besser zu punkten. So sollten Sie unbedingt die Zahl Ihrer Verkaufsargumente auf ein gesundes Maß herunterstutzen, "denn bei zu vielen Gründen besteht die Gefahr, dass sich Ihr Partner die schwächsten aussucht und sie zerpflückt". Souverän in Gehaltsverhandlungen Brandl erklärt Ihnen sehr genau, warum Sie sich bisher manches Mal um "Kopf und Kragen" geredet haben. Weil Sie "über 50% Redeanteil und Nebenkriegsschauplätze aufgemacht hatten". Er zeigt natürlich auch, wie Sie künftig eine solche Schmach vermeiden ("offene Fragen einstreuen"). Oder wie Sie mit der "K.A.O."-Technik Konflikte beilegen, selbst wenn Ihnen der "Kamm schwillt: "Klappe halten - ausatmen - offene Frage". Praktisch: Auch für Gehaltsverhandlungen hat der Trainer das passende Rezept: Mit der "MAMA"-Strategie ("Maximalziel - Alternativen - Minimalziel - Ausstieg") haben Sie beste Chancen, zumindest Ihr Minimalziel durchzusetzen und das Besprechungszimmer nicht ergebnislos verlassen zu müssen. Das Kapitel sollte jeder Angestellte vor dem nächsten Jahresgespräch lesen! Roter-Reiter - Fazit: Zielführende Gesprächsführung als Erfolgsbasis im Business: Peter Brandls Buch "Kommunikation" liefert die perfekte Anleitung, damit sie zukünftig besser gehört werden oder seltener bei Ihren Mitmenschen anecken. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Peter Brandl: "Kommunikation", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Kommunikation" auf Managementbuch.de   ### Woran Gleichberichtigung bislang scheitert Zwei Drittel der deutschen Männer glauben, mehr Gleichberechtigung brauche es nicht. Das hat eine Allensbach-Studie ergeben. Ein Teil der Befragten fällt vermutlich in den Bereich "Chauvis und Sexisten". Die überwiegende Mehrheit der Männer aber hat kein Bewusstsein für die Benachteiligung der Frau in allen gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen. Denen erteilt Anke Domscheit-Berg mit ihrem Buch "Ein bisschen gleich ist nicht genug", eine eindrucksvolle Lehrstunde. Die Autorin möchte dazu beitragen, "ein komplexes Problem durchschaubarer und damit lösbarer zu machen, im Interesse aller Menschen, nicht nur der Frauen". Diskriminierung in Zahlen Allen, die das Thema gerne bagatellisieren, knallt Domscheit-Berg gleich mal harte Fakten entgegen: Nur 20 Prozenten der Professoren sind weiblich. Nicht einmal jede dritte Führungsposition in der deutschen Wirtschaft hat eine Frau inne. Und deutsche Medien sind (statistisch gesehen) komplett frauenfeindlich: Von allen Chefredakteuren sind gerade mal zwei weiblich. Zufall ist das nicht. Domscheit-Berg arbeitet im Buch akribisch die Hintergründe für die alltägliche Benachteiligung heraus. Warum Frauen seltener Karriere machen und durchweg weniger verdienen ("akzeptieren Frauen in der Vertragsverhandlung schon das erste Angebot, ist der Grundstein gelegt für ein lebenslang geringeres Gehalt"). Warum Frauen nicht auf dem "Beförderungsradarschirm" der Vorgesetzen erscheinen ("klappern weniger; Kompetenzen und Potenziale bleiben dort, wo es darauf ankommt") und antiquierten Kleidervorschriften entsprechen müssen, um ihr seriöses Image nicht mit einem Minirock an einem einzigen heißen Sommertag komplett zu verspielen ("Victimblaming"). Was Politik, Wirtschaft und Medien leisten müssen Konkrete Appelle richtet die Autorin im letzten Teil des Buches an Politik ("Steuerrecht erneuern", "Transparente Gehaltsunterschiede", "Mehr Sanktionen für Diskriminierung", "Her mit der Quote!"), an die Wirtschaft ("Offene Karrierewege", "Abschied vom Präsenzzwang", "Einfach mal die Frauen fragen"), Medien ("Geschlechtersensible Berichterstattung") und natürlich die Frauen selbst ("Netzwerken", "Sich wehren macht stark!"). Domscheit-Berg ist derzeit eine der Galionsfiguren unter den Frauenrechtlerinnen. Sie war Spitzenkandidaten der Piraten, tingelt jetzt durch die (seriösen) Talk-Shows, wenn es um Gleichberechtigung geht. Mit ihrem Buch schafft sie zahlreiche Anreize, ein "altes Problem" mit neuen Lösungsansätzen aus der Welt zu schaffen. Roter-Reiter - Fazit: Männer sollten das Buch "Ein bisschen gleich ist nicht genug" lesen, Frauen natürlich auch - beide haben ihren Anteil an den Missständen. Vor allem aber wendet sich das Buch an die Entscheider in Politik, Wirtschaft und Kultur. Denn die können das Ungleichgewicht öffentlichkeitswirksam korrigieren. Domscheit-Berg liefert viele gute Argumente, warum das sofort passieren kann und soll. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Anke Domscheit-Berg: "Ein bisschen gleich ist nicht genug", Heyne 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ein bisschen gleich ist nicht genug" auf Managementbuch.de ### Rote Karte für den inneren Schweinehund Es gibt viele Ansätze, die allfällige Differenz zwischen Wollen und Tun zu erklären und zu therapieren. Die ultimative Formel dafür wurde noch nicht gefunden und wird vermutlich auch nie gefunden werden. Klar ist aber, dass es eine Brücke von hier nach da gibt. Bei den einen eine stabile Betonbrücke, bei den anderen eher ein seidener Faden. Hans-Georg Willmann nennt diese Brücke "Willenskraft". Und er zeigt in seinem Ratgeber "Erfolg durch Willenskraft", wie sich Willenskraft trainieren lässt. Willenskraft kann trainiert werden "Willenskraft kostet Energie" - eine ebenso logische wie verblüffende Aussage. Der Autor Hans-Georg Willmann erklärt sie erst durch eine Behauptung: wer tagtäglich tausende von Entscheidungen zu fällen hat (was ziehe ich an, welche Route fahre ich, zuerst Outlook oder Facebook, zuerst die Kollegenanfrage beantworten oder die des Kunden …) ist am Ende des Tages zu erschöpft, um die wirklich wichtigen Dinge im Leben anzugehen. Diese Behauptung belegt er anhand einer Studie, in der untersucht wurde, nach welchen Kriterien Richter Strafen auf Bewährung aussetzten. Das wichtigste Kriterium war: "Zucker". Denn unabhängig von der Dauer der Haftstrafe und der ethnischen Zugehörigkeit der Delinquenten zeigte sich: die Bewährungen wurden hauptsächlich nach den Pausen oder direkt am Morgen gewährt - also von satten (und zufriedenen) Richtern. Die Unterzuckerung machte die Herren gnadenlos, nicht irgendwelche objektiven Tatbestände. Das Trainingslager für einen starken Willen Das Buch "Erfolg durch Willenskraft" ist als Arbeitsbuch aufgebaut. Viele Tipps, Fragen und Aufgaben helfen bei der Selbsteinschätzung und bei der Stärkung der Willenskraft. Es geht darum, Ablenkungen auszublenden, Belohnungen einzuplanen und vor allem, planvoll vorzugehen. Wer schon viel zu diesem Thema gelesen hat, wird viel Bekanntes finden - dennoch: den Willen als "Kraft" zu interpretieren, die trainiert werden kann, ist ein origineller Ansatz. Auf "Wilma" die "Willenskraftschildkröte" die sich mehr recht als schlecht durch die Seiten robbt, hätte ich allerdings gern verzichtet. Roter-Reiter-Fazit: Wer bis hierhin gelesen hat, beweist ein wirkliches Interesse für das Thema - und hat damit den wichtigsten Grundstein für Veränderung bereits gelegt. Von da aus liefert "Erfolg durch Willenskraft" gute Einsichten, Hinweise, Aufgaben und einen soliden Trainingsplan, um im Leben voranzukommen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Hans-Georg Hermann: Erfolg durch Willenskraft. Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Erfolg durch Willenskraft" auf Managementbuch.de ### Das "Glück" unter der Lupe des Verhaltensforschers Paul Dolan Das Thema "Glück" hat in den letzten Jahren richtiggehend "Buchkarriere" gemacht. Wohl ein Indiz für eine Gesellschaft, die merkt, dass noch lange nicht glücklich ist, wer (materiell) alles hat. Inzwischen beschäftigt sich auch die Wissenschaft mit dem Phänomen "Glück". Was ist Glück eigentlich, woher kommt es, wohin verschwindet es, wo lässt es sich nieder. Ebenso nüchterne wie erhellende Einblicke liefert mal wieder ein Verhaltensforscher. Paul Dolan fasst in seinem intelligenten Buch "absichtlich glücklich" eigene Forschungs- und Rechercheergebnisse zusammen. Gut und spannend zu lesen ist das Buch, weil Paul Dolan zusätzlich mit leichter Hand eigene Erfahrungen und intelligente Handlungsanregungen einstreut. Glück entsteht aus der Balance von Sinnhaftigkeit und Freude Zentrale These des Buches ist es, dass Glück aus dem Zusammenspiel von Freude und Sinnhaftigkeit entstehe. Wer nur Freude empfinde, sei in der Regel ebenso wenig glücklich, wie jemand, dessen Leben ausschließlich der Sinnhaftigkeit gewidmet ist. Auf die Balance komme es an. Mit vielen interessanten Studien, die der Verhaltensökonom Paul Dolan zum Teil selbst durchgeführt hat, belegt er diesen spannenden Zusammenhang (ein Zusammenhang, den auch diejenigen Lottogewinner schmerzlich erfahren, die alles auf die hedonistische Karte setzen). Glück ist kein Zufall "absichtlich glücklich" ist kein "Glücksratgeber" - auch wenn Paul Dolan hier und da Tipps einstreut (sich eher mit glücklichen Leuten umgeben, wenn man glücklicher sein will, nicht gerade in eine Gegend ziehen, in der alle wesentlich mehr Geld haben ...). Vielmehr deckt der Verhaltensforscher falsche Projektionen und unrealistische Erwartungen auf. Zum Beispiel, dass wir die Auswirkungen von Veränderungen überschätzen, oder die Bedeutung von Unterschieden zwischen zwei Optionen. Oder dass sich schlechte Gewohnheiten am besten abgewöhnen lassen, wenn man auch das Umfeld verändert. Alles sehr gut recherchiert und durch Studien belegt. Roter-Reiter-Fazit: Das Buch "absichtlich glücklich" ist ähnlich strukturiert und vergleichbar gut geschrieben wie die Bestseller des Verhaltensökonomen Dan Ariely - mit dem Unterschied, dass sich der Wissenschaftler und Autor Paul Dolan auf das Glück und seine Entstehungs- und Erscheinungsformen konzentriert. Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich fundiert mit dem Thema "Glück" auseinandersetzen wollen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Paul Dolan: absichtlich glücklich. Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "absichtlich glücklich" auf Managementbuch.de ### Mit asiatischer Lebenskunst elegant in westlichen Welten leben Bernhard Moestl ist kein Asienkenner im üblichen Sinn. Vielmehr lebt und spürt er den asiatischen Lebensphilosophien nach wie wenig andere. Nach seinen Bestsellern, die sich mit der Lebens- und Kampfkunst der Shaolin auseinandersetzten, geht er in seinem neuen Buch einen Schritt weiter. In 88 kurzen und gut geschriebenen Kapiteln leitet er aus seinen Erfahrungen aus vielen Asienreisen Anregungen zum Nachdenken ab. "Lächeln ist die beste Antwort" ist aber kein kleines 1x1 asiatischer Lebensphilosophie. Es ist der gelungene Versuch, westliche Lebensfragen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten - und überraschende Antworten zu finden. Johann Peter Hebel lässt grüßen Also kein "Ratgeber" im klassischen Sinn sondern ein wunderbares und sehr schön und edel aufgemachtes "Lesebuch". Damit knüpft Bernhard Moestl an eine Tradition an, die Johann Peter Hebel mit seinen "Kalendergeschichten" zu einer frühen Blüte geführt hat. Während Hebel sich auf abenteuerliche Weise durch Deutschland geschlagen hat und aus Kleinigkeiten, die seinen Zeitgenossen zumeist verborgen geblieben waren, große Geschichten geformt hat, so nimmt Moestl alltägliche "asiatische" Begebenheiten, um den Blick auf die großen und kleinen Lebensfragen zu lenken. Er zeigt: Es kommt nicht auf die großen Strategien oder die dicken Muskeln an, um vorwärts zu kommen. Oft reicht ein Lächeln - oder ein kleiner Trick. Ein sympathisches Geschenk für gute Freunde "Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes" hieß eines von Johann Peter Hebels Büchern. "Schatzkästlein des behutsamen Weltreisenden" könnte Bernhard Moestls Buch heißen. Aber es heißt: "Lächeln ist die beste Antwort." Und das ist auch gut so. Für Selberleser eine schöne Bereicherung. Und ein sehr sympathisches Geschenk für gute Freunde. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Bernhard Moestl: Lächeln ist die beste Antwort. Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Lächeln ist die beste Antwort" auf Managementbuch.de   ### Routenplaner für Durchstarter und Überflieger Ausreden und Jammern lässt Harald Psaridis nicht gelten: Wer es nach oben schaffen will, kann es auch erreichen. Meist fehlt es nur an Entschlusskraft, Ausdauer und Mut bei der Umsetzung. Der Autor selbst hat es vorgemacht mit seinem steilen Aufstieg vom Wiener Gastarbeiterkind zum erfolgreichen Unternehmer und Trainer. Seine Erfahrungen und die Meilensteine seiner Biographie bilden den Schauplatz für das Buch "Reden ist Silber, machen ist Gold". Die Erfolgsformel charismatischer Führung in 15 Etappen Gegliedert ist der Ratgeber nach "15 Impulsen", die in Anekdoten eingebettet und mit mentalen Übungen gespickt sind. Psaridis geht es darum, Ihr "persönliches und berufliches GPS richtig einzustellen, um Ihre Ziele zu erreichen". Er erklärt, wie Sie schrittweise Ihre "intrapersonelle Intelligenz" stärken, ergebnisorientiert denken und entschlossen handeln. Dafür gibt er Ihnen einen kompletten Werkzeugkoffer an praxiserprobten Management-Tools mit - von der SMART-Zielsetzung (S = Spezifisch; M = Messbar; A = Achievable (Erreichbar); R = Realistisch; T = Time framed (Zeitrahmen)) bis hin zu Resilienz-Techniken, um die eigene Stresstoleranz zu trainieren ("Scheitern als Chance"). Der Autor bringt damit in unterhaltsamer und praxisnaher Weise auf den Punkt, was erfolgreiche und charismatische Führungsfiguren auszeichnet. Roter-Reiter - Fazit: "Reden ist Silber, machen ist Gold" ist eine gelungene Zusammenfassung der wichtigsten Management-Techniken und Instrumente. Wer bislang noch keinen Führungsratgeber gelesen hat, findet hier einen guten und unterhaltsamen Wegweiser. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Harald Psaridis: "Reden ist Silber, machen ist Gold", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Reden ist Silber, machen ist Gold" auf Managementbuch.de ### Cleverer arbeiten, Teams effizienter führen Informationen nutzen, verwalten, schützen, kommunizieren oder löschen - gerade Führungskräfte verbringen einen Großteil ihres Arbeitstages damit, die Datenflut auf Papier, in E-Mails oder in Dateien zu bändigen, um schneller durchzublicken. Schneller zu entscheiden. Und besser zu delegieren. Zwei gute Nachrichten dazu. Erstens: Alles, was Sie brauchen, haben Sie vermutlich bereits auf Ihrem PC installiert. Zweitens: Nach den passenden Tipps und Anleitungen müssen Sie nicht googeln. Sigrid Hess erklärt Ihnen in ihrem Buch "Überleben in der Informationsflut" Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Arbeit garantiert besser organisieren und lästige Aufgaben zügiger erledigen. Überraschend einfach besser arbeiten Der Ansatz des Buches: Autorin Hess denkt sich in den klassischen Arbeitsalltag von Führungskräften und Arbeitnehmern am PC ein , geht die Routineaufgaben durch und liefert erstklassige Tipps, um Dokumente, Post und Protokolle viel einfacher zu bearbeiten und lästige Handgriffe von der Software weitgehend automatisch erledigen zu lassen. Viel mehr als einen Browser und Microsoft Office (Version 10) brauchen Sie dafür nicht. Alle Anweisungen sind auch für PC-Laien verständlich verfasst. Hier die besten Tipps. 8 Tipps für effizientere Arbeit am PC OneNote ist für viele PC-Nutzer das Stiefkind der Office-Familie. Für Hess dagegen ein "wertvolles Instrument der Informationsbearbeitung". Denn das Tool kann nicht nur Bilder aus dem Web in Notizbücher einfügen, sondern auch gleich noch den Text aus den Pics auslesen und in einen Editor kopieren. Erstellen Sie in Outlook Regeln für "weißen Spam". Das sind E-Mails von bestimmten Kollegen, die Sie immer wieder anschreiben Nur hat der Inhalt meist keine Relevanz. Am besten immer sofort verschieben lassen und höchstens einmal am Tag nach Wichtigkeit prüfen. Halten Sie eigene E-Mails kurz. Im Idealfall passt der Inhalt komplett in die Betreffzeile. So erreichen Sie auch die Empfänger, die Ihre Nachricht am Smartphone abrufen. Heften Sie Info-Post in einem Ordner ab? "Befüllen Sie diesen konsequent von links. Wenn er voll ist, werfen Sie das erste Drittel von rechts weg." Überlegen Sie genau, welche gesendeten E-Mails Sie tatsächlich speichern möchten. Outlook hat eine Funktion, um das Archivieren zu verhindern. Benennen Sie jedes Dokument in Word oder Excel mit mindestens drei Eigenschaften wie "Inhalt", "Projekt" und "Version", um es jederzeit wiederzufinden. Nutzen Sie Textbausteine, wenn Sie häufig Beiträge mit ähnlichem oder identischem Wortlaut verfassen. Roter-Reiter - Fazit: Sigrid Hess ist vermutlich weder ein Ordnungsfanatiker noch ein PC-Freak. Sie hat aber verstanden, wie sich die ohnehin auf dem PC installierten Programme ideal nutzen lassen, um die alltäglichen Aufgaben schneller und einfacher zu erledigen. "Überleben in der Informationsflut" ist ein erstklassiges Praxisbuch. Jeder Tipp ein Volltreffer - gerade für PC-Muffel. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Sigrid Hess: „Überleben in der Informationsflut“, Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von „Überleben in der Informationsflut“ auf Managementbuch.de ### Mit asiatischer Lebenskunst elegant in westlichen Welten leben Bernhard Moestl ist kein Asienkenner im üblichen Sinn. Vielmehr lebt und spürt er den asiatischen Lebensphilosophien nach wie wenig andere. Nach seinen Bestsellern, die sich mit der Lebens- und Kampfkunst der Shaolin auseinandersetzten, geht er in seinem neuen Buch einen Schritt weiter. In 88 kurzen und gut geschriebenen Kapiteln leitet er aus seinen Erfahrungen aus vielen Asienreisen Anregungen zum Nachdenken ab. "Lächeln ist die beste Antwort" ist aber kein kleines 1x1 asiatischer Lebensphilosophie. Es ist der gelungene Versuch, westliche Lebensfragen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten  - und überraschende Antworten zu finden. Johann Peter Hebel lässt grüßen Also kein "Ratgeber" im klassischen Sinn sondern ein wunderbares und sehr schön und edel aufgemachtes "Lesebuch". Damit knüpft Bernhard Moestl an eine Tradition an, die Johann Peter Hebel mit seinen "Kalendergeschichten" zu einer frühen Blüte geführt hat. Während Hebel sich auf abenteuerliche Weise durch Deutschland geschlagen hat und aus Kleinigkeiten, die seinen Zeitgenossen zumeist verborgen geblieben sind, große Geschichten geformt hat, nimmt Moestl alltägliche "asiatische" Begebenheiten, um den Blick auf die großen und kleinen Lebensfragen zu lenken. Er zeigt: Es kommt nicht auf die großen Strategien oder die dicken Muskeln an, um vorwärts zu kommen. Oft reicht ein Lächeln - oder ein kleiner Trick. Ein sympathisches Geschenk für gute Freunde "Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes" hieß eines von Johann Peter Hebels Büchern. "Schatzkästlein des behutsamen Weltreisenden" könnte Bernhard Moestls Buch heißen. Aber es heißt: "Lächeln ist die beste Antwort." Und das ist auch gut so. Für Selberleser eine schöne Bereicherung. Und ein sehr sympathisches Geschenk für gute Freunde. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Zu allen lieferbaren Ausgaben von: Bernhard Moestls Buch "Lächeln ist die beste Antwort" ### Wie man sich Ziele setzt und dabei die eigene Mitte findet Chris Guillebeau ist der Prototyp eines Abenteurers: Statt Karriere am Bankschalter oder in Feuerwehruniform anzustreben, hat der Amerikaner alle Länder dieser Erde bereist. Und zwar vor seinem 35. Geburtstag. Allein diese Geschichten von den ereignisreichen Touren rund um den Erdball hätten den Stoff für ein spannendes Buch hergegeben. "Vom Glück des Strebens" ist aber viel mehr als die Chronik einer "unheilbaren" Reiseleidenschaft. Aufgaben schaffen Sinn und Erfüllung Guillebeau hat sich die Frage gestellt, wie viele Menschen sonst noch kühne Alternativen zur Normalbiographie suchen. Welche Leidenschaften sie antreiben, welche Ziele sie sich gesetzt haben und wie sie ihr Streben erleben. "Auf der ganzen Welt gab es Leute, die gemerkt hatten, dass sie auf diese Weise einen tieferen Sinn in ihr Leben bringen konnten. Manche hatten sich ohne jegliche Anerkennung jahrelang um ein Ziel bemüht." Davon handelt das Buch. Von Menschen, die sich außergewöhnliche, nicht selten lebensumspannende Aufgaben setzen, um "Sinn und Erfüllung in ihr Leben" zu bringen und damit gegen Routine und Perspektivlosigkeit ankämpfen. Was der Marathon-Mann und die Vogel-Expertin gemeinsam haben Der Autor portraitiert in seinem Buch zahllose Menschen aus der ganzen Welt, die Ungewöhnliches geleistet haben, weil sie aus der persönlichen Komfort-Zone herausgetreten sind, weil sie sich aus den verschiedensten Motiven heraus persönliche Aufgaben gestellt und dabei ihre eigene Mitte gefunden haben: John Wallace ist 250 Marathons in einem Jahr gelaufen ("mit allen Mitteln kämpfen"), John Francis hat von einem auf den anderen Tag komplett auf das Auto verzichtet, Phoebe Snetsinger hat die wichtigste Zeit ihres Lebens damit verbracht, Vögel zu beobachten und dabei "eine magische Zeit des Wunders" erlebt. Es geht auch um Weltumsegler, Ninja-Kämpfer und nicht mehr ganz so junge Klosterschüler. Letztlich, das stellt Guillebeau klar, ist nicht entscheidend, was wir tun, sondern warum und welchen Sinn wir darin sehen. Und welche Leidenschaft für Veränderungen wir entfachen. Roter Reiter - Fazit: "Vom Glück des Strebens" ist eine höchst unterhaltsame und lehrreiche Parabel von der Suche nach dem Sinn des Lebens. Manch einer wird vor der eigenen Haustür fündig, andere am Ende der Welt. Autor Chris Guillebeau liefert zahlreiche Inspirationen für die eigene Suche nach dem Glück. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Chris Guillebeau: "Vom Glück des Strebens", Books4Success 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Vom Glück des Strebens" auf Managementbuch.de   ### Eine fulminante Aufforderung, den eigenen Weg zu gehen #Girlboss enthält exakte Anleitungen für erfolgreichen Ladendiebstahl (so viel wie möglich mitnehmen fällt am wenigsten auf). Das Buch ist außerdem eine hollywoodreife Biografie einer jungen Amerikanerin. Es ist die Verkörperung des amerikanischen "vom Tellerwäscher-zum-Millionär"-Traums. Und es ist liefert (künftigen) Unternehmerinnen oder Führungskräften ein paar wichtige Business-Grundregeln (deine Mitarbeiter sind nicht deine Freunde). Kurz: ein packendes Buch, das man hier mit offenem Mund liest, dort laut loslacht und auf einer anderen Seite wiederum wirklich Lebenspraktische Tipps bekommt. Autorin des Buches ist Sophia Amoruso, die ihr erstes Geld damit vierdient hat, geklaute Bücher im Internet zu verkaufen - und die mit nicht einmal 30 Jahren ein Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen auf die Beine gestellt hat: das Modelabel "Nasty Gal". Sophia Amoruso wurde das nicht in den Schoß gelegt. Klar, sie hatte viel Glück - aber vor allem einen unbezähmbaren Willen. Am Anfang Stand der Entschluss - sie war gerade 18 - sich künftig nicht mehr aus Mülltonnen zu ernähren. Über E-Bay verkaufte sie alte Klamotten, war dafür selbst Model, Fotografin, Einkäuferin, Lieferantin und Wäscherin. Immer akkurat, immer geradezu versessen, ihren Kunden ein tolles Einkaufserlebnis zu bieten. Dann ging es steil und schnell hoch.Über einen eigenen Shop bis zur internationalem Modemarke. Ein solch kometenhafter Aufstieg legt es nahe zu sagen: "Seht her, ich habe es geschafft, ihr könnt es auch". Sophia Amoruso tappt aber nicht in diese Falle. Sie hat dieses Buch wohl auch geschrieben, um zu zeigen, dass hinter der "sexiest CEO alive" (Business Insider 2013) eine Frau steckt, die sich nicht unterkriegen ließ und nicht unterkriegen lässt. Damit ist ihr Buch auch ein Mutmachbuch. Es muss und kann nicht immer ein Konzern hinten heraus springen - aber ein selbstbewusst geführtes Leben allemal. Roter-Reiter - Fazit: Eine fulminante Aufforderung an Frauen, groß zu denken. Inklusive präziser Ratschläge Leute einzustellen und zu entlassen, Risikokapitalgeber zu finden (und nach Hause zu schicken) und warum es gut ist, einfach anzufangen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Sophia Amoruso: #Girlboss. Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "#Girlboss" auf Managementbuch.de ### "Achtsamkeit im Freestyle" Mit ihrem gleichnamigen Buch "Achtsamkeit" nimmt Gill Hasson dem Modewort seinen spirituellen Beigeschmack. Selbstverständlich haben die Übungen, die die Autorin vorstellt, mitunter meditativen Charakter, mit esoterischen Gedankenspielen aber hat "Achtsamkeit" nichts am Hut. Sie lernen nicht mehr und nicht weniger in dem Buch, als "neu zu denken" und Gedanken bewusst vorbeiziehen zu lassen, wenn diese belastend sind. Sie lernen, sich von Versagensängsten zu befreien, sich Fehler zu vergeben und mit schwierigen Momenten aus der Vergangenheit abzuschließen. Ohne Regeln achtsam leben "Achtsamkeit im Freestyle" ist die von Hasson dafür ausgewählte Methode. Die Besonderheit: Regeln gibt es nicht. "Hier achten wir lediglich bewusst auf alles, was uns im Alltag widerfährt. Auch im Umgang mit anderen Menschen, ob im Beruf, zu Hause oder in der Freizeit, hat Achtsamkeit im Freestyle einen wichtigen Platz". Achtsamkeit ist heute - was morgen kommt, ist heute nicht relevant Im Kern des Trainings steht die Kontrolle Ihrer Gedanken, Gefühle und Handlungen. Sie erfahren, wie Sie die positiven Begegnungen im Alltag nicht mit trüben Erinnerungen überdecken - schon gar nicht mit Sorgen um die Zukunft. Achtsamkeit ist immer im Hier und Jetzt. Hasson gibt zahlreiche gute Tipps, um diese Prinzipien in der eigenen Wahrnehmung zu verankern: "Sie spüren Angst, dass Sie einen wichtigen Abgabetermin im Job nicht halten können? Wenn Sie jetzt, statt sich zu sorgen, alle Aufmerksamkeit auf das richten, was Sie jetzt, im gegenwärtigen Augenblick tun können, verschwindet der Stress weitgehend von selbst." Roter Reiter - Fazit: "Achtsamkeit" ist ein gelungener Selbst-Coaching-Ratgeber für Menschen, die mit der Vergangenheit hadern oder sich übermäßig viel Sorgen um die Zukunft machen. Sie lernen hier, die Dinge gelassener zu nehmen und mehr Freude im Alltag zu spüren. Oliver Ibelshäuser, www.rRoter-Reiter.de Gill Hasson: "Achtsamkeit", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Achtsamkeit" auf Managementbuch.de ### Fast 250 Seiten für Freunde des ungehobelten Wortspiels. "Was ist die Mehrzahl von 'Mehrzahl'?", "Warum kann man die Brotzeit nicht von der Uhr ablesen?", "Kann ein Glückspilz auch giftig sein?" Haufenweise Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Aber dann, auf Seite177, plötzlich einige Antworten, die kein Mensch kennt: "Was liegt am Strand und nuschelt? Die Nuschel." Wenn Sie also Kollegen haben, die sich an der "Weltmeisterschaft der Exhibitionisten" erfreuen können (die "Trench open"), dann liegen Sie mit diesem Geschenkbuch goldrichtig. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Caroline Gottwald "Ist der Hahn tot, wenn man ihn zudreht?". Droemer Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ist der Hahn tot, wenn man ihn zudreht?" auf Managementbuch.de ### Essen wie in der Steinzeit und dabei gesund bleiben (oder wieder werden) Paleo ist die Abkürzung für "Paläolithikum" und bezeichnet einen Ernährungstrend der längst von den USA nach Deutschland schwappt: Essen wie in der Steinzeit: "Unsere Vorfahren ernährten sich von dem, was sie jagen, fischen oder sammeln konnten." Nach dem Paläo-Prinzip kommen folglich Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüsse auf den Teller. Milchprodukte, Kartoffeln, Süßigkeiten werden reduziert, glutenhaltige Nahrungsmittel ganz gestrichen. Abnehmen und das Immunsystem stärken "Mit geht es darum, das Beste an der Steinzeitkost so aufzubereiten, dass Sie es zu einem wohltuenden und wirksamen, aber nicht anstrengenden Bestandteil Ihres Lebens machen können" schreibt Autorin Leanne Ely. Kein strenger "Höhlenmensch-Kodex" bestimmt die künftigen Mahlzeiten, sondern ein Mix aus frischem Fleisch, Eiweiß und (vergorenem) Gemüse. Wer seine Ernährungsgewohnheiten umstellt, darf mit einem stärkeren Immunsystem rechnen, einer schöneren Haut und einer besseren Verdauung: Paleo versorgt Sie mit allem, was Ihr Körper für eine optimale Verdauung benötigt und hält alles fern, was ihm nur schaden könnte". Zudem werden die Pfunde purzeln, was nicht nur dem Verzicht auf Nudeln, Brot und Kartoffeln geschuldet ist. Genießen statt verzichten Simply Paleo vermittelt nicht nur eine gesündere Lebensphilosophie, das Buch hilft mit einer großen Zahl leckerer Rezepte auch für die Umsetzung im Alltag. Zunächst erklärt Ely, wie Sie Kühlschrank und Abstellkammer neu befüllen. Dann geht es los: Rezepte für einen Monat inklusive Frühstück, Rezepte, die auch kleinen Kindern sicher schmecken ("Schoko-Kokos-Kugeln und Ameisenboote") und Gerichte zum Einfrieren. Und vor allem zum Genießen wie "Muscheln im Schinkenmantel" und "Süßkartoffeln-Pommes mit allen Schikanen." Und auch an die Abende bei Freunden hat die Autorin gedacht: Beim Grillen einen "Jalapeno-Pfirsich-Salsa" zum Dippen mitbringen, das könnte auch andere für die Paleo-Idee begeistern. Und falls das eine Spur zu ausgefallen ist: Für Paleo-Ketchup und -Senf finden Sie auch ein Rezept! Roter Reiter - Fazit: Sie waren echte Gourmets, unsere Vorfahren in Lendenschurz, wie die Autorin beweist. "Simply Paleo"ist ein Genussbuch voller guter Ernährungstipps. Leicht zu lesen und leicht umzusetzen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Leanne Ely: "Simply Paleo", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Simply Paleo" auf Managementbuch.de     ### Eine fulminante Aufforderung, den eigenen Weg zu gehen Schon vorher kein "Vorzeigekind" nahm sie die Scheidung der Eltern zum Anlass von zu Hause auszuziehen (mit 17!). Die nächsten Jahre lebte sie von Essensresten im Müll, Ladendiebstählen (bis man sie erwischte) und schlecht bezahlten Jobs. Dass sie sich von dort zur Gründerin und Chefin eines Millionen-Dollar-Unternehmens entwickeln würde, konnte man wirklich nicht ahnen - und  war aus der puren Not geboren: Sie hatte kein Geld und brauchte eine Krankenversicherung ... #Girlboss enthält exakte Anleitungen für erfolgreichen Ladendiebstahl (so viel wie möglich mitnehmen fällt am wenigsten auf). Das Buch ist außerdem eine hollywoodreife Biografie einer jungen Amerikanerin. Es ist die Verkörperung des amerikanischen "vom Tellerwäscher-zum-Millionär-Traums. Und es ist liefert (künftigen) Unternehmerinnen oder Führungskräften ein paar wichtige Business-Grundregeln (deine Mitarbeiter sind nicht deine Freunde). Kurz: ein packendes Buch, das man hier mit offenem Mund liest, dort laut loslacht und auf einer anderen Seite wiederum wirklich Lebenspraktische Tipps bekommt. Von geklauten Büchern zum eigenen Modelabel Autorin des Buches ist Sophia Amoruso, die ihr erstes Geld damit vierdient hat, geklaute Bücher im Internet zu verkaufen - und die mit nicht einmal 30 Jahren ein Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen auf die Beine gestellt hat: das Modelabel "Nasty Gal". Sophia Amoruso wurde das nicht in den Schoß gelegt. Klar, sie hatte viel Glück - aber vor allem einen unbezähmbaren Willen. Am Anfang Stand der Entschluss - sie war gerade 18 - sich künftig nicht mehr aus Mülltonnen zu ernähren. Über E-Bay verkaufte sie alte Klamotten, war dafür selbst Model, Fotografin, Einkäuferin, Lieferantin und Wäscherin. Immer akkurat, immer geradezu versessen, ihren Kunden ein tolles Einkaufserlebnis zu bieten. Dann ging es steil und schnell hoch. Über einen eigenen Shop bis zur internationalem Modemarke. Einfach anfangen und machen Ein solch kometenhafter Aufstieg legt es nahe zu sagen: "Seht her, ich habe es geschafft, ihr könnt es auch". Sophia Amoruso tappt aber nicht in diese Falle. Sie hat dieses Buch wohl auch geschrieben, um zu zeigen, dass hinter der "sexiest CEO alive" (Business Insider 2013) eine Frau steckt, die sich nicht unterkriegen ließ und nicht unterkriegen lässt. Damit ist ihr Buch auch ein Mutmachbuch. Es muss und kann nicht immer ein Konzern hinten heraus springen - aber ein selbstbewusst geführtes Leben allemal. Roter-Reiter - Fazit: Eine fulminante Aufforderung an Frauen, groß zu denken. Inklusive präziser Ratschläge Leute einzustellen und zu entlassen, Risikokapitalgeber zu finden (und nach Hause zu schicken) und warum es gut, einfach anzufangen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von #girlboss auf Managementbuch.de:             ### Die ernährungswissenschaftlichen Grundlagen der Paleo -Küche - nebst einiger wichtiger Grundrezepte Die Paleo-Küche sorgt schon seit einigen Jahren für Furore - und sie erfreut sich offensichtlich immer größerer Beliebtheit. Einfache Grundregeln, eine nachvollziehbare "philosophische" Fundierung, medizinische Plausibilität und vor allem leckere Rezepte haben der "Steinzeit-Ernährung" zum Durchbruch verholfen. Einige Rezept- und Grundlagenbücher zum Thema haben wir bereits vorgestellt. In Ihrem Buch: "Die Paleo-Revolution" liefert Heidrun Schaller neben einigen Grundrezepten nun eine umfangreiche und sehr gut zu lesende "Begründung" der Paleo-Ernährung. Einfach ernährungsbedingte Gesundheit herstellen Die hohe Qualität des Buches ist umso erstaunlicher, als es sich bei der Autorin weder um eine Biologin noch um eine Ärztin handelt - sie aber in Punkto Ernährung heute vermutlich beiden Berufsgruppen mehr als das Wasser reichen kann. Die Begründung ist, wie so oft, recht einfach: Heidrun Schaller war jung, schwer krank, wurde mit Kortison voll gepumpt, kriegte das typische aufgedunsene "Mondgesicht" und verlor schließlich den Glauben an die "Rezepte" ihrer Ärzte. Stattdessen machte sie sich schlau über das, was in unseren Körpern passiert, kam zwangsläufig auf die Bedeutung der Ernährungsform und schließlich auf die Paleo-Ernährung. Heute lacht uns eine attraktive schlanke Frau auf dem Coverfoto entgegen - und eine Expertin in Sachen Ernährung Wenn die Rezepte von Ärzten nicht mehr weiterhelfen, muss man eben selber kochen "Die Paleo-Revolution" von Heidrun Schaller unterscheidet sich von anderen Paleo-Büchern durch die Konzentration auf die ernährungswissenschaftlichen Grundlagen. Die Autorin beschreibt, was wie auf unseren Körper wirkt. Von Vitaminen bis Bakterien, von Fetten und Hormonen bis Aminosäuren und Zucker. Sie kennt die wichtigste Literatur zum Thema und hat soviel gelesen und erfahren, dass sie sich nicht scheut, sich mit der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung" anzulegen (die stehe mit ihrer Low-Fat-Empfehlung bald auf verlorenem Posten) und mit vielen anderen promovierten "Experten". Immer aus dem Blickwinkel der Betroffenen, die viel durchlitten hat, bis sich die relativ einfache Umstellung der Ernährung auf Paleo als der ultimative Glücksgriff erwiesen hat. Wie mit der Paleo-Ernährung erfolgreich auch andere Zivilisationskrankheiten eingedämmt werden können, zeigt die Autorin auch anhand vieler im Buch eingeflochtener Leidens- und Genesungsgeschichten anderer ehemaliger Diabetes-, Neurodermitis- oder Asthma-Patienten. Roter-Reiter - Fazit: Die Paleoküche ist heute so bekannt, dass sie auch viele Feinde hat. Besonders die große Bedeutung von Fleisch und die Arglosigkeit gegenüber tierischem Fett hat der Ernährungsrichtung viele Kritiker eingebracht. Auch dazu äußert sich Heidrun Schaller ausführlich. Ihr Ziel ist es, einer gesunden Ernährungsform die Tür zu öffnen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet sie mit diesem Buch. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Heidrun Schaller: Die Paleo-Revolution, Books for Success 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Paleo-Revolution" auf Managementbuch.de ### Große Reisen mit kleinen Kindern - kein Problem! "Mit so kleinen Kindern kann man doch nicht so weit wegfahren?!" Doch, kann man. Inka Schmeling hat es einfach gemacht - mit dem Baby nach Neuseeland, nach Sydney oder Istanbul. In ihrem Buch "Abenteuer Elternzeit" schwärmt sie von den Erfahrungen für Mutter, Vater und Kind und lässt Erziehungsregeln aus Omas Zeiten ganz alt aussehen. Denn gleich zu Beginn ihres Elternratgebers stellt sie klar, dass "weder Langstreckenflüge noch Zeitverschiebungen noch Klimawechsel nachhaltig schaden." Kinder machen vieles gerne mit - auch den Abenteuer-Trip nach Südamerika oder den Camping-Urlaub am Plattensee, sofern die Eltern sich gut vorbereiten und gelassen bleiben, wenn es mal nicht nach Plan verläuft. Mit "Abenteuer Elternzeit" liefert Schmeling eine ganze Menge sehr guter Vorlagen, damit die Reise mit dem kleinen Begleiter zum großen Erfolg wird. Welches Klima verträgt mein Kind? Wie schütze ich es vor Krankheiten? Das Buch ist gespickt mit biographischen Erfahrungen, die häufig in Form netter Anekdoten geschildert werden. Humor ist gefragt, wenn die Spielregeln im Urlaubsland die Erziehungsmuster zu Hause kurzerhand außer Kraft setzen: "Der Kollege einer Freundin hat es geschafft, seine Tochter bis zum vierten Jahr zuckerfrei zu ernähren. Ich habe es bis Istanbul geschafft." Schmeling hat aber mehr im Sinn als eine Sammlung amüsanter Reiseerfahrungen mit Kleinkindern. Dafür lässt sie auch Experten zu Wort kommen wie beispielsweise Mitarbeiter vom Hamburger Tropeninstitut, die erklären "welches Klima Babys gut vertragen und wie man sie unterwegs vor Krankheiten schützt." Und "ganz normale" Eltern berichten in kurzen Infoboxen von ihren Reiseerfahrungen mit dem Nachwuchs. Keine Angst vorm Fliegen Die Autorin gibt im Buch eine Reihe konkreter Tipps, die jungen Eltern auf der Tour viel Stress ersparen. Angst vorm Fliegen mit Babys? Den Druckausgleich kriegen Säuglinge bei Start und Landung noch nicht hin. Als Mutter aber können Sie dem Kind einen schmerzfreien Flug bescheren, indem sie "es an die Brust nehmen, ihm Fläschchen oder Schnuller geben." Zudem - und das ist vielleicht die wichtigste Botschaft für besorgte Eltern - machen kleine Kinder häufig enorme Entwicklungssprünge auf Reisen. Nicht, weil die Luftveränderung Motorik und Intelligenz fördern würde, sondern weil die Eltern im Urlaub einfach gelassener sind und ihren Kids mehr Freiräume zur persönlichen Entfaltung zugestehen. Roter-Reiter - Fazit: "Oft machen sich Eltern vor der Abreise Sorgen, ihr Baby könnte in einem anderen Land schlechteres Essen bekommen als zu Hause, es könnte schlechterer medizinischen Versorgung ausgesetzt sein und einem schlechteren Klima. Doch auch in anderen Teilen der Erde werden Kinder nicht nur groß, sondern auch glücklich" schreibt Schmeling. Recht hat sie. "Ab in den Urlaub" - das ist die Kernbotschaft des Buches, gerade für besorgte Helikoptereltern." Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Inka Schmeling: "Abenteuer Elternzeit", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Abenteuer Elternzeit" auf Managementbuch.de ### Raus aus dem Bleistiftrock, rein in den Hosenanzug Es ist nicht politisch korrekt, was Sigrid Meuselbach den Frauen vorschlägt. Aber es ist erfolgversprechend. Zum Beispiel ihr Rat, "fußballerisch" zu lernen, um in Männerrunden gut anzukommen. Die Begründung ist schlagend einfach: Wer in ein anderes Land zieht, sollte zuerst die Landessprache lernen. Und wer in die Chefetage einziehen will, muss eben die dort herrschende männliche Sprache lernen. Solchermaßen gesunder Pragmatismus durchzieht alle 40 Strategien, die in diesem Buch anhand zum Teil irrer Beispiele vorgestellt werden. Empfehlenswerter Lesestoff für alle Frauen, die mittendrin sein wollen statt nur dabei. Frauenquote nehmen wir mit Dass die Frauenquote nicht die Lösung aller Probleme ist, weiß die Autorin auch - aber die Frauenquote ist eben unterm Strich eher förderlich, also sollten wir sie auch gutheißen. Wesentlich problematischer ist die Debatte "Kind und Karriere". Was nicht funktioniert ist, 24 Stunden beim Kind zu sein und gleichzeitig Karriere zu machen. Deshalb ist für Sigrid Meuselbach klar, "die allerwichtigste Karriereentscheidung fällt auf dem Standesamt". Grund: "Die meisten Berufe sind so fordernd, dass frau daheim einen Unterstützer braucht, keinen Pascha und erst recht keinen Gegner." Roter -Reiter - Fazit: Ein sehr guter Ratgeber für Frauen, die ihren Job ernst nehmen und nicht warten wollen, bis zur faktischen Gleichberechtigung - denn die wird, wie die Internationale Arbeitsorganisation in Genf hochgerechnet hat, auf sich warten lassen, wenn sie sich im gegenwärtigen Tempo weiterentwickelt - ungefähr 950 Jahre. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Sigrid Meuselbach "Weck die Chefin in dir". Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Weck die Chefin in dir" auf Managementbuch.de       ### Das Buch für werdende Väter Der Fotograf Dave Engledow hat mit diesem Vater-Tochter-Fotobuch einen Hit gelandet. Ein Buch, indem er sich selbst und vor allem seine kleine Tochter inszeniert. Thema ist immer der ebenso unbeholfene wie praktische Mann, der seiner Tochter allerhand zumutet. Es sind Bilder, die bei Müttern wahrscheinlich allenfalls in Alpträumen vorkommen, die Engledown hier geschickt mit Hilfe kreativer Bildbearbeitung produziert. Die Tochter auf dem Grill, die Tochter, die mit dem Messer in der Hand im Toaster herumstochert oder dem Vater eine nicht sehr glückliche Frisur aufs Haupt rasiert. Warum uns das zum Lachen bringt? Weil es charmant das Vorurteil bedient, dass Männer außerstande sind, sich auch nur ansatzweise in andere hinein zu versetzen. Ein Geschenk für Kollegen, die sich auf Nachwuchs freuen - und Freude an derbem Humor haben. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Dave Egledow: Papa allein zu Haus. Heyne >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Papa allein zu Haus" auf Managementbuch.de ### Für einen Neustart ist es nie zu spät Kleines Selbstportrait eines Autors der etwas anderen Art: "Wer mich heute kennenlernt, kann sich kaum vorstellen, dass ich früher ein unkontrollierbares, aggressives Arschloch war". Und was will uns dieser Mann (Ex-Kiffer, Ex-Alkoholiker, von oben bis unten tätowiert) sagen? Ganz einfach. Wenn so einer es schafft, kannst auch du es schaffen! Die Methoden, mit denen er sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat und die er jetzt gut auf den Punkt bringt, sind zwar nicht neu - aber sehr eingängig beschrieben. Nichts für zartbesaitete Wesen, aber vielleicht der richtige Stoff für Leute, die einen suchen, der ihnen ungeschminkte Wahrheiten an den Kopf wirft - in der Hoffnung, die eine oder andere möge durchdringen und bei einem mentalen Neustart behilflich sein. Starker Tobak, guter Tobak! Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Rainer Biesinger "The Fire of Change - Für ein besseres Leben ist es nie zu spät." Gabal Verlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de ### Weckruf für eine bessere Bildungs- und Sozialpolitik "Das Problem in Deutschland ist, dass es zu viele Menschen gibt, die gar keine Chance bekommen, ihr Können zu zeigen. Wollen sie es doch nach oben schaffen, müssen sie sich mühsam hochkämpfen." Journalist Marco Maurer stellt mit seinem Buch "Du bleibst, was du bist" der deutschen Bildungs- und Sozialpolitik ein vernichtendes Zeugnis aus. Noch immer haben Kinder aus Arbeitermilieus oder Migrantenfamilien schlechte Karten für erstklassige Schulabschlüsse. Noch immer müssen deprivilegierte Jugendliche mehr leisten, um sich Abitur und Studium zu ermöglichen. Und noch immer ist Kindern aus höheren sozialen Schichten die Karriere beinahe in die Wiege gelegt. "Ein zutiefst ungerechtes Land" Maurer selbst war Opfer eines "zutiefst ungerechten Landes" - zunächst zum Beruf des Molkereifachmanns "verdonnert", gelingt ihm über Umwege die akademische Ausbildung. Heute ist er ein gefragter Autor, der für seine Sozialstudien den Deutschen Journalistenpreis gewann. "Du bleibst, was du bist" hat starke biographische Züge, ist gleichzeitig eine ergreifende Milieubeschreibung und eine soziologisch wertvolle Analyse der aktuellen Bildungsmisere zwischen Neukölln und München-Neuperlach. Maurer sucht die Gründe für das Auseinanderklaffen der Lebenschancen von Jugendlichen, die nur wenige Häuserblöcke voneinander entfernt wohnen, im gleichen Alter sind und den gleichen Fußballverein anfeuern und dennoch andere Sprachen sprechen und andere Lebensentwürfe haben. Warum die Prinzessin die Problemschule besucht Sein Blick richtet sich auf die jungen Wohlstandsverlierer der Gesellschaft, die Opfer der gesellschaftlichen und politischen Strukturen: "Unser Schulsystem fördert nicht das Zusammenwachsen der Gesellschaft, sondern ihr Auseinanderdriften." Trotz harscher und berechtigter Kritik arbeitet Maurer aber auch die positiven Integrationsansätze heraus: "Bildungsstreetworker halten Vorträge an Schulen, vermitteln Praktikumsplätze in Unternehmen, geben Ratschläge, wie sich ein Studium finanzieren lässt". Geradezu rührend das Beispiel von der "Prinzessin Konstanza zu Löwenstein, die sich im hohen Alter "Talentförderung an Berliner Haupt- und Berufsschulen zur Aufgabe gemacht hat." Den Abschluss des Buches bilden Gespräche mit zwei politischen Eliten, die sich ihren Erfolg trotz schlechter Startpositionen erkämpfen konnten. Maurer redet mit Steinmeier und Özdemir. Der Grünen-Politiker bringt die Bürde der sozialen Herkunft treffend auf den Punkt: "Das Label Gastarbeitersohn hat mich immer begleitet und wird mich immer begleiten." Roter Reiter - Fazit: "Du bleibst, was du bist" ist eine eindringliche Sozialstudie, die das Leben der Bildungsverlierer in Deutschland beschreibt. Maurer zeigt an vielen Stellen aber auch, was Lehrer, Sozialarbeiter und vor allem Politiker besser machen können, um die Bildungschancen in Deutschland gerecht zu verteilen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Marco Maurer: "Du bleibst, was du bist" Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Du bleibst, was du bist" auf Managementbuch.de ### Wie Gesellschaften gerecht denken und handeln können Gerechtigkeit ist ein alltäglicher Begriff, den selbst Vorschulkinder sicher in ihren Sprachschatz integrieren. Andererseits fällt es selbst Philosophen schwer, sich auf ein gemeinsames Verständnis zu einigen. Christian Schüle macht sich mit seinem Buch "Was ist Gerechtigkeit?" auf die Suche nach Bedeutungsmustern, Widersprüchen und Perspektiven von "Gerechtigkeit" und einem "gerechten" Denken und Handeln in unserer Gesellschaft. Der scheinbar monothematische Ansatz führt geradewegs zu einer klugen Analyse unserer sozialen Werte und Normen. Nichts ist ideologisch so befangen wie unsere Vorstellung von Gerechtigkeit "Gerechtigkeit wird permanent thematisiert, in Stellung gebracht, benutzt, ausgenutzt, instrumentalisiert, ideologisiert, zerrüttet, gedehnt, verzerrt" schreibt Schüle gleich zu Beginn. Ihre Deutung ist daher ein perfekter Seismograph für politische, wirtschaftliche und soziale Strömungen in der Gesellschaft. Hier setzt der Autor an. Er hinterfragt den Begriff in unterschiedlichen aktuellen Debatten wie beim Mindestlohn ("gerecht, weil er den sozialen Frieden und eine menschenwürdige Existenz sichert"). Wie gerecht ist die Verteilung des Reichtums? Schüle diskutiert die Frage nach der Gerechtigkeit in der Verteilung von Geld und Gütern ("Jedem das Seine, auch die Vermehrung des Reichtums, wenn es auf legalem Wege zustande kommt") und spottet über die Grenzen der Gerechtigkeit bei den unterschiedlichen Steuerlasten ("das gesetzliche Hochamt exekutierter Gerechtigkeitsmoral"). Der Autor packt - mehr aus persönlicher denn wissenschaftlicher Perspektive - die Themen an, die in ihrer Summe die Moral in unserer Gesellschaft ausmachen und damit ein sehr konkretes Bild von den unsichtbaren Regeln des Zusammenlebens zeichnen. Nicht immer einfach zu lesen, aber ein spannendes und kluges Buch. Roter Reiter - Fazit: Gerechtigkeit begegnet uns im Alltag meist dann, wenn wir sie vermissen und einfordern. Mit seiner soziologisch und philosophisch anspruchsvollen Analyse liefert Schüle Antworten auf die Fragen, was unsere Gesellschaft heute zusammenhält und welche Werte sie morgen prägt. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Christian Schüle: "Was ist Gerechtigkeit heute", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Was ist Gerechtigkeit heute" auf Managementbuch.de   ### Detektivischer Spürsinn: Andere durchschauen, sich selbst vor Betrügern schützen Tamer Bakiner ist eine Mischung aus "Magnum" und "Matula", ein professioneller Detektiv und Schnüffler. Seine Jobs aber, die er detailgetreu im Buch "Der Wahrheitsjäger" nacherzählt, stammen nicht aus der Feder von Drehbuchautoren. Es sind persönliche Erfolgsgeschichten "aus den letzten 20 Jahren, in denen er mehr als 1000 Fälle gelöst" hat. Für das Buch hat er ein "Best-of" seiner spannendsten und aufschlussreichsten Aufträge zusammengestellt. Denn darum geht es (auch): Dem Leser klarzumachen, wie dieser scheinbare versteckte Botschaften der Mitmenschen wahrnimmt und andererseits nur das von sich preisgibt, was er tatsächlich sagen möchte. Korruption, Seitensprünge und Datendiebstahl Seine Fälle entstammen dem bislang wenig beachteten Alltag der Privatdetektive in Deutschland, die von "Wirtschaftsunternehmen, Banken, Versicherungen, Anwälten und Privatpersonen" beauftragt werden, um Leute zu beschatten und die Infos zu liefern, die diese garantiert nie preisgeben würden. Bakiner liefert Antworten auf die Fragen, wie Delinquenten überführt werden, die in die Unternehmenskassen greifen, Gelder veruntreuen, sensible Daten von der (vielleicht Ihrer) Festplatte stehlen oder auch "nur" den eigenen Ehepartner betrügen. Gefahr-Radar: Den Ehebrecher entlarven Das alles geht Sie nichts an? Irrtum! "Der Wahrheitsjäger" ist mehr als ein spannender Kriminalreport. Das Buch funktioniert gleich zweifach als Ratgeber. Zum einen lernen Sie die Finessen und Spielregeln professioneller Betrüger ("Stalker, Mobber, Anlagebetrüger und Krimineller aller Couleur)" kennen und können sich mit dem Insiderwissen des Autors dagegen wappnen. Zum anderen lernen Sie Ihre Mitmenschen besser einzuschätzen und vielleicht sogar hinter die Fassade eines professionellen Pokerface zu blicken. Sie haben den Verdacht, dass Ihr Partner ein "Auswärtsspiel" hatte? Klare Anzeichen für einen Seitensprung liegen vor, wenn er/sie "ein zweites Smartphone anschafft oder häufig allein oder mit Fremden ausgeht." Zahlreiche Hinweise und Tipps für den Selbstschutz oder auch die eigene Recherche liefert der Autor mit seinen Service-Elementen "Gefahr-Radar", die Sie in jedem Kapitel finden. Roter Reiter - Fazit: Ein guter Detektiv setzt aus zufällig gestreuten Informationen die passenden Puzzleteile für ein stimmiges Gesamtbild zusammen. Das können Sie auch! Bakiner erläutert in seinem sehr unterhaltsamen Buch, wie Sie zu einem exzellenten Beobachter Ihrer Umwelt werden und sich vor Betrug und Mobbing effizient schützen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Tamer Bakiner: "Der Wahrheitsjäger" Ariston 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Der Wahrheitsjäger" auf Managementbuch.de   ### Das Ende von Erziehungsmythen, die Kindern und Eltern das Leben schwer machen Glaubt man einschlägigen Psycho- und Pädagogik-Ratgebern, ist Sorge um den Nachwuchs angebracht. Selbst der "Spiegel" monierte kürzlich auf seinem Titel die vermeintliche Erziehungsmisere in unserer Gesellschaft mit dem Hinweis auf "Helikoptereltern", die Vorschulkinder systematisch in "Prinzessinnen" oder "kleine Tyrannen" verwandeln". Alfie Kohn will von solchen Pauschalverurteilungen nichts wissen. Erziehungsratgeber: Gut verpackte Pseudowissenschaft In seinem erstklassig recherchierten Buch "Der Mythos des verwöhnten Kindes" rechnet er mit solche Erkenntnissen und Empfehlungen ab, die scheinbar aus der pädagogischen Ecke stammen, tatsächlich aber keinerlei wissenschaftlichen Rückhalt haben: "Populäre Elternratgeber bilden ein Art Paralleluniversum. Fragt man nämlich an den Universitäten tätige Erziehungswissenschaftler, Pädagogen oder Entwicklungspsychologen nach den Namen bedeutender Autoren von Erziehungsratgebern, so sind ihnen diese völlig unbekannt." Die Erfindung von den bösen Helikopter-Eltern Auf mehr als 300 Seiten hinterfragt der Autor die am weitesten verbreiteten Erziehungsmythen wie beispielsweise die "Angst vor den verwöhnten Kindern", die "Annahme, unsere Kinder würden nur funktionieren, wenn wir ihnen Bedingungen stellen" oder auch den Vorwurf, "dass Kinder ohne wirklichen Grund gelobt und ihnen gute Noten nachgeworfen werden." Ausführlich widmet sich Kohn dem Hype um Helikopter-Eltern, jenen "irregeleiteten Müttern und Vätern, die wie Glucken über ihren Kindern hocken und sie in einer Blase großziehen." Forschung und Wissenschaft, so der Amerikaner, haben bislang überhaupt keine verlässlichen Ergebnisse zu den Effekten einer "übervorsorglichen Erziehung". Sicher ist dagegen, "dass Kinder psychisch und auch anderweitig davon profitieren, wenn ihre Eltern ihnen eng verbunden sind und an ihrem Leben teilnehmen. Das gilt nicht nur für die frühe Kindheit, sondern auch für die Adoleszenz und darüber hinaus." Roter Reiter - Fazit: "Der Mythos des verwöhnten Kindes" ist der vielleicht beste Erziehungsratgeber des Jahres, weil er seine Empfehlungen auf wissenschaftliche Fakten stützt und den Unsinn vieler Zeitschriftenartikel und Pseudo-Ratgeber problemlos als Luftblasen entlarvt. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Alfie Kohn: "Der Mythos des verwöhnten Kindes", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Der Mythos des verwöhnten Kindes" auf Managementbuch.de ### Fit, schlank und gesund - ohne Kohlenhydrate Ein Fan von Kohlenhydraten war Fitness-und Gesundheitspapst Dr. Ulrich Strunz noch nie. In seinem Buch "Warum macht die Nudel dumm?" rechnet er mit falschen Ernährungsgewohnheiten ab: Brot, Nudeln und Süßigkeiten sollten ab sofort nur noch in kleinen Portionen auf den Teller kommen oder - noch besser - ganz von Ernährungsplan genommen werden. Denn Kohlenhydrate begünstigen Übergewicht, Trägheit sowie eine ganze Reihe schwerwiegender Krankheiten - bis hin zu Krebs! Alternativen zu "unserem täglichen Brot" Im Zentrum seines Ernährungsratgebers steht ein "Step-by-Step-Entwöhnungsprogramm", in dessen Verlauf Strunz den "Carb-Entzug" schmackhaft macht. Denn Alternativen zur dickmachenden Nudel (abends) oder zum Baguette (morgens) gibt es zuhauf, wenn Sie mit System Ihren Speiseplan zusammenstellen und sich im Supermarkt nicht verführen lassen. Ein "No-Carb-Tagebuch" hilft dabei. Selbstverständlich nennt der Autor auch die Alternativen (Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Gemüse, Obst) zu den bislang gewohnten Kohlenhydraten. Ein Rezeptbuch ist "Warum macht die Nudel dumm?" aber nicht. Roter-Reiter - Fazit: Viele Krankheiten nehmen ihren Anfang in falscher Ernährung. Strunz klärt über die Gefahren der Fastfood-Kultur auf und hilft Ihnen, Ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Dabei purzeln selbstverständlich auch die Pfunde. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ulrich Strunz: "Warum macht die Nudel dumm?", Heyne 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Warum macht die Nudel dumm?" auf Managementbuch.de   ### Was Betroffene und Angehörige wissen sollten Ratgeber zum Thema Sucht gibt es zuhauf. Thomas Kuntz sticht mit seinem Buch aus der Masse der Selbsthilfebücher heraus. Der Therapeut und Suchtexperte hat sein Buch "Verstehen, was uns süchtig macht" geschrieben, um "konkrete und deutlich andere Hilfestellungen zu bieten, als sie im Suchthilfesystem verbreitet werden." Das Buch wendet sich in erster Linie an Gefährdete und Betroffene, die hier "mit methodisch-praktischen Pfaden durch Suchtabhängigkeit und süchtige Dynamik begleitet werden, um verstärkte Handlungssicherheit im Umgang mit dem Gegner zu erwerben". Zugleich liefert sein Buch die Hintergründe, die Partner, Eltern und Kinder kennen müssen, um Suchterkrankte zu verstehen, ihnen zu beizustehen - und sich selbst zu positionieren. Therapeuten können "Verstehen, was uns süchtig macht" zudem als Lehr- und Praxisbuch einsetzen. Warum Gesellschaft krank macht und wie sie heilen kann Kuntz analysiert zunächst die Gründe, die in die Sucht führen - unabhängig davon, ob es dabei um Drogen, Alkohol, Internet oder Nikotin geht. Denn die Muster sind immer die gleichen: "Leiden an der Welt, der Gesellschaft, in welcher sie ihren Platz nicht finden. Gefühle von innerer Leere, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Resignation kennzeichnen den Lebensmodus des süchtig kranken Menschen." Und diese Leiden sind durchaus gesellschaftlich vermittelt durch die ohnmächtig machende "Macht-, Herrsch- und Kontrollsucht" der Umwelt im Alltag. Der Autor liefert hier keine Alibis, sondern Erklärungen, um Suchtverhalten zu begreifen und Auswege zu finden. Für den Betroffenen und seine Angehörigen. Die kürzeste Theorie der Sucht Kuntz will mit seinem Buch "Hilfe zur Selbstheilung" vermitteln. Das Bewusstsein für die Erkrankung ist der richtige Schlüssel für den Ausweg aus der Sucht, wobei der Kranke die Gestaltungsmöglichkeiten in seinem Leben (neu) entdeckt. Kuntz hat dafür einen 4-Punkte-Plan entwickelt ("Die kürzeste Theorie der Sucht"), der auch als roter Faden für den Ratgeber dient. Sein Fazit: Der Ausstieg gelingt nur über "die Wiederbelebung beziehungsweise Stärkung des Selbstwertgefühls von Urheberschaft und Wirksamkeit" des eigenen Lebensentwurfes. Roter Reiter - Fazit: "Verstehen, was uns süchtig macht" ist ein wichtiges Buch, um Sucht und das Verhalten der Süchtigen in ihrem Kontext zu erklären. Suchtkranke profitieren enorm davon, weil sie hier Scham und Schuld gegen Einsicht und Verantwortung tauschen können. Auch die Angehörigen werden das sehr gut aufbereitete Wissen von Kuntz schätzen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Helmut Kuntz: "Verstehen, was uns süchtig macht", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Verstehen, was uns süchtig macht" auf Managementbuch.de ### Gesellschaft jenseits politischer Schubladenkategorien begreifen "Die letzte Stunde der Wahrheit" ist eine "soziologische Analyse öffentlichkeitswirksamer Selbstbeschreibung der modernen Gesellschaft nebst Hinweisen darauf, warum und wie diese Beschreibungen das Problem der gesellschaftlichen Komplexität verfehlen". Autor Armin Nassehi ist Soziologe und formuliert in seinem Buch scharfe Kritik am Denken und Begreifen von Gesellschaft in den konventionellen politischen Dimensionen von "rechts" und "links". Schubladen, die nicht (mehr) ausreichen, um die Komplexität der sozialen Strömungen ausreichend zu erfassen. Links reden, rechts handeln Nassehi belegt auf hohem intellektuellen Niveau, dass das politische Lagerdenken keine gesellschaftlichen Erklärungsmodelle (mehr) hergeben kann, "weil wir links reden und rechts leben". Spannend in diesem Zusammenhang ist sein Briefwechsel mit dem rechtskonservativen Verleger Götz Kubitschek, Herausgeber der Zeitschrift "Sezession", den er vollständig als Anhang abdruckt. Hier bemerkt Nassehi, dass "der Nationalsozialismus eher eine linke Bewegung war, weil er es eben nicht bei der anthropologischen Schwächediagnose belassen hat, sondern die revolutionäre Herstellung des Neuen Menschen wollte". Ein Ziel, das die ultra-rechten und -linken Vordenker gleichermaßen für sich in Anspruch nehmen. Soziale Digitalisierung Spürbar und erlebbar wird die Verschmelzung ehemals politischer Kategorisierung in den sozialen Medien ("Soziale Digitalisierung"), die im virtuellen Raum ideologische Grenzen verschieben. Und gleichzeitig die Unmittelbarkeit und Anonymität für die permanente Meinungsäußerung bereitstellen. PEGIDA ist kein ostdeutsches Phänomen, sondern ein Abfallprodukt der Social Channels: "Die moderne Gesellschaft ist so komplex, dass konkurrierende Gruppen unsichtbar, also digitalisiert werden. Genau das macht es so plausibel, in angeblich sichtbaren sozialen Gruppen, etwa sogenannten Fremden, eine Adresse für Ablehnung zu finden." Roter Reiter - Fazit: Der Münchener Soziologe Armin Nassehi forciert mit seinem Buch "Die letzte Stunde der Wahrheit" einen anspruchsvollen und vor allem anregenden Diskurs über einen neuen Gesellschaftsbegriff, der die bestehende Komplexität annimmt und nicht mehr in Kategorien wie "links" und "rechts" packt. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Armin Nassehi: "Die letzte Stunde der Wahrheit", Murmann 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die letzte Stunde der Wahrheit" auf Managementbuch.de ### "Big Fish": Schrecklich-schöne Anglerabenteuer Wer Angeln für einen Rentnersport hält, so aufregend wie das Testbild im TV, hat Jeremy Wade noch nicht kennengelernt. Der studierte Zoologe lehrt mit seinem herrlich reißerischen Buch "River Monsters" Hobbyfischer das Fürchten und sorgt unter Abenteuer-Fans für beste Unterhaltung. Denn der Brite hat es nicht auf Forellen abgesehen, sondern auf fiese Ungeheuer aus Flüssen und Seen, die lässig 3 Meter und länger werden, rasiermesserscharfe Zähne besitzen und weder gefangen noch gefilmt werden wollen - diesen Süßwasserungeheuern stellt der Forscher nach. Von seinem Kampf mit "Big Fish" auf allen Erdteilen handelt das sehr unterhaltsame Buch. Der Killer aus dem See nebenan Seine spektakulären Geschichten und Trophäen, die zuvor schon im (internationalen) TV für Top-Quoten gesorgt haben, füllen das Buch. "River Monsters" ist ein bisschen Biographie. Vor allem aber ein adrenalintreibender Tauchgang in die (trüben) Untiefen der Seen und Flüsse rund um den Globus. Die Begegnungen mit Bullenhaien ("kaum Zähne, aber seine Berührung kann tödlich sein"), Riesenbarschen (100 Kilogramm schwer, greift Taucher an und packt sie an Arm, am Bein oder am Kopf") oder den sagenumwobene Arapaima ( "Amazonas-Monster") sind auch für Nicht-Angler ungemein aufregend - zumal Wade ein toller Erzähler ist und viele Farbfotos als Beweismaterial mitliefert. Forschergeist und Seemannsgarn Alles wahr oder doch auch ein bisschen Übertreibung, ein wenig Anglerlatein, um den Spannungsbogen der Reportagen zu halten? Wade schreibt an einer Stelle: "Und wenn ein Garn so lange gesponnen wird, bis es komplett übertrieben und mutiert ist, steckt hinter manch einer Geschichte eines Fischers eine schockierende Wahrheit." Lassen wir gerne so stehen und genießen jede einzelne Seite der Expedition in das Reich der Killer-Fische. Roter Reiter - Fazit: Sie halten Nessie von Loch Ness für eine alberne Legende? In "River Monsters" geht es zwar nicht um das schottische Seeungeheuer, wenn Sie das wunderbar spannende Buch gelesen haben, werden Sie dessen Existenz aber durchaus für möglich halten. Wades Chronik ist ein unvergessliches Abenteuer für junge und alte "Fische-Fans". Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Jeremy Wade: "River Monsters", Plassen 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "River Monsters" auf Managementbuch.de ### Ein unaufgeregter und intelligenter Ratgeber für ein entspanntes Leben Viel Alltagspsychologie und Lebensphilosophie, ein gutes Stück Lebenserfahrung und die Fähigkeit, gut zu schreiben. Es passt alles bei diesem klugen Ratgeber für alle Lebenslagen. Einerseits lockeres Parlando, andererseits wirklich viele gute Anregungen. Man merkt dem Autor an, dass er viel und bewusst erlebt hat. So kann er, nach all den unterschiedlichen Stationen - von der Aushilfe bei McDonalds bis zum Referent an der Medienakademie von ARD und ZDF -, aus dem Vollen schöpfen. "Wenn ich das früher gewusst hätte" ist ein Buch, in dem sich der Autor manchmal darüber wundert, wie einfach es ist, entspannt zu leben - wenn man nur ein paar Kleinigkeiten weiß und kennt. Ein praktisches Lebens-Coaching in 111 kurzen Kapiteln Was "Wenn ich das früher gewusst hätte" von anderen Ratgebern unterscheidet, ist zum einen die thematische Bandbreite und zum anderen der Stil. Patrick Lynen gleitet mühelos von so schwierigen Themen wie dem Umgang mit Angst zu praktischen Tipps für die gelungene Kommunikation und das Auftreten im Job. Nie belehrend, nie gezwungen humorvoll sondern immer mit dem souveränen Ton, den er sich offensichtlich in seinen vielen Radiojahren "erarbeitet" hat. Ein weiterer Unterschied: der Mann ist wirklich gut herumgekommen und dürfte somit einer der ganz wenigen Ratgeberautoren sein, die mal eben einflechten können, wie es war, als Celine Dion ihm in ihrer Hotelsuite in London ein Liedchen gesungen hat. Einfach aufklappen und nachdenken Es ist kein Buch, das man von vorne bis hinten durchackern muss. Eher eines der Sorte, das man mal ein Jahr lang in der Nähe liegen lassen und immer wieder drin rumblättern sollte. Mal stellt Patrick Lynen kluge Fragen, mal gibt er praktische Tipps und manchmal stellt er auch interessante Aufgaben - alles sehr gut dazu geeignet, sich und das Leben um einen herum mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Roter-Reiter - Fazit: Viele gute Denkanstöße. Das Buch eignet sich bestens dafür, kleine Richtungsänderungen einzuleiten, die am Ende völlig neue Reiseziele ins Blickfeld rücken. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Patrick Lynen "Wenn ich das früher gewusst hätte ..." Linde Verlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wenn ich das früher gewusst hätte ..." auf Managementbuch.de   ### John Maynard Keynes als Börsenexperte und Investment-Pionier Kaum ein anderer Ökonom hat die volkswirtschaftliche Lehre des vergangenen Jahrhunderts stärker beeinflusst als der Brite John Maynard Keynes (1883 - 1946). Autor John F. Wasik beleuchtet in seinem Buch "Börsenerfolg mit der Keynes-Methode" eine weitgehend unbekannte Facette im Denken und Handeln des Theoretikers: Keynes als Börsenprofi und weitsichtiger Anleger. Seine "Schlüssel zum Wohlstand" gelten noch heute als "solides Fundament für die Entwicklung und Umsetzung einer intelligenten Anlagestrategie". Aktien als "Lieblinge" Im Zentrum der Analyse steht die "Allgemeine Theorie" von Keynes, mit der er die Renditemöglichkeiten von Aktien zwischen "Unternehmertum und Spekulation" erörtert. Keynes wird als pragmatischer Marktbeobachter geehrt, der mit Leidenschaft an der Börse handelte (er nannte seine Aktien "Lieblinge"), aber sich nicht in Versuchung bringen ließ, "gegen die Brandung der Marktanalysten, Stockpitcher, Wirtschafts-Schlagzeilen und Angeber" in den Börsenkanälen anzukämpfen. Zehn Schlüssel für den Wohlstand mit Wertpapieren Wasik betont in seinem Buch die praktischen Erkenntnisse und Lehren Keynes, die kein Verfallsdatum kennen. Im gelungenen Schlusskapitel fasst er kurz und knapp zehn Regeln für den "Wohlstand nach Keynes" zusammen, die vor allem Börseneinsteiger vor folgenreichen Fehlentscheidungen bewahren können. "Gehen Sie nicht mit der Menge" und "Investieren Sie langfristig" gehören zu den unumstritten besten Insidertipps. Und auch der gehört dazu: "Trinken Sie mehr Champagner". Im übertragenen Sinne natürlich. Schalten Sie also Ihre Geldanlage, nachdem Sie einen soliden Plan erstellt haben, auf Autopilot und kontrollieren Sie sie nur einmal im Jahr. Und dann: Ziehen Sie los und leben Sie! Roter-Reiter - Fazit: Mit seinem Buch "Börsenerfolg mit der Keynes-Methode" feiert Wasik den großen Ökonom nun auch als weitsichtigen Investment-Experten. "Keynes würde staunen, wie dauerhaft sich seine Ideen im Denken der Anleger nach 80 Jahren halten." Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de John F. Wasik: "Börsenerfolg mit der Keynes-Methode", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Börsenerfolg mit der Keynes-Methode" auf Managementbuch.de     ### Resilienz-Konzepte für Arbeitnehmer, Führungskräfte und Trainer Was das Buch "Das Resilienz-Training" von Buchacher, Kölblinger, Roth und Wimmer sofort positiv aus dem Pool der Achtsamkeitsratgeber und Coaching-Kurse heraushebt, ist der dreidimensionale Ansatz: Die Autoren wenden sich zunächst mit einer detaillierten Übersicht zu Resilienz-Konzepten an Arbeitnehmer, die ihre inneren Ressourcen im Job stärken wollen. Fünf Kapitel reserviert das Buch für Modelle und Übungen. Ein weiterer Abschnitt ist für Trainer vorgesehen, die hier Anleitungen für unterschiedliche Seminardesgins erhalten, um das Thema Resilienz ihren Coachees zu vermitteln. Wie Manager ihre Mitarbeiter aufbauen Schlussendlich widmen sich die Autoren den Führungskräften und der Frage, wie diese "Arbeitsfähigkeit, Motivation und Arbeitszufriedenheit" ihrer Teammitglieder unterstützen. Gut: Auch "generationengerechte Arbeitsbedingungen" werden hier ausführlich besprochen. Resilienz ist keine Eigenschaft, sondern ein aktiver Prozess Unabhängig von der Zielgruppe geht es den Autoren darum, die vielfältigen Facetten von Resilienz zu beleuchten und die "seelische Wetterfestigkeit" als Prozess begreifbar zu machen, der zwar Anstrengungen erfordert, mit einem Zuwachs an Zufriedenheit und Selbstsicherheit aber großzügig entlohnt wird. Es geht im Kern darum, nicht (mehr) das Unangenehme zu meiden, sondern das Wertvolle bewusst anzustreben. Die Maßnahmen und Wege dorthin sind weitverzweigt. Mit Hilfe bunter Flipchart-Abbildungen stellen die Autoren eine Reihe unterschiedlicher Konzept vor - vom SMART-Prinzip der Lebensziele ("spezifisch, messbar, aktivitätsorientiert, realistisch und terminierbar") bis zum medizinsoziologischen Ansatz der Salutogenese. Die Modelle sind mehr ergänzend als konkurrierend. Gut: Am Anfang steht ein Test zur Selbstverortung ("Resilienz-Check"), der Ihnen verdeutlicht, ob Sie Ihre "Work-Ability" wiederherstellen, verbessern, unterstützen oder auch "nur" erhalten sollten. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, gezielt einzelne Aspekte zu vertiefen, andere Kapitel zu überspringen. Roter-Reiter - Fazit: "Das Resilienz-Training" liefert einen sehr guten und vor allem anschaulichen Überblick zu praxiserprobten Resilienz-Konzepten. Arbeitnehmer nutzen das Buch zum Selbstcoaching, Trainer und Führungskräfte als Nachschlagewerk. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Walter Buchacher, Judith Kölblinger, Helmuth Roth, Josef Wimmer: "Das Resilienz-Training", Linde 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das Resilienz-Training" auf Managementbuch.de ### Ein Plädoyer für wertvolle Dialoge statt belangloser Wortwechsel Gabriele Zienterra hat sie satt, die Pseudodialoge im Chat-Slang, die nun auch die Alltagssprache jenseits der Facebook-und Whats-App-Fenster dominieren. "LOL" und "Like" ersetzen aber weder ganze Sätze noch ein ehrliches Lächeln, moniert die Autorin in ihrem Buch "Stop Cheap Speak". Sie fordert mehr Zeit, Interesse und Aufmerksamkeit in der Kommunikation, mehr Teilnahme am Gespräch und mehr Anteilnahme am Gesprächspartner. Wenn Rhetorik-Eliten aneinander vorbeisprechen und -hören Ihre Kritik entzündet sich aber nicht nur an der Sprachverkümmerung durch die Sozialen Medien. Pseudokommunikation findet auch unter Rhetorik-Experten aus der Politik statt. Gerade dort! Wenn etwa die Parteispitzen mit dem Gedanken "Ich muss es schaffen, meine Inhalte weiterzugeben, die Vorteile unseres Parteiprogrammes klarzumachen" ins Studio einer Talk-Show schlendern, "entstehen absurde Gesprächssituationen, in denen keiner auf die Aussage des anderen eingeht oder ihm auch nur wirklich zuhört." De Klerk und Mandela im respektvollen Dialog "Cheap Speak" nennt die Autorin diese Art der Kommunikation: "Vorgefertigt. Aus Versatzstücken eilig zusammengenäht." Das geht auch anders. Auch in der Politik. Selbst dann, wenn die Positionen offensichtlich unvereinbar sind wie einst in Südafrika bei De Klerk und Mandela: "Sie schafften es miteinander zu reden, mehr noch, genau hinzuhören." Darum geht es im Kern des Buches: Die Tricks der leeren Kommunikation entlarven und die Optionen für einen respektvollen Austausch nutzen. Anregungen dafür gibt Zienterra zuhauf. Roter-Reiter - Fazit: Ein kluges Buch, das nicht nur unseren Sprachgebrauch, sondern auch den Wert unserer Sozialkontakte hinterfragt. Wer "Stop Cheap Speak" aufmerksam liest, wird sich abends vermutlich weniger bei Facebook aufhalten, dafür der Familie und (echten) Freunden mehr Zeit widmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Gabriele Zienterra: "Stop Cheap Speak", Kanur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Stop Cheap Speak" auf Managementbuch.de   ### Die perfiden Mobbing-Tricks im Büro - und die passende Gegenwehr Der Titel wirkt recht harmlos, das Buch "Machtspiele" aber hat es in sich: Schonungslos deckt Autor Matthias Nöllke die geheimen Spielregeln für das tägliche Mobbing im Büro auf. Die Grundmuster der Dominanzrituale aus der Chefetage mit den symbolischen Fußtritten und Nackenschlägen für das Fußvolk. Aber auch die Nadelstiche, mit denen sich die "Indianer" gegenseitig piesacken oder sogar einen der Häuptlinge zu Fall bringen. "Machtspiele" fördert das zutage, was die Betroffenen nur unbewusst spüren, aber nicht erklären können - die Antreiber hinter dem versteckten Mobbing. Mobbing is a game for two Erfreulich unaufgeregt demaskiert Nöllke die typischen Machtspiele und -muster. Das Wort "Spiel" trifft es sehr gut. Weil alle Beteiligten in die unausgesprochen Regeln einwilligen müssen, damit die Figuren sich auf dem imaginären Brett bewegen. Wer seine Macht ausspielen will, braucht ein Opfer. Weigert sich die auserwählte Person, ist das Spiel beendet, bevor es zum Showdown kommt. Auch darum geht es in dem Buch. Konsequenterweise (und mit einem Hauch von Ironie) hat der Autor seinen Ratgeber auch wie eine Brettspielanleitung aufgebaut: In jedem Kapitel erläutert er die "Mitspieler", den "Spielverlauf" und die Varianten für die "Profis". Wie Sie Drohungen aussprechen - und richtig darauf reagieren (wenn Sie auf der anderen Seite stehen) "Macht" an sich ist unschuldig. Sie zu nutzen, ist kein Verbrechen, sondern ein Selbstverständlichkeit. Und das Dominanzgefälle am Arbeitsplatz bleibt unproblematisch, sofern Manager den Vorsprung der Weisungsbefugnis nicht falsch auslegen. Auch dabei hilft der Autor, der beispielsweise zeigt, dass Drohungen an die Mitarbeiter zwar sinnvoll sein können, aber schnell verpuffen, wenn sie abstrakt oder unrealistisch erscheinen. Denn darin besteht die "Kunst die Drohung: Sie müssen etwas finden, das Ihrem Gegenspieler unangenehm genug erscheint, um dann doch lieber zu tun, was Sie wollen." Vor allem aber profitieren Angestellte von dem Buch, die sich selbst in der Mobbing-Falle wähnen. Der Autor stellt zu allen "Machtspielen" praxiserprobte Gegenmaßnahmen vor. So auch bei offenen Drohungen durch den Vorgesetzten: "Sie fügen sich, tun aber nicht das, was von Ihnen verlangt wird, sondern etwas Ähnliches. Sie müssen das ursprüngliche Ziel gerade so weit verfehlen, dass der andere merkt, dass er nicht das bekommt, was er wollte. Doch Sie müssen dem Ziel immer noch nahe genug kommen, dass er seine Drohung nicht wahr machen kann." Roter-Reiter - Fazit: Geballtes psychologisches Wissen über die Mechanismen versteckter und offener Konflikte in den deutschen Büros - ohne Theorieverweise. Ein ungemein wichtiges Buch für Führungskräfte und deren Mitarbeiter sowieso, die sich wehren müssen. Empfehlung - ohne Wenn und Aber! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Matthias Nöllke: "Machtspiele - Die Kunst den eigenen Willen durchzusetzen", Haufe 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Machtspiele - Die Kunst den eigenen Willen durchzusetzen" auf Managementbuch.de   ### Whiskey-Wissen von "A" wie "Abfüllung" bis "Y" wie "Yeast" Sie suchen das passende Geschenk für einen passionierten Whiskey-Kenner? Oder verschenken eine teure Flasche, und das passende Add-On fehlt noch? Hier ist es: "Single Malt Whiskey" aus dem Wiley-Verlag. Im Pocketformat (DINA6) und seinem schwarzem-seidigem Cover-Überzug wirkt das Büchlein so edel wie ein alter Single Malt aus Schottland. Die Geheimnisse des Single Malt Autor Arno Gänsmantel erläutert die Geheimnisse hinter dem "Scotland's Finest", den Herstellungs- und Abfüllungsprozess, die Regionen, Destillerien und Marken, die ein (angehender) Whiskey-Liebhaber kennen muss, um sich im Kaufhaus zu orientieren. Schöner Service. Wer einen Trip auf die britische Insel plant, kann sich hier auch über Brennerei-Besichtigungen informieren. Roter Reiter - Fazit: Schönes Buch zum Verschenken an Whiskey-Freunde! Oder zum eigenen Einstieg in ein edles und teures Hobby. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Arno Gänsmantel. "Das Little Black Book vom Single Malt Whisky", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das Little Black Book vom Single Malt Whisky" auf Managementbuch.de ### Spekulieren an der Börse: Die Trading-Geheimnisse der Profis Für alle, die sich ernsthaft mit Börsenspielregeln und Spekulationsgeschäften auseinandersetzen, ist Jack D. Schwager etwa das, was Günter Netzer für die Fußballfans ist: eine Ikone. Der Bestsellerautor hat mit seiner Reihe Magier der Märkte einen Klassiker der Investmentliteratur veröffentlicht, vermutlich das Handbuch für angehende und professionelle Börsianer. Tipps der Insider für Ihr Risikomanagement Um "das Agieren am Markt, Risikomanagement und entscheidende Lektionen von Männern und Frauen aus der Hall of Fame an den Aktienmärkten, Zinsmärkten, Devisenmärkten und Futures-Märkten" geht es auch im neuen Werk "Das kleine Buch der Market Wizards". Nur eben komprimierter, schneller auf den Punkt gebracht. Hier gibt es die Quintessenz aus fünf Dutzend früherer Interviews mit Börsenexperten, in denen Schwager nach den Geheimnissen ihrer Spekulationserfolge forscht. Keine Patentrezepte und ein kleiner Schönheitsfehler Schwager vermittelt keine "Patentrezepte für leichtes Geld" in seinem Trading-Ratgeber. Er will die Spielregeln für ein "solides Fundament für potenziellen Erfolg an den Märkten aufbauen". Tipps aus erster Hand gibt es natürlich zuhauf für ein "aggressives Risikomanagement", dazu auch den wichtigen Hinweis, dass erfolgreiche "Börsen-Zockerei" immer einem "persönlich gestalteten Trading-Ansatz" folgen muss und "Durchhaltevermögen" erfordert. Die Großen kopieren wollen, das reicht nicht aus, um selbst groß zu werden. Für Abzüge in der B-Note sorgen vereinzelte Formulierungen, die das Bild vom gewissenlosen Spekulanten stützen, der keine moralischen Instanzen kennt: "Durch schieres Glück wurde 1970 die Maisernte durch Mehltau beeinträchtigt". Ob die betroffenen Bauern dieses Glücksgefühl teilen? Management-Journal - Fazit: Wer "Magier der Märkte bereits gelesen hat, freut sich über eine gelungene Zusammenfassung. Wer den "Vorgänger" nicht kennt, findet hier den richtigen Einstieg in die Trading-Geheimnisse der Profis. Oliver Ibelshäuser www.Management-Journal.de   Jack D. Schwager: "Das kleine Buch der Market Wizards", Börsenbuchverlag 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das kleine Buch der Market Wizards" auf Managementbuch.de ### Wie Stiefmütter ihren Platz in der neuen Familie finden und gestalten Nicht nur bei den Gebrüdern Grimm haben Stiefmütter die undankbarste Rolle. Auch im wahren Leben müssen sie sich ihren Platz zwischen Kindern und Mann häufig erstreiten. Verständnis, Konfliktfähigkeit, Nachsicht (gerade sich selbst gegenüber) und Durchhaltevermögen sind dabei nötig. Katharina Grünewald hat als Therapeutin zahlreiche Patchwork-Familien begleitet und beraten. Ihr Buch "Glückliche Stiefmutter" hat sie den Frauen gewidmet, die im Beziehungsdreieck zwischen Mann, dessen Kind(ern) und Ex-Frau psychisch zerrieben werden. Konflikte in Patchworkfamilien gehören zum Alltag In kurzen Fallstudien schildert die Autorin typische Konfliktsituationen in Patchworkfamilien: Die neue Frau in der Familie, die die Mutterrolle in einer Überdosis verpasst bekommt oder aber die bei den Kids nur auf Ablehnung stößt. Die Stiefmutter, die sich immer mit der Vorgängerin messen lassen muss (und es unbewusst selber tut). Grünewald stellt für solche Krisen keine Patentrezepte zur Verfügung und erörtert erst recht sie nicht die "Schuldfrage", auf die sich die Beteiligten in ihrer Not gerne versteifen. Vielmehr geht es ihr um Perspektivenwechsel, Verständnis und Weitsicht statt Kurzschlussreaktionen. Lasst die Familienkonferenz tagen Ihr Tipp bei häufigen Streitigkeiten innerhalb der Neu-Familie lautet "einen stabilen Rahmen zu schaffen, in dem eine produktive Auseinandersetzung stattfinden kann, Abmachungen, Regeln und klare Strukturen helfen aus der Eskalationsspirale heraus". Anwendungsbeispiele liefert die Autorin dafür zuhauf - wie zum Beispiel die Familienkonferenz, in der alle Gehört finden, ihren Standpunkt verdeutlichen und dann gemeinsam an Kompromissen arbeiten. Roter Reiter - Fazit: Weg mit dem Klischee von der "bösen Stiefmutter". Grünewald erklärt mit großem psychologischem Sachverstand, wie Frauen sich in Patchworkfamilien positionieren. Unbedingt lesenswert auch für Männer, die just die Rolle des Stiefvaters übernehmen. Fast alle klugen Tipps im Buch gelten analog für Männer! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Katharina Grünewald: "Glückliche Stiefmutter", Kreuz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Glückliche Stiefmutter" auf Managementbuch.de     ### Leben, Leiden und Liebe des Soldaten Horace Greasley "Singen die Vögel in der Hölle?" ist die wahre Geschichte des britischen Soldaten Horace "Jim" Greasley, der nur kurze Zeit nach seinem Einsatzbefehl in der Normandie von deutschen Soldaten gefangen und verschleppt wird: "Fünf Jahre lang haben mich die Deutschen geschlagen, gefoltert und misshandelt". Greasley wird zur Zwangsarbeit verdonnert. Das ist absurderweise seine Rettung. Denn im Steinbruch lernt er Rosa Rauchbach kennen und lieben. Der Beginn einer leidenschaftlichen Beziehung, die über die Entbehrungen und Erniedrigungen hinweghilft bis zur Befreiung und Heimkehr nach Großbritannien. Die ungeschminkte Geschichte einer bitteren Kriegsgefangenschaft Ken Scott ist Autor der erschütternden Kriegschronik. Er hat Greasley getroffen und zahlreiche Interviews geführt, um die Geschichte detailgetreu aus der Vogelperspektive niederzuschreiben. Dichterische Freiheit hat Greasley nicht durchgehen lassen. Ihm geht es um die Wahrheit, um die unmenschlichen Verbrechen, die den Alltag der Opfer und Täter zwischen 39 und 45 wirklich geprägt haben. Wie die Liebe das Elend besiegt Das Buch erzählt eindringlich vom wahllosen Töten auf beiden Seiten: "Jetzt übernahm der Instinkt die Regie. Er hatte nicht mehr die Zeit, über die Absurdität des Krieges nachzudenken, über die Familie des jungen Mannes in Berlin oder München". Von den körperlichen und psychischen Verstümmelungen der Opfer "Jeder war ein Niemand und sein Leben keinen Pfifferling wert", aber auch von der Fähigkeit, in den schlimmsten Krisen und Katastrophen Hoffnungen zu formulieren und Liebe zu empfinden. Greasley findet die Liebe beim Mädchen "Rosa". Die Verbundenheit zu ihr und die nächtlichen Treffen geben ihm die Kraft, die Qualen des Tages zu ertragen. Und diesen Appell sendet der Autor mit seinem Buch: "Weder Erniedrigung noch Folter können mehr Kraft rauben, als die Liebe geben kann, wenn wir das tatsächlich wollen." Roter Reiter - Fazit: "Singen Vögel in der Hölle?" ist zum einen die authentische und bewegende Chronik einer Kriegsgefangenschaft in Deutschland. Zum anderen auch eine Parabel über Gut und Böse, die sich nicht nur auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen, sondern auch im eigenen Kopf miteinander streiten. Wer dann gewinnt, das entscheiden wir selbst. Ein packender Zeitzeugenbericht aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Horace Greasley: "Singen Vögel in der Hölle", Plassen 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Singen Vögel in der Hölle" auf Managementbuch.de   ### Rolf Schmiel enttarnt Motivations-Mythen und zeigt, was Sie tatsächlich nach oben bringt "Lieber gelegentlich mit Karacho scheitern und mit Verve die Welt zurück erobern, als im faden Mittelmaß stecken zu bleiben". Rolf Schmiel, Autor des empfehlenswerten Buches "Senkrechtstarter" weiß, wovon er spricht. Er war als junger Unternehmer ganz oben und ist mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung zwischenzeitlich grandios gescheitert ("Ich verliebte mich in meine eigene Image-Broschüre"). Mittlerweile ist Schmiel wieder geerdet. Zurückgeblieben sind aber viele Fragen um vermeintliche und echte Erfolgsmodelle, wirksame Strategien zur Selbstmotivation und Placebo-Rezepte, die sich von anderen Autoren und Trainern prima (und teuer) verkaufen lassen, im Managementalltag aber als Luftblasen erweisen ("Managementgurus auf den Leim gehen"). Zorn, Gier, Arroganz und Neid können starke Triebfedern für Motivation sein "Senkrechtstarter" ist das vielleicht eindringlichste Motivationsbuch des Jahres, weil es mit Konventionen in der Berater-Literatur ("Botschaften der Küchenpsychologie") bricht. Schmiel verspricht Ihnen nichts, was Sie ohnehin nicht halten können. Denn "niemand kann alles erreichen, nur weil er es auch denken kann". Zudem wägt er sehr genau zwischen positiven und negativen Antreibern für gute Leistungen ab. Willenskraft und Großzügigkeit sind ehrenvolle Motive für das eigene Handeln, für das Ergebnis sind sie aber nicht bedeutender als negative Gefühle wie Zorn, Gier, Arroganz oder Neid, sofern diese wohldosiert zur Entfaltung kommen und mit Köpfchen gesteuert werden. Schmiel hat zahlreiche Beispiele dafür parat, dass eine Spur Überheblichkeit sehr wohl karriereförderlich sein kann. Die großen Lügen der Motivationslehrer Kennen Sie den Ausruf "Tsajakkaa" als Motivationsspritze vor einer großen Aufgabe oder als Siegesgeheul danach? Wenn nicht, haben Sie nichts verpasst. Die "Urschrei-Therapie für Versager" macht sie vor einem Wettkampf (im Sport oder Unternehmen) nicht wirklich robuster, sondern fördert nur das zutage, was Sie ohnehin an Kräften in sich tragen. Tsajakkaa brauchen Sie nicht (mehr), wohl aber das Wissen um positives Denken und Selbstvertrauen. Schmiel entzaubert mühelos die Jahrmarkt-Methoden der Selbstmotivations-Fürsten auf deutschen und internationalen Speaker-Bühnen. Selbst vor dem "Lauf über glühende Kohlen" haben Sie nach dem Lesen keine Ängste mehr. Denn das kann jeder mit der richtigen Technik. Aber es geht dem Autor nicht um eine blinde Abrechnung mit Kollegen: Schmiel zeigt vielmehr, welche Wahrheiten hinter den absurden Thesen stehen. Das hilft Ihnen doppelt. Sie fallen nicht auf Erfolgsmärchen herein und lernen gleichzeitig, auf was es im Karrierestreben wirklich ankommt. Gelungen! Roter-Reiter - Fazit: Schmiel findet deutliche Worte für die Verführer und Gaukler der Motivationslehre. Das macht das Buch sehr lesenswert. Sehr nützlich wird es dadurch, dass der Autor von "Senkrechtstarter" detailliert herausarbeitet, welche Motivationstechniken sich dahinter verbergen und wie Sie diese im Alltag nutzen können (ohne teure Seminare buchen zu müssen). Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Rolf Schmiel: „Senkrechtstarter „, Campus 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von „Senkrechtstarter" auf Managementbuch.de ### Seiwert gibt Tipps zu Zeitmanagement und Work Life Balance Mit seinem neuen Buch "Zeit zu leben" wendet sich der "Grandseigneur des Zeit- und Aufgabenmanagements" an alle, die sich vom Alltag getrieben und überfordert fühlen und die nicht einmal mehr in ihrer Freizeit Erholungspausen finden. Ihnen vermittelt Lothar Seiwert in einfachen Worten, mit Selbst-Checks und vielen kleinen Übungen ein zweistufiges Programm für bessere Selbstorganisation und mehr Achtsamkeit. Das Ziel: Burnout und seine Vorstufen vermeiden, mehr "Ich" in den Vordergrund schieben, mehr "Fremderwartungen" in den Hintergrund drücken. Life-Leadership für jedermann Mit "Life-Leadership" überschreibt Seiwert den ersten Teil seines Buches. Gemeint ist ein konsequentes Zeitmanagement, das Ihnen hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Ihre Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Zu Beginn bittet Seiwert um eine kurze Inventur: Mit dem "Konzept der Lebenshüte" (Papier und Bleistift bereitlegen!) ermitteln Sie die Vielzahl Ihrer Alltagsrollen, erfahren wie Sie sich auf die wichtigen konzentrieren, die unwichtigen ablegen und dabei "mentalen Ballast abwerfen". Im Anschluss erfahren Sie, wie Sie Ihren beruflichen Alltag entspannen: Ziele und Prioritäten setzen, den Tag richtig planen und die Zeitkiller identifizieren - Seiwert erläutert das alles locker, interaktiv und dank der vielen Cartoons mit einem Schuss Humor an der richtigen Stelle. Die 5 Bausteine der Work Life Balance Der zweite Teil zur Work-Life-Balance widmet sich in kurzen Kapiteln den Lebensbereichen "Arbeit", "Körper", "Kontakt", "Werte" und "positive Einstellungen", die im Gleichgewicht stehen sollten. Zu Anfang gibt es jeweils ein Experteninterview. Abgeschlossen werden die Kapitel mit griffigen Tipps für den Alltag, die in der Summe die Lebensqualität erheblich steigern können. Zum Beispiel: "Halten Sie das Wochenende und Ihren Urlaub möglichst frei von Arbeit". Roter Reiter-Fazit: Seiwert geht die Themen "Selbstorganisation", "Zeitmanagement" und "Achtsamkeit" unverkrampft an. Macht Spaß zu lesen und ist überaus motivierend - das gilt für die Hausfrau genauso wie für die Führungskraft im Großunternehmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Lothar Seiwert: "Zeit zu leben", Gabal 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Zeit zu leben" auf Managementbuch.de ### Die kleinen Psycho-Fallen im Alltag erkennen Würden Sie einen Kollegen noch einmal um einen Gefallen bitten, wenn dieser bereits beim ersten Mal "Nein" gesagt hat? Vermutlich nicht, denn Sie erwarten automatisch eine weitere Abfuhr. Ist aber zu kurz gedacht. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ja" folgt, ist deutlich höher, weil ansonsten auch das "Unbehagen" beim ablehnenden Kollegen steigen würde. Kleine Psycho-Irrtümer wie diesen deckt das sehr interessante und unterhaltsame Buch "100 psychologische Denkfallen" auf. Wo uns Gehirn und Wahrnehmung einen Streich spielen Mehr als jeweils eine Doppelseite benötigen die von den Herausgebern Jana Nikitin und Marie Hennecke ausgesuchten Autoren nicht, um ihre erstaunlichen, teils amüsanten Ergebnisse zu schildern. Hier eine Auswahl: Positive Selbstgespräche, so steht es in vielen Coaching-Ratgebern, erhöhen das Selbstwertgefühl. Ist aber Quark. Stattdessen steigern solche Monologe den Druck, dem Idealbild zu entsprechen und können sogar das Gegenteil bewirken. Wer davon überzeugt ist, dass das Alter vor allem Krankheit und Einsamkeit bedeutet, ist stressanfälliger, was im Alter tatsächlich zu mehr Erkrankungen führt. Hurrikane mit weiblichen Namen sind wirklich gefährlicher? Laut Statistik: ja! Und das hat einen einfachen Grund. Sie werden "namentlich" unterschätzt mit fatalen Folgen. Die bedrohten Menschen wiegen sich in Sicherheit und schützen sich weniger. Menschen, die ökologische Produkte kaufen, handeln im Alltag auch moralischer. Möchte man meinen. Stimmt aber nicht. Denn die Öko-Käufer erwerben mit dem Produkt eine Art "moralischen Kredit" und sind sogar häufig rücksichtloser. Wer nur das Gute im Leben sieht, ist glücklicher als andere. Leider auch Unsinn. Korrekt ist: Wer akzeptiert, dass positive und negative Gefühle zum Leben gehören, ist paradoxerweise zufriedener als jemand, der negative Emotionen vermeidet. Roter Reiter - Fazit: "100 psychologische Denkfallen" ist ein kluges und spannendes Buch, das mit seinen interessanten Ausflügen in die Erkenntnisse der Psychologie eingängig zeigt, wie sehr unsere kleinen und großen Entscheidungen von psychologischen Zusammenhängen beeinflusst werden. Sehr nützlich und unterhaltsam. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Jana Nikitin, Marie Hennecke: "100 psychologische Denkfallen", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "100 psychologische Denkfallen" auf Managementbuch.de ### Was das Leben von der Wirtschaft lernen kann Nach seinem Bestseller "Innovators Dilemma" legt Harvard-Dozent und Wirtschaftsexperte Clayton M. Christensen sein vermutlich persönlichstes Buch vor. "Wege statt Irrwege" ist kein Wirtschaftsratgeber im engeren Sinne, keine Gesellschaftskritik, kein Coaching-Buch und erst recht keine Autobiographie. Obwohl es in allen Bereichen zu den starken Publikationen zählen würde. Fast zufällig hat Clayton festgestellt, dass seine (ehemaligen) Studenten trotz vorbildlicher Ausbildung und herausragender Noten mitunter auf die schiefe Bahn geraten: beruflich und privat Bruchlandungen erleiden. Er forscht in der Folge aus Eigeninteresse nach den Ursachen, die Menschen privat und beruflich glücklich machen, ohne dabei moralische Maßstäbe außer Acht zu lassen. Wirtschaftlicher Aufstieg und Lebensglück folgen den gleichen Spielregeln Fündig wird er in dem Stoff, den er an der Uni lehrt und als Berater predigt: "Jedes Jahr bin ich aufs Neue verblüfft, wie es denselben Theorien, die wir auf Firmen anwenden, gelingt, Licht auch in unser persönliches Leben zu bringen". Wirtschaftlicher Aufstieg und persönliches Glück im Leben funktionieren nach ähnlichen Regeln, weist der Autor nach. "Hygienefaktoren" wie Status, Vergütung und Arbeitssicherheit müssen mit "Motivatoren" wie Herausforderung, Anerkennung und persönlicher Entwicklung zusammenspielen, damit der Lebenssaldo positiv ist. Roter-Reiter.de-Fazit: Christensen bringt in seinem Buch zahlreiche Belege dafür, dass persönlicher und finanzieller Erfolg kein Zufall ist, sondern festen Prinzipien folgt: "Das Wichtigste ist, aus seinem Haus zu gehen und Neues auszuprobieren, bis Sie lernen, wo und wie sich Ihre Talente, Interessen und Prioritäten auszahlen." Ein interessantes Buch, das viel Spaß bei der Lektüre bereitet und jede Menge kluger Gedanken enthält. Verblüffend wie viele Parallelen es gibt! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Clayton M. Christensen: "Wege statt Irrwege", Books4Success, 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Managementbuch.de   ### Spickzettel für Präsentationen und Stegreifreden Nervosität und Lampenfieber vor dem Auftritt auf der Business-Bühne, das kennen nicht nur die Nachwuchskräfte im Büro. Viele Manager quälen sich damit ein Leben lang und wünschen sich heimlich eine unsichtbare Souffleuse, die beruhigend zur Seite steht oder die passenden Antwort zuflüstert, wenn eine fiese Frage aus dem Publikum den ganzen Vortrag (beinahe) aus den Angeln hebt. Das kleine Büchlein "Rhetorik für Dummies" springt hier gerne ein. In der Größe einer Zigarrenschachtel (DIN A6) und mit gerade mal 120 Seiten lässt es sich diskret in der Sakko- oder Hosentasche verstecken, um 5 Minuten vor dem Start der Präsentation noch einmal die wichtigsten Regeln für eine gelungene Rede nachzuschlagen. Den Schluss Ihrer Rede planen Sie am Anfang! Denn um nichts anderes geht es Autor Malcolm Kushner. Sein Büchlein ist ein Mini-Nachschlagewerk, ein Best-of der wichtigsten Rhetorik-Regeln. Der erste Teil ruft in Erinnerung, wie Sie Ihre Rede aufbauen, die Zeit abschätzen ("10 beschriebene DIN-A4-Seiten ergeben zwei Minuten Redezeit") und trotzdem auf unverhoffte Kürzungen reagieren ("alles weglassen, aber niemals den Schluss!"). Im zweiten Teil geht es darum, Schwung in den Vortrag zu bringen. Eine gute Einleitung ist schon mal nicht schlecht. Ihr bisher geplanter Einstieg erscheint Ihnen auf den letzten Metern plötzlich zu dröge? Dann nehmen Sie eine von Kushners Ideen und Beispielen zu "Zitaten, verblüffenden Fakten, Provokationen oder Kenntnissen über das Publikum". Powerwörter und wie Sie einen plötzlichen Filmriss auffangen Im dritten Teil widmet sich der Autor den Feinheiten. Die richtigen Formulierungen ("Powerwörter wie 'ungewöhnlich, aufregen und hinreißend' verwenden"), Sprachmelodie und Übergänge stehen auf dem (Spick-)Zettel. Und wenn Sie tatsächlich mal den Faden verlieren, nutzen Sie genau einen der einstudierten Übergänge zur Überbrückung, bis Sie sich gesammelt haben. Rhetorische Fragen, Zahlenbeispiele sind gut. Noch besser (und völlig unverdächtig) sind kurze Zusammenfassungen des letzten Kapitels. Und das kriegen Sie garantiert immer hin. Roter-Reiter - Fazit: Das ABC einer gelungenen Präsentation kurz und knackig zusammengefasst - das ist die Idee des Mini-Büchleins "Rhetorik für Dummies". Perfekt geeignet für den letzten Check im Bus, im Büro oder notfalls auch auf dem WC. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Malcolm Kushner: "Rhetorik für Dummies", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Rhetorik für Dummies" auf Managementbuch.de ### Einfach mal herzhaft lachen über die Missgeschicke der Evolution Mit Eichhörnchen, Rehkitzen, Delphinen und Pfauen hat es die Natur gut gemeint: Sie sehen phantastisch aus - bis ins hohe Alter. Andere Geschöpfe werden hässlich geboren und bleiben es bis zum Tod. Von der Natur betrogen? Nur nach unseren Maßstäben. Unglücklicher leben dieser Tiere vermutlich auch nicht. In ihrem wunderbaren Bilder- und Satirebuch "Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!" hat Mara Grunbaum zahlreiche Beispiele für scheinbare Pannen in der "göttlichen Schöpfung" zusammengetragen. Warum, liebe Schöpfung, hast du hier nicht besser aufgepasst? Dazu hat sie witzige Texte verfasst, die der hier personifizierten Evolution mit frechen Fragen und Vorwürfen auf den Pelz rücken, wie beim Nasenaffen: "Du kannst nicht einfach die Genitalien von irgendwem nehmen und sie einem Affen ins Gesicht stecken!?" Doch, das kann sie sehr wohl und hat dafür sogar häufig gute Gründe wie bei "halbierten" Mondfischen, hässlichen Aalen, runzligen Molukken-Hirschebern, ekligen Spinnen und unproportionierten Fröschen. Aber in einigen Fällen zieht die Evolution im Dialog mit der Autorin dann doch blank, wie beim Zapfenguan mit dem seltsam roten "Alarmknopf". "Wow, Evolution, der ist ziemlich... " "Was? Was soll bitteschön an dem Vogel falsch sein? " "Tut mir leid, aber was zum Teufel ist das Ding da auf seinem Kopf?" "Ach das?, keine Ahnung, ich fand das irgendwie nett ..." Jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch die Evolution. Ihren eigenen Bad-Day können Sie sich mit diesem Buch im Pocket-Format versüßen! Roter Reiter - Fazit: Sie glauben ernsthaft, Sie seien im Job oder der Partnerschaft unzureichend? Sie sind geradezu perfekt geraten im Vergleich zu den Geschöpfen, die Mara Grunbaum in "Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!" präsentiert. Ein wunderbar spaßiges Buch zum Lachen, Verschenken und Staunen und vor allem zum mentalen Wiederaufbau nach einem frustrierenden Tag im Büro. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Mara Grunbaum: „Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!“, Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!“auf Managementbuch.de ### Internetsucht erkennen & therapieren Ein paar Stunden Internet pro Tag sind Pflichtprogramm - in den meisten Berufen ohnehin und mittlerweile auch für viele Schüler, die den Unterricht für den nächsten Morgen vorbereiten. Die meisten Nutzer sind froh, wenn Sie abends die Kiste ausmachen können. Andere werden dann aber erst richtig aktiv. Facebook, Online-Rollenspiele, Chatforen bilden das Nachtprogramm. Um diese Personen geht es vorrangig, wenn Bert te Wildt unaufgeregt analytisch "die neue Sucht des 21. Jahrhunderts" erklärt: ihre Ursachen, Erkennungszeichen und Therapieformen. Internetabhängigkeit ist eine Suchterkrankung wie Alkoholismus Te Wildt berichtet fallstudienartig aus eigenen Erfahrungen. Im Jahr 2002 gründete der Autor an der Medizinischen Hochschule Hannover die "Sprechstunde für Menschen mit medienassoziierten psychischen Erkrankungen". Schon bald stellt sich heraus, dass "Internetabhängigkeit ein eigenständiges Krankheitsbild im Sinne einer Suchterkrankung" ist. Die Gemeinsamkeiten mit anderen Suchterkrankungen wie Alkoholismus sind größer als die Unterschiede. Diagnose und Therapie Der Autor arbeitet detailliert heraus, wie Sie bei sich oder anderen - zum Beispiel Ihren Kindern - eine Suchttendenz erkennen ("erfolglose Versuche, den Internetgebrauch zu kontrollieren, einzuschränken oder zu stoppen".) Nicht nur die am PC Zeit verbrachte Zeit spielt dabei eine Rolle. Auch die Verdrängungsimpulse geben klare Hinweise, denn für Betroffene ist "der Internetgebrauch ein Weg, Problemen auszuweichen und dysphorische Stimmungen zu erleichtern". Nach der Diagnose kommt die Therapie, in die der Erkrankte zunächst einwilligen muss. Das ist nicht immer einfach. Denn die "vollständiger Abstinenz" führt zu ähnlichen Entzugsängsten und -erscheinungen wie bei einem Heroin-Junkie, der den nächsten Schuss nicht erwarten kann. Te Wildt schildert aus eigener Erfahrung, wie der therapeutische Mix aus psychischen, körperlichen (Ernährung, Bewegung!) und sozialen Maßnahmen (Freundschaften wieder aufbauen!) aussehen muss, um den Kranken aus der Cyber-Falle zu befreien und bestenfalls ein unbedenkliches Nutzungsverhalten am PC wieder zu ermöglichen. Roter Reiter - Fazit: Internetsucht wird jetzt nicht mehr belächelt oder tabuisiert! In "Digital Junkies" rückt Autor und Therapeut Bert te Wildt die Dimensionen einer unterschätzen Krankheit gerade und erklärt die Fakten hinter der Sucht, die vor allem (aber nicht nur) unter Kindern und Jugendlichen immer mehr Opfer findet. Wichtiges Buch auch für besorgte Eltern, Pädagogen und Therapeuten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Bert te Wildt: "Digital Junkies"; Droemer 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Digital Junkies" auf Managementbuch.de   ### Gesundheit für Körper, Kopf und Seele Fit bleiben bis ins hohe Alter, leistungsfähig und attraktiv. Das ist heute einfacher denn je, sofern Sie nicht nur Ihren Körper, sondern auch Psyche und Intellekt richtig "füttern". Sven Voelpel und Anke Fischer haben in ihrem gemeinsamen Buch ein dreidimensionales Gesundheitsprogramm aufgesetzt: "Mentale, emotionale und körperliche Fitness" erklärt komprimiert, wie Sie sich gesund ernähren, produktiv mit Stress umgehen und Ihre Traumfigur (zurück)bekommen. Kopfschmerzmittel aus der Wasserleitung Gesundes Essen schmackhaft machen: Voelpel und Fischer liefern gute, alltagsnahe Tipps, um mehr Bewegung und gesündere Ernährung problemlos in Ihren Tagesablauf zu integrieren. Häufig reichen kleine Änderungen im Verhalten aus, um Müdigkeit, Infektionsgefahr oder schlechte Stimmung zu vertreiben: Reduzieren Sie im Büro beispielsweise die Kaffee-Rationen. Stattdessen trinken Sie Wasser, das "hilft gegen Kopfschmerzen, macht in richtigen Mengen fit und munter". Aber bitte ohne Kohlensäure. Denn Kohlensäure "senke den PH-Wert, was sich in einem übersäuerten Magen schmerzhaft auswirkt." Resilienz kann man lernen Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, krankmachenden Stress im Job aufzufangen oder anzuwenden. Die Autoren entwerfen ein plausibles Anti-Burnout-Programm inklusive Selbsttest, der schnell Aufschluss über Ihre Gefährdungslage gibt. Und zeigen, wie Sie den Berg an Arbeit besser bewältigen, bevor Sie darunter begraben werden: Zeitmanagement, Entspannungstechniken, ein erfüllender Ausgleich zum Job - das sind Auswege aus der Überforderungsfalle. Einer der vielen guten Tipps für alle, die vor lauter Sorgen nachts keinen Schlaf finden: "Legen Sie Papier und Stift neben Ihr Bett. Sobald Sie nachts aufwachen schreiben Sie Ihre Gedanken und Sorgen auf. Damit steht das Problem auf dem Papier. Um die Lösung kümmern Sie sich am nächsten Tag. Roter-Reiter - Fazit: Drei sinnvolle Ratgeber kurz und prägnant in einem einzigen Buch: "Mentale, emotionale und körperliche Fitness" macht Sie psychisch und physisch stärker. Die Autoren helfen Ihnen, schädliche Verhaltensmuster abzulegen und Gesundheit als Wert in Ihrem Leben und Denken zu verankern. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Sven Voelpel, Anke Fischer: "Mentale, emotionale und körperliche Fitness", Publics 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Mentale, emotionale und körperliche Fitness" auf Managementbuch.de ### 5-Minuten-Rezepte gegen Stress und Frust im Büro Einfach morgens die passende Pille schlucken, um danach dem täglichen Nervenkrieg mit Kunden, Kollegen oder dem Chef gelassen entgegen sehen zu können - das wäre der Hauptgewinn für Millionen deutscher Angestellter und für die Pharmaindustrie sowieso. Die Wunderpille hat Janina Kurz nicht erfunden, aber ein kleines Büchlein geschrieben, das mit "36 hocheffektiven Frustkillern" das Leiden mindert. "AntiStressol" heißt das Buch im Format (und der Aufmachung) einer Tablettenschachtel. Statt Kapseln finden Sie darin drei Dutzend schnell wirkender Motivationsspritzen. In kurzen Texten selbstverständlich. Bittere Pillen einfach mal wegschmeißen statt runterschlucken "Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb" rät Kurt Tucholsky. Will heißen: Vieles, was Ihr E-Mail-Postfach vollstopft, können Sie schon nach dem Lesen der Betreffzeile löschen. Nicht alles, was an Sie herangetragen wird, müssen Sie auch tatsächlich erledigen. Das spart Ihnen Nerven und Zeit. Prima auch der Tipp für alle, die das Wochenende nicht genießen können, weil am Sonntag schon der Montagmorgen droht: "Den Sonntagabend entspannt angehen. Und am Montag nicht gleich mit der kniffligsten Aufgabe beginnen." Ein gelassener Start in eine hoffentlich gelassene Woche. Roter-Reiter - Fazit: Garantiert rezeptfrei und ohne jegliche Nebenwirkungen: "Antistressol" ist die perfekte kleine Aufmerksamkeit für einen lieben Kollegen, der eine Packung Muntermacher dringender benötigt als Aspirin oder Betablocker. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Janina Kurz: "AntiStressol" Pattloch, 2015 ### Bridget Jones lebt in Berlin: Das amüsante Portrait einer ganzen Generation Jule Müller ist die deutsche Bridget Jones: Verträumt, chaotisch und einhundertprozentig weiblich. Immer auf der Suche nach der perfekten Balance zwischen Liebe und Job, zwischen jugendlicher Unbekümmertheit und der (scheinbar) erwachsenen Souveränität. Mit Identitäten experimentieren, das ist der Alltag der Berlinerin, den sie tagebuchartig in ihrem wunderbaren Buch "Früher war ich unentschlossen, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher" skizziert. So tickt die Generation "Y" "Ich kann nicht kochen, bin internetsüchtig. Habe noch immer Jugendakne, einen ausgereizten Dispo und Bock auf Saufen - nur dass der Kater halt immer schlimmer wird." Auf den ersten Blick hatte die Autorin eine Biographie voller Selbstironie im Sinn. Tatsächlich aber steckt mehr dahinter. "Früher war ich unentschlossen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher" ist das feinfühlige Portrait der Generation "Y", der jetzt 20-jährigen, die bei den Themen Karriere und Sex gerne experimentiert, bevor sie sich festlegt. Spaß-WG und Studentenarmut, beides irgendwie blöd, aber kein Grund, darauf zu verzichten, zumindest nicht in dem Alter. Exzesse und Enttäuschungen Jule Müller spart in ihrem Roman nicht mit kritischen Untertönen. Orientierungslosigkeit ist kein Reinvergnügen, sondern eine Last. Da wird sie in Worten und Bildern sehr deutlich. Dass auch Drogenmissbrauch oder sexuelle Belästigung eine Rolle spielen, mag auf die Laune drücken beim Lesen. Aber es passt zum glaubwürdigen Bilderbuch einer Generation, die bislang noch nicht ausreichend gewürdigt wurde. Die Autorin hilft, diese Lücke zu schließen. Roter Reiter - Fazit: "Früher war unentschlossen. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher" ist die witzige Chronik einer Generation, die das Suchen übt, das Finden aber noch nicht gelernt hat. Ein zartes, schönes und überaus unterhaltsames Buch. Wunderbares Geschenk an junge Frauen, deren Mütter und Väter. