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	<title>Fachbeitrag Archives - Roter Reiter Magazin</title>
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		<title>Für einen entspannten Umgang mit Dilemmas</title>
		<link>https://www.roter-reiter.de/fuer-einen-entspannten-umgang-mit-dilemmas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christiane Kürschner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2019 10:31:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeitrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ständig von Dilemmas umgeben? Willkommen im Club! Führungskraft zu sein bedeutet meist, immer wieder Entscheidungen zwischen Pest und Cholera treffen zu müssen, bei denen wir also nur verlieren könnten. Entweder fahren wir den Chef sauer oder die Kollegen. Oder wir vergrätzen die Kunden oder die Eigentümer...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ständig von Dilemmas umgeben? Willkommen im Club! Führungskraft zu sein bedeutet meist, immer wieder Entscheidungen zwischen Pest und Cholera treffen zu müssen, bei denen wir also nur verlieren könnten. Entweder fahren wir den Chef sauer oder die Kollegen. Oder wir vergrätzen die Kunden oder die Eigentümer der Firma. Und wenn es ganz dumm läuft, sind beide sauer. Weil wir ständig von Dilemmas umgeben sind, kommt schnell der Gedanke auf, dass wir irgendetwas falsch oder als Führungskraft einen schlechten Job machen.</p>
<p>Sicher: Nobody’s perfect! Wir alle machen Fehler, aber Dilemmas sind nicht die gelbe Karte für schlechtes Management. Im Gegenteil, Dilemmas sind die Eintrittskarte dafür, dass wir überhaupt am Management-Spiel teilnehmen. Denn so wie wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten – egal ob in der Firma, im Verein oder auch im privaten Umfeld –, stehen wir unausweichlich Dilemmas gegenüber. Sie sind ein unausweichlicher Bestandteil einer jeden Organisation, jedes Unternehmen. Wir würden zwar gerne auf Dilemmas verzichten, können es aber nicht.</p>
<p>Aber eigentlich sollten Sie über die Dilemmas froh sein. Denn in vielen Fällen sind sie Ihre Daseinsberechtigung als Führungskraft! Wenn es nur Probleme nach Schema F zu lösen gäbe, bräuchte das Unternehmen Sie als teure Führungskraft nicht mehr. Schema F kann die Praktikantin billiger als Sie abarbeiten, der Kollege Algorithmus demnächst sogar noch billiger.</p>
<p>Wenn wir also auf Dilemmas nicht verzichten können, sollten wir einen intelligenten und entspannten Umgang mit ihnen pflegen.</p>
<h2>Was sind Dilemmas?</h2>
<p>Es sind jene Entscheidungen, bei denen wir scheinbar nur verlieren können. Der Duden definiert ein Dilemma als „<i>Zwangslage, Situation, in der sich jemand befindet, besonders wenn er zwischen zwei in gleicher Weise schwierigen oder unangenehmen Dingen wählen soll oder muss</i>“. Aber bei der Definition fehlt etwas: nicht nur sind die beiden Dinge schwierig und unangenehm, sondern beide sind in gewisser Hinsicht auch unverzichtbar. Eine Entscheidung wird dann zum Dilemma, wenn wir sie treffen müssen, obwohl wir weder das eine noch das andere wollen, aber letztendlich beides benötigen. Die Definition von Oswald Neuberger bringt daher Dilemmas gut auf den Punkt. Wir haben ein Dilemma, wenn</p>
<ul>
<li>wir zwischen den Optionen entscheiden<strong><em>müssen</em></strong>: Es herrscht Handlungsdruck und wir können die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben.</li>
<li>die Optionen <strong><em>gegeben</em></strong>sind: Es geht nicht um irgendwelche hypothetische Dinge, die eintreten könnten, sondern um Optionen, die klar auf dem Tisch liegen.</li>
<li>die Optionen <strong><em>gegensätzlich</em></strong>sind: Die eine Option schließt die andere Option aus – und gleichzeitig brauchen wir beide Optionen.</li>
<li>die Optionen <strong><em>gleichwertig</em></strong>sind: Egal, wie Sie entscheiden, beide Entscheidungen sind <em>gleich</em></li>
</ul>
<h2>Was sind die typischsten Dilemmas?</h2>
