Rund 450 Millionen Menschen leiden weltweit unter psychischen Erkrankungen. Das sind so viele wie die Einwohner in den USA , in Deutschland und in England zusammen. Eine unglaubliche Zahl. Rund 350 Millionen davon zeigen Symptome einer klinischen Depression.  Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO herausgefunden. Tendenz: weiter stark ansteigend. Einer der Gründe für diese erschreckende Entwicklung ist der moderne Lebensstil, der bei vielen Menschen Stress, Ängste, das Gefühl der permanenten Überforderung und Depressionen hervorruft. Kein Wunder daher, dass die Praxen der Ärzte und Psychiater überfüllt sind und immer mehr Menschen wegen psychischer Probleme verhaltenstherapeutisch und/oder medikamentös behandelt werden.

Fernöstlicher Buddhismus und westliche Wissenschaft

Neben der klassischen Verhaltenstherapie und alternativ zu Spritzen und Tabletten gibt es einen dritten und vielleicht sogar erfolgversprechenderen Weg, psychische Erkrankungen zu mildern oder  zu heilen und überhaupt besser mit dem Leben fertig zu werden. Der britische Wissenschaftsjournalist James Kingsland stellt in seinem neuen Buch „Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren“ diesen dritten Weg vor.  Die Stichworte lauten Meditation und Achtsamkeitsübungen. Dabei spielt – wie der Titel bereits naheliegt – der fernöstliche Buddhismus eine besondere Rolle.

Die Buddhisten behaupten, wir könnten, wenn wir regelmäßig meditieren und eine strikte Verhaltens- und Denkdisziplin einhalten, unser Leiden verringern und unser Wohlbefinden vergrößern. Sie glauben sogar, dass durch bestimmte Praktiken das Gehirn selbst verbessert werden kann. Der Buddhismus, fasst Kingsland zusammen, bietet eine Anleitung, wie sich das Leben im Hier und Jetzt verbessern und das Glückserleben steigern läßt.

Besser Kontrolle über Gedanken und Gefühle

Kingsland gibt auf mehr als 300 Seiten eine – auch historische – Einführung in die Grundlagen des Buddhismus und verknüpft dessen Lehren mit den Herausforderungen und den Leiden des modernen Menschen. Darüber hinaus zeigt er auf, welche wissenschaftlichen Beweise die Neurowissenschaften dafür erbracht haben, dass Menschen durch Meditation eine bessere Kontrolle über ihre Gedanken, Gefühle und ihr Verhalten erlangen. Nicht zuletzt führt er in die Grundzüge der Meditation und Achtsamkeit ein. Das Buch ist verständlich geschrieben und leicht zu lesen.

Roter-Reiter-Fazit: „Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren“ von James Kingsland ist ein lehrreiches und zugleich faszinierendes und inspirierendes Buch vor allem für Menschen, die sich mit dem Buddhismus, mit Meditation und mit Achtsamkeitsübungen bisher noch nicht befasst haben.

Damian Sicking, www.Roter-Reiter.de

James Kingsland: Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren. Wie Meditation das Gehirn und das Leben verändert. Beltz, 331 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 3407864442

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