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Jule Müller: "Früher war ich unentschlossen, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Früher war ich unentschlossen, jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher" auf Managementbuch.de ### Bei Verhandlungen mehr rauszuholen ist keine Glückssache Der Titel seines Buches "Verhandeln, um zu siegen" deutet es bereits an: Kurt-Georg Scheible ist kein Fan der vielbeschworenen "Win-Win-Situationen" in Verhandlungen - weil letztlich einer der Partner (fast) immer einen faulen Kompromiss eingeht, wenn es zum Abschluss kommt. Deswegen rät er: Versuchen Sie lieber, Ihren Standpunkt vor dem Gespräch klar zu definieren, in der Verhandlung konsequent Ihre Interessen zu verfolgen und im Anschluss aus Fehlschlägen und Erfolgen für die nächste Runde zu lernen. Verhandeln auf Augenhöhe ist dabei selbstverständlich. Dennoch können Sie sich Vorteile verschaffen, wenn Sie optimal vorbereitet sind. Diese dann auch auszuspielen, ist keinesfalls schändlich. 10 Stationen für erfolgversprechende Verhandlungen Kurt-Georg Scheible hat dafür ein 10-Stationen-Training entworfen, das alle Phasen von Business-Verhandlungen umfasst: Vom Briefing über die Analyse und Recherche zur Zielsetzung, dem Training, Coaching und der Simulation bis zur Live-Situation und der Nachbereitung. Dass der Autor einen Großteil seines Trainings auf die Vorbereitung verlegt, hat gute Gründe. Ihre Einstellung und Ihre Erfahrung entscheiden maßgeblich darüber, wie das Gespräch abgeschlossen wird. Sein Tipp: Informieren Sie sich vorher ausgiebig - nicht nur über die Infos, die Ihnen Ihr Gegenüber freiwillig mitgibt. Vielleicht weiß in Ihrem Unternehmen jemand Bescheid? "Regelmäßig versorgten mich unsere Fahrer durch ihre eigenen Kontakte in das fremde Unternehmen mit den Informationen, die mir das Unternehmen nie gegeben hätte." Zügeln Sie Ihre Begeisterung, auch wenn Sie kaufen wollen. Sie nehmen sich sonst wichtigen Verhandlungsspielraum. Jedes "Nein" des Verhandlungspartners ist der Startschuss für eine neue Runde Vor allem aber: "Planen Sie immer Alternativen ein, wenn Ihr Angebot nicht angenommen wird". Wenn ein Preisnachlass unverhofft nicht angenommen wird, ist das keinesfalls sofort das Verhandlungs-Aus. Möglicherweise gibt es Zusatzleistungen, die ansonsten teuer bezahlt werden müssten. Eine Verlängerung der Gewährleistung zum Beispiel. Gute Verkäufer lernen, solche Alternativen mitzudenken, wenn Sie in das "Feilschen" einsteigen und ein "Nein" als Startpunkt für eine neue Runde zu nutzen: denn auch ein "Schwebezustand kann durchaus erstrebenswert sein." Oder das "Nein" abzuhaken und für die Zukunft zu speichern. Darum geht es auch in dem Buch: Die Summe an Erfahrungen nutzen, um sich ideal für die nächste Runde vorzubereiten. Roter-Reiter - Fazit: "Verhandeln, um zu siegen" bietet kluge Strategien für Eröffnung, Mittel- und Endspiel im Verhandlungsschach zwischen Partnern auf Augenhöhe. Nicht nur im Business - auch für Verbraucher hat das Buch viele praxisnahe Tipps. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Kurt-Georg Scheible: "Verhandeln, um zu siegen", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Verhandeln, um zu siegen" auf Managementbuch.de     ### Stress und Aufgabenflut im Job entspannt bewältigen Stress, Überlastung und Überforderung im Job gehören zu den häufigsten Auslösern körperlicher und seelischer Erkrankungen. Die wenigsten Büroangestellten können eigenständig das Arbeitspensum verringern oder den Chef austauschen. Ausnahmslos alle aber können gelassener mit den täglichen Anforderungen und Frustrationen umgehen. In ihrem Buch "Achtsam und gelassen im Job" erläutert Autorin Nadine Schuster ein ganzheitliches Resilienz-Programm, bei dem Sie "Schritt für Schritt verschiedene Methoden und Techniken kennenlernen, um Ihre Ressourcen im Umgang mit Arbeitsplatzbelastungen aufzubauen." Der Weg zur resilienten Persönlichkeit Zunächst erfahren Sie, wie Sie das Geflecht negativer Gefühle entwirren, das sich aufstaut, wenn Chefs und Kollegen so ganz anders ticken. Sie lernen dabei nicht nur, die eigenen Emotionen zu hinterfragen, sondern auch gelassener mit unverständlichen Entscheidungen anderer umzugehen ("können die aus ihrer Perspektive überhaupt anders handeln?"). Zum Schluss geht es um Ihre Kompetenzen, konstruktive Rückmeldungen zu geben und eine eigene Zukunftsvision aufzubauen, die Sie mit einer resilienten Persönlichkeit ausgestalten. Perfektionsfallen kennen und ausschalten Schuster führt in Form von Fallbeispielen durch das Buch. Anhand von "Frau Fritsches" Frust in typischen Arbeitssituationen lernen Sie, wie Sie sich jederzeit gedanklich von starken (negativen) Emotionen distanzieren und neue Situationsbewertung vornehmen. Sie sind nicht ausgeliefert, sondern haben durchaus Handlungsalternativen - und sei es nur die Chance, sich nicht mehr über andere zu ärgern. Das ist einer der wesentlichen Erkenntnisse. Die Autorin demaskiert auch die Perfektionsfallen der "Inneren Antreiber" ("Mach es allen recht", "Sei stark") und zeigt Alternativen auf, mit denen Sie sich auch eigene Fehler besser verzeihen und mehr Spaß an der Arbeit zurückgewinnen. Zahlreiche Checklisten und Fragebögen helfen bei der Selbst-Reflektion. Roter-Reiter - Fazit: Nadine Schuster hat ihren Resilienz-Trainer für Frauen geschrieben, die sich mehr Durchsetzungskraft und Gelassenheit im Job wünschen. Die finden hier sehr gute Übungen und Anleitungen, um die emotionale Balance auch dann zu finden, wenn die verbalen Giftpfeile über den Schreibtisch fliegen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Nadine Schuster: "Achtsam und gelassen im Job", Beltz 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Achtsam und gelassen im Job" auf Managementbuch.de ### Vom Verlierer-Typ zum strahlenden Sieger Von Germanys "biggest Loser" Schritt für Schritt zum strahlenden Gewinner und Frauenschwarm - das ist der Stoff für Dokusoaps auf RTL II - und ganz nebenbei die Kurzfassung vom Buch "Warum keiner will, dass du nach oben kommst". Autor Martin Limbeck, heute ein gefragter Trainer, Speaker und Marketing-Experte, beschreibt in schonungslos offenen Worten und mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor seinen Weg nach oben. Anerkennung, Wohlstand und Ausstrahlung sind den wenigsten in die Wiege gelegt. Aber man kann sie sich verdienen - gegen die Widerstände der Neider. Stehaufmännchen Limbeck Das ist der Kernbotschaft von Limbeck, dem das Schicksal nicht die beste Startposition ausgesucht hat: "rote Haare, pummelig und pickelig". Eben der Junge, der zuletzt in die Fußballmannschaft gewählt wird, den die Mädchen ignorieren und die Älteren verprügeln. Limbeck lernt sich zu wehren - mit Worten und körperlichen Kräften aber vor allem mit mentaler Stärke. Davon handelt sein Buch. Von den kleinen persönlichen Niederlagen ("Wenn irgendwo eine Drecksarbeit zu machen war, ließ er den Limbeck rufen") im Lebenslauf, den Stehaufqualitäten nach emotionalen Tiefschlägen, bis hin zum versöhnlichen Schlussakkord: "Heute falle ich auf, egal wo ich hinkomme. Im Ernst: Wenn ich irgendwo reinkomme, geht ein Kronleuchter an. So jedenfalls bekomme ich es immer wieder berichtet." Im Ring gegen das eigene Verlierer-Ich antreten Initialzündungen für die Siegermentalität? Limbeck sammelt davon viele in seiner amüsanten Biographie. Wenn man überhaupt eine herausheben möchte, dann ist da dieser Benefizboxkampf: Limbeck prügelt sich für einen guten Zweck - ein Kinderhospiz ("ein Highlight in meinem Leben"). Der Kontrahent, den die Zuschauer sehen, ist ein ehemaliger Fußballprofi. Den Gegner, den Limbeck schließlich umhaut, ist sein Alter-Ego, das Loser-Ich der Vergangenheit, das er für alle Zeiten auf die K.O.-Bretter schickt. Ein symbolischer Sieg, den er dem Leser schmackhaft macht. Es muss ja nicht immer mit den Fäusten sein. Roter-Reiter - Fazit: Niemand wird mit dem Verlierer-Gen geboren. Jeder hat das Zeug, mehr aus seinem Leben zu machen. Martin Limbeck erteilt mit seiner kurzweiligen schnoddrig-witzigen Lebensbeichte eine Lehrstunde in puncto mentaler Resilienz. Kurzweiliger Lesespaß mit Langzeitwirkung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Martin Limbeck: "Warum keiner will, das du noch oben kommst", Redline 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Warum keiner will, das du noch oben kommst" auf Managementbuch.de     ### Gesund und gelassen im Job - so geht's Achtsamkeit ist keine Kunst, erst recht keine esoterische Spielerei, sondern ein effizienter Weg zur Stressreduktion und zu mehr seelischem Wohlbefinden. Vor allem aber kann (und sollte) Achtsamkeit jeder üben und optimieren, der sich im Büro häufiger überfordert und überlastet fühlt. Das raten der britische Achtsamkeitsexperte Shamash Alidina und die Unternehmensberaterin Juliet Adams im gemeinsamen Buch "Achtsamkeit für Dummies." Sich und andere zu mehr Konzentration und Entspannung führen Pragmatisch im Aufbau, locker-flockig in der Ansprache und mit den obligatorischen Cartoons geht das Wiley-Buch das Thema an. So klar werden die drei großen Themenbereich "Grundlagen", "Achtsam arbeiten" und "Achtsam führen" vermittelt, dass der Begriff Achtsamkeit zu keiner Zeit in esoterisches Fahrwasser gerät. Ganz im Gegenteil. Die beiden Autoren haben den Büroarbeiter ("Informationworker") im Blick, der bislang weder Lust noch Zeit hatte, um sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen. Genau die profitieren von den Übungen am meisten, sofern sie vorurteilsfrei einsteigen. Den Ruhepuls nach unten korrigieren, wenn stressige Meetings oder Präsentationen anstehen, wenn Kollegen nerven oder der Chef auf die Pauke haut. Jeder kann das lernen. Neu denken, klug handeln, Stress abbauen Anders denken ("mentale Widerstandskraft stärken"), anders sprechen ("langsam vor allem"), den Körper ent-spannen, die Gedanken einfangen, wenn die mal wieder Richtung "Selbstmitleid" oder "Problemberge" davonrollen - das sind einzelne und wichtige Bausteine, die das Trainingsprogramm ausmachen. Gut: Das Buch ist modular aufgebaut. Wer bereits erste Erfahrungen mit den Prinzipien der Achtsamkeit hat, überspringt die Grundlagen. Und wer vor allem als Chef seine Mitarbeiter (be)schützen möchte, liest den dritten Teil zuerst. Roter-Reiter - Fazit: Gewohnt knackig und gut auf den Punkt gebracht: Das Wiley-Buch übersetzt das Thema "Achtsamkeit" spielend einfach auf den Büroalltag. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Shamash Alidina, Juliet Adams: "Achtsamkeit im Beruf für Dummies", Wiley 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Achtsamkeit im Beruf für Dummies" auf Managementbuch.de ### Frauen, treibt eure Karriere systematisch voran Trotz vereinzelter Quotenregelungen und einiger prominenter Vorreiterinnen aus Wirtschaft, Politik und Kultur: Frauen haben noch immer nicht in Deutschland die gleichen Karrierechancen wie Männer und verdienen weniger Geld in identischen Positionen. Es ist die gläserne Decke, die Frauen am Karrieresprung hindert, sagt Christine Weiner und stellt in ihrem Buch "Ab durch die Decke" Ideen und Methoden für Frauen zusammen, die nicht mehr in der "zweiten Reihe" hinter den Männern stehen bleiben möchten. 5 Karriere-Hebel für die Frau Das Buch ist sowohl ein persönlicher Erfahrungsbericht, eine Sammlung typischer Fälle von Benachteiligung und erfolgreicher weiblicher Karrierewege als auch ein Coaching-Kurs: Die Autorin schildert zunächst die typischen Stolpersteine auf dem Weg nach oben und erläutert dann die fünf Hebel, die frau umlegen muss, um sich für mehr Verantwortung im Büro zu empfehlen: "Informationen und Wissen aufnehmen und verarbeiten", "Informationen und Wissen geschickt und überlegt platzieren", "Für die eigene Sichtbarkeit und Strahlkraft sorgen", "Karriere selbstverständlich nehmen" und "An das eigene Können glauben". Schritt für Schritt zur Beförderung Weiner begleitet ihre Leserinnen auf allen wichtigen Karrierestationen: Vom Selbstmanagement und der Fähigkeit, persönliche Angriffe zu parieren über Mentoring und Networking ("Verbündete suchen!") bis zu Gehaltsverhandlungen und den Umgang mit Neidern, wenn der erhoffe Titel endlich auf der Visitenkarte steht. In jedem der Kapitel mit alltagsnahen Szenarien und auch Übungen kommt abschließend "die Coach" zu Wort, die virtuelle Beraterin, die kurz und prägnant die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst. Roter-Reiter - Fazit:  Christine Weiner kennt viele Frauen, die die gläserne Decke längst durchstoßen haben und skizziert die Erfolgsmodelle. Eine gelungene Mischung aus Ratgeberelementen und Hintergrundinfos. Oliver Ibelshäuser: www.Roter-Reiter.de   Christine Weiner "Ab durch die Decke". Ariston Verlag, September 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ab durch die Decke" auf Managementbuch.de     ### "Wir sind die Ro-bo-ter" – Konstruktionshilfen für Lego Mindstorms EV3-Sets Wer "Lego"-Spielzeug vorschnell als "Kinderkram" abtut, hat nicht ansatzweise die Möglichkeiten verstanden, die die bunten Steine (und deren Erweiterungen) bieten. Das volle schöpferische Potenzial von Lego zeigt sich in dem Buch "Lego-Roboter für Einsteiger" von Eun Jung Park. Die Südkoreanerin entwickelt seit rund fünf Jahren Robotik-Lehrpläne - für Kinder. Ihr Buch allerdings wendet sich vor allem an Jugendliche und Erwachsene, die Spaß daran haben, Roboter aus den Spiele-Sets zu konstruieren und deren Intelligenz zu programmieren. Technisch-spielerischer Workshop für Jugendliche und Erwachsene Das Buch ist als (modularer) Workshop aufgebaut. Um die unterschiedlichen Roboter-Modelle nachbauen und programmieren zu können, benötigen Sie das Lego Mindstorms EV3-Set aus dem Einzelhandel. Vom Auspacken bis zu den ersten Konstruktionen beschreibt die Autorin alle Schritte detailliert und mit zahlreichen Fotos. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Roboter kann jeder bauen, der Geduld und Begeisterung mitbringt - das steht auf jeder Seite zwischen den Zeilen. Auch Roboter haben eine Verdauung - zumindest in Legoland Den Aufbau von insgesamt fünf Roboter-Modellen stellt Park ausführlich vor. Vom recht simpel konstruierten "Auto Driver" bis zum komplexen "Big Belly Bot", der "Roboter, mit dem dicken Bauch, der isst und kackt." Das ist nicht jedermanns Geschmacks, zeigt aber originell, welche Vielzahl an Möglichkeiten Ihnen Lego bietet - sofern Sie auch die Programmiersoftware (kostenloser Download) beherrschen. Und das sollte angesichts der einfachen Erklärungen und sehr guten Bebilderung kein Problem sein. Wer Windows fehlerfrei starten kann, wird mit diesem Buch auch erfolgreich Roboter-Programme schreiben. Roter Reiter - Fazit: Mit viel Liebe zum Detail liefert Eun Jung Park die perfekte Anleitung für ein faszinierendes Hobby: Die Konstruktion und die Programmierung von Lego-Robotern. Alles kein Hexenwerk, wie die Autorin mit ihren leicht verständlichen Anleitungen beweist. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Eun Jung Park: "Lego-Roboter für Einsteiger", Wrox 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Lego-Roboter für Einsteiger" auf Managementbuch.de   ### Bilderbuch für Erwachsene - zum Tagträumen und Kräftesammeln Dodinskys Buch "Im Garten der Gedanken" erinnert nicht zufällig an ein Kinderbuch. Dicke Seiten in der Hardcover-Ausgabe, gespickt mit niedlichen Illustrationen (von Amanda Cass) und kurzen Textblöcken. Der Autor lädt Sie ein, für einen Moment eine gedankliche Distanz zu den Alltagssorgen einzunehmen. Ärger mit dem Chef, unbezahlte Rechnungen, anstehender Zahnarztbesuch - alles mal kurz beiseiteschieben, um sich ganz Ihren eigenen Bedürfnissen zu widmen. Mutmach-Buch In erster Linie macht Ihnen der Autor mit seinen kurzen Weisheiten Mut, sich selbst treu zu bleiben, auch wenn der Weg sehr steinig erscheint und trotz aller Last, den Blick auf das Schöne im Leben zu richten. "Die Kraft deines Willens kann durch die Ignoranz anderer nicht bezwungen werden." Übungsbuch für mentale Gedanken-Sprünge Begleitet wird die Sammlung an Mutmach-Texten von einem separaten Übungsbuch. Anhand von 45 kleinen Gedankenexperimenten werden Sie aufgefordert, Werte neu zu ordnen, Prioritäten in Ihrem Leben zu hinterfragen oder sich auch zu geheimen Wünschen zu bekennen. Ihre dafür nötigen Texte und Skizzen schreiben Sie direkt in das Büchlein. Wie in ein Tagebuch. So ähnlich funktioniert auch der "Garten der Gedanken" - nur mit einem gehörigen positiven Schwung, den Ihnen der Autor mit auf den Weg gibt. Roter Reiter-Fazit: Es gibt viele gute Gründe dieses Buch einem geliebten Menschen zu schenken: Einsamkeit, Traurigkeit, ein leerer Akku, Angst vor der Zukunft. Gegen all diese hinderlichen Gefühle der Zweifel hat das Büchlein ein kleines mentales Rezept parat. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Dodinsky: "Im Garten der Gedanken", Pattloch 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Im Garten der Gedanken" auf Managementbuch.de ### Achtsamkeit und Entschleunigung in über 120 Übungen erfahren Ich würde ja gerne meinen Alltag entschleunigen, wenn ich nur die Zeit dafür finden würde. Eine originelle, aber faule Ausrede, die Autor Johannes Lauterbach nicht gelten lässt. Mit seinem Büchlein (DINA6-Format!) "Slowtime" zeigt er, dass Sie jederzeit und überall den Fuß vom Gaspedal nehmen können - notfalls sogar auf der der Überholspur der Autobahn. Sich kurzeitig mal freimachen von belastenden Gedanken, quälendem Termindruck oder der Anspannung vor einer Präsentation, das geht viel einfacher als Sie vermutlich denken. Übungen für das seelische Wohlbefinden Mehr als 120 Übungen stellt Ihnen Autor vor, die Ihnen helfen, Körper und Geist sofort zu entspannen und lästige Gedanken wieder loszuwerden. Gut: Hilfsmittel sind nicht nötig und viele der kleinen Einheiten lassen sich ganz diskret in den Büroalltag integrieren. Auf dem Büro-Klo den Anschiss vom Chef aus den Handgelenken schütteln oder am Kopierer das Augenbrauen-Hochzieh-Training für einen freundlicheren Gesichtsausdruck und eine freundlichere Stimmung - beides klappt so diskret, dass Ihre Kollegen nichts mitbekommen. Tipps gegen Schlafstörungen Das sind zwei von vielen Übungen, die Lauterbach über Ihren kompletten Alltag verteilt - vom Frühstück bis zu Bettruhe Apropos: Tipps gegen Schlafstörungen sind natürlich auch dabei. Wie wäre es zum Bespiel damit: "Sie befestigen einen runden, handgroßen Kreis aus Papier an Ihrer Zimmerdecke. Vor dem Einschlafen konzentrieren Sie sich auf diesen Punkt und werden so immer ruhiger und entspannter." Roter Reiter - Fazit: "Slowtime" ist ein kunterbuntes, sehr schön aufgemachtes Sammelsurium aus Instant-Tipps und Mini-Übungen für Entspannung, Entschleunigung und Wohlbefinden. Aufgrund des Pocket-Formats passt das Buch problemlos in jede Hand- oder Aktentasche. Sicher kein Zufall ... Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Johannes Lauterbach: "Slowtime", Knaur 2015 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Slowtime" auf Managementbuch.de   ### Anleitung zum Loslassen und Akzeptieren "Dieses Buch ist für alle gedacht, die mit ihrem Leben unzufrieden sind oder mit psychischen Belastungen wie Trübsal, Schmerz, Angespanntheit, Furcht, Unsicherheit oder Traurigkeit kämpfen" schreiben die Autoren Ernst Bohlmeijer und Monique Hulsbergen im Einstieg ihres Buches "Im Augenblick leben". Was sie aber nicht versprechen: Sie zu einem glücklichen Menschen zu machen. Dafür nämlich gibt es keine Methode. Wohl aber für mehr Gelassenheit und mehr Akzeptanz. Gleich zwei davon haben sich die Autoren für ihren Ratgeber herausgepickt. Achtsamkeit und Act Inspiriert von der Achtsamkeitslehre und der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) entwerfen die Autoren ein neunwöchiges Selbstcoaching, in dem es vordringlich darum geht, psychisches Leiden nicht mehr zu bekämpfen oder zu verdrängen, den Kontrollwahn aufzugeben und stattdessen die positiven und negativen Gefühle anzunehmen und im "Sein-Modus zu leben". Von der Kognitiven Defusion zur Neuausrichtung der Werte Insgesamt sechs Stationen erfordert das Training für "eine andere Haltung gegenüber psychischem Leid". Akzeptieren und "Kognitive Defusion" stehen in den ersten Wochen auf dem Plan. Ertragen statt vermeiden ist dabei ein wesentliches Ziel. Bei der "Kognitiven Defusion" steht die Distanz zu den eigenen Gedanken im Vordergrund. Gedanken zulassen (geht ja auch nicht anders), aber nicht als Realität einfach hinnehmen. Im Mittelteil lernen Sie achtsam zu leben und "gütiger zu sich selbst sein". Ein wichtiger Baustein dabei ist das "Beobachter-Set", mit dessen Hilfe Sie sich nicht mehr nur über Gedanken und Emotionen definieren. Abschließend geht es um die Neuausrichtung Ihrer Werte und neuen Handlungsmuster. Die zahlreichen Übungen und Reflexionen machen es dabei sehr einfach, dem Parcours zu folgen und die Erkenntnisse nach und nach in das eigene Alltagserleben zu übertragen. Roter Reiter - Fazit: Besser mit Stress und Angst umgehen - dafür liefern Ernst Bohlmeijer und Monique Hulsbergen mit "Im Augenblick leben" ein überzeugendes Rezept. Frei von Esoterik ist das Buch ein perfekter Einstieg in die Achtsamkeitslehre. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Ernst Bohlmeijer, Monique Hulsbergen: "Im Augenblick leben" >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Im Augenblick leben" auf Managementbuch.de   ### Ihr gutes Recht im Alltag - kann durchaus amüsant sein Vermutlich haben Sie auch eine Reihe guter Freunde und Bekannter, die Ihnen bei Rechtsfragen mit "schnellen Tipps aus eigener Erfahrung" zur Seite stehen. Gut, wenn Sie diese Ratschläge genau unter die Lupe nehmen, denn viele davon sind reiner Blödsinn. Das gilt leider auch für vermeintlich fundierte Rechtsauskünfte aus dem Internet, warnt Autor Volker Kitz in seinem kurzweiligen Buch "Stimmt's oder habe ich Recht?". Locker bleiben bei der nächsten Mahnung Anhand von knackigen und alltagsnahen Fallbeispielen erklärt Kitz, auf welche Paragraphen Sie sich tatsächlich berufen sollten, wenn Sie (oder andere) mit Gesetzbüchern, Prozessen und Schadenersatzforderungen drohen. Vor allem aber lernen Sie, wie Sie die Rechtslage korrekt einschätzen, falls Ihnen horrende Mahngebühren per Brief ins Haus flattern, wenn der Urlaub nicht das hält, was das Prospekt versprochen hat oder der Käufer Ihrer alten Wohnzimmergarnitur nicht erscheint, um das gute Stück abzuholen und das Geld dazulassen. Rechtskunde für jedermann - ohne Vorwissen Alle Szenarien, die sich Kitz vornimmt, entstammen typischen Alltagssituationen. Das macht das Buch so wertvoll. Und kurzweilig ist es allemal. Trotz der juristischen Finessen und Winkelzüge moderiert der Autor seinen Einsteigerkurs "Rechtskunde für jedermann - ohne Vorwissen" in einer herrlich frech-flotten Sprache. Immer mit einem Augenzwinkern, aber niemals so platt, dass das eigentliche Problem in den Hintergrund gerät. Roter Reiter - Fazit: Mit seinen informativen und witzigen Beispielen ersetzt Kitz in vielen Fällen den Gang zum Anwalt oder eine teure Erstberatung im Internet. Und selbst wenn Sie sich nicht gerade mit den Nachbarn, dem Vermieter oder der Telekom zoffen, macht es einfach Spaß, sich über die Rechtslage informieren. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Volker Kitz: "Stimmt's oder habe ich Recht?", Knaur 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Stimmt's oder habe ich Recht?" auf Managementbuch.de     ### Happy Birthday, liebe 50er - feiert schön mit einem Fotoalbum eurer Kindheit! 2015 feiern die 1965 Geborenen ihren 50ten Geburtstag: Das passende nostalgische Geschenk dafür steuert der Pattloch-Verlag bei: "1965 - Ein ganz besonderes Jahr" ist eine gefühlvolle, träumerische Reise in die Vergangenheit: Autorin Schlüter blickt in kurzen Texten und mit vielen Bildern zurück in die Zeit von Willi Brandt, Pillenknick, Minirock, Schwarzweiß-Fernseher und den Beatles. Kassettenrekorder und "E.T." Schlüter hat in den Archiven gewühlt, um anrührende, teils niedliche Fotos aus einer Zeit zu finden, als Sekretärinnen noch Diktate auf klobigen Schreibmaschinen verfassten und Übersee-Flüge ein Privileg der Superreichen waren. Und sie lenkt den Scheinwerfer auch auf die Jugend der "Best Ager", die in der Schulzeit Kassetten-Mix-Tapes getauscht haben (Tears for Fears und Saga), die die Geburtsstunde der Umweltbewegung begleitet und sich für "E.T." an den Kinokassen angestellt haben. Übrigens: Wenn Sie 2015 im Club der 50er aufgenommen werden, sind Sie in bester Gesellschaft. Auch Anke Engelke und Jörg Pilawa klopfen dieses Jahr an. Roter Reiter-Fazit: Eine hübsche kleine Chronik der 60er und 70er Jahre. Schön zum Blättern und Schwelgen, noch schöner zum Verschenken an alle, die 2015 ihren ersten großen "runden" Geburtstag feiern. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Christiane Schlüter: "1965 – Ein ganz besonderer Jahrgang", Pattloch 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "1965 – Ein ganz besonderer Jahrgang" auf Managementbuch.de   ### Zwei "Feierbiester" erklären, was eine "richtige" Party ausmacht Zu Beginn ihres satirischen Ratgebers "Unterm Tisch ist auf der Party" äußern die Autoren Ben Applebaum und Dan di Sorbo ihre Sorge um das vom Aussterben bedrohte "Partytier". In diesem Sinne dient das gemeinsame Buch "Unterm Tisch ist auf der Party" als Survival-Training für die letzten echten Feierbiester der Republik. Wild und laut soll es zugehen auf der nächsten Fete, gerne auch deutlich über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus. Die Autoren liefern den sehr amüsanten Wegweiser dafür. Sex & Drugs & Rock’n Roll (für Anfänger) Die berühmtesten (gefürchtetsten) Partyhengste der Zeitgeschichte wie die Gallagher-Brüder der Pop-Band Oasis ("Saufen und prügeln"), Schauspiellegende Mae West ("15 Stunden Dauersex) oder Boris Becker ("Party geht auch in der Besenkammer") sind hier die wahren Vorbilder. "Bomben" (irgendwas mit sehr viel Alkohol"), laute Beats, dazu ein nettes Unterhaltungsprogramm ("Flucht vor der Polizei, nackt") und natürlich die notorische Anmache in den späteren Stunden ("Kann ich dir einen Drink spendieren, damit ich besser aussehe?") sind die Zutaten wilder Nächte, denen sich die Autoren mit viel Wortwitz und charmanten Skizzen widmen. Ausnüchtern will gelernt sein Neben all den satirischen Überzeichnungen schwingen auch ein paar ernste Töne mit: Wie man den Körper auf den bevorstehenden Alk-Overload vorbereitet, erklären Applebaum und di Sorbo ebenso wie die besten Möglichkeiten zur Ausnüchterung am Morgen (oder Nachmittag) danach. Koffein spielt dabei eine wichtige Rolle. Keinesfalls zur Nachahmung empfohlen sind die Tipps zum "Party-Bashing": "Gefrorene Pisse anderen Leuten unter der Tür durchschieben" kann mehr Ärger verursachen als ein Nachwuchs-Partytier vertragen kann. Roter Reiter-Fazit: "Unterm Tisch ist auf der Party" ist sicherlich nicht das passende Buch für ängstliche Eltern, die sich ohnehin fragen, was der pubertierende Nachwuchs am Samstagabend anstellt. Für die Jugendlichen selbst, aber auch Partyhelden älterer Semester ist das Buch dagegen ein Riesenspaß. Originelles Geschenk zu Weihnachten! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Ben Applebaum, Dan di Sorbo: "Unterm Tisch ist auf der Party", Knaur 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Unterm Tisch ist auf der Party" auf Managementbuch.de   ### Lineare Lebensläufe sind von gestern Heute greifen - nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels und der neuen Arbeitsmodelle der Generation "Y" - andere Erfolgsmuster im Job. Flexibilität, Eigenengagement, Selbstbewusstsein sind Trumpfkarten im Poker um die besten Jobs. Autorin Hofert ist selbst das beste Beispiel, dass "zwei Studiengänge, Kontraste wie Mittelstand und Konzern, Stationen im Journalismus, Kommunikation, Marketing und Personal sowie Unternehmensberatung" keine "erklärungsbedürftigen Sprünge" mehr sind, sondern ein Erfolgsmuster erzeugen. Sieben Erfolgswege für Ein- und Umsteiger Sieben Karrierestrategien umfasst ihr Buch. Vom richtigen Auftritt beim Vorstellungsgespräch über die Wahl des passenden Unternehmens (Wer die Unterschiede zwischen "Family Career", "Performance Career" und "Flexi Career" kennt, erspart sich Enttäuschungen bei der ersten Anstellung) bis hin zur Neuorientierung, wenn im Job langsam die Luft ausgeht. Der "3-Jahres-Plan", den Hofert beschreibt, könnte dabei helfen. Schöner Tipp für Bewerber: Drehen Sie im Vorstellungsgespräch den Spieß am Ende doch einfach mal um. Fragen Sie den Personalleiter: "Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten Jahren vorrangig mit Ihrem Unternehmen?". Kommt eine plausible Antwort, sind Sie dort gut aufgehoben. Bei einer patzigen Retourkutsche steigen Sie mit einem Lächeln in den nächsten Bus nach Hause. Roter-Reiter - Fazit: Frisch, weitsichtig und alltagsnah geht die Autorin das Thema "Karriere 2.0" an. Der lineare Weg von der Gesellenprüfung bis zum Chefsessel und dann auf das Rentnerbänkchen unter der Linde im Park - darauf sollte man sich nicht mehr verlassen. Egal ob Ausland oder Familienunternehmen: Svenja Hofert zeigt in ihrem Buch "Karriere mit System", wie vornehmlich junge Arbeitskräfte genau den Job bekommen, von dem sie heimlich träumen. Gelungen! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Svenja Hofert: "Karriere mit System", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Karriere mit System" auf Managementbuch.de   ### Es gibt viele Typen von "leise" - und alle können gehört werden Introvertierte müssen mit vielen Vorurteilen leben: Als verschlossen, undurchsichtig, mitunter sogar als unfreundliche oder unnahbar gelten die stillen Charaktere. Mit ihrem sehr guten Buch "Leise gewinnt" hilft Autorin Doris Märtin, die sozial eher zurückhaltenden Menschen im Alltag besser zu verorten und anzunehmen. Das bezieht sich auch auf die Introvertierten selbst, denen Märtin den Spiegel vorhält: wohlwollend und konstruktiv, aber nicht unkritisch. Masterminds, Supersensible, Nerds und Cocooner Gut: Märtin schert die Stillen nicht über einen Kamm. Sie entdeckt feine, aber elementare Unterschiede im Temperament, im Sozialverhalten und den Einstellungen zum Leben. Vier Typen macht sie dabei aus: Masterminds, Supersensible, Nerds und Cocooner. Zu welchen Sie gehören, wenn Sie introvertiert sind, ermitteln Sie gleich zu Beginn in einem Multiple Choice Test ("introDNA-Test"). Wo Intros ganz stark auftrumpfen Im Anschluss können Sie sich den Ratschlägen widmen, die Ihrer Kategorie zugeordnet sind, denn Märtins sehr gute Lesenavigation hilft Ihnen, ohne Umwege die Inhalte zu finden, die Sie wirklich interessieren. Die Autorin widmet sich allen Intro-Typen detailliert, arbeitet akribisch die Besonderheiten und die jeweiligen (verdeckten) Stärken heraus. Und da, wo Nachholdbedarf besteht (Job, soziale Events), gibt die Autorin praxisnahe Tipps, um sich (besser) im Alltag zu behaupten. Roter Reiter - Fazit: Märtin beschert Introvertierten mit ihrem Buch "Leise gewinnt" einen ganz starken Auftritt. Das Buch ist sehr aufschlussreich - nicht nur für die "Betroffenen", sondern auch für deren Angehörige, Kollegen und Chefs. Gerade die nämlich profitieren von ihren stillen Mitarbeitern meist enorm. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Doris Märtin: "Leise gewinnt", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Leise gewinnt" auf Managementbuch.de ### So bringen sich junge Führungskräfte selbständig in Top-Form Frischgebackenen Führungskräften fehlt es selten an Fachwissen. Vielmehr mangelt es zu Beginn der Karriere an Erfahrung, sozialen Kompetenzen und einem Selbst-Bewusstsein für die neue Position. Mit ihrem Buch "Selbstcoaching für Führungskräfte" federt Autorin Stefanie Demann den "Sprung ins kalte Wasser" merklich ab. Höchstleistung erfordert zunächst Selbstreflexion Ihr Ratgeber ist vor allem eine umfassende Sammlung praxisnaher Tipps und Methoden, um sich und das Team auf Kurs zu bringen ("Höchstleistungen abrufen"), Konflikte souverän zu managen und sich in der neuen Sandwichposition zwischen Geschäftsleitung und ehemaligen Kollegen nicht aufzureiben. Selbstcoaching heißt aber auch Selbstreflexion: Das eigene Handeln, Denken und Fühlen im Kontext der neuen Verantwortung zu hinterfragen und zu optimieren. Mit Abstechern in die Psychologie bietet die Autorin dafür sehr gute Ankerpunkte. Roter-Reiter - Fazit: Keine Angst vor der neuen Herausforderung als Teamleitung: Stefanie Deman kennt die Stolpersteine junger Führungskräfte und räumt sie in ihrem Buch "Selbstcoaching für Führungskräfte" gekonnt aus dem Weg. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Stefanie Demann: "Selbstcoaching für Führungskräfte", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Selbstcoaching für Führungskräfte" auf Managementbuch.de ### Karriereplanung für junge Leute: Das eigene Unternehmen gründen "Campus Smart" ist eine Buchreihe für junge Erwachsene, die mit Spaß und Ehrgeiz die ersten Sprossen der Karriereleiter emporklettern wollen. Alle Bücher der Reihe zeichnen sich durch knackige Texte, ein frisches Layout und eine persönliche "Du"-Ansprache aus. Keine langen, theoretischen Herleitungen - die Autoren widmen sich mit ihren Texten direkt den brennenden Fragen der Nachwuchskräfte und helfen mit praktischen Anleitungen in einer verständlichen Sprache, die ersten beruflichen Hürden sicher zu überspringen. Keine Angst vor Businessplänen In seinem Buch "Start Up - Jetzt" verrät Thorsten Reiter, wie aus der ersten Idee zum eigenen Unternehmen eine solide Firma erwachsen kann. Schritt für Schritt klärt der Autor, wie junge Gründer die richtige Mannschaft zusammenstellen, Businesspläne schreiben, die auch von den Banken abgenickt werden, wie die ersten Schritte im Marketing erfolgreich verlaufen und schließlich auch, wie Netzwerke gesponnen werden, die die ersten unternehmerischen Erfolge absichern. Tipp: Wer sich bis Ende 2017 die Erstauflage kauft, sichert sich automatisch auch die E-Book-Version und den kostenlosen Zugang zu einem Campus-Webinar. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Thorsten Reiter: "Start Up - Jetzt", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Start Up - Jetzt" auf Managementbuch.de ### Karriereplanung für junge Leute: Einstieg in die Unternehmensberatung "Campus Smart" ist eine Buchreihe für junge Erwachsene, die mit Spaß und Ehrgeiz die ersten Sprossen der Karriereleiter emporklettern wollen. Alle Bücher der Reihe zeichnen sich durch knackige Texte, ein frisches Layout und eine persönliche "Du"-Ansprache aus. Keine langen, theoretischen Herleitungen - die Autoren widmen sich mit ihren Texten direkt den brennenden Fragen der Nachwuchskräfte und helfen mit praktischen Anleitungen in einer verständlichen Sprache, die ersten beruflichen Hürden sicher zu überspringen. Vom Uni-Absolvent zum Top-Consultant Das BWL- oder Jura-Studium in der Tasche träumen viele Berufseinsteiger von einer Karriere als Unternehmensberater. Gute Idee, findet Verna Töpper und weist in ihrem Ratgeber den idealen Weg in das jeweils passende Unternehmen. Gut: Die Autorin vergleicht die wichtigsten Consulting-Typen miteinander, gibt Tipps zur Bewerbung und vor allem zum Einstellungstest und verrät, wie der Arbeitsalltag in einer Beratungsgesellschaft tatsächlich abläuft. Kurzum: Für Uni-Abgänger die vermutlich "besten Blätter zur Berufskunde", wenn sie Business-Berater werden wollen. Tipp: Wer sich bis Ende 2017 die Erstauflage kauft, sichert sich automatisch auch die E-Book-Version und den kostenlosen Zugang zu einem Campus-Webinar. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Verena Töpper: "Consulting Cookbook", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Consulting Cookbook" auf Managementbuch.de ### Karriereplanung für junge Leute: Der Einstieg ins Berufsleben "Campus Smart" ist eine Buchreihe für junge Erwachsene, die mit Spaß und Ehrgeiz die ersten Sprossen der Karriereleiter emporklettern wollen. Alle Bücher der Reihe zeichnen sich durch knackige Texte, ein frisches Layout und eine persönliche "Du"-Ansprache aus. Keine langen, theoretischen Herleitungen - die Autoren widmen sich mit ihren Texten direkt den brennenden Fragen der Nachwuchskräfte und helfen mit praktischen Anleitungen in einer verständlichen Sprache, die ersten beruflichen Hürden sicher zu überspringen. Richtig gut ankommen im neuen Job Bewerbungsgespräch erfolgreich absolviert und als Belohnung ein paar Tage später den Arbeitsvertrag per Post erhalten: Jetzt geht der "Stress" für Berufseinsteiger erst richtig los. Denn für den guten ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance. Autorin Elke Zuchowski erklärt in ihrem Karriere-Guide "Besser ich", wie Jobanfänger einen guten Start erwischen (auf die Kleidung achten!), sich im Team richtig positionieren und problemlos die Probezeit überstehen - selbst, wenn es mal Ärger mit Kollegen oder dem Chef gibt. Tipp: Wer sich bis Ende 2017 die Erstauflage kauft, sichert sich automatisch auch die E-Book-Version und den kostenlosen Zugang zu einem Campus-Webinar.   Jochen Zuchowski: "Besser ich", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Besser ich" auf Managementbuch.de     ### Karriereplanung für junge Leute: Im Ausland erfolgreich arbeiten "Campus Smart" ist eine Buchreihe für junge Erwachsene, die mit Spaß und Ehrgeiz die ersten Sprossen der Karriereleiter emporklettern wollen. Alle Bücher der Reihe zeichnen sich durch knackige Texte, ein frisches Layout und eine persönliche "Du"-Ansprache aus. Keine langen, theoretischen Herleitungen - die Autoren widmen sich mit ihren Texten direkt den brennenden Fragen der Nachwuchskräfte und helfen mit praktischen Anleitungen in einer verständlichen Sprache, die ersten beruflichen Hürden sicher zu überspringen. So klappt es mit New York oder zumindest Newcastle Nach dem Abitur oder Studium wünschen sich Berufseinsteiger einen Karrierestart im Ausland. Wer das Projekt "international erfolgreich" systematisch angeht, hat durchaus gute Chancen, beruflich durch die Welt zu reisen, zeigen die Autoren Anne Jacoby und Florian Vollmers im gemeinsamen Buch "Kapstadt statt Karstadt". Chronologisch erklären die beiden Karriereberater, welche Zusatzqualifikationen während des Studiums den Weg über die Grenzen ebnen, wie die perfekte Bewerbung aussieht und wie sich vor Ort Kulturschocks überwinden lassen - inklusive Checklisten und Mustertexten. Tipp: Wer sich bis Ende 2017 die Erstauflage kauft, sichert sich automatisch auch die E-Book-Version und den kostenlosen Zugang zu einem Campus-Webinar. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Anne Jacoby, Florian Vollmers: "Kapstadt statt Karstadt", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Kapstadt statt Karstadt" auf Managementbuch.de   ### Wahrheit und Mythos über die Wikinger Historienfilme und Romane schildern die Wikinger gerne als ungestüme Seefahrernation, die erbarmungslos andere Völker unterwarfen, selbst aber kulturell rückständig blieben. Der Schweizer Autor Albert Stähli zeichnet in seinem Buch "Wikinger und Waräger" ein differenzierteres Bild, das die Nordmänner nicht nur als erstklassige Nautik-Experten und fortschrittliche Ingenieure ausweist, sondern auch die sozialen und kulturellen Errungenschaften würdigt. Pioniere der Globalisierung Unabhängig von den weithin bekannten Beutezeugen schildert Stähli die Wikinger (auch) als kluges Kaufmannsvolk, das mit den Handelszügen nach Nordamerika, Südwesteuropa und ans Schwarze Meer auch den interkulturellen Austausch in Gang setzte und für eine Frühform der Globalisierung sorgte. Der Autor widmet sich in seiner Chronik auch den bisher weitgehend unerforschten sozialen Aspekten. Er sieht in den Wikingern und skandinavischen Kriegern und Händler der Waräger Familienmenschen, die Solidarität zur Maxime im Zusammenleben erhoben haben. Roter Reiter - Fazit: Das Buch liefert spannende Einblicke in das Leben und den Alltag der Wikinger. Mühelos korrigiert Stähli den Mythos vom blutrünstigen Krieger. Vielmehr sieht er in den Nordmännern Wegbereiter der modernen, europäischen Kultur und weitsichtige Geschäftsleute, deren Erfolgsmodelle teilweise bis heute Gültigkeit besitzen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Albert Stähli: "Wikinger und Waräger", Frankfurter Allgemeine Buch 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wikinger und Waräger" auf Managementbuch.de     ### Aktienhandel verstehen und souverän das Börsenparkett betreten Wenn ich Aktien kaufe, dann nur aus dem DAX, oder besser gleich Fonds? Was sind Risikoklassen? Bei welcher Kursentwicklung sollte ich kaufen und wieder abstoßen? Vor allem Einsteiger haben nicht nur unzählige Fragen zum Börsenhandel, sondern auch ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Bankberater, der Wissenslücken mit Fachtermini überspielt. Fragen Sie besser gleich bei Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein nach. Bortenlänger ist ausgewiesene Börsenexpertin, sie war lange Zeit im Vorstand der Bayerischen Börse AG. Kirstein ist erfahrener Wirtschaftsjournalist. Informationen gezielt sammeln und verstehen Gemeinsam haben sie mit dem Buch "Aktien für Dummies" den perfekten Grundkurs für Aktieneinsteiger vorgelegt: Ohne jegliches Vorwissen können Sie mit diesem Buch Börsenluft schnuppern. In drei ausführlichen Kapiteln ("Aktien - ein einfaches Prinzip", "Anlagestrategien mit Aktien" und "Informationen für den Wissensvorsprung") machen die Autoren Appetit auf den Handel mit Wertpapieren. Vor allem aber schaffen sie praxisnah, mit vielen Beispielen, Checklisten und Musterberechnungen die Basis dafür, dass Sie sich auf dem Parkett souverän bewegen (und die Einleitung des Bankberaters beim Kundengespräch mit einem freundlichen "Weiß ich längst ...") deutlich verkürzen). Gutes Buch! Roter-Reiter - Fazit: "Aktien sind einfach zu verstehen und mit ihnen können Sie weltweit in allen Branchen investieren" schreiben Bortenlänger und Kirstein zu Beginn ihres Ratgebers: Wer das Buch liest, wird den Autoren zustimmen: "Alles nicht so schwer, wenn es denn richtig erklärt wird." Gelungen! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Christine Bortenlänger, Ulrich Kirstein: "Aktien für Dummies", Wiley 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Aktien für Dummies" auf Managementbuch.de   ### Schon Säuglinge lehnen Fieslinge ab Entwicklungspsychologe Paul Bloom beschäftigt sich in Langzeitstudien mit dem Verhalten und Erleben von Babys. Sein aktuelles Buch "Jedes Kind kennt Gut und Böse" ist beinahe ein Zufallsprodukt. Ursprünglich wollte Bloom die soziale Intelligenz von Säuglingen erforschen, kam während der Experimente und Beobachtungen aber zu der überraschenden Erkenntnis, dass Babys ein nachweisbares Moralempfinden besitzen, das sich nicht mit dem sozialen Einfluss durch die Eltern erklären lässt. Blick- und Greifexperimente Wie erforscht man kognitive Prozesse von Säuglingen, die sich verbal nicht äußern können oder während der Versuchsanordnung auch schon mal einschlafen? Bloom setzt auf Blickzeitstudien und Greiftests: Die Kinder werden zum Beobachter kurzer Trickfilme oder Puppenspiele, in den sich ein Teil der Darsteller moralisch vorbildlich, ein anderer Teil bösartig oder hinterlistig verhält. Hang zum Guten ist angeboren Das Ergebnis: Säuglinge betrachten die "Helfer" lieber und länger und greifen eher zu Puppen, die sich vorher moralisch einwandfrei verhalten haben: "Wie wir erwartet hatten, bevorzugten sechs und zehn Monate alte Kleinkinder mit überwältigender Mehrheit das hilfsbereite Individuum gegenüber dem hemmenden. Das war kein subtiler statistischer Trend - nahezu alle Babys griffen nach dem Guten." Roter Reiter-Fazit: Paul Bloom schafft in seinem Buch tiefere Einblicke in die kognitive Welt von Babys als jeder andere Entwicklungspsychologe. Spannend zu lesen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Paul Bloom: "Jedes Kind kennt Gut und Böse", Pattloch 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Jedes Kind kennt Gut und Böse" auf Managementbuch.de         ### Berührende Erkenntnisse und Einsichten im Buch von Werner Bartens "Wie Berührung hilft" ist weit mehr als ein Kuschelbuch (obwohl es natürlich auch darum geht). Autor Bartens, Arzt und Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, fordert mit seinem Buch den "Abbau von Berührungsängsten" und macht anhand von Beispielen und neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen deutlich, wie zwischenmenschliche Berührungen unseren Alltag bereichern und beleben - in der Beziehung mit dem Partner, mit den Kindern, aber auch unter Kollegen und unter Fremden. Berührungen machen gesund Sich an den Händen halten, Umarmungen, selbst ein freundschaftlicher Klaps - all diese Gesten schaffen Verbundenheit und Vertrauen. Und können heilsame Wirkung entfachen: "Der Kontakt" so Bartens, "aktiviert das Immunsystem und stärkt die Abwehrzellen, er kann den Blutdruck senken, fördert die Entwicklung von Kindern und beugt psychischen Leiden wie Depressionen vor." Liebevolle kleine Berührungsgesten können auch in langjährigen Beziehungen die verschlossen geglaubten Türen zu Leidenschaft und Erotik wieder öffnen. "Touch me!" - auch im Business Körperliche Berührungen, so Bartens, sind aber nicht nur im Privatbereich eine Bereicherung. Auch im Geschäftsleben kann eine beiläufige, freundliche Berührung die Nähe schaffen, die ein erfolgreicher Geschäftsabschluss braucht. Wissenschaftler konnten beispielsweise nachweisen, dass Gäste in Bars und Restaurants mehr trinken und mehr Trinkgeld geben, wenn die Bedienung über flüchtige Berührungen Nähe herstellt. Tee trinken und gelassen bleiben Übrigens: Der Untertitel des Buches lautet: "Warum Frauen Wärmflaschen lieben und Männer mehr trinken sollten". Auch das wird natürlich aufgelöst: Frauen, die nie ohne Wärmflasche zu Bett gehen und sich auf der Couch selbst im Sommer in eine Wolldecke hüllen, sehnen sich nach Zärtlichkeit und menschlicher Wärme. Genau die strahlen Männer übrigens aus, die eine heiße Tasse Tee in der Hand halten. Also: Vor dem Krisengipfel mit Chef oder auch vor dem Beziehungsgespräch mit dem Partner einen frischen Darjeeling brühen. Tassen verteilen und erst dann reden. Schaden kann es nicht. Roter Reiter-Fazit: "Wie Berührung hilft" ist ein universeller Beziehungsratgeber, der zeigt, dass kleine zwischenmenschliche Gesten und Berührungen große Wirkung entfalten können. Schön zu lesen! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Werner Bartens: "Wie Berührung hilft", Knaur 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wie Berührung hilft" auf Managementbuch.de ### Krankheiten verhindern oder auskurieren - durch Ernährung Bei vielen Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Diabetes, Migräne oder Bluthochdruck bringen ärztliche Therapien oder teure Medikamente nicht den gewünschten Erfolg. Sparen Sie sich die Zeit beim Doktor und essen Sie sich stattdessen einfach gesund, rät "Fitnesspapst" Dr. Ulrich Strunz in seinem Buch "Wunder der Heilung". Die einfache Rechnung "falsche Nahrungsmittel machen krank, die richtige Ernährung setzt heilsame Kräfte frei" geht laut Strunz erstaunlich gut auf - selbst bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Schlaganfall und Krebs. Zurück in Steinzeit Der Weg zum Traumgewicht und mehr körperlichem und seelischem Wohlbefinden führt zurück in die Steinzeit: Strunz ist ein leidenschaftlicher Verfechter der so genannten Paläo-Diät. Auf den Tisch kommen Fisch und Fleisch ("Fett macht nicht fett"), Rohkost und Nüsse. Gestrichen vom Speiseplan (oder zumindest drastisch reduziert) werden Kohlenhydrate, Mehl, Zucker. Der Effekt: Sie fühlen sich nach wenigen Wochen fitter und bauen Rettungsringe am Bauch ab ("schlank wie ein Reh"). Vitamin C senkt den Cholesterin-Spiegel und bekämpft Krebszellen Strunz widmet sich in seinem Buch den am weitesten verbreiteten psychischen und physischen Krankheiten des 21 Jahrhunderts und stellt Gesundmacher vor, die Sie nicht in der Apotheke bekommen, wohl aber in jedem (Bio-)Supermarkt finden. Ganz oben auf den Einkaufszettel schreiben Sie vitaminreiches Obst und Gemüse: Beeren, Zitronen und grüne Paprika sind universelle Naturmedikamente gegen schlechte Stimmung und Viren. Gegen Rheuma und Entzündungen helfen Vitamin E (in Haselnüssen). Meeresfrüchte mit Omega 3-Fettsäuren sorgen für eine gesunde Haut. Selbst den Krebs können Sie in bestimmten Fällen "aushungern", auf jeden Fall aber eine deutliche Linderung der Beschwerden herbeiführen, indem Sie Ernährung umstellen: Mehr Vitamin C, dafür konsequent auf Zucker und Kohlenhydrate verzichten. Und natürlich plädiert Strunz in allen Fällen für mehr Bewegung: Laufen macht den Kopf frei, wirkt als Stresskiller und Fett-Burner. Der ideale Ausgleich zum ungesunden Job auf dem Schreibtischstuhl. Roter-Reiter - Fazit: Dr. Ulrich Strunz deckt den Tisch neu: Wer "Wunder der Heilung" liest, wird künftig mit Lust in eine Bratwurst beißen, das Brötchen aber weglassen. Um zum Nachtisch gibt es Walnüsse statt Schokoriegel. Der Autor liefert durchdachte Ernährungspläne, um Krankheiten zu verhindern oder Beschwerden zu lindern. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ulrich Strunz : "Wunder der Heilung", Heyne 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wunder der Heilung" auf Managementbuch.de   ### Timothy Ferriss macht Sie zum Koch-Profi - auch wenn Sie glauben, dass Sie dafür gar keine Zeit haben Fast Food ist es garantiert nicht, was Ihnen Timothy Ferriss in seinem neuen Buch "Der 4-Stunden-(Küchen-)Chef" auftischt. Gourmet Ferriss nimmt sich Zeit beim Kochen, zitiert die Top-Garde internationaler Köche und verrät originelle Rezepte, die beim Garen Zeit brauchen (und nebenbei im Internet nicht ohne Weiteres zu finden sind). "Fast" lautet sein Anspruch. Sich blitzschnell Wissen anzueignen und professionell umsetzen zu können, das ist das Prinzip von "Metalernen" und hat den Amerikaner auch in Deutschland berühmt gemacht. Vom Gemüseschneiden zu Oliven-Gummibärchen Tangotanzen, Fremdsprachenlernen, Abnehmen - nach dem Ferriss-Prinzip gelingt Ihnen all das schneller, als es VHS-Kurse oder Weiterbildungsmaßnahmen vermitteln können. Das gilt ab sofort auch für das Zubereiten von Vorspeisen, Hauptgerichten und Leckereien der gehobenen Küche. Die richtige Grundausrüstung, Gemüseschälen wie die Profis, perfekte Steaks zubereiten und Olivenölgummibärchen danach - Ferriss erklärt in mundgerechten Workshop-Häppchen. Vieles davon in Schritt-für-Schritt-Foto-Serien. Unterstützung bekommt er von Spitzenköchen aus der ganzen Welt, die ebenfalls in Wort und Bild Geheimnisse aus der eigenen Küchenpraxis verraten. Highspeed-Lernen für den Hochgenuss " Der 4-Stunden-(Küchen-)Chef " ist aber weitaus mehr als ein typisches Kochbuch für Männer, die die Küche gewöhnlich nur zum Bierholen betreten. Ferriss hat einen schweren Wälzer geschrieben, mehr als 600 Seiten komprimiertes Wissen zum Kochen, Genießen und Highspeed-Lernen in anderen Lebenslagen. Dass der Leser das Buch aufgrund der Größe, des Gewichts und der edlen Aufmachung lieber im Wohnzimmer durchblättert als es in der Küche als Arbeitshilfe zu nutzen, ist der einzige Schönheitsfehler. Roter-Reiter - Fazit: Ein wunderbares Buch voller kulinarischer Ideen. Ein Genussfeuerwerk für alle, die glauben, sie hätten weder Zeit noch Talent zum Kochen. Ferriss weiß es besser und macht Appetit auf den nächsten Gang. Ein tolles Weihnachtsgeschenk! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Timothy Ferriss: "Der 4-Stunden Küchen Chef", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Der 4-Stunden Küchen Chef" auf Mangementbuch.de     ### Die Kunst, im Job authentisch zu erscheinen, ohne sich in die Karten blicken zu lassen Unzählige Führungsratgeber sehen im "authentischen" Auftreten der Manager den Schlüssel zum erfolgreichen Auftritt vor Mitarbeitern, Kunden und Vorgesetzten. Das Gegenteil ist richtig, meint Stefan Wachtel. Bloß nicht zu ehrlich sprechen, sich bloß nicht emotional in die Karten schauen lassen, warnt der Autor in seinem provokanten Buch "Sei nicht authentisch". Die Wahrheit ist nur die zweitbeste Lösung Recht bekommt er von Top-Managern und Spitzenpolitkern, die längst den Spagat aus eigenen Bedürfnissen und fremden Erwartungen perfekt aufs Parkett legen, wenn sie in Betriebsversammlungen ans Rednerpult oder vor der Presse ans Mikro gebeten werden. "Wir alle führen oft genug das Herz auf der Zunge. Gefährlich wird das, wenn die Verantwortung steigt. Wir richten dann großen Schaden an, wenn wir die Wahrheiten aussprechen, die besser ungesagt blieben." Die Geheimnisse der Merkel-Rhetorik An diese einfache Regel hält sich beispielsweise Angela Merkel ("Meisterin des Deadpan"), die ihre Rhetorik so perfektioniert hat, dass nicht einmal politische Gegner Angriffsflächen finden. Wachtel enthüllt die "sieben Geheimnisse der Merkel-Rhetorik" und gibt Managern griffige Tipps mit auf den Weg, um sich bestmöglich in der Öffentlichkeit darzustellen - ohne das Innerste zu offenbaren. Hier die besten fünf daraus: 1. Im richtigen Film spielen - Die Rolle im Job muss zu eigenen Idealen, Denk- und Verhaltensmustern passen 2. So gut spielen, dass es authentisch scheint - muss man üben und lässt sich nur durch stetiges Üben perfektionieren 3. Den Part variabel spielen - die Rolle bitte so auslegen, dass Ihnen ein spontaner Wechsel bestimmter Standpunkte jederzeit offensteht 4. Niemals aus der Rolle fallen - genießen Sie es, die Erwartungen zu erfüllen, die man an Sie stellt 5. Behaupten Sie nie, Sie seien authentisch. Schon die Bemerkung allein könnte Zweifel wecken Roter-Reiter - Fazit: Wer im Job immer die ungeschminkte Wahrheit erzählt, schafft es nicht bis ganz nach oben. Wer sich für die Karriere täglich krümmt und verbiegt, erst recht nicht. Die Top-Leute finden den Mittelweg: Sie spielen ihre Rolle so perfekt, dass sich die Frage nach Authentizität oder Maske gar nicht stellt. In seinem Buch "Sei nicht authentisch" zeigt Stefan Wachtel, wie Sie Ihr Rollenspiel perfektionieren und beruflich vorankommen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Stefan Wachtel: "Sei nicht authentisch", Plassen 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Sei nicht authentisch" auf Mangementbuch.de   ### Wie Sie Hirn und Psyche auf mehr Zufriedenheit programmieren Der Titel des Buches "Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit" ist mehr als ein schönes Wortspiel. Autor Hans-Otto Thomashoff macht Ihnen nämlich wenig Hoffnung, dauerhaft glücklich zu werden. Glück ist flüchtig wie ein schöner Augenblick. Sie können aber deutlicher zufriedener durchs Leben laufen - jeden Tag. Der Schlüssel dazu ist in Ihrem Hirn und Ihrer Psyche verborgen. Und der renommierte Psychiater und Psychoanalytiker weist Ihnen mit seinem populärwissenschaftlichen Buch gerne den Weg dorthin. Nur die Tür öffnen müssen Sie selber öffnen. Von Bonobos und Präriemäusen "Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit" ist streng genommen mehr Erkenntnisbuch als Ratgeber und unterscheidet sich damit auch deutlich von Küstenmachers fast gleichzeitig vorgelegtem "Limbi". Beide Bücher erläutern detailliert und verständlich die Entstehung von Emotionen, von Freude und Missfallen im limbischen System und übertragen die Erkenntnisse auf unsere Verhaltensweisen. Dort aber enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Thomashoff geht die Themenbereich "Arbeiten und Konflikte", "Liebe und Sex", "Erkenntnis und Glaube" wissenschaftlicher an. Statt konkreter Lebenshilft verweist er auf psychologische Experimente und aktuelle Forschungsergebnisse. Auch aus dem Tierreich, denn mit Affen und Mäusen haben wir mehr Ähnlichkeit, als es der Anblick vermuten lässt. Frühkindliche Erfahrungen und Bier aus dem Kühlschrank Der Lesespaß leidet nicht unter den Abstechern in Neurologie, Psychoanalyse oder Biologie. Ganz im Gegenteil: Mit einer feinen Prise Humor und in flotter, verständlicher Sprache erläutert der Hirnforscher, warum wir uns im Leben scheinbar immer für den gleichen Partnertyp entscheiden, uns nach Treue sehen oder aber einfach nicht treu sein können. Hormonausschüttungen haben damit zu tun. Noch mehr aber frühkindliche Erfahrungen, die als Anker für spätere Entscheidungen und Verhaltensweisen dienen. Und was wirklich auf Dauer zufrieden macht, verrät Thomashoff natürlich auch: "Liebe, Stresstoleranz und die Fähigkeit, zu vertrauen". Roter Reiter-Fazit: Thomashoff schickt lädt uns in "Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit" zu einer spannenden, häufig auch sehr amüsanten Reise in unterbewusste Gedanken, Gefühle und Leidenschaften ein. Tolles Buch! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Hans-Otto Thomashoff: "Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit", ARISTON 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit" auf Mangementbuch.de ### 100 Alternativen zum ständigen Display-Check auf dem Smartphone Orthopäden warnen vor Fehlhaltungen und Nackenschmerzen bei Jugendlichen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Hause auf der Couch, auf dem Schulhof und selbst auf dem Weg zu McDonald's ausschließlich in gebeugter Haltung anzutreffen sind: Der Grund: Der Blick senkt sich unaufhörlich auf das kleine Smartphonedisplay in der Hand. Auf Dauer nicht gesund - gerade in sozialer Hinsicht. Mit ihrem Buch "100 Dinge, die du tun kannst, statt mit dem Handy rumzuspielen" nennt Ilka Heinemann 100 Alternativen zum automatisierten Bildschirmwischer. Für 5 Minuten das Smartphone weglegen Das Gerät einfach mal weglegen, innehalten, Augen und Ohren öffnen für das Leben außerhalb des winzigen Telefongehäuses, darum geht es der Autorin. Alle "Tipps" finden kurz und knapp auf je einer Seite statt, dazu gibt es amüsante Illustrationen. Einig der 5-Minuten-Ratschläge sind absolut wörtlich zu nehmen wie "Erinnere dich an das schönste Kompliment, das du je bekommen hast" (ohne dabei in den alten SMS zu blättern!) oder "Schreib eine Postkarte", andere sind verspielt-ironisch "Halte nach einem besonders unsympathischen Menschen Ausschau und stelle dir vor, wie er als Kind war und was er für Eltern hatte." In der Summe eine schöne Sammlung origineller Ideen, um den Blickwinkel zumindest einmal am Tag wieder auf das "wahre" Leben zu richten, das bunter ist als jede Android-App. Roter-Reiter - Fazit: Schönes Buch zum Schmunzeln, Schwelgen und Verschenken - nicht nur Handy-Junkies empfohlen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Ilka Heinemann: "100 Dinge, die du tun kannst, statt mit dem Handy zu spielen", Knaur 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "100 Dinge, die du tun kannst, statt mit dem Handy zu spielen" auf Mangementbuch.de     ### Was im Leben wirklich glücklich macht Bestseller-Autor, Karikaturist und Business-Profi Werner Tiki Küstenmacher begibt sich mit seinem Buch "Limbi" auf die Suche nach der ultimativen Glückformel und findet sie im Gehirn. Sie ist bei jedem Menschen von Geburt an vorhanden - die Rede ist vom limbischen System. Der Teil des Hirns, der Emotionen und Triebverhalten steuert, der "fantastisch flink arbeitet, aber nur träge urteilt". Kurzum: Der Part im Kopf, der in Sekundenbruchteilen darüber entscheidet, was gefällt und was widerwärtig erscheint. Hier gegenzusteuern zu können, wenn es nötig ist, das ist die Grundlage der Glücksformel laut Küstenmacher. Limbi führt durchs Buch (und das Leben) Eine neurologische Abhandlung hat der Autor aber nicht im Sinn. Ganz im Gegenteil: Ihm geht es um einen leicht konsumierbaren Praxisratgeber, der in nahezu allen Lebenslagen aufzeigt, wie Emotionen unser Verhalten steuern, Gedanken und Gefühle beeinflussen und wie das scheinbar starre Konstrukt aus Reiz und Reaktion unterbrochen werden kann. Dafür schickt er Limbi ins Feld, eine niedliche kleine Karikatur, die ureigene Emotionen symbolisiert und auch den inneren Schweinehund. Limbi ist der Protagonist des Buches, den der Leser mal als Partner an der eigenen Seite mal als Gegenspieler kennenlernt. Limbi 24 Stunden lang zähmen - oder aber genießen Schnell macht Küstenmacher klar, dass Limbi immer seine Finger im Spiel hat, 24 Stunden am Tag. Ganz gleich, ob es um Karriere, Diäten, Liebe, Freundschaften, Lernen oder Schlafen geht - heimlich meldet sich die innere Stimme immer zu Wort. Und nicht immer ist der leise Appell aus dem Unterbewusstsein der beste Ratgeber. Der Autor erklärt, wie Sie Limbi demaskieren, bei Bedarf entwerten oder ganz ausknipsen. Beispielsweise beim übermäßigen Essen: Einfach den "Ich-vertrag-noch-was-Impuls (= Limbi) der "wie-viele-Teller-füllt,-was-ich-schon-gegessen-habe-Einsicht" (= rationale Sichtweise der Großhirnrinde) gegenüberstellen und schauen, wie es ausgeht. Die Liebe neu beleben Limbi ist aber mitnichten nur ein hedonistischer Quälgeist. In der Liebe spielt er seine kompletten Talente aus. Beispielsweise wenn es darum geht, die eingeschlafene Leidenschaft neu zu entfachen. Limbi empfiehlt: Zurück in die Erinnerung, zurück an die Orte, zu den Musikstücken oder Filmen, die damals die Herzen haben höher schlagen lassen. Dass die Leidenschaft dann (vermutlich eine Spur kleiner) wieder hochkommt, ist sehr wahrscheinlich. Denn Limbi hat ein verdammt gutes Gedächtnis. Roter-Reiter - Fazit: Neurologie und Glücksforschung im Doppelpack: Selten hat es so viel Spaß gemacht, sich mit dem eigenen Unterbewusstsein auseinanderzusetzen. Küstenmacher verwandelt das geheimnisvolle limbische System in Ihren besten Freund Limbi, der Ihnen jederzeit zur Verfügung steht oder verschwindet, wenn Sie ihn gerade nicht brauchen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Werner Tiki Küstenmacher: "Limbi", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Limbi" auf Mangementbuch.de   ### Wege aus dem Perfektionswahn Alltagssprachlich wird Perfektionismus gerne zu einer fast ehrenwerten Attitüde verklärt, einer kleinen Schwäche, die doch nur zeigt, dass der Betroffene seinen Job und seine Verpflichtungen ernst nimmt. Ein gefährlicher Trugschluss, sagt Autor Raphael Bonelli. Perfektionisten sind psychisch angeschlagen, sie ziehen sich und ihre soziale Umwelt in eine mentale Abwärtsspirale. Sie sind „Nörgler, notorische Pessimisten und humorlosen Querulanten“ konstatiert Bonelli in seinem empfehlenswerten Buch „Perfektionismus“. Sie haben eine „neurotische Angst vor der eigenen Fehlerhaftigkeit, die die Seele erstarren lässt.“ Die Sucht nach Bestnoten Perfektionismus ist krank und macht krank. Die „irrationale Angst, nicht genug zu sein“, endet häufig in der Burn-out-Falle. Erst dann, wenn die emotionalen Verbindungsstricke zu Kollegen, Freunden und der Familie gerissen sind, bitten die Betroffenen um Hilfe. Der Wiener Psychiater Bonelli kennt die Leiden der Perfektionisten. In seinem Buch schildert und analysiert er insgesamt 77 Fälle von Menschen, die es einfach nicht gut sein lassen können, sondern immer eine Note besser auf ihrem persönlichen Zeugnis sehen wollen. Imperfektionstoleranz Die geschilderten Fälle handeln von der „Braut, die sich nicht traut“, vom Sex-Verweigerer, der sich selbst einen zu kleinen Penis „zumisst“ oder dem vermeintlichen Elite-Studenten, der das Examen vortäuscht, um seiner „Mama“ zu imponieren. Mitunter sind die Studien amüsant, meist aber tragisch. Und in einigen Fällen - das ist sicher beabsichtigt - erkennt sich mancher Leser unweigerlich wieder. Bonelli verschreibt selbstverständlich in seinem Buch auch die passende Heilmethode: „Imperfektionstoleranz“ heißt das Gegenmittel. Die befreit „von Ich-Sucht, Kontrollzwang, Anspruch auf Fehlerlosigkeit, Verbitterung und Fremdbeschuldigung. Innere Freiheit macht dagegen flexibel und unabhängig.“ Roter-Reiter - Fazit: Krankhafter Perfektionismus ist wie ein grassierendes Virus: Die Betroffenen können sich nicht selbst kurieren und machen ihre Angehörigen krank. Symptome, Krankheitsverlauf und Therapiewege schildert Bonelli aufschlussreich und spannend in seinem Psychoratgeber. Nicht wenige Leser werden sich in einem der knapp 80 Fälle wiedererkennen. Ein wichtiges und gutes Buch! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Raphael M. Bonelli: „Perfektionismus“, Pattloch 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von „Perfektionismus“ auf Mangementbuch.de ### Lothar Seiwert schildert die Chancen des demografischen Wandels, die sich den Alten, aber auch der gesamten Gesellschaft bieten Keine Angst vor dem Herbst des Lebens! Panikmache vor dem demografischen Wandel, vor Altersarmut oder der "Gesellschaft der Gebrechlichen" lässt der Grandseigneur des Zeitmanagements nicht kommentarlos durchgehen. In seinem lesenswerten Buch "Das neue Zeit-Alter" wirbt er für mehr Besonnenheit und Weitsicht in der Diskussion um die bevorstehende Überalterung der Deutschen. Sein Mittel gegen die düsteren Prophezeiungen: Tragfähige Modelle für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, in denen die Begriffe "alt", und "Zukunft" wunderbar harmonieren. In denen Rentner nicht nur Empfänger von öffentlichen Geldern und Dienstleistungen sind, sondern das Land aktiv (mit)gestalten. "Die besten Jahre kommen noch", schreibt Seiwert, die der heute 40jährigen "und die unserer Gesellschaft". Die Schattenseiten des demografischen Wandels Sein Altersweis(s)buch ist zweigeteilt: Im ersten Part analysiert er die Gründe für die fortschreitende Überalterung der Gesellschaft. Längere Lebenserwartung aufgrund besserer Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Bildung kommen dabei ebenso zur Sprache wie die Gründe für die sinkende Geburtenrate. Seiwert verfällt nicht dem Fehler, die anstehenden Probleme wie die Löcher in den Rentenkassen oder den "Krieg der Generationen" kleinzureden. Er nimmt die Ängste der Betroffenen ernst ("Grufty Horror Picture Show"), berichtet dabei auch aus persönlichen Erfahrungen und spart nicht bissigem Humor: "Im Jahr 2050 werden wohlhabende Namibier Patenschaften für notleidende deutsche Rentner einrichten." Generationenvertrag neu gestalten Um die Schreckensszenarien abzuwenden, müssen zuerst die Alten selbst anpacken - bevor die Gebrechlichkeit beginnt. Das schildert der Autor im zweiten Teil des Buches. Arbeitswillig und -fähig zu bleiben über das Renteneintrittsalter hinaus, das liegt in der persönliche und sozialen Verantwortung jedes Einzelnen. Seiwert spricht vom "integralen Lebensmodell", das die Lebenserfahrung aus den vergangenen Jahrzehnten als "Türöffner für gesellschaftliche Positionen und Ämter" nutzt. Alte finden sinnvolle und auch hochdotierte Beschäftigungen, wenn sie sich einbringen, ihre Vorteile ausspielen. Die Wirtschaft sieht Seiwert in der Pflicht, die Weichen dafür zu stellen - beispielsweise über neue Arbeitszeitmodelle, altersgemischte Teams und mehr Teilzeitstellen. Die Möglichkeiten dafür sind längst gegeben. Nur muss das auch in die Köpfe aller Verantwortlichen: "Pro Aging statt Anti Aging: Altwerden ist ein Ziel, das schön und erstrebenswert ist." Roter Reiter - Fazit: Unmissverständlich fordert Seiwert eine gesellschaftliche Erneuerung, die das Altwerden nicht mehr als Makel begreift. Seine Zukunftsmodelle sind absolut überzeugend. Vorher aber muss der soziale Wandel in den Köpfen stattfinden, vor allem in denen der Alten selbst. Das Buch könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Lothar Seiwert: "Das neue Zeit-Alter", Ariston 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Das neue Zeit-Alter" auf Mangementbuch.de ### Warum Sie mehr wertvolle Zeit mit den Menschen verbringen sollten, die Ihnen wichtig sind Bernd C. Trümper ist von Beruf Pastor. In seinem Buch "Quality Time" beweist er sich als kluger Beziehungsratgeber - und zwar fernab von Bibelversen oder psychologischen Theorien. Seine Ratschläge entspringen eigenen Erfahrungen mit Ehefrau, Kindern, Eltern und Freunden. Und so will er auch sein Buch verstanden wissen: Ein universelles "Firmware-Update für den Bereich Ihrer Beziehungen, der Ihre Hardware befähigen wird, in neuen Strukturen zu denken und zu handeln". Die Hardware, das ist das Zusammenspiel von Herz und Verstand. Mit Quality Time frischen Wind in die Ehe bringen Trümper ermutigt Sie, Ihre Beziehungen zu den wichtigsten Menschen aufzufrischen und zu intensivieren. E geht dabei weniger um die Aufarbeitung verborgener Ängste oder alter Vorwürfe als um die Wiederbelebung von Neugier, Vertrauen und Spaß im alltäglichen Miteinander. Das ist der Spirit von "Quality Time": Nicht nur mehr Zeit miteinander zu verbringen, sondern dieser Zeit gewinnbringend zu nutzen. Trümper macht Ihnen dazu viele Angebote: In der Ehe beispielsweise müssen Sie sich nicht einer leidenschaftslosen, rein rationalen Nutz-Beziehung abfinden. Erotik neu entfachen - das geht mit Geduld und Liebe, wie der Autor aus eigener Erfahrung schildert. Distanz schaffen, um Nähe aufzubauen Auch der Kontakt zu heranwachsenden Kindern mit starken Autonomiebestrebungen muss nicht auf "0" gefahren werden. Ganz im Gegenteil. Aber nehmen Sie dafür einen kleinen Umweg in Kauf: "Distanz schaffen, um Nähe herzustellen" klingt nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn Distanz meint nicht die emotionale Bindung, sondern den eigenen Blickwinkel auf die Kinder. Wer es schafft, seinen Kindern mit echtem Interesse zu begegnen, baut die Brücken auf, die er zuvor mit Vorwürfen und Belehrungen abgeschlagen hat. Roter Reiter - Fazit: Ein warmer und freundlicher Ratgeber. Trümper spricht so über die wichtigsten Beziehungen, wie es auch Ihr bester Freund tun würde. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Bernd C. Trümper: "Quality Time". books4success. September 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Quality Time" auf Mangementbuch.de ### Lichtgestalten und Schattenspieler in der Bundesliga Mit "Traumberuf Fußballprofi" haben die Autoren Jörg Runde und Thomas Tamberg bereits zu Beginn des Jahre 2014 einen erstklassig recherchierten Report über Karrierestraßen und Irrwege im Profifußball vorgelegt. Dafür sind die Autoren von Babelsberg bis Köln, von Hamburg bis Unterhaching gereist, um das Erfolgsgeheimnis der Top-Profis zu portraitieren. Und auch den Jungs eine Präsentationsfläche zu bieten, die es trotz bester Anlagen und beachtenswerter Anfangserfolge nicht gepackt haben. In Brasilien hautnah dabei Rund ein halbes Jahre später stellen die Autoren eine limitierte Neuauflage des Buches vor: die "Weltmeister-Edition". Tamberg war in Brasilien dabei - nicht nur in den Stadien, sondern auch im Camp der deutschen Spieler und Betreuer. In einem Extra-Kapitel schildert er die ausgezeichnete Stimmung im gesamten Team und den guten Draht zur Bevölkerung ("gemeinsam auf der Straße und am Strand gekickt"). Zudem fließen Anekdoten wie das lustig-patzige Zwiegespräch von Thomas Müller und einer südamerikanischen Reporterin in die bestehenden Kapitel mit ein. "Das beste Gefühl ... Am Gesamtkonzept haben die Autoren aber nicht geschraubt. Uli Borowka, Robin Dutt, Mario Götze, Mats Hummels, Jürgen Klopp, Tim Wiese - sie alle kommen zu Wort in dem Buch und schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit dem "Berufsstand" Fußballprofi, die widersprüchlicher kaum sein können. Für einen positiven Einstieg sorgt Lewis Holtby, der auch das Vorwort beisteuert. Seine Vorzeigekarriere vom Gladbacher-Jugendinternat über Profi-Einsätze bei Schalke 04 und Mainz 05 bis zur Nominierung in der deutschen Nationalmannschaft ("dieses Gefühl ist das beste, was du als Fußballer haben kannst") und seinen Wechsel in die englische Premier League ist die Blaupause vieler Kinderträume. Konsequent war Holtby, zielstrebig und professionell in der Lebensführung sowieso. Und trotzdem war eine gehörige Portion Glück der Schlüssel zum Erfolg. Holtby hat(te) das richtige Umfeld, fürsorgliche Eltern, vermutlich eine verständnisvolle Freundin und einen verantwortungsbewussten Manager. Keine Selbstverständlichkeit! ... und die absolute Tragödie" Fragen Sie mal Savio Nsereko. Garantiert haben Sie den Namen nie gehört. Weil der Junge ("ein Jahrhunderttalent") auf "zweifelhafte Berater und falsche Freunde" gehört hat, als es steil nach oben ging. Dann kamen Schulden, Drogen-und Alkoholprobleme statt Fangesänge aus der Kurve und Bravo-Titelbild. Nsereko ist noch keine 30, aber seine "total verkorkste" Karriere ist vorbei, "sie hat noch nicht mal richtig angefangen und hätte ihn mit etwas Glück bis in die Champions League führen können. Eine menschliche Tragödie". Auch solche "Schattenspieler" kommen im Buch zu Wort, denn auch sie machen einen Teil des Fußball-Business aus - den Teil, den man gewöhnlich nicht sehen möchte. Roter Reiter - Fazit: "Traumberuf Fußballprofi" ist ein aufregender, schonungsloser Blick hinter die Kulissen der schillernden Welt der Bundesliga-Stars und WM-Helden. Hervorragend recherchiert und mitreißend geschrieben. Die Neuauflage erweitert die bestehenden Geschichten um einzelne WM-Splitter. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Jörg Runde, Thomas Tamberg: "Traumberuf Fußballprofi – Weltmeister-Edition"; Wiley 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Traumberuf Fußballprofi – Weltmeister-Edition" auf Mangementbuch.de ### Was uns im Leben zufrieden, selbstsicher und widerstandsfähig macht In ihrem Buch "Entfalte, was in dir steckt" geht Sigrid Engelbrecht den Fragen nach, die sich vermutlich fast jeder Mensch fast täglich stellt: "Was macht mich glücklich?", "Wie kann ich persönliche Krisen bewältigen?", "Was brauche ich, um mich ausgeglichen und stark zu fühlen?" "Wie kann ich die Beziehungen zu meinen Mitmenschen verbessern?" 44 Impulse für ein besseres Leben Die Antworten darauf erfolgen in kurzen Erklärungstexten und insgesamt 44 "Impulsen". Das sind Übungen und Anregungen, die Ihnen helfen, vertraute, aber nicht immer förderliche Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen und Alternativen auszubilden. Das kann ganz einfach sein, wenn Sie beispielsweise Abwechslung und Inspiration in Ihrem Alltag vermissen. Bestellen Sie beim nächsten Besuch Ihres Lieblingsitalieners ein völlig unbekanntes Gericht von der Speisekarte. Fahren Sie mit dem Bus bis zur Endstation und spazieren Sie dort eine halbe Stunde herum. Nehmen Sie die Umgebung mit allen Sinnen wahr. Mit scheinbar winzigen Veränderungen bringen Sie schnell Farbe ins Alltagsgrau. Keine Angst vor Chef oder Kollegen Mit einer Vielzahl guter Übungen, kleiner Tests und Listen hilft Engelbrecht, die psychischen Blockaden im eigenen Leben aufzuspüren und Schritt für Schritt aus dem Weg zu räumen. "Flow", "Achtsamkeit", "positive Gefühle", "Dankbarkeit und Verzeihen" stehen auf dem Fahrplan. Viele Tipps sind wunderbar einprägsam. Beispielsweise der, der Ihnen hilft, negative Gefühle wie Scham oder Angst im Kollegenkreis abzubauen, bevor Sie davon überrannt werden: "Statt in schlimmen Befürchtungen zu verharren, richten Sie Ihre Gedanken auf lösungsorientiertes Handeln. Häufig sind Auswege aus vermeintlich peinlichen Situationen schnell gefunden. Manchmal reicht es schon aus, spontan über sich selbst zu lachen. Roter Reiter - Fazit: "Entfalte, was in dir steckt" gehört definitiv zu den besten Selbstcoaching-Ratgebern. Mit viel Sachverstand und einer gelungenen Auswahl an praxisnahen Übungen widmet sich Engelbrecht allen Faktoren, die für das seelische Gleichgewicht sorgen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Sigrid Engelbrecht: "Entfalte, was in dir steckt", Ariston 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Mangementbuch.de   ### Arbeits- und Lesebuch für kreatives Denken "Denkmotor" von Chris Brügger und Jiri Scherer ist ein ungewöhnliches, auf nahezu jeder Seite überraschendes Buch über Kreativität und Ideenfindung. "Es referiert nicht über Kreativität, es ist kreativ" bemerken die Autoren in der Einleitung treffend. Das gilt für den Inhalt und die Aufmachung. Ein knallbuntes Buch voller Skizzen, Fotos und Screenshots, dazu knackige Texte, Interviews, Slogans und Zitate rund um die Kunst des kreativen Denkens und Handelns. Schreiben, malen, skizzieren Mit der Vielzahl unterschiedlicher Bildformate und Schriften verdeutlichen Brügger und Scherer den Kern des gemeinsamen Kreativ-Workshops unmissverständlich: Raus aus der Routine, wenn du kreativ sein willst. "Ausprobieren, sammeln, schreiben, malen, skizzieren, sprechen, alles ist erlaubt und gefordert, bevor es darum geht, Ideen zu verwerfen oder auszuwählen". Die Autoren versprechen zu Beginn, dass "Kreativität" keine Qualifikation hochbezahlter Werbeprofis ist. Jeder kann kreativ sein ("trainierbar"), da es zahllose Wege und Ausprägungen zur/von Kreativität gibt. "Denkmotor" bildet viele davon in Interviews ab. Werbetexter, Manager, Produktentwickler und eine "Zuckerartistin" schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit Kreativität und dem Arbeiten unter Druck. Ansaugen und Ausstoßen Den roten Faden im quietschbunten Artwork bilden die vier klassischen Phasen der kreativen Arbeit. Im ersten Teil "Ansaugen" erläutern die Autoren, was Kreativität bedeutet ("in Varianten lernen") und warum der erste Entwurf selten der beste ist. Jede gute Idee hat Alternativen, vor denen sie sich behaupten muss. Nur eine schlechte hat keine. Das zweite Kapitel "Verdichten" befasst sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen und an welchen Orten Kreativität gedeihen kann. "Zünden" erläutert die wichtigsten Kreativitätstechniken wie Reizwortanalyse oder Brainwriting. In "Ausstoßen" schließlich geht es um die Umsetzung. Wie überzeuge ich Partner und Kunden? Wie werden aus Ideen neuen Produkte? Brügger und Scherer bringen dafür Beispiele aus der Praxis - und ermutigen Sie, für Ihre besten Einfälle selbst "zur Rampensau" zu werden. Roter Reiter - Fazit: Ein wunderbares Buch. Klug und nützlich, optisch verspielt und textlich exakt auf den Punkt gebracht zeigt "Denkmotor", wie Kreativität funktioniert. Wer das Buch kauft und liest, wird es immer wieder gerne zur Hand nehmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Chris Brügger, Jiri Scherer: "Denkmotor", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Denkmotor" auf Mangementbuch.de ### Norbert Bolz erklärt in seinem Ratgeber, warum Spielen in jeder Form unser Leben bereichert Spielen - ganz gleich ob mit Würfeln, Karten, mit einem Lederball, an einem PC oder in der Lottoecke vom Kiosk - "ist wichtig, tut gut und schenkt Lebensfreude" schreibt Norbert Bolz in seinem Buch "Wer nicht spielt, ist krank". Gemeint sind damit Erwachsene, die im Rahmen eines effizienten Zeitmanagements im Alltag keinen Platz mehr für rein spielerische Tätigkeiten finden. Diesem "Homo Oeconomicus" ist das Buch gewidmet, damit er den "Homo ludens", den spielenden Menschen, in sich wiederentdeckt. Spielen beugt psychischen Erkrankungen vor Anhand von soziologischen, psychologischen und philosophischen Erkenntnissen macht Bolz deutlich, dass Spielen keineswegs ein Privileg der Kindheit bleiben darf. Dem rationalen Menschen des 21. Jahrhunderts mangele es vor allem an "Erregung" und "Freude" was zu psychischen Schädigungen führen könne wie Burnout und Depression. Spiele bieten hervorragende Präventionsmöglichkeiten, weil sie "Abenteuer, Sicherheit und Anerkennung" vermitteln. Oder auch Spannung und Wagnis, ohne dabei echte Risiken einzugehen. Mitfiebern mit dem eigenen Fußballverein, das kann massive Emotionen freisetzen und Freude pur hervorrufen, wenn das Team in der Bundesliga die übermächtigen Bayern weghaut. Geht das Match dagegen verloren, bleibt vielleicht etwas Enttäuschung zurück, aber sicher keine Delle im Lebenslauf. Mehr Platz schaffen für "befreienden Unsinn" Das ist der Kern des engagierten und sauber recherchierten Plädoyers für mehr lustvollen Zeitvertreib jenseits von Arbeit und Wertschöpfung: sich den Spaß und die Emotionen spielerisch zurückzuholen, die zwischen Aktenstapeln und Bügelwäschebergen verloren gegangen sind. Dazu ist dem Autor jedes Mittel recht. Selbst Social Games bei Facebook. Die sind nicht schlechter oder bemitleidenswerter als Großmeisterpartien im Schach. Wichtig ist nur, dass der Spieler Freude daran hat und sich den Schuh der "Zeitverschwendung" gar nicht erst anzieht. Roter Reiter - Fazit: "Nicht die Kunst, sondern das Spiel ist die große Stimulans des Lebens" korrigiert Bolz in seinem Buch "Wer nicht spielt, ist krank" den großen Philosophen Friedrich Nietzsche. Es ist schwer, seinem engagierten Aufruf zum "befreienden Unsinn" nicht zu folgen. Heute Abend bleibt die Glotze aus und Monopoly kommt auf den Tisch. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Norbert Bolz: "Wer nicht spielt, ist krank", Redline 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wer nicht spielt, ist krank" auf Mangementbuch.de ### Bloß nichts in sich reinfressen Das neue Buch der Bestsellerautorin Gummesson. Sie zeigt Frauen, wie sie kommunizieren müssen, um gehört und verstanden zu werden. Ihr Credo: "Frauen, die sagen, was sie wollen, kommen weiter". Anhand realer Beispiele aus Ihrer Coachingpraxis zeigt sie Wege aus verfahrenen Situationen auf. Im Job, in der Familie und in der Partnerschaft. Mit der zentralen Botschaft, die Sachen nicht in sich hineinzufressen, sondern Probleme, Gefühlslagen und Erwartungen so klar wie möglich auszusprechen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Elizabeth Gummesson "Sprich's aus!" Beltz GmbH 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Sprich's aus!" auf Mangementbuch.de ### Warum zu viel Training fett macht Was haben Lady Gaga, Al Pacino, Kylie Minogue und Orlando Bloom gemeinsam? Hollywood? Kann sein. Vor allem aber haben sie mit Harley Pasternak den gleichen Fitness- und Body-Coach. Kein Wunder, denn er quält seine empfindliche Klientel nicht mit kräftezehrenden Übungen (wer viel trainiert, futtert viel) sondern setzt auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Im Zentrum stehen die immer beliebter werdenden "Smoothies". Pasternack zeigt, wie sie selbst diese fruchtigen Leckereien zurechtmixen. Und zeigt einfache Übungen für die körperliche Fitness. Auch wer andere Ziele hat, als Hollywood, ist damit gut beraten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Harley Pasternak "Die Pasternak-Diät". books4success >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Pasternak-Diät" auf Mangementbuch.de       ### Die wichtigsten Regeln für Ihr Zeitmanagement und Büroorganisation Peter Haupt ist selbst erfolgreicher Unternehmensberater. Insofern überrascht der Einstieg in sein Buch "Mach sie fertig!" mit der unmissverständlichen Absage an Zeitmanagement-Seminare und -Coachings ("Zeit und Geld umsonst"). Seine Sicht: Die positiven Effekte von (teuren) Trainings verpuffen im Alltag sehr schnell. Eine echte Wende im Berufsleben gelingt überforderten und notorisch unter Zeitmangel leidenden Schreibtischopfern nur, wenn sie in aller Ruhe ihren persönlichen Problemen auf den Grund gehen und die Instrumente effektiver Büroorganisation üben. Das ist die Kernaussage seines smarten kleinen Ratgebers von rund 140 Seiten. In einer Woche zum Zeitmanagement-Profi Eine einzige Woche reicht Ihnen dafür schon, wenn Sie die Tipps des Autos konsequent umsetzen. Der hat sein Buch nicht in klassische Kapitel unterteilt, sondern in Wochentags-Szenarien. Montags räumen Sie erstmal auf. Nicht den Schreibtisch, sondern Ihre Gedanken, Sorgen und Pläne. Innehalten, durchatmen, sich orientieren ist der wichtigste Schritt, um die bösen Geister zu orten, die Zeit stehlen, Chaos stiften und die Arbeit scheinbar verdoppeln. Mit Hilfe der "Problem-Stammbäume" erkennen Sie die konkreten Ursachen schon am Dienstag recht deutlich. Am Mittwoch begeben Sie sich auf die Suche nach den passenden Lösungen, wobei Sie die scheinbar "erstbesten Ansätze dem Shredder übergeben". Stattdessen formulieren Sie Ihre individuellen Bedürfnisse und leiten daraus den für Sie maßgeschneiderten neuen Weg ab. Aus Gewohnheiten ausbrechen und mit Widerständen umgehen Am Donnerstag geht es "den falschen Freunden" an den Kragen, beispielsweise den Kollegen, die ungeliebte Aufgaben mit einem charmanten Lächeln gerne übertragen. Genauso charmant lehnen Sie künftig ab. Ist gar nicht so schwer, wie Haupt mit Beispielen belegt und funktioniert notfalls auch beim Chef. Und Am Freitag? Ziehen Sie souverän Ihr neues Arbeits- und Projektverständnis durch - auch gegen den Widerstand von Kollegen. Viele davon sind eh nur Neider, weil bei denen noch abends auf dem Tisch liegt, was Sie vormittags schon erledigt haben. Guter Einstieg fürs Wochenende! Roter-Reiter - Fazit: "Mach sie fertig!" ist ein motivierendes Arbeitsbuch für Büroangestellte, die hilflos im Netz aus Stress und Überforderung zappeln. Haupts Tipps sind gut umsetzbar, gleichzeitig so generisch, dass sie den Arbeitsalltag von Programmierern, Verkaufsmitarbeitern oder Projektmanagern gleichermaßen entlasten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Peter Haupt: "Mach sie fertig!", Linde 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Mach sie fertig!" auf Mangementbuch.de   ### Zukünftig geben Sie Ihr Geld so aus, dass es Sie auch glücklich macht Luxusproblem - der Begriff passt perfekt zum Konsumstreben der meist wohlhabenden Deutschen: genug Geld auf dem Konto, aber keine rechte Idee, wohin damit. Elizabeth Dunn und Michael Norton helfen Ihnen mit dem ebenso erhellenden wie kontroversen Buch "Happy Money" gerne auf die Sprünge. Keine Sorge, es geht weder um Anlagestrategien noch um Spartipps. Ganz im Gegenteil. Die Autoren ermutigen Sie auf nahezu jeder Seite, Ihr Verdientes wieder unter die Leute zu bringen. Das Renditeversprechen dabei lautet: Glück gegen Geld. Genau diesem Glücksgefühl jagen laut Dunn und Norton viele Menschen vergeblich nach, die ihr Erspartes in Luxus-Autos, teure Plattensammlungen oder eine Designer-Einbauküche investieren. Materieller Wohlstand und die Anschaffung von Statussymbolen, so die Autoren, bieten nur vorübergehende Befriedigung. Beständige Zufriedenhaft schaffen sie nicht. Genau die aber ist in schönen Erinnerungen, im Zeitgewinn oder sozialen Investitionen verborgen. Glück kann man kaufen Insgesamt fünf Motive machen die beiden Autoren für den systematischen Erwerb von Glücksgefühlen aus: "Erlebnisse kaufen" (statt Dingen), "Sich etwas Besonderes gönnen", "Zeit kaufen", "Sofort bezahlen, später konsumieren" und "In andere Menschen investieren." Während "Erlebnisse kaufen" und "Sich etwas Besonderes gönnen" auf den ersten Blick einleuchten, sind die anderen Prinzipien erklärungsbedürftig. Dunn und Norton untermauern alle Modelle mit vielen Belegen aus wissenschaftlichen Studien und eigenen Erfahrungen, um die meist erstaunlich einfache Logik dahinter offenzulegen. Vorfreude erhöht den Wert von Waren und Dienstleistungen Beispiel Urlaub: Heute buchen, erst in einem halben Jahr in den Flieger steigen, so multiplizieren Sie den Ferienspaß mit den zahlreichen Momenten der Vorfreude. Klappt übrigens auch bei großen Anschaffungen wie einer teuren Stereoanlage oder einem Auto. Auf den umgekehrten Weg sollten Sie tunlichst verzichten: Die scheinbare 0%-Finanzierung vieler Discounter ist ein Weg in die Schuldenfalle. Sie zahlen noch ab, wenn die Anschaffung längst keinen Reiz mehr für Sie besitzt. Und auch Zeit können Sie sich kaufen, indem Sie ungeliebte Tätigkeiten wie Putzen oder Autowäsche auf Haushalthilfen übertragen. Oder indem Sie bewusster konsumieren. Für Wegwerfprodukte lohnen weder ein langer Anfahrtsweg noch ein akribischer Preisvergleich. Nehmen Sie das erstbeste Angebot, wenn es um Regenschirm, Waschmittel oder Dosensuppe geht, und investieren Sie die freigewordene Zeit in etwas Sinnvolles - beispielsweise Ihr Hobby. Roter-Reiter - Fazit: Dunn und Norton machen Ihnen erstklassige Angebote, um künftig bessere, nachhaltigere Konsumentscheidungen zu treffen. Überzeugendes, gutes Buch, das lange in Erinnerung bleibt. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Elizabeth Dunn, Michael Norton: "Happy Money", Books4Success 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf "Happy Money" Mangementbuch.de ### Ein persönliches Plädoyer für mehr Naturerfahrungen im Alltag Ulrike Fokken ist Redakteurin, ausgebildete Wildnispädagogin und war lange Zeit Pressesprecherin der deutschen Umwelthilfe. Umweltschutz und Naturerfahrungen sind ihr eine Herzensanagelegenheit - auf Reisen sowieso, aber auch im Alltag in Berlin. Davon handelt ihr Buch "Wildnis wagen". Natur erleben, um gesund zu bleiben In persönlichen Essays, teilweise im Tagebuchstil, schildert Fokken ihre Begegnungen mit iberischen Wölfen ("Symbol des wilden Lebens") in Nordspanien genauso enthusiastisch wie die zufälligen Kontakte mit Blaumeisen oder Eichhörnchen im Berliner Tiergarten. Ort und Gattung sind nebensächlich, vordergründig ist die unmittelbare unverfälschte Naturerfahrung - notfalls auch bei minus fünf Grad auf einer Parkbank. "Es geht um Emotionen, es geht um unsere Seele und unsere Gesundheit. Die Psyche verschrumpft zu einem traurigen Etwas ohne die Erfahrung des Lebens in der Natur." Urlaub von Zivilisation und Alltag Fokken veranschaulicht in ihren leidenschaftlichen Erfahrungsberichten, wie der bewusste Kontakt zu fremden Lebewesen das eigene Bewusstsein "erdet". Begegnungen mit Tieren haben einen "meditativen" Effekt, sie ermöglichen einen wohltuenden Mini-Urlaub von Zivilisation und Alltag - in der Wildnis der Pyrenäen ebenso wie im Stadtpark um die Ecke. Sofern man sich ohne Smartphone, Tablet oder Tageszeitung einfach für eine halbe Stunde auf die Natur einlässt. Roter Reiter-Fazit: Mit ihrem Buch "Wildnis wagen" weckt Autorin Fokken den Appetit auf Entdeckungstouren in den Wald oder die Heide der Nachbarschaft. Am besten gleich am nächsten Wochenende - nicht im Jogging-Tempo, sondern ganz gemächlich, um mit allen Sinnen das Leben der Vier- und Sechsbeiner wahrzunehmen. Wichtiges Buch für "Großstadtjunkies", die sich nach Entspannung sehnen und insgeheim wissen, dass 14 Tage Mallorca nicht die Lösung sind. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Ulrike Fokken: "Wildnis wagen", Ludwig 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Wildnis wagen" auf Mangementbuch.de ### Wehren Sie sich gegen ungesunde Machtspiele Eric Bernes Buch "Spiele der Erwachsenen" ist noch immer das Fundament der modernen Transaktionsanalyse. Das Ehepaar Renate und Ulrich Dehner hat Bernes Erkenntnisse und Analysen im gemeinsamen Buch "Schluss mit diesen Spielchen" aufgenommen, um anhand von Alltagsszenarien und Fallbeispielen zu verdeutlichen, wo "krankmachende" Macht-, Angriffs- und Opferspiele im Alltag zu festen Verhaltensritualen führen. In der Familie, mit dem Partner zu zweit, im Job mit Kollegen oder dem Chef, selbst im intimen Zwiegespräch mit dem eigenen Ego greifen die Muster von Erniedrigung, Angriff und Gegenangriff. Das Drama-Dreieck typischer Konflikte Renate und Ulrich Dehner machen deutlich, dass wir vor allem in Konfliktsituationen auf Rollenmuster zurückgreifen, die bis in die früheste Kindheit zurückreichen. Rollenmuster, die Fakten und Begleitumstände konsequent ausblenden, stattdessen auf Verallgemeinerungen setzen. Sich bei Kritik beleidigt zurückziehen und dann ohne Vorankündigung den Gegenangriff zu starten - das sind typische Muster der Spielchen, die Kinder von klein auf verinnerlichen und Erwachsene selbst im reifen Alter nicht ablegen. Die Autoren sprechen dabei vom "Drama-Dreieck", das sich aus "Opfer", "Retter" und Angreifer" zusammensetzt. Ein Rollentausch ist dabei blitzschnell möglich. Beispielsweise vom "Beleidigten", der scheinbar "immer" zu Unrecht kritisiert wird und kurzerhand zum Konterspieler wechselt und blitzschnell einen emotionalen Tiefschlag ansetzt. So werden Sie zum Spielverderber Das Ehepaar Dehner zeigt, wie Sie die festgefahrenen Muster erkennen und schließlich durchbrechen. Einfach aussteigen, wenn sich der erste oder nächste Spielzug ankündigt, das geht problemlos, wenn Sie die Mechanismen durchschauen und auf impulsive Reaktionen verzichten. Beispielsweise in der Erziehung: Schlichten, wenn sich die Kinder zoffen? "Das ist meist überflüssig! Zum einen finden Kinder rasch Wege sich zu einigen". Zum andern liegt bei einem elterlichen Richterspruch meist schnell "eine Revision auf dem Tisch", die neu verhandelt werden muss. Und der schmollende Kollege, der beleidigte Partner? Wenn Argumente nicht greifen, einfach schmollen lassen und in der Folge "ganz normal behandeln", bis sich das Opfer selbst befreit. Die Autoren erläutern anhand aller relevanten Lebensbereiche, wie Sie aus solchen Spielen aussteigen und damit auch ungesunde Muster der eigenen Kindheit ad acta legen. Wichtiges und gutes Buch! Roter Reiter-Fazit: Das Ehepaar Dehner legt mit seinem lesenswerten Psychologie-Ratgeber schonungslos die eigenen und fremden Manipulationsversuche im Alltag offen. Häufig reichen kleine Verhaltensänderungen aus, um das "miese Spiel" gleich nach dem Anpfiff zu beenden. Im Buch finden Sie die passenden Anweisungen dafür. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Renate und Ulrich Dehner: "Schluss mit den Spielchen", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Schluss mit den Spielchen" auf Mangementbuch.de ### Work-Life-Balance: Diät für alle, die keine Diät machen wollen Die glaubwürdigsten Diät-Ratgeber werden von Betroffenen geschrieben - Personen, die selber jahrelang unter Übergewicht gelitten haben und ihre Erfolgsmethode detailliert aus der persönlichen Sicht schildern können. Das Buch "Nie wieder dick" von Susanne Schmidt gehört sicher dazu. Die Autorin hat ihr Gewicht in nur sieben Monaten von über 130 Kilogramm auf rund 75 Kilogramm reduziert. Ohne Wunderpillen oder Highspeed-Programm. Sie hat vor allem ihre Essgewohnheiten konsequent verändert. Das Buch Nie wieder dick" ist mittlerweile ein Klassiker und erscheint aktuell in der sechsten Auflage. Drei Regeln für die Traumfigur Den Begriff Diät will Schmidt für ihre Abnehm-Methode nicht gelten lassen, weil "Hungern, Verzicht und Kalorienzählen" hier keine Voraussetzungen für den Gewichtsverlust sind. Satt essen ist ausdrücklich erlaubt, betont die Autorin. Streng genommen sind "nur" drei einfache Regeln zu beachten: Die erste und wichtigste lautet "Nur 30 Gramm Fett am Tag". Nummer zwei: 2 Liter Flüssigkeit am Tag trinken und Nummer drei: 2-mal wöchentlich mindestens 30 Minuten Sport. Low fat statt low carb Im Gegensatz zu Trennkost oder der gehypten Low Carb-Methode konzentriert sich Schmidt bei ihren Empfehlungen für Frühstück, Mittag- oder Abendessen allein auf den Fettgehalt der Speisen. Currywurst und Pizza geraten dabei unweigerlich auf den Index. Das gilt auch für sahnige Saucen. Freie Fahrt dagegen haben Kartoffeln, Gemüse und Marmeladenbrötchen. Selbst das Wiener Schnitzel ist besser als sein Ruf. Das bereiten Sie aber besser zu Hause zu, um die Zutaten zu kontrollieren. Um Lieferservices und Fast Food-Ketten machen Sie künftig stattdessen einen großen Bogen. Vermissen werden Sie MC Donalds und Co aber nicht mehr, verspricht Schmidt und bietet eine große Zahl an Rezepten und Menüvorschlägen, die garantiert nicht nach Diät schmecken. Guter Sofort-Tipp: Zum Anbraten von Schnitzeln oder Eiern Mineralwasser statt Öl verwenden. Klappt mit etwas Übung erstaunlich gut. Roter Reiter-Fazit: Susanne Schmidt ist längst ein Ernährungs- und Diät-Profi mit großem Renommee. "Nie wieder dick" ist das richtige Einstiegsbuch in ihre "Low Fat-Philosophie" mit vielen guten und leckeren Rezepten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Susanne Schmidt: "Nie wieder dick", Heyne 2013 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Nie wieder dick"  auf Mangementbuch.de   ### Das Weißbuch der fehlerhaften Statistiken und zweifelhaften Prognosen Glauben Sie bitte nicht jeder Statistik, die Ihnen im Internet, in Zeitschriften oder Kurzmeldungen der Tageschau untergejubelt wird, um scheinbare Trends aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu kennzeichnen. Thomas K. Bauer, Gerd Gigerenzer und Walter Krämer weisen in ihrem gemeinsamen Buch "Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet" die Regelmäßigkeit falscher Zahlenspiele nach. Berechnungsfehler und (un)bewusste Manipulation von Werten oder Schlussfolgerungen lassen "das statistische Unkraut" sprießen, um Meinungen zu machen oder gar "Panik zu erzeugen". "Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ..." Das berühmte Churchill-Zitat ist der heimliche Untertitel des spannenden Buches. Anhand von zahlreichen Beispielen machen der Ökonom (Bauer), der Psychologe (Gigerenzer) und der Statistiker (Krämer) deutlich, wie Quoten, Rankings und Studienergebnisse so lange durchknetet werden, bis die gewünschte Aussage durch scheinbare valide Zahlen bewiesen ist. Nicht immer ist Absicht im Spiel. Manchmal fehlt es ganz einfach am Wissen um mathematische Zusammenhänge in der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der Mythos von der wachsenden Krebsgefahr Die Autoren zitieren haarsträubende Logikfehler in den Forschungsberichten des Gesundheitswesens. Wenn die Behauptung "Genmais erzeugt keinen Krebs" nicht haltbar ist, ist der Umkehrschluss "Genmais erzeugt Krebs" nicht unweigerlich gültig. Solche Fehlableitungen gehören aber selbst bei seriösen Medien zur Tagesordnung: Plakative Aussagen machen eben Schlagzeilen. Auch der Mythos der wachsenden Krebsgefahr wird von den Autoren problemlos in seine Einzelteile zerlegt. Tatsächlich sorgt vor allem die steigende Lebenserwartung für eine Zunahme fast aller Alterskrankheiten, von denen Krebs nur eine ist. it detektivischem Spürsinn entlarven Bauer, Gigerenzer und Krämer Nonsens-Studien bei ernsten Themen: Gewalt gegen Frauen in Europa, Arbeitslosenzahlen, Kriminalität - hier wird häufig geschummelt und geschoben, bis die ursprüngliche Annahme scheinbar belegt ist. Roter Reiter-Fazit: Jede Wette, dass Sie künftig immer einen Schirm mitnehmen, wenn Sie von einer 20-prozentigen Regenwahrscheinlichkeit hören? Und auch sonst hellhörig werden, wenn Ihnen jemand spektakuläre Prognosen oder Forschungsergebnisse mit Hilfe aktueller Zahlen und Daten verkaufen will. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Thomas K. Bauer, Gerd Gigerenzer, Walter Krämer: "Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet" auf Mangementbuch.de   ### Philosophisches Lesebuch über Wert und Wesen der "Freundschaft" "Auf die Freundschaft" ist ein philosophischer Kursus über den Begriff und die Bedeutung von Freundschaft im Spiegel der Zeit. Autorin Ina Schmidt vergleicht die antiken, mittelalterlichen und modernen Definitionen der Vordenker wie Aristoteles und Platon über die Aufklärer wie Kant bis hin zu den aktuellen Querdenkern der digitalen Gesellschaft wie Sascha Lobo, um den Wandel im Freundschaftsbegriff zu verdeutlichen. Facebook als Sammelalbum Spannendstes Kapitel ist das über Facebook und Co: Die sozialen Netze als scheinbarer Sammelplatz für Freunde zeigen exemplarisch, wie sich die Vorstellung der Freundschaft im Laufe der Jahrhunderte von einer idealistischen Solidarität zu einer "Nutzbeziehung" gewandelt hat - mit den Gefahren fundamentaler Missverständnisse: Soziale Medien, so die Autorin, schaffen den Raum der Selbstdarstellung und die Illusion des "Nie-mehr-einsam-Seins". Mit echten Freunden aber darf das "Panini-Album der jungen Berufseliten" nicht verwechselt werden. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Soziale Netze sind förderlich und sinnvoll, wenn echte Freundschaften darunter nicht leiden. Freundschaft als genetische Veranlagung Schmidt erliegt nicht der Versuchung, soziale Netze als fleischlose Abbilder wertvoller Beziehungen zu verteufeln. Sie beschreibt ohne zu werten, sie wirft stattdessen Fragen auf. "Niemand ist eine Insel" schreibt sie. Kooperation und Gemeinsamkeit sind im menschlichen Gehirn als Wurzel des sozialen Miteinanders angelegt. Was Individuen daraus machen, ist ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und dem Einfluss des jeweiligen Zeitgeistes unterworfen. Roter Reiter - Fazit: Nachdenken über Freundschaft ist nicht nur eine Reflexion der eigenen sozialen Beziehungen, sondern bedeutet immer auch, das Selbstbild zu hinterfragen. In ihrem philosophischen Lesebuch "Auf die Freundschaft" liefert Ina Schmidt dafür wertvolle Anregungen. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Ina Schmidt: "Auf die Freundschaft", Ludwig 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Auf die Freundschaft" auf Mangementbuch.de     ### Schonungsloser Enthüllungsreport über die Datensammler in der Wirtschaft Sind Sie ein Hedonisten-Käufer im Internet? Oder eher Schnäppchen-Jäger in der Fußgängerzone? Haben Sie ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten im Alter? Lieben Sie italienische Weine? Kein Problem, wenn Sie sich darüber noch nie Gedanken gemacht haben. Andere haben das für Sie längst erledigt und Ihr Konsumprofil fein säuberlich in eine (käufliche) Datenbank eingetragen. Und das ist leider nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Großkonzerne, professionelle Datenhändler, Online-Dienste und Behörden über Sie wissen, erklärt Markus Morgenroth in seinem schockierenden Buch "Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!". Big Brothers are watching you Der "gläserne Bürger" ist längst Realität, beweist der Autor in seinem Enthüllungsreport. Nicht nur Facebook-Mitglieder und Google-Suchende hinterlassen pausenlos verwertbare Spuren für die Werbeindustrie, Versicherungen oder Ämter. Auch Internet-Abstinenzler werden überwacht, registriert und kategorisiert. Von Geburt an - bis zum Tod. "Die Überwachung ist subtil und verdeckt, sie ist eingebettet in Dinge, auf die wir tagsein, tagsaus angewiesen sind", fasst der Autor zusammen. Das Ende der Anonymität Es ist völlig unmöglich keine Spuren zu hinterlassen, schreibt Morgenroth. Wer sich ein paar Cent Rabatt mit einer Payback-Karte an der Supermarktkasse sichern will, zahlt mit der Freigabe seines Konsumentenverhaltens. Daten, die von der Werbeindustrie gierig eingesammelt werden. Ähnliches gilt für scheinbare kostenlose Smartphone-Apps, die komplette Bewegungsprofile und Surfgewohnheiten ermitteln. Vernetzte Autos geben Rückschlüsse auf das Fahrverhalten, was PKW-Hersteller und Autohändler gerne für zielgerichtete Werbung nutzen. Bar zahlen statt Kreditkarte Einen hundertprozentigen Schutz gegen die Überwachung gibt es nicht. Sie können den Spionen nur die Arbeit erschweren. Morgenroth gibt dafür gute Tipps: Smartphones auslassen, wenn sie nicht gebraucht werden. Verzichten Sie auf Kunden- und Rabattkarten. Bezahlen Sie immer bar, wenn Sie Zigaretten oder Alkohol einkaufen. Reagieren Sie nicht auf Werbeflyer oder kostenlose Warenproben. Niemand möchte Ihnen etwas schenken. Sie bezahlen mit Ihrem Namen und Ihrer Privatsphäre - auch wenn Sie die "Rechnung" nie zu Gesicht bekommen. Roter Reiter - Fazit: "Daten sind das neue Gold. Und aus ihnen wird das Drehbuch unseres Lebens geschrieben" resümiert Markus Morgenroth. Wer seinen erschreckenden Report liest, mag kaum widersprechen - wohl aber die sorglose Nutzung von Computern, Smartphones und Kundenkarten überdenken. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Markus Morgenroth: "Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!" Droemer 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!" auf Mangementbuch.de ### Sozialstudie über das Leben und die Lebensentwürfe der 15 - 30-Jährigen Facebook-Junkies, Pisa-Versager, Protest-Wähler, Koma-Säufer - die Boulevard-Presse hat der Generation "Y" wenig schmeichelhafte Etiketten aufgedruckt. Jugendforscher und Soziologe Klaus Hurrelmann und Journalist Erik Albrecht zeichnen ein anderes Bild von den "Ypsilonern", denen sie im gemeinsamen Buch "Die heimliche Revolution" eine ungeheure wirtschaftliche Schubkraft und ein enormes gesellschaftliches Erneuerungspotenzial zutrauen, kurzum das Zeug für eine stille (soziale) Revolution, die sich auf alle Bereich des Lebens erstreckt. Wirtschaftliche Instabilität als Konstante Die Generation "Y", das sind die Jahrgänge 1985 bis 2000, deren Lebenswirklichkeit sich fundamental von den Babyboomern (1955 - 1970) und der nachfolgenden Generation "X" unterscheidet: Freundschaften werden im virtuellen Raum geschlossen und gefestigt, die wirtschaftliche Instabilität der nationalen und internationalen Finanzmärkte verändert das Karrierestreben einer ganzen Generation. "Teilzeitjobs, Kettenverträge oder vorübergehende Arbeitslosigkeit" werden Teil der Normalbiographie ("Statusinkonsistenz als Lebensgefühl"). Ypsiloner, so die Autoren, denken in kürzeren beruflichen Abschnitten als die Generationen vor ihnen. Sie stellen aber auch mehr Ansprüche. Der Chef als Patriarch, das gilt heute nicht mehr, er muss als Vorbild dienen, als "Coach und Trainer". Mit den Rollen verschieben sich Arbeitsgewohnheiten und -prozesse. Hierarchien verblassen, funktionale Kompetenzen werden dagegen aufgewertet. Überangebot bewältigen Keine Generation vorher hatte ein solches Überangebot an Wahlmöglichkeiten zu bewältigen: Ausbildungswege, Qualifizierungen, mediale Angebote, politische Ausdifferenzierungen, Partnerschaften - die Ypsiloner sind zu ständigen Entscheidungen gezwungen. Entgegen der ernüchternden Pisa-Studien ist die Generation Y folgerichtig sehr lernwillig und flexibel. Weiterbildung und soziale Mobilität definieren das Überlebenskonzept in der Welt, die sich als unsicher darstellt und in der alte Erklärungsmuster (auch die der etablierten Parteien) kaum mehr greifen. Breite Sozialstudie über die pragmatische Generation Hurrelmann und Albrecht haben ihre Sozialstudie auf solide soziologische Füße gestellt. Aktuelle Forschungsberichte und sozialwissenschaftliche Studien bilden das Rückgrat ihrer Erklärungsmuster. Gut, dass sie an vielen Stellen Angehörige der Generation "Y" in Interviews zu Wort kommen lassen, die ungeschminkt über ihre Perspektiven, Träume, Ängste und Hoffnungen sprechen. Roter Reiter - Fazit: Das Lebensmotto der Ypsiloner lautet "in der Ungewissheit eine gewissen Zuversicht zu finden". Die Autoren bringen das Lebensgefühl der Jugend und künftigen Elite des Landes treffend auf den Punkt. Ein wichtiges Buch für Sozialarbeiter, Pädagogen und Lehrer. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht: "Die heimliche Revolution", Beltz 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die heimliche Revolution" auf Mangementbuch.de     ### Coaching: Wie Sie Burnout früh erkennen und erfolgreich abwenden Christine Pilz-Kusch war selbst betroffen: Ende 2004 fühlte sie sich unverhofft kraftlos und antriebslos und ertappte sich bei dem Gedanken, "wie erleichternd es wäre, wenn ich jetzt eine lebensbedrohliche Krankheit hätte". Pilz-Kusch war mittendrin im Burnout-Dilemma. Herausgefunden hat sie selber. Das schaffen nur wenige. Für Betroffene, aber auch für Trainer und Therapeuten hat sie ihr Buch "Burnout - Frühsignale erkennen - Kraft gewinnen" geschrieben. Ein Praxisratgeber, der die Diagnose erleichtert, die Präventionsmöglichkeiten aufzeigt, bevor die Depressionsspirale zupackt und vor allem die Auswege aus der Psycho-Krise beleuchtet. Burnout ist eine neue Chance, nicht das Ende Im ersten Teil nimmt die Autorin die Früherkennung unter die Lupe. Nicht (nur) aus medizinischer Sicht, sondern vor allem aus dem Blickwinkel der Betroffenen. Wann handelt es sich um ein temporäres Tief, ab welchem Zeitpunkt sollten Sie die Warnsignale der verminderten emotionalen Stabilität, der eingeschränkten Arbeits- und sozialen Leistungsfähigkeit nicht mehr ignorieren? Pilz-Kusch nennt klare Kriterien und gibt Ihnen mit einer Checkliste die Möglichkeit, "ehrlich Bilanz zu ziehen". Tröstlich: Pilz-Kusch macht klar, dass die vordergründig erschütternde Diagnose "Burnout" auch Chancen birgt: die reichhaltigen Perspektiven auf ein gesünderes, besseres Leben. Acht Focusing-Schlüssel Im zweiten, praktischen Teil, stellt die Diplom-Pädagogin ihre Instrumente und Methoden für "mehr Lebenskraft", Achtsamkeit und Optimismus vor. Acht "Focusing-Schlüssel" hat sie ausgemacht, die den Weg aus der mentalen Krise ebnen. Ulrike Pilz-Kusch stellt alle ausführlich vor: das "Innehalten", das "sich freundlich-fürsorglich Selbst-Beobachten", das Schaffen von "Freiräumen", das Identifizieren von "Energiekiellern", die "Konzentration auf die Stärken", das "kräfteschonende Arbeiten" und schlussendlich das Gefühl für den richtigen "Rhythmus des eigenen Lebens". Alle Focusing-Grundsätze werden anhand von Beispielen und Übungen erläutert und lassen sich sofort und ohne Vorbereitung in den Alltag der Betroffenen intergieren. Dass sie einerseits so einfach sind, andererseits die "verbrauchten Sichtweisen des Alltags komplett ersetzen können, macht die Übungen so wertvoll. Roter-Reiter -Fazit: "Burnout - Frühsignale erkennen - Kraft gewinnen" ist eine reichhaltige Sammlung an Methoden und Übungen für die Eigen- und Fremdtherapie ausgebrannter Menschen. Gut und anschaulich aufbereitet! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Ulrike Pilz-Kusch: "Burnout – Frühsignale erkennen – Kraft gewinnen", Beltz 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Burnout – Frühsignale erkennen – Kraft gewinnen" auf Mangementbuch.de ### Allgemeinbildung, Ratgeber und jede Menge Satire im Lesebuch für den Mann Es ist das älteste Klischee seit Erfindung des Buchdrucks: Männer lesen nicht gerne. Zumindest nichts außer dem "Kicker" oder dem "Playboy". Nicken Sie heimlich? Dann gibt es jetzt eines der wenigen Bücher, das unbedingt Ihr Wohnzimmerregal schmücken sollte: "Alles, was ein Mann wissen muss" von Oliver Kuhn ist der ultimative Almanach der Männer, die sich weder durch Lexika, Klassiker der Literatur noch Wikipedia quälen wollen. Komprimiert und mit einer feinen Prise Humor gewürzt fasst der Autor zusammen, was man(n) wissen muss, um mitreden zu können im Büro, bei der Familienfeier oder dem Flirt in der Disco. Allgemeinbildung in Tabellen und Fragmenten Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Eckdaten der Erdgeschichte, Picassos wichtigste Phasen; Windstärken und physikalische Gesetze - Kuhn rennt im Sauseschritt durch die Disziplinen der Allgemeinbildung, ohne zu viel Text für Erklärungen zu verschwenden. Tabellen und kurze Absätze reichen aus, um Ihnen das Wissen mitzugeben, mit dem Sie interessante Gespräche bei der Stehparty eröffnen können (oder zwischendurch mit Ihrem Wissen prahlen). Von der Kunst der Verführung ... Kuhn ist aber nicht nur Lehrmeister, sondern auch Ratgeber, wenn es um Mode, Etikette oder um Karriereplanung im Job geht. Kurz und prägnant schildert er, wie Sie Punkte sammeln. Zum Beispiel beim Essen. Peinliche Situation, wenn Ihnen die "gebratene Leber mit Kartoffelpüree" nicht schmeckt, vermeiden Sie, wenn Sie "es machen wie Karl Lagerfeld: Er zerschneidet das Essen und schiebt es so lange hin und her, bis der Teller gebraucht aussieht". Und wie kriegen Sie die attraktive Blondine am Tresen "rum"? "Anbaggern? Oh, nein, Sie treten mit Ihr durch einen wundersamen Zufall in Kontakt". Das gelingt am besten, wenn Sie "nicht an der Wand stehen, nicht Ihren Drink in Brusthöhe halten und sich möglichst langsam bewegen". Dann noch ein gutes Kompliment "Du hast eine gute Körperspannung, machst du Yoga?", und der Abend könnte perfekt enden. ... und dem Kampf gegen Bohrmaschinen und Löwen Der Autor hat aber auch die "echten" Herausforderungen im Programm: Erste Hilfe leisten, "ordentliche" Löcher bohren, Überleben in der Natur, im Poker richtig bluffen, Löwen und Krokodile im Zweikampf besiegen - für alles gibt es ein Rezept. Kuhn kennt sie und formuliert seine Anweisungen so kurz und charmant, dass sie eben noch den Sprung von der Satire zum Ratgeber schaffen. Ein großes Lesevergnügen bietet das Buch dennoch - oder genau deswegen. Roter-Reiter - Fazit: Die Frage "Wie viele Bücher muss ein Mann gelesen haben?" reduziert Oliver Kuhn lakonisch mit seinem wunderbaren Paperback auf "1". Zugegeben, es gibt noch ein paar Hundert andere, die wichtig(er) wären, aber "Alles, was ein Mann wissen muss" hat definitiv einen Stammplatz in dieser Sammlung. Ein riesiger Spaß für ansonsten lesefaule "Schummler" und "Aufschneider". Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Oliver Kuhn: "Alles, was ein Mann wissen muss", Knaur 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Alles, was ein Mann wissen muss" auf Mangementbuch.de ### Business-Guide vom ersten Tag im neuen Job bis zur langfristigen Karrierestrategie Wer einen Job beginnt, bringt nicht nur Vorfreude mit. Auch Unsicherheiten, Selbstzweifel und Ängste sind die Begleiter in den ersten Tagen und Wochen. Mit seinem einfühlsamen Buch "Der erfolgreiche Karrierestart" bereitet Thomas Bohinc alle Einsteiger systematisch auf die Erfahrungen mit neuen Aufgaben, Kollegen und Vorgesetzten vor. Bohinc hat sein Buch viergeteilt: Der erste Teil widmet sich dem Kaltstart, den ersten fünf Arbeitstagen im Office. Teil zwei behandelt den ersten Monat, die Orientierungs- und Eingewöhnungsphase. Im dritten Teil stehen Selbstverortung und Networking im Vordergrund. Den Abschluss bildet das "Selbstmarketing" im dritten Jahr - zur Karrierebildung oder aber zur Neuorientierung. Aller Anfang ist (nicht) schwer Bohinc macht deutlich, dass der Anfang nicht schwer sein muss. Ob der "Neue" bei den alteingesessenen Mitarbeitern und den Vorgesetzten punktet, hängt von seinen fachlichen Fähigkeiten und den Soft-Skills ab. Dresscode annehmen, die Unternehmenskultur verinnerlichen und die ungeschriebenen Verhaltensregeln der Kollegen lesen - das ist die Kür. "Zuhören und beobachten" rät Bohinc. Aber selber auf die Bühne müssen die Novizen natürlich auch. Besonders bei Vorstellungsrunden oder auch in Meetings mit anderen Abteilungen gilt: Offen sein, sich darstellen - fachlich und menschlich" Wer einen guten ersten Eindruck machen möchte, bekommt dafür keine zweite Chance. Pluspunkte sammeln und die Karriereleiter hochklettern Bohinc zeigt in seinem Buch sehr anschaulich, wie neue Mitarbeiter erste Pluspunkte sammeln und diese dann dauerhaft für die eigene Karrieregestaltung ausbauen. Sein Ratgeber ist weitsichtig ausgelegt. Soziale Kompetenzen aneignen und offen ausspielen - darum geht es. Daneben bietet das Buch auch viele "Instant-Tipps", die vor allem junge Berufseinsteiger vor unangenehmen Fehlern bewahren. Einer der wichtigsten daraus: "Wehren Sie sich nicht gegen Kritik. Deren Auswirkungen sind umso negativer, wenn Sie wiedersprechen. Ziehen Sie stattdessen Ihre Schlüsse daraus." Roter-Reiter - Fazit: Thomas Bohinc hat seinen klugen Ratgeber vor allem für Berufseinsteiger geschrieben, die sich einen imaginären Mentor wünschen. Auch Job-Wechsler älterer Semester profitieren von diesem Buch. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Thomas Bohinc: "Der erfolgreiche Karrierestart", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Der erfolgreiche Karrierestart" auf Mangementbuch.de ### Hirn auf Höchstleitung trimmen Wie funktioniert das Gehirn, welche Areale sind für die Verarbeitung von Wissen, Erinnerungen und Emotionen zuständig? Das steht natürlich auch ausführlich in dem Buch "Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt". Vor allem aber geht es der ehemaligen Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger um die schlummernden, bislang ungenutzten Potenziale zwischen Kleinhirn und präfrontalem Cortex. Denn dass Sie leistungsfähiger, motivierter und zufriedener leben (und denken) könnten, steht für die Autorin außer Frage. Ihren Hirn-Jogging-Parcours hat sie dementsprechend auch über mehr als ein Dutzend Etappen gesteckt. "Achtsamkeit" steht auf dem Programm, "Stressbewältigung", Zeitmanagement", "Lerntechniken" und "Entscheidungen", "Konzentration" und "Kreativität" gehören auch dazu. Kurzum: Alle Dimensionen der individuellen Leistungsstärke, die elementar vom Denken, Fühlen und Bewerten abhängig sind. Das Gehirn - ein Bassin bunter Fische Obwohl durchaus mit Verweisen auf Forschungsergebnisse versehen, schreibt Stenger ohne jeglichen akademischen Duktus. Neurowissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten und Ergebnisse der kognitiven Psychologie werden von leichter Hand eingebracht und ins Alltagsdeutsche übersetzt. Stenger nutzt viele Analogien und Metaphern (immer wieder die vom Hirn als buntem Aquarium voller umtriebiger Fische), um wichtige Prozesse zu visualisieren. Vor allem aber ist ihr Buch ein Ratgeber und eine Sammlung schlauer Tipps, die die "Arbeit von 100 Milliarden Nervenzellen" zu Ihrem Vorteil ankurbeln. Schlaue Tipps für den Alltag Stenger weiß, wie Sie Ihre grauen Zellen bei der Arbeit komplett ausschöpfen oder auch schonen, denn Ihr Gehirn braucht beides: Ruhepausen und Lernphasen. Beim Begreifen beispielsweise helfen Visualisierung und mentale Begeisterung für den Stoff. Was Sie interessant finden und in Bilder packen können, prägen Sie sich sehr schnell ein. Stress ist demgegenüber nicht per Definition nachteilig, sondern zunächst leistungsfördernd. Er wird erst dann zur Belastung, wenn Sie glauben, die Kontrolle zu verlieren. Fragen Sie sich, wie Sie diese in Etappen zurückgewinnen. Schöner Tipp für Menschen, die seit langem mit einer Entscheidung hadern und einfach nicht zu einem Ergebnis kommen: "Werfen Sie einfach mal eine Münze und beobachten Sie, wie Sie auf diese (vorläufige) Entscheidung reagieren". Wenn es nicht weh tut, kann es auch nicht falsch sein. Roter Reiter - Fazit: "Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt" ist ein kluges Buch, angenehm zu lesen und gespickt mit interessanten Infos und Tipps. Wer mental fit werden oder bleiben will, findet hier zahlreiche gute Anregungen. Empfehlung! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Christiane Stenger: "Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt", Campus 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt" auf Mangementbuch.de   ### Zeit für Veränderung, Zeit für den ersten Schritt in ein besseres Leben "Es ist ein Buch für Möglichkeitsdenker, Lebenstraumerfüller, Alltagsabenteurer, Visionäre, Verrückte, Regelbrecher, Romantiker, Businessphilosophen und alle, die sich nicht mit dem Mittelmaß zufriedengeben möchten, sondern aus ihrem Leben etwas Besonderes machen wollen" schreibt Autor Ilja Grzeskowitz über die "Die Veränderungsformel" aus dem Gabal-Verlag. Weniger blumig auf den Punkt gebracht: Ein Buch für alle die im Beruf und Privatleben den "Kick" vermissen und ihrem Leben eine neue Richtung geben möchten. Die Formel mit den 4 W's Für sie hat Grzeskowitz die Veränderungsformel entworfen, die Sie sich über die vier "Ws" gut einprägen können: Wählen, Wollen, Wagen & Wiederholen. Vier Grundmotive für erfolgversprechende Veränderungsprozesse, die chronologisch aufeinander aufbauen. Jedem dieser vier W's widmet sich der Autor mit Denkanstößen, kleinen Aufgaben, Anekdoten und Beispielen ausführlich. Das Ziel lautet, Sie für den Sprung ins kalte Wasser zu rüsten, die Angst zu nehmen vor den unabsehbaren Folgen tiefer Veränderungen oder auch vor dem Verlust lieb gewonnener Gewohnheiten im Kleinen. Das Ziel vor Augen führen Das ist das Gute an der Veränderungsformel: Sie greift universell. Ganz gleich, ob Sie "nur" ein paar Pfund abnehmen, das Rauchen aufgeben möchten, eine unglückliche Partnerschaft endlich beenden oder den Job als Verkäuferin kündigen wollen, um einen Blumenladen zu eröffnen: Grzeskowitz stärkt Ihnen das Ego und das Rückgrat. Er macht Appetit auf das Ziel und reduziert die Sorge vor dem "Wie". Das macht Mut. Im Gegenzug dürfen Sie keinen individuell zugeschnittenen Lösungsweg erwarten. Viele Tipps wie " Sie können alles im Leben sein und erreichen, sobald Sie die Überzeugung aufgeben, dass Sie es nicht können" wirken abstrakt und müssen erst von Ihnen zurechtgebogen werden, damit sie greifen. Roter Reiter - Fazit: Mit "Die Veränderungsformel" von Ilja Grzeskowitz ist ein motivierender Psychoratgeber für Menschen, die ihr Ziel kennen, für den ersten Schritt aber einen kleinen Schubs brauchen. Oliver Ibelshäuser, wwww.Roter-Reiter.de Ilja Grzeskowitz: "Die Veränderungsformel", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Veränderungsformel" auf Mangementbuch.de ### Anlagestrategien für Börseneinsteiger Horror-Meldungen von Pleitepapieren, die Angst vor wirtschaftlichem Abschwung und dazu die kauderwelschartigen Finanznachrichten der Fachpresse: Für viele Sparer sind die Eintrittshürden in die Welt der Aktien, Fonds und Derivate so hoch, dass sie ihr Geld lieber auf dem Sparbuch lassen. Obwohl eine individuell passende Anlageform gar nicht schwer zu finden wäre. Mit ihrem gemeinsamen Buch "Börsenstrategien für Dummies" ebnen Engst und Kipp den Weg zu der scheinbar unergründlichen Welt der Wertpapiere und der Anlageformen. Das Buch erscheint jetzt in einer zweiten und aktualisierten Auflage. Praxiswissen von "A" wie Aktie" bis "Z" wie Zertifikat Die Autoren (übrigens Eheleute) beweisen sich dabei als erstklassiger Ratgeber, die keine Berührungsängste aufkommen lassen. Mit lockerer, humorvoller Schreibe und pragmatischen Erläuterungen in verständlicher Sprache machen Sie das Thema "Börsenanlage" alltagstauglich. Mitreden, wenn es um Anleihen, Zertifikate, Optionen, den Goldhandel oder die ominösen Hedge-Fonds geht, das können Sie auf jeden Fall, wenn Sie das Buch lesen. Die eigene Anlagestrategie finden Und noch ein bisschen mehr, wenn es Sie danach in den Fingern juckt: Nämlich die passende Anlageform und Strategie einrichten, Wertpapiere günstig kaufen und (möglichst) gewinnbringend wieder verkaufen. Und natürlich die Verwaltung und Analyse Ihrer Papiere. Darum geht es in dem Buch. Alles kein Hexenwerk, wie Engst und Kipp zeigen. Sie helfen mit vielen verständlichen Beispielen, guten Webadressen und zeigen auch, wie Sie Ihre Papiere mit Excel verwalten. Strategisch und langfristig denken Das Glanzstück aber ist die breite Palette erstklassiger Tipps, die Einsteiger vor teuren Fehlversuchen bewahren. Wie Sie ein Musterdepot anlegen, Gold kaufen ("stinknormale, schmucklose Barren statt verzierter Münzen"), warum Sie besser bei einer Strategie bleiben, selbst wenn eine Flaute droht ("hin und her macht Taschen leer") und scheinbare "Megatrends" müde lächelnd ignorieren - das erklären Judith Engst und Janne Jörg Kipp so locker leicht, dass Sie mit Optimismus und Verstand an die Sache gehen. Ach ja: Konkrete Anlagetipps sind natürlich auch dabei: "Wasseraktien" so die Autoren, sind der "Königsweg" der Zukunft. Roter-Reiter - Fazit: "Börsenstrategien für Dummies" verwandelt Sie nicht über Nacht in ein Broker-Genie wie Warren Buffet, aber Sie erfahren viel über seine Erfolgsformeln, die auch Ihnen - mit einem glücklichen Händchen - ordentlich Rendite bringen können. Klasse Buch für Anfänger, die sich bei Anlagefragen nicht allein auf das Halbwissen ihres Bankberaters verlassen wollen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Judith Engst, Janne Jörg Kipp: "Börsenstrategien für Dummies", Wiley 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Börsenstrategien für Dummies" auf Mangementbuch.de ### Das Leben als Kunstwerk gestalten Kunst ist mehr als dekorative Farbtupfer an den Wänden der Museen. Kunst kann den Alltag erneuern und Sinn für ein ganzes Leben stiften. Das gilt auch gerade für Menschen, die bislang wenig Spaß an Ausstellungen und dicken Bildbänden hatten. Ihnen widmet Helena Horn ihr Buch "Wie Mondrian Ihr Leben verändern kann". 12 Werke unterschiedlicher Epochen und Stile pickt sich die Autorin heraus, um deren implizite Botschaft für die Lebensplanung und -gestaltung herauszuarbeiten. Bildende Künstler sind natürlich dabei wie Mondrian, Monet, Warhol, aber auch Schauspiel (Fellini, Chaplin), Architektur (Bauhaus), Kochkunst (Adria) und Musik (Strawinsky) dienen als Inspirationsquellen. Die neue Einfachheit Dass der holländische Maler Piet Mondrian zum Namensgeber des Buches wurde, ist kein Zufall. Mondrian steht mit seinem Lebenswerk für Purismus und klare Strukturen. Horn übersetzt die "neue Einfachheit" auf den Alltag der Menschen in der Konsum- und Überflussgesellschaft. Der Kauf unnützer Luxusgütern macht nicht frei. Wohl aber das Loslassen von alten Gegenständen und Gewohnheiten. "Ballast abwerfen", so die Autorin, erzeugt eine "große Tiefenwirkung": "Mit dem Prozess des Aufräumens häuten wir uns und trennen uns stückweise von unserer alten Identität." Downshifting Klarheit, Ruhe und Entschleunigung sind die zentralen Motive ihrer Betrachtungen, die sie plausibel aus den unterschiedlichen Kunstwerken herleitet. Strawinskys Musik als Impulsgeber für ein neues Gefühl von Tempo und Langsamkeit, Chaplin als Leitfigur für ein neues Verhältnis zur eigenen Arbeit und Monet als Kritiker von Freizeitstress - das sind unverbrauchte semantische Verknüpfungen, die Appetit machen. Auf Kunst und auf Re-Justierungen der eigenen Ziele und Ansichten. Roter Reiter - Fazit: "Wie Mondrian Ihr Leben verändern kann" ist ein kluges, sanftes Buch über die stillen Botschaften der Kunst, die man wahrnimmt, wenn man bewusst hinhört und hinschaut. Helena Horn hat das ganz prima vorgemacht. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Helena Horn: "Wie Mondrian Ihr Leben verändern kann", Beltz 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von auf Mangementbuch.de   ### Pleiten, Patzer und Pannen des ADAC Andreas Kifmann war von 1995 bis 1998 Mitglied der Geschäftsführung der ADAC-Zentrale. Er kennt die internen Strukturen des mitgliederstärksten Vereins Deutschlands, hat die Erfolge, vor allem aber auch die Skandale und zweifelhaften Geschäftspraktiken auch nach seinem Ausscheiden begleitet und seine Erkenntnisse in dem Buch "Die gelbe Gier - Schwarzbuch ADAC" zusammengefasst. Kifmann schreibt darin voller Zorn über "die Atmosphäre der Selbstüberschätzung, die selbstherrliche, wenig professionelle Führung nach Gutsherrenart und die wachsende Distanz zur Basis, zum unmündigen Mitglied". Arbeitszeugnis für Ex-Präsident Meyer Die deftigen Worte, die der Autor wählt, dürften die Stimmung der 19 Millionen Mitglieder treffen, die spätestens seit dem Skandal um die Nominierung des "Gelben Engels" rot sehen, wenn die gelben Autos vorfahren. Das Buch ist die Chronik jahrzehntelanger Misswirtschaft, die perfektioniert werden konnte, weil Kontrolle fehlte und (interne) Kritik nicht geduldet wurde. Kifmann nennt in seinem Buch Ross und Reiter, zitiert vertrauliche Besprechungen und liefert Insiderwissen aus den geheimen Meetings der Chef-Etage. Vor allem Präsident Meyer (Präsident von 2011 bis 2014) bekommt hier ein detailliertes Arbeitszeugnis ausgestellt. Endnote: komplett durchgefallen. Abrechnung in 9 Kapiteln Kifmann nimmt seinem Buch nicht nur die Machenschaften des Ex-Präsidenten oder die Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung von Leser-Wahlen unter die Lupe, sondern führt den Leser durch den kompletten ADAC-Sumpf. Von Lobbyisten-Mauscheleien über Manipulationen von Testergebnissen bis hin zur Verschleuderung von Mitgliederbeiträgen, alles kommt auf den Tisch. In deutlichen Worten und Zahlen rechnet Kifmann mit der Geschichte des ADAC ab - um eine vertrauenswürdige Zukunft möglich zu machen. Roter Reiter - Fazit: "Die gelbe Gier" ist die unbequeme Chronik eines Skandals in mehreren Akten. Der aktuelle, kommissarische Präsident des ADAC , August Markl, wird wenig Spaß beim Lesen haben, die Fakten aus dem Buch aber sicher nutzen können, um die Reformen an den nötigen Stellen voranzutreiben. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Alfons Kifmann: Die gelbe Gier, Heyne 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die gelbe Gier" auf Mangementbuch.de   ### Zeitmanagement - die besten Tipps in Wort und Bild Lothar Seiwert ist der "Zeitmanagement-Papst" in Deutschland, erfolgreicher Buchautor, gefragter Unternehmensberater und Speaker. Sein Buch "101 Zeitnah" dreht sich zwar auch um Termine und Lebensplanung, fällt ansonsten aber komplett aus der Reihe seiner sonst sehr ausführlichen Managementratgeber. Das Paperback im Hosentaschenformat ist eine bunt bebilderte "Best-of"-Sammlung praxiserprobter Tipps zur Selbstorganisation. Fahne hissen für mehr Ruhe am Arbeitsplatz Pro Seite gibt es einen griffigen Tipp - insgesamt 101 an der Zahl, die über die zehn Kategorien Tempo, Stress, Ordnung, Prioritäten, Life-Balance, Werte & Visionen, Muße, Einfachheit, Selbstbestimmung und Glück sortiert werden. Darunter ganz pragmatische Ratschläge wie "Alles bekommt seinen Platz", um Schere, Locher oder Lineal nie mehr suchen zu müssen. Dazu kommen originelle Tipps, die Sie sicher in keinem anderen Business-Buch finden. Sie werden häufig von Kollegen zu einem Plausch geladen, der Ihnen wertvolle Arbeitszeit raubt? Beugen Sie vor: "Stellen Sie ein Fähnchen neben Ihren PC. Ist die Fahne auf Halbmast, heißt das: "Bitte nicht stören". Roter-Reiter - Fazit: "101 Zeitnah" ist das 5-Minuten-Buch für eine bessere Selbstorganisation. Knapp formuliert und liebevoll bebildert, bringt Seiwert auf den Punkt, wie Sie Ihren Job und Ihr Leben mit kleinen Kunstgriffen besser organisieren. Zum Verschenken oder Selberlesen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Lothar Seiwert: "101 Zeitnah", Gabal 2014 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "101 Zeitnah" auf Mangementbuch.de     ### Das eigene Leben auf Glück und Erfolg programmieren "Mit diesem Training bringen wir Sie auf die Siegerstraße", versprechen die Autoren Nikolaus B. Enkelmann und Alexander A. Gorjinia in ihrem Buch "Hemmungslos". Gemeint sind Siege über innere Widerstände, Ängste und Hemmungen, die "Ihre persönliche Freiheit blockieren". Training für das emotionale Gleichgewicht Hemmungen kann man nicht wegdenken, man kann sie aber wegtrainieren. Das ist der Kerngedanke des Selbst-Coaching-Ratgebers. Dafür haben die Autoren ein mehrstufiges Autosuggestionstraining entworfen, das Buch (Grundlagen und Selbstreflexion) und die begleitende CD ("Mind-Trainingsübungen) als Einheit betrachtet. Der Weg zu mehr Optimismus, Erfolg und Glück beginnt in kleinen Schritten und vor allem im Kopf. Eine gute Möglichkeit, so die Autoren, das eigene Leben auf "Zuversicht zu programmieren", bietet ein Glückstagebuch. Ab sofort bitte jeden Tag aufschreiben, was an Erfolgen und glücklichen Momenten passiert ist. So besiegen Sie schon nach wenigen Wochen den Alltagspessimismus, der Ihnen unaufhörlich zuflüstert, dass niemand so viele schlechte Erfahrungen machen muss wie Sie. Stress der Verlierer Unterlegenheits- und Ohnmachtsgefühle oder das Empfinden, regelmäßig ausgegrenzt zu werden sind die klassischen Faktoren, die den Stress der Verlierer in Gang setzen. Der höhlt das Ego systematisch aus und provoziert in der Folge seelische und körperliche Erkrankungen. Die Dauerschleife alter und neuer Hemmungen können Sie jedoch jederzeit unterbrechen. Enkelmann und Gorjinia empfehlen dazu, den alten Koffer voller Ausreden ("kann ich nicht, keine Zeit, zu teuer, zu riskant") an der nächsten Straßenecke abzustellen und ohne Altlasten in einer bessere Zukunft zu reisen. Erfolgsformel contra Widerstände Neuer ständiger Begleiter wird stattdessen die Erfolgsformel E= Zi+ K+ t+V / Wi + Wa. Klingt auf den ersten Blick nach Einsteinschem Releativitätsgeschwurbel, lässt sich aber ganz einfach auflösen: Erfolg ergibt sich aus der Summe von Zielen (Zi), Kraft (K), Zeit (t) und Verbündeten (V) und fällt dann besonders groß aus, wenn Sie die Nenner der Gleichung, nämlich innerer Widerstand (Wi) und äußerer Widerstand möglichst klein halten. Anhand von Übungen erläutert das Buch sehr detailliert, wie Sie mit Hilfe der Formel Ihre ganz persönliche Erfolgsgeschichte schreiben. Vor allem das Abbauen der inneren Widerstände erfordert Übung und mentale Offenheit. Die Autoren zeigen Ihnen wie Sie Spannungen und Ängste sogar produktiv nutzen, um daraus positive Ziele zu formulieren. Nicht mehr die negativen Konsequenzen Ihrer heimlichen Pläne heraufbeschwören, sondern die Success Story ausmalen, das ist ein ganz wesentlicher Schritt zu den heiß ersehnten Veränderungen im eigenen Leben. Roter Reiter - Fazit: "Hemmungslos" ist ein didaktisch gut aufbereiteter Selbst-Coaching-Kurs für alle Menschen, die ihr Leben verändern oder mehr erreichen möchten. Das Buch liefert die Roadmap dafür. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Nikolaus B. Enkelmann, Alexander A. Gorjinia: "Hemmungslos", Linde 2014     ### Trickkiste für abschlusssichere Verhandlungen Völlig egal, ob im Kundengespräch oder im Gehaltspoker beim Chef: Wer in einer wichtigen Verhandlung mehr als nur einmal nicht die richtige Antwort parat hatte oder durch einen verbalen Schlagabtausch die Fassung verloren und deswegen den Kürzeren gezogen hat, wünscht sich für die Zukunft einen Souffleur, einen unsichtbaren Ratgeber an der eigenen Seite, der den passenden Konter vorformuliert oder mit den richtigen Worten und Gesten beschwichtigt - wenn nötig. Rhetorische und emotionale Kniffe Das Buch "Höre! Rede! Siege!" von Ulrike Manhart hilft hier gerne weiter. Manhart kennt die rhetorischen und emotionalen Herausforderungen der Verkäufer und Einkäufer, der Angestellten und Kollegen, die im Zwiegespräch die eigene Position behaupten oder sich einen Vorteil verschaffen wollen. Ihnen ist das Buch gewidmet. Manhart stellt "Techniken und Taktiken" vor, mit denen Sie sich für den nächsten Verhandlungs-Fight wappnen. Sowohl psychologisch als auch argumentativ. Manipulieren und verführen erlaubt Exemplarisch spielt die Autorin typische Verhandlungssituationen durch, die in der Regel Stress erzeugen. Der Gesprächspartner springt nicht an, hat scheinbar die besseren Argumente auf seiner Seite oder kommt unverhofft mit persönlichen Beleidigungen. Manhart zeigt Ihnen, wie Sie parieren. Souverän in Wort und Gestik, meist auch mit Witz und Esprit. Dazu verrät sie Manipulationstechniken, die Ihnen helfen, den Partner auf Ihre Seite zu ziehen. Beispielsweise mit hohen (unrealistischen) Forderungen einzusteigen, um sich dann auf Ihr ursprünglich anvisiertes Ziel "herunterhandeln" zu lassen ("distributive Verhandlung"). Oder rhetorische Fragen gezielt einzustreuen, die Beurteilung eines Sachverhalts auf Ihre Perspektive zu lenken ("Bedeutungs-Reframing"). Alles prima. Nur das Kapitel " So begegnen Sie Gemeinheiten" überspringen Sie bitte. Die empfohlene Retourkutsche: "Das sehen lediglich Sie so. Das ist Ihr Problem" könnte nach hinten losgehen - gerade im Dialog mit dem eigenen Chef. Roter Reiter - Fazit: In der Summe bietet das Buch "Höre! Rede! Siege!" eine ganze Reihe wirkungsvoller Instrumente, um verloren geglaubte Schlachten am Konferenztisch kurzerhand in glanzvolle Siege zu verwandeln. Kein Einsteiger-Kurs für erfolgreiches Verkaufen, aber ein nützliches Add-On allemal. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ulrike Manhart "Höre! Rede! Siege!" Linde 2014 ISBN: 370930542X http://www.managementbuch.de/shop/action/productDetails/24780760/ulrike_manhart_hoere_rede_siege_370930542X.html ### Entspannt in den Morgen und in den Abend "Supersize-Stress" nennt Ashley Bush die negativen Vibrationen, die wir im Alltag selber erzeugen, indem wir die Missgeschicke, Sorgen und Ängste zu einer Pessimismus-Prophezeiung im XL-Format aufaddieren. Schlecht geschlafen und auf dem Weg zum Büro 10 Minuten im Stau verschwendet? Der Tag musste ja schlecht enden. So verläuft dann auch das anschließende Meeting mit dem Kunden, der Jour Fixe mit dem Chef und das Abendessen mit dem Partner. Eine solche Negativspirale trübt den Blick auf die guten Seiten des Lebens und nagt am Selbstbewusstsein, erklärt die Autorin in ihrem Buch "Gelassenheit to go". Den Sog negativer Emotionen stoppen Der Sog schlechter Emotionen lässt sich sofort stoppen - mit ganz einfachen Übungen, die Sie (ganz ohne Peinlichkeitsfaktor) zu Hause, in der U-Bahn oder sogar im Büro unter Kollegen absolvieren. Die Trainingseinheiten führen zu "mehr Wohlbefinden, optimieren die eingefahrenen Verhaltensmuster und helfen, das Leben friedlicher zu gestalten." Kurzum: Es geht Ihnen insgesamt besser. Gelassenheit können Sie lernen Bush hat ihr Gelassenheitsprogramm in Kategorien wie "Innerer Friede", Selbstakzeptanz" oder "Umgang mit Wut" unterteilt. Jede Übung nimmt kaum mehr als 5 Minuten in Anspruch. Die Wirksamkeit wird von der Autorin ausdrücklich bestätigt. Denn die kleinen Einheiten sind kein Best-of aus einem Selbstcoaching-Kurs, sondern entstammen persönlichen Erfahrungen. Ashley erzählt aus ihrem Leben - mit allen Niederlagen des Alltags - und den kleinen Tricks, die sie anwendet, um das eigen Ego wieder aufzurichten, wenn einem das Leben scheinbar den Boden unter den Füßen wegreißt. Authentisch und empathisch geschrieben! Roter-Reiter - Fazit: Ashley Bush verordnet Ihnen ein homöopathisches Sofortprogramm gegen Stress und Ärger. Empfohlen von einer erfahrenen Therapeutin und frei von sozialen Risiken und Nebenwirkungen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Ashley Bush: "Gelassenheit to go", Knaur 2014 ### Boxen und springen für die Traumfigur Michael Olajide war zunächst Profi-Boxer mit besten Aussichten auf den WM-Titel im Mittelgewicht. Dann verlor er im Training sein rechtes Auge. Mit der Karriere im Ring war es vorbei, nicht aber mit den Fitness-Übungen "zwischen den Seilen". Olajide ist heute einer der außergewöhnlichsten und vielleicht genau deshalb auch erfolgreichsten Personal Coaches der USA: Top-Stars wie "50 Cent" (Rapper) oder Hugh Jackman (Schauspieler) haben bei ihm ein Trainingsprogramm absolviert, um in Rekordzeit ihr Traumgewicht und ihre Traumfigur (zurück) zu gewinnen. In seinem Buch "Punch" erläutert der Boxer seine ungewöhnlichen Fitness-Methoden für das gleichnamige Sofort-Schlank-Programm. American Yoga Der beste Oberbegriff für sein Trainingskonzept sei "American Yoga", so Olajide. Das ist durchaus stimmig. Denn "Punch" ist ganzheitlich ausgelegt. Die Sport- und Schwitz-Einheiten stehen zwar im Zentrum, führen aber nur dann zum schnellen und dauerhaften Erfolg, wenn sie mental (Motivation) und im Alltag (Essgewohnheiten) begleitet werden. Durchhaltevermögen ist von Vorteil, Eiweiße sind auf dem Speiseplan erwünscht, Kohlenhydrate aber streichen Sie bitte sofort. Trainingsplan in Wort und Bild Nach einer kurzen Einführung geht Olajide ans Eingemachte. Mehr als ein Sprungseil und ein paar Hanteln brauchen Sie nicht, um die Mischung aus Workout, Box- und Ausdauertraining zu starten - alles selbstverständlich in Ihrem persönlichen Tempo und im Rahmen Ihrer persönlichen Möglichkeiten. Und der Spaß? Der kommt schon nach der ersten oder zweiten Woche, wenn Sie auf die Waage steigen und das alte mit dem neuen Gewicht vergleichen, verspricht Autor Olajide. Roter-Reiter - Fazit: Definierte Muskelpartien und flache Bäuche - dafür stehen austrainierte Boxer. Ex-WM-Kandidat Michael Olajide hat die besten Fitness-Übungen in seinem Buch "Punch!" zusammengestellt und zeigt Ihnen, wie Sie in Rekordzeit zum Traumgewicht kommen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Michael Olajide: "Punch!"; Books4 Success 2014     ### Schlemmen wie in der Steinzeit Danielle Walker leidet unter der unaussprechlichen Magen-Darm-Krankheit "Colitis ulcerosa", deren Symptome entfernt an Morbus Crohn erinnern. Die unerträglichen Beschwerden nehmen erst ab, als die junge Amerikanerin ihre Ernährung radikal umstellt. Mit der Paleo-Diät reist sie ernährungsseitig in die Steinzeit, körperlich kommt sie dabei in der von ihr ersehnten Zukunft ohne Schmerzen und Störungen an. Vom Bestseller-Blog zum Kochbuch Ihre Erfahrungen mit dem Paleo-Prinzip hat Walker zunächst in ihrem persönlichen Blog veröffentlicht. Der hat sehr schnell so viele begeisterte Leser gefunden, dass Walker förmlich gezwungen war, aus ihren Rezepten und gesundheitlichen Fortschritten ein Buch zu machen. Die "Paleo-Küche für Genießer" ist deswegen beides: Gesundheitsratgeber und Kochbuch für gesunde Ernährung. Das Steinzeit-Prinzip Grundlage aller Rezepte und Ratschläge ist das Steinzeit-Konzept, das davon ausgeht, dass Menschen nur solche Nahrungsmittel essen sollten, für deren Verzehr und Verarbeitung unser Körper ursprünglich gedacht war. Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse gehören dazu, nicht aber Getreide, Milchprodukte und industriell verarbeitete Lebensmittel. Wer sich daran hält, darf sich im Laufe der nächsten Wochen über mehr Wohlbefinden und Gewichtsverlust freuen. Und natürlich über jede Menge origineller und leckerer Rezepte. Wie wär's zum Beispiel mit einem asiatischen Mango-Krautsalat? Oder Zucchini-Nudeln auf Lammhack-Bällchen? Roter Reiter - Fazit: Die Paleo-Küche ist für Menschen mit Magen-Darm-Problemen möglicherweise eine gute und verträgliche Alternative zu kostspieligen Pillen und Kuren. Auch für beschwerdefreie Menschen hat das Buch eine Vielzahl erstklassiger und leckerer Rezepte auf Lager - dank sinnvoller Farb-Markierungen selbst für die vegane oder kohlenhydratfreie Küche geeignet. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Danielle Walker: „Paleo-Küche für Genießer“, Books4Success 2014 ### Schräge Comics für Menschen mit Sinn für schrägen Humor Bereits mit dem Vorgänger "Woran du erkennst, dass deine Katze deinen Tod plant" hat "The Oatmeal" einen internationalen Volltreffer gelandet. Sein Nachfolger "Warum Grizzlybären immer Unterhosen tragen sollten" ist noch besser geraten. Rotzfrech, politisch unkorrekt, skurril komisch und durchaus hintersinnig stellt er mit kurzen Comicstrips und Cartoons das Leben, Arbeiten und Denken moderner Großstädter in Frage. Waren im ersten Band Katzen die Protagonisten, geht es dieses Mal um das tägliche Allerlei zwischen E-Mail-Wahn, Mode-Sünden, dem Ekel vor öffentlichen PCs und dem sozialen Zwang, alles mit Facebook-Freunden teilen zu müssen. Facebook- und Smartphone-Wahn "Was ist das? Sieht aus wie eine verschwommene Rutschspur aus Regenbogeneis." "Habe ich gestern auf dem Konzert geschossen. Statt einfach die Show zu genießen, war ich die halbe Nacht damit beschäftigt, mein Smartphone in die Luft zu halten und den Augenblick für die Ewigkeit festzuhalten." The Oatmeal zieht alles durch den Kakao, was ihm gerade in den Sinn kommt. Die Warnung auf dem Rückumschlag "Nicht geeignet für Minderjährige und zart besaitete Gemüter" dürfen Sie im Übrigen ernst nehmen. Mehr als einmal geht es um "Muschis" oder "Penisse". Hintersinnig und frech Zum derben oder gar obszönen Klamauk verkommen die kleinen Gags und Zeichnungen aber zu keiner Zeit. Dass der titelspendende Bär selbstkritisch feststellt "Ich habe einen pelzigen kleinen Sack wie jeder andere" ist im Kontext nicht anstößig. Viel mehr der unverblümte Tipp, sich (im Job) bitte nicht ganz so ernst zu nehmen, selbst wenn die Visitenkarte von einem "bärigen" Titel geziert wird. Wunderbares Geschenk für Kollegen mit schrägem Humor! Roter Reiter - Fazit: Herrlich schrille und freche Comic-Strips für die Extra-Portion gute Laune an grauen Tagen im Büro (oder zu Hause). Ein großer Spaß! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: The Oatmeal: "Warum Grizzlybären immer Unterhosen tragen sollten", Wiley 2014   ### Die Akte Olympus Der japanische Technologiekonzern Olympus (Digitalkameras, medizinische Hightech-Lösungen) wurde im Jahr 2011 von einem Finanzskandal in der Stärke eines schweren Erdbebens erschüttert. Auslöser und Chronist des Milliarden-Skandals war der Brite Michael Woodford, ehemaliger CEO und Vorstandsvorsitzender von Olympus. Erst kurz zuvor angetreten, um das Traditionsunternehmen zu sanieren und verlorene Märkte zurückzugewinnen, erfährt er fast beiläufig von den faulen Deals, von horrenden Zahlungen an Scheinfirmen und fragwürdigen Abmachungen, die Olympus sogar in die Nähe der japanischen Mafia rückt. Chronik eines Finanzskandals Woodford fordert Aufklärung von den eigenen Kollegen zum Kauf der "Mickey Maus-Unternehmen", zu denen eine Firma für Gesichtscremes und eine für Mikrowellengerichte gehört. Statt Antworten erhält er die Kündigung. Fluchtartig verlässt er Japan und packt aus. Bereitwillig gibt er TV-Sendern und der Finanzpresse Interviews, informiert das FBI und bringt damit den Ball für Verleumdungen, gegenseitige Beschuldigungen und Bedrohungen ins Rollen. Denn die Verantwortlichen bei Olympus schlagen zurück und versuchen mit allen Mitteln den "Whistleblower" zum Schweigen zu bringen. Chronik eines Finanzskandals Der Autor zeichnet in seinem Buch "Enthüllung" die Wochen vor und nach seiner Entlassung bei Olympus akribisch nach. Fast im Tagebuchstil berichtet er über Meetings, geheime Absprachen, Interviews. Er veröffentlicht vertrauliche Dokumente und sensible E-Mails im Originalwortlaut. Neben allen wirtschaftlichen Fakten gibt Woordford auch den Blick auf sein Seelenleben frei, seinen engagierten Kampf für die Gerechtigkeit ("gut" gegen "böse") und seine Ängste nach der Veröffentlichung aller Dokumente ("Einsam und von den anderen isoliert, man wird zur Insel"). Erstklassiger Wirtschaftsthriller In der Summe ergeben diese Zutaten einen kraftvollen, atmosphärisch dichten Wirtschaftsthriller, der eine Extra-Portion Spannung aus der authentischen Ich-Perspektive hinzugewinnt. Woodford ist ein brillanter Erzähler. Dass er sein Buch nicht nur nutzt, um die Weltöffentlichkeit über die Hintergründe des Betrugs zu informieren, sondern auch, um nebenbei mit alten Weggefährten("eitel, inkompetent") abzurechnen, sei ihm verziehen. An einigen Stellen verlieren die auf "extrem edel" oder aber "extrem fies" zugespitzten Figuren allerdings an Glaubwürdigkeit. Roter-Reiter - Fazit: "Enthüllung" ist ein unglaublich fesselnder Thriller, den Sie nicht mehr aus der Hand legen werden, wenn Sie die ersten Seiten gelesen haben. Klare Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Michael Woodford: "Enthüllung", Wiley 2014     ### Gesundheit und Prävention "Gesund leben - gesund bleiben" erscheint als Buch begleitend zum HR-Funkkolleg "Gesundheit". Die Herausgeber Regina Oehler, Eva Maria Siefert und Karl-Heinz Wellmann lassen in 25 Kapiteln Journalisten, Soziologen und Naturwissenschaftler zu Wort kommen, die in ausführlichen Aufsätzen über aktuelle und kontroverse Aspekte aus den Bereichen Gesundheit und Prävention berichten. Rollen von Ärzten und Patienten kritisch hinterfragen Die Artikel über Ernährung, Prävention, Stress, Hygiene und Bewegung sind mit klassischen Ratgeberelementen für ein gesünderes Leben versehen. Andere Beiträge wie die Kapitel zu Public Health oder zum Einfluss der Pharma-Lobby beleuchten die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen der medizinischen Versorgung. Auch die Themen "Überdiagnostik" und "Therapie-Boom" werden kritisch hinterfragt. In zwei abschließenden Beiträgen wendet sich das Buch überdies an chronisch Kranke und Schmerzpatienten, die in ihrem gesellschaftlichen Umfeld nicht immer das nötige Verständnis finden. Roter Reiter-Fazit: "Gesund leben - gesund bleiben" ist eine mit Sorgfalt zusammengestellte Aufsatzsammlung für Mitarbeiter in medizinischen Berufen und Lehrer. Dank der großen Zahl an praktischen Ratschlägen ist das Buch auch für Menschen interessant, die das eigene Gesundheitsverhalten verbessern möchten, aber noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Regina Oehler, Eva Maria Siefert, Karl-Heinz Wellmann: "Gesund leben – gesund bleiben", Beltz 2014     ### Magisch präsentieren Autor Nick Fitzherbert ist erfahrener PR-Berater, Präsentationsexperte und Mitglied in der Zauberkünstlervereinigung "The magic circle". Das ist mehr als eine Randnotiz wert. Denn sein Buch "Die perfekte Präsentation" nutzt neben dem aktuellen Business-1x1 um wirkungsvolle Auftritte und den Erkenntnissen der kognitiven Psychologie auch das Insiderwissen der Illusionisten, um Ihnen zu einer gelungen Rede zu verhelfen. Griff in den Zauberkasten Die Abstecher in die Welt der Zaubertricks ist mehr als eine originelle Etikette für das Präsentationstraining. Tatsächlich gibt es zwischen einem Vortrag im Meetingraum und einer Magiershow auf großer Bühne viel mehr Gemeinsamkeiten als auf den ersten Blick angenommen: Das Publikum einladen und einstimmen, inhaltliche Akzente setzen und die Aufmerksamkeit steuern und zu einem gelungen Schluss kommen - das sind universelle Entertainment-Regeln. 20 einfache Regeln für starke Auftritte Fitzherbert erörtert in seinem Ratgeber 20 zentrale und einfach zu merkende "Regeln der Zauberkunst in der Unternehmenskommunikation" aus den Kategorien "Publikumsbindung", "Aufmerksamkeit", "Wirkung" und "Überzeugung". Die Gesetzmäßigkeiten guter Präsentationen werden in kurzen Leitsätzen vermittelt wie "Anfänge und Ende bleiben in Erinnerung", "Allzu Vertrautes wird unsichtbar" und "Offenheit zerstreut Zweifel, Beteuerungen schüren sie". Einige der Botschaften sind sicherlich bekannt. Neu ist jedoch die sehr gute Zusammenfassung mit dem Fokus auf praktische Anwendbarkeit. Management-Journal-Fazit: Die Analogie zur Zauberkunst funktioniert in dem Ratgeber "Die perfekte Präsentation" nicht nur in sprachlicher Hinsicht gut. Auch die inhaltlichen Gemeinsamkeiten leuchten ein. Gutes Buch - sowohl für Powerpoints als auch für Stegreifreden und überzeugende Kundengespräche. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Nick Fitzherbert: "Die perfekte Präsentation", Ariston 2014   ### Hillary Clintons Bewerbungsschreiben für das Präsidentenamt Hillary Clinton war von 2009 bis 2013 Außenministerin der USA. Obwohl die ehemalige First Lady der USA das Amt 2013 an ihren Nachfolger John Kerry übergab, sieht sie ihre politische Mission noch nicht beendet. In ihrem Buch "Entscheidungen" stellt sich Clinton ihr eigenes, wohlwollendes Zeugnis für die vierjährige Ministerzeit aus. Gleichzeitig dient "Entscheidungen" als Bewerbungsschreiben für die nächste Wahl. Clinton, so heißt es, ist entschlossen, als Kandidatin der Demokraten in den Wahlkampf um Obamas Nachfolge einzusteigen. Welche außenpolitischen Ideen und Ideale sie dabei einbringt, schildert ihre "Biographie" als Außenministerin der USA. Reiseberichte einer politischen Welttournee Weit mehr als 100 Länder hat Hillary Clinton während ihrer Amtszeit besucht und mit Regierungschefs und Unterhändlern gesprochen, um die Krisen dieser Welt im amerikanischen Interesse zu entschärfen. Als erste Diplomatin Obamas konnte sie Erfolge im Iran-Konflikt verzeichnen. Sie trieb die Friedensbemühungen im Nahen Osten (Afghanistan, Irak, Syrien) voran, und setzte sich für die Einhaltung oder besser Einführung der Menschrechte in China und Burma ein. Fehler blieben dennoch nicht aus, wie im Libyen-Konflikt. Auch davon handelt das Buch. Roter Reiter - Fazit: Aus ihrer persönlichen Perspektive schildert Hillary Clinton vier Jahre amerikanische Außenpolitik und Krisenintervention an den neuralgischen Punkten der Weltpolitik. "Entscheidungen" ist kein Enthüllungsbuch. Die vermeintlich nächste Präsidentschaftskandidatin der Demokraten wirft nicht mit Dreck nach aktuellen oder ehemaligen Weggefährten. Informativ und unterhaltsam ist das Buch aber allemal. Ob es zur erfolgreichen Bewerbungsmappe für das wichtigste Amt der Welt reicht, bleibt abzuwarten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Hillary Rodham Clinton: "Entscheidungen", Droemer 2014   ### Der Kick in den Krisengebieten Pionier, Weltenbummler und Entdecker, das sind die freundlichen Bezeichnungen für Kolja Spöri, der mit Vorliebe die Krisengebiete der Welt abklappert. Die weniger beschönigenden lauten "verantwortungsloser Konflikttourist" oder "angeberischer Macho-Traveller". Ganz gleich, welche Perspektive der Leser im Zuge der spannenden Lektüre des Buches "Ich war überall" einnimmt. Er wird Rucksack-Begleiter eines außergewöhnlichen Abenteurers, der die gefährlichsten und entlegensten Regionen der Welt bereist. Warum? Ganz einfach, "weil es sie gibt". Der Autor kürzt das Motiv dahinter mit "LSD" ab: "Luxus, Speed, Dangerzone". Der Kick im Krisengebiet. Bürgerkrieg und Armut Haben Sie schon mal die Namen Transnistrien, Nachitschewan oder Karakalpakastan gehört? Vermutlich nicht. Weil selbst der Länderspielgel im TV nur in Ausnahmefällen und bei schlimmen Katastrophen über diese Krisengebiete im Dauerfeuer von Bürgerkriegen und zwischenstaatlichen Konflikten berichtet. Spöri war dort, meist nur ein paar Tage. Seine Reiseberichte aus den Regionen, vor deren Besuch das Auswärtige Amt dauerhaft warnt, sind persönliche Meilensteine in seiner Biographie als Krisentourist: "Ich war da, ich habe den Visums-Stempel im Pass, Ziel erreicht." Das war Sinn der Sache. Nicht die Reportage über die schlechten Lebensbedingungen. Dorthin, wo keiner hinwill Somalia, Afghanistan, Osttimor, Nordkorea und Haiti zählen zu den Destinationen - Ziele, die in keinem Reisekatalog zu finden sind. Dass Spöri dort die 5-Sterne-Hotels dem wilden Zelten im Dschungel vorgezogen hat, ist durchaus konsequent. Sein Buch widmet sich dem "wie komme ich hin", nicht der Frage nach der sozialen und politischen Verantwortung des Westens in den Gebieten unvorstellbarer Gewalt ("im Bauchbereich ein Schnitt, dann die Haut über den Kopf gezogen und zusammengebunden") und Armut. Keine Angst vor Russland Frei von kritischen Untertönen sind seine Reiseberichte deswegen nicht. Ganz im Gegenteil. Spöris persönliche Erfahrungen stellen unser Weltbild vom "bösen Osten" gehörig auf den Kopf. Die "tatsächlichen Zustände im Iran, Nordkorea oder Russland sind weit weniger schlimm, als wir zu glauben aufgefordert werden". Und selbst die Taliban wird als vermeintlicher Heroin-Produzent Nummer eins angezweifelt, wenn der Autor feststellt, dass das einst "beliebte und schöne Touristenland" unter eigener Regie "die Produktion des Schlafmohns fast auf null heruntergefahren hatte." Sieht heute leider wieder ganz anders aus ... Roter Reiter - Fazit: Spannend und authentisch berichtet Krisentourist Kolja Spöri von den gefährlichsten Regionen und "weißen Flecken" der Erde. Sein Buch "Ich war überall" stellt vielfach die vorherrschende Meinung über die guten Nationen und die Schurkenstaaten in Frage. Nicht nur aus diesem Grund ist das Buch lesenswert. Absolute Empfehlung! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Kolja Spöri: "Ich war überall", Plassen 2014     ### Probier's mal mit Humor Diese grauen Tage hat jede(r): Morgens keinen Parkplatz gefunden, zum ersten Kaffee einen Anschiss vom Chef kassiert und abends auch noch Zoff mit dem Partner wegen Nebensächlichkeiten. Wer sich dann in seinem Weltschmerz suhlt, macht die Sache noch schlimmer, meint Margit Hertlein in ihrem Buch "Raus aus dem Jammersumpf". Ihre Empfehlung: Schluss mit dem Lamentieren! Tragen Sie die kleinen Niederlagen des Alltags mit Humor. Setzen Sie schlechter Stimmung Selbstironie und positive Stimmung entgegen. Mehr Spaß im Alltag Kommunikationstrainerin Hertlein vermittelt in ihrem Buch genau den Spaß, den Sie im Alltag zurückgewinnen sollten, um das Alltagsgrau durch bunte Farben zu ersetzen. Kleine Ärgernisse nehmen Sie nicht mehr persönlich. Die Ampel springt nicht auf rot, um Sie zu ärgern. Sie kann nicht anders. Wenn keiner Sie für Ihre Leistung loben will, tun Sie es bitte selbst. Und bleiben Sie bei wichtigen Projekten auch dann am Ball, wenn der Anfang holprig verläuft. Augen- und Ohrenstolperer Der Ärger über ungerechte Kunden oder schlecht gelaunte Kollegen verraucht schneller, wenn Sie den Augenstolperer- oder den Ohrenstolperer-Trick anwenden. Hertlein zieht sich beispielsweise ein albernes Faschingsdiadem auf den Kopf, wenn sie richtig wütend ist. Hilft sofort. "Dieser lächerliche Moment ist genau das, was einen davon abhalten kann, sich in Entrüstungstiraden hineinzusteigern." Gute Idee - muss ja bei Ihnen nicht unbedingt ein Krönchen sein ... Roter Reiter - Fazit: Hertleins Buch "Raus aus dem Jammersumpf" ist ein spritziger Ratgeber für positives Denken und Handeln. Vor allem, aber nicht nur, für Frauen geschrieben. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Margit Hertlein: "Raus aus dem Jammersumpf", Ariston 2014     ### Wie Deutschland fühlt, denkt und lebt Was verdienen die Deutschen im Schnitt? Wie viel ihrer Einkünfte würden sie für die Sanierung der Euro-Krisenländer opfern? Wie wichtig ist ihnen die Freizeitgestaltung im Verhältnis zur beruflichen Karriere? Wie tolerant stehen die Bundesbürger der Sterbehilfe gegenüber? Und auch das: Welche Profile werden in Online-Partnerbörsen am häufigsten geklickt? Das sind einige der Fragen, denen sich Herausgeber Uwe Engel und seine Autoren im Buch "Gerechtigkeit ist gut, wenn sie mir nützt" widmen. Ergebnisse des Access Panel und Mixed Mode Internet Survey" Ausgewertet haben sie dafür eine groß angelegte Studie der Uni Bremen (Access Panel und Mixed Mode Internet Survey), die 2008 gestartet wurde. Bereits im Jahr 2012 hat der Campus-Verlag unter dem Titel "Wissenschaftliche Umfragen. Methoden und Fehlerquellen" detailliert über die Studie berichtet. Dieser Begleitband beleuchtet vor allem die "inhaltliche Sicht" der Befragung. Dennoch soll das Buch nicht vorrangig einen Beitrag zur soziologischen Forschung leisten (obwohl es dafür sicher geeignet ist), sondern "themenrelevante Aspekte der aktuellen gesellschaftlichen Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland" beleuchten." Deutsche befürworten Sterbehilfe Alle Befragungsergebnisse werden mit Hilfe von Schaubildern dargestellt und ausführlich kommentiert. Dabei gibt es durchaus Überraschungen. Dass die Deutschen der Sterbehilfe gegenüber sehr aufgeschlossen sind, war in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten. Demgegenüber sind nur wenige Bundesbürger bereit, in den eigenen Geldbeutel zu greifen, um Portugal oder Griechenland zu stützen. Das wiederum war abzusehen. Roter Reiter - Fazit: "Gerechtigkeit ist gut, wenn sie mir nützt" ist ein fundiertes Stimmungsbarometer zu wichtigen gesellschaftlichen und politischen Fragen. Sozialwissenschaftler profitieren am meisten von dem Buch. Aber auch Gymnasiallehrer können viele der Ergebnisse in ihren Unterricht einfließen lassen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Uwe Engel: "Gerechtigkeit ist gut, wenn sie mir nützt", Campus 2014   ### Persönlichkeit stärken ist die beste Burn-out-Prävention Burn-out gilt als die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts. Das "Ausgebranntsein" hat viele Gesichter und noch mehr Ursachen, die erst in der Summe als Erschöpfungssyndrom sichtbar werden. Die Arbeitslast allein ist es garantiert nicht, wie Dr. Mirriam Prieß bereits in ihrem ersten Buch "Burnout kommt nicht nur von Stress" eindrucksvoll belegt hat, das sich die Managementbuch-Empfehlung verdient hat. In ihrem Nachfolger "Finde zu dir selbst zurück" knüpft sie daran an. Sich von Altlasten befreien Nicht Therapiewege stehen im Mittelpunkt ihres psychologischen Ratgebers, sondern Präventionsmaßnahmen. Prieß macht deutlich, dass eine geerdete und gesunde Identität den besten Schutz gegen seelische Erschöpfung ausmacht. Dazu gehört ein konstruktiver Dialog mit den Problemen der Gegenwart ebenso wie eine Aufarbeitung früherer Probleme. Wer psychische Altlasten aus seiner Kindheit mitschleppt, läuft auch im Erwachsenenalter Gefahr, unter dem Gewicht zusammenzubrechen. "Abschied, indem wir Frieden schließen mit der Vergangenheit" ist die Voraussetzung, um negative Rechnungen zu begleichen, und mit einem ausgeglichenen emotionalen Konto die Zukunft zu gestalten. Im eigenen Leben zu Hause sein Sechs Bereiche bestimmen die eigene Persönlichkeit und entscheiden über die Ausschläge im Stimmungsbarometer: Partnerschaft, Glaube (nicht nur spirituell, auch der Glaube an sich selbst), soziale Kontakte, Individualität und Hobbys, Gesundheit und Beruf. Jedem von ihnen widmet Prieß einen Themenblock. Anhand von Fallbeispielen verdeutlicht sie, wie schnell (oder auch schleichend) eine Schieflage entstehen kann, die dann auch auf andere Facetten der Individualität abfärbt. Prieß stellt dabei die Fragen, deren Antworten Ihnen helfen, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Über Akzeptanz oder Veränderung. Wahlmöglichkeiten haben Sie immer - vor allem, wenn es darum geht, sich vor einem drohenden Burn-out zu schützen. Roter Reiter - Fazit: Emotionale Inventur steht auf der Agenda von "Finde zu dir selbst zurück". Burn-out-Expertin Mirriam Prieß hilft Ihnen, Ihre Lebensmitte wiederzufinden und sich wirkungsvoll gegen psychische Erkrankungen zu wappnen. Nicht nur, aber vor allem gegen Burn-out. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Zum Buch: Mirriam Prieß: "Finde zu dir selbst zurück", Südwest 2014   ### Die Akte Snowden Vermutlich niemand hat detailliertere Einsichten in die Geheimakten von Edward Snowden als der amerikanische Journalist, Verfassungsrechtler und Blogger Glenn Greenwald. In seinem aktuellen Buch "Die globale Überwachung" packt er komplett aus, beschreibt das ganze Ausmaß des NSA-Überwachungssystems, nennt die Hintermänner der Geheimdienste und erläutert das System der perfiden Spionage-Projekte, über die deutsche Medien nur bruchstückhaft berichtet haben. Universelles Netz an Spähprogrammen Ende 2012 trat Snowden erstmals per E-Mail an Greenwald unter dem Pseudonym "Cincinnatus" heran. Kein Zufall, denn als investigativer Journalist und Bürgerrechtler hat sich Greenwald längst einen erstklassigen Namen erarbeitet. Nach anfänglichem Misstrauen lässt er sich von Snowden die Dokumente zuspielen, die dann den größten Überwachungsskandal der Geschichte auslösen. Natürlich geht es dabei um PRISM. Aber auch um die vielen anderen Spähprogramme, mit denen die NSA ihr weltumgreifendes Überwachungsnetz gesponnen hat wie Bullrun (Gemeinschaftsprojekt mit dem britischen Geheimdienst, um Verschlüsselungsverfahren zu knacken) oder Muscular (Abhörprogramm in Google- und Yahoo-Netzen). Privatsphäre war gestern Greenwalds Schilderungen von skrupelloser Überwachung, Rechtsbeugung und totaler Kontrolle lassen den Leser wütend und hilflos zurück. Scheinbar alle Bürger stehen unter Generalverdacht – selbstverständlich auch in Deutschland. "Die amerikanische Regierung hatte ein System aufgebaut, dessen Ziel die vollständige Abschaffung der elektronischen Privatsphäre war. Der Plan ist "sicherzustellen, dass jegliche elektronische Kommunikation zwischen zwei Menschen rund um den Globus von der NSA erfasst, gespeichert, überwacht und analysiert wird." Weit davon entfernt ist der amerikanische Geheimdienst nicht mehr. Roter Reiter - Fazit: "Die globale Überwachung" ist die erschreckende Dokumentation vom großen Lauschangriff, der längst nicht mehr zu stoppen ist. Der beste Tipp des Autors steht gleich auf den ersten Seiten: Nutzen Sie für vertrauliche E-Mails Verschlüsselungsprogramme wie PGP. Deren Dechiffrierung ist zwar nicht unmöglich, würde die NSA-Mitarbeiter aber ein paar Tage beschäftigen. Immerhin. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Glenn Greenwald: "Die globale Überwachung", Droemer 2014   ### Stimme trainieren und souverän reden Monika Hein hat ihr Buch "Sprechen wie der Profi" für Menschen geschrieben, deren Job die Sprache ist, die im Beruf täglich viel reden müssen und dabei Souveränität ausstrahlen wollen. Mitarbeiter im Call Center, Schauspieler, Außendienstler und Kundenbetreuer, aber auch Berater, Trainer und Projektleiter profitieren von dem interaktiven "Stimmkurs". Von Stimmen und Stimmungen Die Wortverwandtschaft von "Stimme" und "Stimmungen" ist nicht zufällig. Trauer und Ängste drücken im wörtlichen Sinne auf die Stimme, Wut lässt sie donnern, Euphorie macht sie kräftig. Das sind Naturgesetze, die sich bisweilen mit Training aber auch korrigieren lassen. Lampenfieber vor der nächsten Präsentation muss nicht zwangsläufig das Stimmvolumen reduzieren. Sie können mit gezielten Übungen ("gelangweiltes Zählen", "Zustimmendes Mh-hm") die Nervosität aus der Sprachmelodie ausblenden. Das aber ist nur ein Aspekt aus Heins umfassendem Sprech-Ratgeber. Von der Artikulation bis zum Sprechtempo Anhand der sieben zentralen Merkmale "Körperaktivität", "Atem", Stimmklang", "Artikulation", "Satzmelodie", "Tempo" und "Betonung" erklärt die Autorin, wie Sie Stimme und Sprache besser auf Ihre Zielgruppe ausrichten. Zunächst entwickeln Sie dabei ein Gehör für die eigenen Stimmungen, bevor Sie an Ihrem persönlichen "Mischpult" die Klangregler neu justieren. Geht nicht über Nacht, aber mit viel Übung. Roter Reiter-Fazit: "Sprechen wie der Profi" ist die perfekte Einstimmung auf Ihre nächste Rede. Dank der vielen guten Tipps und Übungen werden Sie souverän(er) rüberkommen und mehr Spaß an öffentlichen Auftritten haben - selbst, wenn die Bühne etwas größer ist. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Monika Hein: "Sprechen wie der Profi", Campus 2014   ### Schwerelos und doch gewichtig - die Erkenntnisse eines außergewöhnlichen Astronauten "Ground Control to Major Tom ... " Mit seiner Version des David Bowie-Klassikers "Space Oddity" –aufgenommen in der Schwerlosigkeit - wurde der kanadische Astronaut Chris Hadfield auch hierzulande schlagartig bekannt. Unter den Fans der internationalen Raumfahrt war der kommunikative "Überlieger" schon lange ein Star mit weit über einer Million Follower auf Twitter. Aufregend wie ein Weltraumspaziergang Dass sein aktuelles Buch "Anleitung zur Schwerelosigkeit" recht schnell die Bestsellerlisten emporklettern wird, ist zu erwarten. Und das völlig zu Recht: Es ist aufregend wie ein Weltraumspaziergang, zeitweise sehr witzig und hat durchaus philosophische Momente. Dass von "oben" betrachtet die Alltagsprobleme winzig werden, der ökologische Auftrag, den Planeten zu schützen, aber umso wichtiger, wird an mehreren Stellen deutlich. Vom Kindheitstraum zum Raketenstart Hadfield erzählt in seinem Buch chronologisch den Weg vom kleinen Jungen mit großen Flugträumen über die militärische Laufbahn bis hin zu seinem ISS-Projekt mit russischen Kosmonauten im Jahr 2013. Das akribische Training, Quarantäne und Lagerkoller vor dem Start, atemberaubende Momente in der Sojus, Familienglück nach der Landung - Hadfield macht den Leser mit Hilfe seiner atmosphärisch dichten Beschreibungen zum Kopiloten. Eindringlich beschreibt er den Alltag in der Schwerelosigkeit im Spannungsverhältnis von Langeweile und Stress, Spaß und Askese ("einmal bekam jeder eine ganze Zwiebel!"). Ins All fliegen, um die Welt zu verstehen "Im Grunde ist das Leben fernab der Erde in Bezug auf zwei Punkte gar nicht anders als auf der Erde: Man kann sich entweder auf die Überraschungen und Freuden konzentrieren oder auf die Enttäuschungen. Und man kann sich dafür entscheiden, die geringsten, die alltäglichen Augenblicke zu genießen oder nur die größten, bewegendsten für wertvoll zu halten." Hadfield weiß, um was es da oben und hier unten geht. Auch darum geht es in seinem Buch. Roter Reiter - Fazit: "Anleitung zur Schwerelosigkeit" ist eine spannende Abenteuergeschichte mit nachdenklichen Untertönen. Schönes Buch nicht für Star Trek-Fans. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Chris Hadfield: "Anleitung zur Schwerelosigkeit"   ### Lust auf Leistung Mehr Spaß im Job, mehr Antrieb für Ihre alltäglichen Aufgaben - das können Sie auch haben. Einen neuen Posten brauchen Sie dafür nicht. Es reicht, wenn Sie sich "persönlich sinnvolle Ziele setzen, statt kurzfristig positiven Glücksgefühlen nachzujagen" verspricht Christiane Nill-Theobald in ihrem Buch "Endlich wieder Montag". Ein Motivationsratgeber mit einer Vielzahl an reflektorischen Übungen und Persönlichkeitstests zur Selbstverortung in den Stress- und Leistungsskalen. Mit Verweisen auf psychologische und soziologische Forschungsergebnisse. Zudem eine feine Aufarbeitung des Arbeitsmodelles im Zwiespalt zwischen Burnout-Gefahr und Freizeitgesellschaft. Zufriedenheitsmanagement ist eine gemeinsame Aufgabe Selbstverständlich sieht Nill-Theobald Arbeitgeber und Unternehmen in der Pflicht, arbeitnehmerfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen und gewohnte Hierarchien und Kommunikationsprozesse auf den Prüfstand zu stellen. Zunächst können und sollen aber Arbeitnehmer ihre Bringschuld wahrnehmen. "Zufriedenheitsmanagement" ist eine gemeinsame Aufgabe. Lustressourcen aktivieren Nill-Theobald macht Ihnen in "Endlich wieder Montag" zahlreiche Angebote, um "Ihre Lustfaktoren und Lustressourcen zu reaktivieren". Selbstentfaltung ist ein wichtiges Kriterium dafür, das Ausspielen der eigenen Fähigkeiten und Leidenschaften auch, das Stärken des "Wir-Gefühls" am Arbeitsplatz: Es gibt viele unterschiedliche Wege, um den nahenden Montag nicht mehr als den größten Feind unter den Wochentagen zu betrachten. Die Autorin liefert viele Argumente dafür. Roter-Reiter - Fazit: "Nicht andere Dinge tun, sondern Dinge anders tun" ist der Schlüssel für mehr Zufriedenheit und persönliche Erfüllung am Arbeitsplatz. Christiane Nill-Theobald hilft Ihnen in "Endlich wieder Montag", ihren persönlichen Arbeitsfrust klar zu eliminieren und mehr Spaß in den beruflichen Alltag zu bringen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter Reiter.de   Zum Buch: Christiane Nill-Theobald: "Endlich wieder Montag"; Wiley 2014   ### Helden werden nicht geboren, Helden werden geformt "In jedem Mann steckt ein Held" mutmaßt Cristián Gálvez in seinem "Logbuch für Helden" und verspricht Ihnen, Ihre ureigenen heroischen Verhaltensweisen und Gedanken zu fördern, wenn Sie sich auf seine Heldenreise einlassen. Gálvez hat dabei verständlicherweise keinen Superhelden à la Batman im Sinn, sondern Helden des Alltags, die ihr Ding konsequent durchziehen, weil sie von der Richtung überzeugt sind und Widerstände als Ansporn begreifen, nicht als Sackgassen missverstehen. Vom Drogendealer zum Olympiasieger Gálvez beschreibt die Erfolgsgeschichten unterschiedlicher Alltagshelden. Vom Drogendealer, der zum Olympiasieger wurde, ist die Rede. Vom Ex-Banker, der nun in Afrika Schulen baut. Und von einem Tankwart, der heute Namenserfinder für Marken und Unternehmen ist. Deren gemeinsame Nenner heißen Leidenschaft, Mut und Authentizität. Heldentaten sind Übungssache - und Verzicht! Der Autor motiviert Sie anhand zahlreicher Logbuch-Übungen, Ihre eigene Lebensrichtung zu hinterfragen und gegebenenfalls einen neuen Kurs einzuschlagen. Im Großen wie beispielsweise im Beruf oder der Partnerwahl als auch im Kleinen wie beispielsweise beim Konsum von Alkohol, Medien (Internet und TV) und Sex ("bitte echten Sex statt Youporn"). Insgesamt ein moralisch stimmiges Bild. Einige Aspekte jedoch wirken weit hergeholt oder schlicht realitätsfremd. Hier siegt der Impuls, auch mal einen Absatz ungelesen zu überspringen. Alltagshelden haben auch mal Feierabend und dürfen vor der Glotze abhängen - gerade wenn Jogis Buben neue Heldengeschichte(n) schreiben. Roter Reiter-Fazit: Cristián Gálvez hat mit "Logbuch für Helden" einen Persönlichkeitstrainer und Selbstcoaching-Buch vorgelegt, das Ihnen hilft, Ihre Stärken, Sehnsüchte und Ziele zu bestimmen und konsequent zu verfolgen. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Zum Buch: Cristián Gálvez: Logbuch für Helden ### Zauberkiste für den Alltag Nicht so berühmt wie David Copperfield, aber immerhin der "beste Mentalmagier der Welt" ist Christoph Kuch laut "Welt am Sonntag". Und ein charmanter Schwindler, ein Meister der Psychotricks mit der Begabung, wunderbare Geschichten zu erzählen sowieso. Das belegt er eindrucks- und humorvoll mit seinem Buch "Sei nicht abergläubisch, das bringt Unglück". Nostradamus konnte reimen, nicht prophezeien Genremäßig pendelt das Buch zwischen dem persönlichen Erfahrungsreport eines Entertainers, einem Psychoratgeber und einem Leitfaden für Zaubertricks, mit denen Sie an einem geselligen Abend Ihre Freunde beeindrucken. Und das passt wunderbar zusammen. Kuch erklärt Ihnen die kleinen autosuggestiven Täuschungen des Alltags. Die Streiche, die Ihnen das Hirn spielt, weil ihre Augen Muster erkennen, die keine sind (wie bei vermeintlichen "Pechsträhnen"). Weil Sie darauf anspringen möchten, wie auf die nebulösen Weissagungen des Nostradamus, die der Astrologe in einer solchen Fülle und derart nichtssagend vorformuliert hat, dass scheinbare Volltreffer nur eine Frage der Zeit waren. Checken, ob der Kneipen-Flirt über Nacht bleibt Neben allerlei amüsanten und erstaunlichen Fakten gibt es auch handfeste Alltagstipps. Zum Beispiel für das erfolgreiche Flirten an der Bar: Wenn der oder die Umworbene Sie "mehrfach zufällig" berührt, stehen die Chancen für das "Dessert zu Hause" richtig gut. Bleibt es jedoch beim körperlichen Sicherheitsabstand, verschwenden Sie Ihre Zeit. "Sagen Sie dann eine höfliche Entschuldigung, wie zum Beispiel, dass Sie sich noch gerne weiter unterhalten würden, aber keine Lust mehr hätten." Auch ein erstklassiger Aufmerksamkeitstrick für Ihre nächste Präsentation ist an Bord. Egal wie öde die Materie ist, wie kompliziert Ihre Textbotschaften sind: "Jede noch so langweilige Grafik kann durch ein kleines Kamel aufgewertet werden." "Nie wieder Hütchenspiel'n, nie wieder in die Spielothek" Koch beschreibt zahlreiche Beispiele und erheiternde Experimente für den kleinen Psycho-Beschiss im Alltag. Bitte Notizblock, Karten und Münzen beim Lesen bereitlegen! Vieles wollen Sie sicher sofort ausprobieren. Nebenbei: Auch der Hütchenspieler-Trick wird entlarvt. Wenn Sie den Abschnitt mit der "eingeklemmten" Kugel gelesen haben, werden Sie garantiert nie (mehr) von einem der fingerfertigen Straßenbetrüger um ein paar Scheine erleichtert. Roter Reiter - Fazit: "Sei nicht abergläubisch, das bringt Unglück" hat das Zeug zum Bestseller. Witzig und erhellend, wie Christoph Kuch die großen Tricks der Zauberbühne und die kleinen psychologischen Täuschungen des Alltags entlarvt. Ein großer Lesespaß! Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Christoph Kuch: "Sei nicht abergläubisch, das bringt Unglück"; Knaur 2014   ### 10 Tage Gedächtnis-Jogging für Ihre nächste Fremdsprache Pünktlich zur besten Reisezeit hat Sabine Krueger mit ihrem Buch "Sprachen leichter lernen" das perfekte Vorbereitungsbuch für Urlauber geschrieben, die Ihr Abendessen gerne in der jeweiligen Landessprache bestellen. Keine Angst vor exotischen Sprachen 10 Tage umfasst das kleine Übungsprogramm, das Sie absolvieren sollten, bevor Sie sich der Fremdsprache widmen. Denn Kruegers Übungsprogramm wird es Ihnen deutlich leichter machen, Vokabeln zu lernen und zu behalten - auch über mehrere Jahre. Und das gilt sogar für exotisch anmutende Sprachen wie Russisch, Japanisch oder Hebräisch. Schneller lernen mit der Schlüsselwortmethode Die Autorin arbeitet konsequent mit der Memotechnik, die auf der Schlüsselwortmethode basiert. Zum Klang oder zum Buchstabenbild fremder Vokabeln bilden Sie Eselsbrücken. Beispielsweise ist "yelken" das türkische Wort für "Segel". Klingt nach "Nelken". Erfinden Sie dazu eine kleine Metapher, etwa "Das Segel hängt voller Nelken". Prägen Sie sich das Bild für 10 Sekunden ein. Wetten, dass Sie das morgen beim Frühstück noch zitieren können? Skurrile Bilder und bunte Geschichten Mit der assoziativen Methode lassen sich zahlreiche Vokabeln in recht kurzer Zeit im Hirn verankern. Als Sprachenschüler stehen Sie lediglich vor der Aufgabe, kleine Geschichten dazu auszudenken, die sich gut merken lassen. Krueger hilft mit zahllosen Beispielen aus fast allen Sprachen der Welt beim Üben. Sehr einfach und ungemein praktisch. Roter Reiter-Fazit: Wer eine neue Fremdsprache lernen möchte, sollte das Buch vorher unbedingt lesen! Sie werden mit mehr Freude lernen und unbekannte Vokabeln einfacher speichern. Auch für Schüler bietet das Buch gute Alternativen zum öden Auswendiglernen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Sabine Krueger "Sprachen leichter lernen", Gabal 2014     ### 10 Dinge, die ich an mir hasse Frau hat es auch nicht leicht und spricht höchstens mit dem eigenen Tagebuch darüber, wenn der Sex mit dem Partner quälend öde geworden ist („Rummel ums Gefummel“), zwischen der anvisierten Konfektionsgröße 36 und dem tatsächlich passenden Kleid nunmehr schon drei Nummern liegen und die Haarfarbe kontinuierlich von edlem Schneewittchenschwarz in tristes Alltagsgrau wechselt. Nicht schön, aber sicherlich auch kein Drama, meint Maren Peters in ihrem Buch „Das Leben ist zu kurz für billige Frischhaltefolie“ und heißt Sie erstmal „Willkommen im modernen Frauen-Dasein des 21. Jahrhunderts voller Unannehmlichkeiten“. Peters macht Ihnen klar: Werden die körperlichen und psychischen Problemzonen zu einem „emotionalen Käfig“, sollten Sie sich selbst schnellstmöglich daraus befreien. Kriegen Sie hin und den passenden Rat dafür exklusiv von Frau zu Frau. Nicht in die psychische Sackgasse abbiegen Insgesamt 10 typisch weibliche Stimmungstöter beschreibt Peters wie schräge Beziehungen, schwierige Familienverhältnisse, problematische Kindheit, nervenaufreibende Affären oder das Altern. Lebensumstände, die den Selbstwert in den Keller schicken. Die Autorin reicht Ihnen gerne die Leiter nach oben. Kennenlernen und Ausformulieren der eigenen Bedürfnisse statt voreiliger Selbstanklagen steht auf den ersten Sprossen. Nachsicht und Geduld auf den nächsten. Und Selbstakzeptanz ganz weit oben. Da wollen Sie hin! Roter-Reiter - Fazit: Mal nachdenklich ernst, mal voller feinem Humor seziert Maren Peters die typisch weiblichen Krisen in der Lebensmitte und hilft Ihnen, die Dinge mit Optimismus und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein neu zu bewerten, statt daran zu verzweifeln. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Maren Peters: „Das Leben ist zu kurz für billige Frischhaltefolie“, Gabal 2014   ### Was wirklich von mir bleibt David Menasche ist ein engagierter Lehrer und begeisterter Pädagoge, der seinen Schülern nicht nur die Inhalte der Lehrpläne vermittelt, sondern auch das, was im Leben wirklich zählt. Würde, Liebe, Unabhängigkeit, Freundschaft und Lebensfreude - das sind einige der Werte, die "Davids Liste" schmücken und seinem traurig-schönen Buch den Titel geben. Menasche ist todkrank. Ein wuchernder Hirntumor lässt (fast) alle Zukunftspläne platzen. Aber er sammelt seine Kraft für eine letzte Reise. Nach einem Facebook-Aufruf fährt er quer durch die USA, um seine Ex-Schüler aufzusuchen und zu ergründen, was aus ihnen geworden ist, welche Lebensideale sie prägen und dabei fast beiläufig die Antwort auf die Frage zu bekommen, was am Ende wirklich im Leben zählt. Menasches Buch ist als Report in der Ich-Form geschrieben, unterbrochen durch kurze Erinnerungen seiner Schüler. Zusammen ergibt das ein überaus dichtes Portrait eines Lehrers, der seinen Schülern das geben konnte, was sie tatsächlich brauchen: Respekt und Anerkennung. Roter-Reiter - Fazit: Trotz des sehr ernsten Themas ein überaus optimistisches Buch, das eindringlich dazu mahnt, neben allen kleinen Alltagssorgen nicht die Dinge aus den Augen zu verlieren, die wirklich wichtig sind. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: David Menasche: „Davids Liste“, Knaur 2014   ### Weniger einsetzen, mehr rausholen im Management mit der 80/20-Regel Roland Koch ist von der im Wirtschaftsleben gerne zitierten "Pareto-Regel" überzeug, die besagt, dass "80 Prozent des Erfolgs auf 20 Prozent der eingesetzten Mittel zurückgehen". Er legt Ihnen in seinem Buch "Die 80/20-Entscheider" nahe, das einfache Rechenprinzip auf die Herausforderungen in Ihrem Managementalltag anzuwenden. Im Ergebnis, so Koch, werden Sie deutlich bessere Leistungen und Zahlen abliefern - ohne Wochenendarbeit. Ganz im Gegenteil: Sie genießen sogar mehr Freizeit. Anhand von zehn unterschiedlichen Erfolgsmodellen zeigt Koch, wie das 80/20- Prinzip im Alltag von Führungskräften greifen kann: Ganz gleich, ob Sie sich dabei für die Methode "Investigativ sein", "den richtigen Hebel ansetzen" oder "Zeit im Überfluss haben" entscheiden - immer geht es darum, die Belastung stark zu reduzieren, den langfristigen Nutzen aber deutlich zu erhöhen. Koch ist ein überzeugender Storyteller, ein unterhaltsamer Chronist aufschlussreicher Erfolgsgeschichten. So wird auch verziehen, dass das Buch "Die 80/20-Entscheider" nicht ganz an die Güteklasse des Vorgängers "Das 80/20-Prinzip" heranreicht. Lesenswert ist es allemal. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Richard Koch: "Der 80/20-Entscheider", Campus 2014 ### Lass dir Zeit! Lothar Seiwert ist Deutschlands "Zeitmanagement-Papst". Als Business-Trainer und Bestseller-Autor hat er in der Vergangenheit zahllosen Managern dabei geholfen, den Arbeitstag effizienter zu organisieren. In seinem neuen Buch "Lass los und du bist Meister deiner Zeit" wendet er sich – unabhängig von Position und Einkommen - an alle, die "unter dem Würgegriff der Zeit- und Energieräuber" leiden. Menschen die morgens gestresst die Kinder zum Hort bringen, dann an den eigenen Schreibtisch hetzen, nach der Arbeit den abendlichen Stau verfluchen und auf den letzten Drücker im Supermarkt das Abendessen zusammensuchen. Menschen, für die 24 Stunden grundsätzlich zu kurz sind. Ihnen widmet er sein Achtsamkeits- und Entschleunigungstraining. Prominente Unterstützung erhält er dabei von Konfuzius. Konfuzius sagt ... Jedes Kapitel startet Seiwert mit einem Geleitwort des großen Philosophen und überträgt dessen Lehrsätze in das Hier und Jetzt. Das gelingt erstaunlich gut. Viele der Konfuzius-Regeln haben auch in der Smartphone- und Facebook-Ära nichts an Aktualität eingebüßt. Um innere Ruhe geht es dabei und Einsicht. Und natürlich darum, Prioritäten neu zu ordnen. "Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe", meint Konfuzius. Deswegen nimmt Seiwert den Faden gerne für Sie auf. Das neue Muster aus Werten, Zielen und Gewohnheiten weben Sie ganz allein. Und dabei lernen Sie auch Ihren "Seelenmüll zu entsorgen" und schlechte Gewohnheiten über Bord zu werfen. Hilfreiches Instrument ist dabei Ihr persönliches Zeittagebuch, das Ihnen Seiwert ans Herz legt. Ein kleines persönliches Notizbuch, das Sie führen, um die vielen kleinen Übungen aus "Lass los und du bist Meister deiner Zeit" ehrlich für sich selbst zu beantworten und Ihre eigenen Gedanken zu ordnen. Übrigens: Der vielleicht beste Tipp stammt nicht vom berühmten Chinesen, sondern vom deutschen Autor: "Gib stets dein Bestes! Denn das Beste immer gut genug - und viel besser als perfekt." Notiert und gespeichert! Roter Reiter - Fazit: Nicht rein zufällig erinnert Lothar Seiwerts neues Buch "Lass los und du bist Meister deiner Zeit" an ein teures Rezeptbuch im Pocketformat. Tatsächlich richten Seiwert und Konfuzius ein prächtiges Menü voller neuer Möglichkeiten und Perspektiven für Ihren Alltag und Ihr Berufsleben an. Zum Nachkochen unbedingt empfohlen. Es wird Ihnen schmecken - gerade wenn Sie bislang noch vor lauter Zeitnot Ihr Frühstück im Stehen einnehmen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Lothar Seiwert: "Lass los und du bist Meister deiner Zeit"; GU 2013     ### Die Kunst des logischen Denkens Als Kinder nehmen wir die Welt motiviert und engagiert wahr. Wir saugen jede Art von Wissen auf, lauschen gespannt interessanten Geschichten und können uns vor Fragen kaum retten. Je älter wir werden, desto mehr nimmt diese Bereitschaft ab. Wir verlieren uns in Routinen und Denkmustern. Verlassen uns auf unser Wissen und entscheiden häufig aus Gewohnheiten heraus. Das logische Denken rückt in den Hintergrund. Doch warum ist das so? Und wie retten wir uns aus der Gewohnheits-Denkerei? Mit diesem Thema beschäftigt sich Maria Konnikova in ihrem Buch "Die Kunst des logischen Denkens". Auf den Spuren von Sherlock Holmes Welche Figur fällt uns ein, wenn es um scharfsinniges Analysieren und cleveres Kombinieren geht? Klar - Sherlock Holmes. Der Protagonist von Autor Arthur Conan Doyle war der Meister der Beobachtungen und logischen Schlussfolgerungen. Gestützt auf aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaft geht Konnikova Holmes' genialen Methoden auf den Grund. Die Autorin zeigt, wie häufig wertvolle Kenntnisse im alltäglichen Denken untergehen, einfach, weil wir uns zu wenig Zeit nehmen. Unachtsamkeit ist das Stichwort. Wenn sich das Gehirn in Routinen verliert Jedem von uns ist es schon passiert: Man nimmt sich vor, auf dem Heimweg noch in der Drogerie vorbeizugehen. Den ganzen Tag sagen wir uns immer wieder, dass wir es nicht vergessen dürfen. Und plötzlich stehen wir doch vor unserer Haustüre - ohne in der Drogerie gewesen zu sein. Wir können uns nicht mal mehr erinnern, dass wir überhaupt an ihr vorbeigegangen sind. Doch wie konnte das passieren? Wieso schleichen sich derart routinierte Denkprozesse in unser Gehirn. Und was können wir tun, um unsere Umwelt und uns selbst achtsamer wahrzunehmen? Das erklärt Konnikova anschaulich zusammen mit Sherlock Holmes und Dr. Watson. Roter Reiter-Fazit: "Dieses Buch möchte helfen. Es erforscht und erklärt (...), welche Schritte nötig sind, um Denkgewohnheiten zu schaffen, die es Ihnen gestatten, sich achtsam mit sich und natürlich auch Ihrer Welt auseinanderzusetzen." Ein Buch, das einen Platz neben der Sherlock Holmes-Reihe in Ihrem Regal verdient.  Lena Riedmann, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Maria Konnikova: "Die Kunst des logischen Denkens", Ariston 2013   ### Humor ist ... ... wenn man trotzdem lacht, heißt es. Gerade in persönlichen Krisenzeiten, die auf den ersten Blick nicht viel Lustiges hervorbringen, fällt das recht schwer. Jumi Vogler weiß das auch und schickt in ihrem Büchlein "Was der Humor für Sie tun kann"die kleine "Hu"als Erzählerin) auf die Reise, um ihnen die witzigen Seiten menschlicher Krisen zu zeigen. "Hu"- optisch eine Mischung aus Pumuckl und Diddl-Maus – hat trotz "Diät-Krise“, "Haarfärbe-Krise"oder "Er-will-mich-nicht-Krise"immer ein Lächeln, einen lockeren Spruch und ein Rezept gegen übertriebene Perfektionsansprüche parat. Denn darum geht es letztlich im Buch "Was der Humor für Sie tun kann“: Sich als Frau zu 100% annehmen und den eigenen kleinen Missgeschicken mit einem frechen Grinsen trotzen. Roter-Reiter - Fazit: Nettes Büchlein, das Sie sich selbst oder der Freundin schenken sollten, der Sie schon lange sagen wollten, dass sie so bleiben soll, wie sie ist. Weil gerade die vermeintlich kleinen Fehler den Menschen erst liebenswert machen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Zum Buch: Jumi Vogler: Was der Humor für Sie tun kann. Gabal Verlag. ### 50 feminine Farbtupfer für den grauen Alltag Bei der nächsten Urlaubsreise machen Sie bitte jede Stunde ein Foto. Ganz gleich, wo Sie sich befinden. Auch im Bett. Nur bitte keine Schnappschüsse von typischen Touristenmotiven. Richten Sie die Linse lieber auf "Toiletten, Vogelscheuchen und Wäscheleinen". Was Sie davon haben? "Die Möglichkeit, Ihre Beziehung zur Wirklichkeit neu zu ordnen." Darum geht es Élisa Brune: Den Blick neu ausrichten auf die Dinge, die kaum noch einen Blick wert waren. Macht Spaß, sie wiederzuentdecken! Élisa Brune hat in ihrem Buch "Seitensprünge aus dem Alltag" 50 originelle, teils melancholisch-verträumte Gedankenspiele auf jeweils zwei oder drei Seiten zusammengetragen, die den grauen Alltag in eine pastellfarbene Blumenwiese verwandeln - wenn frau das möchte. Ein Lese-Buch für Frauen, die sich nach Abwechslung sehnen, ohne das komplette Leben auf den Kopf stellen zu wollen. Manchmal reicht ein kurzes Abenteuer völlig aus. Charmant geschrieben. Einhundertprozentig Frauensache! Roter-Reiter - Fazit: Herrlich versponnenes Kopfkino für die spontane Auszeit von Büro, Kindern, Hund und Partner.  Oliver Ibelshäuser. www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Élisa Brune: „Seitensprünge aus dem Alltag“, Beltz 2014     ### Land und Leute am Zuckerhut Andreas Wunn ist Brasilien-Korrespondent des ZDF. Pünktlich zur WM hat er mit "Brasilien für Insider" ein Buch herausgebracht, das garantiert auch Nicht-Fußballfans anspricht. Die werden sogar dann mit Interesse darin lesen, wenn sie nie vorhatten, nach Südamerika zu fliegen. Wunn liefert in seinem Buch kurze, in sich geschlossene Reportagen zu Land und Leuten zwischen Amazonas-Dschungel und Copacabana-Trubel. Spannend wie TV-Beiträge aus dem Auslands-Journal. Nur dichter, detaillierter. Stolze Cariocas ... Hoteltipps, Restaurantbewertungen und Routenplanungen für Sightseeing und Urlaub zwischen den deutschen Spielen - das war nie die Absicht von Andreas Wunn. Ihm geht es um die "mehr als 1000 Realitäten" des Landes, die den 14-Tage-Touristen verborgen bleiben. Er spricht mit Cariocas, den stolzen, "echten" Einwohnern Rios auf der Sonnenseite. Mit den Ärmsten auf der Schattenseite Rios, in deren Favelas seit der Vertreibung der Drogenkartelle die Künstler teure Wohnungen errichten und die Mietpreise explodieren lassen. Mit einem Bischof, der einst aus Österreich auswanderte und nun täglich um sein Leben fürchten muss, weil er konsequent für die eintritt, die bislang im Land der Gegensätze keine Stimme hatten. Das passt vielen nicht. ... sterbende Indio-Völker Und er hat den Juruna-Häuptling interviewt, der weiß, dass sein Volk stirbt, weil der Xingu austrocknet. Der Seitenarm des Amazonas wird in Kürze industriell erschlossen. Die Lebensader der Indios verkommt dann zu einer faulenden Wasserpfütze. Interessiert nicht viele - schon gar nicht so kurz vor der WM. TV-Bilder zwischen den Spielen wird es davon in ZDF und ARD sicherlich auch nicht geben. Die zeigen eher Schweini beim Training. Roter Reiter - Fazit: Aus den Mosaik-Steinchen seiner persönlichen Erlebnisse und Begegnungen zeichnet Andreas Wunn ein dichtes, widerspruchsvolles Bild von einem Land, das viel mehr Aufgaben bewältigen und Erfolge feiern möchte als nur einen WM-Titel. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Andreas Wunn: "Brasilien für Insider"; Heyne 2014     ### Laufen, um sich selber zu finden Mit 115 Kilo Lebendgewicht war Mike Kleiß ein "schwerer Junge", bevor er das Joggen als körperlichen und seelischen Ausgleich für sich entdeckt hat. Zudem kurzatmig - mehr als 20 Zigaretten pro Tag hinterlassen ihre Spuren - und psychisch angeschlagen ("ich war mit Anfang 40 ein Wrack"). Dann entdeckt er die Freiheit des Langstreckenlaufs für sich und ändert radikal sein Leben. Davon handelt sein Buch "More Power". Neue Sucht und alte Süchte Aus einer Leidenschaft wird eine neue Sucht - die alte Süchte besiegt. Kleiß reduziert zunächst die Zahl der "Fluppen", verzichtet dann ganz darauf. Und das "Runners High" stellt auch andere Lebensgewohnheiten in Frage: Alkohol, fettes Essen, Freizeit- und Stressverhalten. Alles kommt auf den Prüfstand. Mit dem Ergebnis, dass Kleiß in nur 15 Monaten rund 40 Kilo abnimmt, sich mental und körperlich besser denn je fühlt. Motivationstagebuch "More Power" ist kein Laufrategeber mit Trainingsplänen und auch kein Entwöhnungsbuch für leidenschaftliche Qualmer - obwohl beide Themen im Vordergrund stehen. Ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger protokolliert der Autor eigene Erfahrungen, Erfolge und die viele Hürden und Rückschläge. Kleiß blieb auf seinem Weg beneidenswert konsequent. Den vermeintlichen Entbehrungen seines früheren Lebens trauert er nicht nach. Viel Sport, keine Kohlenhydrate und wenig Zucker bedeuten für Kleiß keine Askese, sondern die pure Lust am Leben. Denn die Vorliebe für Süßes ist geblieben, aber "statt Gummibärchen kommt nun die Ananas auf den Tisch". Auch lecker. Roter Reiter - Fazit: "Scheitern kam nicht in Frage, nicht mehr jetzt" diese Zitat verdeutlicht den Spirit von "More Power". Kleiß hat mehrere Marathon-Rennen erfolgreich bestritten. Sein Weg zum Vorzeige-Sportler war holprig und viel länger als 42 Kilometer. Wie man Stolpersteine aus dem Weg räumt und bei Rückschlägen das Ziel nicht aus den Augen verliert, vermittelt er authentisch. Motivierendes Buch - nicht nur für Raucher, die von einem Leben ohne Dauerhusten träumen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Mike Kleiß: More Power, Books4Success 2014     ### Warum sich die Welt mehr Deutschland wünscht (außer im Fußball) Deutschland muss seinen Schuldkomplex ablegen, selbstbewusster auftreten in Europa und der Welt und "seine Gestaltungsmöglichkeiten in den internationalen Beziehungen" besser nutzen. Das schreibt Tanja Gönner in ihrem Buch "Zieht die größeren Schuhe an". Und das bestätigen Staatschefs, (ehemalige) Politiker und Wirtschaftsbosse grenzübergreifend zwischen Tokio und Los Angeles. Auswertung der GIZ-Studie Tanja Gönner hat als Abgeordnete, Landesministerin und Vorstandssprecherin der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) eine aktuelle Studie ausgewertet, bei der "120 Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Unternehmer aus zwei Dutzend Ländern" ihre Sicht zu Deutschland äußern. Das Ergebnis mag überraschen: Die Welt wünscht sich ein starkes, selbstbewusstes Deutschland, das seine Verantwortung nutzt, aber nicht missbraucht. Das gilt für Außenpolitik, Währungsunion, soziale Maßnahmen und ökologische Verantwortung. Sehr treffend hat sich Polens Außenminister Sikorski dazu geäußert: "Deutsche Macht fürchte ich heute weniger als deutsche Untätigkeit". Was die Deutschen besser machen müssen Gönner fasst in ihrem Buch die unterschiedlichen Stellungnahmen zusammen, die das Bild der Deutschen im Ausland prägen und leitet daraus die Forderung an die Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ab, die Verantwortung wahrzunehmen, die sich Europa und die Welt sehnlichst wünschen: Deutschland darf bescheiden auftreten, muss aber entschlossen handeln, um seiner europäische Führungsverantwortung gerecht zu werden Deutschland muss zu einem "umfassenden Sicherheits- und Entwicklungskonzept" beitragen und dabei ... ... die "Soft-Power-Eigenschaften" in die Waagschale werfen. Nicht als militärische Macht, wohl aber als Vermittler ("Makler") in Konflikten wird Deutschland gebraucht. Auch umweltpolitisch gelten diese Forderungen. Deutschland hat längst eine Vorbild-Funktion und ein Umweltbewusstsein, das als Blaupause für viele andere Staaten dienen könnte. Roter Reiter - Fazit: Büßergesten auf der einen und chauvinistisches Gehabe auf der anderen Seite kennen die ausländischen Nachbarn zur Genüge. Tanja Gönner fordert in "Zieht die größeren Schuhe an" ein neues Bild von Deutschland: selbstbewusst, entschlossen und kooperativ. Die Voraussetzungen dafür waren nie besser. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Tanja Gönner "Zieht die größeren Schuhe an". Murmann 2014 ### Anpacken statt abwarten Eigentlich wollten Sháá Wasmund und Richard Newton ein ganz anderes Buch machen, geben Sie gleich zu Begin zu. Ein Buch über verhinderte Unternehmensgründer, die einen freundlichen Schubs brauchen, um ihre Firma endlich auf den Weg zu bringen. Herausgekommen ist ein Buch über die Volkskrankheit Nummer 1 der Deutschen. Gemeint sind weder "Grippe" noch "Burnout". Der Großteil der Bundesbürger leidet unter der "Aufschieberitis", die sich wie eine Pandemie verbreitet. Kratzen, wo es juckt In ihrem gemeinsamen Ratgeber "Nicht reden, machen!" beschreiben Wasmund und Newton die Symptome, den Krankheitsverlauf und selbstverständlich auch die vielfältigen Therapiemöglichkeiten. "Sich zu kratzen, wo es juckt" nennen die Autoren die plötzliche Erkenntnis, etwas ändern zu müssen und dem ersten Impuls konsequent zu folgen. Die vielen möglichen Ausreden wie "mache ich morgen", "habe keine Zeit und kein Geld" oder "das kriege ich nie hin", lassen die Autoren nicht gelten: Ihr Rezept: "Einfach anfangen, statt nach Ausreden zu suchen". Hier die besten fünf Motivationsspritzen auf einen Blick. Öffentliches Bekenntnis: Erzählen Sie anderen Menschen von ihren Zielen! Zerlegen Sie Ihre Pläne in gangbare Einzelschritte. Das verkürzt den Weg zum Ziel. Belohnen Sie sich nach einer erfolgreichen Etappe. Zum Beispiel mit einer schönen Schallplatte. Führen Sie ein Fortschritts-Tagebuch. Dokumentieren Sie Ihren Weg. Visualisieren Sie regelmäßig Ihr Ziel. Malen Sie sich die Zukunft aus, wenn Sie dort angekommen sind, wo Sie hinwollen. Roter Reiter-Fazit: Sie kennen jemanden, der in seiner Jammerecke verharrt, statt endlich die überfälligen Veränderungen anzupacken? Verschenken Sie dieses Buch! Charmanter können Sie den sanften Tritt in den Hintern nicht verpassen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Zum Buch: Sháá Wasmund, Richard Newton: "Nicht reden, machen!"; Gabal 2014 ### Stressbewältigung üben und verinnerlichen Überforderung, Krankheit, ein plötzlicher beruflicher Wechsel, dauerhafter Lärm, die Krise in der Partnerschaft: Es gibt zahlreiche äußere und innere Einflüsse, die Ihre Gedanken und Emotionen in Hochspannung versetzen. Unabhängig davon, ob Sie die Ursachen beeinflussen können oder nicht: Zu Stress werden diese erst durch Ihre persönlichen Verarbeitungsmuster. Stress beeinflusst Ihre Gefühle und Ihr Denken In ihrem Buch "Aktiv gegen Stress" beleuchtet die Amerikanerin Christy Matta die häufigsten Stressoren und erklärt deren Wirkung auf Gefühle, Wahrnehmung und Körper. Matta zieht für ihren Anti-Stress-Ratgeber aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse heran. Im Mittelpunkt des Buches aber stehen die vielen Übungen, die Ihnen helfen, konstruktiver, offener und gesünder mit Ihren Stressoren umzugehen. Zulassen ist der erste Schritt Am Anfang steht dabei das Erkennen und Zulassen. Wer belastende Einwirkungen benennen und (zunächst) akzeptieren kann, schafft die Voraussetzungen, um sich vor den destruktiven Folgen zu schützen. Matta hat eine Vielzahl von Achtsamkeitsübungen zusammengetragen, mit denen Sie Nervosität und Anspannung im beruflichen Alltag in den Griff bekommen. Ausführlicher widmet sie sich jedoch den großen Krisen des Lebens (Kündigung, Trennung, Tod) und zeigt, wie es Ihnen Schritt für Schritt gelingen kann, Ihre emotionale Stabilität wiederzuerlangen. Umgang mit Stress (neu) lernen Es geht vor allem darum, die selbstzerstörerischen Dauerschleifen im Hirn zu unterbrechen, die sich allein um das Problem drehen und weitere Ängste erzeugen. Matta bringt Ihnen bei, alte Denkmuster abzulegen und neue Perspektiven auch in Krisen zu entwickeln. Sie werden dadurch den Stress nicht völlig ablegen oder vermeiden. Sie können ihn aber entwerten und akut gegensteuern, wenn mal "wieder alles zu viel wird". Roter Reiter - Fazit: Matta hat ihr Buch vor allem für Menschen geschrieben, für die Stress keine lästige, vorübergehende Belastung ist, sondern den Alltag bestimmt und die Lebensqualität auf "0" setzt. Die finden hier sehr gute Antworten auf die Fragen "warum" und "wohin", Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Christy Matta: "Aktiv gegen Stress", Beltz 2014 ### Fit und schlank in 4 Wochen Fitness für Kopf und Körper, gesunde Ernährung und nachhaltige Diäten - das sind nicht nur für Frauenzeitschriften die Trendthemen des Frühjahrs. Ein Abo können Sie sich sparen, wenn Sie zum neuen Buch "Forever young" von Laufpapst Dr. Ulrich Strunz greifen. Sein "Forever Young"-Programm erstreckt sich über alle wichtigen Bereiche gesunder Lebensführung: Ernährung, Vitamine, Sport, Diäten und Rezepte. Strunz hat in seinem neuen Buch eine "Best-of-Sammlung" bewährter Tipps zusammengestellt, die dem Ziel folgen, dass Sie sich schon nach vier Wochen jünger fühlen - und auch jünger aussehen. Richtig essen, besser leben In gewohnt knackig-komprimierter Form erklärt Strunz, wie Sie selbst ungünstige genetische Veranlagungen mit den passenden Vitamincocktails, Sportprogrammen und Ernährungskorrekturen ausgleichen. "Ich bin schon immer dick" gewesen, das ist keine gültige Ausrede mehr. Strunz hat sein Fitness-Konzept für alle Altersklassen im Baukastensystem konzipiert. Low Carb (Verzicht auf Kohlenhydrate), gute Fette, Muskelaufbau, Smoothies, Diät-Rezepte: Sie steigen in dem Buch ein, wo Sie selbst Ihre persönlichen Problemzonen sehen. Und profitieren von den vielen guten Tipps. Auch dann, wenn Sie das von Strunz empfohlene "4-Wochen-Erfolgsprogramm" etwas in die Länge ziehen. Gut: Strunz hat viele leckere Rezepte für Säfte und Mahlzeiten zusammengestellt, die Sie garantiert nicht in den üblichen Diätratgebern finden. Etwas störend sind dagegen die Hinweise auf Pillen und Nahrungsergänzungsmittel, die der Autor nicht zufällig selbst vertreibt. Roter Reiter - Fazit: In lockerer Schreibe verordnet Ihnen Strunz ein ganzheitliches Fitness-Programm für Seele, Bauch und Muskeln. Einfach zu lesen. Für die Umsetzung brauchen Sie vor allem Disziplin. Dass es sich lohnt, steht aber außer Frage. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Ulrich Strunz: "Forever Young", Heyne 2014     ### "Heiß" auf das eigene Unternehmen  Lutz Langhoffs Buch "Die Kunst des Feuermachens" wendet sich an Unternehmensgründer und Noch-Angestellte, die bislang nur von ihrer Selbstständigkeit geträumt haben. Denen aber der Mut fehlt, aus der Komfortzone des sicheren Einkommens zu treten und sich auf die Unwägbarkeiten der eigenen Firma (oder Ich-AG) einzulassen. Tun, für was man brennt Langhoffs Buch ist mehr Motivations-Crashkurs als sachbezogener Business-Ratgeber. Der Autor vermittelt kein Basiswissen über betriebswirtschaftliche Kalkulationen oder rechtliche Aspekte der Selbständigkeit. Ihm geht es um den unternehmerischen Spirit, das "Gründer-Gen". Der Titel "Die Kunst des Feuermachens" leitet sich aus dem Sprichwort "für eine Sache brennen" ab. Das ist die Botschaft, die Ihnen Langhoff mitgeben möchte: "Seien Sie Feuer und Flamme" für Ihre unternehmerische Vision, für Ihre seit langer Zeit "brennenden" Ideen, und kippen Sie Ihre unbegründeten Bedenken in die erkaltende Asche. Die Flamme entfachen Langhoff fordert mehr "MUT-Bürger": Menschen, die ihr Business motiviert angehen, unternehmerisch denken und tatkräftig handeln. Die haben auch Zweifel und spüren Unsicherheiten. Sie gehen aber anders damit um. Ängste eingestehen, visualisieren und schlussendlich entwerten ("loslassen"), das macht einen Mut-Bürger aus. "Mut-Flammen" nennt der Autor die wesentlichen Eigenschaften der Unternehmer, die Risikobereitschaft und Verantwortungsbewusstsein in einem perfekten Gleichgewicht halten. Mut-Flammen beziehen sich beispielsweise auf soziale Beziehungen, Selbstverständnis und Haltung. Kein Problem, wenn Sie an einigen Stellen noch nachbessern müssen, weil diese Bereiche bei Ihnen noch nicht ausgeprägt sind. Denn genau dafür hat Langhoff "Die Kunst des Feuermachens" geschrieben. Roter Reiter - Fazit: "Die Kunst des Feuermachens" ist ein "Brandbeschleuniger für Ihr unternehmerisches Feuer" sagt Lutz Langhoff. Auf jeden Fall ein guter Motivator und Ratgeber für Menschen, die von der Selbständigkeit oder dem eigenen Unternehmen träumen und für den entscheidenden Schritt einen kleinen Schubs brauchen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Lutz Langhoff: "Die Kunst des Feuermachens", Gabal 2014 ### Film ab für Ihr persönliches Heldenepos! Lust auf die Hauptrolle in einem Oscarverdächtigen Kinofilm? Marc Stollreiter schreibt Ihnen die Rolle des „Guten“ in seinem Buch „Act Big“ regelrecht auf den Leib. Statt in den Hollywood-Studios wird bei Ihnen zu Hause „gedreht“: Im Wohnzimmer, wenn Sie mit Ihrem Partner lachen oder streiten. Im Büro, wenn Sie sich um Kunden kümmern oder vor dem Chef präsentieren. Selbst beim Zahnarzt, wenn Sie vielleicht gerade die Fingernägel tief in die Armlehne krallen. Kurzum: Ihr jetziges Leben wird zur Filmkulisse. Jeder winzige Moment von einer imaginären Kamera eingefangen und in Ihrem persönlichen Kopfkino live gesendet. Der Stoff aus dem die Helden sind Als Hauptdarsteller in Ihrem Streifen benötigen Sie keine Superkräfte wie Batman und nicht einmal ein verschwitztes Unterhemd wie John McClane. Ein paar heldenhafte Tugenden sind aber Pflicht, damit Sie die Rolle authentisch rüberbringen. Selbstbewusstsein, Gerechtigkeitsempfinden, Mut, positives Denken, Nachsicht und Freude. Das sind einige Auszüge aus Stollreiters „Act Big“-Regieanweisungen. „Act Big“ meint, die Herausforderungen anzunehmen, die das Leben als Stolpersteine auf dem eigenen Weg auslegt. Mit Optimismus, Kraft und Selbstvertrauen darüber klettern, statt nach Ausweichpfaden zu suchen. Es geht darum, die „Feel Small“-Faktoren im eignen Tun und Denken zu erkennen, die die Heldenrolle (noch) in Frage stellen. Das Jammern über die Niederlagen des Alltags, die nagenden Selbstzweifel, das Sich-selber-Kleinmachen - solche Ego-Dellen suchen Sie bei James Bond oder Indiana Jones vergeblich. Und auch in Ihrem Film überlassen Sie die „Schwachmacher“ künftig den unwichtigeren Nebenrollen am Arbeitsplatz oder im Sportverein. Das gelingt nicht auf Anhieb, wohl aber mit den Übungen „Excercises für Excellence“, die der Autor regelmäßig in alle Kapitel einstreut. Der ganze Kinosaal applaudiert Die Film-Metapher dient in Stollreiters Selbstcoaching-Buch als roter Faden. Auch wenn das Ideal vom „Helden“ in der Gänze etwas überstrapaziert wird, schafft der Autor einen originellen, neuen Blickwinkel für die ungenutzten Potenziale im Privat- und Berufsleben. Sehr schön ist sein Bild vom Kinopublikum, das „Ihren“ Film live verfolgt. Keine Schar nörgelnder Cineasten, sondern ein Wunschpublikum, das Sie aus Vorbildern (gerne auch historische Figuren wie John Lennon oder Martin Luther), Freunden und solchen Menschen imaginär zusammenstellen, die es gut mit Ihnen meinen (würden). Denn genau für die ist Ihr Film gedacht. Nur deren Urteil interessiert Sie wirklich. Roter Reiter - Fazit: Marc Stollberg liefert das Skript und die Regieanweisungen für ein zufriedeneres selbstbestimmtes Leben. Das Drehbuch schreiben Sie selbst. Sie spielen selbstverständlich die Hauptrolle, konzipieren den Handlungsstrang und besetzen bei Bedarf auch die Nebenrollen neu. Klingt nach einem sehenswerten Film! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Marc Stollreiter: „Act Big“, Campus 2014   ### Besser organisiert - mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben Abends müde nach Hause kommen mit dem Gefühl, mal wieder nicht alles geschafft zu haben, was sich auf dem Bürotisch angesammelt hat? Damit sind Sie nicht allein. Schätzen Sie doch bitte mal den tatsächlichen Anteil produktiver und effizienter Arbeit an einem gewöhnlichen Tag im Büro? 80 Prozent? Leider falsch: Rund 50 Prozent werden in der Regel mit wichtigen und dringlichen Aufträgen verbracht. Damit sich das ändert, berät Edith Stork Unternehmen - und für alle anderen hat sie ein praktisches Buch geschrieben, das jetzt neu aufgelegt wurde. 50% der Arbeitszeit geht fürs Suchen drauf "Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen" - das Sprichwort trifft den Nagel auf den Kopf. Und es zeigt, dass sich was ändern muss. Denn wer den Tag mit Suchen verplempert, schafft sich die beste Grundlage für nachhaltigen Stress. 50% der Arbeitszeit, so die Praktikerin Edith Stork, geht für "Privatzeit" und "Suchen, Ablage machen" drauf. Also heißt es "Aufräumen!". Und Edith Stork zeigt wie. "Logistik im Büro" ist aber weit mehr als "Aufräum- und Ordnungsratgeber". Stork präsentiert Ihnen "eine ganzheitliche Lösung und Abwicklung von Büroabläufen", die auch die Kommunikation verbessert, weil sich jeder auskennt - den Arbeitsplatz des Kollegen inbegriffen. A-P-Dok zum Andocken Herzstück des Leitfadens ist das A-P-Dok-Prinzip. Die Abkürzung steht für "Administration", "Projekte" und "Dokumentation" und gibt Ihnen den Rahmen für eine effiziente Organisation aller anfallenden Arbeiten vor. Ab sofort trennen Sie Verwaltungsaufgaben ("Administrations") wie Rechnungen und Ablage von den laufenden Projekten (Aufträge, Konzepte, Produktentwicklung) und der Dokumentation (Karteien, Kataloge, Nachschlagewerke, Clippings). Das gilt selbstverständlich für die Papierablage ("Nur noch breite Ordner, alle nehmen die gleichen Stifte und beherzigen dieselben Regeln für die Beschriftung"). Alles zu seiner Zeit Aber auch für Ihr Daily Business gilt: Verzetteln Sie sich nicht mehr, indem Sie zwischen E-Mails, Briefen, Telefon und Online-Aufgaben ständig hin- und herspringen. Richten Sie feste Zeiten ein. Auch für das Lesen von Dokumenten. Lesen Sie dabei immer mit Marker und Schere, um wichtige Stellen in Zeitungsartikeln entsprechend hervorzuheben. Stork hat in ihrem Buch zahlreiche gute Tipps zusammengefasst, die Ihnen am Ende des Tages "ein positives Zeitkonto" bescheren. Einer der besten darin: "Reservieren Sie einmal im Monat für sich und Ihre Mitarbeiter einen Löschtag, an dem alte E-Mails, Dateien aber auch Altpapier entsorgt werden." Roter-Reiter - Fazit: "Logistik im Büro" wendet sich gleichermaßen an alle Büro-Arbeiterinnen und -Arbeiter. Das Buch zeigt, wie sie mit wenigen klaren Regeln die Orientierung im Aktendschungel erleichtern und richtig viel Zeit freischaufeln. Auch Selbständige profitieren von den vielen Praxistipps! Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Edith Stork: "Logistik im Büro", Beltz 2014 ### Mittendrin statt nur dabei Der Weg von der Kindheit zum Erwachsenen ist fast immer mit Verlust verbunden: Der Forschergeist, die unbefangene Neugier auf Neues, der naive Optimismus und der nahezu unerschütterliche Glaube an eine gutes Ende - all das bleibt irgendwo zwischen Kindergarten, Schule, Karriere und familiären Pflichten auf der Strecke. Oder wird durch diffuse Ängste, Selbstzweifel und Vorurteile ersetzt. In seinem Buch "Hau eine Delle ins Universum" lädt Sie Köhler ein, ein paar Jahrzehnte zurückzureisen, und mit der geballten Ladung Optimismus eines Kindes Ihre Träume, Ziele und Ideale neu zu bewerten. Und sich die Freiräume wieder zu erarbeiten, die Sie sich selbst im Zuge früherer Enttäuschungen zugeschüttet haben: "Ich bin offen für Veränderungen in meinem Leben. Ich darf verspielt, neugierig, albern, sensibel und lebendig sein." Impulse für ein zufriedeneres Leben Köhler ermuntert Sie nicht nur, die relevanten Sinnfragen zu stellen, um eine persönliche Zwischenbilanz zu ziehen. Er fordert Sie dazu auf, die Dinge zu ändern, die Sie belasten und die Ziele zu verwirklichen, von denen Sie heimlich träumen. Das ist keine Frage des Alters. "Glück und Zufriedenheit" sind keine Privilegien junger Menschen. Um freie Fahrt zu bekommen, müssen Sie zunächst die Barrieren in Ihrem Kopf abbauen. Denken Sie positiver, streichen Sie Sätze wie "Das kann ich nicht", malen Sie sich stattdessen aus, wie Ihr Leben aussieht, wenn Sie es schaffen. Die passende Roadmap dafür hat Köhler mit seinem Buch skizziert. Roter Reiter - Fazit: "Als Zuschauer kann man sein Leben nicht meistern. Man muss aktiv daran teilnehmen, sonst kann es nicht gelingen." Köhler nimmt Sie in "Hau eine Delle ins Universum" an die Hand, um den "Mittendrin statt nur dabei"-Spirit wieder zu wecken. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Zum Buch: Hans-Uwe Köhler "Hau eine Delle ins Universum", Ariston 2014   ### Zeit für ein neues Frauenbild Tschüss zur Opferrolle, bye-bye zur Generalanklage gegen die ungerechte, männerdominierte Welt. Stattdessen mit einem satten Sprung zurück ins selbstbestimmte Leben, ihr Frauen! Das ist der Apell, den Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling in ihrem gemeinsamen Buch „Tussikratie“ kraftvoll verkünden. Eine unterhaltsame, provokative Auseinandersetzung mit althergebrachten Rollenklischees und Geschlechterbildern. Die Autorinnen haben es dabei auf die zahllosen „Tussis“ der Gesellschaft abgesehen. Das sind nicht nur die „Lipglossgirls“ mit pinkfarbenen Jäckchen und üppiger Oberweite, sondern auch die vermeintlich längst zwischen Partnerschaft und Karriere geerdeten Frauen, die partout die „künstliche Feindschaft zwischen Männern und Frauen“ am Köcheln halten. Die „strukturelle Benachteiligungen“ sehen, wo sie individuelle Chancen verpassen und in Endlosschleifen „Flexiquoten, Herdprämien und Gender-Pay-Gap“ anprangern. Die bilden die Vorhut der Tussikratie-Bewegung, indem sie „Frauenbenachteiligung an alles und jeden anlegen, selbst wenn das nicht gerechtfertigt ist oder andere Fragen wichtiger wären.“ Raus aus dem Jammertal - rein in die Verantwortung In kurzen szenarischen Essays über Liebe, Sex und Karriere zeigen Bäuerlein und Knüpling, warum verfrühte und ungerechtfertigte Schuldzuweisungen an das „starke Geschlecht“ keine Probleme lösen, sondern lediglich die Stimmung vergiften und die Fronten verhärten. Und dabei den Kern der gesellschaftliche Missstände mitunter meilenweit verfehlen. Der Ratschlag lautet: Macht euch nicht durch Lamentieren klein, ihr Tussis“, sondern durch verantwortungsvolles Handeln groß. Ihr könnt viel mehr als ihr glaubt, wenn ihr die Schmollecke verlasst, eure Stärken aber auch Schwächen korrekt einschätzt und nicht ungefiltert auf das andere Geschlecht projiziert.“ Roter Reiter - Fazit: „Dies ist kein Buch gegen Frauen“ schreiben Bäuerlein und Knüpling zu Beginn von „Tussikratie“. Provozieren und wachrütteln wollen sie aber allemal. Überraschend, dass zwei Frauen sich aufmachen, die alte Feminismusdebatte mit scharfen Argumenten neu zu befeuern. Von der Titelgestaltung bis zur letzten Seite scheren sich die Autorinnen einen feuchten Kehricht um Political Correctness in der nicht enden wollenden Debatte um Gender Diversity und Gleichberechtigung. Spannend geschrieben und erfrischend kontrovers. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Theresa Bäuerlein, Friederike Knüpling: „Tussikratie“, Heyne 2014   ### Das 1x1 guter Beziehungen "Heimliche Begleiter", "Kamodisten", "Amodisten" und "Elmodisten" - das klingt nach einer Fortsetzung von "Herr der Ringe". Jens Corssen und Christiane Tramitz führen Sie mit ihrem lesenswerten Buch "Ich und die anderen" aber keineswegs ins Reich der Fabeln und Mythen, sondern bleiben mit dem fein strukturierten Beziehungsratgeber auf dem Boden der wissenschaftlichen Tatsachen. Vom ersten Blickkontakt in Bus oder U-Bahn über die Freuden und Ärgernisse des partnerschaftlichen Alltags bis zur Frage "Wie sage ich, dass es vorbei ist?" behandeln die beiden Autoren in chronologischer Abfolge alle Fragen zu (guten) Beziehungen. Um Liebe geht es dabei. Aber auch um kollegiales Verhalten im Büro, um einen guten Draht zu den Nachbarn oder zum Chef. Denn die Spielregeln sind dieselben - weil es immer auf Ihre Einstellung und die "heimlichen Begleiter" ankommt. Heimliche Begleiter "Heimliche Begleiter", das sind innere Widerstände oder auch Verstärker, Funksignale aus dem Unterbewusstsein, die Ihnen und anderen zuflüstern "Ich bin niemals gut genug" oder auch "Ich verstehe dich". Sie zu erkennen und gezielt zu nutzen, ist ein Anliegen des Buches. Ein anderes Hauptmotiv besteht darin, Ihre "Grundgestimmtheit" zu identifizieren und zu korrigieren, falls nötig. Den "K-Modus" ("Kamodisten") beispielsweise in die Schranken zu weisen, der für "Krawall und Konfrontation" steht. Den "A-Modus" ("Amodisten") abzulegen, der sich aus den Begriffen "Abkehr, Abwendung und Ablehnung" herleitet. Ihr Ziel ist der "L-Modus" ("Elmodisten"). Der steht für "Liebe, Lust und Leidenschaft" und ist der Wegbereiter für funktionierende, stabile Beziehungen, wenn Sie wollen auch leidenschaftliche, kurze Affären. Diese Gefühlswelt abzurufen und die anderen beiden zu deaktivieren, ist die Glücksformel des Miteinanders im Alltag. Den "L-Modus" aktivieren Was recht abstrakt klingt, wird von Corssen und Tramitz mit zahlreichen wissenschaftlichen Fallstudien und Beispielen erläutert und auf Ihren Alltag übertragen. Einsam auf der fremden Party, der Flirt mit der Unbekannten Schönheit am Bahnhof, der altbekannte Alltagstrott mit der oder dem langjährigen Partner(in): Was Sie daraus machen, liegt an Ihnen. Sie haben dabei viel mehr Möglichkeiten, als Sie für möglich halten. Lassen Sie Ihre heimlichen Begleiter wirken und programmieren Sie den "L-Modus" ein. Roter Reiter - Fazit: "Ich und die anderen" ist ein einfühlsames, kluges Buch über die Kunst, Beziehungen so zu gestalten (oder zu beenden), wie Sie es sich immer gewünscht haben - von "A" wie "Augenblick" über "F" wie "Flirten" und "L" wie Liebe" bis "Z" wie "Zerbrechen". Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Jens Corssen, Christiane Tramitz: "Ich und die anderen", Knaur 2014     ### Das beste Buch zum Thema Präsentieren seit langem - jetzt mit 2 Trainingsvideos! Eines der besten Bücher für überzeugende Präsentationen. Und jetzt mit zwei exklusiven und kostenlosen Trainingsvideos der PINK University zu den Themen "Präsentationsideen für wichtige Business-Themen" und "Präsentieren mit PowerPoint". Der Profi, Moderator und Werber, einer der besten seines Fachs, überträgt die Prinzipien für gute Werbung auf die Entwicklung wirkungsvoller Präsentationen. Im Vordergrund steht die zielgruppenorientierte Aufbereitung, Strukturierung und Dramatisierung der Inhalte. "Neu Präsentieren" von Gerriet Danz ist ein Arbeitsbuch voller Ideen. Es erhöht die Chance erheblich, die 30 Minuten, die meist für eine Präsentation zur Verfügung stehen, so zu gestalten, dass hinterher ein Auftrag herausspringt. Oder die Zustimmung für Ihr Vorhaben. Es hagelt Ideen Was "Neu präsentieren" so einzigartig macht, ist die schiere Fülle an Ideen, die hervorragend strukturiert sind. Sie finden hier eine Liste der besten Webseiten mit Gratisfotos (um Ihre Präsentation zu emotionalisieren), Sie erfahren, wie Sie mit wenigen Strichen überzeugende Zeichnungen auf die Flipchart bringen. Sie erhalten Ideen, um Ihr Anliegen mit Videos und Demonstrationen anschaulich zu beweisen. Und Sie lernen vor allem schnell, wie Sie durch optimale Vorbereitung sattelfest und überzeugend werden Inhalt, Inhalt, Inhalt Keine Schaumschlägerei, kein l'art pour l'art. Gerriet Danz weiß, dass es bei allen Effekten immer nur darum geht, Ihr Vorhaben so plastisch und verständlich wie möglich zu machen. Damit steht er ganz in der Tradition des Werbepapstes David Ogilvy, der zwanghaft kreative Ideen einst mit dem Satz abkanzelte "Einer Kuh das Euter abzuschneiden mag originell sein. Bloß gibt die Kuh dann keine Milch mehr." Das heißt anders herum, das Thema von allen Seiten durchleuchten und dann, wenn das Ziel klar ist, effektvoll zu dramatisieren. Aufgrund dieser Vorgehensweise ist es nicht verwunderlich, dass Gerriet Danz in "Neu präsentieren" nur am Rande auf den Vortragenden selbst eingeht. Denn wer die Methoden des Profis anwendet, wird merken, dass Themen wie Ausstrahlung, Körpersprache oder Lampenfieber völlig in den Hintergrund treten - wenn die Präsentation an sich perfekt funktioniert und wie am Schnürchen abläuft. Ein schöner Nebeneffekt für alle, die nicht als Showmaster auf die Welt gekommen sind. Das Buch ist der Beweis Ideen zu haben, ist das eine. Sie in einen sinnvollen Kontext zu bringen, das andere. Dass Gerriet Danz das nicht nur theoretisch beherrscht, zeigt er auch mit seinem Buch. Denn auch "Neu präsentieren" ist aufgebaut wie eine perfekte Präsentation. Glasklare Gliederung und Struktur, übersichtliche Kapitel, viele überraschende (und 100% passende) Fotos und Illustrationen, daneben wohldosiert eingepasste Übungen. Roter-Reiter - Empfehlung für alle, bei denen Präsentationen über Auftrag oder Nichtauftrag, über Zustimmung zu einem Projekt oder Ablehnung, über Top oder Flop entscheiden. Zu viele gute Ideen und Projekte (in die oft viel Geld und Hirnschmalz investiert worden war) sind schon in den Orkus gerauscht, nur weil sie schlecht präsentiert wurden. Damit ist jetzt Schluss. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Gerriet Danz "Neu präsentieren". Campus Verlag 2014 ### Raus aus der Mobbing-Falle Hilflosigkeit, Scham und Selbstzweifel sind die ständigen Begleiter von Mobbing-Opfern und wiegen schwerer als die Akten auf dem Schreibtisch oder das Werkzeug in der Produktionshalle. Dr. Josef Schwickerath kennt die Leiden sehr gut - aus der Forschung zusammen mit dem renommierten Arbeits- und Organisationspsychologen Dieter Zapf und aus zahllosen Therapiesitzungen und Interviews mit Leidtragenden (mehr als 2500!). Seine gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse fließen in das Buch "Mobbing erfolgreich bewältigen" ein. Unbedingt lesenswert für Mobbing-Opfer am Arbeitsplatz, aber auch für Vorgesetzte, Personalverantwortliche und Betriebsräte, die meist unbewusst den Boden für die chronischen Angriffe erst bereiten. Weil es an Vertrauenspersonen und Fürsprechern fehlt, an Betriebsvereinbarungen, an einer konstruktiven Konflikt-Kultur und Vorgesetzten, die die den potenziellen Tätern auf die Finger schauen und sie in die Schranken weisen. Rückfahrkarte für ein Leben ohne Schikanen Schwickerath gibt in seinem Buch vor allem den Opfern eine Stimme. Erfreulich unaufgeregt, aber jederzeit einfühlsam schildert er den klassischen Weg von der Normalität in die Mobbing-Hölle. Und verteilt Rückfahrten in ein selbstbestimmtes Leben. Das geht nur mit Eigeninitiative. Schwickerath zeigt, wie "eine selbstkritische Analyse" gelingt, die nicht mit Selbstanklagen endet, sondern den Fokus auf Fremd- und Eigenwahrnehmung lenkt. Klare Botschaften nach außen senden, die die eigenen Bedürfnisse und Empfindungen verdeutlichen, darum geht es. Die "inneren Antreiber" identifizieren: "Ich muss liebenswürdig sein" ist keine natürliche Maxime, sondern eine Geißel. Wer (seelische) Schmerzen vermeiden will, muss lernen, "Nein" zu sagen. Der muss auch Distanz schaffen zwischen sich und seinem Peiniger. Psychisch auf jeden Fall, aber manchmal auch räumlich durch den Wechsel des Arbeitsplatzes. Das Buch von Schwickerath hilft Betroffenen, den eigenen, besten und schnellsten Weg aus der Mobbing-Falle zu finden und sich gegen weitere Angriffe zu wappnen. Roter Reiter - Fazit: Anhand zahlreicher Fallbeispiele verdeutlicht Psychotherapeut Schwickerath, wie Menschen unverhofft in die Mobbing-Spirale gelangen, ihr Leiden begreifen und schlussendlich auch wieder zurückkommen. Das Buch "Mobbing erfolgreich bewältigen" ist mehr als ein Erste-Hilfe-Kurs für Mobbing-Opfer, es ist ein eindringliches und tröstliches Sprachrohr für vormals sprachlose Opfer. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Schwickerath: "Mobbing erfolgreich bewältigen"; Beltz 2014     ### Netzwerke bilden und nutzen Gezieltes Networking ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Job und begründet einen stabilen Freundeskreis im Privatleben - im Idealfall. Denn mit "Freunde einsammeln bei Facebook und Follower addieren bei Twitter ist es nicht getan. Effizientes Networking folgt festen Regeln, die Porter Gale in ihrem Buch "Du bist, wen du kennst" beschreibt. Sie erläutert, wie sich berufliche und private Kontakte im Real Life und im Social Web aufbauen und pflegen lassen. Das muss übrigens kein Gegensatz sein: Nicht selten wird aus einem virtuellen Kontakt später auch eine herzliche Freundschaft - wenn Sie das wollen und daran arbeiten. 2-Mal investieren ergibt zehnfache Rückzahlung Beherzigen Sie dabei die Formel: "Geben, geben, bekommen." Die besagt, dass "man mehr Energie ins Geben als ins Nehmen investiert. Wenn Sie das tun, werden Sie bald feststellen, dass Sie alles, was Sie anderen schenken, zehnfach zurückbekommen." Gale spricht hierbei vom "Glücksquotienten", den Sie aufbauen. Bei sich selbst und bei anderen. Ein Reihe praktischer Tipps hilft Ihnen beim professionellen Kontakten: Sprechen Sie Personen immer mit Namen an, bleiben Sie verbindlich und freundlich, "verbiegen" Sie sich aber nicht. Vor allem aber zeigen Sie Interesse, stellen Fragen und "lernen Sie möglichst viel über zukünftige Projekte, neue Beziehungen und Ideen". Und wenn Ihnen das, was andere mitteilen, gefällt, machen Sie das bitte auch deutlich. Mit dem berühmten "Like"-Button oder noch besser mit freundlichen Worten bei einer Tasse Cappuccino im Café um die Ecke. Roter-Reiter - Fazit: "Im Internet ist genug Platz für jeden von uns" schreibt Porter Gale in ihrem Buch "Du bist, wen du kennst" und macht Ihnen deutlich, dass Sie dort (aber auch im wahren Leben) genau die Menschen treffen können, die Ihnen wichtig und wertvoll sind. Nur den ersten Schritt müssen Sie selber machen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Porter Gale: "Du bist, wenn du kennst" Books4Success 2014 ### Alltags-Philosophie Philosoph und Filmemacher Albert Kitzler hat in seinem Buch "Wie lebe ich ein gutes Leben?" mehr als 20 Leitsätze bedeutender westlicher und östlicher Philosophen in den Alltag des 21. Jahrhunderts übertragen. Aristoteles, Seneca, Konfuzius, Sokrates, Xenophon, Homer, Epikur und Buddha: Sie alle haben Lebensregeln formuliert, die heute wie vor 2500 Jahren Orientierung geben und Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens geben. In kurzen Kapiteln zu "Harmonie", Schicksal", "Keine Zeit", "Selbsterkenntnis" oder "Tod" lässt er zunächst die großen Denker zu Wort kommen und bietet dann Interpretation und Erklärungen an, die sich auf das "hier" und "jetzt" beziehen. Das sind selbstverständlich keine "Change-your-life-in-5-steps"-Anweisungen, sondern eher kleine Denkaufgaben, die einerseits die gewohnte Blickrichtung auf die vermeintlich wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens ändern können. Andererseits - und das hatte Kitzler ganz sicher auch im Sinn - Lust darauf machen, sich (wieder mal) mit den bedeutendsten Philosophen aller Zeiten auseinanderzusetzen. Roter Reiter - Fazit: "Wie lebe ich ein gutes Leben" ist Achtsamkeitstraining für den Verstand. Eine lustvolle Begegnung mit den Lehren großer Philosophen, deren Erkenntnisse aktueller denn je erscheinen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Albert Kitzler: "Wie lebe ich ein gutes Leben?" Pattloch 2014     ### Die große Lüge von den unbegrenzten Möglichkeiten Mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Joghurtsorten im Kühlfach, 30 neue Partnervorschläge in der Internet-Singlebörse und beim geplanten Sommerurlaub nach Mallorca stehen mehr als 50 potenzielle Last-Minute-Schnäppchen offen? Ist das die schöne, neue Freiheit? Keinesfalls, stellt Renata Salecl in ihrem klugen Buch "Die Tyrannei der Freiheit" fest. Die schier unbegrenzte Wahlfreiheit löst keine Probleme, sondern schafft neue. "Ängste und Beklemmungen", so die Autorin, werden bestärkt, weil mit der scheinbar größeren Auswahl und Vielfalt von allem auch der Entscheidungsdruck steigt und damit auch die Gefahr von Fehlentscheidungen. Entscheidungen um Leben und Tod Das "Mehr an Möglichkeiten" ist auch nicht gleichverteilt, sondern folgt den strengen Regeln sozialer Schichtung: "In Wirklichkeit hindern ökonomische Zwänge Menschen aller Länder an jeder echten Entscheidungsfreiheit mit der Folge, dass eine falsche Wahl katastrophale Folgen nach sich zieht." In ihrer Analyse weist Salecl nach, dass das Entscheidungsgebot alle Bereiche des Lebens umfasst. Den Konsum sowieso, die Wahl des Partners ("Hook-up-Kultur") bis hin zum Umgang mit Leben und Tod. Denn wer nur ausreichend Geld einsetzt, kann "die Zeichen des Alterns verbergen und eine Möglichkeit finden, den Tod zu verschieben oder gar aufzuhalten." Rote Karte für die Überflussgesellschaft Das populärwissenschaftliche Buch "Die Tyrannei der Freiheit" zeigt der Überflussgesellschaft die rote Karte. Ganz im Sinne der Individualisierungstheorie von Ulrich Beck erklärt Renata Salecl, dass die Verführungen des Massenkonsums nicht glücklicher machen, sondern neue Zwänge produzieren und gleichzeitig Statusunterschiede sichtbar machen: Die einen leiden unter zu vielen Wahlmöglichkeiten im Supermarkt, die anderen haben gar keine und blicken auf einen leeren Teller. Ein sehr gutes Buch, das dazu anregt, das eigene Verhalten zu überdenken und im Zweifel neu auszurichten. Merke: Wir sind nicht alleine auf der Welt. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Renata Salecl: "Die Tyrannei der Freiheit", Blessing 2014     ### Von Stimmungen und Stimmen Kein Grund zur Sorge, wenn Sie öfter mal "Stimmen hören". Das ist kein Defizit, sondern eine sehr nützliche Fähigkeit. Denn so sind Sie in der Lage, Ihrem Gegenüber nicht nur zuzuhören, sondern auch die versteckten Botschaften zu interpretieren, die unsichtbaren Schwingungen wahrzunehmen und zu deuten. Sie erfahren dann sehr viel über Temperament und Gefühlslage Ihres Gegenübers, ohne auch nur eine einzige Frage stellen zu müssen. Silke Volkmann weiß, wie das funktioniert. Die Kommunikationsexpertin und Stimmtrainerin erklärt in ihrem Praxisbuch "Der kleine Stimmkompass", warum die Stimme die wichtigste Visitenkarte der eigenen Persönlichkeit ist und wie Sie - mit etwas Training - beim Sprechen überzeugend(er) und sympathisch(er) rüberkommen. Insgesamt 21 "Impulse" hat die Autorin dafür zusammengestellt. Stimmübungen sind selbstverständlich dabei, aber auch mentale Tipps für die wichtige Präsentation vor dem Chef und sogar ein paar Kunstgriffe beim Einstieg in den Flirt. Sich selber besser präsentieren Ihren überzeugenden Auftritt können Sie üben, ganz allein und ohne Publikum. Zunächst sollten Sie dabei kritisch in sich "hereinhören" und die Unterschiede spüren: Wie verändert sich die Stimme mit einer veränderten Stimmung? Was passiert mit der Atmung, wenn Sie sich freuen, ärgern oder sehr aufgebracht sind? Wie ist Ihre Körperhaltung beim Stehempfang? Eher Marke "Ich mach mich unsichtbar" oder stehen Sie - im wahrsten Sinne des Wortes - mit beiden Beinen fest im Leben? Lernen Sie zunächst Ihre Persönlichkeit besser kennen, bevor Sie an Feinjustierung und Korrekturmuster denken. Volkmann ist dabei ein sehr guter Coach. Sie durchleuchtet alle Facetten der Selbstdarstellung - im Business und privaten Umfeld. Die Erkenntnisse daraus sind hilfreich, um sich selbst besser zu positionieren und andere korrekt einzuschätzen - unabhängig von dem, was Sie gerade sagen. Roter-Reiter-Fazit: "Der kleine Stimmkompass ist ein wichtiger und praxisnaher Ratgeber für alle, die in ihrem Job eine Sprechrolle einnehmen, ganz gleich ob per Telefon im Call Center oder als Verkäufer im Kundendialog. Oliver Ibelshäuser, ww.Roter.-Reiter.de   Zum Buch: Silke Volkmann: "Der kleine Stimmkompass", Verlag Silke Volkmann 2014     ### Soziale Gerechtigkeit im Ausverkauf Den Kopf hinhalten müssen Merkel, Gabriel und Co, wenn "Sozialer Kahlschlag" moniert wird. Wenn aktuelle Zahlen die wachsende Armut von Kindern, Alten und Migranten belegen und im gleichen Zug nachweisen, dass die Schere zwischen "arm" und reich" immer weiter auseinanderklafft. Tatsächlich ist die Gruppe der "Täter" viel größer. Und die Strippenzieher agieren in geheimen Zirkeln. Wer regiert hier eigentlich? Um Anonymität bedacht und mit besten Kontakten in die deutsche und europäische Politik geht es den Strippenziehern darum, eigene Privilegien zu sichern, Kontostände zu erhöhen und den Neoliberalismus voranzutreiben - selbstverständlich auf Kosten derer, die ohnehin keine Lobby in Politik und Gesellschaft haben. Diese Schattenspieler, das sind Vorstandsvorsitzende von multinationalen Konzernen, Banker und Medienvertreter. Ihr Auftrag: Die nationalen und internationalen politischen Entscheidungen zu lenken. Und das gelingt ihnen vortrefflich. Die geheimen Zirkel der Mächtigen Jürgen Roth spricht in seinem Buch "Der stille Putsch" über die Männer in den dunklen Anzügen und ihre geheimen Missionen (darunter Josef Ackermann und Roland Koch). Er enthüllt das Wesen der einflussreichen Zirkel wie "Bilderberg" und "Entrepreneurs' Roundtable" und erklärt die Regeln in dem perfiden Spiel, bei dem Sieger und Verlierer ohnehin schon feststehen. Einen "Coup d’Etat" nennt Roth die gemeinschaftliche Bestrebung "den demokratischen Sozialstaat zu zerschlagen". Der Weg dorthin ist längst geebnet. Der stille Putsch ist in vollem Gange Die reichen Nordeuropäer nutzen ihre Vormachtstellung aus, um die Schuldenstaaten aus dem ärmeren Süden politisch zu erpressen: Weniger Mitbestimmung, Kürzung von Soziallleistungen, Einschnitte in die persönliche und gesellschaftliche Freiheit - all das sind weniger unvermeidbare Folgen der Euro-Krise als vielmehr wohlkalkulierte Maßnahmen, um das Volk kleinzuhalten. Der "stille Putsch" ist in vollem Gange, sagt Jürgen Roth. Roter Reiter-Fazit: Wer "Der stille Putsch" von Jürgen Roth gelesen hat, wird Nachrichten um Wasserprivatisierung, Twitter-Verbot oder willkürliche Inhaftierungen mit anderen Augen sehen - und durchaus ein perfides System dahinter erkennen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Jürgen Roth: "Der stille Putsch" Heyen 2014     ### Sag' es mit einem Lächeln "Der Ton macht die Musik! - das gilt für die Rockband oder das Sinfonieorchester. Beim Auftritt am Rednerpult oder den Smalltalk oder in der Kaffeeküche kommt aber noch viel mehr dazu. Wie Sie bei Ihrem Publikum tatsächlich wahrgenommen werden, entscheiden nicht (nur) die Worte, die Sie wählen, sondern die nonverbale Untermalung durch Gesten, Mimik und Blicke ("Fenster in die Seele"). "Die Augen sind eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel" verraten die Autorinnen Gabriele Cerwinka und Gabriele Schranz in ihrem gemeinsamen Buch "Die Macht der versteckten Signale". Darin demaskieren die beiden Trainerinnen unsere heimliche Körpersprache vom Scheitel bis zu den Füßen. Die beiden erklären, wie Sie bei Ihrem Gegenüber unausgesprochene Widerstände an der Haltung erkennen und gegebenenfalls auch mal eigene Emotionen überspielen, wenn Ihnen der Chef mächtig auf die Füße steigt. Meister der Körpersprache Hätten Sie es gewusst? Allein im Gesicht "gibt es an die 20 Muskeln, die ausschließlich dazu da sind, unsere Gefühle auszudrücken." Mit Namen kennen muss man sie nicht. Denn unser Unterbewusstsein registriert ohnehin, ob ein Lächeln echt oder aufgemalt ist, ob die Fältchen um die Augen "mitlachen" oder sich in Wirklichkeit "sorgen". Cerwinka und Schranz bespielen in ihrem Buch die gesamte Klaviatur der Körpersprache im Büro - vom ersten Händedruck ("wer Ihren Handrücken dabei nach unten dreht, symbolisiert Dominanz") bis zur Sitzposition ("Wer Hände und Beine nach vorne verschiebt, steckt sein Revier ab, will Distanz"). Emotionale und räumliche Blockaden aus dem Weg räumen Vor allem möchten die Autorinnen Sie mit vielen praxisnahen Tipps davor bewahren, unvorteilhafte Signale auszusenden. Das können Sie üben. Nicht pantomimisch, sondern über ein offenes und selbstbewusstes Auftreten: Wer keine Angst hat, muss diese erst gar nicht kaschieren. Um für ein optimales Gesprächsklima zu sorgen, sollten Sie neben den möglichen emotionalen Blockaden immer auch die räumlichen Barrieren aus dem Weg räumen. Zum Beispiel beim Krisendialog die Sitzposition von der "Konfrontationsstellung" (gegenüber) in die "Konstruktive Sitzordnung" ändern. Das schafft ein besseres Klima. Und wenn man Sie dennoch abblitzen lässt? Dann kontern Sie - selbstverständlich nonverbal mit dem "Krawatten-Blick": "Schauen Sie ein paar Sekunden lang intensiv auf einen Punkt im oberen Krawattenbereich. Das verunsichert. Ihr Gegenüber wird kurz über diese Stelle streichen und seine Position in der Folge verändern." Roter Reiter - Fazit: Sehr gutes, anschauliches Buch (nicht nur) für Frauen, die sich nicht mehr von dem Dominanzgehabe der Kollegen beeindrucken lassen und selber gerne ein Spur selbstbewusster rüberkommen möchten. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Gabriele Cerwinka, Gabriele Schranz: "Die Macht der versteckten Signale", Linde 2014   ### Was junge Manager von "Aale-Dieter" lernen können und über "Porsche-Fahrer" wissen müssen Für sein neues Buch "Der Fisch stinkt vom Kopf" schlüpft Michael Ehlers in die Rolle des Fischverkäufers "Hein Hansen". Mit herbem norddeutschem Charme und deutlichen Worten erklärt er darin, wie gute Manager aus ihren Angestellten gute Mitarbeiter machen. Im Friseursalon mit den drei Stylistinnen, in der Agentur mit den freiberuflichen Grafikern und Textern und notfalls auch auf dem Fischmarkt, wenn die Hilfskräfte am Stand Eis aufschütten und die Angebotsschilder beschriften. Denn die grundlegenden Prinzipien effizienter Führung sind immer dieselben. Wertschätzung, Vertrauensvorschuss, Förderung individueller Stärken und klare Strukturen, die allen Beteiligten die unternehmensweiten Ziele vermitteln. Das klingt abstrakt. Ehlers, pardon: "Hansen", findet dafür jedoch klare Worte und vor allem sehr anschauliche Analogien, um zu zeigen, auf was es im "Daily Business" als Führungskraft ankommt. Jeder vierte Mitarbeiter kündigt innerlich, weil die Chefs "versagen" Beispielsweise darauf, den richtige Riecher zu entwickeln, um die Persönlichkeit, die Stärken und die Schwächen der eigenen Leute einschätzen zu können. Ehlers Kategorien heißen aber nicht "extrovertierte" oder "zahlenfixierte" Mitarbeiter, sondern "Porsche-Liebhaber" (strebt nach sozialer Anerkennung"), "Golf-Typ" ("der Sicherheitsbewusste") oder "Kombi-Fahrer" ("will das Vertrauen spüren"). Vorteil: Diese Bilder sind leicht verständlich und einprägsam. Vor allem aber geht es um Motivation in dem Buch. Die eigene und die des Teams. Wer kapiert, dass "jeder vierte Mitarbeiter innerlich gekündigt hat", weil das "Management schlecht ist", hat die Chance, die Lustlosen einzunorden oder ganz gehen zu lassen. Und die, die auf der Schwelle stehen, mit guten Argumenten (wieder) an das Unternehmen zu binden. Das ist gar nicht so schwer. Es reicht schon, ihnen jeden Morgen einen Vertrauensvorschuss mitzugeben im Sinne von "Du machst das gut und kannst noch mehr", Fehler zu verzeihen und den Spaß an der Arbeit zu steigern. Das funktioniert prima, wie Ehlers belegt, wenn der Manager die richtigen Signale aussendet. Im Büro, auf dem Fischmarkt und auch im Beerdigungsinstitut. Denn selbst da arbeiten "lebende" Menschen, die ihren Job mit einer Portion Humor würzen wollen. Roter-Reiter - Fazit: "Hein Hansen" hat mit seinem Buch "Der Fisch stinkt vom Kopf" ein Best-of" aller praxisnahen Management-Ratgeber in Alltagsdeutsch verfasst. Klasse-Buch für junge oder unerfahrene Führungskräfte, die in der Buchhandlung nie in der Sachbuchecke stöbern, aber dennoch wissen wollen, was einen guten Manager in kleinen Unternehmen ausmacht. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Hein Hansen: " Der Fisch stinkt vom Kopf", Books4Success 2014   ### Burnout als Wendepunkt für ein zufriedeneres Leben Burnout hat längst den Status einer Volkskrankheit. Psychologen und Ärzte forschen fieberhaft an den Ursachen des Erschöpfungssyndroms, um die Krankheit von Depressionen abzugrenzen und effiziente Behandlungsmethoden zu ermöglichen. Dietmar Hansch leistet dabei mit seinem Buch "Burnout" einen wichtigen Beitrag. Fernab von medizinischen Definitionen erklärt er Burnout als chronisches, seelisches Tief, das jeden treffen kann: "In unserer Gesellschaft ist der Anforderungsdruck inzwischen so hoch, dass auch starke und gesunde Menschen in die Knie gehen." Stress, fehlende Anerkennung und Ängste in Multiplikation miteinander, sind sichere Burnout-Treiber. Trotzdem kann auch jeder wieder aufstehen, wenn er sich denn helfen lässt. Ansprüche und Tempo drosseln Hansch tut dies mit seiner Achtsamkeitsmethode. Die verblüffend einfach Logik dahinter: Ein Großteil des "erdrückenden Stresses" ist hausgemacht und lässt sich in Eigenregie auch wieder beseitigen oder zumindest abmildern. Perfektionsansprüche und Versagensängste ("eine Fülle unsinniger Muss-Vorstellungen") rauben positive Energien und Lebensfreude. Optimismus und ein gesundes Selbstbild können Sie zurückgewinnen, wenn Sie zunächst den Fuß vom Gaspedal nehmen, um die "innere Widerstandskraft gegen Stress" zu stärken. Dazu wechseln Sie die Perspektive. Fragen Sie sich, was Sie wirklich "müssen", was ein "Nein" statt eines erzwungen "Ja" schlimmstenfalls bedeuten würde. Ob Sie sich ungerechtfertigte Kritik zu Herzen oder nur zur Kenntnis nehmen wollen. Ein Riesen-Unterschied! Und genießen Sie auf der anderen Seite den Moment, den Sie nur für sich alleine haben. Musik, Sport, Tanzen, Lesen, Malen oder sich einfach nur bei einem Spaziergang von dem Abendlicht der "blauen Stunde" begeistern lassen: Hansch macht Ihnen viele Angebote und Appetit auf ein gesundes, zufriedenes Leben. Roter Reiter-Fazit: Der alltagsnahe Ratgeber "Burnout" von Dietmar Hansch ersetzt selbstverständlich keine Psychotherapie, kann sie aber sinnvoll begleiten. Am wertvollsten ist das Buch für Menschen, die die drohende Abwärtsspirale erkannt haben, bevor sie von ihr verschlungen werden. Ihnen gibt der Autor zahlreiche gute Anweisungen mit auf den Weg, um die Energiereserven wieder aufzufüllen. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Zum Buch: Dietmar Hansch: "Burnout"; Knaur 2014     ### Führungswissen für Frischlinge Martin Hartmann, Rüdiger Funk und Alexander Zoll beschreiben in ihrem Buch "Kompetent und erfolgreich im Beruf" auf mehr als 400 Seiten die wichtigsten Erfolgsfaktoren guter Führungsarbeit und beruflicher Kommunikation. Dank der praxisnahen Ausrichtung eignet sich das Buch zum Selbststudium, bietet sich aber wegen der sehr guten inhaltlichen Gliederung auch als Nachschlagewerk an. Drehbuch für die eigene Karriere Detailliert vermitteln die Autoren in insgesamt neun Kapiteln die wichtigsten Theorien, Techniken und Tools zu Arbeitsorganisation, Kundengesprächen, Präsentationsmethoden, Selbstdarstellung und Konfliktmanagement. Grundkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Das Buch ist vor allem für "frischgebackene Führungskräfte" gedacht, die mit dem neuen Titel "Abteilungsleiter" erstmals die Bühne der Führungskräfte betreten und noch etwas wackelig auf den Beinen sind. Das Drehbuch für die eigene Karriere müssen die Jung-Manager selber schreiben. "Kompetent und erfolgreich im Beruf" liefert aber das passende Skript, weil das Nachschlagewerk die Social Skills in den Blickpunkt rückt. Wie Meetings geleitet werden, Streitgespräche geführt und Kunden betreut werden - das hängt nicht nur vom Know-how ab, sondern vom persönlichen Auftreten und der Beachtung ungeschriebener Gesetze zur Etikette. Die Autoren wissen, worauf es dabei ankommt und helfen Quereinsteigern mit vielen Praxisbeispielen, Checklisten und Tipps, die täglichen Business-Aufgaben souverän zu meistern. Roter-Reiter - Fazit: "Kompetent und erfolgreich im Beruf" ist ein profundes, leicht verständliches Trainingsbuch für junge Führungskräfte, die hier für nahezu alle wichtigen Managementaufgaben gut vorbereitet werden. Oliver Ibelshäuser, www.managementbuch.de   Zum Buch: Martin Hartmann, Rüdiger Funk, Alexander Zoll: "Kompetent und erfolgreich im Beruf"; Beltz 2014 ### Das ganze Jahr Spaß im Garten Wenn TV-Moderatorin Andrea Ballschuh nicht im ZDF-Studio "Volle Kanne" moderiert steht, hält Sie sich am liebsten im Garten auf. Das Herumschnippeln an Blumen, Hecken, Kräutern und Bäumen, das Säen, Bewässern und Düngen ist ihr Sportprogramm. Darüber hat sie nun ein Buch mit dem passenden Titel "Gärtnern ist mein Yoga" geschrieben. Prominenten Beistand erhält sie dabei vom TV-Gartenexperten Elmar Mai. Beide standen unzählige Male im Rahmen von "Volle Kanne" gemeinsam vor der Kamera. Monat für Monat Die Autorin wendet sich dabei an Einsteiger, die keinerlei Vorwissen mitbringen müssen, wohl aber Lust und Zeit, um den Garten individuell zu bewirtschaften oder zumindest die Balkonkästen mit Blumen und Kräutern zu bepflanzen. Das nötige Know-how vermitteln Ballschuh und Mai in Dialogform und mittels kleiner Workshops, die alle Handgriffe verständlich beschreiben und das gewünschte Ergebnis in hübschen, großformatigen Fotos verdeutlichen. Gut: Das Buch ist nach Jahreszeiten und Monaten gegliedert. Pflanzenfreunde müssen sich nicht durch theoretische Grundlagen quälen, sondern steigen sofort mit dem passenden Monatskapitel in die Arbeit ein. Roter Reiter-Fazit: Wer die Garten-Rubrik der TV-Sendung "Volle Kanne" liebt, wird an dem Praxisratgeber "Gärtnern ist mein Yoga" viel Freude haben. Neben praktischen Tipps für die Garten-und Balkonbepflanzung gibt es auch viele Fotos der beliebten TV-Moderatorin. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Andrea Ballschuh: "Gärtnern ist mein Yoga", Books4Success 2014 ISBN: 3864701732 http://www.managementbuch.de/shop/action/productDetails/24736574/andrea_ballschuh_elmar_mai_gaertnern_ist_mein_yoga_gummistiefel_meine_pumps_3864701732.html?   ### Warum es in Beziehungen so oft knallt - und wie Sie es besser machen Die erfahrene Psychotherapeutin Andrea Jolander (Pseudonym) hat mit dem Buch "Treffen sich zwei Neurosen" einen hilfreichen paartherapeutischen Ratgeber vorgelegt, der detailliert erklärt, warum "Männer- und Frauenhirne" scheinbar so unterschiedlich arbeiten. Auch wenn der Titel zunächst anderes vermuten lässt: Der Autorin geht es glücklicherweise nicht um satirische Seitenhiebe auf Einparkschwächen oder übermäßigen Bier- und Fußballkonsum. Jolander widmet sich den geschlechtsspezifischen Sozialisationsmustern, den typisch maskulinen und femininen Kommunikations- und Konfliktstrategien mit großer Ernsthaftigkeit. Wiedererkennung garantiert Dass meist kindliche Verhaltensmuster oder auch die verankerten Erfahrungen aus früheren Beziehungen für Störfeuer in der aktuellen Partnerschaft sorgen, belegt die Autorin mit Verweisen auf die zahlreichen eigenen Erfahrungen aus dem therapeutischen Alltag sowie die aktuelle psychologische Forschung. Das ganze in einer angenehm lockereren Sprache, die dazu beiträgt, dass sich Frauen wie Männer in vielen der szenischen Beschreibungen sofort wiedererkennen und so manchen guten Tipp für zukünftige Situationen mitnehmen. Roter Reiter-Fazit: Unterhaltsam und informativ spannt Andrea Jolander in ihrem paartherapeutischen Buch "Treffen sich zwei Neurosen" den Bogen von den Geschlechterklischees bis zu handfesten Beziehungskrisen aufgrund von Leerlauf oder Untreue. Akribisch arbeitet sie destruktive Verhaltensmuster auf und zeigt, wie es besser funktionieren könnte. Nützliches, gutes Buch - für Frauen und Männer! Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de   Zum Buch: Andrea Jolander: "Treffen sich zwei Neurosen", Heyne 2014     ### Börsenwissen für Fortgeschrittene Dass ein Vollblut-Broker, dazu akribischer Chronist des amerikanischen Börsengeschehens für das Buch "Sinn und Unsinn an der Börse" die Feder geführt hat, wird nach wenigen Zeilen klar. Leidenschaftlich zerlegt Autor Jack Schwager die kursierenden Börsenweisheiten, bis sich die vermeintlichen Spielregeln zwischen New Yorker Wall Street und Frankfurter Börse größtenteils in nichts auflösen. Empirische Belege führt er dafür an, Beispielrechnungen und haufenweise Charts mit Vergleichszahlen der letzten Jahrzehnte. Schimpansen sind die besseren Anlageberater Der Autor kommt zu dem Fazit, dass vermeintliche Expertenmeinungen in Fachzeitschriften oder vom Kundenberater der Hausbank keinen Cent Investment wert sind, weil "jeder Schimpanse, der Darts auf die Seite mit den Aktienkursen wirft, nicht nur genauso gut ist wie die Experten - er ist sogar besser". Kein Zynismus, sondern das Ergebnis langjähriger Datenanalysen. Jack Schwager klappert Seite für Seite die populärwissenschaftlichen Anlagestrategien ab und degradiert sie reihenweise in den Mülleimer der Binsenweisheiten. Aktien investieren, wenn der Markt gut läuft? Never! "Die beste Zeit, um in Aktien zu investieren, ist nach Zeiten schlechter Performance." Auch frühere Renditen ("irreführend") sind kein geeignetes Kriterium, um sich zwischen "Kaufen" und "Ignorieren" zu entscheiden. "Keine Angst vorm bösen Hedge" Schwagers Leib- und Magenthema sind Hedgefonds. Einen Großteil seines Buches verwendet er darauf, das Image der Risiko-Papiere zu korrigieren, die im Verdacht stehen, die Händler reich und die Anleger arm zu machen. Der Autor zeigt detailliert, dass dies nur in Ausnahmefällen stimmt, nämlich dann, wenn "Anleger ihr gesamtes Investment in eine einzige Aktie stecken". Wer hingegen auf "diversifizierte und professionell gemanagte Dachfonds baut", hat beste Rendite-Aussichten. Das, so stellt Schwager heraus", gilt sogar für Aktieneinsteiger. Roter-Reiter - Fazit: Mit "Sinn und Unsinn an der Börse" geht Börsenprofi Jack Schwager den Anlegermythen an den Kragen: Mit guten Argumenten und deftigen Worten trennt er die empirischen Befunde von den Scheinwahrheiten. Gutes Buch für professionelle Anleger, Broker und natürlich auch Berater in Geldinstituten. Einsteiger hingegen sind schnell überfordert. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Jack Schwager: "Sinn und Unsinn an der Börse", Börsenbuchverlag 2014       ### Die alternde Lüge von der Gleichberechtigung Mit ihrem Buch "Die verratene Generation" haben die beiden Autorinnen Christina Bylow und Kristina Vaillant eine zornige Anklageschrift formuliert. Beschuldigt werden deutsche Politiker der Vergangenheit und Gegenwart, öffentliche Verwaltung und Entscheidungsträger der Wirtschaft. Die Vorwürfe lauten: "Strukturelle Benachteiligung", "falsche Versprechungen" und "unterlassene Hilfeleistung trotz besseren Wissens". Die Opfer sind die vielen "Frauen der geburtenstarken Jahrgänge 1958 bis 1968", denen im Jugendalter die Gleichberechtigung in Job und Partnerschaft versprochen wurde, sofern sie denn nur einen "anständigen Beruf erlernen" und ein selbstbewusstes Leben führen würden. Haben sie getan. Aber das Versprechen wurde nicht eingelöst. Stattdessen sind Frauen um die 50 besonders armutsgefährdet, wie die Autorinnen nachweisen. Denn eine durchschnittliche Rente von "533 Euro" wird kaum für ein würdevolles Altern reichen. Eine Existenz ganz nahe am Sozialhilfesatz droht, trotz "früherer Berufstätigkeit" und "höherem Bildungsstand". Alte Geschlechter-Klischees im 21. Jahrhundert Bylow und Vaillant suchen in "Die verratene Generation" die Gründe dafür. Fündig werden sie in überholten gesellschaftlichen Konventionen des letzten Jahrhunderts, nach denen die Frau noch immer Kinder zu erziehen ("es sind die Mütter, die dafür geradestehen müssen, wenn die Erziehung scheitert") und bei Bedarf auch die Eltern zu pflegen hat (manchmal gleichzeitig) - zugunsten des Mannes, der seine Karriere vorantreibt. Auch die Steuerpolitik mit dem Ehegattensplitting ("der finanzielle Anreiz für eine Ehefrau, selbst berufstätig zu sein und sich ökonomisch unabhängig zu machen, ist gering"), die Teilzeitregelungen der Privatwirtschaft und die politischen Versäumnisse zu Kindergartenplätzen und Rentenabsicherungen kommen an den Pranger - zurecht! Und da sind wir noch gar nicht bei den neuen Regelungen des Scheidungsrechts angelangt. Dass es auch anders, besser gehen könnte, zeigen die beiden Berlinerinnen am Beispiel Skandinavien, wo - zum Beispiel - die Betreuung der "alten und pflegebedürftigen Menschen längst eine öffentliche Aufgabe ist - keine Pflicht der Frau. Das wäre hierzulande sicherlich auch ein guter Anfang. Roter Reiter-Fazit: "Die verratene Generation ist der wütende Appell an Politik und die Wirtschaft, endlich die Augen für den unterschwelligen Sexismus zu öffnen, der vor allem die Frauen um die 50 in Deutschland massiv benachteiligt. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Christina Bylow, Kristina Vaillant: "Die verratene Generation", Pattlocj 2014     ### Alles nur eine Frage der Persönlichkeit Die einen kriegen "den Mund nie auf", auch wenn sie viel zu sagen hätten, und die anderen "die Raffel nicht zu", selbst wenn sie besser mal zuhören sollten. In jedem Unternehmen treffen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Temperamenten aufeinander, sorgen aufgrund ihrer Außendarstellung für Missverständnisse und manchmal auch für Konflikte. Sylvia Löhken geht mit ihrem Buch "Intros und Extros" der Frage nach, wie zurückhaltende und temperamentvolle Menschen jenseits aller Klischees ticken, wo ihre Stärken und Schwächen im betrieblichen Umfeld liegen und wie man sie am besten fördern kann. Intro, Extro, Zentro Wichtigste Erkenntnis: Gut und schlecht gibt es nicht. Sowohl Intros ("beharrlich", "analytisch") als auch Extros ("begeisterungsfähig", "schnell") sind für die Teambildung wichtig, weil sie sich perfekt ergänzen. Wenn man sie lässt. Löhken appeliert deshalb mit ihrem Buch auch vorrangig an Manager in kleinen und mittleren Unternehmen, die eigenen Leute nicht in einheitliche Persönlichkeits-Schablonen zu pressen, sondern jeweils die Stärken herauszuarbeiten. Akzeptieren Sie beispielsweise, dass sich introvertierte Arbeitnehmer in Meetings mit Wortmeldungen zurückhalten. Die sind dafür um Klassen besser, wenn es darum geht, Texte zu schreiben, Ergebnisse zusammenzufassen und Leitlinien auszuformulieren. Und dann gibt es noch die "Zentros". Löhken widmet auch den "Ambivertierten ihre Aufmerksamkeit, die in vielen psychologischen Betrachtungen zu kurz kommen, zwischen "Schweigern" und "Dampfplauderern" aber sehr gut eine Brücke schlagen können. Wenn Sie selber wissen wollen, wohin Sie tendieren und damit auch Ihr Lern- und Kommunikationsverhalten verbessern möchten, finden Sie einen ausführlichen Test am Ende des Buches. Einfach machen lassen, was sie am besten können Gut: Im ersten Teil des Buches erklärt die Autorin ausführlich und leicht verständlich die unterschiedlichen Persönlichkeitsmerkmale. Im zweiten Teil geht es ans Eingemachte: Hier erfahren Sie, wie Sie als Führungskraft nach oben und unten punkten, selbst wenn Sie zu den Stillen gehören und Ihr Chef die laute Ansprache bevorzugt. Zudem erklärt Löhken, wie sowohl Extros ("flexibel, rhetorisch überzeugend") als auch Intros ("beharrlich, hört zu") im Außendienst einen erstklassigen Job machen, wenn man sie machen lässt, was sie am besten können. Roter Reiter - Fazit: Alle Machtmenschen sind Extrovertierte und deren Mitläufer sind die bescheidenen Intros? Unsinn! Auch Barack Obama ist ein "Intro" - inklusive der vollen Portion Charisma und Autorität, die sonst "Extros" exklusiv für sich beanspruchen. Sylvia Löhken räumt in ihrem Buch auf mit den Klischees zu den scheinbar konkurrierenden Temperamenten. Die Autorin erklärt praxisnah, wie die jeweiligen Persönlichkeitsstärken im Unternehmen bestmöglich zur Geltung gebracht werden. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de   Zum Buch: Sylvia Löhken: "Intros und Extros", Gabal 2014   ### Alles, was man über Volkswirtschaft wissen muss Volkswirtschaftliche Zusammenhänge sind kompliziert? Die Ursachen von Wachstum und Krise, von Inflation und Deflation lassen sich in nicht in wenigen und verständlichen Worten beschreiben? Der US-Autor Greg Ip belegt mit seinem Buch "Volkswirtschaft - Was ist das eigentlich?" das Gegenteil. Sein Buch wendet sich an "Schüler, Manager und interessierte Bürger", die verstehen wollen, wie Preispolitik funktioniert, warum Zinsen erhöht oder gesenkt werden und welche Rolle der Staat dabei spielt. Das schafft er, ohne auf Lehrbücher, Formeln und Statistiken zurückzugreifen. Keine Angst vor Inflation Ip ist amerikanischer Wirtschaftsjournalist und rückt folglich auch die drängenden amerikanischen Fragen zur Wirtschaftspolitik in den Fokus. Vieles davon lässt sich problemlos auf den deutschen und europäischen Wirtschaftsraum übertragen. Etwa die sehr guten Erklärungen zu Inflation und Deflation, wenn Ip nachweist, dass Inflation kein Horrorszenario sein muss und eine steigende Geldmenge meist nicht die (alleinige) Ursache dafür ist. Psychologie spielt eine wesentliche Rolle. Wenn Tarifpartner beispielsweise eine drohende Inflation in das Zentrum der Verhandlungen rücken, werden sie diese unbewusst auch befeuern! Papa zahlt. Warum der Staat private Schuldner rettet Der Autor widmet sich auch den weltweiten Finanzkrisen, wobei die Euro-Krise nur einen kleinen Teil einnimmt. Aber die Erkenntnis, dass "die Erholung einer Finanzkrise dadurch beschleunigt wird, dass der Staat die faulen Schulden privater Kreditnehmer aufkauft" gilt auch für Europa. Genauso wie auch hier die Wähler geschockt sind, "wenn mit ihren Steuergeldern Banker oder Verschwender subventioniert werden." Das wird nicht besser, wenn man die Ursachen versteht. Aber man versteht zumindest auch, warum es keine einfachen Lösungen gibt. Roter Reiter-Fazit: Wer als Laie in die Zusammenhänge der Volkswirtschaft eintauchen möchte, wird mit "Volkswirtschaft - Was ist das eigentlich?" sehr gut bedient.   Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Zum Buch: Greg Ip: "Volkswirtschaft - was ist das eigentlich? Plassen 2014   ### Wie Lego Stein für Stein eine Erfolgsgeschichte baute Aus sechs unterschiedlichen Lego-Steinen lassen sich 915 Millionen unterschiedliche Kombinationen zusammensetzen! Kein Wunder, dass der "Lego-Stein die Fantasie von Millionen Kindern und Erwachsenen beflügelt hat und zu einem universellen Symbol für angewandte Kreativität geworden ist". Heute gehört die Marke des dänischen Spielwarenherstellers zu den bekanntesten und beliebtesten Brands der Welt - zusammen mit Coca Cola und Disney. Den "steinigen" Siegeszug der bunten Klötze vom beschaulichen Billund in nahezu alle Kinderzimmer der Welt beschreiben David C. Robertson und Bill Breen in ihrem Buch "Das Imperium der Steine". Eine Nahtoderfahrung sorgt für die Neugeburt von Lego Die beiden Autoren liefern darin weit mehr als ein chronologisches Firmenporträt. Mit viel Liebe zum Detail und beeindruckendem Insiderwissen beantworten sie die Frage, wie sich Lego im Laufe seiner rund 80-jährigen Geschichte immer wieder neu positioniert hat, um sich gegen Mitbewerber wie Hasbro und Mattel zu behaupten. Vor allem aber, um Kinder zu begeistern und neue Spielewelten zu schaffen. "Schonungslos innovativ" nennen Robertson und Breen den "Lego-Weg". Das zeigt sich gerade in der größten Krise des Unternehmens zur Jahrtausendwende ("Legos Nahtoderlebnis"), als das Unternehmen gezwungen wird, neue Wege zu beschreiten: "Verglichen mit der Effekthascherei von Game Boy und Xbox, Jurassic Park und Nintendo wirkte der bescheidene Baustein wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Ära." Das Unternehmen steht wirtschaftlich am Abgrund. Aber nicht sehr lange. Als "Star-Wars"-Gewinner wird Lego endgültig zur Weltmarke Die "Star Wars"-Kollektion steht symbolisch für den Neustart. Nur widerstrebend lässt sich Lego auf den Deal mit Lucasfilm (heute: Disney) ein und nutzt schon damals "Social Networks" zur Absicherung der Entscheidung. Eltern in den USA und Deutschland werden befragt und geben grünes Licht: Die Raumschiffe dürfen abheben und starten durch. Noch heute ist die intergalaktische Spielewelt um Darth Vader und Luke Skywalker eine der erfolgreichsten Kollektionen überhaupt. Lego heißt Kundenorientierung Kundenorientierung ist der starke Motor für neue Produktlinien und Vermarktungsideen. Lego ist immer auf der Suche nach sogenannten "Blauer-Ozean-Märkten", also nach Märkten, in denen es noch keine Konkurrenz aber viel Potenzial gibt. Begleitet wird das "Imperium der Steine" heute längst von einer schier endlos langen Flotte an Lego-Fans aller Altersklassen. In Internetforen wie "Lugnet" gibt es mehr als 350.000 Eigenkreationen zu bestaunen, die sinnbildlich für die Vielfalt an Spiel- und Kombinationsmöglichkeiten der Steine stehen. Roter-Reiter - Fazit: "Unsere Idee war es, ein Spielzeug zu schaffen, das das Kind auf das Leben vorbereitet, seine Fantasie anspricht und den kreativen Drang und die Schöpferfreude entfaltet." Die Lego-Philosophie von 1955 gilt uneingeschränkt bis heute. Das Buch "Das Imperium der Steine" schreibt die überfällige Festschrift für den dänischen Spielwarenhersteller, der nicht nur Kinderträume erfüllt, sondern in puncto Innovationskraft vielen anderen Marken gerne eine Lehrstunde erteilt. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Zum Buch: "David C. Robertson, Bill Breen: "Das Imperium der Steine", Campus 2014   ### Der unbekannte Feind am anderen Schreibtisch Zahllose Ratgeber zum Thema "Projektmanagement" erklären, mit welchen Teams, Tools und Taktiken der bestmögliche Erfolg zu erwarten ist. Nun kommt ein Buch dazu, dass genau das Gegenteil verspricht: "Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur" deckt die teils perfiden Methoden auf, mit denen Heckenschützen aus der eigenen Abteilung das Projekt Stück für Stück in die Knie zwingen. Boshaftigkeit oder Rachsucht sind nur zwei von vielen Motiven für die Störfeuer. Häufiger, so die Autoren Dion Kotteman und Jeroen Gietema, geht es den Saboteuren um das eigene Überleben: Verläuft das Projekt erfolgreich, steht unter Umständen der eigene Job auf dem Spiel. Know your enemy Die Autoren zitieren durchaus prominente Beispiele für Projektsabotage wie beispielsweise den Bau des Berliner Flughafens, dessen Eröffnung haarsträubende Planungsfehler in weite Ferne rücken lassen. Ganz gleich, ob Projektpannen "nur" den Teamleiter absägen sollen oder sogar das ganze Unternehmen in eine Krise stürzen: Immer gibt es jemanden, der davon profitiert. Und der womöglich heimlich darauf hingearbeitet hat. Frei nach dem Motto "Know your enemy" stellen Kotteman und Gietema die häufigsten Sabotagetechniken vor - säuberlich getrennt nach Funktion und Projektverantwortung des Übeltäters. Kosten falsch buchen, ständige Änderungen einbringen Denn querschießen können sie alle. Der Auftraggeber natürlich, indem er "einen unfähigen Projektmanager" nominiert und "zugesagte Ressourcen verweigert". Der "Mitläufer", indem er "Kosten falsch bucht, Prozesse verzögert und Gerüchte streut." Der "Spezialist", der "übertriebene Anforderungen stellt" und regelmäßig "radikale Änderungen einbringt." Und schlussendlich auch der Leiter selbst, der "Projektpläne möglichst allgemein formuliert" und wesentliche Informationen bewusst zurückhält. Nützlich und interessant ist dieses Wissen selbstverständlich auch für Projektleiter, die nichts Böses im Schilde führen, sondern alle Schwelfeuer rund um die eigene Arbeit ersticken möchten, bevor es zum Flächenbrand kommt. Denn genau darum geht es: Methoden und Tools so anwenden, dass möglichst keiner aus der Reihe tanzt oder schnellstmöglich wieder "eingefangen" wird. Roter-Reiter - Fazit: Mit einer satten Portion Zynismus behandelt das Buch "Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur" die typischen Fallstricke in der Projektarbeit. Die Kernaussagen darin allerdings sind völlig korrekt und sollten jedem Abteilungsleiter helfen, künftige Planungsfehler zu vermeiden und "Stinkstiefel" im eigenen Team schnell zu outen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Das Buch: Dion Kotteman, Jeroen Gietema: "Das kleine Handbuch für den Projektsaboteur", Wiley 2014 ISBN: 3527507728 >> Zum Buch auf Managementbuch.de   ### Juhu, 1% Zinsen! Die derzeitigen Zinsstände lassen Anlegermythen ins Kraut schießen. Gut, dass mit Ken Fisher jetzt einer der renommiertesten Finanzkolumnisten einmalkräftig mit der Sense durchgeht. Nein, er sagt nicht, wie es geht. Er sagt"nur", wie es nicht geht. Sein Credo: "Anlageerfolg besteht zu zwei Dritteln aus der Vermeidung von Fehlern und zu einem Drittel daraus, dass man etwas richtig macht." Wer sich sein leicht verständliches Buch zu Gemüte führt,wird definitiv weniger Fehler machen. Und wird weder blind auf Anleihen setzen ("sicherer" - hoho), noch sich von Stoppkursen in Sicherheit wiegen lassen. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Zum Buch: Ken Fisher, Lara Hoffmans "Börsen-Mythen enthüllt für Anleger". Boersenmedien AG 2013 ### Die Karriere der anderen. Über den steinigen Weg zum Fußballprofi. Wer von morgens bis abends im Büro sitzt und dazu noch eine Menge unbezahlter Überstunden runterreißt, schaut schon mal neidisch auf den einen oder anderen Fußballprofi. Haufenweise Kohle, Hauptbeschäftigung: Fußballspielen. Aber auch da ist nicht alles Gold, was glänzt. Das zeigen Jörg Runde und Thomas Tamberg in ihrem Klasse-Buch "Traumberuf Fußballprofi". Schon der Untertitel zeigt, dass es nicht ums Träumen geht und heißt: "Der harte Weg vom Bolzplatz in die Bundesliga". Könnte auch als Überschrift zu jedem anderen Traumjob stehen. Wer nach oben will, muss die Erfolgsgeheimnisse kennen. Und braucht eine Menge Glück Runde und Tamberg liefern einen erstklassig recherchierten Report über Karrierestraßen und Irrwege im Profifußball. Dafür sind die Autoren von Babelsberg bis Köln, von Hamburg bis Unterhaching gereist, um das Erfolgsgeheimnis der Top-Profis zu portraitieren. Und auch, um den Jungs eine Präsentationsfläche zu bieten, die es trotz bester Anlagen und beachtenswerter Anfangserfolge nicht gepackt haben. Die den "Kicker"-Archiven nur eine Randnotiz wert sind, weil sie längst nicht mehr samstags in den großen Stadien einlaufen. Sondern zu Hause sitzen und über jeden greifbaren Hilfsjob ihre Schulden abbauen müssen. Es muss alles passen, auf dem Weg nach oben Thomas Müller, Uli Borowka, Robin Dutt, Mario Götze, Mats Hummels, Jürgen Klopp, Tim Wiese - sie alle kommen zu Wort und schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit dem "Berufsstand" Fußballprofi, die widersprüchlicher kaum sein können. Für einen positiven Einstieg sorgt Lewis Holtby, der auch das Vorwort beisteuert. Seine Vorzeigekarriere vom Gladbacher-Jugendinternat über Profi-Einsätze bei Schalke 04 und Mainz 05 bis zur Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft ("... dieses Gefühl ist das Beste, was du als Fußballer haben kannst") und seinen Wechsel in die englische Premier League ist die Blaupause vieler Kinderträume. Konsequent war Holtby, zielstrebig und professionell in der Lebensführung sowieso. Und trotzdem war eine gehörige Portion Glück der Schlüssel zum Erfolg. Holtby hatte und hat das richtige Umfeld, fürsorgliche Eltern, und einen verantwortungsbewussten Manager. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Ein falscher Schritt, und mit der Karriere geht der ganze Lebensentwurf in den Keller Fragen Sie mal Savio Nsereko. Garantiert haben Sie den Namen nie gehört. Weil der Junge ("ein Jahrhunderttalent") auf "zweifelhafte Berater und falsche Freunde" gehört hat, als es steil nach oben ging. Dann kamen Schulden, Drogen-und Alkoholprobleme statt Fangesänge aus der Kurve und Bravo-Titelbild. Nsereko ist noch keine 30, aber seine "total verkorkste" Karriere ist vorbei, "sie hat noch nicht mal richtig angefangen und hätte ihn mit etwas Glück bis in die Champions League führen können. Eine menschliche Tragödie". Roter Reiter-Fazit: "Traumberuf Fußballprofi" ist ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen der schillernden Welt der Bundesliga-Stars. Hervorragend recherchiert und mitreißend geschrieben verrät das Buch jene Zusammenhänge im Fußball, die "Sportschau" und der "Kicker" gerne verschweigen. Top-Empfehlung für Fans und alle, die wissen wollen, was hinter den "großen" Karrieren steckt. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Jörg Runde, Thomas Tamberg: „Traumberuf Fußballprofi“; Wiley 2014 ISBN: 3527507582 >> Zu "Traumberuf Fußballprofi" auf Managementbuch.de   ### Was ich dich schon immer fragen wollte ... In einer langen Beziehung wächst das Vertrauen, der Zusammenhalt und die Liebe - sagt man. Olivia Fane kennt aber auch die Schattenseiten. Dass beispielsweise im Alltagstrott Zeit und Muße für inspirierende Gespräche auf der Strecke bleiben. Gemeint sind Dialoge über Gott und die Welt, nicht über Windeln, Einkaufslisten und das Abendessen. In ihrem Buch "Über das Wetter können Sie auch noch reden, wenn Sie tot sind" verteilt sie 60 kleine "Themenkarten". In kurzen Aufsätzen sinniert Fane über Liebe und Tod, Sex und Platon, Glück und Depressionen. Sie bevormundet dabei nicht, bemüht keine moralischen Vorbilder oder erteilt Tipps, sondern schildert persönliche Erfahrungen und Eindrücke. Ein- und Widerspruch vom Leser sind bewusst einkalkuliert. Darum geht es ja: Stoff liefern zum Nachdenken, Streiten und zum Finden neuer Berührungspunkte in langjährigen Beziehungen, in denen es zuletzt bedenklich still geworden ist. Gelungen! Roter Reiter-Fazit: Mit überraschender Leichtigkeit widmet sich Olivia Fane in ihrem Buch "Über das Wetter können Sie auch noch reden, wenn Sie tot sind" alle jenen Themen, die unsere Identität ausmachen. Ein kleines philosophisches Lesebuch, anregend und intelligent. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Zum Buch: Olivia Fane: „Über das Wetter können Sie auch noch reden, wenn Sie tot sind.“ Knaur 2014 ### Vis-à-vis mit dem Mörder "Keine Angst, ich werde dich nicht töten." Das ist der Einstiegssatz in das Buch "Monster" und die Lebensversicherung für den Autor. Micael Dahlen beschreibt seine Begegnungen mit Massenmördern. Er protokolliert ihre Geschichten, ihr Leben im Knast, ihr abstruses Triumphgehabe und manchmal auch die Reue. Dahlen hat sich seine Interviewpartner bewusst herausgepickt. Nicht irgendwelche Zufallstäter wollte er treffen, sondern die "Stars" unter den Verbrechern, die Massenmörder im Rampenlicht, die Täter, deren Gesicht Zeitungsartikel und Buchcover zieren und deren Geschichten nahezu jeder lokale TV-Sender erzählt. Dafür ist Dahlen um die ganze Welt gereist. Er kennt die Gefängnisse in Kopenhagen und Kalifornien, er flog nach Japan, um mit einen Kannibalen zu sprechen ("Menschenfleisch, das an feinen Thunfisch erinnert"). Er sucht Antworten auf die Frage, wie "eine Person, die das abscheulichste aller menschlichen Verbrechen begangen hat, zum Gegenstand der Bewunderung und Vergötterung wird." "Als ich anfing, mit den Monstern zu wandern" Nicht von psychologisch-wissenschaftlichem Interesse wird er dabei getrieben, sondern von einer beinahe kindlichen Faszination von der dunklen Seite ("so berühmt, dass ich nie zu hoffen gewagt hätte, ihn jemals zu treffen"). Er will das Böse portraitieren wie ein Maler sein Modell. Mal begegnet er den Bestien naiv und "mit großen Augen", dann wieder voller Angst und Ekel. Wie dem dänischen Massenmörder Lundin ("Menschen mit bloßen Händen getötet, verscharrt oder in kleine Stücke zerhackt. Und im Gefängnis verbringt er Zeit mit Marathonsex"), der sich im Knast wie ein Pop-Star aufführt und seine weiblichen Fans eindringlich darum bittet, keine weiteren Liebesbrief zu schreiben. Dahlen besucht auch Charles Manson ("Ich bin Jesus"), der als Sektenführer und Massenmörder zweifelhafte Berühmtheit erlangt hat und seither "eine Industrie mit Millionenumsatz" begründet: "Platten, Hemden, Becher, Handtücher" - der Mörder ist im bürgerlichen Alltag der Amerikaner längst zu Hause. Dahlen lernt von ihm, dass "es keine Rolle spielt, was exakt geschehen ist, viele verdienen dennoch daran." Manson ist nach wie vor ein Sender und Blender, eine "Lichtgestalt", die "die ganze Bevölkerung loswerden" will. Es ist unmöglich, so Dahlen, ihm teilnahmslos gegenübertreten: Völlig durchgeknallt, aber charismatisch wie der Teufel persönlich. Roter Reiter - Fazit: Dahlens Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche ist ungemein spannend. "Monster" wird selbst hartgesottene Krimi-Fans aufwühlen und das von unzähligen "Tatort"- oder "Aktenzeichen XY"-Folgen eindimensional gezeichnete Täterbild um viele Facetten bereichern. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Zum Buch: Micael Dahlen: "Monster"; Campus 2014 ### Wir wollen mehr Demokratie 2.0 wagen ... Als Polit-Aktivistin, Frauenrechtlerin und Top-Managerin ist Domscheit-Berg häufig in Talkshows zu sehen. Klare Statements jenseits des parteipolitischen Mainstream sind ihr Ding. Das gilt auch für ihr Buch "Mauern einreißen", das punktgenau zur hitzigen Debatte um NSA-Spionage und Snowden-Solidarität erscheint. Domscheit-Berg bezieht hier unmissverständlich Stellung für eine vollständige Aufklärung zu länderübergreifenden (und nationalen) Spionageprogrammen ("schlagkräftiger Beweis für völlige Inkompetenz") und gegen die fortschreitende Überwachung der Bürger durch den Staat und seiner Organe ("Pauschalgenehmigung zur Spionage"). Denn die ursprünglich geplante Abwehr terroristischer Gefahr hat sich schleichend in einen Generalverdacht gegen alles und jeden verwandelt, der Freiheit zu Lasten der vermeintlichen Sicherheit verpfändet: "In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben, wer überwacht wird, ist nicht frei." Leben in der DDR Domscheit-Berg fordert von Politikern und Beamten den Mut für mehr Transparenz. Dem Ideal der "gläsernen Verwaltung" ("auch Bürokratie muss durchschaubar sein") und des "gläsernen Parlaments" kommen europäische Nachbarn schon deutlich näher als die Bundesrepublik. Mit dem Modell "Demokratie 2.0" ließe sich Vertrauen zurückgewinnen. Trotz ihrer führenden Rolle bei den "Piraten" argumentiert Domscheit-Berg nicht am Parteiprogramm entlang. Es sind die persönlichen Erfahrungen, die sie zu einer entschlossenen Aktivistin gemacht haben. Aufgewachsen in der DDR und vom Regime gegängelt ("lachen war systemgefährdend") begehrt sie sehr schnell gegen die "Mauer(n)" auf. Die zwischen den beiden Staaten und die in den Köpfen der alten Genossen. In vielen persönlichen Erinnerungen, anhand von Briefen und Tagebuchaufzeichnungen erzählt sie im ersten Teil des Buches vom Alltag im DDR-Sozialismus, von Schikanen und Drohungen und ihrer wachsenden Renitenz. Karriere-Mauern Domscheit-Berg wechselt dann in den Westen, macht Karriere als Top-Managerin unter anderem bei Microsoft. Sich dabei satt und zufrieden zurücklehnen, ist aber nach wie vor nicht ihre Sache. Sie engagiert sich in der Frauenbewegung und kämpft gegen "gläserne Decken", jene Barrieren, die Frauen daran hindern, in die oberen Etagen der Unternehmen zu gelangen. Akribisch weist sie mit aktuellen Zahlen und Fakten nach, dass Deutschland von dem Ziel der beruflichen Gleichberechtigung meilenweit entfernt ist. Liegt aber nicht nur an bornierten (Personal-)Chefs. Sondern auch daran, dass Frauen ihre Chancen noch nicht vollständig nutzen, sich beispielsweise nicht so stark vernetzen wie erfolgreiche Männer. Domscheit-Berg, Trägerin des Berliner Frauenpreises, hilft hier weiter - auch mit passenden Internet-Adressen. Roter Reiter - Fazit: Die Mischung aus Autobiographie und Sachbuch funktioniert in "Mauern einreißen" von Anke Domscheit-Berg ganz hervorragend: Der engagierte, zuweilen radikale Entwurf einer bessere Gesellschaft - samt Gebrauchsanweisung. Lesenswert! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Zum Buch: Anke Domscheit-Berg: "Mauern einreißen", Heyen 2014 ### Waris Diries Kampf gegen Genitalverstümmelung Waris Dirie hat mit ihrem autobiographischen Buch "Wüstenblume" (1998) und dem gleichnamigen Kinofilm aus dem Jahr 2009 das Thema Genitalverstümmelung in die breite Öffentlichkeit gebracht und damit zur Aufklärung und Prävention beitragen können - in Ostafrika und der ganzen Welt. Im Spielfilm wird die junge Waris Dirie von dem kleinen Mädchen Safa aus Dschibuti dargestellt - auch in der grausamen Beschneidungsszene. Genau diese Gefahr wurde für die kleine Safa nur kurze Zeit später in ihrer Heimat real. Mit einem emotionalen Brief wendet sich das Mädchen an Waris Dirie. Hier beginnt die Geschichte des Buches "Safa". Dirie erzählt darin von ihrer Reise nach Dschibuti, von der Suche nach dem Mädchen und der Rettung vor dem entsetzlichen Schicksal. Safa ist das erste Mädchen, das von Diries "Desert Flower Foundation" geschützt werden konnte. Mittlerweile sind es über 1000 Erfolgsgeschichten. Im Stil einer Reportage gewährt die Autorin tiefe Einblicke in die Kultur und das Leben in einem Kontinent, der seinen schmerzvollen Weg zwischen Tradition und Moderne finden muss. Bewegend - aber keinesfalls hoffnungslos. Roter Reiter - Fazit: "Safa" ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das ihr Recht auf Würde und Unversehrtheit durchsetzen kann, weil sie den Schutz bekommt, der allen kleinen Mädchen in Ostafrika und der Welt zustehen würde. Dirie hat ein aufwühlendes Buch geschrieben, auch über die engagierte Arbeit ihrer "Desert Flower Foundation". Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Das Buch: Waris Dirie: "Die Rettung der kleinen Wüstenblume", Knaur 2013 ### Theo Jannet "Kompass Burnout" Selbsthilfe beim seelischen Kollaps Der Titel des Buches "Kompass Burnout" ist treffend gewählt. Theo Jannet bietet darin erstklassige Orientierung in allen Fragen zu einer Erkrankung, die die Betroffenen zunächst völlig orientierungslos zurücklässt. Schritt für Schritt arbeitet der Autor die Fragen auf, die um den schwammigen Begriff "Erschöpfungssyndrom" kreisen. Er grenzt Burnout von Depressionen und Suchterkrankungen ("Workaholic" gehört auch dazu!) ab und hilft Ihnen mit einem kleinen Selbsttest, die eigene Gefährdungslage einzuschätzen. Bitte keine Panik, wenn sich dabei die Burnout-Anzeichen verdichten. Jannet führt Sie behutsam zur Ausfahrt aus dem emotionalen Tunnel. Mit guten Hinweisen zur Selbstfürsorge und zum Wiederaufbau des Egos ("Angst in Kraft verwandeln"). Aber auch mit einer ganzen Reihe handfester Tipps zu Therapiemöglichkeiten, Arztgesprächen, zur Einnahme von Psychopharmaka. Was in der Psychotherapie passiert In ruhigen Worten erklärt Ihnen Jannet, wie ambulante und stationäre Therapien funktionieren und wer davon profitiert. Der Autor verrät, wie Sie bei akuten Problemen möglichst schnell einen Termin beim Facharzt erhalten und einen Reha-Antrag korrekt stellen oder bei einem negativen Bescheid vorgehen ("Bei Ablehnung lieber einen Neuantrag ausfüllen als einen Widerspruch einlegen - das wird schneller entschieden!"). Im Schlussteil geht es um Wiedereingliederung in das Berufsleben und Stabilität im Alltag ("Die Spur halten"). Und wenn das nicht auf Dauer klappt, gibt es immer noch Notfallpläne: Jobwechsel oder Verrentung. Vordergründig ein Abschied, tatsächlich aber ein hoffungsvoller Neuanfang, um genau die Lebenskraft und Freude zurückzugewinnen, die im alten Leben so schleichend verlorenging. Roter Reiter - Fazit: Lesen Sie das Buch, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Leben nur noch um Arbeit kreist und Freizeit kaum noch Platz im Alltag findet. Jannet hat zahlreiche gute Tipps und Adressen, um die seelische Abwärtsspirale rechtzeitig zu stoppen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Das Buch Theo Jannet: "Kompass Burnout", Beltz Verlag ISBN: 3407859775 >> Zu "Kompass Burnout" auf Managementbuch.de ### Wie Wirtschaft auch gerecht funktionieren kann In seinem Buch "Machtwirtschaft - Nein Danke!" fordert Gerhard Schick ein radikales Umdenken, um den Weg zurück von der "Machtwirtschaft" zur "sozialen Marktwirtschaft" zu finden. Einer Wirtschaft, die "dem Gemeinwohl dient", nicht den Interessen von Spekulanten, Lobbyisten und handverlesenen Großunternehmen. Der Appell richtet sich selbstverständlich an die Politiker in Berlin, an die Eurokraten in Brüssel, die Vorstandschefs der großen Konzerne und die Banker. Aber auch an den Otto-Normalverbraucher, der über sein Konsumverhalten oder auch den Kaufverzicht bei bestimmten Produkten wichtige Impulse setzen kann. Die Schattenseite des Wachstumsstrebens Wenn Sie Ihr Wirtschaftswissen vor allem aus den TV-Börsennachrichten oder der Tagespresse haben, werden Sie sich beim Lesen hin und wieder verwundert die Augen reiben. Der Finanzexperte der "Grünen" stellt manch alte Wirtschaftsregel auf den Kopf und belegt seine kühnen Thesen mit guten Argumenten. Die Gleichung "Wachstum bedeute Wohlstand" so Schick, geht beispielsweise nicht auf - auch wenn Börsenprediger aus Frankfurt sie unablässig wiederholen. Zum einen kommt Wachstum nur bei einer Minderheit tatsächlich auf dem Konto an. Tatsächlich werden soziale Unterschiede vergrößert. Zum andern ist der Preis für das Wachstum sehr hoch. Das aber wird gerne verschwiegen: "Wachstum korreliert mit Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung. Im "Arbeitsleben wird mehr Stress produziert". Bankenkrisen sind Handlungskrisen Auch bei der Bewertung der Eurokrise wählt der Autor einen anderen Blickwinkel als die konservativen Wirtschaftsexperten, die sich darin einig sind, dass Schuldenbremsen und konjunkturelle Erholung nur dann gelingen können, wenn die "Pleiteländer" sich aus dem Euroraum zurückziehen. Gerhard Schick verzichtet erfreulicherweise auf populistische Schuldzuweisungen. Kein erhobener Zeigefinger für Portugal und Spanien. Keine drakonischen Strafen für Griechenland werden gefordert. Und erst Recht keine Euro-Horrorszenarien entworfen, nach denen Deutschland in Kürze auch die wachsende Schuldenlast Frankreichs auffangen müsse. Stattdessen möchte er die zur Rechenschaft ziehen, die tatsächlich für die Schuldenlast verantwortlich sind. Banker, die noch immer nonchalant faule Wertpapiere an Kleinanleger verscherbeln und fette Provisionen kassieren. Rating-Agenturen ("in vielen Fällen falsche Prognosen"), die die Krise befeuern. Die "globalisierten Finanzmärkte", die mafiösen Organisationen beste Voraussetzungen bieten, ihre Gewinne aus illegalen Geschäften zu waschen." Wer betrügt, muss zahlen Für sie alle muss ein Haftungsprinzip gelten und durchgesetzt werden. Selbstverständlich durch den Staat und seine Organe. Zuerst aber muss dafür die Politik ihre Hausaufgaben machen und Gesetzesgrundlagen schaffen. Schick schlägt beispielsweise ein "Unternehmensstrafrecht" vor, stärkere Regularien für die Banken (inklusive "Notfallpläne"), Neuregelungen bei den Subventionen. Insgesamt stellt der Autor einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für eine gerechtere Wirtschaftsordnung zusammen, der vermutlich nicht gleich morgen umgesetzt werden kann, wohl aber schon heute für Zündstoff in Berlin und Brüssel sorgt. Hoffentlich. Roter Reiter - Fazit: Das freundliche Lächeln von Gerhard Schick auf dem Buchrücken täuscht: "Machtwirtschaft - Nein Danke!" ist keine sanfte Utopie, sondern die wütende Kampfschrift für eine faire Verteilung von Ressourcen und Chancen. Eine überzeugende Antwort auf die wachstumsverherrlichenden Schriften der neoliberalen Finanzfachleute. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Das Buch: Gerhard Schick: "Machtwirtschaft - nein Danke!"; Campus 2014 >> Zu "Machtwirtschaft - nein Danke!" auf Managementbuch.de ### Jürgen Kurz "Für immer aufgeräumt – auch digital" Einfach besser arbeiten Rund drei Stunden werden Sie brauchen, um das Buch „Für immer aufgeräumt - auch digital“ zu lesen. Vielleicht vier, wenn Sie es systematisch mit einem Textmarker und gelben Post-its durcharbeiten. Mehr sicherlich nicht. Und diese Zeit holen Sie in den nächsten Tagen spielend wieder ein, wenn Sie im Büro oder zu Hause am PC arbeiten. Denn Autor Jürgen Kurz hilft Ihnen mit vielen kleinen Tipps, Ihre Dateien, E-Mails, Ordner und Notizen besser zu organisieren. Ein Stunde pro Tag mehr Zeit Rund 13 Prozent eines Arbeitstages, so der Autor, gehen für die Suche nach relevanten Informationen oder Daten drauf, also mehr als eine Stunde. Die hauen Sie künftig für wirklich wichtige Arbeiten raus oder gehen - wenn der Chef mitspielt - früher heim. Eine komplette Re-Organisation Ihrer Arbeitsweise ist dafür gar nicht erforderlich, es sind mehr die kleinen Kunstgriffe, die sich sofort auswirken. Hier eine Auswahl der besten Tipps. E-Mails: Schalten Sie akustische und visuelle Signale für neue E-Mails aus. Die lenken nur ab. Bearbeiten Sie E-Mails lieber regelmäßig im Block. E-Mails: Jede E-Mail-Anfrage, die Sie in nur 5 Minuten erledigen können, bearbeiten Sie sofort und verschieben oder löschen sie dann. E-Mails: Halten Sie den Posteingang immer frei. Was Sie nicht sofort bearbeiten oder beantworten können, kommt in einen "Warten"-Ordner - das Auffangbecken für Jobs, die noch erledigt werden müssen. E-Mails: Nicht immer sofort antworten, um einen zeitaufwändigen E-Mail-Ping-Pong zu verhindern. Häufig reicht eine Antwort auch noch am nächsten Tag. Online-Newsletter: Für Newsletter und Produkt-Infos via Mail aller Art legen Sie sich eine zweite, private E-Mail-Adresse zu. Passwörter haben Sie ab sofort immer parat, wenn Sie diese immer nach dem gleichen Schema aufbauen und dann je nach Programm oder Webdienst mit einer leicht einzuprägenden Ergänzung von wenigen Zeichen versehen. Unternehmenswerbung: Autosignaturen können Sie problemlos um kleine Werbebotschaften oder Hinweise auf Ihre Facebook-Seite ergänzen. Dokumente: Um Verwirrung bei unterschiedlichen Versionen zu vermeiden, hängen Sie das Bearbeitungsdatum an den Dateinamen an. Terminplanung: Sie wollen für ein großes Meeting oder das Sommerfest einen gemeinsamen Termin vereinbaren? Per Telefon ist das super-nervig. Per Internet und Doodle.com aber super-einfach. Lange Meetings: Stellen Sie Sanduhren auf den Tisch, um die Redezeit für alle offen sichtbar zu begrenzen. Benachrichtigungen aus sozialen Netzen lassen Sie von Ihrem E-Mail-Programm per Filter vorsortieren und in einen separaten Ordner verschieben. Gelesen werden diese erst abends. Kabelsalat unter dem Tisch lässt sich problemlos entwirren, wenn Sie die Strippen vorher mit einem Etikett versehen, das auf den zugehörigen Gerätetyp verweist. Roter Reiter - Fazit: Ein kluges Arbeitsbuch, reicht bebildert und mit vielen konkreten Beispielen aus der Windows-, Mac- und Mobile-Praxis, die Ihnen das Leben und Arbeiten künftig deutlich leichter machen. Das Buch: Jürgen Kurz: Für immer aufgeräumt- auch digital: So meistern Sie E-Mail-Flutund Datenchaos. Gabal Verlag. ISBN: 3869365617 >> Zu "Für immer aufgeräumt – auch digital" auf Managementbuch.de ### Erleuchtung per Beamer? Erleuchtung per Beamer? Mit "An die Wand geworfen" liefern die Autoren Gerriet Danz und Tim Wilberg ein Bilderbuch für die Businessklasse. Urkomisch und völlig übertrieben werden hierin verschiedensten Powerpoint-Präsentationen vorgestellt. Kluge Ideen verpackt in witzige kleine Vorträge, die Ihnen besondere Ereignisse auf eine ganz andere, ziemlich amüsante, fast schon durchgeknallte Art und Weise noch einmal darlegen. Wie wäre es wohl gewesen, wenn Jesus seine Bergpredigt per Powerpoint gehalten hätte? Wie sieht ein "Massaker im Meetingraum" a la Quentin Tarantino aus? Wie funktioniert eigentlich Buddhas "Erleuchtung per Beamer"? "An die Wand geworfen" ist kein Lehrbuch. Aber das vielleicht beste Geschenkbuch für Kollegen und Mitarbeiter, für Powerpoint-Liebhaber und Folien-Hasser. Die Handhabung ist einfach: Durchblättern und amüsieren. Das Buch Gerriet Danz, Tim Wilberg "An die Wand geworfen". Die lustigsten PowerPoint-Präsentationen von Angela Merkel bis zum Weihnachtsmann. 'Heyne-Bücher Allgemeine Reihe'. ISBN: 3453602862 >> Zum Buch auf Managementbuch.de: ### Fröhlich in 3 1/2 Monaten Das kleine Buch der großen Glücksmomente Was macht Dich an ganz normalen Tagen fröhlich? Vielleicht die Morgensonne im Schlafzimmer? Der Geruch frischer Kaffeebohnen? Der Beatles-Evergreen im Radio? Oder „die erleichterte Feststellung, dass Du doch noch eine Rolle Klopapier hast?“ Es gibt 100 kleine Glücksmomente an jedem Tag. Wenn Du die nicht mehr sehen, schmecken, fühlen oder riechen kannst, weil Deine Sinnesorgane von den vielen Alltagssorgen vernebelt wurden, dann konstruiere die passenden Anlässe eben selber! Das lustige Schau-und Staun-Büchlein „Fröhlich in 3 ½ Monaten“ hilft Dir auf die Sprünge. Für jeden Tag hat Autor Gerhard Janssen einen Wohlfühl-Tipp parat. Mal völlig überdreht, mal durchaus plausibel. Immer aber recht erheiternd. Denn der Spaß kommt schon beim Lesen. Hier eine Auswahl der originellsten Fröhlichmacher:   Kaufe Dir eine Kiste mit gebrauchten LPs und einen Plattenspieler (falls du den noch nicht besitzt). Kopiere Deinen Hintern.  Sorge dafür, dass die Anzahl der Schokostreusel auf Deinem Brot immer eine Primzahl ergibt. Gehe zu einem Friseur und direkt danach zu einem anderen. Mache das vier Mal. Lass Dir von einem Bodypainter eine Jeans und ein T-Shirt auf den nackten Körper malen und besuche einen Nudistencampingplatz. Besorge eine große Kiste und laufe damit von dem einen Ende der Stadt bis zum anderen. Lasse Dir von jemandem helfen. Gehe zu einem Kaugummiautomaten und zieh Dir war schönes. Spüre geheime Nachrichten in Deiner Musiksammlung auf. Spiele die CDs rückwärts ab und durchsuche die Hüllen nach Zahlencodes und geheimen Anweisungen. Tanze auf jedem Zebrastreifen einen Moonwalk. Nähe Dir Deine eigene Flagge und hisse sie vor dem Fenster.   Roter Reiter-Fazit: Endlich ein Bilder- und Quatschbuch für Erwachsene, das richtig gute Laune macht. Perfekt zum Verschenken an gute (und auch demnächst wieder gutgelaunte) Freunde und Kollegen! Und das mit den Platten und dem Plattenspieler sollten Sie unbedingt ausprobieren, hilft nachweislich! Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Gerard Janssen: „Fröhlich in 3 ½ Monaten“, Knaur 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Wie die Kleinen über sich hinauswachsen Im Fußball schreiben sie die schönsten Erfolgsgeschichten, die unbekannten Amateurklubs, die den hoch dotierten Bundesligavereinen schon in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs ein Bein stellen. Weil sie an die alte biblische Geschichte von David gegen Goliath erinnern. Gerne wird dabei das Wort "Wunder" strapaziert. Dass es sich bei den Siegen der "schmächtigen" Underdogs gegen die übermächtigen Riesen keineswegs um glückliche Zufälle handelt, sondern meist das Ergebnis einer klugen Strategie ist, weist Malcolm Gladwell in "David und Goliath" nach. Selbstverständlich nicht nur auf dem Schlachtfeld oder in der Fußballarena, sondern auch im Klassenzimmer, auf der Straße oder im Büro. Auch Riesen können schrumpfen Die innere Haltung, so Gladwell, entscheidet darüber, ob Übermächtige ihre Dominanz erfolgreich ausspielen können oder am Ende unverhofft den Kürzeren ziehen. Das belegt er anhand von neun kurzweiligen Studien aus der jüngeren Geschichte. Von prominenten Gerechtigkeitskämpfern wie Martin Luther King ist die Rede, der sich 1963 mit einer List seinen Weg gegen die rassistische Obrigkeit der USA bahnte. Er verlegte die Demonstrationen gegen die massive Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung in die Feierabendstunden. Da waren die Straßen von Schaulustigen gesäumt. "Wir waren nur 12 oder 18 Leutchen, aber in der Zeitung stand etwas von 1400. Sie sehen nur mit weißen Augen. Sie können nicht zwischen schwarzen Demonstranten und schwarzen Zuschauern unterscheiden. Sie sehen nur Neger." Emotionaler Widerstand ist stärker als Bomben Ergreifend sind auch die Schilderungen über die Londoner Bevölkerung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im Zuge des deutschen Fliegerbombardements befürchtete die britische Regierung bis zu 600.000 Tote und einen völligen gesellschaftlichen Kollaps. So kam es aber nicht. 40.000 Menschen starben. Die Überlebenden ließen sich von deutschen Angriffswellen nicht entmutigen, sondern entwickelten einen unglaublichen Überlebenswillen. Sie trotzten dem Krieg mit "einer Art Gleichgültigkeit" im Alltag. Spielende Kinder im Park, Polizisten, die den Straßenverkehr regeln: "Niemand blickte zum Himmel". Und woher kam dieser scheinbar grenzenlose Optimismus? "Wer knapp mit dem Leben davon kommt, lebt mit dem Schrecken weiter. Die übrigen Überlebenden haben das Gefühl, unbesiegbar zu sein." Roter Reiter - Fazit: "David gegen Goliath ist ein bewegender Report über Menschen, die sich trotz schlechter Ausgangslage nicht mit Niederlagen abfinden können. Die mit List, Verstand und vor allem Herzblut ihre scheinbar übermächtigen Gegner in die Knie zwingen. Klasse! Text: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de   Malcolm Gladwell "David und Goliath". Campus Verlag GmbH Jetzt portofrei bestellen bei Managementbuch.de   ### Warum uns das Denken nicht in den Kopf will Wie denken wir überhaupt, wenn wir denken? Und wer denkt für uns, wenn wir nicht denken? Wieso denken wir häufig, richtig zu liegen, obwohl der Gedanke völlig daneben ist? Wann trickst uns unser Gehirn aus und wann können wir uns blind auf es verlassen? All diesen Fragen sind Dr. Kitz und Dr. Tusch in ihrem Buch "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will" nachgegangen. Unser Gehirn ist faul - machen Sie was draus! Die erste Lektion, die uns die beiden Doktoren der Psychologie verpassen ist folgende: Unser Gehirn ist faul und mag daher automatisch alles, was es kennt. Nur deshalb funktioniert zum Beispiel der "Name-Letter-Effekt". Dieser Versuch hat bewiesen: Unser Gehirn  bevorzugt Buchstaben, die in unserem Namen vorkommen. Und auch bei Zahlen greifen wir häufig auf unsere Geburtsdaten zurück (Denken Sie auch gerade an ihr E-Mail-Passwort?). Daher der Tipp für den Business-Alltag: Wenn Sie Ihrer Chefin verschiedene Vorschläge unterbreiten, erkundigen Sie sich vorher nach Ihrem Geburtstag. Fällt er auf einen 5.12., sollten Sie das favorisierte Projekt als Nummer zwei kennzeichnen. Probieren Sie es aus! Die richtige Pfeife rauchen & von den Kakerlaken lernen Auf knapp 300 Seiten stellen uns die beiden Autoren verschiedene Experimente und ihre Ergebnisse vor. Ein Test interessanter als der andere. Was hat es mit der "Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion" auf sich? Welche Pfeife müssen Sie rauchen, damit wirklich alle danach tanzen? Was können wir von Kakerlaken lernen? Und wie treffen Sie im Zweifelsfall immer die richtige Entscheidung? Roter Reiter - Fazit: Mit "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will" liefern Dr. Kitz und Dr. Tusch einen unterhaltsamen, sehr klugen Ratgeber, der uns das alltägliche Denken und Nicht-Denken besser verstehen lässt. >> Hier finden Sie alle erhältlichen Ausgaben von "Warum das Denken nicht in den Kopf will" auf Managementbuch.de Volker Kitz, Manuel Tusch "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will". Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie. Heyne Taschenbuch ISBN: 3453602919 ### Schöner wohnen und besser leben durch aufräumen Je mehr auf uns einbricht, je mehr wir multitasken, desto wichtiger ist es, aufzuräumen. Und zwar ganz praktisch. Zuhause. Sonst droht uns irgendwann der Kopf zu platzen. Deshalb ist das Buch "Aufgeräumt leben", obwohl es sich "nur" um die häusliche Sphäre dreht, auch eine Antwort auf die immer komplexer werdende Business-Welt, auf die zunehmende Verschränkung von Berufs- und Privatleben. Eine Frischzellenkur, deren wichtigstes Utensil große Müllsäcke sind. Denn Wegschmeißen ist der erste Schritt dazu, die eigenen vier Wände zu dem Ort zu machen, an dem Sie "ankommen", an dem Sie sich "ohne Wenn und Aber wohlfühlen". Bilder rein, Regale raus In dem Buch "aufgeräumt leben" begleitet Sie Constanze Köpp auf dem "Weg zu einem schönen, übersichtlichen und einladenden Zuhause". Mag sich in den einen oder anderen Ohren zunächst spießig anhören, ist aber genau das Gegenteil davon. Köpp legt keine Showroom-ähnlichen Schablonen an und bewirbt keine vordefinierten Einrichtungsideale. Erlaubt ist, was gefällt. Und es wird Ihnen garantiert gefallen, wenn Sie "Licht, Farbe, Duft, Ordnung und Wärme" in die eigenen vier Wände bringen. "Anbauen" ist dabei (zunächst) nicht gefragt: "Ich will genau das Gegenteil, damit man sich neue Wandhalterungen für teure Abos sparen kann. Ich will die Wand für schöne Bilder, nicht für Ablagesysteme." Weniger ist mehr - selbst bei den Büchern Wo fangen Sie an? Am besten in dem Raum, in dem Sie gerade diesen Text lesen. Suchen Sie nach Gegenständen, "deren Sinn und Zweck ganz schnell verblassen". Die ehemals schöne Deko-Vase nur noch ein Staubfänger? Bei eBay finden Sie einen neuen Besitzer! Das Kaffee-Service, das ohnehin nie benutzt wird? "Lassen Sie den Gast wieder gehen, indem Sie ihn verschenken, entsorgen, verkaufen." Selbst alte Bücher gehören auf den Prüfstand. Sie profitieren dreifach von dieser Säuberungsaktion: Mehr Platz und mehr Ordnung haben Sie. Und die Dinge, die bleiben, erscheinen wertvoller. Das gilt selbst für Bücher! Raum für Raum mehr Platz und Individualität "Verwandeln Sie Ihr Bad in einer Wellnessoase, Ihren Flur in eine Galerie, Ihre Besenkammer in eine Kleiderkammer und gestalten aus Balkon oder Loggia ein Outdoor-Refugium". Constanze Köpp schreitet mit Ihnen die Räume Ihrer Wohnung ab, um zu schauen, wo es fehlt (an Farbtupfern zum Beispiel) oder sich zu viel anhäuft. Das Ganze nicht überkritisch, sondern wohlwollend und inspirierend. Jede Menge guter Tipps werden Sie beim Rundgang mitnehmen. Machen Sie den Flur vom "Garagenplatz" zur Visitenkarte Ihrer Wohnung, mit persönlichen Bildern, Briefen oder gar leeren Rahmen vor den (bunten) Wänden". Misten Sie den Kleiderschrank aus! ("nur 15 Dinge, aber die von hoher Qualität"). Im Wohnzimmer dreht sich nicht mehr alles um den Riesenfernseher, sondern um die gemütliche und kommunikative Sitzgruppe! Folgen Sie Ihren Emotionen und Vorlieben bei der Raumdekoration! Notfalls dürfen Sie dafür sogar im schwedischen Einrichtungshaus shoppen. "Aber bitte nur die Rahmen, den Bildern von dort sollten Sie widerstehen können." Roter Reiter - Fazit: Wetten, dass Sie Ihre Wohnung mit anderen Augen sehen, wenn Sie das sehr nützliche Buch "aufgeräumt leben" gelesen haben? Sie werden das Potenzial Ihrer 4 Wände wiederentdecken, das in den vergangenen Jahren unter einer dicken Staubschicht verschwunden ist. Sie werden mit Freude ausmisten und aufräumen und danach vielleicht zum Baumarkt fahren, um Wandfarbe in kräftigen Farbtönen zu kaufen. Viel Spaß beim Neu-Einrichten! Constanze Köpp: Aufgeräumt leben: Warum weniger Haben mehr Sein ist. Droemer Knaur. ISBN: 3426786362 >> Zu allen Ausgaben von "Aufgeräumt Leben" auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Mit mir nicht Nepper, Schlepper, Bauernfänger Seit mehr als 18 Jahren moderiert Peter Escher die MDR-Serie „Escher – der MDR-Ratgeber“. Dort warnt er regelmäßig die Zuschauer vor miesen Abzockertricks an der Haustür, per Telefon und in den dunklen Weiten des Internet. Der als „Problemlöser“ bekannte Escher hat seine Erfahrungen zu den häufigsten Betrugsszenarien in seinem Buch „Mit mir nicht“ zusammengefasst. Von Steuerspartipps, die direkt in die Pleite führen über Schlagzeug spielende Nachbarn bis zu ruinierten Häuslebauern listet er Schlag auf Schlag auf, was vielen nicht nur den Alltag, sondern oft das Leben vermiest. Liest sich manchmal wie Realsatire. Ist aber leider Realität. Robin Hood des MDR „Welt online“ hat ihn als „Robin Hood aus dem MDR-Forest“ bezeichnet. Das Bild passt. Statt Pfeil und Bogen stellt Escher mit Kamera und Mikrofon bewaffnet den bösen Buben nach, die es auf Ihr Erspartes abgesehen haben. Oder Ihre persönlichen Daten und vor allem auf Ihr Vertrauen! Auf knapp 200 Seiten demaskiert Escher die miesen kleinen Gauner, die Ihnen in dubiosen Seminaren neue berufliche Perspektiven versprechen, Sie aber tatsächlich um mehrere Hundert Euro erleichtern. Und er warnt vor windigen Finanzdienstleistern und unseriösen Versicherungsvertretern, „die jährlich einen Schaden in Höhe von 20 Milliarden Euro“ verursachen. Sein Rat: „Was ich nicht 100%ig richtig verstehe, kann ich nicht unterschreiben.“ Gegen Juristendeutsch setzt Escher den gesunden Menschenverstand. Und den Appell, besser zweimal zu überlegen, bevor man “sensationelle” Angebote unterschreibt (gilt für “Stars” genauso wie für den “kleinen Mann”). Im Internet wird am meisten geklaut Die meisten Betrugsfälle ereignen sich längst im Internet, weil sich die Täter hinter falschen Identitäten verbergen und kaum strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen. Gut, dass Escher sehr ausführlich und in klaren, verständlichen Worten über die typischen Gefahren aufklärt – vom Phishing über den Klau von Kreditkarten-Infos bin hin zu Onlineshopping-Fallen. Für die Betrüger ein lukratives Geschäft: „Weltweit wurden 2012 über 85 Millionen Identitäten gestohlen“ und missbraucht. Escher sagt Ihnen, wie Sie sich ab sofort schützen. Roter Reiter-Fazit: „Mit mir nicht“ ist ein umfassendes Aufklärungsbuch zu den miesen Machenschaften der kleinen und großen Betrüger, die in der Innenstadt oder im Internet auf ihre gutgläubigen Opfer lauern. Escher macht klar: Man muss kein Experte sein, um sich zu schützen – aber immer hellwach. Denn die beste Versicherung gegen Betrug ist immer noch der eigene Verstand. Oliver Ibelshäuser,  www.Roter-Reiter.de Peter Escher: „Mit mir nicht“, Books4Success 2013 Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de  ### Buchempfehlung: Jetzt! Von der Kunst, den richtigen Zeitpunkt zu treffen Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Und wer zu früh dran ist, der mäht den Rasen für die Konkurrenz. Für beide Leitsätze gibt es mehr als ausreichend Beispiele aus der jüngeren Geschichte. Denken Sie an die trendig-schlanken Tablets, für deren Einführung sich Apple gerne feiern lässt. Hätten Sie gewusst, dass Microsoft schon vor rund 10 Jahren mit einem ähnlichen Konzept am Start war – leidlich unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung? Zur richtigen Zeit am richtigen Ort Trends richtig einschätzen und zum günstigsten Zeitpunkt die Maschinen in Gang setzen –  das kriegen Sie als Führungskraft in Ihrem Unternehmen auch hin, wenn Sie in aller Ruhe das Buch “Jetzt” von Stuart Albert studieren und sich dabei Notizen machen. Albert ist ein selbsternannter Timing-Experte. Grundlage seines Ratgebers sind mehr als 2000 Ausschnitte diverser Zeitungen, die eines gemeinsam haben: Sie handeln von Menschen, die den richtigen Zeitpunkt für zukunftsweisende Entscheidungen genau getroffen oder auch verpennt haben. Viele dieser Geschichten finden sich in dem Buch. Dazu natürlich auch eine systematische Anleitung, die Ihnen hilft, das perfekte Timing auch in Ihrem Unternehmen nicht mehr dem Zufall zu überlassen. Mit dem Fernglas in die Zukunft Ihres Unternehmens schauen Das Wissen um Sequenzen beispielsweise hilft Ihnen, die Chronologie von Ereignissen richtig einzuschätzen oder auch zu steuern, indem Sie wie “mit einem starken Fernglas jedes Objekt betrachten und Einzelheiten entdecken, die zuvor nicht zu erkennen waren.” Albert versetzt Sie in die Lage, die Muster hinter komplexen Problemen schneller zu erfassen, “wenn multiple Handlungsstränge gleichzeitig ablaufen”. Sehr gut: In einem der hinteren Kapitel schildert der Autor anhand einer kurzen (fiktiven) Fallstudie sehr eindringlich, wie schnell ein falsches Timing zu verheerenden Folge-Entscheidungen führen kann – wenn Sie nicht intervenieren. Die passenden Werkzeuge für eine zeitnahe Kurskorrektur zählt Albert natürlich auch auf. Roter Reiter-Fazit: Mit fast wissenschaftlicher Akribie widmet sich Stuart Albert dem Phänomen des “richtigen Timings” für weitreichende Entscheidungen in der Chefetage. Manager, die mit strategischem Know-how und visionärem Talent glänzen wollen, sollten das Buch unbedingt lesen! Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de Stuart Albert: “Jetzt!”, Campus 2013 Bestellen Sie dieses Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Außergewöhnlich normal Farbenlehre für bunte Zebras  Sie spüren meist sehr früh, dass sie nicht zur 08/15-Masse gehören, können das Anderssein aber kaum in Worte fassen. Sie grenzen sich aus und werden ausgegrenzt ("ausgeschlossen, einsam und ganz einfach fremd"). Fatal, denn die Gesellschaft kann von ihnen enorm profitieren. Die Rede ist von Hochbegabten, Hochsensitiven und Hochsensiblen. Um die lang gehegten Missverständnisse und Vorurteile gegen diese verkannten Eliten auszuräumen, hat Anne Heintze das Buch "Außergewöhnlich normal" geschrieben. Und wirbt "tierisch" für mehr Mut im Umgang mit Menschen, die über besondere Begabung verfügen: "Bunte Zebras sind nicht in Schubladen zu stecken - sie springen, sie hüpfen von einer Schublade in die andere. Sie sprengen gerne Grenzen."  Hochbegabung als Segen und Fluch Heintze zählt sich selbst zu den Hochbegabten, kann deshalb aus persönlicher Sicht über die sozialen Hindernisse berichten, die diese Menschen überwinden müssen. Zudem gab sie als Therapeutin regelmäßig Hilfestellung und eröffnet anhand kurzer Interviews mit Klienten tiefe Einblicke in das Seelenleben der "bunten Zebras". Gemeint sind damit die Hochbegabten ("überdurchschnittlicher IQ, aber keine Gehirnakrobaten"), die Hochsensiblen ("feine, intensive und empfindliche Wahrnehmung bis zur Reizüberflutung") und die Hochsensitiven ("Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Hellfühligkeit"). Sie alle finden in dem Buch nicht nur einen engagierten Fürsprecher, sondern auch Lösungsansätze für die typischen Anpassungsprobleme - in der Schule, im Job, der Liebe und im Alltag sowieso.  Roter Reiter - Fazit: "Außergewöhnlich normal" wendet sich an Menschen, die ihre besonderen Begabungen und Fähigkeiten bislang als persönliche Schwäche missverstanden haben. Sie erhalten hier den emotionalen Rückhalt und gute Argumente, selbstbewusst ihre Ausnahmetalente auszuspielen. Auch für die Angehörigen sehr empfehlenswert! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Anne Heintze: "Außergewöhnlich normal", Ariston 2013 ### Buchempfehlung: Cool down Reif für die Insel Markus Väth schickt Sie (und Ihr Unternehmen) in seinem neuen Buch "Cool down" auf die Insel. Allerdings hat er keinen netten Strandurlaub im Sinn, sondern eine systematische Vorbereitung auf die Arbeits- und Alltagsanforderungen der individualisierten Informationsgesellschaft. Er sucht Antworten auf die Frage "wie wir unser evolutionäres Menschsein mit der modernen Arbeitswelt versöhnen."  Die dritte Transformation  Väth knüpft mit "Cool down" an das Vorgängerbuch "Feierabend hab` ich, wenn ich tot bin" an. Erneut analysiert er gesellschaftliche Ursachen von Burn-out und anderen psychischen Erkrankungen, die in direktem Zusammenhang mit modernen Arbeitsprozessen und sich stetig wandelnden Unternehmensorganisationen stehen. Den gesellschaftlichen Status quo nennt er "die dritte Transformation". Die Zeit der "Hyperkommunikation", die Epoche der "gigantischen technologischen Umwälzung", die den Einzelnen vor eine ganze Schar neuer Probleme stellt: "E-Mail-Flut, Burn-out, Stressbewältigung, Cloud Computing, Krankheiten durch ungesunde Büroarbeit, neue Lohn- und Arbeitszeitmodelle."  Die Insel hat fünf Häfen Väths Rettungsinsel ist ein Akronym. Insel steht für "Information", "Netzwerk", "Selbstmanagement", "Ethik" und "Leadership." Eben die fünf Dimensionen, die das Rüstzeug bilden, um die Herausforderungen der dritten Transformation als Individuum zu meistern. In jedem der Insel-Kapitel beschreibt er die konkreten Problemstellungen und hilft, zeitgemäße Lösungen zu finden. Beispielsweise im Umgang mit der Informationsflut. Väth plädiert für eine "Slow-Information"-Bewegung, analog zu den "Slow Food"-Anhängern, die lieber bewusst als viel und wahllos konsumieren. Gilt übrigens auch für die Kontakte bei sozialen Netzen. Väth belegt schlüssig, dass es ein unnützer Zeitkiller wäre, pausenlos weitere Freunde wie Treuepunkte beim Einkaufen zu sammeln. Besser: eingeschlafene Kontakte löschen. Ideal ist die Zahl von 150 Kontakten, um die Sie sich dann aber wirklich kümmern.  Roter Reiter - Fazit: In einer Mischung aus soziologischer Bestandsaufnahme und praxisnahem Lebensratgeber geht Väth der Frage nach, wie wir unseren Alltag und die Arbeit besser organisieren, und damit den Strudel technologischer und organisatorischer Neuerungen sinnvoll nutzen, statt darin unterzugehen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Markus Väth: Cool down, Gabal 2013 ### Buchempfehlung: Midlife Crisis Männer-Blues Irgendwie sind Männer immer auf der Suche. Nach der schöneren (jüngeren) Frau, dem schnelleren Auto und dem besseren Job. Das ist kein Grund zur Sorge. Erst wenn die Sinnfrage dazukommt, meist bei Männern zwischen 40 und 50, die alles bisher Erreichte infrage stellt, lässt sich von einer echten Midlife-Crisis sprechen. Der Suche nach einem neuen “Ich”, die sich nicht mit dem aktuellen VW-Golf beantworten lässt. Im gleichnamigen Buch “Midlife Crisis” erzählt Marco Aldag vom Suchen und Finden einer neuen Identität. Obwohl Aldag viele Kapitel mit kleinen Tipp-Boxen abschließt, handelt es sich nicht um einen klassischen Ratgeber mit verhaltenstherapeutisch wertvollen To-do-Listen. Eher eine Erzählung mit eingestreuten Coaching-Elementen. Sich in Berlin suchen und in New York finden Fast im Tagebuchstil skizziert er seine Alltagserfahrungen mit Frauen, Freunden und Statussymbolen. Natürlich geht es um geheime Wünsche und Sex (na klar). Inhaltlich pendelt das Buch zwischen seinem alten Leben in Berlin und seinem neuen in New York. In beiden Metropolen lebt der Autor heute noch. Mit feiner Beobachtungsgabe, mal nachdenklich und mal ironisch, inszeniert er hier seinen persönlichen Kulturvergleich zwischen Deutschland und den USA. Und lenkt dabei fast beiläufig die Aufmerksamkeit auf die Krisen-Killer in der Mitte des Lebens: Denn Auswege bieten sich immer an, nicht erst in New York. “Denn lieber entdecken Sie doch einen neuen Weg zur Weiterentwicklung Ihrer Wünsche und Ihrer persönlichen Situation, bevor die Midlife-Crisis Sie findet, um sich in Ihnen breitzumachen”. Stimmt. Roter Reiter-Fazit: Kein “Need-to-know”-Buch, sondern ein sympathischer “Nice-to-know”-Ratgeber. Gute Idee, die nachdenklichen Untertöne in unterhaltsame nette Anekdoten zu verpacken. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Marco Aldag: “Midlife Crisis”, Books4Sucess, 2012 Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Lebe lieber unperfekt! Hausarbeit, Besorgungen, gesellschaftliche Kontakte, endlose Arbeitstage und allgemeine Geschäftigkeit – unsere Welt ist turbulent und wahnsinnig schnell. Alles will erledigt werden, am besten so gut es geht, am besten perfekt. Wohin das führen kann, immer perfekt sein zu wollen und bloß keinen Fehler zu machen, hat Polly Campbell am eigenen Leib erfahren. „Meine chronisch schlechte Laune, mein fehlerhaftes Verhalten und das Gefühl, dass mir alles zu viel war, zeigten in Wirklichkeit also, dass ich an einen von mir selbst erzeugten Rahmen stieß.“ Wie Polly Campbell es geschafft hat, ihren eigenen Rahmen zu sprengen beschreibt sie in ihrem Buch „Lebe lieber unperfekt“. Nimm dich wie Du bist! Denn genau das ist laut Polly Campbell das Problem: Wir erwarten zu viel von uns, wollen fehlerfrei funktionieren und setzen uns damit so unter Druck, dass passiert, was passieren muss – wir scheitern. Ihre spirituell angehauchte Lösung: Nimm dich, wie Du bist. Was nützt es, ständig mental auf sich selbst einzuprügeln? Ihr Apell: Hör auf, dich ständig zu kontrollieren und dein Verhalten bis ins kleinste Detail zu planen! Kurz: Brich aus der Kultur der Perfektionssucher aus. Akzeptiere deine Fehler – alles andere macht dich kaputt! Authentisch und witzig zugleich beschreibt Campbell in ihrem Buch „Lebe lieber unperfekt“ wie Du mit kleinen Übungen anfangen kannst, deine eigenen Fehler zu akzeptieren und etwas Gutes aus ihnen zu ziehen. Sich ständig über eigene Schwächen aufzuregen, bringt nämlich rein gar nichts. Denn die Diskrepanz zwischen dem was wir tun – Reinhängen, um perfekt zu sein – und dem was wir fühlen – völlige Überforderung – verursacht Stress und der macht uns unglücklich. Lebe mutig und entschlossen! Unperfekt zu leben erfordert Mut, erklärt Polly Campbell. Auch hierfür gibt die Autorin einige Tipps mit auf den Weg. Sechs Schritte zu mehr Mut: Denk an dein Ziel und versprich dir, es zu erreichen. Arbeite daran, das Risiko zu minimieren. Übe! Sei auf alles vorbereitet. Konzentrier dich auf deine jetzigen Gefühle. Würdige, dass Du tatsächlich aktiv geworden bist. Roter-Reiter-Fazit: Polly Campbells Buch „Lebe lieber unperfekt“ vermittelt vor allem eine Botschaft: Mach dich mal locker! Sie zeigt auf, wie viel angenehmer wir durchs Leben gehen könnten, wenn wir uns nicht ständig unter Druck setzen würden, alles super auf die Kette zu bekommen. Mit ihren kleinen Übungen hilft sie uns, Abstand vom ständigen Perfektions-Wahnsinn zu nehmen. Ganz ohne in ein tibetisches Kloster flüchten zu müssen. Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Buchempfehlung: Dem Bösen begegnen Der Blick auf die dunkle Seite der Seele Es ist einer der ältesten Rätsel der Menschheit und eine zentrale Fragestellung aller Religionen: “Woher kommt das Böse?” Pater Anselm Grün, Benediktinermönch und Träger des Bundesverdienstkreuzes begibt sich auf die Spurensuche nach der dunklen Seite der menschlichen Seele. Und findet in seinem Buch “Dem Bösen begegnen” auch überraschend zeitgemäße Antworten auf die Abgründe menschlichen Handelns, von denen täglich die Nachrichten berichten. Grün bietet dabei einen breiten Querschnitt aus sozialwissenschaftlichen Theorien, spirituellen Überzeugungen und religiösen Einsichten, um das “Böse im Alltag” fassbar zu machen. Giftgasangriffe in Syrien, jugendliche U-Bahn-Schläger in deutschen Großstädten, Terror in Israel und dem Irak – soziologische und psychologische Annahmen bieten hier durchaus Erklärungsmuster. Beispielsweise lässt Grün beim Thema “Gewalt im Alltag” Kinderpsychiater zu Wort kommen, die längst darüber einig sind, dass “die Angst vor der Gewalt oft die Ursache für die Gewalt ist, die wir selbst anderen gegenüber anwenden.” Wenn der Wissenschaft die Antworten fehlen, hilft der Glaube Derlei Erkenntnisse helfen aber kaum weiter, wenn es um die Verarbeitung der Traumata geht. Hier bringt der Autor “die Lösungen ins Spiel, die das Christentum anbietet, wie wir das Böse überwinden können.” Der Weg zum Verzichten und Verzeihen letztlich führt aber, so Grün, über Gott: “Die christliche Tradition bietet uns genügend Hilfen an, wie wir auf das Böse, das uns trifft, so reagieren können, dass es seine Macht über uns verliert. ” Roter Reiter-Fazit: Mit “Dem Bösen begegnen” liefert Anselm Grün nicht nur tiefgründige Antworten auf die Frage nach dem “Warum”, sondern spendet den Opfern von Schicksalsschlägen auch viel Trost und hilft bei der Verarbeitung eigener Fehler. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Anselm Grün: „Dem Bösen begegnen“; Pattloch 2013 Jetzt dieses Buch auf Managementbuch.de bestellen.  ### Buchempfehlung: Gefühl statt Kalkül Wenn deine Emotionen hochkochen – mach ein 5-Sterne-Menü daraus! Keine Ahnung, wie Richard Röhrhoff zu Peer Steinbrück steht. Aber die Wahlniederlage gegen Angela Merkel ließe sich, folgt man dem Autor, ganz sicher nicht auf dessen Persönlichkeit zurückführen. Steinbrück meckert öffentlich, lässt sich vor laufenden Kameras zu Tränen hinreißen, zeigt in einem Fotoshooting den gestreckten Mittelfinger. Bietet damit ungeheure Angriffsflächen und polarisiert. Bleibt aber, so Röhrhoff, ehrlich und fassbar. Und seine Geschichte ist möglicherweise noch nicht zu Ende geschrieben, denn “klare Kante zu zeigen und dabei authentisch zu bleiben, führt langfristig zum Erfolg.” Mixed Emotions In seinem sehr kurzweiligen Ratgeber “Gefühl statt Kalkül” will Ihnen der Autor helfen “sich zu Ihrem emotionalen Stil zu bekennen – mit allen positiven und negativen Auswirkungen.” Der Saldo am Ende ist auf jeden Fall im “Plus”. Denn “Sie müssen nicht jedem gefallen, um erfolgreich zu sein. Sie müssen vor allem sich selbst gefallen.” Ein offener Umgang mit der eigenen Freude, dem Zorn, der Trauer oder der Enttäuschung ist ein wesentlicher Baustein für ein stabileres Ego. Und für einen besseren Umgang mit anderen. “Die emotionale Seele ist unlogisch und launenhaft, aber extrem machtvoll.” Lernen und Umlernen Röhrhoff zeigt anhand vieler Beispiele und kleiner Fallstudien, wie es gelingt, den schmalen Grat zwischen Höflichkeit und Respektlosigkeit nicht zu verlassen, wenn Sie Ihren Emotionen im Alltag mehr Raum geben. Die antrainierte Zurückhaltung Ihrer Gefühle geben Sie dort auf, wo echte Emotionen deutlich erfolgversprechender sind. Gerne auch mal beim Chef, dem Sie nach dem ungerechtfertigten Anpfiff im Meeting-Raum später deutlich machen, dass Sie sich ein zielführendes und konstruktives Verhalten wünschen (“höflich und authentisch und nicht beleidigend und patzig”). Und was machen Sie mit dem Typen, der Ihnen gerade an der Kreuzung die Vorfahrt genommen hat? Müssen Sie nicht runterschlucken. Meckern Sie ruhig laut, er hört es ja nicht. Nur verfallen Sie bitte nicht dem Irrglauben, nur Sie allein würden ständig solchen Idioten begegnen oder diese Idioten würden ihr rücksichtsloses Verhalten gegen Sie persönlich richten. Die Wahrheit ist vielmehr: Es gibt einfach zu viele von diesen Idioten. Roter-Reiter-Fazit: Richard Röhrhoff motiviert Sie mit vielen guten Argumenten und Beispielen, im Alltag mehr Emotionen zu zeigen und die Angst vor den Konsequenzen abzulegen. Wer authentisch auftritt, dem werden auch Fehler verziehen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Richard Röhrhoff: „Gefühl statt Kalkül“; Ariston 2013 Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Die Stein-Strategie Don’t panic! Holm Friebes “Steinstrategie” ist der clevere und durchweg plausible Gegenentwurf zu den zahllosen “Nimm-es-endlich-selbst-in-die Hand”-Lebensratgebern und Management-Guides. Friebe rät: “Lass es erst mal liegen, bevor du weißt, was du genau damit anfangen willst”. Und führt zahlreiche gute Argumente für eine langsamere Gangart an. In der Summe “eine Lektion in Abwarten und Aussitzen, ein Lob auf die Tugend des Füße-still-halten-Könnens und Kommen-Lassens.” Wer ruht, überlebt! Hilfestellung bekommt er aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Literatur. Systematisch weist Friebe nach, dass ein krankhafter Aktionismus keinesfalls eine natürliche Verhaltensdisposition ist. Und häufig nicht mal zielführend. Menschen, die sich in entlegenen Regionen dieser Erde verirrt hatten, konnten ihre Überlebenschancen massiv erhöhen, indem sie an Ort und Stelle verharrten, statt dem Impuls zu folgen, wahllos durch die Gegend zu streunen und dabei wertvolle Energiereserven zu opfern. Die vorschnellen Fehler den anderen überlassen Es geht aber längst nicht nur um Extremsituation und den nackten Kampf ums Überleben, sondern um eine Alltagsgesellschaft, die unter “einer Art kulturellem oder zivilisatorischem ADHS” leidet. Die Ursachen dafür liegen vielfach im “action bias”, also der “menschlichen Neigung, in unübersichtlichen Situationen aktionistisch zu handeln”, statt abzuwarten. In der Folge kommt es zu sinnlosen Handlungsketten bis hin zum “Erschöpfungsstolz”, dem befriedigenden Gefühl größtmöglicher Überarbeitung. Eine Erkenntnis, die auch Unternehmen sickern lassen sollten. Statt jedem Trend blindlings hinterherzulaufen, empfiehlt es sich, die Fehler der “early adopters” den Wettbewerbern zu überlassen. Lego beispielsweise setzte vor rund 10 Jahren mit seinem Schwenk zu Computerspielen nicht nur seine Firmenphilosophie aufs Spiel, sondern auch die Umsatzerwartungen. Rechtzeitig hat sich der Spielwarenkonzern wieder auf sein Kerngeschäft konzentriert und die Erfolgsspur wiedergefunden. Mit ruhiger Hand. Roter Reiter-Fazit: Lässt der Titel “Die Stein-Strategie” ein esoterisches Büchlein oder einen sanften Entschleunigungsratgeber vermuten, so überrascht und begeistert Autor Holm Friebe mit einer profunden Kritik am alltäglichen Hyperaktionismus. Ein kluges Buch, das großes Lesevergnügen bereitet. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Holm Friebe: “Die Stein-Strategie”, Hanser 2013 Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Präsentationen erfolgreich gestalten und halten Präsentationen punktgenau auf das Publikum ausrichten In “Präsentationen erfolgreich gestalten und halten” wendet sich Matthias Garten an Verkäufer, Marketeers, Messe-Sprecher und Teamleiter im Unternehmen, die es gewohnt sind, in Konferenzsälen das Podium anzusteuern oder im Meeting auch ohne große Vorbereitung Zahlen und Fakten veranschaulichen zu können. Kurzum: Business-Profis, die mit den Funktionen von PowerPoint vertraut sind, ihr Publikum aber dennoch nicht immer erreichen. Für die hat Garten die “Presentation Booster-Methode” entwickelt, die auf eine einfache Zielgruppen-Analyse abzielt, auf eine zielgruppengerechte Konzeption und eine wirkungsvolle Ausführung von Präsentationen.” Wissen, wer Ihnen zuhören soll Das inflationär gebrauchte Wort “Zielgruppe” ist dabei kein Zufall. Nur wer weiß, vor wem er spricht, kann die Zuhörer auch überzeugen und zu einem “Call to action” animieren, beispielsweise dem Kauf von Produkten. Garten rät, hier zweigleisig vorzugehen: Ermitteln Sie zunächst die Eckpunkte Ihrer Persönlichkeit, die Ihren Präsentationsstil prägen. Ihre Ziele, Ihre Ausstrahlung und auch Ihre rhetorischen Fähigkeiten gehören dazu. Im zweiten Schritt scannen Sie Ihr Publikum. Sie stellen dabei die Fragen nach den Einstellungen und Erwartungen und versuchen, über die Antworten “eine Verbindung zum Publikum” herzustellen. Als hilfreiches Werkzeug bietet Ihnen Garten das “Motivchart” an, um anhand von vier Kategorien (“Dominanz-Typ, Harmonie-Typ, Stimulanz-Typ, Disziplin-Typ”) festzulegen, ob Ihre Zuhörer eher zahlenfixiert sind oder abwechslungsreiche, unterhaltsame Inhalte bevorzugen. Die 5 Stufen der Booster-Methode Im Anschluss widmen Sie sich den fünf Stufen der Booster-Methode: Von der Analyse (“Präsentationsthema eingrenzen”) über die Konzeption (“Kernbotschaft benennen, Dramaturgie festlegen”) und die Umsetzung (“Mediengestaltung in Beziehung zu den Rahmenbedingungen”) bis hin zur Trainingsphase (“Stimme, Mimik, Körpersprache auf dem Prüfstand”). Konzeption, technische Umsetzung und Platzierung der Schlüsselbotschaften sind immer an Ihre primäre Zielgruppe gebunden. Allen im Auditorium können Sie es nicht recht machen, wohl aber denen, die Sie vordringlich mit Ihren Botschaften erreichen möchten. Der Autor schildert detailliert, wie Sie in nur 20 Minuten (ideale Präsentationsdauer!) Ihre Kernaussagen verständlich und einfach vermitteln und passend visualisieren. Ob mit animierten Folien (“Spannung erzeugen”) oder Flipchart (“persönlicher”), ob mit stimmungsvollen Bildern (“dominante Typen im Publikum sind beeindruckt von imposanten und mächtigen Bildern”) oder figurativen Diagrammen (für die Harmonie – Typen) entscheiden Sie situativ. Wenn Sie wissen, wen Sie in der ersten Reihe erwarten. Roter Reiter-Fazit: Für Matthias Garten ist der Persönlichkeits-Check Ihres Publikums der Schlüssel zu einem erfolgreichen Auftritt. Denn die technischen und stilistischen Zutaten ergeben sich dann fast von selbst. “Präsentationen erfolgreich gestalten und halten” ist ein gutes und praxisnahes  Buch für alle, die vor einem kleinen Publikum sprechen oder aber Ihre Zielgruppe recht gut einschätzen können. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Matthias Garten: “Präsentationen erfolgreich gestalten und halten”; Gabal 2013 Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Computersüchtig? Wenn sich die Kids im Cyberspace verrennen Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Internet und Computerspiele exzessiv nutzen, nimmt unaufhörlich zu. Der Weg in die Sucht ist dabei kürzer, als viele Eltern sich eingestehen wollen. In ihrem vortrefflich recherchierten und aufbereiteten Buch „Computersüchtig?“ nehmen Wolfgang Bergmann (Lern- und Kinderpsychologe) und Gerald Hüther (Hirnforscher) die Ursachen, Präventionsmöglichkeiten und Therapieansätze der Computersucht von Kindern und Jugendlichen unter die Lupe. Jeder 7te Jugendliche ist gefährdet Allein diese Zahlen sollten Alarm auslösen: Gemäß einer Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen sitzt mehr als jeder 7te Junge im Pubertätsalter länger als 4,5 Stunden vor der Kiste. Täglich wohlgemerkt. Bei Mädchen im gleichen Alter ist der Wert deutlich geringer. Akribisch leiten die beiden Autoren die Verlockungen her, die PC und Internet zur Freizeitbeschäftigung Nummer eins machen. Ganz gleich ob Chat oder „World of Warcraft“: Das Internet ist universell verfügbar, es überwindet normale Zeit- und Raumempfindungen. Es schafft dabei eine Parallelwelt zu Schule, Sportverein und „Zimmer aufräumen“ voller virtueller Belohnungen und Verzückungen: „Ich vergesse meinen Körper. Ich schwebe durch virtuelle, symbolische Räume, ganz Ich und ganz frei.“ Die Gefahr, die zur Sucht werden kann: „Das erfundene Ich wird bedeutender als das reale Ich im Alltag“. Sehr genau beschreiben die Forscher in der Folge die Auswirkungen der übermäßigen PC-Nutzung, die nicht selten in Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensstörungen („einsam, gelangweilt und unruhig“)Ausdruck findet. PC-Sucht ist erlernt und muss verlernt werden Kein Kind wird mit einem PC-Sucht-Gen geboren. Das unermüdliche Einhacken auf die Tastatur ist erlernt, nicht vererbt. Bergmann und Hüther sehen in gestörten Beziehungen der Menschen aus dem direkten Umfeld der Kinder die Hauptursache. Streitende Eltern, aber auch geringe emotionale Zuwendung begünstigen die Flucht an den PC. Mit dieser Erkenntnis werden auch die Therapieansätze abgesteckt. Was man lernen kann, kann man auch verlernen oder zumindest ablegen, „indem man Bedingungen schafft, die es den Betroffenen ermöglichen, das im realen Leben wiederzufinden, was sie beim Älterwerden verloren haben, ihr ursprüngliches, wahres Selbst.