<p>Dilemmas tauchen in den unterschiedlichsten Formen und Varianten auf. Doch lässt sich das Gros der Dilemmas in eine von vier Kategorien einordnen</p>
<ol>
<li><strong> Bewahrung </strong>und <strong>Veränderung:</strong>Wenn wir die Dinge immer so tun wie bisher, sind wir als Unternehmen früher oder später nicht mehr wettbewerbsfähig. Bloß wenn wir alles ständig verändern, läuft eine Organisation Gefahr, im Chaos zu versinken, so mit der eigenen Reorganisation oder dem eigenen Change beschäftigt zu sein, dass sie gar nicht mehr dazu kommt, sich um die Kunden und ihre Anliegen zu kümmern. Die Organisation muss sich ständig verändern und gleichzeitig gleich bleiben.</li>
<li><strong> Fremdbestimmung </strong>und <strong>Selbstbestimmung:</strong>Als Vorgesetzte haben Sie nicht die Zeit (und vielleicht auch nicht die Lust), Ihre Mitarbeiter ständig zu kontrollieren, alle Entscheidungen selbst zu treffen. Dann bräuchten Sie die Mitarbeiter ja gar nicht erst einstellen. Doch allen Entscheidungen den Mitarbeitenden zu überlassen, geht auch nicht – schließlich sind Sie verantwortlich. Ständig zu kontrollieren ist ebenso wenig eine Option, wie gar nicht zu kontrollieren. Sie müssen Freiheiten einräumen, ohne Freiheit zu geben.</li>
<li><strong> Standardisierung </strong>und <strong>Individualisierung:</strong>Im Unternehmen werden Prozesse und Regeln standardisiert. Denn es zu teuer und zu zeitaufwändig, das Rad immer wieder neu zu erfinden oder zehnmal im Unternehmen die gleiche Kennzahl zu definieren. Doch gleichzeitig sind weder die Mitarbeiter alle gleich, noch die Kunden, noch die Spielregeln auf den unterschiedlichen Märkten und Marktsegmente. Also müssen wir immer wieder auf Einzelfälle eingehen – doch auch nicht allzu sehr. Das würde die Firma zu teuer und zu langsam machen. Wir müssen die Dinge standardisieren und gleichzeitig vom Standard abweichen.</li>
<li><strong> Konkurrenz </strong>und <strong>Zusammenarbeit</strong>: Wir brauchen die Kollegen, um gemeinsam Dinge zu erreichen, das Projekt abzuwickeln oder den Chef von einer Idee abzubringen, die uns allen nicht passt. Gleichzeitig konkurrieren wir mit unseren Kollegen um die Aufmerksamkeit des Chefs, die spannenden Projekte oder die wenigen Chancen, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Wir müssen gleichzeitig konkurrieren und nicht konkurrieren.</li>
</ol>
<h2>Wie bekommt man Dilemmas in den Griff?</h2>
<p>Dilemmas gibt es viele – leider. Und einige sind so vertrackt, dass sich keine befriedigende Lösung finden lässt. Glücklicherweise sind diese harten Nüsse aber die Ausnahmen. In den meisten Fällen lässt sich das Dilemma doch in den Griff kriegen. Dazu steht uns eine ganze Reihe von Ansätzen zur Verfügung:</p>
<ul>
<li><strong>Dilemmas mal aussitzen</strong><br />
Die am meiste unterschätzte Möglichkeit, mit Dilemmas umzugehen, ist, das Dilemma bewusst zu ignorieren. Wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass in der Organisation alles immer perfekt sein muss, können wir eine ganze Reihe von Dilemmas einfach als Grundrauschen ignorieren. Das funktioniert natürlich nicht bei allen Dilemmas, aber in mehr Situationen als man anfänglich denkt.</li>
<li><strong>Dilemmas an andere weiterreichen</strong><br />
Bei einer ganzen Reihe von Dilemmas muss gehandelt werden. Das heißt aber nicht unbedingt, dass wir selbst handeln müssen. Schließlich haben wir ja noch Mitarbeiter oder auch Vorgesetzte, an die wir unser Dilemma delegieren oder auch eskalieren können. Manchmal haben diese die nötigen Ressourcen, um mit dem Dilemma besser umzugehen, als wir selbst.</li>
<li><strong>Sich für einen der gegensätzlichen Pole entscheiden</strong><br />
Manchmal sind bei näherem Hinsehen die beiden Optionen, zwischen denen wir uns entscheiden müssen, doch nicht wirklich gleichwertig. Da macht es Sinn, sich bewusst für den einen oder den anderen der beiden Pole zu entscheiden. Da es aber in der Natur eines Dilemmas liegt, dass wir auf den anderen Pol nicht vollkommen verzichten können, müssen wir damit rechnen, dass dies nur eine vorübergehende Lösung ist und wir das Problem früher oder später wieder auf dem Tisch haben werden.</li>
