Digitale Riesen wie Google, Apple und Amazon machen es vor, andere machen es mehr oder weniger gut nach: Bis in klassische mittelständische Unternehmen ist die Erkenntnis durchgedrungen, dass Arbeitnehmer mehr als die monatliche Lohnüberweisung haben möchten. Spaß machen soll die Arbeit auch.
Nicht mehr ganz so neu ist die Erkenntnis, dass auch Kunden gern glücklich gemacht werden möchten. Ein neues Fachbuch widmet sich dem Thema „Happiness im Business“ und zeigt, was Feel Good Management auf allen Ebenen bewegen kann.

Wo Glück und Wirtschaft sich treffen

In unseren Köpfen gehen die Begriffe Glück und Wirtschaft weit auseinander, wir verorten sie in verschiedenen Lebenswelten. Glück, das klingt nach Erfüllung, Liebe und Familie. Wirtschaft ist hartes Geschäft, wo Fakten und Zahlen sprechen. Doch: „Jeder Mensch befindet sich tagtäglich auf der Suche nach dem Glück. Und jeder Mensch ist in irgendeiner Form ein Akteur der Wirtschaft“, erklärt das Autoren-Team von „Happiness im Business“. Es besteht aus dem Zen-Lehrer und Mental Trainer André Daiyû Steiner, der Diplom-Psychologin Carolin Hefele und dem VWL-Professor Christian Schmidkonz. Letzterer bietet seinen Studierenden auch Kurse wie „Success Factor Happiness“ oder „Conscious Business“ an. Wer Glück im Business richtig einsetzt, trifft den Nerv von Mitarbeitern wie Kunden.

Happy Produktmarketing: Glück verkaufen

Aus Managementsicht ist Glück ein wertvolles Gut: Menschen wollen sich ihr Glück nämlich auch erkaufen. Wenn der Saft mir verspricht, dass ich mich mit ihm gesünder ernähre und vitaler fühle, nährt er mein Glück. Der Pullover zaubert fünf Kilo weniger? Her damit! Wer sich in Supermärkten und der aktuellen Werbelandschaft umschaut, wird erstaunlich oft auf „Glücksprodukte“ treffen. „Natürlich ist diese Form der Verknüpfung von Konsum und Glück ausgesprochen oberflächlich und doch spricht sie den Konsumenten auf eine eigene Art und Weise an“, so die Autoren. In ihrem Fachratgeber zeigen sie auf, wie Happy-Werbebotschaften auf den Konsumenten wirken und wie Marketingkampagnen mit dem PME Happiness Modell besonders glücksversprechend aufbereitet werden.

Glückliche Mitarbeiter brauchen keinen Firmenwagen

Auch aus Arbeitgebersicht lohnt sich die Investition in glückliche Mitarbeiter: Wer ein glückliches Leben führt, der ist produktiver und ausgeglichener. Wenn Unternehmen also dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen und Wertschätzung erfahren, können sie die Wertschöpfung optimieren. Das hat aber weniger mit der Anhäufung von materiellen Gütern zu tun. Wenn Unternehmen also aus diesem Gedanken hinaus wahllos Kicker, Sitzecken und Kaffee bereitstellen, ist die Idee nicht richtig angekommen. Mit solchen Maßnahmen können Mitarbeiter während der Arbeitszeit kurzfristig befriedigt werden.
Um sie glücklich zu machen, müssen Mitarbeiter sich wertgeschätzt und abgeholt fühlen. Gern zur Arbeit kommen, erfolgreich Projekte abschließen und unter Kollegen einen freundschaftlichen Umgang pflegen – darauf kommt es an. „Tatsächlich muss das Unternehmen insgesamt mit seinen Werten, seiner Kultur und seinen Mitarbeitern zu Ihnen passen – und Sie zum ihm“, erklären die Autoren. Glücksmanagement für Unternehmen fängt also bei der Wahl des richtigen Arbeitnehmers- und Arbeitgebers an und geht bis hin zur Teampflege. Aber es lohnt sich – das zeigen auch die Erfolge von Unternehmen mit einer wertschätzenden Mitarbeiterkultur.

Roter-Reiter-Fazit:

Der Ratgeber „Happiness im Business“ zeigt an eindrücklichen Best Practices die ganze Bandbreite von Glücksfeldern in unserem Leben auf: Von persönlichen Tools wie Meditation und Achtsamkeit, über Glück als Marketingbotschaft bis hin zu Glück als Management-Tool. Obendrauf gibt es noch 19 Glücksübungen für den (Arbeits-)Alltag.

André Daiyû Steiner, Carolin Hefele, Christian Schmidkonz: Happiness im Business.
Zufriedene Mitarbeiter – glückliche Manager – erfolgreiche Unternehmen
Wiley-VCH, Weinheim 2018
260 Seiten, 24,99 Euro
ISBN: 978-3-527-50937-9

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