“ Roter Reiter-Fazit: „Computersüchtig?“ ist die unaufgeregte Analyse eines wachsenden gesellschaftlichen Problems verbunden mit der eindringlichen Warnung, nicht mehr wegzuschauen, wenn Kinder „ nun noch `ne halbe Stunde surfen wollen“. Gut für alle Eltern, die ihre Kids in der Pubertät besser verstehen und Alternativen zur Online-Zockerei aufzeigen wollen. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Wolfgang Bergmann, Gerald Hüther: „Computersüchtig?“, Beltz 2013 Mehr zu “Computersüchtig?” auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Nervensägen “Den würde ich am liebsten an die Wand klatschen” Sicher fällt Ihnen auch sofort jemand ein: Ein Kollege, der Ihnen schon den Tag versaut, wenn er nur “Guten Morgen” wünscht. Weil er tatsächlich das Gegenteil meint oder die Begrüßung als Einleitung für eine seiner unsäglichen Aufschneidergeschichten missbraucht. Wenn in Ihrem beruflichen Umfeld gleich mehrere dieser “Nervensägen-Exemplare” auf die Stimmung drücken, sollten Sie aktiv werden. Aber bitte mit Vorbereitung und Bedacht! Zuerst lesen Sie in aller Ruhe das gleichnamige Buch “Nervensägen” von Gabriele Cerwinka und Gabriele Schranz. Dann sind Sie in der Lage, die Spezies des “Bad Boy” zu identifizieren, verstehen seine Motive und seine sozialen Defizite besser. Denn “es hilft, die Nervensägen zu durchschauen, ihr Verhalten einzuordnen und auch einmal zu hinterfragen, warum gerade dieser Typ einem so viel Kopfzerbrechen bereitet”. Die 9 Nervtöter Die beiden Autorinnen machen insgesamt neun Nervensägen-Kategorien unter Kollegen (oder auch Patienten und Klienten) ausfindig: “Angeber, Besserwisser, Negative, Nörgler, Vulkan, Machthungrige, Scheinheilige, Harmoniesüchtige und Zyniker.” Jeder von denen schafft es auf seine Art, Unruhe zu stiften und Aggressionen zu schüren. Die jeweilige Masche zu durchschauen, hilft vielfach, einen Großteil des eigenen Ärgers zu verdauen. Und das ist gar nicht so schwer, da Cerwinka und Schranz sehr exakte Nerv-Profile aufstellen. Zum Gespräch bitte! Und dann? Zunächst gilt die Erkenntnis, dass “Sie den anderen nicht ändern können. Was Sie ändern können, ist Ihr persönlicher Umgang mit der schwierigen Situation.” Völlig abfinden müssen Sie sich mit Angebern, Wutbomben und Schleimbeuteln aber nicht. Bitten Sie die Betreffenden zum Rapport. Versuchen Sie in einem fairen Dialog, die Probleme anzusprechen. Aber “bewerten Sie das Verhalten, das Ihnen aufgefallen ist, nicht. Vermeiden Sie auch Warum-Fragen”. Bleiben Sie “weich zum Menschen” und “hart in der Sache”, indem Sie beispielsweise “klare Vereinbarungen im persönlichen Umgang miteinander treffen.” Roter Reiter-Fazit: Vielleicht werden Sie schon entspannter, wenn Sie verstehen, wie Ihre stressigsten Kollegen ticken. Vielleicht müssen Sie aber auch tatsächlich um ein klärendes Gespräch bitten, um eine ernsthafte Eskalation zu vermeiden. In beiden Fällen hilft “Nervensägen” von Gabriele Cerwinka und Gabriele Schranz. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Gabriele Cerwinka, Gabriele Schranz: “Nervensägen”, Linde 2013 Jetzt portofrei bestellen unter Managementbuch.de ### Schöne neue (Arbeits-)Welt “Unsere Gesellschaft kann noch eine ganze Menge unproduktive Künstler, Privatgelehrte, Freaks, Gelegenheitsjobber Langzeitstudenten, Punker, Rumtreiber und sonstige Minderleister vertragen, aber nur wenige hyperaktive Leistungsträger.” Das sehr lesenswerte Buch “Die Tyrannei der Arbeit” von Ulrich Renz auf seine Einstiegs-These oder die finale Erkenntnis (“Nicht Geld, sondern Zeit ist unser kostbarstes Gut. Und glücklicherweise sind wir zumindest in dieser Beziehung nicht ärmer als Bill Gates”) zu reduzieren, würde Missverständnisse vorprogrammieren. “Die Tyrannei der Arbeit” ist alles andere als ein Ratgeber für Aussteiger oder ein Manifest für Faulenzer. Nicht einmal ein Wegweiser für gestresste Manager, die noch schnell den Ausweg aus der drohenden Burn-out-Falle suchen. Stattdessen arbeitet Renz akribisch die Misere einer vermeintlich gesunden Leistungsgesellschaft auf. Motzt über “Arbeitsbesessenheit und Konsumobsession”. Und stellt einer Gesellschaft, die blindlings einem aberwitzigen Wohlstandsglauben hinterherirrt, ein vernichtendes Zeugnis aus. Wie sich Arbeit zur Freizeit mogelt Renz begibt sich mit soziologischer Spürnase auf die Suche nach dem wahren Wert der Arbeit. Pointiert und unterhaltsam zeigt er, dass die scheinbar schöne neue Arbeitswelt mit Kuschelecken im Büro und Designer-Espresso-Maschinen in der Küche noch lange keine Emanzipation bedeutet. “Der ideale Arbeitsplatz der Trend-Architekten sieht aus wie eine Kopie der privaten Welt, bloß schöner und aufregender.” Der Luxus am Arbeitsplatz wird bezahlt mit einem Entzug an Freizeit. Der Übergriff des Beruflichen ins Private zeigt sich nicht nur anhand der unausgesprochenen Forderung, per Handy und E-Mail immer erreichbar zu sein. Es geht auch um die Kumpanei mit Chef und Kollegen (“das Feierabendbier im Büro statt daheim”), das die Domänen Freizeit und Arbeit verschwimmen lässt: “Die Grenzposten der Freizeit sind längst im Museum der Begriffe gelandet: Feierabend, Testbild, Ladenöffnungszeiten – Seite an Seite mit dem, was einmal die Grenzposten der Arbeit waren: Werkstor, Stechuhr, Tarifvertrag.” Wohlstandsverlierer Im Schatten der Erfolgreichen und Besserverdienenden stehen die Wohlstandsverlierer, bei denen “die Chancen und Lebenswelten immer weiter auseinanderdriften. So hat sich, von der Politik gerne verschwiegen, “die Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten ohne Abschluss, die 1975 noch bei 6 Prozent lag, bis heute auf 25 Prozent vervierfacht”. Für die bleibt nur der Platz am Rand des Systems. Und der wird in der Überflussgesellschaft in ihrer “Fixierung auf Status, Luxus und Zirkusspiele” gerne übersehen. Besser statt mehr Bei all der messerscharfen Kritik belässt Renz es aber nicht bei kulturpessimistischen Anklagen. Die nachwachsende Generation “Y” kann zwar das Rad nicht zurückdrehen, wohl aber Wertmaßstäbe korrigieren. Das gilt für die Gier nach Wachstum, die Ausbeutung der globalen Rohstoffe und die Lebensentwürfe in den eigenen vier Wänden und am Arbeitsplatz: “Wir brauchen nicht mehr, sondern besser”, bringt es Renz in wenigen Worten auf den Punkt. Roter Reiter – Fazit: Mit Ulrich Renz ist ein Mediziner angetreten, um das spannende und komplexe Thema “Individualisierung” endlich glasklar und sehr unterhaltsam auf den Punkt zu bringen. Wenn Sie wissen wollen, woran unsere Gesellschaft krankt und warum Politik und Wirtschaft bislang die passenden Heilmittelt nicht bereitstellen können (oder wollen), lesen Sie dieses Buch. Es ist ein absoluter Volltreffer! Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Ulrich Renz: “Die Tyrannei der Arbeit”, Ludwig 2013 Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de ### Das Buch der Woche: Meditier dich schlank Guten Appetit beim Abnehmen durch Meditation So ganz unter uns: Hatten Sie auch „Abnehmen“ als Top-1 auf Ihrem Neujahrswunschzettel. Können Sie ruhig zugeben, denn damit sind Sie nicht alleine. Rund 1,5 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt leiden unter Übergewicht. Die Betonung liegt auf „leiden“. Weil sie mitunter viele Diäten ausprobiert und abgebrochen haben, da sich der gewünschte Gewichtsverlust nicht eingestellt hat. In seinem Buch „Meditier dich schlank“ macht Autor Andy Puddicombe allen Enttäuschten neue Hoffnung, das Wunschgewicht jetzt doch zu erreichen. Zwar nicht beiläufig oder in einer schlafähnlichen Trance (falls Sie das mit „Meditation“ verbinden), wohl aber ohne Mammut-Sportprogramm und schmerzhaftem Verzicht auf alles, was lecker ist. Der Dreisatz beim Abnehmen Puddicombe hat für Sie einen Dreisatz zum Abnehmen aufgestellt: Möglichst „kalorienarme Kost essen“ (und nie auf das Frühstück verzichten!), dazu „körperlich aktiver sein“ (mindestens eine Stunde am Tag) und dann noch „ein meditatives Element“ integrieren. Die ersten beiden Aufgaben helfen Ihnen, Ihr Gewicht zu reduzieren. Die Meditation ist das probate Mittel, um das Wunschgewicht zu halten. Dass die Mixtur funktioniert, ist wissenschaftlich belegt. Take care – auch beim Essen! Der Schwerpunkt des Buchs liegt auf dem „Achtsamkeitstraining, „ dem „Rolls Royce unter den Mediationstechniken“. Puddicombe ändert Stück für Stück ihr Bewusstsein beim Essen. Schokolade wird nicht mehr „reingestopft“, Spaghetti nicht mehr „verschlungen“. Sie genießen künftig mit allen Sinnen. Und lassen sich dabei Zeit. Mahlzeiten verlieren ihre Bedeutung als Stresskompensation oder Zeitvertreib, werden dafür aber exklusiv erlebt. Klingt zunächst befremdlich, macht aber völlig neue Erfahrungen möglich – wenn Sie beispielsweise den Riegel Schokolade nicht unbeachtet in den Mund schieben, sondern regelrecht würdigen: anschauen, riechen, fühlen, schmecken –erst dann schlucken. Das braucht vielleicht Überwindung, aber vor allem Übung. Genau die vermittelt das Buch ausführlich in vielen, sehr einfachen und anschaulichen Trainingseinheiten zur Achtsamkeit. Roter Reiter-Fazit: „Meditier dich schlank“ ist kein klassisches Diät-Buch mit Low-Carb-Rezepten oder Kalorien-Tabellen. Sie können essen, was Sie wollen. Das werden Sie auch nach der letzten Seite noch tun. Aber mit mehr Geduld und mehr Genuss. Und genau darin liegt der „Trick“ fürs Abnehmen! Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Andy Puddicombe: „Meditier dich schlank“; Knaur 2013 ### Buchempfehlung: Der Survival Guide fürs Leben Von der Wildnis in den Alltag Wie man sich im Dschungel, auf verschneiten Berggipfeln, in Flusstälern oder unter wilden Tieren durchschlägt, hat Outdoor-Spezialist Bear Grylls immer wieder höchst unterhaltsam erzählt. Zuletzt in dem spannenden Buch Draußen (über)leben. In seinem neuen Werk "Der Survival-Guide fürs Leben" widmet er sich dem Abenteuer "Alltag". Keine archaischen Zeltkonstruktionen an rutschigen Felshängen sind dieses Mal sein Thema, sondern verpasste Träume von Karriere und großer Liebe, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. 75 kleine Kapitel hat er geschrieben, jedes von ihnen baut eine Brücke vom Überlebenskampf in der Wildnis zu den kleinen Kämpfen im Büro, an der Supermarktkasse oder am Esstisch zu Hause. Vom Durchhalten ist die Rede, von Selbstmotivation, von Mut zur Veränderung und Optimismus. Und sehr häufig von Dankbarkeit. Grylls ist ein sehr gläubiger Mensch, seine im Buch kurz skizzierten Ideen vom besseren Leben sind meist deckungsgleich mit christlichen Leitmotiven der Demut und Nächstenliebe ("Was Sie über andere sagen, das sagt am meisten über Sie selbst aus"). Grylls reiht sich deshalb auch keineswegs in die Gruppe der Coaching-Autoren ein. Er macht sich nicht die Mühe, seine Appelle mit Zahlen oder wissenschaftlichen Modellen zu belegen. Wozu auch. Seine Tipps und Ideen sind praxiserprobt und haben da draußen in der Einsamkeit bei minus 20 Grad funktioniert. So falsch kann er damit für den zivilisierten Alltag gar nicht liegen. Roter Reiter - Fazit: "Der Survival-Guide fürs Leben" ist ein Buch vor allem für Grylls-Fans, die seine Abenteuer kennen und sich nun vom Outdoor-Profi auch mental aufbauen lassen möchten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Bear Grylls: "Der Survival Guide fürs Leben", Plassen 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de  ### Buchempfehlung: Fang den Pfeil XXL-Leistung abrufen - im Job und privat Das Porträtfoto auf dem Cover seines Buches "Fang den Pfeil" lügt nicht. Es zeigt einen fordernden, dominanten Macho - daran kann auch die Angela Merkel-Handhaltung ("mit Daumen und Zeigfingern eine Raute bilden") nichts ändern. Kein Zweifel, Joe Alexander ist der "John McClane" unter den Coachs und Psycho-Trainern. Ein tougher Typ mit eisernem Willen, der seinen Klienten schon mal einen Hieb mit dem Bambusschwert verpasst, um zentrale Botschaften zu "verinnerlichen". Kein Scherz. Und mit seinen zuweilen eigenwilligen Methoden ist Alexander außerordentlich erfolgreich! Als Motivator und Trainer nicht nur von Otto-Normalverbraucher, sondern auch von Promis wie Michelle Hunziker. Der attraktiven TV-Blondine brachte er die Technik bei, um mehrere Ziegel mit gekonnten Faustschlägen oder Ellenbogenstößen zu teilen. Nachdem er sie seine Blumen gießen ließ .... Die deutsche Galionsfigur der Volksmusik Florian Silbereisen setzte er kurzerhand in Brand - live vor Publikum. Und es hat ihm spürbar Spaß gemacht, "einen prominenten Moderator mit Brennflüssigkeit zu begießen, um ihn anschließend anzuzünden und als menschlichen Feuerball laufen zu lassen". Motivator, Rekordhalter, Selbstdarsteller Joe Alexander hat kein Psychologiestudium vorzuweisen, vermutlich auch keine Ausbildung als Therapeut. Seine Erfahrungen als Coach und Motivator stammen aus seinen persönlichen Erfahrungen und Erfolgen. Er nennt sich "König der Reflexe", der fliegende Pfeile mit der Hand fangen kann. Er blickt stolz auf acht Einträge im Guiness-Buch der Rekorde und hat mehrfach Kandidaten für "Wetten dass ... " betreut und trainiert - körperlich und mental ("Extremcoach"). Der Schweinehund, dein Freund ... Mit seinem Buch hat er sich aber vor allem zum Ziel gesetzt, Menschen zu außergewöhnlichen Leistungen zu befähigen. Wenn es sein muss, in Form spektakulärer Stunts. Natürlich stehen aber auch alltagsverträgliche Ziele auf seiner Agenda: Endlich Nichtrauchen, mehr Sport treiben, 10 Kilo abnehmen, angstfrei vor großen Gruppen sprechen - auf dem Weg dorthin begleitet Sie Alexander in seinem Buch "Fang den Pfeil". Seine zentrale Botschaft dabei lautet: "Mach dein Ziel zu deinem Wunsch" und damit den "inneren Schweinhund zu deinem Freund". Konsequenz und Disziplin sind dabei unentbehrlich. Aber vor allem die mentale Stärke, das Vertrauen in die eigenen, bislang verborgenen Fähigkeiten und Talente. Das Verlassen der Komfortzone ist dabei ein wesentlicher Schritt. "Reset your life" nennt Alexander das. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. "Angst vor Konsequenzen" brauchen Sie nicht zu haben. Nicht einmal vor Rückschlägen. Denn "es ist alles erlaubt, was nicht nach Flucht aussieht". Recht hat er, der Zuchtmeister. Roter Reiter-Fazit: "Fang den Pfeil" ist ein aufwühlendes Selbst-Coaching-Buch. Mit unverbrauchten, provozierenden Anleitungen und Übungen erklärt Ihnen Joe Alexander, wie Sie (endlich) tatsächlich Ihre persönlichen Ziele erreichen, sofern Sie diszipliniert bleiben, Unannehmlichkeiten und Rückschläge nicht fürchten. Im zweiten Teil schildert er seine Erfahrungen beim "Promi-Coaching" - ebenfalls sehr lesenswert! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Joe Alexander: „Fang den Pfeil“, Solibro 2013 ### Buchempfehlung: Sell in may and go away Was die Börsenweisheiten versprechen - und was sie halten Kluge Köpfe aus der Wirtschaft haben seit jeher Aphorismen benutzt, um das gebündelte Wissen um Märkte, Börsen und Aktienhandel schneller auf den Punkt zu bringen oder auch so zu vereinfachen, dass selbst Einsteiger die wichtigsten Regeln des Wertpapierhandels schnell verstehen und verinnerlichen.  In ihrem Buch "Sell in May and go away? " pickt sich Autorin Jessica Schwarzer 20 der geläufigsten "goldenen Regeln" heraus. Weisheiten der Grandseigneurs unter den renommierten Finanzexperten wie André Kostolany oder Warren Buffett, die mit ihrem Insiderwissen Millionen an der Börse scheffeln könnten. Reich im Schlaf Von den großen Wirtschaftsweisen der Vergangenheit und Gegenwart stammen griffige Handlungsanweisungen wie die "Buy and Hold"-Strategie von Kostolany ("Nehmen Sie nach dem Aktienkauf Schlaftabletten und schauen Sie sich die Papiere nicht mehr an. Nach einigen Jahren werden Sie eine angenehme Überraschung erleben"). Anhand von Erfahrungsberichten und Fallbeispielen weist Schwarzer nach, dass diese kleinen Börsenregeln häufig einen wahren Kern besitzen - wenn man sie nicht zu wörtlich nimmt. Kostolanys Empfehlung soll vor allem als "klare Warnung vor Überreaktionen" bei fallenden Kursen verstanden werden, denn grundsätzlich gilt: "Je langfristiger Sie Ihr Geld investieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Geld zu verdienen". Die Lehren des Warren Buffett "Seid gierig, wenn andere ängstlich sind und seid ängstlich, wenn andere gierig sind". Dieser Leitsatz verhalf dem US-Investor Warren Buffett zu großem Reichtum (und Kult-Status) unter jungen Börsianern. Schwarzer weist nach, dass die Regel - richtig verstanden und angewendet - nicht an Gültigkeit eingebüßt hat: "Antizyklisches Verhalten an der Börse zahlt sich oft aus". Vor allem baut Buffett auf langfristigen Erfolg, den er mit der Politik der ruhigen Hand angeht: "Wenn die Börsenherde übernervös ist, kauft er". Und zwar ausschließlich die Papiere unterbewerteter Unternehmen. Um die zu finden, schaut er nicht auf "Gewinn- oder Umsatzkurven", sondern auf den "Buchwert des Unternehmens". Börse kennt kein Hitzefrei Andere Sinnsprüche verweist Schwarzer in den Bereich der Fabeln, beispielsweise den Aphorismus des Buchtitels: "Sell in May and go away. But remember to come back in September". Sommermonate sind häufig, aber nicht zwangsläufig die schlechteren Börsenmonate. Tatsächlich handelt es sich bei der Börsenregel "um eine clevere Idee der Händler, die im Sommer weniger arbeiten wollten". Korrekterweise müsste die Regel lauten "Der Winter ist die beste Börsenzeit". Aber das reimt sich leider nicht. Roter Reiter - Fazit: Unterhaltsam und lehrreich hinterfragt Jessica Schwarzer in "Sell in may and go away" die Bauernregeln der Spekulanten und Broker. Das richtige Buch für private Anleger, die die Gesetzmäßigkeiten der Börse kennenlernen möchten, ohne auf schwerfällige Wirtschaftsbücher zurückzugreifen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Jessica Schwarzer: „Sell in May and go away“, Börsenbuchverlag 2013  ### Buchempfehlung: Erfolgsstrategie Networking Was noch vor ein paar Jahren als verpönt galt, ist heute aus dem Business-Alltag nicht mehr wegzudenken. Denn Kontakte zu knüpfen und zu pflegen wird sowohl für den Privatmann als auch für Unternehmen immer wichtiger. "Networking" ist mehr als nur das Ausspielen von Vitamin B. Ein gut gemanagtes Netzwerk ist eine Erfolgsstrategie für sich. Wie es funktioniert und worauf Sie dabei achten müssen, erklärt Monika Scheddin in Ihrem Buch "Erfolgsstrategie Networking". Beziehungen schaden nur denjenigen, die keine haben Jeder weiß: In der Gruppe kann man mehr bewegen, als alleine. Ein Bauplatz lässt sich einfacher ergattern, wenn man einen Freund im Bauamt sitzen hat und die Finanzierung des Hauses läuft auch stressfreier, wenn der nette Herr aus der Bank im gleichen Tennisverein spielt. Dabei geht es nicht darum, falsche Freunde zu seinem eigenen Vorteil zu gewinnen. Es geht um gut gepflegte Beziehungen, bei denen beide Partner geben und nehmen. Dabei lautet Scheddins goldene Netzwerk-Regel: "Installieren Sie gute Beziehungen, bevor Sie sie brauchen". Das Einmaleins des Netzwerkens Sie wissen allerdings nicht so recht, wo und wie Sie anfangen sollen? Dann nehmen Sie Monika Scheddins Ratgeber zur Hand. Klar verständlich erklärt die Autorin, was netzwerken überhaupt bedeutet, welche Vorteile daraus erwachsen, welche Arten von Netzwerken es gibt und welche sich für wen am besten eigenen. Doch bevor Sie sich ein Gerüst aus wertvollen Beziehungen schaffen, sollten Sie genau wissen, was sie wollen. Denn danach suchen Sie sich Ihre potenziellen Partner. Face2Face statt Facebook und Xing Sie denken jetzt vielleicht: Ich bin doch schon auf Facebook und ein Xing-Profil habe ich auch angelegt - was braucht es denn noch? Ganz einfach: Persönliche Beziehungen! Denn kein Programm, Forum oder Chat kann ersetzen, was ein persönliches Gespräch hervorruft. Also: Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und kramen Sie alle möglichen Visitenkarten hervor, nehmen Sie den Telefonhörer in die Hand, machen Sie einen Termin aus und legen Sie los mit dem Netzwerken. Roter Reiter-Fazit: Monika Scheddins Buch "Erfolgsstrategie Networking" beinhaltet alles, was Sie über das Thema Netzwerken wissen müssen. Hilfreiche Tipps und Erfahrungsberichte geben einen Einblick, wie erfolgreiches Networking funktioniert und auf was Sie achten müssen. Monika Scheddin: „Erfolgsstrategie Networking“, Allitera 2013 Text: Lena Riedmann Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de ### Das Buch der Woche: Twitter Wie der Vogel das Zwitschern lernte und flügge wurde … Das (vorläufige) Happy-End ist bekannt: Im November 2013 startet Twitter erfolgreich an der New Yorker Börse. Längst gehört der Mikroblog-Dienst neben Facebook und YouTube zu den wichtigsten sozialen Netzen weltweit. Weit "mehr als 165 Millionen Menschen" nutzen den 140-Zeichen-Service täglich, um "90 Millionen Statusmeldungen" abzusenden. Eine solch rasante Erfolgsgeschichte war nicht ansatzweise zu erwarten, als Evan Williams 2006 mit einigen Freunden in einer schäbigen Baracke irgendwo in San Francisco das kleine Vögelchen zur Welt brachte. Firmenbiografie und Milieustudie Nick Bilton erzählt in seinem Buch "Twitter" die Geschichte hinter den Kulissen des Nachrichtendienstes - von der Geburtsstunde bis in die Gegenwart. Er hat dafür "hunderte Stunden Interviews geführt", zudem "E-Mails, Präsentationen und Zeitungsartikel" ausgewertet, um ein einzigartig detailliertes Bild eines ungewöhnlichen Start-ups zu zeichnen. Das ist ganz hervorragend gelungen, weil Bilton seine Aufzeichnungen mit fiktiven Elementen zu einem atmosphärisch dichten Erzählstrang komplettiert. "Twitter" liest sich spannend wie ein Roman, ist gleichermaßen Firmenbiografie, Wirtschaftskrimi und Milieustudie der Westcoast-Hacker und Programmierer des angehenden 21. Jahrhunderts. Moderne Beatles Der Autor führt Sie zurück in die fensterlosen Hinterhofzimmer nahe des South Parks, in denen Ev, Noah, Jack und Biz bei Bier und Pizza neue Online-Geschäftsmodelle finden und verwerfen, bis die Idee für Twitter steht. Mehr zufällig als geplant. Der Internetdienst registriert längst eine sechsstellige Zahl an Nutzern, als die Frage des eigentlichen Geschäftsmodells noch immer offen ist. Nur langsam tastet sich Twitter als Unternehmen an die Gesetzmäßigkeiten der Global Player im Internet-Business heran. Das macht das Unternehmen sympathisch und vor allem seine Gründer, Ev, Noah, Jack und Biz, denen Nick Bilton liebevoll ausgestattete Porträt-Studien widmet. Ganz gleich, ob es um die ersten Programmierversuche des Gründerteams geht, das Selbstverständnis der Gründer ("moderne Beatles, deren Instrumente Laptops und deren Musik Programmiersprachen waren") oder um die vielen "familiären" Missverständnisse, Konflikte und haarsträubenden Managementfehler ("intern herrschte völliges Chaos"): Bilton ist mit seinen Schilderungen immer ganz nah dran an den Machern von Twitter und ein exzellenter Chronist ihrer Geschichte(n).   Roter Reiter-Fazit: "Twitter" ist ein wunderbares Buch: Anrührend, spannend, zuweilen augenzwinkernd beschreibt Nick Bilton, wie Twitter zu einem der bedeutendsten Internet-Unternehmen unserer Zeit werden konnte. Keine X-beliebige Firmenbiografie, sondern die einfühlsame Geschichte von Zufällen, Freundschaft, Big Deals und großer Enttäuschung. Und natürlich von erstklassigen Ideen zur rechten Zeit am rechten Ort. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Nick Bilton: "Twitter", Campus 2013 Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Schenken statt vererben Vermögen innerhalb der Familie halten - ohne Risiken Im Amtsdeutsch heißt es etwas sperrig "Vorweggenommene Erbfolge": Gemeint ist die Schenkung, das Übertragen von großen Vermögenswerten -  in der Regel von Eltern auf die Kinder. Das kann für beide Seiten durchaus lukrativer sein als eine reguläre Erbschaft. So profitieren die Beschenkten bei sehr hohen Geldsummen von einer Steuerersparnis. Und die Eltern können verfügen, dass sie im Gegenzug Anspruch auf Pflegeleistungen bekommen oder Wohnrecht erhalten. Klingt nach einem Big Deal auf einfachem Weg, um das Vermögen weitgehend am Fiskus vorbei innerhalb der Familie zu halten (oder Freunden beziehungsweise einer Stiftung zukommen zu lassen). Tatsächlich ist der Weg aber voller juristischer Fallstricke. Den eigenen Vorteil korrekt berechnen können Damit Sie sich bei Ihren Schenkungsplänen nicht verheddern, hat das Autorenteam um Ludger Bornewasser, Hans-Oskar Jülicher, Bernhard F. Klinger und Andreas Wolff den kleinen Ratgeber "Schenken statt vererben" veröffentlicht. Das Buch unter dem "Stern"-Label führt Sie sicher durch den Dschungel aus Vorschriften und Paragraphen. Juristisches Vorwissen benötigen Sie nicht. Alle Fachbegriffe werden ausführlich erläutert. Zudem helfen kleine Beispiele und Musterberechnungen, Ihren persönlichen Fall korrekt einzuschätzen. Gut sind die vielen Expertentipps, die sowohl die Spender als auch die Beschenkten vor teuren Fehlern schützen. Roter Reiter- Fazit: Wer ein beträchtliches Vermögen von mehreren hunderttausend Euro vermachen will, sollte sich frühzeitig mit der Entscheidung "schenken oder vererben?" auseinandersetzen. Das kleine Praxisbuch gibt auf alle wichtigen Fragen rasche Antworten und erspart vielleicht sogar den Gang zum Fachanwalt für Erbschaftsrecht. Oliver Ibelshäuser, www.Managementbuch.de Ludger Bornewasser, Hans-Oskar Jülicher, Bernhard F. Klinger, Andreas Wolff: "Schenken statt vererben"; Linde 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Elegant durch den Business-Dschungel Jane Hight McMurry ist Expertin für ergebnisorientierte Kommunikation. Was sie damit meint, verdeutlicht sie am Beispiel des Stargeigers Joshua Bell, der für ein Experiment auf seiner 3.5 Mio. Dollar teuren Stradivari in einer U-Bahn-Station spielte. Er nahm 32,17 Dollar ein, kaum jemand nahm Notiz von ihm. Drei Abende zuvor hatte er im Konzerthaus gespielt, vor Leuten, die gerne 100 Dollar für ihre Karten bezahlt hatten. Und das heißt? Qualifikationen allein sind nutzlos, wenn sie nicht richtig verpackt werden. Und weil gerade Frauen dazu neigen, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, kommt dieses umsetzungsstarke und energiegeladene Buch gerade Recht. Frauenpower im Buchformat! Jane Hight McMurry: "Elegant durch den Business-Dschungel ", BOOKS4SUCCESS 2013 Wolfgang Hanfstein, roter-reiter.de ### Buchempfehlung: Alles ist schwer, bevor es leicht wird Zähne zusammenbeißen als Erfolgsrezept Stärke, Achtsamkeit und Selbstvertrauen - das sind Eigenschaften die unisono den chinesischen Shaolin-Mönchen zugeschrieben werden. Als Buddhisten und Meister ostasiatischer Kampfkunst leben sie nach strengen, religiösen Grundsätzen. Kein Wunder, dass viele Autoren und Coachs in ihren Ratgebern an das Shaolin-Modell anknüpfen und zentrale Botschaften auf unseren Alltag übertragen. Das tut Marc Gassert in seinem Buch "Alles ist schwer, bevor es leicht wird" auch. Aber er geht tiefer rein. Und belässt es nicht mit "klugen Überschriften", sondern vermittelt Ihnen ein realistisches Bild vom Leben und Denken der Mönche, indem er die fernöstliche Philosophie regelrecht für unser westliches Leben "übersetzt". Zieh es durch, wenn es dir wichtig ist Grassert hat das Kloster nicht nur als 3-Wochen-Tourist besucht. Er hat tatsächlich mit den Mönchen gelebt, sich in der Kampfkunst ausbilden lassen und in Gesprächen mit den buddhistischen Lehrmeistern gelernt, westliche Wertemuster in Frage zu stellen. Einfach war das nicht. Und auch nicht immer schmerzfrei. Von einer 6-Tage-Woche berichtet Gassert, von Stockschlägen, von unerbittlichen körperlichen Trainingseinheiten. Und selbstverständlich auch von dem befriedigendem Gefühl, diese Strapazen bis zum Ende durchstehen zu können, wenn man sein Ziel nicht aus den Augen verliert. Denn das meint der Titel "Alles ist schwer, bevor es leicht wird": Zieh es durch, wenn es dir wirklich wichtig ist! Gassert macht zeitgleich auch klar, dass Disziplin und Willenskraft nicht mit blindem Erfolgsstreben verwechselt werden dürfen. Meditative Ruhepausen, Selbsterkenntnis, Achtsamkeit und Entschleunigung, auch das sind die Erfolgsrezepte der Shaolin, die keinen Widerspruch zum täglichen Kampftraining darstellen, sondern die perfekte Ergänzung: Einer der Leitsätze der Mönche: Ein Kampf, der nicht stattgefunden hat, ist ein gewonnener Kampf. Lässt sich ganz einfach auf den westlichen Alltag übertragen. Vielleicht schon morgen beim "Kampf" um den freien Parkplatz in der Innenstadt. Roter Reiter - Fazit: Eindrucksvoll vermittelt Gassert in seinem Buch ein authentisches Bild von der buddhistischen Lehre und dem Leben im "Kampf-Kloster". "Alles ist schwer bevor es leicht wird" funktioniert gleichermaßen als spannende Biographie, als Sachbuch zum Alltag der Shaolin im 21. Jahrhundert und als Selbstcoaching-Leitfaden. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Marc Gassert: "Alles ist schwer, bevor es leicht wird"; Ariston 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Mindfuck – das Coaching Weg mit den Stoppschildern im Kopf Petra Bock schließt mit ihrem aktuellen Buch "Mindfuck - das Coaching" an den Überraschungserfolg "Mindfuck" von 2011 an. Damals hat Petra Bock die Grundlagen erläutert, um die "mentale Selbstsabotage" zu überwinden. Im neuen Buch geht es vor allem um die Praxis: ein Coaching-Kurs für Menschen, die sich klein fühlen und klein machen, weil sie sich selbst blockieren. Die "sich selbst nicht mehr über den Weg trauen." Die "in einem völlig durchstrukturierten Leben feststecken" und dann "mit Vollgas über den Holzweg" brettern. Fremdgesteuert, aber immer mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Sich selbst den Weg freiräumen "Mindfuck" bezeichnet die Vielzahl kleiner Ego-Killer, die wir selber auf uns ansetzen. Sätze wie "Das schaffst du nicht" oder "Die anderen sind so cool, da wirst du nie dazugehören", die uns die leise Stimme im Kopf zuflüstert. Gerne auch: "War ja klar, dass ich mal wieder nicht gut genug bin". Eben die Summe an Denkmustern, die unser Selbstbewusstsein konsequent im Keller einsperren. Bock hat etwas gegen "situative und chronische Mindfucks": ein zweiteiliges Ego-Training. Im ersten Teil geht es darum, "selbstblockierende Gedanken zu erkennen und auszuschalten". Im zweiten Teil erfahren Sie, wie Sie die "Parallelwelt" in Ihrem Kopf so verändern, dass Sie "Ihr volles Potenzial ausschöpfen können." Das Kind, die Eltern und ich Basierend auf der Transaktionsanalyse von Eric Berne zeigt Bock, dass es mit dem geeigneten Denkfilter sehr einfach ist, Mindfucks wie Luftblasen aufzulösen. Denn die kleinen Störfeuer, die  Niederlagen des Alltags, werden durch erlernte und beobachtete Gefühlsmuster der Vergangenheit aktiviert. Die des Kindes "Ich bin hilflos und mache mich klein" oder die der Eltern "War doch klar, dass du das nicht schaffst, du mutest dir mehr zu als du kannst." Nur im Erwachsenen-Ich sind wir in der Lage, die Probleme unvorbelastet zu betrachten und im Anschluss mit einer Portion Neugier und Hoffnung an die Lösung zu gehen. Der Wechsel ins Erwachsenen-Ich gelingt jedem Menschen mit etwas Übung  - vorausgesetzt, wir haben den Blick für das Kind und den strengen oder schützenden Papa in der Selbst-Wahrnehmung  geschärft. Und entwaffnen dann beide mit einer gesunden Portion Realismus. Anhand unterschiedlicher Problemszenarien führt Sie Bock von der Theorie in die Alltagspraxis. Sie üben dabei den Perspektivwechsel, öffnen sich, um mit "Neugier, Vertrauen und Freude" an die Situationen heranzugehen, die Sie früher gescheut haben. Und Sie lernen selbstverständlich auch, Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Die perfekte Voraussetzung, heimliche Träume vom selbstbestimmten Leben endlich umzusetzen. Roter Reiter-Fazit: Petra Bock wird mit "Mindfuck - das Coaching" eine Vielzahl von Menschen aus alten Denkfallen befreien und zu mehr Lebensqualität verhelfen, weil ihr Konzept schlüssig und praxiserprobt ist. Wer das Vorgängerbuch nicht kennt, findet dennoch einen gleitenden Einstieg, denn alle wichtigen Bausteine erklärt die Autorin ausführlich. Wenn Sie das erste Buch bereits gelesen haben, werden Sie im Coaching-Buch von dem starken Alltagsbezug und den Übungen profitieren. Oliver Ibelshäuser,  www.roter-reiter.de Petra Bock: "Mindfuck – das Coaching"; Knaur 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Das Erbe Erinnerungen an Glück und Schuld in Südtirol Lilli Grubers “Das Erbe” ist eine bewegende Familienbiografie, die die Geschichte zweier wohlhabender Tiroler Grundbesitzergenerationen im vergangenen Jahrhundert nacherzählt. Gruber begibt sich auf die Spurensuche ihrer Urgroßmutter Rosa Tiefenthaler, die als junges Mädchen den Hof ihres Vaters übernimmt, weil ein männlicher Stammhalter fehlt. Rosa muss sich nicht nur in der großbäuerlichen Männerwelt durchsetzen, sondern auch viele Jahre um ihre große Liebe (“nicht-standesgemäßer Habenichts”) kämpfen. Aus der Ehe gehen 6 Kinder hervor. Lebendig und mit vielen Tagebuchzitaten versetzt schildert die Autorin, wie Rosa die Familie und das Gut von der Kaiser-Monarchie über den Ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrisen bis zum Zweiten Weltkrieg schützt und zusammenhält. Zwischen Mussolini und Hitler Gleichzeitig protokolliert das Buch auch die Geschichte Südtirols im Spannungsfeld zwischen deutsch-österreichischer Kultur und italienischer Integration. Eine ergreifende Geschichtsstunde über eine Minderheit, die sich gegen Nationalsozialismus und italienischen Faschismus durchsetzen muss, um die eigene Identität (Tradition, Katholizismus und deutsche Sprache) zu erhalten. Gruber ist immer ganz nah dran, aber niemals unkritisch: Unprätentiös werden auch die ideologischen Abgründe der eigenen Vorfahren dargestellt. Rosas Tochter Hella schließt sich den Nationalsozialisten an, wird verhaftet und kommt zurück zur Familie. Bekehren lässt sie sich von diesen Erfahrungen aber nicht. Roter Reiter-Fazit: “Das Erbe” ist beides: Ein spannender historischer Roman und das ergreifende Protokoll einer Familie in den Wirren des Faschismus zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Und das Porträt einer starken Frau. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Lilli Gruber: “Das Erbe”; Droemer 2013 Buch portofrei bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Frei von Angst und Schüchternheit Wege aus der inneren Isolationshaft Wenn sie Glück haben, werden die Betroffenen im Alltag nur als "zurückhaltend", "introvertiert" oder "ein bisschen eigen" wahrgenommen. Wenn sie Pech haben, werden sie gedemütigt und gemieden. Die Rede ist von Sozialphobikern. Menschen, die eben nicht "nur schüchtern" sind, sondern in einer emotionalen Isolationszelle gefangen sind, die keinen unbefangenen Kontakt mehr zu Mitmenschen ermöglicht. Flankiert wird die soziale Angst von Minderwertigkeitsgefühlen, Panik, körperlichem Leiden ("Herzrasen, Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Schweiß") und jeder Menge individuell erprobter Vermeidungsstrategien. Für viele Betroffene führt der Leidensweg nicht nur in die Einsamkeit, sondern auch in Depression, Sucht und Selbstmordgefahr. All diesen "Millionen von Menschen" haben Barbara und Gregory Markway ihr Buch "Frei von Angst und Schüchternheit" gewidmet. Akzeptanz ist der erste Schritt der Angstbekämpfung Der klar strukturierte Ratgeber hilft, das eigen Leiden zu verstehen, ohne zwanghaft Ursachen oder gar Schuldige ausfindig machen zu müssen. Mit der Angst zu leben und sie als Teil der Persönlichkeit zu akzeptieren, ist der Schritt, um sie zu bewältigen. Wer sich selber sagt "Ich bin ein wertvoller Mensch, auch wenn ich diese Angst habe. Jeder hat irgendetwas, mit dem er fertig werden muss", ist der alltäglichen Panik nicht mehr schutzlos ausgeliefert. Wege aus der Krise So vielfältig die Gründe für eine Sozialphobie ausfallen - von der genetischen Veranlagung über frühkindliche Erfahrungen bis hin zu Schlüsselerlebnissen - so unterschiedlich sind auch die Wege, die aus der Krise führen. Das Autorenehepaar Markway hat kein Patentrezept für ein angstfreies Leben parat, wohl aber die Zutaten (Tests und praktische Übungen) für einen Zugewinn an Lebensqualität. Aus denen stellen sich die Betroffenen ihr individuelles Menü für mehr Selbstwertgefühl und mehr eigene Anerkennung zusammen. Hilfreich dabei sind beispielsweise einfache Atemübungen, die Panikattacken verhindern: "Atmen Sie durch die Nase. Das Atmen durch den Mund begünstigt Hyperventilation." Vor allem geht es aber darum, "die nutzlose Endlosschleife selbstzerstörerischer Gedanken zu durchbrechen" und die Wahrnehmung von den vermeintlichen Schwächen zu lösen. Gut: Das Buch wendet sich auch explizit an die Eltern angstgestörter Kinder und zeigt, welche begleitenden Maßnahmen die Angehörigen ergreifen können, um das Leid zu mindern. Roter-Reiter Fazit: Mit vielen Fallbeispielen, praktischen Übungen und noch viel mehr Einfühlungsvermögen befreien Barbara und Gregory Markway Menschen mit massiven Ängsten aus der sozialen Isolation. Gut geschrieben und für Betroffene gleichermaßen hilfreich wie tröstlich. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Barbara G. Markway, Gregory P. Markway: Frei von Angst und Schüchternheit, Beltz Bestellen Sie das Buch hier. ### Buchempfehlung: Work is not a job Jobbst du noch, oder arbeitest du schon? Laut einer Studie der Unternehmensberatung Gallup aus dem Jahr 2012 haben 24 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande “gar keine Bindung” zu ihrem Job. Und “61 Prozent machen lediglich Dienst nach Vorschrift”. Diesen “innerlich Gekündigten” ist das Buch “Work is not a job” gewidmet. Außerdem allen Berufseinsteigern, denen die Vorstellung einer stringenten Karriere nach herkömmlichem Lebenslaufmuster zuwider ist. Die von einem selbstbestimmten beruflichen Werdegang träumen – gerne auch mit Sprüngen oder unvorhergesehenen Abzweigungen. Hauptsache inspirierend und kreativ. Wenn das Herz dich anruft, geh ran All die finden in dem “Manifest für ein neues Arbeiten” von Catharina Bruns wichtige Denkanstöße und Motivationshilfen, um den Traum von “work is not a job” Wirklichkeit werden zu lassen. Denn erst “wenn sich Arbeit nicht wie Arbeit anfühlt, dann kann man sicher sein, das Richtige zu tun.” Ganz gleich, ob Sie derzeit noch im Studium oder dem ungeliebten 9-to-5-Job feststecken, Bruns schürt die Vorfreude auf die Veränderung und minimiert die Angst vor dem Verlust des Vorhandenen. “Denn Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber ein guter Lehrer. Wenn man jede Situation vermeidet, die Angst macht, wird man auch nicht daraus lernen können.” Talente und Lust wichtiger als Studium und Erfahrung Ganz gleich, welchen beruflichen Träumen Sie sich heimlich hingeben: Wenn Sie es nicht versuchen, verpassen Sie Ihre Chance auf jeden Fall. Erfahrung und Ausbildung spielen dabei nur die zweite Geige. Leidenschaft steht ganz vorne: “In vielen Bereichen kann man auch als Autodidakt zu großartigen Ergebnissen kommen. Wenn wir uns für etwas begeistern, dann können wir es in der Regel auch gut.” Wenn Sie eine Idee längst haben, den letzten Schliff für Ihr Business-Konzept aber noch suchen, finden Sie zahlreiche gute Anlaufstellen im Web – von Idee-Communities wie den sogenannten “Works-Spaces” bis hin zu internationalen Förderprogrammen, die auch als Sponsor einspringen können. Bruns verrät die besten Adressen in ihrem Buch. Roter Reiter-Fazit: “Nein zu Karrierebildern, die uns in Wirklichkeit unsinnig oder fremd vorkommen. Als selbstbestimmter Mensch hat man immer die Option, ja oder nein zu sagen.” Die Kernaussage von “Work is not a job” wird von Catharina Bruns leidenschaftlich vorgetragen. Ein inspirierendes Buch für junge Akademiker, die gerade die Weichen für den Karriereweg stellen oder aber korrigieren möchten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Catharina Bruns: “Work is not a job”; Campus 2013 Bestellen Sie das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Echt schwedische Rezepte und Geschichten „Eine einfache, schnörkellose Küche mit regionalen Zutaten – das ist mein Motto!“ Regional bedeutet in diesem Fall: Schweden! Denn dieser Satz stammt von der schwedischen Kochbuchautorin und passionierten Köchin Margareta Schildt Landgren. Ihr Buch „Das Schweden Kochbuch“ ist eine Hommage an ihre größte Leidenschaft – das Kochen und Essen – und an ihr geliebtes Heimatland im hohen Norden. Mit dem Rezeptbuch der Großmutter fing alles an… Die Leidenschaft fürs Kochen liegt ihr im Blut. Margarethas großes Vorbild ist ihre Großmutter, „die beste Köchin der Welt“. Von ihr hat Margaretha das alte Rezeptbuch geerbt. „Für mich eine Art Familienchronik, ein Fenster zu meiner Kindheit.“ Damit die bewährten Rezepte mit all den traditionellen Zutaten und alten Garmethoden nicht verloren gehen, hat Margaretha aus dieser Familienchronik ein echt schwedisches Kochbuch kreiert. Von Köttbullar und Midsommer In dem 200 Seiten schweren Buch findest Du nicht nur tolle Rezepte. Eingeteilt in die vier Jahreszeiten enthält es auch viele liebevolle Beschreibungen, wie die Schweden ihre verschiedenen Bräuche und Feste verteilt über das Jahr feiern. Und natürlich, was wann gekocht und gegessen wird. Ergänzt wird das Ganze noch von privaten Fotos aus Margarethas Kindheit und ihrem persönlichen Kochalltag. Viele tolle Aufnahmen, die zeigen, was es mit „Midsommer“ tatsächlich auf sich hat und wie Du echt schwedische „Köttbullar“ zauberst. Lisas pepparkakor Ein besonderes Schmankerl: Über das ganze Buch verteilt tauchen immer wieder die Originalseiten aus dem Rezeptbuch von Margarethas Großmutter auf. Und auch die Lieblingsgerichte ihrer Mutter werden in Rezepttiteln wie „Lisas pepparkakor – Ingwerplätzchen nach Art meiner Mutter“ festgehalten. Roter Reiter-Fazit: „Das Schweden Kochbuch“ von Margaretha Schildt Landgren liefert original schwedische Rezepte, blickt aber im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand hinaus. Mit vielen interessanten Geschichten wird die schwedische Kultur mit all ihren Bräuchen und Sitten liebevoll beschrieben. Margareta Schildt Landgren: „Das Schweden Kochbuch“, Gerstenberg 2013 Text: Lena Riedmann Bestellen Sie das Buch auf Managementbuch.de Fotos: (c) Gerstenberg Verlag ### Das Buch der Woche: Vertrauen Vertrauen als Erfolgsmodell im Unternehmen Vertrauen ist die Basis langer erfolgreicher Partnerschaften - im privaten Bereich genauso wie im knallharten Business. In seinem gleichnamigen Buch "Vertrauen" zeigt Autor David Horsager, wie Sie im Unternehmensumfeld Vertrauen schenken und erhalten. Er arbeitet akribisch die unterschiedlichen Bedeutungsmuster von Vertrauen heraus und erläutert, wie Sie die "wichtigste unternehmerische Währung" sinnvoll investieren und dann auch als Gewinne verbuchen. Vertrauen, das macht Horsager deutlich, ist der wichtigste Türöffner in der Kundenkommunikation. Wer sein Markenversprechen mit den Gütesiegeln "Verlässlichkeit, Qualität und Glaubwürdigkeit" schmücken kann, hat beste Chancen, weiter empfohlen zu werden. Gerade in Zeiten der blitzschnellen "Social Media"-Kommunikation ein unschätzbar wertvoller Wettbewerbsvorteil. Acht Pfeiler guter Vertrauensarbeit Auf der Mikro-Ebene entscheidet Vertrauen darüber, ob Teams funktionieren, ob Ihre Mitarbeiter Kritik verwerten oder dagegen rebellieren und ob Sie Ihre Leute für Ihre Ziele begeistern können. Kurzum: ob Sie Ihre Leitungsfunktion bestmöglich ausfüllen können. Und das können Sie, wenn Sie Horsagers acht "Grundpfeiler" verinnerlichen. Seine Vertrauensnormen umfassen zum Beispiel Mitgefühl, Klarheit, Konsequenz und Engagement. Mag sein, dass Ihnen die Zutaten bekannt erscheinen, aber im Zusammenspiel ergibt die Rezeptur ein nahrhaftes Menü für die gesamte Belegschaft. Pflicht für Manager und andere Führungskräfte. Roter Reiter - Fazit: Der Titel "Vertrauen" lässt einen mono-thematischen Ratgeber erwarten. Tatsächlich bietet das Buch von David Horsager ein facettenreiches Lehrstück über starke Marken und das Erfolgsgeheimnis erstklassiger Manager, die ihre Mitarbeiter, Vorgesetzte und Partner immer wieder begeistern. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de David Horsager: "Vertrauen", Books4Success 2013 Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Info-, Lern- und Change-Events 1001 Ideen für Ihre Business-Events Meetings finden immer im Konferenzraum statt und Tagungen im Hotel? Wer sich bei wichtigen Veranstaltungen für Partner und Kunden auf 08/15-Lösungen beschränkt, vergibt die Chance, die Teilnehmer nachhaltig zu beeindrucken. Mit ihrem Event-Kompendium "Info-, Lern- und Change-Events" treten Hermann Will, Ulrich Wünsch, Susanne Polewsky an, um das zu ändern. Das rund 500 Seiten starke Buch ist ein erstklassiger Ideenspender für außergewöhnlich gute Veranstaltungen. Ganz gleich, ob Sie mit Ihrer Firma Kongresse, Arbeitstagungen oder Lern-Events planen - Sie finden hier alle Grundlagen, um die Veranstaltung auf solide Füße zu stellen und den Ablauf perfekt auf die wichtigsten Inhalte und natürlich Ihre Zielgruppe auszurichten. Mehr erleben statt mehr mitschreiben Mit dem Slogan "mehr Inszenierung und Erlebnisse schaffen" plädieren die Autoren dafür, Ihre Gäste zu inspirieren und zu überraschen. Mit einem originellen Ambiente - einem alten Weinkeller statt des keimfreien Meetingraums beispielsweise. Und indem Sie das wichtige Thema "Socializing" nicht dem Zufall überlassen, sondern forcieren, weil Sie beispielsweise die Sitzreihenfolge vorgeben und auch unverhofft ändern. Nette Idee für den gemeinsamen Fußmarsch bei schlechtem Wetter vom Vortragsraum zum Restaurant: Teilen Sie große Schirme aus, die sich je zwei Personen teilen. Gute Gespräche ergeben sich dann fast automatisch. Denn "Menschen vergessen, was gesagt wurde. Was sie gefühlt haben, vergessen sie nie." Roter Reiter-Fazit: "Info-, Lern- und Change-Events" wendet sich an großen Unternehmen, die regelmäßig Veranstaltungen für 20 und mehr Personen ausrichten und ihr Publikum wirklich beeindrucken möchten. Ein Ideen-Almanach für Eventmanager und solche, die es werden wollen! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Hermann Will, Ulrich Wünsch, Susanne Polewsky: "Info-, Lern- und Change-Events", Beltz 2009 Bestellen Sie dieses Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Irgendwie kriegen wir das schon hin “Aber ins Heim gehe ich nicht” – wenn die Eltern Pflege brauchen Irgendwie trifft es immer beide wie ein Schlag: die Eltern und ihre längst erwachsenen Kinder, wenn die Alten unverhofft die scheinbar einfachsten Aufgaben nicht mehr bewältigen können. Autofahren, einem Gespräch folgen, die Treppe heraufsteigen. Kurzum, wenn aus rüstigen Rentnern (“Golden Ager”) plötzlich Pflegefälle werden. Gedruckte Ratgeber zu Pflegestufen, Versicherungsleistungen und gesetzlichen Auflagen gibt es zuhauf. Sensible Dokumentationen der Erfahrungen und Empfindungen der Betroffenen nicht. Autorin Elke Worg füllt mit “Irgendwie kriegen wir das schon hin” diese Lücke. Ihr Buch ist kein Ratgeber im eigentlichen Sinne, sondern eine sanfte und gleichsam ehrliche Reportage über die Alten, die Hilfe brauchen und die (etwas) Jüngeren, die sie ihnen gewähren. Ein Protokoll der zwischenmenschlichen Begegnungen jenseits der ohnehin verpflichtenden Behördengänge. Auf ein offenes Wort Worg lässt in ihrem Buch Menschen sprechen, die den massiven Rollenwechsel als schmerzhaft erlebt und dennoch gemeistert haben, wenn “sie nicht mehr Halt bei den Eltern finden, sondern die Eltern Halt bei ihnen suchen.” Die Mixtur aus zeitlichen (“seit ich mit der Pflege begonnen hatte, gab es kein freies Wochenende mehr für mich”), finanziellen Belastungen und emotionalen Gratwanderungen (“Im Grunde brauche ich selbst eine Person, die mir unter die Arme greift”) wird in klaren, schonungslosen Worten beschrieben – ohne Anklagen oder Schuldzuweisungen. Altern in Würde trotz Gebrechen Altern ist, “wenn du keine Freude mehr am Leben hast. Dann wird das Licht immer dunkler für dich: Sonne, Mond und Sterne verfinstern sich, und nach einem Regenschauer ziehen die Wolken von Neuem auf.” So steht es in der Bibel (Salomo/Koheleth, 12, 1-8). Elke Worg führt dieses poetische und verstörende Zitat an, um auch für die Perspektive der Alten zu werben, die häufig ihre eigene Hilflosigkeit nicht mehr in Worte fassen können. Zuhören können wir aber dennoch. Genau darum geht es in dem Buch. Roter Reiter Fazit: “Irgendwie kriegen wir das schon hin” ist eine beeindruckende Ehrerbietung an die zahllosen, “ehrenamtlichen” Pflegekräfte, die ihre Freizeit opfern, um den eigenen Eltern einen würdigen Lebensabend zu schenken: ehrlich, manchmal todtraurig, aber niemals hoffnungslos. Ein Plädoyer für eine menschlichere Gesellschaft, die das Alter(n) mit seinen Schattenseiten nicht länger ausblenden darf. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Elke Worg: “Irgendwie kriegen wir das schon hin”; Pattloch 2013 Buch portofrei bestellen unter Managementbuch.de ### Geschenk-Ideen für Weihnachten Und mal wieder ist es so weit: Weihnachten steht vor der Tür. Und damit die alljährliche Problematik, die richtigen Geschenke zu finden. Damit Sie nicht stundenlang sämtliche Online-Shops erfolglos durchforsten müssen, haben wir hier eine kleine Auswahl an tollen Geschenkideen zusammengestellt.         Tortenkunst Die Bezeichnung „Backbuch“ wird dem Buch „Tortenkunst“ von Dr. Oetker ganz und gar nicht gerecht. Denn es ist weit mehr, als eine Ansammlung leckerer Kuchenrezepte. Die hier vorgestellten Torten gleichen kleinen Kunstwerken. Mit fast schon verrückten Ideen wird hier tatsächlich Tortenkunst betrieben. Denn die Autoren dieses Buches wissen: Manchmal muss es eben etwas Besonderes sein! Und mit diesen Rezepten und Vorschlägen legt Ihre selbstgebackene Torte garantiert einen glamourösen Auftritt hin. Kuchen, die man mit allen Sinnen genießen kann. Denn das Auge isst eben doch mit. Das perfekte Geschenk für begeisterte Bäckerinnen mit Sinn für ausgefallene Details und einem ausgeprägten Geschick. „Tortenkunst“, Dr. Oetker 2013 (19,99€)   Wunderbare Wohnideen Sie wollen Ihr Zuhause endlich mal wieder umgestalten? Wissen aber nicht so recht, wo und wie Sie damit anfangen sollen? Dann ist dieses Buch der perfekte Begleiter für Sie. Wohn-Stylistin und Design-Bloggerin Holy Becker stellt Ihnen diesen Ratgeber wie einen guten Freund an die Seite. In acht Schritten hilft sie Ihnen, Ihre Wohnung oder Ihr Haus erfolgreich und ohne viel Chaos umzugestalten. Dabei gibt Holly Becker viele hilfreiche Tipps, lässt Sie Skizzen zeichnen, Listen ausfüllen und schickt Sie auf eine kleine Selbstentdeckungsreise. Sie verrät Ihnen, welche Hilfsmittel Sie zum Umgestaltet brauchen, mit welchem Schritt Sie beginnen - und schon ist die  Innenarchitektin in Ihnen geweckt. Ein tolles Geschenk für alle, die nicht genug von Wohnzeitschriften kriegen können und bei denen der nächste Besuch im Möbel- und Baumarkt jetzt schon geplant ist. Mit diesem Buch läuft die Umgestaltung kreativer, organisierter und unterhaltsamer ab. Holly Becker: „Wunderbare Wohnideen“, Callwey 2013 (24,95€)   Die Yoga-Box Wer schon mal einen Yoga-Kurs besucht hat, jetzt jedoch lieber Zuhause für sich die eine oder andere Übung nachholen möchte, kann das sehr gut mit der  „Yoga-Box“ von Anna Trökes tun. Hier werden auf insgesamt 76 Karten die einzelnen Übungen mit Farbfotos abgebildet und auf der Rückseite durch Tipps und erweiterte Varianten ergänzt. Es wird erklärt, was es mit der jeweiligen Haltung auf sich hat und welche Wirkung sie erzeugt. Die Übungskarten sind farblich und thematisch in vier verschiedene Kategorien aufgeteilt: Vorbereitung & Ausgleich, Basis-Asanas, Fortgeschrittene Asanas und Atem- und Entspannungsübungen. Sehr viel handlicher als mit einem Buch kannst Du dir mit diesen Karten deinen ganz individuellen Yoga-Ablauf zusammenstellen und ihn bequem auf dem Boden ausbreiten. Die Yoga-Box ist ein schönes Geschenk für alle, die bereits erste Erfahrung mit Yoga gemacht haben. Mit den Karten können Sie nun ihr eigenes Yoga-Programm für Zuhause zusammenstellen. Anna Trökes: „Die Yoga-Box“, GU 2013 (19,99€)   Eis am Stil Ein eiskalter Spaß! In dieser witzigen Geschenkbox des Gerstenberg Verlags finden Sie alles, was Sie brauchen, um ein leckeres, selbstgemachtes Eis zu kreieren. Ein Rezeptbuch mit insgesamt 40 verschiedenen raffinierten Rezepten und sechs Formen für dein „Eis am Stiel“. Denn Eiscreme selbst herzustellen ist einfacher, als Sie vielleicht denken. Mineralwasser, Joghurt und Früchte deiner Wahl in den Mixer, anschließend in die Formen gießen und eiskalt in die Kühltruhe sperren – ganz ohne teure Eismaschine! Die „Eis am Stiel“-Box ist nicht nur ein tolles Geschenk für Kinder. Auch Erwachsende mit eiskalten Dessert-Vorlieben kommen damit voll auf ihre Kosten (auf die Kosten kommen ist in diesem Zusammenhang nicht so passend). „Eis am Stiel“, Gerstenberg 2013 (12,95€)   Mein Hund: Das Paradoxon „The Oatmeal“–Erfinder Matthew Inman ist auf den Hund gekommen. Nach dem New York Times Bestseller “Woran du erkennst, dass deine Katze deinen Tod plant”, wendet sich er sich nun einer anderen Spezies zu: Hunden! Inman selbst hat bereits mit über zwölf Hunden zusammengelebt und bei jedem hat er sich die gleiche, für Hundeliebhaber quälende Frage gestellt: Was zur Hölle denkt mein Hund über mich? Oder was denkt er überhaupt? Und warum hat mein Hund eigentlich so unglaublich unlogische Ängste? Gewidmet hat Inman dieses irrsinnig komische Buch seinem besten Freund und Lieblingsköter “Rambo”. Was Rambo in höllische Panik versetzt, wie seine tägliche Sauberkeits-Routinen aussehen und warum es für Inman keinen besseren Freund auf der Welt gibt, erfährst du in dem kleinen aber feinen Büchlein “Mein Hund: Das Paradoxon – Eine liebevolle Abhandlung über des Menschen besten Freund”. Das perfekte Geschenk für alle Hunde-Liebhaber und Comic-Fans. The Oatmeal: “Mein Hund: Das Paradoxon“, Wiley 2013 (6,99€) Schonungslos ehrlich Es wird viel geredet. Häufig zu viel. Und meistens interessiert uns doch vor allem das, was gerade nicht gesagt wird. Denn oft verkneifen wir uns die eine oder andere Antwort, um unser Gegenüber nicht zu verletzen. Was aber passiert, wenn man tatsächlich mal das sagen würde, was einem auf der Zunge brennt? Etwa: „Die Jeans ist nicht zu klein, dein Hintern ist einfach zu dick!“ Im gleichnamigen Buch hat Autor Peter Grünlich 2432 Dinge zusammengetragen, die garantiert keiner sagen würde. Thematisch geordnet ist ein sehr unterhaltsames Buch entstanden, das Vorurteile witzig verpackt auf die Schippe nimmt. Ein Buch für Menschen, die sich über Witze schief lachen können. Peter Grünlich: „Die Jeans ist nicht zu klein, dein Hintern ist einfach zu dick!“, Knaur 2013 (8,99€)   Viele Spaß beim Verschenken! ### Buch der Woche: Hand drauf! Business-Beziehungen erfolgreich gestalten Relationship-Management ist die Fähigkeit, langfristige, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Zu Kunden, Partnern und selbstverständlich auch zu den eigenen Mitarbeitern. Dabei geht es nicht vorrangig um Harmonie, wie Peer-Arne Böttcher in seinem Management-Buch “Hand drauf” gleich klarmacht, sondern um die Grundlagen wirtschaftlichen Handelns: “Ehen sollen glücklich sein, Partnerschaften hingegen erfolgreich, das ist ein großer Unterschied”. Beziehungspyramide für “win-win” Anhand seiner Beziehungspyramide veranschaulicht der Autor, dass gute Beziehungen im Business kein Zufall sind, sondern auf Gesetzmäßigkeiten beruhen. Zehn chronologische Etappen führen Sie vom Fundament zur Spitze. Vor dem ersten freundlichen Telefonat stehen Reflexion und Recherche: Sie formulieren zunächst Ihre Business-Ziele und skizzieren das Profil Ihrer Mitspieler (“Gemeinsam zum Erfolg zu kommen, heißt manchmal ganz schlicht, Partner zu finden, die das eigene Projekt unterstützen.”). Dann bereiten Sie sich auf Ihr Gegenüber ausreichend vor. Xing, Google und vielleicht auch Facebook geben Ihnen wertvolle Hinweise darauf, mit wem Sie es künftig zu tun haben – noch bevor Sie ein Wort miteinander gewechselt haben (“der nullte Eindruck”). Und danach? Gehen Sie zielstrebig, freundlich auf die Menschen zu (“Eine Beziehung muss analog aufgebaut und danach auch gepflegt werden, sonst virtualisiert sie sich”), mit denen Sie arbeiten und vor allem persönlich. Natürlich möchten Sie etwas von ihnen haben, aber genau deswegen sollten Sie bereit sein, immer auch etwas zu geben. In Vorleistung. Nicht als Dankeschön. Das ist der Grundstock nachhaltiger Beziehungen und partnerschaftlichen Verhandelns. “Lässt man sich gegenseitig gewinnen, nicht nur einmal, sondern aus Prinzip, dann können daraus lang anhaltende und erfolgreiche Beziehungen entstehen.” Roter Reiter-Fazit: “Ein guter Kontakt im Netzwerk bringt zehn andere hinzu. Ein schlechter hingegen vertreibt zehn  gute – schreibt Peer-Arne Böttcher in seinem Buch “Hand drauf” und erklärt Ihnen ausführlich, dass es keine Kunst ist, regelmäßig “gute” Kontakte aufzubauen. Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal.de Peer-Arne Böttcher: “Hand drauf!”, Murmann, 2013 Bestellen Sie dieses Buch portofrei auf Managementbuch.de  ### Weihnachten mit Fräulein Klein Seit mittlerweile vier Jahren schreibt Yvonne Bauer, Mutter von zwei Töchtern, einen sehr kreativen und erfolgreichen deutschen Food-Blog Namens „Fräulein Klein“. Der Blogname geht nicht etwa auf ihre Körpergröße zurück. Ursprünglich waren mit den kleinen Fräuleins ihre Kinder gemeint. Heute ist er zu Yvonne Bauers Markenname geworden. Im Callwey Verlag erschien vor kurzem passend zur Jahreszeit ihr zweites Buch – „Weihnachten mit Fräulein Klein“. Aus einfachen Dingen eine tolle Dekoration kreieren „Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr – auch für mich!“ Und dazu zählen bei Fräulein Klein nicht nur die  Weihnachtstage. Bereits im Herbst begibt sie sich mit ihren beiden Töchtern auf lange Waldspaziergänge, bei denen allerlei Deko in der Natur gesammelt wird. In ihrem Buch zeigt Yvonne, wie aus kleinen und einfachen Dingen mit tollen Ideen eine ganz besondere Dekoration entstehen kann. So werden aus Tannenzapfen kleine Zapfenbäume und aus Holzperlen eine Adventskette mit Kerzen. Vorweihnachtlicher Spaß für alle So richtig beginnt für Fräulein Klein die Adventszeit erst mit einem selbstgebastelten Adventskalender. In ihrem Buch stellt sie vier verschiedene Bastelanleitungen vor, die zeigen, wie aus Schachteln, Tonkarton oder Kugeln ein toller vorweihnachtlicher Spaß für alle Familienmitglieder entsteht. Eine Idee kreativer, ein Tipp wertvoller als die anderen. Die besten Weihnachtsrezepte der Food-Bloggerin Was darf bei einer Food-Bloggerin selbstverständlich nicht fehlen? Klar, tolle und leckere Rezepte. Von Schokoladen-Candy-Cane-Cupcakes für den Nikolaustag, über selbstgemachten Birnen- oder Bratapfelpunsch an einem verschneiten Adventabend, tolle kulinarische Geschenkideen wie Cranberrymarmelade mit Portwein oder ein Vogelhaus aus Lebkuchen, bis hin zu zahlreichen Plätzchenrezepten und Vorschlägen für den Silversterabend, ist dieses Buch der perfekte Begleiter durch die „schönste Zeit des Jahres“. Roter Reiter-Fazit: Liebevoll, wie ihre Leser und Leserinnen es aus ihren Blogbeiträgen (http://fraeulein-klein.blogspot.de/) gewohnt sind, stellt Yvonne Bauer auch in ihrem zweiten Buch viele kreative Ideen vor. Ein schön gestaltetes Buch mit köstlichen Rezepten und schönen Geschenk- und Bastelideen zum Nachmachen. Auch als Geschenk selbst eine tolle Idee für Weihnachten! Yvonne Bauer: „Weihnachten mit Fräulein Klein“, Callwey Verlag 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, www.roter-reiter.de Fotos: (c) Callwey Verlag ### Buchempfehlung: „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ Die Psychologin Sophie Seeberg arbeitet seit mehreren Jahren als Gutachterin fürs Gericht. Ihr täglich Brot: „Auffällige“ Familien in sogenannten Interaktionsbeobachtungen prüfen. Genauer: Seeberg klingelt an den Türen oft mittelloser und völlig überforderter Eltern, die meisten davon alleinerziehend. Es geht um eine einzige Frage: Sind die Kinder dort gut aufgehoben? Oder wird hier gerade ihre Zukunft aufs Spiel gesetzt?  Wenn dem so ist, heißt es: Jugendamt benachrichtigen und Sorgerechtsentzug stellen. Kein einfacher Job. Kein Job für Jedermann. Ein Job, der in Abgründe blicken lässt. In tragische und in komische. Manchmal ist es zum Lachen, meist zum Heulen. Jetzt komisch, gleich tragisch Ihre schockierenden Erlebnisse und Begegnungen hat Sophie Seeberg nun in ihrem Buch „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ zusammengefasst. Kein Sachbuch, das wertvolle Tipps an Pädagogen austeilt. Im Gegenteil: Seeberg berichtet über all die belastenden Besuche, Gespräche und Entscheidungen. Dabei stellt sie gleich in der „Vorwarnung“  - anstelle des Vorwortes - klar, dass es nicht darum geht, sich über die Familien lustig zu machen. Die Psychologin ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Und weiß manchmal selbst nicht, wer ihr mehr Leid tun soll - die vernachlässigten Kinder oder die völlig überforderten Eltern. Schakkeline - gesprochen wie geschrieben In den Anekdoten, die teils witzig, manchmal traurig und oft einfach nur unglaublich sind, erzählt Sophie Seeberg vom ganz normalen Wahnsinn als Familienpsychologin. Zum Beispiel die titelgebende Geschichte der kleinen 6-jährigen Schakkeline, deren Name nicht nur so gesprochen, sondern auch genau so geschrieben wird. Ein Mädchen, das bereits die erste Klasse wiederholen muss und dessen Mutter trotzdem fest davon überzeugt ist: „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ Wenn ein Klischee nach dem anderen bedient wird - leider zu Recht ... Oder der völlig überforderte Herr Wischnewsky mit seinen Zwillingen Leonce und Lena. Dessen einzige Erziehungsmaßnahme darin besteht, in säuselnder Singsang-Stimme ohne jegliche Form von Nachdruck auf seine Kinder einzureden und permanent zu fragen „Wie fühlst du dich dabei?“ Seeberg weiß immerhin, wie sie sich fühlt: „(...) wie in einer lieblos produzierten Fernsehserie, die schlicht ein Klischee nach dem anderen bedient“. Das Tragische: Viele Klischees entpuppen sich als die reine Wahrheit. Roter Reiter - Fazit: Schonungslos ehrlich berichtet die Familienpsychologin und Gutachterin Sophie Seeberg von ihrem außergewöhnlichen, oft anstrengenden und manchmal auch komischen Berufsalltag. Von ihren Begegnungen mit Menschen, die über ein „suboptimales kognitives Niveau“ (= die harmlose Bezeichnung von ‚strohdumm‘ vor Gericht und Jugendamt) verfügen und wie sie es schafft, trotz der manchmal kaum auszuhaltenden Bilder und Gerüche, den Spaß an ihrem Beruf nicht zu verlieren. Ein leider sehr ehrliches Buch. Sophie Seeberg: „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“, Knaur 2013 Buch stellen auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, www.roter-reiter.de ### Buch der Woche: Operation Shitstorm Beichte des Medienhetzers Eine Warnung vorweg: Wenn Sie Internet-Blogs mögen, vielleicht jeden Morgen darin stöbern, um sich zu informieren und zu unterhalten, sollten Sie das Buch besser nicht lesen. Denn dieser Spaß wird Ihnen vergehen. Auch der an Boulevard-Blättern. Die über Twitter und Facebook geteilten Nachrichten werden Sie anders wahrnehmen, kritisch hinterfragen und garantiert nicht mehr sorglos "liken". Denn das, was Ryan Holiday in seinem Enthüllungsbuch "Operation Shitstorm" über Meinungsmache und Manipulation scheinbar seriöser Medien berichtet, lässt niemanden kalt. Und Holiday muss es wissen. Denn er war der Schlimmste von allen. Schmutzkampagnen Holiday beginnt seine schonungslose Beichte mit einem nüchternen Statement: "Mein Job ist es, die Medien zu belügen, damit diese wiederum Sie belügen." Als eigenwilliger PR-Manager für Unternehmen und Bestsellerautoren überschreitet er mehrfach die Grenzen des Rechts und die der Ethik sowieso, um seine aggressiven Botschaften zu vervielfältigen. Er besticht Blogger, streut Gerüchte, entfacht "einen Feuersturm der Empörung", um die Sogwirkung seiner "Nachrichten" zu verstärken. Mit Erfolg! Seine Meldungen zieren die Aufmacher der Blogs und Portale, werden zum Gesprächsstoff amerikanischer Großstädte. Meister der Manipulation Holiday ist ein Meister der Manipulation, der die leise Spielart der Beeinflussung ebenso beherrscht wie die Brachialmethoden. Weil er weiß, wie Medien funktionieren und wie Blogger gefüttert werden wollen. Seine Tricks verrät er detailliert in dem Buch. Von neun wesentlichen Taktiken spricht er, die vermutlich nicht nur amerikanische Blogger in die Knie gezwungen haben, sondern auch hierzulande noch immer Nachrichtenblüten produzieren. Indem man aufgebauschte Halbwahrheiten streut, mit rhetorischen Fragen arbeitet, maßgeschneiderte Headlines und Artikel liefert, die einfach zu gut in das eigene redaktionelle Umfeld passen, zu viele Klicks und Kommentare bringen, als dass die Empfänger ihre Quelle kritisch hinterfragen möchten. Holiday: "Ich trickse die Blogger aus, und die tricksen ihre Leser aus." Aus einer kleinen Übertreibung wird so in Windeseile ein Mediensturm, der auf falschen und gelogenen Informationen basiert. Auch in den Tageszeitungen natürlich, denn "80 Prozent aller Journalisten verwenden bei der Recherche ihrer Storys Blogs als Quelle." Roter Reiter Fazit: Ungemein spannend und schonungslos ehrlich räumt das Buch mit der Vorstellung unabhängiger Medienberichterstattung auf. Zur Ehrenrettung des Autors sei gesagt, dass er längst die Fronten gewechselt hat. Gut für ihn, damit er nachts wieder beruhigt einschlafen kann. Gut für Sie, denn sonst wäre dieses spannende Protokoll einer ethisch verrotteten Medienlandschaft nie erschienen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ryan Holiday: "Operation Shitstorm", Plassen 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de ### Selbst-Check: Hat dich der Stress im Würgegriff oder schwebst Du gelassen durch den Alltag? Stressforscher wissen, dass uns nicht die großen Krisen im Leben krank machen. Der nervige Alltag ist die schlimmste Stressquelle, die alltäglichen Probleme und Ärgernisse, die immer wiederkehren und gegen die wir uns machtlos fühlen. Ungerechte Vorgesetzte, Beziehungskrisen, Arbeitsberge oder finanzielle Sorgen lehren uns tagtäglich das Fürchten. Das kurbelt die Produktion von Stresshormonen im Körper an, unsere Anspannung steigt. Auf lange Sicht führt genau das zu Krankheiten. Um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, sollten wir daher früh genug in uns hineinhorchen. Wie sieht's bei dir aus? Hat dich der Stress schon im Würgegriff? Ja, wenn Du häufig am Schreibtisch Mittagspause machst und nur ein paar Happen isst, während du weiterarbeitest. Ja, wenn Du ständig in Eile bist und unter Zeitdruck arbeitest. Ja, wenn Du dich oft nicht gut fühlst, aber nicht wirklich krank bist. Oder wenn Du immer öfter körperliche Beschwerden wie beispielsweise Rückenschmerzen hast. Ja, wenn Du lieber auf dem Sofa vor dem Fernseher liegen bleibst, als deine Freizeit mit deiner Familie, deinen Freunden oder mit anderen angenehmen Dingen zu verbringen. Ja, wenn Du ständig ungeduldig bist, gereizt reagierst und häufig unzufrieden bist. Ja, wenn Du Aufputsch- oder Entspannungsmittel (von Alkohol bis Tabletten) brauchst, um in die Gänge zu kommen. Ja, wenn Du nicht mehr oder nur schwer abschalten oder entspannen kannst. Ja, wenn dir deine Arbeit überhaupt keinen Spaß mehr macht. Ja, wenn Du morgens nur noch mit Widerwillen aufstehen kannst. Ja, wenn Du oft deprimiert oder traurig bist und nur noch selten Lebensfreude empfinden kannst. Ja, wenn Du häufig Konflikte am Arbeitsplatz oder zu Hause hast oder unter Mobbing leidest. Ja, wenn Du regelmäßig nicht einschlafen oder durchschlafen kannst, weil dir alle möglichen Probleme oder deine Arbeit im Kopf herumspuken. Viele weitere spannende Selbst-Checks, Übungen und Tipps gibt's im neuen Buch von Lothar Seiwert "Lass los und Du bist der Meister deiner Zeit" (GU, 2013).       Fotos: (Paraglider) © tycoon101 - Fotolia.com, (Buchcover) Gräfe & Unzer Verlag ### Die neue "eBook active"-Reihe von Haufe Bücher 2.0 sind mehr als digitalisierte Buchstaben. Ein Selbsttest mit dem „eBook active“ zum Thema Schlagfertigkeit. eBooks haben sich längst etabliert, die meisten Bücher gibt es inzwischen in allen möglichen Formaten. Jetzt legt der Haufe Verlag mit der neuen Ratgeberreihe „eBook active“ noch eine Schippe drauf und präsentiert ein – wie der Name bereits verrät – interaktives eBook. Ein logischer Schritt. Wenn schon digital, dann bitte auch mit den Möglichkeiten, die ein digitales Format bietet. Bücher, in diesem Fall Berufs-Ratgeber, die zum Mitmachen auffordern, Audiofiles enthalten und Übungsfragen beinhalten. Um die „eBook active“-Reihe genauer kennenzulernen, haben wir das eBook „Schlagfertigkeit“ von Petra Schächtele-Philipp getestet – und waren ehrlich begeistert. Lernen durch Interaktion Gerade bei einem  Thema wie „Schlagfertigkeit“ ist die Wahl dieser Form des Lesens und Lernens eine tolle Idee. Denn wie kann man schlagfertige Reaktionen besser üben, als mit real gesprochenen Sequenzen? So kannst Du dir die Gespräche erst in Ruhe anhören und sie anschließend bewerten, indem Du Häkchen setzt – Wie hat die Reaktion von Herrn Frisch auf dich gewirkt? Hat er in deinen Augen schlagfertig gekontert oder nicht? Wie hättest Du an seiner Stelle reagiert? Anschließend liefert die Expertin ihr Fachwissen – diesmal im Textformat –  und erklärt, warum vielen die Spucke wegbleibt, wenn‘s drauf ankommt. Lesen, Hören, Bewerten, Verstehen Insgesamt 23 dieser Audio-Dialoge, die Situationen aus dem wahren Berufsleben  nachahmen, beinhaltet das interaktive eBook. In Detailanalysen der Gespräche nimmt Schächtele-Philipp einzelne Sätze ganz genau unter die Lupe. Anhand der gewonnen Ergebnisse aus den Fallbeispielen fasst die Expertin die wichtigsten Erkenntnisse  anschaulich  zusammen und präsentiert wirkungsvolle Tipps für Konter, die sitzen. Zwischendurch triffst Du  immer wieder auf Selbstchecks zum Download und übersichtlich strukturierte Zusammenfassungen. Und auch für persönliche Notizen ist im eBook ausreichend Platz. So wird aus dem eBook ein wirkliches Arbeitsbuch. Roter Reiter-Fazit: Die Reihe „eBook active“ zeigt, was eBooks wirklich leisten können, wenn das Format intelligent genutzt wird. Es geht eben nicht darum, gedruckte Bücher 1:1 zu digitalisieren, sondern das Medium konsequent zu nutzen. Petra Schächtele-Philipp ist das mit dem in dieser Reihe erschienenen E-Book auf jeden Fall gelungen. So macht lernen Spaß – und das gelernte bleibt wirklich hängen. Erfahre mehr über das digitale Fachbuch des Haufe Verlags. Das Haufe eBook active in Aktion:   Bestellen kannst Du die Bücher aus der eBook active-Reihe direkt unter http://digitales-fachbuch.haufe.de/. ### Das Buch der Woche: Der Allesverkäufer Wie das Internet zum Kaufhaus wurde Das Buch "Der Allesverkäufer" startet mit der Schilderung eines Wunderknaben mit "überragendem Intellekt und schmächtigem Wuchs". Ein aufgeweckter Junge, der mit seinem Erfindungsreichtum die Lehrerschaft begeistert. Der Drang, Neues zu schaffen, bleibt ein Leben lang stetiger Begleiter von Jeff Bezos, dem Amazon-Gründer. Am Ende des spannenden Buches werden Sie Bezos als Getriebenen in Erinnerung behalten. Einen Perfektionisten, für den "gut" grundsätzlich noch zu schlecht ist. Charismatisch, aber auch unverhofft cholerisch, mal inspirierend und dann wieder unergründlich und verschlossen. So skizziert Autor Bard Stone den 25 Milliarden Dollar Mann, der sich alles abverlangt und in der Folge erwartet, "dass die Angestellten rastlos arbeiten, um eine nachhaltige Firma zu schaffen". Für den "Kommunikation in seinem Unternehmen ein Zeichen dafür ist, dass etwas nicht funktioniert". Der Stratege und seine Erfüllungsgehilfen Wirtschaftsjournalist Brad Stone hat über Jahre recherchiert, Amazon-Köpfe und Konkurrenten interviewt, auch mit Bezos selbst gesprochen, um den kometenhaften Aufstieg des weltgrößten Internetkaufhauses in detailgetreuen Episoden nachzuerzählen. Darunter natürlich die Meilensteine bahnbrechender Innovationen, für die Amazon heute steht. Das Empfehlungs- und Bewertungssystem. Die Fähigkeit, Kundenwünsche vorauszusehen. Das glaubhafte Versprechen günstiger zu verkaufen und schneller zu liefern als alle Wettbewerber. Stone würdigt auch die verborgenen Erfolge. Etwa die Akribie, mit der Bezos die Logistik des rasch wachsenden, dezentralen Imperiums vorantreibt und perfektioniert. Dafür schart er Gleichgesinnte um sich, geniale Strategen, die von Amazon-Mitarbeitern wegen ihrer "sklavischen Hingabe, der Loyalität und Effizienz" gerne als "Jeff Bots" verspottet werden. …. und morgen kommt "Amazon Fresh" Die Idee, einen universellen Online-Shop jenseits der Buchtheke aufzuziehen, hatte Bezos bereits früh, ebenso spukte die Vision eines E-Book-Readers schon lange Jahre in seinem Kopf, bevor der erste Kindle das Licht der Welt erblickt hat. Dass ausgerechnet Konkurrent Steve Jobs zum Geburtshelfer wurde, ist eine der überraschenden Anekdoten im Buch. Ein gemeinsames Geschäft zwischen Amazon und Apple zur digitalen Vermarktung von Musik kam nicht zustande. Amazon hatte diesen Markt verpennt. Das virtuelle Buchgeschäft aber konnte er keinem anderen überlassen: Bezos setzt sich brachial gegen die Interessen der Verlage durch, um die Marktmacht im eBook-Business auf- und auszubauen. Mittlerweile ist der Markenname "Kindle" ein Synonym für die Gattung handlicher eBook-Reader - so wie Tesa für Klebestreifen. Seinen inneren Frieden hat Bezos dadurch nicht gefunden. Am Ende des Buchs spekuliert Stone über die weiteren Amazon-Expansionen. Über den kommenden "One night"-Service. Den Verkauf von Lebensmitteln. Den Online-Handel rund um den Globus. Wer das Buch gelesen hat, wird keinen Zweifel daran haben, dass Bezos an diesen Plänen längst hart arbeiten lässt. Roter Reiter-Fazit: "Der Allesverkäufer" ist die faszinierende und auch häufig erschreckende Chronik der katapultartigen Erfolgsstory von Amazon. Spannend erzählt Brad Stone wie Bezos angetreten ist, um die größte virtuelle Ladentheke der Welt aufzubauen. Oliver Ibelshäuser, www.Management-Journal Brad Stone: "Der Allesverkäufer"; Campus 2013 Bestellen Sie dieses Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Mein Hund: Das Paradoxon Des Menschen bester Freund Du hast einen völlig irren Hundeliebhaber in deinem Freundeskreis und weißt nicht, was Du ihm zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken könntest? Dann haben wir hier die perfekte Geschenkidee: das kleine Buch "Mein Hund: Das Paradoxon" von The Oatmeal mit ganz großem Humor und urkomischen Bildern. Vom Katzentod zum Hundeleben Wie typisch für den Erfinder von The Oatmeal Matthew Inman ist dieses Buch gespickt mit witzigen und einzigartigen Comics. Nach dem New York Times Bestseller "Woran du erkennst, dass deine Katze deinen Tod plant", wendet sich er sich nun einer anderen Spezies zu: Hunden! Inman selbst hat bereits mit über zwölf Hunden zusammengelebt und bei jedem hat er sich die gleiche, für Hundeliebhaber quälende Frage gestellt: Was zur Hölle denkt mein Hund über mich? Oder was denkt er überhaupt? Und warum hat mein Hund eigentlich so unglaublich unlogische Ängste? Was empfindet mein Hund für mich? "Was hält er von dem hoch aufragenden affenähnlichen Säugetier, das ihn mit Leckerlis, Streicheleinheiten und Liebe überschüttet?" Dieser und anderen Fragen ist Inman im Laufe der Jahre - Hund für Hund - auf den Grund gegangen. Seine Gedanken dazu hat er in sarkastisch lustigen Comics festgehalten. Und dabei vor allem eins festgestellt: Hunde leben einfach nur unlogisch. In tiefer Verbundenheit mit Rambo Gewidmet hat Inman dieses irrsinnig komische Buch seinem besten Freund und Lieblingsköter "Rambo". Was Rambo in höllische Panik versetzt, wie seine tägliche Sauberkeits-Routinen aussehen, wer es ihm besonders angetan hat und warum es für Inman keinen besseren Freund auf der Welt gibt, erfährst du in dem kleinen aber feinen Büchlein "Mein Hund: Das Paradoxon - Eine liebevolle Abhandlung über des Menschen besten Freund". The Oatmeal: "Mein Hund: Das Paradoxon – Eine liebevolle Abhandlung über des Menschen besten Freund", Wiley 2014 Text: Lena Riedmann ### Buchempfehlung: Frustkiller und Schweinehundbesieger Es ist bequem, eigenes Ungemach auf die anderen oder auf die Umstände zu schieben. Aber grundfalsch und gefährlich. Mal keinen Bock zu haben und lästige Pflichten auf morgen zu verschieben, ist völlig normal. Wenn die „Aufschieberitis“ aber chronisch wird und von Zorn oder Niedergeschlagenheit begleitet wird, heißt es: handeln! Denn unter der unbestimmten Wut auf andere (und sich selbst) leidet die Lebensqualität. Eine Abwärtsspirale. Wer unangenehme Aufgaben und Termine notorisch meidet, wird mit einem geringeren Selbstwertgefühl bestraft und riskiert den Verlust wichtiger Sozialkontakte. Der Psychologe Dr. Harlich H. Stavemann macht dafür die „geringe Frustrationstoleranz (GFT)“ verantwortlich und meint damit die „geringe Bereitschaft von Menschen, etwas zu ertragen, was sie für unangenehm und lästig halten“. Mit seinem kleinen und sehr direkten Buch legt er den Finger in die Wunde. Zeigt anhand vieler Fallgeschichten, wie leicht man sich im eigenen Schlamassel einrichten kann - und es dadurch immens vergrößert. Ein schonungsloser Ratgeber. Eine geringe Frustrationstoleranz ist o.k., solange sie nicht krankhaft wird Eine geringe Frustrationstoleranz zu haben, ist erst einmal ganz normal, liegt gar in unseren Genen begründet. Denn es war und ist überlebensnotwenig, die Energie nicht auf Dinge zu konzentrieren, die keinen Ertrag versprechen (Mammut zu schnell - ich lass ihn ziehen). Krankhaft und selbstschädigend wird eine zu geringe Frustrationstoleranz, wenn sie dahin führt, Dinge vorsichtshalber erst gar nicht auszuprobieren und anzupacken. Stavemann schildert hier die vergebliche Suche einer 35-jährigen Werbekauffrau nach dem Idealpartner. „Null-Verzicht-Junkies“ nennt er solche Leute, die lieber emotional verhungern, als irgendwelche „Nachteile“ in Kauf zu nehmen. Wenn kurzfristige Gewinne zu langfristigen Nachteilen werden Sehr übersichtlich stellt Stavemann die dahinterliegenden Strukturen vor. Zeigt, mit welchen meist unbewussten Bewertungssystemen wir arbeiten und welche Gefühlsreaktionen wir damit hervorrufen. Damit öffnet er die Tür, eingefahrene Verhaltensmuster erst zu erkennen und dann zu verändern. Plastisch illustriert am Fallbeispiel einer Klientin, die schon die dritte Kaffeepause hinter sich hat, bevor sie anfängt, sich an die Steuererklärung zu setzen. Und sich dann aus lauter Frust den nächsten Kaffee holt und anfängt, ein Kreuzworträtsel zu lösen. Das Problem: Wer unter einer geringen Frustrationstoleranz leidet, leidet nicht an den kurzfristigen Konsequenzen (es ist ja angenehmer, einen Kaffee zu trinken, als die Steuererklärung zu machen), sondern an den langfristigen (die Mahnung vom Finanzamt, das schlechte Gewissen am nächsten Wochenende ...). Nicht jeder findet allein aus der Sackgasse heraus Und damit steigt Dr. Harlich H. Stavemann in die schwierigste Phase ein. Denn jetzt geht es darum, Ziele zu formulieren, die zu einem langfristig „gesunden“ Konzept führen. Als Vertreter der kognitiven Verhaltenstherapie setzt der Psychologe darauf, neue mentale Konzepte zu entwickeln und sie umzusetzen. Die schwierigste Übung! Hartgesottenen Fällen empfiehlt Stavemann deshalb auch gleich, sich professionell von Therapeuten begleiten zu lassen. Wer es auf eigene Faust probieren will, kann die zum Teil recht brachialen Belohnungs- und Bestrafungsübungen an sich selbst durchexerzieren. Kein Spaß, aber mit der zumindest vagen Aussicht, die Dinge nachher besser geregelt zu kriegen. Und gut dafür, einen analytischen Blick auf das eigene Verhalten zu werfen. Roter-Reiter.de - Fazit: Kann man mithilfe eines Buches selbstschädigendes Verhalten loswerden? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Sicher ist aber: wer sich von der hier beschriebenen Thematik angesprochen fühlt, sich gar wiedererkennt, tut gut daran, sich näher mit seinen Lebens-, Denk- und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen. Es ist der erste Schritt auf dem meist mühsamen Weg, einen neuen Blick auf sich und die Welt zu werfen. Aber es ist auch ein Weg, den zu gehen es sich lohnt. Rezensent: Wolfgang Hanfstein, www. Roter-Reiter.de Harlich H. Stavemann: Frustkiller und Schweinehundbesieger. Belz 2013 Buch portofrei bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Achtsam arbeiten und achtsam leben Innehalten in der Gegenwart "Wir sind Workaholics!" Menschen, die immer etwas tun müssen, am besten drei Dinge gleichzeitig, und damit den Stress multiplizieren, meint Thich Nhat Hanh, buddhistischer Mönch und Meditationslehrer. In seinem spirituellen Buch "Achtsam arbeiten und achtsam leben" beschreibt er sanfte Wege, um der Hektik-Falle zu entfliehen. Die Formel dafür klingt denkbar einfach und erfordert weder einen Jobwechsel noch eine Auszeit. Nicht mal eine Abkehr von den bisherigen Gewohnheiten. Nur etwas mehr Fokussierung auf den Moment, auf die Gegenwart und die Dinge, mit denen wir im "Hier" und "Jetzt" beschäftigt sind, ist dafür nötig; "Wir sollten so im gegenwärtigen Moment leben, dass Frieden und Freude im Hier und Jetzt möglich sind, dass Liebe und Verstehen möglich sind. Das ist das Beste, was wir für die Zukunft tun können." 24 Stunden Gegenwart Die Übungen, die Ihnen der Mönch Thich Nhat Hanh vorschlägt, klingen teilweise übertrieben einfach, andere klingen für ungeübte Ohren befremdlich. Gemeinsam ist ihnen, dass Sie alle Einheiten sofort und problemlos in Ihren Alltag integrieren können. 24 Stunden lang. Denn darum geht in seinem Buch: Einen ganzen Tag lang, jede einzelne Minute für mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit nutzen: "Ob wir im Bus sitzen, Auto fahren, duschen, Frühstück bereiten - wir sollten es genießen und nicht denken 'Ich habe keine Zeit dafür'." Ihr Gewinn: Mehr innere Ruhe, mehr Resilienz und mehr Glück im Alltag. 6 einfache Tipps für mehr Achtsamkeit Beginnen Sie den Tag mit einer zehnminütigen Sitzmeditation. Nehmen Sie sich Zeit für ein Frühstück zu Hause, setzen Sie sich dafür an den Tisch. Schalten Sie beim Autofahren auf dem Weg zur Arbeit und in Pausen Ihr Mobiltelefon ab. Nutzen Sie rote Ampeln oder Verkehrsstaus als Glocken der Achtsamkeit, um innezuhalten und sich zu entschleunigen. Nehmen Sie mittags nur Ihre Mahlzeit zu sich und nicht Ihre Ängste und Sorgen. Kommen während eines Meetings heftige Gefühle in Ihnen hoch, sollten Sie sich eine kurze Auszeit nehmen, die Toilette aufsuchen und dabei achtsames Gehen praktizieren. Roter Reiter - Fazit: "Achtsam arbeiten und achtsam leben" ist eine behutsame Einführung in die buddhistische Bewusstseinslehre. Einsteigern schmeckt das Buch wie ein exotisches Reisgericht: die Vorspeise gewöhnungsbedürftig, der Hauptgang interessant und spätestens beim Nachtisch freuen sie sich die meisten schon auf das nächste Mal. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Thich Nhat Hanh: "Achtsam arbeiten und achtsam leben"; O.W. Barth; 2013 ### Buchempfehlung: Du schaffst das schon Lebenskrisen meistern Barbara Messer ist leiderprobt. Ihr Buch "Das schaffst du schon" startet sie mit ihren 6 "besten Krisen". Die Trennung von der Lebenspartnerin ist dabei, der Tod der Mutter, eine Fehlgeburt. Massive Schicksalsschläge, die selbst psychisch robuste Menschen aus der Bahn werfen können. Messer aber ist ein Stehaufmännchen: Hinfallen ist OK - liegen bleiben nicht. Ihr Buch handelt davon, wie unverhofft hereinbrechende Krisen bewältigt werden. Und wie die Erfahrungen der eigenen Krisenarbeit auf Dauer sogar das Ego stärken: "Ich habe an Echtheit gewonnen", resümiert die Autorin. Krisen annehmen heißt Krisen überwinden Wie in einem Tagebuch erzählt die Autorin vom eigenen Leiden, von "Angst und Trauer, die in den Knochen sitzen". Und von den emotionalen Rettungsringen, die selbst bei stürmischem Wellengang greifbar sind. Echte Freunde sind natürlich wichtig. Vor allem aber eine emotionale Erdung verbunden mit der Gelassenheit, die Situation mit all ihren negativen Auswirkungen zu akzeptieren, statt die Realität zu bekämpfen ("hinnehmen und vor allem nicht werten!"). Der Glaube an die eigene Widerstandsfähigkeit, "die Kraft, Lösungen zu finden, sich auf Neues einzulassen und den Mut, einen ungewöhnlichen Schritt zu wagen" helfen Ihnen, die Krise Stück für Stück zu überwinden. Esser weiß sehr genau, wie schwer und kurvenreich dieser Weg ist. Mit ihrer persönlichen und authentischen Ansprache hilft Sie Ihnen, Kurs zu halten: "Resiliente Menschen weichen dem Schmerz nicht aus." Denn Krise, so Esser, gestaltet vielleicht Ihre Gegenwart. Ihre Zukunft aber gestalten Sie - bereichert um die Erfahrung, die Schicksalsschläge gemeistert zu haben. Roter Reiter - Fazit: "Du schaffst das schon" ist ein aufrichtiger, sehr persönlicher Trostspender für Menschen, die unter akuten Schicksalsschlägen leiden. Dass Barbara Messer auf Psycho-Tipps vom Reißbrett verzichtet und stattdessen ungeschminkt von eigenen Erlebnissen erzählt, macht das Buch einzigartig und für Betroffene wertvoll. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Barbara Esser "Du schaffst das schon", Gabal 2013 Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Sieg der Silberrücken Beruflich neu starten jenseits der 40 Ab Mitte 40 nur noch die Stunden runterschrubben bis zur Rente? Da können Sie sich doch sicherlich Besseres vorstellen, oder? Gerne helfen Ihnen aber auch Katharina Daniels, Manfred Engeser und Jens Hollmann auf die Sprünge. In ihrem gemeinschaftlichen Buch "Sieg der Silberrücken" ermutigen Sie die Autoren, sich nicht mehr mit dem öden Job abzufinden, den Sie noch nie mochten. Selbst wenn Sie jenseits der 40 sind. Denn nie waren die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen besser, um aus der Mitte des Lebens die "Karriere 2.0" zu starten. Mit SISCA den Startknopf drücken Ihren Neuanfang gestalten Sie nach dem SISCA-Prinzip, das Ihnen hilft, das Ziel zu bestimmen und sich auf dem Weg zum "neuen Ich" nicht zu verlaufen. SISCA steht für Scan, Insight, Select, Create und Act. Kurzum: Die fünf wichtigsten Phasen der Neuorientierung von der Bilanz des Status quo bis zum entschlossenen ersten Schritt in die Zukunft. Anhand von kurzen Kapiteln und zwei Fallstudien zu jeder Entwicklungsphase zeigen die Autoren, wie der Neubeginn funktionieren kann. Fast alle großen Veränderungen beginnen mit dem Gefühl, dass im Job "etwas nicht mehr stimmt" gepaart mit einer flüchtigen Träumerei von Auszeit, Selbstständigkeit oder fachlichen Seitensprüngen. Die Bereitschaft, die Ängste zu überwinden und aus der Komfortzone der Gewohnheiten auszubrechen, ist erreicht, "wenn das weitaus größte Risiko darin besteht, nichts zu tun". Jede, der in dem Buch porträtierten Personen, hat exakt diesen Punkt getroffen und für sich genutzt. Die Managerin, die zur Kunsthändlerin wurde. Der erfolgreiche Drehbuchautor, der noch vor wenigen Jahren vor der Frage stand, "ob er den Flieger oder den Hubschrauber" bei der Arbeit bevorzugt und nun - aus freien Stücken heraus und mit dem Verzicht auf Luxus und Publicity - einen "Saftladen" in Köln betreibt - im wahrsten Sinne des Wortes. Neuausrichtung statt Karriereknick Nicht immer gelingt der berufliche Kurswechsel ohne Nebengeräusche. Bricht das Gebilde der eigenen Karrierepläne zusammen, kommt auch das Privatleben auf den Prüfstand. Wie im Fall von Jan Bredack. Äußerlich das Paradebeispiel für einen erfolgreichen Manager im großen Unternehmen. Die Karriereleiter hochgerannt und auch privat immer auf der Überholspur. Training als Triathlet: 25 Kilometer Laufen, 100 Kilometer Radfahren am Wochenende sind keine Seltenheit. Das geht an die Substanz und auf Dauer nicht gut. Innerlich zu einem "gehetzten Tier" geworden, zieht Bredack die Notbremse. Er verlässt seine Familie, schmeißt später auch den Job hin und gründet ein Unternehmen für vegane Lebensmittel, weil er "nicht mehr essen wollte, was er eigentlich streicheln würde".  Bredack bereut diesen Schritt keine Sekunde, sondern ist "mit jedem Tag mehr überzeugt von seinem Projekt". Die Kunden sind es auch. Der Laden brummt. Und Verbindungen zum alten Leben? Gibt es auch noch: In der Nähe entsteht ein Vertriebszentrum seines alten Arbeitgebers: "Da kommen bestimmt welche zum Mittagessen vorbei. Auf das Wiedersehen freue ich mich schon." Roter Reiter - Fazit: "Sieg der Silberrücken" ist ein Lehrstück über die kreative Kraft der "Mid-Ager", die sich mit gewohnten "9-to-5"Jobs bis zur Rente nicht abfinden, sondern in einem beruflichen Neuanfang persönliche Leidenschaften und Talente ausleben möchten. Sehr unterhaltsam geschrieben, nützlich und sehr motivierend. Oliver Ibelshäuser, www. Roter-Reiter.de Katharina Daniels, Manfred Engeser, Jens Hollmann: "Sieg der Silberrücken"; Linde 2013 ### Buchempfehlung: Sicher und überzeugend präsentieren Viel Erfolg beim nächsten Vortrag! Beeindruckende Präsentationen halten, deren Kernbotschaften verstanden und gespeichert werden - das können Sie auch. Talent als Entertainer ist dafür nicht erforderlich. Begeisterung für Ihr Thema und ein gesunder Zugang zu Ihrem Publikum sind völlig ausreichend. Der Rest ist Handwerk, wie Gudrun Fey in ihrem kompakten Ratgeber "Sicher und überzeugend präsentieren" veranschaulicht. Ein kleines Buch mit Grundlagen, gut geeignet für die Vorbereitung von Fachvorträgen. Eine Folie pro Info Je mehr man vom Fach versteht, desto schwieriger ist es, das Wissen auf den Punkt zu bringen. Gerade aber darum geht es bei Fachvorträgen. Weil viele Experten aber denken "ich mache hier keine Show, ich liefere Fakten", verschenken sie viel Wirkung. Obwohl auch Fachvorträge nur ein einziges Ziel haben können: Beim Publikum muss was hängen bleiben! Also rein ins Vergnügen - ganz gleich, ob es um die freie Rede, den Fachvortrag, das Referat oder die Präsentation der Quartalszahlen geht: Anhand von Mustern und Beispielen erläutert Gudrun Fey, wie Sie schnell ein tragfähiges Gerüst für Ihren Auftritt aufbauen. Wie Sie Folien sinnvoll mit Infos füttern ("nie mehr als 6 Zeilen à 6 Wörter, denn jede Folie sollte innerhalb von 15 Sekunden erfassbar sein") und mit dem "Kopfkino-Trick" bei Bedarf Spannung erzeugen: "Erzählen Sie wahre Geschichten oder erfinden Sie glaubwürdige." Fiese Fragen bekommen die passende Antwort Fey kennt auch die Ängste vor Blackouts und fiesen Fragen aus dem Publikum und erklärt Ihnen, wie Sie diese Situationen souverän meistern, ohne ins Schwitzen zu geraten. Ihr Tipp: Niemals Ihr Unwissen offenbaren, besser "Wiederholen, Gegenfrage, Würdigen der Frage." Machen Politiker im Interview ja auch so. Roter Reiter - Fazit: Sie haben keine Idee, wie Sie Ihren Vortrag aufbauen, dafür aber jede Menge Lampenfieber? "Sicher und überzeugend präsentieren" nimmt Ihnen viel Arbeit bei der Vorbereitung ab und verwandelt Ihre diffusen Ängste in ein gesundes Maß an Vorfreude. Ideal für Experten und Fachleute, die eigentlich Besseres zu tun haben, als zu präsentieren. Die aber, wenn es darauf ankommt, auch in diesem Feld eine tadellose Leistung abliefern wollen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Gudrun Fey: "Sicher und überzeugend präsentieren"; Walhalla Fachverlag, 2013 ### Buchempfehlung: Die Wahrheit über Geld Abgesang auf den Euro Über Geld spricht man nicht, heißt es. Raimund Brichta und Anton Voglmaier tun es trotzdem. Mal in kurzen, knackigen Aufsätzen, mal in Dialogform schicken sie ihr Buch "Die Wahrheit über Geld" ins Rennen, um mit den Mythen zur Geldschöpfung und Kreditvergabe, vor allem aber zu den Ursachen und möglichen Auswegen aus der Euro-Krise aufzuräumen. Kein Sachbuch, das um Neutralität bemüht ist, sondern eine deftige Abrechnung mit Bankenberatern und Politikern, die die aktuellen Sorgen der Bundesbürger um sichere Anlagen, künftige Steuerlasten und Eurokrise kleinreden. Das Märchen von der Schuldenbremse Merkels und Schäubles Versprechen einer Schuldenbremse wird polemisch vom Tisch gefegt: "Eher wird uns der Klapperstorch ein Menschenbaby genau an jenem Tag bringen, an dem Weihnachten und Ostern zusammenfallen, als dass der Staat mit dem Schuldenmachen aufhört." Der Rettungsschirm als Beruhigungspille für den deutschen Steuerzahler wird demaskiert: "Niemand hat etwas - weder die Retter noch die Geretteten - aber jeder geht mit dem, was er nicht hat, sehr großzügig um." Der Euro als europäische Fehlkonstruktion Alle aktuellen Versuche, die angeschlagenen Südländer mit Finanzspritzen wieder auf Kurs zu bringen und damit den Euroraum wirtschaftlich zu stabilisieren, seien zum Scheitern verurteilt. Denn die Eurokrise ist nicht etwa die Folge der griechischen Schuldenwirtschaft, sondern basiert auf "der schlampigen Konstruktionsweise der Gemeinschaftswährung". Schwache Binnenwirtschaften, so die Autoren, passen nicht zu einer starken Einheitswährung. Bankrott plus Euroaustritt ist dann unausweichlich - früher oder viele Milliarden Rettungsschirmgelder später. Einzig ein politisches Konstrukt in Form der "Vereinigten Staaten von Europa" könnte den Zusammenbruch verhindern. Diese "USE" ist aber - wegen nationalstaatlicher Eitelkeiten und bürokratischer Hürden - nicht in Sicht. Ihr Geld in guten Händen Bleibt die Frage, was Sie derweil mit Ihrem Geld machen. Auch darauf haben die Autoren detaillierte Antworten: Verzichten Sie auf langfristige Anlagen über mehrere Jahrzehnte, auch wenn diese hohe Renditen versprechen. Am sichersten ist Ihr Geld, wenn Sie es auf mehrere Banken und Sparkassen mit kleinem Sparzins verteilen. Klingt nicht verlockend, gehorcht aber einer einfachen Regel: "Je niedriger der Zins, desto geringer das Risiko." Roter Reiter - Fazit: Pointiert und unterhaltsam erklären Raimund Brichta und Anton Voglmaier in "Die Wahrheit über Geld", woran der Euro krankt und warum seine Überlebenschancen sehr gering sind. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Raimund Brichta, Anton Voglmaier: "Die Wahrheit über Geld"; Börsenbuchverlag 2013 Buch bestellen auf Managementbuch.de ### Wohnideen aus dem wahren Leben Ein Buch, das zahlreiche Inspirationen, private Einblicke und tolle Tipps der besten Wohnblogger Europas präsentiert. Seit geraumer Zeit wächst die Bloggerszene im Internet stetig. Immer mehr kreative Menschen zeigen auf ihrem Online-Tagebuch öffentlich, wie sie leben und was sie inspiriert. Gerade im Bereich Interior Design sind Blogger längst zu Trendsettern und Einrichtungsberatern geworden. Die Elite der Wohnblogger-Szene Die freie Autorin Petra Harms, die auch für Zeitschriften wie InStyle und Elle schreibt, versammelt in ihrem neuen Buch „Wohnideen aus dem wahren Leben“ bekannte Damen und Herren aus der europäischen Wohnblogger-Szene. Mit dabei sind Ricarda Nieswandt von 23qm Stil, die dänische Fotografin Line Klein, Igor Josifovic von HappyInteriorBlog, das Design Duo Kerstin und Berit von Snug und viele weitere interessante Bloggerinnen und Blogger aus ganz Europa. Bunter, schöner, fröhlicher… Auf über 200 Seiten zeigen die Wohnexperten, welchen Einrichtungsstil sie lieben und leben. Von Dekorationen, über seltene Möbelstücke, Farbexperimente und praktischen Tipps und Tricks wird in wunderschönen Bildern alles präsentiert, was das Leben in den eigenen vier Wänden bunter, schöner, fröhlicher und einzigartiger macht. Dabei sind die einzelnen Kapitel in die verschiedenen Wohnräume der Blogger unterteilt oder liefern Informationen zu Farben,  Proportionen oder der Wirkung von schön drapierten Blumen und Pflanzen. Von skandinavisch bis orientalisch – hier ist für jeden was dabei Ergänzt werden die Hochglanzfotos von Kommentaren, Tipps und kleinen Interviews der verschiedenen Interior-Experten. Denn so unterschiedlich ihre Blogs, so verschiedenen sind auch ihre Wohnstile. Der eine mag‘s skandinavisch clean, der andere orientalisch lebendig. So ist für jeden Leser mit Sicherheit ein Wohnstil dabei, bei dem er sich einiges abschauen kann. Denn das ist es, was dieses Buch leisten will: Eine breite Palette an interessanten Wohnbeispiele und somit zahlreiche Ideen zum Nachmachen anbieten. Roter-Reiter-Fazit: „Wohnideen aus dem wahren Leben“ ist das perfekte Buch, um sich in Sachen Einrichtung, Dekoration und Interior Design inspirieren zu lassen. Egal ob als Blätterlektüre an einem grauen Sonntag auf dem Sofa oder als Design Guide beim Umgestalten der eigenen vier Wände: Es ist ein Buch, das in die Wohnungen und Häuser interessanter Menschen blicken lässt. Blogger, die nicht nur Spaß daran haben, ihren Wohnstil zu zeigen, sondern gerne Tipps geben, wie auch dein Zuhause mit einfachen Handgriffen stilsicher einzigartig wird. Petra Harms: Wohnideen aus dem wahren Leben, Callwey 2013 Text: Lena Riedmann Fotos: (c) Callwey Verlag ### Das Buch der Woche: Der Weg des Tigers Weck den Tiger in dir! Der österreichische Autor Bernhard Moestl hat viel Zeit mit den Shaolin-Mönchen in China verbracht. Seine Gespräche und meditativen Erfahrungen haben seine Arbeit als Coach maßgeblich beeinflusst und bilden auch den Kern seines neuen Buches "Der Weg des Tigers". Darin vermittelt Moestl insgesamt zehn zentrale Weisheiten der buddhistischen Mönche, die sich problemlos auf Ihren (westlichen) Alltag übertragen lassen. Der von den Shaolin verehrte Tiger symbolisiert verborgene Potenziale, die Sie freisetzen können: Mehr Mut, Selbstbestimmung, Achtsamkeit und Offenheit, dazu Demut und einen geschärften Blick auf die eigenen Kraftreserven. Die Brücken, die zwischen "dem Menschen, der Sie sind" und "dem Menschen, der Sie sein möchten", noch zu bauen sind. Zeit können Sie verschleudern, aber nicht zurückkaufen Um Ihnen die Persönlichkeitsarbeit schmackhaft zu machen, setzt Moestl auf Erkenntnisprozesse und Mitarbeit. Anhand fernöstlicher Gleichnisse und alter Weisen erweitert der Autor den Horizont, um eingefahrene Denkmuster zu hinterfragen. Verlustängste zum Beispiel, die "zu den mächtigsten natürlichen Feinden des Menschen zählen." Weil Sie dazu führen, dass Sie an Gewohnheiten und Dingen festhalten, die längst ihren Nutzen verloren haben. "Gleichgültig, ob auf einer Reise oder im Kopf, was auch immer Sie einpacken, Sie müssen es in der Folge mit sich herumtragen." Auch die Balance zwischen Arbeit und persönlicher Freizeit sollten Sie auf den Prüfstand stellen. Ganz losgelöst von Ihren Kontoeingängen. Denn "das Geschäft funktioniert nur in eine Richtung. Sie können beliebig viel Lebenszeit in Geld umtauschen. Nur ein Rücktausch ist leider nicht möglich." Tipp: Moestl bittet Sie zu Beginn, ein kleines Notizbuch anzuschaffen, um Gedanken zu notieren und die vielen Übungsfragen zu beantworten. Darauf sollten Sie sich unbedingt einlassen. So erhalten Sie nicht nur ein ungeschminktes Spiegelbild Ihrer Wünsche, Ängste, Hoffnungen und Ziele, sondern mit der Zeit auch ein ermutigendes Protokoll Ihrer Fortschritte. Roter Reiter-Fazit: "Der Weg des Tigers" ist ein kurzweiliges, gelungenes Selbst-Coaching-Buch, das Ihnen wertvolle Denkanstöße für ein zufriedeneres Leben geben wird. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Bernhard Moestl: „Der Weg des Tigers“, Knaur 2013 Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Der weisse Hai im Weltraum Von einem der auszog, das Erzählen zu lehren "Storytelling" ist der Fachbegriff für die Fähigkeit, Geschichten so zu erzählen, dass man gerne zuhört. Der Inhalt muss nicht vollständig der Wahrheit entsprechen, aber so unterhaltsam, überraschend, spannend oder anrührend präsentiert werden ("Vernunft und Gefühl ansprechen"), dass er von den Zuhörern gespeichert und zitiert wird. Eine Kunst ist das nicht, eher solides Handwerk. Das weiß Veit Etzold sehr genau. Der Bremer ist Autor des Bestsellers "Final Cut" und anderer Thriller - ein erfahrener Architekt für mehrstöckige Handlungsstränge, die den Leser über viele hundert Seiten bannen. Hinter jeder erfolgreichen Marke steht eine gute Story In seinem aktuellen Fachbuch "Der weiße Hai im Weltraum" wendet er sich an Manager und erteilt Nachhilfe im Geschichtenerzählen. Das Wissen dazu ist nicht nur beim Stehempfang oder am Rednerpult vor Aktionären von Vorteil. Wer gut erzählen kann, punktet auch schneller in der Verhandlung mit Kunden und kann das Image seines Unternehmens von "mausgrau" zu "bunter Hund" korrigieren, denn "erst eine gute Story macht eine Dienstleistung greif- und nachvollziehbar und macht das Unternehmen und seine Produkte einzigartig." Gerade in der Epoche des Facebook- und Twitter-Informationsbombardements, in der "jeder reden will, aber keiner zuhört", bleiben nur noch die guten Geschichten hängen. Die werden dann blitzschnell um die halbe Welt verbreitet. Was eine gute Story ausmacht Detailliert schildert Ihnen Etzold, welche Zutaten eine gute Story ausmachen. Polarisierende Protagonisten gehören dazu (den "Guten" sollten Sie mit Ihrem Unternehmen besetzen), ein Problem (wie wär's mit dem Kundenbedürfnis, das Sie besonders gut befriedigen?) eine Strategie und ein Happy End (für den Konsumenten genauso wie für Ihre Firma). Etzold kennt viele Beispiele aus der Wirtschaft, in denen gute Geschichten zu guten Firmenzahlen geführt haben oder eben auch zu stürmischen Protesten wie bei Coca Cola oder der Lufthansa. Der Kranich erlebt mit altbackenen Werbestorys immer wieder Bruchlandungen - abgestraft von den Konsumenten wegen Unglaubwürdigkeit und zu vieler Klischees. Damit Sie den passenden Rahmen, den richtigen Einstieg und Schluss für Ihre persönliche Success Story finden und die Rollen der Helden und Schurken bestmöglich besetzen, gibt Ihnen der Autor zum Ende des Buches ein Tool Kit mit - einen Katalog von Fragen, der Ihnen hilft, gute Geschichten systematisch aufzubauen. Roter Reiter-Fazit: "Der weiße Hai im Weltraum" ist ein sehr unterhaltsames Strategie-Buch für Manager mittlerer und großer Unternehmen, die in der Außen-und Binnenkommunikation künftig auf Pointen setzen statt auf lebloses Zahlenmaterial. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Veit Etzold: "Der weisse Hai im Weltraum", Wiley 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Wie Gesundheit entsteht Von der Kunst gesund zu werden und zu bleiben Unter Soziologen, Medizinern und Psychologen besteht längst Einigkeit darüber, dass Gesundheit mehr bedeutet als "die Abstinenz von Krankheit". Vielmehr geht es um ein Gleichgewicht des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, das der Einzelne in Interaktion mit seinen Mitmenschen immer wieder herstellen muss. Für diese noch recht junge Forschungsdisziplin hat sich der Begriff "Salutogenese" durchgesetzt. Autor Eckhard Schiffer erläutert in seinem populärwissenschaftlichen Buch "Wie Gesundheit entsteht" die Grundlagen der Salutogenese und würdigt damit die Bedeutung sozialer Maßnahmen bei der Heilung und Linderung von Krankheiten. Spielen und reden Spielerische Elemente und Dialogmuster ("Erzählen, Zuhören, Nachsinnen") macht Schiffer als zentrale Elemente der Gesundheitsförderung aus. Nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die sich mit dem Autor zusammen auf eine "Schatzsuche" begeben, um innere Ressourcen zu aktivieren und die Resilienz zu steigern und damit auch das Kohärenzgefühl ("Fortsetzung des Urvertrauens"): "Spiel bewahrt vor Starrsinn und ermöglicht zugleich Sinn- und Selbstwirksamkeitserfahrungen für ein starkes Kohärenzgefühl" Roter Reiter-Fazit: Gesund werden ohne Tropfen und Tabellen: Schiffer nimmt Sie mit auf eine überraschende und unterhaltsame Tour durch Psychologie, Soziologie, Philosophie und Kunst, um Ihnen zu zeigen, dass Sie die kreativen Kräfte der Genesung längst in sich tragen. Sie müssen sie nur aktivieren. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Eckhard Schiffer "Wie Gesundheit entsteht"; Beltz 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de  ### Buchempfehlung: Das Kairos-Prinzip Der richtige Zeitpunkt für den Karrieresprung Sich über den Chef zu ärgern, mit dem Job oder der Bezahlung unzufrieden zu sein - das ist völlig normal. Und damit stehen Sie nicht allein. Wenn sich das Gefühl "Ich will mich verändern" jedoch über Wochen und Monate verstärkt, sollten Sie an einem Neuanfang arbeiten. Ursula M. Wagner hat mit dem Buch "Das Kairos-Prinzip" in diesem Fall den idealen Begleiter für Ihren beruflichen Neuanfang. Der richtige Zeitpunkt Der Begriff "Kairos" stammt aus dem Altgriechischen und meint den "günstigen Zeitpunkt" für eine Entscheidung oder wegweisende Handlung. Wagner nutzt den Terminus als Oberbegriff für ihr ganzheitlich ausgelegtes Biografie-Coaching (KBC). Legen Sie gleich ausreichend Papier und Kugelschreiber bereit. Denn anhand der vielen Übungen nehmen Sie eine umfassende Persönlichkeits-Inspektion vor: "Sie erschließen sich über Ihr biografisches Datenchart die Fragen nach Ihrer Identität, Ihrer aktuellen Lebensphase, Ihren Werten und vor allem Ihren Kompetenzen und Stärken." Am Ende haben Sie Klarheit darüber, auf welche Annoncen Sie sich bewerben wollen, ob die Selbständigkeit eine passende Alternative ist oder nur wenige Schrauben im bisherigen Job neu angezogen werden müssen, um Sie glücklich(er) zu machen. Roter Reiter-Fazit: "Das Kairos-Prinzip" ist das richtige Buch für alle, die beruflich neue Wege beschreiten wollen, das Ziel und den Fahrplan aber noch nicht vor Augen haben. Nebenbei auch für die Neuorientierung im privaten Bereich sehr hilfreich, denn während des Selbst-Coachings werden Sie sich besser denn je kennen lernen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Ursula Wagner: „Das Kairos-Prinzip“; Campus 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Hudson River Lesebuch für Entscheidungsmuffel "Hudson River" ist ein ungewöhnlicher Titel für ein Sachbuch. Und überraschend ist auch der Inhalt. Im lässigen Plauderton philosophiert Autor Peter Brandl über die Ursachen und Irrwege der Aufschieberitis bei wichtigen Entscheidungen. Streut Anekdoten und Gedankenspiele zwischen seine Tipps und erzählt sehr viel Biografisches - vor allem zu seinen Erfahrungen als Flugzeugpilot. Und so erklärt sich auch der Titel. "Hudson River" ist eine Anspielung, besser: "eine Hommage", an den Airbus-Kapitän Chesley Burnett Sullenberger, der im Januar 2009 mitten in New York auf dem Hudson River eine Passagier-Maschine notlandete und allen 150 Insassen das Leben rettete. Das Erfolgsgeheimnis: Erfahrung natürlich, aber auch die Bereitschaft, unter höchstem Druck eine ganze Reihe waghalsiger Entscheidungen zu treffen bei ungewissen Konsequenzen. Das könnte auch als Leitsatz für dieses Buch dienen. Wann Sie die Reißleine ziehen müssen Brandl spricht all jene an, die längst wissen, "dass sie jahrelang das Falsche tun" und dennoch im gewohnten Trott verharren - aus Angst vor dem unbekannten Neuen: "Ich habe schon so viel investiert, da kann ich doch jetzt nicht aufhören". Gemeint sind Investitionen in Zeit (beispielsweise mit dem falschen Partner), in Geld (das Haus, das Sie nie kaufen wollten) oder auch in Ihr Engagement für den Arbeitgeber, zu dem Sie nur widerwillig jeden Morgen gehen. Brandl weiß: "Je höher die Investition, desto schwieriger wird es, die Reißleine zu ziehen". Andererseits: Immer noch weiter auf ein Minus-Konto einzuzahlen, würde den Verlust deutlich erhöhen. Keine Angst vor Fehlentscheidungen Wichtige Entscheidungen fallen nicht leicht und "die richtige Entscheidung zu treffen, hat viel mit Aushalten zu tun", weil Sie die mittel- und langfristigen Konsequenzen nicht absehen können: "Wer entscheidet, kann auch verlieren". Das aber sollte Sie niemals daran hindern, neue Wege einzuschlagen. Denn "wenn du in fünf Jahren sowieso darüber lachst, kannst du das doch eigentlich auch gleich tun." Brandl schreibt den wunderbaren Satz dazu: "Jede Entscheidung ist richtig - zum Zeitpunkt der Entscheidung". Wer sich alte Fehler verzeiht, schafft die Basis für mutige, neue Optionen in allen Lebensbereichen. "Du musst immer wieder herausfinden, ob das, was du tust, immer noch up to date mit deinen aktuellen Prioritäten ist". Roter Reiter-Fazit: Die vielen persönlichen Geschichten und Randnotizen machen "Hudson River" zu einem kurzweiligen, sehr unterhaltsamen Ratgeber, der Entscheidungsmuffeln fast beiläufig den Rücken stärkt, um morgen endlich die Dinge geradezurücken, die schon seit Jahren quer liegen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Peter Brandl: "Hudson River", Gabal 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de ### Die besten Business-Tipps #27 - Effizientes Networking "Gute Kontaktpflege ist Erfolg versprechend." Doch warum tun sich viele von uns so schwer mit dem Thema Networking? Aus Angst, man würde aufdringlich wirken und zurückgewiesen zu werden? Oder denken wir: Die Leute werden schon von sich aus Kontakt mit uns aufnehmen? Networking-Expertin Lisa Marshall weiß die Antwort: Viele wissen einfach nicht, wie richtiges Networking tatsächlich funktioniert. Daher gibt es hier die sieben wichtigsten Regeln für ein effektives Networking: Intensive Kontaktpflege ist das A und O für den Aufbau einer guten und stabilen Beziehung. Beständigkeit, Konsequenz und Geduld sind bei der Kontaktpflege unverzichtbar, um eine Beziehung weiter auszubauen und zu vertiefen. Erst geben, dann nehmen: Investiere zuerst in den Aufbau und die Vertiefung deiner Netzwerk-Beziehungen, bevor Du andere um etwas bittest. Biete großzügig Unterstützung an, ohne eine Gegenleistung zu erwarten (oder zu verlangen). Verschiebe die nächste Kontaktaufnahme nicht auf später oder gar auf die lange Bank. Es gibt immer eine Möglichkeit, um wieder Kontakt aufzunehmen. Sei konsequent präsent, damit deine Netzwerk-Kontakte merken, dass sie auf dich zählen können. Sei beharrlich, aber geduldig. Setze auf Wiederholung, um deine Marke so stark im Bewusstsein deiner Netzwerk-Kontakte zu verankern, dass diese dir bei künftigen Kaufentscheidungen spontan den Vorzug geben (Stichwort: Top-of-Mind Awareness). Vertiefe deine Beziehungen, indem Du deinem Gesprächspartner Fragen stellst. Plane deine Networking-Aktivitäten, damit Du dein Netzwerk zielgerichtet erweitern kannst. Mehr zu diesem Thema findest Du in Lisa Marshalls Buch "Sei smart!" (Books4Success, 2013) Foto: © PerfectLazybones - Fotolia.com ### Das Buch der Woche: Geben und Nehmen Warum Kooperation die bessere Managerstrategie ist An wen denkst Du, wenn von "erfolgreichen Machern" die Rede ist? An die Gattung dominanter Alpha-Tiere wie Jeff Bezos, Josef Ackermann oder Steve Jobs? Typen, die mit ihrem Ego nicht nur einen Chefsessel, sondern komplette Sitzreihen im Stadion füllen könnten? Adam Grant hat andere Menschen im Sinn, stille, kooperative Typen, die Ihren Kopf nicht im TV und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen müssen, um den persönlichen Erfolg zu genießen. Von "Gebern" eben. In seinem Buch "Geben und Nehmen" hat sich Adam Grant auf die Suche gemacht nach Führungs- und Persönlichkeitsmustern erfolgreicher Manager und Unternehmer. Und dabei interessante Entdeckungen gemacht. Da gibt es die "Nehmer", Erfolgstypen, die mit brachialer Gewalt ihre Ziele verfolgen und "Gefälligkeiten immer mit Bedingungen verknüpfen". Auf der anderen Seite stehen die "Geber", die in Vorleistung treten und nicht sofort das Feld abernten, das sie just bestellt haben. Die mit Geduld soziale Netzwerke aufbauen und ihre kooperativen Gesten nicht in Dollar oder Applaus aufwiegen. Ihnen widmet Grant sein Buch.  