<li><strong>Kompromisse finden</strong><br />
In vielen Fällen können wir versuchen, das Dilemma mit einem Kompromiss in den Griff zu bekommen. Da viele Kompromisse aber ‚faule’ Kompromisse sind, ist mit das Dilemma dank des Kompromisses zwar erst al vom Tisch, früher oder später ist er aber so unbefriedigend, dass wir uns wieder mit dem Thema auseinandersetzen müssen.</li>
<li><strong>Vom Entweder-oder zum Sowohl-als-auch</strong><br />
Da wir bei einem Dilemma sowieso beide Pole brauchen, ist es, statt sich zwischen dem einen oder dem anderen Pol zu entscheiden, auch möglich, sowohl den einen als auch den anderen Pol anzusteuern. In der einen Situation bewegen wir uns nach links, in der andere nach rechts, für eine Weile geben wir im Beruf Vollgas, ein paar Jahre später schalten wir beruflich einen Gang zurück und kümmern uns eher um die Familie.</li>
<li><strong>Ist es wirklich ein Dilemma oder sieht es nur so aus?<br />
</strong>Dilemmas entstehen, wenn wir uns zwischen wenigen Alternativen entscheiden müssen. In vielen Fällen gibt es aber neben den zwei oder drei Optionen, die wir vor Augen haben, noch eine ganze Reihe von anderen Optionen. Nur weil wir Opfer eines Tunnelblicks geworden sind und wir die anderen Optionen ausgeblendet haben, wird ein Problem zu einem Dilemma. Manchmal gelingt der Schritt zurück und es lassen sich weitere Optionen finden. Dann löst sich das Dilemma auf und wir haben das Problem langfristig vom Tisch.</li>
<li><strong>Dilemmas auch einmal positiv sehen</strong><br />
Zu viel Zufriedenheit führt schnell zu Selbstgefälligkeit. Der Umstand, dass uns eine Situation stört, wir uns mit einem Dilemma herumschlagen müssen, kann kreative Unruhe in einem Unternehmen auslösen. Eine ganze Reihe von Innovationen ist letztendlich eine Lösung für ein Dilemma. Not macht erfinderisch – Dilemmas auch!</li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-7294" src="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/01/Mitarbeiterführung_konflikte_am_arbeitsplatz_ratgeber-450x637.png" alt="Mitarbeiterführung: Ratgeber für Konflikte am Arbeitsplatz" width="120" height="170" srcset="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/01/Mitarbeiterführung_konflikte_am_arbeitsplatz_ratgeber-450x637.png 450w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/01/Mitarbeiterführung_konflikte_am_arbeitsplatz_ratgeber.png 600w" sizes="(max-width: 120px) 100vw, 120px" />Das Buch zum Thema:</p>
<p>Christian Lebrenz (2018) <a href="https://www.metropolitan.de/buch/das-dilemma-mit-den-dilemmas/">Das Dilemma mit den Dilemmas: Warum Zwickmühlen das Leben in Organisationen bestimmen und wie wir besser mit ihnen umgehen können.</a>metropolitan Verlag</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview zu Managementtrends</title>
		<link>https://www.roter-reiter.de/interview-zu-managementtrends/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christiane Kürschner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2019 15:06:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeitrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Gespräch mit Sabine Dietrich über ihr neues Buch „Jedes Jahr eine neue Sau“. Sie beschäftigen sich seit langem mit den unterschiedlichsten Managementtrends. Was ist denn gerade der neueste Hype? Sabine Dietrich: Das kommt sicher auf die Perspektive an. Aber wenn ich heute in Unternehmen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gespräch mit Sabine Dietrich über ihr neues Buch „Jedes Jahr eine neue Sau“.</p>
<h2>Sie beschäftigen sich seit langem mit den unterschiedlichsten Managementtrends. Was ist denn gerade der neueste Hype?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Das kommt sicher auf die Perspektive an. Aber wenn ich heute in Unternehmen gehe, ist Agilität ein Thema, das überall nachgefragt wird. Und zwar unabhängig davon, ob es passt oder auch nicht. Als Projektmanagement-Methode genau wie in der Unternehmensorganisation.</p>
<p>Auch Design Thinking zur Ideenfindung oder Working out Loud als Methode der Kollaboration, des interdisziplinären Austauschs stehen auf der Hype-Liste für mich derzeit ganz oben.</p>
<h2>Manchmal hat man das Gefühl, dass ein neuester Managementtrend eigentlich ein alter Hut ist – nur eben mit einem neuen Etikett versehen. Sehen Sie das auch so?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Na ja, zum einen dauert es sicher einige Zeit, bis neue Organisationsansätze oder auch Methoden in den Unternehmen ankommen, so dass man darum durchaus das Gefühl haben kann, dass alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird. Beleuchtet man dann allerdings die einzelnen Methoden genauer, bewahrheitet sich dieser Eindruck dann häufig.</p>
<p>Nehmen Sie zum Beispiel den Trend zum Agilen Projektmanagement. Agiles Projektmanagement bietet zum Beispiel in der Softwareentwicklung enorme Vorteile, stellt allerdings auch hohe Anforderungen an die Organisation. Oft wird agil auf wenige Elemente reduziert, die es bei genauer Betrachtung so schon immer gab – wenngleich unter anderem Namen.</p>
<p>Iteratives Arbeiten gibt es auch im klassischen PM. Und die mit den Dailies institutionalisierte Kommunikation trägt DEM Erfolgsfaktor in der Projektarbeit Rechnung – den erfahrene Projektleiter auch bisher auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel mit täglichen Kurzmeetings, umgesetzt haben.</p>
<h2>Warum sind Ihrer Meinung nach Unternehmenslenker und Managementverantwortliche so anfällig für immer neue Managementtrends?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Ich stelle aktuell eine große Verunsicherung in den Unternehmen fest. Die Digitalisierung bringt Veränderungen mit sich, die nicht umsonst mit der Erfindung des Buchdrucks gleichgesetzt werden. Dazu die KI, deren Entwicklung derzeit kaum absehbar ist.</p>
<p>Die regelmäßige Berichterstattung in den Medien, in denen beispielweise Deutschland als Dritte Welt-Land klassifiziert und die Angst vor den Chinesen geschürt wird, schafft eine Untergangsstimmung, die enormen Handlungsdruck auf Führungskräfte ausübt. Dann spielt sicher auch Angst mit. Die Angst der Etablierten vor dem Verlust des Erreichten oder auch der Veränderung.</p>
<p>Und die existenzielle Angst der „Frischlinge“. Auch weil ja immer wieder proklamiert wird, dass nur ein Bruchteil der Führungskräfte „überlebt“. Und wenn ich als Entscheider dann das tue, was alle tun, laufe ich das geringste Risiko, einen Fehler zu machen. Etiketten helfen da durchaus.</p>
<h2>Lebt aber nicht gerade die ganze Beraterbranche davon, immer wieder neue Managementtools für ihre Kunden zu entwickeln?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Das ist sicher so. Gegen neue Methoden ist ja erst einmal auch gar nichts einzuwenden. Denn Neu- oder Weiterentwicklung ist nicht nur sehr hilfreich, sondern in vielen Bereichen auch zwingend nötig. Schade nur, wenn es häufig wie „Des Kaisers neue Kleider“ erscheint, indem Bekanntes umetikettiert wird.</p>
<p>Problematisch wird es meines Erachtens immer dann, wenn eine Methode, ein neues Managementtool zum Allheilmittel erklärt wird – und Unternehmen das unreflektiert übernehmen. Unabhängig von der zu lösenden Herausforderung, den Unternehmenswerten oder auch der Unternehmenskultur.</p>
<h2>Was empfehlen Sie Ihren Kunden? Sollte man nicht einfach bei Managemententwicklungen auch auf gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl setzen?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Auch, aber bitte nicht ausschließlich. Das würde eine nachhaltige Weiterentwicklung eines Unternehmens im Gegenteil sicher behindern. Vielmehr empfehle ich meinen Kunden unbedingt, erst einmal den Handlungsbedarf zu identifizieren und das zu erreichende Ziel zu fixieren. Und eine Entscheidung dann mit einem objektiven Blick herbeizuführen, dabei immer wieder zu prüfen, inwiefern die Veränderung zum Unternehmen, seiner Kultur und seinen Werten passt.</p>