Der Vater der "Simpsons" Der Autor portraitiert Menschen, die nicht trotz, sondern wegen ihres verantwortungsvollen Führungsstils bahnbrechende Erfolge erzielen konnten. Auch wenn ihre Köpfe selten oder nie die Manager-Magazine schmücken. Wie George Meyer. Allerweltsname, kennt keiner? Stimmt, aber die Simpsons kennen Sie und den "Letterman"? Meyer hat den witzigen Figuren mit seinem bissigen Humor einen persönlichen Stempel aufgedrückt. Nach Grant sind Meyers "komödiantische Wirkungsmacht" und dessen "enorme Kreativität" mit der Persönlichkeit des Gebers verwurzelt. Sein Erfolg basiert nicht auf Alleingängen, sondern auf Kooperationen. Das dankten ihm die Kollegen, indem sie "sein komisches Genie bewunderten und darauf vertrauten".  Ist der Ruf erst ruiniert ... In zahlreichen Fallstudien belegt Grant, dass Geber langfristig oben schwimmen, und Nehmer für die (kurzfristigen) Erfolge irgendwann die Zeche zahlen. Weil sie "als Zentralgestirne im Sonnensystem Ihrer Unternehmen" früher oder später an Vertrauen und Glaubwürdigkeit einbüßen. Sympathie ist dann eh schon verspielt: "Wenn Du ein Nehmer bist und alle Welt über deine Beziehungen und deinen Ruf Bescheid weiß, ist es schwerer, nachhaltigen Erfolg zu haben."  Der Erfolg Ihrer Partner wird zu Ihrem Erfolg Nehmer verbreiten Angst, Geber bekommen den Respekt geschenkt, weil sie als Vorbilder fungieren. Weil sie clever vorgehen, denn "je intelligenter man ist, desto mehr hilft man seinem Verhandlungspartner, selbst erfolgreich zu sein". Top-Managerin Sherryann Plasse bilanziert treffend: "Ein Geber zu sein, hat zu meinem persönlichen und beruflichen Erfolg beigetragen. Es ist befreiend." Und wie wird man selbst (wieder) zum Geber, obwohl längst die Nehmer-Qualitäten überwiegen? Indem die Wettkampforientierung zugunsten des ursprünglichen "Wertekanons" kritisch hinterfragt wird. Klingt so, als wäre es unbedingt einen Versuch wert.  Roter Reiter-Fazit: "Geben und Nehmen" ist ein 400 Seiten starker Beleg dafür, dass Anstand, Empathie und soziale Verantwortung auch in den Chefetagen ihre Berechtigung haben. Gerade dort! Weil sie das Auslaufmodell patriarchischer Führungsstrukturen prima ersetzen können. Buchempfehlung: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Adam Grant: "Geben und Nehmen", Droemer 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Video der Pink University: So gelingt die perfekte Bewerbung! Kennst Du das: Du bist auf Jobsuche und dein Kopf ist voller Fragen? Wie finde ich einen Job, der gut zu mir passt? Und wenn ich ihn gefunden habe: Wie bringe ich mein Knowhow und meine Fähigkeiten anschaulich rüber? Sprich: Wie schreibe ich eine erfolgreiche Bewerbung mit der ich mich gegen die anderen Interessenten durchsetzen kann? Die renommierte Karriere-Expertin und Initiatorin der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung Doris Brenner verrät dir in elf Videos, wie Du vom bloßen Bewerber zum Wunschkandidaten wirst. Lerne in dem Videotraining „Die erfolgreiche Bewerbung“ der Pink University, wie Du dich von der Masse abhebst, indem Du deine Bewerbung von Anfang an genauestens durchdenkst. Dabei erklärt dir Doris Brenner, wie Du bereits mit dem richtigen Anschreiben begeistern kannst, wie das perfekte Bewerbungsfoto aussehen sollte und wie Du deinen Lebenslauf professionell verfasst. Außerdem gibt die Expertin hilfreiche Tipps zum Thema „Vorstellungsgespräch“. Welche Fragen solltest Du stellen, welche Antworten liefern und wie klärt man eigentlich die gehaltsfrage souverän? Dieses Videotraining gibt dir konkrete Leitfäden an die Hand: von der Erstellung deines Qualifikationsprofils bis zum Vorstellungsgespräch und der Entscheidung bei mehreren Zusagen. Schau dir das neue Videotraining der Pink University an und hol dir den Job, von dem Du träumst! Mit diesem Gratis-Video erhältst Du einen Einblick in das Videotraining von Doris Brenner:   Video: (c) Pink University Text: Lena Riedmann ### Buchempfehlung: So finden Sie Ihr Dream-Team Drei Beziehungen aufbauen statt tausend Kontakte auf Facebook Wer nur im eigenen Saft schmort, wird es nicht weit bringen. Wenige Erfolgsaussichten haben laut Bestsellerautor Keith Ferrazzi auch die Zeitgenossen, die ihre Abende vor dem PC verbringen, um möglichst viele “Freunde” einzusammeln. Stattdessen geht es ihm in “Finden Sie Ihr Dream Team” darum, eine Hand voll qualitativ hochwertiger Beziehungenaufzubauen und zu pflegen. Ein Team, um sich aufzubauen, das unterstützt, hilft und zu beruflichen Erfolgen genauso wie persönlichem Glück anspornt. Dahinter steckt immer ein gutes Team Hinter allen erfolgreichen Personen stehen ein paar Menschen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Dieses Prinzip hat sich vor 50 Jahren auch die stark übergewichtige Jean Nidetch zu nutze gemacht. Sie konnte ihre Freundinnen gewinnen, gemeinsam mit ihr abzunehmen. Gegenseitige Kontrollen und gegenseitige Motivation zeigten nachhaltige Erfolge. Die Weight-Watchers waren geboren. Mit diesem Beispiel zeigt Keith Ferrazzi auch seine Richtung an. Sich vertrauten Personen öffnen, auch Schwächen eingestehen, großzügig sein und sich gegenseitig verpflichten. Vertrauen ist unbezahlbar Das hat alles wenig mit dem üblichen Networking zu tun. Zwar empfiehlt Ferrazzi, auch soziale Netzwerke wie Facebook zu nutzen, um Ausschau nach Menschen zu halten, mit denen ein intensiver Austausch lohnenswert sein kann. Einen Ersatz bieten Facebook-Freundschaften allerdings nicht. Schlagend deutlich wird das anhand einer Studie, die Ferrazzi zitiert. Sie zeichnet, was Freundschaften anbelangt, ein deutlich nüchterneres Bild, als uns das die Schwärmereien über die Möglichkeiten des Internets nahelegen. 1985, so heißt es in der American Sociological Review 2006, hatte ein Durchschnittsamerikaner drei Menschen, denen er Dinge anvertrauen konnte, die ihm wichtig waren. Heute sind es nur noch zwei. Und 25% gaben gar an, überhaupt keine Vertrauensperson mehr zu haben. Um solche Menschen zu finden, muss man sich selbst öffnen. Das zeigt sich auch an den Fragen, die Ferrazzi Unternehmensteams stellt, die eine tiefere gemeinsame Basis finden wollen: “Welcher Kampf aus deinem früheren Leben hat dein heutiges So-Sein am meisten beeinflusst? – Und schon ist man weit jenseits der üblichen Floskeln. Beziehungsarbeit ist wichtige Arbeit Der Originaltitel von “So finden Sie Ihr Dream-Team” heißt “Who’s got your back” und bezeichnet genauer das Anliegen des Autors, der schon mit seinem Buch “Geh nie alleine essen” für Furore gesorgt hat. Sein Verdienst ist es, die Bedeutung enger zwischenmenschlicher Beziehung auf die Tagesordnung zu setzen und Wege aufzuzeigen, solche Beziehungen herzustellen. Denn sie entsehen nicht von selbst und fallen auch nicht vom Himmel. Man muss sich für eine solche Beziehung einsetzen, dafür arbeiten. Kleines Manko: Ferrazzi verknüpft diese Erkenntnisse mit seinen eigenen Erfahrungen, und vermischt die persönliche mit der beruflichen Ebene. Das macht das Ganze etwas unübersichtlich und stellenweise redundant. Dennocheine klare Roter-Reiter.de – Empfehlung, weil Keith Ferrazzi zeigt, wie wichtig und lohnend die Arbeit an guten Beziehungen ist. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Keith Ferrazzi: So finden Sie Ihr Dream-Team. Börsenbuch Verlag. mehr Infos zum Buch… ### Buchempfehlung: Der große Business-Knigge So benehmen Sie sich richtig – im Job Im Geschäftsleben gelten andere Regeln – und Sie sollten sie kennen, wenn Sie beruflich nicht in der Sackgasse landen möchten. Petra Begemann, arrivierter Business-Coach mit Spezialisierung auf Geschäftsetikette, stellt in ihrem Buch alles vor, was im Business gilt. Beispielsweise wie Sie den ersten Eindruck von sich optimieren, Chefs für sich gewinnen, Autorität erarbeiten (bei Mitarbeitern), sich den Rücken freihalten (gegenüber Kollegen) und Erfolge programmieren (bei Kunden & Geschäftspartnern). Eigene Kapitel sind den Frauen gewidmet, die ihren individuellen Weg zwischen Benimm und Selbstbehauptung finden müssen, und dem Geschäftsessen als Herausforderung ganz besonderer Art. Petra Begemann schreibt nicht vor, was Sie tun müssen. Sie zeigt viel mehr Spielräume auf und gibt nützliche Tipps für viele Situationen (falls Sie zum Beispiel eines Tages allein mit Ihrem obersten Boss im Aufzug stehen). Roter-Reiter.de – Empfehlung für alle, die sich auch durch ihr gekonntes Auftreten überzeugen möchten Anne Kaltenbach, www.Roter-Reiter.de Petra Begemann “Der große Business-Knigge”. Stark Verlag. mehr Infos zum Buch: “Der große Business-Knigge” bei Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Sprachführer Business English In jeder Situation die richtigen Worte griffbereit Umfassende Vokabeln und Redewendungen für fast alle Businesssituationen finden Sie in diesem “Sprachführer Business English”. Übersichtlich in 16 große Kapitel gegliedert, werden die typischen Formulierungen aufgezeigt. Die einzelnen Kapitel (z.B.: Am Telefon, Projekte im Team, Geschäftsreisen) sind zusätzlich nach Sinneinheiten zusammengefasst (z. B. Meetings, Argumentieren, Gegenargumente bringen, zum Schluss kommen). Aufgrund derübersichtlichen, situationsbezogenen Anordung der Vokabeln, finden Sie schnell das passende Wort bzw. den passenden Satz. Der “Sprachführer Business English” ist sehr gut geeignet, um sich das wichtigste Vokabular in häufig gebrauchten Bereichen schnell und gezielt anzueignen. Für alle seltener benötigten Themen ist das Buch eine gute Nachschlagemöglichkeit, um sich zügig mit den wesentlichen Formulierungen vertraut zu machen. Roter-Reiter.de-Empfehlung für diesen sehr übersichtlich gestalteten und leicht im Business-Englisch-Alltag einsetzbaren Sprachführer. Sprachführer Business English. Langenscheidt. mehr Infos zum Buch: “Sprachführer Business English” bei Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Orientierungshilfe für die Berufswahl Erstklassige schulische Noten sagen nicht viel über spätere berufliche Neigungen und Kompetenzen aus. Das weiß niemand besser als die zahlreichen Schulabgänger, die sich mit der Frage nach dem richtigen Ausbildungsberuf oder dem passenden Studiengang sehr schwer tun. Wer es in den 10, 12 oder 13 Jahren seiner Schulzeit versäumt hat, sich anhand berufsbezogener Praktika zu orientieren, findet in dem Buch „Was ist dein Ding?“ den richtigen Nachhilfeunterricht. Und der wird der jungen Leserschaft nicht nur viele wichtige Denkanstöße mitgeben, sondern dank der frischen Ansprache und vieler interaktiver Elemente auch Spaß beim Lesen bereiten. Den Fallschirm aufspannen Das Autorenteam Bolles, Christen und Blomquist holt die Schulabgänger mit dem Fallschirm ab. Diese Metapher ist aus zwei Gründen gut gewählt. Zum einen deutet sie an, dass es in dem Buch um eine abenteuerliche Reise zu den eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Wünschen geht. Zum anderen gibt das Fallschirm-Bild das Ziel vor: „Dort landen, wo du landen willst“. Und das am besten sanft. Das sehr praxisnahe, in der zielgruppenadäquate „Du“-Anrede verfasste Buch hilft bei der Identifikation eigener Interessen und Kompetenzen und der Zuordnung zu relevanten Berufsbildern. Gut, dass die Autoren hierbei nicht die kreative Bremse reinhauen, sondern verdeutlichen, dass das Hobby „Tiere“ mehr Möglichkeiten eröffnet als Pfleger im Zoo oder Veterinärmediziner. Facebook auch für die berufliche Orientierung nutzen Wer dann seine beruflichen Ziele auf zwei oder drei Berufe reduzieren kann, sollte Experteninterviews führen, um zu checken, ob das eigene Wunschbild tatsächlich mit dem Alltagsanforderungen in diesem Job übereinstimmt. Dazu sind Kontakte und Netzwerke notwendig. Auch das ist kein Hexenwerk, wie die Autoren zeigen. Wer bei Facebook aktiv ist, hat die erste Tür schon geöffnet. Den gelungenen Abschluss des Ratgebers bilden Tipps für die Bewerbungsphase, das Vorstellungsgespräch und den Einstieg in den neuen Job. Eine runde Sache! Roter Reiter-Fazit: „Was ist dein Ding“ ist ein lehrreiches und unterhaltsames Arbeitsbuch für Schulabgänger. Wer nicht nur querliest, sondern sich auch auf die vielen Übungen einlässt, erfährt mehr über sich und seine berufliche Perspektive als in der gesamten Schulzeit zuvor. Lässt sich auch wunderbar verschenken – zum Beispiel von Eltern, die sich wegen der Orientierungslosigkeit des eigenen Nachwuchses Sorgen machen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Richard Nelson Bolles, Carol Christen, Hean M. Blomquist: „Was ist dein Ding?“, Campus 2013 Mehr zu “Was ist dein Ding?” auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Erfolgsstrategien für Faulenzer Wie Sie sich gekonnt vor (unnötiger) Arbeit drücken Auch wenn der Titel seines Buches “Erfolgsstrategien für Faulenzer” recht flapsig daherkommt und Peter Taylors Stil sicher für den einen oder anderen lauten Lacher sorgen wird: Der Ratgeber ist sehr nützlich und hält zu 100 Prozent was der Untertitel “Wie Sie beruflich und privat mit weniger Aufwand mehr erreichen” verspricht. Fortan konsequent die Beine hochzulegen und sämtliche Arbeit zu meiden, steht aber nicht auf der Agenda. Vielmehr verrät Taylor eine Reihe guter Tipps, die Ihnen helfen, die nötige Arbeit schneller, und effizienter zu erledigen oder sie auch dem Kollegen zuzuschieben, der vermeintlich “besser dafür geeignet ist”. Kurzum: Den inneren Stress-Motor runterzufahren, weniger Aufwand für ungeliebte Tätigkeiten zu betreiben und am Ende des Tages etwas mehr Freizeit rauszuschaufeln. “Cleveres Faulenzen” nennt Peter Taylor dieses Konzept, eine “Kombination aus Bequemlichkeit und Intelligenz”. Ein kurzes “nein” im Büro ist das “ja” zu mehr Freizeit Stellvertretend für alle Faulenzer-Einsteiger, die noch mit den Argumenten wie “Was soll denn der Chef von mir denken, wenn ich das nicht sofort mache?” hadern, schickt Taylor den fiktiven “Nigel” ins Rennen. Der wandelt sich vom “Unlust-Arbeiter” zum “Spaß-Faulenzer”, ohne Job und Familienfrieden zu riskieren. Das können Sie auch! Voraussetzung dafür: Sie verinnerlichen das Pareto-Prinzip, nach dem “nur 20 Prozent Ihrer Tätigkeiten wirklich wichtig sind. Aus diesen 20 Prozent resultieren 80 Prozent der Ergebnisse.” Das heißt, besser zu priorisieren (“Wollen Sie das erledigen? Müssen Sie das erledigen?”) und konsequent “nein” zu sagen, wenn Sie “nein” denken. Und zwar “ohne Entschuldigungen und Ausreden”. Eat that Frog! Und zwar als Erstes! Taylor gibt Ihnen viele kleine Denkanstöße, um im Alltag die versteckten Zeitkiller zu entlarven. Beispielsweise die E-Mail-Flut: Sie sollten nur so viele Eingänge im Postfach haben, wie Sie auf einen Blick erfassen können. Und er ermuntert Sie, lästige Aufgaben nicht mehr aufzuschieben: Dafür zitiert er den Großmeister Brian Tracy zu Recht mit “Eat that Frog!” – die Kröte morgens als Erstes schlucken, dann hat man das Schlimmste an diesem Tag schon hinter sich. Guter Rat! Roter Reiter-Fazit: Peter Taylors frecher Faulenzer-Ratgeber ist ein gelungenes Lehrstück in Sachen Zeitmanagement und Aufgabenplanung. Charmant und nützlich für alle, die sich im Job gerne verzetteln. Allein wegen der Running Gags (Nigel erzählt in jedem Kapitel einen kleinen Witz) werden Sie das Buch gerne bis zum Ende lesen wollen. Oliver Ibelshäuser www.Roter-Reiter.de Peter Taylor: “Erfolgsstrategien für Faulenzer”, Gabal 2013 Buch portofrei bestellen auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Zeit ist Leben, Leben ist Zeit Ein sehr gut geglücktes Best-of-Buch zu den Themen Selbst- und Zeit-Coaching Wow! Lothar Seiwert hat sich ins Zeug gelegt. „Ich bin nicht mehr länger euer Zeitmanagementpapst!“, hat er in seinem letzten Buch „Ausgetickt“ seinen Lesern (und Fans) entgegen geschleudert. Denn, so schrieb Seiwert, es komme nicht darauf an, wie lang man arbeitet, sondern was man arbeitet. Leicht gesagt. Die Frage „was soll ich arbeiten“ war damit noch lange nicht beantwortet. Das holt er jetzt in seinem neuen Buch „Zeit ist Leben, Leben ist Zeit“ sehr beeindruckend nach. Ein Selbst- und Zeit-Coaching-Buch vom Feinsten. Die wichtigsten Tests und Übungen in einem Buch Seiwert packt das Thema von zwei Seiten an und bringt damit im Grunde genommen zwei vollwertige Bücher in einem zusammen. Das erste Buch heißt: Wie finde ich das Leben (und als Teil davon; den Job), der zu meinen Fähigkeiten und Neigungen passt? Ein großes Versprechen, aber eines, das der Profi Seiwert sehr gut einlöst. Indem er auffährt, was Rang und Namen hat. Er bietet eine Kurzversion des Reiss-Profile-Tests, den „Chara“-Test und viele weitere Fragen und Übungen, die bei der Einordnung und Systematisierung der persönlichen Fähigkeiten und Präferenzen helfen. Das ist alles nicht neu. Aber selten so kompakt und gut strukturiert in einem Buch versammelt. Mit sicherer Hand kuratiert Lothar Seiwert hier das Beste aus vielen Jahren Erfahrung. Der Umgang mit Stress wird nicht von den Stressoren bestimmt, sondern von jedem selbst Im zweiten Teil, der „über Kopf“ gedruckt ist, sodass man das Buch umdrehen und quasi von hinten lesen muss (ein überflüssiger Gag, den das tolle Buch eigentlich nicht nötig hat), ist Seiwert dann wieder nah an „seinem“ Thema. Aber natürlich geht es nicht mehr um klassisches Zeitmanagement, sondern um lebensphilosophische Fragen im Umgang mit der Zeit. Gut auch hier die vielen erprobten und geprüften Tests (anhand einiger weniger Fragen können Sie zweifelsfrei feststellen, ob Sie zu den (Nacht-)Eulen gehören oder zu den Early Birds. Eigentlich harmlos. Wer aber als Nachteule einen Job hat, bei dem er früh raus muss, wird nie happy sein. Sehr umfangreich und gut auch die Analyse der Stressoren. Wobei Seiwert nicht mehr zwischen Eustress und Disstress unterscheidet. Ihn interessiert nur die Art des „Coping“, also der Umgang mit Stress. Denn, so Seiwert, man kann lernen, sich durch Stress nicht stressen zu lassen. Roter-Reiter.de – Fazit. 300 Seiten komprimiertes Wissen eines der renommiertesten Autoren und Experten hierzulande. Viel Lebensweisheit, viel Erfahrung und viel Experten-Wissen sind in dieses Buch eingeflossen. „Zeit ist Leben, Leben ist Zeit. Die Probleme mit der Zeit lösen“ ist deshalb allen zu empfehlen, die bereit für neue Wege sind. Sie werden mit diesem Buch angeleitet, neues Terrain (innen und außen) zu erkunden. „Zeit ist Leben, Leben ist Zeit“ ist ein Buch, das alle mit Gewinn lesen werden, die merken, dass sie auf dem falschen Gleis sind (oder im Hamsterrad oder im Zug nach Nirgendwo). Wer im Thema Zeit- und Selbstmanagement sowie –coaching firm ist, wird zwar viel Bekanntes entdecken, aber dennoch überrascht sein von der Dichte und Qualität der hier vorgestellten Tests und Übungen. Das Ganze sehr gut strukturiert, sehr anschaulich geschrieben und grafisch so aufbereitet, dass selbst beim Schnelllesen die wichtigsten Sachen hängen bleiben. Vor allem aber stellt Seiwert alle wesentlichen Fragen, die sich Menschen stellen, die vor einer Neuorientierung stehen. Und er liefert die Methoden und Übungen, mit denen er seine Leser in die Lage versetzt, Antworten auf diese Fragen zu finden. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Lothar Seiwert:  Zeit ist Leben, Leben ist Zeit, Ariston 2013 Mehr zu “Zeit ist Leben, Leben ist Zeit” unter Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Sag es stärker! Was ist Rhetorik? Wenn man sich durch rhetorische Keulen nicht außer Gefecht setzen lässt. Albert Thieles “Sag es stärker!” ist ein brillanter Selbstverteidigungskurs gegen rhetorische Keulen. Ganz gleich, ob Sie vom Chef kleingemacht oder von Kollegen angegriffen werden – Thieles kluges Buch zeigt Ihnen, wie Sie sich souverän wehren und die Situation “entgiften”. Gute Rhetorik heißt, überzeugen statt überreden “Manipulation” und “Kampfdialektik” (“Die Kunst, im verbalen Schlagabtausch mit allen Mitteln Recht zu bekommen und die eigene Meinung durchzusetzen”) heißen die größten Feinde eines offenen Austausches von Interessen und Argumenten. Thiele setzt die Spielregeln der Frieddialektik (“andere überzeugen, Sachprobleme im Dialog lösen und die Wahrheit im Diskurs finden”) dagegen. Und die können Sie lernen und üben – zum Beispiel in Form von Brückensätzen, wenn Sie angegriffen werden. Greifen Sie mich persönlich an oder reden Sie über die Sache? Der Autor stellt Ihnen ein ganzes Sortiment nicht nur rhetorisch möglicher Abwehrmöglichkeiten zur Verfügung, aus dem Sie, abhängig von Situation und Ihrer Position, auswählen können. Beispiel gefällig? Gegner: “Totaler Schwachsinn, was Sie da von sich geben!” Sie: “Ich merke, dass Sie sehr erregt sind. Greifen Sie mich persönlich an, oder reden Sie über die Sache?” Mit solchen Kontersätzen können Sie die Kontrolle zurückgewinnen. Wer bisher Angst vor rhetorisch ausgefuchsten Gesprächspartnern hatte, wird mit dem Wissen, das Thiele in diesem Rhetorik-Buch preisgibt, gestärkt in die Debatten gehen. Wird Angriffe abwehren und vor allem andere überzeugen können. Denn was ist Rhetorik wert, wenn nicht am Ende ein gutes Ergebnis steht? Gerade im Streitgespräch ist es wichtig, genügend emotionalen Sicherheitsabstand zu halten Doch damit Sie gewappnet in Streitgespräche gehen können, bedarf es einiger Vorbereitung. Thiele gibt Ihnen mit den sieben Grundregeln für starke rhetorische Konter das Rüstzeug dazu. Ein kluges Stressmanagement (“Halten Sie emotionale Distanz”) und das Formulieren einfacher Botschaften (“kurz, prägnant und einprägsam”) in hitzigen Debatten führen Sie dabei sicher zum Erfolg. Rhetorische Kniffe zum Sofort-Anwenden. Roter-Reiter.de-Fazit: Mit “Sag es stärker!” hat Albert Thiele einen herausragenden Rhetorik-Trainer vorgelegt, ganz nah an der Business-Praxis mittelständischer und großer Unternehmen ausgerichtet und mit zahlreichen Motivationsspritzen für anstehende Präsentationen, Vorträge, Reden und Meetings. Er beantwortet die Frage “Was ist Rhetorik” nicht abstrakt, sondern ganz nah am Business-Alltag. Vorbildlich. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Albert Thiele, Sag es stärker!. Campus Verlag 2012 Mehr Infos zum Buch: “Sag es stärker!” auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Konfliktlösung im Beruf für Dummies Konflikte lassen sich nicht immer verhindern. Aber meistens lösen. Konflikte im Unternehmen sind fast immer Ausdruck unzureichender Kommunikation. Um Schwelbrände oder auch offene Streitigkeiten zu schlichten, bedarf es zweierlei: Der Bereitschaft, einen Konsens herbeizuführen und das analytische Gespür, um die Ursachen zu ergründen. Beides kann man lernen. In ihrem flotten, praxisnahen Buch „Konfliktlösung im Beruf für Dummies“ erläutert Ihnen Vivian Scott die wesentlichen Methoden und Arbeitstechniken dafür. Was Schlichter wissen müssen Der erste Schritt in die richtige Richtung besteht darin, den Konflikt offen anzusprechen und nicht totzuschweigen. Am besten natürlich gleich mit den beteiligten Personen. Scott zeigt, wie Sie als Schlichter diese Gespräche arrangieren und fernab der verkrusteten Argumente neue Lösungswege offenlegen. Was beachtet werden muss: Sind Sie selbst in den Konflikt involviert und befürchten, nicht objektiv bleiben zu können, scheuen Sie nicht davor zurück, einen Fachmann ans Werk zu lassen! Die Rolle des Moderators sollte jemand übernehmen, der unbefangen und neutral ist. Keine „Warum“-Fragen Beim Krisen-Gipfel verhindern Sie die Eskalation über die richtige Kommunikation. Unproduktive Fragen und vorwegnehmende Fragen sind tabu. Ebenso gestrichen sind Fragen, die mit einem „Warum“ beginnen, ernten sie doch meist nur ein „Ich weiß nicht“ und treiben den anderen sofort in die Verteidigung. Sind Sie selbst betroffen, sollten Sie sich nach Möglichkeit auf „Ich-Aussagen“ beschränken. Denn wenn Sie niemanden direkt angreifen, wird auch keiner das Bedürfnis verspüren, zurückzuballern. Nachbehandlung „Ein Verband auf einer offenen Wunde stoppt die Blutung für kurze Zeit, aber eine Naht unterstützt eine dauerhafte Heilung.“ Das kriegen Sie hin, wenn Sie am Ball bleiben. War das Meeting erfolgreich, ist es die Aufgabe des Mediators, die Fortschritte und Entwicklungen der Beziehungen zwischen den einzelnen Konfliktparteien zu beobachten, gegebenenfalls einzugreifen und ein „Follow-up“-Treffen zu organisieren. Als Vertrauensperson sollten Sie dabei selbstständig auf ihre Kollegen zugehen, sobald Sie das Gefühl haben, dass die Stimmung (wieder) kippt. Roter-Reiter-Fazit: „Konfliktlösung im Beruf für Dummies“ ist ein umfassender Begleiter für Chefs, Teamleiter und deren Mitarbeiter, die sich den alltäglichen Konflikten im Büro nicht mehr wehrlos aussetzen möchten. Sie lernen, eigene Streitigkeiten zu schlichten oder auch die Rolle des Mediators professionell auszufüllen. Das sorgt nachhaltig für ein besseres Arbeitsklima. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Vivian Scott: „Konfliktlösung im Beruf für Dummies”, Wiley 2013 Mehr zu “Konfliktlösung im Beruf für Dummies” unter Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Protokolle schreiben Nicht nur bei Gericht sind Protokolle verpflichtend. Auch bei Aufsichtsratssitzungen, Mitgliederversammlungen oder den Meetings großer Unternehmen bleiben Mitschriften unerlässlich. Und die müssen korrekt über alle wichtigen Meldungen und Beiträge Auskunft geben können. Das kann bei hitzigen Wortgefechten oder Marathon-Sitzungen nicht nur anstrengend, sondern auch kompliziert werden. Am Ball bleiben, wenn es hektisch wir Das Autorenteam Bögner, Kettl-Römer und Natusch gibt in dem gemeinsamen Buch „Protokolle schreiben“ eine prima Einführung. In freundlichen Worten und mit vielen Beispielen erklären sie die Eigenarten der wichtigsten Protokoll-Typen (Verlaufs-, Ergebnis- und Kurzprotokoll) und erläutern Ihnen, wie Sie auch in hektischen Situationen jederzeit am Ball bleiben. Zum Beispiel mit cleveren Kurzformeln, die die wesentlichen Inhalte schnell auf den Punkt bringen. Denn alles müssen Sie nicht auf Ihrem Notizblock festhalten. Und wenn es doch zu schnell ging? „ In Notfällen hilft es, zu unterbrechen und nachzufragen.“ Um in diese Lage gar nicht zu kommen, sollten Sie sich optimal vorbereiten: Wer wird teilnehmen? Wie viele Teilnehmer werden sprechen? Brauchen Sie eine Digitalkamera für die Flipchart-Blätter? Ein guter Protokollant erleichtert sich die Arbeit, bevor der eigentliche Job beginnt. Roter Reiter-Fazit: „Protokolle schreiben“ hilft Ihnen, professionelle Mitschriften in Konferenzen und Meetings anzufertigen. Neulinge in diesem Bereich werden sich über die sehr ausführlichen Beschreibungen und Beispiele freuen. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Buch-Empfehlung: Tanja Bögner, Barbara Kettl-Römer, Cordula Natusch: „Protokolle schreiben“; Linde 2013 Buch portofrei bestellen unter Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Vitamine Als Arzt, "Laufpapst", Buchautor und "Fitness-Guru" hat sich Dr. Ulrich Strunz längst einen Namen gemacht. Und nun tritt er als Vitamin-Verfechter jeglicher Form auch gegen den "Spiegel", weite Teile der Pharma-Industrie sowie Öko-Dogmatiker an. Sein Buch "Vitamine" ist ein flammendes Plädoyer für eine gesündere, wesentlich vitaminreichere Ernährung und gleichsam eine Wutschrift gegen eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien und Beiträge in Publikumszeitschriften, die die Wirkung von Vitaminen durchaus kritisch betrachten. Zorn gegen falsche Wissenschaft und faden Journalismus Aufhänger seiner Analyse war der populäre "Spiegel"-Artikel "Die Vitamin-Lüge" aus dem Jahr 2012. Strunz zerfleischt nicht nur diesen Beitrag ("Dämonisierung", "Verbraucherverunglimpfung"), sondern fleddert auch gleich viele internationale Forschungsberichte, die er nonchalant als "Schrottstudien" abqualifiziert. Seine Kernaussage: Jeder von uns nimmt viele zu wenig Vitamine zu sich. Dabei spielt es (fast) keine Rolle, ob man noch mal in den Obstteller greift, einen Nachschlag beim Spinat bevorzugt oder ein Vitaminpräparat in Tablettenform einwirft. Hauptsache, es wird ausreichend von den unsichtbaren Gesundmachern der Kategorien "A", "B", "C", "D" und "E" eingenommen! Denn "Mangelkrankheiten treten in verschiedenen Formen auf. Viele Ärzte kommen gar nicht darauf, dass hinter einem Symptom ein handfester Vitaminmangel stecken könnte". Orangensaft macht locker Strunz weist detailliert nach, wie Sie mit der richtigen Vitamin-Kombination und der passenden Dosis das Risiko von Herz-Kreislauf-Schäden und anderen Erkrankungen deutlich reduzieren können. Dabei werden aber auch reihenweise Mythen entzaubert, wie der Glaube an das gesunde Vollkorn ("weg mit dem Mehl, her mit Gemüse und Fisch") und alltagstaugliche Empfehlungen verteilt. Beispielsweise sollten Sie in stressigen Situationen lieber ein Glas Orangensaft als Wasser trinken, weil dann "der Blutdruck weniger stark ansteigt." Machen wir gerne! Roter Reiter-Fazit: Wetten, dass Sie schon beim Lesen des Buches Lust auf Lachs und Salat bekommen und den geplanten Weißwein kurzerhand gegen einen Multivitaminsaft eintauschen? Auch wenn Sie vielleicht nicht all seinen Annahmen und Schlussfolgerungen zustimmen: Das Buch von Strunz ist mitreißend geschrieben, kurzweilig und bietet genug einprägsame Botschaften, um sich ganz einfach besser zu ernähren ohne auf Leckeres verzichten zu müssen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Dr. med. Ulrich Strunz: "Vitamine", Heyne 2013 ### Buchempfehlung: Geben und Nehmen Warum Kooperation die bessere Managerstrategie ist An wen denken Sie, wenn von "erfolgreichen Machern" die Rede ist? An die Gattung dominanter Alpha-Tiere wie Jeff Bezos, Josef Ackermann oder Steve Jobs? Typen, die mit ihrem Ego nicht nur einen Chefsessel, sondern komplette Sitzreihen im Stadion füllen könnten? Adam Grant hat andere Menschen im Sinn, stille, kooperative Typen, die Ihren Kopf nicht im TV und ihren Namen nicht in der Zeitung lesen müssen, um den persönlichen Erfolg zu genießen. Von "Gebern" eben. In seinem Buch "Geben und Nehmen" hat sich Adam Grant auf die Suche gemacht nach Führungs- und Persönlichkeitsmustern erfolgreicher Manager und Unternehmer. Und dabei interessante Entdeckungen gemacht. Da gibt es die "Nehmer", Erfolgstypen, die mit brachialer Gewalt ihre Ziele verfolgen und "Gefälligkeiten immer mit Bedingungen verknüpfen". Auf der anderen Seite stehen die "Geber", die in Vorleistung treten und nicht sofort das Feld abernten, das sie just bestellt haben. Die mit Geduld soziale Netzwerke aufbauen und ihre kooperativen Gesten nicht in Dollar oder Applaus aufwiegen. Ihnen widmet Grant sein Buch. Der Vater der "Simpsons" Der Autor portraitiert Menschen, die nicht trotz, sondern wegen ihres verantwortungsvollen Führungsstils bahnbrechende Erfolge erzielen konnten. Auch wenn ihre Köpfe selten oder nie die Manager-Magazine schmücken. Wie George Meyer. Allerweltsname, kennt keiner? Stimmt, aber die Simpsons kennen Sie und den "Letterman"? Meyer hat den witzigen Figuren mit seinem bissigen Humor einen persönlichen Stempel aufgedrückt. Nach Grant sind Meyers "komödiantische Wirkungsmacht" und dessen "enorme Kreativität" mit der Persönlichkeit des Gebers verwurzelt. Sein Erfolg basiert nicht auf Alleingängen, sondern auf Kooperationen. Das dankten ihm die Kollegen, indem sie "sein komisches Genie bewunderten und darauf vertrauten". Ist der Ruf erst ruiniert … In zahlreichen Fallstudien belegt Grant, dass Geber langfristig oben schwimmen, und Nehmer für die (kurzfristigen) Erfolge irgendwann die Zeche zahlen. Weil Sie "als Zentralgestirne im Sonnensystem Ihrer Unternehmen" früher oder später an Vertrauen und Glaubwürdigkeit einbüßen. Sympathie ist dann eh schon verspielt: "Wenn Sie ein Nehmer sind und alle Welt über Ihre Beziehungen und Ihren Ruf Bescheid weiß, ist es schwerer, nachhaltigen Erfolg zu haben." Der Erfolg Ihrer Partner wird zu Ihrem Erfolg Nehmer verbreiten Angst, Geber bekommen den Respekt geschenkt, weil sie als Vorbilder fungieren. Weil Sie clever vorgehen, denn "je intelligenter man ist, desto mehr hilft man seinem Verhandlungspartner, selbst erfolgreich zu sein". Top-Managerin Sherryann Plasse bilanziert treffend: "Ein Geber zu sein, hat zu meinem persönlichen und beruflichen Erfolg beigetragen. Es ist befreiend." Und wie wird man selbst (wieder) zum Geber, obwohl längst die Nehmer-Qualitäten überwiegen? Indem die Wettkampforientierung zugunsten des ursprünglichen "Wertekanons" kritisch hinterfragt wird. Klingt so, als wäre es unbedingt einen Versuch wert. Roter Reiter-Fazit: "Geben und Nehmen" ist ein 400 Seiten starker Beleg dafür, dass Anstand, Empathie und soziale Verantwortung auch in den Chefetagen ihre Berechtigung haben. Gerade dort! Weil sie das Auslaufmodell patriarchischer Führungsstrukturen prima ersetzen können. Oliver Ibelshäuser; www.Roter-Reiter.de Adam Grant: "Geben und Nehmen", Droemer 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de ### Stil – eine Frage der Persönlichkeit „Mode ist die erste Botschaft, die eine Frau nach Außen sendet.“ Dieser Satz stammt von der Filmjournalistin Katja Eichinger – einer Frau mit Stil. Zu Recht gehört sie zu den 20 stilvollen Frauen, die in dem wunderbaren Bildband „Stilikonen unserer Zeit“ von Ralf Eibl und Wolfgang Stahr vorgestellt werden. An einem regnerischen Novembertag durch dieses stilvolle Buch zu blättern macht nicht nur Spaß, es inspiriert – ob man will oder nicht. Es geht um Wohn- und Lebensgeschichten besonderer Frauen. Frauen, die nicht nur Stil haben, sondern ihn auch gekonnt leben. Stilvoll leben mit Mr. Pig Da wäre zum Bespiel die Modedesignerin Dorothee Schumacher, die mit gerade einmal 23 Jahren ihre ersten T-Shirts entwarf. Heute ist sie die Chefin des weltweit erfolgreichen Labels „Schumacher“. In „Stilikonen unserer Zeit“ lernen die Leser ihr Hausschwein „Mister Pig“ – ein Geschenk ihrer Kinder, der Name erinnert nicht zufällig an „Mr. Big“ – kennen und erhalten einen sehr privaten Einblick in Dorothee Schumachers Jugendstilvilla aus dem Jahr 1900. Stilvoll leben ohne Kompromisse Zu den 20 „Stilikonen unserer Zeit“ zählt auch Gloria von Thurn und Taxis. Ihr New Yorker Apartment glänzt mit Kunstwerken von Georg Condo, Friedrich Kunath und zahlreichen Skizzen und Karikaturen der Fürstin selbst. Und auch die Erfinderin des weltweit expandierenden Onlineshops „Westwing“ gewährt Einblicke in ihren Schwabinger Westflügel. Delia Fischer lebt einen Mädchentraum in Pink, getreu dem Motto: „Wenn schon Singlewohnung, dann wenigstens ohne Kompromisse!“ Und so steht der Fities-Schminktisch von Oma vor einer knallrosa Wand in Lederoptik. Stilvoll leben – individuell verschieden Die persönlichen Reportagen von Ralf Eibl und die exklusiven Aufnahmen von Wolfgang Stahr zeigen stilvolle Häuser, Wohnungen und Einblicke in 20 verschiedene Leben. Erfolgreiche, selbstbewusste Frauen offenbaren, was Stil für sie bedeutet und wie sie ihn ganz individuell ausleben. Mit an Bord sind außerdem noch die Architektin Annabelle Selldorf, die Künstlerin Melanie Swarovski, die Chefredakteurin der „Weltkunst“ Lisa Zeitz, die Kaschmir-Königin Sabine Parenti, die „Les Mads“-Erfinderin Lisa Weiß und viele weitere Frauen mit Stil. Roter-Reiter-Fazit: Auf knapp 200 Seiten zeichnen Autor und Fotograf ein Bild davon, was stilvolle Frauen tragen, was sie lieben und wie sie leben. Egal ob schickes Loft in New York oder Haus am See – jede der vorgestellten Frauen zeigt ihren ganz persönlichen Stil. Dabei wird deutlich: Stil ist keine Frage der Extravaganz. Er ist eine Frage der Persönlichkeit. Ralf Eibl und Wolfgang Stahr: "Stilikonen", Callwey 2013 Bestell das Buch "Stilikonen" von Ralf Eibl und Wolfgang Stahr jetzt portofrei auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann Fotos: (c) Callwey Verlag ### Zu Besuch bei der Raumpsychologin Susanna Leiser Susanna Leiser hat Psychologie und Sozialpädagogik studiert, lange als Drogenberaterin und Familientherapeutin gearbeitet. In Frankfurt hat sie eine Klinik geleitet - ein sicherer Job mit viel Verantwortung und guter Bezahlung. Und dennoch dachte sich Susanna Leiser: Das ist alles nicht das, was ich wirklich machen möchte. Sie nahm sich ein Jahr eine Auszeit und stieß über Umwege, Zufälle und ein bisschen Glück auf eine Beschäftigung, die sie heute als ihren Traumberuf bezeichnet: Die Arbeit als Raumpsychologin. Wollen Sie sich kurz vorstellen? Mein Name ist Susanna Leiser, ich bin 53 Jahre alt und lebe in München. Seit 24 Jahren bin ich selbständig und entwickle Raumerscheinungsbilder für Unternehmen. Was sind eigentlich Raumerscheinungsbilder? Was muss man sich darunter vorstellen? Raumerscheinungsbilder visualisieren die Identität eines Unternehmens. Architektur, Innenarchitektur, Kunst, Farbgestaltung, Licht, dekorative Inszenierung haben in ihrem Zusammenspiel die Aufgabe, eine differenzierte und komplexe Unternehmens-Charakteristik zu visualisieren. Das Raumerscheinungsbild definiert und motiviert das Unternehmen sowohl nach außen wie nach innen. Wie kamen Sie zu dieser Arbeit? Sie wollten ja eigentlich Sport studieren, hab ich gelesen? Das stimmt, aber dann kam alles doch ganz anders. Statt Sport habe ich Psychologie und Sozialpädagogik studiert und verschiedene therapeutische Ausbildungen gemacht. Während meiner Ausbildung in systemischer Familientherapie hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Mir wurde zum ersten Mal klar, dass es eine Wechselwirkung zwischen Raum und Mensch gibt. Genauso wie wir Räume beeinflussen, beeinflussen Räume uns. Die Entdeckung der Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum fand ich dann aber so spannend, dass ich mich seitdem mit diesem Thema beschäftige. Das hatte aber zunächst keine beruflichen Konsequenzen. Ich habe 10 Jahre als Therapeutin gearbeitet und zuletzt in Frankfurt eine psychosomatische Klinik geleitet. Dann habe ich  ein Jahr Arbeitspause eingelegt, mit der Idee mich neu zu orientieren. Da habe ich dann, für mich sehr überraschend, angefangen zu malen. Damit stieg mein Bedürfnis, überdimensional große Bilder zu malen. Das habe ich einem befreundeten Innenarchitekten erzählt. Seine Antwort war: „Ich hab gerade in Schwabing eine 200 qm Wohnung gemietet, da kannst du dich austoben!“ Ich bin noch in der gleichen Nacht in die Wohnung gefahren und habe angefangen die Wände zu bemalen. Das war unglaublich toll! Die Entdeckung einer neuen Leidenschaft. Dann hatte ich sehr viel Glück quasi „entdeckt worden zu sein“. Ein Mitarbeiter der Werbeagentur Scholz & Friends in Hamburg sah die bemalten Räume in Schwabing. Wie aus dem nichts hatte ich meinen ersten Auftrag: die künstlerische Gestaltung dieser Werbeagentur in Hamburg. Und wie haben Sie sich dann zu einer „Raumpsychologin“ weiterentwickelt? Das hat dann wieder einige Zeit gedauert. Ich habe ein paar Jahre nur Wandbemalungen gemacht und Raumkunstkonzeptionen für Unternehmen entwickelt. Raumkunst ist ein intensiver Austausch mit Architektur, Innenarchitektur und Licht. Hier ist mir in Gesprächen mit Architekten und Vorständen von Unternehmen aufgefallen, mit wie wenig Bewusstheit Unternehmen gestaltet werden. Die Ästhetik, was gefällt einem Einzelnen, steht häufig im Vordergrund. Ich habe mir damals oft gedacht: Würden die Unternehmenslenker wissen, was sie mit Ihrer architektonischen und Innenarchitektonischen Gestaltung aussagen, sie würden sich mit Sicherheit in Grund und Boden schämen. Gestaltung ist ein direkter Hebel für Mitarbeiter und Kundenzufriedenheit. Gezielte Gestaltung ist ein sehr effizientes Werkzeug Veränderungsprozesse in Unternehmen aktiv zu unterstützen und motivierend zu beschleunigen. Tja und dann habe ich beschlossen mich  dem Thema der bewussten und  zielgerichteten Gestaltung, der Entwicklung von Raumerscheinungsbildern voll zu widmen. Sie haben bereits sehr viele Projekte betreut. Welches war die größte Herausforderung? Welches hat Sie am meisten begeistert? Und welches hat am meisten Nerven gekostet? Grundsätzlich ist natürlich jedes neue Projekt eine große  Herausforderung. Ich würde sagen: Je höher der Anspruch des Kunden, umso interessanter das Projekt. Ich liebe die Kunden, die die Besten sein wollen und dafür auch Einsatz bringen. Da fühle ich mich am wohlsten. Ich will mich anstrengen müssen. Ich will herausgefordert sein. Anstrengung  kosten Unternehmen deren Unternehmenskultur von einer phlegmatischen Gleichgültigkeit untersetzt ist. Das gibt es leider auch. Unmotivierte Menschen kosten sehr viel Kraft. Die Gestaltung der Lagerhallen des Pharmagroßhandels Sanacorp war mit Sicherheit eine sehr große Herausforderung, eine schwierige und komplexe Aufgabe. Auf dieses Projekt bin ich besonders stolz. Ich würde dieses es als eine Meisterleistung der Farbpsychologie bezeichnen. Hier ist es mir in perfekter Weise gelungen die Konzentrationsleistung beim Kommissionieren zu erhöhen und die Fehlerquote erheblich zu reduzieren. Im Moment entwickle ich das Raumerscheinungsbild für das Klinikum St. Elisabeth Straubing. Das ist für mich ein sehr faszinierendes und besonderes Projekt, da es auf der Führungsebene eine enorme Kompetenz und unternehmerische Weitsicht gibt. Die Ansprüche an Qualität sind sehr hoch. Kompetenz und Qualität zu visualisieren ist also eine der Gestaltungsaufgaben. In den Bereichen, die bereits umgestaltet sind hat man nicht das Gefühl in einem Krankenhaus zu sein. Die Räume haben eher die Geborgenheit eines liebevoll geführten Hotels. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei Ihnen aus? Schwer zu sagen. Kein Tag ist wie der andere. Kein Projekt ist wie das andere. Meine Tage verlaufen  unterschiedlich. Was ich auch sehr genieße. Was ist das Geheimnis einer optimalen Raumgestaltung? Zunächst die gelungene Raumordnung. Sie ist für die Konzentration des Raumes zuständig. Sie ist Ausdruck des klaren Denkens. Die Raumordnung schafft die Voraussetzung für die Wirkung von Farben, Materialien, Licht und sonstigen inszenierenden Elementen. Mit welchen Materialien arbeiten Sie gerne/häufig? Das hängt von den Inhalten ab. Jeder Inhalt erfordert andere Farben oder Materialien. Bei der Gestaltung von Unternehmen ist nicht entscheidend, was mir persönlich gut gefällt, sondern welche Materialien die Zielsetzungen der zu visualisierenden Inhalte erfüllen. Um z.B. technische Innovation zu visualisieren verwende ich andere Farben, Materialien und Formen, als wenn ich z.B. Geborgenheit und Nähe visualisieren will. Was ist gerade bei der Gestaltung von Arbeitsbereichen zu beachten? Unterschiedliche Arbeitsbereiche haben unterschiedliche Anforderungen und unterliegen unterschiedlichen Stressfaktoren, die es zu beseitigen gilt. Aber gehen wir einmal von einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz aus, wo ein Mitarbeiter zum großen Teil am Bildschirm sitzt. Als wesentlicher Gestaltungsfaktor ist die Farbe des Bodens und des Lichts zu beachten. Bei unseren klimatischen Verhältnissen ist ein warmer Farbton für den Fußboden zu empfehlen. Er erhöht den Optimismus im Raum. Dieser überträgt sich, zwangsläufig unbewusst auf die emotionale Stimmungslage des Mitarbeiters. Es sollte sowohl ein flächiges, wie ein punktuelles, individuell zu steuerndes Licht vorhanden sein. Im idealen Fall ändert sich die Lichttemperatur. Das heißt die Lichtfarbe wird zum Abend hin wärmer. Dieser Farbwechsel hat  Einfluss auf den natürlichen Biorhythmus und unterstützt so konkret die Gesundheit. Wie könnte man schon mit kleinen Handgriffen ein Büro so gestalten, dass man sich darin wohler fühlt? Gerade genanntes schafft eine  Basis des Wohlfühlens. Jedoch haben bestimmt 80% aller Büroräume einen Boden in einem kalten Grauton und ein kaltes, blaustichiges, flächiges Licht. Der Stressfaktor der Ermüdung wird erhöht. Wir wissen, dass wir an einem sonnigen Tag besser gelaunt sind. Die Lichtreflektion eines grauen Bodens in Verbindung mit einem flächigen kühlen Licht schafft die Atmosphäre eines grauen verregneten Tages. So ist dann auch die Raumstimmung. Der Optimismus muss erarbeitet werden. Eine Verschwendung von Energie, die produktiver eingesetzt werden könnte. Hier nehmen Unternehmen ihre Verantwortung, die sie Mitarbeiter gegenüber haben nicht ernst. Außerdem entsteht auch ein hoher Energieverschleiß im betriebswirtschaftlichen Sinne. Der Spielraum der Optimierung ist leider sehr begrenzt. Versuchen Sie eine punktuelle, individuell steuerbare Tischleuchte mit warmem Licht zu bekommen. Inwiefern wirkt sich Ihr Beruf auf Ihr Privatleben aus? Wie oft gestalten Sie Ihre Wohnung um? Sehr! J Wenn ich nicht einen Partner hätte, der in Bezug auf häufiges Umstellen und experimentieren mit Einrichtung sehr flexibel ist, dann wäre das tatsächlich schwierig. Aber das ist eigentlich auch schon alles. Das habe ich aber auch schon gerne gemacht, bevor ich meinen jetzigen Job ausgeübt habe. Haben Sie mit dem Job als Raumpsychologin Ihren Traumberuf gefunden? Definitiv Ja! Ich bedanke ich mich recht herzlich bei Frau Leiser für das interessante Interview und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg! Das Interview führte: Lena Riedmann Fotos: (c) Susanna Leiser ### Buchempfehlung: Billig kommt uns teuer zu stehen „Geiz ist…“ – völlig daneben! T-Shirt und Jeans bei H&M zusammen für gerade mal 40 Euro. Das in Folie verschweißte Hähnchen aus der Frischetheke bei Lidl für rund 3 Euro: Die Deutschen haben die „Geiz ist geil“-Mentalität längst verinnerlicht. Jedes Schnäppchen eine Trophäe der aktuellen Shopping-Tour. Die Zeche dafür zahlen andere. 12jährige Näherinnen in Bangladesch, die 28 Euro Monatslohn erhalten. Kleinbauern, deren Existenz von Massenfleischfabriken dauerhaft zerstört wird. Und die Umwelt sowieso, wenn eine Jeans weltweit 50 mal Station macht, bevor sie gefärbt, geglättet und mit schicken Accessoires versehen im eigenen Kleiderschrank landet. Billiger geht immer In seinem aufklärenden Buch „Billig kommt uns teuer zu stehen“ blickt Franz Kotteder kritisch hinter die Kulissen des heiß umkämpften Dumping-Marktes, der nur funktionieren kann, weil „seine wahren Kosten erst einmal verborgen blieben.“ Ein Aspekt ist die schlechte Qualität. Das Schnitzel, das in der Pfanne so viel Wasser freisetzt, dass ein mickriger, zäher Klumpen Fleisch zurückbleibt. Das Sweatshirt, das nach dem ersten Waschen Form und Farbe verliert: „Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und ein wenig billiger verkaufen könnte.“ Guten Appetit beim Gammelfleisch Schwerwiegende Anklagen richtet Kotteder an die Fleischproduktion und die Textilindustrie . Gammelfleisch, falsch deklarierte Zutaten auf Fertiggerichten und Medikamente in Hühnerfleisch sind längst keine Ausnahme mehr. Und auch kein Zufall. Kotteder weist in der Fleischproduktion ein international agierendes Netz aus Subunternehmer-Geschäften nach, das sich einen feuchten Kehricht um Tierschutz, Qualität und Verbraucherrechte kümmert. Nur der Profit zählt, und da ist der „Weg vom Drogenhandel zum Fleischhandel gar nicht so weit.“ 10 Cent Lohnkosten (höchstens) Ungeschönt berichtet der Autor davon, wie Aldi, Lidl, H&M, C&A und Kik über Jahrzehnte hinweg das Ausbeutersystem der menschunwürdigen Textilfabriken in Südostasien gestützt haben. Wo selbst für Kinder „12- 15 Stunden Schichten normal sind – bis zu sieben Tage die Woche“. Die 1100 Toten der Brandkatastrophe von Rana Plaza in Bangladesch gelten noch immer als erschütterndes Zeugnis der Arbeitsbedingungen in diesem Land. Zwar haben einige Marken und Handelsketten wie Rewe, Benetton und Aldi ein Sicherheitsabkommen für die Produktionsstätten unterzeichnet, an dem Alltag der Arbeiterinnen wird sich aber kaum etwas ändern: „Bei einem T-Shirt von H&M, das zum Preis von 9,90 Euro angeboten wird, betragen die Lohnkosten gerade mal 10 Cent, wenn es hoch kommt.“ Roter Reiter-Fazit: „Billig geht uns alle an“ ist ein aufrüttelndes, schockierendes Buch über die Schattenseiten der Dumpingpreise, über die kein Kassenzettel und kein Waschetikett im Innenfutter der Jacke informiert. Mit dem Wissen um mindere Qualität, Betrug und Ausbeutung werden Sie künftig anders einkaufen und um viele Super-Schnäppchen einen Bogen machen. „Wir Verbraucher sind die größte Wirtschaftsmacht überhaupt“ schreib Kotteder. Wäre schön, wenn wir mit diesem Bewusstsein unseren Einkaufswagen beim nächsten Mal durch die Discounter-Regale schieben. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Fran Kotteder: „Billig kommt uns teuer zu stehen“; Ludwig 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Patient meines Lebens Helden in Weiß Bernhard Albrecht erzählt in "Patient meines Lebens" die Leidensgeschichten von neun Menschen, die dem Tod näher als dem Leben waren. Gleichsam die Erfolgstories von neun Ärzten, die schwierige Entscheidungen eigenverantwortlich fällen und ohne Umschweife handeln mussten. Geschichten von Helden, deren Namen kaum jemand kennt. Und die teilweise für Ihre Entschlossenheit und ihren Wagemut am Ende teuer bezahlen mussten. Legalize it! Wie im Falle des Schmerzspezialisten Robert Haag, der der „austherapierten“ Ute Köhler dank einer innovativen THC-Therapie ein „neues Leben“ schenkte: „Nach und nach verlor sie ihr Schmerzgedächtnis, und Jahre später erinnerte sie sich kaum mehr an diese Rückfälle“. Tragisch, dass Haag mit seinem Engagement und seiner Entschlossenheit zwar medizinisch erfolgreich war, aber letztlich an den bürokratischen Hürden gescheitert ist. Die Krankenkasse übernahm die Kosten der Medikamente nicht. Schadenersatzforderungen von knapp 50.000 Euro musste Haag aus privaten Rücklagen begleichen. Ute Köhler hat danach für die Rechte der Kranken (und Ärzte) gekämpft und zumindest einen symbolischen Sieg errungen. Im August 2012 erhielt sie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck. Roter Reiter-Fazit: Eindringlich und bewegend sind die Schilderungen in "Patient meines Lebens". Albrecht skizziert den Idealismus und die Courage von Ärzten, die sich über Normen hinwegsetzen, um Leben zu retten. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Bernhard Albrecht „Patient meines Lebens“, Droemer 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de http://www.managementbuch.de/shop/action/productDetails/20637670/bernhard_albrecht_patient_meines_lebens_3426275945.html ### Buchempfehlung: Schön Hauptsache schön? Schönheit ist keine Universalkategorie, sondern ein sehr komplexes und manchmal auch vertracktes Thema. Denn sie existiert nicht einfach so. Schönheit wird immer auch gemacht. Der Schönheit wegen kaufen wir teure Kosmetikprodukte, laufen in regelmäßigen Abständen zum Friseur und zwängen uns in Schuhe, die unser Selbstwertgefühl zwar vorübergehend aufmöbeln, aber in Wahrheit einfach nur tierisch unbequem sind. Rebekka Reinhard hat dieses spannende Thema jetzt als Philosophin unter die Lupe genommen und darüber das aufschlussreiche Buch mit dem schönen Titel "Schön!" geschrieben. Schönheit = Glück? Warum spielt das Thema "Schönheit" eigentlich so eine große Rolle in unserer Gesellschaft? Überall werden wir mit Schönheit konfrontiert. Auf der Straße, im Fernsehen, in Magazinen, im Internet – einfach überall springen uns die computerbearbeiteten, retuschierten Bilder von Stars und Supermodels entgegen. Was steckt hinter diesem unglaublichen Schönheitswahn, der die heutige Medienwelt bestimmt? Laut Reinhard eine tiefe Sehnsucht. Die Sehnsucht, glücklich zu sein. "Schönheit ist immer auch ein Versprechen von Glück", erklärt die zierliche blonde Frau. "Wir hoffen, ein besseres Leben zu haben, indem wir uns um unser Äußeres kümmern." Schönheitswahn als "psychokulturelle Epidemie"? Denn immer häufiger wird uns vorgegaukelt: Gutes Aussehen ist das Ticket zu einem guten Selbstwertgefühl. Und damit auch zu einem guten und schönen Leben. Doch kann das Schönheit alleine leisten? Was ist mit Ausstrahlung, Persönlichkeit und Charakter? Und vor allem: Was ist "Schönheit" eigentlich? Gibt es für Schönheit objektive Kriterien oder liegt Schönheit tatsächlich im Auge des Betrachters? Weshalb lassen wir uns vom schönen Schein täuschen? Um diese Fragen zu klären, hat die Philosophin Rebekka Reinhard einen Blick hinter die Fassade des schönen Scheins geworfen. Es gelingt ihr in ihrem Buch, auf einige Fragen eine klare Antwort zu finden. Denn Vieles was wir intuitiv wissen, aber nicht wirklich begreifen, lässt sich zumindest philosophisch erklären. Zur Hilfe eilen ihr Schopenhauer, Kant, Montaigne, Laotse und viele weitere bekannte Philosophen, die sich eingängig  mit dem Thema "Schönheit" auseinandergesetzt haben. Roter-Reiter-Fazit: "Schön!" von Rebekka Reinhard beschäftigt sich mit allen Facetten der Schönheit und ergründet mit Hilfe der traditionellen  Philosophie, worum es bei einem "schönen" Leben aus philosophischer Sicht eigentlich geht: nämlich darum, ein lustvolles und erfülltes Leben zu führen. Lena Riedmann, www.roter-reiter.de Rebekka Reinhard: "Schön!", Ludwig Verlag 2013 Bestell das Buch "Schön" portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Sei smart Mit Stil und Anstand punkten Lisa. B Marshall ist Kommunikationsexpertin. In ihrem neuen Buch „Sei smart“ verrät die Autorin, wie Sie im Business und im Privatleben souverän(er) auftreten – vom Verhandlungsgipfel beim wichtigsten Kunden bis zum lockeren Smalltalk bei der Party der besten Freundin. Anhand vieler alltagstauglicher Trainingseinheiten lernen Sie, wie Sie bei Ihren Kollegen besser ankommen und selbst bei einer Stegreifrede vor ein hundert Leuten ganz cool rüberkommen, obwohl Ihnen längst das Herz in die Hose gerutscht ist. Alles Übungssache, meint Marshall. Das gilt übrigens nicht nur für den publikumswirksamen Auftritt vor der Belegschaft, sondern selbst für das oft vernachlässigte Händeschütteln bei der Begrüßung („Kalten Fisch bekommt man in der Sushi-Bar“) oder die richtigen Worte bei der Vorstellungsrunde. Wer hier die typischen Anfängerfehler vermeidet, startet die Kommunikation mit einem Sympathiebonus und schafft die Grundlage einer dauerhaft guten Beziehung. Business-Knigge und Kommunikations-Training In einer Mischung aus Business-Knigge und Selbstdarstellungskurs klappert Marshall alle Felder ab, in denen ein selbstbewusstes, natürliches Auftreten gefordert ist: Von der Kontaktaufnahme im „real life“ und den Sozialen Netzen, über Kritikgespräche bis hin zur Kunst wirksamer Überzeugungsarbeit („Erzählen Sie Geschichten, um ihren Standpunkt einprägsam und verständlich darzulegen“). Gut zum Einstieg für Berufsanfänger, gut zum Nachschlagen für Manager, die sich künftig auf der größeren Business-Bühne bewähren müssen. Roter Reiter-Fazit: Streichen Sie die Begriffe „Verlegenheit“ und „Unsicherheit“, wenn Sie an Ihre künftigen privaten und beruflichen Kontakte denken. Lisa B. Marshall präpariert Sie in „Sei smart“ für einen selbstsicheren, stilvollen Auftritt. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Lisa B. Marshall: „Sei smart“; Books4Success 2013 Bestell das Buch "Sei smart" portofrei auf Managementbuch.de ### Buchempfehlung: Das Kinder-Buch - Wie kleine Menschen groß werden Wie große Menschen kleinen Menschen beim Wachsen helfen "Und was muss ich tun?" Diese Frage stellte sich Anna Wahlgren damals, als sie mit 18 Jahren das erste Mal schwanger war und zur Entbindung ins Krankenhaus kam. Heute weiß sie: Als werdende Eltern stellt man sich diese Frage ab dem Zeitpunkt der Geburt eines Kindes noch häufiger. Und jedes Mal schwingt aufs Neue Unsicherheit und Ungewissheit mit. Mittlerweile hat Anna Wahlgren neun Kinder zur Welt gebracht. Zeit, ihr Expertenwissen an andere weiterzugeben und die eine oder andere Antwort auf ebendiese Frage zu geben. Zusammengefasst hat sie ihre Erfahrungen als neunfache Mutter in "Das Kinder-Buch - Wie kleine Menschen große werden". Gebrauchsanweisung von der Geburt bis zur Pubertät In ihrem Buch gibt Anna Wahlgren ihre persönlichen und praktischen Erfahrungen aus einem Alltag ("und den Nächten dazu!") weiter. Sie maßt sich nicht an, das Fachwissen einer Pädagogin oder Psychologin zu haben. Als Mutter von neun Kindern sieht sie sich aber in der Lage, eine Gebrauchsanweisung zu schreiben, die jungen Müttern und Vätern im ganz normalen Wahnsinn des Alltags unterstützen kann. Die reicht von der Schwangerschaft (Warum bin ich sauer, überdreht, lustig und tieftraurig gleichzeitig?), über die Säuglingspflege und das Kleinkindalter (Warum wirft sich mein Kind jeden Tag an der Supermarktkasse auf den Boden und schreit wie am Spieß?), bis hin zur Pubertät (Wann bin ich meinem Kind endlich nicht mehr peinlich?) Tu, was dich entspannt - auch wenn es ein Glas Sekt ist! Anna Wahlgren gibt hilfreiche und liebevoll gemeinte Tipps. Sie nimmt jungen Frauen gezielt Ängste, gibt ihnen Kraft und macht Schluss mit der endlosen Kette an Dingen, die Frau in der Schwangerschaft und als Mutter gefälligst sein lassen soll. "Wenn dich ein kleines Glas Sekt beruhigt und entspannt, dann trink eins! Entspannung tut auch deinem Kind gut!" Roter-Reiter-Fazit: Als neunfache Mutter ist Wahlgren eine wahre Erziehungs-Spezialistin. Gekonnt gibt sie in insgesamt fünf Kapiteln auf mehr als 800 Seiten ihr Wissen preis. Dabei erzählt sie witzige Anekdoten aus ihrem Leben, gibt wertvolle Ratschläge und macht frischgebackenen Müttern und Vätern durch ihre persönliche Ansprache Mut. Die perfekte Kinder-Bibel für junge Eltern. Anna Wahlgren: "Das Kinder-Buch - Wie kleine Menschen groß werden", Beltz 2009 Bestell "Das Kinder-Buch" auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Buchempfehlung: Steh dir nicht im Weg! - Mentale Blockaden überwinden Wettkämpfe werden im Kopf gewonnen Du kennst das bestimmt selbst: Du kriegst eine Aufgabe auf den Tisch, die du nie zuvor gemacht hast. Sofort denkst Du: "Das schaff ich niemals! Wie auch?" Und damit haben wir den Salat. Denn damit hast Du bereits eine sogenannte mentale Blockade in Gang gesetzt. Wer sich einredet, etwas nicht zu schaffen, kann es nicht schaffen. Da sind sich die Autoren Renate und Ulrich Dehner sicher. In ihrem Buch "Steh dir nicht im Weg!" erklären sie, wie sehr uns mentale Blockaden in unserem Tun behindern und uns das Leben schwer machen. Automatismen haben uns fest im Griff Der Menschen lernt schon als Kind, auf verschiedene Situationen entsprechend zu reagieren. Fühlt er sich überfordert, bekommt er Angst und zieht sich zurück. Oder geht auf Abwehr. Je häufiger wir auf bestimmte Situationen ähnlich reagieren, desto mehr verfestigen sich bestimmte Automatismen. Sogenannte Denk- und Verhaltensmuster. Diese können konstruktiv oder destruktiv sein. Destruktive Gedanken hindern und lähmen unser Verhalten, in unserem Beispiel die Reaktion "Das schaff ich niemals!" Den eigenen Denkmustern auf die Spur kommen Mithilfe verschiedener Techniken lernst Du, wie Du deinen eigenen Denkmustern auf die Spur kommen kannst. Dazu gibt es zahlreiche Übungen, die Stift und Papier und viel Ehrlichkeit sich selbst gegenüber verlangen. Zwar weiß jeder, dass man Denkmuster nicht einfach per Willensbeschluss ändern kann. Aber das Bewusstwerden des eigenen Denkverhaltens kann automatisierte Gedankengänge in die gewünschte Richtung lenken. Zur bessern Veranschaulichung werden zahlreiche Fallbeispiele angeführt. In dem einen oder anderen wirst Du dich sicher wiederfinden. Mehr als nur "think positive" Renate und Ulrich Dehner erklären: Nicht die Situation erzeugt negative Gefühle. Allein die Art und Weise, WIE wir über die Situation denken, wie wir sie bewerten, führt dazu. Dabei geht es nicht nur um den Ansatz des "think positive". Im Gegenteil: Es geht darum, eigene Eckpunkte genau zu beobachten, sich ihrer bewusst zu werden, sich danach realistische Verhaltensziele zu stecken und sich selbst zu ermutigen, diese zu erreichen. Roter-Reiter-Fazit: Die Autoren des Buches "Steh dir nicht im Weg! - Mentale Blockaden überwinden" liefern praktische Ansätze und Techniken, wie wir es schaffen können, falsche Denkmuster loszuwerden. Denn nur mit einem konstruktiven Denkverhalten gelangen wir zu einer positiven Einstellung. Und die ist nicht nur im Beruf sehr hilfreich. Renate & Ulrich Dehner: "Steh dir nicht im Weg! - Mentale Blockaden überwinden", Campus 2013 Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Das Buch der Woche: Ich bin Malala Malala – Ein Mädchen, das sich durchsetzt “Ich komme aus einem Land, das um Mitternacht gegründet wurde. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, als ich fast gestorben wäre.” Mit diesen zwei Sätzen beginnt das Buch “Ich bin Malala” – geschrieben von einem 15-jährigen Mädchen aus Pakistan: Malala Yousafzai. Sie widersetzte sich dem Verbot der Taliban, dass Mädchen die Schule nicht besuchen dürfen. Die Konsequenz: Auf dem Heimweg vom Unterricht wurde Malala brutal niedergeschossen. Bildung als mögliche Lösung vieler Probleme Pakistans Malala wird 1996 als Tochter eines Lehrers im pakistanischen Swat-Tal geboren. Benannt wurde sie nach Malalai von Maiwand, der größten Heldin Afghanistans. Da ihr Vater der Überzeugung war und ist, dass die Probleme in Pakistan nur mit Bildung überwunden werden können, gründete er eine der ersten gemischten Grundschulen.  Malala war eines der wenigen Mädchen, das bereits mit sechs Jahren am Unterricht teilnehmen durfte. Denn auch heute noch definiert sich eine Frau in Pakistan vorwiegend über ihre Rolle als Ehefrau und Mutter. Von den Taliban brutal niedergeschossen Eindrucksvoll beschreibt Malala, wie sie die politische Veränderung mit dem Einzug der Taliban in ihr Land wahrgenommen hat. Angst hatte sie immer. Doch die Schule aufgrund des Verbotes sich einmischender Männer zu verlassen, kam für sie nicht infrage. Stattdessen hat sie sich zusammen mit ihrem Vater für das Recht auf Bildung für Mädchen eingesetzt. Am 9. Oktober 2012 bekam sie das Ausmaß ihres Engagements am eigenen Körper zu spüren. Als sie nach der Schule auf dem Heimweg ist, wird der kleine Van, in dem sie zusammen mit ihren Freundinnen unterwegs ist, angehalten. Ein weiß gekleideter Mann nimmt sie ins Visier und feuert drei Schüsse ab. Einen direkt in Malalas linke Augenhöhle. Roter-Reiter-Fazit: Was sich anhört wie das Drehbuch eines brutalen Dramas, ist die wahre Lebensgeschichte der pakistanischen Schülerin Malala Yousafzai. Wie durch ein Wunder hat sie den Angriff durch die Taliban überlebt und kämpft heute stärker denn je zusammen mit ihrem Vater für ein Recht auf Bildung für Mädchen. Nebenbei schreibt sie einen Blog für die BBC und wurde zu Recht als jüngste Person der Geschichte für den Friedensnobelpreis nominiert. Ein mutiges Mädchen mit einer gefährlichen Mission und einer beeindruckenden Geschichte. Prädikat lesenswert. Malala Yousafzai (mit Christina Lamb): “Ich bin Malala”, Droemer 2013-10-17 Bestell das Buch "Ich bin Malala" auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Einfach retro! Retro – was versteht man darunter eigentlich genau? Dinge, die einfach nur alt und irgendwie stylisch sind? Wer sich schon immer mal etwas genauer mit diesem Thema auseinandersetzen wollte, sollte einen Blick in Katherine Sorrells Retro-Bibel „Einfach retro“ werfen. Hier erwartet dich weit mehr, als nur tolle und inspirierende Bilder. Retro-Grundlagen In ihrem Buch erklärt Sorrell, was „retro“ eigentlich ist – nämlich alles aus der Zeit vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis Mitte der 1980er Jahre. Dabei gliedert sie ihre Fibel in drei Teile. Im ersten Kapitel klärt uns die Interior-Expertin über sämtliche Retro-Grundlagen auf. Wo kann ich Retro-Möbel kaufen und wie pflege und restauriere ich die guten Stücke eigentlich am besten? Und was muss ich bei dem Kauf von Reproduktionen alles beachten? Wenig retro – große Wirkung Im zweiten Schritt stellt Sorrell sieben verschiedene Retro-Varianten vor: Von Nostalgie über skandinavisch-elegant bis hin zu den Swinging Sixties. Welche „Epoche“ liebte welche Möbel, Farben und Muster? Teil drei beinhaltet 22 Fallbeispiele, die zeigen: Retro-Stücke haben einen Charakter und verleihen eine persönliche Note. Nach Räumen sortiert wird exemplarisch deutlich, dass schon einzelne Raritäten einen ganzen Raum besonders und einzigartig machen können – egal ob es sich um luxuriöse, elegante oder ganz simple Dinge handelt. Von nostalgisch bis poppig Katherine Sorrells Buch „Einfach retro“ ist kein bloßer Bildband. Neben einem spannenden Einblick in "retro-Wohnungen" liefert die Autorin echtes Expertenwissen. Hilfreiche Tipps und Tricks mit denen Du auch deine Wohnung nostalgisch oder poppig – je nach Geschmack – gestalten kannst. Außerdem werden in kurzen, bunt hinterlegten Passagen Designer wie Le Corbusier portraitiert und vereinzelte Modeerscheinungen (was hat es eigentlich mit Quilts auf sich) genauer unter die Lupe genommen. Roter-Reiter-Fazit: Retro-Expertenwissen auf knapp 200 Seiten. Ein Stil schöner beschrieben und bebildert als der andere. Gespickt mit nützlichen Informationen, interessanten Portraits und vielen hilfreichen Adressen – so werden auch deine vier Wände „einfach retro“. Katherine Sorrell: „Einfach retro“, Gerstenberg 2013 Bestell das Buch „Einfach retro“ auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Das Buch der Woche: Tatort www Aktenzeichen XY Internet Er ist Profi-Hacker. Und steht in Diensten von Regierungen, Banken, Versicherungen und großen Unternehmen. Nicht um Daten abzugreifen, sondern um Sicherheitslücken aufzudecken. Jetzt hat Götz Schartner ein sehr eindringliches Aufklärungsbuch zu den gravierendsten Internetbetrugsszenarien geschrieben. Spektakuläre Fälle, die sich in gleicher oder ähnlicher Form in Deutschland kürzlich ereignet und die Opfer sowohl finanziell als auch psychisch ruiniert haben. Da geht es um den Familienvater, der vergessen hat, das WLAN abzusichern und dessen Netz für die Verbreitung von Kinderpornos missbraucht wurde. Oder um den leichtgläubigen Junggesellen, der über eine Kontaktbörse die hübsche "Nadja" aus Sibirien kennenlernt. Die will ihn unbedingt besuchen. Statt der russischen Herzdame klingelt wenige Wochen später die Polizei an der Tür: Strafanzeige wegen Geldwäsche. Im Stile einer "Aktenzeichen XY ungelöst"-TV-Ausstrahlung schildert der Autor insgesamt fünf dieser Betrugsdelikte, die sich vermutlich fast täglich in Deutschland wiederholen. Das Perfide: Häufig handelt es sich bei den Opfern nicht um blutige Internetlaien, sondern um versierte Anwender, die nur mal eben ein Detail übersehen oder eine harmlos erscheinende Datei geöffnet haben. Die Folgen des kleinen Fehltritts jedoch sind gewaltig. Gut: Jedes Kapitel schließt mit praktischen Ratschlägen, die Ihnen zeigen, wie Sie die Sicherheitslücken sofort schließen, von deren Existenz Sie bislang vermutlich nicht die geringste Ahnung hatten.  Roter Reiter - Fazit: Spannend wie ein Krimi ist "Tatort www" geschrieben: Sie werden schockiert darüber sein, wie einfach es ist, Ihre Internetleitung anzuzapfen, Ihnen einen Trojaner unterzujubeln oder Ihre privatesten Daten zu klauen. Nach dem Lesen werden Sie Computer und Internet anders nutzen und häufiger abschalten. Jede Wette! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Götz Schartner: „Tatort www“; Plassen 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Die besten Business-Tipps #26 - Tolle Tipps für mehr Gehalt Tipp: Wie Du bei der Gehaltsverhandlung richtig punktest Bei der Gehaltsverhandlung spielen viele Dinge eine wichtige Rolle: Der richtige Zeitpunkt, die passende Situation, der Verlauf vergangener Projekte, wie gut dich dein Gegenüber kennt und wie gut Du dein Gegenüber einschätzen kannst. Einer der wichtigsten Faktoren, um erfolgreich mehr Geld zu verhandeln, ist jedoch die Art und Weise, wie das Gespräch geführt wird. Hier heißt es: Der Ton macht die Musik. Worauf Du in deiner Verhandlung um mehr Geld auf jeden Fall achten solltest: 1. Aller Anfang ist schwer - der richtige Gesprächseinstieg - Das Eis brechen: Fall nicht mit der Tür ins Haus. Persönliche Worte "brechen das Eis" und sorgen für eine angenehme Stimmung. Aber Vorsicht: Rede über Dinge, die dich wirklich interessieren, sonst wirkt es aufgesetzt. - Smalltalk will geübt sein: Mach es dir nicht so schwer - Du musst nicht mit dem lustigsten Witz in ein Gespräch starten. Das setzt dich höchstens unter Druck. Beim Smalltalk ist es wichtig, über etwas zu reden, worauf man ohne Anstrengungen kommt. Das darf manchmal tatsächlich auch einfach das Wetter sein. - Leite das Gespräch mit einer Frage ein: Ein bewährter Trick. Wenn Du merkst, dass es nach dem Smalltalk so langsam zur Sache geht, dann leite mit einer Frage ein. Zum Beispiel: "Wie zufrieden sind Sie mit meiner Leistung?" 2. So vermittelst Du deine Erfolge - Zeig, was Du geschafft hast: Im Gehaltsgespräch müssen deine individuellen Leistungen und Erfolge sichtbar werden. Nicht die Leistungen des Teams oder der Abteilung. Denn nur wer Leistung bringt, kann eine Gegenleistung verlangen. Je mehr Leistung, desto mehr Gegenleistung also. - Trag nicht zu dick auf: Vorsicht! Übertreibe es nicht! Glaubst Du wirklich, dass alle positiven Entwicklungen im Unternehmen mit deiner persönlichen Leistung zu tun haben? Wohl kaum. Mach dich nicht unglaubwürdig, indem Du dir alles auf deine Fahne schreibst. Immer schön auf dem Teppich bleiben! - Bring deine Argumente auf den Punkt: Wer nicht genau benennen kann, warum er mehr Geld haben möchte, greift schnell auf Floskeln zurück: "Dem Unternehmen geht es doch im Moment sehr gut." Du kannst sicher sein: Dein Chef wird es mit einer ähnlich allgemeinen Phrase abwiegeln. Du brauchst fundierte Argumente über deine individuellen Leistungen um Ernst genommen zu werden. - Vorsicht vor falschen Argumenten: Die Tatsache, "dass alles teurer wird" oder "die Zinsen fürs Eigenheim das Geld auffressen" sind keine überzeugenden Argumente für eine Gehaltserhöhung - zumindest nicht für deinen Chef. Du wirst schließlich für deine Arbeitsleistung bezahlt, nicht für deine privaten Aktivitäten. - Zeig deinen Einsatzwillen: Wer mehr Geld haben möchte, muss klar machen, dass er nicht nur jetzt oder in den vergangenen Monaten besonderen Einsatz gezeigt hat, sondern dies auch zukünftig tun wird. Geh also auch auf deine zukünftigen Aufgaben ein und mach klar, was du einbringen willst. - Schaffe eine Win-Win-Situation: Im Klartext: Schaff eine Situation von der beide Seiten profitieren. Aus einer Verhandlung sollte keiner als Gewinner oder Verlierer herauskommen. - Denke wie dein Chef! Warum sollte dein Chef dir mehr Geld zahlen? Mehr Geld wird dein Chef nur gegen ein entsprechendes Mehr an Leistung rausrücken. Setz daher am besten zwischendurch auch mal die "Chefbrille" auf. Es gilt: Um deinen Verhandlungspartner zu überzeugen, musst Du Vorteile und Nutzen, die er von der Zustimmung zu deinen Bedingungen hat, deutlich herausstellen. Er muss die Argumente verstehen und nachvollziehen können. - Verschieße dein Pulver nicht gleich am Anfang: Setz deine Argumente wohl dosiert ein. Starte immer mit dem zweitwichtigsten Argument. So hast du am Ende noch den Joker in der Tasche. - Bleib immer sachlich! Verliere niemals die Kontrolle über die Situation, indem Du übermäßig emotional reagierst. Bleib rational und artikuliere klar und möglichst positiv. - Diplomatie hat noch nie geschadet: Wäge Gegenvorschläge immer erst ab. Nie sofort "Nein" sagen. - Erzeuge Sympathie: Sorge dafür, dass die Chemie stimmt. Das schaffst du am einfachsten, indem Du Gemeinsamkeiten aufspürst. - Fragen statt sagen: "Wer fragt, der führt", heißt es im Volksmund. Wer geschickte Fragen stellt, beweist, dass er interessiert zuhört. Fragen können außerdem die Gesprächsrichtung elegant ändern und Pausen zum Nachdenken schaffen. - Achte auf nonverbale Signale: Mehr als die Hälfte der in einem Gespräch aufgenommenen Informationen vermitteln wir nonverbal. Achte darauf: Deine eigene Haltung sollte möglichst ein Spiegelbild des Gegenübers sein. Diese hilfreichen Tipps zum Thema Gehaltsverhandlung stammen aus dem Buch "Verhandeln im Job - Gehalt, Zielvereinbarungen, Arbeitsvertrag" von Heike Friedrichsen und Tim Böger ### Das Buch der Woche: Wunder muss man selber machen Die soziale Marktwirtschaft braucht vor allem soziale Unternehmer. Und die gibt es. Allzu häufig entsteht der Eindruck, erfolgreiches Unternehmertum auf der einen Seite und Moral und ökologische Verantwortung auf der anderen Seite seien unüberbrückbare Gegensätze. Die Selfmade-Unternehmerin Sina Trinkwalder beweist das Gegenteil. Ihre Autobiographie “Wunder muss man selber machen” ist ein Power-Buch für junge Menschen, die (heimlich) von der eigenen Firma träumen. Und ein engagiertes Plädoyer für mehr soziale Verantwortung an den Schaltstellen der deutschen Wirtschaft sowieso. Eine Chance für die am Rande der Gesellschaft Trinkwalders Weg zur Vorzeige-Chefin entspricht keineswegs dem klassischen Karrieristen-Marathon: Statt Studium mit Bestnoten-Abschluss experimentiert sie mit Ihren Wünschen und Leidenschaften, betreibt zunächst eine Werbeagentur, wird Mutter und lässt sich dann auf das Abenteuer “manomama” ein. Eine “ökosoziale” Firma, die die Grundsätze des traditionellen Profitdenkens gänzlich auf den Kopf stellt: “Wir werden Menschen, denen sonst niemand eine echte Chance einräumt, eine sinnvolle Arbeit geben”. Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung nähen Business-Klamotten für das Augsburger Mode-Label. Zu respektablen Löhnen und streng nach ökologischen Gesichtspunkten. Mittendrin statt nur dabei Zudem setzt Trinkwalder auf direkte Kundennähe. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da fährt auch schon mal ein Mitarbeiter mit dem Auto zum Besteller, nimmt Maß und sorgt so dafür, dass die fertige die Hose korrekt sitzt und nicht zwickt. So verhindert man Retouren und macht aus Erstkontakten Stammkunden! 2011 heimste sie den “Deutschen Nachhaltigkeitspreis” ein. Ihre Erfolgsgeschichte ist noch nicht annähernd beendet, längst aber zum Modell für eine neue Unternehmenskultur geworden. “Ich habeviel Energie in die Wiege gelegt bekommen. Wieso sollte ich nicht meine Kraft für jene Menschen aufwenden, die sie brauchen? Wenn die Stärkeren viel mehr auf die Schwächeren in unserer Gesellschaft achten würden, wäre uns allen geholfen.” Roter Reiter Fazit: Sina Trinkwalder ist die vielleicht radikalste deutsche Unternehmerin, indem sie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zur Firmenphilosophie erklärt und der “puren Geldgier” eine Abfuhr erteilt. “Wunder muss man selber machen” sollte Pflichtlektüre für BWL-Studierende und junge Unternehmer werden. Oliver Ibelshäuser,  www.Roter-Reiter.de Sina Trinkwalder: “Wunder muss man selber machen”, Droemer 2013 Bestell dieses Buch auf Managementbuch.de   ### Lust auf vegane Küche? - Hier gibt's tolle vegane Rezepte Veganismus – das klingt anstrengend. Denn das bedeutet nicht nur, ohne Fleisch zu kochen, sondern auch auf tierische Produkte wie Ei, Butter, Milch, Käse und vieles mehr zu "verzichten". Den Tieren, dem Klima und dem eigenen Körper zuliebe. Dass ausgerechnet die Enkelin eines Metzgers zum Veganismus umsattelt, klingt fast schon paradox. Doch Nicole Just – Wahlberlinerin, Bloggerin und begeisterte „Veganista“ – empfindet ihr veganes Leben nicht als Verzicht. Im Gegenteil: „Ich habe mich nie besser, wacher, energiegeladener und zufriedener gefühlt.“ Über 100 einfache und leckere vegane Rezepte hat Nicole jetzt in ihrem Buch „La Veganista“ vorgestellt. Auf die Pflanzen, fertig, los! Das Schönste an der veganen Küche sind für Nicole die neuen Lebensmittel, Geschmacksrichtungen und Zubereitungsmethoden, die sie kennengelernt hat. Und  mit der enormen Aromenvielfalt der Gemüsesorten lassen sich altbekannte Lieblingsrezepte ganz einfach „veganisieren“. So wird aus Chiasamen der gesündeste Pudding der Welt (ganz ohne Milch!). Und Kuzu – gewonnen aus den Knollen einer japanischen Kletterpflanze – ist ein prima  Eierersatz. Zu vielen Rezepten liefert Nicole auch einen tollen Tausch-Tipp á la: „Probieren Sie statt der Möhren doch einmal Pastinaken!“ So werden aus 100 Rezepten schnell doppelt so viele und der kreativen Kochleidenschaft sind keine Grenzen gesetzt. Vegane Tauschbörse Denn gerade das ist Nicole Justs größtes Anliegen: Zu zeigen, dass auch vegane Rezepte Spaß machen kann. Zwar verzichtet die Veganista auf verschiedene Produkte, nicht aber auf Gerichte, Geschmackserlebnisse oder Lieblingsgerichte. So gibt es bei der Metzgersenkelin auch Hausmannskost – veganisiert versteht sich. Das Fleisch im Gulasch wird ausgetauscht gegen Sojawürfel. Und Rouladen lassen sich ebenso gut und leicht mit Sojasteaks zubereiten. Auch die süßen Nachspeisen fallen nicht einfach unter den Tisch. Denn zum Glück gibt es pflanzliche Margarine, Reis- und Sojamilch und Pflanzensahne. Auf den richtigen Tausch kommt es an! Roter-Reiter-Fazit: Wer sich noch nie mit veganer Küche beschäftigt hat – geschweige denn, vegan gekocht hat –kann sich mit „La Veganista“ einen guten und vor allem inspirierenden Überblick verschaffen. Denn in dem schön gestalteten und reichlich bebilderten veganen Kochbuch geht es um mehr als nur Rezepte. Es geht Nicole Just darum, zu zeigen, dass auch „Veganistas“ eine abwechslungsreiche Küche genießen und weniger Lebensmittel nicht gleich weniger Spaß am Zubereiten bedeuten. Ein schmackhaftes Statement also für einen verantwortungsvollen und bewussten Lebensstil. Nicole Just: „La Veganista – Lust auf vegane Küche“, GU Februar 2013 – 16,99€ Bestell das Buch „La Veganista“ von Nicole Just mit vielen tollen veganen Rezepten jetzt portofrei auf Managementbuch.de Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de Cover: (c) Gräfe & Unzer ### Neu bei Outlook 2010? Wer von anderen Mail-Programmen auf Outlook von Microsoft umsteigt, wird sich über die vielen Möglichkeiten wundern – oder ärgern. Denn Frust und Lust liegen bei dem Alleskönner eng beieinander. Die vielfältigen Optionen des Programms sind durch hohe Komplexität erkauft. Ein- und Umsteiger tun deshalb gut daran, sich vorab mit Outlook etwas genauer auseinander zu setzen. Von den vielen Trainings, die auf dem Markt sind, haben wir das Screencast-Training der Pink University genauer unter die Lupe genommen. Hier unser kurzer Testbericht: Hörbuch-Atmosphäre mit Lerneffekt In einem angemessenen Tempo wird im Screencast der Pink University erklärt, wie Du E-Mails, Termine, Aufgaben und Kontakte ganz leicht per Mausklick organisieren kannst. Dabei vermittelt die klare und sympathische Stimme des Sprechers eine wahre Hörbuch-Atmosphäre. Und lädt zusätzlich zum Mitmachen ein. Wer neben dem Videogucken sein Outlook nicht sowieso verkleinert nebenbei geöffnet hat, der wird sich dabei erwischen, wie er das Video anhält und schnell mal in sein Mailprogramm klickt, um hilfreiche Tipps gleich anzuwenden. Tolle Einsteiger-Hilfe Für Einsteiger gibt es eine tolle Hilfe: Bei wichtigen Einrichtungsschritten werden im rechten Bereich Grafiken angezeigt, die z.B. darauf hinweisen, ob es sich um einen einfachen oder einen doppelten Mausklick handelt oder mit welcher Tastenkombination der ein oder andere Befehl bequem ersetzt werden kann. Die Basics des Videotrainings in der Übersicht Wie finde ich mich auf der Benutzeroberfläche zu recht? Wie passe ich mein Outlook individuell an? Wie bearbeite ich eingehende Mails? Wie strukturiere ich meinen Posteingang mit Hilfe von Ordnern, Quicksteps und Regeln? Wie verwalte ich mein Outlook-Adressbuch? Wie kann ich Mails gestalten, Signaturen anlegen und Kontaktgruppen nutzen? Wie lege ich Termine im Outlook an? Wie nutze ich Outlook Aufgaben sinnvoll? Und wie richte ich den Abwesenheitsassistenten ein, wenn ich mal nicht im Büro bin? Roter-Reiter-Fazit: Mit diesem Training können noch so viele E-Mails, Termine und Aufgaben flutartig bei Dir eintreffen – Du bist auf alles vorbereitet. Dieses Videotraining zeigt: Chaos und Unübersichtlichkeit können mit der richtigen Handhabung ein Problem von gestern sein. Leg am besten gleich los! Pink University Software Redaktion: „Outlook 2010 effizient nutzen“ (10 Videos/ 51 Minuten), 24,94€ (aktuell reduziertes Angebot) Das Outlook-Videotraining ist ab sofort hier erhältlich: www.pinkuniversity.de/outlook-2010-effizient-nutzen Erhalte einen Einblick in das Videotraining "Outlook 2010 effektiv nutzen": Video: (c) Pink University Text: Lena Riedmann, roter-reiter.de ### Die besten Business-Tipps #25 - Selbstmotivation Selbstmotivation ist unser innerer Antrieb und die Kunst, uns selbst zu führen. Dabei solltest Du dich nicht immer auf Motivationsschübe von außen verlassen. Manchmal musst Du selbst „Hand“ anlegen, den inneren Schweinehund überwinden und dich selbst vorantreiben. Wie das geht? Hier gibt’s ein paar hilfreiche Tipps zum Thema Selbstmotivation: Finde und verfolge die Ziele, die dir wirklich wichtig sind. Konzentriere dich auf deine Stärken. Verabschiede dich von deinem Pessimismus. Lass dich durch Rückschläge nicht entmutigen. Suche den Kontakt zu motivierten und motivierenden Menschen. Nimm Anerkennung und Lob an. Ganz wichtig: Eigenlob stinkt NICHT! Bleib neugierig wie ein Kind. Ruh dich nicht auf Lorbeeren von gestern aus – erweitere deine Kompetenz und dein Wissen laufend. Feiere deine Erfolge! Diese Business-Tipps zur Selbstmotivation stammen aus dem Buch "Büro-Bibel - Auftritt, Organisation, Kommunikation" von Gabriele Cerwinka und Gabriele Schranz (Linde Verlag). Für weitere spannende Tipps - nicht nur zum Thema Selbstmotivation - kannst Du das Buch auf Managementbuch.de portofrei bestellen. ### Ein Schreibtisch-Gespräch mit Designer Jannis Ellenberger - Ein beruhigender Schreibtisch für einen hektischen Arbeitsalltag Jannis Ellenberger wurde 1974 in Kassel geboren, ist gelernter Möbeltischler und studierte anschließend Gestaltung. Seit 2006 hat Jannis sein eigenes Studio Namens ellenbergerdesign in Bremen. Mit der „private space furniture“- Kollektion entwarf er 2011 funktionale Möbel im leicht skandinavischen Stil.  Seit diesem Jahr betreibt er seinen eigenen Online-Shop. Neben Leuchten, Gartenmöbeln und Sofas, entwirft Jannis auch Schreibtische. Wir haben genauer nachgefragt: Was muss ein Schreibtisch alles leisten, um einen guten Job zu machen? Was ist Jannis selbst bei seinen Entwürfen am wichtigsten? Und wie sieht sein ganz persönliches Schreibtisch-Verhalten als Designer aus? Ein exklusives Schreibtisch-Gespräch: Was muss ein guter Schreibtisch haben und leisten können?       Das kommt ganz darauf an, wo ein Schreibtisch stehen soll und von wem er genutzt wird! Ob Du mehrere Stunden täglich in deinem Home Office arbeitest oder nur nach Feierabend mit dem Laptop in einer kleinen Stadtwohnung ein paar Kleinigkeiten erledigst, macht einen großen Unterschied. Und verlangt  nach zwei komplett unterschiedlichen Konzepten. Und ein professioneller Arbeitsplatz in einem Großraumbüro stellt noch einmal ganz andere Anforderungen. Einiges haben jedoch all diese Konzepte gemeinsam: Sie müssen eine gute und einfache Organisation der Arbeitsutensilien ermöglichen. Zum Beispiel ist heute Pflicht, beim Schreibtisch auch Lösungen für das Kabelmanagement zu bieten. Was macht deine Schreibtische besonders oder einzigartig? Auf was achtest Du beim Entwerfen am meisten?         Mir geht es stets darum, als Gegenpol zur hektischen Außenwelt eine Atmosphäre der Entspannung und Ruhe zu schaffen. Das gilt letzten Endes genauso für Privaträume wie für Arbeitsplätze. Das heißt: klare Formensprache, ausgewogene Proportionen, zurückhaltende Farben, natürliche Materialien wie Holz... meine Entwürfe drängen sich nie in den Vordergrund, wirken vielmehr beruhigend. Was darf an einem guten Arbeitsplatz deiner Meinung nach nie fehlen?       Eine gute Akustik spielt genauso wie eine gute Beleuchtung eine sehr wichtige Rolle. Wenn nicht ausreichend Tageslicht zur Verfügung steht, muss dieser Aspekt bei der Raumgestaltung besonders sorgfältig ausgearbeitet werden. Fakt ist, wir verbringen einen erschreckend großen Anteil unseres Lebens am Arbeitsplatz. Da muss alles stimmen. Ergonomische Aspekte genauso wie ästhetische. Und da tut sich einiges, selbst von Seiten der Gesetzgeber. Sehr fortschrittlich ist hier z.B. ein dänisches Gesetzt, das für jeden Arbeitsplatz höhenverstellbare Tische vorschreibt, damit man wechselseitig im Sitzen und Stehen arbeiten kann. Sitzt Du selbst viel am Schreibtisch?       Ja. Wobei ich meinen Beruf auch deshalb sehr schätze, weil die Arbeiten sehr abwechslungsreich sind. In einem kleinen Studio wie dem meinen verbringe auch ich selbst noch viel Zeit stehend bei Arbeiten an Modellen oder gar in der Werkstatt. Was machen viele Designer beim Entwerfen eines schicken Schreibtisches falsch?       Darüber möchte ich nicht urteilen. Wenn allerdings ein Produkt weder dem späteren Verwendungszeck ausreichend gerecht wird, noch die Erwartungen aller am Wertschöpfungsprozess Beteiligten (vom Designer über den Produzenten bis hin zum Verkäufer) erfüllt, ist etwas falsch gelaufen. Das Gute daran ist, das auf diese Weise in der Regel der Markt schlechte Entwürfe von selbst aussortiert. Was hältst Du davon, dass viele Menschen immer häufiger ohne eigenen Schreibtisch arbeiten? Z.B. Sich im Park auf eine Bank setzen oder an einem kleinen Cafétisch arbeiten?       Das ist doch super! Auch sich sitze gerade mit meinem Laptop bei mir im Wohnzimmer in der Mittagssonne bei weit offener Balkontüre – da einer meiner Jungs krank im Zimmer nebenan liegt. Je mehr Abwechslung ein Arbeitsumfeld bietet, desto besser. Allerdings erfordern viele Arbeiten ein so hohes Maß an Konzentration, dass ich dann doch eher eine ruhigere Umgebung zum Arbeiten brauche.   Wir bedanken uns recht herzlich bei Jannis Ellenberger für das nette Schreibtisch-Gespräch und die vielen nützlichen Informationen, die wir aus diesem Gespräch ziehen konnten. Worauf Du beim nächsten Schreibtisch-Kauf also achten solltest: - Dass der Schreibtisch eine gute und einfache Organisation der Arbeitsutensilien bietet. - Dass der Schreibtisch eine Lösung fürs Kabelmanagement bietet. - Dass der Schreibtisch durch seine Farbe oder das Material keine Unruhe oder Chaos verbreitet. - Dass ausreichend Tageslicht und eine gute Akustik am Arbeitsplatz vorhanden sind. - Dass ergonomische Aspekte berücksichtigt werden. Interview/Text: Lena Riedmann Fotos: (c) ellenbergerdesign ### Das Buch der Woche: Trau Dir! Der Power-Riegel für Ihr Ego Kennst Du das auch? Ein Kollege, ein Freund oder vielleicht auch ein völlig Unbekannter drückt den passenden Knopf, und dein Ego saust schneller als jeder Fahrstuhl in den Keller. Manchmal reicht dafür eine flapsige Bemerkung zu deiner neuen Frisur. Anstatt die Situation einfach als kleines Ärgernis abzuhaken, gehst Du mit dir selbst ins Gericht, packst Erinnerungen aus von persönlichen Niederlagen und Missgeschicken, um dich zu bestätigen: Du bist einfach nicht gut genug. Gefühle sind keine Tatsachen Falls Du auch zu denen gehörst, die sich regelmäßig ihr eigenes seelisches Loch graben, um sich darin zu bedauern und zu verstecken, solltest Du unbedingt Paul McGees Buch "Trau dir" lesen. Mit viel Esprit und Witz hilft dir der Autor, dein Ego wieder aufzurichten und sich emotional gegen künftige Tiefschläge zu wappnen. Das Ganze ohne den typischen Coaching-Slang. Stattdessen setzt McGee auf den gesunden Menschenverstand und ebenso einfache wie treffende Erkenntnisse. Hier die besten 5 Sofort-Hilfe-Tipps. Zur Anwendung bei emotionalem Kater dringend empfohlen. Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen sind nicht bekannt:"Gefühle sind keine Tatsachen". "Gefühle sind keine Tatsachen". Nur weil Du die Welt schlecht denkst, wird sie nicht schlecht (aber ganz sicher auch nicht besser). Wenn Du vor lauter Problemen keinen klaren Entschluss fassen können, mach erst mal eine Pause. Beame dich gedanklich sechs Monate in die Zukunft. Welche der aktuellen Sorgen wird dich dann wohl noch beschäftigen? Welche haben dann zumindest deutlich an Schrecken verloren? Es ist in Ordnung, "Scheißtage zu haben und sich das selbst zuzugestehen". Es ist in Ordnung, Fehler zu machen, solange Du nicht dieselben Fehler zu oft wiederholst. "Es ist nicht immer das Ziel, Selbstbewusstsein zu gewinnen. Es ist einfach das Nebenprodukt Ihrer Taten." Roter Reiter - Fazit: Unverblümt ehrlich und mit einer großen Portion Humor gewürzt, holt dich "Trau dir" aus dem emotionalen Jammertal. Ein kluges Buch, das schon beim Blättern der ersten Seiten gute Stimmung verbreitet. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Paul McGee: „Trau dir“, Books4Success 2013 Bestell das Buch "Trau dir" von Pauk McGee jetzt portofrei auf Managementbuch.de. ### Das Buch der Woche: Meditieren für Vielbeschäftigte So geht’s den Stress-Hormonen an den Kragen! Wenn sie das Wort "Meditieren" hören, denken viele an "Ooohhmmm", irgendeinen Yogi oder an die Praxis irgendeiner religiösen Vereinigung. Dr. med. Heinrich Klaus erklärt bei der Vorstellung seines neuen Buches "Meditieren für Vielbeschäftigte": völliger Quatsch! Meditieren bedeutet, sich Zeit für sich zu nehmen, mal nicht nachzudenken und sich voll und ganz auf seine Atmung zu konzentrieren. Meditieren geht ganz einfach! "Für all diejenigen, die glauben, Meditation erfordere besondere Fähigkeiten und jahrelange Übung, habe ich eine gute Nachricht: Meditieren geht ganz einfach! Alles was Du am Anfang brauchst, ist deine Aufmerksamkeit und 20 Sekunden deiner Zeit", erklärt uns Arzt und Psychotherapeut Heinrich Klaus. Denn circa so lange dauert ein tiefer, meditativer Atemzug. Etwa fünf Sekunden einatmen, fünf Sekunden ausatmen und ungefähr genauso lange zwischendurch pausieren. Und schon beherrschst Du die Basisatmung des Meditierens. Pausen effektiv nutzen! In seinem Buch erklärt Klaus verständlich und alltagstauglich, wie Meditieren überhaupt funktioniert und wie man die kurzen Pausen der Entspannung perfekt in den stressigen Arbeitsalltag einbauen kann. Denn ein voller Terminkalender und omnipräsente Kommunikationsmittel machen es uns schwer, zwischendurch einfach mal abzuschalten und unserem Kopf eine Pause zu gönnen. Dabei ist es gerade in hektischen Zeiten umso wichtiger, einfach mal tief durchzuatmen. Wo auch immer Du bist: Fang an zu meditieren! Das Praktische am Meditieren? Du kannst es überall praktizieren! Wie wäre es, wenn Du einfach mal tief Luft holst, während Du auf die verspätete U-Bahn wartest, beim Bäcker in der Schlange stehst oder ein neues Update herunterlädst? Nur während Tätigkeiten, bei denen Konzentration gefragt ist, z.B. beim Autofahren, solltest Du darauf verzichten. Ansonsten lautet die Devise: Wo auch immer Du bist - fang an zu meditieren! Roter-Reiter-Fazit: "Meditieren für Vielbeschäftigte" ist der perfekte Ratgeber für gestresste Workaholics, die 1. bisher noch keine Ahnung von Meditation hatten und 2. ihr Hamsterrad im Kopf endlich mal für kurze Zeit anhalten wollen. Dr. med. Heinrich Klaus liefert schnell umsetzbare und leicht verständliche Tipps zum Meditieren im Alltag. Damit geht’s den Stress-Hormonen endlich an den Kragen. Dr. med. Heinrich Klaus: "Meditieren für Vielbeschäftigte", Südwest 2013 Lena Riedmann, www.roter-reiter.de Das Buch kannst Du portofrei auf Managementbuch.de bestellen. ### Die besten Business-Tipps #24 - Verkaufsstrategien von morgen So fühlen und denken deine Kunden wirklich Neuromarketing ist einer der jüngsten und vermutlich auch spannendsten Zweige der Wirtschaftspsychologie. Denn diese Disziplin will mehr über Konsumenten beim Kaufprozess offenlegen als diese selbst wissen. Es geht um Empfindungen, unbewussten Ärger oder auch Freude, die durch scheinbar nebensächliche Reize hervorgerufen werden. Die aber letztlich darüber entscheiden, ob ein Konsument eine Ware zur Kasse trägt oder zurück ins Regal stellt. Roger Dooley gibt in seinem Buch „Brainfluence“ einen knackigen Überblick zum Stand der aktuellen Forschung, um zu zeigen, „wie wir mit diesem Wissen unser Marketing und unsere Produkte verbessern können.“ Hier gibt's elf praxisnahe Tipps, frei von akademischem Kauderwelsch. 1. Preis und Produkt sollten so gestaltet sein, dass der Schmerz minimal ist. Zahlungskonditionen und Kreditoptionen können zur Schmerzlinderung beitragen. 2. Steigere den Kaufanreiz, indem Du dem Kunden suggerierst, „dass er das Produkt braucht, dass es aber auch Spaß macht.“ 3.Wenn Du Waren und Dienstleitungen gerne mit Zahlenspielen bewirbst, solltest Du mit absoluten Werten operieren, beispielsweise: „Neun von Zehn Kunden….“. Nur bei unvermeidlich negativen Aussagen greifst Du auf Prozentwerte zurück. 4. Willst Du den Umsatz eines Produktes ankurbeln? Versuche, etwas Kostenloses dazuzugeben. Verteile auch Gratis-Proben! 5. Du hast eine Verkäuferin mit direktem Kundenkotakt? Wenn diese während der Beratung den männlichen Kunden scheinbar beiläufig leicht an der Schulter berührt, wird die Kaufbereitschaft erhöht. 6. Wenn Du willst dass jemand etwas tut, solltest Du es ihm ins rechte Ohr sagen. 7. Wenn Du in der Kundenkommunikation die Wahl zwischen E-Mail und Brief hast, wähle das die traditionelle Post, denn „Papier schafft Gefühle.“ 8.Beschriftungen sollten immer gut lesbar sein. Ausnahme: Wenn Du ein kostspieliges Produkt vertreibst und es mit schwer lesbarem Font beschreibst, suggeriere, dass Du in die Gestaltung dieses Produkts mehr Mühe investiert hast. 9. Fotos auf Visitenkarten sind tabu – außer bei Vertretern. Bei späteren Anrufen oder E-Mails hat der Kunde so das Gefühl eines persönliche(re)n Kontaktes. 10.Wenn Du einen Webshop oder eine Community betreibst, gib deinen Besuchern zuerst die gewünschten Informationen und bitte danach um die persönlichen Daten. 11. Mit künstlicher Verknappung erhöhst Du den Kaufanreiz: „Nur noch 1 Exemplar vorrätig.“ Weitere hilfreiche Tipps zu den Verkaufsstrategien von morgen findest Du in „Brainfluence“ von Roger Dooley (Gabal Verlag). Bestell das Buch jetzt auf Managementbuch.de! Foto: © York - Fotolia.com ### Nicht arbeiten - Essen! Feierabend-Rezept: Frische Garganelli mit Tomaten, Steinpilzen, Guanciale und Pecorino Guanciale, Pecorino - was soll das denn alles sein? Von vorne: Guanciale ist ein aus der Schweinebacke stammender Speck und Pecorino ein pikanter italienischer Hartkäse. Wer beides zufällig nicht zur Hand haben sollte, kann zu herkömmlichem Speck und Parmesan greifen. Denn egal ob original italienische Zutaten oder nicht: Mit diesem Rezept von Max und Eli Sussman aus dem Buch Kochhelden zauberst Du eine 1A-Pasta. Und die schmeckt einfach immer - gerade nach Feierabend! Oder wie Max sagen würde: "Ein Teller selbst gemachte Pasta mit sorgsam gekochter Sauce ist an Geschmack und Glücksfaktor einfach unübertrefflich." Das brauchst Du für deine Feierabend-Pasta: 125g Guanciale gewürfelt 1/2 rote Zwiebel, fein gehackt Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer 2 Knoblauchzehen, 1 zerdrückt, 1 fein gehackt 2 EL Tomatenmark 2 Dosen ganze Tomaten 15g getrocknete Steinpilze Garganelli 2 EL frisch geriebener Pecorino 4 frische Basilikumblätter Und so wird's gemacht: 1. Den Guanciale in einem Topf bei schwacher Hitze 5 Minuten knusprig braten. Zwiebeln und eine Prise Salz zugeben und verrühren. Hitze erhöhen und die Zwiebel unter häufigem Rühren 5-10 Minuten weich braten und leicht bräunen. Die zerdrückte Knoblauchzehe zugeben und 3 Minuten braten. Tomatenmark zugeben, gut rühren und 3-4 Minuten braten, damit sich die Aromen verbinden. 2. Die Tomaten in eine Schüssel geben und mit den Händen grob zerdrücken. Zusammen mit ihrem Saft und den Steinpilzen in die köchelnde Sauce geben, auf sehr schwache Hitze reduzieren und unter häufigem Rühren 30-35 Minuten köcheln, bis sie beginnt, anzudicken. Den gehackten Knoblauch unterrühren und weitere 10 Minuten köcheln, bis eine schöne, dicke Sauce entsteht. Salzen und pfeffern, vom Herd nehmen und warm halten. (Man kann die Sauce auch vorbereiten und bis zu 5 Tage zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.) 3. Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Pasta hineingeben und etwa 3 Minuten weich kochen. Abseihen und mit etwas anhaftendem Kochwasser in den warmen Topf zurückgeben. Die warme Sauce und den Pecorino zugeben und gut vermischen. Basilikumblättchen unterheben und sofort servieren. Einen guten Appetit und schönen Feierabend! Foto: (c) Callwey Verlag Mehr Infos zum Buch: Das Rezept stammt aus dem Buch “Kochhelden” von Max & Eli Sussman In ihrem Buch “Kochhelden” liefern die Brüder Eli und Max Sussman leckere und einfache Gerichte, die wenig aufwendig sind – Hausmannskost 2.0 sozusagen. Sie nehmen ihre Leser beim Kochen an die Hand und zeigen,wie man einzelne Lebensmittel auch in der Hektik des Alltags zu einem raffinierten Gericht zusammenfügt. Und noch was anderes wird bei Kochhelden schnell klar: die Optik des Buches ist genauso individuell wie die beiden Brüder und ihre Rezepte. Aufgemacht wie eine Graphic Novel ist auch der Inhalt alles andere als langweilig. Es schreit geradezu: Fang endlich an zu kochen! Max Sussman / Eli Sussman: Kochhelden - Rezepte für das wahre Leben, Callwey 2013 (€ [D] 24,95) Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Weitere leckere Rezepte findest du in der Rubrik “Brainfood”. ### Das Buch der Woche: Hart aber unfair Raus aus der Opferrolle, rein ins Leben! Jens Weidner ist Kriminologe und Aggressions-Experte. Jugendlichen Delinquenten hat er in der Vergangenheit anhand spezieller Anti-Aggressionstherapien zu einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft verholfen. In seinem Buch "Hart, aber unfair" wählt er den entgegensetzten Ansatz: Schluss mit Kuschelkurs und leisen Tränen. "Aggro" und Gegenwehr sind angesagt! Das gilt selbstverständlich nicht für Straftäter, sondern brave Mitarbeiter im Unternehmen. Die "Duckmäuser" und "Ja-Sager", die im Job gegenüber Kollegen und Vorgesetzten regelmäßig den Kürzeren ziehen, weil sie es "mit sich machen lassen." Aggro tut gut Damit ist Schluss! Weidner wird zum "Advocatus Diaboli" und plädiert für kompromisslosen Widerstand, wenn Du endlich deine Interessen durchsetzen willst. Da fliegen auch schon mal kartonierte Terminplaner durchs Büro und hinterlassen unschöne Verfärbungen auf dem Gesicht des Kollegen (dem Fiesling). Der hat danach nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch seine Lektion gelernt. Und Du wirst mit der Gewissheit belohnt, die Opferrolle endlich abgegeben zu haben. "Ein bisschen mehr aggro bringt jede Menge. Vor allem mehr Selbstachtung. Und das tut einfach gut!" Das "Nein" im 4-Augen-Monolog üben Sein "Wehr-dich-endlich"-Coaching gliedert Weidner in zehn Kapitel mit praxisnahen Übungen und Aufgaben, vielen Fallbeispielen und einprägsamen Leitsätzen. Du lernst dabei, wie Du Stück für Stück "wertvolle Verbündete findest und Gegenspieler auf Distanz hältst". Wie Du ernst genommen wirst und Mobbing-Attacken gekonnt parierst. Wie Du Boshaftigkeiten schlagfertig konterst, statt Tränen zu vergießen. Und selbstverständlich auch, wie Du endlich "Nein" sagst, wenn Du sowieso "Nein" denkst. "Das ist kein Hexenwerk, es muss nur eingeübt werden. Am besten vor dem Badezimmerspiegel, sozusagen unter vier Augen mit sich selbst. Und der Ton macht die Musik. Höflich, aber bestimmt gilt als der ideale Mix." Am Ende wirst Du mit dem "Aggro-Wissen antizipativ reagieren können und bist damit bestens vor bösen Überraschungen gefeit, denn deine neuen Kenntnisse machen dein Berufsleben berechenbar." Roter Reiter-Fazit: Weidner kennt sie genau, die "Hinterfotzigkeiten des Berufslebens", die vielen Mitarbeitern den Spaß an der Arbeit verleiden. Sein Buch ist dem "aktiven Opferschutz" am Arbeitsplatz gewidmet: Wer nicht mehr Fußabtreter für seine Kollegen sein möchte, findet in "Hart aber unfair" das passende Set an spitzen Stiefeln, um künftig selber zuzutreten, wenn es sein muss. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Jens Weidner "Hart aber unfair"; Campus 2013 Bestell das Buch auf Managementbuch.de ### Entweder vielleicht oder doch lieber ja? 90 lebenswichtige Entscheidungsbäume Jeden Tag müssen wir aufs Neue eine Vielzahl an Entscheidungen treffen. Das beginnt schon gleich morgens mit der Frage: „Soll ich aufstehen oder liegen bleiben wenn der Wecker klingelt?“ Endlich gibt es ein Buch, das Abhilfe schafft: „Entweder vielleicht oder doch lieber ja“ von Heike Kottmann. Mit viel Witz und noch mehr Charme hat die Journalistin 90 “lebenswichtige” Entscheidungsbäume entworfen und von Beni Haslimeier gestalten lassen. Die wunderbaren Grafiken beschäftigen sich mit Fragen „Warum geht mir kein Licht auf?“ oder „Brauche ich einen Auftragskiller?“ und liefern langersehnte Antworten: „Bin ich ein Freak?“ oder „Bin ich ein Bürohengst oder der Depp vom Dienst?“. Wie vertrauenswürdig bist Du? Ihren herrlich verspielten Nonsens kleidet die Autorin in hübsche Grafiken. Das führt dazu, dass man dieses witzige Büchlein immer wieder gerne zur Hand nimmt und zu fast jedem Anlass verschenken kann. Eine super Geschenkidee vor allem auch für Kollegen oder Partner im Business. Überdrehter Spaß ohne Einschränkung! Heike Kottmann: Entweder vielleicht oder doch lieber ja, Knaur 2012 Lena Riedmann, www.roter-reiter.de Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de   ### Das Buch der Woche: Die Traumjoblüge Such nicht nach dem Traumjob, Du hast ihn längst! Cal Newports Buch "Die Traumjoblüge" ist der schonungslos ehrliche Gegenentwurf zur Vielzahl der aktuellen "Mach, was dir am besten gefällt, der Rubel rollt dann schon von ganz allein"-Ratgeber. Wer von besserer Arbeit nur träumt und einer unerreichbaren, nebulösen Vision von Selbstständigkeit nachhängt, verpennt das wahre Leben im Hier und Jetzt: "Folge nicht deiner Leidenschaft, sondern lass die Leidenschaft deinem Bestreben folgen, um so gut zu werden, dass alle es merken." Am Erfolg basteln statt Träumen nachhängen Anhand von vier Regeln zeigt Autor Cal Newport, dass Du die Suche nach dem vermeintlichen Traumjob sofort abbrechen kannst, wenn Du das Maximum aus deiner derzeitigen Arbeit herausholst. Denn wenn Du deine Karriere beflügelst, kommt der Spaß automatisch. Der Erfolg und das Geld sowieso. Die erste Regel "Folge nicht deiner Leidenschaft" ist die radikalste. Newport macht deutlich, dass "Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit" die Voraussetzung für mehr Lust auf Arbeit bilden. Denn "Leidenschaft stellt sich von allein ein, wenn man seinen Job beherrscht." Berufs-Kapital anhäufen Im "Karrierekapital", das Du im Laufe deines beruflichen Werdegangs anhäufst, sieht Newport den Schlüssel zur bestmöglichen Zufriedenheit im Job. Einfach ausgedrückt "so gut sein, dass es jeder merkt". Kernkompetenzen erweitern, Engagement zeigen und "seltene und kostbare Fähigkeiten aneignen, die Du anbieten kannst." Wie Du dahin kommst? Mit einer "leistungsorientierten Lerntechnik", die dir Newport anhand vieler Fallbeispiele und persönlicher Erfahrungen näherbringt. Roter Reiter-Fazit: Cal Newport hat sein Buch "Die Traumjoblüge" für alle geschrieben, die regelmäßig frustriert die Stellenanzeigen scannen - ohne zu ahnen, dass die aktuelle Arbeit genau richtig ist. Sofern man lernt, die Chancen zu erkennen und zu nutzen, die direkt vor der Nase liegen. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Cal Newport: "Die Traumjoblüge" Campus 2013 Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de ### Fröhlicher arbeiten mit heaven+paper So kommt Farbe in deinen Arbeitsalltag Du kannst deine Notizen, Gedanken und Passwörter auf einen langweiligen weißen Zettel schreiben, der drei Tage später in den Untiefen deines Schreibtisch-Chaos' verschwindet. Oder Du besorgst dir eines dieser bunten Produkte von Stefanie Eusemann und ihrem Papterie-Label heaven+paper. Egal ob Notizblock, To-Do-Liste, Haftnotiz oder personalisiertes Briefpapier - mit ihren Produkten kommt Farbe in momentan triste & graue Herbsttage und Ordnung in dein Zettel-Chaos. Egal ob "Kurztrip-Tagebuch" oder Passwort-Reminder "Sesam öffne dich" - Steffi hat sich erneut kreativ ausgelebt. Wir freuen uns über neue, fröhlich bunte Dinge, die uns den Arbeitsalltag nicht nur erleichtern sondern ihm auch einen verspielten Anstrich verleihen. Schluss mit langweiligen, weißen Blöcken mit grauem Karomuster.  Something to think about - Liste - 4,50€ Passt perfekt in deinen Terminplaner. Personalisiertes Briefpapier - 13,90€ Kurztrip-Tagebuch - 7,90€ Für alle, die ihre Flucht aus dem Arbeitsalltag dokumentieren wollen. Passwort-Reminder - 7,90€ Blog-Planner - 7,90€ Steffis Produkte sind in ihrem kleinen aber feinen DaWanda-Shop oder direkt auf ihrer Webseite erhältlich. Und wer einen kleinen Blick hinter die Kulissen ihres Labels heaven+paper werfen will, findet hier, was er sucht. Fotos: (c) Stefanie Eusemann - heavenandpaper.de ### Die besten Business-Tipps #23 - Chefsache "Sehr cool!", denkst Du? Ob das deine Mitarbeiter auch so sehen? Falls sie dir etwas anderes signalisieren sollten, haben wir hier ein paar Tipps, wie dir der Respekt und die Anerkennung deiner Angestellten sicher sind. Denn häufig braucht es nicht viel, um einen vertrauensvollen Umgang aufzubauen und damit ein wirklich "cooler Chef" oder eine "coole Chefin" zu sein. 1. Sei einfach freundlich, verbindlich und höflich! Grüß andere, halte ihnen die Türe auf – denk an deine gute Kinderstube! 