<p>Wenn also ein Unternehmen beispielsweise bisher nach Gutsherren-Art geführt wurde und alle plötzlich selbstorganisiert arbeiten sollen (ja, das gibt es!) kann das nur zum Scheitern verdammt sein.</p>
<h2>Sie haben ein Buch mit dem vielsagenden Titel „Jedes Jahr eine neue Sau“ geschrieben. Worum geht es darin? Wer sollte Ihr Buch lesen?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Mein neues Buch liegt mir ganz besonders am Herzen. Denn Unternehmen müssen sich angesichts der Anforderungen der VUCA-Welt verändern – und dass nicht, indem sie jedes Jahr eine neue Veränderung, quasi eine neue Sau, durchs Managementdorf treiben. Sondern indem sie verantwortungsbewusst, mit Mut und Souveränität agieren.</p>
<p>Ich möchte mit meinem Buch Unternehmer, Manager, Entscheider und all die, die etwas verändern wollen, inspirieren, aus der Treibjagd um die neuen Methoden, die Veränderungen auszubrechen.</p>
<p>In diesem Sinn beleuchte ich die Ursachen und Hintergründe des Methodenwahns und liefere Impulse und konkrete Lösungen für einen souveränen Weg zur Veränderung von Unternehmen – anwendbar für Unternehmen jeglicher Branche und Größe.<strong><em> </em></strong></p>
<h2>Sie leiten seit über 10 Jahren auch ihr eigens Beratungsunternehmen. Welcher aktuelle Trend ist denn für ihr Unternehmen besonders interessant?</h2>
<p>Sabine Dietrich: Die notwendige Veränderung von Unternehmen ist bei uns aktuell ein großes Thema. Die Einführung agiler Arbeitsweisen in Projekten und Organisationen nimmt dabei erheblichen Raum ein – ob durch neue Standards, Umorganisationen, Qualifizierungen oder auch Unterstützung durch professionelle Projektleiter.</p>
<p>Unseren Kunden legen besonderen Wert darauf, die Veränderung nicht einfach überzustülpen, sondern sie passgenau auf ihren Bedarf und ihre Anforderungen, die eigenen Werten und Vision auszurichten. Da ist es dann durchaus an der Tagesordnung, dass der „Methodenkoffer“ Agil individualisiert und durch andere Methoden angereichert wird.</p>
<h3><a href="https://www.roter-reiter.de/wider-dem-methodenwahn-im-management/"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-7348" src="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/03/methodenwahn_management_ratgeber.jpeg" alt="Ratgeber gegen Methodenwahn in Management" width="98" height="150" /></a>Über Sabine Dietrich</h3>
<p>Nach vielen Jahren im Management verschiedener Unternehmen gründete Sabine Dietrich 2009 die Beratung SABINE DIETRICH &amp; Co.. Seitdem entwickelt sie mit ihrem Team Lösungen rund um Projekte, Projektlandschaften sowie Führung in der sich verändernden Arbeitswelt. Ihre Kunden sind Mittelständler und Konzerne unterschiedlichster Branchen im nationalen und internationalen Umfeld. Sabine Dietrich beeindruckt mit ihrem Sinn für Struktur und ihrem Vermögen, Menschen und Organisationen in ihrer Entwicklung nachhaltig und zukunftsweisend zu unterstützen. Und so versteht sie auch ihre Mission: Veränderung in Zeiten der Digitalisierung wirksam managen. In Projekten und Führung. Gebürtig aus dem Ruhrgebiet und ihren Wurzeln verhaftet, lebt sie heute bei Düsseldorf.</p>
<p><a href="http://www.sabine-dietrich.com/"><strong>www.sabine-dietrich.com</strong></a></p>
<p><strong>Wiley-VCH</strong>, 1921 als Verlag Chemie gegründet, kann auf eine über 90-jährige Tradition zurückblicken. Das Verlagsprogramm umfasst viele Bereiche der Naturwissenschaften, sowie den Bereich Wirtschaft. Seit 1996 ist der Verlag Teil der weltweiten Verlagsgruppe John Wiley &amp; Sons, Inc. mit Sitz in Hoboken, New Jersey, USA.</p>
<p><a href="http://www.wiley-vch.de">www.wiley-vch.de</a></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vorstellungsgespräch: Erfolgsfaktor Körpersprache</title>
		<link>https://www.roter-reiter.de/vorstellungsgespraech-erfolgsfaktor-koerpersprache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christiane Kürschner]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2019 10:43:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeitrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gratulation! Die erste Hürde ist geschafft. Ihre Bewerbungsunterlagen haben einen positiven Eindruck hinterlassen, Sie haben die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ergattert. Ihre fachliche Kompetenz ist somit passend für das Unternehmen. Doch passen Sie auch als Mensch zum Unternehmen und umgekehrt? Das sollte nun ausgelotet...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gratulation! Die erste Hürde ist geschafft. Ihre Bewerbungsunterlagen haben einen positiven Eindruck hinterlassen, Sie haben die Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ergattert. Ihre fachliche Kompetenz ist somit passend für das Unternehmen. Doch passen Sie auch als Mensch zum Unternehmen und umgekehrt? Das sollte nun ausgelotet werden –hier kommen Ihre Wirkung und Körpersprache ins Spiel. Der Grund: Haltung, Gestik, Mimik und Stimme liefern viele Informationen über unsere Persönlichkeit. Worauf sollten Sie also achten?</p>
<h2>So machen Sie sich zum Favoriten</h2>
<h3>Authentisch wirken ist Trumpf</h3>
<p>Überlegen Sie im Vorfeld: Welche Rolle wollen bzw. müssen Sie verkörpern? Welche Performance, also Vorstellung, wird von Ihnen gefordert? Und passen diese Rollen zu Ihnen? Sich als jemand zu verkaufen, der man nicht ist, oder sich mit nicht vorhandenen Kompetenzen zu schmücken, wird Sie definitiv nicht weiterbringen und niemanden überzeugen. Der Grund: Sobald Sie eine Performance abliefern, die nicht zu Ihnen passt, verlieren Sie an Wirkung und gleichzeitig sämtliche Sympathiepunkte. Eine aufgesetzte Körpersprache geht deswegen meistens nach hinten los.Sehr wohl aber können Sie Ihren persönlichen Stil optimieren und negative Signale durch positive ersetzen. Doch das müssen Sie im Vorfeld üben und trainieren!</p>
<h3>Die entscheidenden Millisekunden</h3>
<p>Behalten Sie sich im Kopf, dass nach nur wenigen Millisekunden ein Urteil über Sie gefällt wird. Nach einem Blinzeln entscheidet der Personalentscheider unbewusst, ob der Bewerber sympathisch oder nicht sympathisch wirkt. Schaffen Sie es, im Auge des Betrachters zu bestehen, wird Ihnen automatisch Kompetenz zugeschrieben. Erwecken Sie jedoch einen unsympathischen Eindruck, wird Ihnen eher Inkompetenz unterstellt. Verrückt wie wir ticken: Ein guter erster Eindruck ist oft die halbe Miete! Was kann ich tun, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen?</p>
<h3><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-7488" src="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-77-Seite-168-450x273.jpg" alt="" width="298" height="181" srcset="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-77-Seite-168-450x273.jpg 450w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-77-Seite-168-768x466.jpg 768w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-77-Seite-168-1024x622.jpg 1024w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-77-Seite-168.jpg 1181w" sizes="(max-width: 298px) 100vw, 298px" /></h3>
<h3>Blickkontakt schafft Kontakt!</h3>
<p>Halten Sie Blickkontakt. Ab drei Sekunden wird dieser wahrgenommen; ab vier Sekunden drücken Sie Interesse aus. Menschen, die dagegen Blickkontakt vermeiden, wirken im besten Fall schüchtern, oft teilnahmslos oder als hätten sie etwas zu verbergen. Doch umgekehrt sollten Sie starren und gefühlt minutenlange Blickkontakte ebenso meiden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-7489" src="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-29-Seite-61-434x650.jpg" alt="" width="203" height="304" srcset="https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-29-Seite-61-434x650.jpg 434w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-29-Seite-61-768x1150.jpg 768w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-29-Seite-61-684x1024.jpg 684w, https://www.roter-reiter.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/06/Foto-29-Seite-61.jpg 800w" sizes="(max-width: 203px) 100vw, 203px" /></strong>Lächeln Sie, aber bitte richtig</h3>