2. Sei verständnisvoll, wenn deine Angestellten Fehler machen. Manche Firmen bezahlen Mitarbeiter sogar, wenn sie Fehler beichten, weil jeder Fehler auch eine gelernte Lektion bedeutet und für das Unternehmen somit nützlich ist. 3. Hör zunächst zu, dann kannst Du sprechen! Oder sprich ab und zu einfach auch mal gar nicht. 4. Hör auf dich einzumischen, wenn andere sprechen. Du bist dabei Vertrauen aufzubauen, nicht, dir Feinde zu machen. 5. Zoll deinen Beschäftigten Anerkennung, wenn ihre Ideen funktionieren. Dies ist die Wurzel der meisten Fragen des Respekts und Vertrauens. 6. Widersteh dem Drang, andere zu beleidigen, in Verlegenheit zu bringen und herabzusetzen. Damit erreichst Du nur das Gegenteil von Vertrauen, Respekt und Ermutigung. 7. Beteilige die Menschen an Entscheidungen, die auch ihr Arbeitsleben betreffen. 8. Wende diese Regeln auf jeden gleichermaßen an. Du behandelst sie vielleicht unterschiedlich mit Gehaltserhöhungen, aber bei diesen Regeln parteiisch zu sein, macht dich nicht zu einem coolen Chef oder einer coolen Chefin. 9. Ermögliche deinen Mitarbeitern, ein Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben finden! 10. Lobe fünf Mal häufiger als Du kritisierst. Wem würdest Du mehr Vertrauen schenken: Jemandem, der dich ständig korrigiert, oder jemandem, der dich häufig und spezifisch lobt und nur korrigiert, wenn es nötig ist?   Diese Business-Tipps haben wir Adrian Gostick & Scott Christophers Buch „Das Smily Prinzip – Warum sich Lächeln auszahlt.“ (Wiley) entnommen. Foto: © lassedesignen - Fotolia.com ### Das Buch der Woche: Hör auf zu denken – sei einfach glücklich! Der Zen-Weg zu innerer Ruhe und Gelassenheit „Habe ich an alles gedacht?“ „Habe ich in dieser Situation richtig reagiert oder völlig übertrieben?“ „Und wie soll ich das nur wieder alles schaffen?“ Fragen über Fragen und ein Gedanke nach dem anderen. Viel zu häufig denken wir über viel zu viele Dinge nach. Damit ist jetzt Schluss! Von nun an gilt: „Hör auf zu denken – sei einfach glücklich!“ Zen ist Spiritualität, der Weg zu innerer Ruhe und zur Selbsterkenntnis. Und Zen führt dich zur Antwort auf die Frage: “Wer bin ich?” Davon überzeugt ist Hinnerk Polenski, der dir in seinem ruhigen, meditativen Buch “Hör auf zu denken – sei einfach glücklich!” die Lehren der alt-buddhistischen Lebensart vermittelt. Teilweise im Dialog mit der TV-Journalistin Ulrike Wischer, teils in Versform und dann wieder in kurzen Textfragmenten erläutert Polenski seine persönliche Glücksformel. Es geht dabei um innere Erfüllung, um Liebe, (“die nichts mehr zu tun hat mit Verlangen und Gier”) und den Weg, den Du beschreitest, um ein stabiles inneres Gleichgewicht herzustellen (“Geist, Körper und Energie sind eins”),  das nicht von Geldproblemen oder Partnerschaftskrisen bedroht werden kann. Der Schlüssel dazu klingt “denkbar” einfach: “Hör auf, so viel zu denken!” Das Grübeln über Fehler der Vergangenheit und hypothetische Probleme der Zukunft hindert uns daran, im Hier-und-Jetzt glücklich zu sein. Polenskis sanfter Ratgeber und seine Einladung zur Zen-Philosophie können dazu beitragen, die Prioritäten künftig anders zu setzen. Roter Reiter – Fazit: Paul Simon sang auf seinem wunderbaren Album ”Hearts and Bones” “Think too much” in gleich zwei unterschiedlichen Versionen. Recht hat er, sagt Hinnerk Polenski. Fühlen statt denken ist der Schlüssel, der tatsächlich zu innerer Gelassenheit und der nötigen Distanz zu Alltagsproblemen führt. Kann man üben. In “Hör auf zu denken – sei einfach glücklich” erläutert Polenski wie es funktionieren kann. Sympathisches Büchlein für alle, die spirituellen Wegen gegenüber aufgeschlossen sind. Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Hinnerk Polenski: „Hör auf zu denken – sei einfach glücklich!“; O.W. Barth 2013 Bestell das Buch jetzt unter Managementbuch.de ### Das Buch der Woche: Kindheiten Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden Alle 2,6 Sekunden wird auf dieser Welt ein Menschenkind geboren. Unter den unterschiedlichsten Bedingungen und auf den verschiedensten Wegen erblicken sie das Licht der Welt. Denn jedes Land hat – wie bei vielen anderen Dingen auch – gerade in Bezug auf Kindererziehung seine ganz eigenen Sitten. Schwanger ist nicht gleich schwanger Ist eine deutsche Frau erst einmal schwanger, wird von ihr zum Beispiel erwartet, sich gesund zu ernähren. Und das wird dann gleich ordentlich deutsch durchgezogen. So steht zum Beispiel Rohmilchkäse  aufgrund seiner Listerien (Bakterien, die zu einer gefährlichen Infektionskrankheit führen können) ganz weit oben auf der Roten Liste. In Frankreich dagegen hat niemand etwas einzuwenden, wenn eine Frau während der Schwangerschaft genüsslich ihren Camembert futtert und der kann voller besagter Listerien stecken. In Guatemala dagegen drehen sich die Vorsichtsmaßnahmen weniger ums Essen. Hier sollen die Frauen nicht nach draußen, wenn die Sonne im Zenit. Und auch bei  Vollmond ist draußen tabu. Ganz andere Tipps gelten in Mali. Dort werden schwangere Frauen davor gewarnt, sich zu  bücken – das Kind könnte sich im Bauch übergeben. Michaela Schonhöft und ihre außergewöhnliche Erziehungs-Reise Doch wie unterschiedlich ist die Kindererziehung auf den verschiedenen Teilen der Erde wirklich? Mit dieser Frage hat sich die Soziologin und Journalistin Michaela Schonhöft in ihrem Buch „Kindheiten -  Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden“ beschäftigt. Durch viele Gespräche mit Freunden und Bekannten auf der ganzen Welt hat sie ein wahres Erziehungs-Puzzle geschaffen. Schonhöft hat detailliert recherchiert, warum zum Beispiel Frauen aus Malaysia nach der Geburt weniger depressiv sind, als andere Frauen auf der Welt. Warum afrikanische Babys weniger schreien und indische und japanische Kleinkinder später wesentlich selbstsicherer sind als zum Beispiel deutsche Kinder im Erwachsenenalter. Glück steht weltweit an oberster Stelle Und trotz der vielen unterschiedlichen Herangehensweisen stellt Schonhöft fest, dass alle Eltern auf der Welt eines gemein haben: Sie alle wollen, dass ihre Kinder glücklich sind. „Ich will, dass meine Kinder so zufrieden wie möglich werden“, erzählt mir Tanya aus Südafrika. „Ich wünsche meinen Kinder, dass sie glücklich werden“, sagt auch Sapna aus Mumbai. Und Thuy aus Australien meint: „Meine Kinder sollen einfach nur zufrieden sein, welche Entscheidungen sie auch immer in ihrem Leben treffen.“ Dabei hat jede Kultur ihre ganz eigene Vorstellung davon, was Kinder wirklich glücklich macht. Roter-Reiter-Fazit: Michaela Schonhöft nimmt mit ihrem Buch „Kindheiten -  Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden“ den Leser mit auf eine spannende Weltreise. Mit interessiertem Blick nimmt sie Erziehungsstile der ganzen Welt und der unterschiedlichsten Kulturkreise genauer unter die Lupe. In einzelnen Episoden erzählen Eltern von allen Kontinenten was sie ihren Kindern unbedingt mit auf ihren Lebensweg geben möchten und wie sie ihren Nachkömmlingen zum glücklich werden verhelfen. Dadurch relativieren sich einige gängige (Vor)Urteile und es kristallisiert sich heraus, was Eltern wirklich wichtig ist. Text: Lena Riedmann, www.roter-reiter.de Michaela Schonhöft: „Kindheiten -  Wie kleine Menschen in anderen Ländern groß werden“, Pattloch 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Die besten Business-Tipps #22 - Für einen starken Auftritt Obwohl deine Projekte genauso gut - wenn nicht sogar besser - sind als die deiner Kolleginnen und Kollegen, heimsen immer die anderen die Lorbeeren ein. Damit ist jetzt Schluss! Denn es braucht gar nicht viel, um einen starken Auftritt hinzulegen. Was Du dir unbedingt merken solltest: standhaft bleiben, durchsetzen, weiterentwickeln! 1 Nicht einknicken! Erfolgreiche Arbeitnehmer folgen dem Ideal des mündigen Berufstätigen, der sich etwas zutraut und nicht bei ersten Widerständen und Kritiken einbricht, sondern an sich und seine Ideen glaubt. 2 Ethik und Durchsetzungsstärke mit Augenmaß sind kein Widerspruch! Beruflichen Gegenspielern solltest Du daher mit Respekt, Fairness, aber auch klarer Grenzziehung begegnen. 3 Entwickle dich! Behaupte bitte niemals, deine Persönlichkeitsentwicklung sei abgeschlossen. Jeder  kann sich verändern – sein Leben lang. 4 Fall durch Lob auf! Netzwerkpflege heißt, gelungene Aktionen der Kollegen und Chefs auch öffentlich zu würdigen. Pflege die Lobkultur, damit fällst Du im deutschsprachigen Raum positiv auf. 5 Handle nach dem Schrotgewehrprinzip! Stoße immer ausreichend viele Initiativen an. So erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass sich einige wenige durchsetzen. Die „Verlierer“ verstaust Du in deiner Ideenschublade, um sie im richtigen Moment wieder hervorzuzaubern. 6 Nutze das Aggressionsparadoxon! Wenn deine Gegenspieler glauben, dass Du aggro reagieren kannst, reduziert sich deren Lust auf eine Attacke. Das erwartete Echo schreckt sie ab. Diese Tipps zum starken Auftreten im Job liefert uns Jens Weidner in seinem Buch "Hart, aber unfair" (campus). Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Foto: © Barmaliejus - fotolia.de ### Zu Besuch bei feinedinge* in Wien Eigentlich hat Sandra Haischberger Lehramt studiert. Eine Zeit lang arbeitete sie als Englisch- und Sportlehrerin. Wirklich glücklich war sie in ihrem Beruf allerdings nicht. Was also tun? Hinschmeißen und noch mal ganz von vorne anfangen? Exakt das hat sich Sandra Haischberger getraut. Sie hat erneut studiert, diesmal aber an einer Kunsthochschule. Vor acht Jahren folgte dann der zweite mutige Schritt: Ein eigenes Porzellan-Label mit dem Namen feinedinge*. Für Sandra waren diese Schritte das Beste, was ihr passieren konnte. Mit ihrem Prozellan-Atelier und –Geschäft Mitten in Wien hat sie sich ihren Traum erfüllt und verkauft nun erfolgreich ihre feinen Dinge.   Noch einmal etwas genauer: Wer bist Du? Woher kommst Du? Und was machst Du? Ich bin Sandra Haischberger, bin 43 Jahre alt und lebe mit meiner Tochter Lily und meinem Mann in Wien. Außerdem bin ich Gründerin meines Porzellan-Labels feindinge*. Seit wann gibt es deine kleine Porzellan-Manufaktur feinedinge* schon? feinedinge* gibt es mittlerweile schon seit acht Jahren. Was ist die Philosophie hinter feinedinge*? Das lässt sich einfach zusammenfassen: Handgefertigtes Porzellan aus Wien herzustellen, das nicht nur zeitgemäß  sondern auch absolut alltagstauglich ist – und vor allem eins ist mir wichtig: Dass es gerne verwendet wird! Was haben eure feinen Dinge, was andere nicht haben? Wir möchten uns mit unseren Produkten von all dem massengefertigten Porzellan abgrenzen. Außerdem wollen wir gerne zeigen, wie charmant kleine Unregelmäßigkeiten und „Fehler“, die im Herstellungsprozess entstehen, sein können. Das macht unsere liebevoll gefertigten Produkte aus. War Dir schon immer klar, dass Du einen handwerklichen Beruf ergreifen willst? Insgeheim vielleicht schon. In „echt“ war ich aber eher eine klassische Spätzünderin. Erst nach meiner Ausbildung zur Lehrerin  habe ich im zweiten Anlauf Produktdesign studiert, was mir wesentlich mehr Spaß gemacht hat. Glitschige Hände, schmutzige Kleidung – das muss man wirklich wollen oder? Ja, das muss man absolut wollen. Aber es ist eine wunderbare Arbeit! Wie oft fällt Dir im Schnitt ein fertiges Produkt aus den Händen? Ein fertiges Produkt eigentlich kaum. Aber manchmal muss man ein Produkt absichtlich ‚fallenlassen´, weil z.B. bei einem der vielen Arbeitsschritte etwas schief gegangen ist oder das Gefäß total verzogen aus dem Ofen kommt… Dann hilft nur noch rohe Gewalt. Erinnerst Du Dich noch, welches das erste Produkt war, das Du verkauft hast? An das allererste leider nicht mehr. Aber ich erinnere mich noch ganz genau an die erste verkaufte ‚moonstruck´-Leuchtkugel. Da hab ich vor lauter Freude eine Flasche Sekt knallen lassen. Was oder wer inspiriert dich am meisten? Eigentlich vor allem die Arbeit im Atelier mit den Formen und dem Material selbst. Die besten Ideen entstehen spontan – beim  Arbeiten und Experimentieren in der Werkstatt. Viel entsteht auch auf Reisen, in Städten, durch antikes Küchengeschirr, beim Beobachten alter Bräuche, der Natur, den Pflanzen, etc. Wolltest Du Dich schon immer gerne selbstständig machen? Nein, nicht wirklich. Mit der Entscheidung, Porzellan zu fertigen, hatte ich dann aber zum Glück keine andere Wahl. Wie schwierig war der Schritt in die Selbstständigkeit für Dich? Eigentlich gar nicht schwer. Ich habe, nachdem meine Tochter ein bisschen älter als ein Jahr alt war und täglich für ein paar Stunden im Kindergarten war,  ein ganz kleines Geschäftslokal gleich um die Ecke unserer Wohnung gemietet. Ohne irgendeinen Businessplan! Ich habe einfach begonnen zu werkeln. Und das hat dann zum Glück geklappt! Deine Tochter Lily ist mittlerweile neun Jahre alt. Wie gut lässt sich Dein Job mit deiner Aufgabe als Mutter vereinbaren? Je älter Lily wird, desto besser lässt sich das Muttersein mit meiner Arbeit vereinbaren. Mein Mann kümmerte sich aber von Beginn an auch ganz besonders viel um Lily. Sonst wäre alles, was meine Selbstständigkeit mit feinedinge* angeht, schwieriger gewesen. Würdest Du sagen, dass Du deinen Traumberuf gefunden hast? Ja, absolut! Wie sieht der „ganz normale Wahnsinn“ bei Dir aus? Leider mittlerweile mit sehr viel Zeit vor dem Computer. Meist am Vormittag oder in der Nacht. Gegen Mittag geh ich ins Atelier und freu mich darauf, meine lange Liste im Kopf abarbeiten zu können. Und dann kommt dort doch meistens alles anders als geplant. Was gefällt Dir an Deiner Arbeit am besten? Was gar nicht? Gar nicht gefällt mir die viele Zeit vor dem Computer und auch das Verpacken der Produkte, um sie dann zu verschicken, ist nicht so mein Ding. Besonders gerne mag ich die Herausforderung, neue Produkte zu entwickeln, die ersten Probegüsse mit neuen Gussformen zu machen. Und dann immer wieder dieser spannende Moment, wenn der Ofen aufgeht und die damit verbundene Neugierde und Vorfreude, wie das Produkt wohl geworden ist. Wenn ich mein fertiges Werk dann schlussendlich in Händen halten kann – ein Traum! Gibt es einen Beruf, den Du absolut niemals machen könntest? Ich glaube, ganz klassische Bürojobs oder das Arbeiten in einem Callcenter wären mein persönlicher Albtraum… Hast Du ein Arbeits-Motto? Geht nicht – gibt´s nicht! - Schau ma mal, dann sehn wir´s schon! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Sandra für das nette Interview und wünsche weiterhin viel Erfolg mit den vielen feinen Dingen! Interview: Lena Riedmann Fotos: (c) feinedinge* ### Das Buch der Woche: Das schenk ich mir Durchstarten in großen Schritten Gesellschaftliche Konventionen, Pflichtgefühl und traditionelle Werte geben im Alltag Sicherheit. Noch viel häufiger aber bremsen sie den eigenen Elan auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Anlass genug für Janet Betschart mit „Das schenk ich mir“ ein feminines Plädoyer für mehr Eigenverantwortung zu schreiben. Ihre Kernaussage ist deutlich: „Du wirst deinen Weg nicht finden, wenn Du auf die Roadmaps der anderen schaust“. Ihre Ansagen sind ebenso glasklar und reichen von „Lerne die Regel, um sie zu brechen“ über „Nie wieder fremdgesteuert“ und „Verdiene dir den Neid der anderen“ bis hin zu „Tu endlich, was Du schon immer tun wolltest". Zehn Leitsätze für ein selbstbestimmtes Leben Was das Buch "Das schenk ich mir" so wertvoll macht: Janet Betschart berichtet sehr viel aus eigener Erfahrung und kennt die Widerstände und auch kleinen Rückschritte sehr genau, die dich beim Streben nach mehr Selbstbestimmtheit einholen werden. Aber auch das tolle Gefühl, wenn Du deine eigene Route abgesteckt hast und dir hin und wieder selbst auf die Schulter klopfst: „Gut gemacht!“. Hier die besten Tipps und Leitsätze: Wenn eine Regel für mich keinen Sinn ergibt, hat sie für mich auch keine Relevanz. Dann befolge ich sie eben nicht mehr. Es lohnt sich, dem eigenen Weg zu folgen, selbst wenn er im Gestrüpp landet. Denn aus jedem eigenen Scheitern nimmt man wertvolle Erfahrungen für den weiteren Lebensweg mit. Ich höre auf, mich nach dem zu richten, was andere von mir erwarten. Ich nehme meine Begeisterung und meinen Elan als Kompass, der mir zeigt, welche Aufgaben zu mir passen und mir Freude machen. Ich vertraue zuallererst mir selbst. Ich gewöhne mir das vorschnelle „Ja, aber…“ ab. Stattdessen überlege ich mir, welche Angst und Sorge wirklich hinter meinem Einwand steckt und wie ich sie entkräften kann. Ich bin wach gegenüber Ansprüchen und Einwänden, die mich ausbremsen. Ich trenne mich von lästigen Freundschaften, die ich nur noch aus Pflichtgefühl aufrechterhalten habe. Meine Erfolge notiere ich in einem Erfolgstagebuch. So gewöhne ich mir an, mich auf meine Stärken zu konzentrieren. Das gibt mir Sicherheit. Ich erlaube mir, Neid als Kompliment zu betrachten und als Beweis, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Roter Reiter-Fazit: Gleichermaßen praxisnah und pointiert erklärt Janet Betschart in „Das schenk ich mir“, wie frau sich von Fremderwartungen löst und die eigenen Wünsche und Ziele in den Fokus rückt. Gutes Buch für Frauen, die sich in Job, Ehe und Privatleben mit Mittelmaß nicht mehr zufriedengeben wollen. Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de Janet Betschart: „Das schenk ich mir“; Beltz 2013 Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de ### Ordnung am Arbeitsplatz Wohlfühlen und Zweckmäßigkeit am Arbeitsplatz ganz einfach verbinden Diese Büro-Accessoires schaffen Ordnung am Arbeitsplatz Nicht jeder kann sich sein Büro aussuchen. Manche haben das Glück, in einem stylischen Großraumbüro oder in einer gemütlich eingerichteten Büroetage mit eigenem Büro zu landen. Andere müssen sich ungewollt mit einem kahlen, sterilen Räumchen abgeben. Darin herrscht dann alles andere als Wohlfühl-Atmosphäre. Klar, ein Büro sollte ja auch in erster Linie zweckmäßig sein. Feststeht aber: Am besten arbeiten wir an einem Arbeitsplatz, der Wohlfühlen und Zweckmäßigkeit verbindet. Und dazu kannst Du selbst beitragen. Indem Du zum Beispiel die schwarzen Standard-Ablagen gegen eine Ablagebox in Deiner Lieblingsfarbe austauscht. Oder indem Du deinen langweiligen Stiftehalter aus Plastik durch den "Pencil Pot" in Spitzer-Form ersetzt. Oder für die Ordnung am Arbeitsplatz doch lieber alles fein säuberlich in der "White Box" von "nomess Copenhagen" verstauen?   Alle oben dargestellten Produkte erhältst Du über zalando.de Weitere Beiträge zum Thema Ordnung am Arbeitsplatz findest Du in der Rubrik "Büro-Gadgets". Fotos: (c) zalando.de ### Die besten Business-Tipps #21 - Der richtige Händedruck Gerade im Business ist das Händeschütteln wohl die gängigste Begrüßungsgeste. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Geste verwendet, um Geschäfte zu besiegeln – „Geschäfte mit Handschlagqualität“. Daher hat die Art und Weise, wie jemand die Hand seines Gegenübers schüttelt, bis heute eine vielsagende Bedeutung. Doch welcher Händedruck sagt was aus? Körpersprache-Profi Stefan Verra erklärt Dir, worauf Du achten solltest: Fester Händedruck William Chaplin stellte in Versuchsreihen fest, dass ein Zusammenhang zwischen Händedruck und Persönlichkeit besteht. Extrovertierte Menschen und Menschen, die ihre Gefühle nach außen zeigen, haben einen festen Händedruck – im Gegensatz zu neurotischen und schüchternen Menschen. Schlaffer Händedruck Menschen, die die Hand ohne jeglichen Druck in die Hand des anderen legen, tragen wenig zum Begrüßungsritual bei. Sie transportieren dadurch keine Initiative und Stärke. Der Schraubstock Menschen, die einen deutlich festen Händedruck haben, senden damit ein Stärke- und Machtsignal aus. Festhalten Menschen, die ihr Gegenüber lange, deutlich länger als erwartet, festhalten, signalisieren einerseits Aufmerksamkeit und Interesse, können andererseits aber auch schwer loslassen. Feuchter Händedruck Eine feucht-kalte Hand lässt uns auf Nervosität schließen. Eine Lösungsmöglichkeit ist es, kurz vor dem Begrüßen ein Taschentuch in die Faust zu nehmen, um so die Hand, zumindest für kurze Zeit, trocken zu halten. Abstand Wenn Frauen einen Mann nicht zu nahe kommen lassen wollen, „strecken“ sie ihm die Hand entgegen. Weit nach vorn gestreckt wird die Hand gereicht, so , dass der Mann nicht „zu nahe treten“ kann. Umgekehrt wird die Hand gereicht, und die Person wird aus ihrem Bereich „herausgezogen“ und in den eigenen Bereich gezwungen. Beides sind Hinweise zur Beziehung zwischen den zwei Personen. Oberhand Beobachte beim nächsten Politgipfel mal, wer von den Staatsoberhäuptern rechts und wer links vor den Kameras steht, wenn die Hände gereicht werden. Immer die Person, deren Handrücken man sehen kann, signalisiert mehr Macht. Außerdem lässt uns die offene Hand der rechten Person auf „Unterlegenheit“ schließen. Beidhändig Beim Händeschütteln umfasst einer der beiden die Rechte des anderen zusätzlich mit seiner Linken. Begeisterung und besondere Vertraulichkeit werden damit signalisiert. Sie können damit der besonderen Freunde Ausdruck verleihen, jemanden wiederzusehen. Achtung: Nicht jedem Menschen ist so viel Intimität recht. Sie werden es spüren, wenn die Hand weggezogen wird. Schulter Als der amerikanische Präsident den UN-Generalsekretär am Rande der UNO-Vollversammlung begrüßte, achtete er sehr genau darauf, dass er bei seinem demonstrativ langen Händeschüttler an der linken Seite stand. Verstärkt hat er seinen Dominanzanspruch noch damit, dass er dem UNO-Vorsitzenden während der ganzen Zeit des Händereichens die linke Hand auf die Schulter gelegt hat. Denn Händereichen und gleichzeitig die Linke auf die Schulter des anderen ist ein klares „Überlegenheits“-Signal. Alles rund ums Thema Körpersprache und ihre Rolle in der Verkaufswelt findest Du in dem Ratgeber "Die Macht der Körpersprache im Verkauf. Überzeugend und mitreißend kommunizieren" von Stefan Verra (Signum). Ein interessantes Video-Training mit Stefan Verra findest Du bei Pink University.   Foto: © nik7ch - fotolia.de ### Rezept: Bauernmarkt-Frittata Brunch-Idee für's Wochenende Unter der Woche kommt das Frühstücken bei vielen zu kurz. Je mehr wir zu tun haben, desto weniger Zeit nehmen wir uns, etwas leckeres und gesundes zuzubereiten. Am Wochenende sollten wir unser Frühstück daher umso mehr genießen. Wie wäre es daher also mal wieder mit einem ausgiebigen Brunch? Wir hätte da einen tollen Rezeptvorschlag: Eine Bauernmarkt-Frittata mit frischem Gemüse. Lässt sich schnell und easy zubereiten und macht garantiert satt. Bauernmarkt-Frittata Zutaten: 4 große Eier 60 ml Vollmilch Salz & frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer 125g gehacktes frisches Gemüse der Saison wie Tomaten, Paprika Spargel, Zwiebeln, Auberginen in beliebiger Kombination 4 Streifen Frühstücksspeck oder gekochter Schinken, klein geschnitten 60g frisch geriebenen Parmesan 1 EL gehackte platte Petersilie Und so wird die Frittata zubereitet: Backofen auf 180°C vorheizen. Eier, Milch, 1 TL Salz und 1/2 TL Pfeffer in einer Schüssel verquirlen. Olivenöl in einer ofenfesten Pfanne erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, da Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten darin braten, bis es weich ist und zu bräunen beginnt. In eine Schüssel füllen und beiseite stellen. In derselben Pfanne den Frühstücksspeck bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten knusprig braten, gekochter Schinken braucht nur 2 Minuten. Das Gemüse dazugeben und in einer Lage ausbreiten. Die Eiermischung gleichmäßig hineingießen und etwa 5 Minuten ohne Rühren stocken lassen. Die Pfanne in den Ofen stellen und etwa 3 Minuten goldbraun "grillen". Herausnehmen und den Parmesan darüberstreuen, dann eine weitere Minute grillen, bis der Käse schmilzt. Petersilie nach Belieben darüberstreuen, in Stücke schneiden oder direkt in der Pfanne servieren. Dass dieses Rezept nicht nur eine tolle Idee für Deinen nächsten Brunch ist, sondern auch super als Mitternachts-Snack für die anstehende Grillparty taugt, erklärt der Autor dieses Rezepts - Eli Sussman - höchstpersönlich: "Frühstück bei Nacht verstört mich unerklärlicherweise komplett. Sie können mich zu jeder Tages- und Nachtzeit wecken und ich verputze voller Freude ein Truthahnsandwich, aber ich könnte mich nie an Pfannkuchen als Abendessen gewöhnen. Unabhängig von meinen persönlichen Vorlieben habe ich aus verlässlichen Quellen erfahren, dass nächtliches Frühstücken hip ist. Also, um ihnen das zu geben, was sie wollen: Hier eine Mitternachts-Frittata." - Eli     Das Rezept stammt aus dem Buch "Kochhelden" von Max & Eli Sussman In ihrem Buch "Kochhelden" liefern die Brüder Eli und Max Sussman leckere und einfache Gerichte, die wenig aufwendig sind - Hausmannskost 2.0 sozusagen. Sie nehmen ihre Leser beim Kochen an die Hand und zeigen, wie man einzelne Lebensmittel auch in der Hektik des Alltags zu einem raffinierten Gericht zusammenfügt. Und noch was anderes wird bei Kochhelden schnell klar: die Optik des Buches ist genauso individuell wie die beiden Brüder und ihre Rezepte. Aufgemacht wie eine Graphic Novel ist auch der Inhalt alles andere als langweilig. Es schreit geradezu: Fang endlich an zu kochen! Max Sussman / Eli Sussman: Kochhelden - Rezepte für das wahre Leben, Callwey 2013 (€ [D] 24,95) Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Weitere leckere Rezepte findest du in der Rubrik "Brainfood". ### Die besten Business-Tipps #20 - Beschwerdemanagement So wehrst du den telefonischen Shitstorm ab und machst aus Meckertanten treue Kunden Auch wenn du dich noch so anstrengst - es kann immer mal was daneben gehen. Und wenn du damit an den falschen Kunden gerätst, ist schnell die Hölle los. „Erst letzte Woche war jemand von Ihrer Firma bei uns und hat die Leitung überprüft. Und heute komm ich wieder nicht ins Internet … Sagen Sie mal: Ticken Sie noch ganz richtig?!“ Noch beliebter die Standardnummer: "Was ist denn das für ein Saftladen, Hallooooo!!??!!" Jeder, der mit Kunden zu tun hat, weiß, wie sich solche Beschimpfungen anfühlen. Aber egal, ob Du selbst die Schuld trägst oder ein anderer: Es ist deine Verantwortung, den Strom rauszunehmen. Und die Chance zu nutzen! Denn meckernde Kunden sind immerhin Kunden, die sich bei dir melden - und die mit etwas Einfühlungsvermögen sehr leicht ins Gegenteil verwandelt werden können: In die treuesten aller treuen Stammkunden. Ein kleine Anleitung: Das solltest Du lieber sein lassen: Ständig von Dir sprechen: Ich, ich, ich… Fremdwörter, Abkürzungen oder Fachsprache verwenden – es sei denn, Dein Gesprächspartner legt Wert darauf. Unterstellungen weglassen: „Sie wissen bestimmt …“ oder „Das kennen Sie sicher…“ Prestigegehabe knicken: „Ich habe schon viel gesehen, kenne alles …“ Auch das ständige erwähnen von Daten und Fakten wird deinen nörgelnden Kunden sicher nicht besänftigen. Stattdessen solltest Du lieber Folgendes tun: Sprich deinen Kunden wertschätzend an: „Ich sehe, Sie wissen, worauf es ankommt …“ Stelle den persönlichen Nutzen des Kunden in den Vordergrund: „Damit Sie nicht nur schnell, sondern auch eine besonders gute Unterstützung vor Ort bekommen …“ Knüpfe an seine Erwartungen und Wünsche an:  „Sie sagen, ein guter Servicetechniker vor Ort ist Ihnen besonders wichtig? Dann …“ Wiege Nachteile mit etwas Angenehmem auf: „Der Techniker, den ich für Sie einplane, kann leider erst übermorgen zu Ihnen kommen. Dafür ist es aber unser bester Mann!“ Frag nach der Meinung deines Kunden! „Sind Sie damit einverstanden?“ Viele weitere Tipps zu diesem Thema findest Du in dem Ratgeber „Beschwerdemanagement. Aus Beschwerden Verkaufserfolge machen.“ von Bernhard Haas und Bettina von Troschke (Gabal Verlag) ### Das Buch der Woche: Lean In - Frauen und der Wille zum Erfolg Frauen können mehr – wenn Man(n) sie lässt Deiner Erfahrung "Männer regieren die Welt" wird niemand ernsthaft widersprechen mögen. Das Faktum lässt sich mit Statistiken aus der Politik und der Wirtschaft problemlos belegen. Trotzdem lamentiert Sheryl Sandberg in ihrem bewegenden Buch "Lean in - Frauen und der Wille zum Erfolg" nicht lange über traditionelle (von Männern errichtete) Hürden oder fehlende Quotenregelungen. Oder über die Stereotypen, die so schwer aus den gängigen Denkmustern zu löschen sind ("Erfolg und Beliebtheit korrelieren bei Männern positiv und bei Frauen negativ.") Sie nimmt vor allem die Frauen selbst in die Pflicht, ihr Recht auf Gleichberechtigung lautstark einzufordern, wenn es um die Karriere oder Gleichberichtigung zu Hause geht. Sandberg muss es wissen: Als Top-Managerin bei Facebook und Mutter kennt sie sowohl die Muster, die eine Frau zur Führungsfigur befähigen, als auch die Stolpersteine auf dem Weg dorthin. Nicht quengeln, sondern klotzen Das Buch pendelt zwischen Ratgeber, Autobiographie und "feministischem Manifest". Sandberg schildert ihre persönlichen Erfahrungen, die zwar speziell erscheinen mögen, sich aber in vergleichbarer Form tausendfach auch in deutschen Büros abspielen. Vor allem aber ist ihr Buch ein eindringlicher Appell, sich nicht mehr mit den hinteren Plätzen zufriedenzugeben. Der entscheidende Schritt dazu erfolgt im Kopf, denn "neben den institutionellen Hindernissen ist ein innerer Kampf auszufechten". Sandberg zeigt, wie frau den erfolgreich durchstehen kann. Roter Reiter - Fazit: Ungeschminkt und kämpferisch formuliert Sheryl Sandberg (laut Forbes-Liste 2011 die fünftmächtigste Frau der Welt) ihren Aufruf zu mehr Fairness und Weitsicht in der Rollenverteilung. Dass Sheryl Sandberg in ihrem engagierten Bericht nicht nur die Erfolge feiert, sondern auch Schwächen und Fehler beschreibt, die notwendig waren, um letztlich an Stärke zu gewinnen, macht das Buch zu einem wertvollen, authentischen Ratgeber. Lesenswert! Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Sheryl Sandberg "Lean in", Econ 2013 Interessiert? dann bestell das Buch portofrei auf Manamgementbuch.de! ### Die besten Business-Tipps #19 - Schwächelndes Selbstbewusstsein? Raus aus deinem Versteck & selbstbewusst rein ins Leben Wenn Du den Blick in den Spiegel meidest und tagsüber nicht gerne unter Leuten gehst, bist Du entweder ein Vampir oder leidest unter einem schwächelnden Selbstwertgefühl. Damit bist Du in durchaus guter Gesellschaft, denn viel mehr Menschen, als Du vermutest, sind (ebenfalls) mit ihrem Aussehen, ihren Leistungen und Fähigkeiten derart unzufrieden, dass ein Selbstbewusstseins-Aufbauprogramm verschrieben werden sollte. Zum Beispiel das von Rhena Branch und Rob Willson. In ihrem Buch „Selbstbewusstsein trainieren für Dummies“ erklären die Autoren anhand von Übungen, Leitsätzen und Hintergrundinfos, wie Du dein Ego Schritt für Schritt wieder aufpolierst – und zufriedener mit dir bist. Hier eine Auswahl der besten Tipps, die Schluss machen mit dem Versteck-Spiel: 1 Umgang mit peinlichen Fehlern: „Übernimm die Verantwortung, so vermeidest Du, dich dafür schämen zu müssen.“ 2 Akzeptiere, dass nicht jeder Mensch von dir begeistert ist. „Ich bin als Mensch auch dann in Ordnung, wenn mich jemand nicht mag.“ 3 „Entdecke, wie Du über dich selber lachen kannst und dich selbst und deine Leistungen nicht zu ernst nimmst.“ 4 Bleib dir selbst gegenüber immer fair. Das kannst Du nur, „wenn Du die guten und die schlechten Aspekte der Leistungen in deiner Rolle in Betracht ziehen.“ 5 „Die Gedanken deines schwachen Selbstbewusstseins als unwichtig einzustufen, lässt sie die Macht über deine Gefühle verlieren.“ 6 Selbstbewusstsein resultiert nicht aus außergewöhnlichen Leistungen, „sondern entspringt der Tatsache, dass man das ganz Alltägliche an der eigenen Person und dem eigenen Handeln schätzen kann.“ 7 Lamentiere nicht über frühere Verfehlungen: „Was vorbei ist, ist vorbei.“ 8 Wenn Du in den Spiegel schaust, konzentriere dich künftig nicht mehr auf deine „Problemstellen, sondern akzeptieren das Gesamtbild.“ 9 „Werde dein eigener bester Freund und verhalte dich bewusst genau so, als würdest Du deine Liebe und Zuneigung jemand anders geben.“ 10 „Entschuldige dich bei dir selbst, wenn Du gemein zu dir warst.“ Roter Reiter-Fazit: „Selbstbewusstsein trainieren für Dummies“ ist ein umfassender Ego-Aufbaukurs, mit dem Du gezielt deine emotionalen Problemzonen angehst. Rhena Branch, Rob Willson: „Selbstbewusstsein trainieren für Dummies“; Wiley 2013 Bestell das Buch jetzt auf Managementbuch.de Foto: (c) tpsdave (Pixabay) ### Das Buch der Woche: Ist mein Kopf noch im Büro? Der stressfreie Weg zu mehr Gelassenheit, Klarheit und Spaß - für weniger Stress auf der Arbeit „Ich bin schon wieder total im Stress! Hört das eigentlich nie auf?“ Wenn Du dir diese Frage immer häufiger stellst, ist es höchste Zeit aus dem Stress-Karussell auszusteigen. Doch wie soll das gehen? Anne Otto und Carola Kleinschmidt, Redakteurinnen der Zeitschrift „Brigitte“, liefern mit ihrem Buch „Ist mein Kopf noch im Büro?“ die passenden Antworten. Denn die Beiden wissen aus eigener Erfahrung: Aus einer hektischen Phase kann leicht ein hektisches Leben werden. In zehn Schritten (aufgeteilt in einzelne Kapitel) führen die Autorinnen raus aus dem Stress auf der Arbeit und rein in die Gelassenheit. Raus aus dem Stress-Karussell Im ersten Schritt erklären Anne Otto und Carola Kleinschmidt, woher der Übeltäter „Stress“ eigentlich kommt. Wann hat das Stress-Karussell angefangen, sich zu drehen und warum kann man – hat die Fahrt einmal begonnen – so verdammt schwer wieder aussteigen? In weiteren Schritten lernst Du Deinen persönlichen Stress-Killer kennen, erfährst welche Situationen deine ganz persönlichen Stress-Fettnäpfchen sind und wie Du die richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung findest. Stress-Auslöser „Ade!“ Dabei fungiert das Buch auch als eine Art Pfadfinder. Es hilft dir, dich besser kennenzulernen und deinem persönlichen Stress-Auslöser „Ade!“ zu sagen. Ein Mitmach-Buch mithilfe dessen Du deine persönliche Anti-Stress-Strategie herausfiltern kannst. Am besten gleich schon mal Stift und Papier bereit legen, denn jetzt heißt es: Knallhart aufschreiben, was dich im beruflichen und privaten Alltag so richtig nervt. Nur so findest Du heraus, woher die üble Laune manchmal kommt. Stress auf der Arbeit mit dem Zwei-Minuten-Urlaub entgehen Dabei geben die Autorinnen in „Ist mein Kopf noch im Büro?“ immer wieder hilfreiche Alltags-Tipps. So solltest Du, wenn eine Aufgabe erledigt ist, nicht sofort die nächste beginnen. Nimm Dir zwei Minuten Zeit, schließe die Augen und genieße das Gefühl, dass Problem Nr. 1 nun gelöst ist. Erst dann solltest du das nächste anpacken. Oder wie wär‘s damit: Stell dich drei Minuten ans offene Fenster, das Lieblingslied auf den Ohren, und entfliehe so für einen kurzen Augenblick dem ganzen Wahnsinn um dich herum. Roter-Reiter-Fazit: „Ist mein Kopf noch im Büro?“ ist ein unanstrengender Ratgeber zum Thema Alltags-Stress. Mit kleinen Tipps und Anekdoten, in denen sich vermutlich jeder wiederfinden kann. Finde heraus, wie Du mit einfachen Kniffen und Learnings ein gelasseneres und stressfreieres Arbeitsleben führen kannst. Lena Riedmann, Roter Reiter Anne Otto, Carola Kleinschmidt: „Ist mein Kopf noch im Büro?“, Diana Verlag 2013 Bestell das Buch jetzt auf Managementbuch.de ### Die besten Business-Tipps #18 - Strategien für Faulenzer Erfolgsstrategien für Faulenzer Wie Du im Job mit wenig Aufwand viel erreichen kannst. Denke immer an die wichtigsten Fragen: 1. Möchte ich diese Aufgabe überhaupt übernehmen? Und wenn ja, ist es notwendig, dass ich das tue? Tue nichts, nur weil es andere tun oder es "eben so üblich" ist! Frag Dich: "Ist es notwendig?" und "Bringt es etwas?" Lautet Deine Antwort beide Male "Nein", dann lehn ab! 2. Lohnt das voraussichtliche Ergebnis die Mühe? Konzentriere Dich auf die Tätigkeiten, mit denen Du die größte Wirkung erzielst. Investiere Deine kostbare und begrenzte Zeit in die Tätigkeiten, die Dir ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten. 3. Muss ich es unbedingt selbst erledigen? Bist Du die am besten qualifizierte Person für die Aufgabe, die es zu erledigen gilt? Gibt es in Deinem Umfeld jemanden, der besser qualifiziert ist als Du? Wenn es ein anderer besser kann als Du, solltest Du dieser Person die Chance geben, Dein Können unter Beweis zu stellen. 4. Wie komme ich am schnellsten und einfachsten ans Ziel, wenn ich mich selbst darum kümmern muss? Halte Dich nicht mit überflüssigen Feinheiten auf! Spar Dir die Mühe, Deine Präsentation farblich perfekt abzustimmen, wenn eine simple Grafik in Schwarz-Weiß es auch tut. Tue was nötig ist, um eine ordentliche Arbeit abzuliefern, aber bitte nicht mehr. Was nicht nötig ist, braucht Dich nicht zu interessieren. 5. Wann genau ist die Ziellinie erreicht und ab wann vergeude ich nur meine Zeit? Lassen sich Arbeitsschritte und Zwischenergebnisse an anderer Stelle wieder verwenden? Liefert Deine Arbeit ein Ergebnis, das über den "einmaligen" Verwendungszweck hinausgeht? Wenn ja, skaliere es, um den Lohn für Deinen Aufwand zu optimieren. Wir wünschen viel Erfolg beim intelligenten Faulenzen! Diese Buisness-Tipps haben wir dem Buch "Erfolgstrategien für Faulenzer" von Peter Taylor entnommen. Bestell das Buch portofrei auf Managementbuch.de Foto: © Yolanda - pixabay.de ### Ordnung mit Retro-Charme Eine Kassette die mehr kann, als nutzlos in der Schublade zu liegen, weil man kein Abspielgerät mehr besitzt. Das Tape REWIND von dfp design ist zum Einen ein schicker Tesa-Abroller. Andererseits findet in REWIND alles Platz, was sonst einfach auf dem Schreibtisch rumliegt und für Chaos sorgt: Stifte, Radiergummi, Büroklammern, Schere, usw. REWIND schafft nicht nur Ordnung, sondern bringt zusätzlich Retro-Charme auf deinen Schreibtisch. dfp design (erhältlich über zalando.de) ### Das Buch der Woche: Bevor ich gehe Das traurig-schöne Buch vom großen Glück Der Titel „Bevor ich gehe“ lässt keinen Zweifel daran, dass der Tod eine Hauptrolle spielt im lesenswerten Buch von Susan Spencer-Wendel. Die amerikanische Journalistin erfährt mit 44 Jahren, dass sie an ALS (amyotrophe Lateralskelorse) leidet, eine unheilbare Nervenerkrankung, die erst zu Lähmungen und dann zum Tod führt. Grund genug für einen sentimentalen Abschiedsbrief oder einen nüchternen Report über Klinikaufenthalte und Therapieformen. Beides ist „Bevor ich gehe“ nicht geworden. Sondern eine optimistische, häufig humorvolle Hommage an das Leben. Es geht um das große Glück, das sich jeden Tag finden lässt, wenn man es wirklich sehen will. Spencer-Wendel kämpft an mehreren Fronten. Das ist nicht nur ihr eigenes Leiden und der kontinuierliche körperliche Verfall („John hielt mir die Gabel in den Mund, um mich zu füttern. Wann war das denn bei uns zur Routine geworden?“), sondern auch der jüngste Sohn, der die Diagnose „Asperger-Syndrom bekommt („der schlimmste Tag in meinem Leben“), eine seltene Form von Autismus. Lektion in Lebensfreude Fast tagebuchartig protokolliert Susan ihre Gedanken und ihren Alltag, der weniger von der Angst vorm Sterben geprägt ist als von der Lust auf Leben. Sie schafft einen Hund an und arbeitet die eigene Vergangenheit auf. Mit einer guten Freundin reist sie ("Ich war überglücklich") nach Kanada, mit ihrem Mann nach Budapest - dort haben sie die ersten Jahre ihrer Ehe verbracht - und mit ihrer 14-jährigen Tochter besucht sie in New York einen Brautkleidausstatter. Denn Susan weiß: Wenn ihre Tochter einmal heiratet, wird sie nicht mehr da sein. So erlebt sie noch einmal zahlreiche, unvergessliche Momente. Und erteilt uns dabei eine wunderbare Nachhilfelektion in Sachen Lebensführung: Wie Du die wichtigen Dinge wieder in den Blickpunkt rückst, improvisierst, wenn es mal anders kommt als gedacht („..paddelten Wesley und ich vollständig angezogen mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht im Pool herum“) und Deinen Optimismus erhälst – das kannst Du bei Susan Spencer-Wendel lernen. Roter Reiter Fazit: „Bevor ich gehe“ ist „ein Buch, das nicht von Krankheit und Verzweiflung handelt, sondern von meinem letzten wunderbaren Jahr. Ein Geschenk an meine Kinder. Voller Freude. Und ohne Furcht.“ Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Susan Spencer-Wendel: „Bevor ich gehe“; Heyne 2013 Neugierig? Dann bestell Dir das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de    ### Bunte Papeterie für kreatives Arbeiten Kreatives Arbeiten: IKEA stellt seinen neuen Papershop vor Seit Juni gibt es in vielen IKEA-Häusern ein neues Shop-im-Shop-Konzept: In der unteren Etage, wo sich Kissen, Teppiche und Büro-Accessoires treffen, gibt es seit Kurzem auch einen Papershop. Bunte Papeterie mit allem, was das kreative Herz höher schlagen lässt. Lustige Notizbücher, bunte Skizzenblöcke und ausgefallene Post-Its - kleine und schöne Dinge, die ein bisschen Farbe auf deinen Schreibtisch zaubern. Büroklammern in Sprechblasenform oder ein Notizzettel-Block in Holzoptik - hier wirst du zur kreativen Arbeit angeregt. Die Geschenkboxen lassen sich übrigens super als Ordnungs-Helfer auf dem Schreibtisch einsetzen. Mit diesen kleinen Papier-Schmuckstücken zauberst du im Handumdrehen gute Laune auf deinen Arbeitsplatz. Notizbuch, Skizzenblock & Co. eignen sich übrigens auch super als kleine Kollegen-Geburtstagsgeschenk. Mehr zum Thema Ordnung auf dem Schreibtisch findest du hier.  Sucht Du weitere schicke Büro-Helfer, die dein kreatives Arbeiten durch eine nette Atmosphäre unterstützen, dann schau doch mal hier vorbei.    Fotos: © Inter IKEA Systems B.V. 1999 – 2013 ### Die besten Business-Tipps #17 - Wie die Fetzen richtig fliegen Bei Meinungsverschiedenheiten kannst Du Deinen Kollegen/Deine Kollegin gedanklich natürlich einfach zusammenkehren und in die Tonne kicken. Wenn Du das Problem jedoch langfristig aus der Welt schaffen willst, solltet Ihr euch über die Uneinigkeit jedoch lieber auseinandersetzen. Und was ist, wenn daraus ein Streit entsteht? Gut so! Denn gutes Streiten ist wie das Fenster weit zu öffnen und zu lüften. Und Frischluft tut ja bekanntlich gut. Doch nicht jeder ist der geborene Streithahn. Viele reagieren auf Streitigkeiten meist mit Flucht, Totstellreflex oder kapitulieren sofort. Zugegeben: Streiten erfordert ein gewisses Maß an Mut. Hier ein paar Tipps, wie Du Probleme richtig aus der Welt schaffst und die Fetzen ordentlich  fliegen: 1.Streite auf Augenhöhe, das heißt: Achte auf die Energiebalance. Sowohl Ohnmacht als auch Allmacht verhindern einen produktiven Austausch. 2. Bleib in Kontakt mit Deinem Gegenüber, achte also auf seine Reaktionen. 3. Vermeide rhetorische Fragen. Stell nur Fragen, deren Antwort Du wirklich wissen willst. 4. Sprich davon, was passiert ist (harte Fakten) und was Du empfindest. Statt: „Du bist so unfähig, das kotzt mich an!“, lieber: „Du bist jetzt zum dritten Mal zu spät gekommen. Das ärgert mich.“ Versuch, die negative Bewertung wegzulassen. 5.  Vermeide jedes „kolonialisieren“, also Sätze, die mit „Wir sollten/wir müssen“ anfangen. Die ungefragte Vereinnahmung des Anderen führt automatisch zu Widerstand. 6. Genieß den Streit wie eine Art Tanz! Je flexibler Du in den Hüften bist, desto größer der Genuss. Und ein bewegliches Ziel ist noch dazu schwerer zu treffen. 7.  Wenn ein Streit destruktiv wird: Hör auf! Gönn Dir und dem anderen lieber eine Atempause. 8. Ertrage eine Meinungsdifferenz auch mal! Verschiedenheit zu erleben und nicht nivellieren zu wollen ist die wichtigste Voraussetzung für einen guten Streit.   Die Tipps sind dem Buch „Böse Mädchen kommen in die Chefetage. Strategien für mehr Durchsetzungsvermögen“ von Lutz Herkenrath (Ariston) entnommen. Bestell das Buch jetzt portofrei auf Managementbuch.de Weitere Business-Tipps findest Du hier. Foto: © pollygodders - pixabay.de ### Das Buch der Woche: Kick it, Walaa! Spiel zwischen Grenzen Dass der Sport Menschen verbindet - unabhängig von Staatszugehörigkeit, Glaube und Ideologie - wird gerne zitiert. Und jetzt auch bewiesen. Denn in ihrem mitfühlenden Reisebericht "Kick it, Walaa" zeigt Autorin Noemi Schneider, dass diese Idee tatsächlich gelebt wird. Und zwar im Grenzgebiet zwischen Israel und dem palästinensischen Westjordanland. Dort, wo gewöhnlich nicht Sportreporter, sondern Kriegsberichterstatter unterwegs sind, pendelt die Fußballerin Walaa Hussein auf nur wenigen Kilometern zwischen den Welten: Die junge Araberin kickt in der israelischen Liga und gleichzeitig für die Nationalmannschaft Palästinas. Und das so erfolgreich, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch die schwelenden Ressentiments und Vorbehalte der Konfliktparteien im Nahostkonflikt überwindet (wenn sie nicht gerade ihr Auto kaputt fährt). Mit den Soldaten kicken In leisen Tönen portraitiert Schneider das fußballerische Ausnahmetalent und die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie den Widrigkeiten ihres Alltags begegnet, weil "ein Ball eben ein Ball bleibt", ganz gleich, ob er in Ramallah oder Tel Aviv getreten wird. Und dass selbst da, wo fast täglich Anschläge verübt werden, Gesten der Menschlichkeit zu finden sind, sofern man hinschaut. Beispielsweise wenn die junge Grenzgängerin am scharf bewachten Checkpoint mit gelangweilten Soldaten ein paar Trainingseinheiten absolviert: "Dann spielen wir ein bisschen Fußball. Da geht der Ball im Übereifer des Gefechts schon mal verloren." Zuhören statt dozieren Vor allem revidiert das Buch die vorschnelle (europäische) Forderung nach Patentlösungen in einem scheinbar unlösbaren Konflikt: "Glaub mir, je mehr Du darüber weißt, desto weniger wirst du verstehen". Vermutlich ist es an der Zeit zuzuhören, statt Forderungen zu stellen. Bei Schneiders eindringlichem Report fällt das nicht schwer. Roter Reiter-Fazit: Noemi Schneider ist eine feine Beobachterin. Ihr Reisebericht "Kick it, Walaa!" zeichnet ein detaillierteres Bild vom allgegenwärtigen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, als es Tageschau und Geschichtsbücher je vermitteln könnten. Und vor allem von den Menschen, die trotz Hass und Bomben auf beiden Seiten jeden Tag ihren Optimismus neu erfinden. Prima Buch. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Noemi Schneider: „Kick it, Walaa. Das Mädchen, das über Grenzen geht.“; Knaur 2013 Kaufe das Buch auf Managementbuch.de ### App-etizer: Vine Du bist ein begeisterter Nutzer von Facebook, Instagram und Twitter? Postest jeden Tag dein Outfit, dein Essen oder deine Katze als Foto oder hältst deine Freunde mit kurzen Texten auf dem Laufenden? Ärgerst Dich aber immer wieder, dass man nur Fotos und keine Videos machen kann? Dann ist die App "Vine" genau das Richtige für Dich! Mit "Vine" kannst Du Videos erstellen, die genau sechs Sekunden lang sind. Anschließend veröffentlichst Du sie auf deiner Seite. Deine Freunde und Follower können diese anschauen, liken und kommentieren. Einfach App downloaden, kostenlosen Account anlegen (oder Twitter-Account nutzen) und anfangen zu drehen! Wir wünschen viel Spaß! Wir haben's gleich mal getestet: Foto: (c) vine.coFoto Startseite: itunes.apple  ### Die besten Business-Tipps #16 - Bequem Haltung bewahren Wer gut sitzt, kann besser arbeiten. Denn ob wir bequem vor dem Bildschirm residieren oder nicht, wirkt sich auch auf unsere Arbeitsleistung aus. Wer schief sitzt und guckt, bekommt irgendwann Nackenschmerzen, Kopfschmerzen oder gleich "Rücken". Hier ein paar Tipps, wie Du am Schreibtisch bequem Haltung bewahrst: Im Idealfall sollte die Höhe der Tischplatte zwischen 65 und 70 cm liegen. Aber: Je länger die Beine, desto höher darf auch der Tisch sein. Denn die Ellbogen sollten in einem Winkel von 90 Grad auf der Arbeitsfläche liegen können. Daran erkennst Du gut, ob Dein Tisch die richtige Höhe für Dich hat. Die Höhe der Sitzfläche sollte durchschnittlich 40 bis 50 cm betragen. Auch hier gilt: Die Körpergröße ist entscheidend. Wenn die Füße flach auf dem Boden stehen, sollten sich Deine Oberschenkel in waagerechter Position befinden. Ist das nicht der Fall, musst Du  entweder höher satteln oder tiefer stapeln. Dein Rücken sollte die Rückenlehne des Stuhls berühren, die Arme sollten bequem auf der Arbeitsfläche ruhen. Halte Ausschau nach einem verstellbaren Bürodrehstuhl mit Lordosenstütze, einer ergonomisch geformten Rückenstütze. Sonst gibt's irgendwann "Rücken". Dein Bildschirm sollte sich in bequemer Blickweite befinden. Ideal ist ein Abstand von maximal 70 cm zu den Augen. Wer kurzsichtig ist, darf ihn etwas näher zu sich rücken. Außerdem sollte Dein Blick auf den Bildschirm möglichst gerade sein. Bei ständigem nach unten oder oben Gucken sind Nackenschmerzen vorprogrammiert. Die Anregung zu diesen Business-Tipps holten wir uns aus dem Buch "Ein Raum für mich" von Caroline Clifton-Mogg. Weitere Business-Tipps findest Du in der Kategorie "Besser arbeiten".  Foto: © Inter IKEA Systems B.V. 2013, ### Buch der Woche: Die Fuck it-Lösung Raus aus dem Knast, rein ins Leben! Auch wenn der Titel “Die Fuck it-Lösung” einen locker-ironischen Lebensratgeber vermuten lässt (und das ist er auch!), musst Du zunächst viel Knast-Luft schnuppern, bevor Du dich über den Ausbruch in die (neue) Freiheit freuen darfst. Gleich auf den ersten Seiten besucht dich Autor John C. Parker in deiner Zelle. Er geht mit Dir die Liste der “Verbrechen” durch, die Du meist an dich selbst, (selten auch an deinen Mitmenschen) begangen hast. Und schmiedet mit Dir Fluchtpläne: “Fuck it kann uns helfen, daraus auszubrechen.” “Fuck it” ist ein neues Lebensgefühl “Fuck it” ist umgangssprachlich (besser: derbrhetorisch) ein Ausruf für “Mist” oder auch “scheißegal”. Und genau so ist es auch vom Autor gemeint. Er weitet die Bedeutung von “Fuck-it” aber auf ein ganzheitliches Lebensgefühl aus, das mehr Gelassenheit, mehr Optimismus und mehr Selbstvertrauen impliziert: “Wir tragen an der Last der Vergangenheit, machen uns Sorgen um die Zukunft und verpassen die Gegenwart.” Aus welcher Zelle wollen Sie ausbrechen? Die Gefängnis-Metapher ist gut gewählt, um eindringlich zu zeigen, welche Fußketten wir im Alltag klaglos hinter uns her schleifen. Grundlose Ängste gehören dazu, selbst auferlegte Zwänge, auch Mut- und Phantasielosigkeit. “Wir verbringen so viel Zeit und Energie damit, uns Sorgen um Dinge zu machen, dass wir nicht mehr genug Zeit und Energie für Dinge haben, die ganz offensichtliche eine Rolle spielen.” Eben jene Zeit- und Energiefresser vergleicht Parkin mit den Einheiten eines Gefängnisses. Ein Knast, in dem wir uns vielleicht sogar nett eingerichtet haben, der aber trotz allem ein Knast bleibt. Das Ziel muss lauten, diese Mauern einzureißen “und die Methode, Freiheit zu finden, nennt sich Fuck it-Lösung.” Sich in der Freiheit neu einrichten Mal in konkreten Denkaufgaben, dann wieder anhand kleiner Analogien zeigt der Autor, wie aus dem Traum vom Glück ein gangbarer Weg wird. Zum Beispiel, wenn es um Ziele und Wünsche geht, hilft die “Erkenntnis, dass Du mit dem glücklich sein kannst, was Du hast, aber trotzdem gleichzeitig noch etwas anderes haben willst.” An vielen Stellen blitzt feiner Humor durch, beispielsweise wenn Parkin seine Rezepte gegen Traurigkeit einstreut: “Man öffne ein Excel-Spreadsheet und spiele ein wenig damit herum. Innerhalb einer Minute wird sich die Stimmung aufhellen.” Glaube ich aus Erfahrung nicht. Aber der Rest des Buches ist prima – auch das sage ich aus Erfahrung! Roter Reiter Fazit: “Fuck it, ich habe mir einen Porsche gekauft” heißt es an einer Stelle in dem Buch. Dieser Satz fasst den Kern der “Fuck-it-Philosophie” wunderbar zusammen. Du kannst ganz neue Türen in deinem Leben aufstoßen – im Privatleben, im Berufsleben und der Wahl des Autos sowieso. Aber bitte nicht leise, sondern mit einem beherzten “Fuck it” auf den Lippen. Parkin hat die Anleitung dazu geschrieben. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-reiter.de Buchempfehlung: John C. Parkin: “Die Fuck it-Lösung”; Ariston 2013 Buch kaufen auf Managementbuch.de  ### Brainfood-Snack für die Mittagspause Rezept für die Mittagspause: Kasseler-Röllchen mit Radieschen-Frischkäse auf Toast Jeden Mittag die gleiche Frage: Was esse ich heute in der Mittagspause? In regelmäßigen Abständen zum Bäcker oder Metzger gegenüber zu laufen ist nicht nur eintönig, sondern geht irgendwann auch mächtig ins Geld. Eine gute Alternative: Das Essen für die Mittagspause bereits am Abend vorher zubereiten. Gut verpackt in einer Vesper-Box halten sich viele Lunch-Pakete über Nacht im Kühlschrank. Doch welcher Selfmade-Mittagspausen-Snack soll’s werden? Wir hätten da einen gesunden Vorschlag, der garantiert so satt macht wie Leberkäs-Semmel & Co.: Kasseler-Röllchen mit Radieschen-Frischkäse auf Toast. In Kasseler und Frischkäse steckt viel Eiweiß – einer der wichtigsten Treibstoffe unseres Nervensystems. Das Toastbrot liefert die nötigen Kohlenhydrate, die sättigen und unser Gehirn auf Trab bringen. Das brauchst Du dafür: 2 Scheiben Vollkorn-Toastbrot (40 g) 50 g Frischkäse (0,2 % Fett) gem. Pfeffer ½ TL Delikatess-Senf 6 mittelgroße Radieschen (60 g) evtl. Salz 4 dünne Scheiben Kasseler-Aufschnitt (etwa 40 g) evtl. etwas Gartenkresse Außerdem: Holzstäbchen Zubereitungszeit: 5 Minuten 1. Die Toastbrot-Scheiben im Toaster goldbraun rösten und etwas abkühlen lassen. 2. In der Zwischenzeit Frischkäse mit Pfeffer und Senf verrühren. Radieschen putzen, abspülen, trocken tupfen und in feine Stifte schneiden oder raspeln. Radieschenstifte oder -raspel unter den Frischkäse mischen. Den Radieschen-Frischkäse evtl. mit etwas Salz abschmecken. 3. Die Vollkorn-Toastbrot-Scheiben diagonal halbieren. Die Kasseler-Scheiben mit dem Radieschen-Frischkäse bestreichen, aufrollen und mit Holzstäbchen feststecken. 4. Die Kasselerröllchen auf den Toastbrot-Ecken anrichten. Nach Belieben mit etwas abgespülter, trocken getupfter Kresse bestreuen. Tipp: Schneller geht’s, wenn Du die Toastbrot-Scheiben mit dem Frischkäse bestreichst, mit dem Aufschnitt belegst und die geputzten Radieschen dazu isst. Wir wünschen eine leckere Mittagspause! Achte beim Einkauf auf die genaue Bezeichnung der Fettgehaltstufe des Frischkäses. Wirklich fettarm ist nur der Frischkäse mit 0,2 g Fett/100 g. Wer die komplett gesunde Variante essen will, greift statt zum Toastbrot zum Vollkornbrot. Lade dir hier das Mittagspausen-Rezept als PDF herunter: REZEPT Kasseler-Röllchen Das Rezept stammt aus dem Buch “Schlanke Pause” von Dr. Oetker In “Schlanke Pause” findest du zahlreiche, leckere Rezepte fürs Büro. Egal ob ein gesundes Frühstück oder sättigende Mittagsgerichte: Hier ist für jeden was dabei! Bei dem einen oder andere Rezept wird die Umsetzung im Büro zwar nicht so einfach, dennoch ist “Schlanke Pause” ein super Buch für jeden, der auch während der Arbeit nicht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung verzichten will. “Schlanke Pause” von Dr. Oetker (ISBN: 978-3-7670-0855-7) Buch portofrei bestellen bei Managementbuch.de Foto: (c) Dr. Oetker Verlag ### Buchempfehlung: Ein Raum für mich Wir brauchen alle einen Platz ganz für uns, an dem wir schreiben, arbeiten, lesen oder einem anderen Hobby nachgehen können. Den einen genügt ein kleiner Tisch in der Küche oder im Wohnzimmer. Freiberufler sind gut beraten, wenn sie sich ein funktionierendes Home Office einrichten. Und Künstler gestalten sich mit einem Atelier oder einer Werkstatt einen Ort für kreatives Arbeiten. In ihrem neuen Bildband „Ein Raum für mich“ zeigt die Journalistin und Autorin Caroline Clifton-Mogg die unterschiedlichsten Arbeits-Räume. Ob die platzsparende Variante unter der Treppe, das weitläufige Home Office mit maßangefertigten Büromöbeln oder das Künstleratelier in der Normandie – wer sich Inspirationen in Punkto heimisches Büro oder Werkstatt holen will, kommt mit diesem Buch voll auf seine Kosten. In „Ein Raum für mich“ gibt Caroline Clifton-Mogg viele hilfreiche Tipps, wie „Schaffen Sie sich einen Bereich, der nur Ihnen und Ihrer Tätigkeit dient“ oder „Gerade an Ihrem Arbeitsplatz sollten Sie Dinge um sich versammeln, die Ihnen besonders am Herzen liegen“. Auch bei Themen wie richtiges Licht, perfekte Aufbewahrung oder optimale Raumnutzung hilft Ihnen Caroline Clifton-Mogg mit praktischen Ratschlägen weiter. Zwischendurch liefert die Autorin in Ihrem Buch „Ein Raum für mich“ tolle Fallbeispiele. So kannst du  einen Blick in das Büro eines Londoner Interior-Designers, einer Textildesignerin und in die kreative Schaffenswelt  unterschiedlicher Leute werfen. Caroline Clifton-Moggs Buch „Ein Raum für mich“ ist nicht nur einfach ein Bildband. Mit ihren zahlreichen Tipps, wertvollen Ratschlägen, inspirierenden Fotos und Fallbeispielen ist „Ein Raum für mich“ ein wunderschön bebildeter Ratgeber für alle, die sich in ihren eigenen vier Wänden einen kreativen und sinnvoll strukturierten Platz zum Arbeiten einrichten wollen.           Caroline Clifton-Mogg: „Ein Raum für mich“, Gerstenberg, deutsche Ausgabe 2013 Bestell das Buch "Ein Raum für mich" jetzt portofrei unter Manangementbuch.de Fotos: (c) Gerstenberg Verlag  ### Video der Pink University: Introvertiert erfolgreich - geht das? Introvertiert? Du kannst trotzdem alles erreichen! - ein Videotraining für leise Menschen Introvertiert, extrovertiert oder irgendwas dazwischen – Wo würdest Du Dich einordnen? Und wie entscheidend ist die Antwort auf diese Frage für deinen beruflichen Erfolg? Sind extrovertierte, laute Menschen tatsächlich erfolgreicher als introvertierte, leise Menschen? Die introvertierte Erfolgsautorin und Trainerin Sylvia Löhken sagt ganz klar: „Nein, stimmt nicht! Auch leise Menschen können im Beruf Erfolg haben.“ In Ihrem Videotraining der Pink University zeigt sie Dir Wege, wie Du als introvertierter Mensch Deine besonderen Stärken in der Berufswelt zur Geltung bringst. Was auch immer Dein Ziel ist, Du kannst es erreichen – und zwar ohne Dich verstellen zu müssen. Sylvia Löhken ist Bestseller-Autorin und gefragte Expertin für leise Menschen. Aus eigener Erfahrung weiß Sylvia Löhken, wie Du auch als introvertierter Mensch die Karriereleiter erklimmen kannst. Und genau das zeigt sie Dir in ihrem Videotraining „Introvertiert erfolgreich“. Denn wie Stephen Hawking einmal gesagt hat: „Quiet people have the loudest minds.“ (dt.: "Leise Menschen haben die lautesten Gedanken.") Mach den Selbsttest: Introvertiert, extrovertiert oder irgendwas dazwischen – Weißt Du, wo Du Dich einordnen kannst? Mach den Selbsttest (als Download verfügbar). >>> Mach den Selbsttest! Video: (c) Pink University ### Anders arbeiten: "Schneidig müssen's sein!" - Die handgemachten Lederhosen von Familie Aigner Es gibt sie nur noch selten. Um genau zu sein, sind es fünf an der Zahl: Echte bayrische Lederhosenmacher. Zwei davon sind Engelbert Aigner Senior und Junior. In Berchtesgaden besitzen sie ihre eigene kleine Lederhosen-Manufaktur. Aus feinstem Hirschleder werden hier „schneidige Lederhosn“ gefertigt – in echter Handarbeit. Wir haben die beiden Engelberts besucht und uns mal zeigen lassen, was echte bayrische Buben und g'standene Mannsbilder um die Oberschenkel tragen.. Magst Du dich kurz vorstellen? Ich bin der Engelbert Aigner, 27 Jahre alt und komme aus dem schönen Berchtesgaden. Unserer Familie gehört hier das Trachtengeschäft und die Lederhosen-Manufaktur „Aigner“. Seit elf Jahren bin ich jetzt schon Säckler, also Lederhosenmacher. Und im Frühjahr habe ich meine Meisterprüfung gemacht. Wie lange seid ihr Engelbert Aigners schon damit beschäftigt, aus Hirschleder „schneidige Lederhosn“ zu zaubern? Unser Geschäft hat mein Vater Engelbert Aigner vor 25 Jahren gegründet. Die erste Lederhose hat er damals bei uns zuhause im Keller angefertigt. Er hat also klein angefangen, damals mit nur einer einzigen Mitarbeiterin. Er hat schnell gemerkt, dass seine Lederhosen gut ankommen bei den Leuten. Seinen ersten Laden hat er nach fünf Jahren dann in Bischofswiesen, einem Vorort von Berchtesgaden, aufgemacht. Das lief von Anfang an sehr gut. Denn  mein Vater macht schon seit vielen Jahren Volksmusik und ist dadurch sehr viel unterwegs. Von der Steiermark bis in die Schweiz. Durch die vielen Auftritte – „natürlich in Lederhosn“ – hat er viele Kunden gewonnen, die Ihre Hirschlederne heute ausschließlich bei uns kaufen. Und seit eineinhalb Jahren sind wir jetzt hier in Berchtesgaden. Mal ehrlich: Hat dein Vater dich dazu überredet, Säckler zu werden? Oder hast du von alleine in die Lederhose gefunden? Von alleine nicht ganz. Aber eigentlich hatte ich den gleichen Antrieb wie damals mein Vater: Ein Handwerk lernen! Mir war immer klar, dass ich einen Beruf erlernen will, bei dem ich etwas mit meinen Händen schaffen kann. Und bei dem ich Kontakt zu vielen Menschen haben kann. Ich habe meinem Vater schon als Kind begeistert über die Schulter geschaut und ihm in der Werkstatt geholfen. Außerdem sind wir eine sehr traditionelle Familie. So wie mein Vater, mache auch schon seitdem ich ein kleiner Junge bin „Volksmusi“ – also keine volkstümliche Musik sondern echte „Volksmusi“. Wir sind quasi in die Lederhose reingeboren! Nächstes Jahr steigt mein jüngster Bruder auch mit ein. Wo um Himmels Willen kann man das Säckler-Handwerk heute noch lernen? Bei meinem Vater! Einer der fünf letzten Lederhosenmacher in Bayern, die Lederhosen noch mit der Hand machen. Die Ausbildung zum Säckler dauert insgesamt drei Jahre – zur Hälfte praktisch im Betrieb, zur anderen Hälfte in der Berufsschule. Den theoretischen Teil habe ich an der Schneiderschule in Rosenheim erlernt – das war eine schöne Zeit: Lauter Mädels aus Südbayern und ich als einziger Junge. Und das praktische Handwerk hat mir mein Vater in seiner Werkstatt beigebracht. Beim eigenen Vater in die Lehre gehen, hat es da nicht ab und zu mal kräftig was auf die Lederhosen gegeben? „Naa!“ Aber meine Kumpels haben auch gleich gesagt: „Spinnst du? Bei deinem Vater? Das geht niemals gut!“ Aber es klappt seit elf Jahren bis heute echt gut. Dadurch, dass wir seit meiner Ausbildung nicht mehr unter einem Dach wohnen, hat das Arbeiten zusammen in einer Werkstatt zum Glück immer funktioniert. Ihr sagt zur Lederhose auch „Hirschlederne“. Ist das tatsächlich alles Hirsch? Alles nicht, aber die Lederhose an sich besteht tatsächlich aus echtem, sämisch gegerbtem Hirschleder. Sämischgerbung heißt, dass die Leder mit Tierfett eingerieben werden und so schön geschmeidig werden. Anschließend werden sie dann dunkel gefärbt. Das Innenfutter ist aus Schafs- oder Ziegenleder. Die Knöpfe an der Hose werden aus Hirschhorn hergestellt. Und auch der Faden, mit dem die Stickerei gemacht wird, ist aus einem natürlichen Material: Feinste Maulbeerseide. Daher auch der edle Glanz. Der Kleber, mit dem der Besatz erst fixiert wird, bevor er genäht wird, ist aus Roggenmehl. Das bekommen wir vom Bäcker gegenüber. Einfach Roggenmehl und kochendes Wasser verrühren und man hat den perfekten Natur-Kleber! Gäbe es für Kleidung ein Bio-Siegel – unsere Lederhose hätte es auf jeden Fall verdient! Wie kommt ihr an das Hirschleder ran? Es gibt zwei verschiedene Hirschleder-Arten, die zum Lederhosenmachen verwendet werden: Die eine kommt aus Neuseeland, die andere aus dem Alpenraum. Das Leder, das wir verwenden, kommt hier aus der Gegend, bzw. aus der Alpenregion in Österreich oder der Schweiz. Nachdem die Hirsche geschossen wurden, kommen die Leder erst zum Gerber. Und dann verarbeiten wir sie zu Lederhosen. Jedes Jahr bekommen wir circa 600 Hirschleder aus denen dann Hosen werden. Wie viel Arbeit macht so eine handgefertigte Lederhose? Vom Zuschnitt des Leders bis zur endgültigen Fertigstellung dauert es ca. 1-2 Wochen. Je nach Stick-Aufwand. Also 20-60 Stunden stecken schon in jeder Hose. Dabei ist die Stickerei der aufwendigste Schritt von allen. Auch an der Stickerei erkennt man den Wert der Hose: Je feiner die Stiche, desto hochwertiger die Lederhose. Für Nicht-Bayern wie mich: Wie sieht die beliebteste, bayrische Lederhose aus? Eine der beliebtesten Lederhosen in Bayern ist tatsächlich die Berchtesgadener Lederhose. Sie wird vor allem im südostbayrischen Raum getragen. Man erkennt nämlich an jeder guten Lederhose, wo sie oder ihr Träger herkommt. Jede Region hat da ihre eigenen Vorlieben. Unsere aus Berchtesgaden ist aus dunklem Leder und mit hellgrüner Stickerei. Außerdem hat sie einen schlanken, schneidigen Schnitt. Ist also ein bisschen flotter als andere. Die Österreicher tragen lieber Lederhosen mit gestepptem Muster. Im bayrischen Oberland, zum Beispiel in Rosenheim, trägt man eher Lederhosen mit gelber Stickerei. Wie sieht’s mit Extrawünschen von Kunden aus? Gibt’s manchmal bestimmte Wunschaufträge, die ihr anfertigt? Ja, die gibt’s. Wir achten schon darauf, dass die Lederhosen, die wir fertigen, auch der Tradition treu bleiben. Aber letztens kam zum Beispiel ein Sechziger Fan zu uns und wollte, dass wir ihm – statt der normalen Stickerei – den blauen Sechziger Löwen auf die Hose sticken. Das haben wir dann schon gemacht. Wir versuchen, möglichst alle Wünsche zu erfüllen. Was magst Du am Lederhosenmachen am liebsten? Dass ich etwas herstellen kann. Dass ich abends was in die Hand nehmen kann und dann zufrieden sagen kann: Das hab ich heute gemacht. Und auch der Kontakt zu verschiedenen Menschen – wie auch jetzt gerade – das macht mir sehr viel Spaß. Was magst Du gar nicht? Der viele Schreibkram ist nicht so mein Ding. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitsalltag bei Dir aus? Der ganz normale Wahnsinn? Der beginnt meist um 8 Uhr in der Früh. Erst wird geschaut, was alles zu tun ist und dann fängt jeder mit seiner Aufgabe an. Wir haben insgesamt 16 Mitarbeiter, wobei zehn Leute die Lederhosen fertigen. Dabei hat jeder seinen ganz eigenen Bereich. Mein Vater und ich sind vor allem fürs Zuschneiden der Lederhosen verantwortlich. Das Schöne ist, dass doch jeder Tag anders aussieht, obwohl man immer die gleiche Arbeit macht. Meist wird bis „6 Uhr auf’d Nacht“ gearbeitet. Meine letzte Frage: Trägst Du tatsächlich jeden Tag Lederhosen? „Ja, scho!“ Am Anfang der Lehre hab ich mir auch gedacht: Ich zieh doch jetzt nicht jeden Tag Lederhosen an! Ich habe das immer bei meinem Vater gesehen und dachte mir: Meins ist das nicht. Und dann kam‘s mit dem Beruf von ganz alleine. Heute trag ich sie gern. Sie taugt mir einfach, weil sie auch viel robuster ist, als eine Jeans. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Engelbert Junior für das nette Interview und bei der ganzen Familie Aigner für den interessanten Einblick in dieses außergewöhnliche Handwerk und die bezaubernde Werkstatt in Berchtesgaden. Ich werde wiederkommen. Und dann kaufe ich meine erste Berchtesgadener Lederhose. Versprochen! Weitere Artikel aus der Kategorie "Anders arbeiten" findest du hier. Text: Lena Riedmann Bilder: Roter Reiter, Lederhosen Aigner ### Die besten Business-Tipps #15 - Achtung, Chef hört mit! Schnell mal Facebook checken, online ein Buch bestellen oder mit dem Liebsten quatschen? Was du am Arbeitsplatz lieber sein lassen solltest zeigen wir Dir in unseren zehn Business-Tipps für die richtige PC-Nutzung am Arbeitsplatz: 1Darf der PC am Arbeitsplatz auch mal für private Zwecke genutzt werden? In der Regel schon, sofern dies nicht ausdrücklich durch eine Betriebsvereinbarung verboten wird. Im Zweifelsfall solltest Du deinen Vorgesetzten oder ein Mitglied des Betriebsrates fragen. Immer aber gilt: Umfang und Qualität Ihrer Arbeit dürfen durch die private Nutzung nicht nennenswert eingeschränkt werden. 2 Und das Dienst-Handy für den kurzen Anruf zu Hause? Auch das wird von vielen Arbeitgebern geduldet, sofern es nachvollziehbare Gründe für die Anrufe gibt und diese nicht regelmäßig vorgenommen werden. Aber auch hier gilt: Lieber fragen, als eine Abmahnung riskieren. Und bitte private SMS- oder Chat-Sessions unbedingt vermeiden. Ihr Arbeitgeber muss nicht die Kosten für private Verabredungen per Smartphone tragen. 3Private E-Mails an Deinem Arbeitsplatz-PC schreibst und empfängst Du am besten nicht über den Account deiner Firma, sondern über dein privates E-Mail-Konto. So verhinderst Du auch, dass Administratoren „mal eben mitlesen“. 4 Das private Surfen im Internet sollte keinen Anlass für Ärger mit deinem Vorgesetzten geben, sofern Du es auf die Pausenzeiten beschränkst. Kostenpflichtige Internet-Inhalte und Downloads sind selbstverständlich tabu. 5 Einen witzigen Cartoon, den Du von deiner Freundin oder deinem Freund erhalten hast, würdest Du am liebsten sofort an deine Kollegen weiterleiten. Vorsicht! Prüfe zunächst, dass die Inhalte nicht anstößig sind, sonst könnte es zu schmerzhaften Konsequenzen kommen – bis hin zur Kündigung. Besser: Schmunzeln und gleich wieder löschen. 6 Ein privates PC-Spiel installieren oder Software vom USB-Stick auf den Arbeits-PC laden: Das solltest Du unbedingt unterlassen! Nimmt der PC Schaden oder wird auf diese Weise ein Virus ins Firmennetz geschleust, könnte man dich für den Schaden haftbar machen. 7 Das Firmen-Notebook „ausleihen“, um am Abend oder am Wochenende damit zu arbeiten: Das ist OK, sofern der Arbeitgeber seine explizite Zustimmung erteilt. Andernfalls bleibt es im Büro. 8 Daten sichern und Daten löschen: Frühe Entwürfe deiner Texte und Tabellen kannst Du bedenkenlos löschen. Sprich aber unbedingt mit deinem IT-Leiter darüber, wie Daten in deinem Unternehmen gesichert werden. Deine digitalen Arbeitserzeugnisse sind Eigentum deines Arbeitgebers und dürfen nicht ohne weiteres komplett entfernt werden. 9 Den eigenen PC am Arbeitsplatz einsetzen: Auch darauf reagieren viele Unternehmen allergisch – schon aus Sicherheitsgründen. Zudem ist der PC nicht versichert, wenn Du ihn ungefragt mitbringst. Wird das Gerät beschädigt oder gestohlen, musst Du den Verlust tragen. 10 Überwachung am Arbeitsplatz ist in der Regel verboten. In den wenigen Ausnahmefällen muss der Arbeitgeber zu den Überwachungsmaßnahmen informieren. Trotzdem solltest Du davon ausgehen, dass die Mitarbeiter deiner IT-Abteilung all deine E-Mails lesen können und auch sehen, welche Internetseiten Du gerade ansteuern. Allein dieses Wissen sollte deine private PC-Nutzung am Arbeitsplatz sinnvoll regulieren. Vielen Dank an unseren Redakteur Oliver Ibelshäuser für die Zusammenstellung dieser Business-Tipps. Weitere Business-Tipps gibt's hier. ### Das Buch der Woche: Das Mini-Handbuch für Vortrag und Präsentation Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur perfekten Präsentation Eine gute Präsentation ist die Chance, Dir einen Namen zu machen. Allerdings darfst Du nicht präsentieren, als seist Du ein Abgesandter des Sandmännchens. Wie man gut präsentiert, weiß der erfahrene Psychologe, Moderator und Trainer Hermann Will. Und hat darüber das lesenswerte „Mini-Handbuch Vortrag und Präsentation“ geschrieben. Wir fassen die wichtigsten Punkte für dich kurz zusammen: 1 Mach Dir zuallererst klar, was das Ziel der Präsentation ist. Willst Du dich selbst promoten? Ein Produkt verkaufen? Oder das Publikum dazu bringen, dass es über ein Problem anders denkt? Oder für eine Organisation spenden? Egal, um was es geht. Du musst dir zu allererst absolute Klarheit über das Ziel deiner Präsentation schaffen. 2 Genau so wichtig ist es, von vorneherein zu wissen, was dich erwartet. Wieviel Zeit hast Du? Wer hat dich eingeladen? Wirst Du von einem Moderator vorgestellt oder musst Du das selbst tun? Wie groß ist der Raum und wie viele Leute werden erwartet? Was haben die Zuhörer zuvor gemacht (Mittagessen, andere Vorträge, kommen sie von der Arbeit)? Alles Faktoren, die wesentlich dafür sind, wie Du deine Präsentation einbetten kannst und musst. 3 „Tränen des Abschieds weinen“, nennt Hermann Will die nächste Vorbereitungsstufe. Und damit meint er nichts weiter als: Vergiss dein Detailwissen. Konzentriere dich bei deiner Präsentation auf die wesentliche Punkte. Und zwar auf maximal drei Schwerpunkte. Alles andere wird untergehen. 4 Verpacke dein Wissen und erzähle mit deiner Präsentation eine Geschichte. Zum Beispiel im Schema eines Boxkampfs: Mal schlägt dieses Argument, dann jenes. Oder präsentiere Widersprüche. Oder nutze eines der beiden Grundmuster, die fast allen Erzählungen und Filmen zugrunde liegen. 1. Ein Fremder kommt in die Stadt. 2. Ein Mann (oder eine Frau) bricht auf. 5 Gliedere deine Präsentation in die drei Teile: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Wobei Einleitung und Schluss jeweils 10% der Präsentation ausmachen sollen, der Hauptteil 80% - der Hauptteil soll in maximal drei bis fünf Schwerpunkte unterteilt sein. 6 Baue Abkürzungen in deine Präsentation ein, rät Hermann Will. Denn vielleicht überzieht dein Vorredner oder die Pause wurde zu lang ausgedehnt. 7 Einer der wichtigsten Punkte und einer, den viele bei ihrer Präsentation sträflich vernachlässigen: Du musst die Präsentation so oft „trocken“ durchsprechen, bis sie sitzt. 8 Nie ablesen! Aber immer einen Spickzettel dabei haben. Und darauf stehen möglichst groß die wesentlichen Stichpunkte und die Zeitangaben. Und eine sichtbar platzierte Uhr gehört natürlich auch dazu. 9 Baue „Muntermacher“ in die Präsentation ein. Das sind Fragen an das Publikum, die an einzelne gerichtet werden können. Oder führe eine Abstimmung per Handheben durch (fördert auch die Durchblutung). Oder per Smartphone oder Laserpointer zum Mitmachen auffordern. Oder fordere dazu auf, die Meinung des Sitznachbarn einzuholen. 10 „Sag, was Du sagen willst, sag es, und sag, was Du gesagt hast.“ Klingt übertrieben, wirkt aber. Und zwingt dich, deine Präsentation auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren. Der Gipfel dieser Methode ist es, die Zuschauer um die gewünschte Zusammenfassung zu bitten. 11 Es geht nicht um Körpersprache oder um rhetorisch ausgefeilte Sätze. Nach Hermann Will ist es das Wichtigste, dass Du in deiner Präsentation etwas zu sagen hast. Dass Du dir sicher bist, dass Du perfekt vorbereitet bist. Dass Du dich auch mental auf die Situation einstellst und nicht einfach hineinstolperst. Dann kommen die richtige Sprache und die richtige Körpersprache fast automatisch. 12 „Folien schlachten“ statt „Folienschlachten“ fordert Will. Zurecht, denn viele machen sich enorm viele Gedanken über den richtigen Einsatz von Medien bei der Präsentation. Und vergessen dabei, dass sie selbst das wichtigste Medium sind. Also sei dir bewusst, dass Du im Mittelpunkt stehst und stelle dich bewusst in den Mittelpunkt. Und falls möglich, bringe statt Powerpoint-Charts reale Objekte auf die Bühne. 13 Der erste Eindruck prägt, der letzte bleibt. Deshalb ist es wichtig, den Schluss der Präsentation glasklar zu planen. Willst Du einen Appell an die Zuhörer richten? Eine Aufforderung? Oder passt ein Meinungsbild besser? Oder frage dich: Was soll morgen über die Präsentation in der Zeitung stehen? Wenn Du diese Punkte beherzigst, wirst Du schon bei deiner nächsten Präsentation punkten. Wenn Du tiefer in die Materie einsteigen willst, empfehlen wir die das „Mini-Handbuch Vortag und Präsentation“ von Hermann Will, aus dem wir diese Tipps zusammen gefasst haben. Dort findest Du zu allen hier aufgeführten Punkten auch ausführlichere Informationen. Alles sehr unterhaltsam geschrieben und schnell zu lesen. Praktisch: Im zweiten Teil des mit knapp über 120 Seiten gut zu lesenden kleinen, aber gehaltvollen Buches gibt Hermann Will Antworten auf Fragen wie: „Was tun bei Lampenfieber und Blackout?“, „Wie baut man Charts sinnvoll auf?“ oder “Wie kann ich das Publikum aktivieren“. Lesenswert! Wir wünschen dir viel Erfolg und Spaß bei deiner nächsten Präsentation! Buch-Rezension: Wolfgang Hanfstein Buchempfehlung: Hermann Will: Mini-Handbuch Vortrag und Präsentation, Beltz 2013 Hier gibt es das Mini-Handbuch Vortrag und Präsentation zu kaufen Und hier geht's zur Kategorie Das Buch der Woche. ### Ein paar gute Argumente für das Arbeiten im Home Office "Darf ich heute mal im Home Office arbeiten?" Diese Frage würden laut einer Studie über 57% der Befragten gerne mal ihrem Chef stellen – trauen sich aber nicht. Denn bisher würden die meisten Chefs wohl antworten: „No way! Gearbeitet wird in der Firma.“ Kein Wunder. Viele Vorgesetzte denken bei Home Office an Ausschlafen, im Pyjama am Laptop sitzen und drei Stunden Mittagspause machen. Aber nicht an produktives Arbeiten. Berechtigt? Auf einer Podiums-Diskussion der Firma Aecom in München – unterhaltsam moderiert von Spiegel-Autor Hajo Schumacher – haben sich Arbeitsspezialisten verschiedener Unternehmen ihre klugen Köpfe zerbrochen und heiß diskutiert: Home Office? Ja! Da waren sich alle einig. Aber warum ist das heutzutage eigentlich so wichtig? Weil flexibel arbeiten für Arbeitnehmer viele Vorteile hat: Home Office schafft eine bessere Work-Life-Balance. Die Mitarbeiter haben mehr Souverän­ität über die eigene Zeit und weniger Stress durch langes Pendeln. Falls nötig, können Mitarbeiter so Ihre Angehörigen leichter zuhause pflegen. Darüber hinaus können Mitarbeiter mit flexiblen Modellen entsprechend ihrer inneren Uhr zu ihren „Hoch-Zeiten“ arbeiten und somit schnellere und bessere Ergebnisse erzielen. Doch auch Arbeitgeber profitieren vom Home Office ihrer Mitarbeiter: Sie sparen Kosten für Miete und Ener­gie und senken so nebenbei den CO2-Ausstoß um bis zu 15-20 %! Die Mitarbeiter sind oft produktiver, wenn sie von zuhause aus arbeiten. Zudem sind Unternehmen, die flexibles Arbeiten ermöglichen, attraktivere Arbeitge­ber – ein nicht zu unterschätzender Vorteil im „War for Talents“. Moderne Technologien wie zum Beispiel die Cloud machen virtuelles Arbeiten zuhause weniger kompliziert. Doch nicht nur die Frage nach dem „Warum?“  ist wichtig. Entscheidend ist für die Unternehmen vor allem die Frage, wie sie das Modell „Zuhause arbeiten“ richtigen einführen können: Klare Regeln sind das A und O: Home Office ist nur dann erfolgreich, wenn im Vorfeld klare Regeln vereinbart werden. Arbeitszeiten, Erreichbarkeit des Mitarbeiters, Ausstattung und rechtliche Regelungen (Wer zahlt zum Beispiel die Arztrechnung, wenn ich im heimischen Büro über’s Laptop-Kabel stolpere und mir das Bein breche?). Vertrauenskultur statt Anwesenheitskontrolle: Führung nach Zielen, nicht nach Anwesenheit, heißt die Devise! Nur so kann das neue Konzept funktionieren. Das bedeutet: Beide Seiten müssen Klartext reden! Flexibilität = ein Mehr an Kommunikation. Professionelle Begleitung: Damit die Umsetzung ohne große Verluste von statten geht, braucht es im besten Fall Change Management Spezialisten. So wird jede Seite auf seine „neuen“ Aufgaben vorbereitet. Es wird deutlich: Wer in seiner Firma Home Office einführen möchte, sollte sich vorher ausreichend Gedanken machen. Solltest Du dir beim nächsten Mal also wieder ein „no way!“ von deinem Chef einfangen, kannst du ihn mit den Ergebnissen der Experten vielleicht sogar überzeugen. Doch auch die Fachmänner und –frauen waren sich einig: Home Office sollte sich mit Präsenztagen abwechseln. Hajo Schumacher ist übrigens – seit sein kleiner Sohn mit einem fulminanten Bäuerchen das iPad ruiniert hat – wieder überzeugter Präsenzarbeiter. Auch darüber, ob das jeweilige Zuhause tatsächlich ein geeigneter Platz zum Arbeiten ist, sollte man sich also ein paar Gedanken machen. Text: Lena Riedmann Weitere Artikel zum Thema "Home Office" findest Du hier. ### Anders arbeiten: Warum nur einen Traum leben, wenn man viele hat. Warum nur einen Traum leben, wenn man viele hat. Barbara Ursula Maria Stute arbeitet am Theater. Und als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Nebenbei verwandelt sie zwei Bruchbuden in piekfeine Schmuckkästchen. Eine Frau, die ihre Träume lebt. Angebaggert... Sie ist gelernte Schreinerin, studierte Innenarchitektin und zweifache Meisterin. Und immer auf dem Sprung. „Wenn ich eines nicht leiden kann, dann sind es Routinen“, sagt die ebenso kreative wie zupackende Frau. So schmiss sie ihren Job als Innenarchitektin und fing ganz von vorne an als Hospitantin am Staatstheater Mainz. Zog schnell an ihren meist männlichen Kollegen vorbei, machte zwei Meisterprüfungen zur Theater- und Beleuchtungsmeisterin und war schließlich Technische Leiterin Oper am Staatstheater Hannover und damit Boss von 100 Bühnenarbeitern. Geschafft? Denkste. Diese Frau lebt nicht nur einen Traum, sondern gleich mehrere. Weil ihrem Gestaltungsdrang an der Staatsoper Grenzen gesetzt waren, kaufte sie zwei leerstehende Häuser in der Altstadt ihres Heimatortes Miltenberg am Main. Direkt an der mittelalterlichen Stadtmauer, direkt neben dem Würzburger Tor. Kurz bevor die Häuser zusammengebrochen wären. Für sie waren es allerdings keine abbruchreifen Hütten, sondern Potentiale. Anders gesagt: es war ein Himmelfahrtskommando. Und sie machte alles, bis auf Dach, Heizung und einige Maurerarbeiten ALLEINE! Grund: aushelfende Männer wurden von ihr geschasst, weil die partout nicht verstehen wollten, dass Rigipsplatten hier unerwünscht sind. „Die dachten, ich spinne, als ich gesagt habe, dass der Lehm von Hand aufgetragen wird.“ Liebe zum Detail verträgt sich allerdings nicht unbedingt mit Liebe zum Budget. Und so liefen trotz aller Handarbeit die Renovierungskosten irgendwann und wesentlich vor Fertigstellung aus dem Ruder. „Du reißt eine Wand ab und eine andere fällt um. Du schleifst Balken ab, dann lacht dich der Holzbock an. Du gräbst das Fundament aus, und entdeckst Risse. Das kann schon an die Nerven gehen.“ Klingt sehr glaubwürdig. Wenn aus Pappe Realität wird. Der Zeitplan war nicht zu halten, das Geld wurde knapp. Also hat Barbara den Koffer und ihre zwei Katzen eingepackt und fuhr in ihrem alten Peugeot nach Italien. Als Technische Leiterin an die Vereinigten Bühnen Bozen. Für die seit ihrem einjährigen Paris-Aufenthalt fließend französisch sprechende Powerfrau war es die kleinste Übung, „Italienisch in 30 Tagen“ zu lernen. Drei Jahre lang nutze sie die Theaterferien, um in ihren Häusern Mauern abzureißen und neu aufzubauen. Dann war klar. Um fertig zu werden ist die ganze Frau gefragt. Also über den Brenner zurück nach Hause. Ihr Geld verdiente sie dann mit der Betreuung von Gastspielen und als Dozentin an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach („ein weiterer Traumjob“). Und sie klotzt bei den Bayreuther Festspielen ran („tolle Atmosphäre, tolle Leute – für Bühnentechniker immer ein Highlight“). Ansonsten ist Baustelle angesagt und „seit Jahren die Sechs-Tage-Woche. Morgens früh raus, abends spät nach Hause.“ Nach langer, erfolgreicher Arbeit konnte Barbara das Schild endlich abhängen! Inzwischen wurden aus den Miltenberger Ruinen wahre Schmuckstücke. Was mit ein paar selbstgefertigten Plänen und Skizzen begann, wurde Realität. Nur bei der Farbe von Haus 2 musste Barbara Kompromisse machen. „Ich habe nirgends ein rot gefunden, das einigermaßen mit dem roten Miltenberger Sandstein harmoniert hätte, der in der Stadtmauer und auch am Haus verbaut ist.“ Dann eben grün. Dafür läuft jetzt auch der Innenausbau nach Plan und wird wohl in den nächsten Monaten weitgehend abgeschlossen werden. Zeit für eine neue Aufgabe. Ab Januar wird das Multitalent beim Ballett Düsseldorf anheuern, nationale und internationale Gastspiele organisieren. Geht nicht, gibt’s nicht. Wenn eine diesen Spruch verkörpert, ist es die Frau, die vom Abendkleid in die Latzhose springt, die mit dem Zeichenstift ebenso souverän umgeht wie mit dem Vorschlaghammer. Wir ziehen den Hut, danken für so viel Lebens-Inspiration und davor, dass Barbara es geschafft hat, nicht nur einen Traum zu leben. Wir wünschen toi, toi, toi für die kommenden Aufgaben. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Weitere Artikel über Menschen, die Ihre Berufung in einer besonderen Tätigkeit gefunden haben und so ihren Traum leben findest du in der Kategorie "Anders arbeiten". ### Die besten Business-Tipps #14 - Vom richtigen Umgang mit Feinden 10 Gebote für den richtigen Umgang mit Feinden im Job Ob Chefs, Kollegen oder Mitarbeiter. Es gibt immer wieder Menschen, denen man am liebsten nie begegnet wäre. Die man gerne ganz langsam grillen würde. Und die man jetzt doch Tag für Tag aushalten muss. Einige Tipps zum Umgang mit diesen Zeitgenossen. Verzweifle nicht an der Menschheit an sich und bedenke: Jeder Mensch ist ein Stern. Aber nicht jeder Stern steht günstig. Mach dir bewusst, dass die Angriffe deines Gegners nicht in deiner, sondern in seiner Persönlichkeit liegen. Lass dich nicht in emotionale Geiselhaft nehmen. Deine geistige Freiheit kann dir niemand nehmen, außer Du selbst. Trenne zwischen Person und Verhalten. Kritisiere den Gegner nicht als Person, sondern ganz exakt seine Verhaltensweisen, die dich an den Rand bringen. Falls es möglich ist, formuliere ganz klare Erwartungen an sein Verhalten. Versuche nicht, den Gegner zum besten Freund oder zur besten Freundin zu machen. Akzeptiere, dass ihr in unterschiedlichen Welten lebt. Kämpfe nur, wenn du gewinnen kannst. Dann aber richtig und bis zum Ende. Sieh das Ganze sportlich und lege das Verhalten, das du von ihm erwartest, selbst großzügig an den Tag. Wenn er/sie am längeren Hebel sitzt: Pack deine Sachen und schlag dein Lager woanders auf. Alternativ: Halt durch. Sitzfleisch hat sich schon ein manches Mal bewährt. Und manchmal ändern sich die Dinge von alleine schneller als man denkt. Diese garantiert geprüften Business-Tipps wurden uns exklusiv von unserem Chefredakteur Wolfgang Hanfstein zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Weitere Business-Tipps findest du hier.  ### Das Buch der Woche: Mut zahlt sich aus Einige Mutproben, die dich fit machen für deinen beruflichen und persönlichen Erfolg Ein Karriere-Buch, in dem es um verkaufen, motivieren, verhandeln, kommunizieren und acht weitere Schlüsselthemen des Business geht? Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Und zwar in ganz ungewöhnlicher Form von Alexander Verweyen. Er fokussiert nämlich diese zwölf Themen auf ein einziges Thema. Auf Mut. Und er zeigt in seinem Buch "Mut zahlt sich aus. 12 Mutproben fürs Business", wie Du erfolgreicher und besser wurst. Indem Du mutiger wirst und ein paar Sachen anders machst als die anderen. Mut zum Andersmachen kann man sich antrainieren Verweyen bürstet die wesentlichen Businessthemen gegen den Strich. Zeigt, dass alle Marketingtheorie grau bleibt, wenn sie nur nachmacht, was andere vormachen. Dass nur auffällt, wer die Dinge anders macht. Und um die Dinge anders zu machen, schmeißt Verweyen erst mal Knigge & Co in hohem Bogen über Bord. Wer auffallen will (und das heißt im Business persönlich oder mit dem Unternehmen weiterkommen), der muss auch den Mut zur Peinlichkeit haben. Denn Angsthasen sind noch nie aufgefallen. Diejenigen, die sich das eine oder andere Mal etwas zu weit aus dem Fenster lehnen, bleiben dagegen in Erinnerung. Starte deine persönlichen Mutproben Dass alles auch anders geht, zeigt der Autor, indem er in diesem Buch zu realen Mutproben anregt. Klasse Idee und ein tolles Instrument, um zu lernen, wie leicht man eingefahrene Bahnen verlassen kann. Sechs von zwölf Mutproben aus dem Buch zum sofort Durchführen: Mache innerhalb von zehn aufeinanderfolgenden Tagen zehn unbekannten Menschen ein Kompliment. "Nimm Kontakt zu einem Prominenten auf und bitte ihn um eine Grußbotschaft … für ein Kind, einen Geschäftspartner, einen Jubilar."  Und damit das Ganze auch Spaß macht, bietet Alexander Verweyen drei Schwierigkeitsgrade an: 1. Sie begnügen sich mit der Lokalprominenz. 2. Sie sprechen nationale Schwergewichte an. 3. Sie hauen direkt Angelina Jolie oder Bill Clinton an. Lade jemanden, den du nicht magst, zum Essen ein (Schwierigkeitsgrad 1: Du zahlst. Schwierigkeitsgrad 2: Du tust so, als hättest du dein Portemonnaie vergessen - zumindest eine Zeit lang: "Ach, hier ist er ja, der Geldbeutel". Schwierigkeitsgrad 3: Geldbeutel wirklich zu Hause lassen. Halte in aller Öffentlichkeit eine Rede (z.B. in der Fußgängerzone). Stufe 1: Laut reden. Stufe 2: Mit einem Megafon. Stufe 3: Du vertrittst am Rand einer Demo die Gegenposition. Geh mit einer Spendenbüchse an den Bahnhof und sammle innerhalb von einer halben Stunde für eine Organisation deiner Wahl soviel Geld ein, wie möglich (und überweise es anschließend selbstverständlich an diese Organisation). Stelle dich vor einen Supermarkt, gebe dich als Mitarbeiter eines Meinungsforschungsinstituts aus und frage die Leute, was sie innerhalb der letzten zwei Wochen getan haben, um ihrem Leben neuen Schwung zu verleihen. Roter-Reiter.de Fazit: Ein Buch, das spielerisch dazu anleitet, Neuland zu entdecken. Außerdem viel guter Input für die Rede, die hängen bleibt, für Verkaufsgespräche, die was abwerfen und Motivationskicks, die wirken. Wer diese Regeln befolgt und die Mutproben "besteht" wird plötzlich ganz neue Hebel für beruflichen und persönlichen Erfolg entdecken. Alexander Verweyen: Mut zahlt sich aus. 12 Mutproben fürs Business. Gabal 2013 Buch-Empfehlung kaufen auf Manangementbuch.de Weitere Empfehlungen als Buch der Woche findest du hier. ### App-etizer: Manga-Camera Egal welches Foto du machst, "Manga camera" macht daraus ein lustiges Bild im Manga-Style. Mal kein Retro- oder Lomo-Filter, sondern eine Schwarz-Weiß-Bearbeitung mit Comic-Charakter. Wir habe die Manga-Camera, die sowohl füsr iPhone als auch für Android-Geräte erhältlich ist, gleich mal getestet und waren sofort begeistert. Übrigens: Der asiatische Foto-Spaß ist noch dazu völlig kostenlos. Einfach runterladen, durch den Filter jagen und fertig ist dein Manga-Bild. Zwei Rote Reiter aus Sicht der Manga-Camera: Foto App: Copyright © 2013 Apple Inc. All rights reserved. ### Video der Pink University: Verkaufen mit Charme und Kompetenz So verkaufst Du mit Charme und Kompetenz Videotraining der Pink University: Den Kunden ansprechen Du kennst das wahrscheinlich selbst: Du kommst in einen Laden und sofort wird dir in unfreundlichem Ton ein „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ entgegengeschleudert. Das hat zur Folge, dass Du das Geschäft entweder nur widerwillig betrittst oder gleich die Flucht ergreifst. „Wer mich so unfreundlich begrüßt, bei dem lasse ich bestimmt nicht mein Geld!“, denkst Du Dir womöglich. Und Recht hast Du. Der Kunde ist schließlich König. Solltest Du jedoch selbst Ladenbesitzer sein, dann nimm dir deine eigene Erfahrung zu Herzen und lerne daraus. Denn genau wie Du, wollen auch deine Kunden freundlich behandelt werden. Wie Du gegenüber deinen Kunden am besten auftrittst, zeigt dir in unserem Video der Woche der Verkaufstrainer Martin Sänger. Martin Sänger ist seit über 13 Jahren für viele namhafte Unternehmen tätig. In seinem Videotraining „Verkaufstraining für Juniorverkäufer“ der Pink University zeigt er anhand von lebendigen Beispielen und konkreten Aufgaben, wie Du deine Produkte mit Charme und Kompetenz an den Mann und die Frau bringst. Dabei spielen für Martin Sänger vor allem ehrliche Wertschätzung und Kompetenz eine wichtige Rolle. Mit seinen Tipps überzeugst du selbst internetverwöhnte Kunden. Mit herzlichem Dank an die Pink University, die uns dieses Video kostenlos zur Verfügung gestellt hat, wünschen wir dir viel Spaß beim besser Verkaufen lernen. Video: (c) Pink University Weitere Videos der Pink University auf Roter Reiter findest  Du HIER. ### Nervennahrung: Leckere Rezepte fürs Büro Nahrung für die Nerven "Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit!" Das Mantra so ziemlich aller Ernährungsexperten. Die wichtige Frage dabei ist jedoch, was morgens auf den Tisch kommt. Wie wir bereits aus diesem Artikel über Nervennahrung wissen, startest Du mit einem Mix aus Kohlenhydraten, Vitaminen und Eiweiß genau richtig in den Tag. Hört sich stark nach Müsli an, geht aber auch anders. Zum Beispiel mit Porrdige mit Früchten. Wir hätten da einen kleinen Rezept-Vorschlag für leckere Nervennahrung: Beeren-Nuss-Porridge 1 TL gehackte Haselnusskerne (5 g) 2 geh. EL kernige Haferflocken (30 g) 200 ml Milch (1,5 % Fett) 1–2 TL Agavendicksaft oder flüssiger Honig 100–150 g frische Beeren der Saison, z. B. Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren (ersatzweise TK-Beeren) 1 Prise gem. Zimt Zubereitungszeit: 10 Minuten 1. Haselnusskerne und Haferflocken in einem kleinen, möglichst beschichteten Topf bei mittlerer Hitze ohne Fett unter Rühren anrösten, bis sie anfangen zu duften. Dann die Milch vorsichtig hinzugießen und zum Kochen bringen. Agavendicksaft oder Honig unterrühren. Die Masse etwa 5 Minuten bei schwacher Hitze unter gelegentlichem Rühren ausquellen lassen. 2. Beeren verlesen, evtl. kurz abspülen und gut abtropfen lassen. Beeren entstielen, Erdbeeren je nach Größe halbieren oder vierteln. 3. Beeren-Nuss-Porridge evtl. noch mit etwas Agavendicksaft oder Honig und 1 Prise Zimt abschmecken und mit den Beeren anrichten. Der Porridge lässt sich am Abend vorher problemlos zubereiten und über Nacht im Kühlschrank lagern. Das Obst in einer separaten Box mitnehmen und erst kurz vor dem Essen mischen. Lass Dir Deine morgendliche Nervennahrung schmecken! Tipps: Zum kalorienärmeren Süßen kannst Du statt Agavendicksaft oder Honig auch Stevia verwenden. Stevia ist ein aus dem südamerikanischen Süßkraut (auch Honigkraut genannt) gewonnener Pflanzenextrakt, der eine bis zu 30-fach höhere Süßkraft als Zucker hat und praktisch keine Kalorien enthält. Als Süßungsmittel sind Steviaprodukte (z. B. Streu-Süße) bei uns in Reformhäusern, Drogerien und gut sortierten Supermärkten erhältlich. Aufgrund der hohen Süßkraft von Steviaprodukten, solltest Du unbedingt die Dosierungsanleitung auf der Packung beachten! Lade dir dieses Rezept für gesunde Nervennahrung hier als PDF herunter: Beeren-Nuss-Porridge Mehr zum Thema Nervennahrung hier.   Das Rezept stammt aus dem Buch "Schlanke Pause" von Dr. Oetker In "Schlanke Pause" findest du zahlreiche, leckere Rezepte fürs Büro. Egal ob ein gesundes Frühstück oder sättigende Mittagsgerichte: Hier ist für jeden was dabei! Bei dem einen oder andere Rezept wird die Umsetzung im Büro zwar nicht so einfach, dennoch ist "Schlanke Pause" ein super Buch für jeden, der auch während der Arbeit nicht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung verzichten will. Nervennahrung inklusive! "Schlanke Pause" von Dr. Oetker (ISBN: 978-3-7670-0855-7) Buch portofrei bestellen bei Managementbuch.de Foto: (c) Dr. Oetker Verlag ### Die besten Business-Tipps #13 – Dekorativ herumstehen Business-Tipp: Von Fuß bis Kopf - So machst Du was her Business-Empfang. Der Saal ist voll. Aber Du kennst kein Schwein. Hältst Dich fest an durchgeweichten Canapés und einem Glas Sekt. Und würdest lieber jetzt als gleich einen Abgang machen? Das muss nicht sein. Denn auch dekorativ rumstehen kann man lernen. Hier eine kurze Anleitung: Stell die Füße parallel oder so, dass die Spitzen ganz leicht nach außen gerichtet sind. Verteile Dein Körpergewicht auf beide Beine. Sonst wirkst du wie ein Hampelmann. Lockere Deine Knie. Verkrampfter Körper führt zu verkrampftem Geist – und dann kannst du den Abend ohnehin haken. Nimm die Schultern zurück und lass die Arme hängen. Bloß nicht nervös im Gesicht oder in den Haaren herumfuhrwerken! Wie ein Körpersprachetrainer einmal gesagt hat: „Status langt sich nicht ins Gesicht“. Oder hast du jemals gesehen, dass Madame Merkel sich am Kopf kratzt? Kopf gerade halten! Denn der Blick auf den Boden signalisiert Unsicherheit. Schau Dir einfach die anderen Gäste an und verfolge das Geschehen möglichst interessiert und aufmerksam. Mach nur absichtliche Schritte und Gesten. Aber: Nicht zu hektisch, sonst wirkt es unbeholfen und eventuell sogar nach zu viel Sekt. Atme ganz ruhig und bleib gelassen! Irgendwann ist auch dieser Abend vorbei.   Die Inspiration zu diesem Business-Tipp gab uns Elisabeth Bonneau mit Ihrem Buch „Knigge für Individualisten … für alle, die sich nicht verbiegen wollen.“, GU Entdecke weitere Business-Tipps auf Roter Reiter. Foto: (c) PublicDomainPictures - pixabay.de ### Casual Business-Streetstyle  Jobtaugliche Casual-Looks Die Temperaturen steigen auf sommerliche 27°C und sofort stellt sich vielen Frauen die Frage: Was ziehe ich heute ins Büro an? Denn trotz Hitze sollte man sich nicht irgendwas überwerfen. Hotpants und Bandeau-Top können am Wochenende ein tolles, luftiges Outfit sein, sind aber im Business fehl am Platz. Wir haben uns auf Münchens Straßen umgesehen und nachgeschaut, was frau im Sommer am liebsten im Job trägt. Klares Ergebnis: Casual-Business-Style ist angesagt – Sommerkleider und leichte Stoffhosen sind heiße Favoriten.  Kein Freund knalliger Kleidung? Dann zeigt Dir diese Münchnerin wie du trotz scheinbar schlichtem Outfit Farbe ins Spiel bringst: Mit Loafern in fröhlichen Farben. Hier ein pinkes Exemplar von Tods. Besonders gut hat uns auch die Bluse gefallen, die zur Abwechslung mal vorne statt hinten gebunden wird – casual chic vom Feinsten! Vielleicht ist guter Stil ja tatsächlich vererbbar. Zumindest macht es bei Mutter und Tochter hier den Anschein. Was die liebe Frau Mama mit Orange und Beige anstellt, macht die Tochter mit Dunkelnblau und Weiß: Oberteil und Loafers in der gleichen Farbe. Mit der farblich passenden Handtasche von Polo Ralph Lauren setzt die Mutter hier noch einen drauf. Stil mal Drei: Jeder der drei jungen Damen hat ihren eigenen Stil. Die eine kombiniert Bikerjacke mit Lederimitat-Hose, die andere setzt auf die Sommerfarbe Pink. Und die Dritte im Bunde setzt bei ihrem Business-Outfit auf Paisleymuster. Wobei sich alle Drei einige sind: Weiß darf bei sommerlichen Temperaturen nicht fehlen! Helena (li.) und Valerie (re.) arbeiten für die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG. Der Dresscode im Büro: „Eher locker.“ Trotzdem achten beide immer darauf, dass ihre Kleider nicht zu kurz sind. „Heute morgen habe ich kurz überlegt, ob schulterfrei wirklich okay ist.“, sagt Helena. Dann haben die hohen Temperaturen im Büro entschieden: Es ist okay! Valerie zeigt, dass auch ein weißes Kleid kombiniert mit dunkelblauer Strickjacke bürotauglich ist. Und dass sie auch auf Details achtet, zeigt ihr perfekt auf die Uhr abgestimmtes Portemonnaie. Nudefarben: Bei dieser Münchnerin passen die Schuhe nicht nur zum Rock, sondern auch zu ihrem Vintage Hollandrad. Beige Strickjacke, T-Shirt in hellem Mintgrün und Ballerinas in Bronze bilden ein hübsches, sommerliches Business-Outfit. Highlight: Der goldene Gürtel. Er hebt sich vom casual Outfit ab und schafft dadurch einen chicen Kontrast. „Punkte kommen immer gut an!“, da ist sich Schulleiterin Gaby sicher. Passend dazu trägt sie schwarze Ballerinas mit Riemchen und ihre Lieblings-Ledertasche von H&M. „Für die heutige Konferenz hatte ich noch einen schwarzen Bolero dabei. In meinem Alter sollte man bei Meetings die Schultern auf jeden Fall bedecken.“ Wir finden, Gaby sieht blendend aus – ob mit oder ohne Bolero! Sarah weiß: So sollte sie vor ihren Schülern nicht auftreten. Für die Schule greift die junge Lehrerin daher lieber zu Stoffhose und Bluse. An ihrem freien Tag genießt sie die warmen Temperaturen aber mit einem schwarzen Spitzenkleid und RayBan-Sonnenbrille. Und zu welchem Business-Style greifst du, wenn die Temperaturen steigen? Sommerkleid oder lieber dünne Stoffhose? Ärmellos oder Schultern bedeckt? Sandalen oder  - wie die Mehrheit - Ballerinas? Beschreibe uns deinen persönlichen casual Business-Style. Wir freuen uns! Mehr zum Thema Business-Style findest du hier. ### Das Buch der Woche: Warum am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist Geld, Geld, Geld. Warum reich werden so schwer ist Millionen Menschen spielen Woche für Woche oder gar Tag für Tag irgendwelche Lotterien oder Glücksspiele in der irren Hoffnung, schnell reich zu werden. Reich werden als Schlüssel zum Glück. Oder einfacher gesagt: Geld, Geld, Geld. Aber obwohl das liebe Geld so eine große Rolle spielt, sind wir mental schlecht für den optimalen Umgang mit Geld ausgestattet. Und das führt dann schnell dazu, dass am „Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist“. In ihrem gleichnamigen Buch stellen Friedhelm & Ruth Schwarz interessante und spannende Fakten vor, die uns am rationalen Umgang mit Geld hindern. Und damit auch am reich werden. Kaum ist das Geld da, ist es auch schon weg Das Missgeschick fängt damit an, dass der rationale Umgang mit Geld „Denken“ voraussetzt. Problem: „Wir denken unbewusst“. Ein scheinbarer Widerspruch, der in der archaischen Konstruktion unseres Gehirns begründet liegt. Denn leider hat sich unser Oberstübchen in den letzten 10.000 Jahren nur unwesentlich verändert – und ist in der Regel auf "quick-wins" aus. Dafür sorgt das sogenannte „Belohnungssystem“. Es hatte einst die Überlebens wichtige Funktion, Aktivierungsenergie bereitzustellen (jetzt anstrengen und Mammut jagen, hinterher Bauch vollhauen). Kleines Manko: Das „Belohnungssystem“ ist nie zufrieden. Wir wollen „immer mehr davon und immer öfter“. Geld, Geld, Geld. Her mit dem Geld. Warum das Geld wie Sand durch die Finger rinnt Die beiden Autoren beschreiben anhand aktueller Studien sehr informativ und unterhaltsam, warum unser bewusstes Denken keine Chance hat, wenn es um Belohnungen geht. Und wie die Industrie diese Denkfehler bewusst ausnutzt und uns dazu bringt, Geld nur so aus dem Fenster hinaus zu schmeißen. Deshalb rennen wir ewig und erfolglos dem „reich werden“ hinterher. Einige Fakten: "Geld? Geld ist zum Ausgeben da", sagen junge Männer. Und sind sich sicher, dass Sparsamkeit nicht gerade attraktiv auf das andere Geschlecht wirkt. Also muss ein „Sportwagen als Potenz-Symbol“ her. Und weg ist das Geld und der Traum vom reich werden. Mit dem schnellen Auto sind allerdings nur wenige Frauen zu beeindrucken. Die stehen auf die totale Verschwendung. Im kleinen lassen sie sich von so flüchtigen Dingen wie Blumen und Parfüm aus der Reserve locken. Aber den Gipfel bildet nach wie vor der „absolut nutzlose“ Brillantring. Hauptsache Geld weg Einen direkten Impuls auf den „Haben“-Knopf haben viele Markenhersteller gefunden. So kann die Marke mit dem Apfel ein Vielfaches an Geld einfahren, weil die Marke Begehrlichkeiten befriedigt, die weit jenseits der technischen Daten liegen. Ganz perfide ist die „kaufe jetzt, bezahle später“-Masche. Denn die verspricht Belohnung ohne Anstrengung. Und umgeht geschickt das Schmerzzentrum (das Öffnen des Geldbeutels aktiviert messbar das „Schmerzzentrum“ im Gehirn). Aus ähnlichem Grund ist auch das Bezahlen mit Karte so attraktiv – man merkt nicht (sofort), wie das Geld durchrauscht. Eine weitere interessante Methode des Geld-aus-der-Tasche-Ziehens schildern die beiden Autoren anhand der „Speisekarten-Lyrik“. Statt „Entenbrust mit Rotkohl und Kartoffelknödel“ heißt es „Knusprig gebratene Entenbrust mit Honig glasiert an einer Soße mit kandierten Orangen, hausgemachtem Rotkohl aus der Region und Kartoffelknödeln nach Großmutters Art“. Warum das Ganze? Es geht darum, „den Gast dazu zu bringen, sich mit dem Gericht zu befassen und nicht auf den Preis zu schauen.“ Im letzten Kapitel in ihrem Buch liefern Friedhelm und Ruth Schwarz einen kleinen Test, in dem Du Deine Muster, Geld auszugeben, erkennen kannst. Geht es um Status? Um Belohnung? Um das Dazugehören? Und wer reich werden will, kann hier gleich lernen, auf was es zu achten gilt: Lieber große Scheine im Geldbeutel als kleine (die kleinen haut man schneller raus). Gehe alleine einkaufen, nicht mit Freunden oder Freundinnen. Die spornen nur dazu an, „haben zu wollen“. Niemals hungrig einkaufen gehen. Denn Hunger ist ein Grundgefühl, das nicht nur zum Kauf von Snacks und Süßigkeiten verleitet, sondern grundsätzlich dazu anregt, mehr zu kaufen. Egal ob es sich um Lebensmittel oder andere Dinge handelt.“ Vorsicht vor Kostproben. Nur harte Gesellen bringen es übers Herz, der netten Dame am Probierstand hinterher nichts abzukaufen. Dreht sich alles um Geld? Geld Geld seinlassen, raten die Autoren. Statt dessen das Belohnungssystem mit nicht-monetäre Belohnungen aktivieren, einem Spaziergang zum Beispiel. Vorannahmen überprüfen: Ist das bevorzugte Geschäft wirklich das Günstigste mit der besten Qualität? Potentiellen Verkäufern immer sofort sagen, dass es nur um ein Informationsgespräch geht. So behältst du deine Entscheidungsfreiheit. Immer vor Augen halten, dass dir niemand etwas schenken will und wird. Auch nicht, wenn es in der Werbung heißt „Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer“. Die Autoren haben dafür nur einen Kommentar übrig: „Das ist natürlich Quatsch“. Denn auch diesen Unternehmen geht es genau um drei Dinge. Um dein Geld, Geld, Geld. Unser Fazit: Ein unterhaltsames „Hoppla-Buch“. Denn immer wieder wirst Du Dich bei irrationalen Verhaltensweisen ertappt fühlen. Sehr informativ und unterhaltsam geschrieben. Gut für alle, die ihre Finanzen im Griff haben wollen. Und das ist immerhin der erste Schritt, um reich zu werden. Buch-Rezension: Wolfgang Hanfstein Buch-Empfehlung: Friedhelm und Ruth Schwarz: Warum am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. Ariston 2013 Buch bestellen unter Managementbuch.de  Geld, Geld, Geld. Wenn dich das Thema „Geld“ und „reich werden“ interessiert, findest du hier weitere spannende Buch-Empfehlungen. ### Business-Taschen: Jobtaugliche Herrentaschen Messenger-Bag: Hilfe, meine Tasche spricht! „Man kann nicht nicht kommunizieren“, stellte der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick fest. Egal, was Du tust oder trägst – Du sendest damit eine Botschaft aus. Mit der Wahl deiner Kleidung, deinen Schuhen oder auch deiner Tasche setzt du, wenn auch oft unbewusst, ein Statement. Klar. Wer sich chic kleidet, kommuniziert etwas völlig anderes als jemand, der sich in seine bequemste Jogginghose und Turnschuhe schmeißt. Und nicht nur Kleidung kommuniziert. Auch die Wahl der Tasche, die du täglich bei dir trägst - wie zum Beispiel die Messenger-Bag -, verrät einiges über dich, deinen Geschmack und deine  Denk- und Lebensweise. "Wenn eine Tasche attraktiv ist, gibt sie dir auch ein gutes Gefühl. Es geht um Linienführung, Oberflächen, Stoffe, ausgewogene Proportionen. Wenn all das perfekt harmoniert, wird sich die Tasche verkaufen. Mehr noch - du willst sie haben oder sterben." Modedesigner Tom Ford.     Rucksack, Messenger oder Luxus-Tasche? Gerade im Job kommt es darauf an, WER WIE und vor allem WAS kommuniziert. Zum Thema „Business-Taschen“ lassen sich  drei Typen dingfest machen. Zum einen die sportlichen Rucksack-Träger. Sie gehören der lässigen Sorte an und nehmen ihren Backpack einfach überall mit hin – egal ob zum Sport oder zur Arbeit. Das ist ok für alle „Creative Workers“. Aber Achtung, beim Kundentermin im Konzern wirkt das nicht kreativ und auch nicht lässig, sondern respektlos! bree Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die im Büro weder zu leger noch zu classy auftauchen wollen. Sie greifen zur guten alten Messenger-Bag. Der Messenger diente anfangs vor allem Postboten bei der Arbeit. Später wurden sie von Fahrradkurieren entdeckt, die sie sich locker um die Schulter schwangen, um beide Hände frei zu haben. Heute ist der Messenger der Favorit unter den Alltags- und Business-Taschen. Ob im Freizeitbereich oder im Business – aus dem richtigen Material ist sie chic, lässig und praktisch zugleich. Aber auch hier gilt: Ausgefranste, löchrige Messengers können dir noch so sehr ans Herz gewachsen sein – auch im kreativsten Office (nicht einmal im Home-Office) haben sie etwas verloren. Denn eine ramponierte Messenger-Tasche kommuniziert: Der Typ ist die Nachlässigkeit in Person. Marc O'Polo Typ drei bilden diejenigen, deren Begleiter zwar auch funktionstüchtig sein sollen, die mit ihren Business-Taschen aber auch sagen: Ich bin erfolgreich, arbeite hart und das sollt ihr auch sehen!  Diese Herren präsentieren sich nicht mit einem Messenger, sondern mit teuren Taschen aus hochwertigem Leder, in die auf jeden Fall ihr Notebook passt. Schließlich arbeiten sie 24/7 (oder tun zumindest so). Mit den edlen Business-Taschen mit ihren vielen Fächern kommunizieren sie: Bei mir ist alles am richtigen Platz, ich habe alles im Griff und, hallo, ich kann mir das leisten, weil ich was leiste! Noch ein kleiner Hinweis für alle, die denken: "Eine Tasche, brauch ich nicht - ich stopfe alles in Hosen und Jackets." Bitte, bitte, tut das nicht! Ausgebeulte Taschen machen jedes Outfit kaputt. Und jeden Anzugträger lächerlich. Wenn also die Freundin oder Frau mit ihrer Handtasche mal nicht in der Nähe ist, hilft nur eins: Her mit der richtigen Tasche! Und weil  schöne und businesstaugliche Exemplare, mit denen Mann sich wohlfühlt, gar nicht so einfach zu finden sind, haben wir hier eine schöne Auswahl zusammengestellt. Ist deine Lieblings-Business-Tasche auch dabei? Business-Tasche: GEWINNSPIEL Gerade kein Geld für die passende Business-Tasche übrig? Kein Problem! Passend zu diesem Artikel verlosen wir auf Facebook einen schönen, schlichten Messenger. Versuche jetzt dein Glück und mach mit! HIER ENTLANG Weitere Artikel zum Thema Business-Style findest du hier.  Text: Lena Riedmann Fotos: © bugatti GmbH, © Strellson AG, © BREE Collection GmbH & CO. KG, © Marc O'Polo Einzelhandels GmbH ### Die besten Business-Tipps #12 - Zeitmanagement Business-Tipps: Fünf Stationen auf dem Weg von der Vision zum Resultat Zwischen vagen Wünschen und präzisen Zielen liegen Welten. Sie trennen die ewigen Träumer von den Zufriedenen, die ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. Wie Du dein gestecktes Ziel auch wirklich erreichen kannst, zeigt Dir Zeitexperte Lothar Seiwert mit diesen fünf Tipps: 1. Setz Dir spezifische Ziele Nicht vagen Wünschen nachträumen, sondern Ziele formulieren. Und zwar so konkret wie möglich. Statt „Spätestens in fünf Jahren will ich Abteilungsleiter/in sein“, formuliere genau, welche Projekte und Weiterbildungen Du in Angriff nehmen willst. 2. Plane im richtigen Maß Ordne jedem Vorhaben einen genauen Maßstab zu. Beispiel: Statt „Regelmäßig joggen“: Mittwochabend eine halbe Stunde, Sonntag vor dem Frühstück eine Dreiviertelstunde. 3.Formuliere Deine Ziele aktionsorientiert und affirmativ Affirmativ heißt, Du wählst positive, bejahende Formulierungen. Statt: „Ich will aufhören, zu rauchen“,  „Ich will frei atmen und Sauerstoff in meine Lungen lassen“. Aktionsorientiert bedeutet, nimm dir Handlungen vor, keine bloßen Wünsche. Am Beispiel rauchen heißt das: ab in die Tonne mit den Zigaretten, Feuerzeugen, Streichhölzern. 4. Bleib realistisch „In einem Jahr bin ich reich!“, ist im Normalfall keine realistische Einschätzung. Aber in sieben Jahren zur Million – das kann man oder frau schaffen, behauptet Lothar Seiwert. Sein Rat: die richtige Literatur lesen, nicht allzu risikofreudig sein und bereit sein, zu sparen. Plane also für ehrgeizige Ziele genügend Zeit und Aufwand ein! 5. Lege Termine fest Lege einen Zeitpunkt fest, an dem Du Zwischenabschnitte und schließlich das Endziel erreicht haben willst. Nur so kannst Du messen, ob Du wirklich Fortschritte machst und im Plan liegst. Damit werden deine Ziele berechenbar. Und nichts ist so beflügelnd wie nachweisbare Erfolge. Die Business-Tipps sind entnommen aus: "Zeit ist Leben, Leben ist Zeit. Die Chancen der Zeit nutzen" von Lothar Seiwert, Ariston Mehr hilfreiche Business-Tipps findest du hier. Foto: (c) Roter Reiter ### Das Buch der Woche: Like A Virgin Fantastischer Input für alle, die Großes schaffen wollen.  Wer es kann, der macht es. Wer es nicht kann, wird Berater. Stimmt in vielen Fällen. Stimmt aber nicht, wenn es um Richard Branson geht. Denn der Virgin-Boss hat wie wenige andere vorgemacht, wie man erfolgreich Unternehmen aus dem Boden stampft und oben hält. Und er legt jetzt ein Buch vor, das im Besten Sinne als „Berater“ funktioniert. „Like a Virgin“ ist ein Frage- und Antwort-Buch, in dem Branson beschreibt, wie er seine Ideen in Erfolge verwandelt hat. Ein Buch für junge Führungskräfte und alte Hasen, ein Buch für Unternehmer und Freiberufler, ein Buch für Leute, die ihr eigenes Ding machen wollen. Voller Business-Tipps. Voller guter Ideen. Als hätte man die Gelegenheit, Richard Branson mit Fragen zu löchern. Business-Tipps am laufenden Band. Ausgangspunkt für das Buch sind die vielen, immer wieder kehrenden Fragen, die Richard Branson ständig gestellt werden. Per E-Mail, am Telefon oder wenn er irgendwo als der erkannt wird, der er ist: Ballonfahrer, Abenteurer, Weltumsegler, Weltraumtouristiker, Plattenhändler, Mobilfunkanbieter, Banker und und und. Erfrischend an seinem Buch: er sitzt nicht auf dem hohen Ross, verkündet auch keine scheinbaren Erfolgsgesetze, sondern sagt, wie er in unterschiedlichen Situationen gehandelt hat. In lockerem Erzählton sagt er, warum Home-Office gut sein kann (in seinem Fall war es ein Hausboot in London), wann man eine Marke umbenennen soll, wie in seinen Unternehmen Entscheidungen gefällt werden, was gutes Marketing ausmacht, wie man ein Business aufbaut und was es bedeutet, wenn ein Unternehmen „Spirit“ hat. Für Start-ups und Konzerne, für Freiberufler und Führungskräfte Eine Themenbreite, die gut für zehn Fachbücher ist – von „So schreibe ich einen Business-Plan“ über „A-Z der Personalarbeit“ bis zu „Die Grundregeln des Marketing“. „Like a Virgin“ macht diese Fachbücher nicht überflüssig. Denn Branson liefert weder Kennzahlen noch Theorien noch Schaubilder. Aber die Lektüre seines Buches hilft enorm dabei, all diese Fachgebiete in einem anderen Licht zu sehen. Nämlich in dem Licht „Wie mache ich meinen Job erfolgreich und damit mein Unternehmen.“ Es sind Business-Tipps, die jeder und jede in Tat umsetzen kann. Ebenso zentral wie verblüffend ist Richard Bransons Botschaft: „Es muss Spaß machen.“ Holla, schon mal so einen Business-Tipp gehört? Bei Business-Gurus wie Fredmund Malik würde da erst mal das Wörtchen „Profit“ auftauchen. Natürlich ist Profit auch für Richard Branson eine wichtige Kategorie. Allerdings eher Folge, denn Ziel. Guter Input, um alle Kräfte in eine produktive Richtung zu lenken Es ist fantastischer Input, den Richard Branson allen liefert, die Großes schaffen wollen. Und herrlich unkonventionell. Vom großen Ganzen bis hin zu ganz konkreten Business-Tipps. Wo andere über Managementtheorien schreiben, bringt es Branson, der innerhalb weniger Jahrzehnte ein Unternehmen mit über 50.000 Mitarbeitern geschaffen hat, auf den Punkt. Macht kurzerhand den CEO zum „Chief Enabling Officer“. Und arbeitet daran, seine Mitarbeiter zu „Intrapreneuren“ zu machen  - zu Unternehmern im Unternehmen. Roter-Reiter.de-Fazit: Richard Bransons Buch „Like a Virgin“ ist unkonventioneller Business-Input und guter Rat von einem, der Bescheid weiß. Anregend für alle, die Arbeit und Erfolg jenseits des Mainstream suchen. Buch-Rezension: Wolfgang Hanfstein, Chefredakteur Managementbuch.de und Roter-Reiter.de Buch-Empfehlung: Richard Branson: Like a Virgin. Books4Success 2013 Buch portofrei bestellen unter Managementbuch.de ### Zu Besuch bei Steffi von heaven+paper "Praktische, bunte Dinge entwerfen, die den Alltag ein bisschen fröhlicher machen. Das war es, was ich machen wollte." 2007 gründete Stefanie Eusemann mit heaven+paper ihr eigenes kleines Label. Bereits als Kind stand fest: Ich werde Designerin. Als junge Mutter wusste sie: Ich möchte mein eigener Chef sein. In ihrem hübschen heimischen Büro in der Nähe von München hat die zweifache Mutter ihren Traum verwirklicht.   Magst du dich kurz vorstellen? Ich bin Steffi, 34 Jahre alt und Gründerin des Papierdesignlabels heaven+paper. Ich habe in Würzburg, München, Hamburg und Stockholm gelebt und bin mittlerweile zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern Emil und Theo im Münchner Süden gelandet.   Stand für dich schon immer fest, Designerin zu werden? Diese Frage kann ich nur mit einem deutlichen „JA!“ beantworten. Design - und nichts anderes. In der Schule hatte ich nie die besten Noten. Daher kam es mir sehr gelegen, dass ich mich an der Fachhochschule in Würzburg für den Bereich „Kommunikationsdesign“ mit einer Mappe bewerben konnte, in der ich mein Talent zeigen durfte. Das war eine gute Grundlage und die perfekte Basis, auf der ich später aufbauen konnte. War dir am Anfang deiner Karriere bewusst, wo es hingehen würde? Den Traum von einer eigenen Firma hatte ich insgeheim natürlich schon immer: Kate Spade, Jonathan Adler und Martha Stewart waren meine großen Vorbilder. Ich habe irgendwann einfach angefangen eigene Produkte zu entwerfen – ohne große Erwartungen. Einfach nur aus Freude an der Sache und um etwas dazu zu verdienen. Mit dem Erfolg, den heaven+paper heute hat, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet. Wie kam es zur Gründung des Labels heaven+paper? Gegründet habe ich heaven+paper 2007. Ich war junge Mama, habe die Zeit damals in Hamburg mit meinem kleinen Emil sehr genossen und hatte irgendwann keine Lust mehr auf dieses klassische Agenturleben. Praktische, bunte Dinge zu entwerfen, die den Alltag ein bisschen fröhlicher machen, das war es, was ich machen wollte. Dazu kam, dass mein Mann beruflich viel unterwegs war und ich in dieser Hinsicht flexibel sein musste. Da erschien mir die Selbständigkeit als ein perfekter Weg, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Seitdem entstehen für das Label heaven+paper Tagebücher, Outfit Planer, Organizer, Notizblöcke, Rezeptkarten und individualisierte Hochzeitskarten, die auf Online Plattformen wie DaWanda und Etsy erhältlich sind. Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? Das Gestalten von neuen Produkten! Eine Idee, die oftmals im Alltag zu Hause, auf dem Spielplatz oder kurz vorm Einschlafen in meinem Kopf entsteht, gestalterisch am Computer umzusetzen. Die Datei dann anschließend an die Druckerei weiterzuleiten und ein paar Tage später das fertige Produkt in den Händen zu halten – das ist für mich das Allergrößte. Was war dir bei der Gestaltung deines Home Office am wichtigsten? Einen eigenen Raum zu haben. Einen, der nur mir gehört und nicht ab und an als Gästezimmer herhalten muss. Denn hier liegen oft hunderte Papierschnipsel, Locherreste und Klebeetiketten auf dem Boden herum. Diese kleben dann an meinen Füßen und finden sich wirklich in jedem einzelnen Schubfach wieder. Jedes Mal alles aufzusammeln wäre mir viel zu mühselig. So mach ich am Abend dann einfach die Türe zu und keiner kann sich beschweren! Du hast zwei Söhne. Wie leicht lässt sich für dich der Beruf mit der Familie vereinbaren? Das lässt sich perfekt vereinbaren. Und ich glaube es gibt nur wenige Berufe, in denen man so flexibel sein kann. Emil geht morgens um 8 in den Kindergarten, Theo bringe ich im Anschluss  zur Tagesmutter. Danach kann ich ganz entspannt mein Tagespensum in meinem Home Office erledigen. So habe ich genügend Zeit, mich um die Gestaltung neuer Produkte, die Buchhaltung und Kommunikation zu kümmern. Danach erledige ich noch ein paar Dinge im Haushalt, bevor um 15 Uhr – wenn die Kinder nach Hause kommen – mein Arbeitstag endet. Bei deinen Produkten findet man Listen für alles Mögliche: Shoppen, Aufgaben, Notizen, ... Bist du ein Listenfreak? Ich liebe es, Listen zu gestalten, zu besitzen und sie anzuschauen. Anfangs benutze ich sie ganz häufig, finde sie unglaublich praktisch und „alltagserleichternd“. Nach einiger Zeit falle ich aber gerne schnell wieder in meine gewohnten Muster zurück. Heißt: Ich schreibe meine Notizen schnell mal  auf  einen Kassenzettel oder versuche es mir so zu merken – um dann zu 99% doch wieder die Butter beim Einkaufen vergessen. Und wenn dann alles zu chaotisch wird, greife ich gerne wieder auf meine Listen zurück und freue mich wie praktisch und beruhigend Ordnung doch sein kann. Zählst du dich eher zur ordentlichen oder zur chaotischen Sorte? Ich bin eine kreative Chaotin. Dabei weiß ich sehr genau was Ordnung ist und wie sie aussehen muss. Leider schaffe ich es in meinem Alltag aber nur selten, diese Ordnung auf Dauer auch zu behalten. Auch wenn das Chaos noch so groß ist – bei schönem Wetter gehe ich viel lieber mit den Jungs Fußball spielen oder ein Eis essen. Spaß am Leben und glückliche Kinder sind mir wichtiger als ein geleckter Fußboden. In meiner grafischen Gestaltung geht es dafür immer sehr ordentlich zu. Wie sieht ein perfekter Arbeitstag bei dir aus? 9:00 Uhr: Ein Chai Tee, Orangensaft und ein Croissant zum Frühstück, danach die anstehenden Aufträge bearbeiten. In der Hochzeitssaison im Mai und vor Weihnachten habe ich besonders viel zu tun. 11:00 Uhr: Die Aufträge sind erledigt. Jetzt kann ich mich dem Fun-Part, der Produktgestaltung, widmen: Farbflächen rumschieben, Schriften aussuchen, Druckproben machen. Wenn dann auch noch der UPS-Mann mit einer neuen Lieferung der Druckerei klingelt, ist mein Arbeitstag perfekt! 13:00 Uhr: Schnell eine Kleinigkeit essen und natürlich die „Cola light“ auffüllen. Danach noch etwas Zeit Facebook zu checken, Blogs zu durchstöbern, den Warenbestand zu überprüfen und Verbrauchsmaterialien aufzufüllen. 15:00 Uhr: Noch schnell die Bestellungen zur Post bringen, bevor ich anschließend meine Kinder abhole. Und dann geht’s ab in den Garten oder auf den Spielplatz. Der Kopf rattert dabei natürlich immer weiter und denkt sich währenddessen schon wieder neue Ideen aus. Zum Schluss interessiert mich natürlich noch dein Urteil über unser Workstyle-Magazin Roter Reiter. An eurem Magazin finde ich toll, dass es sich vor allem dem Wohlbefinden und dem inneren Gleichgewicht der berufstätigen Frau zwischen Arbeit und Privatleben widmet. In unzähligen Zeitschriften und Büchern geht es nur darum, wie man eine „bessere Führungskraft wird“, „mehr Geld verdient“ oder auf der „Karriereleiter immer weiter hinaufklettert“. Dabei ist es meiner Meinung nach viel wichtiger, eine gesunde Balance zwischen Freizeit und Beruf zu finden, um zu einem durch und durch zufriedenen Menschen zu werden. Denn so macht man nicht nur sich selbst glücklich, sondern auch sein Umfeld. Vielen Dank, Steffi, für das interessante Interview und den liebenswerten Einblick in dein beneidenswertes Büro und die Vorstellung deines Labels heaven+paper! Interview: Lena Riedmann - Fotos: (c) heaven+paper Mehr über heaven+paper erfahrt ihr HIER. Mehr zum Thema Home Office gibt's HIER. ### Video der Pink University: Beruf vs. Berufung? Die Berufung zum Beruf machen und glücklich leben Berufung ist eine Kombination aus Beruf und Lebensträumen, die Dich glücklich und erfolgreich machen. Was tust Du wirklich am liebsten? Was willst Du eines Tages erreicht haben? Was sind Deine verborgenen Träume? Diese Fragen zu klären ist das A und O bei der Wahl des richtigen Berufs. Denn einen Job zu haben, ist die eine Sache. Seine Berufung im Beruf zu finden, eine ganz andere. Diejenigen, die Beruf und Berufung nicht miteinander verbinden, verbringen sonst wohl einen großen Teil ihres Lebens mit einer wenig erfüllenden Beschäftigung. Und eine Menge Wünsche und Potenziale schlummern einfach vor sich hin. Damit Dir das nicht passiert, lädt dich Deutschlands führende Berufungsfinderin Angelika Gulder herzlich ein, mit ihr Deine persönliche Berufung zu finden. In Ihrem Praxisworkshop von Pink University zeigt sie, wie du die Weichen für eine erfüllte berufliche Zukunft stellen kannst. Angelika Gulder hat mit ihrem Karriere-Navigator - den Du in ihrem Videotraining kennenlernen wirst - schon zahlreichen Menschen geholfen, einen Beruf zu finden, der sie wirklich glücklich macht. Einfach Klicken und gleich Loslegen! Angelika Gulder ist Diplom-Psychologin, Coach bei Pink University und eine der führenden Expertinnen für Lebens- und Karriereberatung in Deutschland. Mit Coaching up! leitet sie die erste und einzige Ganzheitliche Coaching Akademie. Video: (c) Pink University Weitere Videos der Pink University auf Roter Reiter findest  Du HIER. ### Die besten Business-Tipps #11 - Peinlich, peinlich Business-Tipp: Die Anti-Blamier-Formel Jeder kennt diese Situationen: Man ist kurz unkonzentriert, nachlässig oder nicht ganz bei der Sache und dann passiert – etwas richtig Peinliches! Das Blöde dabei: unsere reflexartigen Verhaltensweisen machen alles noch schlimmer: Sie betonen die Blamage und lassen uns wirklich schlecht aussehen. Das muss nicht sein! Gitte Härter zeigt, wie wir uns selbstbewusst blamieren können, indem wir in die Offensive gehen: 1. Den Stier bei den Hörnern packen: Indem Du selbst auf die Peinlichkeit hinweist und so unguten Reaktionen entgegenwirkst. Eine andere Möglichkeit: Eine einfache Entschuldigung. Wichtig: Einmal richtig entschuldigen reicht völlig! 2.Darüber hinweggehen: War da was? Verhältst Du Dich, als wäre nichts gewesen, merken anderen häufig überhaupt nichts. Oder aber Du ziehst Dich gekonnt aus der Affäre, indem Du einfach das Thema wechselst. 3. Die Kurve kriegen: Beispielsweise durch einen souveränen Kommentar, der den Vorfall anspricht und gleichzeitig abhakt. Bei Versehen oder Versprechen kannst Du Dich auch einfach schnell korrigieren. Das zeigt Selbstverantwortung. 4. Mit Humor nehmen: Nichts ist souveräner, als locker mit Peinlichkeiten umzugehen. Daher einfach mal mitlachen. Das wirkt sympathisch und selbstsicher. Oder Du gehst selbstironisch an die Sache heran und nimmst Dich mit einem Kommentar selbst auf die Schippe. 5. Absolutes No-Go: Lügen, um der Situation zu entfliehen! Denn eine Lüge birgt genau drei Probleme: Erstens läufst Du Gefahr, ertappt zu werden. Zweitens konservierst Du, wenn Du damit durchkommst, Deine defensive – feige – Haltung. Und drittens wirst Du als Lügner abgestempelt. Und auch fürs Schmollen oder „Beleidigte Leberwurst“-Spielen bist Du definitiv zu alt! Die Business-Tipps stammen aus dem Buch: "Peinlich, peinlich ... - So blamieren Sie sich selbstbewusst" von Gitte Härter, Gabal 2013 Mehr hilfreiche Business-Tipps findest du HIER. Foto: (c) Roter Reiter ### Gesunde Snacks: Für den kleinen Hunger und den großen Durst zwischendurch Richtig essen, besser arbeiten. Da hat man oder frau gerade erst zu Mittag gegessen und schon kommt zwei Stunden später wieder der kleine Hunger und klopft an. Doch wer zu gesunden Snacks greift, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Im Gegenteil: Gesunde Snacks wie Beerenobst oder ein großes Glas Saft können wahre Konzentrationswunder bewirken. Brain-„Drink“: Durst richtig löschen Sanddornsaft In den kleinen orangenen Sanddorn-Beeren steckt so viel Vitamin C wie in kaum einem Obst. In 100g Sanddorn verbergen sich 450mg des lebenswichtigen Vitamins. Das wäre schon mehr, als die empfohlene Tageszufuhr. Vitamin C hilft Dir vor allem in stressigen Situationen, die Nerven zu behalten. Wer also kurz vor dem Anschlag ist, sollte sich am Nachmittag hin und wieder ein großes Glas Sanddornsaft gönnen. Grüner Tee Tee ist nicht gleich Tee. Eine der gesündesten Teesorten ist der grüne Tee. Denn diese Pflanze enthält Flavonoide, die antioxidativ wirken. Auf Deutsch: Die Stoffe im grünen Tee schützen vor freien Radikalen und entlasten damit den Körper. So schützt dieses Getränk das Gehirn außerdem vor dem Alt- und Krankwerden. Der beste Vorteil für die Arbeit: Grüner Tee hält wach ohne aufzuputschen! Im Sommer einfach kühl statt heiß genießen. Brainfood: Hunger richtig stillen Erdnüsse Der optimale gesunde Snack nebenbei: Erdnüsse! Sie enthalten viel Vitamin B3. Mit 100g Nüssen deckst Du Deinen Tagesbedarf von 15-20mg. Doch sie vertreiben nicht nur den kleinen Hunger. Erdnüsse wirken auch gegen  Nervosität und beugen Konzentrationsschwäche vor. Heißt: Vor der nächsten Präsentation schnell noch ein paar Erdnüsse reinpfeifen. Beeren-Mix Wenn wir unseren Körper unter Spannung setzen (sei es körperlich oder geistig), verbrennen wir vor allem einen wichtigen Nährstoff: Magnesium. Die Folge? Die Konzentrationsfähigkeit geht in den Keller. Die Lösung? Beeren essen! Denn Brombeeren enthalten viel Magnesium. Die schwarze Johannisbeere setzt sogar noch einen drauf: Sie liefert zusätzlich viele wichtige Mineralstoffe. Die Beere bringt’s! Die Infos zu den gesunden Snacks stammen aus dem Buch: „Nervennahrung. Das richtige Essen für starke Nerven und ein gutes Gedächtnis“ von Dr. Andrea Flemmer, schlütersche Verlagsgesellschaft Weitere Artikel zum Thema Brainfood findest du hier.   Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Fotos: über Pixaybay (1. Emilian Robert Vicol, 2. Syahir Hakim, 3. + 4. PublicDomainPictures) ### Das Buch der Woche: Peinlich, peinlich... Souverän mit peinlichen Situationen umgehen Jeder kennt sie, die Situationen, in denen man (und frau natürlich auch) vor Scham im Boden versinken möchte. „Peinlich, peinlich!“, rattert es im Kopf und macht alles nur noch schlimmer. Manchmal reicht eine unbedachte Äußerung, um sich dem Gelächter und dem Gespött seiner Mitmenschen auszusetzen. Die meisten von uns kommen problemlos darüber hinweg und verwandeln das eine oder andere Missgeschick im Laufe der Zeit sogar in eine charmante, selbstironische Anekdote, die man Freunden gerne erzählt. Andere knabbern jahrelang an den Peinlichkeiten der Vergangenheit und entwickeln geradezu panische Angst vor einem weiteren Fauxpas in der Öffentlichkeit. Diesen Menschen widmet Gitte Härter ihr Buch „Peinlich, peinlich …“. Und lehrt Dich ein paar Sachen, die unter der Rubrik „Soft-Skills“ im Beruf über Top oder Flop entscheiden können. Locker bleiben – auch wenn‘s mal peinlich ist Die wichtigste Regel lautet: Aufhören mit dem „Schubladendenken der eigenen Perfektionsansprüche“. Wer glaubt „Ich lerne das nie“, hat die besten Voraussetzungen, auch beim nächsten Versuch zu scheitern. Besser: Die eigenen Erwartungen runterschrauben, Fehler zulassen und eingestehen. Das macht Dich locker, gerade dann, wenn Du tatsächlich in eine unangenehme Situation schlitterst. Was soll’s, wenn der Kaffee nicht zu 100% in der Meeting-Tasse landet! Einfach Business as usual betreiben: Weitermachen, als wäre nichts passiert (und evtl. ohne viel Aufhebens die Pfütze aufwischen). Gilt übrigens im Business genauso, wie beim Geburtstag der Schwiegermutter. Sammelsurium der Peinlichkeiten Gitte Härter präpariert Dich mit Ihrem Buch "Peinlich, peinlich ..." für diese Fälle von „Peinlichkeit“ ganz vortrefflich mit Mustersätzen, die Du regelrecht einstudieren kannst. Und zwar für alle Situationen, in denen Fettnäpfchen lauern, von „Ahnungslos“ über „Kalt erwischt“ bis hin zu „Zu weit aus dem Fenster gelehnt“. In jedem der Szenarien zeigt die Autorin, wie Du Dich souverän aus peinlichen Situationen befreien kannst. Das funktioniert gut, sofern Du das zugrundeliegende Prinzip verinnerlicht hast: Wenn Dir etwas Peinliches passiert, bitte nicht leugnen und erst recht nicht mit großen Gesten die eigene Unzulänglichkeit aufbauschen. Stattdessen übergehe das Missgeschick einfach, entschärfe die vermeintliche Blamage mit einem Lächeln und einem kleinen Scherz oder aber einer kurzen Entschuldigung. Die ist nämlich fast immer ausreichend. Roter Reiter-Fazit: „Peinlich, peinlich“ ist ein freundliches und optimistisches Buch, das Dir im Umgang mit peinlichen Situationen hilft. Und zwar, indem die Autorin des Buches gleich mal klarmacht, dass nur peinlich ist, was wir als peinlich definieren. Damit ist das Buch auch eine Anleitung, locker zu werden. Eine Einstellung, mit der man im Business und im Privatleben definitiv weiter kommt. Gut, denn die kleinen Niederlagen des Alltags werden ganz sicher an Schrecken und Bedeutung verlieren. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser Buch-Empfehlung: Gitte Härter, "Peinlich, peinlich ...", Gabal 2013 Weitere Buchempfehlungen findest du hier. ### Video der Pink University: Mehr Umsatz durch Social Media Die besten Video-Trainings: Mehr Umsatz durch Social Media Du hast tolle Ideen und bietest Dienstleistungen oder Produkte an, die eigentlich jeder haben müsste? Aber keiner weiß davon? Höchste Zeit, deinen Vertrieb auf Vordermann zu bringen. Einer der weiß, wie das geht, ist Andreas Buhr. Seine Impulse haben schon Vielen geholfen, die Weichen auf Erfolg zu stellen. Im Video-Training „Mehr Umsatz durch Vertriebsintelligenz“ der Pink University zeigt Dir Andreas Buhr die wichtigsten Stellschrauben und die zugehörigen Handgriffe für anhaltenden Erfolg. Im Fokus steht in diesem zehnminütigen Video-Training der Bereich Social Media und die Methoden, diese Kanäle erfolgreich zu nutzen. Andreas Buhr, ist einer der bekanntesten Speaker im Bereich Führung und Vertrieb in Europa. Ausgezeichnet als Top-Referent 2008 und Trainer des Jahres 2009, zählt er seit 2010 zu den Certified Speaking Professionals der National Speakers Association (NSA). Andreas Buhr ist außerdem Vollblutunternehmer, erfolgreicher Trainer und Buchautor. Weitere Videos der Pink University auf Roter Reiter findest du hier. Video: (c) Pink University ### Business-Look: Damenuhren für den Job Mit diesen Business-tauglichen Uhren bist du gut in der Zeit Die meisten von euch checken die Uhrzeit wahrscheinlich mit dem Smartphone. Hat die gute alte Armbanduhr also ausgedient? Nein, hat sie nicht! Denn gerade im Business ist sie ein praktisches Accessoire – sowohl für Männern als auch für Frauen. Mit der richtigen Uhr kannst du deinen Business-Look im Handumdrehen aufpeppen. Wir haben uns für die Damenwelt (die Herren-Kollektion folgt) umgeschaut und Business- taugliche Uhren gefunden (siehe Slider), mit denen du garantiert gut in der Zeit bist und deinem Business-Look das besondere Etwas verleihst. Darauf solltest du bei der Auswahl deiner Armbanduhr achten: Deine Uhr muss zu deinem Business-Outfit passen (evtl. gleich ein paar Bändchen in unterschiedlichen Farben mitkaufen). Sie sollte vom Wert her deiner beruflichen Position entsprechen: In einer leitenden, gut bezahlten Position keine Billiguhr  - und als Praktikant keine Designer-Uhr für mehrere hundert Euro (- auch wenn Papi Kohle hat). Genau wie beim Schmuck gilt auch am Handgelenk: Weniger ist mehr. Lieber ein wenig dezenter als zu pompös. Denn nicht deine Uhr ist der Held. Du bist die Heldin! Wie immer: Silber zu Silber, Gold zu Gold. Don’t mix it! Auf Uhren in zu knalligen Farben, mit zu vielen Strass-Steinchen oder unpraktischem Gehänge solltest Du ebenfalls verzichten. Das kann dein Freizeit und Ausgeh-Style sein. Dein Business-Style sollte es nicht sein. In kreativeren Branchen – in denen der Business-Style generell legerer ausfällt –  darf deine Uhr auch mal etwas sportlicher sein oder farblich an das restliche Outfit angepasst werden. Viel Spaß beim Uhren-Shopping! Weitere Artikel zum Thema Business-Look findest du HIER. Fotos: (c) Esprit, (c) Pandora, (c) Jette Joop by Christ ### Die besten Business-Tipps #10 - Für immer aufgeräumt Business-Tipp: Ein freier Schreibtisch schafft einen freien Kopf Das Wort vom „kreativen Chaos“ muss oft dafür herhalten, wenn es um etwas ganz anderes geht. Um ein wüstes Durcheinander auf dem Schreibtisch und im Arbeitszimmer. Entgegen aller anderslautenden Behauptungen ist es aber so, dass sich Unordnung in der Arbeitsumgebung auch auf die Arbeitsergebnisse auswirkt. Und dass sich das Chaos auf dem Schreibtisch geradewegs im Kopf fortsetzt. Wie aber Ordnung schaffen? Wir haben uns ein paar gute Anregungen geholt. 1.Schock-Therapie machen: Fotografiere den Ist-Zustand. Durch die Fotos entsteht eine Distanz, die Dir die Augen öffnen wird. Dadurch wird Dir auch bewusst, wie Außenstehende deinen Arbeitsplatz wahrnehmen. 2.Systematisch aussortieren: Nun geht’s ans Aussortieren. Die Spielregel lautet: Entferne alles, was du nicht brauchst! Alles? Ja, alles! Wichtig: Bekämpfe das Chaos erst in deinem unmittelbaren Umfeld, also auf deinem Schreibtisch. Erst dann solltest du dich über die Schubladen, Rollcontainer und den Fußboden bis zum Fensterbrett durchkämpfen. 3.Auf Probe wegwerfen: Menschen sind von Natur aus Jäger und Sammler. Daher bereitet uns der Gedanke, Dinge wegzuwerfen Unbehagen. Trick: Räume allen Kram, bei dem du dir noch unsicher bist, ob er endgültig weg kann, in eine Kiste. Die beschriftest du mit dem aktuellen Datum. Wenn du nach zehn Wochen nicht ein einziges Mal in den Karton geschaut hast, kannst du die Dinge ruhigen Gewissens entsorgen. 4.Wichtiges griffbereit halten: Dein unmittelbares Umfeld sollte so beschaffen sein, dass es dich beim Erreichen deiner Ziele unterstützt. Daher sollten die wichtigsten Sachen griffbereit sein. Mit Markierungen und Aufklebern schaffst du außerdem Klarheit auf einen Blick. 5.Müllentsorgung verbessern: Ordnung im Büro hat auch etwas damit zu tun, dass Du gleich alles wegwirfst, was nicht benötigt wird. Statt alles in einen Abfalleimer zu werfen, solltest du eine extra Kiste für Papier anlegen. Achtung: Besser einen kleinen Schreibtisch und eine große Papierkiste statt umgekehrt. 6.Sauber halten: Wenn Du nun Ordnung und Sauberkeit in Deinem Büro gewonnen hast, soll das auch so bleiben. Nimm dir daher jeden Tag fünf Minuten vor Feierabend die Zeit, deine Zettel, Listen und Post-Its zu sortieren. So kannst du am nächsten Morgen wieder ordentlich arbeiten. Viel Spaß beim aufgeräumten Arbeiten! Die Business-Tipps stammen aus dem Buch: "Für immer aufgeräumt - Zwanzig Prozent mehr Effizienz im Büro" von Jürgen Kurz, Gabal  Mehr hilfreiche Business-Tipps findest du hier. Foto: (c) Roter Reiter ### Das Buch der Woche: "BrainRead"  Rezension des Buchs "BrainRead" von Göran Askeljung Alter Schwede! Göran Askeljung schickt Dich in seinem Buch „BrainRead“ zurück auf die Schulbank, um Dir das Lesen (noch einmal) beizubringen – dieses Mal aber richtig. Das heißt: Texte und Zusammenhänge schneller erfassen und auch leichter erinnern – ganz nach der schwedischen Lehrmethode. Brauchst Du nicht? Doch, wenn auch Du, wie der Durchschnitt europäischer Angestellter – jeden Tag rund 4,7 Stunden(!) mit Lesen verbringen. Zeitungen, Bücher, E-Mails, Webseiten, Prospekte und Werbeanzeigen – all das kann Dein Gehirn sehr viel schneller verarbeiten, wenn Du es darauf trainierst. Ergebnis: Du sparst mal eben 2 Stunden ein, die Du mit anderen Dingen (oder anderen Texten) verbringen könntest. 400 Wörter pro Minute Mit "BrainRead" trainiert Dich Askeljung systematisch zum schnelleren Lese-Verstehen. Das Ziel: Du kannst bis zu 400 Wörter pro Minute aufnehmen und dabei noch rund 90 Prozent des Inhaltes verstehen. Mehr ist auch nicht nötig, um das Wesentliche eines Textes zu erfassen. Wie das funktioniert? Du liest künftig in Wortgruppen, nicht mehr Buchstabe für Buchstabe. Zudem widerstehst Du der Versuchung, mit dem Auge in die vorhergehende Zeile zurückzuspringen oder leise mitzusprechen. Auch auf die Gefahr hin, dass das eine oder andere Detail verborgen bleibt. Macht nichts. „Aus einem großen Teich voller dicker Fische angeln Sie nur jene, die Ihnen im Moment am besten schmecken: die Sie brauchen, um eine Entscheidung zu treffen oder um an Ihrem Projekt weiterzuarbeiten“, heißt es in "BrainRead". Das geht nicht von heute auf morgen, sondern mit Übung und System. Askeljung hat die dafür passenden Tipps („Scannen“, „Filtern“), die Dich in wenigen Wochen zum Schnell-Leser machen. Deine kontinuierlichen Fortschritte kannst Du in zahlreichen kleinen Tests überprüfen. Roter Reiter – Fazit: „BrainRead“ ist ein wirklich gutes und sehr nützliches Buch für alle, die beruflich viele Texte lesen und verarbeiten müssen. Die Tipps sind leicht umzusetzen und zeigen erstaunlich schnell Wirkung. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Buch-Empfehlung: Göran Askeljung; „BrainRead“. Linde Verlag. März 2013 Das Buch "BrainRead" kaufen unter Managementbuch.de  Weitere Buchempfehlungen findest du hier. ### Wenn aus kreativer Leidenschaft Erfolg wird Von kreativer Leidenschaft & beruflichem Erfolg Oft beginnen Geschäftsideen in der eigenen Wohnung – oder sogar auf der Parkbank. Ein Gedankenblitz, gepaart mit kreativer Leidenschaft, Ausdauer, Engagement und ein bisschen Verrücktheit sind oft der Anfang. Doch nicht jeder wagt den mutigen Schritt, seine Idee in ein Geschäftsmodell zu verwandeln. „Es gibt viele Wege, an die Sache heranzugehen: Die eine schreibt erstmal einen detaillierten Businessplan, bevor sie anfängt, die andere stellt eine Milchmädchenrechnung auf und verlässt sich eher auf ihr Bauchgefühl.“ In ihrem Buch Kreative Leidenschaft stellen Autorin Simone Knauss und Fotografin Ulrike Myrzik zwanzig Frauen vor, die Mut bewiesen haben. Jede der Damen beschreitet mit ihrem Stil einen eigenen, neuen Weg. Ob sie aus Filz Lieblingshunde kreieren, kleine Gugls Backen oder über die eigene Dekoration Bloggen – immer ist es ein kleiner, feiner Einfall gewesen, geboren manchmal unter ganz ungewöhnlichen Umständen Simone Knauss und Ulrike Myrzik nehmen uns mit auf eine Reise hinter die Kulissen ganz unterschiedlicher Welten. Die Protagonistinnen gewähren Einblicke in ihre Wohnungen und Werkstätten, verraten die Geheimnisse ihres Schaffens und legen ihren persönlichen Work-Style offen. So plaudert z.B. Modedesignerin Antonia Zander aus dem „Nähkästchen“; Schmuckdesignerin Marjana von Berlepsch erzählt, wie gut ihr Fingerspitzengefühl ist; Gugl-Erfinderin Chalwa Heigl verrät, wann sie das Backen erlernt hat. Das Buch „Kreative Leidenschaft“ wirft einen Blick auf kreative Frauen, die preisgeben, wie sie wurden, was sie heute sind. Kreative Leidenschaft erzählt davon, wie eine kleine Idee gepaart mit kreativer Leidenschaft Träume wahr werden lassen kann. Und ist damit sicher auch Ermutigung und Ansporn für viele Kreative, deren Talent noch ganz im Verborgenen schlummert. Bester Ratschlag: „Wenn du eine gute Idee hast- mach’s einfach!“ Eine Einladung, anders zu arbeiten und glücklich zu leben. "Kreative Leidenschaft" von Simone Knauss, Fotos: Ulrike Myrzik, Callwey Verlag, 2012 Portofrei bestellen unter Managementbuch.de  Photos: Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG.   Mehr Buchempfehlungen und Buch-Rezensionen zu den Themen Work-Style gibt es hier. Siehe dazu auch die Artikel zu Home-Office und Büro-Design. ### Die besten Business-Tipps #9 - Meetings erfolgreich halten Ein Meeting, das konkrete Ergebnisse und greifbare Erfolge bringt, macht richtig Spaß. Doch um das zu erreichen, genügt es nicht, nur ein paar Leute zusammenzutrommeln und ein bisschen über Dies und Das zu sprechen. Gute Vorbereitung und sorgfältige Durchführung sind ein Muss. Wenn Du diese Punkt befolgst, ist es gar nicht so schwer: Führe nur wirklich notwendige Meetings durch. Wähle die Meeting-Teilnehmer sorgfältig aus. Informiere die Teilnehmer bereits im Vorfeld über alles Wissenswerte. Erstelle eine gut strukturierte Agenda. Achte darauf, den Zeitplan einzuhalten. Vereinbare "Diskussions-Spielregeln" für Deine Meetings. Fasse den Stand der Diskussion immer wieder zusammen. Nutze die Möglichkeit der Visualisierung. Achte auf die korrekte Protokollierung des Meetings. Kontrolliere die Einhaltung der verabredeten Maßnahmen. Aus: Lothar Seiwert: "Noch mehr Zeit für das Wesentliche. Zeitmanagement neu entdecken.", Goldmann 2009 Weitere hilfreiche Business-Tipps findest du hier. ### Anders arbeiten: „Moin, Miss Cupcake!“ Cupcakes sind nicht nur ihre kulinarische Leidenschaft – Isabell Lorraine Arrenberg hat ihr süßes Hobby zum Beruf gemacht. Auf Sylt verkauft die 28-Jährige selbstgemachte Törtchen in ihrem kleinen, pinken Glücksmobil. Mit Roter Reiter hat sich Isabell über ihren Arbeitsalltag unterhalten und erzählt, wie es zu der mutigen Entscheidung gekommen ist, ganz anders zu arbeiten.    Magst du dich kurz vorstellen?  Mein Name ist Isabell Lorraine Arrenberg und ich betreibe einen kleinen Cupcake-Shop auf Sylt. Dort verkaufe ich in liebevoller Handarbeit gebackene, kleine, süße Törtchen. Ich werde diesen Sommer 28 Jahre alt und komme ursprünglich aus Wuppertal. Du hast Wirtschaftswissenschaften studiert: Warum jetzt ausgerechnet Cupcakes? CUPCAKE SYLT ist ein echtes Baby! Aus einer Vision ist mittlerweile ein richtiges, kleines Glückskonzept gewachsen. Nach meinem Abitur absolvierte ich zuerst meine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau. Berufsbegleitend studierte ich dann abends und am Wochenende Wirtschaftswissenshaften an der FOM in Düsseldorf. Während diesem sehr straffen Programm war Backen immer mein Ausgleich! Doch zu dieser Zeit nicht mehr als ein Hobby. Die Rezepte meiner beiden Großmütter konnte ich schon damals in- und auswendig. Und auch heute sind sie noch fester Bestandteil vieler Köstlichkeiten von CUPCAKE SYLT. Wie ist die Idee zu CUPCAKE SYLT entstanden? Irgendwann kam dieser Moment, da wusste ich: Ich möchte das so nicht mehr! Ich wollte definitiv raus aus der Stadt. Irgendwann landete ich dann auf Sylt und war sofort verzaubert. Hier wollte ich meine Vision sofort umsetzen. Die Entscheidung und Planung wurde immer konkreter. Und dann ging es im Februar 2012 los! Erst mit einem kleinen SHOP direkt am Fähranleger von Sylt nach Dänemark. Dann mit einem täglich wachsenden Catering-Service. Und nun bin ich zusätzlich mit meinem kleinen GLÜCKSMOBIL unterwegs. Es war eine mutige Entscheidung, meinen durchaus sympathischen Job im Marketingbereich zu kündigen und meinen Cupcake-Traum zu verwirklichen. Meine wundervolle Familie hat mich von Anfang an sehr unterstützt und mir einen doppelten Boden geboten. Ohne sie hätte ich den Schritt in die Selbstständigkeit sicher nicht gewagt. Wie haben die Sylter auf die süßen Köstlichkeiten reagiert?  Zum Glück ganz großartig! Innerhalb von nur einem Jahr haben sich so viele Türen geöffnet und treue Stammkunden gefunden. Und täglich kommen neue Sylter, sowie Gäste der Insel zu uns, um sich selbst von den süßen Köstlichkeiten zu überzeugen. Aber trotzdem bleibt Sylt ein "hartes Pflaster": Hohe Lebenshaltungskosten und ein straffes Saisongeschäft lassen kaum Zeit, um Fehler zu machen – zumindest nicht von März bis Oktober. Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei dir aus?  Das Schöne ist, dass es tatsächlich keinen normalen Arbeitstag gibt. In der Regel geht es sehr früh morgens mit dem Cupcakes-Backen los. Dann startet von 12-18 Uhr der Verkauf. Nach Feierabend wird das GLÜCKSMOBIL für den nächsten Tag startklar gemacht. Denn Samstagfrüh geht es auf den Wochenmarkt. Bevor es aber spät abends für den „Bürokram“ noch mal an den Schreibtisch geht, gibt es immer einen Moment zum Durchatmen. Und den verbringe ich am liebsten am Strand von Kampen! Ein wundervoller weißer Sandstrand mit den Wellen der rauen Nordsee. Wenn die Abendsonne sich im Meer spiegelt, weiß ich ganz genau, dass ich angekommen bin. Und dass der Weg raus aus der Stadt jede Hürde wert war. Welche Idee steckt hinter deinem kleinen „Glücksmobil“? Die Idee des GLÜCKSMOBILs ist es, das Glück zu den Kunden zu bringen!  Zweimal wöchentlich stehen wir im Herzen von Sylt in Westerland auf dem Wochenmarkt. Zusätzlich fahren wir auf Events und Hochzeiten. Da ich mit dem GLÜCKSMOBIL an so vielen verschiedenen Orten bin, lerne ich unglaublich viele interessante Menschen kennen. Das Arbeiten mit dem GLÜCKSMOBIL macht unheimlich viel Spaß! Früh morgens tuckere ich mit dem vollgeladenen Mobil über die Insel – es fährt kaum schneller als 50 km/h! Ich steuere meine Stammplätze an, lasse die Verkaufsklappen hoch, stell Blumen auf und dann geht’s auch schon los. Die Damen erfreuen sich dann an einem leckeren Cappuccino und kaufen Cupcakes. Während die Herren meistens eher das Auto bestaunen. Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß? Die Eigenständigkeit, das kreative Schaffen und der komplette Prozess – von der Idee bis hin zu den Kunden, die vor mir und meinen Cupcakes stehen und begeistert sind. Und die abwechslungsreichen Arbeiten: nächtliche Mails beantworten, Ideen entwickeln, Werbeaktionen planen und umsetzen und dann morgens wieder im Shop zu stehen, zu backen und zu putzen. Nur auf die Buchführung und das Controlling könnte ich gut mal verzichten. Aber da ich Wirtschaftswissenschaften studiert habe, weiß ich, wie wichtig auch dieser Teil ist. Hast du nun deinen Traumjob gefunden? Definitiv: JA! Es ist nicht nur ein Job, es ist mein Leben und meine Leidenschaft. Es gibt ja auch kaum einen Feierabend. Denn egal wohin ich komme heißt es: "Moin, Miss Cupcake!". Und genau das liebe ich! Vielen Dank für das nette und interessante Interview über deine Art, anders zu arbeiten!    Fotos: (c) Cupcake Sylt Interview: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Weitere Artikel zum Thema "Anders arbeiten" findest du hier. ### Das Buch der Woche: Praxis erfolgreicher Mitarbeitermotivation Wie Sie die Tribünenhocker in Ihrem Team wieder zu Stammspielern machen Jeder, der in seinem Unternehmen ein eigenes Team führt, weiß das: Es gibt die Top-Motivierten, die mit Lust und Laune ins Büro kommen und manchmal kaum zu bremsen sind. Und daneben gibt es die Gruppe der "innerlich Gekündigten", die ihren Job nach Vorschrift machen. Wenn überhaupt. In seinem leicht verständlichen Buch "Praxis erfolgreicher Mitarbeitermotivation" führt Hartmut Laufer sehr anschaulich aus, wie Du als Teamlead die Frustrierten wieder auf Kurs bringst. Achtung! Wer autoritär agiert, braucht sich über resignierte Mitarbeiter nicht wundern Zu allererst geht es natürlich darum, die Ursachen der Abwehrhaltung zu ergründen. Denn wer nicht weiß, wo es klemmt, findet auch keine Lösungen. Und es könnte ja auch an Dir selbst liegen. Vor allem, wer im Rahmen eines eher autokratischen Führungsstils auf "strikte Anordnungen und häufige Kontrollen" setzt, ruft Angst und Abwehr geradezu hervor. Und forciert damit die Passivität seiner Mitarbeiter. Das Gegenteil davon ist das Ziel einer wirklich guten Führungskraft: Die soll "den Anteil der Resignierten zumindest verringern". Die Resignierten, das sind nach Laufer diejenigen, die "eine diffuse Unzufriedenheit mitbringen und sich ständig benachteiligt fühlen." Fast jeder dritte Arbeitnehmer, so der Autor, gehört in deutschen Firmen dazu. Wertschätzung ist der Schlüssel zu einer produktiven Unternehmenskultur Laufer erteilt eine ganze Reihe praxiserprobter Tipps, die Dir helfen, diese Personen aus der Isolationsecke zu befreien. Elementar wichtig sind Mitarbeitergespräche im Rahmen eines "freimütigen und partnerschaftlichen Meinungsaustauschs". Wertschätzung steht dabei im Vordergrund, kein Bohren in Verfehlungen der Vergangenheit. Besser: Baue Deine Leute wieder auf, indem Du sie förderst und forderst ("ermutigende Erfolgserlebnisse ermöglichen"). Unbedingt dabei aber ehrlich bleiben, auch wenn die unbequeme Wahrheit auf der anderen Seite des Besprechungstisches nicht so gut ankommt, denn "Mitarbeiter zu enttäuschen ist manchmal unvermeidbar, sie zu täuschen ist aber unverzeihlich." Roter Reiter - Fazit: "Praxis erfolgreicher Mitarbeitermotivation" ist ein prima Lehrstück in puncto Führungsarbeit und Führungskultur fortschrittlicher Unternehmen. Wer es liest und die guten Ratschläge umsetzt, wird sich über eine bessere Stimmung unter seinen Mitarbeitern freuen. Und ganz sicher auch selbst einen Motivationsschub erfahren. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Buchempfehlung: Hartmut Laufer: "Praxis erfolgreicher Mitarbeitermotivation", Gabal 2013 Buch portofrei bestellen unter Managementbuch.de Weitere Buchempfehlungen findest du hier.  ### Wir sind wegen der Bücher hier! Vom Glück mit Büchern zu leben Für ihren Bildband "Vom Glück mit Büchern zu leben" besuchte die Autorin Stefanie von Wietersheim 20 namhafte Bücher-Menschen. Alle gewährten ihr exklusive Einblicke in ihr Zusammenleben mit Büchern. In persönlichen Portraits schildern die unterschiedlichen Persönlichkeiten ihr Verhältnis zum Medium Buch und zeigen uns, was und wo sie am liebsten lesen. Der Verleger Gerhard Steidl beschreibt die Beziehung zu seinen Büchern folgendermaßen: „Ich habe keinen Respekt vor Büchern. Ich schneide sie auf wie Leichen, schaue mir genau an, wie sie innen aussehen. Ich muss wissen, wie die Bindung gemacht ist und wie das Papier riecht.“. Demgegenüber bekennt Journalist und AD-Chefredakteur Oliver Jahn: „Ich habe ein starkes physisches Verhältnis zu Büchern. Ich mag es nicht, wenn man Ihnen den Rücken bricht.“ Gegensätzlicher könnten die Aussagen nicht sein ­– und doch zeugen beide von enormer Zuneigung, Begeisterung für das gedruckte Buch. Zusammen mit der Fotografin Claudia von Boch hat die Autorin Stefanie von Wietersheim  ausgewählte Bücher-Menschen ganz privat zuhause besucht. Neben Steidl und Jahn zum Beispiel auch die Bestsellerautorin Ildiko von Kürthy, Publizistin Necla Kelek, Gourmetkritiker und den Autor Wolfram Siebeck, Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg und noch viele weitere. Sie alle öffneten Haus und Herz. Die Autorin erfuhr, welche Rolle Bücher in deren Leben spielen, welche Liebesgeschichten sie mit ihnen verbinden. Entstanden sind intime Wohn-Porträts mit spannenden Lebens- und Lesegeschichten. Außerdem tolle Fotos, welche die Atmosphäre und die Emotionen dieser Menschen gegenüber ihren Bücher einfangen.   "Vom Glück mit Büchern zu leben" von Stefanie von Wietersheim, Fotos: Claudia von Boch, Callwey Verlag, 2012 Portofrei bestellen unter Managementbuch.de  Photos: Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG. Weitere Buchempfehlungen findest du hier.  ### Die besten Business-Tipps #8 Mehr Selbstbewusstsein für Raupen Wovor genau hast Du Angst? Wirklich? Sprich über Deine Ängste – das macht sie kleiner. Denke daran: Keiner ist vollkommen. Sag rasch „Hallo!“. Der Rest ist leichter. Lächle – das ist ein erster Anschub für das Selbstvertrauen. Bestimme Dein Tempo selbst. Rede Dich auf keinen Fall klein. Konzentriere Dich auf deine Stärken. Gib Dein Bestes! Und dann entspann Dich. Sei einfach Du selbst – darin bist Du schließlich am besten. Nach: „Der Pocket Guru“ von Guy Browning & Janet Brown Weitere Business-Tipps findest du hier. Foto: © Michael Tieck - fotolia.de ### Das Buch der Woche: Kalt erwischt Wenn der Akku nicht mehr auflädt "Kalt erwischt, ist ein außergewöhnliches (und außergewöhnlich gutes) Buch über Depression, weil Autorin Heide Fuhljahn gekonnt persönliche Erfahrungen mit Sachbuchelementen (Infokästen, Interviews, Service-Adressen) verbindet. Im Ergebnis die authentische und detaillierte Bestandsaufnahme einer tückischen Krankheit, die jeden treffen kann. Und ein kluger Ratgeber noch dazu. Der Gedanke an Selbstmord ist immer dabei Schonungslos offen (mit sich selbst) gibt die junge Fachjournalistin (Jahrgang 1974) intime Einblicke in die Binnenperspektive einer Depressiven ("nur geheult, denke jeden Tag an Selbstmord"), deren Leiden anderen Menschen zunächst verborgen bleibt. Fast im Tagebuchstil zeichnet sie ihren Zusammenbruch, den Medikamentenmissbrauch, die Therapieerfahrungen und den anschließenden Perspektivwechsel auf. Rückschläge wegstecken Die Schilderungen sind frei von Pathos und inszenierter Dramatisierung. Beinahe dokumentarisch lässt Fuhljahn ihren persönlichen Film ablaufen - gescheiterte Liebe, fehlende Anerkennung durch den Vater ("er fand mich hässlich und dumm, ich mich auch") und das Hohldrehen in der Suche nach Bestätigung. Jene Faktoren, die zusammengenommen das Ego systematisch ruinieren. Fesselnd geschrieben und für Betroffene und Angehörige sehr nützlich. Denn natürlich gibt es Auswege - sofern sich die Opfer (frühzeitig) zu ihrer Krankheit bekennen, die Therapie angehen und auch lernen, die unvermeidlichen Rückschläge wegzustecken. Hilfreich sind die kleinen Autoren-Tipps auf dem Weg zurück ins normale Leben. Zum Beispiel der mit dem gesetzlichen Schlupfloch, das Sie ausnutzen können, um schneller an einen dringend benötigten Therapieplatz zu kommen. Roter Reiter-Fazit: Mit Ihren intimen Geständnissen fasst Heide Fuhljahn den Weg in und den Weg aus der Depression in klare Worte. Das ist ungemein tröstlich für Betroffene, denen die Sprache zur Darstellung ihres Leidens meist fehlt. Die Service-Elemente sind sehr hilfreich und mehr als nur schmückendes Beiwerk. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Buch-Empfehlung: Heide Fuhljahn "Kalt erwischt", Diana Verlag 2013 Das Buch unter Managementbuch.de kaufen! Weitere Buchempfehlungen findest du hier. ### Video der Pink University: Die Macht deiner Stimme   Gewinne Autorität mit der Macht deiner Stimme! „Das Trainieren der Stimme bringt doch eh nichts!“ Das ist das Urteil vieler, die es schon einmal versucht haben. Und in der Tat haben aneinandergereihte Einzeltipps nur eine geringe Wirkung. Aber: Wer die richtigen Hebel kennt, kann mit wenig Aufwand erstaunliche Ergebnisse erzielen. Arno Fischbacher führt Dich in diesem Kurs an diese Hebel. Lerne von ihm, wie Wahrnehmung, Körpersprache und Stimme Dir dabei helfen, überzeugender zu sprechen. Und lass Dir von ihm zeigen, wie ein zeitsparendes, aber wirksames „Alltagstraining“ aussehen kann! Arno Fischbacher, Dozent bei der Pink University, ist Experte für die unbewusste Macht der Stimme in der Wirtschaft. Er ist Speaker, Stimmcoach und Autor des Junfermann-Bestsellers „Geheimer Verführer Stimme“. Heute trägt er wesentlich zum gesellschaftlichen Bewusstsein für die wirtschaftliche Bedeutung der Stimme bei. Er besticht durch mitreißendes Auftreten und eine Fülle an praktischen, sofort anwendbaren Tipps. Lerne jetzt mit dem Videotraining der Pink University deine Stimme ganz neu kennen! Weitere Videos der Pink University auf Roter Reiter findest du hier. ### Video von Pink University: "Das perfekte Laufprogramm" Endlich mit dem Laufen anfangen „Morgen fange ich mit dem Laufen an!“ – dieser Vorsatz wurde schon millionenfach formuliert. Doch nur selten wird er in die Praxis umgesetzt. Oder besser: selten länger als zwei Wochen. Weshalb? – Es fehlt an der ausreichenden Motivation und an dem Bewusstsein, welcher Gewinn das Laufen sein kann. Laufen macht nicht nur Spaß In diesem Kurs der Pink University gibt Dir Andreas Butz verschiedene Anreize fürs Laufen. Schon einer davon sollte dich dazu bewegen, sofort deine Joggingschuhe hervorzukramen. Laufen macht nicht nur Spaß; es wirkt auch besser als jede Diät, es verbindet Menschen und es macht erfolgreich. Andreas Butz ist einer der bekanntesten Trainer und Referenten für die Themen Laufen, Leistungsfähigkeit und Marathon. Wegen seines Erfahrungshorizonts als Leistungssportler, Trainer und Ex-Top-Manager wird er auch gerne als „Marathon-Manager“ zitiert. Der Kölner entwickelte effiziente, leicht umsetzbare Trainingspläne: die Laufcampus-Methode. Hobby- wie Profiläufer setzen diese Lehre aus Dauerlauf, Tempotraining und Regeneration heute erfolgreich um. Mit dem Videotraining „Endlich mit dem Laufen anfangen“ von Pink University erhältst du einen ersten Einblick in den Laufsport. Jetzt heißt es: Sportschuhe an und los! Video: (c) Pink University ### Arbeiten von zuhause aus Schön und effektiv von zu Hause aus arbeiten? Spätestens seitdem Yahoo-Chefin Marissa Mayer ihre Mitarbeiter zurück an den Firmen-Schreibtisch lotste, entfachte die Diskussion über die Existenz und Effizienz vom Arbeiten zuhause erneut. Befürworter der „Heimarbeit“ loben vor allem die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade bei erwerbstätigen Frauen. Studien beweisen außerdem, dass sich Büromenschen gerade einmal elf Minuten einer einzigen Aufgabe widmen können, ehe sie von einem Kollegen oder Vorgesetzten unterbrochen werden. Dies passiert im Home Office nicht so schnell. Hier besteht andererseits die Gefahr, dass statt Kollegen die liebe Familie unentwegt hereinspaziert und damit den Arbeitsfluss unterbricht.  Gegner kritisieren darüber hinaus den Mangel an kreativer Anregung und den fehlenden Teamgeist im einsamen Büro zu Hause. Die höhere Flexibilität, die das Arbeiten zuhause ermöglicht, muss also häufig mit Disziplin bezahlt werden. Dennoch greift jeder zehnte Deutsche regelmäßig auf die Option "Arbeiten von zuhause" zurück. Damit sie sich sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer auszahlt, gibt es hier einige Tipps, was man beim Einrichten und Arbeiten im heimischen Büro beachten sollte. Räumliche Gestaltung des Home Office Trennung der Sphären: Wichtig ist, dass dein Büro räumlich klar getrennt ist von deinen Privaträumen. Kitchen-Office ist nur etwas für die ganz hartgesottenen Disziplin-Freaks! Gute Ausstattung: Nichts darf fehlen! In deinem Heimbüro solltest du genauso gut ausgerüstet sein wie am Firmen-Arbeitsplatz. Internet, Computer, Drucker, Scanner, Kopierer, Telefon und Headset gehören auch zu Hause zur absoluten Grundausstattung. Ruhe und Licht garantiert: Wenn du die Wahl hast, solltest du das ruhigste Zimmer der Wohnung für dein Home Office reservieren. Wenn es dann auch noch ausreichend hell ist, hast du den perfekten Raum gefunden. Perfekt bestuhlt: Das A und O ist der Arbeitsplatz an sich. Neben einem soliden Schreibtisch ist ein hochwertiger Stuhl ein absolutes Muss. Denn stundenlanges Sitzen auf einem billigen Hocker wird schnell mit üblen Rückenschmerzen bestraft. Weniger ist mehr: Achte darauf, dass du dein Büro nicht zu überlädst. Zu viele Möbel, Bilder und sonstige Deko-Artikel lenken vom Wesentlichen ab und schaffen eine Wohnzimmer-Atmosphäre. Bedenke: Es ist immer noch ein Büro! Organisation im heimischen Büro Angezogen arbeiten: Arbeite nie im Pyjama! Auch zu Hause ist es wichtig sich morgens auf die anstehende Arbeit einzustellen. Daher gilt: raus aus dem Pyjama und rein in die Klamotte! Aufräumen ist Pflicht: Keiner kontrolliert, ob sich bei dir Zettel, To-Do-Listen und leere Joghurt-Becher bis an die Decke stapeln. Doch Chaos im Büro schafft unter Umständen auch Chaos im Kopf. Räume also dein Büro – vor allem deinen Schreibtisch – regelmäßig auf. Arbeitszeiten festlegen: Wenn Du von zuhause aus arbeitest hast Du viele Freiheiten. „Eight-to-five“ oder doch lieber „Nine-to-six“? Um die Produktivität zu steigern, solltest du dir deine eigenen Arbeitszeiten festlegen. Diese müssen nicht auf den Punkt eingehalten werden, sollten aber als Orientierung dienen. Hilfreiche Routinen: Regelmäßigkeiten sind im heimischen Büro ebenfalls wichtig. Überlege dir, an welchem Tag du welche Aufgaben routinemäßig erledigen kannst. Have a break: Pausen sind von großer Bedeutung, vor allem eine: die Mittagspause. Auch wenn du zu Hause nicht mit den Kollegen zum Italiener um die Ecke gehen kannst – nimm dir mittags eine Stunde Zeit, um abzuschalten und statt dem Gehirn den Magen mit Nahrung zu füttern. Allein und einsam? Das muss nicht sein. Nur weil du nicht mehr mit deinen Kollegen auf einer Büroetage sitzt, herrscht nicht automatisch Funkstille. Bleib über Mail, Telefon oder Kollaborationsplattform (Foren/Chatrooms) mit ihnen in Kontakt und sorge so für einen produktiven Austausch. Zu guter Letzt: Nicht länger arbeiten als nötig! Wenn das Büro zum Greifen nah ist, ertappt man sich gerne dabei, doch noch mal eben schnell etwas zu erledigen. Doch irgendwann muss Schluss sein. Oder würdest du abends schnell noch ins Büro fahren, nur um zu gucken, ob deine Mail beantwortet wurde?   Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Photos: Slider-Bilder 1-3: © OLIVER FURNITURE A/S, Slider-Bilder 4-6: © Inter IKEA Systems B.V. 2013, Bilder im Text: © BoConcept 1999-2013 Weitere Artikel zum Thema Home "Arbeiten von zuhause aus" findest du hier. ### Buch der Woche: SELBER SCHULD! Sich einfach mal "ent-schuldigen" Schuldgefühle gehören zu den wesentlichen Ursachen seelischer Krisen. Umso erstaunlicher, dass es zu diesem weitläufigen Themenkomplex kaum fundierten Lesestoff gibt. Und schon gar nicht für interessierte Laien ohne neurowissenschaftliche Grundlagen. Mit "Selber schuld!" schließt Raphael M. Bonelli diese Lücke. In freundlicher Sprache und mit guten Argumenten geht der Autor der Frage nach, wie Menschen mit Schuld umgehen. Verdrängungsweltmeister gibt es viele Er zeigt, wie sich selbst blitzgescheite Leute vortrefflich aus der Verantwortung lügen, indem sie die Fakten in beeindruckender Weise so lange formen und kneten, bis ihnen die neue Sichtweise glaubhaft erscheint. Tragikomik begleitet beispielsweise den Therapierbericht vom untreuen Ehemann, der bis zu 50 Verhältnisse nebenher gepflegt hat und trotzdem auf der Couch angibt, "es sei ihm sehr wichtig, seine Frau nicht zu enttäuschen." Verdrängungsweltmeister gibt es zuhauf. Ob die Schuld dabei geleugnet oder kurzerhand auf die Umwelt übertragen wird, ist im Ergebnis gleich: Der Verdränger erteilt sich selbst einen Freispruch, weil "Schuld schmerzhaft ist und daran erinnert, dass die Handlungen nicht den eigenen Prinzipien entsprechen." Herzenssache statt Bauchgefühl Anhand skurriler Fälle aus der psychotherapeutischen Praxis, unterhaltsamen Abstechern in die Literatur und die psychologische Forschung Freud’scher Prägung entkräftet Bonelli das Totschlagargument "Ich konnte nicht anders". Weder Gene noch Sozialisationserfahrungen oder Temperament können als Rechtfertigungen für unerwünschte Verhaltensweisen allein herhalten. Tatsächlich liefert der "Bauch" den Antrieb für moralisch zweifelhafte Handlungen. Der Bauch steht für das Begehren, er "kann weder verzeihen, noch lieben, noch verzichten noch treu sein." Insofern bitte immer auch den Kopf befragen ("das Wahre") und letztlich das Herz ("das Gute") entscheiden lassen. Wem diese Dreifaltigkeitsgrundlage kluger Entscheidungen gelingt, wird sich mit eigenen Fehlern problemlos abfinden und in der "Annahme von Schuld einen Freiheitsgewinn erfahren". Roter Reiter-Fazit: Bonelli legt mit "Selber schuld" einen originellen und klugen Psychoratgeber für Menschen vor, die sich seit geraumer Zeit mit Schuldgefühlen plagen oder diese als Weltmeister der Verdrängung erst gar nicht zulassen können. Beide Typen werden das Buch mit Gewinn lesen. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Buchempfehlung: Raphale M. Bonelli: "Selber schuld"; Pattloch 2013 Das Buch "Selber schuld" kaufen unter Managementbuch.de Weitere Buchempfehlungen findest du hier. ### Die besten Business-Tipps #6 5 Business-Tipps wie Du aus einem Gespräch wieder aussteigen kannst: 1. Kurz und schmerzlos: Visitenkarte reichen, freundlich lächeln und sagen: „Es war schön mit Ihnen zu reden. Lassen Sie uns in Kontakt bleiben!“ 2. Etwas holen:  Auf einer Veranstaltung z.B. etwas zu Essen oder  Trinken: „Ich glaube ich muss mir davon unbedingt noch etwas holen.“ 3. Andere einbeziehen: Such dir andere Gesprächspartner und sage dann: „Entschuldigen Sie mich, solange Sie sich näher miteinander bekannt machen.“ 4. Aufstehen: Manchmal musst du auch einfach gar nichts sagen! Steh einfach auf. Dein Gesprächspartner wird diesen nonverbalen Hinweis vermutlich verstehen. 5. Letzte Chance: Der Toiletten-Trick. „Würden Sie mich bitte kurz entschuldigen, ich müsste mal eben die Toilette aufsuchen.“   Die Business-Tipps sind entnommen aus: "Jetzt hört ihr mal zu" von Ilise Benun, Wiley Weitere Business-Tipps findet ihr HIER. Foto: (c) Holgi - pixabay.de ### Ordnung schaffen mit diesen hübschen Büro-Helfern Büro-Helfer, die Ordnung schaffen und für ein individuelles Büro-Design sorgen! Wenn man hübsche Dinge sucht, um seine Wohnung einzurichten, auf dem Schreibtisch Ordnung zu schaffen oder langweilige Ecken aufzuhübschen, dann fahren viele - vor allem junge - Menschen hierhin: Zu IKEA. Die schwedische Möbelhauskette steht für erschwingliches und kreatives Design - und sogar Büro-Desing. Von der Kuchengabel bis hin zu Bett, Lampe und Schreibtisch bekommt man hier alles, was man zum Leben und Arbeiten in seinen vier Wänden braucht. Auch für den Business-Bereich gibt es praktische Kollektionen. Wir haben für dich ein paar hübsche und noch dazu preiswerte Büro-Helfer  zusammengestellt. Die schaffen nicht nur Ordnung sondern auch dein Büro-Design auf Vordermann bringen.   Für Interessierte: Die kleine Geschichte des großen Phänomens IKEA Kennen Sie diesen sympatisch aussehenden Mann? Das ist Ingvar Kamprad, Unternehmensgründer von IKEA. Am 30. März 1926 erblickt der kleine Ingvar in Församling Pjätteryd in Schweden das Licht der Welt. Bereits mit 17 Jahren gründet er das, was später ein weltweites Imperium werden sollte: IKEA. Das Akronym besteht aus seinen Initialen I. K. Das E erinnert an den Namen des Bauernhofs seiner Eltern - "Elmtaryd". Das A steht für "Agunnaryd", sein Heimatdorf in der Gemeine Ljungby, wo Ingvar aufwuchs. Angefangen hat alles mit dem Verkauf von Streichhölzern, Blumensamen und Grußkarten. Erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad. Erst günstig, dann mit einem kleinen Gewinn für den damals 5-Jährigen. Vom Streichholz-Verkäufer zum Möbel-Giganten Trotzdem wurde dem jungen Schweden mit seinem kleinen Sortiment bald langweilig. Weitere Produkte zum Verkauf mussten her. Erst kamen Bilderrahmen und Tischläufer hinzu, bald Möbelstücke aller Art. 1951 fertigte er seinen ersten Katalog an. 1958 entstand dann sein langersehntes erstes IKEA-Möbelhaus in Älmhult in Südschweden. 16 Jahre später eröffnete bereits in Deutschland der erste IKEA in Eching bei München. Seitdem hat Ingvar alles andere als Langweile. Mittlerweile gehören ihm 317 IKEA-Möbelhäuser auf der ganzen Welt. Darin beschäftigt er mehr als 139.000 Mitarbeiter. Was mit dem Verkauf der Streichhölzer begann, machte Kamprad in den letzten 60 Jahren zu einem der reichsten Menschen der Welt. In Älmhult befindet sich übrigens auch die IKEA-Katalogproduktion ICOM. Dort werden im größten Fotostudio Europas all die wunderbaren Bilder gemacht, die wir oben für euch zusammengestellt haben. Reinklicken und ganz einfach ein individuelles Büro-Desing zaubern! Wir wünschen viel Erfolg beim Ordnung schaffen auf dem Schreibtisch! Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Photos: © Inter IKEA Systems B.V. 1999 - 2013 Hier gibt es mehr zu den Themen Büro-Design  und Home Office. ### Das Buch der Woche: Teamkonflikte erkennen und lösen Teams sind dazu da, Unternehmen nach vorne zu bringen, zu nichts anderem. Sie sind weder Kuschelzoos noch die Bühne für Egotrips. Aber trotz der glasklaren Grundkonstruktion als Zweckbündnis entscheiden die emotionale Verfasstheit des Teams und die emotionale Intelligenz der Leitung wesentlich über den Erfolg. In seinem Buch „Teamkonflikte erkennen und lösen“ fächert der erfahrene Supervisor und Coach Dr. Franz Will das ganze Spektrum der emotionalen Bremsen und Fallen auf, die Teammitgliedern und der Leitung zu schaffen machen. Und zeigt, wie durch „Kritik ohne Angriff“ emotionale Sprengladungen entschärft werden können. Viele Dramen beginnen mit einem kleinen Missverständnis Will seziert Teams und ihre Mitglieder messerscharf aber nie wertend. Er zeigt, dass sich hinter aggressiven Äußerungen oft geballte Hilflosigkeit verbirgt, dass Blockierern einfach das Wissen um ihre Wirkung fehlt. Und dass ein Großteil der Missstimmungen und damit Unproduktivität auf Missverständnissen beruht. All diese Befunde zeigt er anhand von Situationen und Gesprächen auf, die er so während seiner Supervisionssitzungen erlebt hat. Dadurch wird das Buch unglaublich realistisch: Kaum jemand, der sich in den dargestellten Konflikten nicht wiederfinden würde. Wer nicht pünktlich ist, fliegt raus! Es ist der Anspruch des Buches, Teamleiter für die emotionalen Verfasstheiten seiner Teammitglieder zu sensibilisieren. Das schafft der Supervisor und Coach, indem er in der Sprache spricht, die auch in den Unternehmen gesprochen wird. Anhand realer Dialoge zeigt er zum Beispiel, wie Teamleiter und Vorgesetzte mit Mitarbeitern reden können, die regelmäßig zu spät kommen. Nicht bloß nüchtern und sachorientiert, aber auch nicht ausschließlich einfühlsam, sondern mit Verständnis für die Situation – aber auch mit klarer Ansage für die Zukunft. Krokodil oder Nilpferd? Auch im scheinbar unüberschaubaren Feld der Emotionen gibt es Strukturen und wiederkehrende Muster. Es gelingt Franz Will sehr gut, diese Muster klar herauszustellen und damit auch für Laien erkennbar zu machen. Wenn er von „Teamsuchern“ und „Teamflüchtern“ spricht, wenn er „Krokodile“ (die wirklich gefährlichen Kollegen) von „Nilpferden“ (die nur ungeschickt im Weg stehen, weil sie Anerkennung brauchen) unterscheidet.  Oder wenn er zeigt, wie sich Arbeitsverweigerer knacken lassen. Die emotionale Röntgenbrille für den klaren Blick Franz Zill gibt Teamleitern mit seinem Buch eine Art emotionale Röntgenbrille an die Hand. Sie lernen zu sehen, was hinter vermeintlicher Abwehr oder Unlust steckt, woher Konflikte wirklich kommen. Und er zeigt Teamleitern, sich ihrer eigenen Stellung und Macht (das heißt auch: Verantwortung) bewusst zu werden. Empfehlenswert für alle, bei denen die produktive Teamarbeit über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Buch-Empfehlung: Franz Will: Teamkonflikte erkennen und lösen. Beltz Verlag 2012 Buch-Rezension: Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de Buch kaufen unter Managementbuch.de ### Das Buch der Woche: Deal! Bei Verhandlungen nicht nur punkten, sondern siegen Schluss mit dem weichgespülten „Ich-bin-OK-du-bist-OK“-Verhandlungsstil. Mit dem sammeln Sie vielleicht Sympathiepunkte, aber keine wirklichen Erfolge im zähen Ringen um das bestmögliche Gehalt, den Preis für den Gebrauchtwagen oder die Top-Konditionen für den anstehenden Kredit. Dafür brauchen Sie (neben Menschenkenntnis) eine gehörige Portion Finesse und die Bereitschaft, auch mal zu bluffen, um Ihre Position zu stärken. Sie haben noch ein As im Ärmel In seinem erstklassig bösen Buch „Deal“ verrät Wirtschaftspsychologe Jack Nasher die besten Tricks für erfolgreiche Verhandlungen. Klar geht es vor allem darum, den anderen (mal mehr, mal weniger), über den Tisch zu ziehen. Mit kleinen psychologische Waffen und dem einen As, das Sie kurz vor dem Abbruch beiläufig aus dem Ärmel ziehen. „Die Kunst des Verhandelns besteht darin, wie man aus einem großen Schlüsselbund blitzschnell den passenden Schlüssel ergreift“. Machtspielchen am Verhandlungstisch Unfair ist das nicht. Denn Sie dürfen davon ausgehen, dass Ihr Verhandlungspartner auch nicht unvorbereitet oder wehrlos in das (Ver)Kaufsgespräch einsteigt. Nicht am Bankschalter, erst Recht nicht am Konferenztisch und nicht einmal beim Feilschen auf dem Flohmarkt. Nasher rüstet beide Seiten – den Verkäufer und den Käufer – gleichermaßen professionell für den nächsten „Big Deal“. Immer geht es um Macht. Wer die gekonnt ausspielt, ist im Vorteil. Die Ausgangsposition spielt selbstverständlich eine Rolle. „Derjenige der hergebeten wird, ist in einer schwächeren Position.“. Aber während der Verhandlung können Sie die Karten neu mischen: „Niemals das besondere Interesse für eine Option zeigen!“. Frech gewinnt Einige der( manchmal ironisch überzeichneten) Prinzipien sind einfach nur frech und clever „Wenn Sie eine Wohnung vermieten möchten, laden Sie Freunde und Bekannte ein, um die Räume zu füllen.“, andere tiefgründig und nachhaltig wie das BATNA-Modell. Das steht für Best Alternative to a Negotiated Agreement und meint die beste Alternative, die Ihnen zu dem aktuellen Angebot zur Verfügung steht. Vor allem (aber nicht nur) für Gehaltsverhandlungen im neuen Job vorteilhaft, wenn man jederzeit abrufen kann, wie viel man tatsächlich verliert, wenn man kurzerhand auf stur schaltet. Roter Reiter-Fazit: „Deal“ ist großartig. Überraschend, witzig und voller Nutzwert. Völlig egal, ob Sie als Handelsvertreter Schuhcreme verkaufen, beim Chef mehr Gehalt rausholen wollen oder ein neues Auto brauchen: Kaufen Sie dieses Buch! Die kleine Investition von knapp 20 Euro wird sich ganz schnell bezahlt machen. Vielleicht schon beim nächsten Flohmarktbesuch. Oliver Ibelshäuser www.roter-reiter.de Jack Naher: „Deal“, Campus 2013 Mehr zu “Deal” auf Managementbuch.de ### Das Buch der Woche: Lust auf Macht Der Startbutton für die weibliche Karriere   Im Buch “Lust auf Macht” von Andrea Och und Katharina Daniels wird Frauenpower kurzerhand zur Chefsache erklärt. Weg mit der pseudo-weiblichen Attitüde “Bescheidenheit”! Ab sofort marschiert frau zielstrebig “zur Front”, wenn es um die Besetzung des nächsten Abteilungsleiters oder Geschäftsführers geht. Und das klappt sogar, ohne die hemdsärmelig-aggressiven Karrierestrategien der Männerwelt zu kopieren. Vom Schneckenhaus ohne Umwege an die Spitze Erster Schritt: Raus aus dem Schneckenhaus! Och und Daniels verdeutlichen, dass vornehme Zurückhaltung im Business nicht mit Beförderung gedankt wird. Polieren Sie stattdessen Ihr Ego auf, erklären Sie Ihre Ausstrahlung und Ihre Leistungen zu Ihrem unverwechselbaren Markenversprechen. Denn “wenn Sie an die Spitze eines Unternehmens gelangen wollen, sollten Sie Ihren Wert auch unmissverständlich kommunizieren.” Geht nicht von heute auf morgen, klappt aber mittelfristig mit dem richtigen Training. Zum Beispiel mit dem SMART-Prinzip. Ab sofort setzen Sie Ihre Ziele spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Optimieren Sie Ihre Komplementärkompetenzen, also jene Fähigkeiten, die Ihre vorherrschenden Stärken optimal ergänzen. Beispiel: Wenn Sie andere gut weiterentwickeln, sollten Sie zeigen, dass Sie auch sich fördern und Ihre Innovationskraft darstellen. Unterhaltsam, originell, nützlich Klasse, dass die Autorinnen beiläufig auch den einen oder anderen Mythos vom effizienteren Arbeiten entzaubern und wirkungsvolle Alternativen anbieten. “Verabschieden Sie sich vom Multitasking. Wenn Sie richtig priorisieren, sind Sie besser” und kleine Tipps einstreuen, die sofort helfen. Beispielsweise der Passwort-Trick: Um Ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, denken Sie sich ein passendes Schlagwort aus und generieren daraus Ihr Kennwort für das Betriebssystem oder den Mail-Client – aber bitte mit Zahlen und Sonderzeichen versehen! Roter Reiter-Fazit: “Lust auf Macht” ist ein rundum gelungener Karriere-Rategeber für Frauen, die im Job die nächste Stufe nehmen wollen. Prall gefüllt mit guten Tipps und den O-Tönen namhafter Business-Experten bietet das Buch Nutzwert pur. Buch-Rezension: Oliver Ibelshäuser, www.Roter-Reiter.de Buch-Empfehlung: Andrea Och, Katharina Daniels; Lust auf Macht. Wie (nicht nur) Frauen an die Spitze kommen. Linde Verlag. März 2013 Buch kaufen:  “Andrea Och, Katharina Daniels; Lust auf Macht” auf Managementbuch.de ### Video der Pink University: Ausgeglichen im Alltag mit Tai Chi Mit Tai Chi zu mehr Ausgeglichenheit im Alltag Tai Chi heißt vollständig Tai Chi Chuan und ist eine Mischung aus chinesischer Kampfkunst und Schattenboxen. Es geht aber nicht um Angriff, sondern vielmehr um eine Form der körperbetonten Meditation. Marie Hock-Westhoff ist Tai Chi-Weltmeisterin und zertifizierte Lehrerin und Ausbilderin für Tai Chi. In Ihrem Videotraining von Pink University verrät sie dir nicht nur die Wirkung der einzelnen Positionen. Sie übt mit dir auch gleich ihre Anwendung. Danach bist du ausgeglichener und  körperlich entspannter. Und das bringt wiederum Leib, Seele und Geist in Einklang! ### Einfach mal "Nein" sagen! So einfach kann's gehen: Vom Ja-Sager zum Nein-Sager Gerade im Job ist es wichtig standhaft zu sein und öfter auch mal “Nein” sagen zu können. Damit du in der jeweiligen Situation auch den richtigen Ton triffst, gibt es hier die sechs besten Varianten einem “Ja” auszuweichen: Das „Nein, geradeheraus“, ohne Umwege, kurz, eindeutig und unmissverständlich: „Nein!“ Das „Nein mit Begründung“ stimmt das schlechte Gewissen milde: „Nein, weil …“, „Nein, ich mache gerade etwas für …“ Eine „Alternative anbieten“, das lindert die Wucht des Neins: „Nein, aber dafür mache ich …“, „Nein, dafür biete ich …“ Die „Ankündigung des Nein“, so wappnen Sie sich für die Zukunft: „Dieses Mal noch, aber beim nächsten Mal nicht mehr.“ Das „Nein aufschieben“, um etwas Zeit zu gewinnen: „Hat diese Entscheidung noch Zeit?“, „Kann ich mir das noch überlegen?“ Auch mit einem „befristeten Nein“ können Sie Zeit gewinnen. „Das geht gerade nicht, kommen Sie später wieder.“ EInfach "Nein" sagen mit den Tipps aus dem Buch: “Vorhang auf fürs Glück” von Heide-Marie Smolka, Knaur 2013   ### Finde den richtigen Business-Style für dich Die besten Tipps in Punkto Business-Style Business-Style muss nicht immer konservativ sein. Diese Saison sind vor allem Pastellfarben, Minttöne und All-over-Prints besonders angesagt (Bilder: aktuelle Kollektion von Marc o'Polo). Und die meisten Teile sind in der richtigen Kombination sogar bürokompatibel. Allerdings gibt es einige Grundregeln, die in den meisten Branchen in Punkto Business-Kleidung berücksichtigt werden sollten. Für Frauen gilt: Keine knalligen Farben.  Nicht zu eng und nicht zu viel Haut zeigen (Es sei denn, du hast noch etwas anderes vor, als nur zu arbeiten). Möglichst keine schulterfreien Shirts oder Blusen. Nie an zwei Tagen hintereinander die gleiche Kleidung tragen. Verschiedene Kombis sind kein Problem! Eine klassische weiße Bluse sollte jede Frau im Schrank haben – Die einfachste Art schick zu sein! Keine hochhackigen Schuhe, keine offenen Schuhe. Aber auch keine Treter. Am besten bequeme Pumps oder Ballerinas. Wer mit dem Fahrrad kommt oder einen langen Fußweg hat, deponiert am besten ein Paar davon im Büroschrank. Röcke sollten im Optimalfall knielang sein. Faustregel: Je höher die Position, desto konservativer die Kleidung (Das sollte dich aber jetzt nicht am Aufstieg hindern. Es gibt auch tolle konservative Outfits). Für Männer gilt: „Casual ist usual“ und in einigen Branchen sogar Pflicht. Nur einige Bereiche verlangen noch strikt den blauen Anzug mit Krawatte. Aber Achtung, Männer, Casual heißt nicht „anything goes“. Hier einige Facts über ein Business taugliches Männer-Outfit, in dem Mann sich trotzdem wohlfühlt: Die Basics: Stoffhose, T-Shirt, Poloshirt, Hemd, Cardigan, Sakko und schlichte Lederschuhe oder ordentliche Turnschuhe. Beim Casual-Look immer erlaubt: Hemd ohne Jackett! Am besten lässig mit T-Shirt drunter und gekrempelten Ärmeln.  Dagegen heißt es beim Sakko: T-Shirt, Poloshirt oder Longsleeve drunter. Faustregel: Maximal drei Farben und zwei Muster kombinieren! Coole Accessoires: Schal, schöne Smartphone-Hülle oder Laptop-Tasche. Auch bei Männern gilt: Nicht zu knallige Farben und kein offenes Schuhwerk tragen! (Du bist schließlich nicht im Freibad!) Ausreden wie „Ich weiß nicht, was ich anziehen soll!“, zählen ab heute also nicht mehr. Einfach oben genannte Tipps beherzigen und mit einem tollen Business-Style im Büro glänzen. Viel Spaß! Im Online-Shop von Marc O’Polo findet sowohl Mann als auch Frau Business taugliche Garderobe, mit der man kaum falsch liegen kann. Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Photos: © 2010 Marc O’Polo Einzelhandels GmbH Weitere Artikel zum Thema Business-Style findest du hier. ### Unser genetischer Code heißt rumhängen und reinhauen. Mit Konsequenzen für das Ernährungs- und Fitnessprogramm Vor 100.000 Jahren war der moderne Mensch im Großen und Ganzen genetisch vollständig entwickelt. Der Cromagnon-Mensch, der vor 40.000 die Welt bevölkerte, könnte "heute einen Anzug von Ralph Lauren kaufen und durch die Straßen von New York laufen, ohne aufzufallen." Kein Wunder also, dass unser Stoffwechsel verrückt spielt, wenn wir ihn plötzlich mit Dingen quälen, für die er keine Verwendung kennt. Ausgerechnet ein Wirtschaftswissenschaftler entwickelte jetzt eine Ernährungs- und Bewegungsform, die den Körper unterstützt, anstatt ihn ständig unter hohen Stress zu setzen. In "Die Steinzeitdiät" hat Arthur de Vany, der in den USA längst Kultstatus genießt, seine Erkenntnisse aufgeschrieben. Brot ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, das auf einem gesunden Speiseplan keinen Platz hat Es fing mit der Zuckererkrankung seiner Frau an. De Vany, der beruflich das Funktionieren komplexer Systeme erforschte, erschien es unlogisch, was die Ärzte seiner Frau empfahlen. Also machte er sich mit ihr auf die Suche nach Alternativen. Dazu erforschte er die Wirkung der unterschiedlichsten Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel. Die Erkenntnis: Sobald Kohlehydrate ins Spiel kommen, dreht der Körper regelrecht durch. Sehr schnell wanderten Nudeln, Kartoffeln, Bohnen und Brot auf den Index ("Brot ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, das auf einem gesunden Speiseplan keinen Platz hat."). Und der Frau de Vanys ging es besser und besser, die zugeführte Insulinmenge konnte auf ein Minimum beschränkt werden. Jetzt war der Wissenschaftler herausgefordert. Welche Rolle spielte das menschliche Genom bei der Regulierung des Stoffwechsels? Es kommt nicht darauf an, wie viel man isst, sondern was man isst De Vany grub sich tief in die Geschichte der menschlichen Entwicklung ein und destillierte daraus eine moderne Form der "Ursprungsernährung". Viel Eiweiß, Obst und Gemüse, dafür kaum Kohlehydrate. Er verspricht eine bessere Figur aber vor allem gesteigertes Wohlbefinden und Gesundheit bis ins hohe Alter. Deshalb ist seine "Steinzeit-Diät" auch keine Angelegenheit, die man mal zwei Wochen durchzieht, um dann wieder "normal" zu essen. Die "Steinzeit-Diät" ist viel mehr das Angebot, den Körper mit den Nahrungsmitteln zu versorgen, die er auch gefahrlos verwerten kann. Deshalb geht es de Vany nicht ums Kalorienzählen, auch nicht darum, zu hungern. Esst, bis ihr satt seid, ist seine Devise, aber achtet darauf, was ihr esst. Und dazu gehören Fleisch und Eier in recht großen Mengen. Nichts für Hungerhaken also und auch nichts für Vegetarier. Spazierengehen statt Joggen Die Ernährung ist jedoch nur eine Seite des gesunden Lebens. Die andere heißt Bewegung. Und auch da schlägt de Vany ein neues Kapitel auf. Statt Dauerbelastung (Joggen, Marathon) empfiehlt er kurze Anstrengungen, begleitet durch ausgedehnte Spaziergänge. Auch hier der Rückgriff auf unseren genetischen Bauplan. Und der wurde geschrieben, als es für die Menschen überlebenswichtig war, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und, wenn es etwas zu essen gab, die Depots aufzufüllen. Allerdings waren die Menschen hellwach, wenn Gefahr im Verzug war oder wenn fette Beute lockte. Dann legten sie Sprints hin, als ginge es ums Überleben. Und es ging ums Überleben. Daraus folgt für de Vany: viel ruhen und ab und an völlig übertreiben (er zieht dann sein Auto die Auffahrt hoch). Und jetzt ein kleines Steak Ein Ernährungs- und Fitnessplan mit Köpfchen. Sehr fundiert und kreativ auf dem verfügbaren Wissen aufgesetzt. Natürlich macht es erst einmal ratlos, Brot, Nudeln, Kartoffeln und Mehl aus dem Alltag zu verbannen. Dass sich damit aber vorzüglich leben lässt, zeigt de Vany, indem er für einen typischen Monat seine Mahlzeiten dokumentiert (z.B. "Steak mit gegrillten Riesengarnelen in einer Knoblauch-Zitronensauce mit kurz gebratenem Spargel und Riesenkürbis). Roter-Reiter - Empfehlung, weil die "Steinzeit-Diät" fundamentale Einsichten in die Bedeutung der Ernährung und Bewegung vermittelt. Ein sehr guter und nachdrücklicher Impuls, unhinterfragte oder folgenschwere Ess- und Bewegungsgewohnheiten zu verändern. Wolfgang Hanfstein, www.Roter-Reiter.de   Arthur De Vany, Nassim Nicholas Taleb "Die Steinzeit-Diät". books4success 2012 >> Zu allen lieferbaren Ausgaben von "Die Steinzeit-Diät" auf Managementbuch.de ### Leckeres Mittagessen: Warum Pasta glücklich macht und man mit Lachs länger lebt! Leckeres Mittagessen: Wer hätte gedacht, dass eine Portion Nudeln mit frischer Tomatensauce und ausreichend Parmesan ein gesundes Mittagessen ist? Ist aber so. Denn dabei handelt es sich um die perfekte Kombination aus Tryptophan und Kohlenhydraten.Bei der Verdauung wird der Stoff Tryptophan in das „Glückhormon“ Serotonin umgewandelt. Pasta ist also nicht nur gesund – Sie macht auch glücklich! Und ist ein leckeres Mittagessen. Parmesan sorgt dabei für eine ordentliche Portion Lysin. Dieser Nährstoff kurbelt zusätzlich die Leistungsfähigkeit an. Sollte in der Gemüsesauce auch noch frische rote Paprika stecken, wäre für ausreichend Vitamin C ebenfalls gesorgt. Isoleucin verbessert das Denkvermögen. Kreatin fördert die Konzentration. Wie wäre es also mit einem Mittagessen, das beide  Nährstoffe enthält? Da bietet  sich zum Beispiel gebratener Lachs an. Die Aminosäure Isoleucin wirkt sich nebenbei auch positiv auf die Psyche aus, während das Kreatin als natürlicher Muntermacher bezeichnet werden kann. Denn es fördert nicht nur die geistige Fitness, sondern verlängert angeblich auch die Lebenszeit (4,5g Kreatin/1kg Lachs). Außerdem liefert Lachs die wertvollen Omega 3-Fettsäuren – die „Schmiermittel“ für unser Gehirn. Und als  perfekte Beilage zum Lachs gibt’s: Pellkartoffeln. Die darin steckenden Kohlenhydrate sorgen für die nötige Energie. Und ein leckeres Mittagessen ist es allemal! Die Brainfood-Tipps stammen aus dem Buch: „Nervennahrung. Das richtige Essen für starke Nerven und ein gutes Gedächtnis“ von Dr. Andrea Flemmer, schlütersche Verlagsgesellschaft   Photos: 1) Gemüse-Spaghetti: Fotolia © vertmedia (Martin R.) 2) Spinat-Spaghetti: Fotolia © photocrew 3) Lachs: Fotolia © Jacek Chabraszewski 4) Kartoffeln: Fotolia © Corinna Gissemann Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Weitere Artikel & Rezepte für leckere Mittagessen findest du hier. ### Falls es zwischendurch mal Geld regnet – die schönsten Hotels der Welt. Und wenn das Geld doch nicht vom Himmel fällt, gibt es hier die Sparversion. Denn der Verlag teNeues hat einen wunderschönen Bildband der schönsten "Healing Hotels of the world" zusammengestellt. Einfach durchblättern und wegträumen! „Gesundheit zählt in der heutigen, mit materiellen Werten gesättigten Welt zumhöchsten Gut der Menschen. In unserer schnelllebigen Zeit suchen die Menschen nach neuen Wegen, ihre Balance, ihr Wohlergehen und ihr Glück wiederzufinden.“ Das haben die Tourismusexpertinnen Anne Biging und Dr. Elisabeth Ixmeier schon länger festgestellt. Im Herbst 2006 gründeten sie daher die Vereinigung „Healing Hotels of the World“ – ein Zusammenschluss der wohl schönsten und gleichzeitig gesündesten Hotels der Welt. „Healing Hotels of the World“ hat dabei einen Trend aufgegriffen, der in den letzten Jahren zum größten Wachstumsmarkt im Tourismus wurde: mehr und mehr Menschen suchen Gesundheit und die Anleitung zu einem neuen Lebensstil in ihrem Urlaub. Immer mehr Spas und Resorts auf der ganzen Welt schließen sich daher dem Konzept von Anne Biging und Dr. Elisabeth Ixmeier an. Heute vereint „Healing Hotels of the World“ die führenden Häuser für ganzheitliche Gesundheit in luxuriöser Umgebung auf der ganzen Welt. All diese Resorts sind einfach wunderbar anzusehen und verleiten herrlich zum Träumen. Da sorgt allein das Durchblättern für Entspannung. Daher hat der Verlag teNeues nun einen Bildband über die „Healing Hotels“ herausgebracht. Ob in Paris, Düsseldorf, Singapur oder Dubai – ein Spa ist schöner als das andere. Für alle, die sich nicht vor Ort überzeugen können, leistet der Bildband mit seinen 312 Farbfotografien Abhilfe. Reinblättern und wegträumen! Anne Biging, Elisabeth Ixmeier: „Healing Hotels of the World”, teNeues 2012, 49,90€ Bestellbar unter Managementbuch.de Photos: über http://healinghotelsoftheworld.de/ Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin ### Anders arbeiten: Mit einem Oneway-Ticket nach Mexiko Manchmal beginnt der Arbeitstag damit, Skorpione aus den Schuhen zu fischen. Doch der Rest sind Routinen, wie sie rund um den Globus herrschen. Rechner hochfahren, Mails checken und ran an den Speck. Und das bedeutet für Jürgen Neubauer: Bücher aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Mit dem kleinen Unterschied, dass vor der Tür weder der Schwarzwald liegt noch die Konstabler Wache sondern die quirlige Stadt Querétaro im Hochland Mexikos. Nach Mexiko Stadt, Malinalco und Xalapa die vierte Stadt, in der Jürgen Neubauer arbeitet, seit er 2004 von Frankfurt am Main nach Mexiko gezogen ist. Eine Entscheidung, die er noch nie bereut hat. Gerade zweimal in den vergangenen acht Jahren hat er seine alte Heimat besucht. Und die Frankfurter Buchmesse. Um seine Brötchengeber auch mal wieder von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Anders arbeiten dank Internet und E-Books Ausgerechnet Bücher kriegt der Übersetzer selten zu Gesicht. Zwar gibt es in der Universitätsstadt Querétaro eine Bibliothek und viele gut sortierte Buchläden. Deutsch-  und englischsprachige Bücher sind jedoch nur sehr kostspielig und umständlich zu beschaffen und zudem oft wochenlang unterwegs. Auf seinen Job hat das keine Auswirkungen. Denn dank Internet, E-Mails und E-Books kann er, wie viele andere aus seiner Branche,  völlig unabhängig von Zuhause aus arbeiten.  Auch wenn das „Zuhause“ etwas weiter weg ist. So exotisch das Arbeitsumfeld sein mag, so deutsch sind die Arbeitszeiten. Im Jahr schafft der Übersetzter sechs bis acht Bücher. Pro Übersetzung rechnet er im Schnitt fünf Wochen. Sein Arbeitsalltag ist daher beinahe unspektakulär: Morgens um 9 Uhr an den Schreibtisch, von 14 bis 15 Uhr Mittagspause und dann nachmittags noch einmal zwei oder drei Stunden. Da bleibt nicht viel Zeit für Muße. Dafür beginnt vor der Haustür das, wofür andere erst um die halbe Welt reisen müssen: Sonne satt, beeindruckende Landschaften und eine völlig andere Kultur. Der Umzug über den großen Teichs war kein Projekt und schon gar nicht von langer Hand geplant. Reiner Zufall, dass Jürgen Neubauer im spanischen Sevilla seine spätere Frau Lourdes kennenlernte. Kein Zufall war es dagegen, dass sie sich verliebten. Und nur noch ein kleiner konsequenter Schritt, zusammen zu ziehen. Zuerst mit einjähriger „Rückkehrgarantie“ in den Job nach Frankfurt. Aber schon nach ein paar Monaten kappte Jürgen Neubauer auch diese Seile. Mit den Augen des Fremden sieht man besser. Seine Erfahrungen und sein Wissen über Mexiko hat Jürgen Neubauer in seinem Buch „Mexiko, ein Länderportrait“ aufgeschrieben. Es zeigt einen anderen Blick auf ein Land, das es jenseits seiner Grenzen höchstens mit Bandenkriegen in die Schlagzeilen schafft. Auch eine Wahrheit, aber, so zeigt der Autor, höchstens die halbe Wahrheit. Viele interessante Insights für alle, die Mexiko auf dem Zettel haben. Tortilla statt Bratwurst.  Fünf Fragen an den Wahlmexikaner Haben Sie Ihren Schritt, nach Mexiko zu ziehen, jemals bereut? Nicht einen Moment. Nicht nur wegen Mexiko, sondern weil der Umzug ein Anlass war, ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen, und weil ich viel Unterstützung bekommen habe. Wo sehen Sie sich in zehn Jahren? In Mexiko? Wer weiß. Auf jeden Fall mit weniger Übersetzungen und mehr eigenen Projekten. Welches sind die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Mexiko? Die Menschen ticken anders – ich habe bis heute hin und wieder noch Aha-Erlebnisse. Was vermissen Sie am meisten in Ihrer neuen Heimat? Meine Familie und meine Freunde. Worauf können Sie getrost verzichten? Auf alles andere. Das Buch "Mexiko - Ein Länderpoträt" von Jürgen Neubauer findest Du unter Managementbuch.de Photos: (c) Jürgen Neubauer ### SALONE INTERNAZIONALE DEL MOBILE - Büro-Designs aus der ganzen Welt Büro-Designs aus der ganzen Welt Die SALONE INTERNAZIONALE DEL MOBILE - auch bekannt als Mailänder Möbelmesse - ist das wichtigste Benchmark-Event weltweit. Alle wichtigen Vertreter der Interior-Designwelt treffen sich Anfang April in der italienischen Großstadt. Denn: Dabei-Sein ist wirklich alles. Über 300.000 Besucher und Besucherinnen aus 160 Ländern strömen jedes Jahr über das flughafengroße Messegelände. Sie alle wollen die Einrichtungs-Trends und Büro-Designs für das kommende Jahr aus nächster Nähe bestaunen. Dieses Jahr findet die Möbelmesse bereits zum 52. Mal statt. Diesmal unter dem Motto: "Milan: interiors of tomorrow". Denn Mailand gilt zu Recht als das Zentrum der Trends, als "das Fenster der Design-Welt". 2500 Aussteller zählte die Möbelmesse dieses Jahr. Allein der SaloneUfficio, der Pavilion des Büro-Designs, misst 12,500 Quadratmeter. Hier werden Möbel nicht nur einfach ausgestellt. Ganze Büroetagen werden nachgebaut. Von der Teeküche, über die Garderobe, bis hin zum Einzelbüro und Konferenzraum. Alles begeh- und testbar. Ein beeindruckendes Event, dass man als Einrichtungsliebhaber nicht verpassen sollte. Die Messe findet jedes Jahr Anfang April statt und ist an zwei Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Messegelände Rho vom Zentrum aus problemlos zu erreichen. Der Messeeintritt beträgt pro Person 18€. Allerdings sollte man viel Zeit mitbringen. Denn mit insgesamt 24 Hallen gibt es einiges zu sehen. Kleiner Roter-Reiter-Tipp: Bequemes Schuhwerk wählen und eine große Tüte für all die vielen Prospekte und Kataloge nicht vergessen! Photos: (c) Roter Reiter Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Work-Style-Magazin Mehr Artikel zum Thema Büro-Design findest du HIER. ### Zu Besuch in der Werbeagentur "Millhaus" Es ist nur eines von André Behnckes zahlreichen Büro-Designs: Das Interior Design der Agentur Millhaus in München. Innerhalb von nur vier Monaten hat der renommierte Innenarchitekt Behncke, auch bekannt für die Innenarchitektur des Münchner Bürokomplexes "An den Brücken", einer Rekordvermietung von 22000 qm im Krisenjahr 2009, aus der ehemaligen Produktionsstätte ein loftartiges Büro gestaltet. Hell, offen und dynamisch - so hatten sich die drei Geschäftsführer von Millhaus ihr Büro-Design vorgestellt. "André hat klasse Arbeit geleistet. Es ist genau so geworden, wie wir es uns vorgestellt hatten." Das ist zwar stets das Ziel des Architekten, jedoch nicht immer gelingt dies auch. "Es hängt natürlich auch sehr stark vom Budget und den Räumlichkeiten ab. An Millhaus kann man sehen, dass man auch mit einem Budget im mittleren Bereich und vielen Ideen ein besonderes Design schaffen kann", resümiert André Behncke. Photos: (c) Millhaus Mehr zum Thema Büro-Design findest du hier. ### Video der Pink University: Wenn der Arbeitsplatz zum Kraftzentrum wird Yoga im Büro? Kein Problem mit dem Videotraining von Katja Sterzenbach und Pink University. Healthness-Expertin Katja Sterzenbach hat aus dem klassischen Yoga das Konzept „Business-Yoga“ herausentwickelt. Denn gerade am Arbeitsplatz sind Verspannung und Übermüdung besonders präsent. Seit 1996 widmet sich Katja Sterzenbach den Zusammenhängen von Achtsamkeit, Vitalität und Wohlgefühl. In Ihrem Video zeigt Dir die Trainerin der Pink University Techniken, mit denen Du in kürzester Zeit zu Deiner persönlichen Mitte zurückfindest –  um dann wieder mit voller Energie ans Werk zu gehen. Video: (c) Pink University ### Entspannung pur - Vorzüglich abhängen in Tirol Wer unter der Woche ranklotzt, will manchmal einfach NICHTS tun. Ab in ein Wellness-Hotel, Beine hoch und gut ist’s. Leider kommt vor Ort oft die Ernüchterung. Die mit Weitwinkel in Szene gesetzte Saunalandschaft erweist sich als schlecht gelüftete Kellerecke. Und als Ruheraum dient die Bank vor der Umkleide. Damit euch das nicht passiert, prüfen wir in unregelmäßigen Abständen vielversprechende Angebote mit denen euch Entspannung pur gesichert ist. Um die unbezahlbaren Nobelschuppen machen wir einen Bogen, denn uns interessiert, was toll ist und was preislich einigermaßen im Rahmen bleibt. Einen wirklich empfehlenswerten Wellnesstempel haben wir nach langem Suchen in Seefeld in Tirol entdeckt. Nur anderthalb Autostunden von München entfernt, wenige Kilometer hinter der Grenze bei Mittenwald. Auf den ersten Blick typische Tiroler Hotelarchitektur. Doch hinter der Fassade bietet „Krumers Post“ Wellness vom Feinsten. Schade eigentlich um die schöne Landschaft (ein Hochplateau zwischen Wetterstein- und Karwendelgebirge), die man im Wellnessmodus nur durch die Panoramafenster wahrnimmt. Nein, im Ernst: unbedingt Wanderschuhe mitnehmen oder im Winter Langlaufequipment mieten. Wir befinden uns schließlich mitten drin in Österreichs Langlaufeldorado. Ein sympathisches Logo mit Hintergrund. Der Mann mit Krämerkarren verweist auf die Anfänge der Krumers Post. Im vorletzten Jahrhundert gründete Alois Albrecht I. mit seiner Frau am Ort des heutigen Hotels einen Krämerladen (Krumer). Über Alois Albrecht II. bis IV. wurde das Anwesen erweitert, das ehemalige Hotel Post dazu gekauft und schließlich von Alois Albrecht V. zum Wellness-Tempel weiterentwickelt. Chapeau!   Steckbrief: Test-Zeitpunkt: Januar 2013 Größe des Spa- und Wellnessbereichs: Derzeit 2.200 qm, wird weiter ausgebaut. Eröffnet: Dezember 2010 Anzahl Saunen: 3 Saunen (davon eine im „Private-Spa“), ein Dampfbad, eine IR-Kabine Öffnungszeiten: Ganzjährig Günstigstes Angebot pro Person pro Nacht: ca. 83 EUR inkl. Frühstück, Nachmittagsjause und 5-Gang Abendmenü (saisonabhängig). Anzahl Hotelzimmer: 70 Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Krumers Post Adresse: www.krumers.com Roter Reiter Fazit Ein großzügiger und toll gestalteter Wellnessbereich, der seines gleichen sucht. Ideal für ein ausgiebiges Wellness-Weekend mit viel Entspannung. Sehr gut von München aus zu erreichen. Zudem ein prima Ausgangspunkt für Langläufer im Winter (die Nr. 1 Destination in Österreich) und für Wanderer im Sommer. NEU bei Krumers Post: Bereits für 39,00 pro Person erhält man ein DaySpa-Ticket, das nicht nur den unbegrenzten Zutritt zu allen Einrichtungen im Natural Spa beinhaltet. Von Montag bis Freitag von 7:30 - 10:30 Uhr ist auch ein reichhaltiges Frühstück inklusive! Tickets findest du hier. Photos: (c) Krumers Post, http://www.krumers.com/ ### Brainfood: Richtig essen – Schlauer denken! „Die Weisheit mit Löffeln fressen“ – ein altes Sprichwort ohne Gehalt? Nicht ganz! Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen: Die Ernährung wirkt sich enorm auf unsere geistige Fähigkeit aus. Experten nennen diese Lebensmittel "Brainfood". Wer also sein volles Leistungsvermögen ausschöpfen will, sollte im Arbeitsalltag seine Mahlzeiten durchdacht wählen. Frühstück - Auf den richtigen Treibstoff kommt’s an Damit das Gehirn morgens auf Touren kommt, benötigt es den richtigen „Treibstoff“. Dieser setzt sich im Idealfall aus einer ordentlichen Portion Kohlenhydrate, aus Vitaminen und aus Eiweiß zusammen. Die Kohlenhydrate liefern nötige Energie. Die Vitamine verhelfen zu einem guten Gedächtnis. Und die Eiweiße unterstützen mit ihren Aminosäuren die Leistungsfähigkeit des Gehirns (indem sie als Neurotransmitter sozusagen für die Kommunikation der Nervenzellen untereinander zuständig sind).   Photos: 1) + 3) (c) Roter Reiter, 2) Fotolia - (c) Inga Nielsen Text: Lena Riedmann, Roter Reiter Workstyle-Magazin ## Seiten ### Home Neu besprochen Joyful exhaustion: Wider die Gratifikationskrise „Für mich war es ein riesiges Abenteuer, beim Füttern der Tiere mithelfen zu können, mit meiner Schwester und meinem Patenonkel auf den Heuböden herumzutollen oder mit einem Opa Traktor fahren zu dürfen“, erinnert sich Christina Guthier. In ihrem Ratgeber „Das war die Anstrengung wert! Was Menschen brauchen, um von ihrer Arbeit nicht auszubrennen“ beschreibt sie das anstrengende Leben ihrer Familie mit einem Landwirtschaftsbetrieb im Odenwald. Über Jahrzehnte hinweg arbeiteten ihre Großeltern dort Tag für Tag – von der Stallarbeit über den Obstanbau bis hin zum Verkauf der eigenen Produkte. weiterlesen → 24. Oktober 2025 Lebensführung, Neu Neu besprochen Mehr Freiheit, mehr Wir: Die Zukunft der Arbeit ist remote Musk hat es bei X getan. Google tat es, Amazon sowieso – und sogar Zoom: Nach einer längeren Hochphase des Homeoffice und Remote-Arbeitens heißt es  „RTO – Return to Office“. Ingo Hamm merkt in seinem Buch „Kettensprenger“ an: „Ausgerechnet Zoom, das Symbol für Remote Work während der Pandemie,kommandiert seine Belegschaft jetzt zurück ins Büro und verlangt zumindest eine zeitweise Büropräsenz von seinen Mitarbeitenden – ein fast schon tragikomischer Backlash.“  weiterlesen → 24. Oktober 2025 Erfolgsstrategien, Neu Neu besprochen Karriereplanung: Es ist nie zu spät Jochen Mais Karriereweg war nicht schnurgerade, sondern durch viele Zufälle, Bauchentscheidungen und äußere Umstände geprägt. In Stephen Coveys Buch „Dein Beruf – Deine Leidenschaft“ beschreibt er als Gastautor diesen Weg, der ihn über viele Stationen und verschiedenste Berufsbilder führte. Was sie alle eint: Begeisterung.  weiterlesen → 13. Oktober 2025 Erfolgsstrategien, Neu Neu besprochen Mehr Fokus: Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst Wer kennt es nicht: Man sitzt im Büro, versucht, konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten – und plötzlich springen die Gedanken wie wild durcheinander. Der Kopf ist voller To-do-Listen, Sorgen und Ideen, während die eigentliche Arbeit liegen bleibt. Genau dieses Phänomen, den sogenannten „Affenzirkus im Kopf“, nimmt Paul Johannes Baumgartner in seinem Buch „Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst“ treffend ins Visier. weiterlesen → 9. Oktober 2025 Lebensführung, Neu Neu besprochen Scanner-Persönlichkeit: Bist du Viele? Stell dir vor, du sitzt in einem Bewerbungsgespräch und wirst gefragt, welchen Karriereweg du dir für die nächsten zehn Jahre vorstellst. Während andere vielleicht eine klare Linie vor Augen haben, spürst du sofort, dass eine einzige Antwort deiner Vielfalt nicht gerecht wird. Du interessierst dich für vieles, hast unterschiedliche Talente, möchtest dich nicht festlegen – und genau das sorgt bei dir für Verunsicherung. Doch was, wenn diese Vielseitigkeit kein Makel, sondern deine größte Stärke ist? Genau hier setzt das Buch „Feiere deine Vielseitigkeit!“ von Sarah Gierhan und Eva Henseler an. Die Autorinnen… weiterlesen → 29. September 2025 Lebensführung, Neu Lesempfehlungen ### Roter-Reiter – Über uns Roter-Reiter – Das Erfolgsmagazin Erfolg kommt nicht von ungefähr sondern „erfolgt“, wenn man ein paar Dinge richtig macht. Genau darum geht es im Erfolgsmagazin Roter Reiter. Wir besprechen Bücher zum Thema, reden mit Experten und geben Tipps und Links fürs Vorwärtskommen. Dazu schauen wir auch über den Tellerrand und kümmern uns um die Themen, die dazu führen, nicht nur erfolgreich zu werden, sondern auch erfolgreich zu bleiben. Also um die richtige Ernährung, gute Sportprogramme - und die standesgemäße Erholung. Herausgegeben wird das Erfolgsmagazin Roter Reiter vom Jünger Medien Verlag. Jünger Medien ist außerdem Herausgeber des Management-Journal und Betreiber der Online-Buchhandlung Managementbuch.de.  Kontakt: Jünger Medien Verlag GmbHAndré JüngerSchumannstraße 15563069 Offenbach E-Mail: info@roter-reiter.de Im Rahmen der Kontaktaufnahme mit uns werden personenbezogene Daten erhoben. Beachten Sie die Datenschutzerklärung. ## Medien ### IMG_7772 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/joyful-exhaustion-wider-die-gratifikationskrise/img_7772/ ### IMG_7773 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/mehr-freiheit-mehr-wir-die-zukunft-der-arbeit-ist-remote/img_7773/ ### beruf ratgeber covey - **URL**: https://www.roter-reiter.de/karriereplanung-es-ist-nie-zu-spaet/beruf-ratgeber-covey/ ### Paul Johannes Baumgartner Wie du die Affen in deinem Kopf zähmst - **URL**: https://www.roter-reiter.de/mehr-fokus-wie-du-die-affen-in-deinem-kopf-zaehmst/paul-johannes-baumgartner-wie-du-die-affen-in-deinem-kopf-zaehmst/ ### scanner-vielbegabung-job-beruf - **URL**: https://www.roter-reiter.de/scanner-persoenlichkeit-bist-du-viele/scanner-vielbegabung-job-beruf/ - **Alt Text**: Scanner-Persönlichkeiten und Vielbegabung im Job - **Description**: Scanner-Persönlichkeiten und Vielbegabung im Job ### Carola Kupfer Christine Weiner 50 plus Ratgeber - **URL**: https://www.roter-reiter.de/simply-the-best-ein-ratgeber-fuer-die-zweite-lebenshaelfte/carola-kupfer-christine-weiner-50-plus-ratgeber/ - 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**Alt Text**: Selbstverantwortung im Unternehmen - **Description**: Susanne Klein: Ratgeber Kein Mensch braucht Führung zum Thema Selbstverantwortung in der Organisationsbewältigung ### Boris Thomas_ Fang nie an aufzuhoeren_20.08.2018.indd - **URL**: https://www.roter-reiter.de/boris-thomas_-fang-nie-an-aufzuhoeren_20-08-2018-indd/ - **Alt Text**: Ratgeber für Führungskräfte: Krisenmanagement - **Description**: Ratgeber für Führungskräfte: Krisenmanagement ### Hauke-Strategisches_X.indd - **URL**: https://www.roter-reiter.de/hauke-strategisches_x-indd/ - **Alt Text**: Strategisches Coaching mit Embodimenttechniken - **Description**: Strategisches Coaching mit Embodimenttechniken ### #gerstbach_kunde (Page 1) - **URL**: https://www.roter-reiter.de/gerstbach_kunde-page-1/ - **Alt Text**: Design Thinking Tools - **Description**: Der Ratgeber für Design Thinking Tools ### change_management_prozesse_ratgeber - **URL**: https://www.roter-reiter.de/change_management_prozesse_ratgeber/ - **Alt Text**: Change Management Prozesse Ratgeber - 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**Description**: Ratgeber Innovationsmanagement ### humor_im_coaching - **URL**: https://www.roter-reiter.de/humor_im_coaching-2/ - **Alt Text**: Humor im Coaching Ratgeber - **Description**: Humor im Coaching Ratgeber ### humor_im_coaching - **URL**: https://www.roter-reiter.de/humor_im_coaching/ ### agiles_management_ratgeber_Lego_Serious_play, - **URL**: https://www.roter-reiter.de/agiles_management_ratgeber_lego_serious_play/ - **Alt Text**: Ratgeber: Lego Serious play und andere Methoden für Change Management - **Description**: Lego Serious play und andere Methoden für Change Management ### Gründer-Ratgeber für Frauen - **URL**: https://www.roter-reiter.de/gruender-ratgeber-fuer-frauen-2/ - **Alt Text**: Gründer-Ratgeber für Frauen: She's so boss von Stacy Kravetz - **Description**: Gründer-Ratgeber für Frauen: She's so boss von Stacy Kravetz ### selbstvertrauen_stärken_ratgeber - **URL**: https://www.roter-reiter.de/selbstvertrauen_staerken_ratgeber/ - **Alt Text**: Ratgeber Selbstvertrauen stärken - 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**Caption**: Viele Versicherungen und andere Finanzprodukte nützen einzig und allein dem Berater, der sie uns verkauft. ### Mount Everest, Nepal - **URL**: https://www.roter-reiter.de/die-vier-disziplinen-der-umsetzung/mount-everest-nepal/ ### Business people working on project in office - **URL**: https://www.roter-reiter.de/die-zehn-wichtigsten-fuehrungsprinzipien-fuer-alle-fuehren-ist-zugleich-eines-der-wichtigsten-und-eines-der-schwierigsten-dinge-wichtig-weil-ums-fuehren-keiner-von-uns-herumkommt-dann-naem/business-people-working-on-project-in-office/ - **Caption**: Business people working on project in office ### Male Runner Winning Marathon - **URL**: https://www.roter-reiter.de/die-zehn-wichtigsten-fuehrungsprinzipien-fuer-alle-fuehren-ist-zugleich-eines-der-wichtigsten-und-eines-der-schwierigsten-dinge-wichtig-weil-ums-fuehren-keiner-von-uns-herumkommt-dann-naem/male-runner-winning-marathon/ - **Caption**: Male Runner Winning Marathon ### Fashionable businessman - **URL**: https://www.roter-reiter.de/5853-2/fashionable-businessman-2/ ### Fashionable businessman - 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**Alt Text**: Sophia Amoruso: #Girlboss ### Girlboss - **URL**: https://www.roter-reiter.de/girlboss-2/ - **Alt Text**: Sophia Amoruso: #Girlboss ### Girlboss - **URL**: https://www.roter-reiter.de/eine-fulminante-aufforderung-den-eigenen-weg-zu-gehen/girlboss/ - **Alt Text**: Sophia Amoruso: #Girlboss ### paleo - **URL**: https://www.roter-reiter.de/paleo-2/ ### abenteuer - **URL**: https://www.roter-reiter.de/abenteuer/ ### chefin - **URL**: https://www.roter-reiter.de/chefin/ ### papa - **URL**: https://www.roter-reiter.de/papa/ ### fire - **URL**: https://www.roter-reiter.de/fire/ ### maurer - **URL**: https://www.roter-reiter.de/maurer/ ### gerechtigkeit - **URL**: https://www.roter-reiter.de/gerechtigkeit-3/ ### tamer - **URL**: https://www.roter-reiter.de/tamer/ ### kohn - **URL**: https://www.roter-reiter.de/kohn/ ### nudel - **URL**: https://www.roter-reiter.de/nudel-4/ ### nudel - **URL**: https://www.roter-reiter.de/nudel-3/ ### nudel - **URL**: https://www.roter-reiter.de/nudel-2/ ### nudel - 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**Caption**: Der Roter Reiter informiert über Bücher für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. - **Description**: Der Roter Reiter informiert über Bücher für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. ### Logo RR nbes 155 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-nbes-155/ - **Alt Text**: Der Roter Reiter informiert über Bücher für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. - **Caption**: ... informiert über Bücher für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. - **Description**: Der Roter Reiter informiert über Bücher für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. ### Logo RR nbes 160 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-nbes-160/ - **Alt Text**: Roter Reiter - Das Rezensionsmagazion ### Logo RR bes 160 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-160-2/ - **Alt Text**: Roter Reiter - **Description**: Roter Reiter - das Rezensionsmagazin ### Logo RR bes 160 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-160/ ### Logo RR bes 165 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-165/ ### Logo RR bes 170 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-170/ ### Logo RR bes 180 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-180/ ### Logo RR bes 200 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-rr-bes-200/ ### Logo-RoterReiter - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-roterreiter-4/ - **Alt Text**: Roter Reiter - das Rezensionsmagazin ### Logo-RoterReiter - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-roterreiter-3/ ### Logo-RoterReiter - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-roterreiter-2/ - **Caption**: Roter Reiter - **Description**: In unserem Rezensionsmagazin “Roter Reiter” besprechen wir die Bücher, die nützlich sind – für Beruf, Karriere und das Leben allgemein. Themen sind zum Beispiel: Wie optimiere ich mein Zeit- und Selbstmanagement? Welche Programme und Tools erleichtern mir meinen Arbeitsalltag? Was kann ich tun, damit meine Work-Life-Balance auch tatsächlich klappt? Wie verbringe ich mein arbeitsfreies Wochenende? In unseren Kategorien “Arbeitstechniken”, “Erfolgs- und Karrierestrategien”, Work-Life-Balance sowie Politk und Gesellschaft, stellen wir die Bücher vor, die uns im Leben voranbringen – im Beruf und im Leben. ### Logo-RoterReiter - **URL**: https://www.roter-reiter.de/logo-roterreiter/ ### sewert - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sewert/ ### quality - **URL**: https://www.roter-reiter.de/quality/ ### runde - **URL**: https://www.roter-reiter.de/runde/ ### entfalte was in dir - **URL**: https://www.roter-reiter.de/entfalte-was-in-dir/ ### denkmotor - **URL**: https://www.roter-reiter.de/denkmotor/ ### pasternak - **URL**: https://www.roter-reiter.de/pasternak-2/ ### pasternak - **URL**: https://www.roter-reiter.de/warum-zu-viel-training-fett-macht/pasternak/ ### sprichs aus - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sprichs-aus/ ### wer nicht spielt - **URL**: https://www.roter-reiter.de/wer-nicht-spielt/ ### fertig - **URL**: https://www.roter-reiter.de/fertig-2/ ### fertig - **URL**: https://www.roter-reiter.de/die-wichtigsten-regeln-fuer-ihr-zeitmanagement-und-bueroorganisation/fertig/ ### happy money - 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**Caption**: © Inga Nielsen - Fotolia.com ### DSC05510 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/dsc05510-3/ ### DSC06885 (1) - **URL**: https://www.roter-reiter.de/dsc06885-1/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-18/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-17/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-16/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-15/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-14/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-13/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-12/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-11/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-10/ ### Download1 - **URL**: https://www.roter-reiter.de/download1/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-9/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-8/ ### SONY DSC - **URL**: https://www.roter-reiter.de/sony-dsc-7/ ### SONY DSC - 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