<p>„Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ Ein indisches Sprichwort, das sich in den meisten Fällen bewahrheitet. Schenken wir einem Menschen ein wahrhaftiges Lächeln, dann bekommen wir unweigerlich auch ein Lächeln zurück. Was heißt das? Bitte kein Dauergrinsen aufsetzen. Ihre Augen sollten freundlich wirken. Lachen Sie mit ihnen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<h3>Händedruck: Gummi- oder Schraubstockhand?</h3>
<p>Der Händedruck ist in diesem Fall der erste körperliche Kontakt zwischen Ihnen und dem potentiellen Arbeitgeber. Unterschätzen Sie diesen nicht. Laut Knigge läutet der Höherrangige die Begrüßung ein. Also warten Sie, bis Ihnen die Hand gereicht wird. Studien belegen, dass ein Bewerber mit einem kurzen, festen Händedruck die größten Chancen hat. Ein schwacher Händedruck (Gummihand) oder ein Schraubstockgriff fallen meist durch.</p>

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<h3>Stimme erzeugt Stimmung</h3>
<p>Wählen Sie bewusst eine ruhige, tiefe Stimmlage und einen langsameren Rhythmus. Tipp: Stellen Sie sich vor, dass Sie etwas Leckeres schmecken. Was sagen Sie dann? „Mmh.“ Das ist die richtige Stimmlage, um mit der Stimme überzeugend zu wirken. Im Laufe des Gesprächs passen Sie Geschwindigkeit, Tonlage, Lautstärke, Sprachrhythmik an und verwenden Sie ähnliche Worte und Redewendungen wie Ihr Gegenüber. Aber kein Gleichklang um jeden Preis.</p>
<h3>Sitzhaltung: Machen Sie sich drei Zentimeter größer</h3>
<p>Lümmeln Sie nicht im Stuhl. Verstecken Sie nicht Ihre Hände unter dem Tisch oder den Beinen. Wirken Sie stattdessen energetisch, indem Sie Ihren Brustkorb aufrichten, die Hände seitlich an den Lehnen oder am Tisch ablegen. Vertrauen bauen Sie auf, indem Sie Ihre sensiblen Körperteile zeigen: Drehen Sie den Oberkörper zum Gesprächspartner, wenden Sie Ihr Gesicht frontal zu und zeigen Sie den Halsbereich sowie die Handinnenflächen beim Sprechen.</p>

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<h3>Nonverbale Resonanz ist Macht</h3>
<p>Wollen Sie erfolgreich kommunizieren, dann müssen Sie mit dem zukünftigen Arbeitgeber in Resonanz gehen, also zuerst eine Verbindung herstellen. Besteht keine Verbindung, dann erreichen Sie nichts. In Resonanz gehen gelingt durch verbale und nonverbale Gleichheit. Passen Sie Ihre Körpersprache an die Ihres Gesprächspartners und die Situation an. Und verhalten Sie sich ähnlich. Üben Sie sich in einer synchronen Körpersprache. Das bedeutet, dass Sie sich Ihrem Gegenüber körpersprachlich annähern. Das macht unwillkürlich sympathisch.</p>
<p>Warum? Menschen mögen Menschen, die so sind, wie sie gerne sein wollen. Um eine Verbindung herzustellen, gilt es, sich einfühlsam und mit Respekt an die Körpersprache einer anderen Person anzupassen. In der Psychologie spricht man von Mimikry. Wie sollten Sie die Körpersprache spiegeln?</p>
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<li>Niemals alles. Das ist veräppeln!</li>
<li>Selektiv spiegeln. Die Grundregel lautet: Führen Sie nur das Verhalten aus, dass zu Ihnen passt.</li>
<li>Spiegeln Sie zeitversetzt! Nur, wenn Sie zu sprechen beginnen („Ja, wissen Sie…“) und gleichzeitig verändern Sie die Körpersprache.</li>
</ol>
<p>Üben Sie vorher das Vorstellungsgespräch. Dann führen Sie alle nonverbalen Gesten, Haltungen, Gesichtsausdrücke und Mimikry kongruent aus und es wirkt glaubwürdig.</p>
<h3></h3>
<h3>Monika Matschnig: Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz</h3>
<p>Monika Matschnig ist ehemalige Leistungssportlerin, Dipl.-Psychologin, Keynote-Speakerin, Bestsellerautorin und führende Expertin für Körpersprache und Wirkungskompetenz. Sie hält mehr als 100 Vorträge pro Jahr, bietet maßgeschneiderte Seminare für mehr Wirkung an und ist Gastrednerin an mehreren Universitäten. <a href="http://www.matschnig.com">www.matschnig.com</a></p>
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